hinnerk Oktober/November 2019

blumediengruppe

OKTOBER / NOVEMBER 2019 | AUSGABE 307 | WWW.HINNERK.DE

BREMEN | HANNOVER | HAMBURG

DIVERSITY

Queere

Identitäten –

So divers ist

die Szene

SZENE

30. Lesbisch

Schwule Filmtage

Hamburg

POPSTAR

GESUNDHEIT

PrEP auf Rezept,

HIV-Therapie 2.0

& HCV im Fokus

ADAM

LAMBERT

spricht Klartext

INTERVIEWS: SCHROTTGRENZE, 35 JAHRE AIDS-HILFE HAMBURG,

JAMIE BELL, SAMMLUNG JAKOB, CHARLI XCX


iletto Bett

WER FEIERN KANN,

DARF AUCH HERRLICH

SCHLAFEN!

6 0 J a h r e

it´s a tree story.

TEAM 7 Hamburg City

D 10, Domstraße 10

20095 Hamburg

www.team7-hamburg.de

TEAM 7 Hamburg

Stahltwiete 14a (Phoenixhof)

22761 Hamburg-Altona

www.team7-hamburg.de

TEAM 7 Düsseldorf

Stilwerk, Grünstraße 15

40212 Düsseldorf

www.team7-duesseldorf.de

TEAM 7 Stuttgart

Friedrichstraße 16

70174 Stuttgart

www.team7-stuttgart.de

TEAM 7 München

Herzogspitalstraße 3

80331 München

www.team7-muenchen.de


INTRO 3

Inhalt

epaper.blu.fm

Alle Magazine online!

SZENE

Olivia Jones wird 50.

Szenesterne gratulieren

der bekanntesten Dragqueen

Deutschlands.

Die Becher auf dem

Foto sind übrigens nicht

anlässlich des

50. entstanden.

Kostenlos

NORDDEUTSCHLAND

Glitterbox lockte im

Mai 3.000 Menschen

aus ganz Norddeutschland

nach Hannover.

Im Oktober glittert es

mit Phil Fuldner, Horse

Meat Disco und Barbara

Tucker weiter.

GESUNDHEIT

Die App zu PrEP. Die

Digitalisierung im Gesundheitswesen

kommt

nur schleppend voran.

Hein & Fiete und Sven

Niedersachsen halfen

mit, dass das für PrEP-

Nutzer schneller geht.

GESUNDHEIT

35 Jahre Aids-Hilfe

Hamburg. Lutz Johannson

stand uns Rede und

Antwort zu Vergangenheit

und Zukunft der

HIV-Selbshilfe.

Liebe hinnerk

Leser*innen,

der Sommer ist vorbei, der goldene

Herbst beginnt, Szene und Kultur im

Norden schimmern wieder regenbogenbunt:

Hamburgs queeres Filmfestival

feiert seinen 30. Geburtstag,

auch Hannover und Bremen zeigen,

was Filmschaffende der ganzen Welt

ersonnen und produziert haben. Die

Punkrocker von Schrottgrenze feiern

mit euch ihre Coming-out, ein neues

Album und ihr 25. Bandjubiläum und

schlussendlich wird die inoffizielle

Bürgermeisterin von St. Pauli stolze

50 Jahre alt. Im Jahr 35 der Aids-Hilfe

Hamburg bedeutet die PrEP einen

Paradigmenwechsel in der Prävention –

was sich in diesem Bereich und unter

dem Stichwort sexuelle Gesundheit

tut, haben wir ebenso zusammengetragen,

wie Beispiele queeren Lebens

heute in unserem Diversity-Special.

Viel Spaß beim Lesen und Entdecken!

Deine hinnerk Redaktion

www.hinnerk.de

www.facebook.com/hinnerk.magazin


4 SZENE

Community

MR.CHAPS OKTOBERFEST

Am 5. Oktober wird die

CONTACT-Bar ab 19

Uhr zur geschlossenen

Gesellschaft. Nur wer noch

schnell bei MR.CHAPS oder

eben in der CONTACT bei

Micco und seinem Team

ein Eintrittsband erwirbt,

erfährt, was wirklich beim

Oktoberfest des Lederund

Fetischurgesteins ab

geht. Jedenfalls zeitweise.

Ab 22 Uhr könnt ihr Ingo

und dem Team doch noch

zuprosten, dann habt ihr

aber ggf. das beste schon

verpasst. Mehr Infos gibt

es unter facebook.com/

MR.CHAPS.Hamburg!

FACHTAGUNG

Der 2. Fachtag der LAG

Lesben & Schwule in

Hamburg widmet sich

unter dem Motto „Gutes

Leben – auch im Alter!“ den

auf dem ersten Fachtag

erarbeiteten Themen Wohnen,

Finanzen und soziales

Umfeld. Wie können die

Forderungen Wirklichkeit

werden? Die Veranstalter:

„Altern ist nichts für

Feiglinge, wir müssen

selbst aktiv werden und

diese gelingt uns besser

gemeinsam!“ Eva Burgdorf

von der Netzwerkstelle

Lesben in Hamburg und

Olaf Eigenbrodt vom LSVD

Hamburg laden am 29.10.

ins MHC (Borgweg 8), um

mit euch von 18 bis 21 Uhr

politische Forderungen

in konkrete Projekte zu

denken.

www.lsvd-hamburg.de

Ja, es ist wirklich schon wieder soweit.

Jedenfalls bald. Ab dem 25. November

stehen sie wieder da. Die Buden an der

Ecke Lange Reihe/Kirchenallee und verbreiten

Familiengefühl unter den Mitgliedern

der großen queeren Wahlfamilie, die

auf den Namen Szene oder Community

hört. Glühwein und Klönschnack. erwartet

die Besucher und zielgruppenaffine Musik

statt Weihnachtslieder.

Freitags und samstags mit live-Auswahl

durch die Szene-DJs der Stadt auf.

Wie immer unterstützen des Abends

Das abgebildete Pamphlet wurde

Anfang September in den Briefkasten

eines schwulen Wohnprojektes

gesteckt. Der Finder ist nicht nur angewidert,

sondern alarmiert und würde gerne

herausfinden, ob es sich hier um eine

persönliche Widmung oder eine Kampagne

handelt.

Bei Facebook ist das Bild zwar extrem weit

verbreitet worden, sachdienliche Hinweise

sind allerdings bis Redaktionsschluss nicht

eingegangen. Darum bitten wir auch noch

mal ganz klassisch per Suchanzeige im

gedruckten Magazin um eure Mithilfe:

Hat jemand von euch ähnliche oder gleiche

Hassbotschaften erhalten? Hinweise bitte

an redaktion@hinnerk.de und selbstverständlich

auch an die Polizei.

BUDENZAUBER

WINTER PRIDE

Gruppen und Vereine den Ausschank, so

dass ein Teil der Erlöse deren finanzieller

Ausstattung zugute kommt. Die genauen

Termine wann wer was ausschenkt oder

auflegt findet ihr online. Dort gibt es auch

wie in den letzten Jahren die genaueren

Konditionen für die exklusiven Miethütten

für die private oder geschäftliche Sause.

25.11. – 30.12. (außer 24. – 26.12.),

Winter Pride, Hamburg, Ecke Lange Reihe/

Kirchenallee, S + U Hauptbahnhof,

Fr + Sa 12 – 24 Uhr, So – Do 12 – 22 Uhr,

www.winterpride.de

HOMOPHOBIE

Habt ihr auch so etwas gefunden?

Übrigens kann es sich beim Autor des

Hasswerkes nicht wirklich um einen frommen

Christen handeln: Das alte Testament

ist für diese durch Jesu Lehre abgelöst

worden. Ein obskurer Einzeltäter oder doch

eine Gruppe? Helft mit, es herauszufinden.

Gemeinsam gegen den Hass! *ck


SZENE 5

BENEFIZ-KUNSTAUSSTELLUNG

„Hamburg mit Linse

und Pinsel“

Wasser, markante Ecken, hanseatische Vielfalt,

Hamburger Stimmung, Hamburger Wirtschaft

und Moin Moin, Mensch – das sind die Themen,

denen sich die Maler*innen Heike Gramckow,

Jean Pierre Kunkel und die Fotografen Gesche Cordes

und Chris Lambertsen für diese Ausstellung widmen.

Zeitgleich zur Ausstellung gibt es viele Vorträge und

Workshops, Lesungen und kleine Konzerte, zu denen

wir herzlich in die Galerie einladen. Wir fragten bei

Chris Lambertsen nach, wie er an die Ausstellung

herangegangen ist.

Minitrip Göteborg

ab

€ 89

*

15.–17. November ab Kiel

Your Host and

Special Guest:

Frieda Friday

Jetzt buchen auf

www.StenaLine.de/Gays-On-Waves

oder unter (0180) 6020100**

Music by:

Baltic Live

* Preis pro Person für zwei Nächte in einer Standard kabine

innen für 1–2 Personen bei Belegung mit 2 zah lenden

Personen (Betten übereinander), inkl. Hafen- und

Umweltgebühren, Plätze nach Verfügbarkeit

** 20 ct/Anruf aus dem dt. Festnetz, bei telefonischer

Buchung zzgl. € 15 Buchungsgebühr

© chris lambertsen

Was wird es von Dir zu sehen und zu erwerben

geben?

Die Kuratorien Heike Gramckow hatte uns als Stichworte

Hamburg Stimmung, Hamburg mit auf den Weg

gegeben. Da ich von Haus aus Architekturfotograf bin,

habe ich sechs Motive aus meiner Reihe „Hafen ohne

Schiffe“ ausgewählt. Ich bin eher ein Purist, der ohne

Michel und Fischbrötchen auskommt. Ein CSD-Motiv

ist aber auch dabei. „Die Tunte am Gänsemarkt“

von 1981. Die Motive sind alle nur in kleiner Auflage

zwischen fünf und zehn Stück erhältlich. Für Liebhaber

vielleicht interessant: Die Schwarzweiß-Bilder sind

keine Drucke, sondern Silber-Gelatine auf Barytpapier.

Das Männermotiv aus dem Jahr 2006 sollte dem Leser

wenn alles geklappt hat, gerade ins Auge springen.

(lacht) *ck

8. – 14.11., Levantehaus (Obergeschoss über der

Post), Mönckebergstraße 7, Hamburg, 11 bis 19 Uhr,

www.hamburg-leuchtfeuer.de,

www.kunsthatherz.com

KARTENVORVERKAUF

AB 28.09.2019

UNTER

WWW.LSF-HAMBURG.DE


6 SZENE

Vor 800 Zuschauenden

werden die Filmtage

jedes Jahr auf Kampnagel

eröffnet.

Rosa von Praunheim war im

vergangenen Jahr zu Gast

und stellte mit seinem Film

MÄNNERFREUNDSCHAFTEN

zur Diskussion, wie schwul

Goethe und Schiller waren. In

diesem Jahr präsentiert er bei

uns seinen neuen Spielfilm

DARKROOM - TÖDLICHE

TROPFEN

FOTOS: LSF

JUBILÄUM

DAS COMMUNITY-FILMFEST

Von 15. bis 20. November finden

die 30. Lesbisch Schwule

Filmtage Hamburg (LSF). Rund 60

Filme werden gezeigt, rund 15.000

Besucher erwartet. Die LSF sind

anders, als andere queere Filmfeste.

Und die meisten Jüngeren

kommen ganz nach ihnen.

Die Wendejahre. Im Westen der Republik

wendeten sich Studierende der Universität

Hamburg der Frage „Wie wird Homosexualität

im Film dargestellt“ zu. Die

Antwort war ernüchternd: Der Schwule

ist immer der Mörder. Oder die Leiche.

Oder hat Aids. Das zu ändern ist der

Gründungsgedanke der LSF. Eine Plattform

für Filmschaffende aller Genres und

Gender und ihrer Zuschauer zu schaffen,

die die Vielseitigkeit queeren Lebens

angemessen repräsentieren. Schaut man/

frau/divers sich das von einem immer

noch größtenteils ehrenamtlich und

basisdemokratisch arbeitenden Team

organisierte Festival heute an, kann man

nur sagen: Respekt. Das hat funktioniert.

Ob Familienkomödie, Horrorstreifen,

Dokumentation oder sogar Pornografie:

Der Regenbogen hat auch auf Zelluloid

alle Farben. Und weil die LSF daher Anteil

daran haben, dass diese Vielfalt es heute

auch bis in die Flure von NDR und ZDF

geschafft hat, wurden sie im letzten Jahr

mit dem Max-Brauer-Preis der Alfred

Toepfer Stiftung F.V.S. ausgezeichnet. Das

unabhängige Kuratorium bezeichnete die

Filmtage in der Würdigung als „nicht mehr

wegzudenkende Institution in Hamburg,

die gesellschaftliches, engagiertes Forum

für alle Film- und Kulturinteressierten

auch gegen den

Mainstream bildet und so

Vielfalt mitgestaltet“. Die LSF

sind bei aller Professionalisierung

all die Jahre trotzdem

eine Art Gegenentwurf zu

den Teddy-Awards in Berlin

geblieben, die als offizieller

Teil der Berlinale zwar queere,

aber auch „klassische“

Filmpreise geworden sind.

Bei den LSF gibt es keine

Festivalleitung, das Programm

wird vom Team gemeinsam

erstellt und bestimmt, die

Preise werden von einer

unabhängigen Jury, nämlich

dem Publikum vergeben. Mit

Ausnahme des Jurypreises,

der von einer Fachjury

vergeben wird. Außerdem

veranstaltet das Team in

Kooperation mit der queeren

Szene Hamburgs das ganze

Jahr über Veranstaltungen, die

meistens direkt, manchmal

aber auch nur über drei

Ecken mit Filmkunst zu tun

haben. Wenn ihr jetzt Lust habt, euch

auch einzubringen, meldet euch unter

helfen-filmtage@lsf-hamburg.de, um

vielleicht schon dieses Jahr die LSF,

das queere Community-Filmfestival zu

deinem zu machen. *ck

Das komplette Programm der Lesbisch Schwule Filmtage

Hamburg wie immer im LSF-Magazin gedruckt oder auf

www.lsf-hamburg.de und epaper.blu.fm!


SZENE 7

LUCIÉRNAGAS (GLÜHWÜRMCHEN)

präsentiert

hinnerk präsentiert als langjähriger Medienpartner

der LSF auch in diesem Jahr wieder einen Film, der

sich einem aktuellen queeren Gesellschaftsthema

annimmt. Der im letzten Jahr gedrehte Film LUCIÉR-

NAGAS handelt von einem schwulen Geflüchteten aus

dem Iran. Als blinder Passagier auf einem Frachtschiff

aus der Türkei landet er in Mexico und baut sich ein

neues Leben auf. Nicht, ohne die Freude über neue

Freiheiten immer wieder mit Sehnsucht nach seinem

Geliebten, der noch in der Türkei feststeckt, zu

tauschen. Ein Film, der in Zeiten von Abschiebungen

durch das BAMF in Verfolgerländer und populistische

Diffamierung von Asylsuchenden hoffentlich Verstand

und Herzen öffnet. Im Anschluss an die Vorführung am

19. Oktober um 20 Uhr im Passage Kino, wird Hauptdarsteller

Arash Marandi für ein Filmgespräch vor Ort sein.

FOTO: FIGA FILMS FOTO: FIGA FILMS

LSF-ECKDATEN

Die Eröffnungsgala mit dem schwulen Tanzfilm

„AND THEN WE DANCED“ aus Georgien findet

am 15. Oktober ab 19:30 Uhr auf Kampnagel statt.

Eine den obigen Text vertiefende Diskussion über

„Queere Sichtbarkeit im Film“, u. a. mit Regisseur

Kai. S. Pieck gibt es am 18. Oktober um 15 Uhr im

Metropolis Kino. Dort findet am 20. Oktober auch

die Abschlussgala und die Verleihung von Jury- und

QueerScope-Preises statt. Das Festival endet dort

ab 20:30 Uhr mit dem Film THE GARDEN LEFT

BEHIND.

www.lsf-hamburg.de

FOTO: SALZGEBER FOTO: SALZGEBER

Optik Weser: Vorhang auf

für Hamburg Eyewear

Optik Weser GmbH

Spitalerstr. 9 | 20095 Hamburg

Fon: 040-32 70 07 | E-Mail: info@optik-weser.de

MO bis SA 10:00 - 20:00 Uhr

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8 SZENE

WIEGENFEST

Auch eine Geburtstagsfeier, aber die des Mehrweg Pfandbechers St. Pauli.

Von links nach rechts: Falko Droßmann (Bezirksamtsleiter), Uli Pforr (Künstler),

Olivia Jones, Julia Staron (IG St. Pauli), Andy Grote (Innensenator), Michael Garvs

(Klimapatenschaft GmbH), Sebastian Holtz (Carlsberg Deutschland GmbH) und

Thomas Jankowski (Astra St. Pauli Brauerei)

FOTO: ASTRA ST. PAULI BRAUEREI

OLIVIA JONES:

5 JAHRZEHNTE!

Nochmals

50 Jahre und

Olivia Jones wird 100!

Wir ließen die Szene

gratulieren.

AMANDA COX:

Eine Legende wird 50

Jahre! Unglaublich und

so wunderbar! Ein Hoch

auf unsere Queen of

Hamburg Olivia!

(Auf dem Bild neben ihr:

DJ Metanoize)

FOTO: O. HAASE

VALERY PEARL:

50 Jahre Glamour, Party, Spaß

und politische Statements

verdienen nicht nur die

herzlichsten Glückwünsche,

sondern auch den größten

Respekt. Auf viele weitere

bunte Jahre! Happy Birthday!

FOTO: M. RÄDEL

DJ BERRY E./MIDNIGHT MONKEY:

Olivia, du bist seit Jahren das Bunteste auf

dem Hamburger Kiez und hast ihn über

die Jahre zu einem besseren Ort gemacht.

Bleib so präsent, lebensfroh und lustig, wie

ich dich kennengelernt habe.

FOTO: M. RÄDEL

GLORIA GLAMOUR:

Ich kann es gar nicht fassen. Unsere Muddi

wird ein halbes Jahrhundert. Ob beim

Parteitag mit „kleinen braunen Hasen“, im

„Dschungelcamp“ oder bei der Bundesversammlung,

Olivia ick liebe dir!

FOTO: ENRICO DATU

GEENA TEQUILA:

Kaum zu glauben aber wahr, sie wird nun

50 Jahr. Kiezgröße und Bürgermeisterin

von St. Pauli jubiliert. Ich wünsche Dir

alles Liebe!

FOTO: J. PETERS

CHRISTIAN KNUTH:

Ganz St. Pauli trinkt auf die Bürgermeisterin der

Herzen, das BDM-Vorzeigemodell, die Kinderbuch-

„Queererin“, die Bundespräsidentenwahlfrau, die

Partyveranstalterin und nicht zuletzt: die äußerst

umtriebige wie erfolgreiche Geschäftsfrau. Nein, den

Geschäftsmann. In Zeiten von Wikipedia und Google

ist es wohl in Ordnung, wenn ich dir, lieber Oliver,

diese Zeilen auch mit deinem Klarnamen schreibe.

20 deiner nun bald 50 Lebensjahre kenne ich dich.

Privat und als Gastgeberin in der Szene, kurz später

sozusagen als Mitbewerber im Veranstalterwettstreit

und dann auch schon begleitend beruflich als

Eurogay-Redakteur im Anti-Schill-Wahlkampf. Mein

erster Außeneinsatz. Warum soviel zu mir? Weil ich

auf eine Sache hinaus will: Du bist für mich eine der

Konstanten in der Hamburger Community (die –

ganz typisch Hamburg – manchmal mit dir hadert).

Du bist im besten Sinne Hamburger, der wenn er

Familie sagt, auch Familie macht. Auf dich ist Verlass,

sowohl geschäftlich als auch dort, wo das Private

geschäftlich oder politisch wird. Ich bewundere deine

Geradlinigkeit und die Gabe, das Schrille hanseatisch

gemacht zu haben. Alles Liebe und Gute für dich!


10

SZENE

ALLE TERMINE UND ÜBER 20.000

WEITERE LOCATIONS WELTWEIT.

KOSTENLOS IN DER SPARTACUS APP!

Wöchentlich

SONNTAG

16:00 Dragon Sauna,

Wellness-Tag, Zwischen

16 und 20

Uhr heizt das Aufgussteam

stündlich

ein. Alle Infos unter

www.aufgussteam.

de, Pulverteich 37

1. So 16:30 Rote Flora,

Queer-Feministisches

Café, open

to all genders. We

should all be feminists!,

Achidi-John-

Platz 1

17:00 Startschuss, Darts

mit Startschuss,

für Ungeübte und

Geübte in der „Gaybar

Extratour“, Zimmerpforte

1. Infos:

Thomas, Tel. 040

2805 0984, darts@

startschuss.org ,

Pulverteich 21

2. 4. So 15:30 mhc -

Magnus-Hirschfeld-

Centrum, Café

Laubfrosch - Treff

schwuler Senioren

bei Kaffee und

Kuchen, Bis 17:30

Uhr, Borgweg 8

MONTAG

10:00 Aids-Seelsorge

im IFZ, Frühstückangebot

der AIDS-

Seelsorge, Rostocker

Str. 7

16:00 Hein & Fiete, PrEP

Sprechstunde, ohne

Anmeldung, kostenlos

& anonym, Tel:

28050984, Pulverteich

21

1. Mo 18:00 mhc -

Magnus-Hirschfeld-

Centrum, Bi-

Pan-Stammtisch,

Borgweg 8

19:00 Dragon Sauna,

Dragon goes Italy,

Französisch? Zwischen

19 und 21

Uhr kostenlos Pasta

essen, Pulverteich

37

DIENSTAG

13:00 Dragon Sauna,

Single-Tag, Dienstags

lohnt es sich

NICHT zuhause zu

bleiben! Denn an

diesem Tag zahlen

alle Singles, und die

die es gerne wären,

für einen Schrank

weniger., Pulverteich

37

18:30 mhc - Magnus-

Hirschfeld-Centrum,

Queerer Deutsch-

Gesprächskreis für

LGBT* Geflüchtete,

(Sprachbrücke

e.V. im mhc-Café)

Anmeldung: kontakt@sprachbruecke-hamburg.de,

Borgweg 8

MITTWOCH

12:30 Aids-Hilfe Hamburg

e.V., Regenbogen-Kantine

- Kochen und Essen

in Gemeinschaft,

mit Voranmeldung,

Lange Reihe 30

13:00 Dragon Sauna, 40

Up, Ab 40 auf der

Altersuhr zahlst du

statt 20 15 EURt

inklusive Schrank.

Außerdem macht

Aufgüsse von 19 bis

21 Uhr stündlich

Pulverteich 37

19:00 mhc - Magnus-

Hirschfeld-Centrum,

Kostenlose

Rechtsberatung,

Mit RA Sven-Uwe

Blum, Anmeldung

erforderlich unter

0402790069, Borgweg

8

2. 4. Mi 18:00 Aids-Hilfe

Hamburg e.V., Verein

Sociosus: Raum der

Stille, bis 19 Uhr,

Lange Reihe 30

2. Mi 19:00 Brauhaus

Joh. Albrecht,

Stammtisch der

LSU-Hamburg,

Adolphsbrücke 7

3. Mi 19:30 M&V, SPDqueer-Stammtisch,

Lange Reihe 22

DONNERSTAG

17:00 JBZ, Mixtapes,

Jugendgruppe,

Barmbeker Str. 71

19:00 Aids-Hilfe Hamburg

e.V., Infoline

04019411, Infoangebot

bis 21 Uhr,

Lange Reihe 30

20:00 Café International,

RegenbogenCafé

Leer, bis 24 Uhr,

Kupenwarf 1

FREITAG

13:00 Dragon Sauna,

DoppelGänger, Freiticket

zum Eintritt

dazu, von Freitag 13

Uhr bis Sonntag 24

Uhr durchgehend

geöffnet., Pulverteich

37

3. Fr 19:00 Feinkost

Hafencity, Stammtisch

Nordbären, bis

01 Uhr, Am Kaiserkai

27

SAMSTAG

16:00 Hein & Fiete, Der

Männertreff, Offene

Gruppe für vielseitig

Interessierte, Pulverteich

21

1. Sa 19:00 Pink Channel,

funDYKE auf

Tide 96.0, http://

www.pinkchannel.

net

2. 3. Sa 19:00 Pink

Channel, Magazin

auf Tide 96.0, http://

www.pinkchannel.

net

MI 2.10.

15:30 Aids-Seelsorge im

IFZ, PC & Internet –

Fragen und Antworten

mit René Rehse,

Rostocker Str. 7

19:00 Aids-Hilfe Hamburg

e.V., Gebärden

AIDS-Team, Beratung

für Menschen

mit Einschränkung

des Gehörsinns

unter: gebaerdenteam@aidshilfehamburg.de.

Bis 21

Uhr, Lange Reihe 30

19:00 Schulz am Phoenix,

Queerbeet.

LesBiSchwuler Treff,

Elzer Str. 2

DO 3.10.

19:30 Aids-Hilfe Hamburg

e.V., Selbsthilfegruppe

„HIV &

Positiv.leben“, Lange

Reihe 30

SA 12.10.

22:00 Kampnagel, Salon

Queertronique:

Les Liaisons Dangereuses,

(KMH),

Jarrestraße 20

MO 14.10.

19:30 ZEIT-Café, Pride

Salon, Diskussion,

Austausch, Begegnung,

Speersort 1

MI 16.10.

19:00 Aids-Hilfe Hamburg

e.V., Projekt

Dietrich, Infoabend

zum Generationsprojekt

für den

älteren schwulen

Mann, Lange Reihe

30

DO 17.10.

10:00 Aids-Seelsorge im

IFZ, Frauenfrühstück

für positive Frauen,

Rostocker Str. 7

18:00 Aids-Hilfe Hamburg

e.V., Selbsthilfegruppe

- Bunte

Vielfalt, Lange

Reihe 30

FR 25.10.

11:00 Aids-Seelsorge

im IFZ, Veteranentreffen

- Frühstück

für langzeitpositive

Männer, Rostocker

Str. 7

SA 26.10.

11:00 Aids-Hilfe Hamburg

e.V., Körperorientiertes

Selbstmanagement-Workshop,

Für Menschen

mit chronischen

Erkrankungen (all

gender welcome)

Kostenfrei, Anmeldung

erforderlich

bis zum 22.10.2019,

Lange Reihe 30

15:00 Leben mit Behinderung,

Freizeitgruppe

„Mann liebt Mann“ -

Kaffeeklatsch, bis 18

Uhr, Südring 36

SO 27.10.

13:00 Aids-Hilfe Hamburg

e.V., Café Afrika,

Lange Reihe 30

MO 28.10.

13:00 Dragon Sauna,

HHero for a day,

Immer am letzten

Montag des Monats

gehen 3 EUR des

Eintrittspreises

direkt als Spende an

Hein & Fiete. Und

von 19 – 21 Uhr

gibt es das beliebte

Pastabüfett., Pulverteich

37

DI 29.10.

15:00 Aids-Seelsorge im

IFZ, Gesellschaftsspiele,

(IFZ), Rostocker

Str. 7

MO 11.11.

19:30 ZEIT-Café, Pride

Salon, Diskussion,

Austausch, Begegnung,

Speersort 1

SA 23.11.

18:00 Feinkost Hafencity,

Gänse-Essen der

Nordnären, Infos

und Reservierung:

www.nordbaerenhamburg.de,

Am

Kaiserkai 27

MO 25.11.

13:00 Dragon Sauna,

HHero for a day,

Immer am letzten

Montag des Monats

gehen 4 EUR des

Eintrittspreises

direkt als Spende an

Hein & Fiete. Und

von 19 – 21 Uhr

gibt es das beliebte

Pastabüfett., Pulverteich

37

DI 26.11.

19:00 mhc - Magnus-

Hirschfeld-Centrum,

Regenbogenfamilie -

gründen und Leben,

von Mhc- Lesbenberatung,

Borgweg 8

DO 28.11.

18:00 mhc - Magnus-

Hirschfeld-Centrum,

Gutes Leben - auch

im Alter!, Fachtag

der LAG Lesben &

Schwule in Hamburg.

Bis 21 Uhr,

Borgweg 8

SA 30.11.

15:00 Leben mit Behinderung,

Freizeitgruppe

„Mann liebt Mann“

- Adventskaffee -

Besuch von Andersrum

WG`s, bis 18

Uhr, Südring 36


INFORMIER’

DICH!

WEISST DU,

dass jede der drei Safer-

Sex-Methoden wirksam

vor HIV schützt?

Verschiedene Menschen –

verschiedene Methoden.

Schutz verdient Respekt!

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12 KULTUR

präsentiert

FOTOS: CHANTAL PAHLSSON-GIDDINGS

SCHROTTGRENZE

zerpflücken den Heteromainstream

Zwischen Rockfestivalbühnen

und Dragshow. Zwischen

Punkrockgitarren und eingängigen

Popmelodien. Zwischen kleinen

Alltagsgeschichten und unmissverständlichen

Statements. Überall

bewegt sich die Hamburger Band

Schrottgrenze, auch mit ihrem

neuen Album Alles zerpflücken:

„Somewhere in Between.“ Was wird

hier zerpflückt? In erster Linie die

verdammte Heteronormativität.

Hier werden von Anfang an keine

Gefangenen gemacht und Sänger

Alexander Tsitsigias stellt sich

gleich als „kräftige Schwester“

Saskia Lavaux in einem politischen

Körper vor.

Rückblick: Mit dem viel beachteten

Schrottgrenze-Comeback-Album Glitzer

auf Beton öffnete die bereits 1994 gegründete

Band 2017 ein neues Kapitel. Denn es

war nicht nur ein Comeback nach sieben

Jahren Pause, sondern auch das erste

Album nach dem späten Coming-out von

Sänger Alex. Alles zerpflücken setzt genau

dort an, wo der Vorgänger aufgehört hat –

und geht dabei noch einen bedeutenden

Schritt weiter. Denn Alles zerpflücken will

Fragen aufwerfen: Dekonstruieren, oder

Zerpflücken eben. Fragen gestellt werden

nach kritischer Männlichkeit, Geschlechterrollen,

Freiräumen, Rassismus und

Antisemitismus. So heißt es in Traurige

Träume: „Wie der Humanismus hier zerfällt/

Und wenn diese Welt /Wirklich zerfällt/hilft

dir auch kein Beten und kein nach unten

treten.“ Keine Frage, Alles zerpflücken ist

das bisher politischste und wütendste

Album der Band. Klare Standpunkte ohne

einfache Parolen. Der politische Anspruch

auf „Alles zerpflücken“ zeigt sich auch an

der Gästeliste des Albums. Mit Elf und Dirk

von der legendären Hamburger Politpunkband

Slime verweisen Schrottgrenze nicht

nur auf ihre musikalische Verwurzelung

im Punk, sondern bringen mit ihnen

gemeinsam mit Das Kapital einen fast

40 Jahre alten Slime-Klassiker zu neuen

Ufern. Genre-übergreifend steuert auch

die queerfeministische Berliner Rapperin

Sookee einen Part auf Traurige Träume bei.

Da stellt sich nur noch die Frage: Punk?

Pop? Rock? Indie? Egal! Denn genau so wie

sich Saskia Lavaux in kein Rollenklischee

drängen lassen möchte, haben sich auch

Timo Sauer, Hauke Röh und Benni Thiel

schon wieder der musikalischen Schublade

verweigert. Power-Pop oder Indierock sind

vielleicht die Begrifflichkeiten, auf die man

sich bei Schrottgrenze einigen kann, wenn

es schnell gehen muss. Schrottgrenze

gelingt der Spagat, den kaum jemand

hinbekommt: Die Lieder auf dem Album

funktionieren gleichsam in der queeren

Bar, auf der Antifa-Demo oder bei der

Erstsemester-Party. Man kann zu ihnen die

Faust recken, man kann dazu knutschen

oder einfach nur feiern.

Auf www.hinnerk.de lest ihr unser

ausführliches Interview mit Alexander

Tsitsigias aka Saskia Lavaux!

18.10., Bandjubiläum und Album-Release,

Uebel & Gefährlich, Feldstraße 66,

Hamburg, U Feldstraße, 18:30 Uhr,

www.schrottgrenze.de


KULTUR 13

AUSSTELLUNG

#AndyWarhol:

Bucerius Kunst Forum

Die Werke eines der wichtigsten Pop-Art-

Künstler sind bis zum 12. Januar 2020

im Rahmen der Ausstellung „Amerika!

Disney, Rockwell, Pollock, Warhol.“ in

Hamburg zu sehen: Andy Warhol.

Der Exzentriker mit dunkler Sonnenbrille, das Muttersöhnchen,

der Madonna-Kumpel, der Künstler:

Andy Warhol revolutionierte die Kunstwelt, seine

Bilder und Videos waren auch eine Aussage gegen

die biedere Ästhetik der Nachkriegszeit und eine

gedankliche Fokussierung auf die Wohlstandsgesellschaft

und Konsumgüterindustrie. Stars wie Aretha

Franklin, Debbie Harry, Diana Ross und Liza

Minelli wurden von ihm zu Kunstwerken stilisiert,

er selbst inszenierte aber auch einen Big Mac oder

Dosen zur Kunst.

Der „Studio 54“-Fan wurde durch seine Siebdrucke

weltberühmt, sein stets offenes Atelier „The Factory“

wurde dank seiner prominenten Freunde wie Keith

Haring und Mick Jagger zum Synonym für das

kreative Amerika. Nach einem Attentat durch die

Frauenrechtlerin Valerie Solanas 1968, bei dem

Warhol durch Schusswunden lebensgefährlich

verletzt wurde, veränderte sich Andy Warhols

Umgang sowohl mit seinen Mitmenschen als auch

mit seiner Kunst: Er konzentrierte sich auf Bilder und

Siebdrucke, weniger auf Filme. *rä

Nordanker

Rechtsanwalt

Sven-Uwe Blum

Rechtsanwalt

Fon 040 · 413 046 40

blum@kanzlei-blum.de

kanzlei-blum.de

Nordanker

Steuerberater

Sven Partheil-Böhnke

Diplom-Betriebswirt,

Steuerberater

Fon 040 · 334 69 14-00

info@nordstb.de

nord-anker.de

Kleine Johannisstraße 10 · 20457 Hamburg

Amerika! Disney, Rockwell, Pollock, Warhol.,

bis 12.1.2020, www.buceriuskunstforum.de

Rainer Witt

Schwerpunkt

Implantologie

Yvonne Zecher

Schwerpunkt

Parodontologie

Christoph Merz

Schwerpunkt

Endodontie

Wurzelbehandlung

mit Mikroskop

Mann und Frau

Bild: Andy Warhol: Silver Liz, 1963. Sammlung Froehlich, Stuttgart

© 2019 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. /

Licensed by Artists Rights Society (ARS), New York.

Foto: Sammlung Froehlich, Stuttgart


14 KULTUR

AUSSTELLUNG

#LÜNEBURG:

Nackte Handwerker

Ein Symbol zieht sich aus. Extrem

wichtig für die Entwicklung der

Kultur – und auch heute noch für unser

aller Leben – sind Handwerker. Und die

präsentieren sich nun erstmals im Kontext

ihres Handwerks nackt.

Die Ausstellung „Kluft & Haut. Fotoporträts

junger Menschen auf der Walz“ der Filmemacher

und Zwillingsbrüder Benjamin und

Dominik Reding, die Künstler wurden unter

anderem durch die Filme „Oi! Warning“ und

„Für den unbekannten Hund“ bekannt,

eröffnet Ende September im Museum

Lüneburg (Willy-Brandt-Str. 1).

„Wir wollen mit dieser radikalen Präsentation

des urdeutschen Traditionssymbols

des Wandergesellen dem Sprachkanon

der neuen Rechten die Begriffe Tradition,

Heimat und Brauchtum entreißen und mit

Realität, ungeschminkt und ungeschönt,

neu füllen und interpretieren“, verraten

die beiden Künstler dazu. „Fotograf Benjamin

Reding präsentiert zusammen mit

seinem Bruder auf 40 fast lebensgroßen

Doppelporträts die Generation der aktuell

reisenden Wandergesellen und Wandergesellinnen,

je einmal in ihrer traditionellen

Kluft mit Knotenstock und Reisebündel,

und einmal in ihrer, durch das Leben auf der

Straße und die harte handwerkliche Arbeit

gezeichneten Nacktheit“, ergänzt das

Museum Lüneburg. Die Ausstellung läuft

bis zum 27. Oktober, Wandergesell*innen in

Kluft erhalten einen Kaffee gratis und freien

Eintritt! *rä

www.museumlueneburg.de


TOUR

HERE WE GO AGAIN,

CHER

KULTUR 15

„Wenn du nicht bereit bist, auch einmal lächerlich

zu sein, dann wirst du nie großartig sein! Glaubst

du denn, ich wäre so lange dabei, wenn ich darüber

nachdenken würde, was die Leute sagen? Ich zieh

mir meinen G-String an und mache weiter“, sagte

„Strong Enough“-Sängerin Cher einmal. Das hat die

Künstlerin ganz nach vorne gebracht, nicht nur seit

den 1960er-Jahren in den Hitlisten, sondern auch als

Role Model. Jetzt kann man sie live erleben. *rä

13.10., Cher: „Here We Go Again“-Tour 2019, Barclaycard

Arena, Hamburg, Sylvesterallee 10, S Stellingen, 20 Uhr

FOTO: WARNER MUSIC

GEBURTSTAG

Alles Gute, geschätzter

Christoph Klimke!

FOTO: R. RÜHMEIER

Der am 22. November 1959 in

Oberhausen geborene Autor

arbeitet regelmäßig in Norden, er

veröffentlichte viele international

beachtete Bücher, u. a. „Der Sünder,

Fragen an Pier Paolo“, „Blaue Träume“,

„Du mein Ich“, „Wo das Dunkel dunkel

genug“ sowie „Fernweh“.

Zudem schrieb Christoph Klimke

mehrere Theaterstücke. Bekannt

wurde auch seine Zusammenarbeit mit

dem Dichter Mario Wirz (1956 – 2013).

Ausgezeichnet wurde er unter anderem

mit dem Ernst-Barlach-Preis für

Literatur.

„Geboren bin ich am Totensonntag

im November 1959, ein gutes Omen

eigentlich. Im Kindergarten kommandierten

uns Nonnen, die die Heilige

Inquisition zurücksehnten, deshalb

uns Ungehörige auf den Tisch stellten,

damit alle anderen Kinder dann den

Schuldigen auslachten“, so Christoph

Klimke in „Unwiderruflich glücklich“

(Querverlag, www.querverlag.de). *rä


16

KULTUR

ALLE TERMINE UND ÜBER 20.000

WEITERE LOCATIONS WELTWEIT.

KOSTENLOS IN DER SPARTACUS APP!

DI 1.10.

19:30 Thalia Theater, Die

Tragödie von Romeo

und Julia, von William

Shakespeare /

Regie Jette Steckel,

Alstertor 1

MI 2.10.

19:30 First Stage Theater,

Fame - Das

Musical, Thedestr.

15

DO 3.10.

19:30 StageClub,

Quatsch Comedy

- Die Show, Moderation:

Frank Fischer,

Stresemannstraße

163

FR 4.10.

23:59 Schmidt-Theater,

Kay Ray Late Night,

Spielbudenplatz 24

SO 6.10.

20:00 Polittbüro, Lisa

Eckhart: Die Vorteile

des Lasters, Steindamm

45

MI 9.10.

19:00 Schmidtchen,

WIR: Familie ist, was

man draus macht!,

Musical-Comedy,

Spielbudenplatz

21/22

DO 10.10.

20:00 Laeiszhalle,

Herman van Veen,

Hamburg-Mitte

Johannes-Brahms-

Platz

SO 13.10.

18:00 Barclaycard Arena,

CHER - Here We Go

Again Tour 2019,

Sylvesterallee 10

MO 14.10.

19:30 Schmidt-Theater,

Ades Zabel &

Company: Ediths

Geburtstach, Spielbudenplatz

24

21:00 Laeiszhalle,

Richard David

Precht, Harbour

Front Literaturfestival,

Hamburg-Mitte

Johannes-Brahms-

Platz

DI 15.10.

20:00 Laeiszhalle, Eloy

de Jong - „Kopf

aus - Herz an“ Tour,

Hamburg-Mitte

Johannes-Brahms-

Platz

MI 16.10.

20:00 Kampnagel, Annika

Scharm, Hannah

Wischnewski:

Miezen: Copycats

2019, Theater &

Performance (K4),

Jarrestraße 20

DO 17.10.

21:00 Uebel&Gefährlich,

Stereo Total, Feldstr.

66

FR 18.10.

19:30 Staatsoper, Bernstein

Dances, Ballettrevue

von John

Neumeier, Große

Theaterstraße 34

SA 19.10.

20:00 Fabrik, Heather

Nova, Barnerstraße

36

SO 20.10.

19:00 Schmidt-Theater,

Elke Winter: Häppchenplatte

des

Lebens, Spielbudenplatz

24

19:30 Ohnsorg Theater,

Extrawurst, Heidi-

Kabel-Platz 1

MO 21.10.

21:30 Metropolis Kino,

Queerfilmnacht:

Bonnie & Bonnie, Kl.

Theaterstr. 10

DI 22.10.

19:00 Literaturhaus

Hamburg e.V.,

Philosophisches

Café – Gast: Rüdiger

Safranski, Schwanenwik

38

MI 23.10.

20:00 Planetarium Hamburg,

Raphaël Marionneau:

Le Voyage

Abstrait feat.

Mousse T., House

Art meets French

Chill-Out. Weitere

Aufführung um: 22

Uhr, Linnéring 1

DO 24.10.

20:00 kukuun, Scharfgestellt

St. Pauli, Talk.

Musik. Getränke mit

Astrid Rolle & Peter

G. Dirmeier, Spielbudenplatz

21-22

FR 25.10.

19:30 Schauspielhaus,

Serotonin, von

Michel Houellebecq,

Kirchenallee 39

SA 26.10.

19:30 Hamburger

Engelsaal, Marlene

Dietrich - Das Hamburg-Konzert

1960,

Valentinskamp

40-42

SO 27.10.

19:00 Schmidt-Theater,

Sven Ratzke: Where

Are We Now, Spielbudenplatz

24

19:00 Schmidts Tivoli,

Gustav Peter Wöhler

Band: Love Is The

Drug, Spielbudenplatz

27

MI 30.10.

19:00 Schmidtchen,

Tante Woo und

Roman Who?:

Bosom Buddies –

Beste Freundschaft,

Spielbudenplatz

21/22

21:15 Metropolis Kino,

LSF: Nachbeben

– Best of LSF, Kl.

Theaterstr. 10

FR 1.11.

20:00 Fabrik, Mundstuhl

- Flamongos, Barnerstraße

36

SA 2.11.

19:00 mhc - Magnus-

Hirschfeld-Centrum,

Theatergruppe Kulturbeutel:

Mord auf

Entzug, (mhc.Cafe),

Borgweg 8

20:30 Metropolis Kino,

Musikbingo Soli-

Abend für die

Lesbisch Schwulen

Filmtage, mit DJ

bosie M., Miss van

Biss, yesbutno. Bis

1 Uhr, Kl. Theaterstr.

10

20:00 kukuun, Club-BIN-

GO! mit RICARDO

M., Einlass 19 Uhr,

Spielbudenplatz

21-22

SO 3.11.

18:00 mhc - Magnus-

Hirschfeld-Centrum,

Theatergruppe Kulturbeutel:

Mord auf

Entzug, (mhc.Cafe),

Borgweg 8

19:00 Schmidts Tivoli,

Gustav Peter Wöhler

Band: Love Is The

Drug, Spielbudenplatz

27

MO 4.11.

19:30 Schmidt-Theater,

Suchtpotenzial:

Sexuelle Belustigung,

Spielbudenplatz

24

DO 7.11.

19:30 Staatsoper, Ein

Sommernachtstraum,

Ballett von

John Neumeier,

Große Theaterstraße

34

FR 8.11.

18:00 Kampnagel, Hamburger

Krimifestival

2019, www.krimifestival-hamburg.de,

Jarrestraße 20

20:00 St. Marien-Dom,

W.A. Mozart: Messe

c-Moll, Danziger

Str. 60

SO 10.11.

19:00 Schmidtchen,

Pornosüchtig - Die

Comedy-Show,

Spielbudenplatz

21/22

DI 12.11.

19:00 Thalia Theater,

Eine Familie, von

Tracy Letts; Regie:

Antú Romero

Nunes, Alstertor 1

FR 15.11.

19:30 First Stage Theater,

Die große Weihnachtsshow

2019,

Thedestr. 15

SO 17.11.

19:00 Schmidt-Theater,

CAVEQUEEN, Spielbudenplatz

24

DI 19.11.

19:30 Literaturhaus

Hamburg e.V., Dagmar

Feist stellt die

„Prize-Papers“ vor,

Lina Beckmann

liest aus den von

gekaperten Schiffen

zusammengetragene

Briefen

aus dem 17. und

18. Jahrhundert,

Schwanenwik 38

MI 20.11.

19:00 Große Freiheit 36,

Stefanie Heinzmann,

Große Freiheit

36

FR 22.11.

19:30 St. Pauli Theater,

herzscheiße - Liebeskummerliebeslieder,

Spielbudenplatz

29-30

20:00 Alma Hoppes

Lustspielhaus,

Florian Schroeder:

Ausnahmezustand,

Ludolfstr. 53

SA 23.11.

15:00 Schmidts Tivoli,

POMPÖS 2019

- Das große Winterspektakel,

weitere

Vorstellung um: 20

Uhr, Spielbudenplatz

27

SO 24.11.

18:30 First Stage Theater,

Die große Weihnachtsshow

2019,

Thedestr. 15

MO 25.11.

19:30 Schmidt-Theater,

Gayle Tufts: American

Woman, Spielbudenplatz

24

MI 27.11.

20:00 Imperial Theater,

IMPROSLAM!,

Improtheater Steife

Brise, Reeperbahn 5

DO 28.11.

20:00 Schauspielhaus,

Heinz Strunk: Nach

Notat zu Bett, Kirchenallee

39

SA 30.11.

19:00 Große Freiheit 36,

OMD, Große Frei

Wöchentlich

MALEREI

10:00 Hamburger Kunsthalle,

Rembrandt

- Meisterwerke aus

der Sammlung, bis

zum 05. Jan 2020;

Tägl. außer Mo.,

Glockengießerwall

5

10:00 Hamburger Kunsthalle,

Edith Dekyndts:

They Shoot

Horses, ; Tägl. außer

Mo., Glockengießerwall

5

10:00 Hamburger Kunsthalle,

Unfinisched

Stories, bis zum

30. Aug 2020; Tägl.

außer Mo., Glockengießerwall

5

11:00 Bucerius Kunst

Forum, Disney,

Rockwell, Pollock,

Warhol - Ikonen

Amerikas, Bis

12.01.2020, Tägl.

geöffnet, Alter

Wall 12

11:00 Jenisch Haus -

Museum für Kunst

und Kultur an der

Elbe, Tanz des

Lebens. 100 Jahre

Hamburgische

Sezession, Tägl

außer Di., bis zum

13.01.2020, Baron-

Voght-Str. 50

FOTOGRAFIE

11:00 Deichtorhallen,

Baselitz, Richter,

Polke, Kiefer, Halle

für aktuelle Kunst.

Tägl. ausser Mo.,

Deichtorstraße 1

SONSTIGES

10:00 Museum für Kunst

und Gewerbe,

Manufaktur Des

Klangs - 2000

Jahre Orgelbau Und

Orgelspiel, Tägl.

außer Mo., Steintorplatz

10:00 Museum für Kunst

und Gewerbe, Max

Sauerlandt und

die Hamburgische

Sezession, Tägl.

außer Mo., Steintorplatz

12:00 Kunstverein

Hamburg, Peaches:

Whose Jizz Is This?,

bis zum 20.10.2019,

Tägl. Di.- So. 12 - 18

Uhr, Klosterwall 23

22:30 Zeise Kinos, Zeise

Latenight - Sneak

Preview, jeden Mi.,

OmU, Friedensallee

7-9


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18 NACHTLEBEN

FOTO: PETER PANE

TIPP

WOHLFÜHL-BURGER bei Peter Pane

Burger-Restaurants sind beliebt

und das Angebot in den urbanen

Metropolen ist vielfältig. Bei Peter Pane

lohnt sich das genaue Hinschauen – und

natürlich das Schlemmen!

Saftige Burger aus verschiedenen Brotsorten

mit Rind- oder Hähnchenfleisch,

vegetarischen oder veganen Varianten

belegt, dazu frische Salate, krosse Fritten

mit leckeren Dips und zum Schluss ein

süßes Dessert – schon die Peter-Pane-

Speisekarte lässt kaum Wünsche offen.

Mit über 32 Restaurants bundesweit ist Peter

Pane zwar eine Restaurant-Kette, die sich

aber trotzdem angenehm vom Mainstream

abhebt – denn Personality und Individualität

werden hier sorgfältig gepflegt. Das beginnt

schon bei der Inneneinrichtung: In warmen

Holz- und Naturtönen gehalten und detailverliebt

mit vielen Lichtobjekten gestaltet, wird

der Style jedem Restaurantort angepasst, um

jeweils eine gemütliche Klubatmosphäre mit

Wohlfühleffekt zu schaffen. Zum Konzept

gehört daher auch eine gut sortierte Bar mit

frischen Longdrinks und Cocktails.

Auch das Peter-Pane-Personal glänzt

mit dem Charme der Individualität und

ist genauso bunt wie die Gäste. Und die

treffen sich hier vom Mittagstisch bis zum

After-Work-Dinner oder Party-Warm-up. In

Hamburg findet man Peter Pane inzwischen

an sechs verschiedenen Orten – zum Beispiel

auch im queeren Kiez in St. Georg. *bjö

Peter Pane – Hamburg Turnhalle, Lange

Reihe 107, Hamburg, tägl. 11 Uhr – open

end, weitere Locations in Hamburg über

www.peterpane.de

AFTER-SHOW-DINNER

mit RICARDO M. im

BUDERSAND Hotel –

Golf & Spa auf Sylt

FOTO: BUNDESRAND

Was für den New Yorker

die Hamptons sind,

ist für uns Hamburger

unser Sylt. Erholsam

und repräsentativ zugleich. Vom

70er Jahre-Charme in Westerland

über Schampus-Geschnattere in

Kampen bis zu vielseitig nutzbaren

Dünen alles vorhanden. Und auch

noch mega Insta-Story tauglich!

Einen Standort solltet Ihr Euch für

Eure Postings ab sofort merken:

das Budersand in Hörnum. Das

5-Sterne-Superior Hotel ist

Deutschlands fünftteuerstes Hotel.

Golfplatz, Spa, eigenes Sterne-

Restaurant und 2009 mitten in die

Dünen direkt ans Meer gesetzt.

Zauselnder Nordsee-Wind im Gel-

Haar stehe ich fix und feddich von

meiner Sommer-Comedy-Show-

Tournee vor dem von Wella-Erbin

Claudia Ebert erbauten und durch

Hoteldirektor Marco Winter privat

geführten Design-Gebäude. In der

Lobby erklingt sanftes Klavierspiel

vom 120.000 Euro teuren Flügel. Ob

ich zum Check-In ein Glas Champagner

möchte, so der gutaussehende

junge Mann im straffen Anzug mit

wellendem Haar. „Nur, wenn wir es

zusammen trinken“ möchte ich

antworten, kann mich aber gerade

noch hanseatisch zurückhalten.

Schon folgt der nächste Höhepunkt

– vorerst: er wolle mir mein Zimmer

zeigen. Gut, das kann ich nun

wirklich nicht ablehnen!

BUDERSAND Hotel - Golf & Spa,

Am Kai 3, Hörnum/ Sylt,

www.budersand.de

Zum vollständigen Testbericht von

Ricardo geht es auf hinnerk.de

RICARDO M. auf der Bühne

2.11., Club-BINGO! mit RICARDO M., kukuun, Spielbudenplatz

22, Hamburg, S Reeperbahn, 20 Uhr

9.11., Landhotel-BINGO! mit RICARDO M.,

Landhotel Müller, Lieserstraße 17, 54550 Daun

www.ricardo-m.com

FOTO: ROMAN HOLST / INSTAGRAM.COM/ROMAN_HOLST


NACHTLEBEN 19

GEWINNE / REISE

Ostseetörn „Gays on Waves“

Es gibt so viele Gründe, Gewässer

lieber gemütlich auf einem Schiff

zu überqueren. Richtig angenehm wird das,

wenn noch ein paar Freunde, Familie oder

die Wahlfamilie auf der Reise mit dabei sind

und der Zweck der Fahrt, nämlich die Überbrückung

einer Entfernung, zur Nebensache

wird. Eine ganze Reiseindustrie hat sich aus

diesem Grund entwickelt, und es gibt auch

längst schwule oder queere Ausfahrten in

die Urlaubsregionen dieser Welt. Diese als

a) Unerfahrener in langen Schiffsreisen oder

b) als nicht so szeneverbundener Queer zu

entern, erfordert ein gewisses Maß an Abenteuerlust.

Wie gut, dass es Fähren gibt, die

euch ganz klassisch von A nach B bringen.

DAS PROGRAMM

STENA LINE hat für den 15. bis 17. November

auf der Strecke Kiel – Göteborg so etwas wie

einen „Schiffsreisen-Schnupperkurs“ erfunden.

Gays on Waves ist ein Kurztrip auf der

Fähre mit queerem Partyvergnügen als

regenbogenglitzerndes Extra:

■■

Empfang und persönliche Betreuung

durch die 1. Offiziöse der Stena

Germanica, Host Frieda Friday

■■

Ein Show- und Partyprogramm an

beiden Überfahrtsabenden von und

mit der besagten Miss Friday und der

Band Baltic Live

■■

Ein Musik Quiz

■■

Ein Dragqueen-Bingo

■■

Einen ganzen Tag Zeit, um Göteborg,

die beschaulichste der schwedischen

Metropolen, zu entdecken

Frida Friday meldete sich bereits telefonisch

bei unserem Team und klang mehr

als aufgeregt:

„Ihr könnt es euch kaum vorstellen, aber

für diese zwei Tage habe ich inzwischen

ein Team dabei, das Lady Gaga erblassen

lassen würde. Make-up, Haare, Kofferträger

und so weiter. Ich habe in wenigen Stunden

insgesamt 14 Kostümwechsel vor mir,

und ganz ehrlich: Außenstehende könnten

denken, das sei völlig geistesgestört. Aber

keine Sorge: Ich bin ganz bei Sinnen und

freue mich so riesig auf diese Reise.“ *ck

Das ganze Vergnügen ist ab sofort

über www.stena-line.de buchbar. Auf

www.hinnerk.de verlosen wir eine Kabine!

DEIN GAY LIFESTYLE

Berlin • Köln • Hamburg • München

brunos.de /brunos.de @brunos_de

Picture by Andrew Christian


20 NACHTLEBEN

FOTO: T. ZURBRÜGGE

TWENTYFIVE

„BEEFY KIEZ FLESHBACK“

beim Camp77

Treffendes Motto, liebes Camp77-

Team! Nicht nur, dass der Ex-

Neidklub das Ex-Wohnzimmer deiner Party

ist, mit Alan Taylor habt ihr euch auch ein

mächtig großes Stück Muskelfleisch als für

die Musik Verantwortlichen an Bord geholt.

Gegenüber hinnerk freut sich der

Camp77-Neuzugang, der in ganz

Europa die schwulen Massen begeistert,

auf Hamburg: „Ich habe nur positive

Erwartungen. Ich hoffe, den Leuten gefällt

meine Musik und vielleicht lernt man

sich und mich ja auch noch persönlich

kennen!“ Also ran an die Buletten! Wem

das nicht so behagt, der hat noch rund

1.000 andere Besucher, Arno von Dannen

Marc Majewski und Vanity Trash zur

Auswahl, um die LED-geflashten Synapsen

mit zwischenmenschlicher Interaktion

abzulenken. Alex vom Camp-Team: „Die

Party steht außerhalb aller Normen und

auch außerhalb jeder Zeit. Eine Welt für

sich. Das CAMP ist der geeignete Ort,

deine geheimen Sehnsüchte auszuleben.

Träume werden wahr und manifestieren

sich in Fleisch & Blut! Hier bist zu Zuhause

und Willkommen! *ck

5.10., CAMP77_Gluecksmodul:

„Beefy Kiez Fleshback”, TWENTYFIVE

(Ex-Neidklub), Reeperbahn 25, Hamburg,

S Reeperbahn, 23:30 Uhr

FOTO: M. RÄDEL

Betty und Kaey

FUNDBUREAU

Hugs and Kisses

Die Warm-up-Party zu den „Lesbisch Schwulen Filmtagen

Hamburg“ wird am 12. Oktober die Szene mit so illustren

Künstlern und angekündigten Gästen wie Didine, Miss

van Biss, Martha Hari, Kaey, Betty BücKse sowie Eva Gallo

und Monsieur Schneider erfreuen. Es ist aber auch ein

Abschied! „Hugs and Kisses sagt Tschüss und DANKE für

die tollen Partys im Fundbureau! Wir hauen das letzte Mal

auf die Tonne!“, verrät das Team online. Los geht es um 22

Uhr, die erste Stunde ist der Eintritt frei. *rä

12.10., Hugs and Kisses, Fundbureau,

Stresemannstr. 114, 22 Uhr


NACHTASYL

Süße Träume

zum 30.

NACHGEFRAGT

NACHTLEBEN 21

Als die „Lesbisch Schwule Filmtage

Hamburg“ (LSF) das Projektorlicht

der Zelluloidsäle erblickte, war „Sweet

Dreams“ von den Eurythmics schon im

Grundschulalter. Annie Lennox eckte

damals an und faszinierte. Eine Frau

mit roten Stoppelhaaren, und einem

so männlichen Habitus – Genderbender

ist keine Erfindung der Neuzeit.

Damals sagte man noch androgyn

zu dem, was heute vielleicht schon

genderqueer wäre oder gar fluid? Der

Motto-Titel zur DARE!-LSF-Soliparty

ist jedenfalls ein Treffer. Am 19. Oktober

versüßt euch Sven Enzelmann

die Nacht im gleichnamigen Asyl über

dem Thalia Theater. Ein Euro vom

Eintritt wandert direkt zu Querbild e.V.,

dem Veranstalter der LSF Hamburg.

Durchatmen ist dann nur kurz

angesagt, weil im November mit dem

2. und dem 30. (in Kooperation mit

der Aids-Hilfe Hamburg) gleich zwei

weitere DARE!-Termine feststehen. *ck

19.10., DARE! @ Nachtasyl,

Thalia Theater, Alstertor,

S + U Jungfernstieg, 22:30 Uhr

GEENA + AMANDA:

„Ja, wir wollen nach Hamburg!“

Ein Paukenschlag in der Travestieszene

der Hauptstadt.

Gleich zwei Diven wollen

Berlin verlassen und ins – aus

Berliner Sicht – beschauliche Hamburg

ziehen. Wir chatteten mit Amanda Cox.

Warum ziehst du denn nach

Hamburg?

Geena und ich sind Rampensäue und

lieben es, die Massen zu unterhalten.

Und da in Berlin leider gefühlt langsam

jede Bühne für kleine Künstler stirbt,

dachten wir uns, warum nicht in die

Stadt ziehen, die für ihre Kultur und ihre

Bühnen lebt! Nicht umsonst sind hier die

größten Musicals vertreten und mehrere

stets gut besuchte Varietés und Bühnen.

Freust du dich auf eine WG mit

Geena?

Wir hatten ja schon fast ein halbes Jahr

lang uns das Zimmer geteilt in meiner

damaligen Wohnungsnot, so fremd ist

uns das Zusammenleben nicht. Und da

wir eh gefühlt sieben Tage die Woche

aufeinanderhocken und uns ständig

sehen, ist ein Zusammenleben fast

unausweichlich.

Weiß Olivia Jones schon, dass ihr

kommt?

Barbie Stupid, Lee Jackson, Devina

Devil und die großartige Eve Champagne

wissen es schon und freuen sich

sehr auf uns, und ich glaub schon, dass

die gute Olivia Wind davon bekommen

hat!

*Interview: Michael Rädel

www.facebook.com/DragQueensBerlin

FOTO: M. RÄDEL


22

NACHTLEBEN

ALLE TERMINE UND ÜBER 20.000

WEITERE LOCATIONS WELTWEIT.

KOSTENLOS IN DER SPARTACUS APP!

Wöchentlich

SONNTAG

16:00 Generation Bar,

Cocktail Happy

Hour, 17 bis 21 Uhr,

Lange Reihe 81

20:00 Toms Saloon, After

Weekend Club, Pulverteich

17

22:00 Wunderbar, Blow

Me Up, Eine Nacht

mit René, Talstraße

14

23:00 SLUTCLUB,

Fuck the Rest, Kein

dresscode, Rostocker

Straße 20

MONTAG

19:00 Eldorado Bar,

Queere Biere - it‘s

Mongäy, Wohlwillstraße

50

20:00 Extratour, Georgs

Stammtisch,

Offener Stammtisch

für schwule

Männer, Zimmerpforte

1

20:00 SLUTCLUB,

Cheap & Sexy Wednesday,

2-4-1 bis 23

Uhr, danach regulärer

Barbetrieb,

Rostocker Straße 20

DONNERSTAG

20:00 SLUTCLUB,

Sleazy & Easy Party,

Dresscode: Nackt,

ab 23 Uhr ohne

Dresscode, Rostocker

Straße 20

20:00 Generation Bar,

Blond am Donnerstag,

Stammtisch,

Lange Reihe 81

1. 3. 4. 5. Do 20:00

Contact Bar, Open

House! Barabend,

Men only., Danziger

Str. 51

20:00 Toms Saloon,

Longdrink Night,

Pulverteich 17

22:00 Wunderbar, Ein

Kessel Buntes, Talstraße

14

FREITAG

SA 5.10.

19:00 Contact Bar,

„O‘zapft is“. Das

MR.CHAPS Oktoberfest,

Ab 22 Uhr

offen für alle, Danziger

Str. 51

23:00 Große Freiheit

36, Kaiserkeller:

SHAKESQUEER

– CSD Special, lesbischwul.

queer. we

are here. DJ‘s Sony

Straight - DJ & DJ

trust.the.girl, Große

Freiheit 36

23:00 TWENTYFIVE

(ex-Neidklub), 36,

Camp77, Reeperbahn

25

23:00 Unterm Strich,

Libertine x LSF

Party, mit SUZé, /

hei/, BRUNA, Reeperbahn

136

SA 19.10.

23:55 Prinzenbar, Pop

The Floor, Pop, RnB

und Club Sounds

mit DJ Berry E,

Kastanienallee 20

23:00 Große Freiheit

36, 90’s Reloaded,

(mixed), Große Freiheit

36

23:59 Fundbureau,

Streunerkatze lädt

zum Tanz, (Mixed),

Stresemannstraße

114

23:30 Hafenklang, Destination:

Kingston,

Reggae, Dancehall,

HipHop, Ska, Dub,

Große Elbstr. 84

FR 1.11.

23:59 Uebel&Gefährlich,

DaddysBoy #2, Your

Queer House Friday,

Feldstr. 66

SA 2.11.

22:30 Thalia Theater,

DARE! – the 80s

club for gays +

friends at Nachtasyl,

Alstertor 1

22:00 Wunderbar,

Montags- schwule

Gossipbörse, Talstraße

14

DIENSTAG

09:00 Erotixx, Bi-Day,

Hamburger Berg 36

16:00 Generation Bar,

Cocktail Happy

Hour, 17 bis 21 Uhr,

Lange Reihe 81

20:00 Contact Bar,

Penny-Pincher, Men

only. Der Abend für

alle Pfennigfuchser.

Bis 22 Uhr, Danziger

Str. 51

20:00 Toms Saloon,

Tom want YOU!,

Pulverteich 17

22:00 Wunderbar,

Zauberhaft. Selten.

Schön., Talstraße 14

MITTWOCH

16:00 Generation Bar,

Cocktail Happy

Hour, 17 bis 21 Uhr,

Lange Reihe 81

20:00 Contact Bar, Die

Schnapsidee: Shot!,

Men only, Danziger

Str. 51

20:00 Toms Saloon,

Bergfest, Pulverteich

17

1. 3. 4. 5. Mi 20:00

SLUTCLUB, Cheap

& Sexy Wednesday,

2-4-1 bis 23 Uhr,

danach regulärer

Barbetrieb, Rostocker

Straße 20

20:00 Contact Bar,

NACKT! Naked-

Sexparty, Men

only. Ab 23:55 Uhr

Bar-Night., Danziger

Str. 51

20:00 Toms Saloon,

Crazy Friday, Pulverteich

17

21:00 Generation Bar,

Sounds on the floor,

mit den G-Bar-DJs,

Lange Reihe 81

22:00 SLUTCLUB,

Shooters Friday,

Kein Dresscode,

Rostocker Straße 20

3. Fr 19:00 LiZ, FLITtchenkneipe,

für

Frauen, Lesben,

Trans und Inter

(FLTI), Karolinenstr.

21(HH)

SAMSTAG

20:00 Toms Saloon,

Club Gallery mit

Live DJ, Pulverteich

17

21:00 Generation Bar,

City Night Beats,

mit den G-Bar-DJs,

Lange Reihe 81

1. 3. 4. 5. Sa 22:00

SLUTCLUB, Slut-

Club Non Stop, bis 5

Uhr, strikter Dresscode,

Rostocker

Straße 20

05:00 SLUTCLUB,

Insomnia Frühclub,

kein Dresscode,

Rostocker Straße 20

2. Sa 22:00 SLUTCLUB,

SlutClub Non Stop

mit BLUF-Stammtisch,

Strict dresscode,

Rostocker

Straße 20

SO 6.10.

16:00 Hofbräu Wirtshaus

Speersort, 8.

Hamburger Gaywiesn,

Einlass bis

17 Uhr. Mit Valery

Pearl & DJ Sunshine,

Speersort 1

16:00 Kuhstall, L-Wiesn

#3, Oktoberfest

für Frauen mit den

alpha girls, Reeperbahn

19-21

DO 10.10.

20:00 Contact Bar,

AHNUNGSLOS!

Das Quiz mit Rudi &

Nils, (mixed) Motto:

Guten Tag, mein

Name ist Lohse, ich

kaufe hier ein, Danziger

Str. 51

SA 12.10.

22:00 Fundbureau, Hugs

and Kisses Party

Queer Party, DJs:

Monsieur Schneider,

Julie Wood,

Miss van Biss, Dj.

Bones u.a. Special

: Queerer Klamottentausch,

Stresemannstraße

114

MI 16.10.

16:00 Spielbudenplatz,

St. Pauli Nachtmarkt,

bis 22 Uhr,

Spielbudenplatz

FR 18.10.

22:00 Kampnagel, Afro

Pride mit DJ Waxs,

(MIxed) KMH, Jarrestraße

20

22:30 Thalia Theater,

DARE! „Sweet

Dreams“, the 80s

club for gays +

friends at Nachtasyl,

Alstertor 1

FR 25.10.

22:00 Große Freiheit 36,

Kaiserkeller: Dark

Mass, (mixed) Dark

Electro Music mit

DJ Claus, Große

Freiheit 36

SA 26.10.

23:00 Große Freiheit

36, Return To The

80‘s, (mixed), Große

Freiheit 36

MI 30.10.

16:00 Spielbudenplatz,

Winterdeck, M - Sa

von 16 - mindestens

22 Uhr, Spielbudenplatz

22:00 Große Freiheit

36, Zombieland 36

– Halloween Party,

(mixed), Große Freiheit

36

SA 16.11.

23:55 Docks, GAY -

Timetravel (The

Next Chapter), Pop,

RnB & Electronic

Music mit DJ Berry

E. u.a., Spielbudenplatz

19

MO 25.11.

12:00 WinterPride –

Weihnachten unter

dem Regenbogen,

bis 22 Uhr geöffnet,

Kirchenallee/Ecke

Lange Reihe 2

SA 30.11.

22:30 Thalia Theater,

DARE! – the 80s

club for gays +

friends at Nachtasyl,

Alstertor 1


24 NORDDEUTSCHLAND

HANNOVER

Perlen –

Queer Film Festival

In 30 Vorstellungen präsentiert das

Team die schönsten, mitreißendsten,

unterhaltsamsten und informativsten

queeren Spielfilme, Dokumentarfilme und

Kurzfilme der letzten Zeit, davon eine

Rekordzahl von 6 Kurzfilmprogrammen.

Es gibt nicht nur ein Wiedersehen mit den

TRANS*KIDS, sondern unter dem Motto

YOUNG DESIRES auch drei mittellange

Filme, die sich thematisch um die

Sehnsüchte junger Menschen außerhalb

der gesellschaftlichen Norm drehen. Ein

inhaltlicher Schwerpunkt des Festivals

gehört dem historischen Rückblick und

lautet: 50 Jahre Stonewall.

Das häufig unterrepräsentierte Thema

Intersexualität ist in diesem Jahr mit

gleich drei Filmen vertreten ist.

19. – 26.10., Perlen –

Queer Film Festival Hannover,

www.facebook.com/perlenfilmfestival

Robert Martin Dadanski stets

im Gespräch mit der Presse

NACHGEFRAGT

Quo vadis

CSD Bremen?

Was für ein toller, bunter Tag im

kleinsten Bundesland! Der 3. CSD

Bremen der Neuzeit wurde Ende

August an der Wesermetropole

erfolgreich durchgeführt. Der

Demonstrationszug stand dieses

Jahr unter dem Motto „40 Jahre

CSD Deutschland“. Und wie heißt es

immer so schön: „Dreimal ist Bremer

Recht“. Und das wurde wortwörtlich

zum umgesetzt:

■■

Die Regenbogenfahne wurde zum

ersten Mal am Bremer Rathaus

gehisst

■■

Der neue Bürgermeister von Bremen

Andreas Bovenschulte demonstrierte

bis zum Schluss mit

■■

Der Demonstrationszug führte dieses

Jahr sogar über den Bahnhofsvorplatz.

Toll!

Leider herrschte in diesem Jahr

in einigen Teilen der Community

dennoch Unzufriedenheit. hinnerk

fragte bei Vorstandsmitglied und

Pressesprecher Robert Martin

Dadanski nach, der bereitwillig und

transparent antwortete. Das Interview

findet ihr unter www.hinnerk.de und

www.csd-bremen.de! *mr

FOTOS: M. RÄTZ

Bürgermeister Andreas Bovenschulte

demonstrierte bis zum Schluss mit

BREMEN

26 Jahre queerfilm

festival

Filmkunst im CITY 46 – das Team war

seit dem 25. Jubiläum im vergangenen

Jahr nicht untätig: es hat sich auf

die unermüdliche Suche nach neuen

Filmen gemacht, ist als Team mit neuen

engagierten Menschen näher zusammengerückt

und hat über 250 Kurz- und

Langfilme gesichtet. Das Ergebnis: ein

buntes Programm mit Spielfilmen und

Dokumentationen, die in Bremen – und

teilweise auch in Deutschland und

sogar in Europa – als Erstaufführung

zu sehen sind und vielfältige LGBTIQ*-

Lebensentwürfe und -bedingungen aus

heutiger Sicht beleuchten.

8. – 13.10., queerfilm festival Bremen,

www.queerfilm.de

HANNOVER

Die zweite Glitterbox mit

Horse Meat Disco!

Nach dem großen Erfolg der 1. Glitterbox

in Hannover mit 3.000 Gästen aus ganz

Deutschland geht es im Oktober nochmal

eine Schippe aufgeglittert weiter (beeilt

euch mit dem Kartenkauf, zwei Kategorien

sind bereits futsch). Das Konzept

aus 1970ern und Moderne mit Drags

und Discokugeln bleibt, neu sind neben

Weltstar und Lokalheld Mousse T. diesmal

Barbara Tucker, Horse Meat Disco und

Phil Fuldner gebucht. Selbst aus Hamburg

und Berlin gucken unsere Redaktionen ein

bisschen neidvoll auf die Leinestadt. Viele

Spaß! *ck

26.10., Glitterbox „Let‘s Dance“, Kuppelsaal

im Hannover Congress Centrum,

Kuppelsaal, Theodor-Heuss-Platz 1 – 3, 22

Uhr, www.visit-hannover.com/glitterbox


GESELLSCHAFT

Queeres Jugendzentrum

Hannover

Hannover hat seit Ende August ein Queeres Jugendzentrum

in Trägerschaft des Andersraum e.V. Das

Jugendzentrum ist niedersachsenweit das erste seiner Art.

DIE FRAKTION hatte das Projekt erst im letzten Jahr durch

Anträge im Rat der Stadt weiter vorangetrieben. Alle Infos

zum Zentrum findet ihr auf www.andersraum.de, hier kurz

der Beweis, warum es mehr als nötig ist, Schutzräume für

Minderheiten bereitzustellen (Orthographie und Grammatik

sind aus den öffentlichen Facebook-Kommentaren

übernommen) – besonders die zweite Frage erscheint in

höflichem Gewand, offenbart aber deutliche Vorbehalte:

MICHAEL

§

LEIPOLD

RECHTSANWALT und

FACHANWALT für Familienrecht

• Familien- und Partnerschaftsrecht

• Strafrecht

• Ausländer- und Asylrecht

Steindamm 62 • 20099 Hamburg

Tel.: (040) 357 147 34

Fax: (040) 357 147 37

www.kanzlei-leipold.de

NORDDEUTSCHLAND 25

„Haben wir nicht schon genug Jugendzentren in der

Stadt? Muss es jetzt noch eines geben wo andere

Geschlechtsidentität bevorzugt werden? Kann ich

eigentlich auch als Männliche hete rein, oder muss ich

mich erst zum Pfirsich-Minz Geschlecht bekennen?“

„Hallo ich bin neugierig, was macht das Jugendzentrum

zu einem queeren Jugendzentrum? Gab es

Probleme in anderen Jugendzentrum, sodass eine

Separation nötig wurde? Oder ging es darum einen Ort

zum kennenlernen zu schaffen?“

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Ihre Apotheke im

Öffnungszeiten:

Mo - Fr 8:30 bis 19:00 Uhr

Sa 8:30 bis 15:00 Uhr

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Inh.: Uta Capellen-Antz e.Kfr.

Tel.: (040) 24 56 64

Fax: (040) 24 44 26

Der Andersraum antwortete freundlich und bestimmt:

„Hey, das Jugendzentrum wird zum einen durch die Leute,

die es besuchen, aber auch durch spezifische Angebote

zu einem queeren Ort. Es soll vor allem ein Schutzraum

für junge Menschen sein, die sich in der heteronormativen

Gesellschaft nicht oder nur zum Teil wohlfühlen. Und

natürlich bietet der Raum auch die Gelegenheit, andere

queere Menschen im selben Alter kennenzulernen und

Freundschaften zu schließen. Hierdurch wird das Angebot

für junge Menschen in Hannover lediglich erweitert und

nicht separiert. Interessierte cis-hetero* Jugendliche sind

jederzeit herzlich willkommen.“

Es bleibt viel zu tun, solange solche Fragen diskutiert

werden müssen. *ck

SCHWUL-LESBISCH-TRANS*

FILMFESTIVAL• IN• BREMEN

08.-13. OKTOBER 2019

WWW.QUEERFILM.DE


26

NORD

ALLE TERMINE UND ÜBER 20.000

WEITERE LOCATIONS WELTWEIT.

KOSTENLOS IN DER SPARTACUS APP!

Wöchentlich

MI 2.10.

SA 12.10.

DI 22.10.

SONNTAG

1. So 15:00 Bronx,

Kaffeeklatsch mit

Heinz, Bohnenstraße

1B, Bremen

16:00 PERSEUS Club

Sauna, Ermäßigter

Eintritt, Waller

Heerstr. 126, Bremen

18:00 Joe‘s Hannover,

S.O.S. – Sex on

Sunday, 1 Freigetränk,

Odeonstr. 5,

Hannover

MONTAG

10:00 Hannöversche

Aids-Hilfe e.V.,

Infoline 0511.19411,

bis 12 Uhr, Lange

Laube 14, Hannover

15:00 K13 Sauna, Feierabendverkehr,

Klävemannstr 13,

Oldenburg

DIENSTAG

14:00 Vulkan-Sauna,

Gayromeo Day, Mitglieder

zahlen 10

Eur Eintritt. Bis 23

Uhr, Otto-Brenner-

Str. 15, Hannover

MITTWOCH

11:00 RAT & TAT, Lesben-

und Aidsberatung,

(04 21) 70

41 70; Bis 13 Uhr,

Theodor-Körner-

Str. 1, Bremen

DONNERSTAG

15:00 HuK, Offene Tür -

Homosexuelle und

Kirche Hannover,

bis 18 Uhr, Schuhstr.

4, Hannover

FREITAG

18:30 Familienzentrum

Aurich, Ulrichs*

Café & Kultur für

Gays & Friends, bis

23 Uhr, Jahnstr. 2,

Aurich

22:00 Bar Romantis,

Friday Quiz Time,

Lavesstr. 64, Hannover

4. Fr 23:00 Traum

GmbH-Kino, Gays

and Friends, [kleine

Halle] Schwule,

lesbische und bisexuelle

Dancenight,

Grasweg 19, Kiel

SAMSTAG

21:00 Burgklause,

Schlagerparty, die

Hits der 70er, 80er,

90er, Burgstr. 11,

Hannover

23:00 Modernes, Bremen

Schwuppt,

Neustadtswall 28,

Bremen

DO 3.10.

17:00 Festhalle Marris,

GAYTOBERFEST-

Party, Schützenplatz,

Hannover

DI 8.10.

19:00 City46, queerfilm

festival: Der

lange Kurzfilm-

Eröffnungsabend,

Birkenstraße 1,

Bremen

DO 10.10.

18:00 City46, queerfilm

festiva, Birkenstraße

1, Bremen

FR 11.10.

18:00 City46, queerfilm

festival: Doku Doppel,

Birkenstraße 1,

Bremen

23:00 Funpark, VOLU-

ME XXL - 9 Jahre

Volume, Expo

Plaza 9, Hannover

SO 13.10.

16:00 City46, queerfilm

festival, Birkenstraße

1, Bremen

FR 18.10.

20:30 Pumpe, Queerfilmnacht:

Bonnie

& Bonnie, Haßstr.

22, Kiel

22:00 Schwule Sau,

Wunderperlen -

Eröffnungsparty

Perlen-Filmfestival,

Schaufelder Str.

30a, Hannover

SA 19.10.

16:30 Kino im Künstlerhaus,

Eröffnung

des 23. Queer Film

Festivals PERLEN,

mit Sektempfang

und Live-Musik,

Sophienstr. 2, Hannover

22:00 Alhambra, MännerFabrik

– Okto-

BärFest, men only.,

Hermannstraße 83,

Oldenburg

SO 20.10.

14:00 Kino im Künstlerhaus,

Perlen, Programm

auf hinnerk.

de Sophienstr. 2,

Hannover

MO 21.10.

18:00 Kino im Künstlerhaus,

Perlen, Programm

auf hinnerk.

de Sophienstr. 2,

Hannover

20:15 Apollo Kino,

Queerfilmnacht.

Limmerstr. 50,

Hannover

18:00 Kino im Künstlerhaus,

Perlen, Programm

auf hinnerk.

de Sophienstr. 2,

Hannover

MI 23.10.

18:00 Kino im Künstlerhaus,

Perlen, Programm

auf hinnerk.

de Sophienstr. 2,

Hannover

DO 24.10.

18:00 Kino im Künstlerhaus,

Perlen, Programm

auf hinnerk.

de Sophienstr. 2,

Hannover

FR 25.10.

14:00 Kino im Künstlerhaus,

Perlen, Programm

auf hinnerk.

de Sophienstr. 2,

Hannover

SA 26.10.

14:00 Kino im Künstlerhaus,

Perlen, Programm

auf hinnerk.

de Sophienstr. 2,

Hannover

22:00 Kuppelsaal,

Glitterbox, mit

Horse Meat Disco,

Barbara Tucker,

Mousse T., Phil

Fuldner, Theodor-

Heuss-Platz 1-3,

Hannover

MI 30.10.

23:00 Puerto Rico Club,

feel good – Hannover

Gay-Night, DJs:

Carrie Gold, Ricardo

Castillo, Giorgio,

Leonhardtstr. 11,

Hannover

FR 1.11.

20:00 Masa - Afghanisches

Restaurant,

Stammtisch

der Leinebären,

Georgstr. 50b,

Hannover

SA 2.11.

22:00 Alhambra, Halloween

Party, der

lesbischwulen

Mottoparty, Hermannstraße

83,

Oldenburg

SA 9.11.

23:00 Schlachthof

Magazinkeller,

Strohfeuer Elektroparty,

Findorffstraße

51, Bremen

FR 15.11.

21:00 Zone 283,

Fetish Weekend,

Kornstraße 283,

Bremen

SA 16.11.

22:00 Alhambra,

MÄNNERfabrik,

men only., Hermannstraße

83,

Oldenburg

MO 18.11.

20:15 Apollo Kino,

WoMonGay: Carmen

& Lola, OmU,

Limmerstr. 50,

Hannover

SA 23.11.

21:00 Schwule Sau,

SchlagerSau, Die

beste Schlager-

Party, Schaufelder

Str. 30a, Hannover

DO 28.11.

20:00 Metropol Theater

Bremen, One Night

Of Tina - A Tribute

to the Music of

Tina Turner, Richtweg

7, Bremen

FR 29.11.

22:00 Walk of Fame,

p.i.n.k. Party, Friedrichstr.

9, Münster

SA 30.11.

22:00 Zone 283, Rubber

& Neopren, Dresscode,

Kornstraße

283, Bremen

23:00 Alhambra, Rosa

Disco, Dance,

Charts, House und

Klassiker, Hermannstraße

83,

Oldenburg


27


28 STYLE

LOOP LIGHT

Das Besondere an der LOOP-Lampe von

Himmee? Nö, nicht die Form, sondern die

Ausmaße. Mit einer Breite und Höhe von

jeweils 1,80 Metern ist die Leuchte ein echter

Gigant und trägt deshalb auch selbigen

Beinamen. Produktion nur auf Nachfrage.

www.himmee.com

AUSSERGEWOHNLICH

So hast du noch nie gewohnt.

SOME STRINGS ATTACHED

Diese clevere Sideboard-Lösung des chilenischen Jungdesigners

Emmanuel Gonzalezist inspiriert von den Seilen eines Boxrings.

Die ungewöhnliche Alternative zu Glas- oder Holztüren erlaubt

dem Besitzer einen schnellen Zugriff auf den Inhalt des Möbels,

elektronische Geräte im Inneren können problemlos per Fernbedienung

gesteuert werden, auch wenn das Cuerda-Sideboard

„geschlossen“ ist.

www.emmanuelgonzalez.cl

SCHÖNE AUSSICHTEN

Zugegeben, der Sitzende hat nicht viel von dem einzigartigen Anblick

der Him & Her Chairs, aber jeder Gast wird zunächst stutzen, wenn er die

freizügigen Essstühle sieht. Das Design ist abgeleitet vom Panton-Stuhl

des dänischen Designers Verner Panton. Nur die Pobacken, die es sowohl

in männlicher als auch in weiblicher Ausführung gibt, haben die Italiener

von Casamania noch hinzugefügt. Wir haben nichts dagegen.

www.horm.it

FOLD IT!

Wie viel Gewicht kann ein einzelnes Stück

Stoff tragen? Eine Person mindestens! Ausprobiert

hat’s das Studio Dror aus New York.

Das Testobjekt: ein Sessel aus gefaltetem Filz.

Die Struktur gibt der Lehne ausreichend Halt,

sodass kein Kleber oder Nähte notwendig

sind, um das Möbel in Form zu halten. So viel

Konstruktionsgenie gefiel auch Superstar

Rihanna, die sich in ihrem „S&M“-Video auf

dem Peacock Chair räkelte.

www.studiodror.com


JUBILÄUM

40 Jahre CABINET,

40 neue Oberflächen

zum Jubiläum

STYLE 29

1979 wurde die CABINET Schranksysteme

AG aus der Taufe gehoben.

Anlässlich des runden Geburtstages lanciert

das Unternehmen nun 40 einzigartige Dekore

für deine maßgefertigten Einbauschränke,

die ausschließlich im Jubiläumsjahr erworben

werden können.

„40 Jahre Unternehmenserfahrung sorgen

dafür, dass ein CABINET mehr ist als nur ein

Schrank“, sagt Vorstandsvorsitzender Jens

Leyrer. „Seit der Gründung haben weit über

110.000 maßgefertigte Einbauschränke

die Produktionsstätte verlassen. Jeder ein

Einzelstück – hergestellt ganz nach den individuellen

Wünschen der CABINET-Kundinnen

und -Kunden.“

Bei den 40 exklusiven neuen Oberflächen hat

sich das CABINET-Designteam von aktuellen

Einrichtungstrends inspirieren lassen. Neben

eindrucksvollen intensiven Trendfarben wie

„Sienarot“, „Himmelblau“, „Agave“, und „Royalblau“,

stehen ebenfalls natürlich anmutende

Dekore wie „Lindberg Eiche“, „Sand Pine“,

„Berg Esche“ sowie „Okapi Walnut“ im Fokus.

Die natürlich anmutenden Holzoptiken stellen

einen außerordentlichen Wohlfühlfaktor

und ein gesundes Raumgefühl dar.

Mit diesen und den weiteren Jubiläumsdekoren

verweist CABINET einmal mehr

auf das ganze Spektrum seiner exklusiven

Möglichkeiten.

Schrankideen nach Maß GmbH,

Willy-Brandt-Straße 55, Hamburg,

www.cabinet-hamburg.de


30 GESUNDHEIT

BEAUTY

Mikrowellen stoppen Schwitzen

Die heißen Sommertage sind zwar

vorbei. Wenn die körpereigene

„Klimaanlage“ aber ständig auf

Hochtouren läuft, ist Schwitzen ein

Ganzjahr-Problem. Der medizinische

Ausdruck dafür heißt Hyperhidose.

Und die ist anlagebedingt.

Aber auch immer mehr Patienten

mit „normaler“ Schweißsekretion in

den Achselhöhlen fühlen sich davon

beeinträchtigt und wünschen eine

Behandlung.

Ärzte konnten die überaktiven

Schweißdrüsen bisher nur vorübergehend

mit Botox stilllegen oder sie

chirurgisch entfernen. Nun gibt es

eine weitere Methode, die nicht nur

effektiv, sondern auch schonend

ist: MiraDry, ein Gerät, das mit

Mikrowellen-Energie arbeitet. „Ohne

Spritze oder Skalpell kommen die

Betroffenen nie wieder ins Schwitzen“,

erklärt der Hamburger Hautarzt

Dr. Welf Prager. „MiraDry verödet

die Schweißdrüsen dauerhaft.“

Während der etwa einstündigen

Behandlung führt der Mediziner die

„Mikrowellen-Pistole“ mit der glatten

Keramikoberfläche Punkt für Punkt

über die Achsel. Die Haut wird sanft

angesaugt, das Gewebe mit den

Schweißdrüsen darunter auf etwa 60

Grad erwärmt, die Drüsen funktionsuntüchtig

gemacht. Das eingebaute

Kühlsystem verhindert, dass die Haut

verletzt wird. „MiraDry hat Sofort-

Effekt“, so Dr. Prager. „Über Schweißflecken

braucht man sich nach der

Behandlung nie wieder Gedanken zu

machen.“ Netter Nebeneffekt: Die

Haut wird samtweich und glatt. Die

Mikrowellen-Energie befreit die Achseln

nämlich auch von Haaren. Dabei

werden sogar die extrem hellen oder

feinen Härchen erwischt, die selbst

beim Lasern nicht erfasst werden.

Prager & Partner, Hemmingstedter Weg 168, Hamburg,

www.derma-hamburg.de, www.facebook.com/Pragerundpartner/,

www.instagram.com/welf.prager/

NACHGEFRAGT

Sport und HIV

Thora Bleckwedel von PhysioCity gibt

Tipps, worauf HIV-Positive beim Training

achten sollten.

Wie sieht das optimale Bewegungsprogramm

für HIV-Positive aus?

Das ideale Training vermehrt körpereigene

Mitochondrien. Diese Strukturen der

Zellatmung machen uns leistungsfähig, sie

werden durch einige ART-Medikamente

aber geschädigt. Wer viele Mitochondrien

hat, verringert das Risiko von Fettstoffwechselstörungen,

Herzschädigungen

und Diabetes. Also von Krankheiten, die

heute das Leben bei einer HIV-Infektion

verkürzen.

Durch was für ein Training werden

Mitochondrien vermehrt?

Durch möglichst häufiges Bewegen im

Bereich der Grundlagenausdauer. Das ist

ein eher langsames Tempo, wobei der Körper

einen hohen Anteil an Fett verbrennt.

Dabei steigt die Regenerationsfähigkeit.

Dazu ein bis zwei Mal Krafttraining pro

Woche.

Also Fatburning?

Nein. Unter „Fatburning“

verstehen viele

möglichst viel Energie

in kurzer Zeit zu verbrennen,

wie beim HIIT-

Training (Hochintensives

Intervalltraining). Das wäre

langfristig Raubbau weil die

Regenerationsfähigkeit nachts

abnimmt. Danach kann die Immunabwehr

einige Stunden sogar sinken.

Ich meine ein aerobes Ausdauertraining in

einem Pulsbereich, in dem Mitochondrien

entstehen. Den Bereich können wir mit

einer individuellen Leistungsdiagnostik

feststellen.

Wie kann so ein Training gesteuert

werden?

Mit Pulsuhren. Wir vermitteln das Wissen

dazu entweder individuell oder im

Rahmen von Präventionskursen. Bei letzteren

zahlen sogar die Krankenkassen

und es macht Spaß, in der Gruppe zu

trainieren.

Wie kommen Sie auf das Thema

Sport und HIV?

André Widulle hat früher im AK St.-Georg

schon im Bereich der Infektiologie gearbeitet.

Für mich ist es wichtig weiterzugeben,

dass Mitochondrien das Leben verlängern

können. Sie sind die ideale Pille: Ungiftig

und körpereigen.

PhysioCity, Koppel 85 – 87, Hamburg,

Bushaltestelle „AK St. Georg“,

01751281405, www.physiocity-hamburg.de


GESUNDHEIT

IN HAMBURG

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oppelGänger

Freitags erhältst Du für jedes gekaufte Ticket einen Gutschein, mit dem Du

innerhalb von vier Wochen unsere Sauna am Freitag erneut besuchen kannst.

ÄRZTE

■ Christian Aust,

Urologie,

Eppendorfer Landstr. 44,

& 4603463,

www.uro-eppendorf.de

■ Andreas Britz,

Dr. med.Praxisklinik am Rothenbaum,

Privatpraxis, Haut- und Geschlechtskrankheiten,

Lasertherapie,

Kosm.-ästhet. Behandlungen,

Allergologie,

Heimhuder Str. 38, & 44809812,

www.dr-britz.de

■ Elbpneumologie

Dres. med. Aries & Partner,

Lungenheilkunde, Allergologie,

Struenseehaus, Mörkenstr. 47,

& 3903534,

altona@elbpneumologie.de

■ Dammtorpraxis, Dr. Linnig,

Allgemeinmedizin, Reise-Medizin,

HIV, Hepatitis, STD,

Damnmtorstr. 27, & 35715638,

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■ ICH Grindel,

Dr. med. Thomas Buhk,

Dr. med. Stefan Fenske,

Prof. Dr. med. Hans-Jürgen

Stellbrink,

All gemeine und Innere Medizin,

HIV, Hepatitis, STD,

Grindelallee 35, & 4132 420,

www.ich-hamburg.de

■ ICH Stadtmitte,

Dr. med. Axel Adam,

Stefan Hansen,

PD Dr. med. Christian Hofmann,

Dr. med. Michael Sabranski,

Dr. med. Carl Knud Schewe,

Allgemeine und Innere Medizin,

HIV, Hepatitis, STD,

Glockengießerwall 1,

& 28004200,

www.ich-hamburg.de

■ Medizinisches Versorgungszentrum

Hamburg,

Prof. Andreas Plettenberg,

Dr. Albrecht Stoehr,

Prof. Jörg Petersen,

Dr. Peter Buggisch,

HIV, Hepatitis, STD, Infek tiologie,

Lohmühlenstr. 5, Am AK St. Georg

Haus L, & 28407600,

www.ifi-medizin.de

■ Oliver Neubauer,

Facharzt für Urologie,

Herthastr. 12, & 64224500,

www.urologe-hamburg.com

■ Schwerpunktpraxis

Nerven-Psyche,

Dr. med. Hans Ramm,

Dr. med. Andrea Oster,

Neurologie, Psychiatrie,

Psychotherapie,

Kreuzweg 7, & 245464,

www.nervenarzt-hh.de

■ Dr. med. Martin Eichenlaub,

Facharzt für Neurologie,

Nervenheilkunde, Psychiatrie u.

Psychotherapie,

Elbgaustr. 112., & 841084,

www.nervenarzt-eichenlaub.de

■ Dr. med. Ulrich Reuters,

Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie,

Plastische Operationen,

Rothenbaumchaussee 5, & 4800848

■ Ralf Siemen,

Praktischer Arzt,

Königstr. 1, & 314144

■ Josef Stuch,Dr.

All gemeinmedizin,

Ida-Ehre-Platz 12, & 37510060

■ Ambulanzzentrum des UKE,

Bereich Infektiologie:

Dr. med. Olaf Degen,

Dr. med. Sabine Jordan,

Dr. med. Sandra Hertling,

Dr. med. Stefan Schmiedel,

Dr. med. Anja Hüfner,

Fachärzte für Innere Medizin

/Allgemeinmedizin/Tropenmedizin,

HIV, STD,Infektion- & Tropenkrankheiten,

Hepatitis

Universitätsklinikum Eppendorf,

Martinistr. 52, &741052831,

infektionen@uke.de

■ Dr. med. Welf Prager & Partner,

Dermatologie,

ästhetische Dermatologie,

operative Dermatologie,

Allergologie, Phlebologie,

Lasermedizin,

Hemmingstedter Weg 168,

& 040 81 991 991

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ZAHNÄRZTE

■ Dr. Dirk Ergenzinger & Martin Schuh,

Eidelstedter Platz 6a, & 5709385,

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COACHING

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■ Kathrin Eßmann,

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Max-Brauer-Allee 54, & 43099379,

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■ Ruthemann Coaching,

Heilpraktiker f. Psychotherapie,

Professor-Brix-Weg 4, & 31171492

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■ easylife Therapiezentrum,

einfach abnehmen Winterhuder,

Marktplatz 6-7, & 309875130,

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APOTHEKEN

■ Alexander Apotheke St. Georg,

Steindamm 81, & 28009922,

www.alexapo.de

■ Alexander Apotheke City-Süd,

Beim Strohhause 2, & 97078827,

www.alexapo.de

■ Apotheke am H auptbahnhof,

Steindamm 2, Ecke Adenauerallee,

& 241241

■ Apotheke Zum Ritter St. Georg,

Lange Reihe 39, & 245044

■ Epes Apotheke,

Lange Reihe 58, & 245664

PSYCHOTHERAPIE

■ Markus Bundschuh,

Gestalttherapeut-Psychotherapie

(HPG), Müggenkampstr. 29,

& (0179) 5270700,

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■ Kathrin Eßmann,

Systemische Therapie,

lösungsfokussierte Kurzintervention,

Max-Brauer-Allee 54, & 43099379,

www.kathrin-essmann.de

■ Christian Perro, Dr. med.,

Psychiatrie, Eppendorfer Landstr. 37,

& 464554

■ Kurt Strobeck,

Dr. med. Facharzt Psychiatrie und

Psychotherapie, Ferdinandstr. 35,

& 32527214


32 GESUNDHEIT

FOTOS: MOHAMMAD ALZABADI PHOTOGRAPHY

INTERVIEW

35 Jahre Aids-Hilfe Hamburg

Das Jubiläum der HIV-Selbsthilfeorganisation

wurde im Sommer ausgelassen mit

einer großen Party gefeiert. Dass selbst

Hamburgs 1. Bürgermeister Peter Tschentscher

mit dabei war (Foto links, links neben

Lutz Johannsen), ist Indiz dafür, was die

Aids-Hilfe Hamburg in den 35 Jahren seit

Gründung alles erreicht hat und welchen

Stellenwert ihr Tun in der Stadt genießt. Wir

sprachen mit Lutz Johannsen, Mitglied des

Aufsichtsrats der AIDS Hilfe Hamburg e.V.

und Vorstandsvorsitzender der Hamburgischen

Regenbogenstiftung über die

Vergangenheit und was aktuell getan wird,

um den massiven Veränderungen in der

HIV-Prävention gerecht zu werden.

Warum bist du vor 30 Jahren bei der

Aids-Hilfe gelandet?

Viele meiner Freunde sind damals krank

geworden, sehr viele auch gestorben. Ich

hatte sehr viel Glück und wollte etwas tun.

Die Politik hat uns damals im Stich gelassen

und es war klar: Wenn wir den Arsch nicht

selber hochbekommen, wird uns keiner

helfen. Also bin ich zur damals fünf Jahre

alten Aids-Hilfe und habe als Buddy

Menschen mit HIV begleitet.

Es gab 1989 noch keine Antiretrovirale

Therapie. Was konntet ihr

überhaupt tun?

Wir haben versucht Informationen zu

sammeln und zu verbreiten. Das Internet

gab es noch nicht, also haben wir gefaxt,

kopiert und Informationen über HIV so

überhaupt ersteinmal unter die Leute

gebracht: Was ist das für eine Krankheit,

wie bekommt man die, wie kann man sich

schützen. Gleichzeitig haben wir Betroffene

unterstützt: Behördengänge mit ihnen

gemacht, Arztbesuche und leider auch in

vielen, sehr vielen Fällen die letzten Wochen

und Tage ihres Lebens geplant und erlebt.

Beide Schwerpunkte eurer Tätigkeit

habt ihr in eigene Projekte professionalisiert


… ja. Ich hatte den Verein „Big Spender“

gegründet, um Gelder für Prävention und

Versorgung zu sammeln. Mit 100.000

D-Mark Anschubfinanzierung konnte so

unser Projekt Hamburg Leuchtfeuer als

Sterbehospiz für HIV-Positive unterstützt

werden, das später als Verein eigenständig

wurde. Hein & Fiete mit dem Schwerpunkt

Prävention für schwule und bisexuelle

Männer ist auch aus der Aids-Hilfe hervorgegangen.

Insgesamt haben wir damals

mit „Big Spender“ über eine Million D-Mark

akquirieren und nutzen können.

Gibt es etwas, was du mit einem

besonderen Gefühl betrachtest

rückblickend?

Dass Menschen mit HIV heute teilweise

nur noch eine Tablette am Tag nehmen

müssen und ein annähernd normales Leben

führen können. Es gab Zeiten, da gab es

keinerlei Therapieoption, dann eine lange

Zeit, in der HIV-Positive bis zu 30 Tabletten

täglich nehmen mussten, die auch noch

nach einem strickten Zeitplan getaktet. Wir

haben damals als Buddys zur Seite gestanden,

damit das überhaupt funktioniert. Ja.

Der medizinische Fortschritt ist der größte

Segen, wenn ich so zurückschaue.

Was ist denn zurzeit das wichtigste

Thema bei euch?

Die Bildung zu sexuellen und geschlechtlichen

Themen bei Jugendlichen und

Migranten ist unser aktueller Hauptfokus.

Die Verstetigung und Verbesserung des

Wissens dazu betrifft aber alle Alters- und

Bevölkerungsgruppen. Das wird uns weiter

begleiten.

Was meinst du konkret?

Wir haben trotz HIV und Aids vor 35 Jahren

freier gelebt. Ich empfinde den Rolleback,

den Rechtsruck in der Gesellschaft als

drängendstes Problem, auch in der HIV-

Prävention. Wir werden weiter gegen Stigmatisierung

und für sexuelle wie geschlechtliche

Selbstbestimmung eintreten müssen und

dies auch tun. Auch unabhängig von HIV gab

und gibt es für uns viel zu tun, um sexuelle

Gesundheit für alle Menschen zu erreichen.

*Interview: Christian Knuth

NEU!

Wegen des starken Interesses an

der PrEP hat die Aids-Hilfe Hamburg

einen PrEP-Check eingerichtet. Ohne

Anmeldung und anonym kannst

du dich montags und dienstags

zwischen 17 und 19 Uhr ausführlich

beraten lassen. Für 35 Euro können

sogar alle notwendigen Untersuchungen

vor Ort vorgenommen werden

(HIV-Test, Syphilis-Test, Chlamydienund

Gonokokken-Test, Nierenfunktionscheck).

Auf Wunsch werden die

Untersuchungsergebnisse in einem

PrEP-Check-Heft dokumentiert, um

mit der verschreibenden Ärzt*in alles

Weitere besprechen zu können.

AIDS-Hilfe Hamburg, Lange Reihe

30 – 32, Bushaltestelle Gurlittstraße,

www.aidshilfe-hamburg.de


GESUNDHEIT 33

NEU

Die App zur PrEP

„prepared“ ist eine von SVeN, Herzenslust, Hein & Fiete

und dem Schwulen Netzwerk NRW technisch ausgefeilte

Lösung für PrEP-Nutzer der „Generation Digital“..

Die App ist für iOS und Android kostenlos verfügbar.

Egal ob du die PrEP anlassbezogen oder dauerhaft

nimmst, die App erinnert dich nicht nur an die

Einnahme deiner Tablette, sondern auch an alle

verpflichtenden Untersuchungen vor und während der

PrEP. Besonders pfiffig:

Du weißt, dass du zum Beispiel am 17. Oktober zum

HustlaBall oder am 9. November zur SNAX ins Berghain

möchtest? Dann trag diese Termine ein und „prepared“

erinnert dich rechtzeitig daran, mit der anlassbezogenen

PrEP zu beginnen.

Die Daten werden übrigens ausschließlich auf deinem

Smartphone gespeichert, auch Untersuchungsberichte

und Testergebnisse, die du in die App laden kannst,

werden von der App nicht weitergegeben

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PREP-APP BIETET SERVICE UND HOHE

SICHERHEIT PREPARED

„Es ist uns gelungen, die Funktionalität der App

mit dem Sicherheitsbedürfnis der Nutzer*innen zu

verbinden: Sämtliche sensiblen Daten werden nur auf

dem Gerät gespeichert. Das App-Icon und der Name

‚prepared‘ lassen nicht auf die Nutzungder PrEP schließen.

Das war uns wichtig“, sagt Andreas Paruszewski,

Landeskoordinator des AHN-Präventionsnetzwerks

SVeN. Aus Sicht von Marc Grenz, Projektleiter des

schwulen Checkpoints Hein & Fiete, wird die App

dazu beitragen, die PrEP-Präventionsstrategie in ihrer

Komplexität zu verstehen und richtig umzusetzen.

PrEP-User Matti Seithe aus Berlin hält es für eine

„große Hilfe“, dass die neue App ihn nicht nur bei der

täglichen, sondern auch bei der anlassbezogenen

Einnahme unterstützen kann.

FOTO: PEMEDIA GMBH


34 GESUNDHEIT

FOTO: UKE

NACHGEFRAGT

PrEP als Kassenleistung

Was ändert sich in Hamburg?

FOTO: HEIN & FIETE

Auf der kommenden Seite dieser Ausgabe

findet ihr alle Infos zur PrEP auf

Kassenrezept. Die Umstellung hat aber

in Hamburg spezielle Auswirkungen.

Wir sprachen mit Marc Grenz von Hein

& Fiete und Dr. Guido Schäfer aus dem

Ambulanzzentrum des UKE.

Warum gibt es „PrEP komplett“

nicht mehr und warum kann man

die PrEP-Checks nicht mehr bei

Hein & Fiete durchführen lassen?

Marc: Die Angebote waren dafür

gedacht, eine Versorgungslücke im

Gesundheitssystem zu schließen. Diese

ist mit der Übernahme der PrEP-Kosten

durch die gesetzlichen Krankenkassen

jetzt grundsätzlich geschlossen worden.

Jeder gesetzlich Versicherte hat Anspruch

auf die PrEP und alle dazugehörigen Tests

und Untersuchungen.

Dr. Schäfer: Wir bieten prinzipiell zu

allen Sprechstundenzeiten eine PrEP-

Betreuung an. Zusätzlich zur ärztlichen

Beratung besteht ab Oktober immer

donnerstags die Möglichkeit einer zusätzlichen,

vertiefenden Beratung zur PrEP,

mit einem Mitarbeiter von Hein & Fiete

bei uns vor Ort in unserer Ambulanz.

Marc: Zwischen 16 und 20 Uhr an jedem

Montag kann man diese Beratung auch

bei uns im Haus in Anspruch nehmen.

Nur die Tests und Untersuchungen

müssen halt bei den Schwerpunktärzten

oder zum Beispiel im UKE durchgeführt

werden.

Dr. Schäfer: Die Kassenübernahme

macht das Konstrukt, das Hein & Fiete,

CASAblanca, die Schwerpunktpraxen

und wir gemeinsam durchgeführt haben,

unnötig. Es kann jetzt von Beratung über

Blutentnahmen, STI-Checks und das

Rezept alles aus einer Hand durchgeführt

werden.

Wie ist denn bisher der Zulauf?

Dr. Schäfer: Wir haben starken Zulauf,

haben aber zurzeit noch Kapazitäten. Wir

arbeiten ja mit Terminen und versuchen,

jeder Anfrage gerecht zu werden.

Es gab in Foren wie PrEP.jetzt Fragen,

was Menschen mit einer privaten

Krankenversicherung tun sollen.

Marc: Am besten ist es, ihr fragt

einmal bei eurer Versicherung nach,

und natürlich könnt ihr mit eurem Arzt

sprechen. Ich bin mir relativ sicher, dass

es Lösungen geben wird. Und übrigens

ist es ja nicht so, dass Hein & Fiete jetzt

geschlossen wird. Wie vor PrEP auch

bieten wir dienstags und donnerstags

unseren kostenlosen STI-Check an

für Menschen, die einen Risikokontakt

hatten oder sexuell aktiv sind und

sichergehen wollen. Wie gewohnt ist das

von 16 bis 20 Uhr ohne Anmeldung und

anonym möglich.

*Interview: Christian Knuth

Infos und Termine in der Infektiologie

des UKE: www.uke.de/mvz/infektiologie,

prep@uke.de, 040 741052831

www.heinfiete.de

IMPRESSUM

Herausgeber:

Christian Fischer (cf) &

Michael Rädel (rä)

Chefredakteur:

Michael Rädel (rä) (V.i.S.d.P.)

Stellv. Chefredakteur:

Christian Knuth (ck)

BESUCHERADRESSE:

Berlin: Sophienstr. 8, 10178 Berlin,

T: 030 4431980, F: 030 44319877,

redaktion.berlin@blu.fm

Hamburg: T: 040 280081-76 /-77,

F: 040 28008178, redaktion@hinnerk.de

Frankfurt: T: 069 83044510 F: 069

83040990, redaktion@gab-magazin.de

Köln: T: 0221 29497538,

termine@rik-magazin.de,

c.lohrum@rik-magazin.de

München: Lindwurmstr. 71-73, 4.OG,

80337 München, T: 089 5529716-10,

Vertrieb: redaktion@leo-magazin.de

MITARBEITER:

Thomas Wassermann, Matthias Rätz

(mr), Ricardo M., Christian Lütjens,

Jonathan Fink, Christian K. L. Fischer (fis),

Leander Milbrecht (lm), Steffen Rüth

Sebastian Ahlefeld (sea)

Lektorat (ausgewählte Texte):

Tomas M. Mielke, www.sprachdesign.de

Art-Direktion: Janis Cimbulis

Cover: Brian Jamie Photo,

www.brianjamie.com

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Berlin: Christian Fischer (cf):

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gekennzeichnete Artikel geben nicht

unbedingt die Meinung der Redaktion

wieder. Die Abbildung oder Erwähnung

einer Person ist kein Hinweis auf deren

sexuelle Identität. Wir freuen uns über

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eine Veröffentlichung oder Kürzung vor.

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wird nicht gehaftet. Der Nachdruck von

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mit schriftlicher Genehmigung des Verlags

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ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Der

Gerichtsstand ist Berlin. Abonnement:

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50 Euro pro Jahr. Bei Lastschriften wird

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Schutz vor HIV auf Kassenrezept

Die von Bundesgesundheitsminister

Jens Spahn durchgesetzte Kostenübernahme

der medikamentösen HIV-

Prävention durch die gesetzlichen

Krankenkassen ist mit dem Stichtag

1. September gültig. Wer Anspruch auf

die PrEP hat, wer sie verschreiben darf

und was genau die Kassen bezahlen:

Du willst keine PrEP?

Wer PrEP nicht will, kann sich vor HIV fast

genauso sicher schützen, indem er Kondome

benutzt. Eine Übertragung des Virus ist

vollständig ausgeschlossen, wenn der Sex

mit einem HIV-Positiven unter funktionierender

Therapie stattfindet.

Du willst die PrEP?

Dann bekommst du sie auch. So einfach

lassen sich die jetzt vorliegenden Regelungen

zur PrEP auf Kassenrezept zusammenfassen.

Konkret haben laut Papier Menschen

mit einem „substanziellem Risiko“

Anspruch auf die Verschreibung. Es reicht,

wenn du dem Arzt sagst, dass du gerne Sex

ohne Kondom haben möchtest oder bereits

hattest. Alle nötigen Beratungen und

Untersuchungen werden von der Krankenkasse

bezahlt.

PRÄVENTION

Kann ich dafür zu meinem Hausarzt

gehen?

Jein! Nur wenn dein Hausarzt ein „fachlich

befähigter“ Arzt ist. Das sind alle Ärzte,

die auf die Behandlung von HIV-Patienten

spezialisiert sind („Schwerpunktpraxen“)

und Ärzte, die eine Befähigung durch Weiterbildung

und/oder Erfahrung vorweisen

können. Eine Liste mit befähigten Ärzten

mit praktischer Suchfunktion über deine

Postleitzahl findest du unter www.dagnae.de.

Play safe und hab Spaß! *ck

Wichtig: Keine der drei HIV-

Präventionsmethoden schützt

sicher vor anderen sexuell übertragbaren

Infektionen (STI) wie Tripper,

Syphilis oder Chlamydien. Auch das

Kondom reduziert das Risiko nur.

Faustregel: Wer sexuell aktiv ist, sollte

mindestens einmal im Jahr einen

STI-Check machen! Diese Checks

werden von den Krankenkassen

übernommen, wenn du mit dem

Arzt ehrlich über dein Sexualleben

sprichst und dieser ein Ansteckungsrisiko

diagnostiziert.


NACHGEFRAGT

Schlau zu HIV mit

Dr. Thomas Buhk

Laut Robert Koch-

Institut hat sich

die Anzahl der

Menschen mit HIV

über vierzig Jahre

seit den 1990ern

verfünffacht.

Warum das so

ist und welche

Folgen das für

die Therapie hat,

erklärt uns Dr. Thomas Buhk, Facharzt

für Innere Medizin und Infektiologe am

Infektionsmedizinischen Centrum Hamburg

(ICH/www.ich-hamburg.de). *ck

Warum gibt es so viel mehr über

40-jährige HIV-Positive?

Mit einer HIV-Infektion ist von einer nicht

nur normalen Lebenserwartung auszugehen

– auch, was zu betonen ich finde sich lohnt,

von einer normalen Gesundheitserwartung.

Menschen mit einer HIV-Infektion sind

gesunde Menschen – die HIV-Infektion hat

sich von einer potenziell tödlich verlaufenden

und lebenszeitverkürzenden Infektion

zu einer lebensbegleitenden Kondition

gewandelt. Allerdings sollte nicht vergessen

werden, dass HIV-positive Menschen, die

rauchen ein deutlich erhöhtes Morbiditätsund

Mortalitätsrisiko im Vergleich zur nichtrauchenden

Bevölkerung haben! Trotz einer

HIV-Infektion gesund leben zu können, trifft

also nicht für jeden zu.

Zurück zur Frage: Unsere Patienten, die sich

vor 20, 30, 40 Jahren mit HIV infizierten,

können heute dank der Fortschritte in der

HIV-Medizin stabil leben, so hat die Gruppe

der über 40-Jährigen sich dadurch vergrößert,

dass die damals Jungen diese Altersgrenze

inzwischen überschritten haben. Die Neuinfektionen

insgesamt nehmen zwar eher ab,

doch prozentual ist nach den Berechnungen

des RKI die Neuinfektionsrate bei älteren Altersgruppen

leicht zunehmend, also erhöht!

Gibt es besondere Anforderungen

an die HIV-Therapie bei älteren

Menschen?

Je älter wir Menschen werden, desto höher

ist das Risiko für Begleiterkrankungen und

zusätzliche Medikamenteneinahmen, so

dass Wechselwirkungen der unterschiedlichen

Therapien unbedingt zu berücksichtigen

sind! Wenn es geht, versuche ich bei den

Patienten, die ich ärztlich begleite und die

weitere Medikamente einnehmen müssen,

GESUNDHEIT

boosterfreie Regime und ggf. Therapien zu

verordnen, die unbedenklicher für Wechselwirkungen

sind. Jeder Patient kann übrigens

selber seine Therapien auf der Liverpool-Seite

www.hiv-druginteractions.org auf etwaige

Wechselwirkungen überprüfen.

Was sollte Ihrer Meinung nach getan

werden, um die Awareness für „HIV

im Alter“ bei Nicht-Schwerpunktärzten

und in der Pflege zu steigern?

An erster Stelle sollten alle Ärzte – aber auch

andere Gruppen, die im Gesundheitswesen

arbeiten – Indikatorerkrankungen oder Indikatorsymptome,

die auf eine HIV-Infektion

hinweisen, kennen. Etwa eine Gürtelrose,

ein oraler Soor, eine Thrombozytopenie,

eine Luesinfektion oder eine andere STD

z.B. sollten immer Anlass sein dem Patienten

einen HIV-Test anzubieten. Sexualität gibt

es in jedem Alter und in vielen bunten Farben.

Bei älteren Menschen eine HIV-Infektion

zu übersehen, sollte uns nicht passieren,

bzw. auch ältere Patienten, die ein Risikoverhalten

leben, eine HIV-Infektion zu

erwerben, sollten über die Möglichkeit einer

PrEP aufgeklärt werden, um sie vor einer HIV-

Infektion besser schützen zu können. [...]

Lest das ganze Interview auf

www.blu.fm/topics/schlau-zu-hiv/!

Sind Sie schon PrEPariert?

Mit Kalenderaufdruck die Übersicht

behalten – bei der PrEP ist das Timing

entscheidend.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder

Apotheker!

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GESUNDHEIT

INTERVIEW

HIV-Therapie 2.0

Seit Mitte der 1990er-Jahre kann das

HI-Virus, der Auslöser von Aids, mit der

antiretroviralen Kombinationstherapie

(ART) in Schach gehalten werden. Was

anfangs noch eine komplizierte und mit starken

Nebenwirkungen verbundene Tortur für den Patienten

und seinen Körper war, ist dank immensem

Forschungsaufwand der pharmazeutischen Unternehmen

und der Wissenschaft heute eine alltagstaugliche

Therapie geworden, bei der Betroffene im

besten Fall nur noch eine Tablette täglich einnehmen

müssen und eine normale Lebenserwartung

ohne gravierende gesundheitliche Nachteile haben.

Im Prinzip beruhen aber auch diese „Single-Tablet-

Regimes“ genannten HIV-Therapien immer noch auf

der Kombination dreier Wirkstoffe, wie zu Beginn der

ART. In den Wirkstoffklassen gibt es eine Vielzahl an

Varianten, sodass insgesamt ein recht großer Pool

für Kombinationsmöglichkeiten je nach Verträglichkeit,

Lifestyle und Resistenzen des HIV-Positiven

zur Verfügung steht. Ein beruhigender Status quo.

Alles erledigt also? Im Gegenteil: Über die aktuell

wegweisenden Neuerungen in der HIV-Therapie und

den Stand der Forschung sprachen wir mit Siegfried

Schwarze vom Verein „Projekt Information“.

Wie fit ist die ART für die Zukunft, wenn

doch im Prinzip keine wirklich neuen

Wirkmechanismen dazugekommen sind

und weniger geforscht wird? Was ist zum

Beispiel mit Resistenzen?

Resistenzen können langfristig ein Problem werden.

Statistisch tritt bei rund zehn Prozent der

Patienten eine Resistenz gegen einen Wirkstoff

oder eine Wirkstoffklasse auf. Dadurch, dass die

Medikamente heute wirksamer sind, also die

Wirkstoffe besser und länger im Körper bleiben,

auch wenn die Adhärenz (Therapietreue,

Anm. d. Red.) nicht einhundertprozentig ist,

sinkt diese Zahl aber aktuell. Es ist auch richtig,

dass seitens der Pharmaindustrie weniger

geforscht wird. Der HIV-Markt ist inzwischen

ein klassischer Verdrängungsmarkt. Im Prinzip

forschen aktuell nur noch die drei Unternehmen

MSD, Gilead Sciences und ViiV Healthcare. Alle

anderen haben ihre HIV-Medikamente zwar noch

auf dem Markt und schöpfen sozusagen den

Rahm ab, investieren aber kaum in die Erforschung

neuer Medikamente.

Womit wir beim eigentlichen Thema des

Interviews sind. Denn ganz im Gegensatz zur

etwas düster wirkenden Bestandsaufnahme

gibt es aktuell einige bemerkenswerte Neuigkeiten.

Die PrEP als Implantat wurde von MSD

auf der IAS-Konferenz in Mexiko vorgestellt.

Was ist das?


Neu ist nicht die Form der Verabreichung

durch ein Implantat. Das wird schon lange

zum Beispiel in der Empfängnisverhütung

eingesetzt. Man bekommt ein etwa

streichholzgroßes Polymer-Stäbchen in

den Oberarm gesetzt, das dann über ein

Jahr die Wirkstoffe abgibt. Gilead arbeitet

aktuell zum Beispiel daran, Tenofovir (in

Kombination mit Emtricitabin als Truvada

bekannt, Anm. d. Red.) als Implantat zu

entwickeln. Das von MSD vorgestellte

Medikament Islatravir dagegen beruht auf

einem völlig neuen Wirkstoff. Interessanterweise

wurde er zuerst in Sojasoße entdeckt.

Was nicht bedeutet, dass Sojasoße vor HIV

schützt! (lacht)

„Eine ganz neue

Wirkstoffklasse“

Ich sehe schon die „BILD“-

Schlagzeile …

Ein großer Vorteil dieses Wirkstoffs ist,

dass er in unglaublich kleinen Dosierungen

ausreichend wirkt. Um das zu veranschaulichen:

Bisher reichen die Tagesdosierungen

von ungefähr 25 Milligramm bis zu

einigen 100 Milligramm. Die notwendige

Tagesdosis von Islatravir wird wahrscheinlich

nur ein halbes Milligramm betragen.

Das ist für eine Depot-Therapie natürlich

sehr vorteilhaft. Die Daten, die auf der

IAS vorgestellt wurden, lassen hoffen,

dass mit dem Implantat tatsächlich eine

Wirkdauer von einem Jahr erreicht werden

kann. Das Medikament ist aber nicht nur

ein neuer Wirkstoff, sondern gehört zu

einer ganz neuen Wirkstoffklasse, den

Nukleosidischen Reverse-Transkriptase-

Translocations-Inhibitoren. Für diese haben

wir noch keine Langzeiterfahrungen,

wie es mit der Verträglichkeit aussieht,

und müssen weitere Studien abwarten.

Es gibt aber ja weitere Depot-Therapieansätze.

Wie ist da der Stand?

Es wird auch mit den bekannten Wirkstoffklassen

an neuen Therapieformen

gearbeitet. Das hat den Vorteil, dass die

Langzeitverträglichkeit der verwendeten

Substanzen gut erforscht ist. Im kommenden

Jahr werden die ersten Depotspritzen

zur Behandlung zugelassen werden. Wir

wissen es noch nicht ganz genau, aber

zunächst werden es wohl monatliche,

eventuell zweimonatliche Spritzen sein.

ViiV Healthcare hat sie mit dem seit Jahren

angewendeten Rilpivirin und dem neuen

Medikament Cabotegravir, einer Schwestersubstanz

des ebenfalls lange verwendeten

Dolutegravir, entwickelt. Cabotegravir wird

übrigens gleichzeitig für die PrEP erforscht,

hier wäre eine dreimonatige Depotgabe

denkbar.

„Da ist noch

Spiel drin!“

Was ist der Vorteil dieser Depot-

Therapien?

Sie bieten einerseits die Möglichkeit,

Patienten zu behandeln, die Schwierigkeiten

mit der Adhärenz haben. Wichtiger

ist aber noch, dass sie hervorragend für

jegliche Umfelder geeignet sind, in denen

die HIV-Infektion nicht bekannt werden

soll. Wo Tabletten nicht auffallen sollen.

Das kann in Gefängnissen sein, in Familien,

wo vielleicht das Kind die Infektion der

Mutter oder des Vaters nicht bemerken

soll. Bei Migranten, die ihre Familie in

religiös besonders strenggläubigen Ländern

besuchen. Bei Flugbegleitern oder anderen,

die beruflich in diese Länder müssen oder

dort ihren Urlaub verbringen wollen.

Wie kommt es, dass wir hier jeweils

nur noch über zwei Wirkstoffe

sprechen? Ist die Dreierkombi ein

Auslaufmodell?

Die Dreierkombi ist einfach historisch gewachsen.

Bei Retrovir in den 1990ern haben

wir gesehen, dass das Virus maximal sechs

Monate brauchte, um sich anzupassen. Mit

zwei Wirkstoffen hat es dann ca. drei Jahre

gedauert, bis das Virus resistent war. Erst mit

der Einführung der Proteasehemmer 1996

gelang es, das Virus dauerhaft unter die

Nachweisgrenze zu bringen, also seine Vermehrung

und damit Anpassungsmöglichkeit

nachhaltig zu unterbinden. Inzwischen sind

wir in der Situation, dass die Medikamente

viel, viel wirksamer sind und wir sehen, dass

drei keine magische Zahl ist. Studien zeigen

sogar, dass die modernsten Protease- und

Integrasehemmer so wirksam sind, dass sie

theoretisch einzeln wirken würden. Das ist

aber nur Theorie und niemand möchte sich

eine Resistenz gegen diese hochwirksamen

Wirkstoffe einhandeln. Für viele Patienten

reichen aber in Zukunft zwei Wirkstoffe aus,

wie bei den eben genannten erwarteten

neuen Therapien. In Deutschland ist mit

Dolutegravir/Lamivudin (Dovato, Anm. d. Red.)

in diesem Jahr schon die zweite Zweierkombination

zugelassen worden, Juluca ist schon

etwas länger auf dem Markt.

Sie haben im Vorfeld auch eine

Infusion angesprochen …

Mit Ibalizumab von Theratechnologies steht

das erste Medikament zur Behandlung

durch eine alle zwei Wochen zu gebende

Infusion kurz vor der europäischen

Zulassung. Es ist speziell für Patienten

entwickelt worden, die wegen Resistenzen

oder Unverträglichkeiten nur wenige

Therapieoptionen haben. Infusionen sind

im Vergleich zur Depotspritze aufwendig,

man kommt an den Tropf, muss warten,

aber: Es wird in Zukunft vermutlich weitere

Medikamente wie dieses geben, deren

Wirkung nicht mehr auf chemischen kleinen

Molekülen beruhen, sondern mit menschlichen

Antikörpern arbeiten. Das ist zurzeit

noch extrem teuer. Die angesprochene

Therapie wird rund 130.000 Euro im Jahr

kosten, allerdings ist sie für betroffene Menschen

(in den USA schätzungsweise 25.000,

Anm. d. Red.) ein lebensrettender Segen.

Bei anderen Erkrankungen hat man die

Verweildauer der Antikörper im Organismus

bereits durch Tricks so weit verlängert, dass

eine halbjährliche Infusion möglich ist. Da ist

noch Spiel drin.

*Interview: Christian Knuth

Auf www.blu.fm/topics/hiv spricht

Siegfried Schwarze im zweiten

Teil dieses Interviews über weitere

spannende Ansätze, wie die eventuell

einmal mögliche Heilung durch eine

Gentherapie und den Stand der Erforschung

eines Impfstoffes.

Siegfried Schwarze ist Vorstandsmitglied

bei Projekt Information e.

V., einem Verein, der HIV-infizierte

Menschen, ihre Freunde, Angehörigen

und Ärzte über Forschung,

Entwicklung und Anwendung von

schulmedizinischen, unterstützenden

und holistischen Behandlungsmethoden

informiert. Im ständigen

interdisziplinären Informationsaustausch

mit Medizinern, Naturheilkundlern,

Psychologen, Therapeuten

und Pflegern entsteht so alle zwei

Monate eine Vereinszeitschrift,

die diese Informationen sammelt.

Zudem schafft Projekt Information

mit POSITIVER RAUM Möglichkeiten

des Austausches und der Vernetzung

HIV-Positiver in ländlichen Gebieten.

www.projektinfo.de

GESUNDHEIT


GESUNDHEIT

SEXUALITÄT

Keine Angst vor Sex!

Seit Anfang der 1980er-Jahre ist

HIV allgegenwärtiger Begleiter

schwuler Männer. Egal, ob man infiziert ist

oder nicht: Das Virus beeinflusst fundamental

die Art und Weise, wie wir leben

und lieben, denn HIV ist zum Synonym für

Angst geworden. Eine angstfreie Sexualität

kennen viele Schwule daher überhaupt

nicht (mehr).

Diese Tatsache ist besonders deswegen

erstaunlich, weil HIV inzwischen eine gut

behandelbare chronische Krankheit ist und

die Schutzmöglichkeiten durch Kondom,

PrEP und Schutz durch Therapie so individuell

wie einfach geworden sind.

SEXANGST 2.0

Im Sommer erreichte eine Studie hohe

mediale Aufmerksamkeit, nach der es

erstmals mehr Syphilisansteckungen als

HIV-Neuinfektionen in Europa gab. Diese

aus rein epidemiologischer Sicht eigentlich

gute Nachricht wurde fast durchgängig so

dargestellt, dass Sorglosigkeit

und Kondomverzicht

eine Gefahr für die sexuelle

Gesundheit der Bevölkerung

darstellen. Dabei

fehlte eine entscheidende

Einordnung: Die Syphilis ist

einfach zu heilen, Resistenzen

sind nicht bekannt.

Und ein Rückgang der

HIV-Neuinfektionen in

Europa von 31.000 im Jahr

2016 auf 25.353 in 2017

ist Beweis dafür, dass die

HIV-Prävention erfolgreich

funktioniert.

SEXUELLE GESUNDHEIT

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO)

hat sexuelle Gesundheit als Ziel definiert.

FOTO: TEAM RH PHOTOGRAPHY / INSTAGRAM.COM/ROMAN_HOLST

Und sie stellt sich klar und deutlich gegen

psychisch belastende Ängste, die zum

Beispiel durch fehlende Aufklärung oder

falsche Information über Geschlechtskrankheiten

ausgelöst werden können:

„Sexuelle Gesundheit setzt eine positive

und respektvolle Haltung zu Sexualität

und sexuellen Beziehungen voraus sowie

die Möglichkeit, angenehme und sichere

sexuelle Erfahrungen zu machen, und

zwar frei von Zwang, Diskriminierung und

Gewalt. Sexuelle Gesundheit lässt sich nur

erlangen und erhalten, wenn die sexuellen

Rechte aller Menschen geachtet, geschützt

und erfüllt werden.“

HIV, AIDS UND SEXUALFEINDLICHKEIT

Unter dem Titel „Fortwährende Eingriffe“

ist im Männerschwarm Verlag ein Sammelband

mit Aufsätzen, Vorträgen und

Reden des Sexualwissenschaftlers Martin

Dannecker erschienen. Diese Sammlung

von Texten zu HIV und AIDS über

vier Jahrzehnte hilft hervorragend beim

Verständnis, warum Angst vor Sexualität

in der HIV-Krise durchaus nachvollziehbar

und berechtigt war.

Gleichzeitig entlarven die

Texte aber auch, wie diese

Angst von Anfang an und

bis heute moralisierend

und sexualfeindlich missbraucht

wurde und wird.

Dem gilt es sich mit aller

Macht entgegenzustellen,

um eine neue Angst vor

und Stigmatisierung von

Sexualität nicht zuzulassen.

*ck

„Fortwährende Eingriffe“

von Martin Dannecker,

Buch / Broschur, 232 Seiten, ISBN

9783863002718, Lesungen im Oktober,

November und Dezember, Termine und

Infos unter www.maennerschwarm.de

KOSMETIK

Rasieren neu entdecken!

Männer am Morgen – dem einen steckt noch die letzte Nacht in

den Knochen, dem anderen das bevorstehende Date. Zum Glück

gibt es jetzt was Neues in Männerbädern,

das dich frisch wie ein junges

Salatblatt in den Tag gehen lässt:

Boldking. Der sensationelle Online-

Rasierservice mit den extrascharfen

Klingen, dem nachhaltigen Recyclingservice

und den natürlichen

Hautpflegeprodukten für

obenrum und untenrum.

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WENIGER KOPF

ZERBRECHEN

MEHR

HERZ

KLOPFEN

Zu wissen was alles in deiner HIV-Therapie

steckt, kann dich gelassener machen. Sprich

mit deinem Arzt, was für dich und dein

langfristig gesundes Leben am Besten ist.

WENIGER HIV

MEHR

DU

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GESUNDHEIT

SEXUALITÄT

LATTE

MACHO

FOTO: R. PEREZ / CC0

Augen und Sitzfleischsensoren auf beim Fahrradkauf. Der richtige Sattel ist für die Organe rund um den Penis und damit für seine dauerhafte Leistungsfähigkeit Pflicht!

Keinen hochkriegen. Schlappschwanz.

Versager. Neben

Gedanken um die Größe seines

Geschlechtsteiles, zählt wohl eine

verminderte Leistungsfähigkeit des

Penis zu den Urängsten des modernen

Mannes. Dabei ist die Erektile

Dysfunktion (ED), umgangssprachlich

die Erektionsstörung, weder

selten noch ein Drama noch etwas,

das nicht in den meisten Fällen

abstellbar wäre.

Wie funktioniert die Latte?

Ein komplexes System aus psychischen

und körperlichen Abläufen, an dem neben

deinem Kopf die Blutgefäße, Nerven und

bestimmte Hormone und Botenstoffe

beteiligt sind, sorgt dafür, dass in deinem

Penis Stimmung aufkommt. Stimmung

meint hier die Drosselung des Blutabflusses

bei gleichzeitig erhöhter Blutzufuhr.

Platz für das zusätzliche Volumen schaffen

erweiterte Gefäße in den Schwellkörpern.

Ergebnis bei perfektem Zusammenspiel:

eine einsatzbereite Prachtlatte.

Servicehinweise zur Lattenpflege

Bevor wir gleich erklären, was gegen eine

ED getan werden kann, wollen wir noch

kurz ganz allgemein darauf hinweisen, was

deinem Penis alles die Laune verderben

kann. Dein Lebensstil ist nämlich maßgeblich

daran beteiligt, ob du zu den rund 20

Prozent der Männer gehörst, die unter ED

leiden oder nicht: Rauchen, Alkoholmissbrauch,

Drogenkonsum und Übergewicht

sowie durch sie ausgelöste Erkrankungen

wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck,

erhöhte Blutfettwerte und Arteriosklerose

sind durch dich kontrollierbare Faktoren,

die deinem Steifen die Luft – Verzeihung

– das Blut abwürgen. Andere Ursachen der

ED, wie Schlafapnoe, Schilddrüsenunterfunktion

oder Schilddrüsenüberfunktion,

Multiple Sklerose, Operationen im Beckenbereich

oder Verletzungen an der Wirbelsäule

oder am Becken sowie Verletzungen

an Nerven oder Schwellkörpern, kannst du

weniger gut selbst beeinflussen. Prinzipiell

gilt: Wenn du länger als sechs Monate unter

einer ED leidest, geh damit zum Arzt,

denn wie eben beschrieben,

kann der Hänger beim Sex

ein Symptom einer ernsten

Erkrankung sein!

Was hilft?

Viagra. Ja, aber nein. Glücklicherweise

gibt es heute nicht

mehr nur die extrem teure

blaue Pille, die 1998 auf

den Markt kam und als

Erstes eine ernst zu

nehmende medizinische

Hilfe schuf. Ihr

Wirkstoff Sildenafil

ist heutzutage von

vielen Herstellern günstig und auch in größeren

Packungen auf Rezept erhältlich. Er

gehört zur Klasse der Phosphodiesterase-

5-Hemmer (= PDE-5-Hemmer), die den

Abbau körpereigener erektionsfördernder

Botenstoffe im Penis vermindern. Dadurch

wird die Konzentration dieser Botenstoffe

erhöht und die Entstehung und Beibehaltung

einer Erektion gefördert. Zur Stoffklasse

der PDE-5-Hemmer gehören neben

Sildenafil auch Vardenafil und Tadalafil, die

sich vor allem in der Wirkschnelligkeit

und -dauer unterscheiden. Letzterer wirkt

mit bis zu 36 Stunden am längsten und

kann auch zusammen mit der Nahrung

eingenommen werden. Sildenafil wirkt

langsamer, wenn mit dem romantischen

Dinner eingenommen. Wer auf Chemie

verzichten will, kann mit Cockringen und

Penispumpen auch recht wirksam

Hand an die werdende Latte

legen, hier kommt es aber dann

darauf an, wie der Partner zu

solchen Spielzeugen steht. Nicht,

dass ihm dann die Lust vergeht,

denn dann hilft auch kein PDE-

5-Hemmer mehr: Die wichtigste

Zutat für eine pralle Erektion ist

und bleibt die sexuelle Stimulation,

die Erregung, die Lust

auf Sex. Darauf eine Latte!

*ck

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NEU

ENTDECKE GRUPPEN

In den Gruppen finden sich Menschen die sind wie du, man tut sich zusammen um

Spaß zu haben oder um miteinander zu diskutieren - du entscheidest.

Du kannst kostenlos einer Gruppe beitreten oder selbst eine gründen.

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WEITERE INFOS

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DIVERSITY

Liebe Leser,

unabhängig vom (nicht immer eindeutigen) biologischen

Geschlecht definieren sich aufgeklärte Menschen heute

so, wie sie sich fühlen und WIE SIE EBEN SIND. Lesbisch,

schwul, trans* oder queer oder, oder ... Das stößt manch

einen vor den Kopf, der jahrzehntelang dafür gekämpft

hat, ein Schwuler sein zu dürfen: Dem behagt es nicht,

dass er jetzt in einer Schublade mit „den“ Lesben ist und

„nur noch“ queer ist. Es geht aber nicht um Schubladen, es

geht um Freiheit. Wir stellen dir hier ein paar Queers vor. Viel

Spaß beim Lesen! *rä

FOTO: S. MARTINELLI

BUCHTIPP

#Transsexualität: Gottes Schöpfung

Ein wahrlich ungewöhnlicher

Lebensweg, den das Buch

„Endlich ich“ erzählt. „Darf ich das

mir von Gott gegebene Geschlecht

verändern?“, fragte Pfarrer Sebastian

Wolfrum sich immer wieder.

Bis zu seinem Coming-out 2017 kannte

ihn seine Gemeinde als Silke, doch die

war er nicht. Seine „Häutung“, wie er seine

bewusste Entscheidung nennt,

verkündete er dann in der Kirche

im fränkischen Veitshöchheim.

Bis dahin war es für ihn ein langer

Prozess. Darf er als Christ in die

Schöpfung so stark eingreifen?

Darf er das als Pfarrer? Wie reagiert

die Gemeinde? Denn auch wenn

man das nutzen darf/soll/kann,

was Göttin/Gott einem an Fähigkeiten

und Möglichkeiten gegeben

hat, ist da immer noch das Umfeld,

das soziale Gefüge, das es nun

mit einem neuen Menschen zu

tun hat. Das vor wenigen Monaten

beim Münchner Claudius Verlag

erschienene Buch „Endlich ich –

Ein transsexueller Pfarrer auf dem

Weg zu sich selbst“ ist ein äußerst

intimer und lesenswerter Blick auf

einen mutigen Menschen. Und es

macht Mut, zu sich zu stehen! Wir

chatteten mit dem Pfarrer.

Kannst du mit dem Wort

„queer“ etwas anfangen oder

lehnst du das eher ab?

Ich finde das Wort sehr treffend.

Es zeigt einfach, dass es mehr

zwischen Himmel und Erde gibt,

als in unsere vertrauten Schubladen

passt. Soweit ich das erkennen kann,

ist „queer“ nicht negativ besetzt. Auch das

hilft queeren Menschen, sich in unserer

Gesellschaft wiederzufinden.

Wovor hattest du mehr Angst: vor

der Reaktion der Gemeinde, deiner

Freunde oder der Kirche?

Angst ist vielleicht nicht ganz zutreffend.

Die größten Fragen hatte ich schon

Richtung Kirche und Gemeinde. Kann

ich in meinem Beruf bleiben, kann ich in

meiner Gemeinde bleiben? Das war ja nicht

von Anfang an sicher. Und die Reaktion in

einem 10.000-Einwohner-Ort kann man im

Vorfeld immer schwer einschätzen.

Welche Hürde musst/willst du noch

bezwingen?

Die größten Hürden habe ich hinter mir.

Jetzt gilt es vor allem, sich im Alltag des

neuen, richtigen Lebens einzufinden.

Die Operationen werden sicher noch mal

eine Herausforderung. Sie sind für mich

der letzte Schritt zur äußeren

Angleichung.

Wie lebt es sich als Trans* auf

dem Land? Musas man mehr

kämpfen?

Die Region hier ist ja eher städtisch

geprägt. Aber klar, es ist etwas

überschaubarer als in den großen

Metropolen. Ich würde nicht

sagen, dass ich mehr kämpfen

musste. Aber als Pfarrer bin ich

auch öffentliche Person und kann

in einem kleineren Lebensraum

nicht so einfach in der Anonymität

abtauchen. Insofern bin ich mehr

gefordert. Vielleicht hilft das sogar

eher. Dadurch, dass die Menschen

mich seit Jahren kennen, fiel es

vielen sogar leichter, meinen Weg

zu akzeptieren, weil sie konkret eine

Person vor Augen haben, die sich

auf den Weg der Transition macht.

Sie erleben, dass ich zunehmend in

mir ruhe und es sich sehr stimmig

anfühlt.

*Interview: Michael Rädel

www.claudius.de


DIVERSITY

INTERVIEW

FOTO: MICHAEL MIKLAS, MAKE-UP UND HAIRSTYLING:

AVRIL PAUL, ARTWORK: MORITZ GRUHL, ADDITIONAL

PRODUCTION: MARTINA BREITENFELD

FELIX RÄUBERS

atmosphärische Welt voller Symbole

Wir sprachen mit dem Ex-

Polarkreis-18-Sänger über

seine Kunst und sein Sein.

Wovon handelt dein Lied „Burning

Sky“?

Die Auseinandersetzung mit dem eigenen

Geschlecht, der männlichen und weiblichen

Seite in mir selbst, ist eines der

drastischsten inneren Spannungsfelder,

die ich für mich, und die jeder irgendwann

in sich erlebt. Darüber wollte ich einen

Song schreiben. Obwohl ich mich nicht als

transsexueller Mensch verstehe, zumindest

nicht auf der physischen Seite, habe

ich diese Ambivalenzen natürlich in mir,

denn regelmäßig werde ich mit den Grenzen

meiner eigenen Geschlechtsidentität

konfrontiert. Alltägliche Situationen, in denen

ich nicht weiß, ob meine Handlung als

männlich oder weiblich empfunden wird,

und wo ich mich frage, was es überhaupt

bedeutet, männlich oder weiblich zu sein.

Ein heikles Thema, wo ich bei vielen auf

Distanz stoße. Ein klares Zeichen also,

dass genau hier ein besonders persönliches

Thema für jeden von uns liegt, sonst

würde man sich nicht so dagegen wehren.

Der Song „Burning Sky“ beschreibt eine

ikonische Figur, die sich traut, bis aufs

Letzte zu ihrer eigenen Geschlechtsidentität

zu stehen.

Auf dem Bild bist du halb Mann, halb

Frau. Oder auch ein Mensch, mal

geschminkt, mal pur. Ist Make-up

denn immer weiblich?

Auf dem Bild wollte ich die weiblichen

und männlichen Anteile in mir in einem

Bild zusammenfassen. Hält man eine

Gesichtshälfte zu, wirkt die noch offene

andere Hälfte wie eine eigenständige Persönlichkeit,

beides Anteile, die wirklich in

meinem Gesicht sind. Avril Paul von Make

Up Society hat das Make-up sehr subtil

angewendet und letztlich nur die Anteile

in mir hervorgehoben, die sowieso schon

da waren.

Magst du das Wort „queer“?

Ich mag, dass „queer“ vieles offenlässt.

Ein Sammelbegriff, unter dem man Andersartigkeit,

Querdenkerei, Freiheit und

Vielseitigkeit zusammenbringt.

Du trittst in Sachsen auf. Deine

Heimat ist ziemlich in Verruf geraten.

Woran denkst du, wenn du an

Sachsen denkst?

Für mich persönlich hat sich meine

Heimat Dresden nicht großartig verändert.

Es ist immer noch die Stadt, in der

meine Familie, meine Schulfreunde und

die Mitglieder meiner Band „Polarkreis 18“

leben. Wenn ich zu Hause bin, mache ich

die Dinge, die ich immer schon gemacht

habe. Dass Dresden nicht gerade die progressivste

Stadt ist, hängt mit der langen

Geschichte als Barock- und Residenzstadt

zusammen.

Natürlich stimmen mich die aktuellen Veränderungen

nachdenklich, ich habe hier

aber noch nicht die richtigen Antworten

gefunden.

*Interview: Michael Rädel


46 DIVERSITY

NACHGEFRAGT

VANESSA UND

KATHARINA

„Wir sind treu“

Zwei junge Frauen, die wissen,

wie man sich im Internet

inszeniert. Vanessa und Katharina

wissen aber auch, wie sie ihre Liebe

trotz aller Instagram-Versuchungen

am Leben und ehrlich halten. Wir

chatteten mit den beiden Influencerinnen.

Wie habt ihr euch kennengelernt?

Katharina: Dazu muss ich dich auf eine

kleine Reise in der Zeit mitnehmen. Wir

beide kennen uns seit vielen Jahren

schon, wobei kennen ein zu starker Begriff

ist. Wir sind zusammen in Brandenburg

aufs Gymnasium gegangen, wo die

Sitten streng und die Bürgersteige um 18

Uhr hochgeklappt sind. Als ich eine junge

Erwachsene war, wollte ich raus ins große

Berlin und das Leben kennenlernen und

zog dann auch recht schnell in die Stadt

und startete mein eigenes Leben und

ließ meine Heimat hinter mir. Fünf Jahre

später hat sich mein Leben gewandelt,

was mich dazu veranlasst hat, eine neue

Frisur zu machen – von langen Roten

auf einen blonden Bob. Jedenfalls lud

ich neue Bilder bei Instagram (witzigerweise)

hoch und Vanessa ist darauf

aufmerksam geworden und schrieb mir,

um zu erfahren, wie es mir so ergangen

ist die letzten Jahre. Wir verstanden uns

auf Anhieb wunderbar und wurden dicke

fette Freunde – zumindest vorerst. Über

die Zeit und durch die vielen Partys und

durchzechten Nächte hat sich mehr

entwickelt: Und da wären wir auch schon

im Heute, fast zwei Jahre später. Das hat

lange gedauert, der Prozess war nicht

leicht, aber mittlerweile haben wir es so

verinnerlicht, dass wir zeigen wollen, dass

es eben auch anderes Glück gibt, fernab

von Schwarz und Weiß. Unterstützend in

jedem Fall dazu: Berlin. Berlin ist eine so

offene Stadt, in der jeder alles sein kann

und dafür zwar schräg angeguckt wird,

aber das Motto „leben und leben lassen“

stärker ausgeprägt ist.

Wart ihr anfangs getrennt auf Instagram?

Gab es da auch mal eine Art

Wettrennen?

Vanessa: Wir sind beide auch getrennt auf

Instagram, nach wie vor, und verfolgen fleißig

das Leben entfernter Freunde. Zumal

wir ein Statement setzen wollen – alleine

halten wir unsere Accounts mehr banal:

Klamotten, Kaffee mit Freunden usw.


Stören all die schönen Menschen

nicht tagtäglich den Alltag, irgendwie

muss man ja mithalten?

Katharina: Ja sicher, die Einflüsse sind

groß. Aber Berlin ist es auch und mittlerweile

unser beider Heimat. Insofern

ja. Aber etwas mit Content zu bieten,

der nicht schnell anödet ... das finden

wir immer seltener. So müssen wir

gestehen, ein Mithalten ist es weniger,

eher ein Inspirieren und dabei selbst

verstehen, wie man die anderen nicht

anödet.

Wie haltet ihr es mit der Treue?

Vanessa: Wie halten denn „normale“

Beziehungen das mit der Treue? Kurz

und knapp: Wir sind treu. Unserer Meinung

nach ergibt das Zusammensein

sonst wenig Sinn. Entgegen der Annahmen

von vielen haben wir uns bewusst

zu dieser Beziehung entschieden und

auch dazu, diese monogam zu führen.

Könnt ihr auch mal ein paar Tage

ohne Instagram?

Katharina: Eigentlich nein. Zwar posten

wir nicht stündlich, aber den letzten

Schrei wollen wir nie verpassen. Instagram

ist irgendwie unsere Jugend. Wenn

die Teenies von neuen Apps sprechen,

fühlen wir uns alt – Instagram ist und

bleibt daher unser täglicher Begleiter,

„in“ ist es auch immer noch.

Wie lesbisch oder queer definiert

ihr euch?

Vanessa: Wieso wird alles differenziert?

Wieso heißt der eine Teil Lebenspartner?

Wieso muss es sich um eine

„schwule“ oder „lesbische“ Hochzeit

handeln? Reden wir nicht immer von

Gleichberechtigung und Angleichung?

Differenzierende Begrifflichkeiten zu

finden, fördert nicht die Gleichberechtigung

oder führt zu einer Identifikation

mit „den anderen“. Deshalb haben wir

da keine genaue Definition.

Mögt ihr das Wort „queer“

überhaupt?

Katharina: Nicht so richtig. Wir nennen

es lieber „Liebe“.

Gibt es denn eine lesbische

Identität?

Vanessa: Für uns ist das eine Stereotypisierung.

Ich bin eine Frau, das

ist meine Identität, und ich liebe eine

andere Frau.

Wie macht ihr jungen Menschen

Mut beim Coming-out?

Katharina: Berührungspunkte schaffen.

Instagram ist auch unter jungen Leuten

noch modern. Damit es greifbar für

junge Mädchen wird, sich ihre Sexualität

bewusst zu machen, helfen nationale

Instagrammer. Und das wollen wir sein.

Wenn man sich Mädchen aus den USA

oder England oder anderen Ländern

anschaut, in denen weitgehend offen

damit umgegangen wird, wirkt das so

entfernt und nicht nahbar. Das wollen

wir ändern.

Stichwort Sexismus: Können sich

eure Follower benehmen?

Vanessa: Na ja ... Es hält sich in Grenzen.

Aber Dreier-Angebote sind öfter dabei,

Nudes auch und oft Angebote, die nichts

im Rahmen einer Beziehung verloren

haben. Aber damit müssen wir wohl

leben. Uns ist das lieber, als wenn gleichgeschlechtliche

Pärchen diskriminiert

werden – wir nehmen es also mit Humor.

*Interview: Michael Rädel

www.instagram.com/coupleontourx

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DIVERSITY

Coca-Cola zeigt Flagge für Offenheit,

Akzeptanz und Vielfalt 2016 ist die

Regenbogenflagge erstmals an der

deutschen Firmenzentrale in Berlin

gehisst worden.

BUNTES JUBILÄUM

Coca-Cola: Weil Vielfalt verbindet

FOTO: COCA-COLA

Auf der ganzen Welt bringt

Coca-Cola Menschen

zusammen. Offenheit, Akzeptanz

und Vielfalt sind gelebte Werte –

international, national und lokal.

Zum 90-jährigen Jubiläum von

Coca-Cola in Deutschland lädt das

Unternehmen in seinem Online-

Magazin zu einer digitalen Zeitreise

rund um die Menschen, Marken

und Meilensteine des größten

deutschen Getränkeherstellers ein

und zeigt, dass gelebte Vielfalt den

Unterschied machen kann.

In Deutschland beschäftigt Coca-Cola

8.000 Menschen aus mehr als 60 Nationen,

die an 35 Standorten bundesweit in der

Verwaltung, Logistik, Produktion oder im

Verkauf tätig sind. Fünf Generationen – von

den Babyboomern bis hin zur Generation

Z – sind somit Teil der Belegschaft des

größten deutschen Getränkeunternehmens.

Felicitas von Kyaw, Geschäftsführerin

Personal und Arbeitsdirektorin bei der

Coca-Cola European Partners Deutschland

GmbH betont: „Die Vielfalt unserer

Belegschaft macht uns stolz. Wir sind

überzeugt, dass Akzeptanz, Wertschätzung

und Förderung von Vielfalt

Unternehmen zukunftsfähig machen.

Wir fördern eine offene Arbeitsatmosphäre,

in der sich niemand verstecken

muss – unabhängig von Geschlecht,

Alter, sexueller Orientierung, physischen

Fähigkeiten, ethnischer Zugehörigkeit

oder Religion. Diskriminierung und

Ausgrenzung sind für uns in keiner Form

akzeptabel.“

Felicitas von Kyaw

Annette Pampel, Diversity Consultant

bei der Coca-Cola European Partners

Deutschland GmbH, erläutert: „Vielfalt

ist komplex und äußerst bereichernd. Es

gilt, das Bewusstsein und eine stärkere

Sensibilisierung nach innen und

nach außen zu erreichen. Die heutigen

demografischen Veränderungen und

die damit verbundenen Anforderungen

an die Arbeitswelt sind für Unternehmen

durchaus herausfordernd. Ich bin

daher stolz darauf, dass ich als Diversity

FOTO: HOFFOTOGRAFEN

Consultant die Möglichkeiten ausschöpfen

kann, um die Vielfalt der Belegschaft

zu fördern. Gerade die junge Generation

tritt selbstbewusster für Vielfalt ein und

erwartet eine offene Firmenkultur. Und

das ist auch richtig, denn wir verbringen

den größten Teil des Tages an unserem

Arbeitsplatz. Dort möchte ich so sein können,

wie ich bin – in all meinen Facetten.

Für unsere Kolleginnen und Kollegen wird

es zunehmend selbstverständlich, dass

die Person, mit der er oder sie zusammenarbeitet,

möglicherweise nicht den

gleichen Hintergrund oder ein anderes

Lebensumfeld hat.“

MEHR GLEICHBERECHTIGUNG FÜR

DIE LGBTIQ*-COMMUNITY

Seit mehr als 15 Jahren setzt sich das

Unternehmen weltweit mit unterschiedlichen

Initiativen für die Gleichberechtigung

seiner LGBTIQ*-Mitarbeitenden ein.

2014 gründet sich bei Coca-Cola Deutschland

das erste europäische LGBTIQ*-

Netzwerk für Mitarbeitende in Europa.

Das Rainbow-Netzwerk, mit heute 90

Mitgliedern, ist eines von vielen LGBTIQ*-

Netzwerken weltweit.

2016 zeigt Coca-Cola erstmals Flagge

und hisst die Regenbogenflagge an der

deutschen Firmenzentrale in Berlin. Drei

Jahre später werden Regenbogenflaggen

auch an den Standorten Lüneburg, Herten,

Dorsten, Köln, Fürstenfeldbruck und

Berlin-Hohenschönhausen gehisst.


DIVERSITY

2017 erhält Coca-Cola Deutschland das

Siegel „Pride 500“, eine Auszeichnung der

Uhlala Group, die auch die größte europäische

LGBTIQ*-Karrieremesse ausrichtet,

bei der der Getränkehersteller seit vielen

Jahren präsent ist.

2018 kooperiert Coca-Cola mit dem

niedersächsischen Verein SCHLAU, der

ein neues Verständnis für Transgender

weckt und die Begleitung der Transition im

Arbeitsumfeld unterstützt.

Coca-Cola steht im engen Austausch

mit der LGBTIQ*-Community sowie den

verschiedenen Firmennetzwerken und

engagiert sich bei der Sticks&Stones,

den Respect Gaymes, den CSD-Paraden

sowie den Nachhaltigkeitsaktionstagen.

Bisheriger Höhepunkt der Aktivitäten,

um noch mehr Sichtbarkeit für Diversität

ins öffentliche Bewusstsein zu bringen,

waren die CSD-Teilnahmen 2019 in Köln,

Berlin und Hamburg. Mit dem Motto

„Hate Can‘t Dance – Love Can“ und

einer auf 100.000 Stück limitierten

Sonderedition der Coca-Cola Love-Can

eroberten die Trucks die Herzen der

CSD-Besucher.

Als Diversity Consultant weiß Annette

Pampel um die Herausforderungen der

Zukunft und wünscht sich: „Jeder Einzelne

von uns muss seine Einstellung gegenüber

vermeintlichem ‚Anders-Sein‘ oder

‚Fremd-Sein‘ reflektieren. Und dies in

jeglicher Hinsicht – sei es in Bezug auf

die kulturelle oder soziale Herkunft, das

Geschlecht, die Religion, ein gesundheitliches

Handicap, die geschlechtliche Identität

oder sexuelle Orientierung. Anstelle

von Schwierigkeiten sollte jeder vor allem

Potenziale und Bereicherung sehen. Denn

FOTO: COCA-COLA

In 2018 haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den LSVD Berlin-Brandenburg in Berlin-Schöneberg unterstützt.

verschiedene Perspektiven und unterschiedliche

Sichtweisen sind es, die uns

voranbringen und weiterentwickeln.“

Annette Pampel

VIELFALT BEI DEN GETRÄNKEN

Vor 90 Jahren startete Coca-Cola in

Deutschland mit nur einem Getränk, der

FOTO: COCA-COLA

klassischen Coke in der ikonischen 0,2-Liter-

Mehrweg-Glasflasche. Heute füllt das

Unternehmen 80 verschiedene Getränke

in diversen Größen bundesweit ab. Jedes

dritte Getränk im deutschen Sortiment

ist kalorienreduziert oder kalorienfrei. Die

Klassiker Coca-Cola, Fanta, Sprite und

Mezzo Mix gibt es generell mit oder ohne

Zucker. Das Unternehmen investiert pro

Liter Getränk etwa dreimal so viel in Werbung

von Getränken mit weniger und ohne

Zucker als für Produkte mit Zucker. Ebenso

verbessert Coca-Cola bestehende Rezepturen

und entwickelt neue Geschmacksvarianten

sowie gänzlich neue Getränke.

Allein 2018 führte der Getränkehersteller

16 Getränke in zum Teil neuen Kategorien

in Deutschland ein. Auch in 2019

setzt Coca-Cola auf Innovationen, darunter

die Coca-Cola light taste in den Varianten

Ginger Lime und Exotic Mango, die Honest

Bio Limonade, Aquarius, Coke Energy und

Fuze Tea Limette-Minze.

FOTO: COCA-COLA

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DIVERSITY

LUST KENNT

PSYCHOLOGIE

Der Volksmund sagt, Gegensätze

ziehen sich an, und

meint damit weniger Dunkel und

Blond, obwohl auch das oftmals

der Fall ist. Vielmehr bezieht er sich

hier auf Wesenszüge, wenn Freunde

behaupten, diese zwei Menschen

wären sehr verschieden. Welcher Art

sind diese Gegensätze?

Häufig beobachtet man in Beziehungen

einen eher ruhigeren und einen mehr

unternehmungslustigen Menschen. C. G.

Jung fasst diese beiden Haupttypen

unter Extrovertierten und Introvertierten

zusammen. Fast keine längere Beziehung

besteht, ohne dass sich zwei dieser

unterschiedlichen Protagonisten gefunden

hätten. Was kennzeichnet diese Unterschiede

im Alltag? Nun, der eine würde

gerne etwas Neues erleben und der andere

Gewohntes vertiefen. Beide scheinen

aber den Wunsch zu haben, ihre Unterschiedlichkeit,

und häufig Quelle täglichen

Streits, auszuhalten, sodass man bei ihrem

Miteinander von einem existenziellen

Bedürfnis sprechen muss.

KEINE MORAL!

Schon der biblische Schöpfungsmythos

kennt die existenzielle Notwendigkeit,

dass sich zwei Menschen ergänzen. „Sie

werden ein Leib sein“, heißt es in Genesis

2,24. Stärker kann man sich nicht ergänzen.

Ein Wunsch, der nach Erich Fromm

die Triebfeder unserer Paarsuche ist. Man

fühlt sich unvollständig, ja ergänzungsbedürftig,

und hält deshalb nach einem

Objekt Ausschau, das diesen Zustand abmildert,

indem es den eigenen Mangel ausgleicht.

Für Fromm hat dieser Findungsakt

einen starken Warencharakter, werden

doch Vereinbarungen getroffen, bei dem

beide das Gefühl haben, einen gleichwertigen

Tausch zu vollziehen.

Kein BBB – so hieß es früher in Kontaktanzeigen,

womit Brille, Bart und Bauch gemeint

waren. In einer Kölner Sauna wurde

sogar ein sogenannter „Fettabscheider“

in den Cruisingbereich gebaut, der nur

Besucher mit einer bestimmten Statur

Durchlass gewährte. Die Moralisten von

heute würden heißlaufen bei ihrem nächsten

Shitstorm! Auch die Sprache auf den

gegenwärtigen Datingplattformen lässt an

Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig –

und damit tief blicken. Keine Alten, keine

Fetten, keine Transen kann man dort lesen.

Welche Schlussfolgerungen ergeben sich

daraus hinsichtlich der Ergänzungsbedürftigkeit?

Auf der unbewussten Ebene ist

die Abwehr von Weiblichkeit, wie die einer

Transe, ein Indikator dafür, dass die eigene

Weiblichkeit bereits so dominant ist, dass

mehr davon keine sinnvolle Ergänzung

wäre. Viele Präferenzen sind psychologisch

betrachtet Hilferufe nach Linderung des

eigenen Mangels. Daher ist der Sexualakt

auch perfekt geeignet, diesem Mangel

entgegenzuwirken. Das Objekt meines

Ergänzungswunsches wird quasi mit mir

auch körperlich verschmolzen.

Es macht daher keinen Sinn, die Suche

nach einem Araber als Fetisch und die

Ablehnung eines Asiaten als Rassismus

zu bewerten. Bei der Assimilation von Andersartigkeit

wird zu Selbstergänzung ein

reales, individuelles Objekt benötigt, aber

keine Gruppenaussage getroffen. Der Versuch

von Grindr, psychologisch begründete

Sexualpräferenzen zu „Hassbotschaften“

zu stilisieren, greift daher ins Leere. In eine

Leere, die reife Persönlichkeiten mit Frustrationstoleranz

gefüllt haben, während

andere infantil geblieben sind. Auswahl

ist immer auch Ausschluss. Eine robuste

Psyche wird daher eine Zurückweisung

als solche erkennen und nicht als einen

Akt der Diskriminierung. Es wird ohnehin

amüsant zu beobachten, wie Grindr die

vermeintlichen Hassbotschaften erfassen

will. Der Kundensupport war in der Vergangenheit

schon ein Desaster – zum Glück!

*Olaf Alp


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MUSIK

INTERVIEW

ADAM

LAMBERT:

„Ich wollte die volle Dosis!“

Aber du schon, oder?

Ja, aber der Schlüssel ist, die Auftritte zu

genießen und nicht zu hart zu sich selbst

zu sein. Auch das ist eine Form der Disziplin

– nicht überanalysieren!

Ist es ein großer Unterschied, wenn

du deine eigenen Songs singst?

Ich habe festgestellt, dass ich mich härter

beurteile, wenn ich die Queen-Songs

singe, weil die Latte so hoch liegt. Man

vergleicht mich sowieso schon mit Freddie.

Mit deinen Liedern kannst du es

lockerer angehen lassen?

Wenn ich solo auftrete, ist es meine Show!

Ich habe mehr Freiheit – aber auch mehr

Druck, weil es Musik ist, die noch nicht den

Test der Zeit bestanden hat. Bei Queen

kann jeder jeden Text mitsingen – meine

Sachen sind einfach neu.

Auch wenn er in „Bohemian

Rhapsody“ nur einen Cameo-

Auftritt hat, ist Adam Lambert seit

vielen Jahren die Stimme, mit der

Queen um die Welt touren. Auch

seine Solokarriere ist im Höhenflug,

wie das neue Album „Velvet“ beweist.

Wir trafen den gut gelaunten

Charmeur auf einen Schwatz im

Soho House Berlin.

Du kennst die Stadt gut, oder?

Ich habe in Berlin gelebt, als ich in „Hair“

mitgespielt habe. Das war 2003, wenn ich

mich richtig erinnere … Es ist so lange her!

Du warst jung und Berlins Nachtleben

legendär. Warst du mittendrin oder

gab es nur die Arbeit?

Oh nein! Ich habe viele Erfahrungen

gemacht – und viele davon zum ersten

Mal! (lacht) Ich war feiern, zum Beispiel im

KitKatClub. Ich wollte die volle Dosis! Wir

lernten schnell Einheimische kennen und

die zeigten uns wirklich alles.

Hast du heute noch die Zeit, so

einzutauchen?

In dieser Art von Klub war ich schon lange

nicht mehr. Wenn ich auf Tour bin, muss

ich auf mich achtgeben, vor allem auf

meine Stimme.

Ist es beängstigend, dass dein Leben

so von deiner Stimme abhängt?

Es löst schon leicht neurotische Tendenzen

aus. Wenn man so oft mit dem

Flugzeug reist, bekommt man leicht eine

Erkältung. Ständig veränderte Temperaturen,

Wetter, Allergien … Ich bin da ein

bisschen zum Hypochonder geworden.

Aber wenn ich mit Queen unterwegs bin,

singe ich oft so laut, dass niemand die

kleinen Unsauberkeiten hört.

Du hast dir viel Zeit mit dem Album

gelassen.

Wenn du Kreativität erzwingst, fühlt es

sich falsch an. Mit diesem Album wollte ich

alles in Ruhe machen. Ich bin kein geduldiger

Mensch, aber ich sagte mir: ein Schritt

nach dem anderen.

Auf der Bühne sein zu wollen ist das

eine, aber jeder Schritt, den du tust,

ist ein öffentlicher. Wie lebst du

damit?

Früher hat es mich überwältigt, aber man

gewöhnt sich daran. Und man lernt. In

den Anfängen von Twitter habe ich ein

paar Sachen rausgehauen, die mich in den

Hintern gebissen haben. Jetzt suche ich

mir die Momente, Leute vor den Kopf zu

stoßen, sehr genau aus.

Was du in vielen Ländern ja schon

tust, weil du bist, wer du bist.

Oh ja! Schwulsein! Aber es ist halt so: Ich

kann nur sein, wer ich bin. Und ich kann

damit nur so ehrlich und offen umgehen

wie möglich – und dafür entschuldige ich

mich nirgends und bei niemandem! Ich

weiß, dass es viele Orte gibt, an denen das …

anders gesehen wird. Aber denen schenke

ich nicht meine Energie. Es gibt so viele, die

das Leben mit mir feiern.

Wie ist es, wenn du trotzdem in

solche Länder kommst? Beispiel

Russland.

Es ist lange her, dass wir dort waren. Das

letzte Mal vor acht Jahren. Als ich auf einer

Solotour dort war – ich weiß nicht mehr

genau wann – wurden gewisse Drohungen

gemacht … Daraus zieht man seine Schlüsse:

Okay, dann eben nicht! Aber in Polen war es

großartig! Hoffentlich können die russischen

Fans einfach dahin kommen.

*Interview: Christian K.L. Fischer

FOTO: JOSEPH SINCLAIR


ROCK

Shakespears Sister

live und „Best of“

MUSIK

26 Jahre nach ihrer offiziellen

Auflösung haben sich Shakespears

Sister wieder vereint!

Das feiern Siobhan Fahey und

Marcella Detroit nicht nur

mit der neuen Single „All The

Queen’s Horses“, sondern auch

mit einer Best-of-CD ihres

kompletten Schaffens. „Singles

Party“ erschien im Sommer, im

November spielt die Band 14

Konzerte in England. 1989 erschien

das Debütalbum „Sacred Heart“,

begleitet von der Hitsingle „You’re

History“, beides Top-10-Erfolge. Das

zweite Album „Hormonally Yours“, das

1992 erschien, war sogar noch erfolgreicher

mit den Hitsingles „I Don’t

Care“, „Hello (Turn Your Radio On)“ und

ihrem größten Hit „Stay“, der alleine

acht Wochen auf Platz 1 der britischen

Charts war. Willkommen zurück!

COMEBACK

Lana Del Rey

„Norman Fucking Rockwell!“

Sie bezeichnete sich einst als „Gangsta Nancy Sinatra“ und schuf sogleich

ein neues Genre: „Hollywood Pop/Sadcore“. Ihr neues Album setzt weiter

auf den Retro-Touch ist aber mehr Pop-Art denn Sadcore. „Norman Fucking

Rockwell!“ schreibt die Erfolgsgeschichte der Melancholischen weiter, die

uns schon mit „Video Games“ und „Love“ verzauberte. *rä

INDIE

Wer sagt denn das?

Deichkind sind zurück mit dem

Album „Wer sagt denn das?“

Offenbar haben sie das kiebigste

aller Satzzeichen, nämlich das

Fragezeichen, entdeckt oder wie

haben wir das zu verstehen mit

dem Titel, ja, wie? Wie haben wir

es zu verstehen, dass die Gruppe

DEICHKIND nun auf der einen Seite

Songs wie „Keine Party“ und „Party 2“

aufblättert und auf der anderen Seite

mit „1000 Jahre Bier“, „Knallbonbon“ und

„Powerbank“ abfeiert? Wie geht das zusammen,

wie geht das zu trennen? Wer

sagt denn „müssen“ und meint „dürfen“

und „sollen“?

POP

MIKA 2019

FOTO: UNIVERSAL MUSIC

Seit 2007 landet der Musiker einen Charthit („Relax (Take It Easy)“, „We

Are Golden“, „Grace Kelly“ ...) nach dem anderen. Besonders in Italien und

Frankreich ist der in Beirut/Libanon Geborene ein Superstar. Sein „großes“

Coming-out hatte er 2012 – wobei aufmerksame Hörer schon immer

wussten, was Sache ist ... Jetzt meldet er sich mit „My Name Is Michael

Holbrook“ zurück. Wir freuen uns! *rä


MUSIK

NACHGEFRAGT

CHARLI

S

XCX:

laut und leise

„Was daran jetzt sexy sein

soll, kann ich nicht nachvollziehen“,

motzt Charlotte Emma

Aitchison aus Cambridge, die sich

beruflich Charli XCX nennt und seit

dem Welterfolg des von ihr verfassten

Icona-Pop-Knallers „I Love It“ zu

Beginn der Zehnerjahre ein Popstar

ist, wenn man sie auf die erotische

Komponente des Covers ihres

dritten, schlicht „Charli“ betitelten

Albums anspricht.

Sieht man sie dort doch oberhalb der Taille

nackt, bekleidet lediglich von einem langen

bunten Wurm, der vielleicht auch eine

dünne Schlange sein könnte. Allerdings, da

muss man der 27-Jährigen beipflichten,

blickt sie nicht besonders lasziv auf dem

Bild, sondern eher etwas weggetreten

oder so, als meditiere sie. „Du und ihr alle

haltet das für erotisch, weil der weibliche

Körper durch die Medien total sexualisiert

wurde“, setzt die erklärte Feministin

(„Immer mehr Macht in der Musikindustrie

liegt in den Händen von Frauen“) ihre Tirade

nun fort. „Ich habe einen Körper, du hast

einen Körper, meine Mutter hat auch einen

Körper.“ Ja, und? „Ich bin doch einfach

nur unbekleidet. Wäre ich alt, ein Mann

oder hätte mein Körper eine andere Form,

würdest du doch auch nicht sagen, dass

das sexy aussieht.“ Da mag sie recht haben,

aber Kunst ist halt nun einmal frei interpretierbar.

Jedenfalls, so Charli, sich selbst

wieder einigermaßen im Zaum habend,

wollte sie sich auf dem Foto so zeigen, wie

sie eben ist: unverstellt und echt. „Mir geht

es um Ehrlichkeit und um Wahrheit. Dieses

Ziel, aufrichtig zu sein, verfolge ich auch

mit meinen neuen Liedern“, beteuert sie.

Und besser, man fragt an dieser Stelle jetzt

nicht auch noch, warum „Señorita“, der

Sommerhit von Camila Cabello und Shawn

Mendes, der Handanlegung

acht verschiedener

Songwriter/-innen

bedurfte (von denen sie

eine war), wo doch ein

Kompositionspraktikant

locker genügt hätte.

Aber Widersprüche

müssen ja nicht

schlecht sein, und

deshalb zelebriert die

mittlerweile in Los Angeles

lebende Charli die

ihrigen. „Früher habe ich

mich leicht geschämt, Popmusik zu lieben“,

sagt sie, „aber da war ich 16 und wollte cool

sein. Heute ist mir klar, dass es kaum etwas

Cooleres gibt als guten Pop.“ Von dem

„Charli“ glücklicherweise voll ist. Vier Jahre

sind ins Land gezogen, seit Charlis vorheriger

Platte „Sucker“ (mit den Hits „Boom

Clap“ und „Break The Rules“), „in dieser

Zeit habe ich unglaublich viele Erfahrungen

gesammelt und bin gereift.“ Einerseits.

„Andererseits wollte ich auch Partysongs

auf dem Album haben, die zeigen, wie

viel Spaß mir das Leben macht.“ Und so

ist „Charli“ ein überzeugender Electro-

Synthie-Pop-Spagat aus Abgehnummern

wie „Click“ oder „Shake It“, ein bisschen

Pop-Nostalgie wie auf „1999“, einem Duett

mit Troye Sivan sowie persönlichen Songs

wie „Gone“, einer Zusammenarbeit mit

Christine and the Queens, die Unsicherheiten,

Ängste und Zweifel aufgreift. „In

dem Song geht es um

das Gefühl, wertlos und

einsam im Zimmer zu

sitzen. Ich bin recht

impulsiv und gehe gerne

feiern, das heißt jedoch

nicht, dass ich solche

Phasen nicht kenne.

Und bei Christine ist

es ähnlich. Ich liebe sie

einfach als Menschen

und als Künstlerin, sie

inspiriert mich extrem.“

Besonders persönlich

wird Charli XCX meist dann, wenn sie den

Gang rausnimmt, so wie in „White Mercedes“,

der das Hin- und Hergerissen-Sein

in einer fünfjährigen On-Off-Beziehung

zum Inhalt hat. „Inzwischen sind wir fest

zusammen, also war die wacklige Phase

nicht umsonst“, so Charli, lächelnd und

mit dem Gespräch offenbar versöhnt.

*Interview: Steffen Rüth


HOW

ABBAMANIA

„Mamma Mia“, „Dancing Queen“, „One of Us“, „Gimme!

Gimme! Gimme! (A Man After Midnight)“, „Waterloo“, „Take

a Chance on Me“ oder auch „Under Attack“ und „Lay All

Your Love on Me“, die Liste der Hits von ABBA ist lang. Die

Musiker beeinflussten zwischen 1972 und 1982 wie kaum

eine andere die weltweite Musikwelt. Und auch nach dem

REVUE

Band-Ende inspirierten die vier Musiker Stars wie Madonna,

Ace of Base und MIKA. ABBAMANIA THE SHOW feiert

dieses Jahr mit „The Super Trouper Tour 2020“ diesen

Erfolg und macht u. a. in Berlin, Nürnberg, Hannover und

München Station. Voulez-vous? *rä

www.eventim.de

MUSIK

POP

Anna Ternheim

„A Space For

Lost Time“

Seit dem 2004er-Debütalbum „Somebody

Outside“ wird die Sängerin und

Gitarristin in ihrer Heimat Schweden,

aber auch in Westeuropa und den USA,

mit stetig wachsender Begeisterung für

ihre Musik gewordene Innenbetrachtungen

geschätzt. Die 41-Jährige, die

zu ihren großen Einflüssen Künstler wie

Bob Dylan, Leonard Cohen und Tom

Waits zählt, blickt in Schweden auf einen

konstant großen Erfolg. Das neue Album

wird auch bei uns funktionieren!

FUNK

Prince

„Sign o' the Times“

Sammler aufgepasst! Der legendäre

1987er-Konzertfilm von und mit Prince

ist jetzt – remastert und zum ersten

Mal – (außer in Australien & Japan)

auf Blu-Ray verfügbar mit Sound in

Dolby Atmos und Auro-3D + DVD!

Als aufwendige Deluxe Edition in

12"-Verpackung mit 102-minütiger

Interview-Dokumentation „Prince – The

Peach & Black Times“ und exklusivem

Audiokommentar von The Peach And

Black Podcast sowie Bonus-Blu-Ray

und DVD mit über zwei Stunden Extra-

Interviews, großformatigem Booklet,

DIN-A1-Kinoplakat und fünf Schwarz-

Weiß-Fotos.

BLUES

Danny Bryant

„Means of Escape”

„Ich wollte, dass diese Songs ihre

Dringlichkeit und Aufregung behalten

und sich nicht in einer Überproduktion

verlieren. Die Tracks hat

meine reguläre Road-Band (sowohl

in Quartett- als auch in neunköpfiger

Big-Band-Besetzung) eingespielt.

Zum größten Teil haben wir so das

Album gemacht – minimale Overdubs

und viel Spaß und Leidenschaft.“ Das

Werk ist nicht nur das 11. Studioalbum

des von der Kritik hochgelobten britischen

Bluesrockgitarristen, es ist auch

das erste von ihm selbst produzierte

Album.

BLUES

Beth Hart „War in My Mind“

Was für eine Stimme! Neuere Fans kennen

Beth hauptsächlich als die alles erobernde

globale Ikone, die von der Times und vielen

anderen Medien gefeiert wird. Um ihren

Hintergrund und die vielen Achterbahnfahrten

in ihrem Leben zu verstehen, sollte

man sich die Texte von „War in My Mind“

genauer ansehen. Sie erzählen schonungslos

ehrlich von den Höhen und Tiefen der

letzten Jahrzehnte: von Beths Kindheit in

den 70er-Jahren in Los Angeles, in der sich

bereits ihr musikalisches Talent und ihr

unsteter Geist offenbarten, und von ihrer

chaotischen Erziehung bis zum Verlust

ihrer geliebten Schwester Sharon.


MUSIK

HOUSE

WOLFRAM

AUS WIEN

Der Produzent und DJ aus Österreich meldet

sich Mitte September mit einem neuen Album

zurück.

Auf seinem neuen Werk „Amadeus“ versammelt

Wolfram so ungleiche Künstler und

Promis wie Peaches, Haddaway und Pamela

Anderson. Unsere Anspieltipps sind „My Love Is

For Real (Live At The Cathedral) (feat. Haddaway)“,

„Automatic (Peaches singt den 1978er-Hit „Automatic

Lover“!)“ sowie „Graffiti in Teheran“. Das Album ist

eine sehr unterhaltende Mischung aus House à la Chicago,

Eurodance „wie damals“ und Italo Disco der 1980er – trotzdem

steht, nein, tanzt es mit beiden Beinen im Hier und

Jetzt. Gut zu wissen: Der in Wien lebende Musiker ist auch

als marfloW und Diskokaine erfolgreich in der Klub- und

Musikwelt unterwegs. *rä

FOTO: A. ROBOTNICK

TOUR

Lauv: Für immer traurig

Bombenwetter, lachende Leute

um einen herum, trotzdem

ist man traurig. Das kennt Musiker

Lauv (Ari Staprans Leff) aus eigener

Erfahrung. Daraus entstand ein Lied.

„Ich schrieb SAD FOREVER in einer

Zeit, in der ich extrem down war.

Ich hatte es mit Depressionen und

Zwangsstörungen zu tun, aber ich

hatte die Hilfe, die ich brauchte,

nicht wirklich erkannt oder bekommen“,

verrät der Künstler. „Während

ich anfangs zögerte, war es ein

wichtiger erster Schritt, um Hilfe zu

bitten. Psychische Erkrankungen

sind etwas, das für die Außenwelt

oftmals nicht erkennbar ist. Es ist

eine andauernde Reise mit Höhen

und Tiefen ... Das Erlangen von

Stabilität ist ein Prozess, an dem

ich immer noch intensiv arbeiten

muss.“ Mithilfe der Musik erkämpft

sich der 1994 Geborene Lebensmut

zurück und will auch anderen

Stärke geben: Sie sind nicht allein.

*rä

Lauv: „How I’m Feeling“-Tour:

25.10., Berlin, Tempodrom, 26.10.,

Köln, Palladium, 28.10., Hamburg,

Docks

FOTO: WOLFRAMS VATER

FOTO: S. KOHLI

DISCO

Dicke Beats und

süßer Gesang

Der 1952 geborene Franzose Cerrone ist einer

DER europäischen Disco-Produzenten. Seine

Hits wie „Supernature“, „You

Are the One“ oder auch

„Love in C Minor“ sind

heute noch Tanzflächenfüller.

Ähnlich wie sein,

ähem, Konkurrent

Giorgio Moroder hatte

er eine Mission: mit

rhythmischer Musik die

Leute zum Tanzen bringen.

Zwei Sätze genügten Cerrone mitunter, Hauptsache

die Beats und Geigen stimmten. Natürlich

gab es auch von ihm viele Stücke mit richtigem

Text, etwa „Supernature“ von 1977/1978, das

von einer recht bedrohlichen Zukunft erzählt,

in der sich Mutter Natur und Geschöpfe aus

der Erde, aktiviert durch Chemikalien, an der

Menschheit rächen ... Oder auch „You Are the

One“ mit Jocelyn Brown, ein starkes Discobrett

mit viel, viel Soul. Wer sich durch Cerrones

Werk durchhören will, dem sei die Box „Cerrone:

Classic Albums“ empfohlen: Vinyl-Platten und

CDs mit Musik aus den 1970ern, die Lieder der

1980er sollen bald folgen. Sein letztes Album

„Red Lips“ erschien 2016 und war nicht zuletzt

wegen Gastmusikern wie Kiesza einmal mehr

erfolgreich. Seine Version von Disco gehört auch

heute noch zu jeder guten Party! *rä


MUSIK

FOTO: M. ARFMANN

A TRIBUTE TO THE MUSIC OF TINA TURNER

AB 14.11.2019 AUF TOUR

Berlin, Bremen, Bochum, Dortmund, Essen, Frankfurt a.M., Stuttgart

und viele weitere Städte

SOUL

Wahlhamburgerin Onejiru

Aufgewachsen ist die Sängerin in Wanne-Eickel und

Nairobi, jetzt lebt sie in Hamburg. Dort gründete sie

eeden of Hamburg, ein Co-Creation Space für Frauen mit

Visionen. Die hat sie. Und auch eine tolle Stimme.

Ende August erschien ihr Album „Higher Than High“, dort

vereint sie unterschiedlichste Einflüsse zu einem souligen,

poppigen Ganzen. „In einem Drei-Minuten-Popsong will ich

meine Botschaft rüberbringen.“ Und ihre Botschaft ist klar:

Meinungsfreiheit! Die Wichtigkeit, die Stimme zu erheben,

aber auch: Toleranz, Selbstbewusstsein und Lebensfreude.

Unsere Anspieltipps sind „Jerusalem“, „Story of My Life“ und

„Higher Than High“. Bald geht die Künstlerin mit ihrem neuen

Album auf Tour: „Ich freue mich, meine Songs in echten

Räumen vor echten Menschen zu spielen“, so Onejiru. Und

wir freuen uns auf Onejiru! *rä

feat. Marc Martel

AB 08.01.2020 AUF TOUR

Bremen, Berlin, Hamburg, Hannover,

Düsseldorf, Köln, Nürnberg, Stuttgart,

Frankfurt a.M. und viele weitere Städte

AB 01.03.2020 AUF TOUR

Bremen, München, Hannover, Dortmund, Frankfurt a.M., Essen, Mannheim, Düsseldorf, Leipzig

und viele weitere Städte

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WIEGENFEST

3 Jahrzehnte Soul II Soul

Vor ca. drei Jahrzehnten ging es so richtig los mit der Karriere

von Soul II Soul. Mit „Keep on Movin“, „Get a Life“, „Joy“ oder

auch „Back to Life“ schuf der kreative Kopf dahinter, Jazzie

B, zusammen mit wechselnden Sängerinnen und Sängern

bis 1997 Hits für die Ewigkeit. Kaum ein Jahr, in dem nicht

einer der Hits der Band gecovert wird! Die Sängerin des

Klassikers „A Dream’s Dream“, Victoria Wilson-James, sang

später übrigens auch bei The Shamen, Soul-Königin Penny

Ford zuvor und danach bei SNAP!, Sängerin Caron Wheeler

startete solo durch – und ist mit Jazzie B ab und an live zu

erleben. *rä soul2soul.co.uk


FILM

INTERVIEW

JAMIE BELL:

„... einen Bogen um mich gemacht ...“

Facettenreicher als die von

Jamie Bell kann eine Schauspielerkarriere

kaum sein. Als Teenager

gab er sein Debüt als kleiner

Balletttänzer im Sensationserfolg

„Billy Elliott – I Will Dance“, anschließend

war er in so unterschiedlichen

Filmen wie „Dear Wendy“, „King

Kong“ oder „Jane Eyre“ zu sehen.

Für Steven Spielberg spielte er die

Hauptrolle in „Die Abenteuer von

Tim und Struppi“, für Lars von Trier

stand er in „Nymphomaniac“ auf

Sadomaso-Sex. In diesem Jahr

war er bereits als Bernie Taupin im

Elton-John-Film „Rocketman“ (ab

10.10. auf DVD) zu sehen, nun spielt

der 33-Jährige, der in zweiter Ehe

mit Kollegin Kate Mara verheiratet

und Vater von zwei Kindern ist, in

„Skin“ einen brutalen Neonazi.

Mr. Bell, in Ihrer Rolle in „Skin“ sind

Sie über und über mit Tattoos übersät.

Haben Sie real auch welche?

Ja, ein paar. Allerdings ist keines von

denen mit irgendeiner Ideologie oder so

verbunden. Sie erinnern eher an private

Momente wie etwa die Geburt meines

ersten Sohnes. Ich finde den Schmerz,

der mit Tätowierungen einhergehen kann,

ehrlich gesagt nicht ohne. Mich im Gesicht

tätowieren zu lassen, könnte ich mir daher

zum Beispiel echt nicht vorstellen.

Wie lange saßen Sie bei den Dreharbeiten

morgens im Make-up-Stuhl,

um sich all die Tätowierungen aufmalen

zu lassen?

Gesicht und Hände dauerten etwa

zweieinhalb Stunden. Wenn Szenen dran

waren, in denen ich mit freiem Oberkörper

zu sehen war, konnten es auch schon mal

über fünf Stunden sein.

Sie sind in dem Look auch raus auf

die Straße gegangen. Wie waren die

Reaktionen?

Das war eine interessante Erfahrung.

Den ehemaligen Neonazi Bryon Widner,

den ich im Film spiele, gibt es ja wirklich,

und die Tattoos in seinem Gesicht ließ er

sich natürlich nicht zuletzt stechen, um

den Leuten Angst zu machen. Und um

in Ruhe gelassen zu werden. Eigentlich

hätte er sich auch „Fuck Off“ auf die Stirn

tätowieren lassen können. Ich selbst fand

jedenfalls interessant, dass die Leute gar

nicht unbedingt so sehr gestarrt haben.

Eher haben sie entweder einen Bogen um

mich gemacht oder das Zeug in meinem

Gesicht ganz bewusst ignoriert.

Die Geschichte, die „Skin“ erzählt,

ist verdammt starker Tobak. War

dies die schwierigste Rolle Ihrer

Karriere?

Es war auf jeden Fall die, auf die ich mich am

gründlichsten vorbereiten musste. Angefangen

mit den rein physischen Aspekten, also

den Tätowierungen, aber auch Perücken

oder Zahn- und Nasenprothesen. Gleichzeitig

habe ich in Los Angeles aber auch

mit einer Frau zusammengearbeitet, die

Schauspieler psychologisch auf ihre Rollen

vorbereitet. Sie ließ sich von mir meine

Lebensgeschichte erzählen und erklärte

mir dann, dass ich darin alles finden würde,

um diese Rolle zu verkörpern. Erst wollte

ich mich beschweren, schließlich habe ich

mit einem brutalen Neonazi eigentlich

nichts gemeinsam. Aber dann zeigte sie mir


FILM

FOTOS: 24 BILDER/ ASCOT ELITE

Momente, Erfahrungen und Beziehungen in

meinem Leben, die eben doch in irgendeiner

Weise mit denen von Bryon korrespondierten.

Das war unglaublich hilfreich.

Genauso natürlich wie meine persönliche

Begegnung mit ihm selbst.

Sie haben ihn getroffen?

Ja, er lebt im Zeugenschutzprogramm,

aber für mich wurde ein Treffen arrangiert

und ich durfte ihn besuchen. Vier Tage

lang saß ich bei ihm in der Garage und er

rauchte in der Zeit ungefähr 3.000 Zigaretten.

Ich habe das kaum ausgehalten: Kaum

war eine Packung alle, wurde die nächste

aufgemacht. Am liebsten wollte ich immer

die Garagentür aufreißen und frische Luft

hereinlassen, aber dafür war er viel zu nervös,

weil er ständig fürchtet, erschossen zu

werden. Vor der Vergeltung seiner ehemaligen

Kameraden hat er wirklich Angst, was

mich dann auch nicht sonderlich sicher

fühlen ließ.

Wie hat er auf Sie gewirkt?

Zunächst einmal war ich erstaunt, wie wenig

man noch von den Tattoos im Gesicht

sieht. Er hat sie sich ja entfernen lassen,

und mehr als ein paar Hautverfärbungen

sind wirklich nicht zu sehen. Ansonsten war

er ausgesprochen eloquent und kultiviert,

ein guter Gastgeber und interessierter Gesprächspartner.

Seine Frau hat er mir auch

vorgestellt. Er bereut seine Vergangenheit

zutiefst und weiß genau, dass er die Schuld,

die er auf sich geladen hat, sein Leben lang

nicht loswerden wird. Ich dachte die ganze

Zeit darüber nach, wie anders sein Leben

eigentlich hätte verlaufen können, denn er

hätte das Zeug gehabt zu einem positiven,

glücklichen Leben. Und im

gleichen Atemzug habe ich mir

dann die Frage gestellt, wie schnell

wohl auch mein Leben ein ganz

anderes hätte werden können,

wäre ich nicht als Junge für diesen

wunderbaren Tanzfilm namens

„Billy Elliott“ besetzt worden. Eine

falsche Abzweigung genügt ja

meistens schon ...

Können Sie die Negativität einer

solchen Rolle von der eigenen

Psyche fernhalten oder färbt die

während der Dreharbeiten ab?

Natürlich muss man versuchen, all die

Emotionen der Figur möglichst nicht zu

nah an sich heranzulassen. Und sich vor

Augen zu führen, dass mein Leben ein

ganz anderes ist und ich einen kleinen

Sohn habe, für den ich ein toller Papa sein

will, hilft dabei schon mal. Aber gleichzeitig

kann man sich natürlich nicht vollkommen

frei davon machen, schließlich

muss ich die Rolle ja mit Haut und Haar

verkörpern. Das Körperliche ist in diesem

Fall sehr wichtig gewesen, auch jenseits

der Tattoos. Ich war viel im Gym, um

mich so aufzupumpen, wie es Skinheads

oft tun. Außerdem wollte ich unbedingt

zunehmen, deswegen habe ich ziemlich

viel ungesundes Zeug gegessen, Erdnussbutter,

Eis, all solche Sachen. All der

Zucker hat mich echt depressiv gemacht.

Und allzu erfolgreich war die Sache auch

nicht, denn kaum fingen wir dann mit dem

eigentlichen Dreh an, purzelten automatisch

wieder die Kilos. Ich habe wirklich

keine Ahnung, wie mein Kollege Christian

Bale das mit seinem ständigen Ab- und

Zunehmen für seine Rollen immer macht.

Ich fand das echt unglaublich anstrengend

und mühsam.

Hatten Sie eigentlich gar keine

Bedenken, einen solchen Neonazi zu

spielen?

Oh doch, und wie. Insgesamt habe ich

dem Regisseur Guy Nattiv sicherlich

viermal abgesagt. Nicht zuletzt, als im

Sommer 2017 diese unfassbare rechtsextreme

Demonstration durch Charlottesville

zog. Ich hatte das Gefühl, es

könnte unangebracht sein, eine solche

Geschichte zu erzählen. Warum sollten

wir diese Menschen noch mehr ins

Rampenlicht rücken? Wir wissen, dass es

diese Szene gibt, wir sehen es auf den

Titelblättern der Zeitungen. Eine Frau ist

in Charlottesville getötet worden, jemand

hatte seine Tochter verloren. Muss man

das noch mit einem Kinofilm befeuern?

Aber dann verebbten die Schlagzeilen

und ich begann wieder zu überlegen, ob

es nicht doch Sinn machen könnte, davon

zu erzählen, dass sich Menschen ändern

können. Und dass es gerade in Zeiten wie

diesen hilfreich sein könnte, Geschichten

zu sehen, die auch davon handeln, welche

Wirkung die Güte und Großzügigkeit von

Fremden haben kann. Denn wir sehen ja

auch Menschen wie den Antifaschisten

Daryle Lamont Jenkins, die Bryon dabei

geholfen haben, sein Leben zu verändern.

Sie haben „Billy Elliott“ bereits

erwähnt. Der Film ist 19 Jahre her,

damals waren Sie 14 Jahre alt und

spielten Ihre erste Rolle. Hatten Sie

einen Plan, wie Ihnen der Übergang

vom Kinderstar zum erwachsenen

Schauspieler gelingen würde?

Absolut nicht. Aber ich war immer von guten

Leuten umgeben, die mich in die richtige

Richtung gelenkt haben. Ihnen und

mir ging es immer eher um eine langfristige

Karriere als um schnellen Erfolg oder

so. Deswegen habe ich stets versucht, mit

spannenden Filmemachern zu

arbeiten und interessante, auch

kleine Rollen zu spielen, und

mich nicht als Hauptdarsteller in

irgendwelchem Mist verheizen

zu lassen.

*Interview: Jonathan Fink

„Skin“, Kinostart: 3.10.


FILM

FOTO: SALZGEBER

DVD

Helmut Berger, meine Mutter und ich

Der Österreicher Helmut Berger

(*29. Mai 1944) posierte 1970

als erster Mann auf dem „Vogue“-Cover,

er drehte mit Liz Taylor und Madonna,

gewann die wichtigsten Filmpreise – und

doch denkt man vor allem an Drogen und

RTL, wenn man seinen Namen hört.

Seine große Liebe war zugleich sein

Förderer und Entdecker: Luchino Visconti,

ein italienischer Theater-, Opern- und

Filmregisseur mit Weltruhm. Als dieser

1976 starb, begann Helmut Berger,

Zuflucht in den Räuschen dieser Welt zu

suchen. Seine Karriere verlief fortan anders

als erwartet, wenn er auch in den 1980ern

unter anderem noch beim „Denver Clan“

mitwirkte und bis zur Jahrtausendwende

immer wieder auch in großen Produktionen

(u. a. in „Der Pate III“ von Francis Ford

Coppola) eine Rolle bekam. Aber eben nur

noch eine Rolle.

„Helmut Berger, meine Mutter und ich“

von Filmemacherin Valesca Peters ist kein

Spielfilm, es ist die – anrührende und fast

liebevolle – Annährung eines Fans, Bettina

Vorndamme, an ihr einstiges Idol, begleitet

von der Kamera. Dank der Filmemacherin

Peters werden wir Zeuge der Begegnung

verschiedenster Menschen an einen Weltstar

in der tiefsten Provinz, in Paris und

Berlin. Intim, ehrlich, lustig und dem großen

Helmut Berger gerecht werdend.

Wir erleben in diesem wunderbaren Film

einen feinsinnigen Mann, einen Menschen,

der sein Comeback an der Berliner

Volksbühne wagt, einen Künstler, der, so

schwierig er im Umgang auch sein mag,

bewundert und nicht belächelt werden

sollte. *rä

www.salzgeber.de

KULT

Vom Winde verweht?

Nein, Polyester!

Ein schräges Meisterwerk

aus dem Jahr 1981

erscheint im Herbst neu

auf Blu-Ray und DVD.

Erzählt wird in dem Film

von Francine Fishpaw

(Divine) aus Baltimore,

die sich mit allen, wirklich

allen schlimmen Dingen

des Lebens rumschlagen

muss: eine Mutter, die sie

nur ausnutzt und beleidigt

(„Verdränge deinen Urin

doch in dein Fettgewebe!“),

kriminelle Kinder, ein

liebloser, untreuer und fieser Ehemann. Und dann noch

diese Alkoholsucht! Denn anfangs glaubt Francine, dass

sie die hochprozentige Stütze im Leben braucht, aber

sie erlebt eine Wandlung – nachdem sie unter anderem

in eine Handtasche gekotzt hat –, als sie auf Todd

Tomorrow trifft und auch die liebenswerte Cuddles sich

ihrer annimmt … *rä

www.facebook.com/DivineOfficialPage

KINO

Gregor Schmidinger:

Nevrland

Anfang des Jahres feierte der Film beim „40. Filmfestivals

Max Ophüls Preis“ in Saarbrücken seine Weltpremiere. Im

Oktober startet er im Kino.

„Nevrland“ erzählt in extrem kunstvoller Bildsprache eine

Geschichte über Sexualität und die mit ihr so eng verknüpften

Ängste besonders jüngerer Menschen, die sich zu

psychischen Störungen steigern können oder sich durch

Selbstfindung und Ausprobieren heilen. Bekannt wurde der

am 16. April 1985 in Österreich geborene Regisseur Gregor

Schmidinger durch seine beiden gesellschaftskritischen

Kurzfilme „The Boy Next Door“ (2008) und vier Jahre später

„Homophobia“. 2019 gewann er mit dem Film „Nevrland“

beim „Filmfestivals Max Ophüls Preis“ eine Auszeichnung. Er

ist auch Teil vom Projekt „Porn Film Festival Vienna“. *ck/rä

FOTO: SALZGEBER


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KUNST

INTERVIEW

SAMMLUNG JAKOB:

„Das zu machen, was andere nicht tun, ist immer gut“

Gemälde, Grafiken,

raumfüllende Klang- und

Videoinstallationen und auch

klassische Skulpturen: Die Sammlung

des Freiburger Lukas Jakob

kann sich sehen lassen.

Wir fragten nach.

Du bist 1998 geboren, wann ging

es denn los mit der Kunst?

In den letzten fünf Jahren war ich selbst

in verschiedenen Bereichen der Kunst

tätig, sei es Literatur, elektronische

Musik oder bildende Künste. So richtig

los ging es mit meiner ersten Einzelausstellung

im Alter von 16 Jahren in der

Jugendkunstgalerie Freiburg. Ich sehe es

heute als gutes Fundament an, um die

Arbeiten der Künstler in meiner Sammlung

aus einem anderen Blickwinkel zu

sehen. Aktuell konzentriere ich mich

aber auf meine Sammlung.

Dein erstes Kunstobjekt war ...

Zwei Grafiken von Michael Rausch.

Welche Künstler inspirieren dich

besonders?

Die Arbeiten von Berliner Künstlerinnen

wie Isa Genzken, Sati Zech oder Katharina

Grosse ziehen mich bereits seit Jahren in

ihren Bann. Ich weiß selbst nicht so genau,

wieso es mir die „Berlinerinnen“ so angetan

haben.

Auf welche Anschaffung bist du

besonders stolz?

Eine Arbeit von Katharina Grosse, die zu

den wichtigsten zeitgenössischen Künstlerinnen

zählt. Sie ist ebenfalls in Freiburg

geboren, wusstest du das?

Wonach entscheidest du, was du

erwirbst?

Generell arbeite ich mich gerne an einem

Kunstwerk ab. Deshalb interessieren mich

auch Arbeiten, die ich nicht ganz verstehe,

viel mehr als Arbeiten, die gefällig sind.

Auswirkungen auf den Kunstkauf haben

aber für meine Sammlung auch das Œuvre

des Künstlers, seine kommenden Projekte

und natürlich auch der Preis. Der Kauf muss

immer etwas wehtun, nur dann kann er beständig

sein. Außerdem kaufe ich nur Kunst

von Künstlern, die aktuell noch leben.

Dein Herz schlägt für Pop-Art, oder?

Weil einige Arbeiten sehr farbenfroh sind?

Das täuscht. Außer vielleicht den Arbeiten

des Berliner Künstlers Christian Perdix

lassen sich keine Künstler der Sammlung

so wirklich in die Pop-Art kategorisieren.

Schwerpunktmäßig verfolge ich eher Abstraktion,

Konzept und Medienkunst. Mein

Partner liebt Pop-Art – ich eher weniger.

Du bist in Freiburg geboren und

dortgeblieben. Was magst du an der

Stadt?

Ich habe auch schon kurze Zeit in Karlsruhe

gelebt und mich in Mannheim oder Berlin

verliebt, habe aber immer wieder hierher

zurückgefunden. Natürlich wäre aus kultureller

Sicht eine Großstadt erst mal interessanter.

Für mich zeichnet sich Freiburg aber

durch eine einzigartige Lebensqualität aus.

Sei es das viele Grün, der Münstermarkt,

die Schwarzwälder Küche oder die große

Familie. Ich habe mich im Tempo dieser

Stadt gefunden.


KUNST

Und was magst du an der Kunstszene?

Wir haben einen perfekten Standpunkt im Dreiländereck

und sind schnell an international wichtigen Kunsthappenings

wie der Art Basel oder der Art Karlsruhe und nur einen

Sprung von Mailand entfernt. Freiburg selbst bietet einige

wenige, aber dafür umso interessantere Galerien und Institutionen

wie das E-Werk, Kunsthaus L6, die Galerie Marek

Kralewski oder der JugendKunstPakour.

Es sind wunderbare Ausstellungen, die mich immer wieder

aufs Neue mit ihrer Qualität Überraschen.

Stichwort Szene: Wie empfindest du die queere

Szene dort?

Wir haben hier in Freiburg nicht zuletzt durch die vielen Studenten

eine überschaubare, sich entwickelnde Szene und

einen fantastischen CSD mit tollen Dragqueens wie zum

Beispiel Candy Crystal. Hier findet jeder schnell Anschluss.

Außerdem zeichnet sich das Nachleben durch ausgesprochen

hochwertige elektronische Musik und exzentrische

Partys, wie sie in Berlin zu finden sind, aus.

Magst du denn das Wort queer?

Das zu machen, was andere nicht tun, ist immer gut.

*Interview: Michael Rädel

www.sammlung-jakob.com


MODE

FOTOS: KOWA BERLIN

TREND

REGEN?

WIND?

SCHNEE?

KEIN PROBLEM!

Ein rational denkender Mensch weiß, dass er auch in der kalten Jahreszeit raus

muss, um gesund (auch körperlich!) zu bleiben. Und in IVANMAN sieht er damit

auch noch so richtig trendig aus.

Die Herbst/Winter-Kollektion des 2010 von Designer Ivan Mandzukic in Berlin

gegründeten Modelabels setzt gekonnt auf den Spagat zwischen Sportswear

und Klassik. „Sportive Elemente und Produkte aus dem Activewear-Bereich

treffen auf klassische Schnitte und ruhige Materialien“, verrät der Modedesigner.

„Die ernste Fassade wird aufgebrochen und bleibt dynamisch. Das

Zusammenspiel von Artikeln aus dem Lauf- und Radsport mit geradlinigen

Herrenhosen und -mänteln schafft eine einzigartige sowie kontemporäre

Ästhetik. Sattes Senfgelb und kühles Grau werden von knalligen

Farbdetails aufgemischt.“ Wir finden es klasse! *rä www.ivanman.org


TIPP

Mode aus Bayern: „Mei, is des schee“

Es liegt nicht nur an dem blauen Himmel und dem satten Waldgrün im

Hintergrund, dass wir von der Mode von MAERZ Muenchen angetan sind.

MODE

Uns überzeugen die klassischen Schnitte und die Materialien: Leinen sowie

Leinen-, Baumwoll- und Merinomischungen. Also kein Polyester (aka Plastik),

nein, der Bayer – und nicht nur der – mag es natürlich. Merinowolle ist sehr

angenehm auf der Haut zu tragen, denn sie ist leicht und atmungsaktiv. Ideal

also auch für hitzige Spätsommer ... Besonders gut finden wir die Weste aus

zweifarbigem Leinenstrick mit körniger Struktur. Schick, diese Mode. *rä

www.maerz.de


BUCH

KURZGESCHICHTEN

Queere Leben,

queere Identitäten

Dass es neben Mann und Frau noch

mehr gibt, ist immer wieder Thema bei

uns. Ja, das weibliche Geschlecht ist

jenes, dass die Kinder austrägt. Der Cis-

Mann kann das nicht. Aber wollen wir

uns gesellschaftlich darauf reduzieren

lassen?

COMIC

„Knock Out!“

Der Berliner Graphic-Novel-Künstler

Reinhard Kleist widmet sich in seinem

neuen Buch dem amerikanischen

Boxweltmeister Emile Griffith (1938 –

2013), der zeitlebens als Sportler gefeiert

wurde – als queerer Mann aber

mit Repressalien zu kämpfen hatte.

„Knock Out!“ heißt der neue Comic

von Reinhard Kleist, der Ende August

bei CARLSEN erscheinen wird. In ihm

erfahren wir mehr über das Leben des

Boxers, der 1962 seinen Gegner im

Ring so stark verletzte, dass dieser an

den Folgen starb. „Wie seltsam das

ist … Ich töte einen Mann, und die

meisten Leute verstehen das und verzeihen

mir. Hingegen, ich liebe einen

Mann, und so viele halten das für eine

unverzeihliche Sünde, die mich zu

einem schlechten Menschen macht.

Wenn ich auch nicht im Gefängnis

gelandet bin, so war ich trotzdem fast

mein ganzes Leben lang eingesperrt“,

so Emile Griffith dazu. 1992 wurde

der Sportler fast zu Tode geprügelt,

als er eine Schwulenbar verließ ... Die

Graphic Novel lässt uns teilhaben

an seinen inneren Kämpfen, seinem

Wunsch zu lieben, und gibt einen

erdrückenden Einblick in die Gesellschaft

des 20. Jahrhunderts. *rä

www.carlsen.de

Queere Menschen sind nicht nur „genau

so“ oder „genau so“. Queere Menschen

können Transmann oder Intersexuelle

sein. Sie können Transfrauen, Bisexuelle

oder Dragqueens sein. Das mag

heteronormativ geprägte Mitmenschen

verwirren, ist aber so. Vielfalt wird dem

Leben gerecht, nicht das Streben nach

gesellschaftlichen Traditionen (aka

Repressionen und Vorschriften). „You

were born naked, the rest is drag“ – ein

Satz, der RuPaul zugesprochen wird und

beständig (zu Recht) in der queerfeministischen

Szene zitiert wird.

GESELLSCHAFT

Von der Triebhaftigkeit

des Klerus

In der Bibel erzählt die Geschichte von

Sodom und Gomorra von zwei Städten, die

in Schwefel und Feuer untergehen, da sich ihre

Bewohner von Gott abgewendet haben, indem sie

Gäste zum Sex nötigen und auch sonst dem puren

Hedonismus, nicht der Nächstenliebe, frönen.

Durchaus auch Dinge, die man dem Vatikanstaat,

der katholischen Kirche vorwerfen könne, heißt es

da oft. Das Buch „Sodom – Macht, Homosexualität

und Doppelmoral im Vatikan“ des französischen

Soziologen und Journalisten Frédéric Martel, das im September bei S. Fischer Verlag

erscheint, beschäftigt sich mit diesen Vorwürfen. Und zwar äußerst spannend,

etwas populistisch, aber immer (anscheinend) fundiert und gespickt mit Aussagen

bekannter Persönlichkeiten und Insider. *rä

Wie verlosen drei Exemplare auf www.blu.fm/gewinne, www.fischerverlage.de

Das Buch „Blaue Augenbrauen“ aus der

BuchLabs Series (www.buchlabs.org,

Amsterdam) ist ein Gemeinschaftsprojekt

von sechs Autor*innen, mit dabei

sind unter anderem Hardy Krüger und

Casjen Griesel. In ihren Geschichten

geht es um Identitäten und Rollen, um

Küchentische, Mykonos und Sonnenmilch.

Vor allem geht es in den Geschichten

aber um Begegnungen, um

unterschiedlichste Erlebnisse und queere

Lebenswelten. Entstanden ist das Buch

in einem Schreibworkshop der Akademie

Waldschlösschen, geteilt wurden persönliche

Schlüsselerlebnisse, kulturelle

Hintergründe und Intimes. Herausgekommen

ist dabei dann dieses Buch.

Sehr lesenswert und unterhaltsam. *rä


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