Kulturfenster Nr. 01|2020 - Februar 2020

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Poste Italiane SpA – Sped. in a.p.

-70% – NE BOLZANO – 72. Jahrgang

Nr. 1 | FEBRUAR | 2020

Zweimonatszeitschrift

KulturFenster

Blasmusik, Chorwesen und Heimatpflege in Südtirol

2020 den Kindern gewidmet

Erfolgreiches Kapellmeister-Coaching

Der Wert der Landschaft


• Geleitwort •

• Inhalt •

• Chorwesen

Obmann Deltedesco:

2020 den Kindern gewidmet 5

Chöre-Forum Karneid als

Musterbeispiel 6

Dietmar Thanei neuer

Geschäftsführer des SCV 8

Meisterkurs mit Jan Scheerer

in Bozen 9

„Cantate Domino“ von

H. Paulmichl –

Uraufführung in Bozen 10

Vierzig Jahre Kirchenchor

St. Cäcilia in Vilpian 11

Cäcilienmesse von

H. Kerschbaumer –

Live-Übertragung 12

Kirchenchor Tiers: Isidor

Trompedeller Ehrenchorleiter 13

Stimmgabel 14

Auf gutem Weg

• Blasmusik

P. Fauster: Umfrage zu Kultur-Fenster 19

Kapellmeister-Coaching –

ein Erfolgsmodell 20

Brass Band Wipptal – Italienmeister 24

Applaus für Vinschger

Bezirksblasorchester 50 + 25

Hörgenuss bei Cäcilienkonzert

der Bürgerkapelle Brixen 26

Junge Solisten bei Cäcilienkonzert

der MK Auer 27

Musikkapelle Naturns:

Meditatio Festival 28

30 Jahre Symphonic Winds – Galakonzert 29

Cäcilienkonzert der MK Zwölfmalgreien

zu 200-Jahr-Jubliäum 30

Im Gedenken an Walter Messner 31

Lukas M. Gasser mit vielen Ideen im Kopf 32

Musikpanorama 34

Das „KulturFenster“ wird geschätzt. Auf diesen

erfreulichen Nenner lässt sich das Ergebnis

einer umfangreichen Mitglieder- und

Leserumfrage reduzieren, die im Auftrag des

VSM das Institut für Sozialforschung und

Demoskopie ,,apollis“ aus Bozen durchgeführt

hat. Es ging darum, die Lesegewohnheiten

und Lesepräferenzen zu ergründen.

Die detaillierten Ergebnisse sind in der Mediathek

der VSM-Homepage (Rubrik ,,KulturFenster“)

veröffentlicht.

Einen Gewinn für alle Beteiligten ist für den

VSM das Kapellmeister-Coaching. Es handelt

sich dabei um eine praxisbegleitende

Form im Rahmen der diversen Fortbildungsangebote

Dieses Coaching, dessen Initiator

der frühere Verbandkapellmeister Sigisbert

Mutschlechner war, wird bereits im

fünften Jahr durchgeführt und erfreut sich

zunehmender Beliebtheit.

Bewährtes bewahren und Neues wagen: Das

ist die Devise des neuen Geschäftsführers

im Südtiroler Chorverband. Dietmar Thanei,

gebürtiger Vinschger und seit 15 Jahren in

Brixen ansässig, tritt die Nachfolge von Arnold

Keim an, der ins Kassianeum nach

Brixen wechselt. Verbandsobmann Erich

Deltedesco möchte das Jahr 2020 den Kindern

und Jugendlichen widmen ,,Das Singen

und das Chorleben auch in diesem Jahr zu

pflegen und zu erhalten, das ist die vordringlichste

Aufgabe des SCV“, so der Obmann.

Ein „Thema“ der Heimatpfleger spricht der

Schweizer Biologe und Geschäftsführer der

Stiftung Landschaftsschutz Schweiz Raimund

Rodewald über den Wert der Landschaft

an. Er fordert eine aktive Auseinandersetzung

mit dem Lebensraum Erde. Eine

zentrale Frage sei: Welche Leistung bringt

eine Landschaft, ein Bach, ein Kleinbiotop

für ein ,,gutes Leben“ -ein Leben, das

uns kulturell bereichert, das unsere Identität

stärkt und unsere Gesundheit fördert.

Kulturerbe, Ortsbild und Landschaft sind

die zentralen Themen des Heimatpfl egeverbandes

für die Arbeit im Jahr 2020. Es

gehe darum, die Umwelt und das heimische

Landschaftsbild zu schützen und alles zu

pfl egen, was die Eigenart unserer Heimat

ausmacht, heißt es in den Schwerpunkten

des Arbeitsprogrammes 2020.

Alfons Gruber

• Heimatpflege

Das KulturFenster im Visier

der Leserinnen und Leser 46

Der Wert der Landschaft 47

Alles ist Landschaft 49

Kulturerbe, Ortsbild, Landschaft 50

33. Gesamttiroler

Heimatpfl egetreffen in Schwaz 52

Aristoteles, Zufriedenheit und der

Weg der Touristen 54

Mejes-Ausstellung verlängert 56

Ein Juwel in der Landschaft –

altes Kulturgut wiederbelebt 57

Gesamttirol zu Gast bei der

Magnifi ca Comunita`di Fiemme” 58

Neuer Vorstand, viele Pläne 59

Vom Hongoat zum Speltenzaun 60

Bagger auf der Schöllberg-Göge-Alm 61

Winterlehrgang 2019 62

Das neue

Kastelruther Trachtenmuseum 63

Titelbild: Kindersingwoche in der Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung (Frankenberg) in Tisens.

2

KulturFenster


Kulturfenster

Das „KulturFenster“

wird geschätzt!

Die Ergebnisse der Leserinnen - und

Leserumfrage liegen vor

Bereits im Dezember 1948, also nur wenige

Monate nach der Gründung des Verbandes

Südtiroler Musikkapellen (VSM),

erschien die erste Ausgabe der als monatliches

Mitteilungsblatt angelegten „Volksmusik“.

Bereits ein halbes Jahr später, im

Juli 1949, beteiligte sich auch der neu gegründete

Südtiroler Sängerbund am Projekt

„Volksmusik“. Im August 1951 stieß der

Bund Südtiroler Volksbühnen zur „Volksmusik“.

Nachdem im September 1953

auch der Landesverband für Heimatpflege

mit ins Boot geholt werden konnte, wurde

der Titel der Zeitschrift, den neuen Inhalten

entsprechend, in „Südtiroler Volkskultur“

umbenannt. Nicht nur das äußere Erscheinungsbild

und das Layout der Titelseite änderten

sich im Laufe der Jahre, sondern

auch die Inhalte wurden an die stetig geänderte

Bedürfnisse der Leserinnen und

Leser angepasst. 2008 wurde schließlich

das redaktionelle Konzept mit einer zeitgemäßeren

Aufmachung einschließlich des

durchgängigen Farbdrucks grundlegend

überarbeitet und die Zeitschrift in „KulturFenster“

umbenannt. Aus Gründen der

Kosteneinsparung wurden die bisher elf

Ausgaben pro Jahr auf sechs (jeweils im

Februar, April, Juni, August, Oktober und

Dezember) reduziert.

Zehn Jahre später hat sich das Redaktionsteam

die grundsätzliche Frage gestellt,

ob der eingeschlagene Weg der richtige ist

und wie man die Zeitschrift erfolgreich in

die Zukunft weiterentwickeln kann. Dazu

wurde das Institut für Sozialforschung und

Demoskopie „apollis“ aus Bozen mit einer

Mitglieder- und Leserumfrage beauftragt.

Die Ergebnisse liegen nun vor und bilden

die Grundlage, die Zeitschrift an die Lesegewohnheiten

und Lesepräferenzen

anzupassen.

Nr. 01 | Jänner 2020 3


Wir bedanken uns bei allen, die an der

Umfrage teilgenommen haben und

dadurch das Interesse am „Kultur-

Fenster“ bestätigt haben. Die Ergebnisse

sind uns Auftrag und Verpflichtung

zugleich, den eingeschlagenen

Weg weiterzugehen, um allen Leserinnen

und Lesern auch in Zukunft

interessante, nützliche und unterhaltsame

Inhalte zu präsentieren.

Stephan Niederegger,

VSM-Medienreferent

KulturFenster

Blasmusik, Chorwesen und Heimatpflege in Südtirol

Die detaillierten Ergebnisse

sind in der Mediathek der

VSM-Homepage (Rubrik „KulturFenster“

veröffentlicht.

4

KulturFenster


Vorweg

Chorwesen

2020 ist den Kindern gewidmet!

Schon wieder stehen wir am Anfang eines

neuen Jahres und das alte mit seinen vielen

schönen Erlebnissen beim gemeinsamen

Singen und mit seinen großartigen musikalischen

Höhepunkten liegt hinter uns.

Das Singen und das Chorleben lebendig

erhalten, das wird unser Bestreben auch

in diesem Jahr wieder sein. Stand das vergangene

Jahr im Zeichen des Gesamttiroler

Wertungssingens, so ist das Jahr 2020

vornehmlich den Kindern und Jugendlichen

gewidmet. Der Nährboden für das

Singen muss bereits in der frühen Kindheit

bereitet werden. Je eher der Same gesät

wird, desto reicher und üppiger kann die

Frucht aufgehen. Der Südtiroler Chorverband

war und ist immer sehr bemüht gerade

die Aus- und Weiterbildung im Bereich

„Singen mit Kindern

und Jugendlichen“

zu fördern und Kinder

und Jugendliche

für das Singen, für die

Chormusik zu begeistern.

Näheres erfahren

Sie bei der 71.

Ordentlichen Vollversammlung

am Samstag,

7. März 2020 in

Nals, zu der ich Sie,

liebe Obleute, liebe

Chorleiterinnen und

Chorleiter, herzlich einlade. Ihre Anwesenheit

ist mir sehr wichtig, der persönliche

Kontakt mit Ihnen ist mir ein großes

Anliegen. Ich wünsche jetzt schon Ihnen

ein erfolgreiches Jahr 2020. Möge es Ihnen

viel Freude und Genugtuung bei Ihrem

musikalischen Tun bringen.

Das Institut für Sozialforschung und Demoskopie

“apollis” hat im Auftrag des Verbandes

Südtiroler Musikkapellen, des Südtiroler

Chorverbandes und des Südtiroler

Heimatpfl egeverbandes eine Mitglieder–

und Leserumfrage zur Verbandszeitschrift

“KulturFenster” durchgeführt. Diese Bestandsaufnahme

bildet die Grundlage, die

Zeitschrift an die etwaigen veränderten Lesegewohnheiten

und Lesepräferenzen anzupassen,

nachdem die letzte Überarbeitung

bereits 10 Jahre zurück liegt. Eine

ausführliche Zusammenfassung der Umfrageergebnisse

fi nden Sie auf der Website

des Chorverbandes (www.scv.bz.it). Ich

danke allen, die sich aktiv an der Umfrage

beteiligt haben. Anhand Ihrer Rückmeldungen

werden wir gemeinsam versuchen,

ein Konzept zu erarbeiten, um unser „KulturFenster“

noch interessanter werden zu

lassen und Sie zukünftig lebendiger, aktueller

und moderner über kulturelle Themen

in unserem Land informieren zu können.

Erich Deltedesco

Verbandsobmann des SCV

Alle Informationen zu den Veranstaltungen und Schulungen des Südtiroler Chorverbands

auf www.scv.bz.it und auf Facebook!

Dominikanerplatz 7, I-39100 Bozen

Tel.: 0471 971833

E-Mail: info@scv.bz.it

www.scv.bz.it

facebook.com/SuedtirolerChorverband

Nr. 01 | Jänner 2020 5


Das Thema

Alle Menschen zum

Singen einladen!

Das Chöre-Forum Karneid als Musterbeispiel

für Netzwerkarbeit im Chorwesen

Der Kinderchor Gummer sang: „Wir sind die Kinder des Rock'n Roll, ihr wart

genauso wie wir!“

„Gleich ob Chormitglied oder nicht – wir laden

alle Menschen, Kinder, Jugendliche und

Erwachsene zu unseren Projekten ein!“ Mit

diesen Worten hat Martin Vieider, Obmann

des Kirchenchors Gummer und des Chöre-

Forums Karneid, einen Ansatz formuliert, der

sicher der richtige Weg ist, wenn es um die

Zukunft des Chorgesangs geht.

Bei der Vollversammlung des Bezirks

Bozen am 18. Jänner im Vereinshaus von

Kardaun stellte Vieider das Chöre-Forum

Karneid vor, ein Projekt, das Vorbild sein

könnte. „Wir gründeten das Chöre-Forum

vor zehn Jahren mit dem Ziel, die Zusammenarbeit

zwischen den Chören in der Gemeinde

zu verbessern. Wir wollten mit Projekten

die Freude am Singen fördern, die

Menschen begeistern, Gemeinschaft über

die Fraktionen hinaus stiften, ein Netzwerk

zwischen Chören aufbauen.“ Das Chöre-

Forum ist eine Ideen-Werkstatt, die sich

mit der Frage beschäftigt: Was können wir

konkret tun, um Leute für das Singen zu

begeistern? Und natürlich geht das leichter,

wenn mehrere Chöre an einem Strang

ziehen. So gibt es in der Gemeinde Karneid

insgesamt 12 Chöre auf fünf Fraktionen verteilt:

Gummer hat drei Chöre, in Steinegg

gibt es fünf Chöre, in Karneid zwei und jeweils

einen in Blumau und Kardaun. Dazu

gibt es noch verschiedene kleinere Singgruppen.

Außerdem ist auch der Kirchenchor

Atzwang dabei, weil Atzwang zur selben

Seelsorgeeinheit gehört.

Offene Veranstaltungen und

Chöre-Austausch

Was Netzwerk- und Projektarbeit bedeutet,

zeigte Vieider den Vertretern der Chöre aus

dem Bezirk an einigen Beispielen: So wurden

insgesamt drei Song-Projekte mit den

bekannten Dirigenten Stefan Kaltenböck

und Oliver Felipe organisiert. „Wir haben

diese Veranstaltungen bewusst für alle geöffnet,

auch für Jugendliche und Erwachsene,

die in keinem Chor sind! Und die Veranstaltungen

sind sehr gut angekommen.“

Diese Offenheit und Öffnung nach außen

scheint das Leitmotiv aller Veranstaltungen

des Chöre-Forums zu sein. Offenheit bedeutet

vor allem auch, sich auch als Chöre zusammenzutun,

gemeinsam zu singen: So

gab es 2015 und 2018 einen Chöre-Tag mit

Heinrich Walder, wo alle Sänger und Sängerinnen

der Gemeinde einen großen Chor

bildeten und in der Pfarrkirche von Steinegg

den Gottesdienst gestalteten. „Es war

ein sehr schöner Moment, gelebte Gemeinschaft

aller Dörfer“, erinnert sich Vieider.

Das Projekt „Klangwege“ mit Karl Unterhofer

fand schon öfters statt. Auch hier

waren alle eingeladen, „die Lust hatten,

ihre Stimme in der Natur zu spüren“, wie

Vieider sagt. Öffnung nach außen war auch

das Motto beim Wirtshaussingen, wo jeder

hinkommen und einfach mitsingen konnte,

oder beim Offenen Singen mit Sepp Oberhöller.

Ein besonderes Merkmal dieser Netzwerkarbeit

ist der Chöre-Austausch: Regelmäßig

treten Chöre in der jeweils anderen

Fraktion auf. „Diese Idee wurde schon vor

der Gründung des Chöre-Forums durch das

Projekt Musik hoch 3 initiiert“.

„Mittlerweile läuft es von alleine!“ Die

Chöre nehmen selbst Kontakt untereinander

auf und suchen nach Terminen für den

„Austausch“. „Unser Wunsch wäre, dieses

Projekt auf die ganze Seelsorgeeinheit

auszudehnen“, sagt Vieider, denn der Austausch

macht Spaß: Für die Leute in den

Dörfern ist es eine schöne Abwechslung,

aber auch für die Sängerinnen und Sänger

selbst. Neue Wege geht das Chöre-Forum

auch bei der Stimmbildung: Sie wird

nicht nur im Block angeboten, sondern wöchentlich

über ein bis zwei Monate. Auch

das fördere die Freude und den Einsatz für

Chorgesang und Chor. Vieider dankte bei

dieser Gelegenheit auch den Sponsoren,

dem Südtiroler Chorverband, dem Bezirk

Bozen im Chorverband, der Gemeinde

Karneid, der Bezirksgemeinschaft und der

Raiffeisenkasse Schlern Rosengarten. „Es

macht echt Spaß im Chöre-Forum, weil wir

dasselbe Ziel vor Augen haben.Ich wünsche

mir, dass wir Menschen für das Singen begeistern“,

schloss Martin Vieider. Bezirksobmann

Josef Vieider dankte ihm für die

„exzellente Führung des Chöre-Forums“.

Jugend über Popgesang fürs

Singen gewinnen

Dass der Bezirk Bozen auch außerhalb der

Gemeinde Karneid ein sehr aktiver Bezirk

ist, zeigte der Rückblick auf die Tätigkeiten

der Chöre: Konzerte, vom Austropopkonzert

bis zum klassischen Adventskonzert,

Chorreisen nach Rom und Regensburg,

6

KulturFenster


Chorwesen

Gottesdienstgestaltungen und Faschingsrevues,

besondere Aktionen wie Adventskranzwinden

und Keksebacken – der Foto-

Rückblick zeigte die Phantasie und das

Engagement der Chöre. Über 1500 Gottesdienste

und 200 Konzerte wurden gestaltet,

über 2000 Veranstaltungen und über

4000 Proben - „eine immense Tätigkeit“

der 115 Chöre im Bezirk, zu denen 2890

Mitglieder gehören. „Wenn wir besondere,

innovative Ideen haben und eventuell auch

die Jugend einbinden, ist es auch leichter,

eine finanzielle Förderung zu bekommen“,

sagte Vieider bei dieser Gelegenheit.

Auf Bezirksebene waren die Höhepunkte

des vergangenen Jahres das Bezirkssingen

„Gesang und Genuss“ in Kurtatsch am 25.

Mai, an dem 20 Chöre teilnahmen. Ein Film

von Franz Hauser zeigte Eindrücke dieser

stimmungsvollen Veranstaltung, zu der viele

Zuhörerinnen und Zuhörer kamen. Vieider

wies darauf hin, dass auch im Bezirk das

Alter der Sänger immer weiter steigt: So

seien nur 5 Prozent der Sängerinnen und

Sänger unter 14 Jahre, 11 Prozent unter

30, 32 Prozent seien über 60 Jahre alt. Der

Großteil der Sänger ist also schon eher älter,

was nichts Schlechtes ist, „doch müssen

wir uns Gedanken machen, wie wir die

Jugend fürs Singen gewinnen“. In diesem

Sinne wurde ein erfolgreicher Projekttag

für Kinderchöre in Völs mit der Referentin

Bärbel Weber angeboten, an dem vier Kinderchöre

teilnahmen. Heuer wird der Projekttag

die Jugend ansprechen, wie Bezirkschorleiterin

Sibille Huber sagte. Sie sei mit

ihrem Jugendchor am Trasimenosee gewesen

mit den Referenten Tamara Rieder, als

Popsängerin Tamira bekannt, und Michael

Braun, Chorleiter des Männerchors Stim-

Men: „Die Jugendlichen waren begeistert!“

Deshalb möchte der Bezirk das im Herbst

für alle Jugendliche im Bezirk wiederholen:

Thema wird die „Popstimme“ sein, weil dafür

seien die Jugendlichen am meisten zu

begeistern. „Wir werden uns fragen, wie wir

mit der Stimme umgehen müssen, ohne ihr

zu schaden.“ Die Teilnehmerinen und Teilnehmer

werden Pop-Literatur ohne Noten

einstudieren. Auch die Klangwege werden

wiederholt, und zwar in Völs am 25. April.

Der Chorverein Kardaun hatte auch für das Kulinarische gesorgt.

Chöre die Versammlung musikalisch:

Der Kinderchor Gummer unter der musikalischen

Leitung von Edeltraud Grumer

sowie der Chorverein Kardaun unter

der musikalischen Leitung von Barbara

Berger-Mayr. Der Kinderchor sang besonders

aktuell ein Lied zum Thema Europa:

„Europa Kinderland, wir geben

uns die Hand, wozu sind Grenzen da...“

hieß es darin und damit wurde wieder

sicht- und hörbar, welche kulturelle Aufgabe

die musikalische Erziehung haben

kann. Das betonten auch die Ehrengäste,

so auch Chorverbandsobmannstellvertreterin

Margareth Greif, die die Grüße

des Verbandsobmanns Erich Deltedesco

überbrachte, der krankheitshalber nicht

kommen konnte, und Edmund Lanziner,

der Präsident der Bezirksgemeinschaft

Unterland. Gekommen waren auch der

Präsident der Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern

Albin Kofler und das „Urge-

stein“ der Förderung des Chorgesangs, der

ehemalige Landtagsabgeordnete Oswald

Schiefer. Karneids Bürgermeisterin Martina

Lantschner stellte die Gemeinde vor

und richtete ihren Dank - wie auch Bezirksobmann

Josef Vieider - an alle Ehrenamtlichen

im Bezirk und den Bezirksvorstand.

Alle betonten den „kulturellen

und sozialen Auftrag“ der Chöre, Margareth

Greif erinnerte auch daran, dass das

Niveau der Chöre in Südtirol besonders

hoch sei und betonte, dass hier die Schulungen

sehr wichtig seien, die auch heuer

wieder vom Verband angeboten würden.

Der besondere Dank von Bezirksobmann

Josef Vieider ging an das Chöre-Forum und

insbesondere an den Chorverein Kardaun,

der für das Kulinarische gesorgt hatte, mit

Produkten aus dem Gemeindegebiet, wie

er betonte. Die Versammlung schloss mit

einem gemeinsamen Lied und einem gemütlichen

Beisammensein.

Dank an Chöre-Forum Karneid

und Chorverein Kardaun

Die gute Zusammenarbeit des Chöre-

Forums sah man auch bei der Vollversammlung.

So umrahmten gleich zwei

Beim Bezirk Bozen singt der Bezirksvorstand auf der Bühne das Abschlusslied mit.

Nr. 01 | Jänner 2020 7


Aus Verband & Bezirken

„Bewährtes bewahren und

Neues wagen“

Der Südtiroler Chorverband hat einen neuen Geschäftsführer

Der Südtiroler Chorverband hat mit dem neuen Jahr einen neuen Geschäfstführer bekommen:

Dietmar Thanei ist 46 Jahre alt, ein gebürtiger Vinschger und lebt seit fast 15 Jahren

in seiner Wahlheimat Brixen. Nach einer kaufmännischen Ausbildung ist Dietmar Thanei

„schnell zur Erkenntnis gelangt, dass das Arbeiten für und mit Menschen mir ganz

besonders liegt“. So habe er den Weg in die Pädagogik gefunden. Nach einigen Jahren

in der Kinder- und Jugendarbeit arbeitete er als Erzieher am Vinzentinum in Brixen und

übernimmt nun die Geschäftsleitung des Südtiroler Chorverbandes.

Kulturfenster: Sie sind seit Jänner Geschäftsführer

des Südtiroler Chorverbandes.

Was hat sie bewogen, diese Aufgabe

anzunehmen?

D. Thanei: Der Südtiroler Chorverband ist

für mich kein Unbekannter. Ich nehme bereits

seit Jahren mit großer Begeisterung

am Weiterbildungsprogramm des SCV teil

und durfte dabei viele liebe und nette Menschen

kennen lernen. So war es für mich

eigentlich die logische Konsequenz, mich

auf die ausgeschriebene Stelle des Chorverbandes

zu bewerben.

KF: Haben Sie auch eine Beziehung zum

Chorgesang bzw. zur Musik?

D. Thanei: Singen und Musizieren war in

unserer Familie schon immer ein fixer Bestandteil

und die Musik hat mich durch

viele Lebenslagen hindurch begleitet. Besonders

das Singen macht mir sehr große

Freude. So durfte ich auch eine Gesangsausbildung

an der Musikschule in Bruneck

absolvieren und bin seit einigen Jahren

Mitglied eines Vokalensembles in Brixen.

gen“ - unter dieses Motto möchte ich meine

neue Tätigkeit im Südtiroler Chorverband

stellen. Dabei ist mir wichtig, das „Rad“

nicht neu zu erfinden, sondern auf die Traditionen

des Verbandes aufzubauen. Ein

besonderes Augenmerk möchte ich aber

auf die Öffentlichkeitsarbeit legen. Es ist

in Zeiten von Digitalisierung und Informationsflut

umso wichtiger eine Strategie dafür

zu entwickeln. Ich denke dabei auch

an die neuen Medien.

KF: Was ist Ihrer Meinung nach die Hauptaufgabe

des Chorverbandes?

D. Thanei: Eine der Hauptaufgaben des

Chorverbandes ist sicherlich die Konzeption

und Durchführung von Schulungsveranstaltungen.

Zum einen sind diese

wichtig und hilfreich für die Wissens- und

Kompetenzvermittlung, zum anderen findet

dort das Erleben von Gemeinschaft,

Motivation sowie persönlicher Austausch

unter Gleichgesinnten statt. Das sind unverzichtbare

Werte für eine lebendige und

breit gefächerte Chorkultur in unsrem Land.

Int.: Paul Bertagnolli

KF: Was sind Ihre Ziele als Geschäftsführer?

Haben Sie schon konkrete

Ideen?

D. Thanei: „Bewährtes bewahren

und Neues wa-

KulturFenster

Redaktion KulturFenster

Ihre Beiträge für das Chorwesen senden Sie bitte an: info@scv.bz.it (Südtiroler Chorverband)

8

KulturFenster


Chorwesen

Meisterkurs mit

Jan Scheerer in Bozen

Workshop für Chorleiterinnen und Chorleiter

Jan Scheerer

Mit Jan Scheerer und Martha Basten

konnte der Südtiroler Chorverband wieder

zwei renommierte Referenten verpfl

ichten, die von Freitag, 13. bis Sonntag,

15. März 2020 einen Workshop für

Chorleiterinnen und Chorleiter im Kolpinghaus

Bozen leiten.

Gearbeitet wird mit einem bereits bekannten

Repertoire, um detailliert und

gründlich an der Dirigiergestik feilen zu

können, aber auch mit Werken, die dem

Chor noch fremd sind, um hier passende

Probenmethoden und Probentechniken

zu entwickeln. Parallel dazu gibt es die

Möglichkeit, bei Martha Basten einen

Kurs für Anfänger und leicht Fortgeschrittene

zu belegen. Im Meisterkurs mit Jan

Scheerer sind auch Zuhörerinnen und

Zuhörer sowie Hospitanten willkommen.

Jan Scheerer studierte Dirigieren und

Musiktheorie in Karlsruhe und Kopenhagen.

Seither hat er Engagements als

Chorsingmeister und assistierender Dirigent

am Königlichen Opernhaus in

Kopenhagen, beim dänischen Rundfunk

und bei den Göteborger Symphonikern.

Er unterrichtete Chorleitung am

Sommerseminar des Südtiroler Sängerbundes

(von 2015 bis 2018 als künstlerischer

Leiter) und organisiert seit 2012

seine eigenen Meisterkurse in Chordirigieren

und Ensemblesingen. Nach Lehraufträgen

an den Musikhochschulen in

Hannover und Kopenhagen wurde er im

Oktober 2019 zum Professor für Chorleitung

an der Musikhochschule in Leipzig

ernannt. Martha Basten studierte Schulmusik

mit Schwerpunkt Chor- und Orchesterleitung

in Mannheim und Chorleitung

in Kopenhagen bei Jan Scheerer. Neben

der Leitung von verschiedenen Kinder-/

Jugend- und Erwachsenenchören arbeitet

sie als Musikpädagogin auch im instrumentalen

Bereich. Seit 2017 ist sie

als Leiterin der kursübergreifenden Musik

der Deutschen Schülerakademie tätig

und unterrichtete dort ebenso wie 2018

in Dietenheim und 2019 in Heek Dirigiertechnik

in Chorleiterkursen.

Zielgruppe des Meisterkurses mit Jan

Scheerer sind erfahrene Dirigentinnen

und Dirigenten mit Vorkenntnissen aus

den letzten Chorleiterseminaren in Dietenheim.

Dabei sind maximal sechs aktive

und 25 passive Teilnehmerinnen

und Teilnehmer zugelassen. Zum Kurs

mit Martha Basten können sich Chorleiterinnen

und Chorleiter mit basaler Erfahrung

anmelden, bei dem es Plätze für

acht aktive Teilnehmerinnen und Teilnehmer

gibt. Die Zuteilung obliegt der Referenten

und wird nach Anmeldeschluss

mitgeteilt.

Anmelden kann man sich ab sofort bis

einschließlich 28. Februar 2020,

unter Verwendung des Anmeldeblattes

(www.scv.bz.it)

beim Südtiroler Chorverband.

Die Chorleiterfortbildung in Dietenheim (Bild) wird ergänzt durch einen Workshop in Bozen.

Nr. 01 | Jänner 2020 9


Aus Verband und Bezirken

Uraufführung des "Cantate

Domino" von Herbert Paulmichl

Geistliches Konzert mit dem Kirchenchor Nals

Das Kirchenkonzert stand unter dem Motto „Lasst sein heilig Lob uns singen“.

Unter dem Motto „Lasst sein heilig Lob uns

singen“ hat der Kirchenchor Nals am 8. Dezember

wieder ein geistliches Konzert gegeben.

Diese schöne Tradition gibt es nun

schon seit 27 Jahren.

„Immer schon war es unser Bestreben,

wertvolle Kompositionen geistlicher Musik

zur Ehre Gottes und zur Freude der Zuhörer

darzubringen“, sagt Chorleiter Josef Egger.

„Heuer konnten wir, gleich zu Beginn,

sogar mit einer Uraufführung aufwarten“:

eine der neuesten Kompositionen des bekannten

Südtiroler Kirchenmusikers Professor

Herbert Paulmichl, die Vertonung des

Psalms 95 „Cantate Domino“ für Chor, Orgel

und Orchester — gewidmet dem Kirchenchor

Nals und seinem Leiter Josef Egger.

„Unser Chorleiter absolvierte sein Kirchenmusikstudium

am Bozner Konservatorium

unter Prof. Paulmichl. Viele von

dessen Kompositionen fi nden sich in unserem

Repertoire“, erklärte Konzertsprecher

Martin Egger in seinen einleitenden

Worten und begrüßte den Komponisten

im Publikum: „Wir bedanken uns herzlichst

für diese Widmung, die für uns eine

große Ehre ist.“ Auf die Uraufführung folgte

die Choralkantate über das Lied „Wer nur

den lieben Gott lässt walten“. Dieses Jugendwerk

Felix Mendelssohn Bartholdys

für Solosopran, Chor und Orchester erinnert

sehr an die Musik Johann Sebastian

Bachs, den Mendelssohn sehr verehrte.

Als Solistin brillierte Irene Köfele Carli mit

ihrer weichen, klaren Stimme.

Im daran anschließenden Werk, der

Hymne op. 96 „3 geistliche Lieder und

Fuge“ für Mezzosopran, Chor, Orgel und

Orchester hat Mendelssohn seine eigene

Tonsprache gefunden. Die Texte dazu bilden

Anlehnungen an Psalmverse. Die Worte

der Fuge Nr. 4 „Lasst sein heilig Lob uns

singen und uns seiner Liebe freuen“ bildeten

das Motto des Konzertes. Den Solopart

übernahm eine weitere Chorsängerin,

Evi Gruber Rainer. Auch sie gestaltete

die Partie sehr innig.

Den letzten Programmpunkt des Abends

bildete die „Missa in G“ von Franz Schubert

für Soli, Chor und Orchester. „Dieses

Juwel sangen wir bereits zu Ostern, beim

feierlichen Hochamt. Die Messe hat großen

Eindruck hinterlassen, weswegen wir sie

gerne noch einmal konzertant singen und

musizieren und diesmal auch mit dem besonders

eindrucksvollen Credo“, erläuterte

Sprecher Egger. Als Solisten fungierten

wiederum Irene Köfele Carli (Sopran),

Walter Brugger (Tenor) und Franz Ladurner

(Bass). Das zahlreich erschienene Publikum

spendete begeisterten Applaus.

Chorleiter/in gesucht!

Kirchenchor „St. Martin“ Göfl an

Unser Chor besteht derzeit aus 13 motivierten Sängerinnen und Sängern.

Wir gestalten vorwiegend Messen mit abwechslungsreicher Literatur, singen aber auch

weltliche Lieder. Für Herbst 2020 suchen wir eine neue Chorleiterin oder einen neuen

Chorleiter. Die Obfrau Judith Gerstl Alber freut sich über jede Kontaktaufnahme unter der

Nummer 3405519599 oder per Mail chor.goefl an@akfree.it

10

KulturFenster


Chorwesen

Alpenländisches

Weihnachtskonzert

40 Jahre Kirchenchor „St. Cäcilia“ – Vilpian

Der Kirchenchor von Vilpian

gestaltete mit vielen weiteren

Ensembles und Musikern

ein Weihnachtskonzert.

Den krönenden Abschluss des Jubiläumsjahres

des Kirchenchores „St. Cäcilia“ – Vilpian

bildete am Sonntag, den 29. Dezember

2019, ein alpenländisches Weihnachtskonzert

in der Pfarrkirche von Vilpian.

Das Blechklong-Quintett aus Terlan unter

der Leitung von Oskar Leitner eröffnete

mit der Volksweise „Wachet auf, ihr Menschenkinder“

das Alpenländische Weihnachtskonzert.

Nach der sehr herzlichen

und einstimmenden Begrüßung der zahlreichen

Zuhörerinnen und Zuhörer durch

Dekan Seppl Leiter trug der Kirchenchor

„St. Cäcilia“- Vilpian unter der Leitung von

Gottfried Veit das Weihnachtslied aus Tirol

„Es wird schon glei dumpa“ mit viel Gefühl

und Ausdruck vor, wobei er sehr dezent und

zugleich auch virtuos von Ruth Morandi an

der Harfe begleitet wurde. An der Orgel ließ

daraufhin der Organist Maurizio Bertoncello

die Pfeifen mit einem „Langsamen Landler“

aus Bayern erklingen. Die Weihnachtsmusig

unter der Leitung von Johanna Veit Wachtler

brachte mit ihren für ein alpenländisches

Weihnachtskonzert sehr passenden Instrumenten,

einer Okarina, einer Schwegl, einer

Gitarre und einem Kontrabass mit der

„Weyarner Hirtenmusik“ von Wolfi Scheck,

eine sehr weihnachtliche Stimmung in die

vollbesetzte Pfarrkirche. Einen sehr tollen

Kontrast im weihnachtlichen Konzertprogramm

bildete der Männerchor Völs am

Schlern unter der Leitung von Toni Federer,

welcher mit seinen sehr weichen und homogenen

Stimmen das Volkslied „Tjoidio-

Jodler“ nach einem Satz von Adolf Kainz

stimmungsvoll darbot.

Mit dem Engelsinstrument, der Harfe,

konnte Ruth Morandi mit dem „Bauernmenuett“

eine sehr stimmige und berührende

Atmosphäre in den Kirchenraum zaubern.

Eine sehr seltene Besetzung bildeten

das Alphorn, gespielt von Sabrina Gasser

Furgler und die Orgel mit dem Organisten

Maurizio Bertoncello. Das Naturinstrument,

welches mit einer professionellen Weichheit

vorgetragen wurde, konnte eine gewaltige

Klangfülle verbreiten, und mit der dezenten

Begleitung der Orgel verzauberte das vorgetragene

„Largo“ das Publikum. Sehr berührend

ertönte die „Weihnachtliche Weise“,

eine Volksweise mit der Bearbeitung von

Florian Michlbauer, gespielt von den Geschwistern

Melanie und Kathrin Baur an der

Steirischen Harmonika und der Gitarre. Abwechselnd

spielte nun wieder sehr festlich

und feierlich das Blechklong- Bläserquintett

die Volksweisen „Ist schon still uman

See“ und „Weihnacht wie bist du schön“.

Der Kirchenchor konnte mit seinem sehr

einheitlich vorgetragenen Weihnachtslied

aus Tirol „Still, weils Kindlein schlafen will“

und dem alpenländischen Weihnachtslied

von Gottfried Veit „Es ist jetzt die heilige

Nacht“, jeweils mit Harfenbegleitung, eine

sehr weihnachtliche Stimmung verbreiten.

Mit einem „Marsch“ aus Bayern und „Angloise“,

ebenfalls einer Volksmusik aus Bayern,

konnte der Organist die Orgel auf etwas

ungewohntere Art und Weise erklingen

lassen. Die Weihnachtsmusig bereicherte

das Konzert mit dem „Okarina Landler“,

einer alpenländischen Volksweise sowie

mit dem „Emmersbacher Boarischen“ von

Franz Xaver Kofl er. Mit den Weihnachtsliedern

„Liegt da Schnee auf da Erd`n“ von

Josef Oberwalder und „Wir Hirten von Betlehem“

von Franz Kranebitter konnten die

Männer des Männerchores von Völs am

Schlern das Publikum in ihren Bann ziehen.

In die Herzen der Zuhörerinnen und

Zuhörer spielten sich die Geschwister Baur

auf der Steirischen und der Gitarre mit dem

„Stefani-Boarischen“ und dem Stück „A

Stade Weis“, beide bearbeitet von Florian

Michlbauer. Die wunderbaren Klänge der

Harfe ertönten nochmals mit dem Hirtenlied

nach einem Satz von Maria Willroider

Müller „Wachet auf“.

Abermals sehr imposant war das Alphorn

mit Orgelbegleitung mit der „Melodie

der Freundschaft“ von Gottfried Veit zu

hören. Den krönenden Abschluss des sehr

abwechslungsreichen und doch sehr stimmigen

und berührenden Weihnachtskonzertes

bildete das von allen Mitwirkenden

und Zuhörern gesungene Weihnachtslied

„Stille Nacht, heilige Nacht“ von F. X.

Gruber. Der lang anhaltende und kräfi gte

Applaus war die Bestätigung an alle Mitwirkenden,

dass ihr musikalisches Weihnachtsgeschenk

die Herzen aller berühren

konnte. Ein aufrichtiger Dank für dieses

gelungene Weihnachtskonzert gebührt vor

allem dem veranstaltenden Kirchenchor von

Vilpian, insbesondere Obfrau Waltraud Höller

Baur für die Organisation und Gottfried

Veit für die musikalische Gesamtleitung sowie

allen Sängern und Musikanten, die unentgeltlich

und mit großem Einsatz zum Erfolg

dieses Konzertes beigetragen haben.

Der Kirchenchor bedankt sich herzlichst

beim Publikum für die großzügigen Spenden

sowie bei ihren Sponsoren.

Nr. 01 | Jänner 2020 11


Aus Verband und Bezirken

… dass für alle Sonntag wird!

Live-Übertragung der Cäcilienmesse von Hannes Kerschbaumer

Der Pfarrchor Kaltern führte die Cäcilienmesse von Hannes Kerschbaumer auf.

„... dass für alle Sonntag wird“: Diesen

Wunsch, der in der letzten Strophe des Liedes

aus dem Gotteslob (Nr. 103) ausgesprochen

wird, muss auch Pater Urban Stillhard verspürt

haben, als er für die Radiomesse am

Neujahrstag 2020 eine besondere musikalische

Darbietung ausgewählt hat.

Urban Stillhard hegte nämlich schon

seit der Uraufführung der Cäcilienmesse

von Hannes Kerschbaumer (für Kantor,

Volk, Chor und Kapelle) im Jahr 2018 den

Wunsch, diese einem breiteren Publikum

bekannt zu machen. Und nichts eignet

sich dafür besser, als die Radiomesse in

Rai Südtirol am Sonntag um 10.00 Uhr.

Mit diesem Wunsch wandte er sich an den

Pfarrchor Kaltern, der unter der Leitung

von Robert Mur bald zusagte.

Trotzdem dauerte die Organisation einige

Monate, da die originale Fassung für

Blaskapelle erst für Orgel, Trompeten, Posaunen,

Bass und Pauken arrangiert werden

musste – der Part für Chor, Kantor und

Volk blieb unverändert. Am Neujahrstag

trafen sich die Bläser, Chor und Kantorin

frühzeitig, um gemeinsam zu proben.

Dank einer guten Vorbereitung aller Beteiligten

lief alles reibungslos. Bei der Messe

in der St.-Benedikt-Kapelle fanden sich zudem

noch eifrige Sängerinnen und Sänger

ein, die den Part des Volkes bei der Messe

übernahmen. Und so konnte es nur mehr

gelingen! Das Arrangement für Orgel, Bläsergruppe

und Pauken überzeugte voll

und ganz und wird sicher dazu beitragen,

dass die Messe mit ihren frischen Texten

und ungewöhnlichen Klängen häufiger zur

Aufführung gelangen kann.

Ein wesentlicher Vorteil gegenüber der

Originalkomposition liegt im Aufwand für

die Aufführung, denn dieser ist bei einer

Messe für Chor und Blasorchester doch

sehr groß. Ein Chor ist schon allein akustisch

im Nachteil. Deshalb bietet sich

ein Doppelchor (wie bei der Uraufführung

am 24.11.2018 im Dom zu Bozen)

an. Da kommen bald an die 100 Ausführende

zusammen! Diese sind nicht einfach

zu dirigieren und noch schwieriger

gut zu platzieren – nicht in jeder Kirche

finden alle Ausführenden einen geeigneten

Platz, wo sie den Dirigenten noch

gut sehen können.

Umso einfacher gestaltet sich die Aufführung

mit einer Bläsergruppe. Die strahlenden

Klänge der Blechbläser und die Orgel

begleiten die Sängerinnen und Sänger,

ohne sie zu übertönen. Die Pauken geben

dem Ganzen eine feierliche Note und führen

zu den Höhepunkten der Komposition

mit einem Wirbel heran, der für Gänsehaut

sorgt. Die klangliche und akustische Ausgewogenheit

macht die Qualität dieses Arrangements

aus, dessen waren sich alle

Beteiligten und die Zuhörerinnen und Zuhörer

bei der ersten Aufführung dieser Art

einig. Für das außergewöhnliche Klangerlebnis

sorgte aber nicht zuletzt die saubere

und gekonnte Ausführung der Sänger und

Sängerinnen des Pfarrchores Kaltern, der

Bläser und des Organisten, die äußerst gefühl-

und respektvoll mit der neuen Komposition

umgingen, und dem überschäumenden

Engagement von Robert Mur, der

die Gesamtleitung inne hatte.

Allen Ausführenden sei an dieser Stelle

herzlich gedankt! Durch die Live-Übertragung

im Radio konnten sich viele Kirchenmusiker

im Land und über die Grenzen

hinaus von der Alltagstauglichkeit der

Komposition überzeugen. Es bleibt zu hoffen,

dass das Werk damit den Einzug in

die Kirchenchöre des Landes schafft und

immer wieder von der Chorempore erklingt.

Denn das ist letztendlich der Zweck der

Kirchenmusik: Sie soll aufgeführt werden

und damit die Herzen erreichen und die

Menschen erfreuen. So, dass letztlich für

jede Zuhörerin und jeden Zuhörer Sonntag

wird.

12

KulturFenster


Zur Person

Chorwesen

Isidor Trompedeller

wird Ehrenchorleiter

Kirchenchor Tiers

Bei seiner Cäcilienfeier nahm der Kirchenchor

Tiers eine besondere Ehrung vor:

Der langjährige ehemalige Chorleiter Isidor

Trompedeller wurde zum Ehrenchorleiter

ernannt.

Durch sein jahrzehntelanges Wirken hat

er den Tierser Kirchenchor, der heuer sein

Jubiläum „200 +“ feiert, in seinem musikalischen

Ausdruck und dem breit angelegten

Repertoire wesentlich mitgeprägt.

Seit 1962, also seit seinem

zwanzigsten Lebensjahr,

singt Isidor

Trompedeller im Kirchenchor.

Sein Interesse

und seine Begeisterung

für das Orgelspiel und

die Orgel als Königin

unter den Instrumenten

war noch früher geweckt

worden, während seiner

Oberschulzeit in Brixen,

wo er Orgelunterricht

genommen hat. Auch

während seiner Studienzeit

in Linz ist Isidor

dem Kirchenchor seiner

Heimatgemeinde

treu geblieben und hat

in den Sommermonaten

und an Feiertagen

mitgesungen und an der Orgel begleitet,

wann immer er konnte. Nachdem er das

Studium beendet und endgültig nach Tiers

zurückgekommen war, war es eine klare

Entscheidung, den Kirchenchor als Chorleiter

zu übernehmen.

Neben seinem Beruf hat Isidor auch

die Kirchenmusikschule besucht, um sich

selber weiterzubilden und um das Erlernte

dann wiederum an „seine“ Sängerinnen

und Sänger weiterzugeben. In vielen Bereichen

hat Isidor Trompedeller den Kirchenchor

Tiers entscheidend weitergebracht:

So legte er großes Augenmerk auf

die Schulung der Männerstimmen und

holte die Tenor- und Basssänger eine Zeitlang

regelmäßig zu Teilproben. Das Repertoire

des Chores wurde unter Isidors Führung

immer breiter und vielschichtiger

und reichte von klassischen lateinischen

Messen bis hin zu neuer Chorliteratur in

englischer Sprache - was für die Chormitglieder

nicht immer ganz einfach war. Aber

schließlich war Isidor dafür bekannt, dass

er seine Sängerinnen und Sänger nicht

nur förderte, sondern auch forderte – und,

Chorleiterin Sabine Bordonetti, Ehrenchorleiter Isidor Trompedeller,

Obfrau Erika Aichner (v.l.)

wie er selbst heute mit einem Schmunzeln

sagt, manches Mal wohl auch überforderte.

In Isidors aktiven Zeit als Chorleiter gab

es noch weit mehr Seelsorger als heute, in

der Folge gab es auch mehr Gottesdienste,

nicht nur an den Feiertagen, dazu mehrere

Andachten im Jahreslauf sowie regelmäßige

Rorate, die vom Kirchenchor

musikalisch umrahmt wurden. Das bedeutete

für Isidor, der Chorleiter, Organist,

Kantor und Archivar in einer Person

war, im Lauf eines Kirchenjahres so gut

wie im Dauereinsatz zu sein. Was Isidor

schon früh wichtig war, war die Stimmbildung

der Chormitglieder: immer wieder

bemühte er sich, gute Stimmbildner

nach Tiers zu holen, das erste Instrument

jeder Sängerin und jedes Sängers zu bilden

und zu pfl egen.

In den 1980er Jahren war er auch treibende

Kraft für die Neuerrichtung der Orgel

in der Tierser Pfarrkirche, seit fast 40

Jahren organisiert er jeden Sommer erlesene

Orgelkonzerte, die von den Tiersern

und noch mehr von den Gästen im Dorf

sehr geschätzt werden. Wer Isidor Trompedeller

kennt, der weiß, dass er für „seinen“

Kirchenchor in Tiers weit mehr ist als

nur der langjährige ehemalige Chorleiter –

er sorgte im Verein auch für viele gesellige

Stunden, organisierte unvergessene und

unvergessliche Ausflüge in Südtirol, im Inund

Ausland, stand bei Faschingsfeiern auf

der Bühne und ist noch heute für (fast) jeden

Spaß zu haben. Das zeigte er auch bei

seiner jüngsten Auszeichnung, als er im

Rahmen der Cäcilienfeier von Chorleiterin

Sabine Bordonetti und Obfrau

Erika Aichner mit den

„Insignien des Ehrenchorleiters“

bedacht wurde

- mit güldenem Mantel,

Lorbeerkranz und hölzerner

Stimmgabel. Mit

Unterbrechungen hatte

Isidor Trompedeller insgesamt

32 Jahre lang die Leitung

des Kirchenchores

Tiers inne. Was ihn als

Vereinsmenschen aber

besonders auszeichnet,

betonten im Rahmen der

Cäcilienfeier in Tiers auch

Karl Unterhofer vom Verband

der Kirchenchöre

und Josef Vieider, Obmann

des Bezirks Bozen

im Südtiroler Chorverband,

sei seine Bescheidenheit und

die Größe, nach der aktiven Zeit als Chorleiter

in die zweite Reihe zurückzutreten

und wieder als Tenorsänger im Chor mitzusingen.

Und noch heute ist immer dann

auf Isidor Verlass, wenn Not am Mann –

oder an der Frau - ist: Ist die aktuelle Chorleiterin

verhindert, springt Isidor ein – ob

als Chorleiter oder auch als Organist. In

all diesen Jahren hat Isidor Trompedeller

völlig ehrenamtlich für den Kirchenchor

Tiers gearbeitet, und tut es noch heute.

Ein Engagement, das unbezahlt war – und

unbezahlbar bleibt.

Danke Isidor!

Verena Amort (für den Kirchenchor Tiers)

Nr. 01 | Jänner 2020 13


Kirchenchor Ridnaun

Stimmgabel

Besinnliche Adventstunde

Ganz im Zeichen von „Warten ... Hoffen ...

Licht“ stand am 14. Dezember eine besinnliche

Adventstunde in der Pfarrkirche Ridnaun

mit dem Kirchenchor Ridnaun, der Telfer

Singgemeinschaft, einer Schülergruppe

der Grundschule Ridnaun sowie einer Bläsergruppe

der Knappenkapelle. Die Klavierbegleitung

oblag Peppi Hofer und Astrid

Gschliesser.Bis auf den letzten Platz gefüllt

war die Kirche, als die Bläsergruppe die Adventstunde

eröffnete. Hermann Schölzhorn,

Obmann des Kirchenchores Ridnaun, freute

sich in seiner Begrüßung über die zahlreichen

Zuhörerinnen und Zuhörer und brachte seinen

Wunsch, mit besinnlichen Liedern zu

einem lichtvollen Weihnachstfest beitragen

zu können, zum Ausdruck. Die beiden Chöre

sowie die Schülergruppe, alle unter der Leitung

von Esther Falkensteiner, stimmten mit

ihren Liedern auf das bevorstehende Weihnachtsfest

ein. Verbindende Worte sprach

Sigrun Falkensteiner. Am Ende des Abends

erzählte Philipp Überbacher, der als Augenarzt

für die Hilfsorganisation „Licht für die

Mit einem Adventskonzert sammelte der Kirchenchor Ridnaun Spenden für „Licht für

die Welt“. Foto: Josef Kruselburger

Welt“ tätig ist, von seinen Einsätzen in den

Armutsgebieten der Welt, bevor die Chöre

das Lied „Das Licht kommt in die Welt“ erklingen

ließen. Zum krönenden Abschluss

sangen sowohl Sänger als auch Zuhörer gemeinsam

den „Sterzinger Andachtsjodler“.

Die Einnahmen aus den freiwilligen Spenden

der Adventstunde erreichten die beachtliche

Summe von 3.152,20 Euro. Sie kommen

zur Gänze der Organisation „Licht für

die Welt“ zugute.

Barbara Felizetti

Cäcilienfeier und Ehrungen

Kirchenchor „Maria Himmelfahrt“ Tisens

Der Kirchenchor von Tisens gestaltete wie

alle Jahre die Hl. Messe zu „Maria Empfängnis“

am 8. Dezember in der Pfarrkirche von

Tisens. Aufgeführt wurde die Messe in G-

Dur, Op. 80 von Max Filke, begleitet von Instrumentalistinnen

und Instrumentalisten.

Zum traditionellen Cäcilienessen ins Hotel

„Tirolensis“ Prissian hatte der Ausschuss

alle Chormitglieder und Musiker nach der

Messfeier eingeladen. Dort konnte der Vorsitzende

des Chores, Florian Knoll, Bürgermeister

Christoph Matscher, den Obmann

der Raiffeisenkasse Tisens Elmar Windegger,

den Geschäftsführer des Verbandes

der Kirchenchöre Südtirols Wolfgang Niederbacher

und den Präsidenten des Pfarrgemeinderates

Manfred Knoll begrüßen, die

alle lobende Worte für den Chor aussprachen.

Anwesend war auch Pfarrer Tumaini

Ngonyani, der schon während der Messfeier

seine Anerkennung für den Chor zum Ausdruck

brachte. Nach dem vorzüglichen Essen

wurden die Ehrungen zweier Mitglieder

vorgenommen: Andreas Fabi konnte die Ehrenurkunde

für insgesamt 40 Jahre als Tenorsänger

(37 Jahre beim Kirchenchor Tisens

und 3 Jahre im Kloster Marienberg) entgegennehmen;

für 60 Jahre Einsatz beim Chor

wurde Walter Langebner geehrt, er erhielt

eine Ehrenurkunde und die Marienplakette.

Walter ist bereits im Jahre 1959 zum Chor

gekommen und hat sein Können nicht nur

als fleißiger Tenorsänger bewiesen, sondern

hat einige Jahre davon auch als Chorleiter

gewirkt. Wenn Not an „Frau“ ist, übernimmt

er auch heute noch die Chorleitung bei Beerdigungen

oder Messen. Seine große Leidenschaft

hat schon immer der Musik gegolten,

er ist auch seit vielen Jahren Mitglied

der Musikkapelle von Tisens. Die Chorgemeinschaft

dankt für den unermüdlichen

Einsatz fürs Ehrenamt und wünscht den

beiden Jubilaren noch viele schöne musikalische

Jahre beim Chor.

Obmann Florian Knoll,

Chorleiterin Renate

Schwärzer Wallnöfer,

Bürgermeister

Christoph Matscher,

Walter Langebner,

Vizeobmann Hubert

Steiner, Andreas

Fabi, Pfarrer Tumaini

Ngonyani und

Wolfgang Niederbacher

vom VKS (v.l.)

14

KulturFenster


Chorwesen

Zu viert 230 Jahre im Chor!

Cäcilienfeier mit Ehrungen beim Kirchenchor Reinswald (im Bild v. l.): Albin Stuefer,

Pfarrer P. Christian Blümel, Obfraustellvertreter Georg Oberhöller, Josef Oberhöller,

Obfrau Gertrud Oberhöller, Maria Stofner, Georg Aichner vom Chorverband und

Chorleiter Franz Stofner. Foto: SB

Kirchenchor Reinswald

Zum Fest seiner Patronin, der Hl. Cäcilia,

gestaltete der Kirchenchor Reinswald

unter der Leitung von Kantor Franz Stofner

den Festgottesdienst feierlich mit. Pfarrer

P. Christian Blümel dankte den Chormitgliedern

für ihre wertvolle Tätigkeit zur

Bereicherung der Gottesdienste, zur Ehre

Gottes und zur Freude der Pfarrgemeinde.

Im Rahmen eines gemeinsamen Mittagessens

dankte Obfrau Gertrud Oberhöller den

Sängerinnen und Sängern für ihren Einsatz

und Fleiß, besonders bedankte sie sich

beim Chorleiter Franz Stofner und beim

Organisten, ihrem Vater Martin. Dann war

es an der Zeit, die fällige Ehrung langjähriger

Chormitglieder vorzunehmen. Und da

konnte die Obfrau in diesem Jahr eine Besonderheit

ankündigen: Vier Chormitglieder

haben es zusammen auf nicht weniger als

230 Jahre Mitgliedschaft gebracht. Chorleiter

Franz Stofner, die Sopranistin Maria

Stofner und der Tenorsänger Albin Stuefer

singen seit einem halben Jahrhundert

im Kirchenchor und Josef Oberhöller (Pichler

Sepp) hat es sage und schreibe auf

80 Jahre gebracht! "Achtzig Jahre im Chor,

so etwas habe ich noch nie gehört und erlebt",

staunte Georg Aichner vom Verband

der Südtiroler Kirchenchöre, der die Ehrungen

vornahm und die Ehrenzeichen in

Gold mit Urkunde überreichte.

Das Seppele war gerade mal zehn Jahre

alt, es war zu Beginn des Zweiten Weltkrieges,

als sein Vater, der damals Chorleiter

war, ihn erstmals mit auf den Chor

nahm, um aus ihm einen Chorsänger zu

machen. "Anfangs stand ich halt da am

Chor, kannte keine Note und hörte mehr

zu als ich sang", sagt der Sepp in bescheidener

Art.

Es vergingen aber nicht sehr viele Jahre,

bis der Sepp mit Begeisterung sang und

orgelte und von seiner Nebenrolle in eine

Hauptrolle schlüpfte, die später in der Übernahme

des Amtes eines Chorleiters gipfelte,

das er von 1957 bis 1999 ausübte.

to

75 Jahre Sängerin, nun Ehrenmitglied

Kirchenchor Nals verabschiedet Hilda Ebner

Genau zum Fronleichnamsfest vor 75 Jahren

erklang im Nalser Kirchenchor zum 1.

Mal die warme und sichere Altstimme von

Frau Hilda Ebner, geb. Federspiel, damals

ein junges, übermütiges und äußerst musikalisches

Schulmädl. Zum Fronleichnamsfest

legte Hilda Ebner 2019 ihre Tätigkeit als

aktive Sängerin nieder und wurde mit einer

herzlichen und würdigen Feier, zu welcher

der Obmann des Südtiroler Chorverbands

Erich Deltedesco eigens nach Nals gekommen

war, verabschiedet. Für ihren langjährigen

ehrenamtlichen Einsatz wurde sie mit

dem Ehrenzeichen in Gold ausgezeichnet.

75 Jahre lang hat Hilda ohne Unterbrechung

im Kirchenchor beim Alt und auch

solistisch gesungen und damit einen wertvollen

Dienst an der Pfarrgemeinschaft geleistet.

Damals bedeutete Singen im Chor

jeden Sonntag und an allen Feiertagen singen,

bedeutete den ganzen Advent um 6

Uhr früh Rorate singen, und für Hilda bedeutete

dies auf manche geliebte Bergtour

zu verzichten und ihre Pflichten als

Hausfrau und Mutter mit den Verpflichtungen

zu Proben und Auftritten in Einklang

zu bringen. Chorobfrau Marvi Habicher

hob in der Laudatio besonders die

unerschöpfliche Freude und Begeisterung

am Singen, Hildas Spaß an der Gesellschaft

und die vorbildliche Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit

und das hohe Pflichtbewusstsein

hervor. Als Beirätin im Ausschuss leistete

Hilda wichtige Beiträge, legte ohne zu zögern

immer Hand an, wo ihre zahlreichen

Fähigkeiten gebraucht wurden und kümmerte

sich rührend um die jungen Nachwuchssängerinennen

und Nachwuchssänger.Am

Cäciliensonntag im November, den

Musikkapelle und Kirchenchor traditionell

gemeinsam feiern, wurde Hilda Ebner für

ihre Verdienste zum Ehrenmitglied des Kirchenchores

Nals ernannt.

75 Jahre lang hat

Hilda Ebner ohne

Unterbrechung im

Kirchenchor Nals

gesungen.

Nr. 01 | Jänner 2020 15


Stimmgabel

Nachklang zum Kirchenkonzert 2019

Kirchenchöre St. Peter und St. Stephan Lajen

Ein besonderes musikalisches Erlebnis war das Kirchenkonzert der Kirchenchöre St. Stephan Lajen und St. Peter.

Am 19. Oktober führten die Kirchenchöre

St. Peter und St. Stephan Lajen in der

Pfarrkirche von Lajen ihr gemeinsames

Kirchenkonzert auf. Unter der Leitung

von Claudio Kerschbaumer und Thomas

Rabanser wurden unter anderem Werke

von W. A. Mozart, F. Mendelssohn B., F.

Biebl und F. J. Haydn interpretiert. Pfarrer

Josef Haas und Obmann Engelbert

Grünberger durften in der vollbesetzten

Pfarrkirche zahlreiche Musikinteressierte,

Chormitglieder und Ehrengäste begrüßen.

Zum Auftakt näherten sich die Sängerinnen

und Sänger beinahe andächtig

singend mit „O sacrum convivium“ von

Luigi Molfino vom Haupteingang aus dem

Altarraum. Nicht nur die im Text angekündigte

Herrlichkeit Gottes ließ das Publikum

den Atem anhalten, sondern auch

die wohlklingenden Harmonien, die sich

beim Einzug im gesamten Kirchenraum

verbreiteten.

Ein erster musikalischer Höhepunkt

des Abends war die „Krönungsmesse“

in C-Dur, KV 317 von Wolfgang Amadeus

Mozart, welche nicht umsonst nach des

Komponisten Tod die bevorzugte Komposition

für Kaiser- und Königskrönungen

wurde. Begleitet durch ein eigens zusammengestelltes

Orchester mit Klavier

ließen die Sängerinnen, Sänger und die

vier Solisten die Herzen der Musikliebhaber

höher schlagen und den Abend zum

eindrucksvollen Klangerlebnis werden.

Felix Mendelssohn Bartholdys achtstimmige

Motette „Richte mich Gott“ brachte

die romantischen Töne des 19. Jahrhunderts

zum Klingen und mit der wundervollen

Streicher- und Klavierbegleitung im

englischen Werk „The Ground“ von Ola

Gjeilo war ein weiterer Höhepunkt des

Abends erreicht.

Zum krönenden Abschluss bedankten

sich die Kirchenchöre für den lang anhaltenden

Applaus mit dem eigens vom Dirigenten

Claudio Kerschbaumer komponierten

Werk „Bleib bei uns“. Ein ganz

besonderes Lob geht an den Chorleiter des

Kirchenchores St. Stephan Lajen Claudio

Kerschbaumer, der die Initiative für dieses

großartige Projekt mit beiden Chören

und Orchester auf die Beine gestellt hat.

Nicht nur für das Publikum, sondern vor

allem für die Sänger und Sängerinnen

selbst wurde der Abend nach der intensiven

Probenzeit zum herausragenden

musikalischen Erlebnis. Ein weiterer Dank

gilt Thomas Rabanser, dem Chorleiter des

Kirchenchores St. Peter, der seinerseits

viel Engagement aufbrachte, und nicht

nur als Solist, sondern auch als Dirigent

einiger Werke das Publikum zu begeistern

vermochte.

Den Solisten Irene Clara, Evelyn Runggaldier,

Thomas Rabanser und Josef

Ploner gebührt ein großes Lob. In ihren

Solos bewältigten sie anspruchsvolle Partien

und fanden in schönen Harmonien

zusammen.

Die Kirchenchöre St. Stephan Lajen und

St. Peter danken den Sponsoren und vordergründig

dem Publikum für die großzügigen

Spenden, durch die die Finanzierung

des Projekts erst ermöglicht wurde.

Die vielen Besucherinnen und Besucher

und imposanten Klänge machten das

Kirchenkonzert zu einem musikalischen

Abend, der in Erinnerung bleiben wird.

16

KulturFenster


Chorwesen

Seit 65 Jahren beim Chor!

Kirchenchor St. Blasius Truden ehrt Mitglieder

Die Geehrten (v.l.): Alois Heinrich Stuppner, Kathrin Lochmann, Ilse Bonell Ebner, Luis Epp, Margareth Unterhauser Bonell, Marita

Decarli Lochmann, Josef Weber

Die Feierlichkeiten zu Ehren der Hl. Cäcilia

am 24. November 2019 begannen mit

einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche

von Truden. Gemeinsam mit fünf Bläsern

der Musikkapelle Truden brachte der Kirchenchor

die „Missa brevis in Es“ von

Heinrich Walder zur Aufführung, an der

Orgel begleitete Annemarie Untersteiner

Grumer aus Aldein. Ein besonderer Höhepunkt

war die Ehrung verdienter Mitglieder

im Rahmen der weltlichen Cäcilienfeier

im Hotel Schönwies. Josef Vieider, der Obmann

des Bezirkes Bozen des Südtiroler

Chorverbandes, richtete zuerst herzliche

Grußworte an alle Anwesenden - darunter

auch Ehrenmitglied Hansjörg Finatzer - und

nahm dann zusammen mit der Obfrau Marita

Decarli Lochmann und ihrem Stellvertreter

Hansjörg Epp die Ehrungen in aufsteigender

Reihenfolge vor. Er dankte allen

für ihr vorbildliches Wirken zum Wohle der

Gemeinschaft. Kathrin Lochmann wurde

die Ehrenurkunde für ihre 15-jährige Mitgliedschaft

im Chor überreicht, Ilse Bonell

Ebner und Marita Decarli Lochmann wurden

für jeweils 25 Jahre im Dienste der Kirchenmusik

ausgezeichnet. Für 60 Jahre

unermüdlichen Einsatz für die Musik und

den Chor erhielten Margareth Unterhauser

Bonell, Luis Epp und Alois Heinrich

Stuppner die Ehrenurkunde und die Marienplakette.

Zu guter Letzt wurde Josef

Weber für beeindruckende 65 Jahre Vereinstreue

ausgezeichnet. Bezirksobmann

Vieider würdigte die Geehrten für all ihre

Bemühungen und Leistungen in den vielen

Jahren und brachte seine Hochachtung

zum Ausdruck.

Pfarrer Heinrich Guadagnini sagte allen ein

herzliches „Vergelt’s Gott“ für ihren Einsatz

aus dem Glauben heraus und wünschte

weiterhin viel Begeisterung beim Singen.

Dabei verwies er auf die hl. Cäcilia, die

für Christus und den Glauben ihr Leben

gegeben hatte. In seinen Dankesworten

hob Bürgermeister Michael Epp den Einsatz

zum Wohle der Dorfgemeinschaft hervor.

Die Tatsache, dass die Geehrten nicht

die einzigen Vereinsmitglieder in ihren Familien

sind und Vereinsinteressen oft vor

Privatinteressen gestellt werden müssen,

könne nicht hoch genug angerechnet werden.

Chorleiterin Gaby Morandell zeigte

sich erfreut über das gute Gelingen der

Aufführung in der Kirche und wünschte

weiterhin Zusammenhalt und eine gute

Gemeinschaft.

Chorleiter/in gesucht!

Der Pfarrchor Kaltern sucht eine Chorleiterin bzw. einen Chorleiter.

Der Pfarrchor Kaltern gestaltet mehr als 40 kirchliche Feiern im Laufe des Kirchenjahres

musikalisch mit. An besonderen Festtagen wird er vom Pfarrorchester begleitet.

Dazu fi nden 3 bis 4 weltliche Auftritte jährlich statt. Die Sängerinnen und Sänger

treffen sich jeden Donnerstag zur gemeinsamen Chorprobe.

Der Pfarrchor zählt 55 Sängerinnen und Sänger, dazu 12 Instrumentalisten. Interessierte

melden sich bei Klaus Blasbichler, Tel. 334 3358763 / E-mail: klaus.blasbichler@gmail.com

Nr. 01 | Jänner 2020 17


Stimmgabel

Stimmiges Adventskonzert

Kirchenchor Maria Trens

„Es wird ein Stern aufgehen…“ - so lautete

das Motto des Adventskonzertes, zu

welchem der Kirchenchor am zweiten Adventsonntag

in der Wallfahrtskirche Maria

Trens eingeladen hatte. Die Obfrau Juliane

Wieser begrüßte die vielen Besucherinnen

und Besucher, welche die Kirche bis auf

den letzten Platz gefüllt hatten. Verbindende

Worte sprach Pfarrer Josef Augsten. Einen

wesentlichen Teil des Konzertes bestritt der

Kirchenchor Maria Trens unter der Leitung

von Martin Ellemunt, der mit vielen traditionellen

Weisen die Besucherinnen und Besucher

in Adventstimmung versetzte. Für

viel Schwung sorgten der Kinder- und Jugendchor

unter der Leitung von Anna Maria

Staffler, begleitet von Johannes Ellemunt

auf dem E-Piano und Maria Ellemunt auf

der Violine. Gerne lauschte man auch den

vier Instrumentalisten der Klarinettengruppe

„Candid“, sowie der Singgruppe „JUB+“,

welche bekannte Adventweisen zum Besten

gaben. Die jüngsten Teilnehmerinnen und

Teilnehmer beeindruckten mit einem Lichtertanz

und brachten in andächtiger Weise

Licht unter die zahlreichen Konzertbesucher.

Der Kirchenchor Maria Trens versetzte die Zuhörer in Adventsstimmung.

Eine Besonderheit ließen sich die Chormitglieder

zum 80-Jahr Jubiläum des Kirchenchores

und zum sechsjährigen Bestehen

des Kinderchores noch einfallen:

Im Anschluss an das stimmige Adventkonzert

servierten sie auf der adventlich

geschmückten Dorfstraße Gulaschsuppe,

Weihnachtsgebäck und Glühwein.

Ernennung zum Ehrenmitglied

des Kirchenchores Maria Trens

Rosa Leitner-Tratter ist seit

65 Jahren beim Chor

Am Cäciliensonntag wurde Rosa Leitner-

Tratter im Rahmen des Festgottesdienstes

zum Ehrenmitglied des Kirchenchores

Maria Trens ernannt.

Der Kirchenchor gestaltete gemeinsam mit

der Musikkapelle den Gottesdienst mit der

Missa brevis von Jacob De Haan. Markus

Badstuber dankte im Auftrag des Pfarrgemeinderates

Rosa Leitner-Tratter und gratulierte

ihr zum 65-jährigen Jubiläum als

Sängerin im Kirchenchor. In seiner kurzen

Dankesrede zeichnete er das Leben der Jubilarin

als Sängerin in sinniger Weise nach

und wies vor allem auf ihre Freude und

Begeisterung für das Singen hin: Schon

im zarten Alter von neun Jahren sang sie

im Kirchenchor unter der damaligen Leitung

ihres Vaters, des Roderer Hansl. Gesungen

hat sie überall: bei der Arbeit im

Hause, auf dem Feld und im Stall. Als Solistin

sang sie „landauf, landab“, sodass

die Leute nicht mehr das Ave Maria von

Schubert bei ihr bestellten, sondern das

Ave Maria von Rosile. Markus Badstuber

schloss mit den Worten: „ Liebe Rosa,

im Namen der Pfarrgemeinde von Maria

Trens sagen wir dir ein tausendfaches

Vergelt´s Gott für deinen Dienst zur Ehre

Gottes und zur Freude der Menschen und

wünschen dir weiterhin eine gute Zeit,

viel Freude beim Singen, Gesundheit und

Gottes Segen“.

Im Anschluss überreichten Obfrau Juliana

Wieser und Chorleiter Martin Ellemunt ihr

unter großem Beifall der Gottesdienstbesucher

die Urkunde zum Ehrenmitglied

des Kirchenchores Maria Trens.

Rosa Leitner Tratter erhielt von Obfrau

Juliana Wieser und Chorleiter Martin

Ellemunt die Urkunde.

18

KulturFenster


Vorweg

Blasmusik

Leserinnen und Leser-Umfrage

zum „KulturFenster“

Geschätzte Leserinnen und Leser!

Im vergangenen Jahr wurde über das Meinungsforschungsinstitut

„apollis“ eine digitale

Umfrage zu unserer Verbandszeitschrift

„KulturFenster“ (KF) durchgeführt.

Die Ergebnisse liegen nun vor und geben

uns einige interessante Hinweise.

An der Umfrage beteiligten sich neben

einigen Privatpersonen ca. 2.400 Mitglieder

der Musikkapellen, Funktionäre und

einfache Mitglieder. Das ist ca. ein Viertel

der gesamten Anzahl der Musikantinnen

und Musikanten; somit kann die Umfrage

als „echte Mitglieder-Stichprobe“ eingestuft

werden.

Das KF erreicht durch die Zustellung

in den einzelnen Musikkapellen (Hauptanteil)

und per Post mehr als die Hälfte

aller Mitglieder. Dies ist einerseits erfreulich,

stimmt andererseits doch sehr

nachdenklich: viele Musikantinnen und

Musikanten (also fast die andere Hälfte)

nehmen nicht einmal wahr, dass die Zeitung

im Vereinslokal aufliegt. 22% kennen

die Zeitung überhaupt nicht.

Von jenen Personen, welche das KF

lesen, sticht die Altersgruppe zwischen

18-49 Jahren deutlich hervor; die Lesefreudigkeit

steigt mit zunehmendem Bildungsniveau.

Die höchste Lesequote verzeichnen

Mitglieder mit abgeschlossener

Berufsausbildung.

Stimmt die grundsätzliche Ausrichtung

der Zeitung? Diese Frage kann mit „Ja“

beantwortet werden. Laut Umfrage soll das

KF für unsere Mitglieder nach wie vor eine

fachlich hochwertige Verbandszeitschrift

mit Lokalbezug bleiben. Die beträchtliche

Anzahl an Leser*innen, welche auch die

Beiträge des Chorverbandes und der Heimatpflege

lesen, stützt zudem die Vielfalt

der Zeitung. Also ist nicht an eine spezielle

Blasmusikzeitung zu denken.

Die einzelnen Rubriken erfahren unterschiedliche

Lesepräferenzen. Besonders

attraktiv scheinen „Das Thema“, „Aus Verband

und Bezirken“, „Kritisch hingehört“,

„Neues“ und das „Musikpanorama“ zu

sein. Dabei gefallen einerseits besonders

das bunte Vereinsleben und die Einbeziehung

der Vereine und andererseits die interessanten,

guten Tipps, welche lobend

hervorgehoben werden.

Die Wünsche der Leserinnen und Leser

lassen aber auch klare Verbesserungsvorschläge

erkennen, welche sich kurz folgendermaßen

zusammenfassen lassen: Themenschwerpunkte

noch mehr vertiefen,

mehr Platz für die Berichte einzelner Vereine

schaffen, das Layout und die Grafik

modernisieren, eine Jugendseite mit ansprechenden

Themen einfügen.

Ich bedanke mich bei allen, die an der

Umfrage teilgenommen und uns wichtige

Rückmeldungen weitergeleitet haben. Sie

helfen, die Zeitung attraktiver und ansprechender

zu gestalten. Ein besonderer Dank

geht auch an unsere Partner der Zeitung,

an den Südtiroler Chorverband und den

Verband für Heimatpflege.

Das gesamte Team des KF wird sich

bemühen, in nächster Zeit die eingegangenen

Anregungen umzusetzen und

hofft, dass dadurch das Leseinteresse

und die Lesefreudigkeit gesteigert werden

können.

Pepi Fauster, Verbandsobmann

Nr. 01 | Jänner 2020 19


Das thema

Eine Win-Win-Situation für

alle Beteiligten

Das Kapellmeister-Coaching des VSM als Erfolgsmodell für die Zukunft

In den letzten Jahren ist viel Bewegung in

den Ausbildungsbereich für Kapellmeisterinnen

und Kapellmeister gekommen. Bei

zahlreichen Verbänden und privaten Institutionen

werden Dirigierkurse angeboten.

Auch die professionelle Ausbildung an vielen

Hochschulen in Deutschland, Österreich

und nicht zuletzt in Bozen floriert. Eine Entwicklung,

die sehr begrüßenswert ist.

Nachdem mit Beginn des Schuljahres

2015/16 die Dirigierausbildung in Südtirol

an die Musikschulen ausgelagert wurde,

diskutierten wir im Kollegenkreis des bisherigen

Kapellmeisterkurses des VSM über

zusätzliche Aus- und Fortbildungsmodelle,

die seitens des Musikverbandes angeboten

werden könnten. Dabei wurde schnell

klar, dass bei all der positiven Entwicklung

im Ausbildungssektor eine zentrale Komponente

weitgehend fehlt: die Betreuung

von bereits aktiven Kapellmeisterinnen und

Kapellmeistern, deren Ausbildung vielleicht

schon einige Jahre zurückliegt und die sich

wieder neue Denkanstöße wünschen.

Natürlich bieten alle Musikverbände Dirigententage

oder Workshops für diese Zielgruppe

an, allerdings maximal im Rahmen

eines Wochenendes. Meist beschränken

sich diese Angebote sogar nur auf einen

Tag. Dies soll nicht als Kritik an selbigen

verstanden werden. Es ist wunderbar, dass

die Verbände diese Angebote machen und

hoffentlich auch weiterhin aufrechterhalten

werden! Uns war es vielmehr ein Anliegen,

eine Art praxisbegleitende Form für unser

Fortbildungsangebot zu finden. So entstand

das mittlerweile im fünften Jahr stattfindende

Coaching.

Was ist das Coaching?

Wie bereits erwähnt, soll das Coaching all

diejenigen ansprechen, die bereits aktiv eine

Musikkapelle leiten. Daher ist das zentrale

Element dieses Angebotes auch die praktische

Arbeit und die möglichst individuelle

Betreuung der einzelnen Musikantinnen

Teilnehmer. Es wird versucht, jeden genau

dort zu begleiten, wo die Bedürfnisse am

größten sind. Um dies zu gewährleisten,

arbeiten wir an den einzelnen Terminen

des Coachings immer mit mindestens zwei

Referenten parallel. Unterrichtet wird immer

an Wochenenden (meistens Samstag

ganztägig und Sonntagvormittag). Der Umfang

liegt zwischen 5 und 7 Wochenenden

und erstreckt sich über ein Jahr. Aufgrund

der Individualität des Angebotes, kann es

auch über mehrere Jahre besucht werden.

Wie sieht die inhaltliche

Gestaltung des Coachings aus?

Die einzige Voraussetzung für eine Teilnahme

am Coaching ist die aktive Arbeit als Dirigentin

und Dirigent. Gerne kann das Coaching

aber auch als Wiedereinstiegshilfe nach einer

längeren Dirigierabstinenz dienen. Hierbei

spielt es keine Rolle, ob als professionelle/r

Musikerin und Musiker, Musiklehrerin und

Musiklehrer oder Amateurin und Amateur.

Die Bedürfnisse, ein Feedback für seine

praktische und tägliche Arbeit zu bekommen,

sind erfahrungsgemäß bei allen genannten

Gruppen gleich ausgeprägt. Zu

Beginn des Coachingjahres, das meistens

im Jänner oder Februar beginnt, steht das

gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund.

Im gemeinsamen Gespräch wird erörtert, wo

die jeweiligen Schwerpunkt-Bedürfnisse der

Teilnehmerinnen und Teilnehmer liegen. Das

Dirigieren im Teilnehmerensemble rundet

das Kennenlernen praktisch ab.

Zentrales Element jeder Coachingphase

ist eine Lehrprobe bei den Musikkapellen

der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Bei

größerer TeilnehmerInnenzahl versuchen

wir stets, eine zweite Musikkapelle als Lehrprobenorchester

zu gewinnen, damit allen

Teilnehmerinnen und Teilnehmer genügend

Probenzeit zur Verfügung steht, in der über

die getane Arbeit reflektiert und diskutiert

werden kann. In der Regel sind maximal

vier Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei

einer Kapelle.

Die Einteilung der Stücke und der zu probenden

Abschnitte erfolgt in der Regel ca.

zwei Wochen vor der Coachingphase, so

dass jeder genügend Zeit hat, sich in den

jeweiligen Bereich einzuarbeiten.

Am Probentag selbst gibt es in der Kleingruppe

eine Probenvorbereitung. Dort können

spezifische Fragen erörtert werden, die

sich im Laufe der häuslichen Partitur-Vorbereitung

ergeben haben. Ebenso wird für

jede/n Teilnehmerin und Teilnehmer ein individueller

Probenschwerpunkt definiert und

dessen Umsetzung besprochen.

Wir als Referenten begleiten die Lehrproben,

in dem wir einen Teil der Zeit dazu

nutzen, gemeinsam mit den Teilnehmern

20

KulturFenster


Blasmusik

Philipp Kufner ist ein vielgefragter

Dirigierlehrer, Dirigiercoach und Referent

für Orchesterführung.

und der Musikkapelle die verschiedenen

Bereiche der Probenarbeit in der direkten

praktischen Umsetzung zu beleuchten. Dabei

spielen sowohl methodische, als auch

kommunikative, pädagogische und nicht

zuletzt psychologische Aspekte eine Rolle.

Abgerundet wird das Lehrprobenmodul

mit der Nachbesprechung. Manche dieser

Proben zeichnen wir auf Video auf, um

es dann gemeinsam auszuwerten. Das hilft

vor allem bei der Aufarbeitung aller kommunikativen

oder auch schlagtechnischen

Themen. Als essentiell betrachten wir das

gegenseitige Feedback der Teilnehmer. In

gemeinsamer Runde reflektieren die Teilnehmerinnen

und Teilnehmer ihre Eindrücke

über die Probenarbeit der jeweiligen

Kollegen. Hintergrund dafür ist auch, eine

konstruktive Feedbackkultur zu entwickeln,

welche in unserer Arbeit als Kapellmeister

eine zentrale Rolle einnimmt. Abschließend

versuchen wir Dozenten, unsere Eindrücke

mit den Rückmeldungen der Teilnehmerinnen

und Teilnehmer zu einem Gesamtfazit

zusammenzufassen, um daraus den Arbeitsschwerpunkt

für die kommende Phase

zu definieren.

Neben der ausgeprägten Praxisarbeit gibt

es bei jeder Phase auch ein Thema, über

das in der Regel von externen Dozenten referiert

wird. Zu den Themen, die bereits in

der Vergangenheit vorgetragen wurden, zählen

„Moderation“, „Umgang mit Lampenfieber“,

„Auswahl von wertvoller Literatur“ „Die

(Blas-)Musik im liturgischen Jahreskreis“ u.a.

Schlussendlich versuchen wir in jeder Coachingphase

auch Freiräume zu schaffen, in

denen individuell auf aktuelle Themen der

einzelnen Kapellmeisterinnen und Kapellmeister

eingegangen werden kann. So erfreuten

sich in der Vergangenheit die Diskussionsrunden

über einige Fallbeispiele aus

den jeweiligen Musikkapellen der Teilnehmer

größter Beliebtheit. Das gemeinsame

Diskutieren und Erarbeiten verschiedener

Lösungsansätze ist eine wertvolle, motivierende

und vor allem zielführende Bereicherung

des Coachingangebotes.

Eine zusätzliche Neuerung kommt 2020

noch hinzu, das „Coaching Plus“. Es soll

für Kapellmeister, die ein besonders Projekt

mit ihrer Musikkapelle planen (Crossover-Konzert,

Kooperationen mit Schulen,

innovative Jugendausbildung usw.) zwei

Zusatzwochenenden geben, an denen mit

einem von ihnen gewählten Referenten dieses

Projekt erarbeitet wird. Der jeweilige Dozent

steht mit seiner Expertise sowohl in

der Planung, Durchführung und gegebenenfalls

Nachbearbeitung zur Verfügung.

Als das Coaching an den Start ging, hatte

es etwas von Pionierarbeit an sich. Die Tatsache,

dass dieses Konzept in den letzten

vier Jahren an vielen Standorten entwickelt

wurde, beweist das Bedürfnis und auch die

Notwendigkeit! Viele wünschen sich nach

einer fundierten Ausbildung eine Begleitung

ihrer täglichen Arbeit. Der Blick von

außen, sowohl durch die Referenten, als

auch durch die Kollegen in der Teilnehmergruppe

eröffnet Perspektiven, die uns auf

vielen Ebenen unserer dirigentischen Arbeit

sensibler und auch kreativer machen.

Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten!

Philipp Kufner

Coach und Mitbegründer des Coachings

Patrick Gruber: Dritter im Bunde des

Referententeams

Sigisbert Mutschlechner, der Initiator des Coachings

In seiner 12-jährgen Tätigkeit als Verbandskapellmeister

(2007-2018) war

für Sigisbert Mutschlechner die Aus- und

Weiterbildung der Kapellmeisterinnen und

Kapellmeister einer der Schwerpunkte.

In diese Zeit fällt u.a. die Einführung des

Studiengangs für Blasorchesterleitung am

Bozner Musikkonservatorium, die Neustrukturierung

der Kapellmeisterkurse

und deren Auslagerung an die Musikschulen

und der Start des praxisbegleitenden

Kapellmeistercoachings für aktive

Kapellmeisterinnen und Kapellmeister.

Auch nach seinem Ausscheiden als

Verbandskapellmeister engagiert er sich

weiterhin als Referent dieses Coachings,

das er seinerzeit zusammen mit Philipp

Kufner initiiert hat: „Durch das Coaching

haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

die Möglichkeit, einander ken-

nen zu lernen, miteinander und voneinander

zu lernen. Dadurch, dass sie

nicht mehr ‚nur‘ Kapellmeister, sondern

auch ‚Beobachter‘ sind, bekommen sie

eine neue Sicht auf das Berufsbild des

Kapellmeisters. Sie haben die Möglichkeit,

von außen auf die Dinge und Situationen

zu blicken, Stärken zu festigen

und weniger Gutes zu verbessern. Das

Coaching schult außerdem die Kritikfähigkeit.

Durch die Unterstützung verschiedener

Referenten kann gezielt an

Dingen gearbeitet werden, die für den

jeweiligen Teilnehmer und die Musikkapelle,

die er leitet, wichtig sind.“

Nr. 01 | Jänner 2020 21


Das Thema

Was sagen die Teilnehmer?

2019 besuchten sieben Teilnehmer das Kapellmeistercoaching. Sie zeigen sich begeistert von diesem Ausbildungsangebot.

Einige war bereits das 2. Mal dabei, andere gehen heuer in die 2. Runde.

Florian Ploner, MK Schalders:

Es waren einige Inhalte dabei, die ich in der Praxis gut gebrauchen kann und umsetzen

werde. Hervorheben möchte ich vor allem die menschliche und kompetente Art

der Referenten und die anschauliche und praxisnahe Arbeit im Coaching, wodurch auf

jeden einzelnen Teilnehmer und dessen Wünsche und Vorstellungen passend eingegangen

wurde.

Korbinian Hofmann, MK Innichen:

Sehr positiv am Coaching finde ich die Verteilung der einzelnen Phasen auf das ganze

Jahr. So hat jeder Teilnehmer mehrmals die Möglichkeit, unter fachkundiger Anleitung

an „seinen“ Defiziten zu arbeiten. Es entstehen dadurch viele Möglichkeiten, auch tatsächlich

einen guten Schritt voranzukommen.

Clemens Pohl, MK Roppen (Tirol):

Für mich ist das Kapellmeistercoaching eine hervorragende Fortbildungsreihe. Die

Coaches verstehen ihr Handwerk und holen jeden Teilnehmer auf seinem Stand ab

und vermitteln dadurch jedem spezifisch die gewünschten Themen. Für mich als „Austauschstudent"

war es auch toll, Einblicke in die Arbeite der verschiedenen Kapellen

aus Südtirol zu gewinnen. Auch der Gedankenaustausch unter den Teilnehmern und

mit den Coaches war sehr lehrreich.

Hannes Premstaller, MK Mölten:

Das Coaching war für meine Arbeit in der Kapelle sehr hilfreich. Dank der Lehrproben

und der vielen wichtigen Tipps der Referenten im Hinblick auf Probenarbeit und Schlagtechnik

konnte ich mich in diesem Jahr ziemlich weiterentwickeln. Ich bin sehr dankbar

für die kompetente und menschliche Begleitung der drei Referenten während der

Coachingphase.

Daniel Niederegger, MK Pater Haspinger St.Martin/Gsies:

Ich habe das Coaching bereits zum 2. Mal besucht und es war für mich neben meinem

Studium für Blasorchesterleitung am Konservatorium in Bozen wieder sehr lehrreich und

bereichernd. Das Referententeam mit Philipp Kufner, Sigisbert Mutschlechner und Patrick

Gruber versteht es, jeden Teilnehmer an seinem Können und Wissensstand abzuholen

und weiterzubringen. Dieses Jahr war vor allem der Mix aus jungen und bereits

erfahrenen Dirigenten sehr interessant. Dadurch können die Teilnehmer voneinander

sehr viel lernen.

22

KulturFenster


Blasmusik

Philipp Gunsch, MK Matsch:

Das Kapellmeistercoaching war für mich eine sehr tolle und lehrreiche Erfahrung. Nicht

nur, weil ich sehr viele Inputs und Ideen für meine Arbeit als Kapellmeister gewinnen

konnte, sondern weil ich auch viele neue Kollegen kennengelernt habe. Mich hat dieses

Coaching aufgrund der tollen Referenten und der Arbeit mit verschiedenen Kapellen

sehr motiviert und ich wünsche diesem Projekt weiterhin viel Erfolg und Anerkennung.

Stephan Niederegger, MK Niederdorf:

Weil man nach mehr als 20-jähriger Tätigkeit wohl oder übel auch in eine gewisse Alltagsroutine

verfällt, war mir der „Blick von außen“ einer der wichtigsten Beweggründe,

am Coaching teilzunehmen. Gleichzeitig hegte ich auch Zweifel, ob ich den fachlichen

Anforderungen gewachsen sei. Bereits beim ersten Treffen mit den Referenten und

den anderen Teilnehmern war ich überzeugt, dass es richtig war, dieses „Wagnis“ eingegangen

zu sein. Philipp, Sigisbert und Patrick verstehen es – jeder auf seine Weise

– die Teilnehmer abzuholen und in angenehmer Weise zu begleiten und weiterzubringen.

Gleichzeitig bedanke ich mich bei „meiner“ Musikkapelle, die mich motiviert und

die Weiterbildung auch finanziert. Ich freue mich auf die 2. Runde im heurigen Jahr.

Die Lehrproben, ein Mehrwert für

jede Musikkapelle

Für das heurige Kapellmeistercoaching

haben sich 12 (!) Teilnehmerinnen und

Teilnehmer gemeldet.

Dies bestätigt und unterstreicht einmal

mehr die Richtigkeit und Notwendigkeit

dieses Weiterbildungsangebotes. Aber

nicht nur für die Teilnehmerinnen und

Teilnehmer ist der Kurs ein Mehrwert,

sondern auch für die Musikkapellen,

die sich für die jeweiligen Lehrproben

zur Verfügung stellen. Musikkapellen,

die dieses Angebot nützen wollen, können

sich jederzeit im Verbandsbüro oder

beim Verbandskapellmeister Meinhard

Windisch melden.

Die MK St. Georgen war Übungskapelle bei der 5. Südt. Dirigentenwerkstatt im November 2019.

Nr. 01 | Jänner 2020 23


Blasmusik International

29.02.2020

CON.BRIO

Kapellmeisterwettbewerb

Stadttheater Sterzing

www.vsm.bz.it/

2019/09/04/con-brio-west/

Aus Verband und Bezirken

Brass Band Wipptal

ist Italienmeister

Die bezirksübergreifende Formation siegt in der I. Katgeorie

So sehen Sieger aus: Die Brass Band Wipptal spielte sich bei der Brassband Italienmeisterschaft in ihrer Kategorie auf das oberste

Treppchen.

Sie haben es geschafft! Die Brass Band

Wipptal hat Mitte November den Italienmeistertitel

geholt.

Am 16. November fand im Stadttheater

Sterzing die dritte Brassband Italienmeisterschaft

statt. Organisiert von der Brass

Band Wipptal, traten neben den Organisatoren

auch die Italian Brass Band und die

Brass Band Überetsch in der I. Kategorie

an. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer

spielten dasselbe Pfl ichtstück - „Toccata

e Fantasia“ von Thomas Doss - sowie ein

Werk freier Wahl. Die Brass Band „Brässknedl“

aus dem Pustertal bestritt die II. Kategorie.

Die Imola Brass Band hatte in dieser

Kategorie kurzfristig krankheitsbedingt

abgesagt. Die „Brässknedl“ erspielten sich

mit einem Programm freier Wahl (maximale

Spieldauer von 30 Minuten) 88 Punkte.

Die Brass Band Wipptal holte sich in

der I. Kategorie den Sieg. Mit 188 Punkten

(94 Punkte beim Pfl ichtstück und 94

Punkte beim Selbstwahlstück) lagen sie

zwar punktegleich mit der Italian Brass

Band (93 Punkte beim Pflichtstück und 95

Punkte beim Selbstwahlstück); da sie beim

Pfl ichtstück jedoch einen Punkt mehr erspielt

haben, wurden sie zur besten Brass

Band Italiens gekürt. Die Brass Band Überetsch

belegte mit 185 Punkten (92 Punkte

beim Pflichtstück und 93 Punkte beim

Selbstwahlstück) den dritten Platz.

Die Wipptaler Musikerinnen und Musiker

dürfen nun im Mai 2020 an der Europameisterschaft

in Palanga (Litauen) teilnehmen.

Es ist bereits die 6. Teilnahme

an einer Europameisterschaft. 2014 holten

sie sogar den Europameistertitel in

Perth (Schottland).

Die Brass Band Wipptal besteht bereits

seit 14 Jahren aus 35 begeisterten Musikantinnen

und Musikanten aus den Musikkapellen

der fünf Gemeinden im Wipptal

sowie einigen Musikerinnen und Musikern

aus Nord- und Osttirol. Obmann ist Jürgen

Mair, Dirigent und musikalischer Leiter ist

der Nordtiroler Florian Klingler.

Brass Band Wipptal – Martin Rainer

24

KulturFenster


Blasmusik

Viel Applaus für das Vinschger

Bezirksblasorchester 50+

Gelungenes Konzert in Prad am Stilfserjoch

Viel Applaus gab es für Kapellmeister Christian Prister und das Bezirksblasorchester 50+ des VSM-Bezirkes Schlanders beim

Konzert in Prad am Stilfserjoch

Im gewohnten Dreijahres-Rhythmus lud der

Bezirk Schlanders des Verbandes Südtiroler

Musikkapellen VSM auch im Dezember

2019 zum Konzert des Bezirksblasorchesters

50+.

Mit viel Engagement wurde an einer erneuten

Auflage dieses Projektes gearbeitet,

und das Publikum konnte sich selbst

davon überzeugen, dass die Musikantinnen

und Musikanten im Alter ab 50

Jahren aus dem VSM-Bezirk Schlanders

noch lange nicht zum alten Eisen gehören.

Geprobt wurde unter der Leitung des

Dirigenten Christian Prister (Kastelbell) im

Probelokal der Musikkapelle von Prad am

Stilfserjoch und im Raiffeisensaal „Aqua

Prad“, wo auch das Abschlusskonzert dieses

erfolgreichen Projektes stattfand. Mit

seiner Programmauswahl gelang es dem

Dirigenten, die Leidenschaft der Musikantinnen

und Musikanten und ihre Hingabe

zur Musik in den Vordergrund zu rücken

und beides zugleich immer noch zu fordern,

während dem Publikum ebenso tolle

wie stimmungsvolle Musik geboten wurde.

So eröffnete das Orchester das Konzert mit

der „Huldigungsmusik“ aus der Feder des

langjährigen Verbandskapellmeisters und

„Aqua Prad“ in Prad am Stilfserjoch

heutigen Verbandsehren-Kapellmeisters

Gottfried Veit. Mit der Ouvertüre „Bergheimat“

von Sepp Tanzer, dem Walzer „Stern

von Viareggio“ von Gustav Lotterer, dem

schwungvollen Marsch „Mein Tirol“ von Michael

Stern, der melodischen Polka „Die

schönsten Jahre“ des Südtiroler Komponisten

Armin Kofler, dem an Filmmusik

erinnernden Werk „La Storia“ von Jacob

de Haan und dem Medley „Gentleman of

Music“, das die wichtigsten Hits von Tom

Jones und Neil Diamond würdigte, komplettierten

die Ausführenden den stimmungsvollen

Konzertabend. Nach lang

anhaltendem Applaus, der dem Projekt

„Bezirksblasorchester 50+“ das „Prädikat

wertvoll“ verlieh, entließen die Musikantinnen

und Musikanten die Zuhörerinnen

und Zuhörer mit zwei schwungvollen Zugaben

- Vorfreude weckend auf die nächste

Ausgabe in drei Jahren.

Florian Müller

Nr. 01 | Jänner 2020 25


Kritisch hingehört

Musik auf höchstem Niveau stand auf dem

Programm des jüngsten Cäcilienkonzerts

der Bürgerkapelle Brixen.

Die rund 30 Jugendlichen im Alter von

7 bis 19 Jahren der Brixbanda unter der

Leitung ihres Kapellmeisters Ewald Stampfl

eröffneten den Konzertabend mit dem festlichen

Konzertmarsch „Knights of the royal

realm“ aus der Feder von Robert W. Smith.

Die jungen Talente meisterten diese Herausforderung

mit Bravour, ebenso wie die

beiden Euphonium-Solisten Vera Obexer

(10 Jahre alt) und Lorenz Strobl (12 Jahre

alt) im Stück „Solo Flight“ von Larry Neeck.

Es folgten die Werke „Alliance“ von William

Palange, mit welchem die Brixbanda

im April 2019 erfolgreich am 8. Jugendblasorchesterwettbewerb

in Kaltern teilgenommen

hat und „Das Dschungelbuch“

aus dem Walt-Disney-Klassiker von Richard

Sherman. Das unterhaltsame Werk wurde

von den Jugendlichen mit sehr viel Spielwitz,

Freude und Spaß vorgetragen, ohne

sich dabei der Gefahr übermütigen Musizierens

auszusetzen.

Bunterkunt 3

Dreifacher Hörgenuss beim Cäcilienkonzert am

30. November 2019 der Bürgerkapelle Brixen

Bunterkunt 3 – unkonventionell wie der Titel, so präsentierte sich das gesamte

Cäcilienkonzert der Bürgerkapelle Brixen und begeisterte das Publikum.

Beeindruckend und begeisternd der Auftritt

des Ensembles „MischMasch 1.7“ mit

Johanna Strobl (Flöte), Lia Obexer (Klarinette),

Sofie Novaresi (Klarinette), Julia

Pezzei (Horn), Enya Auer (Alt-Saxophon),

Philipp Kerer (Euphonium) und Federico

Biscáro (Bariton-Saxophon). Die sieben

Musikerinnen und Musiker interpretierten

das „Allegro Molto“ aus der Sinfonie Nr. 40

in g-moll, KV 550, von Wolfgang Amadeus

Mozart auf höchstem Niveau. Darauf „Di

Vógaiga“: Charmant augenzwinkernd, knisternd

temperamentvoll, berührend tiefsinnig.

Die schrägen Zwischenklänge überraschen

und bringen zum Staunen.

Die fünf Ausnahmekönnerinnen und Ausnahmekönner

musizieren mit einem Schmunzeln

im Herzen und wissen manches Mal

auch selbst nicht, welchem Genre ihre Kompositionen

zuzuschreiben sind („Trixi Marsch

Boarisch Polka“ von Erich Feichter).

Überraschende musikalische Wendungen

in der Polka „Wia do Michel“ und berührende

Klänge im „Sehnsuchtswalzer“ -

beide Erich Feichter - sowie verzaubernde

Musik mit dem „Nikolaus Boarischer“ und

dem „Vergissmeinnicht Landler“ - beide Peter

Paul Hofmann - sorgten für unvergessliche

Momente.

Anna Feichter widmet den „Rosalindenwalzer“

ihrer Tochter: Wiener Walzerklang

vereint mit dem in Musik ausgedrücktem,

verrückten Treiben eines kleinen Kindes.

„Der erschte Schnea“

(Erich Feichter)

stimmt einfühlsam

in die kommende Adventszeit

ein.

Und anschließend

ein weiterer Höhepunkt

des Cäcilienkonzertes:

die Bürgerkapelle

Brixen.

Die Musikantinnen

und Musikanten um

Kapellmeister Hans

Pircher spielten die

„Ballettsuite Schwanensee“

von Peter

Iljitsch Tschaikowsky

in einem Arrangement

von Josè Schyns. Der

Klangkörper präsentierte

sich bei der stilechten

Interpretation dieses Werkes, wie in

der heimischen Blasmusikszene seit Jahren

bekannt, als eindrucksvolles symphonisches

Blasorchester. Dabei wie immer bestechend

das Dirigat von Hans Pircher, der die Bürgerkapelle

Brixen auch durch die heikelsten

Passagen immer sicher und souverän führt.

Lobenswert sind bei diesem aus sieben

Sätzen bestehenden Werk die solistischen

Leistungen (Oboe, Trompete, Klarinette). Erwähnenswert

das einwandfreie, stets harmonische

Zusammenspiel zwischen den einzelnen

Registern und das Meistern höchst

anspruchsvoller technischer Passagen (Holzregister

im 4. Satz „Ungarischer Tanz“). Das

außergewöhnliche musikalische Niveau dieses

Klangkörpers wird abgerundet durch

ein strahlendes hohes Blechregister, getragen

vom samtenen Klang der tiefen Register

und präzise begleitet durch das äußerst

musikalische Schlagzeugregister.

Die begeisterten Zuhörerinnen und Zuhörer

bedankten sich am Ende bei allen

beteiligten Musikerinnen und Musikern mit

langanhaltendem Applaus, der auch der

Moderatorin Claudia Messner galt, welche

gekonnt und souverän durch den Konzertabend

führte.

Thomas Eichbichler

26

KulturFenster


Blasmusik

Junge Solisten beim

Cäcilienkonzert der MK Auer

Erlesenes Programm begeistert das Publikum

Die Musikkapelle Auer bot beim Cäcilienkonzert 2019 Blasmusik auf hohem Niveau.

Die Musikkapelle Auer begeisterte das Publikum

am Samstag, 16. November 2019,

beim alljährlichen Cäcilienkonzert, das nunmehr

bereits zum zehnten Mal unter der musikalischen

Leitung von Arnold Leimgruber

stattfand, mit symphonischen und modernen

Blasorchesterklängen sowie mit solistischen

Einlagen.

Begrüßt wurde das Konzertpublikum

mit majestätischen Fanfaren, charakterisiert

durch die Blechbläser im Werk „Fanfare

& Flourishes“ von James Curnow, das

seinen Ausklang in der ausgefeilt-lebhaften

Moderation von Maria Magdalena Graiff

Zwerger fand.

Einen besonderen Teil des Konzertes bildeten

im Anschluss drei solistische Werke,

welche bravourös von drei jungen Musikantinnen

und Musikanten aus der Musikkapelle

dargeboten wurden.

Den Anfang machte Sophia Pichler, welche

im „Klarinettenkonzert“ von R.N. Korsakow

mit beeindruckenden Kadenzen und

schnellen Läufen ihr Können zeigte.

Nach einer beachtlichen Darbietung der

anspruchsvollen Ouvertüre zur Operette

„Pique Dame“ von Franz von Suppé, welche

musikalisch und lebendig die Zuhörerinnen

und Zuhörer mitriss, durchdrangen

volle und klare Hornklänge die Aula Magna

beim Hornkonzert „Morceau de Concert

op. 94“ von Camille Saint-Saens, hervorragend

gespielt von der 14-jährigen Anita

Leimgruber.

Mit einer ungarisch-folkloristischen Note,

aber dennoch kontrastierend dissonant, präsentierte

sich die Musikkapelle in der „Folksong

Suite Nr. 1“ von F. Hidas.

Der dritte Solist des Abends, Jonas Kaufmann,

betrat die Bühne mit einem modernen

Werk von Ronald Binge, dem „Konzert

für Altsaxophon und Blasorchester“. Jonas

glänzte mit seinem Saxophon im ersten Satz

gekonnt feurig und schnell, im zweiten sehr

gefühlvoll mit wunderschönen Vibrato-Passagen.

Das Konzert mündete schließlich in

einen festlichen Abschluss mit Gaetano Fabianis

Militärmarsch „Venezia“.

Durch den Applaus der Zuschauerinnen

und Zuschauer angefeuert, spielte die Musikkapelle

drei schwungvolle Zugaben. Mit

dem Stück „Crazy Tongues“ von Thomas

Asanger kamen die drei jungen Solistinnen

und Solisten des Abends noch einmal zur

Geltung. Darauf folgte die Polka „Pitri-Eins-

Sechs-Null“ von Hardy Mertens. Die letzte

Zugabe, den Marsch „Musikantentreue“,

widmete die Musikapelle Auer dem Komponisten

Sepp Thaler, welcher die Kapelle

von 1922 bis 1980 leitete. Im Rahmen des

Konzertes wurden zudem zwei neue Musikantinnen

(Chiara Schneider – Saxophon,

Franziska Kröss – Trompete), zwei neue

Marketenderinnen (Silvia Franzelin, Julia

Pernter) und ein neuer Fähnrich (Klaus Bacher)

herzlich in der Musikkapelle begrüßt

und offiziell in den Verein aufgenommen.

Zudem wurde die Marketenderin Astrid

Anhof nach langjährigem Mitwirken im Verein

mit einem herzlichen Dankeschön verabschiedet.

Jasmine Oberrauch

Nr. 01 | Jänner 2020 27


Kritisch hingehört

„Wo sich Wort und

Ton gesellt“

Meditatio Festiva mit der Musikkapelle Naturns

Der „Dinge Stummheit“ zu durchbrechen,

gelang der Musikapelle Naturns auch in

ihrer zweiten Ausgabe der „Meditatio Festiva“

des 29. und 30. Novembers in den

Pfarrkirchen von Plaus und Naturns, die

im Zeichen von Musik und Sprache stand.

In einer Klang- und Wortrepräsentation

göttlicher Wirklichkeit, in der sich Himmel

und Erde in Bewegung setzten, die Vergänglichkeit

der Unsterblichkeit Platz einräumte,

die Hoffnung und die Bitte um Erscheinen

des Erlösers allgegenwärtig waren,

gab die Musikkapelle Naturns in den dargebrachten

Kirchenkonzerten unter dem

Dirigat des Kapellmeisters Dietmar Rainer

einen besinnlichen Auftakt zur Adventszeit.

Denn dort, „wo sich Wort und Ton gesellt,

wo Lied erklingt, Kunst sich entfaltet,

wird jedes Mal der Sinn der Welt, des

ganzen Daseins neugestaltet,“ wie Horst

Saller, der Konzertsprecher, es aus Hermann

Hesses „Sprache“ malerisch zitierte.

Erhabene Musik, fernab von kommerzialisierten

Weihnachtsklängen, wählte Rainer

für die Besinnung. Kompositorische Größen,

wie etwa Bach, Mendelssohn, Buxtehude

und Vejvanovsky, aber auch zeitgenössische

Komponisten, wie Philip Sparke,

bekamen die Zuhörerinnen und Zuhörer

Stimmungsvoll und besinnlich führte die Musikkapelle Naturns mit ihrer „Meditatio

Festiva“ in den Advent ein.

auf dem musikalischen Silbertablett serviert.

Das Musikangebot reichte hin bis zu

Arrangements, die aus des Kapellmeisters

eigener Feder stammen. Als Klangkörper

glänzte die Kapelle in facettenreicher Hinsicht,

ausgegangen von sphärischen Surround-Registerklängen,

weiter zum klangmächtigen

und imposanten Tutti bis hin

zu glanzvollen, leidenschaftlichen solistischen

Passagen, wie etwa jene in der

„Serenade für zwei Trompeten“ von Vejvanovsky,

dargeboten von Michael Hanny

und Markus Gadner. Die Symbiose aus Musik,

Sprache und Licht ließen die Konzerte

zu einem gelungenen Gesamtwerk heranreifen,

die ihren Ausklang unter dem Sternenhimmel

im Schein fl ackender Feuerschalen

bei einem wärmenden deliziösen

Trauben-Nelken-Getränk fanden.

Fabian Fleischmann

KulturFenster

Blasmusik, Chorwesen und Heimatpflege in Südtirol

Redaktion KulturFenster

Redaktionsschluss für die nächste

Ausgabe des KulturFensters

ist Montag, 16. März 2020.

Bitte Termin genau beachten!

28

KulturFenster


Blasmusik

Galakonzert im Zeichen von

30 Jahren Symphonic Winds

Festlich, düster und heiter beschwingt – eine breite Klangpalette zum Jubiläum

Die Instrumentalistinnen und Instrumentalisten

des 1989 gegründeten symphonischen

Blasorchesters „Symphonic Winds“ haben

unter der Leitung von Alexander Veit im Kursaal

Meran den 30-ten Geburtstag gefeiert.

Drei Jahrzehnte symphonischer Musik

von und für Bläser auf hohem Niveau bieten

auch die Gelegenheit nicht nur sich

selbst, sondern auch die Musik an sich zu

feiern. Die Südtiroler Tournee des aus ca.

50 Orchestermitgliedern bestehenden Ensembles

führte von Vahrn über das Bozner

Konzerthaus bis ins Meraner Kurhaus,

wo unter Beteiligung von drei Chören und

mehreren Solistinnen und Solisten ein Programm

angeboten wurde, das vor allem

dem festlichen Charakter des Jubiläums

geschuldet war.

Im ersten Teil die musikalische Aufarbeitung

zweier historischer Ereignisse: zuerst

Harrie Janssens „Songs of Liberation“

für Sopran, gemischten Chor und symphonisches

Blasorchester, die aus Anlass des

70. Jahrestages der Befreiung der Niederlande

am 5. Mai 1945 im Auftrag der

Königlichen Militärkapelle „Johan Willem

Friso“ 2002 entstanden sind. Eingerahmt

Großer Auftritt zum Jubiläum: Alexander Veit mit Symphonic Winds und den drei

Chören Phos-Chor, toTalVocal Eggental und Chorverein Ritten

werden die „Songs of liberation“ von drei

Valerius-Liedern aus dem 16. Jahrhundert,

in denen der Widerstand der Niederlande

gegen die spanische Herrschaft besungen

wird. Eines davon, eine schlichte

Kanzone, wurde von der Sopranistin Brigitte

Canins vorgetragen. Die Kantate beginnt

mit dunklen Klängen, die an die Anfangstakte

von Gustav Mahlers „Sechster“

erinnern und die Unterdrückung thematisieren.

Festlich hell wird es dann im pompösen

Finale, das Platz für Befreiung und

Licht schafft. Der Phos-Chor, das toTalVocal

Eggental und der Chorverein Ritten boten

eine dieser Musik durchwegs geeignete

Klangkulisse. Ganz anders und teilweise

sehr düster die erste Symphonie „Marea

Negra“ des spanischen Komponisten Anton

Alcalde Rodriguez Stück „Sinfonia No.

1 Marea Negra“ von Antonio Alcalde Rodriguez.

Rodriguez war gerade zehn Jahre

alt, als im November 2002 der Öltanker

„Prestige“ vor der galizischen Küste havarierte

und Tausende Tonnen Rohöl zum

Auslaufen brachte. Hunderte Kilometer

spanischer, portugiesischer und französischer

Küstenabschnitte wurden bei der

Umweltkatastrophe verseucht. In vier Sätzen

stützt sich dieses 20-minütige Werk

auf besondere Klangeffekte, die durch

das differenzierte Schlagwerk noch stärker

unterstrichen wurden, so etwa der Einsatz

von mehreren Pauken, zwei großen

Trommeln und zwei Röhrenglocken. Der

Chor setzt dann gegen Ende ein und beschließt

ein bedrückendes und berührendes

Stück Blasmusik, das den orchestralen

Höhepunkt des

Abends darstellte. Nach

der Pause kam der Ehrenbürger

Merans, Franco

d’Andrea, zu musikalischen

Ehren. Uraufgeführt wurde

seine, in den 1990er Jahren

entstandene, vierteilige

Suite „Merano Places“ in

einer Bearbeitung für Bläser

von Konrad Plaickner.

Vier sehr unterschiedliche

Sätze, die zuerst das Flanieren

auf der Kurpromenade

und deren Walzerseligkeit,

dann in archaischen

Klängen die Kirchen Merans

und am Schluss den

Großen Preis von Meran

„besingen“. Ca. 25 Minuten

charmante Musik, die vom Orchester

überzeugend dargeboten und in den Soloeinsätzen

von Michael Lösch am Klavier

seine unüberhörbare jazzige Note erhielt.

Das bekannteste Werk des Abends war unzweifelhaft

George Gershwins „Rhapsody

in Blue“ für Klavier und Orchester, in Meran

in einer Bearbeitung für Solotrompete

und Bigband des Bozner Trompetenvirtuosen

Marco Pierobon in stark gekürzter

Form, aber durchweg virtuos zu hören.

Den Abschluss bildeten einige „Fantastic

Musical Moments“ aus zeitgenössischen

Musicaleinlagen, in denen die Bozner

Sängerin Doris Warasin mit Mikroverstärkung

in spielerisch-kecker Manier auftrat.

Ferrucio Delle Cave

Nr. 01 | Jänner 2020 29


Kritisch hingehört

Sonnenlicht der

geschenkten Liebe

Aufrührendes Cäcilienkonzert

der MK Zwölfmalgreien zum 200-Jahr-Jubiläum

Die Musikkapelle Zwölfmalgreien feiert heuer ihr 200-jähriges Bestehen; das

Cäcilienkonzert 2019 war der musikalische Auftakt zum Jubiläum.

100 Jahre sind für eine Musikkapelle an

sich kein hohes Alter, doch wenn die von

Zwölfmalgreien ihr Zentenarium vorweg

mit einem musikalisch aufrührenden Cäcilienkonzert

feiert, so ist das auch ein

Fest der Verbrüderung nach schwierigen

Zeiten und in gegenwärtig nicht minder

aufregenden Momenten.

Erstaunlich ist, dass noch im nicht allzu

fernen Jahr 1991, im Frühjahr, Frauen

nicht (spielende) Mitglieder der Kapelle

sein durften, doch das änderte sich bald,

als ihnen im Herbst 1991 dann schließlich

„erlaubt“ wurde in der Musikkapelle

zu spielen. Heute musizieren die Damen

nicht nur herzberührend gut, sondern sie

tragen lange, hübsch geblümte Schürzen

über ihrer Tracht, die ihrerseits mit einer

zartweißen Halskrause endet und einen

Blick wirft auf die hellleuchtenden Gesichter

wie auf die wirklich sehr fesch bezopften

Frisuren.

Das (nicht) nur nebenbei, denn ihr

Musizieren bei fast allen Instrumentengruppen

ist, natürlich neben den Männern,

ein Eintritt in die wahre Freude des

Lebens und selbstgewiss ebenso wie ein

frohmutiges Zusammensein, ja Zusammenleben!

Das ist ja so wichtig und so

schön, auch weil der sehr gute Kapellmeister

Stefan Aichner zum Jahrhundert aus

den Jahrhunderten eine Musik zum Klingen

bringt, die sich jederzeit zurückrufen

lässt, weil nach dem Hören manches wiederklingt.

Aichner sucht penibel die Noten

explizit für die Kapelle in ein Klangschema

zu bringen, wenn er die Forte

- Momente dosiert und wenn dann, bei

einer erstaunlichen Rücknahme, die ja

so schwierigen Pianostellen so falterzart

einherschweben. Natürlich ist das bei der

„Jubilee Overture“ von Philipp Sparke oder

der Ouverture zu Leonard Bernsteins legendärem

„Candide“ differenter als bei

den Arrangements der Weltopern „Aida“

oder „Norma“.

Da werden die leisen Momente von sich

aus, ja der Schönheit wegen, gleißend abgestuft,

doch auch bei den rhythmischen

und polytänzerischen Tiraden der sogenannten

moderneren Blasmusik gibt es

bei den schwierigen und gut gemachten

Taktwechseln im Zwischendurch Besinnliches

bei den Soli oder bei den angespielten

Songs etwa. Es läuft und strömt

demnach alles ungeniert voran und trotz

einiger Kleckser, die dürfen sein (!), gibt

es beim ganzen Konzert fein aufgetafelte

Musik. Mag sein, dass die Triumpfszene

mit dem berühmten Marsch aus Verdis

„Aida“ doch ein wenig angespannt ankommt,

was auch an der Bearbeitung

liegt, aber so wie die Holzbläser singen,

die Blechbässe die Männerchöre ersetzen

und die Trompeten (mit zwei resoluten

Damen) den Triumpfmarsch blasen, gibt’s

allemal Erweckung. Und noch mehr bei

Bellinis Sinfonia zu „Norma“ mit den zackigen

Anfangsakkorden und dem feierlichen

Absacken ins Piano. Eine herrlich

vorgetragene Musik mit (Pianino) Harfen

– und tiefen Holztönen, oder die wie beim

Tageserwachen die toll spielende Soloklarinette

(Triller prima, Triolen hervorragend),

ja und die langen Liegentöne, die

das Drama mit den überragenden Melodien

vorführen. „Wer so schöne Melodien

schreibt, der kann nicht lange leben“,

hieß es, als Bellini ganz jung gestorben

ist, ähnlich wie der Maler Raffaello mit

seinen Zauberfarben. Ja, das wär’s wohl,

doch Dantes „La Divina Commedia“ wird

zum ewigen Versöhnugswerk, auch mit

der technisch und harmonisch schwierigen

Tondichtung von R. W Smith. Im

psychedelischen Licht spielt die Kapelle

also Zauberfarbenmelodien, während auf

der Leinwand die Verse von Dante - Italienisch

und auf Deutsch übersetzt - aus

Gesängen des Inferno, Purgatorio, Paradiso

mit Graphiken eingeblendet werden.

Was da passiert, ist so gefühlsimmanent

unvergesslich; fast alle Sitzenden klopfen

leise zeitgleich mit beiden Füßen auf den

Boden; es wird gesungen - im Spiel der

Glocken etwa - (Gloria in Excelsis, oder

nur einfache La-la-Laute) und es endet mit

dem Paradiso – Hymnus (L’amor move il

sol e l’altre stelle“ letzter Vers aus: Il Paradiso

auf der Leinwand; illustriert von Gustav

Doré) In diesem Sinne spielt sich alles,

das ganze Konzert, auch nach Dante

ab, eben mit „Liebe, die die Sonne und

andere Sterne bewegt“ (Paradiso)! Also

wie ein Sonnenlicht, geschenkt an ein

fantastisches Publikum!

C. F. Pichler

mit freundlicher Genehmigung des Autors

und der Redaktion der Tageszeitung „Dolomiten“

(Erstveröffentlichung am 6. 12. 2019)

30

KulturFenster


Zur Person

Blasmusik

Eine Ära geht zu Ende

Anton Fauster verlässt die MK Niederdorf nach 65 Jahren

Der „Schneida Tone“Anton Fauster kam

1955 als 14-Jähriger zur MK Niederdorf.

Das heurige Fest der Heiligen Cäcilia war

für die Musikkapelle nicht nur der traditionelle

Abschluss des Musikjahres, sondern

der Abschluss eines langen Kapitels in der

Vereinsgeschichte: Anton Fauster verlässt

die Kapelle nach 65 Jahren.

„Du bist die lebende Chronik unserer Kapelle“,

hob Musikobmann Robert Burger

in seiner Laudatio hervor. Der „Schneida

Tone“, wie er liebevoll von seinen Freunden

und Musikkollegen genannt wird, trat 1955

im Alter von 14 Jahren als kleiner Trommler

in die Kapelle ein. Er ist somit gleich lang

Musikant wie die Kapelle auch ihre heu-

tige Tracht trägt. Er war zudem viele Jahre

Obmann. Das erste Probelokal im Erdgeschoss

des Raiffeisen-Kulturhauses, der

erste Musikpavillon und das große Jubiläumsfest

1975 zum 125-jährigen Bestehen

der Kapelle waren dabei die Höhepunkte.

Zudem war er auch viele Jahre Mitglied im

Kirchenchor, der Theatergruppe, bei den

Fahnenschwingern und den Krippenfreunden.

Die Musikantinnen und Musikanten

verneigten sich mit anhaltendem Applaus

vor ihrem Musikkollegen: „Wenn wir nun

auch offi ziell Abschied nehmen, so hoffen

und wissen wir, dass du auch weiterhin mit

Herz und Leidenschaft die Geschicke deiner

Musikkapelle mitverfolgst“, brachte es

Burger abschließend auf den Punkt und

überreichte ihm als kleines Abschiedsgeschenk

eine Taschenuhr mit Gravur.

(sn)

im Gedenken

Im Gedenken an Walter Messner

Engagierter und vielseitiger Musikant –

Walter Messner aus Gufidaun war

als Musikant und als vielseitig

engagierter Mensch über die

Dorfgrenzen hinaus bekannt.

Mitbegründer der Musikschule Klausen

Am 11. Dezember 2019 ist Walter

Messner verstorben. Die Musikantinnen

und Musikanten der MK Gufidaun

verlieren mit ihm einen guten

Menschen und Freund, der stets

freundlich, hilfsbereit und ein Musikant

mit Leib und Seele war. Sie werden

ihn stets in ehrender Erinnerung behalten.

„Der Windschnur Walter

und die Musig“

Walter Messner erlernte Ende der 1950er

Jahre das Trompete spielen. 1960 ist er der

Musikkapelle Gufi daun beigetreten. Er war

nicht nur Musikant, sondern auch 30 Jahre

lang Obmann, und in dieser Zeit hat Walter

für die Gufidauner Musikkapelle den Festpavillon,

die Festbuden und zwei Probelokale

gebaut. Er hat viele Feste, Konzerte

und andere Veranstaltungen zu den verschiedensten

Anlässen organisiert. Walter

hat Bücher und Chroniken verfasst und

auch verschiedene CDs eingespielt, immer

für einen guten Zweck. Neben seinem

großen Einsatz in der Kapelle und bei

verschiedenen Musikgruppen, die er auch

selber mitbegründet hat, war ihm die Jugendförderung

sehr wichtig. Walter hat

sich sehr für die Gründung der Musikschule

in Klausen eingesetzt. Während

seiner 60-jährigen Mitgliedschaft in der

Kapelle wurden ihm zahlreiche Ehrungen

zuteil, wie die Ernennung zum Ehrenobmann

(s. Bericht im MUSIKPANORAMA),

das Verdienstzeichen in Gold von der Gemeinde

Klausen und die Verdienstmedaille

des Landes Tirol. Walter hat durch

seinen unermüdlichen Einsatz die Musikkapelle

und das ganze Dorfl eben geprägt.

So war etwa sein besonderes Engagement

als Pfarrgemeinderatspräsident

der Heimatpfarre bemerkenswert.

Das verdanken die Musikkapelle wie

auch die Dorfgemeinschaft nicht zuletzt

seiner ganzen Familie, die ihm sehr wichtig

war und die ihn bei seinen Vorhaben

für die Musik stets unterstützt hat. Seinen

Angehörigen gilt somit die tief empfundene

Anteilnahme der Musikkolleginnen

und Musikkollegen: Walter, du

wirst uns allen fehlen! Durch die Musik

werden wir aber immer verbunden bleiben

und dich in unseren Herzen weiterleben

lassen.

MK Gufi daun – Johanna Thaler

Nr. 01 | Jänner 2020 31


ARS NOVA - Neu Komponiert & Interpretiert

Lukas M. Gasser

mit vielen Melodien im Kopf

Feinfühlig, locker und experimentierfreudig präsentiert

sich der junge Komponist aus Villanders

Schon als Kind trug Lukas M. Gasser Melodien

im Kopf. Irgendwann begann er sie

festzuhalten und aufzuschreiben. Seine

erste Komposition war eine Polka für die

örtliche Musikkapelle. Damals war der im

Jahr 1996 in Brixen geborene Jungkomponist

gerade zwölf Jahre alt. Mittlerweile

weist der 23-jährige Villanderer ein ansehnliches

Repertoire an Blasorchesterwerken

auf. Seine Tätigkeit als Komponist

sieht Lukas M. Gasser aber vor allem

locker und zwanglos. Für ihn soll es eine

liebenswerte Nebentätigkeit bleiben – zumindest

noch aus heutiger Sicht.

Als ihm sein Großvater als Kind von der

Schlacht um den Col di Lana erzählte,

war Lukas M. Gasser gebannt und beeindruckt.

Die Bilder, die sein Großvater

von den Kämpfen zeichnete, an denen

Lukas‘ Urgroßvater teilgenommen

hatte, ließen ihn nicht mehr los. Im Alter

von 15 Jahren verdichtete Lukas M.

Gasser seine Bilder im Kopf zum Tongemälde

„Col di Lana“, welches bis heute

von verschiedenen Musikkapellen aufgeführt

wurde und wohl sein bekanntestes

Stück darstellt.

Das Einatmen der Natur, die Sicht auf

Berge und Weiten spielen im Leben von

Lukas M. Gasser eine wichtige Rolle. Hier

holt er sich Inspiration für sein musikalisches

Schaffen. In seinem Werk „A Canadian

Suite“ bringt der junge Komponist

seine große Bewunderung für die unglaublichen

Naturlandschaften Nordamerikas

musikalisch zum Ausdruck. Eine Komposition,

die ihm bisher die wohl größte

Freude bereitete.

Ideen für seine Kompositionen springen

Lukas M. Gasser aber durchaus auch

spontan in den Kopf, das kann schon

mal unter der Dusche passieren oder

im Bett. Dabei entstehen die Stücke zuerst

skizzenhaft auf dem Papier, da müssen

am Anfang nicht einmal Noten sein.

„Wenn ich das

Stück dann ausreichend

ausgearbeitet

habe, gehe

ich dazu über, mit

dem Computer zu

arbeiten. Auch

beim Improvisieren

am Klavier

können immer

wieder mal Stücke

entstehen“, sagt

Lukas M. Gasser.

In seinem

neuesten Stück

„An Overture in

April“, das als

reine Übung entstanden

ist, sieht

der junge Komponist

vor allem

eine Abkehr der

„experimentelleren“

Komposition

hin zu einer

zunehmend

klassischen Tonsprache

in seinen

Werken. Lukas

M. Gasser:

„Ich musste feststellen,

dass sich

die Qualität eines

Stückes nicht nur

über seine Komplexität definiert. Grundsätzlich

ist es aber meine Intention, eine

möglichst reichhaltige Tonsprache, sei es

nun die Harmonik, Rhythmik oder Stilistik

betreffend, zu verwenden“. Dazu

hat der talentierte Südtiroler Jungkomponist

noch alle Zeit der Welt. Auch wenn

er seinen Hauptberuf irgendwann in

der Agrarwirtschaft finden möchte, vor

allem eines würde Lukas M. Gasser jedenfalls

sehr reizen: „Eine Symphonie

Der Südtiroler Jungkomponist Lukas M.

Gasser: „Melodien im Kopf“

zu verfassen, nachdem diese musikalische

Form auch in der symphonischen

Blasmusik immer üblicher wird“. Dabei

ist dem Villanderer durchaus bewusst,

dass eine solche Königsdisziplin des orchestralen

Komponierens eine Vielzahl

von Fertigkeiten, große Erfahrung und

auch ein erhebliches Maß an Ausdauer

erfordert. Genau daran wird es dem talentierten

Südtiroler Jungkomponisten

sicher nicht fehlen.

32

KulturFenster


Altsax. Es 1

3

3

3 3

Copyright by Lukas M.Gasser 2019

A le Rechte vorbehalten

3

3

3 3

3

Blasmusik

„An Overture in April“ –

Uraufführung seines neuesten Werkes

„An Overture in April“ entstand im Vorfeld

des österreichischen Blasmusikforums

2018 in der Musikakademie Stift Ossiach

in Kärnten. Ed de Boer aus den Niederlanden

begleitete Lukas und weitere talentierte

Komponisten mit seinem Fachwissen

im Rahmen einer Komponisten-Werkstatt.

Das Stück wurde als Komponieretüde konzipiert,

um spezielle Klangfarben und andere

orchestratorische Konzepte auszuprobieren.

Die Instrumentation spielt dabei eine

wesentliche Rolle, und so lässt gerade die

Kombination des Schlagwerks mit verschiedenen

Registern der Holz- und Blechbläser

Experimentierfreude erkennen. Bereits

in der Einleitung und im weiteren Verlauf

der Komposition wird die Harmonik immer

wieder mit der Imitation von Streichertremoli

in den Klarinetten und Saxophonen

klangfarblich bereichert.

Die Form der modernen Konzertouvertüre

wurde nicht zufällig gewählt; sie bietet

für den Komponisten „genügend Freiheiten,

um sich auszudrücken und auch

stilistisch ist im Prinzip alles möglich“, wie

er selbst sagt.

Gekonnt komponiert und verarbeitet Lukas

insgesamt drei Themen in unterschiedlichster

Art und Weise. Bereits in der Einleitung

erklingt das 1. Thema solistisch,

gebettet auf einer unisono Klangfläche

verschiedener Instrumente und Klangfarben.

Interessant ist auch der Aufbau und

das sich rhythmisch nach und nach zusammensetzende

Seitenthema im Holz im

zweiten von sechs Teilen der Komposition.

Es leitet sich vom 2. Thema ab und fungiert

später als dessen Begleitung. Lukas

versteht es besonders, in kammermusikalischen

Stellen Motive und Themen sowohl

rhythmisch als auch melodisch kreativ zu

verarbeiten, etwa als Spannungsaufbau für

den fünften Teil und gleichzeitigen Höhepunkt

der Komposition.

Gespannt können alle Musikbegeisterten

auf die Erstaufführung von „An Overture

in April“ beim Josefikonzert der Bürgerkapelle

St. Michael Eppan am 21. März 2020

um 20 Uhr im Kultursaal in Eppan sein.

Patrick Gruber

An Overture in APRIL

Flöte 1

Flöte 3

°

q=75 2 3 4 5 6 7 8 9 10

4

& b b b ∑ ∑

4

2

Ó ú w w ∑ Ó ú w w

p

p

Lukas M.Gasser

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Oboe 1,2

4

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Fago t 1,2

4

Kontrafagott

¢

4

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Klarine te in B 1

°

4

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Klarine te in B 2

4

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Klarine te in B 3

4

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Altklarine te in Es

4

& ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑

Œ ú

pp

Bassklarine te in B

¢

4

& b ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑

Altsaxophon in Es 1,2

°

4

& ∑ ∑

Solo espr.

Tenorsaxophon in B

4

mf

ú œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ ú œ œ œ œ œ œ œ œ J ú œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ

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3 3 3 3 3

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Baritonsaxophon in Es

¢

4

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Trompete in B 1

°

& b

4

Flügelhorn

∑ ∑

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Trompete in B 2

4

& b ∑ ∑ ∑ ∑

∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑

œ œ œ œ œ œ œ œ œ ú œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ J

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Cup Mute

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Trompete in B 3

¢

4

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3 3

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Horn in F 1

°

4

& b b ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑

Horn in F 2

4

& b b ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑

Horn in F 3

4

& b b ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑ ∑

Horn in F 4

¢

4

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Posaune 1

°

4

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Posaune 2

4

Posaune 3/

Bassposaune

¢

4

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Bariton/

Euphonium

q=75

4

Tuba 1

2

°

4

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ú w w w w w w w w w

Kontrabass

¢

? b b b

4

Ó

pp p

Das neueste Werk von Lukas M. Gasser -

„An Overture in April“ – wird demnächst

seine Erstaufführung erleben.

Pauken

Percussion 1

(1 Spieler)

Percussion 2

(2 Spieler)

Percussion 3

(1 Spieler)

¢

°

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4

4

4

4

p

Marimba

p

Weinglas

Nr. 01 | Jänner 2020 33


Der neue Ausschuss der MK Lajen: (1. Reihe v.l.) Simona Grünberger, Sonia

Chizzali, Daniel Hofmann, Christof Grumer, Carmen Ramoser;

(2. Reihe v.l.) Alexander Ramoser, Simon Schenk, Michael Grünberger, Fabian

Gasser, Hannes Vonmetz, Daniela Kompatscher (© MK Lajen)

•Musikpanorama

Neuer Vorstand bei der Musikkapelle Lajen

Vereinsspitze bestätigt – Generationswechsel bei den Ausschussmitgliedern

Bei der Anfang Jänner durchgeführten

Vollversammlung der Musikkapelle Lajen

war die Neuwahl des Vorstandes Hauptpunkt

der Tagesordnung. Daniel Hofmann

wurde als Obmann wiederbestätigt; er

geht damit in seine zweite Amtsperiode.

Ihm zur Seite stehen neben dem wiedergewählten

Obmann-Stellvertreter Michael

Grünberger Kapellmeister Christof Grumer,

Kapellmeister-Stellvertreter Alexander

Ramoser (neu), Schriftführerin Daniela

Kompatscher (neu), Kassier Fabian

Gasser, Jugendleiterin Carmen Ramoser,

Zeugwart Hannes Vonmetz, Notenarchivarin

Sonia Chizzali (neu), Medienreferentin

Simona Grünberger (neu) sowie Beirat

Simon Schenk (neu).

Die Mitglieder im Vorstand sind alle zwischen

18 und 35 Jahre alt – das Durchschnittsalter

beträgt somit junge 24 Jahre.

Auf den neuen Ausschuss warten viele

große Herausforderungen, so etwa die

Vorbereitung des Jubiläumsjahres 2024,

in dem die Musikkapelle nämlich stolze

200 Jahre alt wird. Auch auf die Verwirklichung

eines zeitgemäßen Probelokals wird

der neue Vorstand hinarbeiten. Doch vorerst

wird intensiv für das Frühjahrskonzert

am kommenden 18. April geprobt.

Der neugewählte Ausschuss bedankt sich

bei den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern

für die in den letzten Jahren geleistete

Arbeit.

Ein großer Dank geht insbesondere an

Lukas Ramoser, der sich nach 27 Jahren

aus dem Ausschuss zurückgezogen

hat, aber weiterhin als Stabführer zur Verfügung

steht.

MK Lajen (Daniel Hofmann)

34

KulturFenster


Blasmusik

Für 15 Jahre Musikantenleben geehrt

Cäcilienfeier der Bürgerkapelle Brixen

Im Zeichen der heiligen Cäcilia wurden

drei verdiente Musikanten der Bürgerkapelle

Brixen geehrt.

Der Cäciliensonntag begann mit einer feierlichen

von der Bürgerkapelle musikalisch

gestalteten Messe in der Pfarrkiche von

Brixen. Nach einem kurzen Standkonzert

auf dem Domplatz ging es im Marschschritt

zur Cäcilienfeier in die Feuerwehrhalle von

Brixen. Die Jugendkapelle „BrixBanda“ eröffnete

die Feier mit einem tollen Konzert.

Im Laufe dieser Feier wurden drei Mitglieder

der Bürgerkapelle Brixen geehrt: Daniel

Hilpold, Philipp Hilpold und Thomas Eichbichler

erhielten das VSM-Ehrenabzeichen

in Bronze für ihre 15-jährige Mitgliedschaft.

BK Brixen

Die Bürgerkapelle Brixen ehrte verdiente Musikanten: (v. l.)Vizeobmann Konrad

Gasser, Bezirksstabführer Oskar Zingerle, Thomas Eichbichler, Philipp Hilpold, Daniel

Hilpold, Obmann Martin Rastner

Musikkapelle St. Pauls: Ehrungen am Cäcilia-Sonntag

Gemeinsame Messe mit dem Chorverein St. Pauls

Kapellmeister

gesucht

Die Geehrten der MK St. Pauls: (v. l.) Obmann Franz Schweigkofl er, Hanspeter Giuliani,

Thomas Huber, Philipp Kager, Florian Kofler

Am Cäcilia-Sonntag 2019 gestaltete die

Musikkapelle St. Pauls gemeinsam mit

dem Chorverein St. Pauls die heilige

Messe. Anschließend fand unter den Linden

im Beisein der Dorfbevölkerung sowie

von Bürgermeister Wilfried Trettl, Ortsvorsteher

Roland Faller, Dekan Alexander

Raich, Ehrenkapellmeister Konrad Ellemunter

und VSM-Gebietsvertreter Wilfried

Bernard die Ehrung von fünf Musikanten

für ihre langjährige Treue und Verdienste

für die Musikkapelle statt. Florian Kofl er

am Schlagzeug (15 Jahre), Philipp Kager

an der Trompete und Thomas Huber am

Baritonsaxophon (beide 25 Jahre) sowie

Hanspeter Giuliani und Obmann Franz

Schweigkofler an den Flügelhörnern, die

seit 40 Jahren dabei sind, wurden mit

großem Dank, Applaus und einer von

Rudi Weiss künstlerisch gestalteten Ehrenurkunde,

die den Musikanten jeweils

von Wilfried Bernard überreicht wurde,

ausgezeichnet.

MK St. Pauls

Die Musikkapelle St. Pauls sucht

eine/n Kapellmeister/in ab Cäcilia

2020.

Interessierte melden sich bitte

beim Obmann Franz Schweigkofler

unter:

Handy 346 0629060 oder

info@mk-stpauls.it.

Nr. 01 | Jänner 2020 35


Musikpanorama

MK Welschnofen feiert den Cäciliensonntag

mit vielen Gästen

Festlicher Gottesdienst und Ehrungen

Am 24. November 2019 feierte die Musikkapelle

Welschnofen den traditionellen

Cäciliensonntag. Nach der musikalischen

Gestaltung des Gottesdienstes wurde zum

Mittagessen ins Hotel „Engel“ geladen.

Neben den Musikantinnen und Musikanten

mit deren Ehepartnern, Marketenderinnen,

Altmusikanten, Ehrenmitgliedern und Patinnen,

waren auch einige Ehrengäste anwesend:

Pfarrer Roland Mair, Bürgermeister

Markus Dejori, Vizebürgermeister

Jürgen Pardeller, der Präsident des Tourismusvereins

Egon Seehauser, die Obmannstellvertreterin

der Raiffeisenkasse

Schlern-Rosengarten Maria Wurz, sowie

der Bezirksobmann-Stellvertreter des Verbandes

Südtiroler Musikkapellen Franz

Premstaller. Nach der feierlichen musikalischen

Einleitung durch die Klarinettengruppe

begrüßte Obmann Jörg Seehauser

alle Anwesenden.

Die Geehrten mit Ehrengast und Kapellmeister: (v.l.) Klaus Neulichedl, Obmann

Jörg Seehauser, Bezirksobmann-Stellvertreter Franz Premstaller, Ludwig Seehauser,

Kapellmeister Karl Stuppner, Sybille Kohler und Anita Pardeller. Es fehlt Sonja Pattis.

Höhepunkt der diesjährigen Cäcilienfeier waren

die Ehrungen. An Sybille Kohler, Anita

Pardeller, Klaus Neulichedl, Sonja Pattis

und Obmann Jörg Seehauser wurde das

VSM-Ehrenzeichen in Silber für ihre 25-jährige

Mitgliedschaft im Verein verliehen. Für

seine insgesamt 40-jährige Mitgliedschaft erhielt

Ludwig Seehauser das Ehrenzeichen

des Verbandes Südtiroler Musikkapellen in

Gold. Kräftiger Applaus und die Klänge einer

Bläsergruppe rundeten die Ehrungen ab.

MK Welschnofen – David Knollseisen

„Musik – die tut uns echt gut“

Cäcilienfeier der MK Altrei mit den Vereinen des Dorfes

„Uns Musikanten ist Harmonie pur im Blut,

Musik, die tut uns echt gut.“ Dieses Zitat

aus der Polka „Wir Musikanten“ von Kurt

Gäble stand als Motto über der Cäcilienfeier

der Musikkapelle Altrei. Die Cäcilienfeier

wurde gemeinsam mit dem Kirchenchor

mit einer Festmesse in der Pfarrkirche

begangen. Im Anschluss daran trafen sich

alle Vereine und deren Abordnungen in den

Proberäumen der Musikkapelle zu einem

kleinen Umtrunk.

Ein Leben für die Musik, dieses Motto gilt

bei vielen Musikantinnen und Musikanten,

in besonderer Weise aber für die Obfrau Renate

Oberkofler und den Kapellmeister Andreas

Andergassen, die sehr viel Herzblut in

den Verein investieren und damit auch wesentlich

das alltägliche kulturelle Leben im

Dorf beeinflussen. So ist es auch bei Helmuth

Zwerger, der anlässlich der Feier in

Helmuth Zwerger

(3.v.l.) wurde bei der

Cäcilienfeier der MK

Altrei für seine 50 Jahre

Dienst als Stabführer

geehrt – im Bild mit

Kapellmeister Andreas

Andergassen, Obfrau

Renate Oberkofler und

Bürgermeister Gustav

Mattivi (v.l.).

Anerkennung seiner 50-jährigen Tätigkeit

als Stabführer das Ehrenzeichen Großgold

verliehen bekommen hat. Eine so lange Zeit

mit einem Verein verbunden zu sein, bedeutet

die Freude für die Musik zu leben.

Die Urkunde wurde von Bürgermeister Gustav

Mattivi, Obfrau Renate Oberkofler und

Kapellmeister Andreas Andergassen verliehen.

Das Besondere an dieser Ehrung ist,

dass Helmuth einer der vier dienstältesten

Stabführer im VSM ist. Die Feier für alle

Musikantinnen und Musikanten endete mit

einem gemeinsamen Mittagessen, bei welchem

Musik, Gesang und das gemütliche

Beisammensein im Vordergrund standen.

MK Altrei – Notburga Werth

36

KulturFenster


Cäciliensonntag mit Ehrungen

in Katharinaberg

Blasmusik

14.03.2020

72. Jahreshauptversammlung

2020

www.vsm.bz.it

Gottesdienst und Feier mit der Dorfbevölkerung

Oskar Gorfer (3.v.l.) und Josef Gorfer (4.v.l.) wurden bei der Cäcilienfeier der MK Katharinaberg für ihre 40-jährige Tätigkeit als

Musikanten geehrt – im Bild mit Obmann Florian Müller (2.v.l.) und Kapellmeisterin Charlotte Rainer.

Am 24. November 2019 fand die traditionelle

Cäcilienfeier der Musikkapelle Katharinaberg

statt. Kapellmeisterin Charlotte

Rainer hatte mit ihren Musikantinnen und

Musikanten eine feierliche Messe einstudiert,

mit welcher die Musikkapelle den Gottesdienst

zu Ehren der Hl. Cäcilia umrahmte.

Im Rahmen des Festes wurden zwei Mitglieder

der Musikkapelle für ihre langjährige

Tätigkeit im Verein geehrt. Obmann Florian

Müller und Kapellmeisterin Charlotte

Rainer verliehen den beiden Musikanten

Oskar Gorfer und Josef Gorfer jeweils das

Verbandsehrenzeichen in Gold für 40-jährige

Tätigkeit in der Musikkapelle Katharinaberg.

Die Mitglieder der Musikkapelle

sowie auch die Dorfbevölkerung gratulieren

den Geehrten mit kräftigem Applaus

für ihre vorbildhafte Vereinstätigkeit. Die

anschließende Cäcilienfeier fand heuer

erstmals im Vereinshaus von Katharinaberg

statt. Nachdem alle von den Bäuerinnen

Schnals verköstigt wurden, gab

Obmann Florian Müller und die Jugendleiter

Teresa Kofl er und Jonas Kneissl einen

kleinen Rückblick über das vergangene

Musikjahr, sowie über die Tätigkeiten der

Jungmusikanten, die auch die Cäcilienfeier

musikalisch umrahmten.

MK Katharinaberg

Die Jungmusikanten der MK Katharinaberg spielten bei der Cäcilienfeier auf.

KulturFenster

Redaktion KulturFenster

Ihre Beiträge (Texte und Bilder) für die Blasmusikseiten senden Sie bitte an: kulturfenster@vsm.bz.it

Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe des KulturFensters ist Montag 16. März 2020.

Nr. 01 | Jänner 2020 37


Musikpanorama

Bürgerkapelle Schlanders

feiert die hl. Cäcilia

Mitgestaltung des Festgottesdienstes - Ehrungen

Obmann Martin Ratschiller, Kurt Pernthaler, Ehrenmitglied Herbert Mair,

Kapellmeister Georg Horrer, Andrea Wielander, Obmann-Stellvertreter Dieter Pinggera

(v. l.) bei der Cäcilienfeier der BK Schlanders

Wie die meisten musikalischen Vereine feierte

auch die Bürgerkapelle Schlanders am

vergangenen 24. November ihre Schutzpatronin,

die Hl. Cäcilia. Zusammen mit

dem Chor der Pfarrkirche Schlanders erfreute

die Bürgerkapelle die Christengemeinde

mit ihren Klängen. Beim gemeinsamen

Mittagessen im Hotel Maria Theresia

konnte Obmann Martin Ratschiller neben

zahlreichen Ehrengästen erstmals auch

den neuen Dekan Hochwürden Pater Mathew

Kozhuppakalam begrüßen.

Nach der Verlesung des beachtlichen Tätigkeitsberichtes,

brachten sowohl die Kulturreferentin

als auch der Dekan ihre Freude

und Dankbarkeit für das Wirken der Bürgerkapelle

zum Ausdruck.

Kapellmeister Georg Horrer lud seine Musikantinnen

und Musikanten ein, ihn mit viel

Motivation in das neue Vereinsjahr zu begleiten.

Den Familienmitgliedern zuhause

dankte er für ihr Verständnis für die notwendige

Probenarbeit.

Mit dem Verbandsehrenzeichen in Bronze

für 15 Jahre Mitgliedschaft wurden Andrea

Wielander, Hannes Wunderer und Daniela

Ohrwalder geehrt; Kurt Pernthaler wurde

für seine 40 Jahre als Musikant mit dem

Verbandsehrenzeichen in Gold ausgezeichnet.

Der langjährige Schriftführer und Ausschussmitglied

Herbert Mair wurde zum

Ehrenmitglied ernannt

(ks)

Cäcilienfeier der Bürgerkapelle

Obermais mit fünf Ehrungen

Großes Ehrenzeichen in Gold am Bande für Josef Kienzl

Am Samstag, 23. November 2019, fand

die traditionelle Cäcilienfeier der Bürgerkapelle

Obermais statt.

Eingeladen zur Feier waren alle aktiven

Musikantinnen und Musikanten mit ihren

Partnern, Ehrenamtsmitglieder und einige

Ehrengäste, insbesondere der Pfarrer von

Obermais, Harald Kössler, Bürgermeister

Paul Rösch, Ehrenkapellmeister Luis Gögele

und Bezirksobmann Andreas Augschell

in Vertretung des Verbandes Südtiroler

Musikkapellen. Vertretungen der

Ehrungen bei der BK Obermais: (v. l.) Obmann Alfred Furlan, Markus Ilmer, Jasmin

Ilmer, Karl Pircher, Josef Kienzl, Klaus Gögele, Kapellmeister Oskar Ilmer und VSM

Bezirksobmann Andreas Augscheller

Freiwilligen Feuerwehr Obermais und der

Schützenkompanie Obermais waren ebenfalls

anwesend.

Obmann Alfred Furlan bedankte sich bei

den Vereinsmitgliedern für den guten Zusammenhalt

und die Mithilfe im Verein.

Höhepunkt der diesjährigen Cäcilienfeier

waren die Ehrungen einiger Musikantinnen

und Musikanten für ihre langjährige musikalische

Tätigkeit. Jasmin Ilmer (Querflöte)

wurde für 15 Jahre Tätigkeit geehrt und

erhielt das Ehrenzeichen in Bronze. Für

40 Jahre Tätigkeit wurden Markus Ilmer

(Klarinette), Karl Pircher (Schlagzeug) und

Klaus Gögele (Tuba) geehrt; sie erhielten

das Ehrenzeichen in Gold des VSM und

eine Statue der Heiligen Cäcilia. Höhepunkt

der Ehrungen war die Überreichung des

Großen Ehrenzeichens in Gold am Bande

für 60 Jahre Tätigkeit im Verein. Als zweiter

Musikant in der Geschichte der Bürgerkapelle

Obermais erhielt Josef Kienzl

(Klarinette) diese hohe Auszeichnung des

VSM. Die Musikantinnen und Musikanten

wünschen den Geehrten noch viele gesellige

Jahre in der Bürgerkapelle Obermais.

BK Obermais

38

KulturFenster


Musikkapelle und Kirchenchor

Teis feiern Cäciliensonntag

Blasmusik

20.01. - 28.12.2020

VSM-Motiviert und fit?

Funktionärsausbildung

2020 (NFA)

www.vsm.bz.it

Ehrung verdienter Mitglieder

Ehrungen bei der Musikkapelle und dem Kirchenchor Teis: (v. l.) Chorleiter Simon Krapf, Obfrau Andrea Röll, Maria Stadler Krapf,

Gottfried Krapf, Rosa Krapf, Musikobmann Bernhard Kasseroler, Bezirksehrenobmann Sepp Mitterrutzner und Vizebürgermeister

Luis Fischnaller.

Gemeinsam haben die Musikkapelle und

der Kirchenchor von Teis den Tag der

Patronin der Kirchenmusik, der Hl. Cäcilia,

gefeiert. Im Rahmen der von Bläsergruppen

der Musikkapelle feierlich gestalteten

Hl. Messe dankte Pfarrer Paul

Faller den beiden Vereinen für ihr Wirken

in der Pfarrgemeinde. Bei der anschließenden

Cäcilienfeier im Vereinshaus

von Teis begrüßten die Obfrau des

Chores, Andrea Röll, und der Obmann

der Musikkapelle, Bernhard Kasseroler,

die Ehrengäste und Vereinsmitglieder.

Der Vize-Bürgermeister und Fraktionsvorsteher

von Teis, Luis Fischnaller, würdigte

die Bedeutung der beiden Vereine

für die Dorfgemeinschaft.

Im Rahmen der Cäcilienfeier wurden

zwei besondere Ehrungen verliehen. Als

erster Musikant der Musikkapelle Teis

wurde Gottfried Krapf vom Bezirksehrenobmann

Sepp Mitterrutzner mit dem

Großen Ehrenzeichen in Gold am Bande

und der Ehrenurkunde für seine 60-jährige

Mitgliedschaft in der Musikkapelle

geehrt. Der Geehrte stand der Musikkapelle

auch zwölf Jahre lang als Obmann

vor. Benedikt Baldauf, Bezirksobmann

des Verbandes Südtiroler Kirchenchöre,

überreichte Maria Stadler Krapf die Cäcilienplakette

und die Ehrenurkunde in

Gold für ihre 50-jährige Mitgliedschaft im

Kirchenchor. Mit nicht enden wollendem

Applaus ließ man die Geehrten für ihre

Verdienste hochleben.

MK Teis

Nr. 01 | Jänner 2020 39


Musikpanorama

Festlicher Cäciliensonntag in Feldthurns

Musikkapelle und Kirchenchor feiern gemeinsam - Ehrungen

Musikkapelle und Kirchenchor Feldthurns beim gemeinsamen Festgottesdienst am Cäciliensonntag

Das Fest der hl. Cäcilia am Christkönigfest

feierten Kirchenchor und Musikkapelle in

der vollbesetzten Pfarrkirche von Feldthurns

wieder gemeinsam. Pfarrer Walter Innerbichler

zelebrierte die heilige Messe. Der

Kirchenchor unter der Leitung von Judith

Meraner und die Musikkapelle unter der

Leitung von Kapellmeister Albuin Meraner

Ehrungen bei der Musikkapelle Feldthurns: (v.l.) Obmann Johannes Helfer,

Bezirksobmann Pepi Ploner, Jugendleiterin Sarah Grunser, Damjan Ranjbar, Matthias

Sellemond, Robert Blasbichler, Klaus Sellemond, Kapellmeister Albuin Meraner

gestalteten in beeindruckender und festlicher

Art und Weise den Gottesdienst mit.

Anschließend wurden die Mitglieder der

beiden Vereine, die ehemaligen Mitglieder

sowie die Ehrengäste zur Cäcilienfeier im

Castaneum von der Obfrau des Kirchenchores,

Silvia Helfer, begrüßt. Nach überaus

lobenden Worten seitens des Bürgermeisters

Konrad Messner, zeichnete der

Kirchenchor Erna Unterfrauner Burger für

15 Jahre und Maria Niedermair Bacher für

40 Jahre Einsatz und Treue im Verein aus.

Nach über 58 Jahren als Chorbläser wurde

Josef Kerschbaumer mit einem großen Dankeschön

verabschiedet.

Gleich sechs Ehrungen hatte die Musikkapelle

Feldthurns zu vergeben. Sarah Grunser,

Damjan Ranjbar und Matthias Sellemond

wurde das Ehrenzeichen in Bronze

von VSM-Bezirksobmann Pepi Ploner überreicht.

Das Ehrenzeichen in Gold (40 Jahre)

erhielten Robert Blasbichler und Klaus Sellemond.

Hans Dorfmann Hans war nicht anwesend.

Obmann Johannes Helfer fand für

jeden der Geehrten lobende Worte, wobei

auch die eine oder andere amüsante Episode

nicht fehlen durfte.

Bezirksobmann Pepi Ploner und Irene

Vieider vom Südtiroler Chorverband würdigten

die Verdienste der Geehrten. Sie betonten,

wie wichtig der Einsatz für die verschiedenen

kulturellen Vereine sei, denn

nur so können diese auch für die Zukunft

bestehen.

MK Feldthurns

40

KulturFenster


Blasmusik

Musikkapelle und Kirchenchor Gufidaun

ehren verdiente Mitglieder

Gemeinsame Cäcilienfeier

Am 16. November 2019 trafen sich die

Mitglieder der Musikkapelle und des Kirchenchores,

deren Angehörige und die

Ehrengäste im Josef-Telfner-Haus in Gufidaun

zur gemeinsamen Cäcilienfeier. Nach

der Begrüßung durch Roman Pramstrahler

und Andrea Oberpertinger Weifner, Obmann

der Musikkapelle bzw. Obfrau des

Kirchenchores, stellten die Jungmusikantinnen

und Jungmusikanten ihr Können

unter Beweis und der Kirchenchor begeisterte

mit passenden volkstümlichen

Gesängen.Den Höhepunkt der Feier bildeten

die Ehrungen. Roman Pramstrahler,

Obmann der MK Gufidaun, nahm das

Ehrenzeichen in Gold für seine 40-jährige

Tätigkeit entgegen. Er investiert viel Zeit

und Geduld in die Musik und ist durch

seinen großen Einsatz ein echtes Zugpferd

Walter Messner, Marialuise Messner

Pircher und Musikobmann Roman

Pramstrahler (v. l.) freuen sich über die

ihnen verliehene Ehrung. (Foto: Markus

Mantinger)

für die Musikkapelle. Walter Messner, Ehrenobmann

der Musikkapelle Gufidaun,

wurde für seine 60-jährige Mitgliedschaft

in der Musikkapelle geehrt. Obmann Roman

Pramstrahler hob besonders seine

vorbildliche Gewissenhaftigkeit und Verlässlichkeit

hervor. VSM-Bezirksobmann

Pepi Ploner, Bürgermeisterin Maria Gasser

Fink und Fraktionsvorsteherin Daniela

Vikoler Pircher schlossen sich den Dankesworten

an. Marialuise Messner Pircher

und Albert Thaler, die seit 50 Jahren im

Kirchenchor Gufidaun mitwirken, wurden

von diesem zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Die Ehrung nahm Erich Deltedesco, Obmann

des Südtiroler Chorverbandes, vor.

Astrid Amico wurde nach sechs Jahren

als Chorleiterin mit großem Dank verabschiedet;

sie wird dem Chor weiterhin als

Sängerin und Organistin erhalten bleiben.

MK Gufidaun

(Verena Pramstraller / Mariella

Christanell)

Zwölfmalgreiner feiern Jahresabschluss

Ehrung für vier Musikanten und eine Musikantin

Zum Abschluss des Vereinsjahres fand Anfang

Dezember die Cäcilienfeier der MK

Zwölfmalgreien statt.

Obmann Stefan Declara hielt Rückschau

auf das abgelaufene Jahr, das im Cäcilienkonzert

Ende November seinen Höhepunkt

gefunden hatte und gab einen Ausblick

auf das Jubiläumsjahr 2020. Viel

Dank und Lob wurde den Zwölfmalgreinern

auch von den Ehrengästen Dekan

Bernhard Holzer, Vizebürgermeister Luis

Walcher, der Präsidentin des Gemeinderats

Judith Kofler Peintner sowie vom Vizeobmann

der Raika Bozen Karl Wenter

ausgesprochen.

Bei der von der Jugendkapelle musikalisch

umrahmten Feier wurden mehrere langjährige

Mitglieder geehrt. Der Bezirksjugendleiter

des VSM-Bezirks Bozen, Werner Mair,

überreichte das Große Ehrenzeichen in Gold

an Karl Mock für 50 Jahre Mitgliedschaft.

Norbert Wenger erhielt das Verdienstzeichen

in Silber für seine 27-jährige Tätigkeit

als Stabführer. Vereinsintern wurden

Jonas Tutzer und Stefan Obkircher für 10

Jahre Mitgliedschaft mit einem Tuchring

geehrt. Agnes Berger, die für 15 Jahre

Mitgliedschaft mit dem Ehrenzeichen in

Bronze des VSM geehrt werden sollte,

war abwesend.

Brigitte Thurner

Ehrung verdienter Mitglieder bei der MK Zwölfmalgreien: (v. l.) Obmann Stefan

Declara, Norbert Wenger, Stefan Obkircher, Jonas Tutzer, Karl Mock,

VSM-Bezirksjugendleiter Werner Mair und Kapellmeister Stefan Aichner -

Foto © Oliver Oppitz

Nr. 01 | Jänner 2020 41


Musikpanorama

MK Niederdorf ehrt drei verdiente Mitglieder

Fest der Hl. Cäcilia als Anlass „Danke“ zu sagen

Anton Fauster verlässt nach

65 (!) Jahren die Musikkapelle

(siehe eigener Bericht in der Rubrik

„Zur Person“). Die Flötistin

Brigitte Oberhammer Fauster

kam 1989 zur Kapelle und zählt

damit zu den ersten Frauen in

den Reihen der Südtiroler Musikkapellen.

Mittlerweile spielen

auch alle drei ihrer Töchter und

ihr Mann Alois in der Kapelle,

was wohl eine weitere Besonderheit

darstellt. Mit Unterbrechungen

ist sie seit 25 Jahren

aktive Musikantin und erhielt

dafür nun das Ehrenzeichen

in Silber des Verbandes Südtiroler Musikkapellen

(VSM). Eine wohl längst überfällige

Ehrung wurde schließlich dem Musikobmann

Robert Burger selbst zuteil. Er ist

Drei, die sich um die Musikkapelle

Niederdorf verdient gemacht haben –

v.l. Anton Fauster, Brigitte Oberhammer

Fauster und Robert Burger

seit über 30 Jahren im Vereinsvorstand

tätig, hat alle Funktionen

und Ämter durchlebt, ist seit vielen

Jahren Stabführer und war

auch eine Zeit lang Mitglied im

Bezirksvorstand. Für seine Verdienste

rund um die Blasmusik

im Allgemeinen und die Musikkapelle

Niederdorf im Besonderen

überreichte ihm VSM-Medienreferent

Stephan Niederegger

das Verbandsverdienstzeichen in

Gold. Niederegger bedankte sich

im Namen des Verbandes, aber

auch ganz persönlich als Kapellmeister

der MK Niederdorf, bei

den drei Geehrten: „Ihr stellt der Musikkapelle

und dem Dorf das Wertvollste zur Verfügung,

das ein Mensch geben kann – seine Zeit!“

(sn)

„Musik und Gesang als Sinnbild des Himmels“

Gemeinsame Cäcilienfeier der Musikkapelle und des Kirchenchores Latzfons

Beim Festgottesdienst, der vom Kirchenchor

und der Musikkapelle Latzfons anlässlich

des gemeinsam begangenen Cäcilienfestes

feierlich mitgestaltet wurde,

bedankte sich Seelsorger Gottfried Fuchs

in seiner berührenden Predigt für den wertvollen

Dienst beider Vereine für die Pfarrgemeinde.

Er bezeichnete u.a. den Gesang

und die Musik als Sinnbild des Himmels.

Bei der anschließenden Feier im Kultursaal

begrüßten die Obmänner beider Vereine -

Josef Moosmayr für den Kirchenchor und

Josef Pfattner für die Musikkapelle - die

Festgemeinde und hielten Rückschau auf

das vergangene Musikjahr. Sie erinnerten

an besondere Konzerte, an interessante

Proben und an gesellige Stunden, wobei

sie auf die gute Zusammenarbeit zwischen

beiden Vereinen verwiesen.

Chorleiterin Renate Unterthiner und Kapellmeister

Georg Hasler lobten ihrerseits

den Fleiß und den Einsatz der Sänger und

Musikanten. Den Höhepunkt

der Feier bildeten

die Ehrungen und die Ernennung

einiger Altmusikanten

zu Ehrenmitgliedern

der Musikkapelle.

Josef Schrott, Andreas

Mitterrutzner und Franz

Oberrauch erhielten eine

Dankesurkunde für ihren

langen Einsatz als Ausschussmitglieder.

Meinrad

Rabensteiner, Stefan

Mitterrutzner, Josef Fink

und Josef Unterthiner

wurden zu Ehrenmitgliedern der Musikkapelle

ernannt. Sie waren alle um die

50 Jahre im Verein aktiv und arbeiteten

über lange Zeit im Ausschuss mit. Alexander

Hasler freute sich über eine Ehrenurkunde

für seine 15-jährige Mitgliedschaft

beim Kirchenchor.

Ehrung bei der MK Latzfons: (1. R. v. l.)

Andreas Mitterrutzner, Josef Schrott, Franz

Oberrauch und Alexander Hasler; (2. R.

v. l.) Kapellmeister Georg Hasler, Josef

Fink, Stefan Mitterrutzner, Josef Pfattner,

Meinrad Rabensteiner, Renate Unterthiner,

Josef Unterthiner und Josef Moosmayr

42

KulturFenster


Blasmusik

Besondere Ehrung bei der Musikkapelle Partschins

Albert Zerzer zum ersten Ehrenobmann ernannt

Das Fest der hl. Cäcilia 2019 begann die

Musikkapelle Partschins mit einem feierlichen

Gottesdienst, der gemeinsam

mit dem Kirchenchor Partschins musikalisch

umrahmt wurde. Nach einem kurzen

Standkonzert im Anschluss daran fand der

weltliche Teil der Cäcilienfeier statt, wobei

sowohl Kapellmeister Michael Pircher als

auch Obmann Andreas Österreicher die

Gelegenheit nutzten, allen Mitgliedern der

Kapelle für ihren Einsatz zu danken und

ihnen ein großes Kompliment auszudrücken.

Der Obmann blickte in seiner Rede

zudem auf die reichhaltige Jahrestätigkeit

im Verein zurück und Jugendleiter Ulrich

Schönweger konnte mit Stolz von der vorbildlichen

Jugendarbeit in der MK Partschins

berichten; immerhin zählen 40 Personen

dazu, die sich engagieren. Für die

Die Musikkapelle Partschins ehrte

verdiente Mitglieder und Albert Zerzer

darf sich nun Ehrenobmann nennen.

musikalische Leiterin der Jugendkapelle

JUPA gab es als Anerkennung einen Blumenstrauß.

Höhepunkt der diesjährigen

Cäcilienfeier waren die Ehrungen: Peter

Schönweger wurde für seine 15-jährige Tätigkeit

als aktiver Musikant geehrt; Albert

Zerzer hingegen wurde für seine 39 Jahre

als aktiver Musikant, 33 Jahre als Komitee-Mitglied,

fünf Jahre als Obmann Stellvertreter,

14 Jahre als Jugendleiter und 18

Jahre als Obmann der Musikkapelle Partschins

zum ersten Ehrenobmann der Musikkapelle

ernannt.

Der Obmann des VSM-Bezirkes Meran,

Andreas Augscheller und Bürgermeister

Albert Gögele würdigten in ihren Grußbotschaften

die Verdienste der Geehrten

und dankten der Vereinsführung wie auch

den Musikantinnen und Musikanten der

MK Partschins für ihren wertvollen Beitrag

zur Dorfgemeinschaft.

MK Partschins

„Bis das Alphorn groovt!“

Alphorn-Tageskurs der Musikkapelle Proveis

„Bis das Alphorn groovt!“- Unter diesem

Motto stand das Cäcilien-Wochenende in

Proveis. Anlässlich des fünften Bestandsjubiläums

der Alphorngruppe der Musikkapelle

Proveis wurde ein Alphorn-Tageskurs

mit Prof. Berthold Schick, einer der

renommiertesten Musikpädagogen und

exzellentesten Alphornbläser des deutschsprachigen

Raumes, organisiert.

Außer den Alphornbläsern der Musikkapelle

Proveis nahmen auch die Burggräfler,

Gargazoner und Kalterer Alphornbläser,

sowie die Alphornbläser aus Platt in

Passeier und der Seiser Alm daran teil. Typische

Alphornmelodien und andere Musikrhythmen

wie Polka, Walzer, Blues und

Bolero standen im Mittelpunkt des Kursprogrammes

und erfuhren eine etwas andere

Interpretation durch das Alphorn. Die eingelernten

Stücke wurden beim Abschlusskonzert

im Mehrzwecksaal von Proveis aufgeführt.

Höhepunkt des Konzertes war der

Triumphmarsch aus der Oper „Aida“ von

Giuseppe Verdi. Das Alphorn hat in Proveis

inzwischen nicht nur die Rolle des Signalinstruments

übernommen, sondern es

ist der Alphorngruppe bei verschiedenen

Anlässen während der letzten fünf Jahre

auch gelungen, die Dorfgemeinschaft zu

stärken und über die Dorfgrenzen hinaus

Musikbegeisterte zu verbinden.

Bernhard Mairhofer

Proveis ist mittlerweile zum „Mekka“ der Alphornbläser geworden, das zeigte sich einmal mehr beim Alphorn-Tageskurs der Musikkapelle.

Nr. 01 | Jänner 2020 43


Musikpanorama

Ehrungen bei der Cäcilienfeier der MK Villnöß

Posaunist Hansjörg Profanter seit 50 Jahren Mitglied der Kapelle

Ehrungen bei der Cäcilienfeier der MK Villnöß: (v.l.) VSM-Obmannstellvertreter

Meinhard Oberhauser, Alexander Delueg, Hannes Messner, Michael Mantinger,

Matthias Profanter, Hansjörg Profanter und Obmann Christof Petriffer

Bei der traditionellen Cäcilienfeier am 24.

November 2019 wurden im Kultursaal von

St. Peter verdiente Mitglieder der Musikkapelle

Villnöß geehrt. Die Verleihung wurde

von Verbandsobmann-Stellvertreter Meinhard

Oberhauser aus Sterzing vorgenommen.

Für das 25-jährige Mitwirken in der

Kapelle wurde das VSM-Verbandsehrenzeichen

in Silber an Alexander Delueg (Trompeter,

ehemaliges Ausschussmitglied),

Hannes Messner (Trompeter), Michael

Mantinger (Hornist) und an Matthias Profanter

(Trompeter, und langjähriger Vize-

Obmann) verliehen. Für 50 Jahre Mitgliedschaft

wurde das Verbands-Ehrenzeichen

in Groß-Gold an Hansjörg Profanter (Solo-

Posaunist beim Symphonieorchester des

Bayerischen Rundfunks) verliehen. Obmann

Christof Petriffer betonte in seiner

Laudatio besonders die Vorbildfunktion

des Geehrten, der, wenn er in Südtirol

verweilt, immer noch bei seiner „Heimatkapelle“

mitwirkt, sowohl bei den Proben

als auch bei verschiedenen Auftritten. So

hat er seinerzeit die inzwischen längst zur

Tradition gewordenen Kirchenkonzerte ins

Leben gerufen oder bei einigen Osterkonzerten

als Solo-Posaunist durch sein professionelles

Können mitgewirkt. Im Besonderen

aber werden seine Bescheidenheit

und sein musikalisches Einfühlungsvermögen

von allen sehr geschätzt.

MK Villnöß – Michl Vikoler

Aufregendes Jahr voller Elan für

die MK Platt in Passeier

Volles Programm trotz fehlendem Kapellmeister

Daniel Götsch, Anna Prems und Esther Osenberg (2. – 4. v. l.) setzten das bei ihrer

Kapellmeisterausbildung Erlernte mit der Musikkapelle Platt in Passeier in die Praxis

um. Verbandskapellmeister Meinhard Windisch (1. v. r.) konnte sich vom guten

Gelingen des Projektes überzeugen.

2019 war für die Musikkapelle Platt in Passeier

ein sehr aufregendes Jahr voller Elan.

Aufgrund des Fehlens eines Kapellmeisters

stellte sich die Musikkapelle Platt als Übungskapelle

den Winter über drei jungen, passionierten

zukünftigen Dirigentinnen und

Dirigenten zur Verfügung. Beim Abschlusskonzert

in St. Leonhard konnte dann das

eingelernte Programm präsentiert werden.

Anna Prems aus Ulten, Esther Osenberg

aus Lana und Daniel Götsch aus Naturns

haben alle drei die Kapellmeisterausbildung

unter der Leitung von Christian Laimer,

dem Direktor der Musikschule Lana,

und dem Musiklehrer Wolfgang Schrötter

erfolgreich absolviert.

Den Sommer über hat die Musikkapelle

Platt unter anderem mit Michael Gumpold

aus Riffian und Gernot Reich aus Platt diverse

Konzerte eingelernt und gespielt. Für

kirchliche Anlässe hat Musikkamerad Thomas

Platter mit der Musikkapelle passende

Werke erarbeitet und dirigiert. Besonders

stolz ist die Musikkapelle auf ihre Jungmusikantinnen

und Jungmusikanten. Diese haben

unter der Leitung von Gernot Reich und

Helga Hofer sowohl im Ötztal und als auch

in Moos das jeweilige HULA – Konzert zu

einem unvergesslichen Erlebnis gemacht.

16 Jungmusikantinnen und Jungmusikanten

haben bei beiden Veranstaltungen mitgewirkt.

Außerdem waren auch viele bei der

Jungbläserwoche in der letzten Augustwoche

dabei. Schließlich hatte die Musikkapelle

bei der Cäcilienfeier 2019 zwei besondere

Ehrungen zu vergeben. Stefan Pamer

aus Platt wurde für 30 Jahre als Stabführer

und Oswald Pöll für 10 Jahre als Obmann

ausgezeichnet.

Die Musikkapelle Platt bedankte sich bei

dieser Gelegenheit bei allen, die 2019 zu

einem so besonderen Jahr werden ließen.

Katrin Hofer

44

KulturFenster


Musikkapelle Naturns hat

neues Ehrenmitglied

Blasmusik

März & Juni 2020

Leistungsabzeichen

2020

Prüfungstermine

www.vsm.bz.it/2020/02/05/leistungsabzeichen-pruefungstermine-2020/

Cäcilienfeier mit Festgottesdienst und Ehrungen

Anlässlich des Cäciliensonntags am 24. November

2019 umrahmte die Musikkapelle

Naturns unter der Leitung von Kapellmeister

Dietmar Rainer gemeinsam mit dem

Kirchenchor den Gottesdienst in der Naturnser

Pfarrkirche. Dabei kamen u.a. „Moving

Heaven and Earth“ von Philip Sparke und

„Hope“ von Bart Picqueur zur Aufführung.

Anschließend versammelten sich die Musikantinnen

und Musikanten mit Partnern

und Ehrenmitglieder der Musikkapelle im

geschmückten Saal des Bürger- und Rathauses

zur traditionellen Cäcilienfeier. Dabei

stellten die Ehrungen sowie die Verleihung

der Ehrenmitgliedschaft an einen

Musikanten den Höhepunkt der Feier dar.

Christine Platzgummer und Melanie Peer

nahmen für ihre 15-jährige Tätigkeit das

VSM-Ehrenabzeichen in Bronze von Hermann

Wenter, dem Ehrenobmann des VSM-

Albert Gruber (3. v. rechts) freut sich mit Christine Platzgummer und Melanie Peer

(jeweils mit Urkunde und Blumenstrauß) über die Ehrung durch die Musikkapelle

Naturns.

Bezirkes Meran, sowie von Obmann Andreas

Pircher und Kapellmeister Dietmar

Rainer entgegen. Eine Besonderheit war

die Ernennung von Albert Gruber zum Ehrenmitglied

der Musikkapelle. Damit wurden

seine 50-jährige Mitgliedschaft sowie

seine Bemühungen und Leistungen in den

vielen Jahren gewürdigt. Auch den Partnern

der Geehrten und der Partnerin des neuen

Ehrenmitgliedes wurde mit einem Präsent

für ihre Unterstützung gedankt.

Julia Wellenzohn

„Silberne Hochzeit“ mit der Musik

Ehrungen bei der Cäcilienfeier und Vollversammlung der Schützenkapelle Pichl/Gsies

Im Rahmen der Cäcilienfeier der Schützenkapelle

Pichl/Gsies, die am 16. November

2019 stattfand, wurde die Hornistin

Silvia Ragginer aufgrund ihrer

Bei der Cäcilienfeier und Vollverssammlung wurden Silvia Ragginer und Klaus Graf

(mit Urkunde) für 25 Jahre Mitgliedschaft in der Schützenkapelle Pichl/Gsies geehrt

– im Bild mit Kapellmeister Michael Oberrauch, Bezirksstabführer Franz Plangger

und Musikobmann Franz Stoll.

25-jährigen Mitgliedschaft im Verein geehrt.

Die Ehrung nahm Franz Plangger,

der Bezirksstabführer des VSM-Bezirkes

Bruneck vor.

Die zweite Ehrung erfolgte im Rahmen der

Vollversammlung am 11. Januar 2020. Der

Saxophonist Klaus Graf ist ebenfalls seit 25

Jahren eifriges Mitglied der Schützenkapelle.

Der Bezirksmajor des Bezirkes Pustertal

im Südtiroler Schützenbund (SSB)

Erich Mayr übernahm diese Ehrung. Sowohl

er als auch Bezirksstabführer Franz

Plangger betonten jeweils, wie wichtig der

Beitrag eines jeden einzelnen in einem

Verein ist und wie sehr dieser auch durch

das Mitwirken über eine solch lange Zeit

gestützt wird. Die Schützenkapelle Pichl

dankt den beiden Geehrten für die langjährige

ehrenamtliche Tätigkeit ganz im

Zeichen der Musik.

Schützenkapelle Pichl/Gsies

Nr. 01 | Jänner 2020 45


Vorweg

Das KulturFenster im Visier der

Leserinnen und Leser

Das Resultat liegt jetzt vor

Landesobfrau Claudia Plaikner

Drei große Südtiroler Verbände – der Verband

der Südtiroler Musikkapellen, der

Südtiroler Chorverband und der Heimatpflegeverband

– haben eine gemeinsame Verbandszeitschrift;

eigentlich ist das an und

für sich schon etwas Einzigartiges: Kooperation

und gemeinsames Auftreten stärken

die einzelnen Verbände und fördern auch

einen produktiven und anregenden Austausch

miteinander und untereinander. Zudem

erfahren die Leserinnen und Leser –

bei Interesse – auch einiges über alle drei

Verbände. Diese erprobte Kooperation sinnvoll

und zukunftsgerichtet weiterzuführen,

ist unser Ziel.

Dass aber auch Printmedien in regelmäßigen

Abständen überprüft, ihre Aufmachung,

das Layout, die Rubriken, die

Themen aktualisiert, die Akzeptanz bei den

Leserinnen und Lesern hinterfragt werden

müssen, ist eine alte journalistische Regel. So

hat man sich im letzten Jahr entschlossen,

eine Umfrage beim Meinungsforschungsinstitut

„Apollis“ in Auftrag zu geben, um

vorab auch die Meinung der Leserinnen

und Leser zum Kulturfenster einzuholen.

Das Resultat liegt jetzt vor und ich stelle

Ihnen gerne kurz die Rückmeldungen der

Heimatpflegerinnen und Heimatpfleger vor:

Der Heimatpflegeverband hat die Einladung

zur Teilnahme an der Medienanalyse über

E-Mail an die Funktionäre des Verbandes

geschickt und zirka 50 Personen haben daran

teilgenommen.

Folgende Fragen wurden gestellt:

➤ Kennen die Mitglieder die Zeitschrift

und wie ist die Reichweite? Alle Befragten

bejahten, die Zeitschrift zu

kennen und fast alle (96 %) lesen

jede Ausgabe.

➤ Der Bezug des KF, also die Wege, wie

das KF seine Leserinnen und Leser findet,

erfolgt im HPV mit überwiegender

Mehrheit durch die Post.

➤ Befragt nach den einzelnen Rubriken

(„Vorweg“, „Informiert und reflektiert“

und „Aus Verband und Bezirken“)

fällt auf, dass die Lesehäufigkeit alle

Rubriken gleichermaßen betrifft und

sehr hoch ist.

➤ In der Bewertung detaillierter Bereiche

(grafische Darstellung, Fotoqualität,

Themen, Übersichtlichkeit, Verständlichkeit,

Glaubwürdigkeit, Aktualität,

Nutzbarkeit) reichen die „Noten“ auf

einer Skala von 0 bis 10 von 7,2 bis

8,9 Punkten und ergeben damit einen

Mittelwert von 7,6 Punkten. Dabei sind

die drei am besten bewerteten Aspekte

Glaubwürdigkeit, Verständlichkeit und

Fotoqualität und die drei weniger gut

bewerteten Aspekte grafische Darstellung,

Themen und Nutzbarkeit.

Zusammenfassend kann man sagen, dass

für den HPV das KF eine zentrale Kommunikationsplattform

ist: Bekanntheit, Lesehäufigkeit

und Leseintensität sind außergewöhnlich

hoch. Die Befragten wünschen

sich besonders stark eine Fachzeitschrift

mit fundierten Beiträgen; unterhaltende

Beiträge werden nicht gewünscht. Auch

die Frage nach der Aktualität und nach

der Ansprache von jüngeren Zielgruppen

wird häufig aufgeworfen. Und Verbesserungsmöglichkeiten

sehen die Befragten

besonders in der Themenwahl. Offen muss

bleiben, wieweit auch die Mitglieder der

Ortsvereine das Medium wahrnehmen

und dieser Zuschnitt auch für sie passt.

Ich lade Sie ein, an der Zeitung mitzuschreiben.

Wenn Sie interessante Themen

kennen, zu denen Sie auch etwas

in unserem Kulturfenster lesen möchten,

so teilen Sie es uns bitte mit. Und geben

Sie uns weiterhin Rückmeldung, ob Ihnen

das „neue“ Kulturfenster, das wir

Schritt für Schritt den Anforderungen an

ein zeitgemäßes Printmedium anpassen

werden, gefällt.

46

KulturFenster


Das Thema

Heimatpflege

Der Wert der Landschaft

Sich aktiv mit dem Lebensraum Erde auseinandersetzen

kritisieren, aber der Ansatz, die Leistungen

von Ökosystemen zu bewerten, kann

helfen, Werte zu schützen. Wir müssen

die Frage aber richtig stellen: Welche Leistung

bringt eine Landschaft, ein Bach, ein

Kleinbiotop für ein „gutes Leben“, ein Leben,

das uns kulturell bereichert, das unsere

Identität stärkt, das unsere Gesundheit

fördert…

Der Schweizer Biologe und Geschäftsleiter der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz Raimund

Rodewald sieht es als seine Aufgabe, sich jeden Tag aktiv mit dem Lebensraum

Erde auseinanderzusetzen und frühzeitig auf Fehlentwicklungen aufmerksam zu machen.

Im Interview versucht er Antworten auf die Fragen nach dem Wert einer natürlichen Umwelt,

die galoppierender Zerstörung ausgesetzt ist.

Kulturfenster: Der „Wert der Landschaft“

- was ist das eigentlich und wie misst

man ihn?

Raimund Rodewald: Die Frage nach dem

Wert einer Landschaft führt in unserem

Denken sehr schnell zu einer Klassifizierung:

Es gibt die „Schönschweiz“ mit

Bergen, Almen, Flüssen und die „hässliche“

Schweiz, das sind die Wirtschaftsräume.

Aber wir tragen Verantwortung für

jeden Quadratmeter unserer Erde. Jeder

Ort hat das Recht, einen Wert zu haben.

KF: Gut, aber woran macht man diesen

Wert fest?

R. Rodewald: Ich denke, wir sollten uns

an Immanuel Kant orientieren. Er spricht

von „absolutem Wert“ und meint damit

die Eigenschaften, die allem Lebendigen

innewohnen, also auch dem Wasser, den

Pflanzen, allen Lebewesen usw. Und er

spricht von einem „relativen Wert“, das

ist alles, was der Mensch geschaffen hat,

damit es ihm Nutzen bringt. Der absolute

Wert steht laut Kant über dem relativen

und hat deshalb auch absoluten Schutz

zu genießen. Das bedeutet, dass auch

ein Bach so etwas wie ein Menschenrecht

besitzt und entsprechend zu „bewerten“

ist.

KF: Sie bringen in diesem Zusammenhang

gern das Beispiel der Maori auf Neuseeland?

R. Rodewald: Ja, der Stamm der Maori

auf Neuseeland hat gegen den Bau eines

Kraftwerks am Fluss Whanganui geklagt

und tatsächlich den Menschenrechtsstatus

für den Fluss erstritten. Im Jahr 2017

folgten die Richter der Argumentation der

Maori, ihr als Heiligtum verehrter Fluss sei

kein Ding, sondern ein Lebewesen. Und

Lebewesen können keiner Willkür ausgesetzt

werden.

KF: Europäische Gerichte messen im besten

Fall mit anderen Werten…

R. Rodewald: Abseits vom Kantschen Ansatz,

wo es um generelle Werte geht, gibt

es in der Ökonomie heute den Ansatz der

„Ökosystemleistung“. Mit unserem ökonomischen

Denken bewerten wir alles anthropozentrisch:

Was leistet die Natur für

den Menschen? Das kann man natürlich

KF: im Moment scheint aber alles in die

Gegenrichtung zu laufen…

R. Rodewald: Ja, wir erleben einen völlig

deregulierten Markt, am auffälligsten ist

das im Tourismus, wo die „Venezianisierung“

überall um sich greift und Zerstörung

anrichtet. Aber dieser entfesselte neoliberale

Ansatz trägt nicht dazu bei, dass

die Menschen glücklicher sind. Die Logik

„Ausbau=Arbeitsplätze=Glück“ bricht in

sich zusammen.

KF: Stichwort Gesundheit: Kann Landschaft

uns gesund oder krank machen?

R. Rodewald: Die Neurobiologie zeigt schon

seit der Entdeckung der Spiegelneuronen,

dass der „Ort“ einen großen Einfluss auf

unser Wohlbefinden hat. Wir spiegeln das,

was uns umgibt. Die Orte prägen unser

Denken und Handeln, darauf hat auch der

Philosoph Martin Buber verwiesen mit seiner

Feststellung, dass uns die (Um-)Welt

nicht egal sein darf, weil sie entscheidend

für unsere Persönlichkeitsbildung ist.

KF: Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz

arbeitet ja schon länger zum Thema Landschaft

und ihrem Einfluss auf die Gesundheit…

R. Rodewald: Ja, wir haben in einem Projekt

mit der Sozial- und Präventivmedizin

der Uni Bern untersucht, welchen Einfluss

Landschaft auf die Gesundheit des Menschen

hat. Das Ergebnis kann man auf unserer

Homepage nachlesen. Es gibt mittlerweile

sehr viele Erkenntnisse dazu, dass

Landschaft gesund oder eben krank machen

kann. Das heißt konkret, dass wir unseren

Lebensraum so gestalten müssen,

dass er gesundheitsfördernd ist.

Nr. 01 | Jänner 2020 47


Das Thema

KF: Ihre Stiftung hat aus diesen Erkenntnissen

einen realpolitischen Ansatz abgeleitet…

R. Rodewald: Tatsächlich haben wir Kriterien

entwickelt und eine Checkliste für Gemeinden

erarbeitet, wie sie den öffentlichen

Raum gesundheitsfördernd gestalten können.

Das Kriterium Gesundheit muss viel

stärker in der Raumordnung verankert werden.

Wir brauchen vor jedem landschaftlichen

Eingriff und für jeden Bauleitplan

eine Gesundheitsverträglichkeitsprüfung.

Wir müssen den ORT wieder als WURZEL-

RAUM für unser Selbst finden.

Auf Einladung der Initiativgruppe „Taufers ibermorgn“ und einer Reihe von

Mitveranstaltern, u.a. des Heimatpflegeverbandes referierte Raimund Rodewald im

Herbst in Taufers i. Münstertal zum Thema „Der Wert der Landschaft“.

Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz

Die Stiftung Landschaftsschutz

Schweiz (SL) verfolgt ihre Stiftungsziele

vor allem mit Beratungen,

Gutachten, Schulungen,

Publikationen und

Projektarbeiten.

Dabei arbeitet die SL eng mit

Behörden und Organisationen

zusammen, die sich mit dem

Naturschutz, dem Ortsbild- und

Denkmalschutz, dem Tourismus,

der Raumplanung und

der Regionalpolitik befassen. Die SL meldet

sich überall dort zu Wort, wo landschaftliche

Werte auf dem Spiel stehen und sucht

bei Bauvorhaben zusammen mit Eigentümern

und Behörden landschaftliche Verbesserungen.

Als «letztes Ventil» muss auch ab

und zu vom Beschwerderecht Gebrauch

gemacht werden. Darüber

hinaus setzt sich die SL mit Tagungen,

Ausstellungen und Beiträgen

in Fachzeitschriften, Tageszeitungen

und elektronischen

Medien für die Belange der Landschaft

ein. Ein wichtiges Tätigkeitsfeld

der SL ist die Projektarbeit:

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

der Geschäftsstelle engagieren

sich in zahlreichen Projekten zur Erhaltung

der landschaftlichen Reichtümer.

www.sl-fp.ch

Es soll nöt vrgessn wern

mir hobm es schianste Landl af Erdn

Wenn in Langis die Natur erwocht

Sem griants und bliants in voller Procht

In Sumer geats dr Bergwelt zua

finnsch nou Platzlen fir die Ruah

In Herbischt ba dr Erntezeit

isch der Blick voll Donkborkeit

Dr Wintr legg sein weißes Giwond

sin Roschtn iber inser Lond

Des soll nöt zuviel verändert wern

dass miar nou wissn, wohin miar kearn

Huamit hepp in Herz drin un

des geats mit volln Insotz drun

Hanni Gamper, Latzfons

48

KulturFenster


Heimatpflege

Wir Südtirolerinnen und Südtiroler sind

ein baufreudiges Völkchen. Dem Schweizer

Prinzip „schaffe, schaffe Hüsli bauen“

können wir scheinbar einiges abgewinnen.

Doch wer zwischen Bergspitzen und

engen Tälern baut, dem wird früher oder

später auffallen, dass Grund und Boden

irgendwann knapp werden und das unbegrenztes

Aus-, Um und Neubauen an

seine Grenzen stößt.

Die rasante wirtschaftliche Entwicklung,

ungezügelte Bautätigkeiten und

die fortlaufende Digitalisierung haben

ein Tempo erreicht, mit dem die lokalen

Institutionen in ihren Entscheidungen

nicht mehr Schritt halten. Heute sieht

man sich überrumpelt und vor vollendete

Tatsachen gestellt. Haben wir ohne es zu

merken unsere Identität, den Bezug zu

unserem ureigenen Umfeld – der Landschaft

– schon verloren oder ist noch etwas

davon zu retten?

Kürzlich wurde damit begonnen, die

Raum- und Landschaftsplanung in der

Provinz grundlegend zu reformieren. Es

ist von partizipativen Planungsprozessen,

Siedlungsgrenzen, Nachhaltigkeit,

ja sogar resilienten Herangehensweisen

die Rede. Schöne Worte, klingende Namen:

Aber was steckt dahinter?

Was Südtirol ausmacht, ist seine vielfältige

Kultur- und Naturlandschaft und die

Menschen, die sie durch ihre tägliche Arbeit

gestalten: Authentizität, schroffe Natur

und konsumfreie Begegnungsräume

machen unser Land einzigartig. Der Sehnsuchtsort

Alpen erlebt derzeit eine Renaissance.

Es wächst eine junge, umweltbewusste

und konsumkritische Generation

heran, die genau jene Qualitäten sucht

und schätzt, die Südtirol zu bieten hat.

Sei es im Tourismus als auch in der Wirtschaft.

Events und städtische Einkaufsmeilen,

wie sie derzeit von großen Metropolen

exportiert und uns noch immer

als neu und innovativ verkauft werden,

sind Auslaufmodelle.

Das Schlüsselwort ist Begegnung –

mit der Natur, mit den Menschen, mit

sich selbst. Diese findet nicht im Wellnesstempel

oder auf der Gletscherbahn

statt, sondern in unserem unmittelbaren

Umfeld: Auf dem Dorfplatz, am Fluss,

am Waldrand. Auf den Wert dieser Freiräume

müssen wir uns zurückbesinnen.

Die Thematik der Raum- und Landschaftsplanung

wird momentan in allen

Gemeinden heiß diskutiert: Wo kann in

Alles ist Landschaft

Gastkommentar von Lorenz Frei

Lorenz Frei aus Sterzing hat in Wien, Innsbruck, Bozen und Neapel studiert und

arbeitet derzeit gemeinsam mit dem Planungsbüro LAND Srl. aus Mailand (Andreas

Kipar) und der Gemeinde Algund an einem Projekt für Landschaftsentwicklung

für die Vorbereitung auf das neue Raumordnungsgesetz in Südtirol, welches mit

01.07.2020 in Kraft treten wird.

In seiner Diplomarbeit geht es um ein Projekt,

das durch die Wiedereinführung einer alten

Tomatensorte eine alternative Einkommensquelle

für die lokale Bevölkerung schafft.

Zukunft noch gebaut werden, ohne die

Charakteristiken der Orte zu verlieren?

Es wird an neuen Gesetzen gearbeitet

und man hört immer wieder von Abänderungen,

jedoch ist unklar, wie das Gesetz

in der Praxis implementiert werden

kann. Daher gilt es nun, mithilfe von Expertinnen

und Experten neues Bewusstsein

zu schaffen und Akzente zu setzen.

Wir brauchen Handlungsalternativen und

innovative Konzepte, die für jedermann

verständlich kommuniziert werden und

alle Bürgerinnen und Bürger miteinbeziehen.

Die Veränderung hat schon begonnen:

Die Menschen beschäftigen sich wieder

www.youtube.com/

watch?v=s2cyUrsHHsY

zusehends mit der Natur und nehmen

sich selbst als Teil dieses Systems wahr,

frei nach dem Motto „zurück zu den

Wurzeln“. Nicht umsonst lehnt sich daran

auch der europäische Grundsatz „Alles

ist Landschaft“ an. Landschaftstypen

müssen neu interpretiert und Leitlinien

für eine zukunftstaugliche Planungskultur

im Tätigkeitsbereich der Gemeinden

verankert werden.

Weil wir uns keinen weiteren Verlust

an Natur- und ursprünglicher Kulturlandschaft

leisten können, wenn wir den Nachfolgegenerationen

Perspektiven und ein

lebenswertes „Landl“ hinterlassen wollen.

Landschaftsarchitekt, Lorenz Frei

Nr. 01 | Jänner 2020 49


Informiert und Reflektiert

Kulturerbe, Ortsbild, Landschaft

Die Schwerpunkte für das kulturelle Arbeitsprogramm 2020

Die Hauptaufgabe des Verbandes wird

auch im Jahr 2020 darin bestehen, die

Umwelt und das heimatliche Landschaftsbild

zu schützen und alles zu pflegen, was

die Eigenart unserer Heimat im weitesten

Sinne des Wortes ausmacht. Über breit gestreute

Sensibilisierungsmaßnahmen sollen

möglichst viele Menschen für unsere

Zielsetzungen begeistert werden. Hier die

wichtigsten Auszüge aus dem Programm

für 2020.

Das Kulturerbejahr als Anstoß für

die Dekade 2018-2028

Der Heimatpflegeverband wird auch in

der Dekade 2018-2028 die Idee des Europäischen

Kulturerbejahres unterstützen.

Wir werden unser gemeinsames kulturelles

Erbe mit Akteuren vor Ort (Burgeninstitut,

Fondo Ambiente Italiano, Verband

der Restauratoren u.a.) und in Europa (CI-

VILSCAPE ,Netzwerk der Heimatschutzverbände

etc.) teilen. Das „netzwerk.kulturerbe“

plant auch 2020 weitere gemeinsame

Aktionen und Veranstaltungen. So ist die

gemeinsame Erarbeitung von verbindlichen

Richtlinien für die Restaurierung von Kleindenkmälern

in Zusammenarbeit mit dem

Landesdenkmalamt geplant.

Verbandsgeschäftsführer Josef Oberhofer

ist seit 2014 in Kontakt mit dem

Netzwerk CIVILSCAPE, das darauf abzielt,

auf europäischer Ebene alle privaten Organisationen,

die sich für die Erhaltung

der Landschaft und der jeweiligen Kultur

einsetzen, zu vernetzen und wertvolle Informationen

auszutauschen. Seit 2015 ist

der Verband Mitglied von CIVILSCAPE und

hat somit den Status eines „Landscape observators“,

damit erhält er mehr Mitsprache

in wichtigen europäischen Gremien.

Zudem unterhält der Heimatpflegeverband

einen regen Austausch und eine

enge Beziehung zum Bund Heimat und

Umwelt in Bonn.

Erste Kontakte wurden auch mit dem

Rheinischen Verein für Denkmalpflege

und Landschaftsschutz aufgenommen.

Das Thema „Flüsse“ (Rhein, Mosel, Etsch,

Eisack, Rienz) als gemeinsames Projekt

wird ins Auge gefasst.

Natur-, Umwelt- und Landschaftsschutz

Der Natur-, Umwelt- und Landschaftsschutz

zählen neben dem Ortsbildschutz und der

Ortsbildpflege, dem Ensembleschutz und

der konkreten Einflussnahme in den verschiedenen

Kommissionen, was die Raumentwicklung

betrifft, zu den grundlegenden

Aufgaben der Heimatpflege.

Der Heimatpflegeverband Südtirol wird

sich 2020 wieder gezielt für die Erhaltung

der wertvollen Natur- und Kulturgüter einsetzen,

gegen Zerstörung ankämpfen und

Alternativen aufzeigen.

Jugendarbeit

Die Sensibilisierung von jungen Menschen

für die Themen Natur- und Umweltschutz,

aber auch für die Besonderheiten unserer

Heimat erfolgt mit dem Ziel, dass diese neue

Generation einen ganzheitlichen Denkansatz

bei der zukünftigen Lösung der vielen

Probleme ihrer Welt anstreben.

Ein „Heimatkoffer“ könnte ein geeignetes

Mittel sein, um in Schulen durch einen

schnellen Zugang das Thema Heimat von

verschiedenen Seiten beleuchten zu können.

Im Sommer 2021 möchte der Heimatpflegeverband

zusammen mit dem Katholischen

Südtiroler Lehrerbund und dem Pädagogischen

Institut ein interaktives Seminar für

Lehrpersonen aller Schulstufen zum Thema

„Erkunde den Ort, in dem du lebst“ veranstalten.

Weiters wird an eine Neuauflage

der Naturschutzwochen gedacht.

Tourismus und Urbanistik

Die 2019 begonnene intensive Sensibilisierungsarbeit

des Heimatpflegeverbandes in

den Bereichen Urbanistik und Tourismus

wird aufgrund immer noch ausstehender

Durchführungsverordnungen zum neuen

Raumordnungsgesetz ein wichtiges Thema

bleiben und auch im Jahre 2020, angesichts

der rasanten Entwicklung betreffend

die Ausweisung neuer Tourismuszonen,

von großer Bedeutung sein.

50

KulturFenster


Heimatpflege

Ortsbegehungen,

Ensembleschutz, Friedhofskultur

Die Ortsbegehungen sollen auch 2020

fortgeführt werden. Anfragen einiger Gemeinden

liegen bereits vor. Im Bereich

der Friedhofskultur wird sich im Vereinsjahr

2020 der dafür zuständige Fachberater

besonders den Themen Urnengräber

und Friedhofserweiterungen widmen.

Zusammenarbeit mit anderen

Institutionen

Verbandsgeschäftsführer Josef Oberhofer

hat mehrfach dem Amt für Kultur vorgeschlagen,

neue Organisationsmodelle anzudenken,

konkret sollen sich mehrere

Vereine/Verbände einer einzigen Geschäftsstelle

bedienen, ohne dabei ihre inhaltliche

Unabhängigkeit aufzugeben. Auf sein Bemühen

hin ist es nun gelungen, die Stiftung

Landschaft Südtirol in den Heimatpflegeverband

aufzunehmen, d.h. die gesamte

Verwaltung derselben zu übernehmen. Im

Januar 2020 wird der 2019 vorbereitete

und gut organisierte Übergang vollzogen

und man hofft mit diesem Schritt erheblich

Kosten einzusparen.

Die seit vielen Jahren erprobte und gute

Zusammenarbeit mit dem Dachverband für

Natur und Umweltschutz, dem Alpenverein

Südtirol, dem Bund Heimat und Umwelt

mit Sitz in Bonn und dem länderübergreifenden

Netzwerk CIVILSCAPE wird auch

2020 weitergeführt und soll auf die Kurie

(Wahrung der Schöpfung), die Universität

Bozen und die Eurac ausgeweitet werden.

Steinzeichen

Alle bisher verliehenen Steinzeichen

wurden erfasst und katalogisiert. 2020

soll nun eine Fotodokumentation aller prämierten

Objekte erstellt werden. Auf dieser

Grundlage will man dann einen Leitfaden

für neue Auszeichnungen erarbeiten

und eine Fach-Jury ernennen. Die Suche

nach geeigneten Objekten und die Auszeichnung

derselben wird voraussichtlich

2021 erfolgen.

Denkmalschutz

In Zusammenarbeit mit der Abteilung Denkmalpflege

wird 2020 eine Handreichung

für eine übersichtliche Vermittlung denkmalpflegerischer

Rahmenbedingungen und

zu berücksichtigender Aspekte für Besitzer

von denkmalgeschützten Gebäuden sowie

für alle an geschützter Baukultur Interessierten

ausgearbeitet.

Gesamttiroler Heimatpflege

Die Heimatpflegerinnen und Heimatpfleger

aus Nord- Ost- und Südtirol werden

ihre gemeinsamen Arbeiten an grenzüberschreitenden

Themen auch 2020

fortsetzen.

Der Welschtiroler Heimatpflegeverein

wird 2020 seine Arbeit wieder aufnehmen

und an den Gesamttiroler Initiativen

teilnehmen.

KulturFenster

Redaktion KulturFenster

Ihre Beiträge für die Heimatpflege im Kulturfenster senden Sie bitte an: florian@hpv.bz.it

Für etwaige Vorschläge und Fragen erreichen Sie uns unter folgender Nummer: +39 0471 973 693 (Heimatpflegeverband)

Nr. 01 | Jänner 2020 51


Informiert und Reflektiert

33. Gesamttiroler

Heimatpflegetreffen in Schwaz

Transit und Tourismus waren die Schwerpunkte

Die Teilnehmer des Gesamttiroler Heimatpflegetreffens im „Zentrum für Geschichte & Kultur“, Schwaz

Zwei Dauerthemen beschäftigten die Heimatpflegerinnen

und Heimatpfleger bei

ihrem alljährlich stattfi ndenden Gesamttiroler

Treffen, das dieses Jahr in Schwaz

stattfand: der ausufernde Transit und der

Landschaft fressende Tourismus.

Positiv bewerteten die Heimatpfl egerinnen

und Heimatpfl eger die Maßnahmen

der stellvertretenden Landeshauptfrau

und des Landeshauptmannes von

Tirol in Sachen Verkehr auf der Brennerachse.

Die Politik in Bozen und Trient täte

gut daran, sich daran ein Beispiel zu nehmen,

um den überbordenden Verkehr auf

der Brennerachse einzudämmen, hieß

es unisono.

Eine weitere gemeinsame Sorge gilt der

ungebremsten Ausweisung von Tourismuszonen

und touristischen Großprojekten.

Als besonders zerstörerisch werden die

geplanten Skiverbindungen Pitztal-Ötztal

und Langtaufers-Kaunertal bezeichnet.

Tirol nördlich und südlich des Brenners

braucht keinen ausufernden Eventtourismus,

sondern einen dezentralen,

umwelt- und sozialverträglichen Tourismus.

Zu diesem Standpunkt der drei Tiroler

Heimatpfl egeverbände wurde eine

gemeinsame Resolution verabschiedet.

(Siehe unten)

Resolution der 33. gemeinsamen Sitzung der Vorstände der

Gesamttiroler HeimatpflegerInnen vom 23.11.2019 in Schwaz

Brennerachse: Gemeinsames Vorgehen der

Euregio notwendig.

Als erfreulich hat die Sitzung der Vorstände

festgestellt, dass die stellvertretende

Landeshauptfrau und der Landeshauptmann

von Tirol offensichtlich den

zunehmenden Unmut der Bevölkerung

bezüglich des ausufernden Verkehrsaufkommens

erkannt und entsprechende

Ini tiativen – von denen wir hoffen, dass

sie auch Wirksamkeit zeigen werden –

gesetzt haben. Zu hinterfragen ist dagegen

die Haltung der Südtiroler Landesregierung,

deren Einsatz in Sachen

Transitverkehr sich bisher vor allem in

Kritik an den Maßnahmen im Bundesland

Tirol ausgedrückt hat.

Die Gesamttiroler Heimatpflegerinnen

und Heimatpfleger appellieren daher an

die Verantwortlichen in Bozen und Trient,

die konkreten Maßnahmen im Bundesland

Tirol zu unterstützen und auf

ihre Landesteile auszuweiten.

Die Euregio Tirol braucht eine fl orierende

und phantasievoll auf Anforderungen der

Zukunft ausgerichtete Wirtschaft.

Bedauerlicher Weise kann ein ähnliches

Problembewusstsein der Politik

hinsichtlich touristischer Fehlentwicklungen

noch nicht beobachtet werden.

Zwar hat vor etwa einem Jahr der Landeshauptmann

von Südtirol festgestellt,

dass „.. in Teilen Südtirols die zahlenmäßige

Grenze inzwischen erreicht sei;

52

KulturFenster


Heimatpflege

deshalb herrsche mittlerweile große Einigkeit

darüber, dass man nicht mehr

Wachstum, sondern mehr Nachhaltigkeit

anstreben müsse" (zit. nach Dolomiten,

01.12.2018), in der realen Politik ist

diese Erkenntnis jedoch offensichtlich

noch nicht angerkommen.

Wir möchten an dieser Stelle betonen,

dass die Gesamttiroler Heimatpfleger

eine florierende und phantasievoll auf

Anforderungen der Zukunft ausgerichtete

Wirtschaft für unverzichtbar halten.

Nicht das Wort reden können wir allerdings

Vorhaben, die jegliche Phantasie

vermissen lassen und die raren Ressourcen

(die das elementare Asset unseres

Landes sind) praktisch unwiederbringlich

zerstören.

Skitechnische Zusammenschlüsse sind

keine zukunftsorientierte Lösungen.

Die Einwohnerinnen und Einwohner

von Tälern mit einer weitgehend intakten

Kultur- und Naturlandschaft, wie

das Pitztal oder das Langtauferer Tal,

müssen „sich in erster Linie fragen, welchen

Tourismus das Tal braucht – nicht:

Tourismus ja oder nein…“ Es gehe darum,

wie im Tal die Lebensqualität und

die Umweltqualität erhalten und gefördert

werden kann, so der renommierte

Experte für die Entwicklung der Alpen

Werner Bätzing (zit. nach Standard,

09.11.2019).“

Die Promotoren der skitechnischen

Verbindungen Ötztal-Pitztal und Langtaufers-Kaunertal

propagieren dagegen

einen zerstörerischen Tourismus, von

dem nur wenige profitieren. So hat etwa

Sölden in den vergangenen zehn Jahren

fast ein Viertel seiner Einwohner verloren.

Und 20 Prozent jener, die noch dort

leben, sind Ausländer. Auch in den anderen

Tourismushochburgen Tirols stagniert

die Bevölkerungszahl bestenfalls,

in den meisten ist sie rückläufig. Einheimische

können bei den steigenden

Preisen vielfach nicht mithalten und

wandern ab.

Das Ziel ist ein dezentraler, umwelt- und

sozialverträglicher Tourismus.

Die Vorsitzenden der Heimatpflege in den drei Landesteilen (v.l.): Claudia Plaikner

(Heimatpflegeverband Südtirol), Konrad Roider (Tiroler Heimatpflege) und Fabrizia

Carner (Terra tra i monti – Land im Gebirge).

Moderne Ansätze, wie ein familienorientierter

Winter- und Sommertourismus im

Pitztal oder die Bewerbung als schneesichere

Langlaufdestination in Langtaufers

bieten langfristige Wirtschafts-

Perspektiven für die lokale Bevölkerung

bei gleichzeitiger Schonung der Naturund

Kulturlandschaft. Solche Ansätze

erfolgreich umzusetzen, erfordert zwar

sehr viel Einsatz und Phantasie, dafür

aber weniger Kapital und neue Großprojekte,

von denen am Ende nur wenige

profitieren.

Skitechnische Neuerschließungen wie

die Projekte Ötztal-Pitztal und Langtaufers-Kaunertal

sind überholte Lösungen

aus dem letzten Jahrhundert

für aktuelle Anforderungen.

Konzepte und Gutachten halten einer seriösen

wirtschaftlichen Betrachtung nicht

stand.

Mit großer Besorgnis müssen die Gesamttiroler

Heimatpflegerinnen und Heimatpfleger

feststellen, dass bei diesen

und vergleichbaren Vorhaben der Öffentlichkeit

scheinbare wirtschaftliche Argumente

vorgegaukelt werden, die einer

stringenten volkswirtschaftlichen

Bewertung unter Berücksichtigung der

gesamten Wertschöpfungskette (cradle

to grave) und der kollateralen Kosten

nicht standhalten. Szenarien werden

nicht oder unzureichend behandelt und

so werden die Vorhaben als "alternativlos"

dargestellt.

Konzepte und sogenannte "sozio-ökonomische"

Gutachten, die den dargelegten

Rahmenbedingungen einer seriösen

wirtschaftlichen Betrachtung

nicht entsprechen, müssen von den

Entscheidungsträgern künftighin abgelehnt

werden.

Wir fordern die Verantwortlichen in allen

Tiroler Landesteilen auf, zeitnah neue

Konzepte für den Wirtschaftsstandort

Tirol zu erarbeiten, die sich nicht allein

auf touristische Großprojekte stützen,

sondern alle Möglichkeiten einer modernen

Wirtschaftsweise berücksichtigen.

Claudia Plaikner, Fabrizia Carner,

Konrad A. Roider

Schwaz, am 23.11.2019

Nr. 01 | Jänner 2020 53


Aus Verband und Bezirken

Aristoteles, Zufriedenheit und

der Weg des Touristen

Ein Vorgeschmack auf den Festvortrag von Michil Costa bei der

70. Vollversammlung am Samstag, 4. April 2020

Für Aristoteles war die Zufriedenheit das

größte Ziel der menschlichen Existenz, um

dieses Ziel zu erreichen, muss man an sich

selbst arbeiten.

Wir haben die Möglichkeit, ein wenig unsterblich

zu sein, indem wir zukunftsorientiert

denken und handeln. Es ist an der Zeit

einzusehen, dass es keine Rechte für die

Menschen geben kann, ohne Rechte für

die Natur, für unsere Mutter Erde.

Nicht von Ressource soll man in Bezug

auf unsere Landschaft sprechen, sondern

von Wert; wenn es um Werte geht, dann

sollte uns klar sein, dass damit ein Gegenwert

verbunden ist. Der Gegenwert um un-

sere Landschaft langfristig, für das Wohl aller,

zu schützen, ist ein Verzicht auf diese

schreckliche, selbstzerstörerische, bulimische

Tendenz der Ausschöpfung der

Ressourcen über alle Grenzen des ethischen

und verantwortungsvollen Handelns

hinaus. Kehren wir unsere Gedanken und

Handlungen um, hin zur wahren Schönheit,

die nicht aus immer mehr besteht,

sondern auf ein klares Bewusstsein gegenüber

der Fragilität unserer Landschaft und

der damit verbundenen Gesellschaft setzt.

Unsere Natur ist kein Erlebnispark, es

sind nicht unsere touristischen Angebote,

die einzigartig sind, wenn schon sind es die

Dolomiten, der Mont Blanc oder die Sixtinische

Kapelle selbst. Landschaft ist immer

streng mit Kultur verbunden.

Es geht um die Schaffung einer Idee

von Zukunft, die nicht auf einem Trugschluss

von Einzigartigkeit beruht, sondern

die im Einklang mit Mensch, Natur

und Kultur steht. Die Natur zu pflegen,

kann nicht heißen, jeden Berg zu durchlöchern,

jede Straße zu verbreitern oder

bedingungslos alles zu machen, was dem

Komfort der Tourist/inn/en dient. Zukunftsorientierte

Gedanken sind nicht nur für unsere

Natur, sondern auch für unsere Ökonomie

profitabel.

Michil Costa

Michil Costa, Jahrgang 1961,

Gastwirt und ladinischer Naturmensch.

In Corvara – Alta Badia - führt er, zusammen

mit seiner Familie, das Hotel

La Perla – Mitglied der The Leading

Hotels of the World - und

das Berghotel Ladinia, und in Bagno

Vignoni – Toskana - das Albergo

Posta Marcucci. Michil ist

Präsident des „Maratona dles

Dolomites“, das jährlich über

30.000 Anfragen hat für wenig

mehr als 9.000 Startplätze.

Sein Einsatz gilt einer Kultur der Gastlichkeit: Mit

seinen Mitarbeitern setzt er in den drei Häusern

die Gemeinwohl-Ökonomie um, für ein neues

Unternehmertum im Sinne von mehr Umweltschutz

und sozialem Bewusstsein. 2007 gründet

er die Costa Family Foundation onlus,

mit der Stiftung unterstützt er Entwicklungsprojekte

in Afrika, Indien und

Afghanistan, für die Förderung

und den Schutz der Kinderrechte,

denn „die größte

Illusion, die wir haben,

ist, dass du

dort bist und

ich hier.“

54

KulturFenster


Heimatpflege

Zukunftsorientierte Gedanken zu haben,

heißt, ein geopolitisch starkes Europa zu

werden. Trump, Putin, Salvini und vielleicht

auch Erdogan werden in ein paar Jahren

ihr Potential an Macht ausgeschöpft haben.

Die einzige Alternative zu den schon

jetzt zum Scheitern deklarierten Modellen,

wie jenes des englischen Neoliberalismus

oder die nationalistischen Wunschvorstellungen

einiger europäischer Staaten, ist

der Erfolg des in gemeinsamen Werten

vereinten Europa.

Europa wird seiner eigenen Stabilität

wieder mächtig, in Verteidigungsstrategien

und sozialem Welfare vereint, klimatisch

und menschengerecht sein, im Gegensatz

zu anderen verwüsteten und vom

Klimawandel stark getroffenen Zonen der

Welt, die immer mehr Unterstützung brauchen

werden. Eine monströse Verantwortung

wird das für Europa werden.

In der Vergangenheit waren wir damit

beschäftigt, verschiedene Krisen zu lösen,

heute hingegen geht es um Komplexeres:

Digitalisierung, Künstliche Intelligenz – wer

wird sie regieren? – Weltdemographie, Demokratie,

Migration, Klima.

2050 werden wir nicht klimaneutral

sein, nicht in Europa und auch nicht in

Südtirol. Bis jetzt bleiben zu große Unterschiede

zwischen Stadt und Berg, industrieller

und biologischer Landwirtschaft,

Sprachgruppen und Kulturen, Tourismusindustrie

und einem menschlich bewussteren

Tourismus, der sich auch für das

Gemeinwohl einsetzt. Greta wird im Weltgespräch

verschwunden sein, aber andere

noch stärkere Bewegungen werden aufkommen.

Die wahre Herausforderung wird

das Miteinander sein, es zu schaffen im

Gespräch bleiben, sich für den Nächsten

zu interessieren. Wenn es uns gelingt, die

überdigitalisierte Welt wieder humaner zu

gestalten, dann werden wir Erfolg haben.

Es geht um Schönheit. Jene Schönheit,

die uns manchmal wie ein Schwerthieb

sticht und uns bewusst macht, dass die

Schöpfung ein Gemeingut ist, das es für

die zukünftigen Generationen zu schützen

und gut zu hinterlassen gilt. Haben

wir Mut zur Demut, es wird sich auszahlen,

für unserer eigenen Zufriedenheit und

jene der nachkommenden Generationen.

"Viele meiner Gedanken sind durch Aussagen

inspiriert, die ich einem Interview

des Historikers Hans Heiss entnehme“.

michil costa

Programm der 70. Vollversammlung

am Samstag, 4. April 2020

im Theatersaal des Raiffeisenhauses von Terlan

➤ Spargelführung mit Dr. Klara Mitterer aus Terlan

➤ Eröffnung der 70. Vollversammlung in 2. Einberufung und Begrüßung durch Helene Huber, Obfrau des HV-Etschtal

➤ Rückblick auf das Tätigkeitsjahr 2019 von Verbandsgeschäftsführer Josef Oberhofer

➤ Visionen und Tätigkeitsschwerpunkte für 2020 von Landesobfrau Dr. Claudia Plaikner

➤ Aristoteles, Zufriedenheit und der Weg des Touristen – Festvortrag von Michil Costa

➤ Bericht des Rechnungsprüfers Dr. Egon Fischnaller und Entlastung des Landesvorstandes

➤ Rücktritt des Vorstandes, Ernennung einer Versammlungsleiterin/eines Versammlungsleiters, sowie zweier Stimmzähler –

Vorstellung der Kandidatinnen/Kandidaten

➤ Neuwahl der Verbandsorgane

➤ Vorstellung der Tracht des Jahres durch die Vorsitzende der ArGe Lebendige Tracht, Agnes Egger Andergassen

➤ Das Wort den Heimatpflegerinnen und Heimatpflegern

➤ Ehrungen

➤ Bekanntgabe des Wahlergebnisses

➤ Grußworte

➤ Umtrunk

Durch die Versammlung führt Verbandsgeschäftsführer Josef Oberhofer

Nr. 01 | Jänner 2020 55


Informiert und Reflektiert

Mejes-Ausstellung verlängert

Fotos historischer Grödner Höfe bis 23. Februar zu sehen –

Tagung, Vortrag, Schülerprojekte

Ein halbes Jahr nach ihrer Eröffnung sorgt

die Ausstellung „Mejes – Bauernhöfe in Gröden:

Das Gedächtnis einer Landschaft“ im

Haus der Kultur von St. Ulrich noch immer

für großes Interesse.

Deshalb hat das Museum

Gherdëina beschlossen,

die Fotos

historischer Höfe noch

bis 23. Februar zu zeigen.

Zudem stehen drei

große Veranstaltungen

im Rahmen der Mejes-

Ausstellung auf dem

Programm.

Im August war

die Ausstellung der

Schwarz-Weiß-Fotos

des Prager Architekturfotografen

Václav

Šedý im Haus der Kultur

in St. Ulrich eröffnet

worden. Šedý

hatte in den letzten

zwei Jahren etwa 70 historische Höfe in allen

vier Gemeinden Grödens besucht und

deren architektonische Besonderheiten,

Schönheit und Charakter fotografiert. „Zugleich

zeigen die Bilder auch die Verwundbarkeit

der Höfe, von denen es aufgrund

der gesellschaftlichen Umwälzungen Jahr

für Jahr weniger gibt“, erklärt Paulina Moroder,

Direktorin des Museum Gherdëina

und Leiterin des Projektes „Mejes“.

Ursprünglich sollten die Fotos bis Ende

Jänner zu sehen sein, nun ist die Ausstellung

um drei Wochen verlängert worden.

Damit besteht die Möglichkeit, Šedýs Bilder

noch bis 23. Februar (dienstags bis

freitags von 15.00 bis 18.00 Uhr, freitags

und samstags von 10.00 bis 12.30 Uhr)

zu sehen. „Wir haben die Ausstellungsdauer

verlängert, weil das Interesse nach

wie vor groß ist“, so Moroder, „auch und

vor allem bei Interessierten außerhalb Grödens“.

Besucher aus ganz Südtirol würden

sich hier ein Bild der Lage verschaffen,

aber auch nach Anstößen suchen,

die historischen Höfe weit über Gröden hinaus

für künftige Generationen zu erhalten.

Auf großes Interesse stößt auch der

Katalog zur Ausstellung, ein aufwändig

gestalteter Bildband, der neben den Fotos

von Václav Šedý auch eine Reihe von

Beiträgen zu Geschichte und Bedeutung

der Grödner Höfe enthält. Erst vor wenigen

Tagen hatte Heinrich

Schwazer den Katalog

in der „Neuen Südtiroler

Tageszeitung“

zum „Fotobuch des

Jahres“ gekürt.

Die große Abschlusstagung

der

Ausstellung „Mejes

– Bauernhöfe in Gröden:

Das Gedächtnis

einer Landschaft“

findet schließlich am

Freitag, 21. Februar,

statt. Die ganztägige

Tagung ist hochkarätig

besetzt und rückt

noch einmal die Bedeutung

der Erhaltung

historischer Bauernhöfe

in den Mittelpunkt des Interesses.

Wie im gesamten Mejes-Projekt geht es

auch bei der Abschlusstagung um die

Sensibilisierung einerseits, andererseits

aber auch um die Suche nach neuen

Nutzungsmöglichkeiten der alten Höfe

sowie das Knüpfen eines möglichst breiten

Netzwerkes von Hofbesitzern, Vertretern

von Institutionen, Bauexperten und

Denkmalschützern.

Foto: Hof Coi in St. Ulrich, Oberwinkel.

Foto Václav Šedý, 2018

Am 9. Dezember hat der Vorstand des Heimatpflegeverbandes im Beisein des Vorsitzenden der Lia Per Natura y Usanzes, Engelbert

Mauroner, die Ausstellung Bauernhöfe in Gröden - Gedächtnis einer Landschaft besichtigt. Die Ausstellung zeigt Fotos

von 70 historischen Höfen in allen vier Gemeinden Grödens. In ebenso schönen wie eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Aufnahmen

hat der renommierte Architekturfotograf Václav Šedý ihre architektonischen Besonderheiten, ihre einzigartige Schönheit

und ihren Charakter eingefangen. Wunderbar durch die Ausstellung geführt hat die Leiterin des Museum Gherdëina und Initiatorin

der Ausstellung, Frau Dr. Paulina Moroder. Sie betonte, dass neben der Dokumentation des Bestandes vor allem auch die

Sensibilisierung der Bevölkerung für das Kulturerbe ein Ziel der Ausstellung sei.

Für weitere Informationen: Dr. Paulina Moroder – Direktorin des Museum Gherdëina

Tel. +39 338 6040477 – p.moroder@museumgherdeina.it

56

KulturFenster


Aus Verband & Bezirken

Heimatpflege

Ein Juwel in der Landschaft –

altes Kulturgut wiederbelebt

Wiederinstandsetzung der „Psurengasse“ in Tanas – Gemeinde Laas

Vorher und nachher. Die Fotos wurden uns dankenswerterweise vom Fortsinspektorat Schlanders zur Verfügung gestellt.

Gassen und Wege verbinden seit vielen

Jahrhunderten Völker und Talschaften, auch

über Jöcher und Pässe hinweg. Viel von

Freud und Glück, aber auch von Not und

Leid könnten sie erzählen.

Durch die Erschließung der Fraktionen

und Bergbauernhöfe verloren die Gassen

und Wege an Bedeutung und an Nutzung.

Die vernachlässigte Instandhaltung trug

auch dazu bei. Viele sind den Feldmeliorationen

zum Opfer gefallen.

Nicht so die Psurengasse, die beispielhaft

und nachahmenswert einer Wiederinstandsetzung

unterzogen wurde. Dadurch

erfuhr der Vinschger Sonnenberg

eine große landschaftliche und ökologische

Aufwertung, ein landschaftsprägendes Element

wurde der Vergessenheit entrissen.

Im Rahmen des EU-Förderprogramms

zur Strukturförderung für abwanderungsgefährdete

Gebiete fanden auf Initiative des

Bildungsausschusses Laas und in Zusammenarbeit

mit der Dorfgemeinschaft von

Tanas einige Besprechungen und Lokalaugenscheine

statt. Es ging darum, Ideen

zu entwickeln, die dem Dorf Tanas Nachhaltigkeit

verleihen, um einer Abwanderung

Einhalt zu gebieten.

Eine Maßnahme, die sofort auf einhellige

Zustimmung stieß, war das Dorf Tanas

über die fast zugewachsene und nicht

mehr begehbare Psurengasse mit dem Vinschger

Höhenweg zu verbinden.

Die Umsetzung wurde der Forststation

Schlanders mit Unterstützung der Eigenverwaltung

Bürgerliche Nutzungsrechte

Tanas übertragen.

Durch Ausräumen von Gestrüpp, Abtragen

von alten Mauerresten und Holzzäunen

sowie Freilegen vom Pflaster wurde

die Gasse erst wieder so richtig sichtbar.

Alle eingesetzten Materialien, in erster

Linie die Steine für die Trockenmauern,

die Latten für die Holzzäune, stammen

aus der näheren Umgebung und wurden

vor Ort verarbeitet. Die Fraktionsverwaltung

Tanas und Anrainerinnen und Anrainer

der Psurengasse trugen mit viel Eigenleistung

zum guten Gelingen dieses

Vorhabens bei. Die Kosten betrugen rund

110.000 Euro, 80 Prozent davon wurden

mit Mitteln aus dem EU-Förderprogramm

gedeckt. Die wiederinstandgesetzte Gasse

kommt der einheimischen Bevölkerung

ebenso zugute wie den Gästen.

Der Heimatpflegeverband Südtirol

spricht all denen ein großes Vergelt`s Gott

aus, die zum guten Gelingen dieses Projektes

beigetragen haben. Dazu zählt die

Eigenverwaltung Bürgerliche Nutzungsrechte

Tanas, alle Anrainerinnen und Anrainer,

das Forstinspektorat Schlanders,

die „Lokale Aktionsgruppe Vinschgau“ mit

der Zuständigkeit für die Abwicklung des

EU-Förderprogramms und die Gemeindeverwaltung

Laas. Die Erhaltung unserer

Natur- und Kulturlandschaft sollte in unserem

Tun und Handeln wieder vermehrt

Einzug finden. Wir haben nicht nur das

Recht, sondern auch die Pflicht uns dafür

einzusetzen – unsere Nachkommen

werden es uns vergelten.

Franz Fliri

Bezirksobmann der Heimatpflege

Vinschgau

Nr. 01 | Jänner 2020 57


Aus Verband und Bezirken

Gesamttirol zu Gast bei der

„Magnifica Comunità di Fiemme“

Aufschlussreiche und landeskundliche Fahrt ins historische Tirol

Auf einer Sonnenterasse

mitten im Naturpark Trudner

Horn liegt das Dorf Truden.

Seit vielen Jahren veranstaltet der Heimatpflegebezirk

Meran-Burggrafenamt mit dem

Gesamttiroler Freundeskreis für Heimatpflege

und Tiroler Landeskunde eine Fahrt

in unbekanntere Gebiete des historischen

Tirols. Im Sommer 2019 besuchten an die

40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter

der Schirmherrschaft des Tiroler Alt- Landeshauptmannes

Wendelin Weingartner

das Trentiner Fleimstal.

Neben den Südtiroler Heimatpflegerinnen

und Heimatpfl egern und der Nordtiroler

Vertretung hatte sich erstmals eine Vertretung

des Vereins „Land im Gebirge –

Tiroler Heimat“ aus dem Trentino zum

landeskundlichen Ausflug eingefunden.

Erster Höhepunkt war Cavalese, Sitz

der Fleimstaler Gebietsgenossenschaft

„Magnifi ca Comunità di Fiemme“, welche

die Gemeinden des Trentiner Tales,

aber auch die Südtiroler Berggemeinde

Truden umfasst. Diese Gemeinschaft hat

das Tal seit Jahrhunderten in Politik, Wirtschaft

und Kultur bestimmt, wie aus den

Ausführungen des Kulturreferenten Carlo

Zorzi hervorging. Beim Willkommensgruß

an die Gäste im Prunksaal des Palastes

der Comunità hob der Bürgermeister von

Cavalese Silvano Welponer die Bedeutung

der Zusammenarbeit innerhalb der Europaregion

hervor.

Von der kulturellen und künstlerischen

Bedeutung von Cavalese konnten sich

die Heimatpfl egerinnen und Heimatpfl e-

ger dann bei der Führung durch den Palast

der Magnifi ca Comunità mit reichem

Bilderschmuck überzeugen, der auf die

über 200 Jahre bestehenden Malerschule

in Cavalese hinweist, in der große Maler

wie die aus dem Fleimstal stammenden

Michelangelo und Cristoforo Unterberger,

Meister Giuseppe Alberti und der Welsberger

Paul Troger wirkten. Der frühere Direktor

der Tourismusagentur des Fleimstales

Giovanni Defrancesco führte gekonnt auch

durch die Palazzi des Adelsgeschlechtes

der Riccabona, sowie in die mit reichem

Bilderschmuck versehenen Kirchen von

Cavalese.

Nach dem Mittagessen ging die Fahrt

weiter nach Predazzo/Pardatsch, wo Bürgermeisterin

Maria Bosin ihrer Freude

über das Interesse der Fahrtteilnehmerinnen

und Fahrteilnehmer aus Gesamttirol

an ihrer Gemeinde und am Tal zum

Ausdruck brachte. In Predazzo erwartete

die Besucherinnen und Besucher ein sehr

interessantes Geologisches Museum über

die Dolomiten.

Die letzte Etappe führte ins Bergdorf

Truden auf 1127 m Höhe im Südtiroler

Unterland. Bürgermeister Michael Epp

berichtete über die Besonderheiten seines

Dorfes, über den besonderen Charakter

des Dorfkerns durch die Realteilung,

über die Herausforderungen für die

Landwirtschaft, über die Aufwertung des

Tourismus durch die Zusammenarbeit mit

dem Naturpark u.a.

Für den Tiroler Altlandeshauptmann

Wendelin Weingartner war das krönender

Abschluss und Höhepunkt dieser so aufschlussreichen

landeskundlichen Fahrt.

58

KulturFenster


Heimatpflege

Neuer Vorstand, viele Pläne

Heimatpflegeverein Eppan

Seit Herbst 2019 hat der HPV Eppan mit

Walburga Kössler eine neue Obfrau. Mit

ihr wurde auch der Vorstand neu gewählt.

Der langjährige Obmann Peter v. Hellberg

wurde zum Ehrenobmann ernannt. Auf die

Eppaner Heimatpfleger warten viele Herausforderungen.

Kulturfenster: Frau Kössler, das Überetsch,

einst beliebt und bekannt wegen seiner lieblichen

Landschaft, seiner Burgen und seiner

schönen Dörfer verändert in rasantem

Tempo sein Gesicht und wird zunehmend

zum Speckgürtel von Bozen. Wie soll die

Heimatpflege damit umgehen?

Wally Kössler: Das Überetsch war immer

schon Anziehungspunkt für „Investoren“

von außen. Ob Bayrische Klöster, Adelige

oder das Bozner Bürgertum, sie alle ließen

sich gerne bei uns nieder und haben auch

wesentlich zu unserer viel bewunderten Architekturlandschaft

beigetragen. Allerdings

passierte dies alles, aus heutiger Sicht, in

Zeitlupentempo, sodass auch der Zeitgeist

sich entwickeln, wachsen und anpassen

konnte. Heute muss alles schnell gehen, es

fehlt oft die Zeit und der Wille zum Nachdenken,

Überdenken, Überlegen und Überarbeiten,

nicht nur bei Bauprojekten. Und es

fehlt auch an Wissen und Sensibilität für gewachsene

Baukultur. Neumodische Trends

werden einfach nachgeahmt, im Allerweltstil.

Dies ist, glaube ich, die größte Herausforderung

für uns Heimatpfleger.

Sensibilisieren, aufklären, reden und nochmals

reden mit Entscheidungsträgern kann

ein Weg sein, führt aber auch oft in eine

Einbahnstraße. Ab und zu bewirkt es aber

auch was.

KF: Sie waren viele Jahre Gemeindereferentin

für Urbanistik - wird das neue Urbanistikgesetz

der Heimatpflege im Überetsch

hilfreich sein?

W. Kössler: Das neue Urbanistikgesetz überträgt

den Gemeinden viele Entscheidungsbefugnisse

und folglich viel Verantwortung.

Es ist deshalb ganz wichtig, wer in den entscheidenden

Gremien sitzt und regiert. Es

wäre wichtig, dass dies Leute sind, für die

Einige Mitglieder des Vorstandes des HPV-Eppan anlässlich der Ehrung von Peter

v. Hellberg durch die Landes-Obfrau Claudia Plaikner; v.l.n.r.: Wally Kössler, neue

Obfrau des HPV Eppan, Karl Plunger, Claudia Plaikner, der Geehrte Peter v. Hellberg,

Ehrentraud Riegler und Christoph Frank (Eppan-Schloss Matschatsch, Sept. 2019)

das Wort Heimat auch Erhaltung und sensibler

Umgang mit Natur, Landschaft, Architektur

und Kultur ist, politische Vertreter,

die vorausschauend auch an das Erbe

der nächsten Generationen denken.

Ein wunder Punkt im neuen Gesetz scheint

mir, dass es kaum mehr übergeordnete

Kontrollorgane gibt, eine Supervision, um

es in Neudeutsch zu sagen. Diese könnten

manchmal die nötige Handbremse ziehen,

aber auch durchaus beratend sein, im Sinne

von „mehrere Augen sehen mehr und besser“.

Auch scheint der übergemeindliche,

bezirksumfassende Überblick verloren zu

gehen, wenn jede Gemeinde alleine für sich

entscheiden kann….

KF: Ein Schwerpunkt der Pflege gilt in Ihrem

Verband den Bau- und Kulturdenkmälern

- wo gibt es im Eppaner Gemeindegebiet

Handlungsbedarf?

W. Kössler: Eppan ist sicher eine der reichsten

Gemeinden an Bau- und Kulturdenkmälern.

Und es gibt viel Handlungsbedarf.

Wir werden im kommenden Jahr die Kleindenkmäler,

sprich Marterlen, Wegkapellen

usw. digital erfassen und ein paar auch

restaurieren. Die Restaurierung von zwei

wichtigen Fresken ist auch im Programm,

genauso wie die Fortführung des Fotoarchivs.

Auch werden wir uns bei einigen historischen

Bauten die Eintragung in die Liste

der geschützten Denkmäler anregen, es

gibt einige, die es wert sind.

Eine große Herausforderung wird jedoch,

entsprechend dem neuem Urbanistikgesetz,

die Abgrenzung der Siedlungszonen

sein, eine ganz wichtige Arbeit für die Zukunft,

die jede Gemeinde angehen muss,

aber keine ist diesbezüglich vorbereitet….

Da ist es ganz wichtig, dass auch der Heimatpflegeverein

in eventuellen Arbeitsgruppen

oder Kommissionen vertreten ist. Wir

werden dies auch einfordern.

KF:Das Tätigkeitsprogramm 2020 des Landesverbandes

sieht einen Schwerpunkt in

der Bildung mit Fokus auf die Schule. Sie

sind selbst Oberschullehrerin und Mutter

zweier Töchter - sehen Sie eine Möglichkeit,

Jugendliche für den Schutz von Landschaft

und „Heimat“ zu begeistern?

W. Kössler: Bildung muss in erster Linie

vom Elternhaus ausgehen; mit den Kindern

wandern, hinaus in die Natur, in Museen

gehen, sie hinweisen auf das Besondere,

Schöne, das Eigentliche… Das gilt

auch für die Schule, wir können sensibilisieren,

besprechen, aufweisen, zeigen,

hinführen, „sehen“ lehren; auch wenn Jugendliche

dies altersbedingt oft ablehnen,

so bin ich sicher, dass sie vieles später, oft

unbewusst, wieder aufgreifen und dementsprechend

handeln.

Nr. 01 | Jänner 2020 59


Aus Verband und Bezirken

Vom Hoangort zum Speltenzaun

Heimatpflegeverein Schlern

Die neue Vorsitzende Theresia Grossrubatscher und ihr Ausschuss setzen in ihrem

Heimatdorf Kastelruth auf die Wahrung der Tradition.

Theresia Grossrubatscher aus

Kastelruth, Mutter von zwei Kindern,

bewirtschaftet zusammen mit ihrer

Familie den Puntschuhof bei Tisens.

Seit fünf Jahren ist sie selbständig als

Schneiderin tätig. Dabei liegt ihr vor

allem die Kastelruther Frauentracht am

Herzen.

Kulturfenster: Welche Schwerpunkte setzen

sich die Heimatpfleger von Kastelruth für

die Heimatpflege im Dorf/in der Gemeinde?

Theresia Grossrubatscher: Nach meinem

Empfinden ist der Schwerpunkt der Heimatpfleger

von Kastelruth, die Heimat so

gut es geht, durch den Einsatz der eigenen

Fähigkeiten, den Mitteln, die zur Verfügung

stehen und dem Wissen das besteht,

zu pflegen. Dabei setzen sie Wert auf Ehrgeiz

und Genauigkeit. Der Ehrgeiz wird dadurch

geweckt, dass man stolz auf seine

Heimat und auf alles, was dazugehört ist.

Und damit man stolz sein kann, sollte alles

so gut bzw. so genau wie möglich sein.

KF: Was haben sie sich programmatisch

für das Jahr 2020 vorgenommen?

T. Grossrubatscher: Programmatisch für

das Jahr 2020 haben wir uns vorgenommen,

das alte Liedergut speziell aus Kastelruth

wieder mit Hilfe der „Hoangort“ in die

Köpfe der Bevölkerung zu bringen. Und im

Herbst ist für das 100-jährige Jubiläumsjahr

vom „blinden Heindl“ eine Volksmusikveranstaltung

geplant. Eine alte Wolfsgrube

in Telfen wollen wir restaurieren und

in Szene setzen, damit sie als Besucher-

magnet dienen kann. Auch die Wiederinstandsetzung

einer alten Trockenmauer

und die Neuerrichtung eines dazugehörigen

Speltenzauns entlang des Wanderweges

bei Lafay ist geplant.

KF: Gibt es im Dorf Gleichgesinnte, mit denen

Anliegen gemeinsam weitergetragen

werden können?

T. Grossrubatscher: Ja, im Dorf gibt es Gleichgesinnte,

z.B. beim Museumsverein, den

bäuerlichen Vereinen, der Musikkapelle,

der Volkstanzgruppe und den Schützen –

um nur einige Vereine zu erwähnen. Ich

denke aber, dass es so gut wie jedem verwurzelten

Kastelruther am Herzen liegt,

seine Heimat mit all seinen Facetten in irgendeiner

Weise zu bewahren.

KF: Sie übernehmen den Vorsitz zum ersten

Mal: Was ist ihre Motivation, im Heimatschutz

aktiv zu werden?

T. Grossrubatscher: Ja, meine Motivation

ist in erster Linie meinen Beitrag leisten zu

können. Ich muss aber auch sagen, dass

wie so oft bei Vereinsarbeit der Mangel an

anderen Interessenten mich dazu gebracht

hat, gleich den Vorsitz des Vereins zu übernehmen.

Grundsätzlich fände ich es idealer,

wenn man durch eine vorhergehende

Vereinsarbeit als Mitglied mehr Erfahrung

mitbringen würde.

(v.l.): Trudi Fulterer, Michael Tirler, Beate Fill, Stefan Prossliner und Theresia Grossrubatscher (es fehlt David Rier)

60

KulturFenster


Heimatpflege

Bagger auf der

Schöllberg-Göge-Alm

Wieder Zerstörung einer kulturhistorisch einzigartigen Alm

In verdächtig großer Eile wurde im Spätherbst

die Schöllberg-Göge-Alm in Weissenbach

durch einen Almweg „erschlossen“.

Albert Willeit aus Gais schreibt dazu:

Diese Alm ist ein einmaliger Kultplatz in

einer archäologischen Zone mit zwei Biotopen,

in der über 100 einzigartige Holzschaufeln

gefunden wurden, die in der

wunderbaren Ausstellung „Schaufeln für

die Götter“ in Steinhaus ausgestellt sind.

Laut Untersuchungen handelt es sich hier

um einen Brandopferplatz der Eisenzeit.

Unter dem rein landwirtschaftlichen

Aspekt wohl eher eine vernachlässigbare

Alm. Als Ausgleich hätte man ihr mehr Erschwernisbeiträge

geben sollen, was wir

für solche Almen immer vehement gefordert

hatten, aber davon will man nichts

wissen, sonst würde ein gewichtiges Argument

für eine Straße fehlen.

Es scheint, dass weder Forstbehörde

noch Amt für Bodendenkmäler den Bau

begleitet haben. Dies würde sehr verwundern,

weil sich ein Großteil des Weges im

archäologischen Gebiet befindet. Wie auf

den Bildern zu sehen ist, wurde der Weg

zudem mit viel zu großem Gerät überbreit

eiligst gebaut und man ist dabei wenig auf

die vorhandene Geländemorphologie eingegangen.

Die Befürworter werden sagen,

dass alles wieder zuwächst. Aber es geht

um mehr als das: Es geht um die optische

und sinnliche (Zer-)Störung eines einzigartigen

mystischen Kultplatzes!

Nr. 01 | Jänner 2020 61


Arge Volkstanz

Winterlehrgang 2019

ARGE Volkstanz in Südtirol im Haus der Familie

Der Winterlehrgang wurde mit dem Auftanz feierlich eröffnet

Auch in diesem Jahr wurde vom 26. Dezember

2019 bis zum 01. Jänner 2020 von der

ARGE Volkstanz in Südtirol der Winterlehrgang

am Ritten organisiert. Unter der organisatorischen

Leitung von Andrea Mittermair

und Stefan Zahler sowie der musikalischen

Leitung durch Sophie Oberpertinger und Alexander

Messner nutzten 102 TeilnehmerInnen

die Möglichkeit, ihre tänzerischen und

musikalischen Fähigkeiten zu verbessern.

Ein Referententeam bestehend aus 17 ReferentInnen

sorgte dabei für viel Abwechslung.

Andreas Lintner bekam heuer vom Organisatorenteam

als besonders fl eißiger Teilnehmer

eine Urkunde und ein Winterlehrgangsleibchen

für 20 Jahre Teilnahme am

Winterlehrgang in Folge verliehen.

In diesem Jahr standen neben den täglichen

gemeinsamen Sing- und Musizierstunden

Tiroler Tänze und Schweizer Tänze

auf dem Programm. Am Nachmittag konnten

die TeilnehmerInnen zwischen vier verschiedenen

Kleingruppen auswählen.

Die Teilnehmer der Kleingruppe Schuhplattln

studierten neben einigen Plattlern

eine Einlage für den Silvesterabend ein, bei

welcher neben dem Plattln auch das theatralische

Können der Buben gefragt war.

Die Kleingruppe Jodeln, angeleitet durch

die Jodelexpertin Heidi Clementi, experimentierte

mit der Stimme und brachte dadurch

manch ungewohnten Ton hervor. Am Ende

schafften es die Männer und Frauen zweistimmig

zu jodeln.

Sehr schwungvoll ging es bei der Kleingruppe

„Disco Fox“ zu. Die Teilnehmer

Hereinspaziert

lernten die Schritte und verschiedene Fox-

Figuren und tanzten ausgiebig zur passenden

Musik.

Wer von den täglichen Singstunden und

vom Jodeln noch nicht genug hatte, konnte

zudem an der Kleingruppe Singen teilnehmen.

Gemeinsam wurde ein Lied für die

Messe am Silvesterabend und ein Volkslied

für den Silvesterabend gelernt.

Die jüngsten Teilnehmer des Winterlehrgangs

2019 im Grundschulalter wurden

professionell von Martina betreut. Sie durften

das Jodeln erproben und sangen viele

Lieder. Auch der Spaß im Schnee kam nicht

zu kurz. Die Kinder lernten auch heuer wieder

ein Tanzspiel, das sie sehr stolz am Silvesterabend

zeigten.

Auch das Abendprogramm war bunt gemischt:

Es gab einen Vortrag von Jutta Tappeiner

über die Bräuche und Traditionen in

Südtirol, eine Jodeleinheit und einen Genussabend

mit Likörherstellung, Käseverkostung

und der Zubereitung von Stockpizza. Im

Anschluss wurde an jedem Abend bis spät

in die Nacht hinein zum Tanz aufgespielt.

Das offene Tanzen am 29. Dezember zog

viele Gäste an, sodass der Platz beim Auftanz

im großen Saal knapp wurde. Nach dem

Auftanz boten die verschiedenen Musikensembles

ein abwechslungsreiches Tanzprogramm

und im großen Saal wurde bis spät

in die Nacht getanzt.

Am Nachmittag des 30. Dezember konnten

die Teilnehmerinnen zwischen einem

Besuch im Trachtenmuseum in der Kommende

von Lengmoos, einer Wanderung zu

den Erdpyramiden in Lengmoos, verschiedenen

Spielen oder Freizeit auswählen.

Am Silvesterabend gab es zunächst eine

Messe, die von Toni Fiung gelesen wurde. Die

Messe wurde von den TeilnehmerInnen musikalisch

umrahmt. Anschließend wurde der

Abend von verschiedenen Gruppierungen

sehr unterhaltsam gestaltet. Gegen Mitternacht

begaben sich alle TeilnehmerInnen

des Winterlehrgangs auf den Kirchplatz und

tanzten zur Melodie des Fackeltanzes in das

neue Jahr hinein. Anschließend zeigte ein

Teilnehmer des Winterlehrgangs sein Können

bei der Jonglage mit drei Feuerkeulen.

Der krönende Abschluss des Winterlehrgangs

war auch in diesem Jahr das Mitternachtsbuffet

nach dem Fackeltanz, das von

vielen fleißigen Händen zubereitet wurde.

Am Morgen des 01. Januar verabschiedeten

sich alle voneinander und schworen,

sich spätestens beim Winterlehrgang 2020

wieder zu sehen. Die Teilnehmerinnen gratulierten

Andrea, Stefan, Sophie und Alexander

sowie dem gesamten Referententeam

zur gelungenen Organisation des Winterlehrgangs

2019 und nach einem letzten Abschlusstänzchen

fuhren alle nach Hause!

Anna Julia Spitaler

• Tanzleitertreffen „TLT 4.0“ am 18.04.2020 ab 9.00 Uhr in der Lichtenburg/ Nals

• Gesamttiroler Maitanz am 23.05.2020 20.00 Uhr. im Raiffeisensaal Eppan.-

„Sänger und Musikanten Hoangart auf Schloss Tirol“ am 24.05.2020.

• Almtanz der ARGE Volkstanz in Südtirol am 19.07.2020 auf dem Würzjoch.

• Kindertanzseminar Modul 3 am 24. und 25.10.2020 in der Sichelburg in Pfalzen.

• Landeskathreintanz am 14.11.2020 im Kursaal von Meran.

Weitere Infos im Büro der Arbeitsgemeinschaft Volkstanz, Tel.: 0471/970555 oder

info@arge-volkstanz.org

62

KulturFenster


Arge Lebendige Tracht

Heimatpflege

Das neue Kastelruther

Trachtenmuseum

Beispielhafte Dokumentation einer langen

Trachtentradition

sich eine Tracht anschaffen oder aber sich

genau anschauen möchte, wie die Tracht

anzuziehen ist.

Schaukästen und Fotogalerie

an den Wänden

Die Wände sind zum Teil in Schwarz gehalten.

So kommen die einzelnen Trachtenstücke

in den beleuchteten Wandkästen

besonders gut zur Geltung. Wunderschön

die ausgewählten Teile, die so ganz nahe

einsehbar zeigen, welch großes Kunsthandwerk

dahintersteckt! Die Wände entlang

verläuft eine interessante Dokumentation

mit alten und neuen Fotografi en, so dass

man einen guten Einblick bekommt, wann

und wie in Kastelruth die Tracht getragen

wurde, beziehungsweise immer noch trägt.

Sie stammen zum Großteil aus der Postkarten-Sammlung

von Peter Niederfriniger.

Blick in einen der Ausstellungsräume

Es war die Gemeinde Kastelruth, die den frei

gewordenen Ansitz Laechler direkt am Dorfplatz

von Kastelruth einer neuen Zweckbestimmung

zuführen wollte. Entstanden ist

letztendlich u.a. im zweiten Stock ein äußerst

sehenswertes Trachtenmuseum, das

am 31. Mai 2019 eingeweiht wurde.

Zusammenarbeit Vieler

Es waren vor allem der Heimatpflegeverein

Schlern mit seiner rührigen Obfrau Christine

Rabanser Rier sowie der Museumsverein

Kastelruth, welchen die Ausführung

des Projektes übertragen wurde. Jahrelang

wurde intensiv gesammelt, geputzt, renoviert

oder erneuert, was im Museum ausgestellt

werden sollte. Dabei erwies sich das 2016

erschienene Werk über die „Tracht in Kastelruth“

von Christoph Gasser als wertvolle

Basis. Auch die Bäuerinnen waren bereit,

ihr Wissen um das Anziehen der Tracht einzubringen.

Die Oberaufsicht über das Projekt

hatte Felice Squeo.

Schöne Puppen und Vitrinen

Lebensgroße Figurinen in gut beleuchteten

Vitrinen zeigen die Vielfalt der Kastelruther

Tracht. Eine gelungene Arbeit der Firma DPart

des Martin Dorfmann in Vahrn sowie der

Tischlerei Barth in Brixen. Vergleicht man

nun dieses Museum mit anderen, dann

fällt angenehm auf, dass die Trachten von

allen Seiten gut einsehbar sind. So stellen

sie eine wertvolle Vorlage dar, falls jemand

Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Lebendige Tracht

Ganze drei Jahre lang haben vor allem Mitglieder

der Arbeitsgemeinschaft Lebendige

Tracht ihr großes Wissen und handwerkliches

Können in das Museum einfl ießen

lassen. Neben Christine Rabanser Rier, der

Seele des Projektes, waren dies der Kulturhistoriker

und Trachtenexperte für das Schlerngebiet

Christoph Gasser sowie die zwei

Trachtenschneider-Meisterinnen Burgl Profanter

Innerhofer und Helga Trenkwalder.

Josef Leitner hat einen Zinngurt und das

Besteck der Marketenderinnen angefertigt.

Sie alle haben ganze Arbeit geleistet!

Agnes Andergassen

Öffnungszeiten des Museums

Von Montag bis Samstag,

von 9-12 Uhr und von 15-18 Uhr

sowie nach Vereinbarung

Die Kastelruther Trachtenschneiderin

Burgl Profanter Innerhofer

Kostbare Trachtenteile

Nach getaner Arbeit: Christoph Gasser,

Christine Rier, Helga Trenkwalder

Nr. 01 | Jänner 2020 63


07

MÄRZ

2020

72. Jahreshauptversammlung des

Verbandes Südtiroler Musikkapellen

Waltherhaus in Bozen

71. Jahreshauptversammlung

des Südtiroler Chorverbandes

Haus der Vereine in Nals

scv.bz.it

vsm.bz.it

14

MÄRZ

2020

04

APRIL

2020

70. Jahreshauptversammlung

des Heimatpflegeverbandes

Raiffeisenhaus in Terlan

hpv.bz.it

Impressum

Mitteilungsblatt des Verbandes Südtiroler

Musikkapellen, des Südtiroler Chorverbandes

und des Heimapflegeverbandes Südtirol

Eigentümer und Herausgeber:

Verband Südtiroler Musikkapellen, Bozen

Ermächtigung Landesgericht Bozen

Nr. 27/1948

Schriftleiter und im Sinne des Pressegesetzes

verantwortlich:

Dr. Alfons Gruber

Als Pressereferenten für die Darstellung der

entsprechenden Verbandsarbeit zuständig:

VSM: Stephan Niederegger,

E-Mail: kulturfenster@vsm.bz.it

SCV: Paul Bertagnolli,

E-Mail: info@scv.bz.it

HPV: Florian Trojer,

E-Mail: fl orian@hpv.bz.it

Unverlangt eingesandte Bilder und Texte

werden nicht zurückerstattet.

Redaktion und Verwaltung:

Verband Südtiroler Musikkapellen,

I-39100 Bozen, Schlernstraße 1, Waltherhaus

Tel. 0471 976387 - Fax 0471 976347

E-Mail: info@vsm.bz.it

Einzahlungen sind zu richten an:

Verband Südtiroler Musikkapellen, Bozen,

Waltherhaus

Raiffeisen-Landesbank, BZ

IBAN: IT 60S03493 11600 0003000 11771

SWIFT-BIC: RZSBIT2B

Jahresbezugspreis: Euro 20

Gefördert von der Kulturabteilung

der Südtiroler Landesregierung.

Druck: Ferrari-Auer, Bozen

Das Blatt erscheint als Zweimonatszeitschrift,

und zwar jeweils am 15. Februar, April, Juni,

August, Oktober und Dezember.

Redaktionsschluss ist der 15. des jeweiligen

Vormonats.

64

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