Stahlreport 2016.09

markushuneke

Das Magazin des Bundesverbands Deutscher Stahlhandel für die Stahldistribution

71. Jahrgang | September 2016

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

09|16

Spur halten – der Stahlhandel vor schweren Herausforderungen


Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

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Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel – www.stahlhandel.com


„Nur, wer das Ziel kennt,

kann Spur halten.“

EDITORIAL

INHALT

Liebe Leserinnen und Leser,

kaum ein Bild macht die aktuellen

Herausforderungen für

den Stahlhandel so anschaulich

wie die Kranbahn einer

Lagerhalle: Auf ihr gilt es, Spur

zu halten und die Kommissionierziele

zu erreichen – bei sich

ständig ändernden Rahmenbedingungen.

Diesen Wandel erleben die Unternehmen der Branche täglich

als „Marktpartner“, wie diese Rubrik auch in diesem Heft an zahlreichen

Beispielen zeigt (vgl. S. 6ff) und wie sie sich derzeit vor

allem in der Digitalisierung manifestiert (vgl. den entsprechenden

Schwerpunkt, S. 16ff).

In der so angesprochenen Vernetzung der Dinge müssen auch

die Krane des Stahlhandels ihre Rolle übernehmen – selbst dann,

wenn es sich gar nicht um neue Anlagen handelt. Insofern kommt

dem Beitrag von Prof. Dr.-Ing. Christoph Seeßelberg von der Hochschule

München in diesem Heft sozusagen eine Schlüsselrolle zu.

Denn der Kranexperte fragt immer auch danach, wie entsprechende

Altanlagen ausreichend ertüchtigt werden können. (vgl. S. 20ff).

Apropos Ertüchtigung. Die berufsbegleitende Weiterbildung

zur Betriebswirtin/zum Betriebswirt bleibt ein wichtiges Thema.

Allerdings hat der BDS jetzt entschieden, dass der 21. Jahrgang

statt am 1.10.16 erst am 1.7.17 beginnt (vgl. S. 34). Dann wird die

alles dominierende Digitalisierung auch als Studienreform für den

Stahl-, den NE-Metall- und den Schrotthandel abgeschlossen sein.

Die orientiert sich übrigens mehr denn je an den Lernzielen

des Deutschen Qualifikationsrahmens – nur, wer das Ziel kennt,

kann Spur halten. Dieses Bestreben prägt derzeit das Programm

zahlreicher „Verbände und Organisationen“, wie die Berichterstattungen

in der gleichnamigen Rubrik zeigen (vgl. S. 36ff). Für alle

diese Akteure gilt es deshalb, „Wissenswertes“ (vgl. S. 42ff) zusammenzutragen.

Dafür gibt es derzeit ein umfangreiches Tagungsangebot

ebenso wie zahlreiche Messen (ab S. 28), die jetzt nach Ende

der Sommerpause anstehen. Über einige davon wird die Redaktion

des „Stahlreport“ bereits im nächsten Heft berichten können.

Spur halten, das gilt schließlich gilt auch für die Berichterstatter,

die das Ziel im Auge behalten und auf dem Weg dorthin alle

Kraftquellen nutzen müssen.

In diesem Sinn grüßen Sie aus Düsseldorf

PERSÖNLICHES

4 Kurznachrichten

MARKTPARTNER

6 Lingemann Group – Die Masse verlassen

8 Die Zukunft der Betonstahlverarbeitung

12 Interview: kloeckner.i – radikal kundenzentriert

SCHWERPUNKT DIGITALISIERUNG

16 Alles 4.0 – Großhandel in der digitalen Gesellschaft

SCHWERPUNKT KRANBAHNEN

20 Kranbahnen im Bestand weiter nutzen

SCHWERPUNKT ANARBEITUNG

24 Hartmetalltauglicher Sägeautomat

25 Hochleistungsbandsäge für Hartmetall-Bänder

MESSEN UND MÄRKTE

28 u.a. Arbeitsschutz Aktuell, Euroblech, Eurobike

BDS

32 Research: Gutes Geschäftsumfeld im ersten Halbjahr

34 Berufsbildung: Digitales Fernstudium

VERBÄNDE UND ORGANISATIONEN

36 u.a. nachhaltiges Bauen, VDW-Jubiläum,

Deutscher Stahlbautag

WISSENSWERTES

42 Kaufleute und Digitalisierung

Dr. Ludger Wolfgart

Chefredakteur Stahlreport

Markus Huneke

Redakteur Stahlreport

LIFESTEEL

46 u.a. Hochofen-Tattoo, Stahl fliegt,

Innovatives Blech-Tool

49 Impressum

Stahlreport 9|16

3


Persönliches

Kurznachrichten

Foto: IBU

René Gissinger

ist seit dem 15. Juli 2016 Mitglied des Vorstands

der KNAUF INTERFER SE. Zum selben

Zeitpunkt ist Prof. Peter Görgen aus dem Vorstand

ausgeschieden und hat die Leitung der

Geschäftsfelder Distribution sowie Stahlverarbeitung

übernommen. Dr. René Gissinger

verfügt über langjährige Management- und

Führungserfahrung,

u.a. als Geschäftsführer

und Vorstand

in internationalen

Unternehmen der

rohstoff- und metallverarbeitenden

Industrie. Er bringt

zudem umfassende

Foto: Knauf Interfer

Metall- und Maschinenbaukenntnisse

sowie technische Entwicklungskompetenz

mit. Neben dem Vorstandsvorsitzenden Matthias

Kessel-Knauf, CEO, und Michael Steinkamp,

CFO, verantwortet der promovierte

Wirtschaftsingenieur als Chief Operating

Officer (COO) und Chief Technical Officer

(CTO) im Vorstand der Knauf Interfer SE das

operative Geschäft und die technische Weiterentwicklung

der Unternehmen der Knauf-

Interfer-Gruppe.

Ekkehard Schulz

feierte am 24. Juli seinen 75. Geburtstag.

Schulz initiierte ab 1998 als Vorstandschef

der Thyssen AG die Fusion mit Krupp-

Hoesch und war anschließend von 1999 bis

2011 Vorstandsvorsitzender von Thyssenkrupp.

Hubert Schmidt

hat den Vorstandsvorsitz des Industrieverbandes

Blechumformung (IBU) übernommen.

Der Geschäftsführer der Hubert Stüken

GmbH & Co. KG ist seit 2013 im

IBU-Vorstand aktiv. Er folgt auf Dr. Winfried

Blümel. Dr. Ing. Hubert Schmidt hat an der

RWTH Aachen promoviert und unterstützt

die Zusammenarbeit zwischen Industrie und

Hochschule. „Die

Kooperation des

industriellen Mittelstandes

mit

Bildungs- und Forschungseinrichtungen

ist ein Pluspunkt

für den Standort

Deutschland“, betont

der neue Kopf der

Fotos: VDE

IBU-Führungsriege. Die Wahl des Vorstandsvorsitzenden

fand im Rahmen der diesjährigen

IBU-Mitgliedertage in München statt.

Schmidt ist 59 Jahre alt, verheiratet und hat

drei erwachsene Kinder.

Mike J. Schrader

ist seit dem 1. August Mitglied der

Geschäftsleitung der L. Lingemann Stahlgroßhandel

GmbH (sieh auch S. 6f) und dort

verantwortlich für

das kaufmännische

Ressort. Der 44-jährige

Diplomingenieur

aus Hildesheim war

in den letzten 15

Jahren bei verschiedenen

Tochtergesellschaften

der Salzgitter

AG tätig.

Reinhard Ploss und

Hermann Eul

verstärken ab dem 1. Januar 2017 das Präsidium

des Verbands der Elektrotechnik Elektronik

Informationstechnik e.V. (VDE). Dr.

Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender der

Infineon Technologies AG, und Prof. Dr. Hermann

Eul, Privatinvestor im Silicon Valley,

vormals Corporate Vice President Intel

Corp. und vorsitzender Geschäftsführer

Intel Deutschland GmbH, wurden von den

Delegierten des VDE einstimmig gewählt.

Die VDE-Präsidiumsmitglieder kommen traditionell

aus Wirtschaft und Wissenschaft

und decken die gesamte Bandbreite der

Elektro- und Informationstechnik ab.

Hermann Eul

Foto: L. Lingemann Stahlgroßhandel

Fotos: VDE

Reinhard Ploss

Massimo Carboniero

ist seit Ende Juni neuer Präsident des Verbands

der italienischen Werkzeugmaschinenhersteller,

Ucimu-Sistemi Per Produrre.

Der Geschäftsführer von Omera, einem Hersteller

von Werkzeugmaschinen, ist eben-

falls Präsident des Bereiches Mechanik,

Metallurgie und Elektronik des Arbeitgeberverbands

Vicenza (Confindustria Vicenza),

Mitglied des Generalgremiums des nationalen

Arbeitgeberverbands (Confindustria

nazionale) und des nationalen Ausschusses

des Verbands der metallverarbeitenden

Industrie (Federmeccanica).

Michael Schmidt

ist Leiter des neuen EDE-Geschäftsbereichs

Daten & Services. Mit dem neuen Bereich

soll der Datenmanagement-Ansatz des Einkaufs-

und Marketingverbunds in die Unternehmensstruktur

integriert werden, um

„den Weg in die digitale Zukunft effizient

und beratungsorientiert“ zu gestalten. U.a.

werde auch das Projekt elektronisches

Daten-Center eDC, ein Kernvorhaben der

Unternehmensstrategie CHALLENGE 2020,

im EDE organisatorisch

verankert.

Aber auch die Verbundkommunikation

stehe im Fokus: „Wir

arbeiten daran, uns

noch viel stärker als

bislang mit unseren

Geschäftspartnern,

also Mitgliedern und

Lieferanten, elektronisch

zu vernetzen und den Grad der Automatisierung

stetig zu steigern“, sagte

Michael Schmidt.

Der 39- Jährige bringt langjährige Beratungs-

und IT-Expertise mit. Zuletzt hat er

als externer Projektleiter die Transformation

eines großen deutschen Energieversorgers

begleitet.

Friedhelm Loh

ist am 16. August 70 Jahre alt geworden.

Dr. Friedhelm Loh ist Inhaber und Vorsitzender

der Friedhelm-Loh-Group, einer weltweit

führenden Unternehmensgruppe für Schaltschränke

und Schaltschrankklimatisierung

im Steuerungs- und Schaltanlagenbau. Der

mittelständische

Unternehmer

hatte die heutige

Rittal GmbH & Co.

KG in den 1970er-

Jahren von seinem

Vater übernommen

und mit der

Idee der Standardisierung

im

Foto: Friedhelm-Loh-Group

Foto: EDE

4 Stahlreport 9|16


Steuerungs- und Schaltanlagenbau zu einer

weltweit tätigen und erfolgreichen Gruppe

ausgebaut.

Zur Friedhelm-Loh-Group gehören heute

auch das Stahl-Service-Center Stahlo, der

Kunststoffspezialist LKH und die Softwareund

IT-Unternehmen Eplan und Cideon, sie

ist außerdem Großaktionär bei Klöckner &

Co. SE. Aktuell investiert Loh über 250 Mio.

€ in die Neuausrichtung und Digitalisierung

von Rittal und 30 Mio. € in ein neues Stahl-

Service-Center von Stahlo in den östlichen

Bundesländern.

Friedhelm Loh gilt als Unternehmer, der die

nationale und internationale Elektrobranche

mit Spürsinn für Trends und Tendenzen

geprägt hat. Darüber hinaus setzt er mit seinem

im Glauben verankerten sozialen Engagement

Zeichen. Neben seiner unternehmerischen

Tätigkeit ist Friedhelm Loh auch in

Verbänden, Politik und Wirtschaft gut vernetzt.

So hat er den Zentralverband Elektrotechnik-

und Elektronikindustrie (ZVEI) bis

2014 acht Jahre lang als Präsident geführt.

Heute ist er Ehrenpräsident des ZVEI auf

Lebenszeit.

Foto: BDI

Joachim Lang

soll neuer Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands

der Deutschen Industrie (BDI)

werden. Der bisherige Hauptgeschäftsführer

Markus Kerber scheidet Ende März 2017

aus. Daneben soll die Volljuristin Iris Plöger

die Hauptgeschäftsführung

ab April

2017 verstärken,

Dieter Schweer,

ebenfalls Mitglied

der Hauptgeschäftsführung,

verlässt

den BDI. Joachim

Lang soll die Position

zum 1. April

2017 übernehmen

und bereits am 1. Dezember 2016 in die BDI-

Hauptgeschäftsführung einrücken. Lang ist

derzeit Leiter der Repräsentanz der E.ON SE

in Berlin, die er seit 2007 führt.

Marco Willroth

ist in das Präsidium des AGA Norddeutscher

Unternehmensverband Großhandel, Außenhandel,

Dienstleistung e.V. gewählt worden.

Er übernimmt den Vorsitz von Klaus Ziegler,

geschäftsführender Gesellschafter der

NordCap GmbH & Co. KG aus Bremen.

Marco Willroth ist Geschäftsführer der

Foto: Industrieverband Massivumformtechnik e.V.

MONACOR INTERNATIONAL GmbH & Co.

KG, eines führenden Herstellers und Händlers

aus dem Bereich der Sicherheits- und

Veranstaltungstechnik, ebenfalls mit Sitz in

Bremen.

Rainer Wagener

hat im Juni den Otto-Kienzle-Preis 2016 des

Industrieverbands Massivumformung erhalten.

Der 41-jährige Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts

für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit

LBF, Darmstadt, bekam

die mit 5.000 € dotierte Auszeichnung für

seine umfangreichen Forschungsarbeiten im

Bereich der Bemessung von zyklisch beanspruchten

Schmiedeteilen. Dr.-Ing. Rainer

Wagener überführte die Ergebnisse außerdem

in den „Leitfaden zur Bemessung von

Schmiedebauteilen aus Stahl und Aluminium“

und in das vom Preisträger konzipierte

Seminar zum Thema „Betriebsfestigkeit

– Auslegung von Schmiedeteilen unter

Betriebslasten“, in das die Ergebnisse mehrerer

weiterer Projekte eingeflossen sind.

Dr.-Ing. Frank Springorum (li.), Vorstandsvorsitzender

des Industrieverbands Massivumformung,

überreicht Dr.-Ing. Rainer Wagener den Otto-

Kienzle-Preis 2016 auf der Jahrestagung des Verbands

in Schwerte.

Krister Sandvoss

hat zum 1. September die Abteilungsleitung

der CeMAT worldwide bei der Deutschen

Messe AG übernommen. Damit verantwortet

er neben der CeMAT in Hannover auch die

Auslandsmessen der Deutschen Messe AG im

Bereich Intralogistik. Sein Vorgänger Bernd

Rohde wechselt als Geschäftsführer der Tochtergesellschaft

der

Deutschen Messe AG

nach Mexiko. Der

studierte Betriebswirtschaftler

Sandvoss

ist seit Oktober

2011 bei der Deutschen

Messe im

internationalen Vertrieb

tätig.

Foto: Deutsche Messe AG

Steffen Kampeter

ist seit Juli 2016 neuer Hauptgeschäftsführer

der Bundesvereinigung der Deutschen

Arbeitgeberverbände

(BDA).

Das langjährige

Mitglied des Deutschen

Bundestags

war u.a. haushaltspolitischer

Sprecher

der Unionsfraktion

und

Parlamentarischer

Staatssekretär

beim Bundesminister der Finanzen. Als

Hauptgeschäftsführer des BDA folgt er auf

Dr. Reinhard Göhner.

Foto: BDA

Tobias Hain

hat im Juni 2016 die Geschäftsführung

des Industrieverbands Massivumformung

(IMU) übernommen. Er hat die Nachfolge

von Dr. Theodor Lutz Tutmann angetreten,

der in den Ruhestand gegangen ist. Tobias

Hain war nach dem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens

in verschiedenen

Managementpositionen der Industrie tätig

(3M Deutschland GmbH, Henkel KGaA),

zuletzt seit 14 Jahren als Geschäftsführer

und Partner bei der mittelständischen

Unternehmensberatung hahn,consultants

gmbh. Dr. Theodor Lutz Tutmann, ehemaliger

Geschäftsführer des IMU und des

Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung

e.V. (WSM), führte den IMU

über 30 Jahre. Er war Initiator der Gründung

des Labors für Massivumformung

(LFM) an der Fachhochschule Südwestfalen

und gründete die Schmiede-Akademie.

Er ist außerdem Mitbegründer und war

Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie

(ArGeZ).

Olaf Furtmeier

ist seit dem 1. August 2016 Alleingeschäftsführer

des Werkzeugmaschinenbauers

Burkhardt + Weber. Er folgt damit

auf Andreas Mittermüller, der nach 20

Jahren bei Burkhardt + Weber in den

Ruhestand gewechselt hat. Mit Olaf Furtmeier

(44) übernehme ein „Werkzeugmaschinenbauer

von der Pike auf“ die Führung.

Seine beruflichen Stationen Lehre,

technisches Studium, Konstruktions- und

Vertriebserfahrung und viele Jahre in leitender

Stellung garantierten einen nahtlosen

Übergang.

Stahlreport 9|16

5


Marktpartner

Bericht

Fotos 1,3,4,: Lingemann-Group

Täglich über 100 t mit dem eigenen Fuhrpark, den Rest machen Spediteure

Die Kommissionierstation des automatischen

Hochregallagers für Blank- und Edelstahl

Mit Laserbearbeitung erfolgreich in der Nische

Die Masse verlassen

Traditionell im Stahlhandel tätig, verfolgt die Lingemann-Group mit ihren Unternehmen L. Lingemann

Stahlgroßhandel und Stahlkontor schon länger eine Nischenstrategie. Während sich Stahlkontor auf

Blank-, Qualitäts- und Edelstähle für die Zerspanung fokussiert, ist L. Lingemann Stahlgroßhandel am

gemeinsamen Standort Bad Oeynhausen mit der Laserbearbeitung von Rohren vor Jahren erfolgreich

in die Vorfertigung nicht nur für die ostwestfälische Industrie, sondern auch bundesweit eingestiegen.

Foto 2: BDS/Huneke

Der Chef hat das Unternehmen

in der Tasche. Bei Lorenz Lingemann

stimmt das aufs Wort. Wenn der

geschäftsführende Gesellschafter der

L. Lingemann Stahlgroßhandel GmbH

sein Mobiltelefon aus der Tasche zieht,

hat er darin alle Zahlen und Vorgänge

seines Unternehmens parat – sofort

und in Echtzeit. „Hier z.B. kann ich

die aktuellen Zahlungsvorgänge einsehen“,

sagt Lingemann und öffnet

auf dem Handy-Bildschirm ein Dokument.

„Es gibt fast keine Zahl im

Unternehmen, die ich nicht kenne.“

Die Affinität des Chefs zur Technik

kommt dem Unternehmen zugute.

So sind die internen Abläufe, das

Hochregallager, weitere Lagerbestände,

Anarbeitung und Kommissionierung

nicht erst seit das Stichwort

Digitalisierung in aller Munde

ist, mit der IT verzahnt. Schon vorher

haben Lorenz Lingemann und

Reinhard Niebrügge, geschäftsführender

Gesellschafter des eng verbundenen

Unternehmens Stahlkontor

GmbH, dafür gesorgt, dass alle

Prozesse EDV-mäßig abgebildet sind

Auf den Mittelstand

ausgerichtet:

Lorenz Lingemann

(r.),

geschäftsführender

Gesellschafter

L. Lingemann

Stahlgroßhandel

GmbH, und Reinhard

Niebrügge,

geschäftsführender

Gesellschafter

Stahlkontor GmbH

– vom Wareneingang über die Rohrbearbeitung

bis hin zu Versand,

Buchhaltung und Reklamationen.

Dieser hohe Transparenzgrad

hat viele Vorteile: Jede Information

ist ohne Verzögerung verfügbar.

Das erhöht die Reaktionsgeschwindigkeit

und damit die Fähigkeit, flexibel

reagieren zu können. Hinzu

kommt, dass die systematische Auswertung

der Daten eine Feinjustierung

der Prozesse ermöglicht, die

ohne diese Daten einfach undenkbar

ist – etwa bei der Steuerung der

unternehmenseigenen Lkw-Flotte.

Kooperation in engem Verbund

Die L. Lingemann Stahlgroßhandel

GmbH und die Stahlkontor GmbH

sind formal zwei rechtlich getrennte

Stahlhandelsunternehmen, die sich

auf unterschiedliche Produktgruppen

spezialisiert haben. Während

das Sortiment der Firma Lingemann

Walzstahl, Flachprodukte und Rohre

umfasst und man sich daneben auch

auf die Rohrbearbeitung konzen-

6 Stahlreport 9|16


„In unserem Firmenlogo steht der

Zusatz ,volles Programm‘ – das sehen

wir als Verpflichtung und daran lassen

wir uns täglich messen!“

Reinhard Niebrügge

triert, handelt Stahlkontor hauptsächlich

mit Blank- und Qualitätsstahl

sowie nicht-rostenden Stählen.

Tatsächlich aber kooperieren

die beiden Unternehmen in engem

Verbund. Am gemeinsamen Standort

Bad Oeynhausen werden die

Betriebseinheiten Lager, Verwaltung

und Fuhrpark gemeinsam

genutzt, Kunden können ohne

Abstriche das volle Programm beider

Unternehmen beziehen.

Die rechtliche Trennung der

Unternehmen hat historische Grün -

de. Während der 1896 gegründete

L. Lingemann Stahlgroßhandel be -

reits ehrwürdige 120 Jahre besteht,

ist Stahlkontor mit den Bereichen

Qualitäts- und Blankstahl „erst“ vor

25 Jahren erworben worden. Kurz

darauf kam der heutige geschäftsführende

Gesellschafter der Stahlkontor

GmbH, Reinhard Niebrügge,

dazu. In den Folgejahren wurde der

Blankstahlbereich ausgebaut und

das Edelstahl-Sortiment hinzugenommen.

„Unser Schwerpunkt liegt

auf Stählen für die Bearbeitung, für

das Zerspanen und Drehen, nicht so

sehr für den konstruktiven Bereich“,

erläutert Niebrügge.

Das Geschäft der beiden Unternehmen

ist überregional orientiert

und erstreckt sich auf das gesamte

nordwestdeutsche Gebiet, darunter

Just-in-time-Lieferungen für Produktionsbetriebe,

ein großer Teil

läuft aber auch als Händler-Händler-Geschäft.

„Unser Lager ist sehr

gut sortiert. Es gibt nicht viele

Händler in Deutschland, die da mithalten

können“, hebt Niebrügge

hervor.

In die Laserbearbeitung

eingestiegen

Vor dem Hintergrund eines immer

unrentableren Massengeschäfts

haben sich Lorenz Lingemann und

Reinhard Niebrügge vor rund zehn

Jahren strategisch neu ausgerichtet.

Inmitten der starken ostwestfälischen

Wirtschaftsregion haben sie

sich damals zur Anschaffung eines

Trumpf-Laserbearbeitungszentrums

entschieden – als erste Stahlhändler

in Deutschland überhaupt, wie

Lingemann betont. Mit der Erweiterung

der Rohrbearbeitung hat die

Firma Lingemann einen Schritt

heraus aus dem typischen Stahlhändlergeschäft

in Richtung Produktion

getan. „Das war für uns eine

große Herausforderung“, sagt Lingemann.

„Wir haben in den ersten Jahren

viel Lehrgeld bezahlt, aber letztlich

hat es sich gelohnt“, so der

geschäftsführende Gesellschafter

weiter. Die Wertschöpfung hat sich

erhöht, in den Kundenbeziehungen

ist man weniger austauschbar.

Das Modell ist erfolgreich: Heute

läuft neben der TruLaser 5000 von

Trumpf ein weiterer Rohrlaser Adige

LT Fiber bei der L. Lingemann Stahlgroßhandel

GmbH. Bearbeitet werden

damit im Drei-Schicht-Betrieb

diverse Rohr- und Bandformate für

die hauptsächlich mittelständisch

geprägten Kunden u.a. der Möbel-,

Küchen- und Badindustrie sowie im

Ladenbau und Pflegenbettenbereich.

Mittlerweile kommt das Verbundunternehmen

jedoch an seine Grenzen

– zumindest in der räumlichen

Ausdehnung. Mitten in Bad Oeynhausen

gelegen, ist das Unternehmensgrundstück

von L. Lingemann

Stahlgroßhandel und Stahlkontor von

allen Seiten begrenzt – von der Werre

auf der einen und von rundum bebauter

Fläche auf den anderen Seiten.

Kein Platz für große Erweiterungen.

Gerade werden die letzten freien Quadratmeter

noch als Lagerfläche hergerichtet.

Insgesamt stehen dann

12.850 m 2 Hallenfläche – großteils

beheizt – unter 17 Kranbahnen mit

Magneten und Schenck-Waagen zur

Verfügung. „Wenn wir wachsen, dann

in Richtung höhere Qualität und mehr

Kundenbindung“, sagt Niebrügge,

nach der Maxime „Tradition, Innovation

und Fortschritt“. 2

„Es gibt fast keine Zahl im Unternehmen,

die ich nicht kenne.“

Lorenz Lingemann

[ Info ]

Weitere Informationen

über die Unternehmensgruppe

finden Sie auf

www.lingemannstahl.de.

Gut sortiertes Lager

mit einer ständigen

Bevorratung von

über 7.000 t

Stahlreport 9|16

7


Marktpartner

Bericht/Nachrichten

In der Bearbeitung vom Coil geht der

Trend in Richtung immer größerer Durchmesser.

Mit Anlagen des Typs MSR25

von Progress kann Betonstahl mit einem

Durchmesser von bis zu 25 mm gerichtet,

geschnitten und gebogen werden (links).

Fotos: Progress

Die Bearbeitung von Betonstahl vom

Coil ist im Vergleich zur Bearbeitung von

Stabmaterial wirtschaftlicher und effizienter

– angefangen von der Logistik und

Lagerung des Rohmaterials bis hin zum

Produktionsprozess selbst (rechts).

Die Zukunft der Betonstahlbearbeitung liegt im Ring

Trend zu größeren Durchmessern

Die Bearbeitung von Betonstahl vom Coil ist effizient und zukunftsorientiert, so das

Maschinenbauunternehmen Progress Maschinen & Automation. Hersteller von

Bewehrungsstahl in zahlreichen Ländern haben diesen Trend bereits erkannt und

setzen auf breiter Basis Maschinen ein, die speziell für das Richten, Schneiden und

Biegen vom Ring konzipiert wurden. Es sei davon auszugehen, dass sich diese Entwicklung

verstärkt fortsetzt: Anfang des Jahres erhielt die Badische Stahlwerke

GmbH, einer der weltweit führenden Hersteller von Bewehrungsstahl, die Zulassung

für die Produktion von Betonstahl in Ringen mit einem Durchmesser von 25 mm.

Maßgebend bei der Entwicklung der technischen Lösungen für die Bearbeitung solcher

Durchmesser ist das Maschinenbauunternehmen Progress Maschinen & Automation.

[INFO]

Weitere

Informationen unter

www.progress-m.com

Glaubt man der Statistik, liegt

Deutschland beim Verbrauch von Draht

vom Coil bestenfalls im europäischen

Mittelfeld. Der Anteil des Ringmaterials

am Betonstahlverbrauch beläuft sich

auf lediglich 35 %. Der restliche Anteil

wird nach wie vor in Stabform angeliefert

und bearbeitet. Mit 24 % bildet Frankreich

das untere Ende der Rangfolge.

Unangefochten auf Platz 1 steht die

Schweiz, wo der Anteil von Betonstahl

vom Coil bereits über 70 % des Gesamtverbrauchs

beträgt.

Wirtschaftlichkeit und Effizienz

Seit der Einführung des Ringmaterials

Mitte der 1980er-Jahre nimmt diese

Quote stetig zu. Die steigende Tendenz

verdeutlicht, dass immer mehr Unternehmen

die Vorteile erkennen, welche

der Einsatz von Betonstahl im Ring bietet.

Der Hauptgrund für die besondere

Attraktivität der Bearbeitung vom Coil

ist ihre Wirtschaftlichkeit und Effizienz.

Bei der Bearbeitung liegen die Vorteile

auf der Hand. So wird der Verschnitt

beim Einsatz von Ringen erheblich

reduziert, da das Material genau

auf die jeweils benötigte Länge abgespult

und geschnitten werden kann. Der

Einsatz größerer Ringe – gegenwärtig

bereits mit einem Gewicht von bis zu

7t – bringt eine weitere Verschnittoptimierung

mit sich.

Auch die Lagerfläche kann erheblich

verringert werden: Coils lassen sich

einerseits besser lagern, andererseits

entfällt die Notwendigkeit, Stäbe in verschiedenen

Längen auf Lager zu haben.

Davon abgesehen wird auch die Produktionskontinuität

gesteigert, da die

Anlagen seltener neu bestückt werden

müssen. Auch wenn die Kosten für das

Rohmaterial vom Coil höher sind – die

Einsparungen im Handling und der

Bearbeitung wiegen diese auf.

Progress Maschinen &

Automation als Vorreiter

Das Unternehmen Progress Maschinen

& Automation hat sich als Teil der PRO-

GRESS GROUP auf die Entwicklung von

Maschinen und ganzen Anlagen für die

Betonstahlbearbeitung vom Coil spezialisiert

und sei, eigenen Angaben zufolge,

mittlerweile führend in diesem Bereich.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich

das Unternehmen als Experte in der

Entwicklung von Technologien für die

Bearbeitung von Ringmaterial etabliert.

Die Maschinen und Anlagen des Unternehmens

verfügen über eine Reihe von

technischen Lösungen, die für Sicherheit,

eine hohe Produktionsgeschwindigkeit

und -kontinuität sowie eine

optimale Qualität des Endprodukts sorgen.

Coilzangen, die verschiedene

Innendurchmesser abdecken und einen

automatischen Ver- und Entriegelungsmechanismus

besitzen, gewährleisten

einen schnellen und sicheren Coilwechsel.

Stumpfschweißmaschinen für

das Zusammenschweißen der Draht -

enden unterstützen eine schnelle Wiederaufnahme

der Produktion. Wird

eine Anlage mit Ringmaterial in verschiedenen

Diametern bestückt, können

Aufträge mit unterschiedlichen

Durchmessern auf einer Maschine

abgearbeitet werden. Ein automatischer

Drahtwechsel hält dabei die Produktionsunterbrechungen

gering.

Nicht zuletzt sorgt die Rotor-Richttechnik

für optimale Richtergebnisse und

eine schonende Bearbeitung der Drahtoberfläche.

Trend: Bearbeitung immer

größerer Durchmesser

In der Betonstahlbearbeitung vom Coil

zeichnet sich ein weiterer Trend ab:

Der Einsatz immer größerer Durchmesser.

Die Badische Stahlwerke GmbH

erhielt Anfang des Jahres die Zulassung

für die Produktion von Betonstahl

in Ringen mit einem Durchmesser

von 25 mm. Progress Maschinen

& Automation hat den Trend zur Bearbeitung

immer größerer Durchmesser

früh wahrgenommen und mit der Entwicklung

der entsprechenden Maschinen

begonnen. Mit Erfolg: So wurden

bereits drei Richt-, Schneide- und Biegemaschinen

des Typs MSR, die Durchmesser

von bis zu 25 mm bearbeiten,

an große Biegebetriebe ausgeliefert.2

8 Stahlreport 9|16


Wagner International Tube expandiert

Neuer Röhrenhandel gut gestartet



„Der ,alte‘ Mann will noch mehr“:

Nach über 40 Jahren Berufserfahrung im

Stahlrohrhandel, zuletzt 23 Jahre als Prokurist

und Verkaufsleiter im Hause Hoberg &

Driesch, Düsseldorf, hatte sich Hartmut

Wagner im vergangenen Jahr entschlossen,

die WIT Wagner International Tube GmbH

mit Sitz in Düsseldorf zu gründen. Nach nun

fast einem Jahr berichtet das Unternehmen

von einem mehr als erfolgreichen Start. Das

entgegengebrachte Vertrauen der Kunden,

Lieferanten und Geschäftsfreunde sei überwältigend

gewesen. Aktuell habe man sogar

expandieren können.

So wurde der „Bereich Süd“ mit Bereichsleiter

Frank Haug und der „Bereich Ost“ mit

Bereichsleiter Frank Böttcher um die Standorte

Stuttgart bzw. Leipzig erweitert. Seit

Anfang Juni 2016 sind im „Bereich Nord“

(ehemals Hannoverscher Röhrenhandel)

Klaus Klemp (Bereichsleiter) sowie Manfred

Hennigs und Andreas Pfeifer mit dabei. Alle

drei waren zuvor langjährige Mitarbeiter des

Hannoverschen Röhrenhandels.

Die WIT Wagner International Tube GmbH

werde von starken Kooperationspartnern mit

Zugriffsmöglichkeiten auf über 15.000 t

Lagermaterial sowie durch renommierte Rohrhersteller

für Strecken- und Sonderbedarfsfälle

unterstützt. Namhafte Logistikunternehmen

gewährleisteten die termingerechte

Anlieferung an Bestimmungsorte im In- und

Ausland. Der gute Start und die Anerkennung

der Kunden ermöglichen es dem Unternehmen,

sich auch in Zukunft erfolgreich zu entwickeln.

So stehe der Ausbau des nationalen

und internationalen Vertriebsnetzes durch

weitere renommierte „Namen“ der Rohrbranche

kurz bevor. „Der ,alte‘ Mann will halt noch

mehr …“, heißt es dazu von dem Unternehmen.

[ Info ]

Weitere Informationen unter www.wit-gmbh.com

Fotos: WIT

WIT Wagner International Tube bietet mit „starken Partnern“

Zugriffsmöglichkeiten auf über 15.000 t Lagermaterial.

Hartmut Wagner




Buchtipp: Echt ehrlich verkaufen

Die meisten Verkäufer und Verkaufsbücher arbeiten daran, mit

welchen Techniken sie den Kunden „rumkriegen“, sagt Udo Kerzinger

in seinem Buch „Echt ehrlich! So erreichen Sie im Verkauf

heute und zukünftig Umsatz“. Der Autor – zugleich Trainer, Berater

und Unternehmer – wählt demgegenüber einen anderen Ansatz:

radikale Ehrlichkeit.

Kerzinger zufolge sollten Verkäufer zunächst reflektieren, wie aufrichtig

sie mit sich selbst umgehen, woran es liegen könnte, dass

sich der angestrebte Erfolg möglicherweise nicht einstellt und was

getan werden kann, um authentisch und damit erfolgreich zu sein.

Das Buch erläutert, wie ein Verkäufer, indem er authentisch und

ehrlich ist, langfristige erfolgreiche Beziehungen aufbauen kann.

Sich für seinen Gesprächspartner Zeit zu nehmen, statt den

schnellen Verkaufsabschluss anzustreben, lautet die Maxime. Das

Buch ist mit seiner Praxisnähe, den vielen Checklisten und praktischen

Tipps ein „perfekter Ratgeber für alle, die ihren eigenen

Erfolg anpacken“, so das Geleitwort der Publikation.

Cover: Wiley

Kerzinger, Udo: „Echt

ehrlich! So erreichen

Sie im Verkauf heute

und zukünftig Umsatz“,

Wiley-VCH, Weinheim,

1. Auflage, August

2016, 252 S., Hardcover,

ISBN 978-3-527-

50887-7, 19,99 €

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Stahlreport 9|16

9

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Marktpartner

Nachrichten

Per Spezialtransport in die Schweiz

Eisen- und Stahlhandel Straub

liefert grenzüberschreitend

Die in Baden-Württemberg ansässige

Eisen- und Stahlhandel Straub GmbH hat einen

Großauftrag mit einem Gesamtvolumen von

17.000 t Bewehrungsstahl geliefert. Der Auftrag

beinhaltete rund 3.000 t übergroße Schlitzwände

von 3 m Breite, 30 m Länge und einem

Stückgewicht von ca. 32 t. Das Material wurde

per Spezialtransport mit Polizeieskorte in die

Schweiz geliefert.

Die besondere Herausforderung bei diesem

Vorhaben lag neben der Logistik auch in der

technischen Ausführung, die das Unternehmen

veranlasst hat, die betriebliche Infrastruktur

zu erweitern.

Das familiengeführte Stahlhandelsunternehmen

mit Hauptsitz in Lichtenau/Baden liegt

in der Oberrheinischen Tiefebene. Neben

dem klassischen Handel mit Rohren, Trägern,

Blechen und Baustahl bietet das

Unternehmen auch weiterführende Bearbeitungen

der jeweiligen Produkte an.

Der 1992 in Ottersweier gegründete Stahlhandel

ist 1998 nach Lichtenau umgezogen.

Ursprung – und bis heute Kerngeschäft des

Unternehmens – ist die Betonstahlbearbeitung.

Ein weiterer Standort mit Gleisanschluss

wurde 2011 im Industriegebiet Bühl nahe

Baden-Baden eröffnet. Dort werden hauptsächlich

Brennzuschnitte und komplette

Baugruppen gefertigt. Zum Programm

gehört auch eine vielseitige Palette an Anarbeitungsdienstleistungen,

z.B. Sägen, Bohren,

Strahlen und Konservieren, Ausklinken,

Kanten, Brennen, Glühen, US-Prüfen etc.

Der Eisen- und Stahlhandel Straub liefert bis in

die Schweiz und nach Frankreich.

Der Firma steht insgesamt eine überdachte

Produktionsfläche von 20.000 m 2 zur Verfügung,

die auf einer Gesamtfläche von

45.000 m 2 verteilt ist. An beiden Standorten

sowie einem Verkaufsbüro im Saarland/Luxemburg

sind heute ca. 100 Mitarbeiter

beschäftigt.

Die Eisen- und Stahlhandel Straub GmbH

erwirtschaftet einen Jahresumsatz von ca.

40 Mio. €. Durch den eigenen Fuhrpark mit

zwölf schweren Sattelzügen und drei Solo-

Lkw ist eine termingerechte Belieferung im

Lieferradius von 250 km, auch bis nach

Frankreich und die Schweiz, gewährleistet.

Um dem ständigen Wandel der Kundenbedürfnisse

gerecht zu werden, besitzt die

Firma Straub neben der DIN-EN-1090-Zertifizierung

auch ein AFCAB-Zertifizierung

(Association Française de Certification des

Armatures du Béton), über die nur wenige

Biegebetriebe in Deutschland verfügten.

Dank all diesen Voraussetzungen verfügt

die Eisen- und Stahlhandel Straub GmbH

über weitreichende internationale Beziehungen,

die es auf dem europäischen Markt zu

einem zuverlässigen und leistungsstarken

Partner macht.

EWM expandiert mit neuem Schweißzentrum

Die EWM AG hat seine seit 2010 bestehende Niederlassung in Neu-Ulm erweitert. An dem

Standort in Süddeutschland hat das Unternehmen nun ein Welding-Innovation-Center

errichtet. Der Hersteller von Lichtbogen-Schweißtechnik baut seine Präsenz und Nähe zu

Kunden damit weiter aus. Auf einer Gesamtfläche von 1.800 m 2 bietet EWM ein umfassendes

Portfolio für Schweißer – von Schweißgeräten über Schweißbrenner, Schweißzusatzwerkstoffe

und schweißtechnischem Zubehör bis hin zu Produkten für den Arbeitsschutz.

Auf Wunsch werden Geräte und Schweißverfahren in Live-Vorführungen präsentiert und

Kunden vor Ort bei der Inbetriebnahme begleitet. Darüber hinaus bietet das Welding-Innovation-Center

ein breites Beratungs- und Dienstleistungsangebot. Neben Analysen des Fertigungsablaufs

von Kunden gehört u.a. ein Reparatur-, Wartungs- und Kalibrierungsservice

dazu. Neben Lehrgängen für das Roboterschweißen werden an dem erweiterten Standort

auch Schulungen für Schweißer durchgeführt sowie Lohnfertigungen übernommen.

Foto: Eisen- und Stahlhandel Straub

Neue Standorte in Ungarn und

Deutschland

Stahl-Service-Center von

Thyssenkrupp setzt auf

Wachstum

Seit dem 1. Juli 2016 firmiert die Stahl-

Service-Center-Gruppe von Thyssenkrupp unter

Thyssenkrupp Materials Processing Europe

GmbH. Die neue Namensgebung des Anarbeitungsspezialisten

spiegele zum einen die

vielfältige Werkstoffkompetenz in den Bereichen

Carbon- und Edelstahl sowie Aluminium

wider. Zum anderen werde mit dem neuen

Namen dem Ausbau der europäischen Standorte

Rechnung getragen.

Ebenfalls im Juli 2016 hat thyssenkrupp

Materials Processing Europe seine ehemalige

Beteiligungsgesellschaft Thyssen Ros

Casares S.A. im Südosten Spaniens übernommen.

An dem Standort nördlich von

Valencia können Spaltbänder und

Zuschnitte auf drei Längsteil- und zwei

Querteilanlagen angearbeitet werden. Das

Lieferprogramm umfasst warm- und kaltgewalzte,

oberflächenveredelte Qualitätsstähle

sowie rost-, säure- und hitzebeständige

Stähle.

Bereits im Frühjahr hatte das Unternehmen

ein Stahl-Service-Center im ungarischen

Györ und das Edelstahl-Service-Center in

Willich übernommen. Der Standort in Györ

mit rund 50 Mitarbeitern ist spezialisiert auf

die Verarbeitung von Coils zu Blechen und

Spaltband. Neben Walzstahl werden dort

zudem Aluminium und Edelstahl, insbesondere

für den Automobilsektor, angeboten.

Darüber hinaus ist zum Ende des Geschäftsjahres

(das bei thyssenkrupp vom Kalenderjahr

abweicht und jeweils bereits am 30.

September endet) die organisatorische Integration

des Metallcenter Wörth geplant, das

das Angebot im Aluminiumbereich erweitert.

Mit diesen Schritten will thyssenkrupp

Materials Processing Europe seine Position

als führender Anarbeitungsspezialist für vielfältige

Werkstoffe stärken. Man setze damit

seine Wachstumsstrategie in Europa konsequent

fort. Die Produktionskapazität des

Service-Center-Netzwerks wächst mit den

neu hinzu gekommenen Standorten nach

Unternehmensangaben auf über 2 Mio. t –

40 % davon würden mittlerweile im Ausland

umgesetzt.

10 Stahlreport 9|16


Alle Bereiche jetzt in Produktionsnähe

Modersohn hat neues Zentralgebäude eingeweiht

Die Wilhelm Modersohn GmbH & Co.

KG hat im Juni ihr neues Zentral- und Verwaltungsgebäude

offiziell eingeweiht – den

neuen Hauptsitz des Spenger Unternehmens.

In den Um- und Neubau investierte

das Unternehmen rund 1,1 Mio. €.

Mit dem Erweiterungsbau hatte der Hersteller

von Spezial- und Schwerlastbefestigungssystemen

für Mauerwerks- und

Betonfassaden im April 2015 begonnen, da

wichtige Unternehmensbereiche wie die

Zentral- und Verwaltungsstelle von anderen

Bereichen und der Produktion zu weit entfernt

lagen. Mit der Aufstockung des

bereits 2008 entstandenen Bürogebäudes

sind jetzt alle Unternehmensbereiche in

unmittelbarer Nähe der Produktionsstätte

angesiedelt.

Neues Zentralgebäude von Modersohn nach der Fertigstellung im Juni 2016

Fotos: Modersohn

Zu den Feierlichkeiten in dem neuen

Gebäude – des höchsten Bürokomplexes in

Spenge – waren rund 50 Gäste gekommen,

u.a. die Architekten des Planungsbüros

Bäunker – Cawalla, Baulieferanten, Vertreter

der Stadt Spenge und des Kreises Herford.

Versehen mit neuester Technik und modernen

Möbeln bietet das Unternehmen gegenwärtig

über 40 Mitarbeitern Platz, verteilt

auf drei Stockwerken.

Eine Besonderheit sind die funktional ausgestatteten

Besprechungsräume im zweiten

Obergeschoß des Komplexes. So lassen

sich die Räume mittels einer Trennwand

auch zu einem großen Raum umgestalten,

der rund 50 Personen fassen kann. Die

Besprechungsräume sollen für interne

Besprechungen, Schulungen und Kundengespräche

genutzt werden, aber auch Partnern

des Unternehmens für Versammlungszwecke,

Seminare, Schulungen und ähnliches

offenstehen. Ein weiteres Highlight

bietet der Dachgarten des Bürokomplexes.

Als Ort der Entspannung und Ruhe bietet

das vollends aus Edelstahl bestehende

Flachdach einen wunderbaren Ausblick über

Spenge. Mit Begrünung und Wasserspiel

können die Mitarbeiter ihre Pausen gemütlich

auf den neu angeschafften Liege- und

Sitzflächen verbringen.

Bestes Quartal seit fünf Jahren

Klöckner & Co meldet positives Ergebnis

Klöckner & Co hat sein operatives Ergebnis

(EBITDA) im zweiten Quartal 2016 mit

72 Mio. € gegenüber dem Vorjahreswert von

- 17 Mio. € deutlich gesteigert – und damit wieder

ein positives Konzernergebnis in Höhe von

33 Mio. € erzielt (zweites Quartal 2015: - 55

Mio.€). Das meldete der Konzern Anfang August.

„Mit Hilfe des zunehmenden Einsatzes digitaler

Pricing-Tools konnten wir stärker als in

der Vergangenheit von den steigenden

Marktpreisen für Stahl- und Metallprodukte

profitieren und als Folge das beste Quartalsergebnis

seit über fünf Jahren erzielen“,

sagte CEO Gisbert Rühl. In Summe seien

bereits rund 10 % des Konzernumsatzes

über digitale Kanäle erzielt worden. Der

Absatz lag bei 1,643 Mio. t, der Umsatz

sank um rund 10 % auf 1,517 Mrd. €. Dabei

sei die Rohmarge um 4,9 % auf 23,8 %

gestiegen.

Im Segment Europa ging der Absatz um

4,9 % gegenüber dem ersten Halbjahr

zurück. Ursache hierfür seien Restrukturierungsmaßnahmen.

Ohne diese Effekte sei

ein Absatzanstieg von 4,6 % zu verzeichnen

gewesen. Besonders erfreulich habe sich

der Absatz in Deutschland entwickelt.

Im Rahmen der Präsentation der Quartalszahlen

kündigte Rühl zugleich ein neues

Restrukturierungsprogramm an. Mit dem

Programm „One Europe“ sollen die Aktivitäten

auf Führungsebene noch stärker zusammengefasst

werden. Man wolle den Konzern

in zwei zentrale regionale Einheiten strukturieren,

mit den Landesgesellschaften in Belgien,

Deutschland, den Niederlanden und

Österreich auf der einen Seite und Frankreich,

Großbritannien sowie Spanien andererseits.

Die Mitarbeiterzahl solle durch das

neue Programm europaweit um rund 100

Personen sinken, Standortschließungen

seien jedoch nicht geplant. Ausgenommen

von dem Programm seien die Schweiz und

in Deutschland die Becker Stahl-Service

GmbH. „One Europe“ solle bis 2018 umgesetzt

werden. In den kommenden drei Jahren

soll „One Europe“ einen EBITDA-Beitrag

von insgesamt rund 30 Mio. € erbringen –

davon bereits 10 Mio. € in 2017.

Der Vorstandsvorsitzende bestätigte die

Ziele des Konzerns für das Gesamtjahr.

Klöckner & Co strebt für 2016 insgesamt ein

deutlich steigendes EBITDA und ein wieder

positives Gesamtergebnis an.

Stahlreport 9|16

11


Marktpartner

Interview

Geschäftsmodell Transaktion

kloeckner.i: radikal kundenzentriert

Seit Gisbert Rühl, CEO von Klöckner & Co SE, vor zwei Jahren seine große Digitalisierungsoffensive

gestartet hat, sind in der Branche viele Augen auf das konzernzugehörige

Start-up kloeckner.i in Berlin gerichtet. Dort wird das digitale Geschäft entwickelt, das nicht

nur den Klöckner-Konzern, sondern die ganze Branche auf den Kopf stellen soll. Was damit

die Entwicklung von Autos und Skateboards zu tun hat, haben kloeckner.i-Geschäftsführer

Tim Milde und Christian Pokropp, Leiter Investor Relations & Corporate Communications

bei Klöckner & Co SE, im Gespräch mit Oliver Ellermann, Vorstand des BDS, erklärt.

kloeckner.i in Berlin:

Verschiebung in der

Start-up-Szene hin

zu B2B-Projekten.

Oliver Ellermann: Herr Milde,

wie ist es, sich als Duisburger „Stahlmann“

in der Berliner Start-up-Szene

zu bewegen?

Tim Milde: Wir waren hier zuerst

natürlich ein Exot. Aber gerade das

hat die Start-up-Szene auf uns aufmerksam

gemacht. Die Aufgabe, eine

so traditionelle Branche zu revolutionieren,

ist für viele hier in Berlin eine

spannende Herausforderung. Insgesamt

stellen wir fest, dass sich der

Fokus der Start-up-Szene mehr und

mehr von B2C zu B2B verschiebt.

Daran haben wir sicher auch unseren

Anteil.

Das Klöckner-Start-up steht ja sehr

im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die

Branche ist gespannt, was sich hier

entwickelt. Wie ist der Stand der

Dinge?

Christian Pokropp: Wir sind

gerade dabei, die digitalen Tools, die

wir bisher in enger Zusammenarbeit

mit Kunden entwickelt haben, in

unsere Serviceplattform Kloeckner

Connect (www.kloeckner.de) zu integrieren.

Das ist z.B. ein Kontraktportal

oder unser neuer Webshop

www.shop.kloeckner.de, der seit dem

Frühjahr in Deutschland live ist.

Fotos: kloeckner.i

Sie sprechen davon, digitale Tools

gemeinsam mit Kunden zu entwickeln.

Wie sieht das konkret aus?

Tim Milde: Die Bedürfnisse der

Anwender stehen bei allem, was wir

tun, im Mittelpunkt. Daher sind wir

zunächst zu unseren Kunden gegangen,

um herauszufinden, wo es Probleme

in der Zusammenarbeit gibt.

Das haben wir in zwei Pilotniederlas-

12 Stahlreport 9|16


sungen gemacht, in den USA und in

Deutschland. Daraus sind erste Ideen

entstanden, welche digitalen Services

wir denn überhaupt für den Stahlhandel

entwickeln müssen. Dieser aus der

Start-up-Szene stammende, radikal

kundenzentriete Ansatz hat auf

Anhieb gut funktioniert.

Was ist der Unterschied des Start-up-

Ansatzes im Gegensatz zum klassischen

Konzerndenken?

Tim Milde: Wir können Produkte

sehr viel schneller entwickeln. In Konzernen

ist die klassische Vorgehensweise,

erstmal einen Investmentantrag

zu stellen, der dann verschiedene

Gremien bis zur Entscheidung durchläuft.

Dann kommen zwei Jahre Entwicklung

und schließlich entsteht ein

Produkt mit 499 Funktionen, von

denen der Kunde am Ende nur drei

braucht.

Wir hingegen haben nicht damit

begonnen, ein sehr komplexes Produkt,

sagen wir ein Auto, von Grund

auf zu entwickeln. Wir haben eher mit

einem Skateboard angefangen. Das ist

einfach, deckt aber von Anfang an die

wichtigste Funktionalität ab: Es fährt.

Dieses Konzept haben wir sehr

erfolgreich für die bereits angesprochenen

Lösungen Webshop und Kontraktportal

angewendet. Von der Idee

bis zur Umsetzung hat es bspw. beim

Kontraktportal nur wenige Wochen

gedauert – dann waren wir live. Mittlerweile

haben wir allein in Deutschland

über 500 Kunden auf dem System

und in den USA wurden darüber

mit bislang nur wenigen Testkunden

bereits über 10 Mio. US-Dollar Umsatz

generiert.

Christian Pokropp: Eine solch

hohe Geschwindigkeit legen wir aber

nicht nur bei der Entwicklung innovativer

Tools an den Tag. Große Fortschritte

haben wir auch bei der digitalen

Vernetzung mit Kunden,

Lieferanten und Großhändlern erzielt.

Dies ist Grundvoraussetzung für

unsere Industrieplattform, die auch

für Wettbewerber offen sein wird. Eine

erste Version dieser Plattform ist

bereits für kommendes Jahr geplant.

Was ist der Nutzen einer solchen Plattform

für die Stahlhandelsbranche?

Tim Milde: Wir sind überzeugt,

dass man auch bei der Betrachtung

dieser Idee zuallererst den Blickwinkel

des Kunden einnehmen muss. Sie

sind ja u.a. auch Kunde von Amazon,

weil Sie sich nicht bei x verschiedenen

Webshops einloggen möchten,

sondern eine Plattform mit dem vollen

Angebot haben möchten.

Genauso sehen wir das auch für

die Stahlindustrie kommen. Die ganze

Bandbreite von Produkten kann ein

Anbieter allein nicht leisten. Deswegen

glauben wir, dass es zwangsläufig

auf eine Industrieplattform unter

Einbezug von Wettbewerben hinauslaufen

wird. Neben dem breiten Produktanagebot

profitieren Kunden von

der größeren Preistransparenz, die

auf der Plattform entsteht.

Christian Pokropp: Transparenz

spielt auch für Lieferanten und Großhändler

eine wichtige Rolle. Durch die

auf der Plattform generierten Daten

lässt sich besser vorhersagen, welches

Produkt in welcher Menge und zu welchem

Zeitpunkt benötigt wird. Das

führt dazu, dass Produktionskapazitäten

bedarfsgerechter ausgelastet werden

können. Obendrein ermöglicht

diese neue Transparenz die Reduktion

der Lagerbestände auf allen Wertschöpfungsstufen.

Wir selbst werden durch den

Betrieb der Plattform zum Manager

von Lieferketten. Unser Geld verdienen

wir künftig auch durch Transaktionsgebühren

und nicht mehr nur

mit dem Handel von Stahl.

Trotz der beschriebenen Vorteile der

Digitalisierung gibt es in der Stahlbranche

viele Stimmen, die zumindest

für den eigenen Bereich den Nutzen

nicht sehen. Wie bewerten Sie das

und was entgegnen Sie solchen Kritikern?

Christian Pokropp: Alles, was

digitalisiert werden kann, wird digitalisiert.

Das gilt auch für die Stahlindustrie.

Wer das noch immer nicht

erkannt hat, dürfte es zukünftig

schwer haben, im Wettbewerb zu bestehen.

Die wesentlichen Treiber für die

Digitalisierung der Stahlindustrie sind

die derzeit noch bestehende Intransparenz

und die damit verbundenen

Ineffizienzen in der Lieferkette.

Tim Milde: Bevor wir damit angefangen

haben, uns digital mit Produzenten

und Lieferanten zu vernetzen,

konnten wir schon froh sein, wenn

wir auf Anbieterseite einen Walzplan

bekommen haben. Kundenseitig treffen

wir zudem noch immer auf zum q

Mit einfachen Instrumenten beginnen und sie kontinuierlich verbessern

Prüfen

Lernen

Grafik: kloeckner.i

Start-up-Ansatz: Produktentwicklung

Konstruieren

Stahlreport 9|16

13


Marktpartner

Interview/Nachrichten

q Teil selbstgebaute Excel-Lösungen zur

Verwaltung des Warenbestands. Eine

unserer Kernaktivitäten ist daher,

zunächst in alle Richtungen Schnittstellen

zu bauen, um einen konsistenten

Informationsfluss entlang der Lieferkette

zu ermöglichen. Auch in

anderen Industrien bestimmen offene

Schnittstellen zukünftige Geschäftsmodelle.

Schon bald etwa werden Maschinen,

die Stahl benötigen, selbst Bestellungen

auslösen – und die werden nur

von Stahlhändlern ordern, die die notwendigen

Schnittstellen haben. Wir

sind daher schon sehr frühzeitig eine

Kooperation mit Trumpf eingegangen,

in deren AXOOM-Plattform nun unser

Kontraktportal eingebunden ist.

Christian Pokropp: Eine weitere

Kooperation haben wir mit Sage

geschlossen, einem Anbieter von

Warenwirtschaftssystemen, der sich

auf den Mittelstand konzentriert.

Gemeinsam haben wir eine Klöckner-

Version des Sage-Warenwirtschaftssystems

entwickelt, mit dem unsere

Kunden ihre Warenbestände professionell

managen können und obendrein

direkt aus dem System digitalen

Zugriff auf unser Produktportfolio

bekommen. Selbstgebaute Excel-

Lösungen sind damit passe.

Sehen Sie eine Gefahr darin, dass branchenferne

Akteure mit ähnlich gelagerten

Angeboten in den Stahlhandel „einbrechen“?

Tim Milde: Klöckner hat über

140.000 Kunden aus den verschiedensten

Branchen. Zudem betreiben

wir in Nordamerika und Europa ein

weit verzweigtes Netzwerk mit rund

Christian Pokropp (l.), Leiter Investor Relations & Corporate Communications bei

Klöckner & Co SE, und Tim Milde (r.), Geschäftsführer kloeckner.i GmbH, im Gespräch

mit BDS-Vorstand Oliver Ellermann

200 Standorten. Damit kann kloeckner.i

auf jede Menge Produkt-Knowhow

und Branchenwissen zugreifen

und genau das ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil

gegenüber Branchenfernen.

Denen fehlt die Grundlage, um

die Stahlindustrie zu digitalisieren.

Es fängt ja schon damit an, welche

Produkte angeboten werden, wo welcher

Kunde sitzt usw.

Zum Schluss möchte ich noch ein ganz

anderes Thema ansprechen: Klöckner

unterstützt hier in Berlin ein Flüchtlingsprojekt.

Was hat es damit auf

sich und wie kam es dazu?

Christian Pokropp: Die Förderung

und Integration von Flüchtlingen

ist ein Schwerpunkt unseres

gesellschaftlichen Engagements. Dabei

spielt für uns eine wesentliche Rolle,

dass Flüchtlinge Zugang zum Arbeitsmarkt

bekommen.

Wir, als Vorreiter der Digitalisierung

in der Stahlindustrie, haben

zudem Bedarf an gut ausgebildete IT-

Fachkräften – von denen es derzeit in

Deutschland zu wenige gibt.

Um auf der einen Seite unserer

sozialen Verantwortung gerecht zu

werden und auf der anderen Seite dem

IT-Fachkräftemangel zu begegnen,

sind wir Anfang dieses Jahres eine

Kooperation mit der Berliner ReDI

School of Digital Integration eingegangen.

Gemeinsam wollen wir IT-affinen

Flüchtlingen den Berufseinstieg

in die Technologie- und Start-up-Szene

ermöglichen. Hierfür werden den

Flüchtlingen Kenntnisse in relevanten

Programmiersprachen vermittelt,

obendrein erhalten alle Teilnehmer

Zugang zu einem breiten Unternehmensnetzwerk.

Wir stellen Praktikumsplätze zur

Verfügung und haben dann auch zu

einem späteren Zeitpunkt vor, den ein

oder anderen Absolventen fest zu übernehmen.

Die Zusammenarbeit mit der

ReDI School ist auf mindestens zwei

Jahre angelegt. 2

Still-Hochhubwagen erhält Red Dot Award

Nicht breiter als eine Europalette und sehr wendig: Im Juli hat der STILL-Hochhubwagen

EXV-SF den Red Dot Award: Product Design 2016 erhalten. Die Jury aus unabhängigen

Experten lobte die Gestaltung des Hochhubwagens, die bis ins Detail ergonomisch durchdacht

sei. Außerdem zeichne sich die Bedienung durch eine hohe Selbsterklärungsqualität

aus. Verantwortlich für das Design war Industriedesigner Ulrich Schweig von TEAMS

Design.

Überzeugt habe die Jury zudem eine pfiffige Innovation, die Sicherheit mit Komfort verbinde:

Erreicht der Mast eine Höhe von 1.800 mm, erscheinen dort die Hinweise, dass die

höhenverstellbaren Schutzbügel eingeklappt werden sollten oder der vorhandene Initialhub

eingefahren werden muss. Ferner punktete das Gerät mit seiner intelligenten Haptik nach

Maß: Der EXV-SF verfügt über ergonomische Tasten, die Links- und Rechtshänder ohne

Umgreifen bedienen können.

Die Bedienung des

Hochhubwagens

EXV-SF von Still erklärt

sich wie von selbst.

Foto: Still

14 Stahlreport 9|16


Spanende Fertigung: Angebot auf Knopfdruck

Kalkulations software berechnet Stückzeiten und Kosten in Minuten

Die Erstellung von Angeboten zählt in

der spanenden Fertigung zu den häufigsten

Arbeiten – und zu den ineffektivsten: Rund

85 % aller Vorschläge werden im Durchschnitt

für den Papierkorb gemacht. Das kostet nicht

nur Zeit und Geld, sondern schmälert auch die

Motivation. Der Betriebssoftwarespezialist

BWP hat daher mit dem Programm OsirisCalc

eine einfache und schnelle Lösung zur Berechnung

von Stückzeiten, Aufwand und Materialkosten

entwickelt, die am Ende ein ausführliches

Angebot samt Mengenstaffel ausgibt.

Das System, das auf jedem herkömmlichen

PC läuft, benötigt dazu nur eine Zeichnung

als PDF oder in einem der üblichen Windowsformate,

eine CAD-Datei ist nicht erforderlich.

Für die Drehbearbeitung läuft dieser

Vorgang fast vollständig autark ab. Die

Präzision der Berechnung liegt laut Anwenderaussagen

bei 98 %.

OsirisCalc eignet sich in der Standardausführung

für Dreh-, Bohr- und Fräsbearbei-

tungen, wobei sich insbesondere Drehaufträge

aufgrund der Rotationssymmetrie der

Teile sehr schnell und mit minimalem Aufwand

innerhalb von nur rund 3,5 min kalkulieren

lassen. Vorausgesetzt wird lediglich

eine gewisse Erfahrung in der mechanischen

Werkstückbearbeitung, damit die

diversen Einflussfaktoren und Bearbeitungsschritte

bekannt sind. Zudem bietet BWP

mit dem Softwarepaket auch eine eintägige

Schulung an.

Sülze unter den

100 innovativsten

Unternehmen

Die Sülzle-Gruppe gehört zu den 100

innovativsten Unternehmen des deutschen

Mittelstands. Ende Juni wurde zum

23. Mal das TOP-100-Siegel für die innovativsten

Mittelständler ausgezeichnet.

Der Wettbewerb wird jährlich von dem

Medien- und Beratungsunternehmen

compamedia durchgeführt, die wissenschaftliche

Leitung übernimmt dabei

Prof. Dr. Nikolaus Franke von der Wirtschaftsuniversität

Wien. Das in der vierten

Generation familiengeführte Unternehmen

Sülzle hatte sich in einem

anspruchsvollen, wissenschaftlichen Auswahlprozess

durchgesetzt. Untersucht

wurden das Innovationsmanagement und

der Innovationserfolg. Die Sülzle-Gruppe

entwickelt innovative Lösungen, z.B. für

eine nachhaltige Klärschlammverwertung.

Der Mentor des Wettbewerbs, der

Wissenschaftsjournalist Ranga

Yogeshwar, ehrte den Top-Innovator im

Rahmen des Deutschen Mittelstands-

Summits am 24. Juni in Essen.

Gitterträgerfertigung

flexibel und just-in-time

VGA Versa – unser Know-how

ist ihr Vorteil!

Die VGA Versa dient der flexiblen Fertigung von

Gitterträgern und produziert Ihre Aufträge

just-in-time und vollautomatisch. Die Anlage

bietet zudem automatische Höhenverstellung

der Gitterträger sowie eine optimale Integration

in Ihr Fertigungskonzept.

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Stahlreport 9|16

15


Schwerpunkt

Digitalisierung

Großhandel in einer digitalen Gesellschaft

Alles 4.0

Der Begriffszusatz „4.0“ bezeichnet seit wenigen Jahren einen der historisch bedeutendsten

wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungsprozesse, weil er ihn entsprechend wertend

in eine Reihe mit den bereits in früheren Jahrhunderten erfolgten Revolutionen auf der

Basis von Dampfkraft, Elektrizität und Computerisierung stellt. Tatsächlich hat, was als

„Industrie 4.0“ in der Wirtschaft ursächlich war, Auswirkungen in allen Bereichen der Gesellschaft

und sie der ultimativen digitalen Vernetzung unterworfen. Dabei werden zunehmend die

gegenseitigen Abhängigkeiten deutlich. Denen kann sich auch der Großhandel längst nicht

mehr entziehen: Ohne Gesellschaft 4.0 gibt es auch keine Wirtschaft 4.0 – und umgekehrt

(vgl. auch Tagungsankündigung zur Logistik, S. 45 in diesem Heft).

Das zeigten in diesem Sommer

in Stuttgart der Großhandelstag

des Beratungsunternehmens

Roland Berger und die vom Bundesverband

Großhandel, Außenhandel,

Dienstleistungen (BGA) dazu vorgeschaltete

Online-Umfrage in Unternehmen

der Branche. Dabei wurde

deutlich, dass der Großhandel sozusagen

aus drei Richtungen unter

Druck gerät: von den bereits erwähnten

Produzenten aus der „Industrie

4.0“ ebenso wie durch das entsprechend

geänderte Kundenverhalten

und schließlich durch einen sich auf

dieser Doppelbasis intensivierenden

Wettbewerb in der Distribution.

Zwar wurde durch die BGA-Umfrage

auch deutlich, dass der Großhandel

in Sachen Digitalisierung dem Einzelhandel

um Jahre hinterherhinkt.

Dennoch haben – beispielsweise

auch in der Stahldistribution – viele

Unternehmen längst damit begonnen,

ihre Antworten auf die bestehenden

Herausforderungen zu formulieren.

Inzwischen legen zahlreiche

Portale, elektronische Shops und

digitale Geschäftsmodelle beredt

Zeugnis davon ab. Dazu André

Schwarz, Stellvertretender BGA-

Hauptgeschäftsführer, auf der Konferenz

in Stuttgart: Großhändler hätten

zwar bereits damit begonnen,

digitale Initiativen anzustoßen, das

Potenzial sei aber trotzdem noch

weitgehend ungenutzt.

Das gilt nach Ansicht von Christian

Uhl, kaufmännischer Geschäftsführer

der SMARTRAC GmbH, beispielsweise

auch für die Nutzung

von RFID. Diese Identifizierung von

Waren und Warenströmen per Radiofrequenztechnik,

die derzeit in rund

10 % der Großhandelsunternehmen

verwendet wird, biete – so war in

Stuttgart zu erfahren – noch eine

Fülle von Möglichkeiten, um Kundendaten

zu generieren und auf dieser

Basis digitale Vertriebsstrategien

zu optimieren.

16 Stahlreport 9|16


Ursachen

Die aktuelle und branchenspezifische

Diskussion solcher und weiterer

Phänomene kann nicht darüber

hinwegtäuschen, dass die Ursachen

der digitalen Revolution von Wertschöpfungsketten

in der Industrie

liegen, die mit Beginn dieses Jahrzehnts

– spätestens aber seit der

Hannover Messe 2011 – auch zum

Namensgeber dieser als „Industrie

4.0“ bekannt gewordenen Entwicklung

geworden ist.

Diese industrielle Dominanz

gesamtgesellschaftlicher Veränderungen

hat sich mittlerweile auch

strukturell fortgesetzt. So gibt es

inzwischen eine zentrale Allianz für

die koordinierte Gestaltung des digitalen

Strukturwandels: die „Plattform

Industrie 4.0“ (vgl. Kasten „Führungsanspruch“).

Zu den spannendsten Fragen in

diesem Zusammenhang gehört derzeit,

wie sich solche Modelle quantitativ

und qualitativ auf die Beschäftigten

auswirken und auf welches

Maß an Akzeptanz deshalb das Phänomen

4.0 in der Gesellschaft stoßen

wird.

Wirkungen

Aktuell gebe es keine wissenschaftlich

gesicherten Erkenntnisse über

die tatsächlichen Auswirkungen

der digitalen Revolution auf den

Arbeitsmarkt. Dies stellte der Direktor

des Instituts für angewandte

Arbeitswissenschaft (ifaa) fest, als

am Jahresanfang 2016 eine Untersuchung

des Weltwirtschaftsforums

bekannt geworden war, wonach im

Zusammenhang mit 4.0 in Europa

rund 5 Millionen Menschen ihre

Jobs verlieren werden. Die Prognose,

für die Prof. Dr.-Ing. Sascha

Stowasser vom Ifaa diese Vorlage

lieferte, beruhte auf einer Umfrage

unter den 350 größten Konzernen

der Welt. „Diese Untersuchung summiert

die kritischen Stimmen, die

schon seit einiger Zeit laut werden“,

so Prof. Sascha Stowasser, die

Hiobsbotschaft sozusagen als sich

selbst erfüllende Prophezeihung

erklärend.

Stattdessen setzt der Arbeitswissenschaftler

auf derzeit erkennbare

qualitative Chancen der Digitalisie- q

Führungsanspruch

Industrielle Plattform vorgestellt

Die „Plattform Industrie 4.0“ hat

ihre Arbeit bereits Ende des vergangenen

Jahres auf dem nationalen

IT-Gipfel in Berlin vorgestellt

und damit ihren Führungsanspruch

in den Wertschöpfungsketten

signalisiert. Neben dem „Fachforum

Industrie 4.0“ am ersten

Tag stand am zweiten Tag des Treffens

die Praxis im Vordergrund –

auch in der Form einer Landkarte:

Bundeswirtschaftsminister Sigmar

Gabriel, Bundesforschungsministerin

Prof. Dr. Johanna Wanka und

Siemens-Vorstand Prof. Dr. Siegfried

Russwurm präsentierten aus

diesem Anlass gemeinsam eine

neue deutschlandweite Online-

Landkarte der Plattform

(www.plattform-i40.de/I40/Landkarte).

Sie stellt über 200 Anwendungsbeispiele

und Testumgebungen

aus der Industrie 4.0-Praxis

dar.

Eine intelligente Datenbrille, die

den Montage-Mitarbeiter durch

einzelne Produktionsschritte führt,

ein Onlinemarktplatz, auf dem sich

Kunden per Smartphone-App

Schaumstoffeinlagen selbst konstruieren

können oder die weltweit

erste, herstellerübergreifende

Industrie 4.0-Anlage. Das sind nur

drei der über 200 Beispiele und

Testumgebungen aus der Industrie

4.0-Praxis, die auf der neuen

Landkarte der Plattform zu finden

sind.

Neben den Beispielen, die Anwendungen

sowie Angebote aus der

Industrie 4.0-Praxis in unterschiedlichen

Bereichen zeigen –

von Produktdesign und Produktionsengineering

sowie Produktion

über Logistik bis hin zum Service –

sind auf der Karte auch Testumgebungen

abgebildet, in und mit

denen Industrie 4.0-Anwendungen

erforscht, getestet und weiterentwickelt

werden können. Insbesondere

für kleine und mittlere Unternehmen

sollen sie ein Angebot

sein, um Industrie 4.0-Anforderungen

zu erproben, ohne zuvor in

eine eigene, meist kostspielige

Forschungsinfrastruktur investieren

zu müssen.

„An mehr als 500 Forschungsstandorten

haben wir in Deutschland

Projekte zu Industrie 4.0

gestartet. Unsere Forschung

kommt an und hilft vor allem dem

Mittelstand beim Zugang zur vernetzten

Produktion. Sie müssen

neue Ideen und Techniken praxisnah

auf Industrie 4.0-Tauglichkeit

testen können. Dafür sind Testumgebungen,

sogenannte ‚test beds‘,

erstklassige Erprobungsplattformen,

die in Deutschland aufgebaut

werden und jetzt noch stärker von

Unternehmen genutzt werden

müssen“, so Prof. Dr. Johanna

Wanka.

Flankiert wird dies von spezifischen

Beratungsangeboten sowie einer

von Unternehmen und Verbänden

gegründeten Praxisinitiative.

Die Plattform Industrie 4.0 sieht

sich als die zentrale Allianz für die

koordinierte Gestaltung des digitalen

Strukturwandels der Industrie

in Deutschland. Sie vereint alle,

die Industrie 4.0 gestalten und

bündelt Kräfte und das Wissen

unterschiedlichster Akteure – aus

Unternehmen, Verbänden,

Gewerkschaften, Wissenschaft

und Politik. Als nationaler und

internationaler Netzwerkknotenpunkt

unterstützt sie deutsche

Unternehmen – insbesondere den

Mittelstand – dabei, Industrie 4.0

zu implementieren. Mit Beispielen

aus der bundesweiten Unternehmenspraxis,

konkreten Handlungsempfehlungen

und Testumgebungen

will sie ihnen entscheidende

Impulse geben (www.plattformi40.de).

Landkarte: über

200 Anwendungsbeispiele

und

Testumgebungen

aus der Industrie

4.0-Praxis

Foto: Plattform Industrie 4.0

Stahlreport 9|16

17


Schwerpunkt

Digitalisierung

q rung für den Arbeitsmarkt – auch als

mögliche Antwort auf den demografischen

Wandel:

z Die Flexibilisierung könne mehr

Menschen in den Arbeitsmarkt

bringen (z. B. Teilzeitbeschäftigte)

und

z Flexibilität bei lebenssituationsorientierten

Arbeitszeiten ermöglichen

(z.B. für die Kombination

von Familie und Beruf, für die Weiterbildung

oder für die Pflege von

Angehörigen).

z Assistenzsysteme könnten Leistungsgeminderte

und Ungelernte

bei der Arbeit unterstützen,

z die Integration von Flüchtlingen

könnte erleichtert werden (z. B.

durch Datenbrillen, die in unterschiedlichen

Sprachen Prozesse

erklären).

z Außerdem würden die aktuelle und

die kommenden Generationen mit

der Digitalisierung leichter umgehen,

und

z es werde ein Markt für neue Berufe

entstehen.

Online-Benchmarking-Tool von Trovarit

Die Digitalisierung sei schließlich

auch eine Antwort auf den demografischen

Wandel. Nach Angaben

aus dem Ifaa lebten 2008 in Deutschland

rund 50 Millionen Menschen in

der Altersspanne von 20 bis 65 Jahren,

also im arbeitsfähigen Alter.

2030 würden dies nur noch 42 bis

43 Millionen Menschen sein.

Weiteres

Schon mit der Bezugnahme der Digitalisierung

auf den demografischen

Wandel wird deutlich, dass sie Auswirkungen

hat, die weit über das

Arbeitsumfeld hinausgehen.

Erhebliche Chancen für Industrie

und Beschäftigte liegen für das Ifaa

beispielsweise in

z wachsender Prozesstransparenz,

z reduzierten Beständen und Transportvorgängen,

z in einer steigenden Energie- und

Ressourceneffizienz sowie

z in Qualitätsverbesserungen und

damit einhergehenden

z Produktivitätsgewinnen.

Digitalisierung mit dem Bitkom-Digital-Office-Index messen

Der Bitkom hat in einer Studie erstmals den Bitkom-Digital-Office-Index

für Deutschland ermitteln lassen. 1.100 Unternehmer waren beteiligt, um

zu ermitteln, wie weit ihre Büro- und Verwaltungsprozesse bereits digitalisiert

sind. Die Ergebnisse zeigen, dass der Weg hin zum digitalen Büro in

Deutschland erst – oder auch schon – zur Hälfte geschafft ist.

Auf einer Skala von 0 für „überhaupt nicht digitalisiert“ bis 100 für „vollständig

digitalisiert“ erreicht der aktuelle Digital-Office-Index (DOI) für

deutsche Unternehmen einen Wert von 50. Auf Basis dieser Studie hat

die Trovarit AG jetzt ein Werkzeug entwickelt, mit dessen Hilfe Unternehmen

ihren eigenen DOI-Wert ermitteln können. Gleichzeitig erhalten

Unternehmer Informationen darüber, wie fortschrittlich sie beispielsweise

im Vergleich zum Wettbewerb aufgestellt sind.

Das Benchmark-Tool zum Bitkom-Digital Office-Index steht unter

www.it-matchmaker.com/digital-office-index zur Verfügung.

Die Studienergebnisse des BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft,

Telekommunikation und neue Medien) identifizieren im Übrigen

vier Nutzertypen, die ähnliche Indikatoren aufweisen: Die „Vorreiter“, die

Nutzergruppen „überdurchschnittlicher Fortschritt“ und „unterdurchschnittlicher

Fortschritt“ sowie die Gruppe der „Nachzügler“.

Die ersten beiden Gruppen gehen ihr Digitalisierungsvorhaben in der

Regel strategisch an. Sie haben mit der Digitalisierung der Papierakten

bereits begonnen, einige größere Unternehmen haben sie gar abgeschlossen.

Die beiden letzten Gruppen haben sich mit dem Thema „Digitalisierung“

noch nicht ausreichend auseinandergesetzt, sie verfolgen in der Regel

keine Strategie und haben auch keinen hauptverantwortlichen Kopf für

dieses Thema festgelegt. Die Digitalisierung von Dokumenten befindet

sich noch in den Kinderschuhen, auch das elektronische Versenden von

Rechnungen hat sich noch nicht durchgesetzt. Jedoch äußern diese beiden

Gruppen auch die höchsten Investitionsabsichten.

Zudem betonte Ifaa-Experte Dr.-Ing.

Frank Lennings Anfang des Jahres

aus Anlass des fünften Tages der

Metallurgie in Goslar: „Industrie 4.0

kommt nicht schlagartig. Es gibt keinen

Schalter, der einfach umgelegt

wird. Die Einführung ist ein evolutionärer

Prozess. Jedes Unternehmen

muss darin für sich bestimmen,

welche technische Unterstützung im

Sinne seiner Strategie und Ziele sinnvoll

ist. Dabei brauchen wir so viel

Digitalisierung und Automatisierung

wie nötig, nicht wie möglich!“

Wie weit die Digitalisierung in

den einzelnen Unternehmen bereits

fortgeschritten ist, lässt sich inzwischen

mittels des Bitkom-Digital-

Office-Index messen. Zu diesem

Maßstab aus dem Haus des Bundesverbands

Informationswirtschaft,

Telekommunikation und neue

Medien (BITKOM) hat die Trovarit

AG ein Werkzeug entwickelt (vgl.

Kasten „Online-Benchmarking-Tool

von Trovarit“).

Eine der Situation in den Unternehmen

vergleichbare Selbstbestimmung

zur Digitalisierung gilt im

Übrigen auch für das digitalisierte

Lernen – nicht nur in der beruflichen

Bildung, für die es aber immerhin

schon Sozialpartnervereinbarungen

gibt (vgl. Kasten „Metall- und Elektroindustrie“,

S. 19).

„Lernen in der digitalen Welt

bedeutet weit mehr als der bloße

Umgang mit Smartphones, Tablets

und Computern. Ein reflektierter

und konstruktiver Umgang mit digitalen

Medien ist für Kinder und

Jugendliche heutzutage genauso

bedeutsam wie Rechnen, Lesen und

Schreiben. Medienbildung und Lernen

mit digitalen Medien sind in

den Schulen häufig bereits Alltag. Es

bedarf aber weiterer Impulse. Die

Kultusministerkonferenz wird daher

bis Jahresende eine umfassende Strategie

zur Bildung in der digitalen

Welt verabschieden“, kündigte die

Präsidentin der Kultusministerkonferenz

und Bremer Senatorin für

Kinder und Bildung, Claudia Bogedan,

Anfang 2016 an – und machte

damit einmal mehr den großen

gesellschaftlichen Rahmen deutlich,

in dem die Industrie-4.0-initiierte

Digitalisierung stattfindet. 2

18 Stahlreport 9|16


NUR FÜR DEN FACHHANDEL

Metall- und Elektroindustrie

Sozialpartner analysieren Berufsbilder und Qualifizierungsbedarf

Die Wirtschaftsverbände

Gesamtmetall, VDMA und ZVEI

haben mit der IG Metall eine

Sozialpartnervereinbarung zur

Digitalisierung geschlossen.

Darin haben sie verabredet,

die Industrie 4.0-relevanten

Ausbildungsberufe sowie die

darauf aufbauenden Fortbildungen

im Bereich der Metallund

Elektroindustrie gemeinsam

hinsichtlich sich verändernder

Anforderungen und

neuer beruflicher Perspektiven

zu überprüfen.

Die Partner wollen hierbei u.a.

Handlungsempfehlungen für

die Metall- und Elektroberufe

ableiten. Dazu gehören z.B.

Gestaltungshinweise für die

betriebliche sowie die schulische

Ausbildung, Änderungen

in den curricularen Vorgaben

oder neue Berufs-/Fortbildungsprofile

sowie gezielte

Informationen über branchenübergreifende

Qualifikationsprofile.

Die Partner unterstreichen in

diesem Zusammenhang, dass

bereits heute in der Metallund

Elektroindustrie sowie der

Informationstechnik ein innovatives

Strukturmodell in der

Berufsausbildung und moderne

Berufe bestehen, die gemeinsam

entwickelt worden sind.

Diese Berufsbilder seien prozessorientiert

sowie gestaltungsoffen

und würden der

von Industrie 4.0 geforderten

Systemorientierung bzw. der

damit verbundenen Wertschöpfung

und Vernetzung

branchenübergreifend gerecht.

Darauf könne man aufbauen,

betonen die Partner.

Bis Ende 2016 wollen sie einen

konkreten Vorschlag erarbeiten,

der als Grundlage für weitere

Maßnahmen und Initiativen,

wie etwa eine inhaltliche

Anpassung von Berufsbildern,

dienen kann. Ein gemeinsames

Team der Vereinbarungspartner

werde den Arbeitsprozess

bis dahin organisieren. Die

Expertisen betrieblicher Experten

und Wissenschaftler sollen

in diese Arbeit einbezogen

werden.

„Im Zentrum von Industrie 4.0

muss weiterhin der Mensch

stehen. Erfahrung, Kompetenz

und Professionalität der Fachkräfte

bilden auch zukünftig

die Basis für ihre erfolgreiche

berufliche Entwicklung und die

Sicherung der Wettbewerbsund

Innovationsfähigkeit der

Unternehmen“, heißt es in der

Vereinbarung. Aus-, Fort- und

Weiterbildung spielten daher

eine Schlüsselrolle.

Voss online hat den renommierten

„Golden Cart Award 2016“ in der

Kategorie „Großhandel“ gewonnen!

Digitale Transformation

Handelsblatt-Gipfel in Stuttgart

Innovationen als Chance für die Industrie werden beim 2. Handelsblatt-Gipfel

am 24./25.10.16 in Stuttgart diskutiert – am Beispiel der

digitalen Transformation. Sie betrifft als wichtigster Treiber von Innovationen

mit 4.0 nahezu alle Bereiche – auch Kundenbeziehungen.

Warum die Digitalisierung für ihn Antreiber der industriellen Transformation

ist, erläutert beispielsweise Dr. Heinrich Hiesinger (Vorstandsvorsitzender,

thyssenkrupp AG) in seiner Keynote: „Es kommt nicht darauf an,

was, sondern wie man produziert: Gerade für klassische Industrien bietet

Industrie 4.0 enormes Potenzial. Dabei zeigt sich, wie Digitalisierung

Wertschöpfungsstufen, Geschäftsmodelle und Arbeitswelten verändert.

Und welche politischen Rahmenbedingungen die Wirtschaft braucht,

um Industrie 4.0 flächendeckend umzusetzen.“

In drei weiteren Keynotes erörtern am ersten Konferenztag Klaus

Helmrich (Mitglied des Vorstandes Siemens AG), Thorsten Dirks (CEO,

Telefónica Deutschland) und Dr. Tanja Rückert (Executive Vice President

Products & Innovation, SAP SE) ihre Sichtweisen zum digitalen

Wandel in der Industrie.

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Stahlreport 9|16

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Schwerpunkt

Kranbahnen

Fachbeitrag von Prof. Dr.-Ing. Christoph Seeßelberg

Kranbahnen im Bestand weiter nutzen

Bestehende Kranbahnen für eine andere Nutzung zu ertüchtigen ist eine Aufgabe, der

Stahlhandelsunternehmen nicht selten gegenüberstehen. Dabei muss entschieden werden,

ob eine Weiternutzung ggf. mit einer Instandsetzung in Frage kommt oder ob die Kranbahn

ausgetauscht werden muss. In vielen Fällen können bauliche Veränderungen und/oder

lastmindernde Steuerungen eine Weiternutzung der ggf. instandgesetzten Kranbahn

ermöglichen. Bei allen Veränderungen steht die Sicherheit an erster Stelle.

Da Kranbahnen oft eine längere

Lebensdauer haben, als die auf

ihnen fahrenden Kranbrücken, wird

ein nennenswerter Anteil neuer Kranbrücken

auf Bestandskranbahnen

gestellt. Die neuen Krane sollen dabei

oft größere Lasten heben können als

die bisherigen Hebezeuge. Unter den

veränderten Kranlasten muss in jedem

Fall die Standsicherheit der Kranbahn

und ihrer Unterstützungen gewährleistet

bleiben. Dies kann Bauherr und

Tragwerksplaner vor große Herausforderungen

stellen.

Technischer Zustand

muss geprüft werden

Soll eine Kranbahn weiter genutzt

werden, muss in der Praxis zunächst

festgestellt werden, welche Situation

vorliegt. Von Bedeutung ist hier z.B.,

ob die Kranbahn Schäden an tragenden

Teilen aufweist, ob sie die vorgesehene

Lebensdauer (oft 25 Jahre)

überschritten hat und wie sich die

Lasten aus Kranbetrieb verändern:

Soll eine neue Kranbrücke mit höherer

Hublast und/oder höherer Beanspruchungsklasse

eingesetzt werden

oder sollen gar mehr Krane als bisher

auf der Bestandskranbahn betrieben

werden?

Eine Schwierigkeit bei der Beurteilung

des Zustands der Kranbahn

sind die oft fehlenden Unterlagen

(Werkstattzeichnungen, Standsicherheitsnachweise).

Auch können die für

die Bewertung der Materialermüdung

nötigen Informationen über Art und

Intensität der bisherigen Nutzung der

Kranbahn fehlen oder die Standsicherheitsnachweise

sind nach alten, bauaufsichtlich

nicht mehr zugelassenen

Normen geführt worden.

Je nach Situation können dann

weitere Untersuchungen angeraten

sein, von der Klärung einzelner Fragen

zum baulichen Zustand der Kranbahn

(Schäden, Verschleiß) und ihrer

Unterstützungen über die Recherche

der Reparaturhistorie und von ggf.

nachträglich vorgenommenen Umbauten

bis hin zur vollständigen Bauaufnahme.

Zur Feststellung des individuellen

Ist-Zustands und der Gebrauchstauglichkeit

der Kranbahn gehört auch

die Kenntnis des Zusammenspiels von

Halle, Kran und Kranbahn. Dafür ist

eine Begutachtung durch den Tragwerksplaner

vor Ort nötig. Dabei geht

es u.a. darum, eventuell vorhandene

dynamische Effekte auf die Kranbahn

zu erkennen, die nicht durch die vorliegenden

Standsicherheitsnachweise

gedeckt sind.

Neben einer Reihe von Fragen

müssen darüber hinaus Maßabweichungen

und Verformungen der Kranbahn

festgestellt und mit den in DIN

EN 1090-2 und DIN EN 1993-6 angegebenen

Grenzwerten verglichen werden.

Ggf. wird dann ein Nachrichten

Info

Prof. Dr. Christoph Seeßelberg

lehrt an der Fakultät für Bauingenieurwesen

der Hochschule

München. U.a. ist er Autor des

gerade in 5. Auflage neu erscheinenden

Fachbuchs „Kranbahnen

– Bemessung und konstruktive

Gestaltung“, Referent und Seminaranbieter

zum Thema Kranbahnen.

Weitere Informationen

unter www.seesselberg.de

20 Stahlreport 9|16


Kranbahnen im Querschnitt

verstärken

Die Option, Kranbahnen für höhere

Lasten aus Kranbetrieb durch eine

Querschnittsvergrößerung zu ertüchtigen,

ist zunächst naheliegend. Mit der

Anschweißung von Verstärkungen

kann das in einigen Fällen gelingen.

Auch andere Formen der Querschnittsverstärkung

(z. B. Lamellen) kommen

gegebenenfalls in Frage. Bei Anschweider

Kranbahn nötig, z.B. um den

Abstand gegenüberliegender Kranbahnen

mit der Spurweite der Kranbrücken

abzugleichen.

Sanieren oder neu bauen?

Nachdem der technische Zustand der

Kranbahn und ihrer Unterstützungen

festgestellt wurde, gilt es, diese Frage

zu entscheiden: Kann die bestehende

Kranbahn saniert und weitergenutzt

werden oder ist es wirtschaftlicher,

sie durch eine neue Konstruktion zu

ersetzen?

Falls gravierende ermüdungsbedingte

Schäden festzustellen sind,

wird in der Regel der kurz- oder mittelfristige

Austausch der Kranbahn

die wirtschaftlichste Lösung darstellen.

In diesem Fall gilt es zu prüfen,

unter welchen Randbedingungen die

alte Kranbahn so lange weitergenutzt

werden kann, bis die neue Kranbahn

zur Verfügung steht.

Eine ggf. instandgesetzte und technisch

wieder einwandfreie Kranbahn

kann weitergenutzt werden, wenn

sich alle notwendigen Nachweise der

Tragsicherheit, der Gebrauchstauglichkeit

und der Ermüdungssicherheit

auf der Basis der aktuellen, bauaufsichtlich

zugelassenen Normen

führen lassen. Bei der Bewertung der

Ermüdungsfestigkeit ist natürlich die

bisherige Lebensdauer der Kranbahn

und die durch sie verursachte Materialermüdung

einzubeziehen, auch

wenn keine Ermüdungsschäden

erkennbar sind.

Sind die Nachweise für die Be -

standskranbahn nicht erfüllbar, können

verschiedene Lösungsansätze

erwogen werden.

1. Die vorhandene Kranbahnkonstruktion

kann mit einer Querschnittsverstärkung

ausgestattet werden.

2. Die Einwirkungen aus dem Kranbetrieb

können durch bauliche Veränderung

der Kranbrücken reduziert

werden.

3. Es können Veränderungen der

Kransteuerung vorgenommen werden,

um die Lasten aus Kranbetrieb

zu reduzieren.

4. Die Ermüdungssicherheit der Kranbahn

wird durch eine Veränderung

des Kranbetriebs oder durch eine

präzisere Einstufung des Krans

gewährleistet.

Fotos: Seeßelberg

Neben der Standsicherheit der Be -

standskranbahn sollte der Bauherr

ein zusätzliches Augenmerk auch auf

weitere sicherheitsrelevante Aspekte

legen – etwa, ob die Stromversorgung

der Kranbrücke noch in normgerechtem

und einwandfreiem Zustand ist.

Auch die relevanten Themen Gefährdungsbeurteilung

(nach §3 Abs. 1 der

Betriebssicherheitsverordnung) und

der Unfallverhütungsvorschriften müssen

beachtet werden.

Welche Normen sind

anzuwenden?

Standsicherheitsnachweise von Kranbahnen,

die vor der bauaufsichtlichen

Einführung der Eurocodes erstellt wurden,

sind nach alten, bauaufsichtlich

heute nicht mehr zugelassenen Normen

geführt worden (z. B. DIN 120,

DIN 4132 oder TGL 13 471). Welche

Normen sind nun maßgebend, wenn

es um die Bewertung der Tragfähigkeit

der Bestandskranbahnen geht?

Für Bauwerke im privaten Eigentum

gilt grundsätzlich ein Bestandsschutz,

der auf Art. 14 Abs.1 Satz 1 GG

zurückgeht. Grundsätzlich sind also

Bestandsstatiken nach den allgemein

anerkannten Regeln der Technik, die

zum Zeitpunkt der Errichtung der

Kranbahn gültig waren, auch für aktuelle

Bewertungen der Tragfähigkeit

gültig.

Der Bestandsschutz kommt jedoch

nicht zum Tragen, wenn ein konkreter

Gefahrentatbestand konstatiert

werden kann, z. B. wenn statisch relevante

Last- oder Nutzungsänderungen

geplant sind oder sicherheitsrelevante

Schäden oder Auffälligkeiten

am Bauwerk festgestellt wurden, die

das Tragverhalten negativ beeinflussen

können. In diesen Fällen sind neue

Nachweise nach den aktuellen Normen

(Eurocodes) erforderlich.

Trotz Bestandsschutz kann die

Bewertung der Tragfähigkeit nach den

ursprünglichen, bei der Errichtung

gültigen bautechnischen Vorschriften

auch dann nicht erfolgen, wenn diese

alten Normen nach heutigem Erkenntnisstand

keine ausreichende Sicherheit

mehr gewährleisten. Als in diesem

Sinne überholt gelten die Normen DIN

120 und TGL 13471. Im Unterschied

dazu gilt DIN 4132 als eine zwar nicht

mehr gültige, aber dennoch „sichere“

Norm.

Es ist im Einzelfall zu prüfen, ob

durch die geplanten Änderungen an

einer Krananlage auch eine erneute

Prüfung des Standsicherheitsnachweises

der Kranbahnen durch einen Prüfingenieur

notwendig wird.

Kranbahn im

Bestand

Stahlreport 9|16

21


Schwerpunkt

Kranbahnen

ßungen – falls sie im Einzelfall eine

wirtschaftliche Lösung darstellen – ist

zu beachten,

z dass die Schweißeignung der verbauten

Stähle gewährleistet sein

muss, und

z dass ggf. neu entstehende ermüdungsrelevante

Kerbfälle neu nachgewiesen

werden müssen.

Bauliche Veränderungen

der Kranbahn

Um die in Schienenschweißnähten,

Steghalsnähten und Trägerstegen

wirkenden Spannungen aus Radlast -

einleitung zu reduzieren, kommt der

Einbau einer Elastomerunterlage zwischen

Schiene und Obergurt des

Kranbahnträgers in Frage. Eine Elastomerunterlage

fördert die Laufruhe

der Kranbahn und wirkt sich bei

schwer beanspruchten Kranbahnen

günstig auf das Ermüdungsverhalten

und gegebenenfalls auf das Risswachstum

aus. Die Auswahl einer

größeren Kranschiene wirkt sich

ähnlich aus: Verwendet man z.B.

zusammen mit einem Kranbahnquerschnitt

HEB 300 statt einer Profilschiene

A45 eine Profilschiene A55,

so verringern sich die Lasteinleitungsspannungen

um 23 %.

Beulprobleme des Stegs lassen

sich durch Anbringen zusätzlicher

Beulsteifen reduzieren.

Zur Erhöhung der Lebensdauer

von schadensfreien oder ggf. reparierten

Schweißnähten können auch

Verfahren der Nachbehandlung von

Schweißnähten beitragen.

Die Lasten aus Kranbetrieb lassen

sich bei unveränderter Hublast auch

durch die Veränderung der Kranbrücke

(z.B. Einbau von Seitenführungsrollen

statt Spurkränzen) in begrenztem

Umfang beeinflussen.

Lasten durch die

Kransteuerung begrenzen

Über die heute übliche elektronische

Steuerung der Kranbrücke lässt sich

Einfluss auf die Größe der Lasten aus

Kranbetrieb nehmen. So können

durch die Steuerung sanftere Anfahrund

Bremsbeschleunigungen vorgegeben

werden. Das reduziert die Horizontalkräfte

und verringert den Verschleiß.

Darüber hinaus lässt sich mit

der Reduktion der Hubgeschwindig-

keit Einfluss auf die dynamischen

Effekte nehmen.

Durch eine Umfahrsteuerung ggf.

in Kombination mit Lastbegrenzungen

kann sichergestellt werden, dass

einzelne Krane bestimmte Bereiche

der Kranbahn nicht oder nicht mit

voller Last befahren können. Diese

Bereiche der Kranbahn könnten dann

für geringere Lasten aus Kranbetrieb,

möglicherweise auch für eine geringere

Beanspruchungsklasse, bemessen

werden.

Ein Mindestabstand zwischen

zwei Kranen, der durch die Steuerung

erzwungen werden kann, reduziert

die Biegemomente des Kranbahnträgers.

Der Nachteil von

Distanzierungen ist, dass räumlich

eng zusammenliegende Aktionen

benachbarter Krane eingeschränkt

werden.

Für alle Planungen empfiehlt sich

eine enge Zusammenarbeit zwischen

Kranhersteller und Tragwerksplaner.

Ermüdungssicherheit

gewährleisten

Wenn es um die Weiternutzung von

Bestandskranbahnen geht, steht oft

die Sicherheit gegen Ermüdungsversagen

im Zentrum der Überlegungen.

Durch die bisherige Nutzung kann

die Materialstruktur besonders im

Bereich von Schweißnähten und anderen

Kerben vorgeschädigt sein. Dabei

bleiben beginnende Mikrorisse

zunächst unentdeckt, weil sie nur

sehr kleine Bereiche erfassen. Erst

wenn der Riss makroskopisch erkennbar

ist, kann er entdeckt und repariert

werden. Es endet damit auch die

Anwendbarkeit der klassischen

Betriebsfestigkeit.

Einstufung in eine günstigere

Beanspruchungsklasse

Die für die Ermüdung des Kranbahnträgers

relevanten Annahmen über

die Schwere des Kranbetriebs, die in

der Planungsphase einer Kranbahn

getroffen wurden, erweisen sich im

Nachhinein manchmal als zu ungünstig.

Dann kann eine Neueinstufung

der Kranbahn in eine andere Beanspruchungsklasse

(BK) angemessen

sein. Eine niedrigere BK bedeutet für

eine Bestandskonstruktion eine längere

Nutzungsdauer.

Weiternutzung

Jede Bestandskranbahn wurde einmal

für eine bestimmte Lebensdauer

geplant. Bei nach Eurocode bemessenen

Kranbahnen beträgt die geplante

Lebensdauer 25 Jahre, falls nicht explizit

etwas anderes vereinbart wurde. Ist

die geplante Nutzungsdauer unbekannt,

liegt man mit der Annahme

von 25 Jahren meist auf der sicheren

Seite.

Der Ablauf der ursprünglich

geplanten Lebensdauer bedeutet nicht

zwangsläufig, dass die Kranbahn ausgetauscht

werden muss. Eine schadensfreie

und funktionierende Kranbahn

kann bei unveränderten

Kranlasten grundsätzlich weiter eingesetzt

werden, wenn sie regelmäßig

inspiziert wird. Von einer unreflektierten

Weiternutzung ist dagegen

abzuraten, die Entscheidung über die

Vorgehensweise und den zukünftigen

Inspektionsplan sollte ein Kran-Fachmann

treffen.

Weiternutzung bei Nutzungsänderung

während oder nach Ablauf

der Lebensdauer

Wenn die Nutzung der Bestandskranbahn

gegenüber der bisherigen Nutzung

verschärft werden soll, kann dies

u.a. höhere Hublasten, eine höhere BK

(Beanspruchungsklasse), zusätzliche

Kranbrücken usw. bedeuten. Angenommen,

die Tragsicherheitsnachweise

und Gebrauchstauglichkeitsnachweise

sind für die neue Nutzung

erfüllt. Unter welchen Randbedingungen

kann eine mängelfreie Kranbahn

dann weitergenutzt werden?

Zunächst wird geprüft, welche BK

für die zukünftige Nutzung angemessen

ist. Dann ist unter Berücksichtigung

der bisherigen Nutzung –

gekennzeichnet durch die bisherige

BK – und der zukünftigen Nutzung

gegebenenfalls mit einer anderen BK

ein Ermüdungssicherheitsnachweis

zu führen.

Weiternutzung der Kranbahn bei

unbekannter Nutzungshistorie

Wenn eine bestehende Kranhalle z.B.

aus einer Konkursmasse heraus erworben

wurde und nun vom zukünftigen

Nutzer geprüft wird, ob die Kranbahnen

für die geplante Nutzung einsetzbar

sind, könnte folgende Situation

22 Stahlreport 9|16


Foto: Seeßelberg

gegeben sein: Der ursprüngliche Standsicherheitsnachweis

der Kranbahn

liegt nicht mehr vor. Das Alter der

Kranbahn ist nicht mehr sicher feststellbar.

Über die Art der Nutzung und

die Schwere des Betriebs der Kranbahn

in der Vergangenheit liegen nur

unvollständige oder gar keine Informationen

vor. Es ist unbekannt, ob die tatsächliche

Nutzung der Kranbahn in

der Vergangenheit den ursprünglichen

Planungen entsprach und dem

Kranbahnträger angemessen war.

Weist die Kranbahn keine Schäden

an tragenden Teilen auf, so deutet dies

darauf hin, dass die bisherige Nutzung

der Kranbahn angemessen war.

Es empfiehlt sich, Annahmen über die

bisherige Nutzung und die Lebensdauer

zu treffen, die auf der sicheren

Seite liegende Aussagen über den

Ermüdungszustand erlauben und mit

Hilfe der linearen Schadensakkumulation

(Miner-Regel) eine Lebensdauerabschätzung

ermöglichen.

Eine Weiternutzung der intakten

Kranbahn, kombiniert mit kürzeren

Inspektionsintervallen, kann vertretbar

sein.

Vorübergehende Weiternutzung

einer schadhaften Kranbahn

Weist die Kranbahn Ermüdungsrisse

an tragenden Teilen auf, so ist von

einer deutlichen Vorschädigung auch

dann auszugehen, wenn die Risse fachgerecht

repariert sind (Ausschleifen,

Auftragsschweißung). Idealerweise

sollte eine solche Kranbahn möglichst

schnell durch eine neue Kranbahn

ersetzt werden. Ein sofortiger Austausch

ist oft kaum möglich, denn eine

neue Kranbahn muss erst geplant,

gefertigt und montiert werden. Für

die Montage der Kranbahn ist eine

Nutzungsunterbrechung notwendig,

die in einigen Fällen eine nicht akzeptable

Beeinträchtigung des Produkti-

onsprozesses darstellt. In solchen Fällen

wird man versuchen, die Montage

bis zu einem geeigneten Zeitpunkt –

z.B. Werksferien – aufzuschieben.

Bis zum Zeitpunkt des Einbaus

der neuen Kranbahn soll die Bestandskranbahn

notfalls mit Einschränkungen

im Betrieb weitergenutzt werden.

Der finanzielle Aufwand für die

Instandhaltung der Bestandskranbahn

soll so gering wie möglich gehalten

werden. Folgende Schritte sind von

einem Fachmann vor der Weiternutzung

zu klären/zu erledigen:

z Der Zustand der Kranbahn samt der

unterstützenden Bauteile wird festgestellt.

Die Schäden und der Verschleiß

an der Kranbahn und den

unterstützenden Bauteilen werden

dokumentiert und im Hinblick auf

ihre Bedeutung für eine Weiternutzung

analysiert.

z Es ist sicherzustellen, dass die

Gebrauchstauglichkeit der Bestandskranbahn

trotz der Schäden gewährleistet

ist.

z Der Zeitpunkt, an dem die neue Kranbahn

eingebaut werden kann, wird

bestimmt.

z Die Risse werden fachgerecht repariert.

z Mit den Methoden der Bruchmechanik

wird geklärt, unter welchen

Randbedingungen (z. B. Verminderung

der Hublast, Verringerung von

Fahrgeschwindigkeiten usw.) die

Kranbahn bis zum Zeitpunkt des

Einbaus der neuen Kranbahn weitergenutzt

werden kann.

Detailliertere Hinweise zum Umgang

mit Kranbahnen im Bestand finden

sich in [1]. 2

[ Literatur ]

Eine stark abgenutzte

Profilschiene mit

Schienengrat deutet

auf Probleme hin.

[1] Seeßelberg, C.; Kranbahnen –

Bemessung und konstruktive Gestaltung,

5. Auflage, Beuth Verlag,

Berlin 2016 (im Druck)

Kranbahnen richtig bemessen

Tagung von Bauforum Stahl

Voraussetzung für eine leistungsfähige

und sichere Krananlage sind solide

konstruierte Kranbahnen. Wie die Kranbahnen

korrekt bemessen und ausgeführt

werden, war Thema der Tagung

„Kranbahnen aktuell“ des bauforumstahl

im Juni.

Auf dem Programm standen dabei die

neuen Eurocodes und die Ausführungsnorm

DIN EN 1090 – mit denen

sich die normativen Grundlagen für

Kranbahnen geändert haben, wie

Prof. Dr.-Ing. Christoph Seeßelberg

von der Hochschule München erläuterte.

Aufgrund der neuen Normen ist das

Interesse von Ingenieuren, die mit der

Tragwerksplanung und Bauausführung

von Kranbahnen befasst sind, an

Detailinformationen dazu derzeit

groß. So sind Krane und Kranbahnen

bis 1980 unter der damals gültigen

DIN 120 gebaut worden. Erst 1974

bzw. 1980 sind Krane und dann auch

Kranbahnen in getrennten Normen

behandelt worden. Seit 2012 gilt nun

– mit Übergangsfristen – die erste

Generation der Eurocodes für Kranbahnen.

Über die Verwendung von Walzprofilen

als wirtschaftliche Alternative bei

Laufkranen berichtete auf der Tagung

Marc May, Technical Advisory Arcelormittal

Europe – Long Products. Weitere

Themen waren die „Ermüdungsfestigkeit

von Kranbahnen – Stand der

Technik“ (Universität Stuttgart),

„Anforderungen an Kranbahnen aus

Sicht eines Herstellers“ und „Praxisgerechte

Auflagerung von Kranbahnen“

(beide: ABUS Kransysteme

GmbH) sowie „Kranbahnen im geregelten

bauaufsichtlichen Bereich“

(bauforumstahl e.V.).

[ Info ]

Am 24. November 2016 findet in München

eine weitere Auflage der Tagung

„Kranbahnen aktuell“ statt.

Programm und Anmeldung unter

www.bauforumstahl.de/veranstaltungen

Stahlreport 9|16

23


Schwerpunkt

Anarbeitung

Hartmetalltauglicher Sägeautomat

erweitert Produktfamilie

Der neue MEBAmat 330

Pünktlich zur AMB in Stuttgart präsentiert Sägespezialist MEBA

ein neues Mitglied seiner Produktfamilie: den MEBAmat 330. Der

90°-Automat ist auf den Einsatz in Industrie und Stahlhandel

ausgerichtet und trennt dem Unternehmen zufolge Vollmaterialien

mühelos – auch aus schwer zerspanbaren Werkstoffen. Das

Aggregat vereine bewährte Stärken mit neuen, zukunftsweisenden

Features – und punkte auch bei der Vernetzung.

Der MEBAmat 330 ist mit

einer Reihe neuer Features ausgestattet,

die dem Hersteller zufolge

„schlichtweg exaktes Sägen“ ermögliche.

So verfügt der Automat über

eine hydraulisch vorgespannte seitliche

Hartmetall-Rollenführung, die

sich Sägebandtoleranzen oder Abweichungen

an der Schweißstelle

anpasst. Die Rollenrückenführung

mache darüber hinaus hohe Schnittdruckkräfte

möglich und schone den

Sägebandrücken. Ein neues Feature

beim MEBAmat 330 ist auch die

angetriebene Spänebürste, die selbstnachstellend

und synchron zum

Bandlauf arbeitet.

Exzellenter Materialeinschub

Eine große Stärke der MEBAmat-

Serie seien die durchgängigen Kugelumlaufführungen

an Materialeinschub

und Sägevorschub. Sie machten

den Prozess leichtgängig, wartungsarm

und spielfrei. Auch der

neue MEBAmat 330 ist mit dieser

Technik ausgestattet. Zusätzlich

generiere ein kraftvoller Servoantrieb

für den Sägerahmenvorschub

Geschwindigkeit für einen schnellen,

präzisen Schnitt. Hohe Dynamik

des Vorschubs, Reduzierung der

Nebenzeiten, Langlebigkeit und Wartungsarmut

seien die Folgen.

Die Schnittdruckregulierung

arbeite feinfühlig, biete dabei optimale

Schnittergebnisse und schone

das Sägeband auch bei Hochleistungssägen.

Der Schnittdruck kann

variabel eingestellt werden. Höhere

Schnittgeschwindigkeiten und die

notwendige hohe Leistung beim

Hartmetallsägen erreichte der

MEBAmat 330 über den leistungsstarken

Sägebandantrieb mit 3,9 kW.

Die Bandgeschwindigkeit ist stufenlos

verstellbar von 15 bis 200m/min.

Hohe Spannkraft

Die Materialspannung des MEBAmat

hat sich dem Unternehmen

zufolge deutlich weiterentwickelt

und erreiche eine erhöhte Spannkraft

im Haupt- sowie Einschub -

spannstock – wodurch der Materialtransport

auf eine sehr sichere Art

und Weise erfolge. Zudem ermögliche

sie auch die Materialpositionierung

von schwerem Material.

Ein bedeutender Mehrwert dieser

Materialspannung sei die extrem

geringe Reststücklänge: Sie liege bei

gerade mal 20 mm. Neuartig beim

MEBAmat 330 ist auch das Spannprinzip:

Der Hauptspannstock agiert

ausschließlich abfuhrseitig, während

der Einschubspannstock bis an

das Sägeband fährt.

Anbindung an Datenbank

Intelligente, vernetzte Sägekonzepte

finden immer mehr den Weg in die

Praxis. Das neueste Mitglied der

MEBAmat-Familie untermauere

diese Entwicklung. Ein Beispiel dafür

sei die Materialdatenbank. Über eine

Suchfunktion kann der Werkstoff

ausgewählt werden – Länge, Breite

und Dimension. Automatisch

erscheint daraufhin die Empfehlung

des passenden Sägebands mit optimalen

Schnittwerten. Aus der Datenbank

werden auch die Materialabmessungen

übernommen.

MEBA bietet eine durchgängige

Fernwartung mit Servicerouter auf

alle Komponenten. So können aus

der Distanz Fehler eingegrenzt werden

und Maßnahmen zu deren Behebung

Die Rollenrückenführung

mache darüber hinaus hohe Schnittdruckkräfte

möglich und schone den

Sägebandrücken eingeleitet werden.

Gesteuert wird der MEBAmat

über die MEBA-CNC-Steuerung.

Optional kann die Industriesteuerung

mit LAN- und USB-Schnittstelle

ausgestattet werden, so dass ein einfacher

Datenaustausch sichergestellt

ist. 2

[ Info ]

MEBA auf der AMB:

Halle 6, Stand B 15

Der MEBAmat 330: Materialdatenbank empfiehlt passendes Sägeband und optimale

Schnittparameter.

Foto: MEBA

24 Stahlreport 9|16


Hochleistungsbandsäge für Hartmetall-Bänder

Premiere bei Kasto

Der Metallsäge- und Lagertechnik-Spezialist KASTO ist auf der AMB 2016 mit einem innovativen

Produktportfolio für die Verarbeitung und Lagerung von Metall-Langgut und Blech vertreten. Der

Spezialist zeigt u.a. erstmals seine neu entwickelte Hochleistungs-Bandsägelösung, die für den

Einsatz mit Bi- und Hartmetall-Sägebändern optimiert ist und durch kurze Schnitt- und hohe

Werkzeugstandzeiten überzeuge.

Die Besucher erwartet auf

dem KASTO-Messestand eine Premiere:

Das Unternehmen zeigt auf

der AMB erstmals eine neu entwickelte

Hochleistungsbandsäge für

den wirtschaftlichen Einsatz von Biund

Hartmetall-Sägebändern mit

kurzen Schnitt- und langen Werkzeugstandzeiten.

Sägen mit Roboter-Anbindung

Doch auch bewährte Lösungen hat

der Hersteller mit im Gepäck: Die

Hochleistungs-Kreissägeautomaten

KASTOspeed sind speziell für den

wirtschaftlichen Großserieneinsatz

konzipiert und überzeugten auch im

Dauereinsatz durch hohe Zuverlässigkeit

und sehr gute Bearbeitungsergebnisse.

Sie ließen sich darüber

hinaus über die Roboter-Anbindung

KASTOsort leicht in einen einheitlich

gesteuerten Materialfluss einbinden.

Je nach Materialeigenschaft des

Werkstoffs kommen auf der Säge

HSS-Vollstahl- oder Hartmetall-Einweg-Sägeblätter

zum Einsatz. In

Kombination mit KASTOsort lassen

sich die Fertigungsprozesse optimieren,

verspricht der Hersteller. Industrieroboter

entnehmen die Sägeabschnitte

selbstständig und führen

weitere Arbeiten wie Entgraten, Markieren,

Sortieren und Abstapeln aus.

Kasto zeigt außerdem die halbautomatische

Vertikal-Bandsägemaschine

KASTOvertical. Diese ermöglicht

durch ihre Langschnitt-Arbeitsweise,

unterschiedliche Querschnittmaße

aus Walzblöcken und -platten

sowie Vierkant- und Flachmaterialien

zu konfektionieren. Dabei sorge

ein verfahrbarer Materialauflagetisch

für ein schnelles und sicheres

Handling der schweren Werkstücke.

Schnittgeschwindigkeit und Vorschub

der Säge lassen sich stufenlos

einstellen, der Schnittbereich

liegt bei 600 mm. Die Sägebandführung

über vorgespannte Hartmetall-

Gleitführungen mit Freihubeinrichtung

sorge für einen einfachen

Bandwechsel. Die KASTOvertical ist

zudem mit der intelligenten Sägemaschinen-Steuerung

KASTO-Basic-

Control ausgestattet und lässt sich

damit intuitiv bedienen, so das Unternehmen.

Auch schweres Material sägen

Eine flexible und universelle Lösung

zum Serien- und Produktionssägen

von Vollmaterialien, Rohren und Profilen

stellt die Baureihe KASTOwin

dar. Sie besteht aus fünf Bandsägevollautomaten,

die einen Schnittbereich

von 330 bis 1.060 mm abdecken.

Die Maschinen eignen sich u.a.

für den Einsatz im Maschinen- und

Werkzeugbau, im Stahlhandel, der

Automotive-Industrie sowie der Luftund

Raumfahrttechnik. Seit kurzem

ist die KASTOwin auch mit einem

verfahrbaren Materialauflagetisch

für schwere Werkstücke sowie als

Spezialausführung für die Bearbeitung

von Rohren erhältlich.

Lager speichert Energie

Neben seinem Säge-Portfolio zeigt

Kasto auch Lösungen für die Energierückspeisung

und -speicherung

in Lagersystemen. Alle Lagersysteme

von Kasto sind wahlweise mit Energierückspeisung

und einem integrierten

Energiespeicher erhältlich. Damit

lässt sich überschüssige Energie, die

beispielsweise beim Abbremsen des

Regalbediengeräts (RBG) oder beim

Senken des Hubwerks entsteht, in

Strom umwandeln, direkt im System

zwischenspeichern und flexibel bei

Bedarf nutzen. Durch den insgesamt

geringeren Energiebedarf könnten

Betreiber eventuell sogar mit kleineren

Trafostationen planen und arbeiten,

was die Investitionskosten verringerte,

so das Unternehmen. 2

[ Info ]

Kasto auf der AMB:

Halle 6, Stände B11/B12

Premiere auf der AMB: Kasto zeigt dort erstmals eine neu entwickelte Hochleistungsbandsäge

für Bi- und Hartmetall-Sägebänder (hier eine KASTOtec AC4).

Foto: Kasto

Stahlreport 9|16

25


Schwerpunkt

Anarbeitung

Seminar-Kooperation von BDS und Fraunhofer-Institut

Praxiswissen und Grundlagen der Sägetechnik

Vorschub, Schnittgeschwindigkeit,

Verschleiß – im April 2017 bietet das Fraunhofer-Institut

für Produktionstechnik und

Automatisierung IPA in Kooperation mit

dem Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS) in Stuttgart eine Fortbildung zum

Thema Sägetechnik an. Schwerpunkt des

eintägigen Seminars sind Grundlagen und

Praxiswissen der Sägetechnik im Stahl- und

NE-Handel.

Dabei stehen im ersten Seminarblock theoretische

Grundlagen, z.B. von Schnittgeschwindigkeit,

Zahnvorschub oder Verschleiß,

auf dem Programm. Weiterhin

werden die beiden Verfahren Kreissägen

und Bandsägen detailliert erläutert. Welche

Werkzeuge werden wann mit welchen Prozessparametern

eingesetzt? Dabei soll dem

Bediener ein Gefühl für die verschiedenen

Prozessgrößen der Sägeverfahren vermittelt

werden.

Säge-Tagung 2016: Programm steht fest

Die zweite Säge-Tagung des Stuttgarter Kompetenzzentrums Sägen, einer Kooperation des

Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) und des Instituts für

Werkzeugmaschinen (IfW) der Universität Stuttgart findet am 14. Dezember 2016 in der

schwäbischen Metropole statt. In insgesamt zehn Vorträgen geben Branchenexperten Einblicke

in aktuelle Themen aus den Bereichen Sägen, Sägeprozesse und damit verbundenen

Gebieten. Sowohl Kreis- als auch Bandsägen für unterschiedliche Anwendungen stehen

dabei im Fokus. Ein Thema wird dabei die digitale Vernetzung der Sägebranche sein. Dr.

Stefan Möhringer von der Simon Möhringer Anlagenbau GmbH geht in seinem Vortrag

„Industrie 4.0 im Sägewerk“ auf Chancen und Herausforderungen ein. Parallel zur Veranstaltung

wird eine Hausmesse stattfinden. Themenschwerpunkt ist die Qualitätssicherung

in der Werkzeugfertigung sowie im Sägeprozess selbst.

[ Info ]

Das Seminar vermittelt außerdem Kenntnisse

der Fehlererkennung und Fehlervermeidung

in der Sägepraxis. Dabei geht es

um den richtigen Umgang mit Werkzeugen,

um deren korrekte Lagerung, Wartung und

optimale Wechselintervalle. Abschließender

Programmpunkt sind dann zwei Praxisblöcke

zu den Verfahren Kreis- und Bandsägen,

in denen das theoretische Wissen praktisch

verankert werden kann.

[INFO]

Weitere Informationen erhältlich mit

info-bds@stahlhandel.com oder unter

+49 211 86497-0 (BDS AG).

Programm, Anmeldung und weitere Informationen unter http://saegen-stuttgart.de

Foto: Fraunhofer IPA/IfW

Remmert erweitert Sägeservice

Der Sägespezialist Remmert hat das Expertenteam seines Servicenetzwerks rund um Wartung,

Fehlerbehebung und Instandsetzung von Mechanik und Software erweitert. Kunden

sollen in der Folge von einer höheren Anlagenverfügbarkeit und reduzierten Stillstandszeiten

profitieren. Darüber hinaus bietet Remmert individuelle Servicevereinbarungen – bis

hin zum Full-Service mit Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit. Dabei könnten viele Probleme

bereits per Fernwartung über eine IT-Schnittstelle behoben werden. Sollte dies nicht möglich

sein, sei innerhalb weniger Stunden ein Servicetechniker vor Ort.

Schleifmaschinen „state of the art“

Präzision für beste

Oberflächengüten

Zwei ihrer „Top-Maschinen“ für die

Erzeugung anspruchsvollster Oberflächengüten

präsentiert die Amada

Machine Tools GmbH auf der diesjährigen

AMB: Eine Amada-DV1-Profilschleifmaschine

und eine Amada-Meister-G3-Flachschleifmaschine

sollen den Messebesuchern

zeigen, was derzeit technisch

möglich ist. Neu sind die CAM-Software

CGS für komplette Schleiflösungen mit

3D-Datenverarbeitung und das BIX-Turbo-

System, das den Schleifprozess enorm

beschleunigt.

Das BIX-Turbo-System erzeugt dem Hersteller

zufolge mehr Volumen im Strahl

des Kühlschmierstoffs. Das ermögliche

Anwendern höhere Zustellungen, was die

Prozesszeiten erheblich verkürzt. Darüber

hinaus seien bessere Schleifergebnisse

möglich.

Die Meister-G3 ist eine Multifunktionsmaschine

für manuelles Flachschleifen, Einstechschleifen,

Schnellhubschleifen,

Bahnschleifen und Stempelschleifen. Sie

lässt sich mit optionaler vierter Achse

und Hochleistungstisch sowie Abrichtsystem

ausstatten. Mit hoher Prozesssicherheit

und zuverlässiger Wiederholbarkeit

lassen sich Werkstücke in einem Spannbereich

von 400 x 200 mm bis 1.200 x

600 mm fertigen. So bearbeiten Anwender

Teile im μm-Bereich und erzielen

höchste Oberflächengüten, z.B. Spiegelschliff.

Für das anspruchsvolle Profilschleifen mit

zeitgleicher Prozesskontrolle zeigt Amada

seine CNC-Profilschleifmaschine DV1 mit

CCD-Kameratechnologie. Ihre Stärke sei

die hochpräzise Bearbeitung von freien

Geometrien bei besonders harten Werkstoffen,

wie Hartmetall, Keramik oder

hochhartem Stahl. Dabei wird in einer

Aufspannung in Abschnitten umlaufend

geschliffen und vermessen.

[ Info ]

Amada Machine Tools Europe auf der AMB:

Halle 8, Stand C82

26 Stahlreport 9|16


WIR bringen es auf den

Punkt. Just-in-Time und

Just-in-Sequence.

Thorsten Chwalczyk, Kraftfahrer

„Materialien einfach bis ans Lager liefern? Die Anforderungen

unserer Kunden an eine zeitgemäße Logistik gehen weit darüber

hinaus. Als integrierter Wertschöpfungspartner bieten wir ihnen

darum das Wichtigste: Versorgungssicherheit. Wie wir das machen?

Indem wir einen durchgängigen Materialfluss in unserer Lieferkette

gewährleisten: Just-in-Time und Just-in-Sequence. Unsere Lieferungen

kommen genau im Moment des Bedarfs beim Kunden an. Und

zwar in der Reihenfolge, in der sie benötigt werden. So profitieren

Kunden von einer optimalen Prozesssteuerung und von deutlich

geringeren Kosten. Denn die Lagerung von Beständen ist mit

unserem Prinzip Geschichte.“

www.kloecknerdeutschland.de

Jetzt zum Download

WIR MACHEN DEN MEHRWERT.


Messen

und Märkte

Berichte

Elektronische

Schaltungen auch

für Fahrräder: Die

Deore-XT-Gruppe

von Shimano für

Mountanbikes.

Foto: Eurobike Friedrichshafen/Shimano

25. Eurobike in Friedrichshafen

Neuestes aus der Zweirad-Technik

3.000 Fahrräder zum Ausprobieren: Unter dem Motto „Testen, Erleben, Feiern“ zeigt sich die Eurobike

dieses Jahr von einer neuen Seite – und öffnet mit den „Festival Days“ das Messegelände Friedrichshafen

im Anschluss an drei „Business Days“ an zwei Tagen auch für die Öffentlichkeit. Für alle

Besucher bietet die Eurobike vom 31.8. bis 4.9. neueste Radfahrtrends, Einblicke in die Szene und

spektakuläre Bike-Performances.

„Die Eurobike hat es geschafft,

sich als einzigartiges und globales

Gipfeltreffen der Fahrradbranche zu

etablieren“, betont Klaus Wellmann,

Geschäftsführer der Messe Friedrichshafen.

In Zahlen ausgedrückt heißt

das für die kommende 25. Ausgabe

der Eurobike: 13 Messehallen, über

100.000 m 2 Ausstellungsfläche,

voraussichtlich rund 46.000 Fachbesucher

und 35.000 privat Fahrradbegeisterte.

Offen für private Besucher

Neu sind 2016 die „Festival Days“, die

den privaten Besuchern an zwei Tagen

in elf Messebereichen Neuheiten, Testmöglichkeiten

und weiteres Rahmenprogramm

bieten. „Der zusätzliche

Fokus auf Fahrrad-Fans sowie der

Ausbau der Test- und Event-Angebote

sind ein Meilenstein in der Entwicklung

der Eurobike“, erläutert Projektleiter

Dirk Heidrich von der Messe

Friedrichshafen.

Den Besucher erwarten auf der

Eurobike eine Menge neuer Fahrrad-

Entwicklungen, geballtes Fachwissen

und Szene-Know-how, aber auch

Unterhaltung.

Hören, sehen, selber testen

So bietet die Academy-Area eine Austauschplattform

für Bike-Experten

und solche, die es werden wollen. Ob

Radreiseberichte oder Vorträge von

namhaften Referenten aus der Bikerszene:

Trends, Innovationen und die

neueste Zweirad-Technik stehen im

Mittelpunkt.

3.000 Fahrräder aus allen Kategorien

und 10 km Teststreckennetz bietet

die Demo-Area, die erstmals an

allen Messetagen statt eines vorgelagerten

Demotags in Betrieb ist. In

der Women’s-Area sind frauenspezifische

Produkte und Bedürfnisse von

Bikerinnen Dreh- und Angelpunkt.

In der Vision-Area werden ungewöhnliche

Fahrradideen Wirklichkeit. Dort

versammeln sich sowohl Liege- als

auch Lastenräder, Fahrräder mit

Hand- und Beinantrieb sowie Tandems

und Velomobile. Die Bike-Book-

Show präsentiert besondere Publikationen

zum Thema Fahrrad, wäh-

rend in der Aero-Show aerodynamische

Velomobile gezeigt werden.

Auch die Show kommt nicht zu

kurz: In der Performance-Area stehen

Wettbewerbe, wie das Dirt-Jump-

Team-Battle, auf dem Programm.

Szene-Star Danny MacAskill verrät

dabei im Bunny-Hop-Workshop seine

besten Fahrtechnik-Tricks und stellt

seine Fertigkeit ebenso wie Fabio Wibmer

im Bunny-Hop-Contest unter

Beweis.

Die Eurobike findet vom 31.08. –

04.09.2016 statt. Während die ersten

drei Tage dem Fachhandel und anderen

Fachbesuchern vorbehalten sind,

stehen der Samstag und Sonntag ganz

im Zeichen der neuen „Festival Days“,

bei denen alle Fahrrad-Fans die Neuheiten

nicht nur sehen, sondern in

vielen Fällen auch testen und erleben

können. 2

[INFO]

Weitere Informationen unter

www.eurobike-show.de, eurobikefestivaldays.de

sowie facebook.com/

eurobike.tradeshow

28 Stahlreport 9|16


Termine zu Messen und Märkten

Aktuelle Einsichten

Messen sind Orte, an denen Material sowie Produkte und Dienstleistungen vorgestellt,

Einsichten in Märkte gegeben werden. Gerade für Händler in komplexen

Wertschöpfungsketten sind solche Events, häufig in Kombination mit Kongressen,

besonders wichtig. Deshalb greift der „Stahlreport“ diese Themen regelmäßig auf.

In diesem Heft geschieht das

in der Berichterstattung über die

„Eurobike“ und als Vorschauen auf

die „IT & Business“, „Arbeitsschutz“

und „Euroblech“ – sowie nachfolgend

als chronologische Übersicht

für die Zeit zwischen Oktober 2016

und Mai 2017:

z IT & Business – Fachmesse für IT-

Solutions, 4.-6.10.16, Stuttgart

z Arbeitsschutz Aktuell – Fachmesse

und Kongress, 11.-13.10.16, Hamburg

z EuroBLECH – Internationale Technologiemesse

für Blechbearbeitung,

25.-29.10.16, Hannover

z SWISSTECH – Internationale Fachmesse

für Werkstoffe, Komponenten

und Systembau, 15.-18.11.16,

Basel

z Aluminium – 11. Weltmesse und

Kongress, 29.11.-1.12.16, Düsseldorf

z VALVE WORLD EXPO – 10. Internationale

Fachmesse mit Kongress für

Industrie-Armaturen, 29.11.-1.12.16,

Düsseldorf

z BAU 2017 – Weltleitmesse für Architektur,

Materialien und Systeme,

16.-21.1.17, München

z LEARNTEC 2017 – Internationale

Fachmesse und Kongress, 24.-

26.1.17, Karlsruhe

z didacta – die Bildungsmesse, 14.-

18.2.17, Stuttgart

z Z – Internationale Zuliefermesse für

Teile, Komponenten, Module und

Technologien, 7.-10.3.17, Leipzig

z Intec – Internationale Fachmesse

für Werkzeugmaschinen, Fertigungs-

und Automatisierungstechnik,

7.-10.3.17, Leipzig

z LOGIMAT – Internationale Fachmesse

für Distribution, 14.-16.3.17,

Stuttgart

z CeBIT – Internationale Computermesse,

20.-24.3.17, Hannover

z terratec – Fachmesse für Entsorgung,

Kreislauf- und Ressourcenwirtschaft,

5.-7.4.17, Leipzig

z Hannover Messe – Internationale In -

dustrieschau, 24.-28.4.17, Hannover

z METPACK – 9. Internationale Fachmesse

für Metallverpackungen, 2.-

6.5.17, Essen

z Interpack – Internationale Fachmesse

für die Verpackungsbranche

und die verwandte Prozessindustrie,

4.-10.5.17, Düsseldorf 2

Trovarit auf der Fachmesse IT & Business

Hilfen bei der Digitalisierung

Die Digitalisierung ist in aller Munde. Und spannend sind die Antworten auf die Frage, was und wer Unternehmen in

diesen Zusammenhängen helfen kann. Insofern richten sich im kommenden Monat erwartungsvolle Blicke vor allem auf

die Stuttgarter Fachmesse „IT & Business“ – und dort insbesondere auf die von Trovarit angebotenen Dienstleistungen.

Als Teil des Messekonzeptes „Where IT works“ findet die „IT

& Business“ vom 4.-6.10.16 zeitlich und örtlich parallel mit der „CRM

– expo“, Leitmesse für Kundenbeziehungsmanagement, und der „DMS

Expo“, Leitmesse für Enterprise Content Management, in Stuttgart

statt. Diese drei Fachmessen erheben aus Veranstaltersicht den

Anspruch, zusammen die komplette Unternehmens-IT abzubilden.

Die „IT & Business“ übernimmt dabei die Bereiche des ERP –

Enterprise Resource Planning und des Output-Managements. Beim

ERP geht es um die rechtzeitige Planung und Steuerung von Unternehmensressourcen,

wie Kapital, Personal, Betriebsmittel, Material

sowie Informations- und Kommunikationstechnik. Beim Output-

Management besteht die Herausforderung darin, die unterschiedlichen

Eingangskanäle für die Dokumentenerstellung mit den vielen

Ausgangskanälen wie Post, Brief, Fax, Archiv, Email, SMS und MMS

optimal zu verbinden – also digital zu vernetzen. Beide Bereiche

gewinnen auf Grund von Einsparungsmaßnahmen und Effizienzsteigerungen

in Unternehmen immer mehr an Bedeutung.

Reicht es in diesen Zusammenhängen, die bestehende Software-

Landschaft mit aktuellen Releases aufzurüsten, oder sollte man sich

vollkommen neu orientieren? Und welche Anbieter und Systeme sind

besonders fortschrittlich aufgestellt? Was sind die Knackpunkte bei

einer Software-Auswahl im digitalen Zeitalter? Wie pflegt und entwickelt

man die eigene Software-Landschaft weiter? Diese und weitergehende

Fragen wollen in Stuttgart die Experten der Trovarit AG

(Halle 1, Stand E 17) beantworten.

Sie bieten durch die Auswahl geeigneter Software-Lösungen Hilfestellung

bei der Entwicklung von Digitalisierungsstrategien und -

konzepten sowie bei deren Umsetzung. In Form von Whitepapern

erhält man Informationen zu den aktuellen Studien „ERP in der Praxis“

und „CRM in der Praxis“ sowie aktuelle Marktübersichten zu unterschiedlichen

Software-Themen (ERP, CRM, ECM/DMS, MES, u.a.). Mit

kostenlosen Messerundgängen (Guided Tours) zu unterschiedlichen

Themenschwerpunkten ist der Aachener Dienstleister ebenfalls am

Start. Treffpunkt ist der Trovaritstand. 2

[ Info ]

Weitere Infos unter www.trovarit.com/termine/

Stahlreport 9|16

29


Messen

und Märkte

Berichte

Fachmesse Arbeitsschutz Aktuell 2016

Betriebliches Gesundheitsmanagement

im Fokus

Über 300 Aussteller präsentieren auf der Fachmesse „Arbeitsschutz aktuell“ vom 11. bis 13. Oktober

in Hamburg Innovationen für die Sicherheit am Arbeitsplatz und gesundes Arbeiten. Im Fokus der

Messe stehen die Themen Berufskleidung, Ergonomie und Sicherheit im Betrieb. Begleitet wird die

Messe von einem Fachkongress, der sich mit 80 Referenten in 16 Themenblöcken der Frage „Ist

Arbeitsschutz noch aktuell?“ widmet.

[INFO]

Ausstellerliste,

Kongress-Programm

und weitere Informationen

unter

www.arbeitsschutzaktuell.de

Ein Trend beim Arbeitsschutz

ist z.B. die Verschmelzung von Körperschutz

und Technik. So werden im

Themenbereich „Persönliche Arbeitssicherheit“

auf der Messe (Halle B6)

neueste Entwicklungen bei den sogenannten

„Wearable Technologies“ –

d.h. bei Kleidung, in die Minicomputer

und elektronische Instrumente integriert

sind – zu sehen sein. Die Messe

findet in einem positiven branchenkonjukturellen

Umfeld statt. Gegenwärtig

sei die Investitionsbereitschaft

zum Einbau von Schutzeinrichtungen

sowie für die sichere und gesunde Ausstattung

von Arbeitsplätzen so hoch

wie nie zuvor, so die Messeveranstalterin

HINTE GmbH.

In dem eigenständigen Messemodul

„jobfit.aktuell“ haben Aussteller

und Dienstleister des Betrieblichen

Gesundheitsmanagements einen eigenen

Messebereich (Halle B5). Viele

mittelständische Unternehmer wollten

bei diesem Thema umdenken,

ihnen fehle es dazu jedoch schlichtweg

an Wissen, Zeit, Kooperationspartnern

und den nötigen Ressourcen.

Dort setzt das Praxisforum

jobfit.aktuell an, das sich allen Facetten

und Fragen eines erfolgreichen

betrieblichen Gesundheitsmanagements

widmet.

Die „Arbeitsschutz Aktuell“ findet

seit 1972 alle zwei Jahre an wechselnden

Messe-Standorten in Deutschland

statt und weist Veranstalterangaben

zufolge im langjährigen

Durchschnitt mehr als 1.000 Kongressteilnehmer

und etwa 10.000

Foto: Hinte GmbH

Im Fokus der „Arbeitsschutz Aktuell“

stehen Berufskleidung, Ergonomie und

Sicherheit im Betrieb.

Messebesucher pro Auflage aus. Ideeler

Träger von Messe und Kongress

ist die Fachvereinigung Arbeitssicherheit

(FASI) e.V. Veranstaltet wird die

Messe von der Hinte GmbH und der

Fachvereinigung Arbeitssicherheit

(FASI e.V.). 2

Die Messe Euroblech in Hannover

Nächste Bearbeitungsgeneration

Mit ihrem diesjährigen Motto „Die nächste Generation der Blechbearbeitung“ greift die

Euroblech vom 25.-29.10.16 in Hannover den derzeitigen Trend zur vernetzten Fabrik im Bereich

der Blechbearbeitung auf. Messebesuchern verspricht die Veranstaltung eine umfassende

Produktpalette, die von konventionellen Systemen bis zu Hightech-Lösungen reicht.

Die Industrieproduktion befindet sich momentan

in einem einschneidenden Weiterentwicklungsprozess.

Industrie 4.0, vernetzte Fertigung, intelligente

Prozessketten – die digitale Fabrik hält auch in die

Blechbearbeitung Einzug. Ein Datenaustausch entlang

der gesamten Produktionskette ermöglicht optimierte

Fertigungsprozesse mit erhöhter Planungssicherheit, größerer

Flexibilität und höherer Produktqualität. Die Nachfrage

nach einer breiteren Produktvielfalt, die einhergeht

mit immer kleineren Losgrößen, führt in der Blechbearbeitung

zu immer größerer Komplexität – effektive

und hochflexible Lösungen sind deshalb gefragt. Der

technologische Wandel verlangt von den Unternehmen

derzeit grundlegende Investitionsentscheidungen zur

Umrüstung und Anpassung ihrer Produktionstechnologien.

Insgesamt rund 1.500 Aussteller (drei davon: vgl. Kasten,

S. 31) aus mehr als drei Dutzend Ländern haben sich

zur 24. Internationalen Technologiemesse für Blechbearbeitung

angemeldet. Sie belegen insgesamt 89.000 Nettoquadratmeter

in acht Hallen auf dem Messegelände in

Hannover. Größte Ausstellerländer sind Deutschland, Italien,

China, die Türkei, die Niederlande, die Schweiz, Spanien

und Österreich. Die EuroBLECH ist traditionell sehr

global aufgestellt: 2014 zählte die Messe insgesamt 59.618

Fachbesucher aus 105 Ländern. Die vergangene Veranstaltung

hatte 52 % ausländische Aussteller und 37 %

Besucher von außerhalb Deutschlands.

30 Stahlreport 9|16


Die Ausstellerunternehmen präsentieren Maschinen,

Werkzeuge und Systeme entlang der gesamten Wertschöpfungskette

der Blechbearbeitung. Das Messeprofil

umfasst Halbzeuge, Zulieferteile, Handling, Trennen,

Umformen, flexible Blechbearbeitung, Fügen, additive

Fertigung, Schweißen, Verarbeitung hybrider Strukturen,

Oberflächenbehandlung, Werkzeuge, Steuerungsund

Regeltechnik, CAD/CAM/CIM-Systeme, Qualitätssicherung

sowie Forschung & Entwicklung.

Die Messe wendet sich an alle, die Blech herstellen,

bearbeiten oder damit handeln – aus allen Managementebenen,

von den kleinen und mittleren bis hin zu den

großen Unternehmen. Zu den Besuchern gehören u.a. Konstrukteure,

Produktions- und Fertigungsleiter, Qualitätsmanager,

Einkäufer, Handwerker, technische Direktoren

sowie Experten aus Forschung & Entwicklung und Verbänden.

Die Besucherbroschüre ist in zwölf Sprachen

erschienen, die über die Messewebseite www.euroblech.de

angefordert werden kann. Die Broschüre umfasst das

Messeprofil, einen Geländeplan, praktische Informationen

zum Messebesuch sowie Tipps zu Anreise und Unterkunft.

2

Ausstellerbeispiele

Zu den Ausstellern der diesjährigen Euroblech vom

25.-29.10. auf dem Messegelände in Hannover gehören

u.a.:

z Die Remmert GmbH (Stand D76, Halle 12). Das

Unternehmen aus Löhne zeigt in der niedersächsischen

Landeshauptstadt u.a. erstmals die neue grafische

Benutzeroberfläche (graphical user interface =

GUI) für seinen BASIC Tower Blech. Dank der einfach

bedienbaren Mensch-Maschine-Schnittstelle sei das

automatische Blechlagersystem ab sofort noch besser

in der Lage, die Effizienz in der Fertigung zu erhöhen.

Ein weiteres Highlight: Der Lagerturm zeigt sich

im neuen Design, das optimal an die technischen und

ökonomischen Anforderungen angepasst sei.

z Die Goudsmit Magnetics Group (Stand 153, Halle

12). Der Anbieter aus dem niederländischen Waalre

präsentiert einen neuen Typen von Magnetrutschförderern.

Diese bietet die Lösung für den problemlosen

Transport von scharfkantigen Stahlteilen, wie beispielsweise

Stanzabfällen. Magnetrutschförderer verfügen

an den Auβenseiten über keinerlei bewegliche

Bauteile. Dadurch sind sie besonders zum Transport

von scharfkantigen Stahlteilen geeignet. Unter einer

festen Gleitplatte aus rostfreiem Stahl befinden sich

Magnetsysteme, die im gleichem Abstand auf einer

Kette montiert sind. Diese Kette wird von einem

Motorreduktor angetrieben, der die Magnetsysteme

in Bewegung setzt.

z Data M Sheet Metal Solutions GmbH (Halle 27, Stand

G142). Das bayerische Unternehmen will auf der

Euroblech sein durchgängiges Lösungskonzept für

das Rollformen präsentieren. Ganz im Sinne des

Messemottos „Die nächste Generation der Blechbearbeitung“

stellt der Anbieter seine innovativen Softund

Hardwareprodukte für Walzprofilierer vor. Das

integrierte Lösungskonzept wird dabei u.a. anhand

eines rollgeformten Stoßfängers demonstriert. Alle

Fertigungsprozesse inklusive dem Streckbiegen

könnten durchgängig bearbeitet werden, hieß es von

dem Aussteller im Vorfeld der Messe.

Willkommen im Team

In Europa aktiv, in Deutschland zuhause

Das Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler (E/D/E) ist ein europaweit

agierender Einkaufs- und Marketingverbund für den mittelständischen

Produktionsverbindungshandel. Die rund 1400 angeschlossenen

Mitglieder des E/D/E sind Fachgroßhändler, die

vorwiegend gewerbliche Abnehmer aus Industrie, Handwerk und

Kommunen beliefern. Sie handeln schwerpunktmäßig mit Werkzeugen

und Maschinen, Stahl, Beschlägen und Bauelementen,

Haustechnik sowie Industriebedarf.

Wir bieten Ihnen die Mitarbeit in einem wachstumsorientierten,

dynamischen Geschäftsbereich

an und suchen zur Verstärkung zum

nächstmöglichen Zeitpunkt einen

Stahlverkäufer (m/w)

Die UNION STAHL-HANDEL ist ein Zusammenschluss von aktiven

und leistungsstarken Stahlhändlern unter dem Dach der E/D/E

GmbH. Gegenwärtig nutzen mehr als 120 Mitgliedsunternehmen

die Vorteile des Zusammenschlusses für den mittelständischen

Stahlfachhandel und erwirtschafteten damit im Jahr 2015 ein

Handelsvolumen von 816 Millionen Euro.

Ihre Aufgaben:

l Sie pflegen die bestehenden Kontakte zu Lieferanten

und Herstellern, um das Angebot für unsere Mitgliedsunternehmen

zu optimieren

l Sie betreuen unsere Mitgliedsunternehmen, u. a. durch

aktive Einkaufsbegleitung und sind verantwortlich für die

Vermarktung gegenüber unseren Vertragslieferanten

l Sie erweitern die Kontakte zu Herstellern bzw. Lieferanten

und arbeiten aktiv am Vertrieb unseres Produktportfolios

l Alle damit zusammenhängenden administrativen Tätigkeiten

wie Angebotserstellung, Auftragserfassung usw.

Ihr Profil:

l Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung sowie

Einkaufs- und/oder Vertriebserfahrung im Stahlhandel

l Sehr gute Produkt- und Sortimentskenntnisse im

Bereich Stahl

l Gute EDV- und MS-Office-Kenntnisse

l Sehr gute Kommunikationsfähigkeit und ein hohes

Maß an Dienstleistungsorientierung

l Sicheres Auftreten, Durchsetzungsvermögen und

Verhandlungsgeschick

l Sicherheit in der kaufmännischen Korrespondenz in

deutscher Sprache

l Hohe Einsatzbereitschaft, Flexibilität und Teamfähigkeit

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann freuen wir uns auf

Ihre aussagefähigen Bewerbungsunterlagen, die Sie uns bitte per

E-Mail, vorzugsweise in einem PDF-Dokument unter Angabe der

Positionsbezeichnung, Ihres frühestmöglichen Eintrittstermins

sowie Ihrer Gehaltsvorstellung zukommen lassen.

Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler GmbH

Geschäftsbereich Personal, Stefanie Reinhardt

42387 Wuppertal:

+49 202 6096-644

personal@ede.de, www.ede.de

Stahlreport 9|16

31


BDS

Research

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Gutes Geschäftsumfeld im ersten Halbjahr

Die deutsche Stahldistribution kann summa summarum mit dem ersten Halbjahr 2016 zufrieden sein.

Die Lagerabsätze sind sehr ordentlich und der Preisschub, der ab März zu verspüren war, hat bei

den meisten Unternehmen zu merklichen Umsatzsteigerungen geführt. Für eine kurze Zeit wurde die

sonst als Käufermarkt bekannte Stahlwelt zu einem Verkäufermarkt. Dass eine solche Situation nicht

das ganze Jahr andauern wird, ist jedoch auch allen Marktteilnehmern klar.

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im Bundesverband Deutscher

Stahlhandel (BDS), berichtet

über den Verlauf des ersten Halbjahrs

2016 für die Stahldistribution

auf Basis der vorliegenden Zahlen.

Wie üblich, ist die Analyse anhand

der Kriterien Lagerabsatz, Lagerbestand

und -reichweite sowie Lagerverkaufspreise

gegliedert.

Lagerabsatz

Der Absatz im Januar 2016 lag mit

gut 3 % knapp unter Vorjahresniveau

und belief sich auf insgesamt

862.000 t. Im Februar zogen die

Geschäfte dann aber trotz Karneval

merklich an. Der Lagerabsatz stieg

auf 910.000 t. Nachdem im März aufgrund

von Ferien und der Osterfeiertage

mit knapp 945.000 t etwas

weniger als im Vorjahresmonat abgesetzt

wurde, holte der April mit

954.000 t Lagerabsatz bei Walzstahlfertigerzeugnissen

wieder auf. Die

Entwicklung im Mai verlief um einiges

erfreulicher als im Jahr zuvor.

Insgesamt wurden 883.000 t abgesetzt.

Als der mengenmäßig beste

Monat seit Juli 2014 geht der Juni

2016 in die Annalen des deutschen

Stahlhandels ein. Es wurde mit

988.000 t Lagerabsatz nur knapp

die Millionen-Tonnen-Grenze verfehlt.

Insgesamt lagen die Lieferungen

des deutschen Stahlhandels im

ersten Halbjahr 2016 um 1,6 % höher

als dies in den Monaten Januar bis

Juni 2015 der Fall gewesen war.

Lagerbestand

Zu Anfang des Jahres war der Lagerbestand

im deutschen Stahlhandel

sehr niedrig. Seitdem wurden die

Läger Monat für Monat aufgebaut.

Ende Juni wurden 2,4 Mio. t

Bestand gemeldet. Verglichen mit

dem Vorjahresstichtag ist dies ein

Plus von 1 %.

Lagerreichweite

Als Ergebnis hoher Lagerabsätze

und nur geringen Bestandsaufbaus

belief sich die Lagerreichweite bei

Walzstahlfertigerzeugnissen im Juni

auf 2,4 Monate. Dies entspricht 72

Tagen.

Die Reichweite lag damit knapp

unter dem Vorjahreswert (vgl. Abb. 1).

Lagerverkaufspreise

Ab März hat bei den Stahlpreisen

eine Rallye eingesetzt, wie sie lange

nicht mehr erlebt wurde. Getrieben

durch gestiegene Rohstoffpreise und

weniger preisaggressive Importmengen

stiegen die Werkspreise spürbar.

Mit etwas Zeitversatz spiegelte sich

diese Entwicklung dann auch bei

den Verkaufspreisen des Handels

wider. Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens

für durchschnittliche

Verkaufspreise im kleinlosigen

Bereich zufolge wurden erstmals

im März bei fast allen Produkten

steigende Preise verzeichnet.

Im April und Mai hat die Dynamik

dann spürbar zugelegt. Bei allen

Produkten wurden teilweise kräftige

Preiserhöhungen gemeldet.

Im Juni war eine gewisse Beruhigung

zu spüren. Dennoch konnten

bei allen Produktgruppen mit

Ausnahme des Betonstahls in Stäben

und den Betonstahlmatten weitere

Preissteigerungen erzielt werden

(vgl. Abb. 2 und 3). 2

[ Info ]

Fragen zu den genannten statistischen

Größen beantwortet im Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) Jörg Feger,

Bereichsleiter Research:

Feger-BDS@stahlhandel.com

32 Stahlreport 9|16


Quelle Bild 2 u. 3: BDS Quelle: Statistisches Bundesamt/BDS

Absatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

140

120

100

80

60

40

20

0

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

160

150

140

130

120

110

100

90

Index (Januar 2010 = 100)

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

130

120

110

100

90

80

n Absatzindex (2007 = 100)

n Lagerreichweite in Tagen

94 91

98 97

92 93

92 95 92

95 96 99

89 87

86 91

89

61

200

180

160

140

120

100

80

60

40

84 81 84 78 75 72 75 81 75 72 72 102 78 75 72 72 81 72

20

0

Ø

2012

Ø

2013

Ø

2014

Ø

2015

Ø

2016

Juni

2015

Juli

2015

Aug.

2015

Sep.

2015

Okt.

2015

Nov.

2015

Dez.

2015

Jan.

2016

Feb.

2016

März

2016

Apr.

2016

Mai

2016

Juni

2016

1. Q. 2010

1. Q. 2010

2. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

1. Q. 2011

2. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

1. Q. 2012

2. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

1. Q. 2013

2. Q. 2013

2. Q. 2013

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr

3. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

1. Q. 2014

2. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

1. Q. 2015

2. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

1. Q. 2016

2. Q. 2016

2. Q. 2016

Absatz und Lagerreichweite

der

Stahldistribution

Preisentwicklung

bei Langprodukten

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Stahlreport 9|16

33


BDS

Bericht/Nachrichten

Start des neuen Jahrgangs verschoben

Digitales Fernstudium

Das BDS-Fernstudium wird mit dem 21. Jahrgang erst ab 1.7.17 in

einer voll digitalisierten Fassung fortgesetzt. Der ursprünglich noch

für dieses Jahr vorgesehene Start der neuen Studiengruppe, für die

lediglich eine teilweise digitalisierte Form vorgesehen war, ist

wegen nicht ausreichender Teilnehmerzahlen ausschreibungsgemäß

abgesagt worden. Darüber haben die beteiligten Verbände

Ende August informiert.

Dieses inzwischen dreijährige

und berufsbegleitende Weiterbildungsangebot

existiert für den Stahlhandel

bereits seit mehr als 20 Jahren und hat

in dieser Zeit rund 400 erfolgreiche

Absolventen hervorgebracht – seit 2013

als Betriebswirte qualifiziert. Der Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS) mit Sitz in Düsseldorf kooperiert

dazu seit einigen Jahren mit dem Wirtschaftsverband

Großhandel Metallhalbzeug

(WGM) und dem Verband Deutscher

Metallhändler (VDM), die beide

in Berlin ansässig sind.

Studieninhalte sind Themen der

Fachbereiche Technik, Wirtschaft und

Methoden. Dazu gibt es derzeit 27 Studienbriefe,

die – per Post verschickt

– von den Fernstudenten zu Hause

bearbeitet werden müssen. Dieses

Modell wird nun für den 21. Jahrgang

durch digitale Fassungen in der Ausprägung

von rund 60 Studienmodulen

ersetzt. Dafür bedienen sich BDS,

WGM und VDM der elektronischen

Bildungsplattform OLAT, mit deren

Hilfe neben der Information auch die

Kommunikation aller Beteiligten weiter

verbessert werden soll. Die vier

jeweils rund einwöchigen Präsenzphasen

sowie die damit verbundenen Prüfungsblöcke

bleiben im Wesentlichen

erhalten.

Der BDS und seine Kooperationspartner

haben die Verschiebung des

Starts für den 21. Jahrgang um neun

Monate bedauert, gleichzeitig aber

auch auf den Vorteil eines dann bereits

komplett reformierten Studiengangs

hingewiesen. In diesem Zusammenhang

hat die Staatliche Zentralstelle

für Fernunterricht (ZFU) als zuständige

Zulassungsbehörde zugestimmt,

dass die Anbieter das Studium in seiner

neuen Form auch schon vor der

für den Jahreswechsel avisierten

Genehmigung der neuen Lehrgangsplanung

bewerben dürfen.

Dieses didaktische Konzept soll

gewährleisten, dass die angebotenen

Inhalte der Technik (Werkstoff- und

Produktkunde mit Anarbeitung), der

Wirtschaft (Volks- und Betriebswirtschaftslehre

mit ihren für die Branchen

des Groß- und Außenhandels mit Stahl,

NE-Metallen und Schrott besonderen

Ausprägungen) und der Methoden (bis

hin zur Ausbildereignung) erfolgreich

vermittelt werden können – und zwar

auf der Niveaustufe 7 des Deutschen

Qualifikationsrahmens (DQR). Zur Einordnung:

Die für das Fernstudium

vorausgesetzte erfolgreiche Ausbildung

qualifiziert beispielsweise die

Kaufleute im Groß- und Außenhandel

für die DQR-Niveaustufe 4.

Der BDS und seine verbandlichen

Partner führen das Studienangebot

aus, wenn sich zwischen mindestens

15 und höchstens 30 Teilnehmer

anmelden. Als Anmeldeschluss für

den 21. Jahrgang ist derzeit der 31.5.17

avisiert. 2

Lernen ohne Ende

Aktuelle Seminare für den Stahlhandel

Nach Abschluss der Sommerpause setzt der Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS) ab Mitte September seine Schulungsveranstaltungen fort – auch mit Innovationen:

z Das Seminar „Stahlkunde“ (13.-15.9.16 in Offenburg) ist bereits ausgebucht.

z Freie Plätze dagegen gibt es noch für „Nichtrostende Stähle“ (12./13.10.16) und ‚Normen

sowie Abnahmeprüfzeugnisse für den Stahlhandel‘ (14.10.16). Durchführungsort ist

in beiden Fällen Soltau.

Die komplette Liste der aktuell terminierten Seminare ist auf der Rückseite dieses Heftes

abgedruckt. Dort wird auch über die neuen Verkaufsschulungen informiert: In zwei Veranstaltungen

(7./8.11.16 in Düsseldorf und 5./6.12.16 in Mannheim) geht es – gemäß der

üblichen Verkaufschronologie – um die Teilthemen „Neue A-Kunden gewinnen und Anfragen

professionell managen“ sowie „Mehr Aufträge durch professionelle Angebotsverfolgung

und effektive Preisverhandlung“.

Das Verkaufen im Stahlhandel ist im Übrigen auch ein Thema für die Zielgruppe der Auszubildenden.

Sie treffen sich zu ihrem nächsten Lernteam in dieser Angelegenheit am

26.10.16 in Stuttgart.

[ Info ]

Für Auskünfte und Anmeldungen per E-Mail: Wynands-BDS@stahlhandel.com.

Stahlhandelsakademie

Die für das kommende Jahr vorgesehenen

vier Sonderveranstaltungen des BDS – vom

Betonstahltag am 12.1.17 bis zum Stahlhandelstag

am 28.9.17 – sind gleichzeitig Treffen

der Stahlhandelsakademie für erfolgreiche

Absolventen des Fernstudiums. Entsprechende

Einladungen hat der Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) angekündigt.

Grundidee der StahlhandelsAkademie ist es,

den im dreijährigen Fernstudium berufsbegleitend

qualifizierten Branchenkennern zielgruppengerecht

Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten

auf hohem Niveau zu

ermöglichen. Dazu bieten im kommenden

Jahr die verbandlichen Tage zu Qualitäts- und

Edelstahl (9.2. in Düsseldorf) bzw. zu Betonstahl

(12.1.17 in Darmstadt) und zu Flachprodukten

(30.3.17 in Düsseldorf) werkstoffbzw.

produktbezogen sowie zur Ausbildung

(26./27.4.17 in Achern) besondere Gelegenheiten.

Und auf dem Stahlhandelstag

(28.9.17 in Darmstadt) stehen dann alle aktuellen

Aspekte der Branche im Fokus.

34 Stahlreport 9|16


Einladungen

BDS-Gebietsversammlungen

Die fünf BDS-Gebietsversammlungen

dieses Jahres stehen in der letzten Septemberwoche

an. Darauf hat der Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) seine

Mitgliedsunternehmen jetzt noch einmal in

einem Rundschreiben hingewiesen.

Jeweils zu Beginn der Veranstaltungen

wird BDS-Vorstand Oliver Ellermann ab

10 Uhr auf „Aktuelle Marktentwicklungen“

in der Branche eingehen. Gesichtspunkte

der Gebraucht-Maschinenmärkte

greift anschließend Geschäftsführer

Bernd Krause auf und will in diesem

Zusammenhang „Optimierungspotenzial

bei Lager und Logistik“ aufzeigen.

Schließlich wird Rechtanwalt Tim Lieber

zu aktuellen Rechtsthemen Stellung nehmen,

die auf den Märkten relevant sind.

Alle fünf Veranstaltungen enden jeweils

gegen 13 Uhr.

Die diesjährigen Termine:

z Montag, 26.9.16, Soltau (für die Gebiete

2 und 3)

z Dienstag, 27.9.16, Brehna (für die

Gebiete 1 und 4)

z Mittwoch, 28.9.16, Merklingen (für die

Gebiete 7 bis 9)

z Donnerstag, 29.9.16, Groß Gerau (für

das Gebiet 6)

z Freitag, 30.9.16, Duisburg (für das

Gebiet 5)

[ Info ]

Die Interessenten an den BDS-Gebietsversammlungen

sind gebeten, sich für die Veranstaltungen

anzumelden. Möglichkeiten dazu

und weitere Informationen gibt es auf

www.stahlhandel.com.

Vertriebler für den Innen- und/oder Außendienst …

29 Jahre alt, Vertriebserfahrung in den Bereichen KAM, Stahlhandel, -anarbeitung und

-verarbeitung, hoch motiviert, lernbereit und -fähig, hohe Auffassungsgabe, belastbar

… sucht ab sofort langfristige Stelle. (Zuschriften unter Chiffre: 160901)

Kaltgewalzte Flacherzeugnisse aus nicht rostendem Stahl mit Ursprung in Taiwan

Wiederaufnahme der Antidumpinguntersuchung

Die Europäischen Kommission hat

auf Antrag der European Confederation of

Iron and Steel Industries – Eurofer, der im

Namen von Herstellern gestellt wurde, auf

die mehr als 25 % der Gesamtproduktion

von kaltgewalzten Flacherzeugnissen aus

nicht rostendem Stahl entfallen, eine Untersuchung

eingeleitet. Es geht dabei um den

Fragenkomplex, ob sich die im August 2015

eingeführten Antidumpingmaßnahmen

gegenüber kaltgewalzten Flacherzeugnissen

aus nicht rostendem Stahl mit Ursprung in

Taiwan auf die Ausfuhrpreise, die Weiterverkaufspreise

oder die späteren Verkaufspreise

in der Union ausgewirkt haben.

Von der Untersuchung betroffen sind flachgewalzte

Erzeugnisse aus nicht rostendem

Stahl, nur kaltgewalzt, mit Ursprung in Taiwan.

Die betroffene Ware wird derzeit unter

den folgenden KN-Codes eingereiht:

72193100, 72193210, 72193290,

72193310, 72193390, 72193410,

72193490, 72193510, 72193590,

72202021, 72202029, 72202041,

72202049, 72202081 und 72202089

Für derartige Waren ist bei der Einfuhr in

die EU ein endgültiger Antidumpingzoll zu

zahlen, der mit der Durchführungsverordnung

(EU) 2015/1429 der Kommission vom

26. August 2015 (ABl. L 224 vom 27.8.2015,

S. 10) eingeführt worden war.

Der Antrag wurde damit begründet, dass

nach dem Untersuchungszeitraum der Ausgangsuntersuchung

und nach der Einführung

der Antidumpingzölle auf die Einfuhren

der zu untersuchenden Ware die Ausfuhrpreise

gesunken seien. Dies habe die beabsichtigte

Abhilfewirkung der geltenden Maßnahmen

untergraben.

Das Beweismaterial im Antrag deute darauf

hin, dass sich der Preisrückgang nicht mit

Veränderungen der Rohstoffpreise, Energiekosten,

Arbeitskosten, Abgabensätze oder

Wechselkurse erklären lasse. Zudem werde

die zu untersuchende Ware nach wie vor in

erheblichen Mengen in die Union eingeführt.

Stellungnahmen und Anträge interessierter

Parteien sind schriftlich innerhalb der in der

Bekanntmachung angegebenen Fristen bei

der EU-Kommission einzureichen.

[ Anschrift der Kommission ]

Europäische Kommission – Generaldirektion

Handel – Direktion H; Büro CHAR 04/039

1049 Bruxelles/Brussel; BELGIQUE/BELGIË

E-Mail: TRADE-SSCR-TW-ABSORPTION@

ec.europa.eu

Quelle: Bekanntmachung der Wiederaufnahme der

Antidumpinguntersuchung betreffend die Einfuhren

von kaltgewalzten Flacherzeugnissen aus nicht

rostendem Stahl mit Ursprung in Taiwan; ABl. C

291 vom 11.8.2016, S. 7.

Besondere Mitgliedschaften

Regelmäßig ehrt der Bundesverband Deutscher

Stahlhandel (BDS) anlässlich besonderer

Jubiläen die ihm angeschlossenen

Unternehmen. In den Hochsommermonaten

Juli und August betraf dies sechs Mitglieder:

z 25 Jahre dabei ist seit dem 14.8.91 die

SRH Stahl- und Rohr-Handel GmbH,

Robert-Bosch-Str. 20, 85235 Odelzhausen.

z Je auf eine 15-jährige Mitgliedschaft

zurückblicken können

– PKS GmbH Peter Kördell Stahlhandel

Hydraulikstahl, Schöllerheider Str. 10,

40822 Mettmann (12.7.01)

– Zentralverwaltung der REMAG AG, Ruhrorter

Str. 35-39, 68219 Mannheim

(9.8.01)

– REMAG AG Distribution und Service,

Regensburger Str. 422, 90480 Nürnberg

(9.8.01)

z Ein Jahrzehnt dem BDS die Treue gehalten

haben jeweils

– The Coating Company Holding GmbH,

Steinstr. 5, 57072 Siegen (18.7.06)

– Staufen Stahlhandel GmbH, Eichendorffstr.

1, 73095 Albershausen

(17.8.06)

Neue Mitgliedschaften

Drei neue Mitgliedsunternehmen konnte der

Bundesverband Deutscher Stahlhandel im

Laufe der Hochsommermonate Juli und

August in seinen Reihen erstmals begrüßen:

z JHG Juchheim Handels GmbH,

Postfach 1868,

68761 Hockenheim

z Peter Lafrentz GmbH & Co. KG,

Postfach 1649,

25746 Wesseln

z Krause Maschinenhandels & Service,

GmbH, Am Bürgerpark 28,

28832 Achim

Stahlreport 9|16

35


Verbände und

Organisationen

Bericht/Nachrichten

IBU-Tagung in Berlin

Nachhaltiges Bauen

Nachhaltiges Bauen am Objekt erleben – mit diesem Ziel hatte das IBU im Juni in das

Scandic Hotel am Potsdamer Platz in Berlin eingeladen. Dort sollte geklärt werden, wo im

Gebäude eigentlich die Nachhaltigkeit steckt.

Foto: IBU

Die Zertifizierung des Scandic Hotels war 2010

Teil der Pilotphase für die Erstellung des neuen Nutzungsprofils

für Hotels. Dabei erreichte das Vorhaben

das beste Bewertungsergebnis innerhalb der Piloten

und erhielt insgesamt die zweithöchste Auszeichnungskategorie.

„Wir wollten unseren Mitgliedern – Unternehmen

und Verbänden aller Arten von Bauprodukten und Baukomponenten

– die Möglichkeit bieten, ein zertifiziertes,

nachhaltiges Gebäude zu erleben und bei der Gelegenheit

direkt mit den für Planung, Bau und Betrieb

Verantwortlichen in Kontakt zu treten“, begründete

Burkhart Lehmann, Geschäftsführer im Institut Bauen

und Umwelt (IBU), die Entscheidung für den Mitgliedertag

im Scandic.

Kernthema der Veranstaltung waren Umwelt-Produktdeklarationen

(englisch Environmental Product

Declarations – kurz: EPDs) und ihre Bedeutung für das

nachhaltige Bauen – speziell als Datengrundlage für die

Experten aus verschiedenen Bereichen erläuterten am Beispiel des Scandic Hotels am

Potsdamer Platz, was ein nachhaltiges Bauwerk ausmacht (v.l.n.r.): Johannes Kreißig

(Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V.), Dr.-Ing. Burkhart Lehmann (Institut

Bauen und Umwelt e.V.), Dipl.-Ing. Hans Dieter Reichel (Architekten Reichel + Stauth),

Dipl.-Ing. Mark Kumar Bose (Masterplan Informationsmanagement GmbH), Marcel

Gröpler (Lindner Group KG), Heiko Kain (Scandic Berlin Potsdamer Platz).

Gebäudeplanung, -bewertung und -zertifizierung. Mit

ihren Deklarationen engagieren sich die Mitglieder des

IBU dafür, dass die Informationen über die Umweltwirkungen

ihrer Produkte für das nachhaltige Bauen genutzt

werden. Dazu betreibt das IBU ein EPD-Programm für

Bauprodukte sowie -komponenten in Deutschland und

Europa. Die enthaltenen Informationen in einer EPD

basieren auf einer Ökobilanz und werden erst nach

erfolgreicher Verifizierung durch unabhängige Dritte

vom IBU veröffentlicht.

Die Verwendung entscheidet

„Wie nachhaltig Bauprodukte sind, hängt vor allem

davon ab, wofür sie im Gebäudekontext verwendet werden“,

erklärte Burkhart Lehmann. „Zusammen mit anderen

Produkten bilden sie ein System, unterliegen Wechselwirkungen,

müssen verschiedene Anforderungen

erfüllen – deshalb sind Bewertungen und Vergleiche von

Bauprodukten auch erst auf Gebäude- oder Bauteil ebene

sinnvoll.“ Dementsprechend findet die Nachhaltigkeitsbewertung

auf Gebäudeebene statt.

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen

(DGNB), Kooperationspartner der Veranstaltung, betreibt

ein entsprechendes Gebäudezertifizierungssystem, das

neben der Ökologie eines Gebäudes auch die ökonomische,

technische, soziokulturelle und funktionale Qualität,

den Standort sowie die Prozessqualität bei Planung

und Bauausführung bewertet.

Aufgrund des positiven Feedbacks plant das IBU

bereits eine Fortsetzung der Veranstaltung für 2017,

bei der ein tieferer Einblick in das Bewertungssystem

Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude ermöglicht

werden soll. Das BNB wird vom Bundesministerium

für Umwelt, Naturschutz, Bau und

Reaktorsicherheit betrieben. Seine Anwendung auf

Bundesbauten ist ab einer Investitionssumme von

zwei Mio. € verpflichtend. 2

36 Stahlreport 9|16


Umformtechnik

Jubiläum des Fraunhofer-IWU in Chemnitz

Mehr als 500 Gäste haben im Juli in

Chemnitz das 25-jährige Jubiläum des

Fraunhofer-IWU mit einem festlichen wissenschaftlichen

Symposium und einer Feier

begangen. Dabei wurde vor allem deutlich,

welche Rolle die dort betriebene Forschung

bis heute sowie in der Zukunft für die

Umformtechnik und damit für die Bearbeitung

von Werkstoffen spielt.

Das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen

und Umformtechnik IWU hatte

1991 als erste Einrichtung der Fraunhofer-

Gesellschaft in Ostdeutschland seine Arbeit

aufgenommen. Die Kernkompetenz des IWU

richtetet sich bis heute auf die gesamte Prozesskette

und die damit verbundenen Werkzeugmaschinen

sowie den Werkzeug- und

Formenbau. Ressourceneffizienz und

Leichtbau standen und stehen im Fokus.

Vor diesem Hintergrund entwickelten die

Fraunhofer-Forscher innovative Umformverfahren,

wie das geregelte Tiefziehen oder

das Innenhochdruck-Umformen.

Angesichts der Energiewende und knapper

werdender Ressourcen denken die Forscher

des Fraunhofer IWU heute indus-

trielle Produktion von Grund auf neu und

entwickeln das E3-Konzept. Dessen E3

steht für Energie und Ressourcen einsparende

Technik, effiziente Fabriken und die

Einbindung des Menschen in der Produktion

der Zukunft. In der Einrichtung erforschen

die Wissenschaftler das Zusammenspiel

von innovativer Anlagentechnik,

ultrakurzen Prozessketten und umweltfreundlicher

Energieversorgung.

Voraussetzung für solche Konzepte ist die

durchgängige Digitalisierung und Vernetzung

der Produktion. In zahlreichen Projekten

mit kleinen und mittelständischen

Unternehmen will das Institut auch den

Transfer von entsprechendem Know-how in

die regionalen Wirtschaftskreisläufe unterstützen.

Wie die Wissenschaftler des Fraunhofer

Instituts für Werkzeugmaschinen und

Umformtechnik arbeiten, lässt sich am

23./24. September erleben. An diesem

Wochenende lädt die Spitzenforschungseinrichtung

zu einem Tag der offenen Tür.

(www.iwu.fraunhofer.de)

Nordwest zieht um

Nach 14-monatiger Bauzeit meldet die NORDWEST Handel AG Vollzug und kündigt ihren

Umzug von Hagen in die neue Firmenzentrale an, im Gewerbegebiet „Phoenix West“ in

Dortmund. Ab dem 19.9.16 sei sie dort unter den folgenden Kontaktdaten erreichbar:

Robert-Schuman-Str. 17, 44263 Dortmund, Telefon +49 231 2222-3001, Telefax +49 231

2222-3099. Die Tochtergesellschaften Nürnberger Bund Produktionsverbindungshandel

GmbH, HAGRO Haustechnik Großhandels GmbH, TeamFaktor NW GmbH, e-direct Datenservice

GmbH sowie Datenportal GmbH seien ab dem selben Zeitpunkt ebenfalls unter der

oben genannten Adresse zu erreichen. Mit dem Neubau habe man für den Produktionsverbindungshandel

ein einzigartiges Kompetenzzentrum geschaffen. Eine große Einweihungsfeier

sei nach Fertigstellung des großen Showrooms für das Frühjahr 2017 geplant.

Kooperation: Eco und IBU

Das Kölner Eco-Institut ist Kooperationspartner des Instituts Bauen und Umwelt e.V. (IBU)

geworden, einem Anbieter von Umwelt-Produktdeklarationen (Environmental Product Declarations

– EPD) mit Sitz in Berlin. Die Einhaltung bestimmter Prüfanforderungen und -zertifikate

kann in solchen Deklarationen dargestellt werden, die damit ein zentrales Informationsdokument

für nachhaltiges Bauen sind. Das eco-INSTITUT gehört seit mehr als 25 Jahren zu den

Anbietern für Emissions- und Schadstoffprüfungen von Bau- und Einrichtungsprodukten. Das

Prüfinstitut betreibt über 90 Emissionsprüfkammern aus Glas- und Edelstahl und bewertet

Produkte nach nationalen bzw. internationalen Anforderungen. Das IBU ist ein Zusammenschluss

von Bauprodukt- und Baukomponentenherstellern, die sich der Förderung von mehr

Nachhaltigkeit im Bauwesen verschrieben haben. Es bietet als Herstellervereinigung eine

geschlossene Außendarstellung von Umwelt-Produktdeklarationen.

Gipfeltreffen

Oberflächentage des ZVO

in Garmisch-Partenkirchen

Die Oberflächentage des ZVO sind

angesichts des Veranstaltungsortes diesmal

ein wirkliches Gipfeltreffen; sie finden

vom 21.-23.9.16 in Garmisch-Partenkirchen

statt. Die Teilnehmer erwartet ein

vielschichtiges Vortragsprogramm zu

Neuigkeiten und insbesondere zur Bedeutung

von Industrie 4.0 für die Galvanotechnik

sowie zu Brandschutzfragen. Mit dem

„Forum Bauteilreinigung“ am 22.9. bietet

das Treffen auch innovative Lösungen und

praxisorientiertes Wissen für diesen qualitätsentscheidenden

Fertigungsschritt.

Die Teilnehmer erwartet bei den diesjährigen

Oberflächentagen des Zentralverbands

für Oberflächentechnik (ZVO) sowohl ein

Vortrags- als auch ein Diskussionsprogramm.

National und international tätige

Fachleute aus Forschung und Praxis referieren

u.a. zu Themen wie: Neues zu

REACH, Industrie 4.0 – Bedeutung für die

Galvanotechnik und Betrachtung der Ist-

Situation, funktionelle Oberflächensysteme,

anwendungsnahe Zukunftstechnologien,

kathodischer Korrosionsschutz sowie

Bandgalvanisierung.

Die integrierte Sonderveranstaltung „Vorbeugender

Brandschutz“ am 22.9. thematisiert

die spezifischen Anforderungen von

Unternehmen in der Galvanotechnik.

In neun Vorträgen vermittelt das „Forum

Bauteilreinigung“ des Fachverbands industrielle

Teilereinigung e. V. (FiT) am 22. 9.

Wissen, um die für die Beschichtung erforderliche

Sauberkeit stabil und wirtschaftlich

zu erzielen. So werden beispielsweise

bionisch entwickelte Reiniger zur Entfernung

von Polierpasten-Rückständen in

metallischen Riefen und von Flugrost

beziehungsweise Eisenoxid-Rückständen

nach dem thermischen Entgraten vorgestellt.

Ergänzt wird das Programm durch eine

fachbegleitende Industrieausstellung.

Namhaften Unternehmen aus der Galvanound

Oberflächentechnik präsentieren Neuund

Weiterentwicklungen.

[ Info ]

Weitere Informationen, das Programm,

Vortragsinhalte und Referenten sind auf

www.oberflaechentage.de abrufbar.

Stahlreport 9|16

37


Verbände und

Organisationen

Bericht/Nachrichten

Was den Verein der Werkzeugmaschinenfabriken immer noch umtreibt

Schnittstellenstandard zum Jubiläum

Um die Verbindung digitaler Maschinen untereinander will sich der VDW besonders kümmern. Er hat

deshalb nach eigenen Angaben in diesem Sommer erstmals einen umfassenden und doch flexibel

anwendbaren Standard formuliert, mit dem Roboter oder andere Werkstück-Trägersysteme einfacher

in ein Fertigungssystem integriert werden können. Erst im Juni hatte der Verband sein 125-jähriges

Bestehen gefeiert und aus diesem Anlass u.a. nach der Werkzeugmaschinenwelt im Jahr 2041 gefragt.

Der genannte Standard soll in

den kommenden Wochen auch dem

zuständigen technischen Komitee der

Internationalen Organisation für Standardisierung

ISO vorgelegt werden.

„Damit leiten wir eine erste weltweit

gültige Norm für Schnittstellen in automatisierten

Fertigungssystemen in

die Wege“, freut sich Dr. Hartmuth

Müller, Vorsitzender der Arbeitsgruppe

„Schnittstelle Werkzeugmaschine

– Automation“, die den Standard

im Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken

(VDW) mit Sitz in

Frankfurt am Main erarbeitet hat.

Erst vor kurzem hat die Wissenschaftliche

Gesellschaft für Produktionstechnik

– ein Zusammenschluss

führender deutscher Professoren des

Fachgebiets – die kleinen und mittelständischen

Betriebe gewarnt, die

Revolution der digitalisierten Wertschöpfungsketten,

die durch Industrie

4.0 möglich werde, nicht zu verpassen.

Die fehlenden Standards für

die Vernetzung von Produktionsanlagen,

geschweige denn ganzer Produktionsketten,

bemängeln nicht nur Wissenschaftler.

„Die Betriebe tragen oft

lange Kämpfe aus, bis ihre Maschinen

in einer automatisierten Produktionskette

miteinander kommunizieren

können“, weiß auch Ralf Reines,

technischer Referent beim VDW.

Der neu erstellte Standard sei

modular anwendbar, um unterschiedlichsten

Anforderungen gerecht zu

werden. Insgesamt könne zwischen

drei Stufen und verschiedenen Optionen

gewählt werden, um die Standards

projektspezifisch auszulegen.

Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie

gehört zu den fünf größten

Fachzweigen im Maschinenbau.

Sie liefert Produktionstechnologie für

die Metallbearbeitung in alle Industriezweige.

2015 produzierte die Branche

mit rd. 68.500 Beschäftigten (Jahresdurchschnitt

2015, Betriebe mit

mehr als 50 Mitarbeitern) Maschinen

und Dienstleistungen im Wert von rd.

15,1 Mrd. €. Der zuständige Branchenverband

war 1891 gegründet worden

(vgl. 7/8 16, S. 56f). 2

Quellen,2: VDW

Die reale (links) und die zeichnerische Pointierung der

Herausforderung: Wenn Schnittstellen nicht zueinander

passen, können sich Roboter und Maschine nicht über

das weitere Vorgehen verständigen.

38 Stahlreport 9|16


33. Deutscher

Logistik-Kongress

Unter dem Motto „Den Wandel gestalten“

findet vom 19.-21.10.2016 der 33. Deut -

sche Logistik-Kongress in Berlin statt. Im

Fokus des Kongresses steht die Frage,

wie die Integration von Logistik und IT

Unternehmensstrukturen, Branchengrenzen

und Geschäftsmodelle verändern

wird. In vielen Präsentationen, Diskussionen

und Fachsequenzen geht es dabei

um Themen wie „Die digitale Zukunft der

Industrie“, „Vernetzte Logistik“, „Cloud

und Sicherheit“ und vieles mehr. Zu dem

Kongress rechnet die veranstaltende Bundesvereinigung

Logistik (BVL) e.V. mit

mehr als 3.000 Teilnehmern aus den

Bereichen Industrie, Handel, Dienstleistung,

Wissenschaft und Gesellschaft.

Referenten bei diesem branchenübergreifenden

Dialog sind u.a. Ulrich Grillo, Präsident

des BDI, Joachim Drees, Vorstandsvorsitzender

von MAN SE, und

Karl-Theodor zu Guttenberg, Chairman

von Spitzberg Partners LLC, USA.

[ Info ]

Stahlanwendungsforschung: Stiftungsgeburtstag

Mit einer Festveranstaltung in Essen hat die Stiftung Stahlanwendungsforschung am 30.

Juni an ihre Gründung vor 30 Jahren erinnert. In diesen drei Jahrzehnten hat die Stiftung

235 Forschungsvorhaben mit einem Fördervolumen von rund 53 Mio. € betreut. Gefördert

wurden bzw. werden Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur Stärkung der Stahlanwendung.

Deshalb arbeiten bei vielen Vorhaben Stahlhersteller und -verarbeiter zusammen.

Dadurch habe die Wettbewerbsfähigkeit der Branche verbessert werden können, verlautbarte

die Düsseldorfer Wirtschaftsvereinigung Stahl aus Anlass des Jubiläums – und erinnerte

an eine kuriose Gründung: Bei der Abwicklung der stahlnahen „Preisausgleichskasse

für revierferne Gebiete“ war ein Überschuss entstanden, den der damalige Bundeswirtschaftsminister

Martin Bangemann in das Stiftungsvermögen einbrachte, das heute 60

Mio. € beträgt.

ZVEH in der Bauwirtschaft

Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke

(ZVEH) ist im Juli Mitglied der Bundesvereinigung Bauwirtschaft geworden, dem Zusammenschluss

des deutschen Bau- und Ausbauhandwerks. Mit dem ZVEH sind 55.579 Unternehmen

mit 475.702 Beschäftigten hinzugekommen, die zusammen einen Umsatz von

rund 53 Mrd. € erwirtschaften. Damit vertritt der Branchenverband nun 350.000 Betriebe

mit rund 2,9 Mio. Beschäftigten und einem Umsatz von rund 288 Mrd. €. Der Vorsitzende

der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Karl-Heinz Schneider, sagte dazu: „Mit diesem wichtigen

Verband ist ein starker Player am Markt nun in unseren Reihen.“ ZVEH-Präsident

Lothar Hellmann: „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit im starken Verbund der Bauund

Ausbaugewerke. Unser … Ziel ist es, das Handwerk als ersten Ansprechpartner für Verbraucher

und Politik in den … Märkten der Gebäudetechnik und der Energiedienstleistungen

zu positionieren.“

Programm, Anmeldung und weitere Informationen

unter www.bvl.de/dlk

Tagung zum Korrosionsschutz

im Leichtbau

Beim Thema Leichtbau geht es nicht nur

um Stahl. Vor allem Aluminium- und Magnesiumlegierungen

sowie innovative

Hybridstrukturen zählen zu den Werkstoffen,

mit denen Leichtbaukonzepte erfolgreich

umgesetzt werden können. Verbunden

damit sind neue Herausforderungen

beim Oberflächen- und Korrosionsschutz.

Diesem Thema widmet sich die Tagung

„Korrosionsschutz im Leichtbau“, die von

der DFO am 27./28.9.16 in Wiesbaden

durchgeführt wird. Bei der zweitätigen

Veranstaltung der Deutschen Forschungsgesellschaft

für Oberflächenbehandlung

e. V. (DFO) bieten Experten aus

Industrie und Forschung in 16 Vorträgen

Informationen über neue Entwicklungen

sowie Erfahrungsberichte. Die Tagung

richtet sich an Unternehmens- und

Lackierereileiter, Fach- und Führungskräfte

aus Produktion und Produktionsplanung,

Entwickler, Konstrukteure sowie

Mitarbeiter aus der Qualitätssicherung.

Weitere Informationen gibt es unter

www.dfo.info.

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Lagern von Metall Maschinen und Werkzeugen erfordert

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Stahlreport 9|16

39


www.dvs-congress.de/2016

Verbände und

Organisationen

Bericht/Nachrichten

Neuer Berliner Stahldialog

In der Reihe der Berliner Stahldialoge hat die

Düsseldorfer Wirtschaftsvereinigung Stahl zu

der nächsten Veranstaltung für den 21. 9.16 für

die Zeit ab 17 Uhr in das Humboldt Carré der

Hauptstadt eingeladen, Behrenstraße 42. Der

Hintergrund: Trotz all ihrer Stärken stehe die

Branche der Stahlherstellung vor existenziellen

Fragen: Welche Leistungskraft kann sie noch

entwickeln, wenn ihre Aktionsräume, z. B. durch

steigende Belastungen beim Klimaschutz und

Emissionshandel, immer enger werden? Wie

stellt sie sich im globalen Wettbewerb auf und

wie reagiert sie auf dessen Verzerrungen? Beim

Berliner Stahldialog diskutieren Entscheider aus

Politik und Wirtschaft über die richtigen politischen

Antworten auf aktuelle Herausforderungen,

die für die Stahlindustrie in Deutschland

zukunftsweisend sind.

DVS Congress 2016

Der diesjährige DVS CONGRESS findet am 19.

und 20. September statt. Der Deutsche Verband

für Schweißen und verwandte Verfahren e. V.,

DVS, lädt dazu seine Mitglieder sowie alle Experten

und Interessierten der Fügetechnik nach

Leipzig ein. Im Mittelpunkt

des Kongresses stehen

Erfahrungen aus der

betrieblichen Praxis sowie

jüngste Erkenntnisse aus

Forschung und Technik.

Die Große Schweißtechnische

Tagung (GST) und

PROGRAMM

DVS CONGRESS 2016

19./20. September 2016, Leipzig

der DVS-Studentenkongress

bieten im Rahmen

(KONGRESSHALLE am ZOO)

Große Schweißtechnische Tagung

DVS-Studentenkongress 2016

im CONGRESS CENTER LEIPZIG

des DVS CONGRESS Vortragsreihen

mit aktuellen

Themen. So geht es beispielsweise

um die

Anwendung der DIN EN 1090, Festigkeitsfragen

und den Einsatz von Werkstoffen beim Stahlbau.

Rund um die Weiterentwicklung von Fügeverfahren

stehen dann beispielsweise moderne Lichtbogenschweißverfahren,

die additive Fertigung,

das Strahl- und das Widerstandspunktschweißen

im Fokus. Aktuelle Anforderungen an die

Fügetechnik werden unter dem Schwerpunkt

„Industrie 4.0“ diskutiert.

Der DVS-Studentenkongress konzentriert sich

auf die Themen „Mischverbindungen im automobilen

Leichtbau“, „Simulationsmodelle in der

Lasertechnik“ sowie „Werkstofftechnische

Herausforderungen und Prüfverfahren“. Mit diesen

Vortragsreihen bietet der DVS angehenden

Ingenieuren die Gelegenheit, ihre Arbeiten vorzustellen

und sich selbst einem Fachpublikum

zu präsentieren. Zusätzlich werden die beiden

Bild: DVS

besten Beiträge mit dem DVS-Nachwuchs-

Award ausgezeichnet.

[ Info ]

Programm, Anmeldeformular und weitere Informationen

unter www.dvs-congress.de/2016

Werkstofftreffen

in Darmstadt

Vor dem Hintergrund des Erfolgs der Werkstoffwoche

im vergangenen Jahr in Dresden mit über

1.800 Besuchern hat die in Frankfurt/Main

beheimatete Deutsche Gesellschaft für Materialkunde

e.V. (DGM) zum Kongress „Materials Science

and Engineering“ (MSE) eingeladen, der

vom 27.-29.9.16 in Darmstadt stattfindet. Für

den Kongress mit mehr als 120 Sessions sind

über 700 Vorträge und mehr als 250 Posterbeiträge

eingereicht worden. Der in der hessischen

Tagungsstadt vorgeschaltete DGM-Tag am 26.9.

besteht aus unterschiedlichen Programmteilen;

für Besucher des DGM-Tages sind zentrale Veranstaltungen

der MSE inbegriffen. Das Nachwuchsforum

findet bereits

vom 25.-28.9.16 in Darmstadt statt.

[ Info ]

Weitere Informations- und Anmeldemöglichkeiten

gibt es unter www.dgm.de.

Rostfrei: Werkstofftage

„Focus Rostfrei“ veranstaltet – gemeinsam mit

Partnern – die „Werkstofftage 2016“ in Düsseldorf,

am 4./5.10.16. das Treffen soll Wege aufzeigen,

wie in dem so angesprochenen Materialbereich

mit fundiertem Wissen um

Werkstoffeigenschaften und entsprechenden

Anwendungen im globalen Wettbewerb gepunktet

werden kann. Die Tagung beginnt und endet

jeweils am Mittag. Vorgesehen sind sieben Vorträge

sowie eine Abendveranstaltung.

[ Info ]

Weitere Informationen gibt es unter

www.werkstofftage.de

Bildrechte: BGA

Sensorik-Aktorik-

Kongress des ZVEI

Der Wahrnehmung und Umsetzung von Signalen

kommt in der Produktion eine besondere

Bedeutung zu – gerade im Zeitalter von Industrie

4.0. Vor diesem Hintergrund hat der ZVEI

für den 29.9.16 unter dem Titel „Industrie 4.0 –

Sensorik-Aktorik-Kongress“ nach Darmstadt eingeladen.

Das Thema ist allerdings nicht nur für

den Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

(ZVEI) wichtig, sondern auch für

andere Akteure aus den entsprechenden Wertschöpfungsketten

interessant. „Digitalisierung

ist die Zukunft der Wirtschaft“ wird ZVEI-Präsident

Michael Ziesemer einleitend begründen,

und zum Abschluss der Tagung steht ein Besuch

des Industrie-4.0-Kompetenzzentrums in der

hessischen Stadt auf dem Programm.

[ Info ]

Einzelheiten dazu gibt es unter www.zvei.org.

Weniger Unfälle in der

Stahlindustrie

Die Unfallhäufigkeit in der Stahlindustrie in

Deutschland ist im Jahr 2015 um rund 11 % im

Vergleich zum Vorjahr gesunken. Auf 1 Mio.

Arbeitsstunden gab es 8,1 meldepflichtige

Betriebsunfälle, 2014 waren es 9,1. Damit setzt

sich ein positiver Trend fort: Seit 1995 ist die

Unfallhäufigkeit um 79 % gesunken. „Wir freuen

uns, dass wir diese positiven Zahlen vorlegen

können“, so Dr. Peter Dahlmann, Geschäftsführender

Vorstand des Stahlinstituts VDEh. „Wir

werden auch in Zukunft alles daransetzen, sie

durch Koordination von Arbeitssicherheit und

präventiver Arbeitsmedizin weiter zu verbessern.“

BGA-Unternehmertag mit

Kanzlerin Merkel

Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel,

Dienstleistungen e.V. (BGA) lädt am 5. Oktober

2016 zu seinem Unternehmertag ins Verbändehaus

nach Berlin. Mit Meinungsführern aus Handel

und Dienstleistungen, hochrangigen Vertretern

aus Politik, Diplomatie, Verwaltung und

Medien sowie Repräsentanten weiterer Spitzenverbände

der deutschen Wirtschaft ist der BGA-

Unternehmertag politische Leitveranstaltung

des Verbands. Der BGA-Unternehmertag 2016

wird von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel mit

einer wirtschaftspolitischen Grundsatzrede

eröffnet. Weitere Referenten sind u.a. Bundeswirtschaftsminister

und Vizekanzler Sigmar

Gabriel sowie der Bundesvorsitzende der FDP,

Christian Lindner.

In der Mitte: Kanzlerin Angela Merkel mit BGA-Präsident

Anton F. Börner

40 Stahlreport 9|16


Geschäftsführer laden nach Würzburg ein

Stahlbautag

Die Geschäftsführer des Bauforums Stahl, Dr. Bernhard Hauke und

Volker Hüller, haben noch einmal ausdrücklich zur Teilnahme am

Deutschen Stahlbautag nach Würzburg eingeladen. Bedient werden

die Branche und ihre Partner dort vom 6. bis 7. Oktober 2016 –

wie bereits mehrfach im Stahlreport zu Details berichtet – mit

einem Kongress, einer Fachausstellung sowie mit einem Tag der

Stahl-Architektur.

„Mit dem Kongresstitel 2016

(‚Stahl! Die Lösung im Bauwesen‘, Anm.

d. Red.) greifen wir den Leitgedanken

unserer Mission auf und geben ein starkes

Signal für den gesamten Wirtschaftsstandort

Deutschland“, erklärte

Dr. Bernhard Hauke, Geschäftsführer

und Sprecher bauforumstahl e.V., im

Vorfeld des Branchentreffens, zu dem

mehr als 1.000 Experten erwartet werden.

z Im ersten Teil der dreizügigen Vortragsreihe

wird Neues aus Forschung,

Entwicklung und Normung vorgestellt.

z Teil II befasst sich mit derzeit aktuellen

Entwicklungen des Stahlbaus.

z Im dritten Teil der Vortragsreihe werden

wirtschaftliche und rechtliche

Aspekte beleuchtet.

„Diese drei Grundaspekte unserer Vortragsreihe

ziehen sich wie ein roter

Faden durchs Programm und bieten

den Teilnehmern einen maximalen Praxisbezug“,

so Volker Hüller, ebenfalls

Geschäftsführer des Bauforums.

Kongress mit Abendveranstaltung

Im Rahmen der Abendveranstaltung

haben die Teilnehmer Gelegenheit, das

Programm zu diskutieren und Kontakte

zu knüpfen. Höhepunkt dieses

Veranstaltungsteils wird die Auszeichnung

des Deutschen Stahlbaues 2016,

bei der eine aus dem Stahlbau bekannte

Persönlichkeit für sein Lebenswerk und

die zielstrebige Entwicklung seines

Stahlbauunternehmens mit zukunftsfähiger

Strategie geehrt wird.

An beiden Tagen öffnet die Fachausstellung

jeweils mit Beginn der Veranstaltung

und bietet die Möglichkeit,

sich ausführlich über die Produkte und

Dienstleistungen der präsentierenden

Unternehmen zu informieren. Unter

den Ausstellern: ArcelorMittal, Hasslin-

Fotos, 2: bauforumstahl

ger Stahlbau, Unger Stahlbau sowie

Züblin Stahlbau.

Ausstellung und Architekturtag

Zusätzliche Information und Inspirationen

soll am 7. Oktober der Tag der

Stahl.Architektur bieten. Erstmalig präsentiert

sich aus diesem Anlass die

Bjarke Ingels Group (BIG) aus Kopenhagen

mit ausgewählten Projekten. Die

Architekten haben sich durch Bauprojekte

wie das Danish Maritime Museum

bei Kopenhagen, Wettbewerbsbeiträgen

wie „The Spiral“ in New York sowie

neue Großwohnformen einen Namen

gemacht. Ein Vortrag von schlaich bergermann

und partner aus Berlin will

die konstruktiven Aspekte und Möglichkeiten

beim Entstehen von Stahlarchitektur

aufzeigen. Anschließend stehen

die Verleihung des Förderpreises

des Deutschen Stahlbaues und des

neuen DASt-Forschungspreises für den

Nachwuchs auf dem Programm. Höhepunkt

ist dann die Verleihung des

BMUB-Sonderpreises für nachhaltige

Stahlarchitektur und des Deutschen

Stahlbaupreises 2016. Die Preisträger

stellen ihre Projekte vor.

Der Veranstalter, das Bauforum

Stahl, fördert das Bauen mit Stahl und

sieht sich als ein Forum rund um Architektur.

2

Dr. Bernhard Hauke,

Geschäftsführer

und Sprecher des

Bauforums Stahl.

Volker Hüller,

Geschäftsführer des

Bauforums Stahl.

[ Info ]

Weitere

Informationen

zum

38. Deutschen

Stahlbautag

gibt

es unter

www.bauforumstahl.de.

Erfolgreiche Tagung „Massiver Leichtbau in Fahrzeugen“:

Über 170 Teilnehmer erfuhren, dass der

innovative Leichtbau bei einem leichten Nutzfahrzeug

potenziell knapp 100 kg einsparen kann.

Erfolgreiche Kundentagung

Innovative Lösungen für

leichtere Fahrzeuge

Zwei Tage, vier Sessions, 26 Vorträge,

mehr als 170 Teilnehmer: Die zweite Kundentagung

zum Thema „Massiver Leichtbau in Fahrzeugen“

am 31. Mai und 1. Juni 2016 in Stuttgart

hat beweisen: Das Interesse an innovativen

Lösungen zur Gewichtseinsparung in Fahrzeugen

ist groß. In der zweiten Auflage der Veranstaltung

ging es in erster Linie um die Ergebnisse

einer Studie, in der die Initiative Massiver Leichtbau

zusammen mit der fka Forschungsgesellschaft

Kraftfahrwesen mbH, Aachen, die Leichtbaupotenziale

eines leichten Nutzfahrzeugs untersucht

hat.

Zwei Tage lang informierten die Mitglieder der

Initiative Massiver Leichtbau, einem Konsortium

aus Firmen und Dienstleistern der Stahlherstellung

und Massivumformung, dem

Industrieverband Massivumformung sowie

dem Stahlinstitut VDEh, über die Ergebnisse

der Studie. Vorgestellt wurden konstruktive

und werkstoffliche Potenziale zur Gewichtseinsparung

in Antriebsstrang und Fahrwerk eines

Kraftfahrzeugs. Insbesondere die großen

Automobilhersteller werden so über die Möglichkeiten

neuer Technologien informiert und

für das Thema aufgeschlossen.

Nach der Studie des fka können in einem

leichten Nutzfahrzeug bis 3,5 t zulässigem

Gesamtgewicht bis zu 99 kg durch innovativen

Leichtbau eingespart werden. Bei einem Pkw

sind es, so das Ergebnis einer ersten Studie,

immerhin bis zu 42 kg. Aufgrund der großen

Resonanz auf die ersten beiden Studien denkt

die Initiative Massiver Leichtbau nun darüber

nach, in einer dritten Studie die Leichtbaupotenziale

in elektrifizierten Antriebsträngen zu

untersuchen und auch das schwere Nutzfahrzeugsegment

in die Leichtbauanalysen einzubeziehen.

Bildrechte: Wilhelm Mierendorf

Stahlreport 9|16

41


Wissenswertes

Bericht/Nachrichten

Kaufleute und Digitalisierung

Doppelprojekt zur Ausbildung

Der BGA hat in der neuesten Ausgabe seines Berufsbildungsreports über zwei wichtige Projekte

informiert, den aktuellen Megatrend zur Digitalisierung auch in der kaufmännisch ausgerichteten

Ausbildung zu verankern – erstens neu für sogenannte „Kaufleute im E-Commerce“ (Arbeitstitel)

und zweitens reformiert für die traditionellen Kaufleute im Groß- und Außenhandel.

Wegen der engen Zusammenarbeit

zwischen dem Bundesverband

Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen

(BGA) und dem Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS) in Berufsbildungsfragen sind

im Übrigen auch die Interessen der

Stahldistribution in die angesprochenen

Vorhaben zum E-Commerce

sowie für den Groß- und Außenhandel

eingebunden.

E-Commerce

Aufgrund des wachsenden Bedarfs

an Fachkräften im Bereich des Vertriebs

von Waren und Dienstleistungen

über das Internet will die

Wirtschaft nach BGA-Angaben im

Einvernehmen mit den Gewerkschaften

einen völlig neuen, branchenübergreifenden

Beruf („Kaufmann

im E-Commerce“) schaffen.

Ausgehend vom klassischen Versandhandel

habe der E-Commerce

wachsende Bedeutung in vielen

Wirtschaftsbereichen, z.B. auch im

Großhandel.

Der geplante dreijährige Ausbildungsberuf

soll allerdings nicht in direkter

Konkurrenz zu klassischen

Waren- und Dienstleistungskaufleuten

stehen – wie Groß- und Außenhandelskaufmann,

Einzelhandels-

kaufmann oder Tourismuskaufmann.

Vielmehr soll dieser Ausbildungsberuf

eine sinnvolle Ergänzung des

Spektrums der entsprechenden dualen

Möglichkeiten darstellen. Der

Ausbildungsgang soll insbesondere

Berufsbildpositionen für den Neuen Ausbildungsberuf

Für den neuen Ausbildungsberuf zum Kaufmann E-Commerce sind folgende

Berufsbildpositionen geplant:

z Shopmanagementsystem einsetzen

z Onlineshop/Onlinebuchungsportal bewirtschaften

z Waren- und Dienstleistungssortiment entwickeln, Einkauf unterstützen

z Vertragsabwicklung (Retouren- bzw. Stornomanagement unterstützen,

Distribution einleiten, Bezahlung abwickeln)

z Kundendialog/Kundenansprache/Kundenservice

z Online-Marketing umsetzen

z Kaufmännische Steuerung und Kontrolle

z Berufsbildung, arbeits- und sozialrechtliche Vorschriften

z Bedeutung und Struktur des Vertriebswegs E-Commerce und des Ausbildungsbetriebes

z Information und Kommunikation

z Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit

z Umweltschutz

42 Stahlreport 9|16


Kompetenzen vermitteln, die durch

die Möglichkeiten des Internets und

der Digitalisierung im Onlinevertrieb

von Waren und Dienstleistungen

gefragt sind (vgl. Kasten, S. 42).

Auf diesem Weg solle letztlich

auch die duale Berufsausbildung

gegenüber der akademischen Bildung

im zukunftsträchtigen Online-

Markt gestärkt werden.

Ein erstes Konzept für den neuen

Beruf hatte Mitte 2015 der Einzelhandelsverband

HDE zur Diskussion

gestellt. Seitdem haben viele Branchen

Interesse und Bedarf an diesem

speziellen Beruf für den E-Commerce

angemeldet. Auch im Großund

Außenhandel gibt es den

Wunsch nach einem internetaffinen

Ausbildungsberuf für die Bewirtschaftung

von Webshops und damit

zusammenhängende Tätigkeiten wie

Datenanalyse, Online-Marketing usw.

Der neue Beruf könnte zum 1.

August 2018 in Kraft gesetzt werden.

Groß- und Außenhandel

Zudem ist die Neuordnung des

Berufs Kaufmann/-frau im Groß- und

Außenhandel aktuell. Das entsprechende

Berufsbild war zuletzt 2006

reformiert worden.

Seitdem haben sich nach Ansicht

des BGA und seiner Mitgliedsverbände

die Anforderungen an die Mitarbeiter

im Groß- und Außenhandel

weiterentwickelt. Unter anderem

würden mit der fortschreitenden

Digitalisierung und der wachsenden

Bedeutung des E-Commerce neue

Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten

in der Arbeitswelt benötigt.

Diese veränderten Anforderungen

sollten deshalb zukünftig auch in

der traditionellen Berufsausbildung

für Kaufleute im Groß- und Außenhandel

berücksichtigt werden.

Der BGA-Berufsbildungsausschuss

hat daher beschlossen, nach

fast zehn Jahren eine umfassende

Modernisierung des Berufsbildes

anzustreben, insbesondere im Hinblick

auf die Digitalisierung von

Geschäftsprozessen (E-Business)

und auf den Vertriebsweg Internet.

In dieses Reformvorhaben könnten

dann auch erste Erfahrungen

mit dem neuen Ausbildungsberuf

zum E-Commerce eingehen. 2

Für Forschung und Lehre

Echtzeitsimulationssystem von SMS

Der Maschinen- und Anlagenbauer

SMS mit Standort im siegerländischen Hilchenbach

hat dem Siegener Lehrstuhl für

Elektrische Maschinen, Antriebe und Steuerungen

ein Echtzeitsimulationssystem übergeben.

Die SMS group GmbH arbeitet bereits seit

vielen Jahren mit dem genannten Lehrstuhl

unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Günter

Schröder zusammen. Deshalb haben zahlreiche

Studenten bei SMS im Rahmen von

Praktika, Bachelor- und Masterarbeiten

erlerntes theoretisches Wissen an praktischen

Aufgabenstellungen aus dem Bereich

der Hütten- und Walzwerkstechnik erproben

können.

Die nun aktuellen Simulationssysteme werden

bei SMS zum Testen der Automatisierungslösungen

für Anlagen aus dem Bereich

der Hütten- und Walzwerke eingesetzt. Die

Systeme bilden alle relevanten technischen

und technologischen Prozesszusammenhänge

ab. Die realen Steuerungsgeräte und

die dazugehörige Software werden mit der

Auf IT gebaut

Neue Auslobung

Beim Wettbewerb „Auf IT gebaut“

sind in den vergangenen 15 Jahren 150

Preise vergeben worden. Jetzt können Auszubildende,

Studierende und junge Berufstätige

wieder ihre Ideen und Lösungen zur

Digitalisierung am Bau einreichen. Beiträge

können bis zum 21.11.16 bei der RG-Bau im

RKW-Kompetenzzentrum vorgelegt werden.

Gesucht werden innovative und praxisgerechte

digitale Lösungen für die Bauwirtschaft

in den Wettbewerbsbereichen Architektur,

Bauingenieurwesen,

Baubetriebswirtschaft sowie im gewerblichtechnischen

Bereich.

Auf die Gewinner warten Preisgelder in

Höhe von insgesamt 20.000 €. Zusätzlich

wird auch in diesem Jahr ein Sonderpreis

Foto: SMS

Die SMS group hat das Echtzeitsimulationssystem

an den Lehrstuhl für Elektrische Maschinen,

Antriebe und Steuerungen der Universität

Siegen übergeben – v.l.n.r.: Prof. Dr.-Ing. Günter

Schröder, Universität Siegen; Dr.-Ing. Hubertus

Schauerte, SMS group, Jan Philipp Jung,

Student; Dipl.-Ing Detlef Ehlert, SMS group.

Simulation verbunden und an dieser virtualisierten

Anlage getestet. Nachfolgende Inbetriebnahmen

werden dadurch deutlich verkürzt.

Sogar das Bedienpersonal der

Kunden kann mit dieser Vorgehensweise –

ähnlich wie Piloten an einem Flugsimulator

ausgebildet – bereits vor dem eigentlichen

Produktionsbeginn mit der Anlage vertraut

gemacht werden.

vergeben. Die Preisverleihung findet auf der

Weltleitmesse BAU in München am 17.

Januar 2017 statt.

Auf der Website www.aufitgebaut.de sind

alle weiteren Informationen zu Anmeldemöglichkeiten,

Organisation, Ablauf, Bewertung

und prämierten Arbeiten zu finden.

Das RKW Kompetenzzentrum unterstützt

kleine und mittlere Unternehmen in

Deutschland dabei, ihre Wettbewerbsfähigkeit

zu stärken und zu halten. Die RG-Bau

arbeitet branchenbezogen und unterstützt

mittelständische Unternehmen u.a. bei der

Stärkung der Innovationskraft in der gesamten

Wertschöpfungskette Bau. (Das RKW ist

das Rationalisierungs- und Innovationszentrum

der Deutschen Wirtschaft.)

Stahlreport 9|16

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Wissenswertes

Nachrichten

Logistikforschung

Neues Labor in Dortmund

Foto: DIHK/Jens Schicke

Bei der Ehrung: die Energie-Scouts des Jahres 2016 der Mittelstandsinitiative Energiewende und

Klimaschutz im Haus der Deutschen Wirtschaft

Gießer haben die Nase vorn

Energie-Scouts ausgezeichnet

Zwei Auszubildende aus der Gießereibranche

sind als besondere Energie-Scouts

ausgezeichnet worden: Maren Neugebauer,

Gießereimechanikerin im 1. Lehrjahr, und

Alexander König, Elektroniker für Betriebstechnik

im 3. Lehrjahr, beide von der Eisengiesserei

Baumgarte GmbH aus Bielefeld,

wurden Ende Juni von der Mittelstandsinitiative

in Berlin entsprechend geehrt.

Energie-Scouts sind Auszubildende, die bei

den Industrie- und Handelskammern Knowhow

rund um das Thema Energieeffizienz

erwerben. Sie unterstützen so ihre Ausbildungsbetriebe

beim klugen Umgang mit

Energie und übernehmen Verantwortung für

eigene Projekte. Insgesamt haben sich seit

Anfang 2014 deutschlandweit über 2.000

Auszubildende aus ca. 700 Unternehmen zu

Energie-Scouts qualifiziert.

Die beiden Auszubildenden der Bielefelder

Gießerei wurden für ihr herausragendes

Effizienzprojekt ausgezeichnet. In diesem

Projekt haben die Beiden die Laufzeit der

Rührwerke im Unternehmen von Dauerbetrieb

auf eine bedarfsgerechte Taktung

umgestellt. Anhand eines sorgsam konzipierten

Versuchsaufbaus konnten sie nachweisen,

dass sie den Stromverbrauch der

Rührwerke durch eine Intervallschaltung um

ca. zwei Drittel senken können, ohne dass

ein Qualitätsverlust entsteht. Hochgerechnet

auf alle Rührwerke der Eisengießerei

werden so 17 MWh Strom im Jahr eingespart.

Dies entspricht ungefähr dem Jahresverbrauch

von vier Einfamilienhäusern mit

je vier Bewohnern.

Die Mittelstandsinitiative Energiewende

und Klimaschutz wird getragen von den

vier Partnern Bundesumweltministerium,

Bundeswirtschaftsministerium, Deutscher

Industrie- und Handelskammertag e. V.

und dem Zentralverband des Deutschen

Handwerks.

Im neuen Enterprise Lab Center

des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss

und Logistik IML in Dortmund beziehen

die Think Tanks der angewandten Logistikforschung

einen eigenen neuen Gebäudeteil.

Svenja Schulze, Ministerin für

Innovation, Wissenschaft und Forschung

des Landes Nordrhein-Westfalen, hat

die Räumlichkeiten Ende Juni 2016 im

Rahmen einer feierlichen Veranstaltung

eröffnet.

Die Forschungsschwerpunkte im Enterprise

Lab Center reichen von innovativer

Logistikhardware über Software und Big

Data bis hin zu neuen Geschäftsmodellen.

Im Gegensatz zur heute üblichen

Projektforschung lasse es sich in einem

Enterprise Lab deutlich schneller und

effizienter forschen, da Lab-Forschung

auf Dauer angelegt sei und auf einem

mindestens dreijährigen Vertrag zwischen

den Unternehmen und der Fraunhofer-Gesellschaft

beruhe. Gemeinsamer

Grundgedanke ist es, neue, agile und

interdisziplinäre Formen kooperativer

Forschung und Entwicklung umzusetzen.

Möglich macht das die Verschmelzung

der umfangreichen Fertigungskapazitäten

des Fraunhofer IML mit dem Enterprise

Lab Center an einem Ort: von der Mechanik

über die Elektronik bis hin zur Steuerungstechnik.

Selbst die mechanische

Werkstatt des Dortmunder Instituts ist

über einen Aufzug mit dem Lab Center

verbunden.

Forum über Kühlschmierstoffe

Die industrielle Anwendung, Leistungsfähigkeit und Pflege von Kühlschmierstoff(KSS)-Systemen

als Schlüsseltechnik der spanenden Metallbearbeitung stehen im Mittelpunkt des

26. KühlSchmierStoff-Forums am 23./24.11.2016 in Fellbach bei Stuttgart. Veranstalterin

ist die Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG. Die deutschsprachige Fachkonferenz will

KSS-Anwendern Gelegenheit bieten, sich über neueste technische und regulatorische

Entwicklungen zu informieren sowie aktuelle Fragen dazu intensiv zu diskutieren. Neben

dem Forum wird es eine Fachausstellung geben.

[INFO]

Weitere Informationen gibt es unter www.kuehlschmierstoff-forum.de.

Foto: Fraunhofer IML

Startschuss für eine neue Form kooperativer

Forschung: das Enterprise Lab Center am

Fraunhofer IML in Dortmund

44 Stahlreport 9|16


Bildungskongress

der Bundeswehr

Die „Digitalisierte Aus-, Fort- und Weiterbildung“

ist das Motto beim diesjährigen

„(Aus)Bildungskongress der Bundeswehr“,

der vom 13.-15.9. in Hamburg stattfindet.

Das gewählte Veranstaltungsformat verbindet

Tagungs- und Messeelemente. Allein

mehrere Dutzend Vorträge stehen auf dem

Programm, die entweder im „Panel Wissenschaft“

oder – praxisorientiert – im „Panel

Öffentlichen Einrichtungen“ stattfinden und

so den Deutschen Qualifikationsrahmen

spiegeln, der beide Teile miteinander verbinden

will. Schon aus traditionellen Gründen

wird der Fernunterricht als Lehr- und Lernform

dabei eine wichtige Rolle spielen, mit

dem die Geschichte dieses Kongresses

2004 begonnen hatte. Seitdem ist dieser

Bildungsgipfel der Bundeswehr weiterentwickelt

worden, die über berufsnahe Wissensvermittlung

einer der attraktivsten Arbeitgeber

in Deutschland sein und bleiben will.

[INFO]

Informations- und Anmeldemöglichkeiten gibt

es unter www.ausbildungszeit.org.

Broschüre „Praktika

für Flüchtlinge“

Der Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände

(BDA) hat zusammen mit

dem Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung

(KOFA) eine neue Informationsbroschüre

herausgegeben, die häufig gestellte

Fragen zum Einsatz von Praktika für Flüchtlinge

mit Bleibeperspektive beantwortet.

Praktika und Hospitationen von Flüchtlingen

bieten Arbeitgebern eine gute Möglichkeit,

künftige Fachkräfte zu erkennen und

für den eigenen Betrieb zu gewinnen. Wann

haben Asylbewerber, geduldete und anerkannte

Flüchtlinge

einen Zugang zu Praktika?

Was gilt es mit

Blick auf den gesetzlichen

Mindestlohn und

die Unfallversicherung

zu beachten? Das sind

einige der Fragen, zu

denen die Broschüre

„Praktika für Flüchtlinge“ informiert. Sie

kann auf der BDA-Homepage kostenlos

heruntergeladen werden (Menüpunkt

„Publikationen“, siehe Info).

[INFO]

www.arbeitgeber.de

Bild: BDA

Revolutionärer Kongress

In Dortmund geht es um die Zukunft der Logistik

Unter dem Motto „Future Logistics –

How to do the revolution“ treffen sich am

13./14.9.16 zum 34. Mal Experten und Branchenführer

aus Wissenschaft und Wirtschaft,

um in Dortmund bei einem vom Fraunhofer-

Institut für Materialfluss und Logistik IML

und dem EffizienzCluster LogistikRuhr

gemeinsam veranstalteten Kongress den

Blick in die Zukunft der Logistik zu richten.

Vom digitalen Darwinismus bis zur Social

Networked Industry: Das ZukunftsPlenum

am ersten Kongresstag stellt Herausforderungen

und Themen in den Mittelpunkt, welche

die Logistik in Zukunft angehen muss.

Zum Auftakt gibt Prof. Dr. Michael ten Hompel,

Geschäftsführender Institutsleiter des

Fraunhofer IML, einen Einblick in „Die Welt

nach der vierten industriellen Revolution“ –

und damit in jene Welt, in der Menschen

und Maschinen im Sinne einer Social Networked

Industry als gleichberechtigte Partner

zusammenarbeiten. Im Anschluss eröffnet

Michael Müller mit einer Keynote die

Vortragsreihe namhafter Wirtschaftsvertreter

und Philipp Hahn-Woernle stellt in seinem

Vortrag die Frage, wie Industrie 4.0

und Mensch 1.0 zusammenpassen. Darüber

hinaus präsentiert Dr. Christian E. Baur das

Thema Intralogistik 4.0. Weitere Themen

sind u.a. globale Supply Chains und Mobilität

im digitalen Zeitalter.

Am zweiten Kongresstag widmet sich das

Fraunhofer-Symposium der konkreten Realisierung

von Industrie 4.0 in der Praxis. Fünf

parallele Sequenzen geben einen Einblick in

zentrale Themen der vierten industriellen

Revolution:

z Mit Wegen des industriellen Datenaustauschs,

bei denen der Besitzer auch Herr

über seine Daten bleibt, beschäftigt sich

beispielsweise die Sequenz „Industrial

Data Space – digitale Souveränität“. Die

gleichnamige Initiative der Fraunhofer-

Gesellschaft arbeitet an der Entwicklung

eines sicheren Datenraums für die Industrie

4.0. Die Sequenz diskutiert in diesem

Zusammenhang Einsatz- und Verwertungsszenarien.

z Den „Transfer von Industrie 4.0 in die mittelständische

Praxis“ hat eine weitere

Sequenz zum Thema. Anhand von Best-

Practice-Beispielen sollen digitale Migrations-

und Transformationsstrategien vorgestellt

und über die durchgängige

Digitalisierung von Unternehmensbereichen

diskutiert werden.

z Die Sequenz „Gütermobilität 4.0“ erörtert

derweil neue Transportangebote und Technologien

– vom autonomen Fahren über

Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge bis hin zu

Smart Transportation Logistics.

z Die Sequenz „Retail Logistics 4.0“ stellt

Technologien für die Handelslogistik auf

den Prüfstand: Wann etwa lohnt sich der

Einsatz von Augmented Reality oder Drohnen?

Wie lassen sich fahrerlose Transportsysteme

sinnvoll einsetzen?

z Darüber hinaus rückt die Sequenz „Arbeit

4.0 – Mensch-Maschine-Dialog“ die Rolle

des Menschen in einer Industrie 4.0 in

den Fokus. Die Vision von einer Social

Networked Industry mit einer Kommunikation

und Kooperation zwischen Mensch

und Maschine reicht dabei von der digitalen

Entscheidungsunterstützung über

Smart Devices als Mensch-Maschine-

Schnittstelle bis hin zu digitalen Weiterbildungsmöglichkeiten.

[INFO]

Anmeldungen zum diesjährigen

Zukunftskongress können online unter

www.zukunftskongress-logistik.de/

vorgenommen werden. Dort ist auch

das Programm erhältlich.

Stahlreport 9|16

45


Lifesteel

Bericht/Nachrichten

Fotos: thyssenkrupp

Mitarbeiter von thyssenkrupp lässt sich Duisburgs „Roten Riesen“ tätowieren.

„Brücke der Solidarität“ schmückt den rechten Arm

Thyssen-Krupp-Mitarbeiter lässt sich Hochofen tätowieren

Heimatliebe, die unter die Haut geht

Nach sechs Stunden hilft auch die größte Verbundenheit nicht mehr: Dann ist mit Tätowieren erst

einmal Schluss. Die Haut braucht eine Pause. Aber der Hochofen 8 des ThyssenKrupp-Stahlwerks in

Duisburg-Hamborn ist inzwischen ein ganzes Stück kompletter geworden. Andreas Krug lässt sich

den sogenannten „Roten Riesen“ auf den rechten Unterarm tätowieren. Der 44-jährige ist gebürtiger

Rheinhauser und arbeitet seit bald 30 Jahren bei Thyssen-Krupp. Die Tätowierungen sind für ihn

bleibendes Zeichen seiner Heimatverbundenheit: Duisburg auf der Haut und im Herzen.

Heimat und Arbeit sind für

Andreas Krug nicht zu trennen. Vor

fast 30 Jahren begann der gelernte

Energieelektroniker im Thyssen-

Werk in Duisburg-Hochfeld und

arbeitet jetzt als Prozesskoordinator

in der Bandbeschichtungsanlage

von thyssenkrupp in Beeckerwerth.

Nach und nach wuchs in ihm die

Idee, seine Verbundenheit auch sichtbar

zu machen: „Die Tätowierungen

sind mein Weg, Identifikation mit

Duisburg und meiner Arbeit auszudrücken.

Den Wunsch dazu hatte ich

schon lange – und der Hochofen 8,

hier in unserem Werk in Hamborn,

stand als Motiv für mich auch schon

fest“, erklärt der Duisburger.

Anspruchsvolles Motiv

Im September 2015 war es dann

soweit: Gemeinsam mit Alexander

Stein, einem freiberuflichen Tätowierer,

brütete er in einem Essener

Tattoo-Studio über den besten Weg,

den Plan Realität werden zu lassen.

Den Hochofen brachte Krug als Foto

mit: „Das ist schon ein sehr an -

spruchsvolles Motiv mit vielen

Details“, erklärt Stein und ergänzt:

„Die Farben müssen gemischt und

den Vorlagen angeglichen werden,

auch die Übergänge in die Umgebung

müssen stimmen. Ich spreche

vorher immer intensiv mit den Kunden

über die Tätowierungen, gerade

bei größeren Arbeiten ist das wichtig.

Schließlich will ich genau das

umsetzen, was der Kunde als Idee

mitbringt. Viele denken lange über

eine Tätowierung nach und sind

dann aufgeregt, wenn es an die

Umsetzung geht.“

„Ja, da trägst Du schon eine

gewisse Verantwortung“, schmunzelt

Krug. „Ein bisschen nervös war

ich vorher auch“, gibt er zu. Aber

bald wurde klar, dass auf seinem

rechten Unterarm ein kleines Kunstwerk

entsteht. Langsam wächst der

Hochofen und nach einigen weiteren

Sitzungen wird er demnächst

fertig sein – passend zum 125-jährigen

Standortjubiläum von Thyssen-Krupp

in Duisburg im Dezember.

Noch Platz auf dem Arm

Für Andreas Krug wird das Projekt

„Heimatliebe auf der Haut“ dann

aber noch nicht abgeschlossen sein.

Die „Brücke der Solidarität“ ist ihm

als Rheinhauser wichtig und wird

ebenfalls den rechten Arm schmücken.

Die Rheinbrücke war im Zuge

der Proteste gegen die Schließung

des ehemaligen Krupp-Hüttenwerks

vor 30 Jahren berühmt geworden.

Weitere Motive werden folgen,

und auf dem Arm von Andreas Krug

ist noch Platz. 2

46 Stahlreport 9|16


Offshore-Anlagen in einem Stück verschiffen

Wenn Windkrafttürme Boot fahren

Foto: TU Dortmund

Die Gewinner von „Stahl fliegt 2016“: „Team Darmstadt 2“ (v.l.n.r. Kenneth

Jähner, Haress Nazany, Tobias Liebmann)

Studierenden-Wettbewerb „Stahl fliegt“

Stahl-Frisbee fliegt am weitesten

Anfang Juli 2016 hat in Dortmund der jährlich veranstaltete

Wettbewerb „Stahl fliegt 2016“ stattgefunden. Insgesamt haben

dabei 17 Teams bzw. 59 Studierende von sechs verschiedenen

Universitäten teilgenommen. Bei dem Wettbewerb geht es darum,

ein Modellflugzeug mit max. 400 g und nicht größer als 1 m 3 allein

aus dem Werkstoff Stahl zu konstruieren – und damit möglichst

lange Flugzeiten zu erreichen. Gewertet werden dabei sowohl Konstruktion

als auch Präsentation, vor allem aber kommt es auf die

Flugweite und -zeit in der Praxis an. Gewonnen hat in diesem Jahr

eine profilierte Stahlfrisbee, mit der das Team „Darmstadt 2“ der

Technischen Universität Darmstadt Flugweiten von bis zu 95 m

und Flugdauern von bis zu 7,4 s erreichte. Für die Studierenden

zählt der Wettbewerb als Studienleistung.

Dabei hatten die Teams diesmal mit einem geänderten Reglement zu

tun. Hatte bisher das Flugobjekt mit dem weitesten Flug in der Regel

den Sieg auf seiner Seite, wurde diesmal zu der einfach gewichteten

Flugstrecke noch die Flugdauer addiert (multipliziert mit dem Faktor

1,5) – und so die Punktzahl für einen Versuch ermittelt. Die Plätze zwei

(Team „Kassel 1“) und drei (Team „Kassel 3“) wurden so von „konventionellen“

Segelfliegern belegt, die Flugdauern im Bereich von 12 bis

20 s bei Flugweiten von bis zu 54 m erreichten. Acht Teams scheiterten

an der Mindestflugdauer von 5 s.

Mit dem neuen Reglement habe sich ein sehr interessanter Wettbewerb

ergeben, da deutlich weitere Flugweiten erreicht wurden als in

den vergangenen Jahren und spektakuläre Flüge zu bestaunen waren,

so die Organisatoren. Um beim nächsten Wettbewerb im kommenden

Jahr aber einen „Frisbee-Weitwurf“ zu vermeiden, denke man darüber

nach, die Mindestflugdauer noch weiter anzuheben oder die Flugdauer

noch stärker zu gewichten.

Veranstaltet wird „Stahl fliegt“ vom Institut für Bildsame Formgebung

der RWTH Aachen gemeinsam mit einer gastgebenden Uni (diesmal

das Institut für Umformtechnik und Leichtbau der TU Dortmund).

Gefördert wird der Wettbewerb von der Forschungsvereinigung Stahlanwendung

e.V. (FOSTA).

[INFO]

Ein Video des Wettbewerbs ist auf dem Youtube-Kanal des Stahl-Zentrums

(Stahl-Online) zu sehen: http://bit.ly/2aP6sZi

Foto: Rendsburg Port Authority

Weil die Windausbeute in großen Höhen ergiebiger ist,

wachsen Windkrafttürme höher in den Himmel. Ein Hybridturm

etwa, wie das bayerische Bauunternehmen Max Bögl ihn am

Rendsburg-Port in Schleswig-Holstein fertigt, ist rund 140 m hoch

und 1.000 t schwer.

Doch die Türme an den finalen Ort des Geschehens zu bringen, ist

enorm aufwändig. So sind die Turmsegmente oft zu lang oder zu

schwer für herkömmliche Lkw, auch dürfen Straßen nicht ohne

Sondergenehmigung oder Sperrung befahren werden.

Auf dem Wasser hingegen kann ein ganzer Windkraftturm auf

einem einzigen Schiff verreisen – von Rendsburg am Nord-Ostsee-

Kanal z.B. in nur fünf Tagen nach Nordrhein-Westfalen. Das spart

Zeit und bringt Planungssicherheit in einem Ausmaß, das die

Experten gleich weiterdenken lässt, ob sich diese Transportart z.B.

auch für Offshore-Windenergieanlagen (OWEA) eignet.

So könnten nach einem Modell der Firma STRABAG künftig die am

Meeresgrund nötigen Schwerkraftfundamente von etwa 6.500 t

Gewicht direkt in Kainähe als Fertigteil in Serie produziert werden.

Stahlmast und Maschinengondel mitsamt der Rotorblätter werden

auf dem Fundament montiert, anschließend wird die gesamte

Anlage in einem Stück verschifft. Der Aufwand lässt sich so im

Vergleich zu bisherigen Konzepten signifikant reduzieren, wie

Dipl.-Ing. Mayumi Wilms auf einem Kongress für Hafentechnik,

Schifffahrt und Logistik (HTG) erläuterte.

Der Schwerlasthafen Rendsburg Port, „zwischen den Meeren“ am

Nord-Ostsee-Kanal gelegen, ist für ein solches Vorhaben ideal. Er

bietet direkten Zugang zu den internationalen Wasserwegen wie

auch zum europäischen Binnenwasserstraßennetz. Landseitig liegt

Rendsburg zwischen Hamburg und Sylt an der A7, der wichtigsten

Nord-Süd-Verbindung zwischen Skandinavien und Zentraleuropa.

Den Grundgedanken einer Verschiffung von Offshore-Windkraftanlagen

hat Max Bögl folgerichtig bereits am Rendsburg Port realisiert

und fertigt dort in Kainähe Turmsegmente aus Betonfertig -

teilen für jährlich bis zu 250 Hybridtürme.

Windkraftanlagen für die Offshore-Anwendung lassen sich effizient in

einem Stück verschiffen.

Stahlreport 9|16

47


Lifesteel

Bericht

Bilder: Peter Becker

In der Münzstraße in Berlin-Mitte gibt es ein ramponiertes Denkmal für

Ernst Litfaß. Es zeigt seine Reklamesäule in halber Größe.

In Polen, hier in Wroclaw, findet man vielerorts aus Litfaßsäulen

abgeleitete Türmchen. In vielen hat ein Zeitungskiosk seinen Sitz.

Werbebranche: Ernst Litfaß setzte auf Eisen

Innovatives Blech-Tool

für die Außenwerbung

Ernst Litfaß war ein früher Medienunternehmer mit modernem Zuschnitt. Vor 200 Jahren in

Berlin geboren, war er mit seinen Anschlagsäulen ein Pionier des Werbemarkts – zu Zeiten, als

eine internationale Koalition Napoleons Herrschaft auf dem Kontinent gerade erst beendet

und noch niemand auch nur eine Ahnung hatte, dass wenig später die Eisenbahn nicht nur die

Menschen, sondern auch die Kommunikation enorm beschleunigen würde. Zum 200. Geburtstag

des „Säulenheiligen“ hat Peter Becker in die Geschichtsbücher geschaut.

Ernst Amandus Theodor Litfaß

hat zwei entscheidende Kompetenzbereiche

zusammengebracht:

Als gelernter Buchhändler und Sohn

eines Druckereibesitzers kannte er

das Metier. Daneben hatte er aber

auch ein ausgeprägtes Gespür für

das Publikum. So versuchte er sich

nach seiner Lehre auch als Schauspieler

und gründete sogar ein kleines

Theater.

Inspirationen für das Reklamegeschäft

hatten ihm Bildungsreisen

während seiner jungen Jahre gegeben.

In London war er wohl auf die

Harris-Säulen gestoßen, die seit 1824

auf einem Karren durch die Straßen

gezogen wurden und an den rechteckigen

Außenseiten Plakate trugen;

um 1840 gab es in Paris bereits

fest gemauerte Plakatsäulen.

„Annoncier-Säulen“ überzeugten

misstrauische Obrigkeit

Sein eigenes innovatives Tool für die

Außenwerbung, wie man heute

sagen würde, nahm Litfaß am 1. Juli

1855 in Betrieb. Die Obrigkeit war

misstrauisch, doch der Medienunternehmer

hatte ausgezeichnete Kontakte

zum Polizeipräsidenten von

Hinckeldey, den wohl zusätzlich die

begeisterte Reaktion der Öffentlichkeit

auf die „Annoncier-Säulen“ überzeugt

haben muss. An dieser Begeisterung

war Litfaß selber beteiligt:

Seit April jenes Jahres stand ein Prototyp

der Säule vor seiner Druckerei,

zusätzlich hatte das neue

Medium durch Anzeigen und

Berichte in den Tageszeitungen und

Bekanntmachungen im Gespräch

gehalten.

Standardhöhe der Säulen war

anfangs 3,28 m, der Umfang 2,80m,

obenauf zierte ein Krönchen die Säulen.

Rund gebogenes, dünnes Eisenblech

lieferte hinreichend Stabilität.

48 Stahlreport 9|16


Impressum

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Stahlhandel | Stahlproduktion |

Stahlverarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Redaktion:

Dr. Ludger Wolfgart (Chefredakteur)

Telefon (02 11) 8 64 97-11

E-Mail: Wolfgart-BDS@stahlhandel.com

Markus Huneke

Telefon (02 11) 8 64 97-24

E-Mail: Huneke-BDS@stahlhandel.com

Der Litfaß-Platz in Berlin-Mitte erinnert an den

Erfinder der Reklamesäulen.

Das Metall für solche Zwecke dünn

zu walzen war eine innovative

Anwendung.

Entscheidend für Litfaß’ Erfolg

war auch die große Armut zum

Beginn des Industriezeitalters. Wer

kein Geld hatte, sich eine Zeitung

zu kaufen, ging einfach zur Säule

an der nächsten Ecke und fand dort

öffentliche Bekanntmachungen – die

die Behörden übrigens kostenlos

anschlagen durften –, aber auch

bezahlte Werbung, Hinweise auf

Schnäppchen sozusagen.

Meister der Reklame,

treuer Diener des Staats

Als Meister in Sachen Reklame für

die Reklame blieb Litfaß unablässig

aktiv und benutzte dafür auch die

eigenen Blätter wie den „Berliner

Krakehler“, den „Norddeutschen

Frühlingsalmanach“ oder den „Berliner

Figaro“.

Er sah sich als treuer Diener des

Staates. Während der Feldzüge gegen

Dänemark, Österreich und Frankreich

hatte er das alleinige Recht

gehabt, Depeschen von den Schlachtfeldern

und Siegesmeldungen zu

veröffentlichen. Nach den Kriegen

bekam er vom König den Titel

„Geheimer Commissions-Rath“ verliehen.

Gerne wird Litfaß als „Säulenheiliger“

tituliert. Diese antiken Einsiedler,

oft im heutigen Syrien, waren

auch schon Medienprofis gewesen:

Sie hatten sich auf eine Plattform

auf einer Säule zurückgezogen, fasteten

dort oben und schrien schließlich

im Wahn der Kasteiungen Warnungen

und Ermahnungen an die

Gläubigen herunter. Von Simeon Stylites,

einen berühmten Vertreter seiner

Art, gestorben 459 n. Chr., sagten

Zeitgenossen: „Jetzt brüllt er

wieder wie ein Löwe.“ Dann jubelte

am Fuß der Säule die Fangemeinde

vor Verzückung, gelegentlich sollen

Groupies die Absperrungen überwunden

und auf der Versorgungsleiter

nach oben zu ihrem Heiligen

geklettert sein. Die Säulen hielten

dem Andrang gewöhnlich stand,

denn sie waren aus Marmor. Eisen

war der Antike für solche Zwecke

noch zu kostbar. 2

Anzeigen:

Ksenija Sandek,

Telefon (02 11) 8 64 97-21

E-Mail: Sandek-BDS@stahlhandel.com

Verlag:

BDS AG

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Telefon (02 11) 8 64 97-0

Telefax (02 11) 8 64 97-22

Layout:

auhage|schwarz, Leichlingen

Druck:

Hellendoorn, Bad Bentheim

Erscheinungsweise: monatlich

Bezugspreis:

Jährlich 65 € im Inland und 70 € im Ausland zuzüglich

Versandspesen und Mehrwertsteuer. Abbestellungen

sind lediglich unter Einhaltung einer dreimonatigen

Kündigungsfrist zum Jahres ende möglich. Für die Mitglieder

des BDS und die Teilnehmer im BDS-Fernstudium

ist der Bezug eines Exemplars der Fachzeitschrift

Stahlreport“ im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien -

gebühr enthalten. Ein Nachdruck ist nur mit ausdrücklicher

Genehmigung der Redaktion gestattet.

Anzeigenpreis: Zur Zeit gilt die Preisliste Nr. 31.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder Fotos

übernehmen Herausgeber, Redaktion und Verlag keine

Gewähr. Namentlich oder mit Initialen gekennzeichnete

Beiträge vertreten eine vom Herausgeber unabhängige

Meinung der Autoren.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird mitunter auf

die gleichzeitige Verwendung mänlicher und weiblicher

Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen

gelten gleichwohl für beiderlei Geschlechter.

Außerdem bittet die Redaktion um Verständnis, dass

insbesondere Firmennamen je Artikel in der Regel nur

einmal in ihrer werbeorientierten Form verwendet und

entsprechende Begriffe häufig eingedeutscht werden.

International Standard Serial Number:

ISSN 0942-9336

Diese Zeitschrift wurde aus umwelt schonendem Papier

hergestellt.

Beilagenhinweis: Diesem Heft liegt eine Beilage der

WIT WAGNER INTERNATIONAL TUBE GmbH und der

BME Akademie bei.

Stahlreport 9|16

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Lifesteel

Interview

Ulea Wesemeyer

bearbeitet Stahlplatten

mit einer

ganz eigenen Technik

zu „Eisenlandschaften“

– hier

„Galaxien“.

Was eigentlich macht

Ulea Wesemeyer?

Nachgehakt

Auf dem Stahlhandelstag im November 2015 in Bremen präsentierte der Bundesverband Deutscher Stahlhandel (BDS)

erstmals die Künstlerin Ulea Wesemeyer und ihre „Eisenlandschaften“ offiziell der Branchenöffentlichkeit. Nun stellte sie

sich in ihrem Hamburger Atelier der klassischen Stahlreport-Frage: „Was eigentlich macht Ulea Wesemeyer?“

Fotos, 2: © Ulea Wesemeyer

[INFO]

Aktuelle Arbeiten,

Pläne und Projekte

von Ulea Wesemeyer

auf www.

facebook.com/

uleaseisenlandschaften

und

www.artdoxa.com/

uleawesemeyer

Ulea Wesemeyer: Pläne! Und ich

stecke zudem mittendrin in konkreten

Vorbereitungen für den zweiten

Teil des Kurzfilms „Eisenlandschaften

im Fokus“ sowie für eine Ausstellung

im kommenden November.

Stahlreport: Gibt es schon eine Liste

mit Ausstellungsterminen im neuen

Jahr?

Ja. Es sind Projekte und Bewerbungen

in Arbeit – wie etwa für die

internationale Kunstausstellung

NORDART 2017 in der Carlshütte in

Büdelsdorf, eventuell für eine Sonderausstellung

im Eisenkunstmuseum,

für eine Auftragsarbeit, und

es gibt Kontakte zu Unternehmen,

meine Kunst am Bau zu integrieren.

Wie ist es in der heutigen Kunstszene?

Ist es schwer geworden, sich

als Küns t ler zu etablieren?

Das Leben als Künstlerin ist nicht

leicht. Der Kunstmarkt ist heutzutage

mehr denn je überflutet von kreativ

Schaffenden. Man muss am Ball bleiben,

Geduld haben, selbstkritisch

sein und vor allem: ein solides Netzwerk

aufbauen.

Was ist Ihr roter Faden dabei?

Das Trägermaterial Stahl. Nach

vielen Jahren des Ausprobierens

habe ich Stahl entdeckt. Mich fasziniert

dieses kalte, schwere, rohe

Material immer wieder. Es ist nicht

einfach, es in meiner Technik zu

bearbeiten. Das ist für mich immer

wieder eine Herausforderung! Mehr

denn je ist es wichtig, als Künstler

seine eigene Bildersprache zu entwickeln,

um aus der Vergleichbarkeit

herauszukommen; es wird viel

kopiert. Und irgendwann möchte ich

auf großen Platten arbeiten. Die technische

Voraussetzung ist dafür aber

noch nicht gegeben. Das eine ist,

was man hat, das andere ist, was

man kann.

Wo kann man Ihre Eisenlandschaften

sehen, wenn man keine Gelegenheit

hat, sie auf einer Ausstellung

zu erleben? Nehmen Sie auch

Auftragsarbeiten an?

Ja. Auftragsarbeiten sind bis zu

einem bestimmten Format möglich.

Die öffentlichen Facebookseiten zeigen

aktuelle Arbeiten und geben

Information über Pläne sowie Projekte.

Landschaft und Leidenschaft

Möchten Sie abschließend noch

etwas sagen?

Gerne. Zum einen macht es mich

sehr glücklich, was es für tolle Menschen

gibt, die die Kunst lieben, fördern

und wissen, dass ohne Kunst

die Welt Seele und Kultur verlieren

würde. Ein Teil der Entwicklung von

Künstlern sind viele Menschen, die

sich dessen gar nicht bewusst sind.

Ich bin froh, dass es das Material

Stahl gibt. Ohne Stahl gäbe es keine

Eisenlandschaften, denn nur dieses

Material eignet sich für meine Kunst.

Ich möchte nicht versäumen zu

erwähnen, wie es mich unterstützt,

von der Firma Carl Spaeter aus Hamburg,

von Herrn Bodo Beck, über die

Jahre mit Stahl versorgt worden zu

sein. Das hat zu meiner Entwicklung

sehr beigetragen.

Wir bleiben gespannt, wo es Sie mit

Ihren Eisenlandschaften hinführt.

Auf diesem Weg wünschen wir Ihnen

alles Gute.

Vor einigen Jahren hatte Ulea Wesemeyer, Jahrgang 1965, in einem Handel

für Künstlerbedarf zwei kleine Stahlplatten entdeckt und sich neugierig

gefragt, was man dem Material durch Behandlung der Oberflächen mit

Farben und Chemikalien wohl Künstlerisches werde entlocken können:

Eisenlandschaften. Mit dem Ergebnis der ersten Versuche entstand für

die in Hamburg lebende und arbeitende Künstlerin eine Leidenschaft: die

Fähigkeiten von Stahl an die Oberfläche zu holen.

50 Stahlreport 9|16


BDS-Berufsbildung

Seminare und sonstige (BDS-)Veranstaltungen

2016

Seminarthema Termin Tagungsort

Stahleinkauf (Seminar/Kooperation) 06.-07.09. Duisburg

Stahlkunde (Seminar) 13.-15.09. Offenburg

Gebietsversammlungen 26.09. Soltau

27.09. Brehna

28.09. Merklingen

29.09. Frankfurt

30.09. Duisburg

Nichtrostende Stähle (Seminar) 12.-13.10. Soltau

Aktuelle Normungsfragen im Stahlhandel (Seminar) 14.10. Soltau

Verkauf (Lernteam) 26.10. Stuttgart

Neue A-Kunden gewinnen und Anfragen

professionell managen (Verkauf I) (Seminar) 07.-08.11 Düsseldorf oder Köln

Rohre aus Edelstählen (Rohre III) (Seminar) 14.-15.11. Monschau

Stahleinkauf (Kooperation) 22.-23.11. Duisburg

Prüfbescheinigungen (Seminar) 24.11. Düsseldorf

Mehr Aufträge durch professionelle Angebotsverfolgung

und effektive Preisverhandlung (Verkauf II) (Seminar) 05.-06.12. Mannheim

Flachprodukte – Feinbleche, Grobbleche,

Oberflächenveredelung (Seminar) 12.-13.12. Duisburg

2017

Betonstahltag 12.01. Darmstadt

Q & E- Tag 09.02. Düsseldorf

Stahlkunde (Seminar) 22.-24.03. Dortmund

Betonstahl (Seminar) 27.-28.03. Kehl

Flachtach 30.03. Düsseldorf

Rohre (Seminar) 03.-05.04. Paderborn

Tagung der Kaufmännischen Ausbildungsleiter

(Kooperation) 26.-27.04. Achern (Offenburg)

Blankstahl (Seminar) 09.-10.05. Bietigheim-Bissingen

Qualitäts- und Edelstahl (Seminar) 01.-02.06. Lüneburg

Diese Übersicht gibt den Stand der Planungen für Lernteam- und Seminarveranstaltungen

und zum Fernstudium sowie zu entsprechenden Kooperationen wieder.

Änderungen jeder Art sind vorbehalten, vor allem Ergänzungen. Über weitere Details sowie zu

den Anmeldemöglichkeiten informieren Sie sich bitte im Internet (www.stahlhandel.com) oder

wenden sich telefonisch bzw. elektronisch an den

BUNDESVERBAND DEUTSCHER STAHLHANDEL (BDS)

Max-Planck-Straße 1 · 40237 Düsseldorf

Telefon: 0211/86497-19 · Telefax: 0211/86497-22

E-MAIL: WYNANDS-BDS@STAHLHANDEL.COM

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