architektur Fachmagazin Ausgabe 3 2021

architekturonline.com

Die dritte Ausgabe in diesem Jahr widmet sich (fast schon traditionell) dem Bereich der baulichen Außenhüllen. Wie vielfältig sich dieser „Wetterschutz“ heute sowohl technisch als auch optisch gestalten lässt, und welche Zusatzfunktionen sich dort integrieren lassen, zeigen die folgenden Beispiele.

FACHMAGAZIN

WISSEN, BILDUNG, INFORMATION FÜR DIE BAUWIRTSCHAFT

Erscheinungsort Perchtoldsdorf, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf. P.b.b. 02Z033056; ISSN: 1606-4550

03

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April/Mai 2021

Intelligente

Fassade


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Editorial

Intelligente Fassaden

Die dritte Ausgabe in diesem Jahr widmet sich (fast

schon traditionell) dem Bereich der baulichen Außenhüllen.

Wie vielfältig sich dieser „Wetterschutz“ heute

sowohl technisch als auch optisch gestalten lässt, und

welche Zusatzfunktionen sich dort integrieren lassen,

zeigen die folgenden Beispiele.

Aus Vietnam berichten wir etwa über zwei recht unterschiedliche,

aber dennoch bemerkenswerte Projekte. Das „House

for Trees“ fungiert als privates Wohnhaus und gleichzeitig als

überdimensionaler Pflanztopf für Bäume – mit entsprechend

gestalteter Fassade. Die Jakob Factory wieder demonstriert,

wie man Fassadenflächen effizient zur natürlichen Belüftung

nutzt und durch intelligente Planung aufwendige Gebäudetechnik

überflüssig macht.

Auch das Beispiel vom Kinder Building in Housten zeigt, dass

Fassaden weit mehr als nur ein gestalterisches Element sein

können. Entgegen der Praxis, störendes Licht aus Galerieräumen

auszusperren, wurden dort mit innovativen Ansätzen

natürlich beleuchtete Galerieräume geschaffen, die Lust auf

Kunst, Kultur und Architektur machen.

Wie sich auf knapper Grundfläche ein Maximum an Funktionen

vereinigen lassen, zeigt das Schulgebäude „Mélopée“ in

Gent, wo im fünfgeschossigen Gebäude mehrere Stätten der

Bildung unter einem Dach vereint sind. Die Architektur besteht

aus Gebäude und Außenraum, wobei beides visuell und

auch konstruktiv durch ein Stahlgerüst vereint wird.

Das neue Strandbad Lochau repräsentiert in diesem Kontext

die heimische Architekturszene und das Material Holz: Unter

einem weit ausladenden Dach aus Holz und gerahmt von einer

großzügigen Mauer aus hellem Beton findet sich dort ein verspieltes

Ensemble aus verschiedenen Holzstrukturen.

In der Rubrik „Szene“ blicken wir thematisch passend in die

architektonische Vergangenheit zurück und beschäftigen uns

mit den Fassaden von Adolf Loos.

Erleuchtung erfahren wir im Bereich „Licht“ durch die Analyse

des Lichtkonzepts der Neugestaltung des Besucherzentrums

der Wiener Staatsoper und die Rubrik „EDV“ klärt die aktuelle

Frage: Was ist und was kann BCF? Neben einer Vielzahl an

weiteren Berichten bietet diese Ausgabe von architektur auch

einen breiten Überblick über aktuelle Produktinnovationen.

Walter Laser

Coverbild:

Jakob Factory / Ho-Chi-Minh-Stadt /

G8A Architects + rollimarchini architekten

© Hiroyuki Oki

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architektur FACHMAGAZIN

4

Inhalt

Editorial 03

Architekturszene 06

Adolf Loos

Der Verfechter des Privaten

Magazin 10

Kühlmantel für die Kunst 22

Kinder Building / Houston, USA /

Steven Holl Architects

Wie eine zweite Haut 28

Gotthard-Müller-Schule /

Filderstadt-Bernhausen, D /

Behnisch Architekten

Mit Sport und Spiel 34

bestückte Fassade

Melopee School / Gent, Belgien /

XDGA – Xaveer De Geyter Architects

Zwischen See und Landschaft 40

Strandbad / Lochau, Vorarlberg /

Innauer Matt Architekten

Im Streiflicht 44

Flash Battery Headquarter /

Sant’Ilario d’Enza, Italien / Studio Bocchi

Fabrik im Pflanzenkleid 50

Jakob Factory / Ho-Chi-Minh-Stadt /

G8A Architects + rollimarchini architekten

Vom Streben nach Grün 56

Ha Long Villa / Quang Ninh, Vietnam /

VTN architects

Restaurant- & Bararchitektur 62

Licht 68

Produkt News 70

edv 96

BCF: Gelbe Zettel für BIM-Modelle

22 28

34

50

56

MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER Laser Verlag GmbH; Hochstraße 103, A-2380 Perchtoldsdorf, Österreich

CHEFREDAKTION Ing. Walter Laser (walter.laser@laserverlag.at)

REDAKTION DI Linda Pezzei, Edina Obermoser, Alexandra Ullmann, Dolores Stuttner, DI Marian Behaneck, Alexander Magyar

GESCHÄFTSLEITUNG Silvia Laser (silvia.laser@laserverlag.at) n LTG. PRODUKTREDAKTION Nicolas Paga (nicolas.paga@laserverlag.at) Tel.: +43-1-869 5829-14

GRAFISCHE GESTALTUNG & WEB Andreas Laser n LEKTORAT Helena Prinz n DRUCK Bauer Medien & Handels GmbH

ABONNEMENTS Abonnement (jeweils 8 Ausgaben/Jahr): € 94,- / Ausland: € 115,-, bei Vorauszahlung direkt ab Verlag n Studentenabonnement (geg. Vorlage einer gültigen Inskriptionsbestätigung):

€ 64,- / Ausland: € 91,- (Das Abonnement verlängert sich automatisch, sofern nicht mind. 6 Wochen vor Erscheinen der letzten Ausgabe eine schriftliche Kündigung bei uns einlangt.)

EINZELHEFTPREIS € 14,- / Ausland € 18,-

BANKVERBINDUNG BAWAG Mödling, Konto Nr. 22610710917, BLZ 14000, IBAN AT 87 1400022610710917, BIC BAWAATWW n Bank Austria, Konto Nr. 51524477801, BLZ 12000

IBAN AT 231200051524477801, BIC BKAUTWW; UID-Nr. ATU52668304; DVR 0947 270; FN 199813 v; n ISSN: 1606-4550

Mit ++ gekennzeichnete Beiträge und Fotos sind entgeltliche Einschaltungen. Die Redaktion haftet nicht für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos. Berichte, die nicht von einem Mitglied

der Redaktion gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Das Magazin und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.


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6

Architekturszene

Adolf Loos

Der Verfechter des Privaten

Minimalismus und Praktikabilität gehörten bei Architekt Adolf Loos zum Programm.

Mit seiner damals revolutionären Herangehensweise versuchte er,

Tradition und Moderne zu verbinden – gleichzeitig stellte sich der 1870 geborene

Planer gegen radikale Entwicklungen. So war er einer der vehementesten Kritiker

der Ringstraßenarchitektur und „erfundenen Verzierungen“ auf Gebrauchsgegenständen.

Diese Überzeugung machte sich auch in seiner Architektur bemerkbar.

Seine Bauten schuf der Planer eigenständig, wobei er sich dabei von verschiedenen

Kulturen beeinflussen ließ. Trotz ihrer praktischen Gestaltung, strahlen die

Loos‘schen Gebäude – und mit ihnen die Fassaden – zeitlosen Charme aus. „Form

follows Function“ war bei dem wichtigen Wegbereiter der Moderne Programm.

Text: Dolores Stuttner

Auch die Mischung aus äußerlicher Zurückhaltung

und innerer Opulenz macht(e) die

Bauten des Modernisten einzigartig. Auf

der Fassade selbst ist der Charakter des

Gebäudes und seiner Bewohner nicht ersichtlich.

Dies ist, gemäß Loos, vor allem

dem Innenraum vorbehalten.

Die praktische Fassade der Moderne

Ein wesentlicher Bestandteil des Werkes

von Adolf Loos waren Interieurs. Dabei besaß

der Architekt die Fähigkeit, mit dem In-

nenraumdesign den Charakter seines Auftraggebers

zur Geltung zu bringen. In erster

Linie sollten die Häuser aber funktionalen

Charakter haben. Ästhetische Spielereien

ohne praktischen Nutzen sah der Architekt

und Designer als überflüssig an. Zu seiner

Inspiration trug diesbezüglich die Reise in

die USA bei. Zwischen 1893 und 1896 machte

er sich dort mit der nordamerikanischen

Großstadtarchitektur vertraut. Und diese

übte sich damals nun einmal in Unaufdringlichkeit

und Zurückhaltung.

Looshaus

© Thomas Ledl

Bemerkbar macht sich der praktische Ansatz

von Adolf Loos bereits an der Außenfassade.

Einer der bekanntesten Vertreter

aus der Hand des Architekten ist das Looshaus

in der Inneren Stadt Wiens – dieses

entwarf der Architekt 1910 für die Bekleidungsfirma

Goldmann und Salatsch, wobei

der Bau zu einem zentralen Bauwerk der

Wiener Moderne avancierte. Gleichzeitig

markiert das Gebäude mit der geradlinigen

Fassade die Abkehr vom Historismus und

den floralen Verzierungen. Als geradezu

ironisch erweist sich dessen Lage gegenüber

dem Michaelertrakt der Hofburg. Der

ästhetische Funktionalismus macht das Gebäude

aber nicht zu einem reinen Zweckbau.

Denn Loos sparte bei den Materialien

weder Aufwand noch Kosten. So wurde mit

dem unten liegenden Marmorbereich an

der Fassade ein gekonnter Kontrast zum

schlichten Putz der oberen Wohngeschosse

geschaffen. Den Geschäftsbereich betritt

der Besucher über einen Gang mit toskanischen

Säulen. Bei den Obergeschossen

zieren nicht Ornamente, sondern Blumenkästen

die Fenster – die Anbringung derselben

wurde dem Architekten nach Protesten

vom Stadtbauamt auferlegt.

Nach seiner Fertigstellung löste das Looshaus

zunächst Schock aus. Wien war im

frühen 20. Jahrhundert immerhin noch

stark vom historischen Geschmack geprägt.

Der Bau fügte sich auf den ersten

Blick gar nicht in seine Umgebung ein. Auf-


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Architekturszene

grund der fehlenden Fensterverzierungen

wurde er von der Bevölkerung auch „Haus

ohne Augenbrauen“ genannt. Dabei wollte

der Modernist mit seinem Gebäude niemals

provozieren, sondern mit Minimalismus der

umliegenden, neobarocken Bebauung – darunter

Hofburg und Michaelerkirche – seinen

Respekt erweisen. „Der Stil der Kirche,

welche das Pendant zu diesem Bau bildet,

war für mich richtunggebend“, äußerte sich

Loos zu seinem Entwurf. Bei der noch uninformierten

Wiener Bevölkerung wurde die

noble Zurückhaltung zunächst als trotzige

Rebellion wahrgenommen – heute hat sich

das Blatt selbstverständlich gewendet.

Denn jetzt ist das Looshaus eine fixe und

vor allem prägende Komponente des Michaelerplatzes

der Wiener Innenstadt. Das

Paradoxon aus prunker Schlichtheit fügt

sich nahezu nahtlos in die sie umgebende

Baustruktur ein.

Die stille Architektur der Diskretion

Großstädtische Zurückhaltung war bei den

Bauten von Adolf Loos also Programm. Mit

dem „Schweigen“ der Außenfassade, geben

diese nichts vom höchst privaten Innenleben

preis. Die stille Architektur macht sich

vor allem in den Wohnbauten des Planers

bemerkbar. Ein Spezialgebiet des Architekten

waren immerhin Privatbauten – Villen,

Einfamilienhäuser und Landhäuser entwarf

Loos für sein bürgerliches Klientel.

Kennzeichnend für das Innenleben der

privaten Bauwerke ist zunächst der sogenannte

„Raumplan“. So legte der Architekt

die einzelnen Stockwerke nicht etwa einfach

übereinander. Vielmehr erhielt jedes

Zimmer, die für dessen Zweck benötigte

Höhe und Dimension. Das Prinzip der funktional

angepassten Raumplanung setzte

sich schließlich weltweit durch. Adolf Loos

errichtete zwischen 1903 und 1931 unter

anderem für die Sängerin Josephine Baker

in Paris, für den Baumeister Frantisek Müller

in Prag sowie für den Textilfabrikanten

Hans Moller in Wien ein Einfamilienhaus.

Ebendiese Bauwerke überzeugten nicht nur

die ursprünglichen Bewohner, sondern sie

Looshaus

© Thomas Ledl

zählen heute auch zu den bedeutendsten

Privatwohnbauten des 20. Jahrhunderts.

Mit seinem Raumplan beschränkte sich

Loos nicht nur auf Einfamilienhäuser. In

der Wiener Werkbundsiedlung in Hietzing

verdeutlichte er, dass sich das Konzept auf

einer Fläche mit geringem Bauvolumen umsetzen

lässt.

best of best


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8

Architekturszene

Scheu Haus

© Heardjoin

Haus Moller

© Albertina

Im 13. Wiener Gemeindebezirk schrieb

der Architekt im Jahr 1912 mit dem Haus

Scheu schließlich Architekturgeschichte.

Im Randbezirk plante er für den Rechtsanwalt

Gustav Scheu das erste Terrassenhaus

Mitteleuropas. „Ich meinte, dass es

von großer Annehmlichkeit wäre, von den

Schlafräumen, die sich im ersten Stockwerk

befanden, eine große, gemeinschaftliche

Terrasse betreten zu können“, erläuterte

der Architekt seine Vision.

Kennzeichnend für die Villa sind eine

schmucklose Fassade und eine gerade Linienführung.

Durchbrochen wird das bisweilen

harte Äußere mit quadratischen und

rechteckig-länglichen Fenstern. Daneben

verfügt der Bau über drei Wohngeschosse

und ist nach Osten hin abgestuft. Im Inneren

ziert eingebautes Mobiliar aus Eichenholz

die moderne Villa. Wohn- und Schlafräume

öffnen sich ins Freie hin. Die glatte

Fassade fand bei den benachbarten Anrainern

abermals wenig Anklang. Behörden

verpflichteten Loos unter anderem dazu,

die Außenwände bewachsen zu lassen.

Weniger ist mehr –

von der Reduktion lernen

Die Ideen von Adolf Loos sind – auch wenn

sie zum Teil als komplex und widersprüchlich

gelten – noch heute aktuell. Reduktion

führt zu zeitloser Eleganz und erlaubt es,

die Funktionalität in den Vordergrund zu

stellen. Doch muss ein Gebäude dadurch

nichts von seiner Identität einbüßen. Ganz

im Gegenteil - klare Linien und puristisches

Design stellen die Praktikabilität und damit

den Menschen in den Vordergrund. Ein

solches Bauwerk hebt sich auf ganz natürliche

Weise von Zier- und Prunkbauten ab.

Jene Wohnhäuser wecken so mitunter das

Bedürfnis, hinter die Fassade zu blicken.

Es können dadurch nicht nur Privatbauten,

sondern auch öffentliche Gebäude vom puristischen

Außendesign profitieren.

Anders als im frühen 20. Jahrhundert, beschränkt

sich die Bauplanung in puncto

Minimalismus nicht mehr auf den grauen

Betonputz, sondern sie setzt vermehrt auf

Glasfassaden. Sie wirken puristisch und haben

den Vorteil der Transparenz. Viele Planer

spielen auf diese Weise mit natürlichem

Licht, um die Innenräume noch besser zur

Geltung zu bringen.

Der Architektur stehen heute viele Wege

offen, den Menschen in den Mittelpunkt zu

stellen – der Fokus auf die Funktionalität ist

einer davon.


Siedlung am Heuberg

© Albertina

Josephine Baker Haus

© Albertina


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Magazin

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10

Magazin

Alternativer Weg

In einem typischen Wohnviertel der chinesischen Metropole Shanghai liegt der von

TM Studio geschaffene Changli Garden an einer Straße, die primär für den motorisierten

Verkehr konzipiert wurde. Autos, Autobusse und Mopeds nutzen diesen

Verkehrsweg und auch einige Fahrradfahrer und Fußgänger sind hier unterwegs.

Fotos: TM Studio, TIAN Fangfang

Für letztere ist nach bekanntem Muster der Gehsteig

reserviert. Dem Straßenverlauf entlang verläuft er

neben parkenden Autos und dem fließenden Verkehr.

Eine Baumallee schafft auf der einen Seite eine

kleine Barriere zu den Autos. Auf der anderen Seite

gab es zuvor eine kahle Mauer, die auf der Grundstücksgrenze

zu den anschließenden monotonen

Geschosswohnbauten verlief.

Diese wurde für die Gestaltung des Changli Garden

ersetzt, der als alternativer Fußgängerweg und Aufenthaltsraum

konzipiert ist. Als durchwegter Garten

angelegt, nimmt er Bäume und Pflanzen in sich auf.

Er verläuft auf einer Länge von etwa 350 Metern entlang

der vielbefahrenen Straße. Unterbrochen wird er

nur an zwei Stellen, an denen Seitenstraßen kreuzen.

Dadurch wird er in drei Abschnitte geteilt.

Der Weg durch den Garten ist durchwegs gedeckt

und somit witterungsgeschützt. Mal verläuft er nur

von einer Sitzmauer getrennt direkt neben dem

eigentlichen Gehsteig, mal einige Meter abseits.

An manchen Stellen existiert weiterhin eine übermannshohe

Mauer, die den Gehsteig vom Gartenweg

unterscheidbar macht. Sie besitzt aber keine

trennende Wirkung wie zuvor. Eher erzeugt sie

Spannung, indem sie mit größeren und kleineren

Öffnungen Blickbeziehungen zwischen beiden Fußgängerwegen

ermöglicht. Auch kann man sich so

am Gartenweg orientieren und erfahren, an welcher

Stelle im Stadtgefüge man sich gerade befindet. Eine

visuelle Verbindung zwischen Gehsteig und Gartenweg

ist an jeder Stelle vorhanden.


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11

Magazin

Im Gegensatz zum klassischen Gehsteig verläuft der

Weg durch den Garten aber nicht schnurstracks von

A nach B. Er windet sich immer wieder in verschiedene

Richtungen und Elemente aus Mauern, Arkaden,

Pavillons reihen sich erlebnisreich aneinander.

Zahlreiche Aufenthaltsbereiche laden zum Verweilen

ein. Breite Treppen dienen als Zugang zum erhöhten

Gartenweg und stellen auch eine der vielen Varianten

an vorhandenen Sitzmöglichkeiten dar. Geschützt

vom Trubel des Straßenverkehrs laden die ruhigen

Sitzbereiche dazu ein, sich im öffentlichen Raum zu

treffen, sich dort aufzuhalten und Zeit zu verbringen.

Durch die neue Anlage wird ein weiterer Bereich der

Stadt für Fußgängerinnen und Fußgänger reserviert

und soll eine Anregung zum Spazieren und Flanieren

sein. Die Gestaltung von TM Studio schafft zudem auch

dringend benötigte Aufenthaltsräume im Freien in der

dichtbebauten 23 Millionen Einwohner Metropole.


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12

Magazin

Neu trifft Alt

im Universitätshof

Endlich hat das Bush House des King‘s College London einen attraktiven Außenraum

erhalten: John Robertson Architects gestalteten einen flexibel nutzbaren

Innenhof und mit dem East Courtyard Pavilion einen neuen Hauptzugang zum

Universitätsgebäude.

Fotos: Peter Cook

Im denkmalgeschützten Gebäudekomplex der

1920er Jahre befand sich früher der Hauptsitz des

Senders BBC. Seit einigen Jahren wird der Bau vom

King‘s College London angemietet und bedurfte einer

dringenden Überarbeitung. Im Zuge einer groß

angelegten Sanierung des Bestandsgebäudes inklusive

der Umgestaltung der Innenräume, wurde auch

der Zugang zum Universitätsgebäude neu konzipiert

und ein großzügiger Innenhof angelegt.

Anstelle des früheren Parkplatzes im östlich gelegenen

Innenhof befindet sich dort heute ein lebendiger

Aufenthaltsraum mit viel Platz, der auch mit verschiedenen

Aktivitäten bespielbar ist. In den Innenhof, das

Herzstück des studentischen Lebens am Campus,

gelangt man entweder durch die ihn umschließenden

Gebäude oder auch über zwei markante Eingangstore

vom Straßenraum aus. Diese liegen einander

gegenüber. Über eines kommt man ebenerdig in

den Hof, beim anderen führt eine Stiege hinunter.

Die Achse, die diese beiden Eingangstore miteinander

verbindet, ist freigehalten. Als neuer Hauptzugang

zu den umschließenden Gebäuden ist der East

Court yard Pavilion etwas außerhalb des Zentrums im

Hof platziert. Vormals stand jeder der Bauten für sich

und hatte seinen eigenen Zugang und seine eigene

Erschließung. Nun ist der Innenhof mit seinem Pavillon

das verbindende Element. Er schafft über eine

unterirdische Verbindung einen zentralen Eingang

zu den einzelnen Häusern mit ihren Vortragssälen,

Seminar-, Verwaltungs- und Veranstaltungsräumen.

Belebt wird der Hof dabei schon alleine durch die

Studentinnen und Studenten, die auf dem Weg zu ihren

Kursen und Vorlesungen sind. Durch dieses Passieren

und Frequentieren wird der Innenhof auch als

das Herzstück des Gebäudes erlebbar und der Pavillon

als neuer barrierefreier Hauptzugang erkennbar.


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13

Magazin

Die Frage, wie man diese neue Funktion auch durch

die Architektur vermittelt kann, war eine sehr zentrale.

Der zu schaffende Haupteingang sollte als neue

Eingangstür zu den Gebäuden auf intuitive Art und

Weise erkennbar sein. Dafür schufen die Architekten

ein Gegenstück zur neoklassizistischen Fassade

des Bestandsgebäudes. Ihr Neubau besteht aus

zwei streng geometrisch geformten Boxen, deren

Höhe das Gesimsband über der Sockelzone des historischen

Baus aufgreift. Die vertikalen Lamellen der

Pavillonfassade bilden einen Gegensatz zur vorwiegend

horizontalen Gliederung der Bestandsfassade.

Gegenüber den sieben bis neun Geschossen des Bestandsbaus

wirkt der Pavillon so geradezu minimiert.

Zur vorhandenen Portland-Kalkstein-Fassade – die

auch beim Buckingham Palace und bei der St. Pauls

Cathedral verwendet wurde – gesellen sich durch

den Neubau auch eloxiertes Aluminium in kräftigem

Braun und reichlich Glas in das Erscheinungsbild.

Letzteres schafft Transparenz und lässt schon vom

Hof aus in den Eingangsraum blicken. Abends wird

dadurch der Außenraum vom Inneren heraus beleuchtet.

Zwei Oberlichter versorgen den Innenraum

mit Tageslicht und setzen einen Akzent auf den Eingangsbereich

und die Treppe, die zur unterirdischen

Verbindung und somit zu den universitären Einrichtungen

führt.

Der gesamte Innenhof ist mit dreieckigen Bodenplatten

aus Naturstein belegt, die sich auch im Inneren

des Pavillons fortsetzen. Für das studentische Leben

stellen die zentrale Eingangssituation und die Hofgestaltung

eine Vereinfachung und eine Förderung von

Austausch und Kommunikation dar.


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Magazin

Wie ein Leuchtturm

Über die das Grundstück begrenzende Backsteinmauer hinaus ragt das Gästehaus

namens Alex. Für den namensgebenden Bauherren gestalten Dries Vens und Maarten

Vanbelle ein Leuchtturmprojekt für seinen Garten, in dem seine Gäste und Filmvorführungen

Platz finden.

Fotos: Tim Van De Velde

Um Gäste komfortabel einquartieren und Filme im

entsprechenden Kino-Ambiente vorführen zu können,

war das bestehende Wohnhaus zu klein. Da

aber der Garten ausreichend Platz bot wurde der

Entschluss gefasst, ein kleineres Nebengebäude am

Grundstück zu errichten, in dem beide Anforderungen

Raum finden sollten. Eine charmante Ecke im

Randbereich des Gartens, unmittelbar neben der

Backsteinmauer, wurde als idealer Standpunkt für die

Erweiterung des Hauses ausgewiesen.

Das Gästehaus scheint dort als eigenständiges Gebäude

inmitten des Gartens zu stehen. Dem ist aber

nicht so, denn es besitzt eine unterirdische Verbindung

zum eigentlichen Wohnhaus. Etwas unüblich

gelangt man vom Wohnraum in die Fahrradgarage

und von dieser in einen langen Korridor, der an seinem

Ende einen Überraschungseffekt parat hält. Ganz unerwartet

steht man auf einmal im Kino-Bereich. Dahinter

leuchtet eine verglaste Wendeltreppe den Weg

nach oben. Über sie erreicht man den Hauptraum des

Gästehauses. Dessen Inneres wird durch eine Hülle

aus vier Zentimeter dicken aufeinander gestapeltem

Brettschichtholz gestaltet. Sie wurde in der Werkstatt

vorgefertigt, bevor sie in vier Einzelteilen an diesen

vorbestimmten Ort gebracht und zusammengesetzt

wurde. Schicht auf Schicht wurden durch die Holzhülle

die Wände gebildet. Aus ihnen heraus entwickeln

sich auch das Bett, die Bücherregale, die Küchenarbeitsplatte

und die Wandnischen. Ebenso der Durchgang

mit den beiden Stufen, der den Wohn- und

Schlafbereich des Gästezimmers verbindet.


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Das Holz der Innenwandhülle findet sich auch am

Fußboden und der Decke – so entsteht der Eindruck

sich in einer hölzernen Höhle zu befinden. An zwei

Stellen lassen mächtige Bullaugen die Gäste in den

Garten blicken. Wandert man die im Außenraum liegende

Wendeltreppe noch einmal weiter nach oben,

erreicht man eine kleine Terrasse inklusive einer

Open-Air-Dusche. Von hier aus überschaut man das

Grundstück und auch die nähere Umgebung. Das

Gästehaus selbst ist das Highlight des Gartens. Die

beiden kreisrunden Fenster und die gewellte Fassade

aus Cortenstahl prägen sein Erscheinungsbild.

Zusammen mit dem turmartigen Gebilde, in dem

sich die Wendeltreppe befindet, und dessen oberen

verglasten Abschluss, ist die Assoziation zu einem

Leuchtturm komplett.

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16

Magazin

Holzhaus wächst

über sich hinaus

Auf einer Baulücke im Salzburger Stadtteil Parsch realisierte Architekt Christoph

Mösl, der gemeinsam mit seinen Brüdern Matthias und Stefan das Ziviltechnikerbüro

m3-ZT betreibt, für den Bauherrn Gerwin Andreas ein beispielgebendes

Einfamilienhaus. Um seinen Anforderungen an Nachhaltigkeit und Wohnraumklima

zu entsprechen, war eine Vorgabe des Bauherrn, sein Haus aus Holz zu errichten.

Fotos: Thomas Weber

Für die Holzbauexperten rund um Architekt Mösl war

damit das Fundament gelegt, auf der die weitere Planung

solide aufbauen konnte. Konkret ging es nun

darum, nur so viel Kubatur zu schaffen, wie aktuell

notwendig ist, sich allerdings Erweiterungs-Optionen

für die Zukunft offenzuhalten.

Abgesehen von der Grundplatte aus Beton besteht

das Haus zu 100 % aus Holz. Die Räume teilen sich auf

drei Etagen auf. Im Erdgeschoss befindet sich der offene

Bereich fürs Kochen, Essen und Wohnen. Im ersten

Obergeschoss liegen Schlafzimmer, Kinderzimmer,

Schrankraum und Badezimmer. Das Dachgeschoss ist

aktuell für die offene und flexible Nutzung vorgesehen.


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17

Magazin

Der Technikraum für Strom, Warmwasser, Pufferspeicher

und alle anderen Installationen ist platzsparend,

zentral und räumlich nahe den Abnehmern

direkt unter der Treppe zwischen Erdgeschoss und

Obergeschoss untergebracht. Der Kachelofen im

Wohnzimmer versorgt zusätzlich den Pufferspeicher

für Heizung und Warmwasser mit Wärme, eine netzgekoppelte

Photovoltaik-Anlage auf dem Dach sorgt

für die Stromversorgung der Haustechnik.

Neben dem Haus befinden sich ein geräumiger Carport,

ein externer Lagerraum und die weitere Haustechnik.

Durch diese Trennung vom Wohnbereich

halten die Planer alle Möglichkeiten der Wohnraumgestaltung

für die Zukunft offen. So lässt sich etwa

das Einfamilienhaus in Zukunft zu einem Zweifamilienhaus

erweitern: Notwendig dafür ist eine Neuorganisation

der Zimmereinteilung und im Erdgeschoss

ein zusätzliches Schlafzimmer als eigener Riegel in

Richtung Garten.

Neben dem Einsatz von ökologischen Baumaterialen

besteht das Nachhaltigkeitskonzept dieses Projekts

darin, den Bewohnern die Optionen eines Zubaus

offenzulassen, anstatt bereits heute unnötigerweise

viel zu groß und voluminös zu bauen.

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18

Magazin

Fünf Wochen

Der Einsatz von vorgefertigten Systemteilen erlaubt schnelles und ökologisches

Bauen. Vor allem auch im urbanen Kontext zeigt diese Bautechnik ihre Stärken, wie

das Projekt „Paradiesvogel“ im 15. Wiener Bezirk der Architekten Regina M. Lettner

und Günter Lagler vom Architekturbüros baukult zeigt.

Fotos: Christian Redtenbacher

Am höchsten Punkt der Felberstraße, nahe des Wiener

Westbahnhofs, realisierte baukult einen zweigeschossigen

Dachzubau und kombinierte sichtbare

Stahlkonstruktionen mit tragenden Holzelementen.

Durch die weitspannenden Brettsperrholz- und

Kielstegelemente und die kurze Bauzeit wurden

dabei neue Maßstäbe für den urbanen Holz-Wohnbau

gesetzt. Vom Abbruch des Rohdachbodens und

der Feuerwände bis zur Fertigstellung von zwei Geschossen,

vergingen genau vier Wochen. Die Verglasungen

wurden nach Planmaß angefertigt, da die 15

Meter langen Kielstegelemente für die straßenseitige

Dachhülle und die anderen Wand-, Dach- und

Decken elemente aus Brettsperrholz sichtbar bleiben

sollten. Der Edelrohbau war in nur fünf Wochen fertig.

Mehr Grün in die Stadt bringt baukult bei diesem

Bauvorhaben mit intensiver Dachbegrünung, einer

Photovoltaikanlage, Wärmepumpen, Lehmputz, einem

fugenlosen Steinholzboden und dem Pflanzenkühlschrank

Agrilution Systems. Dank einer Vereinbarung

mit der MA22 wurden auch Nistplätze für

Mauersegler, Turmfalke und Fledermäuse errichtet.


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Tausende Studenten

unterstützt

21

Magazin

Die Gastprofessur-Kooperation zwischen

heimischen Universitäten und dem Baustoffunternehmen

Wienerberger feiert heuer sein

zehnjähriges Jubiläum: Tausende Studenten der

TU Wien, der TU Innsbruck, der TU Graz, der FH

Kärnten oder der Kunstuniversität Linz wurden

in diesem Rahmen bereits vom österreichischen

Ziegelhersteller bei der Umsetzung innovativer

Konzepte unterstützt.

Architekturstudierende werden dabei auf unterschiedlichen

Ebenen mit Ziegelprodukten bekannt gemacht,

lernen deren Gestaltungsmöglichkeiten kennen und

denken fantasievoll in die Zukunft. Das Engagement

reicht von der Finanzierung von Gastprofessuren an

den heimischen Hochschulen über die Förderung von

Diplomarbeiten oder Dissertationen bis hin zur Unterstützung

bei Ausstellungen und Publikationen.

Mehr als 300.000 Euro investierte Wienerberger so

in die Ausbildung angehender Architekten in Österreich.

Neben dieser beachtlichen Summe wurden

über 2.000 Brick-Bücher, Ziegel-Material für Installationen

und Arbeiten sowie unzählige Experten-Vorträge

für die Kooperationen zur Verfügung gestellt.

Wienerberger AG

T +43 (0)1 60192-0

office@wienerberger.com

www.wienerberger.at

Recyclingbeton für

Innen und Außen

Durch seine Zusammensetzung aus natürlichen mineralischen

Rohstoffen ist Beton nach dem Rückbau

und der Aufbereitung zu 100 Prozent wiederverwertbar.

Deshalb ist Altbeton, von dem in Österreich

jährlich rund 3 Millionen Tonnen anfallen, wovon 97

Prozent stofflich verwertet werden, ein begehrter

Rohstoff. Er wird einerseits für lose Schüttungen im

Unterbau eingesetzt oder aufgearbeitet für die Herstellung

von neuem Beton verwendet.

Laut österreichischer Betonnorm, ÖNORM B 4710-1,

gibt es vier Typen rezyklierter Gesteinskörnung, die

als Ersatz für natürliche Rohstoffe zulässig sind: sortenreinen

Betonbruch (RB-A1), Betonbruch mit max.

10 Prozent Asphalt (RB-A2), wieder aufbereitete natürliche

Gesteinskörnung (RG-A3) und aufbereiteten

Hochbau-Splitt mit max. 30 Prozent Ziegelanteil (RH-

B). Die RB- und RG-Produkte werden in Österreich

bereits vielfach eingesetzt. So zum Beispiel bei der

Erneuerung von Autobahn-Fahrbahnen, wo Altbeton

vor Ort aufbereitet und zum großen Teil wieder für

die Herstellung des neuen Fahrbahndeckenbetons

verwendet wird.

Die 2018 in Österreich neu erstellte Betonnorm bietet

zudem die Möglichkeit, den aufbereiteten „Altbeton“

im Hoch- und Tiefbau zu verwenden. Der Einsatzbereich

von Recyclingbeton ist dabei nicht auf die Anwendung

im Innenbereich beschränkt. Auch im Außenbereich

kann dieser Baustoff eingesetzt werden,

wenn die verwendete rezyklierte Gesteinskörnung

eine entsprechende Qualität aufweist.

Verband Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke

T +43 (0)1 403 48 00

www.voeb.com

Fotos: Deisl-Beton


architektur FACHMAGAZIN

22

Intelligente Fassade

Kühlmantel

für die Kunst

Kinder Building / Houston / Steven Holl Architects

Text: Edina Obermoser Fotos Richard Barnes, Peter Molick

Der Museumscampus in der texanischen Metropole

setzt sich mit Projekten von Mies van der Rohe und

Rafael Moneo aus zahlreichen ikonischen Bauwerken

zusammen. Auch für Steven Holl und sein Team war

das Kinder Building nach der Glassell School of Art

auf dem Nachbargrundstück bereits das zweite Gebäude,

das sie für das Museum of Fine Arts in Houston

umsetzten. Während die Architekturkollegen van

der Rohe und Moneo mit ihren Entwürfen eher darauf

achteten, störendes Licht auszusperren, bezog

Steven Holl dieses gezielt in das Design mit ein. So

entstand ein neues Galeriegebäude voller Tageslicht,

das einen Kontrast zu den anderen Bauten bildet.

Seinen Namen verdankt das Kinder Building dem

milliardenschweren Geschäftsmann Richard Kinder,

der einen Großteil des Projektes finanzierte. Bei der

Tragstruktur des Museumsbaus setzte man auf eine

Stahlbetonkonstruktion. Die Kubatur des Museums

erscheint trotz ihrer Größe und Materialität nicht monumental.

Dafür sorgen mehrere Vor- und Rücksprünge,

die die Form des Baukörpers auflockern. Sie spannen

geschützte Patios auf und markieren die Zugänge

zum Kinder Building. Dieser dynamische Effekt wird

von einem baldachinartigen Dach weiter verstärkt.

Es besteht aus unterschiedlich konkav gekrümmten

Flächen, die sich wie sanfte Wolken leicht aneinanderlegen.

Zwischen ihnen entstehen sorgfältig positionierte

Oberlichter. Sie sorgen für ein angenehmes,

natürliches Licht im Inneren des Kulturbaus, ohne dabei

die Kunstwerke zu beeinträchtigen.

u

Steven Holl Architects

erweiterten das Museumsviertel

in Houston

um einen neuen Kulturbau.

Direkt neben dem

Museum of Fine Arts

entstand mit dem Nancy

and Rich Kinder Building

der neueste Zuwachs des

Areals. Anders als seine

geschlossen gestalteten

Nachbarn aus Stahl und

Stein beweist der imposante

Bau, dass Museum

auch anders geht: mit

Glas, einer intelligenten,

kühlenden Fassade und

reichlich Tageslicht.


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23

Steven Holl Architects


architektur FACHMAGAZIN

24

Intelligente Fassade

Die Röhren der opaken

Glashaut fungieren wie

ein riesiges Ventilationssystem.

Am Abend lässt

sich durch die Beleuchtung

im Inneren ablesen,

wo sich die Öffnungen in

der dahinterliegenden

Betonfassade befinden.

Die Planer entwickelten im Laufe des Entwurfsprozesses

eine zweite Gebäudehülle, die sich vor sämtliche

Betonfassaden legt. Sie sollte den Solareintrag

auf das Kinder Building reduzieren. In Kooperation mit

verschiedenen Experten und den Klimaingenieuren

von Transsolar wurde diese Idee für den „kühlenden

Mantel“, wie ihn die Architekten selbst bezeichnen,

schließlich in die Tat umgesetzt. Das Ergebnis ist eine

Glashaut aus riesigen, halbzylinderförmigen Elementen.

Auf einer Stahlunterkonstruktion befestigt, fügen

sich diese in vertikaler Richtung aneinander.

Jede der Röhren hat einen Durchmesser von 76 Zentimetern

und besteht aus mattiertem Glas mit einer

alabasterartigen, nahezu weichen Textur. Die Beleuchtung

der Expositionsräume im Inneren dringt

lediglich bei Dunkelheit diffus durch die transluzente

Glasoberfläche nach draußen und offenbart die Positionen

der Fenster und Öffnungen in den Betonwänden.

Dank des grau-opaken Glases erhält das

Gebäude aber nicht nur einheitliche Ansichten, sondern

außerdem ein natürliches System zur Ventilation

bzw. Temperierung. Die intelligente Fassade wirkt

wie eine kühlende Pufferschicht, die die Strahlen der

heißen texanischen Sonne abfängt und deren Kraft

um 70% abschwächt. Zwischen der äußeren Gebäudehülle

und den tragenden Betonwänden bleibt ein

fast ein Meter tiefer Hohlraum. Die gebogenen Glasröhren

sind an ihrer Ober- und Unterseite jeweils offen

und leiten die warme, aufsteigende Luft wie ein

natürlicher Kamin nach oben hin ab. Damit gelingt es,

die Kühllast des Museumsbaus um 35% zu senken.

Der genaue Aufbau der Glashaut wurde nicht nur

hinsichtlich der Luftströme, sondern auch des Tageslichteinfalls

und seiner Ästhetik optimiert. Anschließend

erfolgte die Anordnung der Ausstellungsräume

entsprechend ihrer Anforderungen und der Eigenschaften

der Fassade. Klimatische Schwankungen im

Inneren gleicht ein Lüftungssystem aus. Dieses hält

die – für die Artefakte schädliche – Luftfeuchtigkeit

selbst bei hohen Besucherzahlen auf einem Minimum.

Die Luftmenge variiert je nach Tageszeit und Nutzung.

Damit kann der Energieverbrauch gesenkt werden.

Gleichzeitig erzielt man bessere Ergebnisse als bei

vergleichbarer Technik mit konstantem Betrieb. u


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25

Steven Holl Architects


architektur FACHMAGAZIN

26

Intelligente Fassade

Beim Betreten des Museums gelangen Besucher in

das zentrale Foyer. Dieses erstreckt sich über alle

drei Ebenen und bildet das Herzstück des Gebäudes.

Rundherum verteilen sich in den beiden Obergeschossen

die unterschiedlichen Galerien. Sie ordnen

sich entlang der Außenfassaden an und werden alle

in natürliches Licht getaucht. Dieses fällt an manchen

Stellen indirekt durch die Oberlichter oder gelangt

über die Verglasungen entlang der Patios ins Innere.

Letztere bieten zudem Ausblick auf die Gartenflächen,

die den Bau umgeben. In Kombination mit den

fließenden Untersichten der Dachflächen entsteht so

ein heller, dezenter Hintergrund für die Ausstellungsstücke.

Die einzelnen Bereiche gehen fließend ineinander

über und scheinen Gäste, gemeinsam mit dem

variierenden Tageslicht, sanft durch das Gebäude zu

leiten. Expositionsflächen unterschiedlicher Größe

bieten reichlich Platz für wechselnde Installationen.

Ein Theater, Konferenzräume und ein Restaurant

komplettieren das Raumprogramm.

Während das Kinder Building mit seiner auffälligen

Gestalt auf den ersten Blick an eine Mischung aus

MoMA und Guggenheim Musuem erinnert, offenbart

es beim genaueren Hinsehen seine ganze Raffinesse.

Steven Holl Architects schufen mit dem Kulturbau

ein Projekt, das zeigt, dass Fassaden weit mehr als

nur ein gestalterisches Element sind. Mit innovativen

Ansätzen und gezielter energetischer Planung verleihen

sie Gebäuden nicht nur ein charakteristisches

Aussehen, sondern wirken sich auch positiv auf das

gesamte Raumklima aus. Die natürlich beleuchteten

Galerieräume runden das Projekt stimmig ab – ganz

ohne die Exponate zu gefährden – und machen Lust

auf Kunst, Kultur und Architektur.


FD

FD

FD

FD

FD

FD

www.architektur-online.com

27

Steven Holl Architects

Schnitt A-A

Schnitt B-B

SECTION AA

1/32" = 1'-0"

0 5 10 50

SECTION BB

1/32" = 1'-0" 0 5 10 50

1:12

OG 2

2ND FLOOR PLAN

1/32" = 1'-0"

0 5 10 50

N

KG 1

B1 FLOOR PLAN

N

1/32" = 1'-0"

0 5 10 50

A

B

B

B1 FLOOR PLAN

N

EG

A

1/32" = 1'-0"

0 5 10 50

GROUND FLOOR PLAN

N

1/32" = 1'-0"

0 5 10 50

Kinder Building

Houston, USA

Bauherr: Museum of Fine Arts

Planung: Steven Holl Architects

Projektleitung: Steven Holl, Chris McVoy, Olaf Schmidt, Filipe Taboada

Projektteam: Rychiee Espinosa, Yiqing Zhao, Lourenzo Amaro de Oliveira,

Garrick Ambrose, Xi Chen, Carolina Cohen Freue, JangSeo Lee,

Vahe Markosian, Elise Riley, Christopher Rotman, Yun Shi,

Alfonso Simelio, Dimitra Tsachrelia, Yasmin Vobis

Partnerarchitekten: Kendall/Heaton Associates

Statik:

Guy Nordenson & Associates Cardno

TGA:

ICOR Associates

Klimaingenieure: Transsolar

Fassadenplanung: Knippers Helbig

Lichtplanung: L’Observatoire International

Nutzfläche: 22.000 m 2

Planungsbeginn: 2012

Bauzeit: 2017-2020

Fertigstellung: 2020

www.stevenholl.com

„Wir legen Wert auf nachhaltige Gebäudeund

Standortentwicklung als Grundlage für

innovatives und ideenreiches Design. Unsere

Projekte kombinieren nachhaltige Technologie

und zukunftsweisende Ansätze in Städtebau

und Architektur. Wir sehen eine nachhaltige

Herangehensweise an Design und

Konstruktion als Verpflichtung für die Zukunft

der gebauten Umwelt und folgen dieser Vision

in jedem unserer Projekte.“

Steven Holl Architects


architektur FACHMAGAZIN

28

Intelligente Fassade

Wie eine

zweite Haut

Gotthard-Müller-Schule / Filderstadt-Bernhausen, D / Behnisch Architekten

Text: Linda Pezzei Fotos: David Matthiessen

Die neue Gotthard-Müller-Schule von Behnisch

Architekten ist mit ihrer intelligenten Fassadenlösung

genau am Puls der Zeit. Die Gebäudehülle

wirkt nämlich nicht nur als ästhetisch ansprechende

und identitätsstiftende Verkleidung in

Richtung Außenwelt, nach innen dient sie als

Möbel und Sitzgelegenheit in warmen Holztönen.

Ganz nebenbei haben die Architekten dann auch

noch eine technisch raffinierte, nahezu unsichtbare

dezentrale Lüftungsanlage integriert. Mehr

geht nicht.


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29

Behnisch Architekten

Als Behnisch Architekten 2016 den Wettbewerb für

den neuen Schulcampus im südlich von Stuttgart gelegenen

Filderstadt, gewannen, ging es dem Auslober

darum, das bestehende Schulareal architektonisch

aufzuwerten sowie an die Anforderungen des neuen

pädagogischen Konzeptes mit Ganztagesbetrieb anzupassen.

Entstanden ist daraufhin ein Neubau für

die zweizügige Grund- und Gemeinschaftsschule inklusive

Erweiterungsflächen für die Realschule, eine

gemeinschaftlich genutzte Mensa und ein attraktiver

Schulcampus. Die Besonderheit des Entwurfs liegt

neben dem vielfältigen Raumangebot vor allem auch

in der innovativen Konzeption der Fassade begründet.

Der Entwurf von Behnisch Architekten setzt – wie

gewohnt – auf eine organische, freie Bauform, die

sich maßstäblich ganz selbstverständlich in die bestehende,

heterogen bebaute Umgebung einfügt.

Die Terrassierung des Baukörpers differenziert sein

Volumen – und lässt den Neubau eine harmonische

Beziehung zu den Nachbargebäuden eingehen. Die

Geschosse treten durch markante, weiß gehaltene

Bänder stark horizontal in Erscheinung. Die Zartheit

der Absturzsicherungen und die zurückversetzten

Räumlichkeiten verstärken diesen Effekt noch. Die

Gebäudeform schafft fließende und differenzierte

Außenräume, die für eine Verwebung von Landschaft

und Gebautem sorgen. Ineinander übergehende Freiräume,

Schulhöfe mit Bepflanzungen sowie die „Agora“,

die auch als ein Freilichttheater genutzt werden

kann, sind als gemeinschaftsfördernde Landschaftselemente

angelegt.

u


architektur FACHMAGAZIN

30

Intelligente Fassade

Der versenkt ausgeführte Schulhof bietet

einen geschützten Treffpunkt für Schüler und

Lehrer in den Pausen oder vor und nach dem

Unterricht und kann auch für Veranstaltungen

genutzt werden.

Die dem Neubau zugrundeliegende Idee ist die eines

lebendigen Schulcampus. Zufällige Begegnungen

und spontane Möglichkeiten, sich untereinander auszutauschen,

prägen den räumlichen Fluss. Lehrende

und SchülerInnen sollen aktiv in ungezwungene Interaktion

treten können. Vielfältige Lernlandschaften

und offene Raumstrukturen mit kommunikationsförderndem

Charakter entsprechen dem pädagogischen

Leitfaden für individualisiertes, kooperatives

und soziales Lernen. Als zentraler Anlaufpunkt und

horizontale Blickachse fungiert das Foyer, an das die

Mensa, die Schulbibliothek und andere soziale Räume

angeschlossen sind. Von hier aus gelangen die SchülerInnen

auch über ein Gartengeschoss in die „Agora“,

einen abgesenkten Tiefhof mit einladenden Sitzstufen,

der zum Entspannen und befreiten Austausch

in den Pausen einlädt. Vertikale Bezugsachse des

gesamten Gebäudes ist das offene, lichtdurchflutete

Atrium, anhand dessen die SchülerInnen über großzügig

gestaltete Treppenläufe die oberen Geschosse

erreichen. Auf jeder Etage wiederum weiten sich die

Flure, Bänke und Nischen bilden einen kommunikativen

Gemeinschaftsraum, bevor sich das Gebäude

entsprechend seiner Nutzung weiterverzweigt.

Die Gotthard-Müller-Schule ist gemäß ihres modernen

pädagogischen Konzepts äußerst offen, kommunikativ

und divers gestaltet. Sogenannte Lernhäuser

bündeln unterschiedliche Lern- und Klassenräume

und sorgen für Orientierung. Im dritten Obergeschoss

befinden sich nicht nur die Fachräume für die bildende

Kunst, eine großzügige Terrasse stellt das Highlight

der gesamten Schülerschaft dar: hier kann der

Unterricht – zumindest in den warmen Monaten – jederzeit

im Außenraum stattfinden, Ausblick auf die

umgebende Landschaft der Filderebene inklusive.


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31

Behnisch Architekten

Neben der wohl durchdachten Gestaltung der räumlichen

Strukturen war den Planern aber auch die

sinnliche Wahrnehmung des Schulbaus ein Anliegen.

Es ist hinlänglich bekannt, dass Licht, Farben,

Raumklima und Oberflächen auf unsere Stimmung

sowie unser Wohlbefinden einwirken und somit die

Konzentrations- und Leistungsfähigkeit maßgeblich

beeinflussen. Um den einzelnen Lernhäusern eine

unverwechselbare Eigenständigkeit zu verleihen,

setzten die Architekten daher auf eine individuelle

Farbgebung der Wandflächen. “Die einzelnen Farben

symbolisieren die Aufteilung der unterschiedlichen

Klassenstufen. Dabei differenziert die Komposition

aus verschiedenen Farbtönen das Erscheinungsbild

und schenkt der Schule eine unverwechselbare Identität”,

erklärt Stefan Rappold, Partner bei Behnisch

Architekten. Kräftige Orange-, Gelb-, Grün- und Erdtöne

sorgen für eine lebendig-anregende Stimmung.

In den Klassenräumen dominieren warme und wertige

Materialien wie Linoleum und Holzwerkstoffe.

Großzügige, transparente Verglasungselemente unterstreichen

wiederum das offene Konzept, erlauben

Einsichten in das Klassengeschehen und unterstützen

so die pädagogische Arbeit.

u


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32

Intelligente Fassade

Von außen betrachtet überzeugt die Fassade nicht

nur in optischer Hinsicht – sie kann auch mit einer

besonderen, technischen Funktionalität punkten. Die

Gebäudehülle ist nämlich weit mehr als rein thermischer

Abschluss von innen nach außen. Als multifunktionaler

Alleskönner ist die Barriere bildende und

schützende “Haut” der Schule nicht nur Stauraum

und Sitzmöbel in einem, auch technische Einbauten

wurden nahezu unsichtbar integriert. 2016 pandemiologisch

noch kein Thema und trotzdem seit langem

die Krücke vieler (Schul)Gebäude - eine effiziente

Lüftungsanlage, die auch die Wärmeregulierung

mit einschließt. Hinter gelochten Holzelementen befindet

sich als Antwort auf diese Problemstellung ein

dezentrales Lüftungssystem mit integrierter Heizung

und Kühlung. “Das Haus beginnt sozusagen mit architektonisch

relevanten Bauteilen zu „atmen“, lässt

die Luft scheinbar unsichtbar ins Innere, ohne dass

technische Installationen in Erscheinung treten. Als

ästhetische Außenverkleidung haben wir als Pendant

zum Innenraum gelochte, farbige Metallplatten

eingesetzt”, beschreibt Rappold die Funktionsweise

der Fassade. Die Außenfassade wechselt zwischen

raumhohen transparenten und geschlossenen Flächen

und greift die Farbigkeit der Innenräume auf.

Eine zusätzliche, vertikale Holzverschalung lässt je

nach Blickwinkel ein spannungsreiches Wechselspiel

der Farben entstehen – am deutlichsten wahrnehmbar,

wenn man sich entlang der Fassade bewegt.

Die Fassade dient nicht nur als schützende

Gebäudehülle und multifunktionales Möbel

– auch die Technik liegt beinahe unsichtbar

darin verborgen.

In Summe ergeben diese Maßnahmen einen sozial

wie energetisch nachhaltigen Gebäudebetrieb, der

auf der maximalen thermischen Eigenfunktion des

Gebäudes basiert. Der hohe Nutzerkomfort gründet

auch in diversen Passiv-Maßnahmen wie einer kompakten

Gebäudegeometrie, einer passiven Nutzung

der thermischen Gebäudemasse sowie einer in Bezug

auf Tageslicht und solare Gewinne optimierten Gebäudehülle.

Im Gegenzug konnte die technische Gebäudeausrüstung

auf diese Weise minimiert werden.

Entstanden ist ein moderner, offener Schulcampus,

der zum Lernen und Verweilen einlädt. Innen- und

Außenraum treten so selbstverständlich in Beziehung,

dass auch Barrieren zwischen Lehrenden und

SchülerInnen zusammenzuschrumpfen scheinen. Den

Rahmen wiederum bildet ein innovatives Fassadenmöbel

mit versteckten technischen Finessen. Ein Ort,

an dem man sich in seiner Haut wohlfühlen darf. •


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33

Behnisch Architekten

Schulcampus Bernhausen

Längsschnitt Gotthard-Müller-Schule

EG

Schulcampus Bernhausen

Grundriss E0 Gotthard-Müller-Schule

Gotthard-Müller-Schule

Filderstadt-Bernhausen, Deutschland

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Landschaftsplanung:

Grundstücksfläche: 11.017 m 2

Nutzfläche Neu: 4.689 m 2

Planungsbeginn: 2016

Bauzeit: 2018-2020

www.behnisch.com

Stadt Filderstadt

Behnisch Architekten

Projektleiteitung: Stefan Rappold

Kyra Willems, Florian Waller

Pfefferkorn Ingenieure, Stuttgart

Behnisch Architekten

Andreas Peyker, Nadine Waldmann

“Die Fassadengestaltung

der Schule Bernhausen

umfasst zwei Aspekte:

Nach innen wirkt die Fassade

mit als Sitzbänken

ausgeformten Fensterbrüstungen wie ein nutzbares Möbel,

das alle technischen Einbauten nahezu unsichtbar in sich

aufnimmt. Ästhetische Holzverkleidungen prägen die Atmosphäre,

sodass die von uns entwickelten Klassenräume mehr

dem Gedanken eines „wohnlichen“ Zimmers folgen, wodurch

aktuelle pädagogische Tendenzen unterstützt werden. Blickt

man von außen, nimmt man als Erstes eine lebendig-fröhliche

Farbigkeit wahr.”

Stefan Rappold, Partner Behnisch Architekten


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34

Intelligente Fassade

Mit Sport und Spiel

bestückte Fassade

Melopee School / Gent, Belgien / XDGA – Xaveer De Geyter Architects

Text: Alexandra Ullmann Fotos: Maxime Delvaux


www.architektur-online.com

35

XDGA – Xaveer De Geyter Architects

Xaveer De Geyter Architects gestalteten in

einem ehemaligen Hafenareal von Gent eine

Schule mit außergewöhnlichem Erscheinungsbild.

Für die diversen Bildungseinrichtungen,

die im Gebäude untergebracht werden

sollten, war die Grundstücksfläche ziemlich

spärlich bemessen. Das rief einen außergewöhnlichen

Lösungsansatz hervor, bei dem

die Fassade eine zentrale Rolle spielt.

Vor mehr als fünfzehn Jahren beschloss die belgische

Stadt Gent im alten Hafenareal – den Oude Dokken –

einen neuen Stadtteil entstehen zu lassen. Seit sich

die Hafenindustrie aufgrund des erhöhten Platzbedarfs

weiter nach Norden verlagert hatte, war dieses

Areal weitgehend ungenutzt und doch aufgrund

seiner Lage prädestiniert: nur fünfzehn Gehminuten

trennen es vom historischen Stadtzentrum. Eine innerstädtische

Verdichtung erfolgt seitdem auf der

Grundlage des Masterplankonzeptes vom OMA. Dieses

sieht vor, das Areal als attraktive Verbindung zwischen

dem Stadtzentrum südwestlich davon und dem

Wohngebiet östlich davon zu gestalten. Es setzt städtebaulich

auf Durchlässigkeit und auf einen lebenswerten

Mix an dicht bebauten und freien Bereichen.

Dementsprechend entsteht im Areal des ehemaligen

Hafens nun ein einladender Stadtteil am Wasser, der

vielfältige Nutzungen in sich vereint: Wohnen, Arbeiten,

Bildung, Kultur und Freizeit.

Eine besondere Stellung nimmt das Schulgebäude

mit dem klingenden Namen „Mélopée“ – französisch

für Singsang – ein. An zentraler Stelle im Hafenareal

direkt am Wasser gelegen, sind im fünfgeschossigen

Gebäude mehrere Stätten der Bildung unter einem

Dach vereint. Auf der knapp bemessenen Grundstücksfläche

von nur etwas mehr als 2.600 m² befindet

sich ein Volumen maximalen Ausmaßes. Der

Clou: das Volumen ist zweigeteilt in einen geschlossenen

und einen offenen Teil. Der eine funktioniert

als Gebäude, der andere als Außenraum. Ein Stahlgerüst

vereint beides visuell und auch konstruktiv miteinander.

Es teilt die Fassade in rechteckige Felder,

die beim geschlossenen Gebäudeteil mit transluzenten

Polycarbonatplatten und Glasflächen ausgefüllt

sind. Beim offenen Bereich sind sie mit einem Stahlnetz

ausgekleidet, an dem sich zukünftig Pflanzen

empor ranken werden.

u


architektur FACHMAGAZIN

36

Intelligente Fassade


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37

XDGA – Xaveer De Geyter Architects

Die im fünfgeschossigen Gebäude unterzubringenden

Einrichtungen sollten alle eigenständig und auch

im Zusammenspiel miteinander funktionieren. So findet

im ersten Obergeschoss ein Kindergarten Platz,

eine Volksschule mit musischem Schwerpunkt ist im

ersten und zweiten Obergeschoss untergebracht,

ebenso wie der Hort. Die dazugehörige Mensa wird

gemeinsam von allen benutzt und befindet sich im

Erdgeschoss, der doppelgeschossige Speisesaal im

ersten Obergeschoss. Den Gebäudeabschluss in den

beiden obersten Stockwerken bildet eine Sporthalle.

Die Einrichtungen sind dabei räumlich nicht strikt

voneinander getrennt. Sie teilen sich einen Eingangsbereich,

sowie der Kindergarten und die Volksschule

auch eine Treppe mit Sitzstufen. Über diese erreicht

man die Gruppenräume, die entlang der Fassade

ringförmig um den zentralen Speisesaal und die

Treppe angeordnet sind.

Das Prinzip der Stapelung ist grundlegend für die

Anordnung der Bildungs- und Sportstätten innerhalb

des Gebäudes. Nicht zu vergessen sind die benötigten

Außenräume in Form von Spielplätzen, Aufenthaltsbereichen

und Sportflächen. Deren Formation

im offenen Gebäudeteil funktioniert analog zur

Schichtung im Gebäudeinneren. Treppen, Ebenen

und Rampen sind dort aneinandergereiht und wirken

wie in das Stahlgerüst hineingesteckt. Spiralförmig

ziehen sich so Sitzbereiche, Rutschen, ein Kräuter-

garten, Spielbereiche und ein Sportplatz bis zum

obersten Geschoss hoch. Durch diese Schichtung

entsteht nicht nur ein kompakter und lebendiger Ort

an der frischen Luft, sondern auch überdachte Außenbereiche.

Diese erlauben auch bei Wind und Wetter

sich draußen zu bewegen und zu spielen, ohne

dabei nass zu werden.

u


architektur FACHMAGAZIN

38

Intelligente Fassade

Innen und Außen spielen

eng zusammen. Von jedem

Geschoss im Innenraum ist

der Außenraum zu erreichen.

Er kann als zusätzlicher

Erschließungsweg

genutzt werden.

Von jedem Geschoss und jeder Einrichtung im Gebäudeinneren

ist ein direkter Zugang zu diesem „gestapelten“

Außenraum möglich. Die Kinder verschiedenen

Alters können sich also im Gebäude und auch

im Außenbereich treffen, miteinander spielen, sich

austauschen und voneinander lernen.

Das raffinierte Konzept des Außenraumes bettet das

Schulgebäude als wichtigen Baustein für das neue

Stadtquartier ein. Er kann nicht nur an Schultagen

genutzt werden, sondern steht an Wochenenden

und in den Ferien der Nachbarschaft offen. Die Indoor-Sporthalle

kann ebenso mitgenutzt werden,

sodass die Melopee School nicht nur mit ihren vielfältigen

Bildungseinrichtungen, sondern auch mit ihrem

Sport- und Bewegungsangebot maßgebend zur

Lebensqualität im Stadtteil beiträgt.

Sport, Spiel und Bewegung sind ein zentrales Thema

der Stadtentwicklung für das Gebiet der Oude Dokken.

Mehrere Wander- und Fahrradrouten durchziehen

den neuen Stadtteil. Eine davon verläuft als öffentlicher

Durchgang im Erdgeschoss direkt durch

das Gebäude. In Zukunft wird neben dem Schulgebäude

einer der grünen Nachbarschaftsparks angrenzen.

Visuell sollen dann auch die Außenflächen

der Schule mit ihm erkennbar verbunden werden,

indem Grün auch am Stahlgerüst emporwachsen

wird. Die unkonventionelle Herangehensweise der

Xaveer De Geyter Architects bei der Gestaltung der

Melopee School interpretiert das Erscheinungsbild

von Fassaden neu. Was vor und hinter der Fassade

liegt ist räumlich nicht eindeutig festzustellen.

Sicher ist aber, dass durch die Grundprinzipien der

Kompaktheit und Flexibilität lebendige Räume entstehen.

Diese bilden einen Mehrwert für die Menschen,

die das Gebäude nutzen, sowie auch für die

gesamte Nachbarschaft.


C

C

B

B

0 1

0 1

5 10m

0 1

5 10m

5 10m

C

B

0 1

0 1

5 10m

5 10m

www.architektur-online.com

39

XDGA – Xaveer De Geyter Architects

section A-A’

Schnitt A-A

south elevation

Ansicht Süd

4 11

1

12 12

1 main entrance

2 playing field

3 public passage

4 meeting room

5 staff

6 kitchen

7 office

8 daycare

9 relax space

10 exterior space

11 secretary

12 technical

13 storage

1 3 4

6

1 playing field

2 sports field

3 terrace cafeteria

4 cafeteria

5 sportshall

6 storage

7 tribune

8 technical space

13

12

13

5

7

2

1

3

5

7

A’

13

12

13

A

A’

A

12

6

7

7

7

13

13

9

9

9

9

2

8

8

10

8

groundfloor

Ebene 0

fourth floor

Ebene 4

B’

C’

B’

C’

2

4

2 3

1 playing field

2 class primary school

3 music studio

4 music theory class

5 storage

6 refectory

2

6

2

A’

A

2

1 5 2 2

second floor

Ebene 2

B’

C’

Melopee School

Gent, Belgien

Bauherr:

Architekt:

Mitarbeiter:

Statik:

SO Gent

XDGA – Xaveer De Geyter Architects

Xaveer De Geyter, Doug Allard, Karel Bruyland, Thérese Fritzell,

Arie Gruijters, Ingrid Huyghe, Willem Van Besien, Stéphanie Willocx

Ney&Partners

Grundstücksfläche: 2625 m²

Bebaute Fläche: 4360 m²

Nutzfläche:

4630 m² (innen) + 3050 m² (außen)

Planungsbeginn: 2015

Bauzeit: 09/2017 - 02/2020

Baukosten:

ca. 10 Mio. € exkl. MwSt.

www.xdga.be

„In order to counter the lack of space,

deal with the inside-outside complexity

of programs and allow for the public path

to pass, the maximum building envelope

is divided in two halves: one compact

building housing all interior functions,

and an outside space in which the playgrounds

are stacked.“

Xaveer De Geyter

© Jesus Granada


architektur FACHMAGAZIN

40

Intelligente Fassade

Zwischen Bregenz, Bodensee und Pfänder gelegen befindet sich das

neue Strandbad Lochau aus der Feder von Innauer Matt Architekten.

Unter einem weit ausladenden Dach aus Holz und gerahmt von einer

großzügigen Mauer aus hellem Beton befinden sich die notwendigen

Infrastrukturgebäude, gekleidet in ein verspieltes Ensemble aus verschiedenen

Holzstrukturen. Entstanden ist ein Bauwerk mehr Mittler

als Abgrenzung zwischen Landschaft und See.


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41

Innauer Matt Architekten

Zwischen See

und Landschaft

Strandbad / Lochau, Vorarlberg / Innauer Matt Architekten

Text: Linda Pezzei Fotos: Adolf Bereuter

Das kleine Städtchen Lochau befindet sich im österreichischen

Bundesland Vorarlberg, herrlich gelegen

zwischen dem 1064 Meter hohen Pfänder und dem

östlichen Bodensee, der sogenannten Bregenzer

Bucht. Neben dem 2018 durch die Architekten Manfred

Koller und Helmut Kuess fertiggestellten Gemeindehaus

kann die Gemeinde seit vergangenem

Jahr ein weiteres architektonisches Schmuckstück

vorweisen: ein von Innauer Matt Architekten entworfenes

Strandbad. Dieses bietet nicht nur einen

wunderbaren Blick auf den Bodensee und Bregenz,

es fügt sich in seiner Ausgestaltung selbst trefflich in

die bestehende Naturlandschaft ein.

Bei der ersten Begehung fanden die Architekten ihr

Baufeld im räumlichen Kontext eines bestehenden

Wassersteges und der neuen Mündung des Kugelbeerbaches

vor. Schnell war klar: zwischen See und

Landschaft sollte ein flacher, eingeschossiger Baukörper

entstehen, der sich harmonisch in die Umgebung

einfügt. Ein vorhandener Radweg wird von

den neuen Begrenzungsmauern in hellem Beton

eingefangen, zum Strandbad geleitet und mündet

schließlich in einem übersichtlichen und sicheren

Abstellplatz für die Zweiräder. Die Mauern strukturieren

aber gleichzeitig auch den Außenraum, gliedern

Ruhe- und Aktivitätsbereiche an das Gebäude

an und bilden einen großzügigen Freibereich für die

Badegäste aus.

u


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42

Intelligente Fassade

Ein weit auskragendes Dach schafft nicht nur einen

geschützten Vorplatz, die Besucher werden durch

die Geste auch intuitiv zum Eingang geleitet. Gleichzeitig

sorgt das in hellem Holz gehaltene Dach für

einen weichen, kaum merklichen Übergang zwischen

Gebäude und Seelandschaft und fasst die verschiedenen

Infrastrukturgebäude unter sich zusammen.

Einen Raumverbund bilden dabei der Eingangsbereich

und der Kiosk, welche sich sowohl zum Radweg

als auch zum See hin orientieren und öffnen.

Die großzügige Terrasse des Kiosks ist durch einen

leichten Höhenunterschied mit Mauereinfriedung

vom Seeufer niederschwellig getrennt und dennoch

sowohl für Badegäste als auch Besucher barrierefrei

zugänglich. Gegenüber dem Eingang befindet sich

die auf kurzem Wege zu erreichende Umkleide sowie

daran angegliedert Nass- und Spind-Bereiche.

Konstruktiv orientierten sich die Planer an der jahreszeitlich

bedingten, saisonal geprägten Nutzung des

Gebäudes. Eine Balkenlage trägt das große flache

Dach, das aus einer Holzplatte besteht. Dieses wiederum

wird getragen von einem zentralen Rückgrat

aus kräftigen Brettsperrholzplatten, die in Form von

kleinen Wandscheiben und einem breiten Unterzug

ausgeführt wurden. Zarte Außenstützen vervollständigen

die Tragstruktur schließlich, indem sie jeweils

einen ebenso schlanken Unterzug tragen. Die räumliche

Stabilität und Aussteifung basiert auf der Dachscheibe

in Verbindung mit kleinen Querwandscheiben,

welche dank der rückwärtigen Stahlbetonwand

noch um eine längsaussteifende Wirkung ergänzt

wird. Das punktuell auf die Dachplatte aufgesetzte

leichte Stahlgerippe ist mit einem verzinkten Stahlgewebe

versehen und rundet den Anblick des Bauwerks

nicht nur optisch ab, es kaschiert auch ganz nebenbei

charmant die technischen Aufbauten und dient

gleichzeitig als Display für das Signage des Seebads.

Das helle Grau der Betonelemente harmoniert ausgezeichnet

mit den in unterschiedlicher Form strukturierten

warmen Holztönen von Wänden, Tragelementen

und Dach. Dazu kommen als natürliche

Farbelemente das satte Grün der sommerlichen

Uferpromenade und das in der Sonne glitzernde Blau

der Wasserfläche. Auf diese Weise wirkt das langgestreckte

Gebäude so natürlich, so selbstverständlich

in die Natur integriert, als wäre es schon immer da

gewesen. Dabei zu keinem Zeitpunkt störend, laut

oder aufdringlich, vielmehr als stiller Betrachter des

bunten Treibens auf dem weiten See.

Der angenehme Charakter des neuen Gebäudes

wird maßgeblich durch die feingliedrige Architektursprache

geprägt und den unmittelbaren Ausdruck

von Konstruktion und Materialität. Die betonierten

Wandscheiben vermitteln bodenständige Stabilität,

eine Möglichkeit der Orientierung sowie eine gewisse

Wegeführung, aber auch Sichtschutz und einen

Ort zum Anlehnen. Der einfach strukturierte Holzbau

fügt sich als harmonischer Kontrastpunkt spielerisch

in diese Betonstruktur ein. Das leichte Stab- und

Flächentragwerk weckt dabei Assoziationen an eine

sommerliche Gartenlaube. Gerade der experimentelle

Umgang mit den verschiedenen Holzelementen –

mal durchlässig, mal geschlossen und sich dabei in

der Geometrie stets wandelnd – lässt ein tiefes Gefühl

sommerlicher Entspanntheit aufkommen.


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Innauer Matt Architekten

Der besondere Reiz und der sympathische Ausdruck

des Strandbads von Innauer Matt Architekten gründet

zum einen in der charmanten Schlichtheit des

Gebäudes: Sowohl die Tragstruktur als auch die Materialitäten

sind an jedem Punkt klar ablesbar, was

zur Folge hat, dass der Betrachter das Bauwerk und

die Idee dahinter ganz unwillkürlich erkennt und versteht.

Zum anderen werten gerade die bescheidene

Zurückhaltung von Gestalt und Oberflächen das

Strandbad enorm auf. Die Kubatur – zugleich plastisch

greifbar wie auch optisch durchlässig – wird

durch die umgebende Naturlandschaft emporgehoben,

ohne ihr dabei die Show stehlen zu wollen. Was

bleibt: ein Strandbad zwischen See und Landschaft,

ein Bauwerk, das das Auge erfreut und dennoch einfach

nur seinem Zweck dienen möchte.


Strandbad Lochau

Lochau, Vorarlberg

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Gemeinde Lochau

Innauer Matt Architekten

DI Simon Moosbrugger (PL Architektur), Flatz&Jäger (ÖBA)

Merz Kley Partner

Grundstücksfläche: 760 m 2

Bebaute Fläche: 527 m 2

Bruttogeschossfläche: 477 m 2

Bauzeit:

10 Monate

Fertigstellung: 05/2020

www.innauer-matt.com

“Die einfache und doch stimmungsvolle

Fassadengestaltung greift Motive sommerlicher

Pavillons auf und verleiht dem

Gebäude einen leichten Ausdruck und

sommerlichen Charme.”

Sven Matt


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44

Intelligente Fassade

Im Streiflicht

Flash Battery Headquarter / Sant’Ilario d’Enza, Italien / Studio Bocchi

Text: Linda Pezzei Fotos: Atelier XYZ


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45

Studio Bocchi

Studio Bocchi zeichnen

für das neue Headquarter

von Flash Battery – einem

aufstrebenden Start Up im

Bereich der Lithiumbatterieproduktion

– verantwortlich.

In der norditalienischen

Provinz Reggio

Emilia ist so neben einer

neuen Produktionsfläche

für die 60 Mitarbeiter ein

offen gestalteter Bürotrakt

entstanden, der sich

an ein verglastes Atrium

schmiegt und von einer

vertikal vorgehängten Metallstruktur

gefasst wird.

Erst 2012 in der der Provinz Reggio Emilia gegründet,

produziert Flash Battery heute die meistverkaufte

Lithiumbatterie in ganz Italien. Das neue Headquarter

im norditalienischen Sant’Ilario d’Enza wurde von den

in Parma ansässigen Architekten des Studio Bocchi

entworfen und im Juli 2020 fertiggestellt. Die Vorgabe:

Eine neue Verwaltungs- und Produktionszentrale

für das aufstrebende Start Up zu entwickeln, welche

die Identität der jungen Gründer widerspiegelt und

den Anforderungen der Produktion gerecht wird.

Bei der Bewältigung der Aufgabe kam den Architekten

mit Sicherheit ihre mehr als 40-jährige Erfahrung

zugute. „Wir achten generell nicht nur auf Fragen der

Funktionalität, die Kosten und das Zeitmanagement,

die für die Gestaltung dieser Art von Gebäuden unerlässlich

sind, sondern versuchen auch, architektonische

und ästhetische Ansprüche zu kombinieren”,

legen die Architekten ihre Herangehensweise dar.

„Auf diese Art lässt sich das Gebäude nicht nur von

den Nutzern mit Freude annehmen, es trägt auch zum

Gesamtbild des Unternehmens bei. Da diese Eingriffe

in der Regel von großer Bedeutung sind, achten wir

gleichzeitig genau darauf, wie sich das Gebäude in die

Landschaft oder in die städtische Umgebung einfügt,

und befürworten die Integration von Grün flächen und

nachhaltige Lösungen. Headquarters und Fabriken

sind nicht nur funktionale Container, sondern auch

Gebäude, die zur Ausgestaltung qualitativ anspruchsvoller

Szenarien beitragen können.”

u


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46

Intelligente Fassade

Der daraus resultierende pragmatische Ansatz der

Planer: Ein strukturell einfach gehaltener Entwurf,

der ein Maximum an Flexibilität ermöglicht und die

entstehenden Kosten dabei gleichzeitig minimiert.

Besondere Eckpunkte waren außerdem eine gewisse

Effizienz in der Ausführung und eine optimierte

Baugeschwindigkeit – ohne dabei die ästhetischen

Ansprüche aus den Augen zu verlieren. Gleichzeitig

ging es darum, für die 60 Mitarbeiter ein angenehmes

und funktionales Arbeitsumfeld zu schaffen.

Strukturell ergab sich daraus eine Neuinterpretation

des traditionellen Bürogebäudes hin zu einem

integra tiven System, in dem die Verwaltung als Smart

Office konfiguriert und die Produktion als ergänzende

Erweiterung angedockt wurde.

In der Umsetzung ordneten die Architekten die

Büroflächen rund um ein Atrium in Form einer verglasten

“Aushöhlung” des dreistöckigen Verwaltungstrakts

an. Erdgeschossig empfängt ein heller,

begrünter Innenhof Besucher und Mitarbeiter. Über

ein vertikal orientiertes Erschließungssystem, bestehend

aus Treppen und aufgehängten Erschließungswegen,

wird das Gefühl von Höhe und Leichtigkeit

noch verstärkt. Die Flächen öffnen sich in den oberen

Geschossen über offene Balkone zum Innenhof hin

und ermöglichen den Mitarbeitern auf kurzem Wege

frische Luft zu schnappen oder allfällige Dinge in

entspannter Atmosphäre zu besprechen.


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47

Studio Bocchi

Durch die umlaufende Vollverglasung des Erdgeschosses

wirken die beiden anderen Stockwerke des

Bürotrakts optisch vom Boden losgelöst. Verstärkt

wird dieser Effekt noch durch eine vor der Glasfassade

vorgelagerte Metallstruktur aus vertikalen Elementen.

In Breite und Abstand unregelmäßig angeordnet,

definieren diese auf raffinierte Art ein neues

Volumen, welches das Auge des Betrachters einfängt.

Das so entstehende musterhafte Bild wirkt beinahe

entmaterialisierend und lässt die Gebäudegrenzen

zur umgebenden Landschaft hin verschwimmen.

Die Büroetagen an sich sind als Open Space konzipiert,

welcher Arbeitsplätze, Gemeinschaftsbereiche

sowie Ruhe- und Besprechungszonen umfasst.

Think Tanks, Phone Booths, Meeting Spaces und

eine Lounge-Zone verfolgen in ihrer Kombination

und Logik das Ziel, eine dynamische und gleichzeitig

kollaborative Arbeitsumgebung zu schaffen. Die

Büroflächen sind generell in gedeckten Farben und

schlichten Weißtönen gehalten. Das stiftet ein ruhiges

und konzentriertes Arbeitsklima, aufgelockert

durch eine Vielzahl an grünen Palmengewächsen,

die den thematischen Bogen zur analog gehaltenen

Begrünung der Außenflächen spannt. Die offene

Raumstruktur wurde durch strategisch positionierte

Möbel geschickt zoniert, ohne dabei den Blick zu stören,

selbst die akustisch abgetrennten freistehenden

Besprechungsräume wurden im Sinne der maximalen

Transparenz in Glas ausgeführt. Einzige Farbtupfer

und wohltuende Auflockerung sind die akustisch aktivierten

Flächen und Möbel, die über die ganze Fläche

verteilt zu finden sind.

u

Die offen gestalteten Büroflächen

sind dank des verglasten Atriums

trotz ihrer Orientierung nach innen

hell und lichtdurchflutet.


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48

Intelligente Fassade

In Glas gefasste Think Tanks und mobile Raumtrennelemente

bieten private Rückzugs- und

Besprechungsmöglichkeiten ohne dabei den

offenen Raumeindruck zu schwächen.

Auffallend ist, dass sich die Flächen ganz auf das

Innere konzentrieren. Die umlaufende Glasfassade

ermöglicht zwar hier und da Ausblicke, diese verschwimmen

allerdings durch die vorgelagerte Metallstruktur

zu einem diffusen Flimmern, wodurch

der Fokus wieder nach innen gelenkt wird. Dank des

verglasten Atriums – das auch als Linse in Richtung

Außenwelt fungiert – fallen die Arbeitsbereiche dennoch

überraschend hell und lichtdurchflutet aus. Man

darf den Bürotrakt als sich zaghaft öffnende Fortführung

des Produktionstraktes begreifen, der für sich

wiederum völlig von der Umgebung abgeschottet

komplett auf den Nutzen der Herstellung der Lithiumbatterien

im Inneren zentriert ist. Lediglich eine

Abfolge vertikal angeordneter, schmaler Fenster sowie

das Sheddach holen Licht ins Innere und lassen

die Existenz einer Außenwelt erahnen.

Ein spannender Effekt des Konzepts von Studio Bocchi

ist die Tatsache, dass dank der vor den Bürotrakt

vorgehängten vertikalen Metallstruktur dieses Volumen

zum einen aufgelöst wird, das dahinterliegende

– de facto viel größere – Volumen des Produktionstraktes

dadurch aber nicht einmal ansatzweise in

den Fokus des Betrachters rückt. Trotz seiner Masse

wirkt das Headquarter von Flash Battery auf diese

Weise bescheiden und zurückhaltend. Der Schwerpunkt

liegt vielmehr auf der umgebenden Naturlandschaft

sowie den zart gestalteten Außenanlagen, deren

Begrünung im Laufe der Jahre noch mehr dazu

führen wird, dass das eigentliche Gebäude in der

Umgebung “verschwindet”. Fast so, als würde man

dieses Bauwerk nur mehr in ein zwielichtiges Streiflicht

getaucht wahrnehmen, an der Grenze zwischen

Dämmerung und Nacht, ein entmaterialisierter Körper,

der von innen heraus schwach leuchtet. •


N

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Studio Bocchi

PRIM O PIAN O

OG 1

PRIM O PIAN O

PRIM O PIAN O

SECONDO PIANO

SECONDO PIANO

OG 2

SECONDO PIANO

Detail Fassade

EG

Flash Battery Headquarters

Sant’Ilario d’Enza, Reggio Emilia, Italien

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Flash Battery

Studio Bocchi

Francesco Bocchi, Carlo Bocchi, Dario Bocchi, Andrea Baldi

Grundstücksfläche: 19.000 m 2

Bebaute Fläche: 5.500 m 2

Planungsbeginn: 09/2018

Bauzeit: 06/2019 - 07/2020

Fertigstellung: 07/2020

Baukosten: 5 MIO €

www.studiobocchi.net

“Unser Studio beschäftigt sich häufig mit der

Gestaltung von Arbeits- und Produktionsplätzen.

Ziel in diesen Fällen ist es, Räume zu

schaffen, die nicht nur funktional sind, sondern

auch das Wohlbefinden der Menschen

verbessern, die dort arbeiten - sowohl in den

Büros als auch in den Fabriken.”

Studio Bocchi

Carlo Bocchi, Francesco Bocchi, Dario Bocchi


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50

Intelligente Fassade

Fabrik im

Pflanzenkleid

Jakob Factory / Ho-Chi-Minh-Stadt /

G8A Architecture & Urban Planning + rollimarchini architekten

Text: Edina Obermoser Fotos: Hiroyuki Oki, Severin Jakob


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G8A Architects + rollimarchini architekten

Bei dem Entwurf der

Jakob Factory Saigon

ging das Büro G8A

Architecture & Urban

Planning gemeinsam mit

rollimarchini architekten

in Sachen industrieller

Tropenarchitektur neue

Wege. Anstatt sich an

den Fabrikbauten der

Umgebung zu orientieren,

verpackte das Schweizer

Duo Produktion, Administration

und Lager in

einem grünen, luftigen

Gebäude und kreierte

damit eine angenehme

Arbeitsatmosphäre.

Hermetisch, monoton und im Inneren durchgängig

auf 16 Grad gekühlt – so sehen die typischen Industriebauten

im vietnamesischen Ho-Chi-Minh-Stadt

aus. Bedingt durch das schnelle Wachstum und wenig

Einschränkungen orientieren sich die Projekte

meist an Gewinnmarge und Wirtschaftlichkeit, ohne

dabei die Umweltauswirkungen oder die Qualität

des Arbeitsumfelds zu berücksichtigen. Die Jakob

AG, ein Drahtseilhersteller aus Trubschachen in der

Schweiz, folgte bei der Umsetzung ihres ersten Produktionsgebäudes

in Vietnam der konventionellen

Bauweise und war von dem Ergebnis wenig begeistert.

Für den neuesten Fabrikstandort wünschten sie

sich deshalb etwas völlig anderes. Den beiden Architekturbüros

gelang es, die ökologischen, sozialen

und nachhaltigen Vorstellungen des Auftraggebers

in ein modernes, passives Design mit intelligenter

Fassade zu verwandeln und damit einen grünen Bau

zu entwickeln, in dem die Mitarbeiter gerne arbeiten.

u


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52

Intelligente Fassade

Der jüngste Firmenbau des internationalen Betriebs

fügt sich im Norden der Stadt auf einem 30.000 m 2

großen Grundstück in einen Industriepark ein. Anstatt

in die Horizontale zu bauen, konzentrierten sich

die Planer auf die vertikale Ausdehnung. Das Ergebnis

ist ein blockrandartiges Ensemble mit einem Innenhof.

Während die Gestaltung durchwegs von Geradlinigkeit

und Geometrie geprägt ist, scheinen die

Innenseiten zweier Trakte aus der Reihe zu tanzen:

Sie schmiegen sich in sanften Wellen an das quadratische

Geviert und erzeugen eine fast verspielte

Leichtigkeit. Der Hof führt die organische Formgebung

der beiden Komplexe fort und lädt mit speziell

angelegten Rasenflächen und einem Netz aus Kieswegen

zu einer Arbeitspause im Grünen ein.

Die einzelnen Funktionen im Inneren des Gebäudes

sind auf mehrere Geschosse verteilt übereinandergestapelt.

Neben den Produktionsflächen im westlichen

und Verwaltung sowie Kantine im südlichen Trakt,

befindet sich nach Osten ausgerichtet eine Art Parkhaus

und in nördlicher Richtung das Lager. Modulare

Trennwände sorgen für eine flexible Grundrissgestaltung

und tragen zu einem komfortablen Raumklima

bei. Statische Elemente wie Decken und Stützen sind

als Stahlbetonskelett umgesetzt. Der Beton bleibt

in sämtlichen Bereichen der Jakob Factory offen

sichtbar und prägt das Innenraumdesign. Imposante

Sichtbetonportale setzen außerdem den Zugang

zum Foyer und die Mitarbeiterkantine in Szene.


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G8A Architects + rollimarchini architekten

Die smarte, poröse Fassade hat zwei unterschiedliche

Ausprägungen: Grüne, durchgängig bewachsene

Ansichten an den geschwungenen Gebäudeseiten

und „lebendige Wände“, die wie horizontal geschichtete,

große Blumenbeete wirken, entlang der linearen

Außenwände der Fertigungshallen und der administrativen

Flächen. Alle Ansichten setzten die Architekten

mit den hauseigenen Produkten der Jakob AG

um. So kann man bereits von außen erkennen, was

im Inneren produziert wird. Als Grundgerüst dient

jeweils ein zweischichtiges Seilnetz, das vom Boden

bis zum Dach gespannt ist. Die Stahlseile werden zur

Unterkonstruktion für den grünen Vorhang des Fabrikensembles.

Im Bereich der organisch geformten

Ansichten des Parkhauses fungiert die Gitterstruktur

als Rankhilfe für Kletterpflanzen. Diese wachsen auf

130 Metern Länge über die gesamte Fläche empor.

An den übrigen Gebäudeseiten besteht die luftige

Hülle aus 1-Meter-tiefen Geotextil-Pflanztrögen. Die

umlaufenden Ebenen sind jeweils mit Stahlrahmen

verstärkt. Auf ihnen wächst ein Vegetationsmix, bestehend

aus 14 verschiedenen, tropischen Arten. Acht

davon bilden die sogenannte Basisbepflanzung. Sie

kommen aufgrund ihrer universalen Eigenschaften

an allen Gebäudeseiten zum Einsatz. Abhängig von

der Ausrichtung komplettieren je zwei bis drei weitere

Pflanzen die vegetative Schicht der einzelnen

Ansichten. Ihre Anordnung optimierten die Architekten

über Versuche im Zuge des Planungsprozesses

hinsichtlich Sonnen-, Wind- und Regenexposition. Ein

automatisches Drainagesystem mit Feuchtigkeitssensoren

steuert sowohl die Bewässerung als auch

die Düngung. Außerdem kümmern sich zwei Gärtner

um den einwandfreien Zustand der Bepflanzung. u

Nach außen tritt die Fabrik

linear in Erscheinung.

Im Innenhof dagegen

sorgen organische Formen

für Auflockerung.

Die Dachflächen legen

sich an zwei Seiten sanft

geschwungen an die

Grünflächen.


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54

Intelligente Fassade

Die luftige Hülle sorgt nicht nur für einen optischen

Farbakzent im grauen Industriegebiet, sondern trägt

auch zu einem optimalen Raumklima bei. Besonders

in den oberen Stockwerken unterstützt sie die natürliche

Luftzirkulation und wirkt wie eine Filterschicht,

die vor den sengenden Sonnenstrahlen, tropischen

Regengüssen und Staubpartikeln schützt. Durch

Verdunstung senken die Beete die Temperatur auf

natürliche Weise. Zwischen den Pflanzregalen und

der Nutzfläche im Inneren verlaufen jeweils zwei

Meter breite Laubengänge, die optimale Luftströme

garantieren und für die richtige Funktion der intelligenten

Hülle wichtig sind. Mittels raumhoher Schiebeelemente

an der Innenseite der dreidimensionalen

Raumfassade kann der Bau bei Bedarf geschlossen

werden. Eine Klimaanlage wird dank der üppigen

Vegetation lediglich in den zentralen Stunden der

heißesten Tage – und auch dann nur an gewissen

Stellen im Gebäude – benötigt. Auf der zweiten und

dritten Etage kann sogar gänzlich auf mechanische

Klimatisierung verzichtet werden.

G8A Architecture & Urban Planning und rollimarchini

architekten beweisen mit diesem Projekt in Vietnam

eindrucksvoll, dass Produktionshallen nicht geschlossen

und eintönig sein müssen. Die Jakob Factory

demonstriert, wie man Fassadenflächen effizient zur

natürlichen Belüftung nutzt und durch intelligente

Planung aufwendige Gebäudetechnik überflüssig

macht. Zudem verleiht die üppige Bepflanzung dem

gesamten Produktionscampus eine attraktive Optik

und wird zum Vorbild für Fabrikbauten in tropischen

Regionen. Höchste Zeit, der Industriearchitektur ein

neues, grünes Image zu verpassen.


In den Produktionshallen

gibt es anstatt künstlicher

Beleuchtung und Belüftung

Tageslicht und ein

natürliches Lüftchen. Das

grüne Pflanzenkleid filtert

die Luft und schafft ein

angenehmes Arbeitsklima.


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G8A Architects + rollimarchini architekten

Jakob Factory

Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam

Bauherr:

Planung:

Projektteam:

Statik:

Fassade:

Jakob Saigon

G8A Architecture & Urban Planning

und rollimarchini architekten

G8A: Grégoire Du Pasquier, Manuel Der Hagopian,

Andrea Archanco Astorga

rollimarchini architekten: Michael Rolli, Francesco Marchini Camia,

Fabian Vögeli, Marika Steinerr

NKC Engineering

Jakob Rope Systems

Grundstücksfläche: 30.000 m 2

Bebaute Fläche: 15.000 m 2

Bauzeit:

17 Monate

Fertigstellung: 2020

Kosten:

8 Mio. USD

www.g8a-architects.com

www.rollimarchini.ch

„Grün allein ist nichts. Wichtig ist die Art

und Weise, wie es umgesetzt wird, um

Probleme zu lösen.“

Grégoire Du Pasquier, G8A Architects


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56

Intelligente Fassade

Vom Streben

nach Grün

Ha Long Villa / Quang Ninh, Vietnam / VTN architects

Text: Alexandra Ullmann Fotos: Hiroyuki Oki

Menschen und Natur liegen dem Architekten

Vo Trong Nghia am Herzen. Die Ha Long

Villa in Vietnam konzipiert er als „House for

Trees“, in der Grün, Licht und Luft die zentrale

Rolle spielen.


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57

VTN architects

Im südöstlichen Asien setzt sich der Architekt für

sein Heimatland Vietnam ein. Die dortige Bevölkerung

ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten stark

angewachsen, auf mehr als 96 Millionen Einwohner,

Tendenz steigend. Die Vielzahl der Vietnamesinnen

und Vietnamesen lebt in Städten, aus denen die Natur

verdrängt worden ist. Es gibt nur wenig Bäume

und Pflanzen, man blickt auf Beton und Asphalt.

Kaum ein Quadratmeter an Grün ist vorhanden,

Parks und Erholungsräume gibt es nahezu nicht.

Seit seiner Studienzeit beschäftigt sich Vo Trong

Nghia mit den Themen Luft, Licht und Wasser. Seine

Abschlussarbeit widmete er der natürlichen Art

der Ventilation in Gebäuden und der Nutzung von

Wasser. Die Themen fesseln ihn auch weiterhin ungebrochen

in seiner eigenen Praxis als Architekt. So

entwickelt er Möglichkeiten für Low-Cost-Housing,

die Erdbeben und Stürmen standhalten können und

auch entsprechend dem tropischen Klima Wohnkomfort

bieten. Mit seiner Architektur möchte er reale

Probleme in Angriff nehmen und die Lebensbedingungen

in seinem Land verbessern. Dazu gehört

auch sein Ansatz, Privathäuser ausschließlich als

„House for Trees“ zu bauen. Das Haus funktioniert

dabei als überdimensionaler Pflanztopf für Bäume.

Erstmals 2014 umgesetzt, können sich nun eine Reihe

von Privathäusern diesem Prototyp anschließen.

Der Natur soll so ein Weg zurück in besiedelte Gebiete

bereitet werden. Denn es ist kein Geheimnis: Grün

macht gesund und leistet einen wichtigen Beitrag zur

Lebensqualität.

u


architektur FACHMAGAZIN

58

Intelligente Fassade

Auch die Ha Long Villa im gleichnamigen Küstenort

ist als ein „House for Trees“ gestaltet. Die Pflanztöpfe

für die Bäume sind dabei hinter der massiven Fassade

angebracht. Wie ein vertikaler Wald befindet sich

ein Baum immer versetzt über dem anderen. In die

Sichtbetonfassade sind rechteckige Öffnungen eingelassen,

die auch mal über die Ecke verlaufen. Mal

größer, mal kleiner, lugen an verschiedenen Stellen

aus ihnen auf unterschiedlichen Höhen die Bäume

hervor. Bei genauerem Hinsehen erkennt man eine

zweite vertikale Ebene, die dahinter liegt. Ab dort

beginnt dann der eigentliche Innenraum. Zwischen

den beiden Schichten der Fassade befindet sich ein

etwa zwei Meter tiefer Bereich, der weder eindeutig

dem Inneren noch dem Äußeren zuzuordnen ist. Eher

verbindet er beides miteinander und funktioniert mit

beidem zusammen.

Der Zwischenraum verläuft als Ring um den polygonalen

Grundriss der Villa. Spiralförmig streckt er sich

vom Erdgeschoss über die sechs Geschosse hinweg

bis hinauf zum Dachgarten des Gebäudes empor. Er

ist dabei nicht durchwegs gleich hoch. An einigen

Stellen nimmt er die Höhe von zwei Geschossen ein,

die er auch durch Treppen miteinander verbindet. So

ist es den Hausbewohnerinnen und Hausbewohnern

vorbehalten, einen Spaziergang durch das Haus innerhalb

der Fassade zu machen.

u

Die Fassade funktioniert als Übergangsraum

zwischen Innen und Außen.

Wie eine Spirale schlingt sich dieser um

das Wohnhaus und nimmt zahlreiche

Bäume in sich auf.


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59

VTN architects


architektur FACHMAGAZIN

60

Intelligente Fassade

Großzügige Öffnungen

gibt es nicht nur in der

Außenhülle aus Sichtbeton,

auch der Innenraum

steht in engem Bezug

zum Zwischenraum der

Fassade. Die Öffnungen

überlappen sich dabei

nicht, sondern sind immer

leicht versetzt.

Ebenso wie sich der Zwischenraum an die polygonale

Form des Grundrisses anpasst, so orientiert sich auch

die Aufteilung der Räume im Gebäudeinneren daran.

Der Innenraum wird durch den Fassadenzwischenraum

verschattet. Durch das Freistehen der Villa und

den großzügigen Fensteröffnungen ist es möglich, im

gesamten Gebäude quer zu lüften. So zirkuliert die

Luft angenehm und es kann auf eine Klimaanlage

verzichtet werden. Außerdem wird die Luft durch die

Bäume gereinigt und die Geräusche von der Straße

ferngehalten. Von jeder Stelle des Hauses blickt man

auf das Grün der Pflanzen und Bäume.

Grün als zentrales Element gibt es bei der Ha Long

Villa nicht nur im Garten auf Straßenniveau, der um

das freistehende Haus herumläuft. Es findet vor allem

im Fassadenzwischenraum und auch auf dem

Dach Platz. Die so entstandene Grünfläche ist dabei

größer, als sie beim Freibleiben des Grundstücks

hätte sein können. Obwohl es sich um ein Privathaus

handelt, profitiert doch auch die Nachbarschaft, indem

die nähere Umgebung mitgestaltet wird. Jeder

tut was er kann um sich für ein besseres Lebensumfeld

zu engagieren. Architekt Vo Trong Nghia nutzt

dafür seine Architektur und gestaltet in Aussicht auf

eine grüne Zukunft.


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61

VTN architects

Ebene 6

Ebene 5

Ebene 4

Ebene3

Ebene 2

Ebene 1

Ha Long Villa

Quang Ninh, Vietnam

Bauherr:

Architekt:

Mitarbeiter:

Grundstücksfläche: 514 m²

Bebaute Fläche: 231,5 m²

Nutzfläche: 1190 m²

Fertigstellung: 2020

www.vtnarchitects.net

privat

VTN architects (Vo Trong Nghia Architects)

Nguyen Van Thu

„Green architecture

helps people live harmoniously

with nature

and elevates human

life by embracing powers of the sun, the wind and water

into living space. If the current way of thinking does

not change sooner or later, citizens will actually live in

concrete jungles. For a modern architect the most important

mission is to bring green space back back to the

earth. If people can develop a sense of treasuring nature

their way of urban planning and construction will become

more eco-friendly. Then Ho Chi Minh City and other

cities in Vietnam will become better.“

Vo Trong Nghia, VTN Architects


architektur FACHMAGAZIN

62

Restaurant- & Bararchitektur


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63

Restaurant- & Bararchitektur

Abholen erleben

Wer hätte vor Jahren gedacht, dass Take-Away einmal derart verbreitet und

sogar die einzige Möglichkeit sein wird, Essen vom Restaurant zu konsumieren?

Pablo Muñoz Payá Arquitectos gestalteten in der spanischen Stadt Alicante das

Lokal Nakano, in dem Speisen und Getränke nur abgeholt und mitgenommen

werden können.

Fotos: David Zarzoso

Tische, Sessel oder gar Stehplätze gibt es im Nakano

nicht. Das Lokal ist als Take-Away-Restaurant konzipiert.

Der einzige Einrichtungsgegenstand, den es in

jedem Restaurant gibt, ist eine Art von Tresen. Dieser

findet sich auch hier als Abholstation wieder. Er

ist theatralisch beleuchtet, die Gäste werden zu ihm

hingeführt. Der tunnelartige Raum mit einer Länge

von etwa elf Metern unterstützt diese Wirkung. Hier

bekommt man seine Bestellungen ausgehändigt, um

im Anschluss gleich wieder gehen zu können. Dementsprechend

ist der Raum sehr nüchtern gestaltet.

Es gibt keine Dekoration oder Details, die Gemütlichkeit

hervorrufen. Der Abholraum ist längs zweigeteilt.

Der markante Teil ist der, an dessen Seite der Tresen

platziert ist. Kupferbraune Mosaikfliesen bedecken

hier die Wand und einen Teil des Bodens. Die untere

Kante dazwischen ist abgerundet, woran sich die

Abholstation anzuschmiegen scheint. Die frontale

Fläche des Tresens ist hinterleuchtet und nimmt dadurch

einen schrillen Orangeton an, der gut mit der

Farbe der Fliesen kombinierbar ist.

Sechs Buchstaben an der Wand dahinter geben markant

beleuchtet zu erkennen, wie das Lokal heißt, in

dem man sich befindet. Dieselbe Figur findet sich

auch an der Außenwand zur Straße hin wieder. Von

draußen bekommen die Gäste schon einen guten

Eindruck vermittelt, was sie im Inneren erwartet.

Die gesamte Raumfigur zieht sich bis zur Straße hin.

Nur eine rahmenlose Glasfläche mit integrierter Tür

schafft eine nur minimal sichtbare Trennung. Etwa ein

Drittel der gesamten Fläche des Restaurants wird von

diesem Take-Away-Raum eingenommen. Der hintere

Bereich des Lokals bleibt den Gästen verborgen.

Dort befinden sich die Küche und das Lager, sowie

das Büro und der Raum für die Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter. Veränderte Umstände erfordern entsprechende

Gestaltung. Das Nakano wirkt sehr reduziert

und wenig einladend. Dennoch vermittelt es den Gästen

über die kurze Zeit, die sie hier verbringen, eine

Raumerfahrung, die ihnen länger in Erinnerung bleibt.


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Restaurant- & Bararchitektur

Auf Traditionen berufen

Das spanische Designstudio Masquespacio gestaltete das Restaurant und

den Barbereich von „La Sastrería“ in Valencia mit sehr differenzierten

Erscheinungsbildern. Beide beziehen sich dabei auf örtliche Besonderheiten

und interpretieren diese auf unterschiedliche Art und Weise neu.

Fotos: Masquespacio

Das Lokal umfasst zwei Gasträume. Vom Eingang

aus erreicht man den ersten Raum, der als Bar funktioniert.

Keramikfliesen in Weiß und unterschiedliche

Blau- und Grüntöne verzieren Wände, Tischoberflächen

und den Bartresen. Derartige karierte Muster

finden sich normalerweise an den Fassaden der Gebäude

in der spanischen Küstenstadt Valencia wieder.

Das Material und seine Aufmachung sind hier in

den Innenraum übertragen. Gemeinsam mit der Beleuchtung

am Mitteltisch, die Straßenlaternen zitiert,

und dem grauen, geschliffenen Estrich, der sein Vorbild

im nackten Asphalt des Straßenbodens hat, soll

so das Ambiente eines Straßenraumes entstehen.

Die Innenwände greifen die Gliederung von Straßenfassaden

mit Fenstern und ihren Rahmungen, sowie

den Dekoren auf. Zwei Fensteröffnungen wurden an

einer der Innenwände samt hölzernem Sonnenschutz

real nachgebildet.


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65

Restaurant- & Bararchitektur

Von entscheidender Bedeutung für die Innenraumgestaltung

des Barbereiches sind auch die Stühle.

Sie wirken sehr leicht und transportabel, so als

könnte man sie zusammenklappen und überall hin

mitnehmen. Auch sind nicht alle identisch, sondern

unterscheiden sich durch ihre Farbe und Ausführung

voneinander. Das ist Teil des Konzepts, denn bei der

gesamten Gestaltung des Barbereiches geht es darum,

eine alteingesessene Tradition der Stadt Valencia

zu interpretieren. Bei Einheimischen ist es sehr

beliebt, sich von Zuhause einen Sessel zu schnappen

und mit diesem auf die Straße zu gehen. Dort

setzt man sich dann am Gehsteig mit Freunden und

Bekannten zusammen. Am besten eignet sich dazu

natürlich ein Klappstuhl, auf dessen Charakter die

Bestuhlung der Bar hinweist. Aber auch jeder andere

Sessel wird genutzt. Hauptsache man kommt zusammen

und verbringt eine gute Zeit miteinander. Dafür

soll auch in der Bar von La Sastrería eine entsprechende

Atmosphäre vorherrschen.

Über eine Verbindungstür gelangt man in den zweiten

Gastbereich, das Restaurant, das ein völlig ruhiges

Bild vermittelt und dabei ganz dem Meer gewidmet

ist. Das hat nicht nur mit dem direkt am Meer

liegenden Bezirk zu tun, in dem sich das Lokal befindet.

Vielmehr sind Meeresfrüchte die Spezialität

des Küchenchefs und werden hier im Restaurant

serviert. Drauf verweist die gesamte Gestaltung des

Restaurantbereichs. Handgefertigte Keramikfliesen

sind auch hier vorhanden, am Boden in blauer und

cremeweißer Farbe. Die wellenförmig verlaufende

Grenze zwischen beiden Farbbereichen soll an das

Wasser und den Sand der Strände erinnern. Wie kleine

Fischerboote aus Holz scheinen die speziell für

diesen Raum entworfenen Sessel sich im Wasser und

am Strand zu befinden. Die textile Verkleidung der

Wände, die sich auf und ab zu bewegen scheint, ahmt

die Bewegung des Meerwassers nach. Darauf abgestimmt

hängen die Lampen mit ihren blauen Perlen

von der Decke herab. Zur Küche hin werden sie dichter,

immer mehr Perlen treffen aufeinander, wodurch

eine zusätzliche Dynamik entsteht.

Die Gestaltung der Küche und des angrenzenden

Lagers orientiert sich dabei an einem Fischmarkt

und soll so auch an die reiche Fischertradition des

Ortes erinnern.


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66

Restaurant- & Bararchitektur

Gesellig wie Kaninchen

Als kontaktfreudige Lebewesen sind Kaninchen der Namensgeber für das Restaurant

und Cafe Rabbit Habit. Das YOD Design Lab gestaltet in der ukrainischen

Hauptstadt Kiew ein Gastro-Lokal voll Behaglichkeit und Harmonie mit Restaurant,

Cafe und Bar.

Fotos: Andrej Bezuglov

Schon von der Straße aus zieht das Rabbit Habit

die Aufmerksamkeit auf sich. Mit den auffallenden

Kaninchenohren und der grünen Farbgebung macht

es sich bemerkbar. Das Lokal nimmt auch seinen

Vorbereich am breiten Gehsteig ein und nutzt diesen

als Sitzbereich an der frischen Luft, wo man in

den charakteristischen Rabbit Chairs des Mailänder

Designers Stefano Giovannoni sitzt. Die Welt verspielter

Details und reizvoller Materialien eröffnet

sich schon beim Annähern zum Lokal und setzt

sich auch in dessen Innenbereich fort. Der gläserne

Windfang markiert den Eingang, durch ihn führen

einige Stufen hinab, in den ersten der beiden

Gasträume. Markantes Gestaltungselement dieses

Eingangsraumes sind die massiven, wiederverwendeten

Holzelemente aus einem anderen Gebäude,

denen hier ein neues Leben eingehaucht wurde.


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67

Restaurant- & Bararchitektur

Im Windfang als Übergangszone zwischen Innen

und Außen trifft man auch auf den Buntsteinputz,

der in den beiden Gasträumen und im Sanitärbereich

ein wichtiges Gestaltungselement ist. Üblicherweise

wird der Putz mit seinen feinen Steinchen

im Sockelbereich von Fassaden verwendet. Hier

bringt er neben dem Holz mit seiner feinen Struktur

und Farbabstufungen ein weiteres sehr haptisches

Material in den Innenraum ein. Beide Gästeräume

wurden mit den selben Materialien gestaltet, besitzen

aber dennoch unterschiedliche Wirkung. Der

dem Eingang zugewandte Raum ist sehr offen gehalten.

Große Fensteröffnungen bringen viel Tageslicht

nach Innen. Entlang der Fensterreihe schließt

ein Bereich mit Esstischen an. Die Gäste sitzen hier

Rücken an Rücken. Eine einzelne Stufe setzt diesen

Bereich vom restlichen Raum ab. Auch entlang einer

der Seitenwände ist ein Tisch platziert. Das zentrale

Element des Raumes ist die hölzerne Bar. Wie im

Außenbereich des Lokals findet man hier auch die

Kaninchenfiguren und das Grün wieder.

Im Unterschied zur lauschigen Atmosphäre in diesem

Gastraum, besitzt der zweite im hinteren Bereich des

Lokals ein viel intimeres Wesen. Die Schwelle zum

Raum bilden zwei hinabführende Stufen, die zentrale

Position nimmt eine zweite Bar ein. Das Holz umhüllt

in diesem Raum alle Wände und befreit ihn von jeglichen

Kanten. Runde Elemente stehen hier im Vordergrund

und unterstützen die vertraute Atmosphäre.

Das Zusammenspiel aus vielen kleinen Details, das

das YOD Design Lab geschaffen hat, macht den

Charme von Rabbit Habit aus. Die ausgewählten

Materialien schaffen in Kombination mit der verspielten

Dekoration Leichtigkeit und Unbeschwertheit,

oder besser: Frühlingsgefühle können hier das

ganze Jahr über entstehen.


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68

Licht


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Licht

Musikalische

Beleuchtung

BWM Architekten haben für das Besucherzentrum in der Wiener Staatsoper ein offenes

Konzept für eine zukunftsfähige, vielseitige Bespielung entwickelt. Zentrales

Element darin bildet ein durch die zentrale Achse laufender Tisch mit knapp 20 Metern

Länge, der untertags dem Kartenverkauf, der Information sowie als Shop dient.

Text: Alexander Magyar Fotos: DBCP

Abends verwandelt sich dieses Element in eine Bar

beziehungsweise in einen community table. Für diese

wandelbare Nutzung hat Lichtdesigner Christian

Ploderer gemeinsam mit den Architekten ein Beleuchtungs-

und Leuchtenkonzept entwickelt, das

ein veränderbares Lichtambiente für die verschiedenen

Nutzungen in der Oper ermöglicht und dem Stil

des Traditionshauses entspricht.

Moderate Moderne

Die beim Wiederaufbau der Oper in den Jahren 1946

bis 1955 von Architekt Erich Boltenstern verwendeten

Elemente dienten als Inspirationsquelle für die

Gestaltung der Leuchten. Als thematische und gestalterische

Anknüpfung an die „Moderate Moderne“

von Boltenstern und an die Materialien der 50er Jahre

fanden dafür edles, mattes Messing, dunkles Holz und

die stilistisch dazu passenden Leitungen Verwendung.

Kernstück des Leuchten-Konzepts bildet der „Boltenstern-Luster“:

Ein geschwungenes, 20 Meter

langes Lusterband in Form eines Messingprofils,

das die Säulenhalle durchdringt und 270 mattierte

LED-Lichtrohre 11W/ 24V-DC trägt, die an Magnetfassungen

unregelmäßig gruppiert sind.

Diese Lichtstruktur liefert flimmerfreies weißes,

neutrales und brillantes Licht am Tag (5000°K /

306lm) und in den Abendstunden ein gedimmtes

Warmtonlicht (2200°K / 219lm). In dem gebogenen

Trägerrohr des Lusters sind alle Betriebsgeräte und

– fast unsichtbar – Tiefstrahler mit einem Durchmesser

von nur 32 mm integriert, die das Kassapult

perfekt ausleuchten.

Zum Einsatz kamen bei diesem Projekt auch große

Kegelschirmleuchten, die ebenfalls speziell für

diesen Ort angefertigt wurden. Die Lampenschirme

aus gebürstetem Messing, teilweise gerändelt mit

Holzelementen, sind 3-flammig als Tischleuchten

und 2-flammig als Wandleuchten ausgeführt. Sie beleuchten

aus abgeblendeten Schirmen Tischflächen

und Wandbereiche mit dimmbarem Warmtonlicht

(14,3V-DC/5W/590lm/2700°K).

Montiert sind die Tischleuchten mit der großen Sockelplatte

am Pult mit Rändelschrauben. Die Wandleuchten

hingegen wurden mit Holzscheiben fixiert

und der elektrische Anschluss stilsicher mit Retro-Kabeln

hergestellt. Im Rahmen der Neugestaltung

wurden auch die bestehenden Original-Luster

aufwendig restauriert.


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Produkt News

Nachhaltige Klimaschutz-Maßnahme

Die Kombination von Photovoltaikanlage mit Gründach ist eine bisher wenig

beachtete Möglichkeit, die Klimaziele zu erreichen und auch das Leben gerade in

den Städten wieder lebenswert zu machen. Speziell in den urbanen Ballungsräumen

treten immer häufiger extrem hohe Temperaturen und auch Starkregenereignisse

auf - Hitzetote und Überflutungen sind die Folgen.

Eine interessante Systemsymbiose für nachhaltige

Städte bietet die von OPTIGRÜN entwickelte Systemlösung

Optigrün-Solar: Dabei handelt es sich um

eine Kombination von Photovoltaik-Aufständerung

und Dachbegrünung, wobei eine auflastgehaltene

Solaraufständerung durch den Gründachaufbau

lage- und windsogsicher fixiert wird. Somit ist keine

Durchdringung des Daches notwendig, was wiederum

Schäden an der Dachhaut vermeidet.

Der Gründachaufbau mit extensiver Begrünung mit

niedrigwachsenden Pflanzen bietet Flora und Fauna

ein zusätzliches Habitat, ohne die Solar-Module

zu verschatten. Dadurch wird gleichzeitig die Biodiversität

gesteigert. Durch die Verdunstung über die

Pflanzen wird die Temperatur rund um die Module etwas

abgekühlt und so die Effizienz der Anlage erhöht.

Darüber hinaus wird die Umgebungstemperatur am

Gebäude durch Verdunstung ebenfalls gesenkt, was

gerade in heißen Sommern angenehm zu spüren ist.

Urbane Hitzeinseln und urbane Überflutungen können

so deutlich reduziert werden.

Optigrün erstellt für die gesamte Anlage einen prüffähigen

statischen Nachweis der Standsicherheit, basierend

auf einem Windgutachten nach Eurocode 1 und 9.

Optigrün

International AG

T +43 1 71728-417

info@optigruen.at

www.optigruen.at


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71

Produkt News

Alles andere

kann man

kübeln.

Perfekter Partner für Gründächer

Gründächer offenbaren ein enormes Potenzial in Sachen Ökologie und Wohnqualität:

Sie speichern Regenwasser, binden Feinstaub und Luftschadstoffe und verhindern

auch an heißen Sommertagen ein Aufheizen des Daches. Die Verdunstung des gespeicherten

Regenwassers sorgt für eine angenehme Kühlung und beeinflusst auch

das Mikroklima in Räumen positiv: Begrünte Dächer wirken auf die darunterliegenden

Räume temperaturausgleichend – die Räume sind im Sommer kühler und bleiben im

Winter wärmer.

Flachdächer gehören zu den stark belasteten Bauteilen im Hochbau und sind sehr anfällig

für Feuchteschäden, was kostspielige Sanierungen nach sich ziehen kann.

Dämmstoffprofi Steinbacher bietet mit der hochwertigen Dämmplatte steinodur®

WDO-E plus die perfekte Lösung für das begrünte sowie genutzte Warmdach. Denn

mit der hohen Dimensionsstabilität und Druckfestigkeit eignet sie sich perfekt für den

Einsatz am genutzten Dach. Und beim Einsatz eines Feuchtemonitoring-Systems, wie

z.B. von Optidry, kann im Schadensfall nicht nur die beschädigte Abdichtungsstelle

mit relativ geringen Kosten lokalisiert werden: Dank ihrer einseitigen Strukturierung

ermöglicht die Dämmplatte im Falle eines Wassereintritts eine rasche, günstige Trocknung

und schützt so optimal vor Feuchtigkeit.

Steinbacher Dämmstoff GmbH

T +43 (0)5352 700-0

office@steinbacher.at

www.steinbacher.at/wdo-e

André Lassnig

Geschäftsführer,

Spezialestriche Walser GmbH, Reutte

Auf der Baustelle ist kein G’riss

um den Riss. Daher gibt’s die

beste bitumenfreie, mineralische

Abdichtungsmasse für sämtliche

Bauteile, die man vor Feuchtigkeit

schützen muss. Im Innen- und

Außenbereich. Klar, dass die

Murexin Bauwerksabdichtung

2K BF optimal zur Rissüberbrückung

taugt und perfekt übersteich- und

überputzbar ist. Und hält!

1) Vegetationsschicht, 2) Filterschicht, 3) Drainageschicht, 4) Schutzschicht, 5) Abdichtung

(wurzelfest), 6) Trennlage (optional), 7) Wärmedämmung - steinodur® WDO-E plus,

8) Feuchtemonitoring-System, 9) Dampfsperrschicht, 10) Ausgleichsschicht oder Voranstrich,

11) Gefälleschicht, 12) Tragkonstruktion

Murexin. Das hält.


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72

Produkt News

Dachdämmstoff aus Biomasse

Dächer können bekanntlich entscheidend zur Lösung von aktuellen Problemen

beitragen. Dachbegrünungen sind nicht nur umweltfreundlich und schaffen Lebensraum,

sie beeinflussen auch die Abwasserbilanz und das Mikroklima positiv.

Bis zu 80% des jährlichen Regenniederschlags kann auf dem Dach zwischengespeichert

und auf natürliche Art (Verdunstung) der Natur zurückgegeben werden.

Und mit Photovoltaikanlagen lässt sich auf Dachflächen zusätzlich erneuerbare

Energie erzeugen.

Einen weiteren Schritt in Richtung Nachhaltigkeit

und Ökologie im Dachbereich erlaubt nun ein neuer

Dämmstoff: Mit BauderECO bietet der Abdicht- und

Dämmstoff-Spezialist Bauder einen einzigartigen

Dämmstoff für Dächer an, der auf Biomasse basiert.

Er ist ökologisch, wohngesund und dämmstark, wobei

sein Kern zu über zwei Dritteln aus Biomasse

besteht. Darin enthalten sind Pflanzenstängel, Pflanzenblätter

und ausgedroschene Maiskolben. Weitere

Bestandteile sind recycelte Stoffe aus Säge- und

Fräsabfällen der Dämmstoffproduktion. Muschelkalk,

ein Abfallprodukt aus der Lebensmittelindustrie,

sorgt verarbeitet dann für die schützende Deckschicht

des Dämmkerns. Dadurch erreicht der neue

Dämmstoff nicht nur Höchstwerte in der Dämmleistung,

ist frei von Schadstoffen, schimmelresistent

und allergikerfreundlich, er erfüllt auch die strengen

Richtlinien der AgBB (Ausschuss zur gesundheitlichen

Bewertung von Bauprodukten).

Bauder GesmbH

T +43 7229 69130-0

info@bauder.at

www.bauder.at


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Produkt News

NATÜRLICH DÄMMEN

MIT HANF

Warme Füße für Küken

Im neuen Bio-Vormaststall der Landwirt-Familie Kaltenberger

im österreichischen Weitersfelden sorgt eine Fußbodenheizung

für die richtige Temperatur zur Aufzucht von bis zu

9.600 Küken. Bei der Produktauswahl ließ sich der Landwirt

vom Uponor-Team Österreich beraten – die Wahl fiel auf die

Industrieflächenheizung Uponor Magna. 2.700 Meter Rohre

sind im Abstand von 15 Zentimetern auf 400 Quadratmetern

Stallfläche verlegt, wobei zwei Heizungsverteiler Uponor Vario

PLUS mit je acht Heizkreisen für gleichmäßige Verteilung der

Wärme sorgen. Die Verbindung der Fußbodenheizung mit der

bestehenden Hackschnitzelheizung in der Maschinenhalle erfolgt

über ein 80 Meter langes Rohr Uponor Ecoflex Thermo

Twin, das Vor- und Rücklauf in einem Rohr vereint. Und auch

das Trinkwasser wird von Uponor-Systemen befördert; diese

Aufgabe übernehmen Mehrschichtverbundrohre Uponor Uni

Pipe PLUS mit dem Fittingsystem S-Press PLUS.

Hervorragende

Dämmeigenschaften

Diffusionsoffen

Ausgezeichneter

Schallschutz

Nachwachsend

Uponor Vertriebs GmbH

T +43 (0)2236 23003-0

info.at@uponor.com

www.uponor.at

Öko-Förderung

Die ökologische Alternative

bei der Fassadendämmung

Höchste Widerstandskraft

und Hagelsicherheit

durch Carbonarmierung

CAPATECT Hanffaser-Dämmplatte

www.capatect.at

Fotos: Uponor / Roman Gutenthaler


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74

Produkt News

Sonnenschutz für höchste Ansprüche

Der Grand Tower an der Frankfurter Europa-Allee ist mit 180 Metern Deutschlands

höchstes Wohnhochhaus. Der von Magnus Kaminiarz & Cie. entworfene und von

GSP Städtebau entwickelte Wohnturm verfügt über 51 Geschosse mit 418 Wohnungen.

Wabenartige Loggia-Elemente strukturieren die vollständig verglaste

Fassade und bieten ein Maximum an Privatsphäre mit einem fantastischen Blick

über die Stadt. Für die raumhohen Fenster wurde von Warema eine maßgeschneiderte

Sonnenschutzlösung gefunden, die den Windlasten in der extrem großen

Höhe standhalten kann.

Um trotz der großzügigen Verglasung alle bauphysikalischen

Vorgaben bei diesem Projekt erfüllen zu

können, musste eine adäquate Lösung mit außenliegendem

Sonnenschutz gefunden werden. Damit betraten

die Planer technisches Neuland, denn bisher

war bei Gebäuden dieser Höhe noch kein außenliegender

Sonnenschutz verbaut worden. In enger Abstimmung

zwischen Architekt, Fassadenbauer und

dem Sonnenschutz-Spezialisten Warema wurden die

Sonnenschutzanlagen über projektspezifische Sonderanfertigungen

vollständig in die Fassade integriert.

Um eine möglichst hohe Windstabilität von 24

m/s zu erreichen und eine maximale Durchsicht bei

gleichzeitig gutem Wärmeschutz zu gewährleisten,

wurde für den Grand Tower eine Fenstermarkise von

Warema mit easyZIP Führung und einem Behang aus

schwarzem Soltis 86 Gewebe gewählt. Mit der Erstellung

eines Windgutachtens und über eine BUS-Steuerung,

die neben dem Sonnenstand auch die jeweilige

Windrichtung, die Geschosshöhe und die Gebäudegeometrie

berücksichtigt, wurde von den Sonnenschutz-Spezialisten

auch ein maßgeschneidertes

Steuerungskonzept umgesetzt. Damit konnte dem

Wunsch nach einer möglichst individuellen Nutzung

der Sonnenschutzanlagen entsprochen werden, ohne

die Sicherheit bei Starkwind zu gefährden.

WAREMA

Austria GmbH

T +43 (0)662 853015-0

info@warema.at

www.warema.at


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75

Produkt News

Neue Sonnenschutz-Kollektion

Ab sofort bietet der Dachfensterhersteller

Velux 70 neue Dekore für seine Rollos und

Jalousien an, die in modernen skandinavischen

Farben entworfen sind. Für individuelle

Farbwünsche steht das „Colour by

You!“-Angebot zur Verfügung. Es bietet

die Möglichkeit, aus über 1.800 Farbvarianten

den favorisierten Ton auszuwählen

– nicht nur für Verdunkelungsrollos,

sondern jetzt auch für Stoffrollos. Zudem

steht neben der Aluminium Ausführung

der Seitenschienen auch eine weiße Variante

zur Verfügung. Diese ist für nahezu

alle manuellen und automatisch bedienbaren

Velux Sonnenschutz-Produkte

erhältlich. Einer noch dezenteren Integration

ins weiße Velux Dachfenster steht

damit nichts mehr im Weg.

Komplettiert wird das Velux Sonnenschutz-Angebot

durch die exklusive Kids

Collection mit neun Dekoren für manuelle

Verdunkelungsrollos sowie die „2 in 1 Rollos“,

die zusätzlich ein Faltrollo als Blendund

Sichtschutz enthalten.

Die bewährte Qualität des Velux Sonnenschutzes

hatte auch bei der Entwicklung

der neuen Kollektion absolute Priorität.

Alle Stoffe sind mit dem OEKO-TEX®

STANDARD 100 zertifiziert und enthalten

keine schadstoffhaltigen Substanzen. Die

Produkte zeichnen sich durch eine hundert-prozentige

Passgenauigkeit sowie

einen schnellen und einfachen Einbau aus.

Dank nicht sichtbarer Schnüre handelt es

sich zudem um ein kindersicheres Design.

VELUX Österreich GmbH

T +43 (0)2245 3235-0

office.v-a@velux.com

www.velux.at

Groß denken

bis ins Detail.

heroal D 72

Haus- und Objekttürsystem:

+ Flexible Bauformen,

hochwertige Oberflächen

+ Nullschwelle mit

integrierter Drainage

+ Beste Werte in Wärmedämmung

und Schallschutz

Architects’

Darling

Award

Rollläden | Sonnenschutz | Rolltore

Fenster | Türen | Fassaden | Service

heroal.de


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76

Produkt News

Elegante Feinstruktur

Kneer-Südfenster präsentiert bei Aluminium-Holz-Fenstern ein neues Design mit

innovativer Feinstruktur-Oberfläche. Die Aluminium-Außenschale wirkt durch

eine matte Feinstruktur nicht nur hochwertiger, sie ist auch robuster und langlebiger

im Vergleich zu einer glatten, glänzenden Oberfläche.

Durch eine spezielle Art der Beschichtung des Aluminium-Profils

ist die neue Oberfläche wesentlich

unempfindlicher und hinterlässt auch keine sichtbaren

Fingerabdrücke. Die Feinstruktur ist stoß- und

kratzfest und besonders korrosions- und UV-beständig.

Das macht die Aluminium-Holz-Fenster

jetzt noch nachhaltiger, da die neue Struktur für eine

dauerhafte Haltbarkeit ohne Qualitätseinbußen der

Aluminiumoberfläche sorgt. Die Vorteile der neuen

Oberflächenqualität sind so überzeugend, dass

Kneer-Südfenster sie künftig auch bei allen anderen

Systemen mit Aluminium-Oberflächen zum Standard

macht.

Objektspezifische Lösungen

Grundsätzlich können Planer oder Bauherren bei

Kneer-Südfenster aus einem Vollsortiment immer

die beste Lösung auswählen. Sei es bei der Entscheidung

für ein bestimmtes Rahmenmaterial – ob Holz,

Kunststoff, Aluminium oder Kombinationen – oder

bei Formen, Farben und den bautechnischen Werten.

Um aus dieser Vielzahl jene Variante zu finden,

die am besten auf das Objekt und seine Benutzer

abgestimmt ist, steht der Architekten-Service des

Herstellers in allen wichtigen Fragen schon vor und

während der gesamten Bauphase zur Verfügung.

Das hochkomplexe Bauteil Fenster wird dann nach

Kundenwunsch und Architekten-Vorgaben eigens für

jedes Bauvorhaben individuell angefertigt. Auch Sonderformen,

übergroße Hebe-Schiebe-Türen, raumhohe

Fensterelemente oder zweigeschossige Pfosten-Riegel-Verglasungen

sind problemlos möglich.

Süd-Fensterwerk

GmbH & Co. Betriebs-KG

T +49 (0)7950 / 81 0

info@suedfenster.de

www.kneer-suedfenster.de


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Produkt News

Vakuum-Isolierglas

für historische Gebäude

Werden Einfachverglasungen historischer Gebäude

im Originalprofil gegen das Vakuumglas

„Fineo“ ausgetauscht, erhalten Sanierer die originale

Ästhetik der historischen Fenster und

erzielen eine zeitgemäße Energiebilanz. Die

leichten Verglasungseinheiten sind etwa so

dünn wie ein Smartphone (ab 6 mm), dämmen

jedoch so gut wie eine moderne Dreifach-Verglasung

(Ug-Wert 0,7 W/(m²K) im Standardaufbau)

und erhöhen den Schallschutz, die

Tageslichttransmission und die solaren Energiegewinne.

Erhältlich ist das Vakuumglas

ebenso in freien Bogenformen, um auch künstlerische

und abgerundete Verglasungselemente

zu ersetzen. Als „Fineo Heritage“ ist das

Produkt zudem auch mit speziellen Gläsern

erhältlich, die ästhetisch an jede historische

Verglasung angepasst sind.

www.fineoglass.eu

BEWEGLICHE GLASFASSADEN

FÜR BALKONE MIT MEHRWERT: Effektiver Schall- und Wetterschutz

raumhoch oder auf Brüstung · komplett zu öffnen · individuelle Projektlösungen

solarlux.com


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78

Produkt News

© Schüco International KG

Lebenslanges, komfortables Wohnen

Fenster und Türen haben bei der barrierefreien Planung einen besonderen Stellenwert,

da sie von Bewohnern aller Altersgruppen und in jeder Lebensphase genutzt

werden müssen. Mit den Schüco Systemlösungen aus Aluminium lassen sich dafür

barrierefreie und schwellenlose Übergänge im gesamten Gebäude realisieren.

Die Balkon- oder Terrassentüren der Aluminium-Konstruktion

Schüco AWS (Aluminium Window System)

barrierefrei wurden entwickelt, um allen Bedürfnissen

nach Komfort und Design gerecht zu werden. Die

barrierefreie Fenstertür kann mit einer ebenerdigen

Nullschwelle umgesetzt werden, die einen stolperfreien

Übergang zwischen Innen und Außen ermöglicht.

Für eine leichte manuelle Bedienbarkeit (Bedienkraft

Klasse 2) sorgen die Schüco Beschläge im Flügelrahmen.

Mit Nullschwelle realisiert werden können die

Aluminium-Fenster- bzw. Fenstertür-Konstruktionen

Schüco AWS 70.HI, AWS 75.SI+ und AWS 90 SI+ (70,

75 und 90 mm Bautiefe).

Auch das Türsystem Schüco AD UP (Aluminium

Door Universal Platform) wird mit dem produktübergreifenden

Konstruktionsprinzip der barrierefreien

Nullschwelle den Erfordernissen für einen schwellenlosen

Zugang im Wohn- und Objektbau gerecht. Das

Türsystem erfüllt alle klassischen Anforderungen,

wie zum Beispiel die Schlagregendichtheit oder Luftdurchlässigkeit

und bietet eine Einbruchhemmung

bis RC 2. Ein zusätzlicher, automatischer Drehtüran-

trieb löst die Bedienkräfte auf, sodass ein einfacher

und komfortabler Zutritt ohne eine manuelle Bedienung

der Tür ermöglicht wird.

Schiebesysteme müssen ebenfalls besondere Anforderungen

erfüllen, um komfortabel und leicht für alle

Bewohner gleichermaßen nutzbar zu sein. Bei den

Schüco Aluminium-Schiebe- und Hebeschiebesystemen

ASE 60 (Aluminium Sliding Element, Bautiefe

60 mm) und ASE 80.HI (Aluminium Sliding Element,

High Insulated, Bautiefe 80 mm) sorgt vor allem die

barrierefreie Nullschwelle für ein ebenmäßiges Bild

zwischen Innen und Außen. Und auch die klassischen

Anforderungen wie eine effektive Wärmedämmung

und Einbruchsicherheit bis RC 2 können in Kombination

mit der Nullschwelle bei den Schiebesystemen

aus Aluminium problemlos realisiert werden.

ALUKÖNIGSTAHL GmbH

T +43 (0)1 98130-0

office@alukoenigstahl.com

www.alukoenigstahl-inow.com/at


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Produkt News

ACRYL IN EINER NEUEN

DIMENSION – VALORA

Glasklare Aussichten

Der Glasveredler sedak gilt als Premiumhersteller von großformatigen

Isolier- und Sicherheitsgläsern und realisiert dank

innovativer Produkte ikonische Fassaden und Bauwerke mit

einer bislang unerreichten Transparenz. Etwa mit den gläsernen

Kantenabschlüssen für Ganzglas-Brüstungen und

-Geländer: Mit der C-Kante erhalten Geländer eine außergewöhnliche

Haptik und vollständig transparente Optik. Auf der

abgerundeten Kante finden zudem Wasser und Schmutzpartikel

keinen Halt.

Für klassische Eleganz steht „sedak clear edge“, ein transparenter

Abschluss für Handläufe. Der patentierte Kantenschutz

schließt Glasbrüstungen sauber ab, schützt mit hochpolierten

Seiten und einem planen Abschluss vor Witterungseinflüssen

und wirkt zusätzlich als Schlagschutz. Für erhöhten Sicherheitsbedarf

fertigt der Glasveredler auch individuelle Ganzglaslösungen

für Balustraden und Geländer – auch in den Beschussklassen

bis BR7 NS und STANAG Level 3.

Für Pergola und Schirm und leichte Markisenanwendungen:

die neue Qualität VALORA von

Sattler eignet sich für alle Anwendungen wo

ein noch leichteres, aber wasserdichtes Gewebe

gefragt ist.

• 100 % spinndüsengefärbtes SPA Garn

(Smart Performance Acrylic)

• 25 % geringeres Gewicht als herkömmliche

Qualitäten mit regulärer Stapelfaser

• 100 % wasserfest

• Klebbar zu verarbeiten - so bleibt

wasserdicht auch wirklich wasserdicht!

• flexiblere Handhabung durch neue

geschmeidige Beschichtung

sedak GmbH & Co. KG

T +49 821 2494 - 222

info @ sedak.com

www.sedak.com

SATTLER SUN-TEX

www.world-of-sattler.com


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Produkt News

Gestalterische Freiräume

mit funktionalem Mehrwert

Moderne Türsysteme zeichnen sich durch ihre Gestaltungsvielfalt und die Erfüllung

der Anforderungen an zeitgemäßes Bauen aus. Mit dem Haus- und Objekttürsystem

heroal D 72 können nicht nur imposante Eingangsbereiche gestaltet

werden, mit dem zertifizierten Türsystem lassen sich auch alle gängigen Öffnungsarten

inklusive nach DIN EN 179/1125 geprüfter Flucht- und Rettungswege,

Automatiktüranlagen, Fingerschutztüren, barrierefreie Durchgänge wie auch

ebenerdige Nullbarrieren sowie einbruchhemmende Türen realisieren.

In Kombination mit dem patentierten, nahtlos integrier

baren Drainagesystem heroal DS werden

schwellenlose Lösungen gemäß DIN 18040-1 für öffentliche

Bereiche und DIN 18040-2 für barrierefreie

Wohnungen ermöglicht. Anfallendes Oberflächenwasser

wird dabei mit bis zu 0,8 l/s rückstaufrei unter

einer hochwertigen Edelstahlabdeckung abgeführt.

Dank der eingesetzten Dichtungstechnologie mit

modularem Aufbau sowie innovativer Isoliersteggeometrie

erreicht das Türsystem beste Wärmedämmwerte

von Uf ≥ 0,96 und einen Schallschutz

bis zur Schallschutzklasse 3. Abgerundet wird das

System durch eine hohe standardmäßige Einbruchhemmung,

die die Widerstandsklasse RC 3 erfüllt.

Architektonischen Gestaltungsspielraum schafft

die heroal Beschichtungstechnologie für besonders

hochwertige Oberflächen. Sie bietet umfassende

Möglichkeiten zur Gestaltung in mehr als 500

RAL- und DB-Farben unterschiedlicher Glanzgrade,

in Eloxal-Optiken sowie in den exklusiven Les Couleurs®

Le Corbusier. Die Oberflächenveredelung

heroal SD ermöglicht eindrucksvolle Oberflächenoptiken

in Holz, Beton oder Rost.

heroal – Johann Henkenjohann GmbH & Co. KG

T +49 (0)5246 507-0

info@heroal.de

www.heroal.de/architekten


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Streichbare Dämmplatten

für die Kellerdecke

Mit einer gedämmten Kellerdecke lassen sich nicht nur teure

Wärmeverluste reduzieren, sondern auch der Wohnkomfort

und das Klima in den Räumen des Erdgeschosses spürbar

verbessern. Eine ideale Lösung dafür bietet die neue Kellerdecken-Dämmplatte

„Planarock Paint“ aus nichtbrennbarer

Steinwolle von ROCKWOOL. Sie punktet mit einer besonders

druckfesten Oberlage und überzeugenden Leistungswerten

beim Wärme-, Schall- und Brandschutz: Ihre Wärmeleitfähigkeit

liegt bei niedrigen λ = 0,034 W/(m·K). Eine Kellerdecke, auf

der eine Dämmung verklebt werden soll, muss trocken, sauber,

tragfähig und frei von alten Beschichtungen sein. „Planarock

Paint“ ist für die Verklebung mit Mörtelkleber geeignet, der

vollflächig oder im Punkt-Wulst-Verfahren aufgetragen wird.

Die so vorbereiteten Dämmplatten werden anschließend mit

flächigem Druck gegen die Kellerdecke gepresst. Ist der Untergrund

für eine reine Klebemontage nicht geeignet, kann die

„Planarock Paint“ auch mit entsprechend zugelassenen Dübeln

montiert werden. Eine Kombination von Verklebung und Verdübelung

ist ebenfalls möglich. Hierzu wird nach dem Verkleben

zusätzlich plattenmittig ein Dübel pro Platte gesetzt. Zur

Reduzierung von Wärmebrücken kann die stabile Platte auch

an die angrenzenden Wände geklebt werden.

Dank der werkseitig aufgebrachten, mineralischen Beschichtung

lassen sich die Dämmplatten, die im Format 800x625 mm

und in Dicken von 60 bis 200 mm verfügbar sind und der Brandschutzklasse

A1 zugeordnet wurden, auch farblich gestalten.

ROCKWOOL Handelsgesellschaft m.b.H.

T +43 (01) 797 26-0

info@rockwool.at

www.rockwool.at

81

Ein Jahr.

Spannende Themen.

Entdecken Sie jetzt unsere

Produktinnovationen auf

alukoenigstahl-inow.com/at

Produkt News

Die neue „Planarock Paint“ von ROCKWOOL mit verdichteter

Oberlage wurde für die unterseitige Dämmung der Kellerdecke

entwickelt. Sie ist mit einer Brandmarkierung versehen, die bei

der Verlegung zum Rauminneren zeigen sollte. Nach Einbau der

Dämmlage kann diese gestrichen werden.


architektur FACHMAGAZIN

82

Produkt News

Fotos: Felix Meyer

Unverwechselbare Identität

Anfang 2021 bezog das Familienunternehmen Siegfried Hofmann GmbH sein

neues Verwaltungs- und Produktionsgebäude im neuen Gewerbegebiet von

Lichtenfels (D). Hofmann stellte bei diesem Projekt einen sehr hohen Anspruch an

eine stimmige und geradlinige Architektur, die dem neuen Gebäudekomplex eine

unverwechselbare Identität geben sollte.

Eine besondere Herausforderung war, die Rundungen

des Verwaltungsgebäudes mit der Fassade nicht

nur perfekt abzubilden, sondern in Szene zu setzen.

Da Hofmann bei verschiedenen Bauvorhaben in der

Vergangenheit erfolgreich die Elementdächer und

die Planum-Fassade von DOMICO, Profi für Dach und

Fassade aus Metall, eingesetzt hatte, fiel auch bei

diesem Projekt die Wahl auf die bewährten Qualitätsprodukte

aus Österreich.

Das innovative Unternehmen DOMICO mit Sitz in

Vöcklamarkt (OÖ) ist Spezialist für intelligente Gebäudehüllen

und Hallenkonstruktionen aus Metall. Die

Metallelemente für Dach, Wand und Fassade werden

individuell und projektbezogen gefertigt. Diese Flexibilität

ermöglicht die Realisierung der ausgefallensten

Architektenwünsche. Auch die Ummantelung ausgefallener

Formen wird machbar und gleichzeitig werden

höchste Ansprüche an individuelles Design erfüllt. Die

Fassadenelemente aus Metall können in unterschiedlichen

Längen und Breiten gefertigt werden, die Verlegung

ist horizontal, vertikal oder schräg möglich, auch

durch unterschiedliche Fugenbreiten wird die Fassade

zum Highlight.

Darüber hinaus ist der hohe Vorfertigungsgrad der

Bauteile ein Garant für mehr Nachhaltigkeit, da die

Produktion on demand beinahe abfallfrei erfolgt. Gerade

diese Faktoren sind in Zeiten von „Green thinking“

im Bau ausschlaggebend für die Auftragserteilung zukunftsorientierter

und umweltbewusster Bauherren.

DOMICO

Dach-, Wand- und

Fassadensysteme KG

T +43 (0)7682 2671-0

office@domico.at

www.domico.at


www.architektur-online.com

83

kneer-suedfenster.de

Produkt News

© VÖB

Pfosten-Riegel-Fassade

Beton spielt elementare Rolle

Um die Infrastruktur im Bereich Trinkwasserversorgung bzw.

Abwassermanagement in Österreich zu sichern, spielen nachhaltige

und regional produzierte Baustoffe wie Beton eine

elementare Rolle. Denn gerade bei Trinkwasser sind saubere,

sichere und absolut dichte Leitungen unerlässlich. Und bei

Abwasser muss man sich darauf verlassen können, dass die

Umwelt geschützt bleibt.

Betonrohre zeichnen sich durch maximale Stabilität und Belastbarkeit

aus, sind korrosions- und temperaturbeständig

und damit praktisch wartungsfrei. Sie sind widerstandsfähig,

äußerst langlebig und können einem hochwertigen Recycling

zugeführt werden – das macht Beton zu einem Vorreiter bei

nachhaltigem Bauen. Der Großteil der österreichischen Hersteller

von Rohren und Schächten aus Beton sind Mitglieder

des VÖB. Sie tragen mit ihren innovativen und regional hergestellten

Produkten zur Erhaltung und zum Ausbau einer hochwertigen

und nachhaltigen Infrastruktur im Bereich Wasser

und Abwasser bei.

• Große Glasflächen mit hohem Lichteinfall

• Geschossübergreifende Ausführungen

• Filigrane Konstruktion

• Einsatz von Fenster- und Türelementen

Verband Österreichischer

Beton- und Fertigteilwerke

T +43 (0)1 403 48 00

www.voeb.com

SÜD-FENSTERWERK GmbH & Co. Betriebs-KG · Rothenburger Str. 39 · D-91625 Schnelldorf

Tel. +49 (0)79 50/81-0 · info@suedfenster.de


architektur FACHMAGAZIN

84

Produkt News

Fotos: Jörg Seiler

Kontinuität für die Kunst

Einst Umschlagplatz für Kohle, Holz und Getreide ist der Duisburger Innenhafen

heute ein Mischgebiet aus Wohnen und Arbeiten, Kultur und Freizeit. Eines der

ältesten Gebäude, die denkmalgeschützte Küppersmühle, beherbergt hinter seiner

historischen Backsteinfassade dort eine der umfangreichsten und renommiertesten

Sammlungen deutscher Gegenwartskunst.

Umgewandelt wurden die ehemaligen Speicherflächen

in Ausstellungsräume im Jahr 1999 vom Architekturbüro

Herzog & de Meuron. Für die aktuelle

Erweiterung des Museums um 2.500 m 2 zeichnet

ebenfalls das Schweizer Architekturbüro verantwortlich.

Realisiert wurde ein Neubau mit vier oberirdischen

Geschossen und einem Untergeschoss, wobei

die Architekten wie schon beim Anbau an die Tate

Modern in London und bei der Erweiterung auf dem

Vitra Campus auf Fassadenklinker von GIMA setzten.

Hierfür wählten sie den Klinker Breno FKS in den Abmessungen

280x115x144 Millimeter, der mittig gebrochen

verarbeitet wurde und der Fassade dadurch die

unverwechselbare Struktur verleiht.

„Als wäre er schon immer da gewesen“ – so beschreiben

die Architekten ihren neuen Erweiterungsbau am

Duisburger Innenhafen. Handgefertigte Klinker von

GIMA für Fassade und Schriftzug nehmen die Materialität

des angrenzenden Speichergebäudes auf und

folgen dem Charakter alter Backsteinbauten am Hafenbecken.

Nach zehnjähriger Planungs- und Baugeschichte

wird der Neubau im Sommer 2021 eröffnet.

GIMA Girnghuber GmbH

T +49 (0)8732 24-0

info@gima-ziegel.de

www.gima-ziegel.de


www.architektur-online.com

85

Die Freiheit,

wirklich

gestalten

zu können.

Fassadenlösungen von Sto

setzen Maßstäbe bei

Systemsicherheit und

Individualität.

Produkt News

VTA Innovationstower, Rottenbach, A | Architekt: Grießer & Schneebauer Zt GmbH, Wels, A | Produkte: StoVentec R, StoColor Lotusan® | Foto: Christian Schellander

Fassaden individuell gestalten

und effektiv dämmen.

Über Proportionen und Formgebung, Materialien, Oberflächen

und Farben können Sie die Wertigkeit und Ausstrahlung

erzeugen, die Sie sich für Ihr Gebäude wünschen. Sie wählen

eines unserer ausdrucksstarken Materialien – wie Klinker,

Stein, Glas, Putz, plastische Fassadenelemente – oder eine

Kombination aus mehreren. Wir stellen die passende Systemlösung

auf Basis einer vorgehängten, hinterlüfteten Fassade

oder eines Wärmedämm-Verbundsystems zur Verfügung –

technisch sicher und erprobt.

Mehr Informationen unter:

www.zukunft-fassade.at


architektur FACHMAGAZIN

86

Produkt News

Betonfassade in Weltraumschwarz

Das 2020 im Auftrag der Münchener Immobiliengesellschaft Fondara fertig gestellte

Gebäude, in dem sich die Büros des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt

befinden, wurde von Chapman Taylor Architekten geplant und auf kluge Art und

Weise in die bestehende Struktur eingebettet. Mit einfallsreichen Materialien und

einer kreativen Interpretation der Farben fügt sich der Neubau mit seiner in anmutigem

Weltraumschwarz gehaltenen Fassade unaufgeregt an das ebenfalls dunkel

gehaltene Nebengebäude.

Die raue Haptik der Betonelemente und der zurückhaltende

Glanz der Kupferelemente geben dem

Komplex etwas Erhabenes und Zeitloses. Insgesamt

schaffen Chapman Taylor den Spagat zwischen

Funktionalität und maximaler Raumauslastung mit

raffinierten architektonischen Details zu verzahnen.

Die Lisenen aus Beton und Kupfer verleihen dem Bürokomplex

ein attraktives Relief an einer ansonsten

geradlinig gehaltenen Fassade.

Die monolithisch anmutende Fassadenausbildung

mit reliefartiger Struktur wurde mit formparts.fab von

Rieder realisiert. Für dieses Produkt entschieden sich

die Architekten aufgrund der vielseitigen Möglichkeiten

zur Formgebung in Verbindung mit der gewichts-

sparenden, geringen Materialstärke. Die Elemente

aus 13 mm dünnem Glasfaserbeton können individuell

und maßgeschneidert in vielen Farben, Oberflächen,

Texturen und Formen bis zu sieben Meter lang produziert

werden. So gelang auch ein müheloser Übergang

zu den Kupferelementen der Fassade.

Die Kombination von Farben, Materialitäten und die

Aufteilung der Lisenen an der Achse erzeugen bei diesem

Objekt ein spannendes, herausstechendes Bild.

Rieder Sales GmbH

T +43 (0)6542 690-844

office@rieder.cc

www.rieder.cc


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87

Produkt News

Austrotherm Österreich Geschäftsführer Robert Novak und Heimo Pascher. Austrotherm

startet österreichweites klimaneutrales Abholservice für XPSBaustellenverschnitte.

Zukunftsorientiertes Kreislaufprojekt

Der Dämmstoffproduzent Austrotherm startet mit seinem klimaneutralen Abholservice für

saubere Austrotherm XPS-Baustellenverschnitte eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Als

Basis für dieses Projekt diente ein regionaler Pilotversuch im Vorjahr, der von den Kunden

sehr gut angenommen wurde und nun gemeinsam mit Logistikpartnern österreichweit für

die heimische Bauwirtschaft ausgerollt wird.

Die kostenlose Abholung und Rücknahme von Austrotherm XPS-Baustellenverschnitten

erfolgt in Austrotherm Recycling-Säcken, die online unter austrotherm.at/recycling bestellt

werden können, oder in eigenen transparenten Säcken. Die Mindestabholmenge beträgt 10

Säcke oder 5 m³. Es können aber auch während der Öffnungszeiten die vollen Recycling-Säcke

in das Austrotherm Werk nach Purbach gebracht werden. Dort werden die hochwertigen

XPS-Baustellenverschnitte genau so wie die produktionsbedingten Verschnitte aus

dem Werk in einem Brecher zerkleinert, gemahlen und aufbereitet. Das Granulat wird somit

wieder zu hochqualitativem, klimaschonenden XPS-Dämmstoff verarbeitet.

Durch diese kostenlose Zusatzleistung von Austrotherm sparen sich Kunden auf einfache

Weise Entsorgungskosten und schonen im Sinne von Umwelt- und Klimaschutz wertvolle

Ressourcen. Konkret recycelt werden saubere Austrotherm XPS-Baustellenverschnitte aus

aktueller Produktion, die beim Zuschneiden und Einpassen der Platten auf der Baustelle anfallen.

Sauber bedeutet ohne Fremdmaterialien wie Kleber, Erde oder sonstige Verunreinigungen.

Nicht übernommen wird XPS-Material, das von Abbruchbaustellen stammt.

Austrotherm GmbH

T +43 (0)2633 401-0

info@austrotherm.at

www.austrotherm.at

SLIM FLOOR

SYSTEME

IM HOLZBAU

DELTABEAM ®

Stahlverbundträger

DELTABEAM ® ERMÖGLICHT:

• Flexible Raumgestaltung

OHNE tragende

Innenwände

• Brandschutz OHNE

Verkleidung

• Kombinierbarkeit mit

allen Deckensystemen

www.peikko.at


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88

Produkt News

Hanf trägt Putz

Im sanftem Hügelland zwischen Hausruck und Inn-Ebene ließ die Gemeindeverwaltung

von Tumeltsham ein neues, barrierefreies und energieeffizientes

Gemeindezentrum errichten. Der zweiteilige Gebäudekomplex

mit einem neuen Ortsplatz entstand unter der Federführung des Linzer

Architekten Gerald Anton Steiner.

Auch er schätzt den Naturdämmstoff auf dem 38er

Ziegelbau. Die Fassade wurde mit Putzträgerplatten

aus Hanf vom Hersteller Capatect ausgeführt. Damit

unterstreichen die Verantwortlichen ihre Einstellung

zu Klimaschutz und Ressourcenschonung.

Die Putzträgerplatte mit dem Markennamen Capatect

Hanf Massiv wurde speziell für porosierte Ziegelwände

entwickelt. Der größte Vorteil der Platte besteht

in ihrem unübertroffenen Schallschutz. Eine mit der

4 cm dicken Hanf-Putzträgerplatte beschichtete Außenwand

hat einen bis zu 13db besseren Schallschutz

als Gebäude mit herkömmlichen Unterputzsystemen.

Auch was die Dämmleistung angeht, weist die

Hanf-Putzträgerplatte wesentliche Vorzüge auf: Im

Vergleich zum Dämmputz verfügt sie über die zweibis

sechsfache Dämmleistung bei gleicher Dicke. Der

entscheidende Vorteil liegt aber in der Vermeidung

von Wärmebrücken und in der Ökologie.

Capatect Baustoffindustrie GmbH

T +43 (0)7262 560-0

office@capatect.at

www.hanfdaemmung.at


www.architektur-online.com

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Produkt News

Nachhaltig, komfortabel

und brandschutzsicher

Den Alltag und das Home Office auf das Dach zu verlegen entspricht nicht nur

dem aktuellen Trend des „Outdoor Living“, sondern ist auch eine nachhaltige

Erweiterung des Lebensraums. Mit brandschutzzertifizierten Terrassensystemen

von Deceuninck ist das denkbar einfach.

Die Twinson Terrassendielen bestehen aus einem

äußerst hochwertigen und patentierten WPC-Werkstoff,

„wood plastic composite“, einem Verbundmaterial

aus Holz und Kunststoff mit der natürlichen und

warmen Charakteristik von Holz. Die WPC-Dielen,

die langlebig wie Kunststoff sind und denen weder

UV-Strahlen noch Insekten etwas anhaben können,

lassen sich wie Holzdielen einfach und präzise zuschneiden.

Die rutschfesten, splitter- und spaltfreien

Twinson Systeme, die außerdem B roof (t1)-zertifiziert,

also beständig gegen Flugfeuer und strahlende Wärme

sind, gibt es in den Ausführungen „Character

Massive“ und „Majestic Massive Pro“. Bei „Character

Massive“ stehen zwei Oberflächen in natürlicher

Holzoptik zur Auswahl: fein geriffelt oder glatt strukturiert.

Die Dielen von „Majestic Massive Pro“ sind

zusätzlich mit Kunststoff ummantelt und daher besonders

fleckenresistent und pflegeleicht.

Das Aufbauen der Komplettsysteme, bei denen

sämtliche Konstruktions- und Montageelemente mitgeliefert

werden, ist spielend einfach: Eine Verankerung

im Boden ist nicht erforderlich, wodurch keine

Beschädigungsgefahr der Dachdämmschichten besteht.

Die selbsttragende Unterkonstruktion ist dank

höhenverstellbarer Drehfüße leicht zu nivellieren und

die Dielen können mit einem unsichtbaren Clipsystem

schnell und unkompliziert verlegt werden.

Deceuninck Germany GmbH

T +49 (0)9422-8210-0

info@deceuninck.de

www.deceuninck.de/terrassen


architektur FACHMAGAZIN

90

Produkt News

© Oliver Hallwirth, Neukirchen, A

REACH-konforme, radondichte

Bodenbeschichtung

Mit StoPox BB OS bietet Sto eine leistungsfähige Bodenbeschichtung mit einem

breiten Einsatz-Spektrum – von Tiefgarage bis Reinraum. Dank der neuen Rezeptur

ist die emissionsarme EP-Beschichtung nun noch nachhaltiger und wurde an

die Anforderungen der aktuellen REACH-Verordnung angepasst.

Das optimierte Produkt lässt sich aufgrund seiner

geringeren Viskosität nun noch besser verarbeiten

und kommt auf Produktions- und Lagerflächen beispielsweise

in der Automobil- oder Lebensmittelindustrie

zum Einsatz. In Tiefgaragen und Parkhäusern

findet StoPox BB OS als farbige Deckversiegelung

im StoCretec Oberflächenschutzsystem OS 8 Verwendung

(System StoFloor Traffic BB OS). Auch

für Böden in Laboratorien und Reinräumen (System

StoFloor Cleanroom BB OS) oder auf Flächen mit Publikumsverkehr

eignet sich die Verlaufsbeschichtung.

StoPox BB OS ist radondicht gemäß IAF und widerstandsfähig

gegen starken chemischen Angriff. Es

weist eine sehr gute Dekontaminierbarkeit und Reinigungsfähigkeit

auf. Zudem ist es beständig gegen

eine Vielzahl von Desinfektionsmitteln und verfügt

über eine Lackverträglichkeitsprüfung für den Einsatz

in der Automobilindustrie. Die mechanische Widerstandsfähigkeit

ermöglicht eine Befahrung mit den

gängigen Transport- und Lagerfahrzeugen in zahlreichen

Industriebereichen. StoPox BB OS kann sowohl

glatt als auch rutschhemmend eingebaut werden und

ist in zahlreichen Farben tönbar. Die Beschichtung bildet

eine glänzende, homogene Oberfläche. Für eine

matte oder seidenmatte Optik bietet StoCretec diverse

Versiegelungen an.

Sto Ges.m.b.H.

T +43 (0)4242 33133-0

info.at@sto.com

www.sto.at


www.architektur-online.com

91

kunstdesdämmens#2

Produkt News

Industrieböden

im Lebensmittelhandel

Zwei Märkte von T&G in Salzburg und einer von MPREIS in

Oberösterreich wurden mit neuen Böden ausgestattet. Für die

T&G Märkte in Salzburg und Oberndorf entschied man sich

für eine Murexin Bodenbeschichtung in Türkis, für MPREIS in

Oberwang für eine cremefarbene mit schwarzen Einstreuchips.

Insgesamt wurde eine Fläche von rund 1.800 Quadratmeter mit

der Murexin-Bodenbeschichtung versehen, die aufgrund ihrer

Produkteigenschaften speziell auch für die Anforderungen im

Lebensmittelbereich bestens geeignet ist.

Die Basis für Bodenbeschichtung bildete in allen Märkten die

normgerechte Vorbehandlung des vorhandenen Untergrunds.

Anschließend wurde mit dem 2-komponentigen, lösemittelfreien

und emissionsarmen Epoxidharz-Härtersystem EP 70 BM

grundiert und im gleichen Arbeitsschritt die vorhandenen, kleinen

Unebenheiten egalisiert. Nach rund 12 Stunden Härtezeit

konnte dann die Kratzspachtelung aus EP 70 BM und Quarzsand

im Mischungsverhältnis 1:1 aufgebracht werden. Nach der

Aushärtung folgte die Epoxy Beschichtung EP 3 in den T&G

Märkten in einem türkisen Farbton RAL 6034 und bei MPREIS

in Oberwang in einem beigen Farbton NCS 1515-Y10R. Weiße

bzw. schwarze Kunststoffchips wurden als optisches Gestaltungselement

eingestreut. Den Abschluss der Beschichtungen

bildete dann die Polyurethanversiegelung PU 40.

DIE

KUNST

DES

GUTEN ..

DAMMENS

Unsere Rohstoffe in

einem künstlerischen

Licht. Polystyrol-

Granulat und viel

Luft: daraus machen

wir den effizientesten

Dämmstoff und einen

Hidden Champion für

jeden Bau und seine

Menschen. Mehr unter:

kunstdesdämmens.at

Murexin GmbH

T +43 (0)2622 27401-0

info@murexin.com

www.murexin.com


architektur FACHMAGAZIN

92

Produkt News

Intelligente Aufzüge

für intelligentes Wohnen

Den Besuchern von der Couch aus die Haustür öffnen und automatisch

den Aufzug hinunterschicken: Diese und andere Funktionen ermöglicht die

Integration von KONE-Aufzügen über die offene Schnittstelle der cloudbasierten

KONE-Plattform in das Smart-Home-System von eSMART – mit

dem europaweit bereits knapp 6.000 Wohnungen vernetzt wurden.

Ein Beispiel entsteht derzeit in einer Wohnanlage am

Genfer See, wo über dieses Smart-Home-System –

neben zahlreichen Komponenten wie Licht, Heizung

und Rollläden – auch sieben KONE-Aufzüge vom Typ

MonoSpace 300 DX in die Gebäudesteuerung integriert

werden. Via Touchscreen und App werden die

Bewohner (Bezug voraussichtlich Ende 2021) dort ihren

Gästen dank der integrierten Video-Gegensprechfunktion

den Zugang zum Gebäude freigeben, den

Aufzug schicken, aber auch Nachrichten und Wetterinformationen

abrufen, Mitbewohnern in Wohnung und

Quartier digitale Notizen hinterlassen und den Verbrauch

an Strom, Wasser und Heizenergie auswerten.

Durch das Zusammenspiel der Systeme von eSMART

und KONE wird es beispielsweise beim Verlassen der

Wohnung möglich sein, dass nach dem Drücken des

entsprechenden Buttons auf dem eSMART-Touchscreen

an der Wohnungstür das Licht ausgeht, sich

die Rollläden schließen und der Aufzug bereitsteht, um

ohne Wartezeit ins Erdgeschoss zu fahren.

Mit der DX-Klasse hat KONE im Vorjahr die weltweit

ersten Aufzüge mit serienmäßiger Cloudanbindung

im DACH-Raum eingeführt. Diese Anbindung wird

es auch dem Wohnprojekt am Genfer See ermöglichen,

weitere digitale Services der KONE-Plattform

zu nutzen: zum Beispiel Aufzugsmusik, die Sprachsteuerung

über Amazons Lautsprecher Alexa oder

die prädiktive Wartung: Sie schließt besondere Analysemöglichkeiten

für die Gebäudeverwaltung ein.

KONE AG

T +43 (0)1 863 67-0

office.at@kone.com

www.kone.at


www.architektur-online.com

93

Produkt News

BIM-Content verfügbar

Integraler Bestandteil für die Umsetzung der digitalen Planungsmethode BIM (Building

Information Modeling) sind BIM konforme Produktdaten als Informationsquelle.

Auf dieser Grundlage bietet Solarlux über die Schnittstelle „waya“ von BIMsystems,

Spezialist für die modellbasierte Planungsmethode, ab sofort für Architekten und

Planer BIM konforme Daten zu seinen Systemen.

Basierend auf dem Verständnis der Arbeit und der

Arbeitsweise des Architekten und Planers liefert

BIMsystems mit waya ein etabliertes, anwenderfreundliches

Tool für Nachvollziehbarkeit und Effizienz

auf allen Ebenen. Die interaktive Lösung basiert

auf einer cloud-gestützten zentralen Datenbank, in

der BIM-Content verschiedener Bauteilehersteller

zugänglich ist. waya wird als Plug-in in den CAD-Systemen

Graphisoft Archicad® und Autodesk Revit® implementiert,

wobei das System Projekt- und Produktdaten

über alle Projektphasen hinweg vernetzt.

Um alle Beteiligten bei der digitalen Planung zu unterstützen,

bietet nun auch das weltweit agierende

Unternehmen Solarlux seine Produkte und Systemlösungen

als BIM Content: waya stellt dafür eine Verbindung

zum bestehenden Produktkonfigurator von

Solarlux her und nutzt so die gewachsenen IT-Strukturen

des Unternehmens, um bereits digitalisiertes

Fachwissen in den CAD-Systemen anwendbar zu machen.

In Echtzeit können Produktparameter auf ihre

Machbarkeit hin individuell im BIM-Modell überprüft

werden. Im Zuge von Änderungen, wie Formatanpassungen

eines Elements, werden neue Eigenschaften

direkt validiert und verifiziert. Durch die verlustfreie

Vernetzung und der adressatengerechten Information

im gesamten BIM-Planungsprozess sparen Beteiligte

damit Zeit in der Suche, Auswahl und Platzierung

von beweglichen Fassadenlösungen.

Ab sofort sind als erster BIM-Content Produktdaten der

Ganzglas-Familie verfügbar. Das Schiebe-Dreh-System

SL 25, die gerahmte Variante SL 25R sowie die großformatige

Ausführung SL 25 XXL schaffen als Wetterund

Schallschutz-Lösung Mehrwerte für Balkone und

Terrassen. Im Mai folgen die BIM-Daten der Glas-Faltwandsysteme

Highline und Ecoline und auf deren Basis

bis zur Jahresmitte die Inhalte der Systeme Woodline

und Combiline. Auch für das Schiebefenster cero sowie

für die Glasbrüstung SL Plus werden dann BIM konforme

Daten über waya abrufbar sein.

SOLARLUX

AUSTRIA GmbH

T +43 (0)512 209 023

info@solarlux.at

www.solarlux.com


architektur FACHMAGAZIN

94

Produkt News

Offener Austausch

für mehr Transparenz

Hohe Qualität in der Planung und Realisierung eines Bauprojekts entsteht vor allem

durch ein zielgerichtetes Zusammenspiel der Projektpartner. Die interdisziplinäre

Zusammenarbeit von Architekten und Tragwerksplanern nimmt dabei eine besondere

Stellung ein: Architekturmodell und Tragwerksmodell bedingen einander

direkt; die Bauwerksstatik bestimmt wichtige Konstruktionsparameter und damit

die Architektur – sowie umgekehrt.

Die verfügbaren Tools (fachspezifische Architekturund

Fachplanungsprogramme, bauprozessunterstützende

Apps, Kollaborationsplattformen etc.) können

heute durch herstellerübergreifende Austauschformate

und Schnittstellen sehr viel einfacher, effizienter

und deutlich weniger fehlerbehaftet miteinander

kommunizieren als noch vor wenigen Jahren. Workflows,

CAD-Daten aus einer Planungssoftware an ein

Statikprogramm zu übergeben und daraus die Gebäudestatik

zu ermitteln, sind keineswegs neu. Neu

ist jedoch, die Modellinformationen z.B. inkl. statisch

relevanter Konstruktionsaufbauten und Elemente

(Wandsysteme, Deckenkonstruktionen, geometrische

Dimensionen etc.) als ein „abgespecktes“ Modell

zu übergeben.

Die BIM-Planungssoftware Archicad ist eines der

ersten Programme, das ein Architekturmodell auf

die statisch relevanten Modelldaten, das sogenannte

Tragwerksanalysemodell, reduziert und die weitere

Bearbeitung in einem durchgängig modellbasierten

Workflow abbildet. Das ist ein Novum und trifft bei

Tragwerksplanern wie Architekturbüros, die einen

integralen Planungsansatz forcieren oder als Generalplaner

agieren, auf großes Interesse. Schon nach

der Leistungsphase 2 liegt dabei ein detailliertes Architekturmodell

vor, das eine erste, aber bereits verlässliche

Tragwerksberechnung erlaubt. Änderungen

in der Gebäudestatik, die sich aus Anpassungen in der

Architekturplanung ergeben, sind über den gesamten

Planungsverlauf schnell, korrekt und unaufwendig im

direkten Austausch von Architekt und Tragwerksplaner

möglich.

GRAPHISOFT Deutschland GmbH

Vertrieb Österreich

mail@graphisoft.at

www.archicad.at


www.architektur-online.com

HORST beschleunigt

Projektkalkulation

Projekte mit einem Mengenermittlungssystem zu

kalkulieren gehört heutzutage schon zum Standard.

Allerdings weisen Programme Sollbruchstellen auf,

wodurch im Rahmen der Projektierung ein zweites

System, z.B. für die Systemsuche, hinzugezogen

werden oder analog etwa bei der Suche nach Artikelnummern

nachgearbeitet werden muss.

Das Experten-Team von Saint-Gobain RIGIPS Thomas

Huber und Mara Offergeld, haben nun die Kette

der Projektplanung geschlossen und das Mengenermittlungssystem

„HORST“ entwickelt, das alle

Schritte der Projektierung digital abbildet. Das neue

System ist ein Hybrid aus Systemsuche, Mengenermittlung,

Zeitansätzen bis hin zur druckfähigen

Bestellung – Artikelnummern inklusive. Es kann mit

Logos und Preisen individualisiert werden und ist

einfach über eine Online-Registrierung verfügbar.

HORST kann für Großprojekte, wie z.B. Planung einer

Wohnanlage, bis zum kleinen Einzelprojekt wie z.B.

Aufstellen von Wänden, eingesetzt werden und wird

laufend um Systeme von ISOVER und WEBER TER-

RANOVA ergänzt.

95

Registrierung & weitere Informationen: https://horst.rigips.at/

Saint-Gobain RIGIPS Austria GesmbH

T +43 (0)3622 505-0

rigips.austria@saint-gobain.com

www.rigips.com

Produkt News

ISOVER

ULTIMATE

Die Hochleistungs-Mineralwolle

Ultimativer Brandschutz

Schmelzpunkt ≥ 1000 °C

Höchster Wärmeschutz

Wärmeleitfähigkeit

ab λ D

= 0,031 W/m·K

Bester Schallschutz

www.isover.at


architektur FACHMAGAZIN

96

edv

BCF: Gelbe Zettel

für BIM-Modelle

BIM-Projekte setzen einen koordinierten Informationsaustausch voraus.

Das BCF-Format vereinfacht die Zusammenarbeit und optimiert die Abstimmung

von BIM-Fachmodellen.

Text: Marian Behaneck

Planer kennen das: Die Lage von Kollisionen

oder Problempunkten im Plan einem Projektpartner

am Telefon zu beschreiben, ist

anstrengend. Auch wenn er auf der anderen

Seite der Leitung denselben Planstand

vorliegen hat, kann es zu Missverständnissen

kommen. Die Zeit, die man braucht,

um zu beschreiben, welches Bauteil in welchem

Bauabschnitt, Geschoss, Raum, bei

welcher Wand, Stützen- oder Trägerachse

man genau meint, könnte sinnvoller für die

Problemlösung genutzt werden. Deshalb

wurde mit dem BIM Collaboration Format

(BCF) ein Standard geschaffen, mit dem

Probleme oder Kollisionen im BIM-Modell

per Mausklick inklusive der dazugehörigen

Informationen angezeigt werden. BCF ist

aber mehr als ein „smarter Gelber Zettel“

für BIM-Modelle…

Was ist und was kann BCF?

Das BIM Collaboration Format (BCF) ist,

wie das BIM-Datenaustauschformat IFC, ein

offener, herstellerneutraler openBIM-Datenstandard

für den digitalen Austausch

von Kommentaren, Anfragen, Kollisionsberichten

oder allgemeinen Informationen

zu BIM-Bauwerksmodellen. Während

IFC den Austausch und die Koordination

von BIM-Modellen ermöglicht (architektur

04/20: IFC: Schnittstelle zur BIM-Welt), vereinfacht

das BCF-Format den Austausch

modellbezogener Nachrichten und Informationen

zwischen Projektbeteiligten. BCF

enthält nur Kommunikationsdaten, keine

Modellgeometrie. Das hat Vorteile: Für den

Informationsaustausch müssen keine sperrigen

BIM-Modelle hin- und hergesandt

werden und eine Kommunikation ist auch

zwischen unterschiedlichen Programmen

möglich. BCF ermöglicht somit eine flexible

Koordination zwischen Projektpartnern,

Das BCF-Format vereinfacht die Koordination von BIM-Projekten – die persönliche Kommunikation

kann es aber nicht ersetzen. © AllesWirdGut Architektur ZT

die im Rahmen eines Big/Open BIM-Projektes

mit unterschiedlichen Programmen an

unterschiedlichen Fachmodellen arbeiten.

Bei der Zusammenführung von BIM-Fachmodellen

erkannte Probleme lassen sich

so schneller und effizienter gemeinsam lösen,

als das mit herkömmlichen Methoden

(PDF-Planversand, Telefon, E-Mail) möglich

wäre. Eine Besonderheit des BCF-Formats

ist die intelligente Kommunikation von

BCF mit den beteiligten Programmen: BCF

erkennt, welche Bearbeiter, Programme,

Bauteile oder Elemente an einem Problem

beteiligt sind. Das können auch mehrere

Elemente sein, beispielsweise ein Lüftungskanal

und ein Wanddurchbruch. Erstellt

der Bearbeiter einen Screenshot eines

Kollisionspunktes und versendet er ihn als

BCF-Datei an einen beteiligten Projektpartner,

erhält dieser in seinem Programm die

BCF-Nachricht mit exakt der gleichen Ansicht

des Problems.

Analysen optimieren Prozesse

Dank einer eindeutigen Identifikationsnummer

für jedes Objekt im BIM-Modell,

zoomt sich das Programm automatisch

auf den betreffenden Modellausschnitt ein.

Man muss also nicht mehr zum Beispiel

nach einer falsch positionierten Steckdose

im gesamten Gebäudemodell suchen.

Jede BCF-Nachricht ist ebenfalls mit einer

Identifikationsnummer versehen, so dass

man nachverfolgen kann, wer welche Probleme

gemeldet hat, welche noch ungelöst

sind und welche bereits behoben wurden.


www.architektur-online.com

97

edv

Wurde ein Problem gelöst, erhalten der

BIM-Projektmanager und alle Beteiligten

eine entsprechende Nachricht. Auch Analysen

sind möglich, beispielsweise wie viele

Konflikte in einer bestimmten Zeit für

welche Projekte, Bauabschnitte, Gewerke

etc. gemeldet wurden. Über die Auswertungsfunktion

lassen sich beispielsweise

Statistiken zu besonders problemanfälligen

Bauteilen oder der Dauer von Problembehebungen

erstellen. Das hilft, die Qualität

der Planung zu verbessern und Prozesse

zu optimieren. Nützlich ist das BCF-Format

in jeder Projektphase: In der Entwurfsphase

können Alternativen diskutiert und kommentiert

werden, in der Genehmigungs-,

Werk- und Detailplanung lassen sich im

BIM-Koordinationsmodell erkannte Probleme

schneller und effizienter gemeinsam

lösen, in der Ausführungsphase kann man

Einbau- und Montagehinweise oder Änderungen

festhalten. Auch bei der Übergabe

von AsBuilt-Modellen sind digitale Gelbe

Zettel nützlich: man kann damit auf wichtige

Punkte, Änderungen oder Besonderheiten

hinweisen, für den Gebäudebetrieb

Wartungs- und Instandhaltungsanweisungen

hinterlegen und so weiter.

Gegenüber der herkömmlichen Erfassung von Kollisionen per Excel-Liste und korrespondierendem

Screenshot bietet das BCF-Format viele Vorteile. © AllesWirdGut Architektur ZT

Was enthält eine BCF-Datei?

In einer BCF-Datei sind Informationen in codierter

Form enthalten, anhand derer eine

BIM-Software über Konflikte informiert wird,

die in einer anderen BIM-Software gefunden

wurden. Das ursprünglich 2010 von Solibri

und Tekla entwickelte Datenformat BCF

wird heute unter der Federführung von buildingSMART

International weiterentwickelt.

Vor allem seit der Version 2.0 von 2014 wird

BCF mittlerweile von vielen bauspezifischen

CAD- oder BIM-Modellprüfprogrammen

unterstützt. Die verbesserte und erweiterte

Version 2.1 ist noch nicht verbreitet. BCF

basiert auf dem textbasierten, für die Darstellung

hierarchisch strukturierter Daten

konzipierten XML-Datenformat. Deshalb

haben BCF-Dateien die Dateierweiterung

BCFXML oder in komprimierter Form BCF-

ZIP und können entweder dateibasiert oder

per Web-Anwendung über das BCFAPI-Format

übertragen werden. Jeder Konflikt wird

mit einem eigenen BCF-Eintrag erfasst und

in einem eigenen Ordner abgelegt. Dieser

Ordner enthält alle weiteren Informationen,

die so genannten Viewpoints und Topics

sowie Screenshots. Viewpoints enthalten

die zum jeweiligen Screenshot zugehörige

Kameraposition und Blickrichtung auf das

jeweilige Problem sowie Schnittebenen,

sichtbare und selektierte Bauteile. Anhand

eines oder mehrerer Screenshots, der geometrischen

Koordinaten des lokalisierten

Problems sowie der internen Identifikationsnummern

der beschriebenen Bauteile lässt

sich das Problem in der jeweiligen BIM-Software

blitzschnell lokalisieren. In den Topics

sind die strukturierten Metadaten enthalten.

Dazu gehören unter anderem der BCF-Typ –

das können ein oder mehrere Kommentare,

ein Konflikt, eine Anfrage oder eine Lösung

sein. Der Status gibt an, ob eine Aufgabe offen,

erledigt, in Prüfung oder geschlossen ist.

Neben dem Titel, dem Erstellungsdatum und

dem Autor der BCF-Nachricht wird auch die

Dringlichkeit der Aufgabe in Form von Prioritäten

festgehalten. Außerdem hat jeder Eintrag

einen Lebenszyklus: Von der Problemerfassung

bis zur Erledigung kann damit der

gesamte Vorgang rückverfolgt werden.

Das, was im CAD oder BIM-Modellprüfungsprogramm als Problem

erkannt wurde, … © Data Design System

… kann als BCF-Nachricht erfasst und dem Projektpartner

zugeschickt werden. © Data Design System


architektur FACHMAGAZIN

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edv

Wird der BCF-Problembericht aufgerufen, zoomt sich das BIM-Programm automatisch auf den

betreffenden Modellausschnitt ein. © MagiCAD Group

Wie läuft der BCF-Workflow ab?

BCF-Kollaborationsprozesse laufen wie

folgt ab: Die vom Architekten, Tragwerks-

und TGA-Planer erzeugten Fachmodelle

werden vom BIM-Koordinator per

IFC-Schnittstelle in ein BIM-Modellprüfprogramm

importiert. Stellt er dabei manuell

oder automatisch mit Hilfe individuell

konfigurierter Prüfalgorithmen Kollisionen

und Probleme fest, werden daraus Protokollpunkte

(sogenannte „Issues“) erstellt.

Dabei wird für jedes festgestellte Problem

ein eigener BCF-Eintrag erzeugt (z.B. „Konflikt

zwischen RLT-Kanal und Unterzug in

Raum 205“). Jeder BCF-Eintrag besteht

aus einem eigenen Ordner, der in komprimierter

Form als gezippte BCF-Datei mit

der Dateierweiterung „BCFZIP“ gespeichert

und per E-Mail an die betroffenen Projektpartner

versandt wird. Diese öffnen die

BCF-Datei im eigenen Programm und können

die Konfliktpunkte dank automatischer

Zoom-Funktion und dazugehörigem Kommentar

sofort erkennen und verstehen. Im

nächsten Schritt lösen die Fachplaner die

Probleme direkt in ihrem Fachmodell und

senden die korrigierte IFC-Version, parallel

zur BCF-Datei mit einem entsprechenden

Kommentar und geändertem Status (Bearbeitungsstatus,

Autor, Änderungsdatum),

dem BIM-Koordinator zurück. Dieser prüft

die Fachmodelle erneut und setzt – sofern

die Probleme gelöst wurden – den BCF-Status

auf „geschlossen“. Ist er mit dem Ergebnis

nicht zufrieden, setzt er ihn auf „offen“

und der Korrekturkreislauf beginnt erneut.

Der Versand von BCF-Dateien zur Korrektur

und Koordination ist zwar besser als der

Versand von Excel-Listen und korrespondierenden

Screenshots, setzt aber Disziplin

von allen Beteiligten und klare Regeln für

das BCF-Management in Bezug auf die Nomenklatur,

Ablage, Priorisierung, Verlaufsverfolgung

etc. voraus. Das kann bei großen

Projekten mit mehreren hundert oder

gar tausend manuell oder automatisch generierten

Konfliktpunkten schnell zu einer

Herausforderung werden. Deshalb wurden

spezielle Lösungen für das BCF-Management

geschaffen.

Wer ist mit welchen Konflikten beschäftigt und wie ist deren Status? BCF-Übersichten ermöglichen einen Überblick. © AllesWirdGut Architektur ZT


www.architektur-online.com

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edv

Was können BCF-Manager?

Digitale BCF-Manager machen den manuellen

Versand und die manuelle Verwaltung

von BCF-Nachrichten überflüssig. Werden

entsprechende Lösungen als Plug-Ins in

die jeweilige BIM-Software (z.B. Architektur-CAD,

TGA-CAD, Statik-CAD, BIM-Modellprüfprogramm

etc.) implementiert, lassen

sich BCF-Nachrichten einfacher und

bequemer erstellen, filtern, abrufen und austauschen.

Planer können damit aus ihrem individuellen

BIM-Programm eine BCF-Nachricht

schreiben, die praktisch simultan in

einem Info-Fenster des betreffenden Projektpartners

erscheint und per Mausklick

automatisch auf den jeweiligen Problempunkt

zoomt, worauf dieser auf die Anfrage

oder den Hinweis sofort reagieren kann.

Damit lassen sich Probleme und Kollisionen

im BIM-Modell nahezu in Echtzeit und gegebenenfalls

in Verbindung mit einem Video-Konferenzsystem

relativ bequem und

Pandemie-konform besprechen. Webbasierende

BCF-Kollaborationsplattformen, wie

BIMCollab Cloud, Bimsync, BIMTrack oder

Revizto bieten noch mehr. Damit können

BCF-Nachrichten mit mehreren externen

Projektpartnern synchron ausgetauscht

und auch mit jenen Projektpartnern geteilt

werden, die über keine BIM-Software und

entsprechende Kenntnisse verfügen. Das

können Handwerker oder Bauherren sein,

die sich mit den entsprechenden Zugangsdaten

einloggen, die aktuellen IFC-Modelle

anschauen und BCF-Protokollpunkte kommentieren

können. Dazu bieten die BCF-Kollaborationsplattformen

eine entsprechende

Zugangs- und Rechteverwaltung. Dokumentationen

und Auswertungen der Aktivitäten

aller Cloud-Nutzer machen Abläufe

transparent und ermöglichen ebenfalls Prozess-Optimierungen.

Fazit: BCF beschleunigt

Abstimmungsprozesse

BCF ist im Rahmen der BIM-Planungsmethode

ein wichtiger Baustein, der den

Koordinationsworkflow gegenüber herkömmlichen

Arbeitsweisen erheblich rationalisiert.

BCF kann dazu beitragen, Fehler,

Kollisionen und Problempunkte einfacher

zu lokalisieren, Zuständige zu delegieren,

mit diesen gemeinsam zu besprechen und

den Bearbeitungsstand zu verfolgen. Eine

reibungslose Zusammenarbeit zwischen

Architekt, Fachplanern und ausführenden

Gewerken setzt insbesondere bei größeren

Projekten allerdings den Einsatz cloudbasierter

BCF-Manager voraus, sonst wird es

schnell unübersichtlich.

BCF-Manager vereinfachen das Erstellen, Filtern, Abrufen und den büro- und

plattformbergreifenden Austausch von BCF-Nachrichten. © Kubus/BIMcollab

Für die Dokumentation und Qualitätssicherung nützlich ist die Auswertungsfunktion, die Optimierungsmöglichkeiten

bei der Problem- und Kollisionsbehebung aufzeigt. © Kubus/BIMcollab

Produkte und Anbieter

www.bimcollab.com

www.bimsync.com

www.bimtrack.co

www.revizto.com

Links, Literaturhinweise und Quellen

www.baunetzwissen.de/bim

www.buildingsmart.de

www.buildingsmart.org

BIMCollab

Bimsync

BIM Track

Revizto

Baunetz Wissen BIM

buildingSmart Deutschland

buildingSmart International

[1] Autodesk (Hrsg.): Revit IFC Handbuch. Ausführliche Anleitung für den Umgang mit

IFC-Dateien, Eigenverlag, München 2018, Download: www.autodesk.de/campaigns/interoperability/ifc-handbuch

[2] Döring, T.: BCF – Endlich verständlich, aus: Build-Ing 1/2019, Huss-Medien, Berlin

[3] Esser, S.: Kommunikation in BIM-Projekten auf Grundlage von BCF-Daten, Technische

Universität München, Eigenverlag, München 2018, Download: /www.cms.bgu.tum.de/de

[4] Hausknecht, K., Liebich, T.: BIM-Kompendium. Building Information Modeling als

neue Planungsmethode, Fraunhofer IRB Verlag, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage,

Stuttgart 2021

[5] Trimble (Hrsg.): BIM Collaboration Format. Für den verbesserten Informationsaustausch

zwischen den Gewerken, Download: https://mep.trimble.de/downloads/BCF


www.architektur-online.com

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Schneller zum Planungsziel

mit ArCon Eleco +2021

ArCon Eleco +2021 hält eine Vielzahl an Funktionserweiterungen

bereit, die dem Planer die Möglichkeit

geben, beeindruckende Ergebnisse in kurzer Zeit

zu generieren. Der DXF/ DWG Import benötigt spürbar

kürzere Ladezeiten und erlaubt den Import von

3D-Solids. Das neue 2D-Planlayout-Modul ThouVis für

ArCon ist in ArCon +2021 integriert und hat gegenüber

CreativeLines einen deutlich erweiterten Funktionsumfang.

Die Schnitt-Funktion wurde erweitert, ebenso

wie die Fangfunktionen und die Beschriftung von

Geländehöhenpunkten. Kolorierte Pläne lassen sich

durch neue Fülloptionen – jetzt auch inklusive Grundstücken

und Geländebereichen – erstellen. Weiters ist

die Sichtbarkeit von Treppen und Deckenaussparungen

in Geschossen oberhalb individuell steuerbar. Die

Funktion für die Mehrfachkopie von Podesten und Objekten

wurde um die Möglichkeit erweitert, diese auch

mit einem Versatz in Z-Richtung zu versehen. Somit

lassen sich einfach treppenähnliche Kopien eines Podestes

(oder eines Objektes) erzeugen.

Renderings: Pawel Karpiuk, karpiukdesign.pl

DI Kraus & CO GmbH

T +43 (0)2622 89497-13

office@dikraus.at

www.dikraus.at

www.arcon-cad.at

ABIS AVA aus BIM

Seit den frühen 1990er ist bei ABIS der direkte Datenaustausch

zwischen AVA und CAD Software realisiert.

2017 wurde der Datenaustausch dann auf Open

BIM und das IFC Format umgestellt. Seit diesem

Release hat sich in der Software einiges getan: So

stehen für alle für Ausschreibungen im Hochbau relevanten

Standard IFC-Elemente (z.B. Wand, Fenster,

Fundament) entsprechende ABIS AVA Elemente bereit,

deren jeweiligen Eigenschaften sich miteinander

verlinken lassen und mit entsprechenden Leistungspositionen

ausgestattet sind. Bei diesen können

dann die verlinkten IFC-Eigenschaften von Mengen

und Ausschreiberlücken referenziert werden. Schlussendlich

werden die Bauteile in das LV, bzw. die entsprechende

Obergruppe des LVs eingefügt.

Diese Herangehensweise entspricht im Wesentlichen

auch der neuen Norm A2063-2:2021 die erstmals

den BIM Datenaustausch für AVA in Österreich regelt.

Nachträgliche Änderungen an den IFC-Dateien

können in ABIS-AVA per Aktualisierungs-Befehl berücksichtigt

werden. Zu diesem Zweck steht auch ein

umfangreiches Aktualisierungsprotokoll zur Verfügung,

wo man genau erkennen kann, welche Werte

im 3D-Modell sich geändert haben.

Seinen Kunden stellt Abis das Modul 3D-Massenberechnung/IFC

derzeit kostenfrei zur Verfügung, um möglichst

viele Bestandskunden zur Arbeit mit dem BIM Modell zu bewegen

und Feedback für die Weiterentwicklung zu sammeln.

ABIS Softwareentwicklungs GesmbH

T +43 (0)316 83 13 61

reichhart@abis-software.com

www.abis.at


BENEDICT MARGINTER / MARGINTER ARCHITEKTEN MÖDLING

PLÄNE DIREKT AUS DEM

3D-SCHNITT –

EIN RIESENVORTEIL.

WIR-

STEIGEN-

UM.AT

Büros wie Marginter Architekten wechseln zu Archicad.

Benedict Marginter, Architekt und Gründer: „Durchgängiges

3D-Arbeiten auch mit komplexen Formen – Archicad ist in hohem

Maße darauf ausgerichtet.“ Florian Amri, Büroleitung Bautechnik:

„Direkt aus dem 3D-Schnitt kann man Grafiken und Pläne erzeugen,

das ist für uns ein Riesenvorteil.“

Sehen Sie den Film dazu

unter wir-steigen-um.at


RAY

Chefsessel.

Für alle.

www.selmer.at

Exklusiver Partner der Brunner Group für Österreich

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