architektur FACHMAGAZIN Ausgabe 7 2021

architekturonline.com

Neue Gebäude werden potenziell immer energieeffizienter. Mit voranschreitender technischer Innovation und durchdachter Planung ist es so heute durchaus möglich, Bauwerke zu errichten, die im Betrieb nahezu energieneutral oder in einigen Fällen sogar energiepositiv sind – also mehr Energie erzeugen, als sie für den eigenen Betrieb benötigen.
Noch nicht ganz so weit sind wir jedoch im Bereich der grauen Energie. Also jener Energie, die zum Gewinnen von Rohstoffen, zum Herstellen und Verarbeiten von Bauteilen, dem Transport sowie zur Entsorgung benötigt wird. Doch auch hier gibt es Bewegung. Alternative und regionale Baustoffe bieten z.B. großes Einsparungspotenzial. Immer mehr Architekten erkennen zudem die Möglichkeit, den Gebäudebestand selbst als Rohstofflager zu nutzen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Was nicht von Grund auf neu produziert werden muss, verursacht auch weniger neue CO2-Emissionen. So werden dem Recycling von Baustoffen und Materialien, sowie recyclinggerechten Bauweisen, in Zukunft eine immer wichtigere Rolle zukommen. Man sieht also, die Architektur hat nach wie vor viele Optimierungsmöglichkeiten beim Thema Energie und unsere Auswahl an Projektberichten soll einen gelungenen Umgang mit einigen davon widerspiegeln.

FACHMAGAZIN

WISSEN, BILDUNG, INFORMATION FÜR DIE BAUWIRTSCHAFT

Erscheinungsort Vösendorf, Verlagspostamt 2331 Vösendorf. P.b.b. 02Z033056; ISSN: 1606-4550

07

www.architektur-online.com

November 2021

Bauen &

Energie


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3

Editorial

Bauen & Energie

Neue Gebäude werden potenziell immer energieeffizienter. Mit voranschreitender

technischer Innovation und durchdachter Planung ist es so heute durchaus möglich,

Bauwerke zu errichten, die im Betrieb nahezu energieneutral oder in einigen

Fällen sogar energiepositiv sind – also mehr Energie erzeugen, als sie für den

eigenen Betrieb benötigen.

Noch nicht ganz so weit sind wir jedoch im

Bereich der grauen Energie. Also jener Energie,

die zum Gewinnen von Rohstoffen, zum

Herstellen und Verarbeiten von Bauteilen,

dem Transport sowie zur Entsorgung benötigt

wird. Doch auch hier gibt es Bewegung.

Alternative und regionale Baustoffe bieten

z.B. großes Einsparungspotenzial. Immer

mehr Architekten erkennen zudem die Möglichkeit,

den Gebäudebestand selbst als Rohstofflager

zu nutzen. Der Vorteil liegt auf der

Hand: Was nicht von Grund auf neu produziert

werden muss, verursacht auch weniger

neue CO 2 -Emissionen. So werden dem Recycling

von Baustoffen und Materialien, sowie

recyclinggerechten Bauweisen, in Zukunft

eine immer wichtigere Rolle zukommen. Man

sieht also, die Architektur hat nach wie vor

viele Optimierungsmöglichkeiten beim Thema

Energie und unsere Auswahl an Projektberichten

soll einen gelungenen Umgang mit

einigen davon widerspiegeln.

Die Non-Profit-Organisation Learning Lions

hat es sich zum Ziel gemacht, der Bevölkerung

in abgelegenen afrikanischen Gebieten

technisches Know-how zu vermitteln. Für sie

entwickelte das Berliner Büro Kéré Architecture

einen Campus mit innovativem und nachhaltigem

Lowtech-Konzept. Ganz anders die

Herangehensweise beim neuen Amsterdamer

Gerichtsgebäude. Mit modernster

Technik konnte hier der Energieverbrauch,

im Vergleich zum alten Justizkomplex, um

etwa 90 Prozent gesenkt werden. Ebenfalls

in Amsterdam gelegen ist das neue Bürogebäude

Cedar. Es überzeugt nicht nur durch

ein nachhaltiges und innovatives Konzept,

es fungiert auch als neuer Knotenpunkt inmitten

eines strukturschwachen Stadtteiles.

Ein perfektes Beispiel zur Vermeidung von

grauer Energie zeigen wiederum CITY-

FÖRSTER mit ihrem experimentellen Recyclinghaus.

Aus gebrauchten Materialien

und Bauteilen wurde hier ein Prototyp für

hochwertigen Wohnraum geschaffen. Das

kanadische Architekturbüro Perkins&Will

wiederum, entwickelte mit SoLo ein rurales

Chalet, das mehr Energie produziert, als es

verbraucht und mit seinem nachhaltigen

Gesamtkonzept neue Möglichkeiten für zukünftige

Gebäude aufzeigt. Zu guter Letzt

nutzten Marty Architekten die unkonventionellen

Voraussetzungen eines Bauplatzes inmitten

der Altstadt von Schwyz und schufen

auf minimaler Fläche zwei kleine, energieautarke

und ressourcenschonende Häuser.

Ich wünsche viel Vergnügen mit diesen und

vielen weiteren Themen dieser Ausgabe.

Andreas Laser


architektur FACHMAGAZIN

4

Inhalt

Editorial 03

Architekturszene 08

Tatiana Bilbao: Zwischen Brauchtum

und Innovation

Magazin 14

Akustik 32

Future Art Lab

Bau & Recht 38

WEG-Novelle 2022 ante portas

…das Gute liegt so nah 40

Startup Lions Campus / Turkana /

Kéré Architects

Ein Meer aus Raum und Licht 46

Gerichtsgebäude / Amsterdam,

Niederlande / KAAN Architecten

Flexibel und agil 52

auf allen Ebenen

Bürogebäude ING Cedar /

Amsterdam, Niederlande

Benthem Crouwel Architects

und HofmanDujardin

Radikal recycelt 58

Recyclinghaus / Hannover,

Deutschland / CITYFÖRSTER

Schluss mit schmutzig 64

SoLo / Soo Valley, British Columbia /

Perkins&Will

Klein, aber fein 70

Tiny Houses / Schwyz /

Marty Architektur

Hotelarchitektur 76

Licht 86

Produkt News 88

edv 128

Highend-Thermografie:

Profis sehen mehr

40

46

52 58

64

70

MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER Laser Verlag GmbH; Ortsstraße 212/2/5, 2331 Vösendorf, Österreich

CHEFREDAKTION Andreas Laser (andreas.laser@laserverlag.at)

REDAKTION DI Linda Pezzei, Edina Obermoser, Dolores Stuttner, DI Marian Behaneck, Alexander Magyar, Mag. Theresa Stachowitz, Mag. Matthias Nödl

GESCHÄFTSLEITUNG Silvia Laser (silvia.laser@laserverlag.at) n LTG. PRODUKTREDAKTION Nicolas Paga (nicolas.paga@laserverlag.at) Tel.: +43-1-869 5829-14

GRAFISCHE GESTALTUNG & WEB Andreas Laser n LEKTORAT Helena Prinz n DRUCK Bauer Medien & Handels GmbH

ABONNEMENTS Abonnement (jeweils 8 Ausgaben/Jahr): € 94,- / Ausland: € 115,-, bei Vorauszahlung direkt ab Verlag n Studentenabonnement (geg. Vorlage einer gültigen Inskriptionsbestätigung):

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EINZELHEFTPREIS € 14,- / Ausland € 18,-

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der Redaktion gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Das Magazin und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.


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architektur FACHMAGAZIN

8

Architekturszene

© Iwan Baan

Sozialer Wohnbau – insgesamt 16 Wohneinheiten mit je 52 m 2 und 27.000m 2 öffentlicher Raum – in Acuña, Mexiko, 2015

Zwischen Brauchtum

und Innovation

Zum ersten Mal ist es in Österreich möglich, Einblicke in die Arbeit der mexikanischen

Architektin Tatiana Bilbao zu erhalten. Ihrer Person und Bauphilosophie

widmet das Architekturzentrum Wien noch bis 07. Februar 2022 eine Ausstellung –

diese stellt die wichtigsten Bauten, aber auch die innovativen Ansätze der Expertin

in den Fokus.

Text: Dolores Stuttner

Mit ihrem Architekturbüro Tatiana Bilbao

Estudio, erforscht die Planerin die Bautraditionen

in Mexiko, wobei sie ihre Projekte

stets in den historischen Kontext stellt.

Einen Einfluss auf die Arbeit des Büros

nehmen des Weiteren die verschiedenen

Dimensionen der „Landschaft“ vor Ort –

sowohl natürliche als auch städtische sowie

soziale Gegebenheiten fließen in die

Entwürfe mit ein. Die Architektin liefert mit

ihren Ideen für eine integrative Bauplanung,

Antworten auf viele Herausforderungen

der heutigen Zeit. Die einzigartige Herangehensweise

Tatiana Bilbaos an die Architektur

zeigt auf, wie sich diversifizierte

und sozial sensible Lebensräume auf einer

begrenzten Fläche realisieren lassen. Sie

berücksichtigt die unterschiedlichen Bevölkerungs-

und Einkommensgruppen und

entwirft Siedlungen und Gebäude, die einer

Vielzahl an Bedürfnissen gerecht werden.

Eine soziale, interdisziplinäre

Herangehensweise

Das Werk Tatiana Bilbaos ist vor allem eines:

vielschichtig und breit gefächert. Dieser

Aspekt ist nicht zuletzt der disziplinübergreifenden

Arbeitsweise der Architektin

zu verdanken. So arbeitet sie bei der Umsetzung

ihrer Entwürfe häufig nicht nur mit

anderen Architekten sowie Künstlern, sondern

gleichermaßen mit der Bevölkerung

vor Ort zusammen. Vor der Realisierung

eines Projekts erfolgt stets die Analyse der

Landschaft und der sozialen Bedingungen.

Dies war auch bei der Planung des sozialen

Wohnbaus in Acuna der Fall. Die 2015 errichtete

Siedlung verfügt über 16 Wohneinheiten

von jeweils 52 m 2 und einer öffentlichen

Fläche von 27.000 m 2 . Bilbao wollte

mit diesem Projekt nicht nur Wohnraum

schaffen, sondern gleichermaßen „Schönheit“

in die Umgebung der Bewohner integrieren.

Gemäß der Meinung der Planerin,

müssen weniger privilegierte Menschen oft

auf einen visuell ansprechenden Lebensraum

verzichten – die Architektin will daher

aufzeigen, dass der soziale Wohnbau ebenfalls

schön sein kann. Und mit der Siedlung

in Acuna ist ihr dies gelungen.

u


9

Architekturszene

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architektur FACHMAGAZIN

Tatiana Bilbao ist sich außerdem darüber im

Klaren, dass es für die breite Bevölkerung

generell schwer ist, Schnitte und Grundrisse

von Gebäuden richtig zu lesen. Damit auch

Laien ihre Konzepte verstehen, entwickelte

sie kreative Ansätze für die visuelle Darstellung

ihrer Projekte. Sie nutzte zur Kommunikation

mit der Bevölkerung, aber auch mit

den Projektpartnern schon früh handgezeichnete

Skizzen und Collagen. Gleichzeitig

verzichtete sie auf „Renderings“ – also

realitätsnahe, digitale Visualisierungen. Aus

Sicht der Planerin behindern diese einerseits

den kreativen Prozess und bringen

andererseits die Projektentwicklung zum

Stillstand, da sie die Vorstellungskraft unterbinden.

Der zum Teil verspielte Ansatz

ermöglicht es also, viele Personengruppen

– Experten und Laien – in die Projektentwicklung

zu integrieren, um so eine ganzheitliche

Planung zu gewährleisten.

10

Leistbares Wohnen “Housing +”, Chiapas, Mexiko, 2013 – 2015

Architekturszene

© Tatiana Bilbao Estudio

Tradition als Inspiration

und Wegweiser

Neben dem sozialen Aspekt, haben lokale

Kunst-, Bau- und Kulturtraditionen bei Tatiana

Bilbao einen hohen Stellenwert. Mit

ihrer Architektur schafft sie eine Plattform,

auf der jeder Bewohner seine eigene Existenz

aufbauen kann. Es geht der Planerin

hier außerdem um den sparsamen Umgang

mit Ressourcen. „Ich komme aus einem

Land, in dem vielen Menschen nur wenige

wirtschaftliche Mittel zur Verfügung stehen

– ich bin es deshalb gewohnt, nachhaltig zu

arbeiten“, so die Architektin.

Tatiana Bilbao widmet sich aber nicht nur

der Errichtung einzelner Gebäude, sondern

sie hat sich auch im Städtebau einen Namen

gemacht. In diesem Kontext ist unter

anderem die urbane Nachverdichtung in

Apodaca zu erwähnen. Die Realisierung des

Projekts erfolgte im Jahr 2017, wobei die

Brachflächen der Stadt mit einer Mischung

aus Wohnbauten und Gewerbe gefüllt wurden.

Auf dem Areal dominiert eine kleinteilige

und mehrgeschossige Bebauung, die

sich geradezu spielerisch in den Ort einfügt.

Der Lebensraum in den Wohnhäusern

erstreckt sich über vier Stockwerke, während

die Dachflächen allen Bewohnern als

öffentlicher Raum zur Verfügung stehen.

Trotzdem weist jedes Haus einen anderen

Schnitt und eine andere Grundfläche auf,

wodurch der Stadtteil Familien mit unterschiedlichem

ökonomischem Hintergrund

offen steht. Die Eingänge gemeinschaftlich

und kommerziell genutzter Bereiche sind

von denen der Wohnbauten getrennt, was

die Privatsphäre der Bewohner wahrt.

Wohnblöcke für Menschen unterschiedlicher

Einkommensklassen realisierte Tatiana

Bilbao zudem bei der Umsetzung des Mas-

© Rodrigo Chapa

terplans „Territorio de Gigantes“ im mexikanisches

Aguascalientes. Letztere gilt als

sauberste Stadt in Lateinamerika, mit einer

gleichermaßen hohen Lebens- und Wohnqualität.

Aufgrund ihrer starken kulturellen

Tradition ist sie außerdem ein bekannter

Touristenmagnet im Hinterland Mexikos.

Im Rahmen des Projekts musste sich die

Architektin den komplexen Anforderungen

der lokalen, urbanen und regionalen Planung

stellen. Es war ihr möglich, das Areal

mit der dringend benötigten technischen

und sozialen Infrastruktur auszustatten. Als

Herausforderung erwies sich hier die Größe

des Stadtteils – dieser nimmt immerhin 15

Prozent der Fläche von Aguascalientes ein.

Es galt hier, eine stimmige Ergänzung zur

bereits vorhandenen, umliegenden Bebauung

zu schaffen und zugleich den Anforderungen

der zukünftigen Bewohner gerecht

zu werden.

Herzstück des Projekts sind daher zweifelsohne

die farbenfrohen, kompakten

Wohnblöcke. Alle Wohnungen sind mit zwei

Schlafzimmern ausgestattet, wobei einzelne

Appartments um einen dritten Schlafraum

erweiterbar sind. Es orientiert sich also auch

dieser, auf Flexibilität ausgelegte Entwurf

Bilbaos an den Bedürfnissen der Menschen

– der Bevölkerung wird bei einem sparsamen

Umgang mit Fläche ausreichend Raum

zur Selbstverwirklichung bereitgestellt. u

Nachverdichtung „Territorio de Gigantes“,

Aguascalientes, Mexiko, 2013 – 2018


11

Magazin

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architektur FACHMAGAZIN

12

Architekturszene

© Tatiana Bilbao Estudio

Aquarium und Meeresforschungszentrum Cortes, Mazatlán, Sinaloa, Mexiko

Öffentliche Bauten als

lebendiger Organismus

Einfühlsam ist der Ansatz der Planerin nicht

nur dann, wenn es um die Gestaltung von

Wohnräumen geht. Auch beim Entwurf für

das Aquarium und Meeresforschungszentrum

Cortes, in Mazatlan, bewies Tatiana Bilbao

Umsichtigkeit. Das Projekt ist im zentralen

Park des Ortes gelegen, wobei es auf

einer Fläche von 13.000 m 2 als verbindendes

Element zwischen dem umliegenden

öffentlichen Raum, den Grünflächen und

der Kulturlandschaft fungiert.

Dabei war es das Bestreben der Expertin,

die im Aquarium auf drei Ebenen dargestellte

Meereslandschaft von Cortes mithilfe der

Architektur optimal zur Geltung zu bringen.

Das Bauwerk nimmt so die Funktion eines

Bilderrahmens ein, der die wichtigsten

Aspekte der Exhibition unterstreicht. Der

Mensch steht als Besucher im Mittelpunkt.

Da die Architektur gezielt Akzente setzt,

wird ihm ein einzigartiger Einblick in eine

andere Welt gewährt.

Domesticity, Collage

Kennzeichnend für das Gebäude werden

aber nicht nur die Meeresbewohner im Inneren,

sondern gleichermaßen die lebendige

Außenhülle sein. Begrünte Bereiche an

Fassaden und Dächern sollen den Bau mit

seiner linearen Struktur zum Leben erwecken.

Bewusst ist die lockere Anbringung

der Bepflanzung an den rotbraunen Wänden

vorgesehen. Von dort aus, kann sich

das Grün dann ausbreiten, wodurch der

Außenbereich zu einem eigenen Organismus

wird, der sich nahtlos in den umliegenden

Park einfügt. Die Planung des Projekts

wurde mit 2019 abgeschlossen – derzeit

befindet sich das Aquarium und Meeresforschungszentrum

in der Bauphase.

Geht es um die Kombination von Innovation,

Tradition und der sozialen Integration in

der Bauplanung, ist Tatiana Bilbao Vorreiterin.

Sie zeigt auf, dass es selbst in einem

schwierigen Kontext möglich ist, Architektur

zu schaffen, die sich am Menschen

orientiert und mit ihm die Geschichte eines

Areals neu aufleben lässt.


© Tatiana Bilbao Estudio


13

Magazin


architektur FACHMAGAZIN

14

Magazin

Renaissance

des Lebens

Der DESIGNBLOK in Prag ist nicht nur Tschechiens größte und wichtigste Messe

für Design und Mode, sondern mit seiner 23. Auflage mittlerweile zum Fixpunkt

der europäischen Kreativszene avanciert. Vom Mailänder Salone inspiriert und

1999 von Jana Zielinski und Jiří Macek gegründet, präsentierten in diesem Jahr

227 AusstellerInnen aus ganz Europa auf 10.000 m 2 ihre neuesten Produkte und

Installationen im Gabriel Loci Areal im Stadtteil Smíchov sowie in der Altstadt im

Museum der dekorativen Künste (UPM).

Text: Linda Pezzei

Jede Ausgabe des DESIGNBLOK steht traditionell

unter einem anderen, den Zeitgeist aufgreifenden

Motto. In diesem Jahr fiel die Wahl auf “štěstí”, zu

Deutsch Glück. “Ich glaube, die Pandemie hat uns

alle zu uns selbst zurückgebracht. In unsere Heime,

an Orte, wo wir uns sicher und wohl fühlen. Im Design

sehen wir eine Annäherung an die Natur – eine Verbindung

von menschlichen Bedürfnissen mit einem

verantwortungsvollen Ansatz für unsere Zukunft”,

erklärt Zielinski, wie sie die Auswirkungen von Corona

auf die Gestaltung unserer Wohn- und Lebensräume

wahrnimmt. Für die Direktorin des DESIGNBLOK

ist es nach der langen Zeit der Isolation aber auch ein

Segen und gleichermaßen unabdingbare Notwendigkeit,

das Glück wieder feiern zu dürfen und auch aus

den uns umgebenden, gestalteten Objekten Glückserlebnisse

zu ziehen.


www.architektur-online.com

15

Magazin

Passend dazu, wurde für das Designfestival ein Ausstellungskonzept

mit dem Namen RENAISSANCE 21

entwickelt. “Wir haben uns auf das tschechische traditionelle

Handwerk in Verbindung mit Innovationen

und neuen Technologien konzentriert. 22 tschechische

Hersteller und Manufakturen sowie 25 Designer

stellen ihre Produkte in diesem Zusammenhang

selbst oder in Kooperation mit traditionellen Handwerkern

her. Ich denke, dass dies ein sehr guter Weg

sein kann, um einen nachhaltigen Ansatz der Produktion

zu finden, der auch die lokale Wirtschaft und

das regionale Design unterstützt”, erklärte Zielinski.

Das renommierte tschechische Design-Duo Herrmann&Coufal

griff den Aspekt der Nachhaltigkeit

mit einer wiederverwertbaren Installation im DIY-Stil

für die “Designerie” auf. Der große Raum fungierte

wie schon im vergangenen Jahr als Herzstück des

DESIGNBLOK. Neben upcycelten Möbeln zum Entspannen

gab es eine Station, an der die BesucherInnen

ihre eigene Leuchte bauen konnten. “Für uns ist

es das Glück, das man erlebt, wenn man etwas von

dauerhafter Schönheit geschaffen hat”, brachten

Eduard Herrmann und Matěj Coufal die Idee ihres

Konzepts dann auch treffend auf den Punkt. u


architektur FACHMAGAZIN

16

Magazin

Die Mischung aus Möbel- und Produktdesign, Mode,

Installationen, Vorträgen und Workshops macht den

DESIGNBLOK in seiner Form vielleicht so einzigartig.

Hersteller wie Prolicht, Vitra, Hansgrohe, Hülsta,

Laufen, LD Seating, Master&Master oder Ton nutzten

den Rahmen dementsprechend, um sich und ihre Produkte

einmal in einem anderen Licht zu präsentieren

– abstrakter, verspielter, tiefgründiger. Brokis, Boma

und Lasvit haben, neben anderen auf Licht- und/oder

Glaskunst spezialisierten Manufakturen, in diesem

Jahr einmal mehr untermauert, warum es sich lohnt,

auf traditionelle Techniken und regionales Können zu

setzen: In Kombination mit modernem Design entstehen

so – gestalterisch wie materiell und immateriell

gesehen – Objekte von Wert, die unsere Räume bereichern

können.

Spannend ist in diesem Zusammenhang auch die Arbeit

des Stuckateurs Oliver Braun, der sich mit seinem

Handwerksbetrieb auf künstlerische Stuckarbeiten

und Dekorationen in Innenräumen spezialisiert hat. Im

Rahmen des Open Studio präsentierte er diese Kunst

als eindrucksvolle Installation, die nur als Werbung für

solch traditionelle Berufe dienen konnte und einmal

mehr die Vielzahl an Facetten aufzeigte, die Design

abdecken kann. Dass Funktion, Ästhetik und Poesie

auch zusammengehören können, wenn es um Fenster

geht, bewies JANOŠÍK mit seinem sehr reduzierten

Fensterrahmen-Profil: “Das Glück liegt nicht in den

Produkten, nicht einmal in den Fenstern. Es gründet

in den Räumen, die diese Produkte schaffen.” •


17

Magazin

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architektur FACHMAGAZIN

18

Magazin

Lebensqualität

nachhaltig verbessern

Seit 2015 setzt sich WeBuilding e. V. für den Bau von nachhaltigen Bildungseinrichtungen

und Gemeindegebäuden in einkommensschwachen Regionen in Afrika

und Lateinamerika ein. Die Non-Profit-Organisation wurde von einer internationalen

Gruppe von Architekten gegründet, die gemeinsam mit lokalen NGO’s Bauprojekte

umsetzt, die nicht nur effizient, sondern auch nachhaltig sind.

Fotos: WeBuilding

Die lokalen Organisationen dienen als Experten für

die individuellen Anforderungen und Bedürfnisse

vor Ort und werden von WeBuilding mit interdisziplinärem

Fachwissen, einem agilen Netzwerk, zuverlässigen

Partnern und langjähriger Erfahrung in der

Umsetzung internationaler Bauprojekte unterstützt.

Die so entstehenden architektonischen Lösungen

ermöglichen es, bei gleichem Budget, sowohl umweltfreundlicher

als auch alltagstauglicher zu bau-

en. So kann beispielsweise, durch die geschickte

Platzierung von Fensteröffnungen und Dachbelüftungen,

ein besseres Raumklima bei gleichzeitig höherem

Tageslichteinfall erreicht werden. Lokale, einfach

zu beschaffende, Materialien sorgen nicht nur

für eine verbesserte Klimabilanz sowie eine höhere

Wertschöpfung in der Region, sie vereinfachen auch

die Baulogistik vor Ort.

www.we-building.org

Darmang Community School / Ghana

Große, flexible Fensterreihen auf

beiden Seiten, eine großzügige

Dachöffnung zum Wärmeausgleich

und der Einsatz von CSEB – komprimierten,

stabilisierten Lehmsteinen,

die ausgleichend auf Temperatur und

Luftfeuchtigkeit wirken. Um Regengeräusche

zu reduzieren, wurde eine

zusätzliche Schicht zur Schalldämmung

aufgebracht.

ROBA River of Blessing Academy / Ghana

Bei der ROBA-Schule wurden altbewährte

Lösungen aus vergangenen Projekten

angewendet und weiterentwickelt: Ein

Holzrahmenbausystem ist nicht nur

wirtschaftlich eine sinnvolle Alternative,

sondern lässt sich auch schneller

umsetzen. Um das kleine Grundstück so

effizient wie möglich zu nutzen, wurden

die Bereiche zwischen den Räumen und

der Zaunmauern als Außenerweiterung

der Klassenzimmer genutzt.


19

Magazin


architektur FACHMAGAZIN

20

Magazin

In 45 Stunden gedruckt

Österreichs erstes Gebäude aus dem 3D-Drucker wird im niederösterreichischen

Hausleiten entstehen: Der Bautechnologiekonzern STRABAG setzt gemeinsam

mit dem Gerüst- und Schalungshersteller und 3D-Betondruck-Pionier PERI einen

rd. 125 m 2 großen Bürozubau der Asphaltmischanlage in Hausleiten um. Der Trockenmörtel

für den 3D-Druck, der lange Verarbeitbarkeit und gute Pumpbarkeit

garantiert, kommt dabei von Lafarge.

„Der 3D-Betondruck bringt einen wichtigen Innovationsimpuls

für die Baubranche und ist eine spannende

Ergänzung zu anderen Bauweisen. Wir wollen mit diesem

Praxistest gemeinsam mit unseren Partnern den

3D-Betondruck weiterentwickeln. In Hausleiten konnten

wir bereits bei der gemeinsamen Planung wichtige

Erkenntnisse für den künftigen Einsatz erzielen“, sagt

der für Digitalisierung und Innovation verantwortliche

STRABAG-Vorstand Klemens Haselsteiner.

3D-Druck bietet dort, wo er technisch und finanziell

eingesetzt werden kann, mehrere Vorteile: Die

maximale Druckgeschwindigkeit des in Hausleiten

eingesetzten BOD2 Portaldruckers liegt bei einem

Meter pro Sekunde und verkürzt die Bauzeit deutlich.

Der Rohbau in Hausleiten wird somit in rund 45

Stunden reiner Druckzeit fertiggestellt sein. Darüber

hinaus ermöglicht der 3D-Druck Gestaltungsfreiräume

gegenüber dem klassischen Betonbau, wie z.B.

architektonisch ansprechende abgerundete Formen.

„Gebäude aus dem 3D-Drucker etablieren eine neue

Sprache für Beton, die digital und umwelttechnisch

fortschrittlich ist. Das intelligente Material erlaubt

architektonische Freiheit in der Formensprache und

überzeugt in der Anwendung. So sind wir in der Lage,

mehr mit weniger zu bauen“, so Berthold Kren, CEO

bei Lafarge Österreich.


21

Magazin

Theben thePixa KNX

Klassische Präsenzmelder waren gestern: Der optische Präsenzmelder thePixa von

Theben erkennt, wie viele Menschen sich in welchem Raum aufhalten. Daraus kann die Gebäudeautomation

entsprechende Aktionen ableiten und lässt zum Beispiel in einem vollen Raum die

Lüftung anspringen. Und das ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die thePixa auf Lager hat.

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architektur FACHMAGAZIN

22

Magazin

© Franz Ertl/V+P

Innovationen, die Schule machen

Die Seestadt Aspern gilt als Labor für Innovationen. Der Bildungscampus Liselotte

Hansen-Schmidt ist ein Beispiel für Nachhaltigkeit, das mit Sicherheit Schule machen

wird. Der soeben eröffnete Bildungscampus, geplant von Karl und Bremhorst

Architekten, spielt technisch quasi „alle Stückln“, wie Architekt Christoph Karl bei

einem Rundgang erläutert: „Die Seestadt Aspern erhält mit dem neuen Campus

einen modernen Bildungsbau, in dem ein innovatives Energiekonzept mit dem

Einsatz erneuerbarer Energieformen in einem hochwertigen architektonischen

Ambiente verwirklicht wird.“

Der Bildungscampus der Stadt Wien beherbergt einen

Kindergarten, eine Volksschule, eine neue Mittelschule

sowie sonderpädagogische Einrichtungen. Insgesamt

können bis zu 1.100 Kinder und Jugendliche ganztägig

betreut werden. Gleich neben dem Campus gibt es ein

Jugendzentrum, ein Café, einen Veranstaltungsraum

sowie viele Sportflächen. Die Besonderheit liegt aber

im nachhaltigen Konzept – energietechnisch wie auch

sozial. Es gibt Gärten und Dachgärten, die angrenzenden

Plätze und Grünflächen mit Spielplätzen dürfen

Schülerinnen und Schüler sowie Bewohnerinnen und

Bewohner gleichermaßen nutzen.

Die begrünte Fassade bildet einen natürlichen Sonnenschutz.

Das Energiekonzept basiert auf Bauteilaktivierung:

Geheizt und gekühlt wird ohne fossile

Energie. Die Erdwärme bzw. im Sommer -kühle, wird

über die Wärmepumpe im gesamten Gebäude verteilt,

mit Hilfe von Wasserrohren, die in die Betonbauteile

eingelegt wurden und Beton ideal als Speichermasse

nutzen. Die Wärmepumpe wird direkt von der

Photovoltaikanlage am Dach mit Strom versorgt. Der

Bildungscampus ist damit energietechnisch weitgehend

autark und setzt ausschließlich auf erneuerbare

Energiequellen.

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Österr. Zementindustrie

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27 23

Magazin


architektur FACHMAGAZIN

Concrete Design Competition

24

Magazin

Die Concrete Design Competition verfolgt

das Ziel, eine zukunftsweisende

Weiterentwicklung der Bemühungen,

Innovationen mit und rund um den

Baustoff Beton voranzutreiben und

die interdisziplinäre Zusammenarbeit

zu forcieren. Der Wettbewerb richtet

sich an Studierende der Fachrichtungen

Architektur, Bauingenieurwesen,

Umweltingenieurwissenschaften,

Kulturtechnik und Wasserwirtschaft,

Raumplanung, Landschaftsplanung,

Design und verwandter Disziplinen an

den Universitäten und Fachhochschulen

aus Belgien, Deutschland, Irland,

den Niederlanden und Österreich.

Das Wettbewerbsthema „Reimagine“ bringt

die aktuellen globalen Herausforderungen

auf den Punkt: Das Bauen muss neu gedacht

werden. Wie wollen wir zukünftig unsere Flächen

nützen, den Flächenverbrauch reduzieren,

Rohstoffe schonen, Energie einsparen,

der fossilen Energie eine Absage erteilen.

Eingereicht können studentische Arbei-

ten werden, die von Einzelpersonen oder

Teams bis zu drei Personen erarbeitet worden

sind, wobei alle Mitglieder an einer österreichischen

Universität oder Fachhochschule

im Studienjahr 2021/22 inskribiert

(gewesen) sein müssen. Einreichfrist ist

der 4. April 2022.

Unterstützer des Wettbewerbs sind national

Beton Dialog Österreich (BDÖ) und dessen

Träger-Organisationen der Güteverband

Transportbeton (GVTB), der Verband

Österreichischen Beton- und Fertigteilwerke

(VÖB) und die Vereinigung der Österreichischen

Zementindustrie (VÖZ). International

wird der Wettbewerb von FEBELCEM

– Federation of the Belgian cement industry

(Belgien), dem InformationsZentrum Beton

GmbH (Deutschland), der CMI – Cement

Manufacturers Ireland (Irland) sowie der

Tektoniek University und Betonhuis|Cement

(Niederlande) getragen.

www.concretedesigncompetition.com

www.zement.at/cdc_reimagine

Trends und

Innovationen

Die imm cologne 2022 wird die erste

Einrichtungsmesse nach der pandemiebedingten

Pause sein, auf der

Unternehmen bedeutende Trends und

Innovationen einem internationalen

Publikum präsentieren.

Das Erleben der Ware, Trendscouting sowie

Networking und Ordern auf der Messe vor

Ort sind nach der Pause essenziell und der

Wunsch nach einem internationalen Branchentreffpunkt

spiegelt sich auch in den

bereits vorliegenden Registrierungen zur

Messe wider. Mit einem Buchungsstand von

rund 70 Prozent, haben bereits namhafte

Marken und Hersteller ein klares Bekenntnis

für den Re-Start der imm cologne abgegeben.

Mit einem hohen Auslandsanteil

bleibt die imm cologne der Marktplatz für

internationale Aussteller mit einer starken

Beteiligung aus Europa.

Mit der „imm cologne 365“ wurde zudem

ein Konzept aus drei Bausteinen entwickelt,

das die internationale Leitmesse auf

ein neues Level hebt: Die Live-Messe als

der internationale Branchentreffpunkt zum

Jahresauftakt. Das neue Online-Magazin

„the magazine by imm cologne“ fokussiert

auf Schwerpunkte, die die Welt der Einrichtungsbranche

bewegt und bewegen wird

– eingeteilt in spannende Themenbereiche.

Und bei der digitalen Branchenplattform

„ambista“ stehen Produkte, Produktneuheiten

und Business-Matching im Fokus. Damit

bietet „ambista“ beste Voraussetzungen für

ein branchenübergreifendes Networking

und eine qualifizierte Leadgenerierung an

365 Tagen im Jahr.

imm cologne

17. - 23. Januar 2022

www.imm-cologne.de


www.architektur-online.com

Weniger Lärm, mehr Fassade

25

Magazin

Immer öfter wird Lärmbelästigung von Menschen als aggressive

Form von Umweltverschmutzung wahrgenommen und

ständige Beschallung durch Lärm unterschiedlichster Art gilt

unter Experten auch als gesundheitsschädlich. Vor allem im

Wohnbau ist es daher eine der wesentlichen zentralen Forderungen,

die Lärmbelastung stark zu reduzieren. Da sich die

akustischen Belastungen außen nur selten einfach verbessern

lassen, muss die Architektur darauf reagieren und verbesserte

Maßnahmen setzen, um Lösungen in Form der Fassade finden.

Gerade an viel befahrenen Straßen kann die Vorgehängte Hinterlüftete

Fassade (VHF) einen Großteil des Lärms von der Außenwand

abhalten. In Zahlen bedeutet das, dass in Abhängigkeit von

Dämmschichtdicke, Masse der gewählten Bekleidung und dem Anteil

offener Fugen das bewertete Schalldämmmaß der Außenwand

durch eine VHF um bis zu 14 dB gesteigert werden kann. Durch den

Abstand zwischen den Platten der vorgehängten Fassade und der

dahinterliegenden Wand entsteht in Kombination mit der Wärmedämmung

aus Mineralwolle eine Art akustischer Puffer, der zu einer

deutlichen Schallverminderung führt.

Analysen zeigen deutlich, dass eine hinterlüftete Fassade mit Wärmedämmung,

Unterkonstruktion und Außenverkleidung die Schalldämmung

einer Massivwand erhöht. Die hinterlüftete Fassade bietet

somit dank ihres prinzipiellen Aufbaus einen sehr guten Schallschutz

und deckt dabei das maßgebliche Spektrum an Schallfrequenzen ab.

© Rieder

Österreichischer Fachverband für

hinterlüftete Fassaden (ÖFHF)

T +43 (0)660 5664423

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architektur FACHMAGAZIN

26

Magazin

Effizienz in

Schräglage

Sei es bedingt durch steigende Immobilienpreise oder Corona und Co. – immer öfter

streben Menschen nicht mehr nach Einfamilienhäusern, sondern nach Nähe und

Gemeinschaft. Auf diesen Trend reagierten MWArchitekten mit dem Doppelhaus am

Hang. Das Eigenheim des Architektenpaars wird zum Vorbild für nachhaltigen und

leistbaren Wohnraum, der zudem mit einer hervorragenden Energiebilanz glänzt.

Text: Edina Obermoser Fotos: Adolf Bereuter

Das Projekt besteht aus zwei Haushälften mit je 125

Quadratmetern Wohnfläche. Während eine der Einheiten

den Planern selbst gehört, diente die zweite

dem Verkauf. Auf diese Weise sollte das Grundstück

bestmöglich genutzt und nachhaltig bebaut werden.

Die kompakte Form des Baukörpers garantiert Intimität

und maximale Effizienz. Sämtliche Fassaden sind

in sägerauem und gehobeltem Fichtenholz umgesetzt

und interpretieren die traditionelle Gestaltung

der Bestandsbauten in der Umgebung auf moderne

Weise neu. Der regionale Naturwerkstoff prägt das

Haus außen wie innen und lässt es, dank der engen

Zusammenarbeit der lokalen Unternehmen, wie aus

einem Guss erscheinen.

Im Inneren des Doppelhauses entwickeln sich die

rechteckigen Grundrisse gespiegelt über drei Stockwerke

nach oben. So wird jeder Zentimeter optimal

genutzt und mit maßgenauen Einbauten liebevoll

bis ins kleinste Detail geplant. Wie es der Name vermuten

lässt, folgt der Entwurf dabei der natürlichen

Neigung des Geländes. Diese verwandelten die Architekten

im Erdgeschoss in zwei Niveausprünge mit

Sitzstufen. Mit ihnen zonierten sie den offenen Koch-,

Wohn- und Terrassenbereich und sorgten trotz Mindesthöhe

für einen großzügigen Eindruck. Drei weitere

Zimmer und ein Bad im ersten Stock sowie ein

Raum mit anschließender Terrasse unter dem Dach

komplettieren das Programm.


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27

Magazin

Das zertifizierte Niedrigstenergiehaus überzeugt

mit einem intelligenten Energiekonzept, das sich aus

mehreren Komponenten zusammensetzt. Um Platz

und Kosten zu sparen, sind die Außenwände ohne

innere Vorsatzschale ausgeführt. Die Installationen

finden in den Decken, Innenwänden und Möbeln

Platz. Mittels Erdwärmepumpe wird geheizt. Anstatt

künstlicher Klimatisierung gibt es ein automatisches

Dachfenster. Dieses ist zentral über dem Treppenhaus

positioniert. Dank der offenen Stufen strömt

frische Luft von unten durch das ganze Haus, kühlt

dieses über Nacht und reguliert das Raumklima auf

natürliche Art und Weise. Eine dezentrale Lüftung

mit Wärmerückgewinnung im Schlafzimmer rundet

das System ab.

Design & Funktion

in Balance.

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– Geradlinige Geometrie fügt sich harmonisch

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bis Oberfläche

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architektur FACHMAGAZIN

28

Magazin

16 Minuten

In Kooperation mit Delta realisierten SWAP Architekten, gemäß dem Leitbild der

Wiener Universität für Bodenkultur BOKU, einen ökologischen Holzbau. Das neue

Ilse Wallentin Haus ist für maximale Energieeffizienz kompakt ausgeführt und

vereint Bibliothek und Seminarzentrum auf rund 3.000 m 2 . Seine Nachhaltigkeit

erreicht es zum Großteil durch das Material: Das verbaute Holz wächst laut Planern

in österreichischen Wäldern innerhalb von nur 16 Minuten nach.

Text: Edina Obermoser Fotos: Hertha Hurnaus

Der schlichte, quaderförmige Baukörper setzt sich

aus einem Sockel und einem Erschließungskern

aus Beton sowie vier Geschossen in Holzbauweise

zusammen. Sämtliche Brettschichtholzelemente kamen

vorgefertigt auf die Baustelle. Während die Außenhülle

aus unbehandelter Lärche gefertigt wurde,

entschied man sich im Inneren für Fichtenholz. Die

Ansichten prägen die auffällig gerasterten Pfosten

und Riegel der Konstruktion. Dreifachverglasungen

komplettieren die Fassaden.


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29

Magazin

Das Naturmaterial bestimmt im gesamten Universitätsgebäude

nicht nur die Struktur, sondern auch die

Optik. In den Innenräumen zeigen sich die Träger in

Form von kassettierten Decken. Diese regulieren die

Akustik und sorgen für Gemütlichkeit. Durch die großflächigen

Fenster gelangt viel Licht in die Räume. Sie

werden von niedrigen Sitzbänken mit Blick nach draußen

gesäumt und lassen den Bau in Dialog mit seiner

Umgebung treten. Dadurch entsteht eine angenehme

und produktive Atmosphäre zum Lernen und Arbeiten.

Im Eingangsniveau verfolgt das Planerteam mit

mobilen Trennwänden ein flexibles Nutzungskonzept.

Neben dem Foyer und einer Mensa gibt es Seminarräume

für insgesamt bis zu 500 Studierende. Die einzelnen

Bereiche können bei Bedarf zusammengelegt

werden und bieten Platz für Veranstaltungen. Im ersten

Stock befindet sich die mit Lernzonen ausgestattete

Bibliothek. Den Abschluss bilden die obersten

beiden Geschosse mit Institutsräumen.

Planung und Umsetzung des Neubaus erfolgten

mithilfe eines integralen BIM-Modells. Die digitale

Technologie vereinfachte nicht nur die Produktion

der Fertigteile, sondern überwachte mit speziellen

Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren außerdem

die Qualität des Holzes in jeder Bauphase. Auch

aus energetischer Sicht überzeugt das Ilse Wallentin

Haus: Das hocheffiziente Haustechniksystem

kombiniert eine Fernwärmeheizung mit Wärmerückgewinnung

aus der Lüftung – welche wiederum die

Heizung unterstützt – sowie einen außenliegenden

Sonnenschutz und bringt dem Holzbau mit 965 von

1000 möglichen Punkten das österreichische Qualitätszeichen

klimaaktiv Gold ein.

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architektur FACHMAGAZIN

30

Magazin

Grüne Arbeitswelt

Mit Europas größter begrünter Fassade fällt Kö-Bogen II schon von außen auf. Im

Inneren zeigt sich, was ein modernes Multispace-Büro ausmacht. Hier wurde eine

Synthese aus OpenSpace-Flächen und Einzelbüros mit verschiedenen Möglichkeiten

der Zusammenarbeit geschaffen, die eine ruhige Arbeitsatmosphäre und

Rückzugsmöglichkeiten bietet.

Der Kö-Bogen II ist Teil der Stadterneuerung Düsseldorfs

und bringt mit der terrassierten Fassade

aus dreißigtausend Pflanzen mehr Natur in die Innenstadt.

Das Ensemble aus Pavillon, Büro- und Geschäftshaus

von ingenhoven architects wurde 2020

äußerlich vollendet. Kürzlich konnte ein erster Teil

der Bürofläche bezogen werden. Die Arbeitsplatzberater

Projektlabor haben hier eine flexible Arbeitsumgebung

für drei gemeinsam arbeitende bautechnische

Beratungsunternehmen geschaffen, welche die

Rückkehr aus dem Home-Office zum Erlebnis macht.

Die achthundertfünfzig Quadratmeter große Bürofläche

verläuft über die dritte und vierte Etage. Grundlage

für die Konzeption der Bürostruktur war ein im

Vorfeld durch Projektlabor geleiteter Workshop, in

denen die individuellen Bedürfnisse und Wünsche

der MitarbeiterInnen sowie des Führungspersonals

Thema waren. Mehr Kommunikation und Begegnung

war dabei zentrales Thema. Für den neuen Sitz wurde

daher eine Synthese aus Open-Space-Flächen

und Einzelbüros mit verschiedenen Möglichkeiten

der Zusammenarbeit geschaffen.


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31

Magazin

++

Unten dient ein offener Eingangsbereich mit

Garderobe und Sitzgelegenheiten als Empfang,

an den ein Konferenzraum, Einzelbüros sowie

Besprechungs- und Projekträume anschließen.

Sessel, Sofas und Tische bilden Nischen und Aufenthaltsbereiche

für Arbeit oder Pause. Entlang

der verglasten Gebäudeseite befindet sich ein

Open Space mit Sitzgruppen sowie ein weiterer

Konferenzraum. Ein offener Küchenbereich sowie

eine Terrasse ermöglichen spontane und festliche

Zusammenkünfte.

Über eine offene Treppe wird die obere Ebene

erreicht, wo sich eine offene Bürostruktur mit

Sitzgruppen, kleinen Büros und Besprechungsräumen

abwechselt. Die verglaste Fassade bietet

natürliche Belichtung und öffnet den Blick auf

die Dächer der umliegenden Gebäude sowie in

den grünen Innenhof. Gerade hier, wo Arbeit, sozialer

Austausch und Freizeit zusammenfließen,

war es wichtig, den MitarbeiterInnen eine ruhige

Arbeitsatmosphäre und Rückzugsmöglichkeiten

zu bieten. Eingezogene Vorhänge ermöglichen

ungestörtes Arbeiten, auch wenn zugleich Billiard

gespielt wird.

Schallabsorbierende quadratische Deckensegel

von Ecophon garantieren dabei eine gute Akustik.

Die hellgrauen Segel greifen die rohe Ästhetik

der Betondecke auf und unterstützen durch ihre

regelmäßige Montage die Zonierung der Arbeitsbereiche.

Sie sorgen für eine akustische Balance

zwischen Begegnung und konzentrierter Arbeit,

die sowohl soziale Interaktion als auch Privatsphäre

erlauben. So kommen Offenheit und Abschirmung,

Interaktion und Diskretion, lauter und

leiser in einem Raum zusammen.

Weitere inspirierende Projekte finden Sie auf:

www.ecophon.de


architektur FACHMAGAZIN

32

Akustik

Alles für den

guten Klang

Die mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien zählt zu den weltweit

größten und renommiertesten Universitäten für Musik, Theater und Film. Mit dem

Neubau des Future Art Lab verfügt sie seit Beginn des Wintersemesters 2020 über

einen eindrucksvollen Neubau auf ihrem Campus am Anton-von-Webern-Platz.

Fotos: Hertha Hurnaus, Toni Rappersberger

Das von den Architekten Pichler & Traupmann entworfene

Gebäude fügt sich, mit seiner markanten

Architektur und charakteristischen Fassade aus Aluminiumverbundplatten,

in das bestehende Gebäude-Ensemble

ein und bietet auf 3.400 m² großzügigen

Platz für drei Institute der mdw. Zusätzlich beherbergt

es mit dem Klangtheater, einem Arthouse-Kino,

einem Aufnahme- und einem Konzertsaal gleich vier

Säle, die architektonisch, technisch und akustisch

keine Wünsche offenlassen. Für letzteres zeichnen

die Akustikexperten der Müller-BBM GmbH unter

Projektleiter Dr. Andreas Meier verantwortlich.

Die innere Organisation ist einzig und allein den

funktionalen und bauakustischen Anforderungen geschuldet

sowie dem Bestreben, jedem Institut größtmögliche

Kompaktheit bei gleichzeitiger maximaler

Tageslichtexposition zu ermöglichen.

Das Institut für Elektroakustik und Komposition, mit

den großvolumigen Sälen, dem Klangtheater und

dem Aufnahmesaal, ist aus bauakustischen Gründen

im ersten Untergeschoss angesiedelt. Über einen

versenkten Hof werden seine Unterrichtsräume aber

dennoch natürlich belichtet. Die zugehörigen, administrativen

Räumlichkeiten, sowie das Hauptfoyer,

befinden sich im Erdgeschoss.


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33

Akustik

Das flächenmäßig größte Institut, die Filmakademie,

nimmt allein das gesamte 1. Obergeschoß ein. Um

den hohen Anteil an natürlich belichteten Räumen

zu ermöglichen und mehr Fassadenfläche zur Belichtung

zu generieren, wurde ein Raumflügel nach innen

geklappt. Als positiver Nebeneffekt entsteht eine

großzügige Terrasse. Das Arthouse-Kino ist für die

Öffentlichkeit vom Erdgeschoß her erreichbar. Die

untere Ebene des Kinosaals verbindet sich direkt mit

einem in den Luftraum des Untergeschoßes eingeschobenen

Zwischenniveau, das die Seminarräume

beinhaltet. Dem Institut für Tasteninstrumente, dem

flächenmäßig kleinsten, ist das zurückweichende

2. Obergeschoß zugeordnet.

u

Inspiration trifft Innovation

trifft Mehrwert auf der

imm cologne 2022.

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architektur FACHMAGAZIN

34

Akustik

Konzertsaal

Bauakustik

Für alle Räume und Säle mit sehr hohen akustischen

Anforderungen wurde eine lückenlose Raum-in-

Raum-Bauweise vorgesehen. Es ist daher die raumbildende

Tragstruktur in Stahlbeton vollkommen von

der, den Innenraum bildenden, ebenfalls massiven

Struktur entkoppelt und mittels Masse-Feder-System

gelagert. Die drei größten Schallemittenten,

Klangtheater, Aufnahmeraum und Arthouse-Kino,

sind unabhängig voneinander im Untergeschoss

gelagert, sodass von diesen kein Körperschall auf

andere Bauteile ausgehen kann. Die Lasten des Konzertsaals,

der selbstverständlich ebenfalls in Raumin-Raum-Bauweise

und Masse-Feder-System ausgeführt

ist, werden mit einer getrennten Tragstruktur

durch das Gebäude hindurch in die Fundamente abgeleitet,

sodass auch hier keine Beeinträchtigungen

gegeben sind. Ergänzend ist das gesamte Institut für

Tasteninstrumente auf einer eigenen, schwimmenden

Stahlbetonplatte, unabhängig von der primären

Stahlbetondecke, aufgesetzt.

Alle Räume mit hohen akustischen Anforderungen

sind durch entsprechend starke Wände in Massivbauweise

voneinander getrennt. Um den Ansprüchen

an den Schallschutz gerecht zu werden, sind darüber

hinaus Pufferbereiche, wie z.B. Flure und Zwischenräume

umgesetzt worden. So ist der Konzertsaal

über einen weniger sensiblen Flurbereich von den

darunter liegenden Aufnahmebereichen getrennt.

Türschleusen helfen, den sehr hohen Schallschutzstandard

umzusetzen.

Gebäudeschnitt; farblich markiert sind zentrale geräuschsensible Räume. Quelle: pxt


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35

Akustik

Raumakustik

Der Konzertsaal sollte einen voluminösen und ausgewogenen

Raumklang bieten, aber dennoch transparent

genug sein, um auch in Prüfungssituationen eine

präzise und analytische Beurteilung des Klavierspiels

zu ermöglichen. Eine zu große Schärfe, sowie einen

der geringen Raumgröße geschuldeten, sehr direkten

Klang, galt es dabei zu vermeiden.

Für die gewünschte Konzertsaalakustik wurden

folgende wesentliche akustische Maßnahmen umgesetzt:

Durch die akribisch geplante Neigung der

seitlichen Wandflächen wird ein signifikanter Anteil

der lateralen Erstreflexionen bewusst über die Köpfe

der Zuhörer hinweg gelenkt. Dies fördert die Diffusität

und Räumlichkeit und verleiht dem Saal, durch

die Reduktion sehr früher Seitenreflexionen, eine

wahrzunehmende akustische Größe. Deckenreflektoren

über dem Podium unterstützen die Klangintensität

der Flügel oder Ensembles im Publikum. Sowohl

im Bereich der Rückwand als auch im Wandbereich

des Podiums wurden sorgfältig bemessene kleine

Flächen durch Mikroperforation schallschluckend

gestaltet, um die erforderliche Nachhallzeit einzustellen,

die Balance zwischen frühen und späten

Schallreflexionen zu optimieren und so eine hohe Dynamik

zu ermöglichen.

u

ÖKOBILANZ DER

DÄMMUNG:

XPS IST

RECYCELBAR

Nachhaltigkeit wird heute auch bei der Wahl des

richtigen Dämmstoffs immer mehr zu einem

Entscheidungskriterium. Ein wichtiger Faktor:

XPS ist zu 100 % recyclebar. Dies gilt für XPS-

Platten von ÖXPS-Mitgliedern und es gibt noch

weitere Möglichkeiten der nachhaltigen Nutzung.

XPS ins Recycling

Alle XPS-Dämmstoffe, die seit 2015 von ÖXPS-Mitgliedern

produziert werden, sind zu 100 Prozent recyclingfähig und als

wiederverwendbar eingestuft. Saubere XPS-Reste / Abschnitte

können als Rohstoff für neue Dämmstoffplatten genutzt werden.

Neue Energie erzeugen

Vor 2015 hergestelltes XPS enthält das Flammschutzmittel HBCD.

Das XPS aus diesem Zeitraum kann in Verbrennungsanlagen

thermisch verwertet werden und dient wieder der Energiegewinnung.

Platten wieder verwenden

Lose verlegte XPS-Platten, die seit 2015 von ÖXPS Dämmstoffherstellern

hergestellt wurden, können zurückgebaut und erneut

verwendet werden. Dies ist in der Anwendung im Umkehrdach

der Fall und begünstigt die schnelle und einfache energetische

Sanierung von Flachdächern. XPS Platten sind einer der wenigen

Baustoffe, die ohne Beschädigung aus Bestandsgebäuden

ausgebaut und wieder verwendet werden können.

Fazit: XPS ist ein nachhaltiger Dämmstoff mit

vielfältigen Möglichkeiten – die beste Wahl nicht

nur wegen der ausgezeichneten Dämmwerte,

sondern auch in Hinblick auf seine Ökobilanz.

Der ÖXPS-Verband bürgt für Qualität:

Die Österreichische Fachvereinigung Polystyrol-

Extruderschaum wurde 2008 mit dem Ziel gegründet,

höchste Ansprüche an Qualität und Sicherheit zu erfüllen

sowie die Einhaltung aller österreichischen XPS-Dämmstoffnormen

verlässlich zu gewährleisten.


architektur FACHMAGAZIN

36

Akustik

Im Aufnahmesaal wurden die Oberflächen

wechselseitig absorbierend und reflektierend

gestaltet. Da die Nachhallzeit einen

Wert von 1 s nicht überschreiten soll, wurde

die Decke vollständig absorbierend ausgebildet

und darüber hinaus mit Kantenabsorbern

ausgestattet. Die unterschiedlichen

Wandneigungen durch Holzpaneele sind

umlaufend auf Ohr- und Instrumentenhöhe

der Musiker ausgeführt. Die schallreflektierenden

Segelkonstruktionen unterhalb

der Decke stellen das gegenseitige Hören

zwischen Musikern sicher und vermitteln

durch ihre Schallreflexion einen Raumeindruck,

der ansonsten durch die dahinterliegende,

vollflächig absorbierende Unterdecke

vermindert würde.

Das Klangtheater dient als dunkel gehaltener

Raum für musikalische Beschallungsexperimente

und Aufführungen vor Publikum.

Die Anforderung an die Variabilität der

Nachhallzeit lag zwischen 0,8 s bis 1,2 s und

wurde im weiteren Planungsverlauf auf 0,5 s

bis 1,2 s erweitert. Diese Variabilität wird

durch einen umlaufenden Vorhang hergestellt,

der unterhalb der Galerieebene

aufgezogen wird. Gezielte absorbierende

und reflektierende Elemente an der Decke

und den Wänden ermöglichen einen guten

Raum eindruck, trotz der vergleichsweise

hohen akustischen Bedämpfung. Die Lüftungskanäle

und die Drehpaneele im Wandbereich

„brechen“ zudem die ansonsten

glatten Flächen akustisch auf und fördern

so die Klangdurchmischung.

Im Arthouse-Kino wurden alle wesentlichen

Raumoberflächen mit einer absorbierenden

Auskleidung versehen, sodass eine gute

Hörsamkeit bei Lautsprecherbeschallung

sichergestellt ist. Zusätzlich ist auch der

Fußboden absorbierend mit einer Lochung

ausgerüstet, durch die auch die Zuluft geräuscharm

quellen kann.

Alle Veranstaltungsräume des Future Art

Lab sind mit den hauseigenen Tonstudios

verbunden und mit ihrer State-of-the-

Art-Technik bereits für internationale Online-Veranstaltungen

und Live-Streamings

im Einsatz.


Aufnahmesaal


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37

Akustik

Klangtheater

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Geschlossene Räume mit frischer Raumluft zu versorgen ist oft eine große Herausforderung.

Entstehende Aerosole können dabei sogar ein Gesundheitsrisiko darstellen. Aerosole sind

winzige Schwebeteilchen in der Luft, die durch Atmen und Sprechen entstehen und als

potenzielle Träger von Viren und Bakterien gelten. Baumit IonitColor bindet diese Aerosole

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38

Bau & Recht

WEG-Novelle

2022 ante portas

Vor dem Hintergrund der aktuellen Klimapolitik plant der Gesetzgeber eine Novelle

des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG). Die Begutachtung des Ministerialentwurfs

zur WEG-Novelle 2022 ist mittlerweile abgeschlossen. Die Novelle soll

plangemäß mit 01.01.2022 in Kraft treten. Dadurch soll die Stellung des einzelnen

Wohnungseigentümers in bestimmten „klimarelevanten“ Bereichen gestärkt werden.

Mit einem Blick auf die praktischen Auswirkungen widmet sich dieser Beitrag

den wesentlichen Inhalten der Novelle.

Text: Mag. Theresa Stachowitz und Mag. Matthias Nödl

Die WEG-Novelle hat im Wesentlichen zwei

Schwerpunkte. Zum einen soll die neue

Rechtslage die Position des einzelnen Wohnungseigentümers

stärken, indem diesem

etwa die Errichtung von Ladevorrichtungen

für Elektrofahrzeuge oder Einzel-Photovoltaikanlagen

oder andere Änderungen am

Wohnungseigentumsobjekt unter vereinfachten

Bedingungen ermöglicht werden

soll. Zum anderen soll die Willensbildung innerhalb

der Wohnungseigentümergemeinschaft

erleichtert werden.

Die Novelle soll damit auch zur Verringerung

des Energiebedarfs von Gebäuden

beitragen, indem die Rahmenbedingungen

für den Umstieg auf umweltfreundliche

Technologien und Energieträger verbessert

werden sollen. Der Gesetzgeber versucht

damit, sich sowohl dem Themenbereich

Verkehr, als auch jenem des Gebäudesektors

anzunehmen. In beiden Bereichen ist

es ein Ziel des Gesetzgebers, den Energieverbrauch

zu verringern und zunehmend

den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu

forcieren. Der Grundgedanke hierbei ist,

dass der Umstieg auf elektrisch betriebene

Fahrzeuge wohl nur vorangetrieben werden

kann, wenn gleichzeitig der Weg zur Schaffung

einer Lademöglichkeit im Bereich von

Wohngebäuden geebnet wird.

Damit solche Änderungen in Wohngebäuden

auch durchgeführt werden können, soll

im Rahmen des ersten Schwerpunkts der

Novelle deren Durchsetzbarkeit erleichtert

werden. Wünscht ein Wohnungseigentümer

die Anbringung einer Vorrichtung zum

Langsamladen eines elektrisch betriebenen

Fahrzeugs und werden dafür allgemeine

Teile der Liegenschaft in Anspruch genommen,

so ist er zu einer solchen Änderung

nach der aktuellen Rechtslage (§ 16 Abs 2

WEG 2002) nur dann berechtigt, wenn die

Änderung weder eine Schädigung des Hauses

noch eine Beeinträchtigung schutzwürdiger

Interessen der anderen Wohnungseigentümer

zur Folge hat (§ 16 Abs 2 Z 1 WEG

2002) und überdies entweder der Übung

des Verkehrs entspricht oder einem wichtigen

Interesse des Wohnungseigentümers

dient (§ 16 Abs 2 Z 2 WEG 2002).

Nach der Novelle des WEG wird nun unterstellt,

dass die Anbringung einer Vorrichtung

zum Langsamladen eines elektrisch

betriebenen Fahrzeugs der Übung des

Verkehrs entspricht bzw. einem wichtigen

Interesse des jeweiligen Wohnungseigentümers

dient. Die anderen Wohnungseigentümer

sollen sohin künftig nicht mehr die

Möglichkeit haben, dem änderungswilligen

Wohnungseigentümer die Anbringung einer

solchen Ladevorrichtung mit den Argumenten

des § 16 Abs 2 Z 2 WEG zu untersagen.

Darüber hinaus sieht die WEG Novelle 2022

in bestimmten Fällen eine Zustimmmungsfiktion

vor; das heißt, bei bestimmten genehmigungsbedürftigen

Änderungen – wie

z.B. der nun schon erwähnten Schaffung von

Vorrichtungen zum Langsamladen eines

elektrisch betriebenen Fahrzeugs oder im

Falle der Anbringung von Photovoltaikanlagen

an einem Reihenhaus oder Einzelgebäude

oder bei Anbringung von sich in das

Erscheinungsbild des Hauses harmonisch

einfügenden Beschattungsvorrichtungen

– gilt die Zustimmung eines Wohnungseigentümers

als erteilt, wenn er den geplan-

ten Änderungen nicht binnen zwei Monaten

nach Zugang der Verständigung davon (i)

mittels Anschlag an einer für alle Wohnungseigentümer

deutlich sichtbaren Stelle

des Hauses („schwarzes Brett“) und (ii) mittels

schriftlicher Übersendung widerspricht.

In der Verständigung muss die geplante Änderung

nach der Novelle klar und verständlich

beschrieben werden; zudem müssen

darin die Rechtsfolgen des Unterbleibens

eines Widerspruchs genannt werden.

Die Novelle bewirkt sohin eine erhebliche

Erleichterung für den änderungswilligen

Wohnungseigentümer, weil er nicht mehr

die aktive Zustimmung aller anderen Wohnungseigentümer

benötigt. Vielmehr reicht

es demnach aus, wenn er die anderen Wohnungseigentümer

von der beabsichtigten

Änderung formgerecht verständigt hat und

diese in der Folge nicht widersprechen.

Diese Zustimmungsfiktion soll nach der

Novelle auch für solche Änderungen gelten,

die unter Inanspruchnahme anderer

Wohnungseigentums- oder Zubehörobjekte

erfolgen; davon ausgenommen sind solche

Änderungen, die eine wesentliche und

dauernde Beeinträchtigung eines anderen

Wohnungseigentums- oder Zubehörobjektes

bewirken. In einem solchen Fall muss

der beeinträchtigte Wohnungseigentümer

die Änderung auch dann nicht dulden,

wenn er einen Widerspruch gegen die Änderung

unterlassen hat.

Was den zweiten Schwerpunkt der Novelle

anlangt, ist nach der aktuellen Rechtslage

für das wirksame Zustandekommen eines

Beschlusses der Wohnungseigentümerge-


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| BA12-21G |

Magazin

meinschaft die Zustimmung von so vielen

Wohnungseigentümern erforderlich, die

– gemessen am Verhältnis der Miteigentumsanteile

– eine Mehrheit aller Wohnungseigentümer

repräsentieren. Dies ist

insbesondere problematisch, wenn sich

nicht alle Wohnungseigentümer an den Geschehnissen

in der Wohnungseigentümergemeinschaft

beteiligen, was in der Praxis

nicht selten der Fall ist.

Beabsichtigen nun Wohnungseigentümer

Verbesserungsmaßnahmen am Haus, erfordern

diese prinzipiell als Maßnahmen der außerordentlichen

Verwaltung die Zustimmung

der Mehrheit der Wohnungseigentümer. Dies

gilt nach aktueller Rechtslage mitunter für

die Optimierung der energietechnischen

Ausgestaltung des Gebäudes, weshalb sich

solche Projekte relativ einfach torpedieren

lassen, indem sich Wohnungseigentümer an

der Willensbildung in der Wohnungseigentümergemeinschaft

nicht beteiligen und so

eine Beschlussfassung verhindern.

Um die Willensbildung innerhalb der Wohnungseigentümergemeinschaft

zu erleichtern,

soll die Novelle neben der bisherigen

Möglichkeit eine weitere Variante der

Mehrheitsbildung schaffen. Bei dieser weiteren

Variante soll es künftig nicht mehr

auf die Mehrheit aller Miteigentumsanteile,

sondern auf eine qualifizierte Mehrheit von

2/3 der abgegebenen Stimmen ankommen.

Zusätzlich muss diese Mehrheit jedoch zumindest

ein Drittel aller Miteigentumsanteile

erreichen.

Durch diese Regelung soll also auch bei

einer geringen Beteiligung der Wohnungseigentümer

an der Willensbildung ein wirksamer

Beschluss erzielt werden können.

Durch die Schwelle von einem Drittel aller

Miteigentumsanteile soll jedoch weiterhin

gewährleistet werden, dass ein Beschluss

möglichst immer noch die Meinung der

Wohnungseigentümer korrekt abbildet.

Wie sich die Novelle in der Praxis auswirken

wird, insbesondere die vom Gesetzgeber

gewünschten, klimarelevanten Innovationen

im Verkehrs- und Gebäudesektor

bewirkt, bleibt abzuwarten. Unbestreitbar

stellt diese Novelle jedoch einen ersten Versuch

dar, dem aktuellen Zeitgeist im Verkehrs-

und Gebäudesektor rechnen zu tragen

und die oft schwierige Willensbildung

in der Wohnungseigentümergemeinschaft

zu erleichtern.

Schnell zur effizienten

Lichtlösung: mit TwinCAT 3

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Die TwinCAT 3 Lighting Solution:

über Excel konfigurierbar, voll HTML- und webfähig,

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architektur FACHMAGAZIN

40

Bauen & Energie

…das Gute

liegt so nah

Startup Lions Campus / Turkana / Kéré Architects

Text: Edina Obermoser Fotos: Kéré Architects

Bei den Learning Lions handelt es sich um eine Non-Profit-Organisation,

die es sich zum Ziel gemacht hat, der Bevölkerung in ruralen afrikanischen

Gebieten technisches Know-how zu vermitteln. Zu diesem Zweck entwickelte

das Berliner Büro Kéré Architecture den Startup Lions Campus. Der

IT-Campus wird nicht nur zum neuen Landmark, sondern überzeugt auch

mit seinem innovativen und nachhaltigen Lowtech-Konzept.


www.architektur-online.com

41

Kéré Architects

In den ländlichen, armutsgefährdeten Regionen

Westafrikas eignen sich die mageren Böden meist

nicht für Landwirtschaft, dazu kommen eine schlechte

Infrastruktur und wenig Arbeitsmöglichkeiten. Vor

allem die hohe Jugendarbeitslosigkeit treibt viele Bewohner

in die oft weit entfernten Zentren. Die Learning

Lions wollen jungen Kenianern neue Perspektiven

vor Ort bieten. Dafür rief die NGO ein dreistufiges

Programm ins Leben. Interessierten werden zuerst

die Grundlagen der Informations- und Kommunikationstechnologie

nähergebracht. Dann können

die Absolventen Praxiserfahrung in der IT-Outsourcing-Agentur

sammeln, indem sie mit internationalen

Kunden aus der Programmier-, Grafik- und Medienbranche

zusammenarbeiten. Im letzten Schritt bietet

ein Inkubator alle nötigen Tools und finanzielle Mittel,

um ein eigenes Start-up aufzubauen.

Mit dem neuen Startup Lions Campus realisierten die

Planer rund um Diébédo Francis Kéré einen solchen

Inkubator. Er liegt im nordwestlichen Kenia am Rande

des Turkana-Sees in der gleichnamigen Provinz. Umgeben

vom kargen, afrikanischen Grasland können

Jugendliche und junge Erwachsene hier mithilfe des

Erlernten aus der IT-Ausbildung ihre Ideen in die Tat

umsetzen, ohne ihre Heimat verlassen zu müssen. Sie

werden zu Vorbildern für die gesamte Bevölkerung

und demonstrieren, dass jeder beruflich erfolgreich

sein kann.

Der 1.400 m 2 große Campus schmiegt sich sanft an

das leicht geneigte Gelände und bietet idyllische

Ausblicke auf das große Binnengewässer. Als Inspiration

für die Architektur diente die Tierwelt: Wie

Termitenhügel wachsen die Türme des Komplexes

in die Höhe. Sie verleihen dem Projekt nicht nur sein

charakteristisches Erscheinungsbild, sondern regeln

außerdem das Raumklima im Inneren. Die einzelnen

Bauten reihen sich in dreieckiger Formation rund um

einen zentralen Außenbereich an. Zum See hin bleibt

eine Ecke unverbaut und markiert den Hauptzugang

zum Gelände. Durch die kleinteilige Gestaltung lässt

sich das Bildungsareal je nach Bedarf in Zukunft flexibel

um weitere Gebäude erweitern.

u


architektur FACHMAGAZIN

42

Bauen & Energie


www.architektur-online.com

43

Kéré Architects

Nach dem Vorbild von

Termitenhügeln gestaltet,

zieht der Campus

sämtliche Blicke auf

sich und fügt sich dank

des terrakottafarbenen

Bruchsteins gleichzeitig

stimmig in seine Umgebung

ein.

Das Ensemble besteht aus drei großen und

zwei kleinen Volumen. Während die größeren

Trakte zweigeschossig ausgeführt sind,

befinden sich in den beiden anderen ein

kompakter Kiosk sowie administrative Räume

und Terrassenflächen. Letztere werden

von baldachinartigen Stahlstrukturen überspannt,

die als Rankgitter für Pflanzen fungieren

sollen. Die drei Hauptgebäude docken

an mehreren Punkten aneinander an und

werden durch Brücken und Treppen verbunden.

Auf einem Baukörper gibt es eine offene

Dachterrasse. Auch sie soll bald von einem

grünen Blätterdach angenehm verschattet

werden und als kommunikativer Treffpunkt

dienen. Neben Co-Working-Spaces in den

Obergeschossen, sind in den unteren Niveaus

Klassenzimmer und Seminarräume

untergebracht. Insgesamt umfasst der Startup

Lions Campus 100 mit Computern ausgestattete

Arbeitsplätze.

Bei den verwendeten Materialien und der

Konstruktion spielten verschiedene Parameter

eine Rolle. Ausschlaggebend waren

neben Nachhaltigkeit, auch Verfügbarkeit

und Kosten. Die Wahl fiel letzten Endes

auf Bruchstein. Dank des lokalen Baustoffs

konnte die örtliche Gemeinschaft in die

Realisierung miteinbezogen werden. Das

Team von Kéré Architecture kombinierte

Erfahrungen und Know-how der Arbeiter

vor Ort mit seiner eigenen Expertise.

Durch diese Zusammenarbeit konnte der

Bildungscampus bestmöglich umgesetzt

werden. Die abschließende Putzoberfläche

fügt die einzelnen Bauten mit ihrer terrakottafarbenen

Pigmentierung harmonisch

in die Steppenlandschaft ein.

u


architektur FACHMAGAZIN

44

Bauen & Energie

Gezielt positionierte

Fensteröffnungen fungieren

in Kombination mit

den auffälligen Türmen

als natürliche Belüftung.

Dank des Kamineffekts

herrscht so in allen

Räumen ein angenehmes

Raumklima.

Im Gegensatz zum nötigen technischen Arbeitsequipment

im Inneren des Campus wählten die

Architekten für das energetische Konzept einen

Lowtech-Ansatz. Dieser macht nicht nur die spätere

Wartung einfacher, sondern ist außerdem selbst

unter extremer Temperatureinwirkung äußerst effizient.

Das Herzstück bilden die drei prominenten

Türme. Sie sind schon von Weitem sichtbar, ihre

eigentliche Funktion stellt aber die passive Klimatisierung

des Campus dar. Mithilfe des Kamineffekts

sorgen sie dafür, dass die Luft im Inneren zirkuliert.

Dafür gibt es in den unteren Bereichen kleine, geneigte

Fensteröffnungen. Diese garantieren eine stetige

Frischluftzufuhr, die die Arbeitsräume im Inneren

kühlt. Die erwärmte Luft hingegen entweicht durch

eine natürliche Sogwirkung über die Kamine. In den

oberen Räumen verhindern Fixverglasungen das Eindringen

von – für die IT-Ausstattung – schädlichem

Staub. Außenliegende Sonnenschutzlamellen halten

direkte Einstrahlung ab und vermeiden Blendung an

den Bildschirmen. Solarenergie deckt die Stromversorgung

des gesamten Ensembles und komplettiert

das ökologische System.


www.architektur-online.com

45

Kéré Architects

± 0.00

+6.90

+3.65

+5.45

+5.45

+2.20

+5.45

+2.20

0 1 2 5 10

N

Mit intelligenter Planung gelang es Kéré Architects,

die natürlichen Ressourcen und die Qualitäten des

Standortes zu vereinen und so eine Hightech-Ausstattung

mit aufwändiger Klimaanlage überflüssig

zu machen. Der Startup Lions Campus folgt dem

bescheidenen Vorbild der Natur und ist gleichzeitig

rundum innovativ. Er wird nicht nur zum Inkubator

für die Geschäftsideen der jungen Kenianer, sondern

zeigt zudem beispielhaft, wie minimale Voraussetzungen

perfekt genutzt und in nachhaltige Bauprojekte

übersetzt werden können. Ein guter Anreiz, um

anstatt des ständigen Strebens nach „schneller, höher,

weiter“ auch einmal innezuhalten und in seiner

eigenen Umgebung Neues zu entdecken. •

Startup Lions Campus

Turkana County, Kenia

Bauherr: Learning Lions

Planung: Kéré Architects

Projektleitung: Kinan Deeb

Entwurfsteam: Kinan Deeb, Andrea Maretto

Mitarbeiter: Juan Carlos Zapata, Leonne Vögelin,

Charles André, Malak Nasreldin

Statik & Bau: BuildX Studio

Nutzfläche: 1.416 m 2

Planungsbeginn: Mai 2019

Bauzeit: 5 Monate

Fertigstellung: April 2021

www.kerearchitecture.com

„Da die Auswirkungen des Klimawandels zu

immer extremeren und unwirtlicheren Bedingungen

führen, wird immer mehr zu Lösungen

gegriffen, die unwirtschaftlich und

ökologisch katastrophal sind. Sie lassen die

Logik, die vielen traditionellen Baupraktiken

zugrunde liegt, völlig außer Acht.“

Diébédo Francis Kéré


architektur FACHMAGAZIN

46

Bauen & Energie

Ein Meer aus

Raum und Licht

Gerichtsgebäude / Amsterdam, Niederlande / KAAN Architecten

Text: Linda Pezzei Fotos: Fernando Guerra FG + SG


www.architektur-online.com

47

KAAN Architecten

Mit 50 verschiedenen Gerichtssälen, mehr als 1.000 MitarbeiterInnen

– davon 200 RichterInnen – und 140.000

Urteilen pro Jahr ist das Amsterdamer Gerichtsgebäude

das bei weitem größte der elf Einrichtungen in den

Niederlanden. Das von KAAN Architecten entworfene

Gebäude besticht aber nicht nur auf räumlicher und

ästhetischer Ebene. Im Vergleich zum alten Justizkomplex

konnte der Energieverbrauch um etwa 90 Prozent

gesenkt werden.

Das neue Gerichtsgebäude im aufstrebenden Stadtteil

Zuidas ist nicht nur optisch eine Bereicherung für

die Stadt Amsterdam, es kann sich auch in energetischer

Hinsicht sehen lassen. Im Vergleich zum alten

Justizkomplex konnte der Energieverbrauch um

etwa 90 Prozent gesenkt werden. Ein Anspruch, dem

das renommierte Büro KAAN Architecten mit Sitzen

in Rotterdam, São Paulo und Paris in all seinen Projekten

gerecht zu werden versucht.

Kees Kaan, Vincent Panhuysen und Dikkie Scipio leiten

ein internationales Team von ArchitektInnen, LandschaftsarchitektInnen,

StadtplanerInnen, IngenieurInnen

sowie GrafikdesignerInnen und verfolgen dabei

das selbstauferlegte Ziel, auch innerhalb der eigenen

Reihen kritische Debatten zu fördern. Ein Aspekt, der

auch dem Neubau des Gerichtshofs in der Hauptstadt

der Niederlande zugutekam. Öffentlicher Raum, Kommunikation,

aber auch private Rückzugsorte finden in

dem Entwurf gleichbedeutend ihre Berechtigung. Das

Raumkonzept liest sich dabei durchaus anspruchsvoll:

Über einen öffentlichen Platz wird das Foyer erschlossen,

von dem aus 50 Gerichtssäle, Büros, die Lobby,

das Restaurant, ein Konferenzzentrum und die Bibliothek

erreichbar sind. Der Komplex bietet Platz für bis

zu 1.000 GerichtsmitarbeiterInnen sowie 200 Angestellte

von angegliederten Partnerbetrieben.

Der Erdgeschossbereich des 50 Meter hohen Gebäudes

ist dem öffentlichen Bereich gewidmet und bietet

durch große Fensterfronten ungehinderte Ein- und

Ausblicke. Ein zentral positioniertes Foyer, das mit Informationsschaltern

und einer Cafeteria ausgestattet

ist, empfängt die BesucherInnen in der ersten Instanz.

In den oberen Stockwerken befinden sich – umgeben

von großzügigen Foyers – die Büroräume. Eine

skulptural gestaltete gezirkelte Treppe verbindet die

Ebenen auch visuell und führt, gleich einem vertikalen

Drehkreuz, zu den Büros und Richterzimmern, die um

begrünte Innen- und Außenhöfe angeordnet sind. Die

Haftzellen für die Angeklagten befinden sich indessen

unter dem Gebäude und sind über separate Aufund

Abfahrtsrampen erreichbar.

u


architektur FACHMAGAZIN

48

Bauen & Energie

Zur funktionalen Trennung ist das Gerichtsgebäude

auf horizontaler Ebene in drei größere Abschnitte

unterteilt, welche auch die Laufwege von MitarbeiterInnen,

RichterInnen und BesucherInnen innerhalb

des Gebäudes lenken. Während externe Gäste vom

Foyer aus nach oben gelangen, bewegen sich die AnwältInnen

und RichterInnen aus ihren Bereichen in die

entgegengesetzte Richtung nach unten. Raum und

Fassade präsentieren sich in den stadtraumnahen Zonen

offen und durchlässig und suchen geradezu die

Interaktion. Bewegt man sich im Gebäude weiter nach

oben, werden diese Kontaktpunkte zur Außenwelt

nach und nach weniger und vom kollektiven auf den

individuellen Maßstab in dem Maße skaliert, wie die

Arbeitsbereiche vertraulicher und privater werden.

Dort, wo das Gebäude und die Stadt ineinanderfließen

zu scheinen, befindet sich ein nach Süden

ausgerichteter Platz von der Größe eines halben

Fußballfeldes, der dementsprechend ein Viertel des

Geländes einnimmt. Für den Boden wurde derselbe

hellgraue Stein verwendet wie im Inneren des Gerichtshofs

und auch die Bänke aus dem Foyer finden

sich hier wieder. Das elegante Vordach über dem

Eingang reicht ebenso weit in den Innenraum hinein

und verbindet die beiden Bereiche miteinander.

Diese einladende Geste in Richtung Stadt wird noch

durch eine flach ansteigende Rampe unterstrichen,

auch wenn die Struktur aus Sicherheitsgründen (zum

Schutz vor Kollisionen) leicht angehoben wurde.


www.architektur-online.com

49

KAAN Architecten

Neben der räumlichen Qualität, der städtebaulichen

Einbindung und feinsinnigen Landschaftsgestaltung

sowie der gezielten Positionierung von Kunstobjekten

(von Nicole Eisenman, Femmy Otten und Jesse

Wine), setzten die Architekten aber auch auf den Einsatz

fortschrittlicher technischer Lösungen bei der

Fassadengestaltung und den Installationssystemen

sowie die Verwendung von Sonnenkollektoren auf

dem Dach. Der energetische Aspekt war schon aus

ureigensten Interessen ein springender Punkt: Die

für den Entwurf und Bau verantwortliche Arbeitsgemeinschaft

und öffentlich-private Partnerschaft mit

der Regierung NACH (New Amsterdam Court House)

– bestehend aus Macquarie Capital, ABT, DVP, KAAN

Architecten, Heijmans und Facilicom – zeichnet in

den kommenden 30 Jahren auch für die Instandhaltung

und den Facility Service inklusive Wartung der

gesamten Ausstattung, die Sicherheit, die Besucherführung

und die intelligente Verwaltung der Arbeitsplätze

des Gerichtsgebäudes verantwortlich.

Die Planung ist generell geprägt vom Gedanken der

Nachhaltigkeit und Zukunftssicherheit. So können

beispielsweise in den kommenden Jahren die Gerichtssäle

in einem Teil des fünften Stocks erweitert

und ein zusätzliches Stockwerk aufgesetzt werden,

wofür die Konstruktion und die Installationen bereits

vorbereitet wurden. Auf diese Weise sollen Abrissund

Bauarbeiten über einen längeren Zeitraum vermieden

werden. Daneben wurde auf robuste Materialien

und durchdachte Details großer Wert gelegt. Der

Naturstein im öffentlichen Raum ist beispielsweise

nicht nur langlebiger und pflegeleichter als andere

Materialien, die natürliche Optik tut auch der Aufenthaltsqualität

sowie dem Raumklima gut. Kombiniert

mit der großzügigen Weite des Inneren und den vielen

reflektierenden Glasflächen und Weißelementen

lässt die bewegte Struktur des Steins die BesucherInnen

des Amsterdam Courthouse gefühlt in ein

Meer aus Licht und Raum eintauchen. Ein unerwarteter

Moment der Ruhe und Schönheit inmitten des

hektischen städtischen Betriebs.

u


architektur FACHMAGAZIN

50

Bauen & Energie

Der Nachhaltigkeitsgedanke hört aber bei Architektur

und Wartung nicht auf: Ein Echtzeit-Datensystem

gibt Aufschluss darüber, wo gerade Arbeitsplätze

verfügbar sind, die sich anschließend wiederum

über eine App reservieren lassen. So weiß das Reinigungs-

und Servicepersonal, wo am Ende des Tages

zusätzlicher Einsatzbedarf besteht, aber auch,

wo Wartungsarbeiten anfallen. KAAN Architecten ist

es auf eindrucksvolle Weise gelungen, ein praktisch

energieneutrales Gebäude zu schaffen, dessen Architektur

sich komfortabel und funktional sowie elegant

und zeitlos präsentiert. Mit seinem nüchternen

und sachlichen Ausdruck wird das Bauwerk seinem

Zweck vollauf gerecht, ohne dabei das Menschliche

oder die NutzerInnen aus den Augen zu verlieren.

Besonders beeindruckend: Die sich immer wieder

überraschend öffnenden Perspektiven, die in dieser

sonst so geradlinigen und klaren Architektur Blickwinkel

auf futuristisch anmutende Raumstrukturen

eröffnen. Vielleicht sieht so die Zukunft aus. •

Gleichsam praktisch,

ästhetisch und elegant:

Eine drehkreuzartig konzipierteTreppe

schafft die

vertikale Verbindung der

Ebenen und gleicht eher

einer Raumskulptur denn

einer rein funktionalen

Erschließung.


*Original drawings h

www.architektur-online.com

51

KAAN Architecten

LEVEL 00

10 15

*Original drawings have been edited for security concerns

0 5 10 15

Courthouse Amsterdam

Amsterdam, Niederlande

Bauherr:

Planung:

Statik:

Landschaftsarchitektur:

BGF: 60.200 m 2

Planungsbeginn: 2016

Bauzeit:

3 Jahre

Fertigstellung: DEZ 2020

Baukosten:

235 MIO EURO

www.kaanarchitecten.com

Rijksvastgoedbedrijf

(Central Government Real Estate Agency)

KAAN Architecten

ABT

Simona Serafino Landscape Architect

“Das neue Gerichtsgebäude in Amsterdam ist ein qualitativ

hochwertiges Bauwerk, das in enger Zusammenarbeit

zwischen Designern, Ingenieuren, Bauunternehmern und

Lieferanten errichtet wurde. Effizienz und tief verwurzelte

Leistungsfähigkeit gehen ganz natürlich Hand in Hand in

einem Gebäude, das die Institution, die es beherbergt, über

viele Jahre hinweg repräsentieren und ihr dienen soll.“

Kees Kaan, Vincent Panhuysen und Dikkie Scipio


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52

Bauen & Energie

Flexibel und agil

auf allen Ebenen

Bürogebäude ING Cedar / Amsterdam, Niederlande

Benthem Crouwel Architects und HofmanDujardin

Text: Linda Pezzei Fotos: HofmanDujardin, Matthijs van Roon / Jannes Linders

Das neue Bürogebäude

Cedar der größten Bank

der Niederlande ING

besticht nicht nur durch

ein nachhaltiges und

innovatives Konzept,

das flexibles und agiles

Arbeiten sowie spontane

Kontakte fördert, es

fungiert auch als grüner

Knotenpunkt inmitten

des strukturschwachen

Stadtteils Amsterdam

Zuidoost und soll zukünftig

als Katalysator

positiver Entwicklungen

ausstrahlen.

Das neue Büro der niederländischen Bank ING soll

nicht nur deren Arbeitsweise widerspiegeln, auch

das architektonische Konzept selbst darf als “agil,

flexibel und innovativ” gelten. Die inmitten des

Amsterdamer Cumulus Parks situierte transparente

und moderne Arbeitswelt für 2.800 ING-MitarbeiterInnen

möchte die Menschen inspirieren, sich zu

treffen, Kontakte zu knüpfen und kreativ zu agieren.

Das innovative und nachhaltige Konzept von

Benthem Crouwel Architects und HofmanDujardin

wurde mit dem renommierten Nachhaltigkeitslabel

“BREEAM Outstanding” zertifiziert.


www.architektur-online.com

53

Benthem Crouwel Architects und HofmanDujardin

Das Stadtentwicklungsgebiet Amsterdam Zuidoost

gilt bis heute als Exklave mit strukturellen Schwierigkeiten.

Der neu geschaffene Knotenpunkt soll dies

ändern, dem Stadtteil zu mehr Identität und Qualität

verhelfen und darüber hinaus positiv auf die Umgebung

ausstrahlen. Cedar ist Teil des Cumulus Parks,

einem Innovationsviertel, das von ING initiiert wurde

und mittlerweile gemeinsam mit der Stadt Amsterdam,

der Amsterdamer Hochschule für Angewandte

Wissenschaften (AUAS) sowie dem Amsterdam

Community College (ROC Amsterdam) betrieben

wird. Die Gegend steht für ein dynamisches Umfeld,

das die kreative Zusammenarbeit zwischen Unternehmern,

Wissenschaftlern, Studenten, (mittelständischen)

Betrieben, Forschern und Innovatoren anregen

soll.

u


architektur FACHMAGAZIN

54

Bauen & Energie

Ein wichtiger Aspekt und Impulsgeber dabei: die Gestaltung

der Außenbereiche. In Kooperation mit den

Landschaftsarchitekten Karres+Brands ist ein Park

mit Pavillon entstanden, beide öffentlich zugänglich.

Langgezogene Rampen, flache Treppen und

einladende Sitzstufen zonieren die Bereiche, bilden

attraktive Aufenthaltsorte für tägliche Begegnungen

und fungieren als soziales Bindeglied des Viertels.

Das Bürogebäude möchte sich dem nicht entziehen:

Die transparent gestaltete Fassade und das barrierefreie

Erscheinungsbild lassen Innen und Außen

fließend ineinander übergehen. Das Grün des Parks

scheint – gleich dem vorbeischlendernden Betrachter

– förmlich in das Gebäude hineingezogen zu werden.

Selbst der Fahrradweg führt direkt hindurch. Ein

eindeutiges Signal, dass Cedar kein Hindernis darstellt,

sondern – ganz im Gegenteil – einen integralen

Bestandteil des städtischen Raums markiert, der das

Zusammenwachsen aktiv fördern möchte.

Auch wenn der Begriff der neuen Arbeitswelt mittlerweile

etwas abgegriffen erscheinen mag: für eine

Bank wie die ING ist Cedar allemal Statement eines

zukunftsgerichteten Arbeitsverständnisses. Zwei

fünfstöckige Gebäudeteile sind durch eine gläserne

Fußgängerbrücke verbunden, welche eine direkte

Verbindung physischer wie visueller Art zwischen

allen Ebenen gewährleistet. Transparenz und Konnektivität

lauten auch hier die allgegenwärtig wahrnehmbaren

Schlagworte – vorbei die Zeiten, in denen

Banken vorrangig Sicherheit und Macht demonstrieren

wollten. Das Gebäude, das Innere und

der umgebende Park sind als integrales,

einladendes Ganzes konzipiert, das extrem

nachhaltig gedachte Design bewusst auf

den Menschen ausgerichtet. Das Ziel, die begehrte

BREEAM-Auszeichnung zu erhalten,

konnte sowohl für die Architektur als auch

für den Innenausbau erreicht werden.

“In der Architektur geht es nicht um

Gebäude, sondern um Menschen.“

HofmanDujardin


www.architektur-online.com

55

Benthem Crouwel Architects und HofmanDujardin

Die Atrien wurden als

offene, lichtdurchflutete

und einladende Treffpunkte

und Begegnungszonen

mit viel Grün

konzipiert.

1990 in Großbritannien entwickelt, gilt BREEAM

(Building Research Establishment Environmental Assessment

Method) als das älteste und am weitesten

verbreitete Zertifizierungssystem für nachhaltiges

Bauen. BREEAM Outstanding ist dabei das höchstmöglich

erreichbare Gütesiegel, das auf einer Beurteilung

der Auswirkungen auf globaler, regionaler,

lokaler und innenräumlicher Ebene sowie der Planung

über die Ausführung bis hin zur Nutzung und dem

gesamten Lebenszyklus inklusive umweltrelevanter

Auswirkungen basiert. Der intelligente Einsatz

modernster Bautechniken, die Wiederverwendung

von Materialien während des Baus und der geringe

Energieverbrauch bescherten Cedar eine beachtliche

Punktezahl von 93,7%. Ein ausschlaggebender Faktor:

das von allen Planern in Übereinstimmung so selbstverständlich

konzipierte, nahtlose große Ganze von

Landschaft, Architektur und Inneneinrichtung. u


architektur FACHMAGAZIN

56

Bauen & Energie

Das Ergebnis: Ein Gebäude, das gut funktioniert

und sich gut anfühlt und daher über einen langen

Zeitraum hinweg funktionieren kann. Die Offenheit

des gesamten Gebäudes, aber auch der Kontakt

zur umgebenden Natur und die Anbindung an die

Nachbarschaft, machen Cedar zu einem relevanten

Landmark, das gerade auch durch seine weiche Architektursprache

einzunehmen vermag. Die glatten,

geschwungenen Fassaden und die bodentiefen

Fenster verleihen dem Gebäude eine freundliche und

ansprechende Aura. Abgerundete Vordächer winden

sich um die Fassade, verbinden die beiden Volumina

visuell miteinander und verleihen dem Gebäude einen

menschlichen Maßstab, während sie gleichzeitig

als Sonnenschutz dienen, der die Arbeitsbereiche vor

der Hitze der Sonneneinstrahlung schützt.

Helle und luftige Atrien bilden das zentrale Herzstück

des Bürokomplexes und lassen das Tageslicht tief in

das Gebäudeinnere strömen, das insgesamt großzügig

und offen gestaltet ist. Die agile Arbeitsumgebung

besticht durch eine ausgewogene Mischung

an Raumangeboten, welche den MitarbeiterInnen

die maximale Wahlfreiheit gewähren, ihre Arbeit

selbstbestimmt zu gestalten. Gleichzeitig können die

Flächen auch in Zukunft flexibel adaptiert werden.

In den Atrien “schweben” von HofmanDujardin gestaltete

hölzerne Plattformen und Treppen, die zum

entspannten Verweilen einladen und die Identität der

Bank als digitale Plattform des 21. Jahrhunderts symbolisieren

sollen. Blickbeziehungen, wie solche in die

belebten Erdgeschossbereiche mit Kaffeebar, Food

Court oder Lounge-Inseln, machen das Angebot an

Umgebungen auf einen Blick erkennbar und schaffen

ganz natürlich eine angenehme und sehr menschliche

Atmosphäre. Nebenbei ermöglichen flexible und

bewegliche Metallrahmen die Nutzung der Plattformen

als temporäre „Räume“ für alles Mögliche: von

der Geschäftsbesprechung bis hin zum Innengarten,

einer Kunstausstellung oder dem Geburtstagsumtrunk

unter KollegInnen.

Cedar wurde mit viel Tageslicht, Luft und Kontakt zur

Umwelt als ein „gesundes“ Gebäude konzipiert. Der

Entwurf zielt darauf ab, die Nachfrage auf den tatsächlichen

Bedarf zu begrenzen und setzt auf eine

sinnvolle und effiziente (Wieder-)Verwendung endlicher

Ressourcen sowie eine Begrenzung des Energieverbrauchs.

Die Atrien bilden nicht nur die Herzstücke

der Gebäudeteile – mit Pflanzen und Bäumen

begrünt sowie mit rund 300 Werken aus der großen

Kunstsammlung der ING bestückt, spielen sie auch

eine wichtige Rolle im nachhaltigen Energiemanagement.

In Kombination mit der kompakten Gebäudeform,

den Sonnenkollektoren auf dem Dach und den

Vordächern, die eine direkte Sonneneinstrahlung

verhindern, schaffen sie ein ausgewogenes System,

in dem ein ausgezeichnetes Raumklima und ein minimaler

Energieverbrauch Hand in Hand gehen.

Cedar verkörpert die Philosophie und die flexible Arbeitsweise

von ING und fügt sich mit seinem stromlinienförmigen

und zugänglichen Erscheinungsbild

gleichzeitig so selbstverständlich in die Umgebung

ein, dass dieses Projekt von wahrem Zukunftscharakter

zeugt.


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57

Benthem Crouwel Architects und HofmanDujardin

ING Cedar

Amsterdam, Niederlande

Bauherr Architektur:

Bauherr Interior:

Planung Architektur:

Planung Interieur:

Landschaftsarchitektur:

EDGE Technologies/G & S Vastgoed B.V.

ING

Benthem Crouwel Architects

HofmanDujardin

Karres+Brands

BGF:

39.000 qm (Gebäude)

10.740 qm (Parken)

Fertigstellung: Januar 2020

www.hofmandujardin.nl

www.benthemcrouwel.com

“Das neue Bürogebäude von ING ist eine wichtige und

anregende Ergänzung für den Stadtteil Amsterdam

Zuidoost und ein neuer Knotenpunkt, der das gesamte

Gebiet für die Bewohner, die Menschen, die dort arbeiten,

und zukünftige Investoren attraktiver macht.“

Benthem Crouwel Architects


architektur FACHMAGAZIN

58

Bauen & Energie

Radikal recycelt

Recyclinghaus / Hannover, Deutschland / CITYFÖRSTER

Text: Linda Pezzei Fotos: Olaf Mahlstedt

Das Recyclinghaus Hannover

von CITYFÖRSTER

ist ein experimentelles

Wohnhaus, das aus gebrauchten,

recycelten und

recyclingfähigen Bauteilen

in recyclinggerechter

Bauweise erstellt wurde.

Das Konzept beruht auf

dem Verständnis des

vorhandenen Gebäudebestands

als einem riesigen

Rohstofflager sowie

der Prämisse, dass dem

Recycling von Baustoffen

und Materialien sowie

recyclinggerechten Bauweisen

in Zukunft eine

immer wichtigere Rolle

zukommen wird.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Je 50

Prozent des weltweiten Ressourcenverbrauchs sowie

Müllaufkommens, dazu 40 Prozent des globalen

Energieverbrauchs und ein Drittel des Wasserverbrauchs

auf der Erde gehen auf das Konto des Bausektors.

Grund genug für Architekt Nils Nolting über

zeitgemäße Antworten auf dieses Dilemma nachzudenken.

Der geschäftsführende Partner des innovativen

und disziplinübergreifenden Planungsbüros

CITYFÖRSTER architecture + urbanism in Hannover

hat (s)eine Lösung in dem Recyclinghaus Hannover

gefunden, das zurecht bereits zahlreiche Awards und

Nominierungen für sich verbuchen kann.

Das experimentelle Wohnhaus im hannoverschen

Stadtteil Kronsberg stellt einen Prototypen dar, der

die Möglichkeiten und Potenziale verschiedenster

Arten von Recycling im Reallabor austestet und einen

kreislauforientierten und ressourcenschonenden

Planungsansatz aufzeigt. Aufgrund eines bis dato

wohl einmalig konsequenten Einsatzes von Recycling-

und Gebrauchtmaterialien konnte die „graue

Energie“ im Herstellungsprozess im Vergleich zu

herkömmlichen Wohnhäusern erheblich reduziert

werden. Einen weiteren Schlüssel zu ökologischem

Bauen sieht Nolting in der Einfachheit und Reduktion

und auch der Weiternutzung und Transformation von

bestehenden Strukturen.

u


www.architektur-online.com

59

CITYFÖRSTER


architektur FACHMAGAZIN

60

Bauen & Energie

Während im Normalfall verschiedene Baustoffproduzenten

ihre neuesten Produkterrungenschaften aus

aller Welt auf die Baustelle liefern, hat man sich im

Falle des Recyclinghauses auf möglichst lokale und

gebrauchte Rohstoffe verlassen. Zur “Bauteilernte”

wurden vorrangig die Gebäudebestände der ortsansässigen

Bauherrin herangezogen: dem Wohnungsund

Bauunternehmen GUNDLACH. Daneben setzten

die Planer bei der vollständig rückbaubaren Konstruktion

des leimfreien Massivholzrohbaus auf industriell

recycelte und frei auf dem Baustoffmarkt verfügbare

Materialien wie Schaumglasschotter, -granulat

und -platten, aber auch verschiedene Recyclingsplitte

oder eine Fassadendämmung aus aufbereiteten

Kakaobohnen-Jutesäcken. Für die Gründung aus

Recyclingbeton wurde gar erstmals in Niedersachsen

eine Zulassung erwirkt.

Innen wie außen besticht

das Recycling Haus durch

einen Materialmix, der

zum einen vom Zufall

beeinflusst, zum anderen

ganz bewusst inszeniert

wurde.


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61

CITYFÖRSTER

Aufgrund der Verwendung weitgehend lokal im

Raum Hannover gewonnener, gebrauchter Bauteile

konnten zum einen die Transportwege extrem kurz

gehalten und zum anderen, im Sinne einer kreislaufgerechten

Baustellenorganisation, unnötige Mülltransporte

vermieden werden. Nahezu alle während

des Bauprozesses angefallenen Materialreste wurden

letztlich verbaut. Eine solche Herangehensweise

erfordert freilich ein extrem hohes Maß an Flexibilität

und Kreativität der Architekten und ausführenden

Firmen, aber eben auch Offenheit und ehrliches

Commitment seitens der Bauherrschaft.

In Bezug auf Energie und Haustechnik konnte der

lokal geforderte Klimaschutzstandard „Kronsberg“

erzielt werden. Dieser sieht sowohl einen Verzicht

umweltschädlicher Baumaterialien wie auch einen

energetischen Standard des KfW-Effizienzhauses 55

oder besser vor. Um dies zu erreichen, wird das Recyclinghaus

mittels einer Luft-Wasser-Wärmepumpe

mit solarthermischer Unterstützung für Warmwasser

sowie einer kontrollierten Wohnungslüftungsanlage

mit einer Wärmerückgewinnung von 96 Prozent beheizt.

Der sehr gute Energiestandard konnte überraschenderweise

trotz der umfassenden Verwendung

gebrauchter Bauteile gewährleistet werden.

Die Nutzer dieses Modellprojekts könnten eine Familie

sein oder auch eine Wohngemeinschaft. Im

Erdgeschoss befinden sich ein Eingangsbereich mit

Garderobe und WC, ein offener Wohn-, Küchen- und

Essbereich sowie ein Individual- und der Hauswirtschaftsraum.

Das Obergeschoss bietet Platz für ein

Bad und drei Schlafzimmer. Je nach Anforderung

kann der Raum des Dachgeschosses schließlich

als Gemeinschaftsbereich oder weiteres Zimmer

genutzt werden. Hinzu kommen ein Bad und eine

Dachterrasse, die einen Weitblick über den Kronsberg

bis hin zu Messegelände und Deister bietet. Alle

Einzelräume wurden zugunsten der Gemeinschaftsflächen

so klein und kompakt wie möglich konzipiert.

Raumhohe Innentüren sowie Fenster ohne Stürze

unterstützen das großzügige Raumgefühl, das mehr

Fläche suggeriert, als tatsächlich in nüchternen Zahlen

auf dem Plan zu verzeichnen ist. Zu den gut 155

Quadratmetern Wohnfläche kommt allerdings noch

ein Carport hinzu.

u


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62

Bauen & Energie

Der radikale Materialeinsatz verleiht dem Recyclinghaus

eine besonders charmante und warme Atmosphäre.

Der Stilmix mag zwar auf den ersten Blick

eher alternativ anmuten, wirkt bei genauerem Hinsehen

aber gar nicht bunt und wild, sondern auf eine

ganz eigene Weise bewusst durchdacht und detailliert

ausformuliert. Die Schlichtheit und Ruhe der Einbaumöbel,

das schnörkellose Design der Oberflächen

in Kombination mit den klaren Formen der Architektur

bilden das perfekte Pendant zu den zufällig vorgefundenen

Vintage-Objekten und recycelten Materialien,

die jedes für sich eine eigene Geschichte zu

erzählen vermögen, wenn man genau hinhören will.

Optisches Highlight im Außenbereich ist eindeutig

die markante Fassade aus Gebrauchtmaterialien:

Aluminiumfenster koexistieren im Einvernehmen mit

nachbeschichteten Eternitplatten und fügen sich

mit Profilbauglas und Wellblech zu einem stimmigen

Gesamtbild. Dazu gesellt sich eine Holzfassade aus

alten Saunabänken. Im Inneren wird dieser spannende

Zusammenprall konsequent weitergeführt: Innenwände

aus Abbruchziegeln, ein Boden in Terrazzo

“Opus Signium” mit Ziegelsplittzuschlag, Einbaumöbel

aus gebrauchten Messebauplatten und daneben

ein Esstisch aus Restmaterialien der Baustelle. Gleich

im Anschluss eine historische Bauernhaustür und in

den Bädern Wände verkleidet mit einem Mosaik aus

gebrauchten Kronkorken und Waschbecken aus ausgedienten

Saunaaufgussbecken.

Ein Prototyp, der überzeugt und geneigte BauherrInnen

dazu anregen und inspirieren soll, selbst Baumaterial

zu ernten, zu sammeln und neu zusammenzufügen.

Kein massentaugliches Einfamilienhaus, aber

ein zukunftsweisendes Projekt, das den Horizont erweitert

und beweist, wie weit Recycling im Bau wirklich

gehen kann.


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63

CITYFÖRSTER

OG 2

N

1 2 5

OG 1

N

1 2 5

N

1 2 5

EG

Recyclinghaus

Hannover, Deutschland

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Gundlach GmbH & Co. KG Wohnungsunternehmen

CITYFÖRSTER architecture + urbanism PartGmbB

Nils Nolting, Verena Brehm

Drewes + Speth - Beratende Ingenieure im Bauwesen

Grundstücksfläche: 290 m 2

Bebaute Fläche: 99,9 m 2

Nutzfläche:

155,72 m 2 (Wohnfläche)

Planungsbeginn: 2016

Bauzeit: 04/2018 - 07/2019

Fertigstellung: 07/2019

Baukosten: KG 300+400: EURO 775.000

www.cityfoerster.net

“Wir sind spezialisiert auf strategische Planungen, internationale

Entwicklungsprojekte und experimentelles,

ressourcen- und recyclinggerechtes Bauen. Unsere

Themen sind neue Arbeitswelten und Wohnformen,

pädagogische Architektur, nachhaltiger Tourismus,

öffentliche Räume und innovative Mobilitätskonzepte.“

Nils Nolting, Gründungspartner von CITYFÖRSTER

architecture + urbanism und geschäftsführender

Partner des Büros in Hannover


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Bauen & Energie

Schluss mit

schmutzig

SoLo / Soo Valley, British Columbia / Perkins&Will

Text: Edina Obermoser Fotos: Andrew Latreille / Perkins&Will

Die Baubranche trägt zu einem Großteil der weltweiten

CO 2 -Emissionen bei. Deshalb wünschte sich der

Klient – selbst Bauträger – ein Haus, das nicht nur

möglichst wenig zum Klimawandel beiträgt, sondern

diesem sogar entgegenwirkt. Um das zu erreichen,

entwickelte das kanadische Architekturbüro

Perkins&Will mit SoLo ein rurales Chalet, das mehr

Energie produziert, als es verbraucht und mit seinem

nachhaltigen Gesamtkonzept neue Möglichkeiten für

zukünftige Gebäude aufzeigt.


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65

Perkins&Will

SoLo entstand als Prototyp für Delta Land Development,

ein Bauunternehmen mit Sitz in Vancouver. Es

soll als Vorbild für großmaßstäblichere Projekte dienen

und das Potenzial nachhaltiger Architektur veranschaulichen.

Das Ferienhaus entstand fernab der

Zivilisation inmitten der unberührten Natur des Squamish-Lillooet

Regional District. In dem südlichen Bezirk

in British Columbia liegt es auf einer von Bäumen

umgebenen Anhöhe mit Blick auf das Soo Tal und den

gleichnamigen Fluss. Die Planer realisierten den Bau

als Plusenergiehaus, das völlig ohne externe Energieversorgung

und fossile Brennstoffe auskommt.

Anstatt auf optische Kriterien, konzentrierten sich

die Architekten auf den Kontext und den Lichteinfall

sowie auf eine reduzierte, hochwertige Materialpalette.

Um dem extremen Klima der Region mit Temperaturunterschieden

von bis zu 60°C standzuhalten,

stellte dabei die Gebäudehülle die Grundlage für

eine energieeffiziente Planung dar. Das Ergebnis ist

ein zweischichtiger Aufbau. Während sich die äußere

Konstruktion aus Holzrahmen mit großzügig bemessenen

Überständen über SoLo legt und es vor

Witterungseinflüssen schützt, fungiert der innere,

isolierte Layer als thermischer Abschluss. Die Luftdichtheit

und Funktionsweise unter verschiedensten

Bedingungen wurden im Zuge des Entwurfsprozesses

anhand von Modellen simuliert und hinsichtlich

potenzieller Wärmebrücken optimiert.

u


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66

Bauen & Energie

SoLo ist innen wie außen großteils aus Douglasienholz

gefertigt. Nur an wenigen Stellen kamen insgesamt

fünf weitere Baustoffe wie Stahl oder Beton

zum Einsatz. Auch sie mussten höchste Ansprüche

an Nachhaltigkeit erfüllen und frei von schädlichen

Chemikalien sein. Die einzelnen Elemente wurden

aus regionalem Holz von lokalen Unternehmen produziert.

Sie kamen als Fertigteile auf die Baustelle

und ermöglichten dank der modularen Konstruktion

eine schnelle Realisierung des Projekts vor Ort. Auf

diese Weise konnte der, durch Transport, Herstellung

und Abfälle verursachte, Primärenergiebedarf minimiert

werden. Zusätzlich speichert das Massivholz

mehr Kohlenstoffdioxid, als der Bau des Hauses verursachte

– das erklärt die positive Energiebilanz.

Das abgelegene Feriendomizil ist kompakt und quaderförmig.

Ein Pultdach schließt es nach oben hin

ab. Um möglichst wenig in die Natur einzugreifen,

lagerten die Planer den Baukörper auf einer leichten

Struktur und hoben ihn so vom Boden ab. Damit wirkt

er wie in die Kulisse hineingesetzt, was den temporären

Gedanken hinter dem Projekt unterstreicht. Eine

überdachte Außentreppe führt entlang der nordwestlichen

Fassade vorbei am Eingang des Chalets

bis hin zur Terrasse, die der gegenüberliegenden

Queransicht vorgelagert ist.

Der rechteckige Grundriss entwickelt sich an der

nach Süden ausgerichteten Längsseite des Volumens.

Auf 380 m 2 gibt es im Inneren reichlich Platz

zum Wohnen und für repräsentative Zwecke. Sämtliche

Räume ordnen sich rund um einen zentralen

Kern mit Erschließung, Stauraum, Bädern und Küche

an. Letztere geht nahtlos in den großen Wohnbereich

über. Dieser wird von einer Galerie aus dem Obergeschoss

überblickt und öffnet sich in Form von einer

Glasfront zum geschützten Außendeck hin. Durch

die riesige Verglasung scheint die umgebende Landschaft

nach drinnen zu fließen. Das Hauptschlafzimmer

am entgegengesetzten Ende vervollständigt das

untere Niveau. Im ersten Stock gibt es zwei gespiegelte

Schlafräume mit anschließender Nasszelle sowie

einen loftartigen Bereich.


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67

Perkins&Will

Im Inneren übernimmt das Douglasienholz nicht nur

konstruktive, sondern auch gestalterische Funktionen

und schafft ein gesundes Raumklima. Es zeichnet

unter dem Dach die Kraftverläufe nach und kleidet

Wände, Decken und Böden. Selbst die Einbauten

wurden in Holz umgesetzt und rücken die Schönheit

des Naturmaterials in den Mittelpunkt. So erhält SoLo

seinen schlichten Charme, der den Wohnräumen ein

elegantes und gleichzeitig äußerst gemütliches Ambiente

verleiht und inmitten der kanadischen Wildnis

für ein unvergleichliches Wohnerlebnis sorgt. u


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68

Bauen & Energie

Alle Innenräume prägt warmes

Douglasienholz. An den Fenstern

kleidet es die Laibungen, formt tiefe

Sitznischen mit Blick in die Natur und

sorgt so für jede Menge Gemütlichkeit.

Für das Energiekonzept kombinierten Perkins&Will unterschiedliche

Systeme und machten das Wohnhaus

so zu einem kleinen, autarken Kraftwerk. Um gänzlich

auf Verbrennung und fossile Quellen verzichten zu

können, setzte man auf Photovoltaik und Geothermie.

Wasserstoff-Brennstoffzellen fungieren als Reserve-Energiespeicher.

Obwohl eine vertikale Ausrichtung

der Solarpaneele weniger effizient ist, wurden die

Elemente nicht auf dem Dach, sondern an der Südfassade

montiert. So wird sichergestellt, dass der Schnee

deren Funktionsweise im Winter nicht beeinträchtigt.

Zusätzlich wurden die nötigen Vorrichtungen für eine

zukünftige Aufrüstung um eine Windturbine getroffen.

Das Wasserversorgungssystem komplettiert die

Haus technik. Es setzt sich aus einer Anlage zur Grauund

Trinkwasseraufbereitung zusammen.

Mit SoLo demonstriert Perkins&Will, dass es weder

technische noch wirtschaftliche Gründe gibt, die

gegen nachhaltiges Bauen sprechen. Niedrigenergiesysteme,

modulare, vorfabrizierte Bauteile und

ökologische Materialien lassen sich in jedem Kontext

und ohne jegliche Einbußen in langlebige Projekte

mit einzigartiger Wohnqualität verwandeln. Funktionelles

Design und Ästhetik schließen sich dabei

längst nicht mehr aus. Umweltfreundlichkeit ist keine

Wahl, sondern längst ein Gebot der Stunde! •


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Perkins&Will

Loftebene

Hauptebene

SoLo

Soo Valley, British Columbia, Kanada

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Bebaute Fläche: 240 m 2

Nutzfläche: 380 m 2

Planungsbeginn: September 2017

Baubeginn: Juli 2018

Fertigstellung: März 2020

www.perkinswill.com

Delta Land Development

Perkins&Will

Aik Ablimit, Alysia Baldwin, Cillian Collins, Derek Newby,

Adrian Watson, Joshua Rudd, Susan Gushe, Soren Schou

Glotman Simpson Consulting Engineers

„Perkins&Will ist für seinen guten Ruf in Sachen Umweltschutz

bekannt. Unser Streben nach Nachhaltigkeit

kommt in Projekten wie SoLo zum Ausdruck.

Wir übernehmen und verkörpern die Prinzipien des

„Living Design“ – eine Philosophie und eine globale

Bewegung, die für langlebiges Design steht. Bei Perkins&Will

ist dies unser Ziel und unser Versprechen.“

Perkins&Will


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70

Bauen & Energie


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71

Marty Architektur

Klein, aber fein

Tiny Houses / Schwyz / Marty Architektur

Text: Edina Obermoser Fotos: Zürrer Fotografie

Mit ihrem Projekt Tiny Houses bewiesen die Schweizer

Marty Architekten, dass auch kleine Bauten ganz groß

sein können. Sie ließen sich von den unkonventionellen

Voraussetzungen des Bauplatzes inmitten der Altstadt

nicht abschrecken, sondern schufen auf minimaler Fläche

zwei Häuser mit vier Wohnungen. Diese verdichten

das Quartier nicht bloß, sondern sind außerdem energieautark,

nachhaltig und ressourcenschonend.

Das Grundstück im Herzen der Gemeinde Schwyz

bot keine leichten Voraussetzungen. Als einstiger

Garten eines der angrenzenden Wohnhäuser, sollte

die 229 m 2 Parzelle umgenutzt werden. Durch ihre

Lage in einem ISOS-Gebiet – mit dem das Bauamt

Reglementierungen für schützenswerte Ortsbilder in

der Schweiz festlegt – kamen zahlreiche weitere Auflagen

sowie Mindestabstände zu Straßen, Bach und

Grenzen hinzu.

Umgeben von den schmalen, historischen Gassen

kreierten die Architekten die beiden Minihäuser so,

dass sie sich behutsam in das urbane Gefüge eingliedern

und doch auffallen. Sie erhielten die denkmalgeschützten

Begrenzungsmauern und entwickelten

das Verdichtungsprojekt auf kleinstem Raum. Angepasst

an den Maßstab der Nachbarbauten entwarfen

Ivan Marty und sein Team zwei Volumen mit rechteckigem

Grundriss. Sie sind eng und nahezu um 90

Grad versetzt zueinander positioniert. Rund um die

beiden Häuser ergeben sich kompakte Außenräume.

Diese bieten den Bewohnern – geschützt durch die

Umfriedung – einen privaten Freibereich mitten im

Dorf, der zu Aktivitäten im Freien und Sozialkontakten

einlädt.

u


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72

Bauen & Energie

Anstelle von CO 2 -intensiven Betonfundamenten

scheinen die Tiny-Häuser über dem gewachsenen

Boden zu schweben. Sie stehen auf unbehandelten

Stahlträgern, die nach und nach eine natürliche

Patina entwickeln werden. Unterhalb bleibt der Lebensraum

von Tieren und Pflanzen erhalten. Auch

die übrige Bauweise ist natürlich, ökologisch und auf

einen schonenden Umgang mit Ressourcen und der

Umgebung bedacht. Die beiden Baukörper bestehen

ausschließlich aus Schweizer Tannen- und Fichtenholz

aus der Region. Auf schädliche Lösungsmittel

und lange Transportwege verzichtete man zur Gänze

und verwendete für die Verbindung der Rahmenkonstruktion

mit den Massivholzplatten fast ausschließlich

mechanische Hilfsmittel. So können die Materialien

am Ende ihres Lebenszyklus rückgeführt und

wiederverwertet werden. Das Thema Regionalität

setzten die Architekten konsequent bis hin zur Umsetzung

fort und entschieden sich ausschließlich für

Bauunternehmen aus dem Kanton.

Die Fassaden der Häuser kleiden vertikale, geschwärzte

Fichtenholzlamellen. An den einander

zugewandten Seiten kommen Stahlpaneele zum Einsatz.

Beide Satteldächer sind ohne sichtbare Traufausbildung

ausgeführt. Eine vollflächig installierte

Photovoltaik-Anlage komplettiert die dunkle Außenhülle,

die dem Projekt eine moderne Optik verleiht.

Zum Energiekonzept der Minihäuser gehört auch die

optimierte Dämmung der Ansichten, die den Heizbedarf

senkt. Die Wärme kommt in allen vier Wohnungen

von einem eigenen Specksteinofen. Dieser sorgt

nicht nur für eine romantische Atmosphäre, sondern

reduziert den ökologischen Fußabdruck. u


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73

Marty Architektur

Geheizt wird CO 2 -neutral mit Holz –

das ist nicht nur umweltfreundlich,

sondern auch gemütlich. Anstelle von

Heizkörpern gibt es dafür in jeder der

Wohneinheiten einen Specksteinofen.


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74

Bauen & Energie

In den kompakten

Tiny-Häusern ist jeder

Zentimeter perfekt

genutzt. Dank Böden,

Wänden und Decken in

hellem Holz wirken die

Räume trotzdem keineswegs

beengend, sondern

hell und freundlich.

Dank der Photovoltaik auf dem Dach funktioniert die

Stromversorgung völlig autark. Ein zentraler Energiespeicher

speist die sparsamen Elektrogeräte im

Inneren. Gekocht wird mit Gas, beleuchtet nur dort,

wo es wirklich nötig ist. Dabei hilft ein mobiles Beleuchtungssystem.

Über eine smarte Steuerung können

die Nutzer ihren Verbrauch mitverfolgen. Besonders

innovativ ist die Idee dieses Mietmodells. Neben

175kWh Strom ist auch der jährliche Brennholzbedarf

für jede Wohneinheit im Preis inkludiert. Sieht man

sich den Durchschnittsverbrauch eines Einpersonenhaushalts

an, ist dies bei einem energieeffizienten

Neubau völlig ausreichend. Gleichzeitig spornt es die

Bewohner aber trotzdem dazu an, ressourcenschonend

zu leben.

In jedem der Häuser befinden sich zwei kompakte

Apartments. Sie teilen sich jeweils in Erd- und Obergeschoss

auf. Auf 30 bzw. 43 m 2 befindet sich mit Küchenzeile

und Bad alles, was eine Person zum Leben

braucht. Das erste Stockwerk wird über außenliegende

Stahltreppen erschlossen. Beim Betreten gelangt

man in allen Wohnungen zuerst in die separate Küche.

Während die beiden unteren Einheiten über ein

offenes Wohn-Schlafzimmer verfügen, gibt es oben

zusätzlich einen Holzeinbau unter dem Dach. Er ist

galerieartig gestaltet und bietet Platz zum Schlafen

sowie versteckten Stauraum unter der Treppe.

In den Innenräumen setzten die Architekten ebenfalls

auf natürliche Materialien. Wände, Böden und

Decken bestehen wie die Fensterrahmen aus hellem

Holz. Alles zusammen vermittelt eine heimelige

Atmosphäre. Sämtliche Oberflächen kommen ganz

ohne Beschichtung aus und rücken die feine, lamellenartige

Struktur des Naturwerkstoffs in den Mittelpunkt.

So entsteht ein komfortabler Lebensbereich,

der sich rundum gesund anfühlt. Die Wohnräume aller

vier Einheiten sind mit großflächigen Fensterfronten

ausgestattet, die viel Tageslicht nach drinnen

lassen und Ausblicke in den mit Obstbäumen und

Kräutern bepflanzten Garten mitten in Schwyz freigeben.

Dadurch wirken die Minimalwohnungen trotz

des reduzierten Platzangebots nicht klein, sondern

praktisch und gemütlich.

Mit den Tiny Houses zeigen Marty Architekten, dass

Nachverdichtungen trotz begrenzten Platzes jede

Menge Potenzial bieten kann und Komfort nicht

von der Quadratmeterzahl abhängt. Anstatt Luxus

erhalten die Mieter der Minihäuser eine gemütliche

Ruheoase mitten in der Altstadt, die alles bietet, was

man zum Leben braucht. Außerdem sind selbst die

regionalen Materialien einen Schritt weitergedacht:

Es wurde ihr gesamter Lebenszyklus und Rückbau,

Recycling oder Entsorgung berücksichtigt. Den krönenden

Abschluss bildet das autarke Energiesystem.

Es ist nicht nur äußerst effizient und umsichtig, sondern

motiviert zudem dazu, sich mit dem eigenen

Konsum auseinanderzusetzen. So wird Architektur

zum diplomatischen Vermittler zwischen Mensch

und Planet – eine zukunftsweisende Entwicklung,

von der alle profitieren.


B

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Marty Architektur

A

Luftraum

Luftraum

DG

Schnitt B-B

A

0 5

B

GSEducationalVersion

A

B B

A

B B

Dachgeschoss

A

OG

Schnitt A-A

A

0 5

GSEducationalVersion

N

0 5

Obergeschoss

GSEducationalVersion

Tiny Houses

Schwyz, Schweiz

Obergeschoss

Bauherr: i4m

Planung: Marty Architektur

Mitarbeiter: Ivan Marty, Melissa Hardegger, Pascal Hiob

Holzbau: Kost Holzbau

Holzbauingenieur: Pius Schuler

Grundstücksfläche: 229 m 2

Bebaute Fläche: 104 m 2

Nutzfläche: 150 m 2

Planungsbeginn: Frühling 2019

Bauzeit:

5.5 Monate

Fertigstellung: Februar 2020

Baukosten:

1.3 Mio.

www.marty-architektur.ch

„Für uns bei der marty architektur ag spielen

Leidenschaft, Authentizität und Nachhaltigkeit

eine zentrale Rolle. Wir gestalten Räume

und Orte, nicht einfach nur Gebäude. Dabei

blicken wir immer auch nach links und rechts,

etwas zurück und möglichst weit nach vorne.“

Ivan Marty


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76

Hotelarchitektur

Urlaub in

der Hütte

Eine holistische Erfahrung im Ökotourismus ermöglichen die Planer von Reiulf

Ramstad Arkitekter & ASP Architecture den Besuchern des Breitenbach

Landscape Hotels 48° Nord. Im gleichnamigen Elsässer Dorf wurde die skandinavische

„hytte“ neu interpretiert, wodurch Gäste die Möglichkeit haben, die

Natur und Kultur der Region in einem entspannenden Ambiente kennenzulernen.

Die Hütten sind zwischen 20 und 60 m 2 groß, liegen im Herzen des Natura 2000

Gebiets und wurden so designt, dass sie sich nahtlos in das geschützte Areal

einfügen – und das, ohne die Natur und deren Bewohner zu stören.

Text:Dolores Stuttner Fotos: Florent Michel @11h45, Yvan Moreau, Reiulf Ramstad Arkitekter


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77

Hotelarchitektur

Die Geburtsstunde des modernen Öko-Projekts läutete

das Aufeinandertreffen der skandinavischen

und der französischen Kultur – in Form eines französisch-dänischen

Klienten und eines norwegischen

Architekturbüros – ein. Und Elemente beider Länder

flossen so in die Architektur mit ein. Bei der Realisierung

des Konzepts legten die Planer aber auch auf

den ökologischen Aspekt großen Wert. Es überrascht

also nicht, dass die außergewöhnliche Unterkunft

den Anforderungen seines Standorts voll und ganz

gerecht wird. Die Planer setzten auf Holz als Grundmaterial,

welches in Kombination mit den außergewöhnlichen

Formen in einem erinnerungswürdigen

Design mündet. Es wird so, das den Elsässern Vertraute,

mit dem nordischen, fremden in Verbindung

gebracht. Das Ergebnis ist ein einzigartiger architektonischer

Ausdruck.

Das Ziel der Architekten war es also nicht, ein einfaches

Hotel zu errichten. Vielmehr wollten diese eine

Unterkunft ins Leben rufen, die ihre Gäste freundlich

empfängt und ihnen eine Reise der Sinne beschert.

An dieser Philosophie orientiert sich letzten Endes

der Baustil. Eine geradlinige Gestaltung, kombiniert

mit einem sauberen Design, verleiht den insgesamt

14 Hütten eine dezente Eleganz. Gleichzeitig gelang

es den Planern, Privatsphäre mit Aussicht zu kombinieren.

Vom Inneren aller Konstrukte haben die

Hotelgäste einen freien Blick auf die sie umgebende

Landschaft. Die kleinen Bauwerke ruhen auf Stelzen,

sodass sich diese jederzeit wieder entfernen lassen.

Dank diesem Kniff bleibt die Natur also tatsächlich

unberührt. Und damit assoziieren die Initiatoren und

Planer des 48°Nord Luxus. Nicht etwa das Pompöse

und der Überfluss, sondern vielmehr die Landschaft

mit ihren Farben, Lichtern und Schatten, Ruhe und

Raum sind die Stärken dieses Projekts. Und trotz

ihrer simplen Aufmachung erfreuen sich die Unterkünfte

einer vielseitigen Gestaltung.

u


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78

Hotelarchitektur


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79

Hotelarchitektur

Beim Betreten des Areals treffen Gäste zuerst auf

das Hauptgebäude. Gewidmet ist dieses der Gastfreundlichkeit,

während es der Versorgung und Entspannung

der Besucher dient. Schindeln aus Elsässer

Kastanie hüllen den Bau ein, der in puncto Energieverbrauch

übrigens einem Passivhaus entspricht. Im

Inneren treffen schwarze Möbel auf dunkles Holz,

was einen intimen Rahmen schafft. Und damit schafft

die Architektur ideale Bedingungen, um durch die

Glasfront den Ausblick auf die Region sowie die örtliche

Kulinarik zu genießen. Gewonnen werden die Zutaten

sowohl aus dem hoteleigenen Garten, als auch

von biologischen Herstellern vor Ort.

Um die Wünsche aller Besucher abzudecken, realisierten

die Planer gleich vier verschiedene Hütten-Typologien.

Der Typ „Grass“ befindet sich nahe

dem Hauptgebäude und ist universal zugänglich.

Durch eine schlanke, hohe Struktur zeichnen sich

„Tree“ und „Ivy“ aus, wobei ihr vertikales Design den

Gästen ein ansehnliches Panorama beschert. Auf Familien

mit Kindern ist „Fjell“ ausgerichtet. Auf dem

Plateau des Hügels wartet die Hütte mit einem geschützten

Außenbereich auf. Alle Gebäude kennzeichnet

zudem eine minimalistisch-rustikale Inneneinrichtung.

Für eine einladende Atmosphäre sorgt

das helle Holz in Kombination mit dem eingebauten,

gemütlichen Mobiliar, während räumliche Kontraste

für visuelle Abwechslung sorgen.


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80

Hotelarchitektur

Temporäres Wohnen

am Wurstelprater

Unter dem Titel Prater Glacis wandelte sich das Praterareal der Messe Wien in

den letzten Jahren vom wenig frequentierten Busparkplatz zum hochwertigen

Stadtraum mit gemischter Nutzung. Ein Hotelbau vom Architekturbüro nonconform

komplettiert das, aus drei Baukörpern bestehende, neue Ensemble. Innovativ

in Holz gefertigt, vereint er mit zwei Betreibern auch zwei unterschiedliche

Konzepte für temporäres Wohnen unter einem Dach.

Text: Edina Obermoser Fotos: Kurt Hörbst


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81

Hotelarchitektur

Das Prater Glacis-Trio entstand im Auftrag von IG

Immobilien. Es bietet auf 9.500 Quadratmetern neu

genutzten, urbanen Raum, ohne dafür zusätzliche

Flächen zu versiegeln. Den Neubau entwickelten

die Architekten als Überbauung des Busparkplatzes

Messe Wien. In erster Reihe fußfrei am Wurstelprater,

fügt er sich zwischen ein Bürogebäude von

Franz&Sue und ein weiteres Hotel von Zechner &

Zechner ein. Einziehen durften zwei Mieter, die thematisch

gut zusammenpassen. Beide widmen sich

dem Wohnen auf Zeit und interpretieren es auf moderne

Weise: Superbude aus Hamburg lädt in der

einen Hälfte zu kurzen Aufenthalten. Das Erfolgsrezept

des Hostel-Anbieters ist ein dynamischer Mix

aus Buden und Themenzimmern. Wer etwas länger

bleiben will, wird bei den Nachbarn aus Amsterdam

fündig. ZOKU beschreibt sich selbst als Hybrid aus

Aparthotel und Homeoffice. In seinen Work-Life-

Lofts können Gäste nicht nur wohnen, sondern auch

arbeiten. Den krönenden Abschluss bilden Restaurants

und Bars sowie Räume für Meetings und Dachterrassen

mit Ausblick auf Riesenrad und Co. u


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82

Hotelarchitektur

Für die Planung arbeitete nonconform eng mit den

Auftraggebern und den beiden Nutzern zusammen.

Dafür galt es sowohl die speziellen Konzepte für das

Innenraumdesign als auch individuelle Wünsche und

verschiedene Zielgruppen zu berücksichtigen. Das

Ergebnis ist ein U-förmiger Baukörper, der alle Anforderungen

unter einem Dach vereint. Er setzt sich aus

einem Sockel, sechs Stockwerken und einer Terrasse

ganz oben zusammen. Der Busparkplatz bleibt bestehen,

wird aber verkleinert und von den Regelgeschossen

überspannt. Außerdem flankieren im Eingangsniveau

zwei gläserne Volumen einen zentralen

Durchgang. Dieser führt an den Stellplätzen vorbei

zum Pratergelände. Hinter den Glasfassaden liegen

die getrennten Eingänge der Hotel- bzw. Hostelanbieter

sowie gemeinsame Besprechungsräume. Während

der Eingangsbereich von Superbude mit seinem

jungen, flippigen Design und reichlich Grün an ein

Wohnzimmer erinnert, ist die Lobby von ZOKU eher

zurückhaltend und seriös gehalten und wirkt wie der

Zugang zu einem Wohnhaus.

Die drei nach außen orientierten Ansichten kleidet

eine Holzfassade, die vorab im Brandversuch getestet

wurde. Mit ihren filigranen Elementen verleiht sie

dem Hotelbau einen eleganten, luftigen Eindruck. Die

Holzstäbe legen sich in unregelmäßigen Abständen

vor Balkone, Fenster und geschlossene Bereiche und

sorgen dafür, dass das Volumen vor der bunten Kulisse

des Vergnügungsparks mit seiner Natürlichkeit

auffällt. An der Rückseite des Baus gibt es einen offenen

Turm, der die beiden Gebäudeteile über Brücken

verbindet und die Fluchttreppe beinhaltet. Von

Pflanzen bewachsen soll er zum vertikalen Garten

werden und den Innenhof vor den grellen Lichtern

des Praters schützen.


www.architektur-online.com

83

Hotelarchitektur

Sämtliche Innenräume plante nonconform als unbespielte

Boxen, die später von Interior-Designern

komplettiert wurden. Für Superbude gestalteten

das Atelier Karasinski und archiguards die einzelnen

Zimmertypen. Dabei kamen unter anderem individuell

angefertigte Tapeten der Universität für angewandte

Kunst Wien zum Einsatz. ZOKU hat seine

Wohn- und Arbeitsräume über Jahre hinweg perfekt

auf seine Kunden zugeschnitten und die sechs funktionellen

und stylischen Prototypen in Zusammenarbeit

mit concrete amsterdam auch in dem Holzbau

umgesetzt. Zum Highlight des Ho(s)tels wird das

Dachgeschoss. Mit seinen Außenterrassen bietet es

weite Ausblicke über Wien und den Prater mit seinen

Grünflächen und leuchtenden Fahrgeschäften. Das

Programm reicht von kulinarischen Angeboten und

Bars, die Hausgäste und externe Besucher gleichermaßen

anziehen, bis hin zu Meeting-Spaces, Veranstaltungs-

und Coworking-Flächen, die auch für

Events gebucht werden können.

Mit ihrem Bau am Prater Glacis demonstrieren die Architekten

von nonconform, wie Parkplätze attraktiv

überbaut und damit versiegelter Stadtraum sinnvoll

aufgewertet werden kann. Die beiden internationalen

Hotelkonzepte werden mit Blick auf die vorbeirauschende

Achterbahn nicht nur zum trendigen

Anlaufpunkt für moderne Nomaden, sondern heißen

auch Einheimische und andere Besucher in bester

Lage willkommen. Ein perfekter Rahmen für temporäres

Arbeiten, Wohnen und mehr.


Funktion und Optik in Perfektion:

Vinyl-Designboden.

www.project-floors.com


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84

Hotelarchitektur

Haus der Musik

Mit einem geradezu revolutionären Konzept wartet das erste „Jaz in the

City Vienna“-Hotel auf. Die Einrichtung aus dem Hause BWM Architekten

bringt Musikbegeisterte und Musiker aus aller Welt zusammen. Bereits

der Eingang passt zum Programm des Projekts im Wiener Bezirk Mariahilf.

Denn die Unterkunft betreten Besucher über einen Plattenladen mit Theke.

Letztere fungiert zugleich als Check-In-Desk.

Text: Dolores Stuttner Fotos: Lukas Schaller

Doch auch in allen anderen Zonen des Hotels findet

das musikalische Konzept Anwendung. Ein schallgedämmter

Glaswürfel ist im Zentrum der Lobby platziert,

wobei dieser einem Aufnahmestudio gleicht. Er

kann auch auf diese Art oder aber für Meetings oder

Live-Sendungen zum Einsatz kommen. Auch findet

man im Eingangsbereich Sitzinseln vor, die von Metallstangen

eingerahmt werden. Mit diesem Kniff wird

Intimität erzeugt, ohne aber die einzelnen Zonen vom

übrigen Raum abzugrenzen.

Ein Gang mit Tunneleffekt führt zur Hotelbar und zum

Konferenzraum, wobei sich der Korridor in drei Zonen

gliedert. Diese lassen sich entweder einzeln nutzen

oder aber zusammenlegen. Der Tunnelgang lässt sich

dadurch als eigener Veranstaltungsraum, mitsamt

allen technisch notwendigen Anschlüssen, nutzen.

Das Hotel ist also mehr als eine einfache Unterkunft –

ebendieses fungiert gleichermaßen als Bühne für die

lokale Kultur- und Musikszene. Rolltore im industriellen

Design trennen Gang und Lobby sowie Bar- und

Frühstücksbereich voneinander ab. Sie unterstreichen

mit ihrer einzigartigen Gestaltung, die an Garagentore

erinnert, den Studio-Aspekt des Hotels.

In der Einrichtung finden sich 163 Zimmer. Sie sind

durch Flure erreichbar, deren Aussehen an die Eingangsbereiche

von Musikclubs erinnert. Auch in den

Räumen selbst ist Musik das Thema der Inneneinrichtung.

Dieses Ambiente trägt dazu bei, dass sich

die Musiker in der Atmosphäre wohlfühlen und sich

auf etwaige Auftritte optimal vorbereiten können. Ein

Plattenspieler in jedem Zimmer rundet das musikalische

Angebot ab.


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85

Hotelarchitektur

BUILD

BEYOND

TOMORROW

Den CO 2

-Fußabdruck eines Gebäudes zu reduzieren, bedeutet für uns,

alle Emissionen zu berücksichtigen, die während des Lebenszyklus

eines Gebäudes entstehen. Um die Emissionen im Vorfeld als auch in

der Nutzungsphase zu reduzieren, bieten wir leistungsstarke, zirkuläre

Lösungen für Fenster, Türen und Fassaden für Gebäude in Städten und

urbanen Gebieten. Wir übernehmen Verantwortung für eine nachhaltigere

Zukunft.

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BUILD BEYOND TOMORROW.

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architektur FACHMAGAZIN

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Licht

Altehrwürdige Mauern

Das denkmalgeschützte Bankgebäude „Haus am Schottentor“ ist ein architektonisches

Juwel im Herzen von Wien. Mit seiner zeitlosen Eleganz war das Bauwerk

aus der Gründerzeit einst prägend für Bankneubauten in ganz Europa. Seit

kurzem lässt ein neues Nutzungskonzept die prunkvoll verzierten, gut erhaltenen

Räume in neuem Glanz erstrahlen: In der ehemaligen Kassenhalle ist ein INTER-

SPAR „de luxe“ entstanden, in Szene gesetzt mit einem State-of-the-Art Lichtkonzept

von Zumtobel.

Text: Alexander Magyar Fotos: Lukas Jahn

Statt Banknoten wechseln frische Backwaren

den Besitzer, statt Schaltern säumen

Frischetheken und Kühlvitrinen den Raum:

In mehr als dreijähriger Planungs- und Umbauzeit

hat INTERSPAR den Bankhallen im

„Haus am Schottentor“ neues Leben eingehaucht

– als attraktiver Nahversorger. In

enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt

wurden nachträgliche Einbauten

entfernt, Beschädigungen aufwändig restauriert

und der historische Zustand wiederhergestellt.

Gleichzeitig passten die Innenarchitekten

Kulmus Bügelmayer GmbH

und INTERSPAR-Sortimentsverantwortliche

die Räume an die Bedürfnisse der zukünftigen

Nutzer an.

Licht spielt dabei eine wesentliche Rolle: Es

inszeniert nicht nur die Waren und das verlockende

Gourmet-Angebot des Hypermarktes,

sondern hebt auch architektonisch interessante

Details hervor. Für das Publikum in

der Wiener Innenstadt wird so aus einem Einkauf

ein Ausflug in eine spannende Epoche

der österreichischen Architekturgeschichte.


www.architektur-online.com

Moderne LEDs treffen auf

historische Sonderpendelleuchten

Die vielschichte Lichtlösung stammt aus

der Feder des Lichtplanungsbüros Bartenbach

GmbH – entwickelt und entworfen

in enger Abstimmung mit Zumtobel.

Neben hochqualitativen, effizienten Standard-LED-Leuchten,

kommen auch integrierte

LED-Einbauten zum Einsatz – etwa in

Regalfächern und Bedientheken. Die einstigen

Sonderpendelleuchten der Kassenhalle

wurden feinfühlig nachgebaut. Um Historisches

und Heutiges zu einem stimmigen

Lichtkonzept zu verweben und die individuellen

Beleuchtungsanforderungen des

denkmalgeschützten Gebäudes zu erfüllen,

arbeitete Zumtobel mit einem Netzwerk erfahrener

Partner zusammen.

Perfekte Ausleuchtung macht

Appetit auf mehr

Dank moderner LED-Technik realisierten

die Projektpartner ein fein abgestimmtes

Beleuchtungsniveau und eine Lichtstimmung,

die kennzeichnend für Lebensmittelmärkte

ist. Von fangfrischem Fisch aus

regionaler Zucht über frisch zubereitete

Pasta bis hin zu Obst und Gemüse von hei-

87

mischen Landwirten: Die Systeme tauchen

die kulinarischen Delikatessen in ein brillantes

Licht – ohne störende Blendreflexe. Farben

und Details der Lebensmittel kommen

besonders gut zur Geltung. Eine Art Helligkeits-Hierarchie

unterstützt die Kunden bei

der Orientierung und Raumwahrnehmung.

Tages- und Kunstlicht

harmonisch vereint

Nicht nur das einzigartige Angebot des

Nahversorgers setzt David Schöffmann

Licht

von Zumtobel sein Lichtkonzept ins rechte

Licht. Auch der Architektur wird Beachtung

geschenkt: Die historischen Glasdecken

in der Kassenhalle haben die Lichtspezialisten

hinterleuchtet. Fast scheint es so,

als ob Tageslicht in den Raum fällt. Für die

Außenbeleuchtung des sechsstöckigen Palais

wählten die Lichtplaner spezielle Fluter

aus. Es zeichnet die Fassadengestaltung

des städtebaulich markanten Gebäudes am

Schottenring zurückhaltend mit warmem

gedimmtem Streiflicht nach.

Wir haben was gegen

dicke Luft im Büro.

Schüco VentoTherm Twist –

das dezentrale, nachrüstbare

Lüftungssystem mit integrierter

CO2-Messung und

Wärmerückgewinnung.

alukoenigstahl.com


architektur FACHMAGAZIN

88

Produkt News

Duale Lichttechnik

Zwei Lichtquellen in einer Leuchte sorgen im perfekt aufeinander abgestimmten

Zusammenspiel für ein außergewöhnliches Lichterlebnis. Die neue BEGA Deckeneinbauleuchte

simuliert mit ihrer dualen Lichttechnik die angenehme Atmosphäre

eines sonnigen Tageslichthimmels.

Ein Tiefstrahler im Zentrum der Deckeneinbauleuchte

sorgt mit einem 30-Grad-Halbstreuwinkel, einem

Lichtstrom von mehr als 5.000 Lumen und einer

Farbtemperatur von 3.000 Kelvin, für eine hohe Beleuchtungsstärke

auf der Nutzebene. Eine zweite

ringförmig angeordnete LED-Lichtquelle erzeugt in

einem semisphärisch gewölbten Reflektionsraum der

Leuchte indirektes, tageslichtweißes Licht. Mit einer

Farbtemperatur von 6.500 Kelvin wird der Einfall von

diffusem Tageslicht simuliert. In der Kombination

beider Lichtquellen entsteht der imposante Lichteindruck

eines warmen und sonnigen Tageslichts.

BEGA Leuchten GmbH

Competence Center Innsbruck

T +43 (0)512 343150

info-austria@bega.com

www.bega.com

In der Tunable-White-Ausführung kann das indirekte

Licht in der Farbtemperatur von den tageslichtweißen

6.500 Kelvin bis hin zu warmweißen 2.700 Kelvin

variiert werden. Für dynamische Inszenierungen

mit farbigem Licht ist die indirekte Lichtquelle auch

in RGBW-Version verfügbar. Die Flexibilität der Deckeneinbauleuchten

setzt sich bei der Installation

fort. Bei einer Einbautiefe von nur 230 mm für diese

leistungsstarke Leuchte können viele Einbauanforderungen

erfüllt werden – bis hin zu Einbaugehäusen

für Betondecken.


www.architektur-online.com

Leuchten in exklusiver

Echtholzausführung

Skandinavisch in hellem Holz, schlicht in schwarz

und weiß, gediegen in dunklem Holz: Die Leuchten

von Lignalux gibt es in unterschiedlichen Holzarten

und in vielen Designs. So vielfältig Holz ist, so vielfältig

sind auch die Leuchten und keine wird identisch

mit einer anderen sein. Bei der Fertigung in Wien

Inzersdorf wird Handarbeit großgeschrieben. Die

traditionelle Holzverarbeitung ist für Firmeninhaber

Christian Dohnal ein wichtiger Faktor im Herstellungsprozess.

Verarbeitet werden nur handverlesene

Hölzer mit passender Maserung und Charakter.

Kleine Äste oder Unregelmäßigkeiten werden nicht

herausgeschnitten, sondern schaffen die besondere

Anziehungskraft der Leuchten. Durch Ölen bekommt

das Holz eine seidig matte Oberfläche. Durch Bürsten

wird die Maserung verstärkt und so bleibt das Holz

auch bei den lackierten Designs sofort erkennbar.

Die von Lignalux verbauten hochwertigen LED

Komponenten stammen von namhaften österreichischen

Herstellern und sind der moderne Gegensatz

zu Holz, dem Material, welches die Menschheit seit

Jahrtausenden begleitet.

89

Lignalux

Christian Dohnal

+43 664 54 66 554

office@lignalux.com

www.lignalux.com

Produkt News


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90

Produkt News

Historisches Gebäude

trifft auf Moderne

Smarte Technik kennt kein Alter: Auch ein um 1750 errichteter Hof lässt sich

mit dem nötigen Fingerspitzengefühl und der richtigen Expertise in ein Siblik

SmartHome verwandeln. Tradition und Moderne verschmelzen dabei zu einer

harmonischen Einheit.

Der Herausforderung, intelligente Gebäudetechnik

in einem historischen Gebäude einzusetzen, stellten

sich Manfred Derflinger von E-Werk Wels und die

Experten von Siblik SmartHome. Schließlich kennt

smarte Technik kein Alter und lässt sich mit dem nötigen

Fingerspitzengefühl auch in alte Bausubstanz

integrieren. Ursprünglich wollte der Kunde im Zuge

des Umbaus seines Hofs im Raum Wels ein anthrazitfarbenes

oder schwarzes Schalterprogramm einbauen

lassen. Die Wahl fiel dabei recht schnell auf die

Serie Q.7 in Schiefer von Berker: Sowohl haptisch als

auch optisch überzeugte der elegante Rahmen aus

echtem Stein. Die Familie entschied sich außerdem

für ein smartes Beleuchtungsprogramm mit Bewegungsmeldern

und Zeitsteuerung sowie eine intelligente

Türstation.

Für das ausführende Elektrounternehmen E-Werk

Wels und Projektleiter Manfred Derflinger war rasch

klar: Hier ist Teamarbeit mit den Experten von Siblik

SmartHome gefragt. Die langjährige gute Zusammenarbeit

war die ideale Basis für perfekte Kundenberatung

im Vorfeld des Projekts sowie bei der Auswahl

der passenden Produkte. Der Kunde war sofort

von den Vorteilen des KNX-Bus-Systems begeistert:

Zukunftssicherheit, Flexibilität des Systems sowie

die vielfältigen, schier endlosen Möglichkeiten, die

KNX bietet.


www.architektur-online.com

91

Produkt News

Verbaut wurden die Q.7-Serie von Berker, außerdem

Schalt- und Dimmaktoren von Theben und als Türstation

die Elcom One. Letztere sorgt für perfekte

Sicherheit, indem sie die Bewohner über den Fingerabdruck

identifiziert. So kann niemand ins Haus, der

nicht dazu berechtigt ist. Überzeugt hat die Familie

auch die intelligente Steuerung der Beleuchtung. Diese

ermöglicht individuelle Lichtstimmungen und Beleuchtungsszenarien

und hilft obendrein beim Energiesparen:

Dank Bewegungsmelder und Timer wird

die Beleuchtung in den Gängen mit niedrigerem Energiebedarf

betrieben, ohne dass die Hausbewohner

dafür Abstriche bei der Helligkeit machen müssen.

Siblik SmartHome

T 0800 20 16 44

smarthome@siblik.com

smarthome.siblik.com

Flexibelim Einsatzeinfachundleichtim

Handling

LiapormixistaufgrundseinerhervoragendenWerte

beiFestigkeit,DichteundWärmedämmungbestens

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Isolationschichten,Brandschutz,leichteFül-und

Ausgleichschichten.

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Restfeuchtigkeitgeringerals3%

Leicht:

Dichtevon600kg/m3

Belastbar:

Druckfestigkeit(2,5N/mm²)

Wärmedämmend:

W ärmeleitzahltrockenem 0.16W /mK

Feuerfest:

StofderEuroklaseA1

w w w.liapor.at


architektur FACHMAGAZIN

92

Produkt News

Kraftvolle Akzente

In der Badgestaltung gehören hochwertige Bad-Accessoires zu einem stimmigen

Gesamtbild dazu. BLACK SELECTION – die schwarz matte Badausstattung von

KEUCO – setzt prägnante Akzente im Bad: edel, elegant und zugleich extravagant.

In Kombination mit hellen Tönen in der Raumgestaltung kommt BLACK

SELECTION besonders kraftvoll und perfekt inszeniert zur Geltung.

Die tiefschwarzen, seidenmatten Oberflächen

bestechen durch ihre besondere

Farb brillanz, die einen luxuriösen Touch ins

Bad bringt. Eine spezielle Lack-Beschichtung

macht sie unempfindlich, haltbar und

pflegeleicht – ideal sowohl für private Bäder

als auch in der trendigen Objektausstattung.

Die samtmatte Oberfläche ist

haptisch ausgesprochen angenehm.

Die Produktvielfalt der KEUCO BLACK

SELECTION bietet eine umfassende Auswahl

für das ganze Bad. Allein im Segment

Haken gibt es drei Varianten, darunter eine

Variante mit integriertem Türpuffer. Zur

Unterstützung an der Badewanne oder in

der Dusche dient der stabile Haltegriff und

auf dem schwarz matten Badetuchhalter

sind die Handtücher immer zur Stelle. In

der Dusche bestechen die schwarz matten

Duschablagen und für die Ausstattung des

WC-Bereichs stehen drei verschiedene Modelle

von Toilettenpapierhaltern zur Wahl.

Am Waschtisch besticht der schwarz matte

Lotionspender in Design und Funktion und

auch der Glashalter mit Echtkristall-Glas

für die Zahnbürste darf hier nicht fehlen.

Bei den Handtuchhaltern stehen ein- und

zweiarmige Ausführungen in unterschiedlichen

Ausladungen zur Wahl. Für den

letzten Schliff der schwarz akzentuierten

Badgestaltung am Waschtisch sorgt der

schlanke, schwarz matte Kosmetikspiegel.

Er lässt sich dreidimensional verstellen

und bietet zwei Spiegelflächen: eine unvergrößerte

Seite und eine Spiegelfläche mit

5-fach-Vergrößerung.

KEUCO GmbH

T +43 (0)662 45 40 56-0

office@keuco.at

www.keuco.com


www.architektur-online.com

93

Produkt News

Einfache und sichere

Systemlösung

In modernen Bädern sind oftmals Duschlösungen mit

flachen Duschtassen aus emailliertem Stahl, Mineralguss,

Stein oder Verbundwerkstoffen gefragt, da die

Verlegung direkt am Estrich mit einer Restschwelle

von bis zu 2 cm eine gute Alternative zum barrierefreien

Einbau darstellt. Bei der Verwendung von

herkömmlichen Ablaufgarnituren ist die Einbindung

in die Verbundabdichtung aber ohne aufwändige

Sonderkonstruktionen nicht möglich und Undichtigkeiten

sind vorprogrammiert. Eine einfache und

sichere Alternative bietet nun HL Hutterer & Lechner

mit dem neuen Komplettablauf HL570 FlexBox

an, der nach der jeweiligen Bauphase in Rohbauset,

Abdichtset und Komplettierungsset gegliedert ist:

Das höhenverstellbare Rohbauteil ermöglicht nachträgliche

Höhenanpassung an die Abdichtungsebene,

seitliche Abweichungen von plus/minus 2 cm von

der Mitte zwischen Rohbauteil und Duschtasse können

durch das Flex-Element aufgenommen werden.

Das Flex-Element gewährleistet zudem einen dichten

Anschluss an das Rohbauteil und die sichere Einbin-

dung in die Verbundabdichtung. Die nachträgliche

Kontrollmöglichkeit von Feuchtigkeitsbildung unterhalb

der Duschtasse und der Zugang zum Ablaufrohr

durch den herausnehmbaren Siphoneinsatz sind weitere

Vorteile des neuen Komplettablaufs.

HL Hutterer &

Lechner GmbH

T +43 (0) 2235 86 291 – 0

office@hl.at

www.hl.at

Uponor

Thermatop M

Heiz-/Kühldeckensystem

FÜR BESONDERE

ARCHITEKTONISCHE

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Schnelle Montage, flexible Installation dank

einfacher Klickmontage

Hohe Heiz- und Kühlleistungen, große

thermisch aktive Rohroberfläche, hohe

Schallabsorptionsgrade

Klare Gewerketrennung zwischen Trockenbau

und Haustechnik

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architektur FACHMAGAZIN

94

Produkt News

Kleines Bijou in den Bergen

Das Hotel Gasthaus Krone in La Punt, Schweiz, von den Gastgebern Sonja und

Andreas Martin liebevoll als kleines Bijou bezeichnet, wird mit sehr viel Herzblut

und Leidenschaft geführt. Hinter traditionsreichen Mauern verbirgt sich ein modernes,

frisches, in hellem Holz gestaltetes Interieur.

Mit allen Sinnen genießen, dieser Ausspruch gilt

nicht nur für die mit dem Gault Millau und Guide Michelin

ausgezeichnete Sterneküche, sondern auch

für sechs der 17 Hotelzimmer und den kleinen, aber

feinen Wellbeing-Raum. Diese wurden im Sommer

2020 renoviert und auf den neusten Stand in Sachen

Wellness gebracht. Da die bisherige Ausstattung in

der Bedienung für die Gäste zu komplex und die Produkte

in der Anwendung unzuverlässig und sehr wartungsintensiv

waren, fiel die Entscheidung, die Boxen

in den Badezimmern gegen funktionale schlanke Infrarotpaneele

auszutauschen. In den Wellbeing-Raum

im zweiten Stock zog ein neues Dampfbad mit integrierter

Infrarotanwendung ein.

Die Produkte aus dem Hause Repabad überzeugten

die Betreiber: „Wir waren auf der Suche nach Zusatzausstattung

für unsere Duschen im Hotelbadezimmer,

um unseren Gästen den Aufenthalt im Zimmer

noch angenehmer zu machen“, erläutert Sonja Martin

die Überlegungen, die jedoch keine zusätzlichen Flächen

erfordern sollten.

Zum Wunscherfüller wurde Bilbao von Repabad: Das

Infrarotpaneel macht aus der Dusche gleichzeitig

eine Infrarotkabine, schmiegt sich platzsparend an

die Wand, ist einfach und intuitiv zu bedienen und

durch die hygienische Glasoberfläche leicht zu reinigen.

Im Wellbeing-Raum bekam die Sauna eine

Dampfdusche mit Infrarotfunktion als neue Nachbarin.

Die Kombination von Wasserdampf und Infrarot

schafft ein optimales Klima, den sogenannten

thermoneutral Bereich, in dem die wohltuende Infrarot-Tiefenwärme

am besten ihre Wirkung entfaltet.

Ist das Infrarotpaneel in Betrieb, regelt das Dampfbad

automatisch bei 38° ab, um in diesem zu verweilen.

Der Gast bedient das Infrarotdampfbad lediglich

über einen An/Aus-Taster. Alle differenzierten Einstellungen

im Hintergrund wie Temperatur, Farblicht,

Duft etc. wird vom Hotelpersonal vorgenommen, so

dass der Gast von der ersten Sekunde an den wohltuenden

heißen Wasserdampf genießen und sich

entspannt zurücklehnen kann.

repaBAD GmbH

T +43 (0)800 29 35 18

info@repabad.com

www.repabad.com


U

L

A

E

I

C

H

www.architektur-online.com

95

Produkt News

Elegant im Auftritt, stark in der Entwässerung

Mit der Reihenduschrinne +100 bringt der Entwässerungsspezialist

Aschl (1A Edelstahl GmbH) ein

Produkt auf den Markt, das sich durch eine erhöhte

Ablaufleistung bei gleichzeitig schmaler und eleganter

Bauform auszeichnet. Die neue Reihenduschrinne

besitzt eine Wassereinlaufbreite von nur 100 mm und

wurde für Duschbereiche in Schwimmbädern, Hotels,

Schulen und Sportstätten sowie Feuerwehr und

Betriebe entwickelt. Die barrierefreie Rinne besteht

komplett aus Edelstahl und sorgt für eine schnelle

Wasser- und Schmutzabfuhr. Der umlaufende

Flansch mit Schlitzdrainage entwässert dabei auch

die obere Dichtebene. So kann sich keine Stau- oder

Sickernässe mehr bilden. Die antibakterielle Hygieneform

der Reihenduschrinne garantiert zudem eine

einfache Reinigung.

Trotz der schmalen Bauform und der geringen Aufbauhöhe

von 165 mm am tiefsten Punkt fließen Wasser

und Schmutz schnell ab. Das große Gefälle sorgt

für eine erhöhte Ablaufleistung von bis zu 1,4 l/sek.

Optional ist auch ein zusätzlicher Ablaufkörper für

eine noch höhere Ablaufleistung erhältlich.

1A Edelstahl GmbH

T +43 (0)7247 / 8778 -0

office@aschl-edelstahl.com

www.aschl-edelstahl.com

HL570 FlexBox Installationsset

T

Ä

T

A

U

S

Ö

S

T

E

R

I

R

Q

HL HUTTERER & LECHNER GMBH

E I N F A C H & S I C H E R



Komplettablauf, nach der jeweiligen

Bauphase gegliedert in Rohbauset,

Abdichtset und Komplettierungsset.

Einfache Montage durch höhenverstellbaren

Rohbauteil, nachträgliche

Höhenanpassung an die

Abdichtungsebene.

Das Flex-Element (blau) ermöglicht,

dass seitliche Abweichungen

von bis zu 4cm (plus/minus 2cm

von der Mitte) zwischen Rohbauteil

und Duschtasse problemlos aufgenommen

werden können.

Sicherer Zugang zum Ablaufrohr

durch herausnehmbaren Siphoneinsatz.

Nachträgliche Kontrollmöglichkeit

von Feuchtigkeitsbildung unterhalb

der Duschtasse.

Das Flex-Element gewährleistet

einerseits den dichten Anschluss

an das Rohbauteil durch Mehrfach-Lippendichtung

u. runde Bauweise,

andererseits die sichere Einbindung

in die Verbundabdichtung.

Einbauhöhe: 80 bis 250 mm

Ablaufleistungen: 0.5 l/s

Abdeckung Abmessung: Ø 113mm

www.hl.at www.hlhaus.at www.schönerduschen.at


architektur FACHMAGAZIN

96

Produkt News

Ikonisches Design – maximaler Komfort

Die neue Dusch-WC-Generation von Duravit und Philippe Starck ist in zwei Ausführungen

erhältlich: SensoWash® Starck f Plus und SensoWash® Starck f Lite.

Komfortabel bedienbar über eine Fernbedienung, frei konfigurierbar per App, im

puristischen Design und mit maximalem Dusch-WC-Komfort.

Alle Komponenten wurden technologisch weiterentwickelt

und neu angeordnet, so dass jetzt die gesamte

Technik im Keramik-Körper Platz findet. Der flache

Sitz mit nur 40 mm Höhe und die dahinter liegende,

weiße Abdeckung bilden eine flächenbündige Einheit:

modernes Design und komfortstiftende Technologie

in perfekter Harmonie. Über die innovative Fernbedienung

im flachen, eleganten Design lassen sich alle

Funktionen intuitiv steuern. Technische Finessen vom

Näherungssensor für automatische Deckelöffnung

über die Benutzerkennung im Sitz bis hin zu verschiedensten

Einstellmöglichkeiten bei der Sitzheizung,

beim Duschstrahl und beim regulierbaren Warmluftföhn

garantieren Komfort.

Mit der zugehörigen SensoWash®-App wird das

Dusch-WC individuell konfiguriert oder optional wie

mit einer Fernbedienung gesteuert. Wird das auf

SensoWash® Starck f perfekt abgestimmte Vorwandelement

von Duravit mit der elektronischen Betätigungsplatte

A2 kombiniert, können zusätzlich die

Spülfunktion und die Geruchsabsaugung per Fernbedienung

oder App gesteuert werden.

Dank neuer Rimless®-Technologie und einer optimierten

Becken- und Siphongeometrie bieten die neuen

Dusch-WCs eine noch bessere Wasserführung für

perfekte Spülergebnisse. HygieneGlaze® setzt einen

neuen Hygienestandard. Bereits nach sechs Stunden

sind 90 %, nach 24 Stunden 99,9 % der Bakterien

gehemmt. Die antibakterielle Glasur wird bis an den

Rand von Toilette und Urinal eingebrannt und entfaltet

ihre Funktion dort, wo Bakterien auftreten.

Der flache, beheizbare Sitz ist aus einem besonders

robusten Werkstoff gefertigt und besitzt wie der Deckel

eine kratzresistente, porenfreie und somit sehr

hygienische Oberfläche.

Duravit Austria GmbH

T +43 (0)2236 677 033 0

info@at.duravit.com

www.duravit.at

www.pro.duravit.at


www.architektur-online.com

97

Produkt News

Zeitlose Ästhetik und Vielfalt

Individuelle

Dampfbäder auf Maß,

auch mit Infrarot

Bei Conform Badmöbel steht das Programm «Classic» seit vielen Jahren

als Inbegriff von Qualität und Individualität im Zentrum des Gesamtportfolios.

Formen-, Material- und Maßvariabiliät, die bereits die

Kriterien der Einzelfertigung erfüllen, haben die Serie längst weit zum

echten Highlight unter den Badmöbel-Kollektionen „Made in Austria“

gemacht. Das herausragende Merkmal der funktionalen Komfortserie

ist ihre Vielseitigkeit, die optimale Lösungen und flexible Stauraummöglichkeiten

für fast jeden individuellen Anspruch bietet – egal, ob

kleines Gäste-WC, perfektes Single-Bad, großes Familienbad oder

Kombination mit umfassend ausgestattetem Wirtschaftsraum.

Alle Schrankelemente können dabei nun auch ohne Preisunterschied

wahlweise mit drei Öffnungsvarianten ausgestattet werden: als minimalistische

Push-To-Motion-Version, mit Griffmulden oder mit einer

Vielzahl klassischer Stangengriffe. In den Programmneuheiten finden

sich auch neue Gestaltungslösungen für Klein- und Kleinstbäder sowie

Gäste-WCs – mit durchdachten Detaillösungen und Top-Designs in

kompakten Abmessungen und sieben neuen, hochwertigen Keramikserien

in unterschiedlichsten Dimensionen.

Duschen & Dampfbaden bei optimaler

Raumaus nutz ung – unsere Dampfbäder

passen dank vielfältiger Gestaltungs möglichkei

ten in nahe zu jedes Bad. Infrarot

vereint die entspannende Wirkung von

Was ser dampf mit heilsamer Tiefenwärme.

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CONform Badmöbel GmbH

T +43 (0)5412 63493

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SEIT

1963


architektur FACHMAGAZIN

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Produkt News

Neuinterpretation eines

innovativen Materials

Eine poetische Erfahrung aus Design und Innovation im Reich der Badezimmer

stellt die Neuinterpretation des innovativen Material Saphirkeramik durch den

Designer Marcel Wanders dar.

Das Projekt von Marcel Wanders für LAUFEN erfindet

die Klassik neu. Mit einem facettenreichen und

vielfältigen Konzept – The New Classic – in dem sich

Unkonventionelles perfekt in ein Bild der weltoffenen

Großstadt mischt und einen vielschichtigen Lebensstil

andeutet. Von Waschbecken zur Badewanne, über

die Toilette werden Ausstattungselemente mit Armaturen,

Möbeln, Spiegeln und Accessoires kombiniert.

Gerade mit Marcel Wanders hat das Material Saphirkeramik

erstmals die Chance, sich neuen, klassischen

und ikonischen Formen anzupassen. Ein leichtes und

vielseitiges, robustes und formbares Material, das im

Laufe der Jahre von verschiedenen weltberühmten

Designern geformt wurde, hin zu schlanken, leichten

Kreationen von tadellosem Design, perfekt für

den täglichen Gebrauch. Marcel Wanders zeigt seine

Interpretation von LAUFENS Unternehmensphilosophie

auf eine völlig neue Art. Er präsentiert ein Produktkonzept,

das einen “Hauch von Menschlichkeit”

ins Design einfließen lässt.

Keramik in intensivem Weiß wird mit Oberflächen

und Möbeln aus Holz, Gestellen, Armaturen und einem

Spiegel mit Keramikrahmen verbunden, um eine

bewegende und filigrane Badumgebung zu erschaffen.

Geschwungene Linien und feminine Formen

sind Ausdruck einer neuen Design-Sprache, die in die

Welt von LAUFEN einfließt, um dessen Angebot für

einen zunehmend anspruchsvollen, gebildeten und

globalen Markt zu erweitern.

Die Serie THE NEW CLASSIC ist im LAUFEN space

Wien ausgestellt. Besichtigung und Beratung jederzeit

während der Öffnungszeiten von Di - Fr, 13 bis 18

Uhr oder nach Terminvereinbarung auch individuell

an Vormittagen.

Salzgries 21, 1010 Wien, showroom@at.laufen.com

LAUFEN Austria AG

T +43 (0)2746 6060-0

office@at.laufen.com

www.laufen.co.at


www.architektur-online.com

99

Produkt News

Edelstahl neu gedacht

Edelstahl ist ein robustes und bruchfestes Material.

Zu 100 % recycelbar zeichnet sich dieser Werkstoff

durch Widerstandsfähigkeit und Hygiene aus und

wird deshalb oft an Orten mit hoher Beanspruchung

eingesetzt. Im Sanitärbereich setzt der Hersteller

DELABIE auf Edelstahl und verbindet Knowhow und

Kreativität, um Produkte aus diesem Material neu zu

gestalten und neu zu erfinden.

Zur Vervollständigung der Produktreihe der Design-Waschtische

hat DELABIE das Aufsatzbecken

UNITO entwickelt. Gefertigt aus bakteriostatischem

Edelstahl Werkstoff 1.4301 ist seine Oberfläche glatt

und leicht zu reinigen.

Es passt perfekt zu einer erhöhten elektronischen

Armatur vom Typ BINOPTIC hohe Ausführung von

DELABIE oder zu einer Wandarmatur. Als echtes Dekorationselement

eignet sich sein minimalistisches

und zeitloses Design perfekt für öffentliche Bereiche

wie Büros oder Hotels. Das Becken UNITO ist

mit oder ohne Hahnbank erhältlich. Es ist auch als

Wandausführung erhältlich, um sich jeder Installationsart

anzupassen.

DELABIE GmbH

T +49 (0)231 496634-0

www.delabie.de

Die perfekte

Komposition aus

Architektur und

Technik

Lüftungs- und Brandschutzsysteme

mit dem Know-How

des Technologieführers.

Universitätsbibliothek Graz

www.trox.at


architektur FACHMAGAZIN

100

Produkt News

© Daici Ano © Takumi Ota

Urbanes Wohnen

Zusammen mit dem Londoner Zukunftsinstitut, The Future Laboratory, widmet

sich AXOR im Jahr 2021 dem Thema ´Compact Luxury` und erforscht den Megatrend

Urbanisierung. Das Ziel ist es, Architekten und Innenarchitekten in einen

Austausch zu bringen, um neue Ideen, Erkenntnisse und Inspirationen für eine neue

Bedeutung von Luxus im urbanen Umfeld zu gewinnen. Drei Wohnbeispiele des

urbanen Lebens in Megastädten wie Tokyo und San Francisco erfassen die Essenz

des ‚Compact Luxury‘ Gedanken.

Stairway House, Tokyo

Das Stairway House des japanischen Designstudios

nendo bietet genau die Art von Lösungen, die man

von einem gut durchdachten Mehrgenerationenhaus

erwarten würde, angefangen von gemeinschaftlich

genutzten Einrichtungen bis hin zu einer wohl

überlegten Planung von Räumen. Die Auftraggeber

wünschten sich ein Zuhause, in dem sich zwei Generationen

entspannt und frei fühlen können. Chefdesigner

Oki Sato konzipierte dafür eine Treppenstruktur,

die „die oberen und unteren Stockwerke entlang

einer diagonalen Linie sanft miteinander verbindet“.

Bei der Sanitärausstattung wählte Sato Produkte von

AXOR, die perfekt zum subtilen, poetischen Geist des

Hauses passen.

Love2 House

Mit dem Love2 House in Tokio erweckt der Architekt

Takeshi Hosaka auf gerade einmal 18 Quadratmetern

seine persönliche Vision von Luxus zum Leben. Zusammen

mit seiner Frau und „Kundin“ lebt er dort auf

einem Grundstück von gerade einmal 31,4 Quadratmetern

tagtäglich die Prinzipien des Compact Luxury.

Mit der Definition seiner eigenen Prioritäten, die

„das Fühlen der natürlichen Elemente wie den Wind,

das Sonnenlicht, die Menschen“ sind, hat Hosaka

jede davon kunstvoll in das kleine Haus integriert.

Das Love2 House verfügt über ein Außenbad mit

Dusche, sodass – wie Hosaka sagt – „ich die Natur

sogar während der Zeit im Bad genießen kann. Ich

habe den Außenbadebereich als einen Ort der Ruhe

und Besinnung vorgesehen. Der AXOR Citterio E Badethermostat

und die AXOR ShowerSolutions Handbrause

sind einfach, elegant und raffiniert. Sie verstärken

das Erlebnis, anstatt es abzulenken.“

© Koji Fujii Nacasa & Partners


www.architektur-online.com

101

Produkt News

© Joe Fletcher © Joe Fletcher

Switchback House

Auch in San Francisco tendiert man dazu, die Quadratmeterzahl

eines Neubaus zu maximieren. Für ihr

eigenes Haus wählten Robert Edmonds & Vivian Lee,

Gründer von Edmonds+Lee Architects aus San Francisco,

einen anderen Ansatz. Sie verzichteten auf

überflüssige Räume und schufen ein Gefühl der Offenheit.

Der kühnste Schritt war jedoch, die Schlafzimmer

unten und die Küche, den Ess- und Wohnbereich, einschließlich

einer großen Außenterrasse, oben liegen

zu lassen. Das ergibt die beste Aussicht und das beste

Licht und schafft ein Gefühl von luftiger Geräumigkeit

in dem Teil des Hauses, in dem die Familie die meiste

Zeit verbringt. „Ich denke, auch die Idee des ‚hauseigenen

Spas war wichtig“, so Vivian Lee. Das Architektenpaar

entschied sich auch aus diesem Grund für AXOR

Kollektionen in Bad und Küche.

Hansgrohe

Handelsges.m.b.H.

info@hansgrohe.at

www.hansgrohe.at

www.axor-design.com

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Umidus. Hi-Tech für behagliches und gesundes Wohnen.

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Umbau und Renovierung

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102

Produkt News

Grünes Wohnen in der Stadt

Beim Projekt „Holzwohnen Wien“, dem Neubau eines gehobenen Mietswohnhauses

in Holzmassivbauweise, liegt der Fokus auf ökologischem

Wohnen und Wohlfühlklima.

„Während der gesamten Planung lag der Fokus darauf“,

erklärt Felix Mach, Planer des Projekts und Geschäftsführer

von Mach Holzbau. Entsprechend entschied

man sich für Erdwärme als Energiequelle für

die Wärmeerzeugung. „Mit Hilfe einer Wärmepumpe

nutzen wir so die unterhalb der Erdoberfläche vorhandene

Wärmeenergie. Das ist sowohl ökologisch als

auch ökonomisch sinnvoll“, begründet man bei Mach

Holzbau die Entscheidung. Zunächst wurden mit zehn

Sondenbohrungen Sole-Leitungen jeweils 100 Meter

tief in die Erde eingebracht, die nun ganzjährig die

Umweltenergie mit etwa fünf bis zehn Grad Celsius

an die Oberfläche befördern. Eine Wärmepumpe hebt

das Temperaturniveau der Umweltwärme mit Hilfe

eines Kältemittelkreislaufs: Kältemittel verdampft,

wird verdichtet und wieder verflüssigt. „Diese Heizungstechnik

ist dann besonders effizient, wenn das

Temperaturniveau nur wenig gehoben werden muss,

die Vorlauftemperatur der Heizung also niedrig ist“,

erklärt Felix Mach. „Das ist bei Flächenheizungen der

Fall. Wir haben uns unter anderem deshalb bei den

gesamten 1.400 Quadratmetern für eine Flächentemperierung

entschieden.“

Bei der Ausstattung von „Holzwohnen Wien“ setzte

Mach durchweg auf Qualität. Deshalb fiel seine Wahl

auf eine Lösung von Uponor. „Mit dem Tacker Nassbausystem

haben wir uns für eine besonders einfach

und flexibel zu verlegende Fußbodenheizung entschieden“,

ergänzt er. Ein weiteres Plus des Tacker

Nassbausystems: Es kann auch zur Kühlung genutzt

werden. Denn mit der Entscheidung für Geothermie

hat der Bauherr auch die Grundlage für angenehme

Raumtemperaturen an heißen Sommertagen geschaffen:

Die vergleichsweise kalte Erdtemperatur

dient dann der Kühlung.

Uponor Vertriebs GmbH

T +43 (0)2236 23003-0

info.at@uponor.com

www.uponor.at


www.architektur-online.com

103

Produkt News

Einer

für alle!

Reduziert Aerosole in der Raumluft

Die Raumluftqualität in geschlossenen

Räumen ist eine große Herausforderung

– besonders in der kalten Jahreszeit.

Entstehende Aerosole können dabei sogar

ein Gesundheitsrisiko darstellen. Aerosole

sind winzige Schwebeteilchen in

der Luft, die durch Atmen und Sprechen

entstehen und als potenzielle Träger von

Viren und Bakterien gelten. Ihre Konzentration

nimmt in geschlossenen, belebten

Räumen laufend zu und je nach Größe

verbleiben sie bis zu Stunden in der Luft.

Baumit IonitColor bindet diese Aerosole

durch die dauerhafte Aktivierung von

Luftionen – das bestätigt eine aktuelle

Vergleichsstudie des renommierten

Fraunhofer Instituts. Bei einer wissenschaftlich

nachgestellten Alltagssituation

im Innenraum beträgt die Reduktion der

Aerosolkonzentration durch Baumit Ionit-

Color nachweislich bis zu 60 %.

Die mineralische Wandfarbe Baumit Ionit-

Color verbessert die Raumluft in mehrfacher

Hinsicht. Neben der Reduktion der

Aerosolbelastung ist die Reduktion der

Pollen und Feinstaubbelastung ebenfalls

wissenschaftlich geprüft und bestätigt.

Positive Auswirkungen zeigen sich auch

auf Wohlbefinden und Konzentration. So

unterstützt Baumit IonitColor zusätzlich

das Immunsystem und ermöglicht eine

Raumluftqualität wie sie ansonsten nur in

der freien Natur zu erleben ist.

Baumit GmbH

T +43 (0)501 888-0

www.baumit.com/ionit

Michael Koller

Geschäftsführer AM-Technik,

Wiener Neustadt

Ich arbeite auf der Baustelle am

liebsten mit Universaltalenten.

Die Objektgrundierung OG 80

ist so ein Fall. Mit ihrer sämigen

Konsistenz wirkt sie bei geringen

Rautiefen egalisierend. Durch

ihre hohen Untergrundbenetzung

bietet sie mir außerdem höchsten

Verarbeitungskomfort. Und sie kann

entweder gerollt oder gespachtelt

werden.

Murexin. Das hält.


architektur FACHMAGAZIN

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Produkt News

© TROX / DERFRITZ.

Rendezvous von Luft und Licht

TrIIIple ist ein eindrucksvolles und weithin sichtbares Hochhaus-Ensemble zwischen

der pulsierenden Town Town und dem grünen Prater. Für gute und saubere

Luft in den drei Wohntürmen sorgen High-Tech-Anlagen von TROX.

Das vom renommierten Architektenteam Henke

Schreieck entworfenen TrIIIple vereint die Vorzüge

von Stadt, Land und Fluss - die drei Türme streben

über 100 Meter hoch der Sonne entgegen. Errichtet

auf dem Areal des ehemaligen Hauptzollamts bietet

das Ensemble auf rund 77.000 Quadratmetern Nutzfläche

in den Türmen eins und zwei Platz für rund

500 Eigentums-, und Vorsorgewohnungen. In Turm

drei finden sich rund 670 Apartments für Studenten

und Young Professionals. Darüber hinaus gibt es einen

Kindergarten, einen Supermarkt, Geschäftslokale,

ein Restaurant und Büros.

Für gute und saubere Luft im gesamten Komplex

sorgen die High-Tech-Anlagen von TROX. Insgesamt

wurden mehr als 40 Lüftungsgeräte verbaut: Zehn

kombinierte X-CUBEs mit Luftmengen von 2.700 m 3

bis 13.000 m 3 pro Stunde und mehr als 30 Abluftgeräte

mit einer Luftmenge von 900 m 3 bis 5.700m 3 pro

Stunde. Die Abluftgeräte für die Wohnungen bestehen

aus einem Ventilator und einem Spezialfilter, der

Gerüche und Schadstoffe entfernt. Die Lüftungsanlagen

für Supermarkt und Büros sind mit einem Rotationstauscher

für die Wärmerückgewinnung ausgestattet.

Für ein optimales Raumklima in den Büros

wurde die entsprechende Anlage zusätzlich mit einem

Dampfbefeuchter ausgestattet – damit kann eine

Raumfeuchte von bis zu 45 Prozent relative Feuchte

erreicht werden. Die Lüftungsgeräte für Restaurant,

Café, Kindergarten und gewerbliche Nutzung bestehen

in der Zuluft aus zwei Filterstufen, Plattenwärmetauscher

als Wärmerückgewinnung sowie Heiz- und

Kühlregister. Die Abluftgeräte sind so ausgelegt, dass

sie bei Bedarf mit einem Aktivkohlefilter zur Absorbtion

von Gerüchen ausgestattet werden können.

TROX Austria GmbH

T +43 (0)1 25043-0

trox-at@troxgroup.com

www.trox.at

© TROX


www.architektur-online.com

105

Produkt News

Richtig lüften

Das Lüften hat zuletzt im Zuge von Aerosol-Debatten an Aufmerksamkeit

gewonnen. Doch unabhängig von Viren ist es

wichtig, regelmäßig durchzulüften. Die vielfach diskutierten

Luftfilter ersetzen das Lüften nicht: Sie können Schadstoffe

und „Partikel“ reduzieren, nicht aber ausgeatmetes Kohlendioxid

(CO 2 ) gegen Sauerstoff tauschen und überschüssige

Feuchtigkeit abführen.

Besonders komfortabel lässt sich der Luftaustausch mit elektrisch

steuerbaren Dachfenstern und dem Zubehör Velux App

Control durchführen. Über das Smartphone werden regelmäßige,

kurze Lüftungsintervalle programmiert und die Fenster

öffnen und schließen automatisch nach Zeitplan. Wer bedarfsgerecht

lüften will, dem helfen sensorbasierte Lösungen wie

Velux Active. Mit ihnen öffnen sich die Dachfenster automatisch,

sobald die Konzentration von CO 2 oder Feuchtigkeit in

der Raumluft zu hoch ist. Ist ein ausreichender Luftaustausch

erfolgt oder setzt Regen ein, schließen die Fenster automatisch.

Manuell bedienbare Fenster lassen sich zudem mit einem

Solar-Nachrüst-Set auch nachträglich elektrifizieren.

Systemlösungen

mit ökologischen

Baustoffen

VELUX Österreich GmbH

T +43 (0)2245 3235-0

office.v-a@velux.com

www.velux.at

Mehr Informationen unter

https://shop.claytec.at


architektur FACHMAGAZIN

106

Produkt News

Smartes Lüften

steigert Wohlfühlfaktor

Mit der dritten Jahreszeit kündigt sich der Winter in Österreich an. Grund genug,

sich mehr mit dem eigenen Lüftungsverhalten in der kälteren Jahreszeit auseinanderzusetzen:

Während im Sommer und Frühling durchschnittlich 102 Minuten

täglich gelüftet wird, sind es im Herbst nur mehr 20 Minuten. So das Ergebnis

einer Studie über das Lüftungsverhalten der ÖsterreicherInnen, bei der 1000

Personen befragt wurden.

„Bei diesen Zahlen ist es kein Wunder, dass viele

Personen in Herbst und Winter über Probleme wie

Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schlafstörungen klagen“,

erklärt Thomas Bernd, vom Umidus-Entwickler

Kühnel Elektronic GmbH, dem österreichischen Spezialisten

für Klimamesstechnik. Anzumerken ist auch,

dass ein Drittel jener, die mit Schimmel konfrontiert

sind, diesen erstmals im Winter wahrnehmen Ein weiteres

Problem während der Herbst- und Wintermonate

ist der Anstieg der CO 2 -Konzentration in Innenräumen.

In vielen Schlafzimmern wurde am Morgen

schon eine CO 2 -Konzentration von 7.000 ppm (Parts

per million) gemessen, ein Wert, der von ExpertInnen

als wesentlich zu hoch eingestuft wird. Die Forschung

zeigt, dass bei 1000 ppm CO 2 rund 25 % der Personen

die Raumluft als unbefriedigend empfinden, und bei

3000 ppm CO 2 schon mehr als 50 %.

Der in Österreich hergestellte Umidus Bon Air Guardian

überwacht Qualität, Temperatur und Feuchtigkeit

der Raumluft. Durch die Echtzeitwarnung

am Hi-Tech-Messgerät und auf Wunsch auch in

der Cloud, sorgt man aktiv gegen Schimmelbefall,

schlechte, ungesunde Raumluft, über die Atemluft

übertragene Krankheiten wie Covid-19 und hohe

Feinstaubwerte vor.

Das universale Raumluftmessgerät misst aber nicht

nur wie ein gewöhnliches Hygrometer die Luftfeuchtigkeit,

sondern auch die Raumtemperatur und den

Schadstoffgehalt der Raumluft (CO 2 und VOC–flüchtige

organische Verbindungen). Im Hintergrund des

Umidus´ läuft bei der Messung ein Rechenmodell, das

folgende Werte wie Innen-Temperatur, Außen-Temperatur,

Innen-Feuchte, Außen-Feuchte, die CO 2 -Werte

für das Lüftungsverhalten und die RSI-Faktoren für

die Wände berücksichtigt. Auf den Zusatzsensoren

CO 2 und Feinstaub sowie am Umidus Bon Air Guardian

selbst, können die aktuellen Werte und eventuelle

Warnungen jederzeit abgelesen werden.

Kühnel Electronic

GmbH

T +43-(0)1 79 80 333

office@kuehnel.at

www.umidus.com


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107

Produkt News

Baustoffe aus Lehm

Das große Ferienhaus „Buitengewoon Veurs“ zwischen Aachen und Lüttich steht

für ein Wohnen außerhalb des Standards. Gemeinsam mit dem niederländischen

Architekten und CLAYTEC Handelspartner Emmanuel Laugs schuf das Ehepaar

Machiels aus dem nahezu verfallenen Stall ein großzügiges Ferienhaus. Innovative

und wohngesunde Lehmbaustoffe verhalfen dabei, dem Ferienhaus zu einer

besonderen Innenarchitektur.

Fotos: Marc Scheepers

Während das offene Holztragwerk und sichtbare

Fachwerkwände auf eine gemütliche Art an die Geschichte

des Hauses erinnern, fällt der Blick durch die

halbseitig verglasten Giebelwände auf die umliegenden

Streuobstwiesen. Da das Ehepaar für sich selbst

bereits ein benachbartes Fachwerkhaus mit Lehmbaustoffen

renoviert hatte, kam für sie nur der Ausbau

mit dem natürlichen Baustoff in Frage. Überzeugt hat

sie vor allem das angenehme Raumklima. Lehm reguliert

die Luftfeuchtigkeit, indem Wasser aus der Luft

aufgenommen und bei sinkender Konzentration wieder

abgegeben wird. Auch Schadstoffe und Allergene

in der Luft werden reduziert. CO 2 -Emission entfallen

nahezu, seine Festigkeit und Bindekraft gibt die Natur

gratis. Auch moderne Oberflächengestaltungen sind

mit Lehmbaustoffen möglich – bei CLAYTEC sogar in

146 Farben, ganz ohne Farbstoffe oder Pigmente.

Beim Ferienhaus kamen, neben der Sanierung des

Fachwerks durch lehmverputztes Flechtwerk, auch

moderne Lehm-Trockenbauplatten als Deckenverkleidung

zum Einsatz. Teile der Decken werden zur Klimatisierung

des Gebäudes genutzt. Das Flächenheiz- &

Kühlsystem wurde mit dem Lehmputz SanReMo verputzt.

Der Grund- und Deckputz eignet sich besonders

für die Sanierung, Renovierung und Modernisierung.

Manche Wandoberflächen bekamen ein feines Finish

aus Lehm-Oberputz grob hell mit Stroh. Alternativ

wurde der YOSIMA Lehm-Designputz verwendet.

CLAYTEC

Lehmbaustoffe GmbH

T +43 699 17218877

info@claytec.at

www.claytec.at


architektur FACHMAGAZIN

108

Produkt News

Gesunde Raumluft

in Schulen und Büroräumen

Eine ausreichende Lüftung in Schulen, Kindergärten und Büros für den Abtransport

von Aerosolen und die Reduzierung der CO 2 -Konzentration sind für ein

sicheres und gesundes Klima essenziell. Um eine konstant hohe Luftqualität in

geschlossenen Räumen zu ermöglichen, kombiniert AluKönigStahl zwei Schüco

Systemlösungen zu einem hybriden Lüftungskonzept, das mechanische Lüftung

mit Wärmerückgewinnung und natürliche Lüftung vereint.

Das dezentrale Lüftungssystem Schüco VentoTherm

Twist ermöglicht einen kontrollierten, raumindividuellen

Luftaustausch bei geschlossenem Fenster.

Dank einer energieeffizienten Wärmerückgewinnung

von bis zu 80 Prozent wird die Frischluft von außen

vorgewärmt. Der Automatikmodus über Sensoren

sorgt dafür, dass der Lüfter bedarfsgeregelt arbeitet

und richtet sich dabei nach der CO 2 -Konzentration

im Raum. Schüco VentoTherm Twist kann flexibel in

allen gängigen Schüco Fenstersystemen aus Aluminium

und Kunststoff integriert und auch nachgerüstet

werden.

Mit dem aufliegenden, nachrüstbarem Antriebssystem

Schüco DriveTec und dem verdeckt liegenden

Beschlag Schüco TipTronic SimplySmart bietet Alu-

KönigStahl zwei automatisierte Beschlagsysteme für

gesunde Raumluft in Klassenzimmern und Büroräumen.

Beide Antriebssysteme ermöglichen bei Drehund

Kippfenstern eine Öffnung mit einem Öffnungswinkel

von bis zu 60° und einer Öffnungsweite von

bis zu 800 mm. Die Anbindung an einen Automationsmanager

sorgt für eine berührungsfreie Bedienung.

Über mobile Endgeräte, eine Zeitschaltuhr oder

Sensoren kann so kontrolliertes Zeitlüften gesteuert

werden. Die Vernetzung mit Sensoren verhindert

zudem, dass die Fenster bei Regen oder Sturm geöffnet

sind. Und auch an heißen Sommertagen sorgt

eine automatisierte, kontrollierte Nachtauskühlung

für ein angenehmes Raumklima. Insgesamt können

bis zu 30 Schüco Fensterelemente über einen Automationsmanager

vernetzt werden. Fenster mehrerer

Klassen- oder Büroräume können dadurch gemeinsam

und komfortabel kontrolliert gelüftet werden.

ALUKÖNIGSTAHL GmbH

T 01/98 130 -0

office@alukoenigstahl.com

www.alukeonigstahl.at


www.architektur-online.com

109

Produkt News

FREIHEIT

IN DER

ARCHITEKTUR

LÖSUNGEN FÜR

KONSTRUKTIONEN IM

STAHLBETON- UND

VERBUNDBAU

Österreichisches Umweltzeichen

für Innenfarben

Der Innenraum ist für Menschen von großer Bedeutung: 90% unserer Zeit verbringen

wir im Inneren von Gebäuden. Eine möglichst schadstofffreie Raumluft ist daher immens

wichtig für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Sto setzt als Technologieführer

für gebaute Lebensräume seit Jahrzehnten auf Innenraumprodukte, die

möglichst wenig Konservierungs- und Lösemittel enthalten – oder sogar völlig frei

davon sind. Sechs Sto-Produkte, drei mineralische Farben aus dem Sto-Innensilikatprogramm

und drei Dispersionsfarben, tragen jetzt das Österreichische Umweltzeichen.

Es bescheinigt den Farben höchste Qualitätsstandards, etwa den Verzicht auf

Weichmacher und den möglichst sparsamen Einsatz bzw. kompletten Verzicht von

Konservierungs- und Lösemitteln. StoColor Premiummatt KF ist sogar völlig frei von

Konservierungsmitteln.

Mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet sind: StoColor Sil In, das bereits

das natureplus-Umweltzeichen trägt, StoColor Sil Comfort und StoColor Sil Mineral

aus dem Sortiment der mineralischen Farben. Aus dem Dispersionssortiment wurden

StoColor Select, StoColor Select Extra und StoColor Premiummatt KF ausgezeichnet.

SCHULCAMPUS

FRANKFURT

WESTEND

Sto Ges.m.b.H

T +43 (0)4242 33133-0

info.at@sto.com

www.sto.at

Holz-Beton-Verbund

+ DELTABEAM®

VERBUNDTRÄGER

Online vorbemessen ⊲

mit DELTABEAM SELECT

www.peikko.at

Fotos: J.Zhuk, stockadobe.com


architektur FACHMAGAZIN

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Produkt News

Moderne Herberge

Für Geschäftsleute, Weltenbummler, Studenten oder einfach Neuankommende

gibt es seit diesem Jahr eine neue Adresse in Düsseldorf. Der „Campus B27“

(www.campusb27.com) bietet privat vermietete Boutique-Style Apartments und

Studios in top Stadtlage.

„Exklusiv und familiär sollten die für ein bis zwei Personen

ausgestatteten 12 MY APARTMENTS mit circa

42 Quadratmetern und die 10 MY STUDIOS mit circa

31 Quadratmetern sein“, so eine Vertreterin der Eigentümerschaft.

Die Wohnungen zeichnen sich allesamt

durch die individuelle Gestaltung in jeweils drei verschiedenen

Stilrichtungen aus. Alle Wohnungen verfügen

über hochwertige, voll ausgestattete Küchen,

Boxspringbetten, Balkone mit Sitzmöglichkeit, Smart

Home Systeme und Garagen- oder Hofstellplätze.

Der Zusammenschluss aus privaten Eigentümern

hatte schon seit Jahren den Bedarf am Markt identifiziert.

„Insbesondere wer länger in einer neuen Stadt

verweilt, möchte ein Gefühl von Zuhause haben. Genau

darauf haben wir auch bei der feinen Abstimmung

des Designs und Interior-Konzepts geachtet.

Offene Küchen, kleine Sitzecken für das Homeoffice

oder zum Entspannen, helle Farben und hochwertige

Accessoires, die sich durch alle Räumlichkeiten ziehen.

Beim Boden haben wir uns gemeinschaftlich mit

dem Verleger Bock-Interfloor recht schnell auf den

Designboden von PROJECT FLOORS festgelegt und

das Dekor PW 3200 aus der floors@home Kollektion

gewählt. Ein Vinylboden im hellen Holzton, der edel

aussieht, gleichzeitig pflegeleicht ist und auch bei

häufigen Mieterwechseln lange so schön wie am ersten

Tag bleibt.“

Stilsichere und kleine Einheiten für das Wohnen auf

Zeit als Alternative zu Hotels entstehen immer häufiger.

Dieser Trend macht deutlich, dass Menschen

sich auch beim Wohnen viel Flexibilität, durchdachte,

hochwertige Konzepte und vor allem eine persönliche

Note wünschen. Ein echtes Gefühl von Zuhause eben.

PROJECT FLOORS GmbH

T +49 (0)2233 9687-0

info@project-floors.com

www.project-floors.com


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111

Produkt News

Facelift einer Hotel-Legende

Das ehemalige Wiener Hotel Kummer, ein markantes Gründerzeit-Gebäude im Herzen

der Mariahilferstraße, erlebt nach einer Rundum-Sanierung eine Wiedergeburt.

Neben der Anpassung an moderne Hotelstandards bekam das Gebäude einen gläsernen

Dachaufbau: In dieser Faltkuppel nach den Plänen des Wiener Architekten

Arkan Zeytinoglu, thronen zukünftig Restaurant und Bar, die neben den Hotelgästen

auch für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

Besonderes Augenmerk legte man auf die authentische

Revitalisierung der Fassade. Das 1870 von Eduard

Kaiser und von Michael Kummer erbaute Hotel

hat einen fünfgeschossigen streng historistischen

Fassaden-Aufbau. Diesen Auftritt galt es so unverfälscht

wie möglich wiederherzustellen. Besonders

die Sanierung der Frontansicht mit ihren Balustraden,

Bogenfenstern und dem üppigen Fassadendekor bedurfte

hoher fachlicher Kompetenz.

Hauptanteil an der Fassadenrenovierung hatte das

Produkt Histolith Sol-Silikat von Synthesa, eine mineralische

Fassadenfarbe mit einer neuartigen mineralischen

Bindemittelkombination, die ein universelles

Anwendungsgebiet ermöglicht. Der Zusatz von Lithiumwasserglas

verhindert Pottasche-Ausblühungen

und gestattet besonders brillante Farbtöne. Zur vorausgehenden

Putzausbesserung kam ein mineralischer

Feinmörtel (Histolith Renovierspachtel) zum

Einsatz. Für die feine, füllende Grund- und Zwischenbeschichtung

verwendeten die Maler-Profis das Produkt

Histolith Mineralin fein auf Silikatbasis.

So konnte die historistische Fassade erhalten bleiben:

herausgeputzt und erneuert mit Produkten aus

der Histolith-Reihe von Synthesa, die dem Denkmalschutz

gerecht werden.

Synthesa Chemie

Gesellschaft m. b. H.

T +43 (0)7262 560-0

office@synthesa.at

www.synthesa.at


architektur FACHMAGAZIN

112

Produkt News

143 Zimmer

in 8 Wochen

Im Jahr 2000 startete Motel One mit dem ersten

Budget Design Hotel in Berlin. Heute zählt die

Hotelgruppe über 60 Hotels in acht Ländern.

Ein Meilenstein in der Firmengeschichte war der

Markteintritt in der Schweiz: Dort eröffnete das

Motel One Basel in Altstadtlage in der Barfüssergasse.

Eine ehemalige Bank in bester Baseler

Altstadtlage erfüllte die hohen Anforderungen,

die die Motel One Group an den Standort ihrer

Hotels hat: In unmittelbarer Nähe befinden sich

touristische Attraktionen und schräg gegenüber,

am Barfüsserplatz, liegt ein Tramknotenpunkt,

über den sowohl Hauptbahnhof und Messe

als auch jeder andere Punkt der Stadt schnell

erreichbar ist.

Die durch raumhohe Fenster lichtdurchflutete One

Lounge wurde in Kooperation mit dem Schweizer

Graffiti-Künstler Adrian Falkner, alias Smash

137, gestaltet. Ein Blickfang ist Falkners Kunstwerk

„Soundscape“: Dessen abstrakte Kreisformen erinnern

an Sprech- und Gedankenblasen, welche die

Klanglandschaft der One Lounge sowie die Gefühle

der Hotelgäste aus unterschiedlichsten Kulturen

visuell verdeutlichen sollen. Ein Bildschirm, eingebettet

in eine Staffelei-Wandgrafik, zeigt das „Making-of“

von Falkners Kunstwerk und informiert die

Gäste über aktuelle Kunstveranstaltungen.

Dass Kunst das bestimmende Thema des Motel One

Basel ist, verrät auch die Grafik aus Veranstaltungspostern

der nahe gelegenen Kunsthalle Basel an der

Rückseite der Rezeption. Eine Reminiszenz an die

Kunst sind zudem die beleuchteten Bilderrahmen,

die die Flaschen an der Bar stilvoll in Szene setzen.

Die mit „Overdyed Chair“-Stühlen des Labels Diesel

for Moroso und dem „Tu-Be“ Lüster von Ingo Maurer

gestaltete Atelierecke grenzt den Bereich ab, in dem

das Frühstück serviert wird.

Nur acht Wochen für sämtliche Malerarbeiten

143 Hotelzimmer, Flure und Treppenhäuser in acht

Wochen – dieses extrem enge Zeitfenster allein

stellte das Malerteam bereits vor eine große Herausforderung.

Verschärft wurde das dadurch, dass

die Belieferung der Baustelle aufgrund der zentralen

Lage in der Altstadt nur morgens bis 10 Uhr erfolgen

konnte. Also wurde in Nachtschichten rund um die

Uhr gearbeitet. Der Lieferservice vom Farbenspezialisten

Brillux sorgte dafür, dass die benötigten Produkte

und Materialien in den gewünschten Mengen

just-in-time zur Verfügung standen. So gelang es den

Malern in enger Zusammenarbeit mit Brillux, das Motel

One in der geforderten Zeit fertigzustellen.

Brillux Farben GmbH

T +43 732 370740-0

info@brillux.at

www.brillux.at


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Produkt News

Dynamischer Sonnenschutz

Die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft der Stadt Linz

(GWG) lobte 2016 für ein Gebiet südlich der Stadt in Pichling,

einen Architekturwettbewerb aus, den das Linzer Architekturbüro

archinauten dworschak & mühlbachler gewann. Nach

den ersten beiden Bauabschnitten wurden 2021 nun in der

dritten Bauetappe 16 Wohnhäuser mit 92 Wohnungen und einer

Kinderbetreuungseinrichtung fertiggestellt.

In Abstimmung mit den Architekten wählte die GWG dafür

als Sonnenschutz die Raffstoren RA 80F mit Flachlamellen

von VALETTA. Die mit Motor-Antrieb ausgestattete Version

in Aluminiumgrau mit weißem Rahmen passt perfekt in

die klare Architektursprache der Wohnhausanlage. Verbaut

wurde zudem ein effizienter Insektenschutz: Der Insektenschutz-Schwenkrahmen

ISS 112, eingefasst in eine dreiseitige

Zarge ohne Bodenprofil, dafür ausgestattet mit praktischer

Bürstenleiste, lässt sich leicht einsetzen und mit wenigen Arbeitsschritten

befestigen. Die Montage erfolgt jeweils an der

Außenseite des Fensterrahmens beziehungsweise der Nische

oder Außenwand.

VALETTA Sonnenschutztechnik GmbH

T +43 (0)732 38 80-0

office@valetta.at

www.valetta.at

++

Die Freiheit,

wirklich

gestalten

zu können.

Fassadenlösungen von

Sto setzen Maßstäbe bei

Systemsicherheit und

Individualität.

Fassaden individuell gestalten

und effektiv dämmen.

Über Proportionen und Formgebung, Materialien,

Oberflächen und Farben können Sie die Wertigkeit und

Ausstrahlung erzeugen, die Sie sich für Ihr Gebäude

wünschen. Sie wählen eines unserer ausdrucksstarken

Materialien – wie Klinker, Stein, Glas, Putz, plastische

Fassadenelemente – oder eine Kombination aus mehreren.

Wir stellen die passende Systemlösung auf Basis

einer vorgehängten, hinterlüfteten Fassade oder eines

Wärmedämm -Verbundsystems zur Verfügung – technisch

sicher und erprobt.

Mehr Informationen unter www.zukunft-fassade.at

VTA Innovationstower, Rottenbach, A | Architekt: Grießer & Schneebauer Zt GmbH, Wels, A | Produkte: StoVentec R, StoColor Lotusan® | Foto: Christian Schellander


architektur FACHMAGAZIN

114

Produkt News

Harmonische Fassaden

Der Designanspruch an moderne Fassaden ist heute ebenso hoch wie an die Innenausstattung

des Hauses. Warema hat daher sein Rollladensortiment optimiert und

auch eine neue Lamelle für Raffstoren entwickelt, um perfekte Produkte für ein

einheitliches Erscheinungsbild anbieten zu können.

Mit der neuen Zetra Lamelle 80 Z erweitert Warema

sein Sonnenschutz-Portfolio um eine Variante, die

sich optimal in die aktuelle, kubische Architektur

einfügt. Ihre geradlinige Lamellengeometrie mit einer

Breite von 80 mm baut auf den Spezifikationen

der bewährten 80 S Lamelle auf und verbessert die

Eigenschaften der bisherigen Abdunkelungslamelle.

Damit eignet sie sich auch als attraktive Alternative

für Schlafräume. Sie erhöht einerseits im geschlossenen

Zustand die Abdunkelung um bis zu 25 Prozent

gegenüber dem bisherigen System. Im geöffneten

Zustand bietet sie eine deutlich optimierte Durchsicht.

Gleichzeitig ist zuverlässiger Sonnenschutz mit

ausgezeichneter Tageslichtlenkung durch die konkav

gewölbten Reflexionsflächen garantiert.

Mit ihrer hohen Stabilität erfüllt die Zetra Lamelle eine

weitere aktuelle Anforderung. Sie hat sich in Tests als

sehr robust erwiesen und hält auch extremer Windbeanspruchung

von bis zu 80 km/h stand. Eine einfache

Planung, Montagefreundlichkeit sowie Gestaltungsfreiheit

machen die Lamelle zur sicheren Wahl sowohl

bei neuen Projekten als auch für bestehende Syste-

me. In puncto Design kann sie neben den Standardfarben

der neuen Kollektion zusätzlich in vier matten

Oberflächenfarben überzeugen. In Kombination mit

dem neuen Rollladenprofil A 37 ergibt sich so ein einheitliches,

modernes Fassadenbild.

WAREMA

Austria GmbH

T +43 (0)662 853015-0

info@warema.at

www.warema.at


www.architektur-online.com

Für ästhetische Fassaden

Ein nichtbrennbares WDVS mit einem Dämmkern

aus Steinwolle kann zukünftig noch vielfältiger gestaltet

werden: Die Erstellung von Bossen etwa erleichtert

ROCKWOOL mit der neuen Putzträgerplatte

„Coverrock Deko“. Sie bietet alle Stärken der bekannten

druckstabilen und verarbeitungsfreundlichen

WDVS-Dämmstoffplatte und verfügt zusätzlich über

eine präzise vorgeschnittene Bossennut. Die Ausführung

stilvoller ebenso wie moderner Fassaden, die mit

feinen Linien gegliedert und gestaltet werden sollen,

wird damit deutlich erleichtert.

Für das Einsatzgebiet an der Außenwand sind die Coverrock

Putzträgerplatten besonders geeignet: Sie

verfügen über eine hoch verdichtete Außenseite und

eine flexible Rückseite. Die flexible Plattenrückseite

ermöglicht ein einfaches und sicheres Verkleben auf

dem Mauerwerk und gleicht leichte Unebenheiten

perfekt aus. Die hoch verdichtete Außenseite ist besonders

stabil, sorgt für eine sehr gute Putzhaftung

und stellt eine hohe mechanische Festigkeit der Fassade

sicher. Die geringe Wärmeleitfähigkeit λ = 0,034

W/(m·K) und der damit verbundene hervorragende

Wärmeschutz runden die Vorteile der Produktfamilie

Coverrock in WDV-Systemen ab.

115

ROCKWOOL HandelsgmbH

T +43 (0)1 79726-0

info@rockwool.at

www.rockwool.at

Produkt News

Wir schließen die letzte

große Wärmebrücke.

SCONNEX® REDUZIERT DEN ENERGIEVERLUST

AN WAND UND STÜTZE.

Das innovative Produktprogramm meistert bisher

ungelöste Herausforderungen beim energieeffizienten

Bauen. Schöck Sconnex® setzt auf bewährte

Technologie, reduziert vertikale Wärmebrücken

und erhöht gleichzeitig den Gestaltungsfreiraum

sowie die Wirtschaftlichkeit.

www.schoeck.com/de-at/sconnex


architektur FACHMAGAZIN

116

Produkt News

© Fabian Linden

Zuverlässig und leistungsstark

Türen werden immer größer und der verstärkte Einsatz von zusätzlichen Sicherheits-

und Funktionskomponenten sind ein stetig anhaltender (Türen-)trend. Diese

Entwicklungen haben zur Folge, dass sich die Türgewichte signifikant erhöhen. Die

schwereren Elemente führen zu einer erhöhten Beanspruchung der Türen und der

eingesetzten Bandtechnik. Maßgebliche Einflussfaktoren sind neben Größe, Breite,

Gewicht und die Häufigkeit der Nutzung auch der Wunsch nach Barrierefreiheit oder

mehr Komfort.

Um die vielschichtigen Aufgaben sicher und

zuverlässig zu erfüllen, bieten die Bandspezialisten

von SIMONSWERK mit den

Schwerlast-Bandsystemen VX 7729/160-4

VBRplus, VX 7939/160-4 VBRplus und VX

7939/160-4 FD VBRplus mit 400 kg Belastungswert

aus der Serie VARIANT VX passende

Lösungen an.

Für das perfekte Zusammenspiel von Aufnahme

und Bandsystem wurden auch die

Aufnahmeelemente weiterentwickelt und

für die Anforderungen der neuen Belastungswerte

bis 400 kg verstärkt. Die Verstelltechnik

ermöglicht auch eine Justierung

der Schwerlast-Türen von jeweils +/- 3,0 mm

zur Seite und Höhe sowie die Veränderung

des Andruckes von +/- 3,0 mm. Die Bänder

sind wartungsfrei, verfügen über hervorragende

Laufeigenschaften und sind für den

Einsatz an Funktionstüren für den Brandund

Rauchschutzbereich einsetzbar.

Der zunehmende Einsatz von Komfortkomponenten,

Verriegelungs- oder Zutrittssystemen

sowie von Smarthome-Lösungen

setzt eine Übertragung von Strom in das

Tür element voraus. SIMONSWERK bietet

hierzu mit der Modellvariante TECTUS

Energy eine innovative, verdeckt liegende

Lösung an. Mit Bandsystemen wird das Türblatt

ohne sichtbare Kabeltechnik gesichert

und permanent von der Rahmenseite aus

mit Energie versorgt.

SIMONSWERK GmbH

T +49 (0)5242 413-0

info@simonswerk.de

www.simonswerk.com


www.architektur-online.com

117

Produkt News

Hygiene-Ensemble

Krankenhausbauten und deren technische Ausstattung

sind komplex. Bau und Betrieb müssen immer ganzheitlich

betrachtet werden um den unterschiedlichen Anforderungen

wie Hygiene, Funktionalität, Ausfallsicherheit

und Wartung gleichermaßen gerecht zu werden. Aus

diesen Gründen entschied sich das LKH Villach im Zuge

der Neustrukturierung (Haus B) für Fural Metalldecken,

die ein Ensemble aus Hygiene, Akustik, Ästhetik und Sicherheit

bilden.

Fural Metalldecken gewähren völlige Staub-, Faser-, und

Schimmelpilzfreiheit und sind einfach zu reinigen und

desinfizieren, ohne dass Feuchtigkeit aufgenommen

wird. Eine zusätzlich antibakterielle Beschichtung ist somit

nicht mehr notwendig. Überdies garantieren diese

Decken mit ihren integrierten HEPA-Filtern einen einwandfreien

Luftaustausch und geringen Partikeleintrag.

Neben der Hygiene spielt auch der Lärmfaktor eine

wichtige Rolle: Akustikdecken von Fural helfen hier,

den Geräuschpegel deutlich zu reduzieren. Im aktuellen

Projekt hat man sich für das System Swing mit der Perforation

Rg 0,7 – 4 % entschieden, welches mit dem integrierten

Akustikvlies für eine deutlich bessere Sprachverständlichkeit

sorgt.

In den Krankenhausfluren wurden zudem Fural Brandschutzdecken

EI 90 verbaut. Allgemein bietet sich das

System Swing ideal für Bereiche an, welche eine einfache

und schnelle Revisionierbarkeit erfordern. Die

Kassetten können im abgeklappten Zustand sehr leicht

zusammengeschoben werden, wodurch sich große Öffnungen

für diverse Instandhaltungsarbeiten ergeben.

FURAL – SYSTEME IN METALL GmbH

T +43 (0)7612 74 851-0

fural@fural.at

www.fural.com

Fotos: Schreyer, David

weissbuch der

gemeinschaftsmarke

alu-fenster.

fenster. fakten. sicherheit.

die entscheidungshilfe

für Planer, architekten

und bauherren.

WWW.Weissbuch-alufenster.at


architektur FACHMAGAZIN

118

Produkt News

Brandschutz in Schulgebäude

Dunkel und nicht mehr zeitgemäß – so zeigte sich das alte Gesicht der denkmalgeschützten

Schule aus der Gründerzeit in Leoben, der zweitgrößten Stadt der Steiermark.

Nach der im Jahr 2018 gestarteten Erweiterung und Sanierung durch das

Wiener Architekturbüro „Franz&Sue“ erstrahlt das Bildungszentrum jetzt in hellen

freundlichen Farben – ein Ort, an dem sich Schüler und Lehrer wohlfühlen.

Im Zuge der Generalsanierung wurde auch das Brandschutzkonzept

komplett erneuert und dabei auf Produkte

des Brandschutzexperten Peneder gesetzt.

„Die kompetente Abstimmung der Details mit dem Architekturbüro

bereits in der Planungsphase, war unser

Erfolgskonzept bei diesem Projekt“, erklärt Stefan

Vollstuber, Projektleitung und Verkauf bei Peneder.

Das neue Bildungszentrum wurde mit dem Award

„best architects 21“ für herausragende Architektur

ausgezeichnet. Die von Peneder durchgängig in einer

RAL-Farbe gelieferten Elemente, fügen sich harmonisch

in das architektonische Gesamtkonzept des Gebäudes

ein. Eindrucksvoll dabei ist auch die Tiefe des

gelieferten Brandschutz-Produktsortiments; darunter

Drehflügel- und Schiebetore, Drehtüren sowie textile

Brandschutzvorhänge.

Peneder

Bau-Elemente GmbH

T +43 (0)50 5603 - 0

brandschutz@peneder.com

www.peneder.com


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119

Produkt News

Lösungen zwischen

Tür und Zarge

© KONE/Toni Rappersberger

Nach Architektenplänen gefertigt

In der Sky Suite im Hotel Sacher Salzburg

scheint der Himmel zum Greifen nah. Auf

dem Berg gegenüber thront die imposante

Festung Hohensalzburg, unten treibt

gemächlich die Salzach vorbei. In der 138

Quadratmeter großen Sky Suite erwartet

die Gäste internationaler Luxus mit Salzburger

Charme und absolute Privatsphäre,

die ihnen ein eigener Aufzug gewährt.

Seine Kabine: ein Meisterstück von Pierre-Yves

Rochon. Der französische, auf

Grand Hotels spezialisierte Innenarchitekt,

hat in enger Abstimmung mit Hotelmiteigentümerin

Alexandra Winkler auch

die Kabinen der anderen drei Aufzüge

entworfen. Spezialisten des Aufzugherstellers

KONE setzten die Planungen mit

lokalen Handwerksbetrieben um.

Bereits 2014 begann die Eigentümerfamilie

mit der Rundum-Modernisierung des

1866 eröffneten Traditionshauses. Die

Sky Suite war der krönende Abschluss

der umfangreichen Renovierungsarbeiten

und wurde pünktlich zu den diesjährigen

Salzburger Festspielen eingeweiht. Der

exklusive Blick in das großzügige Apartment

zeigt eine Einrichtung von erlesener

Eleganz in den Farben Taupe, Elfenbein

und zartem Rosé. Ein Ambiente, in das

sich der KONE-Aufzug mit seinen pulverbeschichteten

Schacht- und Kabinentüren

in Cremeweiß harmonisch einfügt.

Beachtenswert ist auch die exklusive Innenausstattung

der vier Aufzüge: Messing

für die Kabinen- und Schachttüren,

rückwärtig bedruckte Glaswände, die

Sockelbereiche und Böden aus Marmor.

Bis auf die Signalanlage sind in den Kabinen

keine Standardkomponenten verbaut

worden – Handläufe, Beleuchtung, Bildschirme,

die Türen sind alles Einzelanfertigungen.

Der Umbau war für alle Beteiligten eine

aufregende Zeit, denn wie so viele Bauarbeiten

fanden die Installation des Sky

Suite Aufzugs, wie auch der Komplettaustausch

der vorhandenen Anlagen, im

laufenden Betrieb statt. Nach zwei Jahren

Bauzeit ist der höchste Punkt des

Sacher Salzburg fertig und die Gäste genießen

den ganz privaten Ausblick von

der Dachterrasse der Sky Suite rüber zur

Festung Hohensalzburg.

KONE AG

T +43 (0)1 863 67-0

office.at@kone.com

www.kone.at

Ihr Kontakt

Alexander Moser

+43 664 / 167 2514

www.simonswerk.com


architektur FACHMAGAZIN

120

Produkt News

++

Sicherheit, Echtzeit, Einfachheit

Im Zuge des digitalen Wandels haben Technologiekonzerne in den letzten Jahren

vor allem in zwei Bereichen neue Trends und Standards gesetzt. Echtzeit und

Einfachheit lauten die Stichwörter. Einzug gehalten hat diese Entwicklung auch in

die Bau- und Immobilienbranche, die sich auf dem Weg in das Zeitalter der Smart

City befindet. Im intelligenten Gebäude der Zukunft steht der Aufzug dabei mehr

denn je im Mittelpunkt.

In Bezug auf die Zuverlässigkeit, Präzision und Einsatzfelder

sind digitale und elektronische Systeme

ihren mechanischen Vorläufern weit voraus. Die Verknüpfung

digitaler Systeme durch das Internet der

Dinge (IoT) eröffnet Unternehmen heute darüber

hinaus neuen Spielraum. Aufgaben, an denen früher

ganze Teams Tage oder sogar Monate gearbeitet

hatten, lassen sich heute sekundenschnell und mit

ein paar Mausklicks erledigen. Nicht selten von einer

einzigen Person. Und wenn doch einmal Hilfe oder

Unterstützung erforderlich ist, war es nie leichter als

heute, diese dank des Internets zu erhalten. Auch

dieser Trend ist in der Aufzugsbranche zu spüren.

Bleibt ein Aufzug etwa während der Fahrt außerplanmäßig

stehen, kann je nach Situation die Ursache

umgehend ermittelt werden. Ein Notruf-Experte

informiert dann eingeschlossene Personen über das

eView-Kabinendisplay und betreut sie anschließend.

In bestimmten Fällen kann der Aufzug von der Ferne

aus in die nächste Etage gefahren werden und die

Personen aussteigen.

Echtzeitinformationen zum Anlagenstatus, zur Wartung

oder den Verträgen sind einfach abrufbar – für

einen oder mehrere Aufzüge zugleich. Auch die Verknüpfung

und Integration in bestehende Gebäudemanagementsysteme

lässt sich realisieren. Während

es bis vor wenigen Jahren zum Beispiel noch undenkbar

war, einen Aufzug per Smartphone zu rufen,

ist dies heute mit der eCall-App von Otis grundsätzlich

möglich.

OTIS GesmbH

T +43 (0)1 61005-0

austria@otis.com

www.otis.at

Verbraucher wünschen Einfachheit

Längst sind selbst komplexeste Technologien Teil

unseres Alltags. Das Angebot an Services und

Dienstleistungen nimmt von Tag zu Tag zu. Ebenso

die Anzahl neuer und immer intelligenterer Geräte

und Maschinen, die immer einfacher zu bedienen

sind. Bestes Beispiel ist das Smartphone: Während

das Design und die Form schlicht und kompakt gestaltet

sind, sind der Technologie kaum Grenzen gesetzt.

Dies gilt auch für moderne Aufzüge.


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Produkt News

Schnellstart für

neue Produktionsbereiche

Der Metallverarbeiter SMW steht für Passgenauigkeit, optimale Arbeitsprozesse

und kürzestmögliche Lieferzeiten. Die dynamische Entwicklung in der Metallveredelung

und Zerspanungstechnologie erforderte eine schnell umsetzbare, bauliche

Erweiterung für Produktion, Montage und Lager.

Für Planung und Design der neuen Funktionsgebäude

zeichnet Architekt Klaus Antlinger verantwortlich,

der bereits an verschiedenen Baumaßnahmen

auf dem Firmengeländebeteilig war. Da dort bereits

DOMICO-Systeme zum Einsatz kamen, war für die

Erweiterung die Fortführung der Hallenkonstruktionen,

einschließlich Fassaden und Dachdeckungen

mit DOMICO-Systemelementen für Architekt und

Bauherrn eine Selbstverständlichkeit.

„Die Vorteile der DOMICO Element-Halle und des

Element-Dachs liegen unbestritten in der extrem kurzen

Bauzeit. Somit konnten die Behinderungen des

laufenden Produktionsbetriebes auf ein Minimum

reduziert werden. Aufgrund besonderer statischer

Anforderungen mussten anstelle einer Element-Halle

verschiedene Erweiterungsbauten mit groß dimensionierten

Leimbindern konstruiert werden. Diese haben

wir aufgrund der hohen Verlegeleistung wieder

mit dem DOMICO Element-Dach ausgerüstet. Hiermit

konnten wir zudem problemlos die geometrisch

komplizierten Grundrisse umsetzen – ein besonderer

Vorteil des Systems. Hervorheben möchte ich die detaillierte

Planungs- und Baubegleitung der Fachingenieure

bei DOMICO während der gesamten Baupha-

se. Dies hat die Bauabwicklung und Koordination der

beteiligten Gewerke sehr erleichtert“, blickt Architekt

Antlinger auf eine gelungene Baumaßnahme zurück.

Die Dachkonstruktionen der DOMICO Element-Halle

und -Dach bestehen aus Tragprofilen, Kassetten,

mineralischer Wärmedämmung sowie Halteprofilen

für die Deckung mit Domitec-Dachprofilen. Bereits

im Werk wird sie objektbezogen mit allen vorgegebenen

Durchdringungen für Belichtung und/oder und

technische Ausrüstungen hergestellt. Die Dachprofile

sind serienmäßig mit einer Firsthochstellung sowie

einer Traufenabkantung ausgeführt. Das entscheidende

Bauteil im Domitec-Dachpaket ist das Halteprofil,

das maßgenau zur Deckbreite produziert wird

und eine schnelle und unkomplizierte 90° oder 45°

diagonale Verlegung ermöglicht. Zusätzlich sorgt die

Längsstoßdichtung auch bei extremen Wettersituationen

für eine erhöhte Regensicherheit.

DOMICO Dach-, Wandund

Fassadensysteme KG

T +43 (0)7682 2671-0

office@domico.at

www.domico.at


architektur FACHMAGAZIN

122

Produkt News

Fotos: Ferdinand Schmölzer

Im Heimathafen vor Anker

An die Idee eines Schiffes hat Architekt Christoph Schmölzer ein Projekt in Feldkirchen

angelehnt. Entstanden ist nahe von Graz ein Kindergarten, der alle begeistert.

Architekt Schmölzer erklärt seine Idee: „Unser oberstes Ziel war es, diesen Naturraum

in die neue Bebauung optimal zu integrieren. Ein schmaler, länglicher Baukörper,

von der Hügelkante abgesetzt, erschien in dieser Situation am besten geeignet.

Wie ein „Schiff“ liegt der neue Kindergarten sozusagen frei „vor Anker“.

Nicht nur bei der architektonischen Gestaltung gab

es Herausforderungen, wie Bernhard Pieber, Holzbau

Strobl, erklärt: „Wir mussten bei diesem Bauvorhaben

mindestens einen Lambdawert von 0,035 und eine

Brennbarkeitsklasse von A1 (nicht brennbar) erreichen.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, kam

die Fassadendämmplatte ULTIMATE FSP-034 zur

Wärmedämmung für Außenwände zum Einsatz. Eine

weitere Anforderung war, dass die Dämmung wasserabweisend

sein musste. Auch dieses Kriterium hat

das Produkt der Firma ISOVER erfüllt.“

Während das Schiff ruhig im Hafen liegt, ist es im

Innenraum laut und lebendig. Im Inneren wurde für

die Schall- und Wärmedämmung der TW-KF Trennwand-Klemmfilz

verwendet. „Alles im System“ wie

Paul Schreiner, Schreiner Trockenbau, anmerkt und

damit die allumfassende Tauglichkeit der Produkte

auf den Punkt bringt: „Besondere akustische Eigenschaften

sind durch die RIGIPS Rigiton Lochdecke

8/18Q mit Akustikvlies-Auflage und Dämmauflage

TW-KF-50mm gegeben.“ Zusätzlich haben die 2-schaligen

Wände zwischen den Gruppenräumen und Ruheräume

auch eine einmalige Feuerwiderstandsklasse

(EI90).

Saint-Gobain Austria GmbH

ISOVER Austria

T +43 (0)2266 6060

isover-at.marketing@saint-gobain.com

www.isover.at

RIGIPS Austria

T +43 (0)3622 505-0

rigips.austria@saint-gobain.com

www.rigips.com


www.architektur-online.com

123

Produkt News

HIER HAGELT‘S

SICHERHEIT!

Die unschlagbare Fassadendämmung

mit Carbonschutz.

Einfache und

flotte Verarbeitung

Mit der neuen Flexfuge Platinum FX 66 bietet der österreichische

Bauchchemieproduzent Murexin GmbH einen hervorragenden

Fugenmörtel an, der sich unter anderem durch seine

einfache und schnelle Verarbeitung auszeichnet. Speziell bei

nichtsaugendem Verlegegut zieht die Fugenmasse schnell

und gleichmäßig an. Fugenbreiten von 1 mm bis 6 mm, unter

Beachtung der nationalen Vorgaben, gelingen damit in hoher

Qualität. Dies kommt dem weiterhin anhaltenden Trend zur

Verlegung von großformatigen Fliesen und Platten entgegen.

Mit einer geringen Fugenbreite wird der Eindruck einer einheitlichen,

großen Fläche noch zusätzlich verstärkt. Die Farben, in

denen der Fugenmörtel erhältlich ist, sind ebenfalls auf die aktuellen

Designs abgestimmt und reichen von neutralem Weiß

über Grauschattierungen bis hin zu unterschiedlichen Brauntönen

und Schwarz.

Murexin GmbH

T +43 (0)2622 27401-0

info@murexin.com

www.murexin.com

Jetzt auch mit

der Hanffaser

als Dämmstoff!

www.capatect.at


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124

Produkt News

Unterirdische Erweiterung

Die Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Wien Mauer stammt vom bekannten österreichischen

Künstler Fritz Wotruba und wurde 1976 geweiht. Für das aus aufeinandergetürmten

Betonblöcken bestehende und über 4.000 Tonnen schwere Bauwerk

wurde nun ein barrierefreier Zubau notwendig.

Die Erreichbarkeit des Gotteshauses am Georgenberg

war für manche Mitglieder der Gemeinde, die

schon Jahrzehnte hierherkommen, schwierig geworden.

So beschloss der zuständige Arbeitskreis, eine

barrierefreie Erschließung der Kirche in die Wege

zu leiten und gleichzeitig mehr Platz für Nutzungen

abseits der Gottesdienste zu schaffen. Eine unterirdische

räumliche Erweiterung und ein Lift waren gefragt.

Die kreative Herausforderung: Der Zubau sollte

architektonisch im Dialog mit der Oberkirche stehen,

sich aber gleichzeitig im Hintergrund halten.

Allen diesen Herausforderungen stellte sich das Architektenteam

von formann2 puschmann architekten

aus Wien. In Stahlbetonmassivbauweise wurden 135

Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche geschaffen, mit

viel Tageslicht durch die raumhohe Glasfassade. Ein

elegant platzierter Lift sorgt jetzt für den problemlosen

Zugang zur Kirche.

Bei den Dämmstoffen für das anspruchsvoll situierte

Gebäude entschieden sich die Planer für Austrotherm®.

„Weil es einfach hochwertige Produkte sind“,

wie Architekt DI Stefan Puschmann erklärt. So wurde

das Dach ebenso wie der Perimeterbereich mit

Austrotherm Dämmstoffen gedämmt. Im begrünten

Umkehrdach schützt und trägt Austrotherm XPS®

TOP. Ein Teil wurde als Duodach ausgeführt, wo das

superdämmende Austrotherm Resolution® Flachdach

kombiniert mit dem grauen hochdruckbelastbaren

Austrotherm EPS® W30-PLUS zum Einsatz kam.

Austrotherm GmbH

T +43 (0)2633 401-0

info@austrotherm.at

www.austrotherm.at


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Metalldecken

Produkt News

WE ARE A

COOL COMPANY!

- Metall als hervorragendes Leitmedium

- Optimale Temperierung

- Keine Staub- und Luftumwälzung

- Kombinierbar mit Akustikdecken

- Nachhaltig durch geschlossenen Stoffkreislauf

fural.com

Fotos: Austrotherm | formann2 puschmann I architekten zt-gmbh | Michael Baumgartner – KiTO


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126

Produkt News

Top-Gefälledämmung

Das Landeskrankenhaus Hall ist der grünste Standort der Tirol Kliniken. Deshalb

war es beim Bau des Chirurgie Zentrums Hall besonders wichtig, nachhaltige und

energieeffiziente Materialien zu verwenden. Die Entscheidung fiel auf eine Gebäudeund

Gefälledämmung mit Steinbacher Hochleistungsdämmstoffen – allem voran das

graue steinpor® EPS plus am Dach.

Als zweitgrößtes Krankenhaus des Landes ist das

LKH Hall ein wichtiger Gesundheitsstandort, der ständig

weiterentwickelt und modernisiert wird. Nicht nur

bei Haus- und Heiztechnik wird in modernste Technik

investiert, sondern auch bei der Dämmung der Gebäudehülle

und des Warmdaches. Dämmstoff-Profi

Steinbacher lieferte für das Chirurgiezentrum Hall

1.000 m 3 steinpor® EPS plus für die Warmdach-Gefälledämmung.

Diese grauen Dämmplatten mit Infrarotreflektoren

gewährleisten eine um 25 % bessere

Dämmwirkung als weiße Styroporplatten.

Steinbacher Dämmstoff GmbH

T +43 (0)5352 700-0

office@steinbacher.at

www.steinbacher.at/gefaelle

Neben innovativen Produkten bringt der Komplettanbieter

Steinbacher auch die Expertise mit, ganzheitliche

und mitunter auch komplexe Gefälleplanungen

durchzuführen. „Wenn wir die Gefälleplanung übernehmen,

werden die einzelnen Dämmflächen von uns

genau erfasst und dämmtechnisch auf die jeweiligen

Bedingungen hin optimiert. Die Dämmplatten liefern

wir anschließend – entsprechend der Einzelflächen

beschriftet und zugeschnitten – direkt auf die Baustelle“,

so Steinbacher Geschäftsführer Mag. Roland

Hebbel. Der große Vorteil: Die Platten können dann

schneller verlegt werden.


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Produkt News

Die neue Produktfamilie Schöck Sconnex für Stahlbetonwände und -stützen sowie Mauerwerk:

Sconnex Typ W (links) für Stahlbetonwände, die Weltneuheit Sconnex Typ P (rechts) für Stahlbetonstützen

und Sconnex Typ M (Mitte) für die Sockeldämmung von Mauerwerkswänden.

Schluss mit der letzten

großen Wärmebrücke

Als Spezialist für tragende Wärmedämmung

schließt Schöck die letzte große

Wärmebrücke an Gebäuden mit einer

Weltneuheit: Schöck Sconnex dämmt

Stahlbetonwände und -stützen direkt

und dauerhaft. Der Entfall der Flankendämmung

eröffnet Architekten optimale

Gestaltungsfreiräume auch bei thermisch

exponierten Bauteilen.

Circa 40 Prozent aller konstruktiven Wärmebrücken

eines Gebäudes werden durch

Wände und Stützen verursacht. Sie sind

für circa 10 Prozent der Heizenergieverluste

verantwortlich. Die hervorragenden

Dämmeigenschaften von Schöck Sconnex

reduzieren Wärmebrücken an Stahlbetonwänden

und -stützen sowie Mauerwerk,

wodurch erstmalig eine durchgehende

Wärmedämmebene um das Gebäude geplant

werden kann.

Drei unterschiedliche Typen stehen dafür

zur Verfügung: Sconnex Typ W ermöglicht

eine extrem effektive Dämmung der entstehenden

Wärmebrücke an Stahlbetonwänden.

Der Sconnex Typ W verfügt über

die nationale Bautechnische Zulassung

BTZ-0002 des Österreichischen Instituts

für Bautechnik (OIB) und ist vom Passivhaus

Institut als Passivhaus-Komponente

zertifiziert.

Schöck Sconnex Typ P ist als einzige

Lösung für Stützenanschlüsse vom Passivhaus

Institut als Passivhaus-Komponente

zertifiziert: Durch die niedrigen

Wärmeleitfähigkeiten der Produktkomponenten

wird der Wärmestrom durch

die Stahlbetonstütze erheblich reduziert.

Der bisher als Schöck Novomur bekannte

Sconnex Typ M ist ein wasserabweisendes

und tragendes Wärmedämmelement,

das für die Sockeldämmung von Mauerwerkswänden

mit hoher Tragfähigkeit eingesetzt

wird.

Schöck Bauteile Ges.m.b.H.

T +43 (0)1 786 5760

office-at@schoeck.com

www.schoeck.at

MEHR LUFT.

Planen Sie Ihre Objekte mit einfachen

Be- und Entlüftungsmöglichkeiten

Fördern Sie die körperliche und geistige

Leistungsfähigkeit Ihrer Mitmenschen

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architekten@lamilux.at


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edv

Highend-Thermografie:

Profis sehen mehr

Mit Thermografiekameras kann man Wärmebrücken oder potenzielle

Schimmelstellen schnell erkennen. Doch was macht eine gute IR-Profikamera

aus und was sind die Unterschiede zur Einstiegsklasse?

Text: Marian Behaneck

Wenn es draußen kälter wird, kommen Gebäudefassaden

verstärkt auf den energetischen

Prüfstand. Thermografiekameras

decken Schwachstellen schnell auf und

ermöglichen gezielte Gegenmaßnahmen.

Bei der Inspektion spielt allerdings die Kameraauflösung

eine entscheidende Rolle.

Ist sie zu gering, besteht die Gefahr, dass

man Probleme übersieht. Mit einer hoch

auflösenden Thermografiekamera lassen

sich diese Fehlerquellen ausschließen. Außerdem

ist man schneller: Während man bei

großen Objekten mit Einsteiger-Kameras

geringerer Auflösung (architektur 02/17:

IR-Kompaktkameras) mehrere Aufnahmen,

respektive kürzere Distanzen zum Messobjekt

braucht, um Details erkennen zu

können, reicht mit einer Profi-Kamera meist

eine einzige Aufnahme. Das beschleunigt

die thermografische Erfassung vor Ort,

aber auch die Auswertung der Wärmebilder

später im Büro.

Hochwertige Kameras machen bessere Wärmebilder und verkürzen sowohl

Erfassungsdauer vor Ort als auch den Auswertungsaufwand. © Testo

Was macht eine Profi-Thermografiekamera

aus?

Die Unterschiede beginnen bereits bei den

„inneren Werten“: Während Einsteigermodelle

beispielsweise winzige Silizium-Objektive

mit fester Brennweite verwenden,

werden in hochwertige Kameras Germanium-Objektive

mit erheblich höheren Material-,

Herstellungs-, Bearbeitungs- und

Kalibrierungskosten verbaut. Auch andere

Kamerabauteile wie der Detektor, die

Optomechanik, Elektronik etc. und deren

Parameter (Detektorauflösung, geometrische

Auflösung, thermische Auflösung

etc.) sowie das Serviceangebot (Kalibrierung,

Wartung, Schulung etc.) machen

den Unterschied aus. Ein wichtiges Auswahlkriterium

ist die Qualität des Detektors

(siehe Glossar). Mittelklasse-Kameras

verfügen über eine Detektor-Auflösung

von 320 x 240 IR-Bildpunkten, weil sie

auch im Sachverständigenbereich oder bei

thermografischen Gutachten vor Gericht

Bestand haben. Doch die Infrarot-Technik

schreitet voran und immer mehr Anbieter

offerieren Kameras mit höheren Auflösungen

(z.B. 400 x 300, 640 x 480, 1.024 x 768

und mehr). Das ist gegenüber der Einsteiger

oder Mittelklasse etwa 10 bis 40 mal

mehr und macht sich in der Bildqualität

direkt bemerkbar (siehe Abb.). Auch die

von einigen Herstellern integrierte Resolution

Enhancement-Technologie (siehe

Glossar) zur Steigerung der IR-Auflösung

trägt dazu bei, dass Wärmebilder immer

mehr der Bildqualität von Fotos nahekommen.

Neben der Detektorauflösung haben

die thermische Auflösung sowie weitere

Kamerakomponenten Einfluss auf die

Bildqualität – allen voran die Infrarotoptik.

Zu den Qualitätskriterien von Objektiven

gehören die Lichtstärke, die angibt, wie viel

Wärmestrahlung vom Objekt auf dem Detektor

ankommt, das Auflösungsvermögen,

die Abbildungstreue sowie die Qualität der

Beschichtung. Elektronik und Software

entscheiden darüber, wie schnell nach dem

Einschalten die Kamera hochgefahren und

einsatzbereit ist. Von der eingebauten Optomechanik

und Steuerelektronik hängt

ebenso ab, wie schnell und präzise der ergänzend

zum manuellen Fokus zuschaltbare

Autofokus anspricht.

Bauform und Gehäuse

Beim Gehäusedesign dominiert nicht mehr

wie früher die Pistolen- oder Camcorder-Bauform.

Neue Designkonzepte mit großem

Touchscreen und seitlich angeordnetem,

drehbarem Objektiv versprechen mehr

Ergonomie. Wichtig ist, dass die Kamera

ausgewogen, bequem und mithilfe einer individuell

einstellbaren Handschlaufe sicher

in der Hand liegt. Ebenso unterschiedlich


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129

edv

Ein drehbares (oder separates) Display ermöglicht eine

bequeme Aufnahme aus jeder Situation heraus.

© Testo

Neue Kameradesign-Konzepte jenseits der Pistolen- oder Camcorder-

Bauform versprechen eine einfachere Bedienung und mehr Ergonomie.

© FLIR Systems

wie die Bauform ist die Qualität des Kameragehäuses.

Während Allround-Kameras aus

dem mittleren Preisbereich meist über ein

kratz- und schlagfestes ABS-Kunststoffgehäuse

verfügen, bestehen hochwertige Profikamera-Gehäuse

in der Regel aus Leichtmetall

(Aluminium oder Magnesium). Meist

sind die Gehäuse teilgummiert und damit

griffiger. Für den rauhen Outdoor-Einsatz

sind heute alle Kameras gemäß Schutzart

IP54 staub- und spritzwassergeschützt,

vereinzelt auch gegen Stürze aus geringer

Höhe. Dieser Schutz gilt jedoch nur mit

geschlossenen Geräteklappen, respektive

aufgeschraubten Steckeranschlüssen. Über

letztere verfügen nur hochwertige Modelle.

Das möglichst helle und gut aufgelöste

Display sollte sich ausklappen und um zwei

Achsen in beliebige Richtungen drehen

lassen. Dadurch sind Aufnahmen beispielsweise

auch in beengten Räumen aus jeder

Position heraus möglich. Ein zusätzlicher

Sucher ermöglicht auch Aufnahmen bei

starker Sonneneinstrahlung, wenn man auf

dem Display nichts mehr erkennt – etwa bei

der Untersuchung von PV-Anlagen oder bei

der aktiven Thermografie im Sommer. u

das Organisations- und Führungstool

der Architekten und Ingenieure

untermStrich® X3 – wir.wissen.warum.

„Wir arbeiten bereits seit fast 20 Jahren mit untermStrich und wissen auch warum!“

Zitat von Martin Lesjak

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Mittergasse 11 - 15, 8600 Bruck/Mur

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architektur FACHMAGAZIN

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edv

Bedienung und Ergonomie

Bedient wird die Kamera in der Regel über

einen Mini-Joystick und mehrere, teilweise

programmierbare Tasten. Zusätzlich

lassen sich einige Kameras per Touchscreen

bedienen, meist allerdings nicht

mit Handschuhen. Wichtig ist, dass häufig

benötigte manuelle Einstellungsfunktionen

wie Messbereich, Emissionsgrad, reflektierte

Temperatur, Temperaturskala

und -spreizung etc. ohne umständliche

Suche direkt aufrufbar sind. Zu den mobilen

Mess- und Analysefunktionen sollten

die Hotspot-/Coldspot-Anzeige, frei positionierbare

Messpunkte sowie eine in ihrer

Größe änderbare und ebenfalls frei positionierbare

Messbereichsmarkierung mit Minimal-,

Maximal- und Durchschnittswertanzeige

gehören. Damit lassen sich – noch vor

der eigentlichen Auswertung per Auswertungssoftware

im Büro – bereits vor Ort am

Kamera-Display Wärmebilder analysieren.

Alarmmarken machen auf Messwertüberoder

-unterschreitungen aufmerksam, Isothermen

heben alle Bildbereiche eines zuvor

definierten Temperaturbereichs farblich

hervor. Eine Anzeige der Oberflächenfeuchte

ist für bauphysikalische Untersuchungen

und Schadensanalysen unerlässlich. Dabei

wird aus den Umgebungstemperatur- und

Luftfeuchte-Messwerten für jeden Messpunkt

die relative Oberflächenfeuchte ermittelt.

Ein daraus generiertes Feuchtebild

zeigt schimmelgefährdete Bereiche farbig

an. Standard bei den meisten Kameras ist

die Bild-im-Bild-Funktion oder die partielle

Überlagerung von Thermografie- und

Realbild. Damit lassen sich Sachverhalte

anschaulicher darstellen und Problemstellen

besser lokalisieren. Teilweise werden

Wärmebild- und visuelle Bilddaten in Echtzeit

rechnerisch zusammengefügt (z.B. per

MSX-Funktion von FLIR Systems), was für

einen höheren Kontrast im Wärmebild sorgt.

Bei sehr großen Messobjekten kann eine in

Kameras mit großer Detektorauflösung bieten bessere Bildqualitäten und einen größeren

Bildausschnitt – Vergleich unterschiedlicher Detektorformate. © InfraTec

der Kamera integrierte Panorama-Funktion

nützlich sein. Mit ihrer Hilfe lassen sich

nacheinander in horizontaler und/oder vertikaler

Richtung aufgenommene Einzelbilder

schon bei der Aufnahme rechnerisch zu

einem Gesamtbild zusammenfügen.

Worauf sollte man noch achten?

Obige Standardfunktionen werden häufig

durch Zusatzfunktionen ergänzt. Praktisch

ist eine lasergestützte Anzeige des aktuellen

Objektabstands zur Ermittlung der

kleinstmöglichen Messfleckgröße. Auch ein

Headset für Sprachnotizen kann wertvolle

Dienste leisten, weil man so die Hände frei

hat. Drahtlose Funkübertragungsstandards

wie etwa Bluetooth oder WLAN ermöglichen

die drahtlose Datenübernahme von

externen Funk-Feuchtefühlern oder Strommesszangen,

die Anzeige von Wärmebildern

auf einem Smartphone oder Tablet sowie

eine Kamera-Fernsteuerung. Eine weitere,

beispielsweise für die Instandhaltung technischer

Anlagen nützliche Zusatzfunktion,

ist eine Messorterkennung per GPS-Modul,

mit der sich Wärmebilder geografisch verorten

lassen. Ein Schwachpunkt bei nahezu

allen Modellen ist die integrierte visuelle

Digitalkamera. Bildauflösungen von 3 bis 5

Megapixeln sind einfach nicht mehr Stand

der Technik, denn sie erlauben meist nur

verschwommene Fotos, auf denen Details

kaum erkennbar sind. Dem kann man

nur abhelfen, wenn man eine zusätzliche

Digitalkamera mit optischem Zoom und

Blitzfunktion bereithält. Bedingt durch die

Infrarotstrahlung auf den Detektor und

aufgrund von Umwelteinflüssen kann sich

nach einer Weile das Messverhalten einer

IR-Kamera ändern. Damit sie weiterhin kor-

Je besser die Thermische Auflösung (NETD) ist, desto geringer ist die Gefahr des die

Bildqualität beeinträchtigenden „Bildrauschens“: v.l.n.r.: 0,08 / 0,05 / 0,03 K © InfraTec


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rekte Messwerte liefert, ist eine in der Regel

zweijährliche Inspektion und Kalibrierung

erforderlich. Dabei werden die einzelnen

Temperaturbereiche, das Objektiv sowie

der Umgebungstemperaturausgleich der

Kamera überprüft und gegebenenfalls neu

kalibriert. Die dafür anfallenden Kosten

liegen zwischen 500 und 1.500 Euro. Zum

Servicepaket des Anbieters sollten auch

eine kostenfreie Servicehotline, ein Auswertungssoftware-Updateservice

sowie ein

umfangreiches Schulungsangebot gehören,

das sowohl Einstiegskurse, als auch anwendungsorientierte

Schulungen oder Zertifizierungen

umfasst.

IR-Profikameras im Vergleich

Namhafte Anbieter wie Avio/NEC, Flir, Fluke,

Testo oder InfraTec haben gleich mehrere

Modelle aus der mittleren und oberen

Leistungsklasse im Programm. Deshalb sollte

man bei der Kameraauswahl auf wichtige

Bild- und Messdaten achten: Neben der

Detektorauflösung bestimmt die thermische

Auflösung und die geometrische Auflösung

(siehe Glossar) die Qualität des Thermogramms.

Das Seh- oder Bildfeld gibt in vertikaler

und horizontaler Richtung den Erfassungsbereich

der jeweiligen Optik an. Die

Bildfrequenz sollte etwa um die 50 Hz (und

höher) liegen und ist vor allem für die zeitliche

Betrachtung thermischer Vorgänge

wichtig. Weitere wichtige Parameter bei der

Messung sind, neben dem Spektralbereich

(Standard: 7,5-14 µm), der erfasste Temperaturbereich,

der im TGA-Bereich zwischen

20° und +500°C liegen sollte, sowie vor allem

die thermische Auflösung (NETD-Wert,

siehe Glossar). Die Genauigkeit gibt die

Messabweichung an; sie liegt bei ±2% oder

±2K. IR-Profikameras für den Baubereich

sollten standardmäßig mit einem für die

Fassaden- und Innenraumthermografie geeigneten

Weitwinkelobjektiv (z.B. 8-15 mm)

mit großem Sehfeld ausgeliefert werden,

Damit IR-Kameras stets korrekte Messwerte

liefern, ist eine in der Regel zweijährliche

Inspektion und Kalibrierung erforderlich.

© InfraTec

das optional durch Standard- (z.B. 30-50

mm) und Teleobjektive (z.B. 60-130 mm) erweiterbar

sein sollte. Eine automatische Objektiverkennung

macht den Objektivwechsel

komfortabler und beugt Messfehlern vor,

doch nicht alle Kameras haben sie. Damit

man auch ein umfangreicheres Objekt ohne

Akkuwechsel erfassen kann, sollten die Akkulaufzeiten

zwischen 3 und 5 Stunden liegen.

Anbieterangaben sind jedoch mit Vorsicht

zu genießen, denn sie basieren meist

auf einem praxisfremden Nutzungsprofil.

Deshalb sollte eine Ladestandsanzeige vorhanden

und bei längeren Einsätzen ein geladener

Ersatzakku immer in der Nähe sein.

Zum Standard-Lieferumfang einer IR-Kamera

sollten in jedem Fall ein Netzteil, eine

Ladestation, ein Netz- und USB-Kabel, ein

stabiler Transportkoffer sowie eine Auswertungs-Software

gehören. Darüber hinaus offerieren

einige Anbieter ein umfangreiches

optionales Zubehör, wie etwa Wechseloptiken,

Filter, Stative, Kamera-Schutzgehäuse,

Datenkabel und anderes mehr. Die Preise

für IR-Profikameras liegen aktuell zwischen

etwa 5.000 und 35.000 Euro – und mehr. •

Profi-Kameras sollten über ein umfangreiches

optionales Zubehör verfügen, wozu insbesondere

mehrere Wechseloptiken, Filter und

Vorsätze gehören. © InfraTec

Zu den vielen Zusatzfunktionen von IR-Profikameras

gehört die Funkübertragung von

Messwerten, etwa von Feuchtefühlern. © Testo

Thermografie-Glossar

Detektor: Optoelektronisches Bauelement das Wärmestrahlung in ein elektrisches

Signal umwandelt und dadurch messbar macht. Detektoren handgeführter Thermografiekameras

bestehen aus Mikrobolometer-Focal Plane Arrays (FPA) – einer Matrix

aus winzigen Strahlungsdetektor-Zellen. Je dichter das Matrixraster ist und je mehr

Detektorzellen vorhanden sind, desto höher ist die Bildauflösung. Die Anzahl der auf

dem Sensor in X- und Y-Richtung verteilten Detektorzellen ist deshalb ein wichtiges

Qualitätskriterium.

Geometrische Auflösung: Auch IFOV (Instantaneous Field of View), ist abhängig vom

Kameraobjektiv und definiert die kleinstmögliche Messfleckgröße. Das ist jene Fläche

auf dem Messobjekt, die aus einem Meter Entfernung einer einzelnen Detektorzelle in

einem Wärmebild zugeordnet werden kann. Multipliziert man den IFOV-Wert mit der

Objektentfernung und einem Korrekturwert für die verwendete Optik, erhält man die

Messfleckgröße in Millimetern. Sie entscheidet bei kleinen Objektstrukturen bzw. großen

Entfernungen darüber, wie genau gemessen werden kann.

Resolution Enhancement: Kombination aus optomechanischem und rechnerischem

Verfahren zur Verbesserung der nutzbaren geometrischen Auflösung des Wärmebilds

gegenüber der nativen Detektorauflösung, so dass beispielsweise aus ursprünglichen

1.024 x 768 IR-Pixeln die 4-fache Pixelanzahl, nämlich 2.048 x 1.536 IR-Pixel erzeugt

wird. Dabei werden keine Messdaten interpoliert, sondern echte Messwerte generiert.

Thermische Auflösung: … auch NETD (Noise Equivalent Temperature Difference), teilweise

auch thermische Empfindlichkeit genannt, gibt die kleinste Temperaturdifferenz

an, die vom Detektor erfasst werden kann. Sie liegt bei Mittelklasse-Kameras zwischen

0,06 und 0,03 Kelvin bei 30°C. Bei Profigeräten liegt sie unter 0,03 Kelvin. Je kleiner

dieser Wert ist, desto geringer ist die Gefahr des die Bildqualität beeinträchtigenden

„Bildrauschens“.

Anbieter

www.bosch.de, www.catphones.com, www.flir.de, www.fluke.de, www.hikmicrotech.com,

www.infratec.de, www.irpod.net, www.milwaukeetool.de, www.opgal.com, www.panasonic.de,

www.pce-instruments.com, www.reichelt.de, www.testboy.de, www.testo.de, www.

thermal.com, www.trotec.de, www.umarex-laserliner.de


www.architektur-online.com

Optimierte Funktionen

Die ABK-BIM Software wird als OpenBIM-Lösung

laufend weiterentwickelt, um bewährte Prozesse zu

vereinfachen und aktuellen Anforderungen aus der

Praxis gerecht zu werden. So wurde der Import von

Parameterlisten weitreichend überarbeitet und vereinfacht.

Kenndaten und auch die Parameter selbst

entsprechen bereits der neuen ÖNORM A 2063:2021.

Die Darstellung von BIM-Objekten, welche mit

AVA-Elementen zu versehen sind, wurde überarbeitet

und übersichtlicher gestaltet.

Im Kostenplan gibt es eine neue Übersicht über alle

darin verwendeten Elemente. Enthaltene Kennwerte,

die in Mengenberechnungen oder Bedingungen eingesetzt

werden, sind farblich hervorgehoben. Auch

das Eingabefeld für Mengenberechnungen und Bedingungen

wurde völlig erneuert. Abfragen und Bedingungen

gemäß ÖNORM A 2063:2021 sind ab sofort

möglich.

Der BIM-Viewer kann nun direkt aus dem Kostenplan

heraus aufgerufen werden. Die Auswertung des Kostenplans

nach Positionen erfolgt optional nach Elementen,

wodurch eine Positionszeile mit Mengen und

Preisen je Element ausgegeben wird. Diese Auswertung

wird in die positionsweise Mengenermittlung im

Baustein ABK-LV übergeben, eine Aufschlüsselung

nach Elementen ist dabei ersichtlich. Leistungsverzeichnisse

können in weiterer Folge nach ÖNORM A

2063:2021 angelegt werden.

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ib-data GmbH | ABK Bausoftware

T +43 (0)1 492 5570-0

abkinfo@abk.at

www.abk.at/produkte/projektmanagement/bim/

edv

CAD für Entwurf, Visualisierung und Ausführungsplanung

ViCADo.arc 2022 ist ein objektorientiertes CAD-System,

das Anwender in allen Phasen der Projektabwicklung

unterstützt. Intelligente Objekte, eine intuitive

Benutzeroberfläche und die Durchgängigkeit

des Modells sind wesentliche Leistungsmerkmale.

Zudem beherrscht die neue Version alle BIM-Klassifizierungen!

Verschiedene Sicht-Typen ermöglichen eine komfortable

Eingabe, zahlreiche Kontrollmöglichkeiten,

sowie eine individuelle Darstellung und Ausgabe von

Plänen und textuellen Auswertungen.

Die Bauteile wurden um die Stäbe erweitert. Die Stäbe

bieten die Möglichkeit, mit einfachen Eingabeoptionen

(Linie oder als Punkt) geneigt modelliert zu

werden. Damit kann schnell und intuitiv die Eingabe

von geneigten Stützen, Streben, Kopfbändern usw.

durchgeführt werden. Der Bauteil „Stab“ steht als

Stahlbeton, Stahl, Holz oder als allgemeiner Bauteil

zur Verfügung.

ViCADo.arc 2022 verfügt mit der Explosionsdarstellung

über ein völlig neues Instrument der Visualisierung

und ermöglicht einen schnellen Einblick in das

Modell von oben bzw. von unten in die einzelnen

Grundrisse.

Immer mehr spielt bei planerischen Aufgaben der

ökologische Fußabdruck eine wichtige Rolle. Daher

kann bei jedem Bauteil zur Bilanzierung ein positiver

und ein negativer CO 2 -Wert eingetragen werden. Somit

lassen sich bauteilorientierte Grundlagen für eine

CO 2 -Bilanzierung ermitteln.

DI Kraus & CO GmbH

T +43 (0)2622 89497-13

office@dikraus.at

www.dikraus.at

www.arcon-cad.at


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