Kaffee Globus - Ausgabe 3

ESPRESSOPOOL

Die dritte Ausgabe des Kundenmagazins von EspressoPool und MIOMONDO. Themen rund um Kaffee, Kaffeemaschinen und Equipment. In dieser Ausgabe: London Coffee Festival - Baders Mobile Kaffee Bar - WoFuHa 2017 - Portrait: Barista Carlo Graf Bülow (Schamong) - nemox Eismaschinen - Eisrezepte - MIOMONDO Siemens EQ 9 - Simone Dessi im Interview - BUNN Ice Tea - Auf einen Kaffee mit Ronja Hilbig

über anderen Maschinen im Markt ist die größere

Brühkammer, die es dem Benutzer ermöglicht,

den Espresso aus mehr Kaffeepulver zu extrahieren

als herkömmliche Automaten. Somit macht

die Testmaschine, wenn man die Parameter entsprechend

wählt, nichts anderes als der Barista,

der ein größeres Sieb in seinen Siebträger einsetzt,

um auch hellere Kaffees in einen schmackhaften

Espresso umzuwandeln. Die geschmacklichen

Ergebnisse haben die Tester auch im

direkten Vergleich mit einem Espresso aus dem

Siebträger überzeugen können.

Der zweite wichtige Punkt bei der Beurteilung

eines Espressos in Hinsicht auf dessen Qualität

ist die Crema. Man kann beim Auslaufen aus der

Maschine sehen, ob es sich bei der sich bildenden

Crema tatsächlich um die Emulsion von Ölen im

Kaffee handelt, oder ob die Crema lediglich durch

eingebaute Systeme erzeugt wird. Eine richtige

Crema ist mittelbraun, flexibel und feinporig.

Nach entsprechender Anpassung der zur Verfügung

stehenden Parameter an die jeweilig verwendeten

Kaffees, attestiert unser Test-Team der

Siemens-Maschine überzeugende Ergebnisse in

Sachen Crema.

These 2 – die Maschine kann

einen original italienischEN

Cappuccino zubereiten

Ein Cappuccino ist ein typisch-italienisches Frühstücks-Getränk.

Es besteht aus einem Espresso,

der mit Milchschaum aufgegossen wird. Hierbei

vermischen sich Espresso und Milchschaum zu

einer ausbalancierten Einheit, bei der der Kaffeegeschmack

im Vordergrund steht. Auch bei

der Temperatur ist es beim original italienischen

Cappuccino wichtig, dass dieser in Trinktemperatur

serviert wird. Die Milch darf also nicht zu

heiß sein. Das Test-Team nimmt die EQ.9 unter

diesen Aspekten genau unter die Lupe. Zunächst

wird die Reihenfolge der beiden Komponenten

so eingestellt, dass der Espresso zuerst, und

dann der Milchschaum in die Tasse läuft, da ja

bereits fest gestellt wurde, dass der Espresso

aus der EQ.9 sehr gut extrahiert wird. Somit hat

man die richtige Basis für das gewünschte Produkt.

Nun kommt es auf Konsistenz und Temperatur

des Milchschaums an. Die Milcheinheit

der Siemens-Maschine bietet keine zusätzlichen

Einstellungsmöglichkeiten außer der Vorwahl

der Temperatur. Die Konsistenz des Schaums

ist einheitlich und wird in der Praxis noch von

der verwendeten Milch beeinflusst. Ein original

italienischer Cappuccino wird mit frischer Vollmilch

zubereitet. Diese verwendet das Test-Team

in der richtigen Reihenfolge und testet dann das

Getränk.

Auch dieses Ergebnis kann in Bezug auf

Geschmack, Temperatur und Konsistenz überzeugen.

Das Aroma des Kaffees ist präsent und das

Verhältnis von Schaum zu Flüssigkeit ist ebenfalls

okay. Ein bisschen mehr Schaum und weniger

Milch wären vielleicht nicht von Nachteil, das

kann aber auch mit der frischen Biomilch zusammenhängen,

die auch erfahrene Baristi beim Aufschäumen

vor Herausforderungen stellen kann.

These 3 – Mit dem Milchschaum

der Maschine lässt

sich Latte Art gieSSen

Um dies zu probieren stellt das Test-Team ein

0,5 l Edelstahlkännchen unter den Auslass der

Maschine. Dann stellt man die Bezugsmenge an

der Maschine entsprechend hoch ein, so dass

im Kännchen eine ausreichend große Menge

Milchschaum landet. Die ausgegebene Milch ist,

wie bereits im zubereiteten Cappuccino ersichtlich,

feinporig und flexibel. Beim Gießen in den

Espresso, der mittlerweile in die Cappuccinotasse

gelaufen ist, lässt sich die Milch gut steuern. So

gelingt es dem Test-Team zu bestätigen, dass

auch die dritte These für die EQ.9 gilt. (jh)

FAZIT

Dieser Kaffeevollautomat hat in Hinsicht

auf die klassischen drei Paradedisziplinen

der Siebträgermaschinen einen sehr guten

Job gemacht. Natürlich kann ein erfahrener

Barista vermutlich aus manchen Kaffees

und auch beim Milchschaum noch

ein Quäntchen mehr heraus kitzeln. Aber

umgekehrt gilt auch, dass die breite Masse

der Benutzer mit der EQ.9 konstant tolle

Ergebnisse bei Espresso und Cappuccino

herstellen kann. Voraussetzung hierfür ist,

dass der Benutzer seine Möglichkeiten, die

ihm die Maschine bietet, kennt und richtig

einzusetzen weiß.

Und so schließt sich auch hier wieder der

Kreis in Sachen Siebträger und Vollautomaten,

denn bei beiden Gerätegattungen ist

das Wissen um Kaffee und welche Faktoren

das Ergebnis in der Tasse auf welche Art

beeinflussen ein Muss für den Genuss.

TEST 23

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