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E_1928_Zeitung_Nr.104

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Weihnadifslahrten im

Weihnadifslahrten im Auto. Shakespeare spricht vom « Winter unseres Missvergnügens-», was eine jahrhundertealte Zeitanschauung widerspiegelt, und blicken wir bloss um zwei Generationen, sogar nur um eine zurück, so verkörpert die Ungastlichkeit und Ungemütlichkeit der letzten Jahreszeit etwa das Lied der Prager Studenten in Eichendorffs «Taugenichts» vom kalten Boreas und dem Glücksgefühl des Stubenhockers hinter dem Ofen: Qui sedet post fornacem et habet bonam pacerru Wie haben sich die Anschauungen gewandelt! Vor allem: Wie ganz anders ist die Jugend eingestellt in der Blütezeit des Wintersports! Und bleiben wir in der Domäne, in der sich die Leser der « Automobil-Revue » vor allem bewegen, so möge man sich daran erinnern, wie es vor dreissig Jahren um den Verkehr auf den winterlich verschneiten Strassen aussah, und ziehe den Vergleich zu heute. Mit dem ersten « Daimler» von 1886 wäre gewiss eine Weihnachtsfahrt nicht ein restloser Genuss gewesen. Aber auch die Poesie der Schlittenpartien, die für unsere Vorfahren bloss im Bereich eines höchst beschränkten Umkreises galt, schlägt ins Gegenteil um, sobald grössere Entfernungen in Frage kommen. Es braucht nicht so schlimm zu enden wie in der Hebelschen Geschichte von der « Nassen Schlittenfahrt», in der ein loser Vogel die Spreuersäcke mit Schnee füllt und der reichlich ausgeschenkte Markgräfler die Erkenntnis bis zum Ende der Fahrt hinausschiebt. Wer vollends einmal früher sich im Winter einer schweizerischen Alpenpost anvertraute, der buchte trotz den von der Mama Helvetia verschwenderisch gespendeten Dekken die Fahrt hinterher als ein zum mindesten strapaziöses Erlebnis. — Was für einen Hochgenuss bietet im Vergleich dazu heute eine Automobilfahrt durch die Winterpracht unseres Landes! Bei gutem Wetter, versteht sich, was schliesslich auch für den Sommer zutrifft. Wenn im Londoner Nebel der Fahrer aussteigt und den Schutzmann fragt: «Entschuldigen Sie, ich wollte meine Scheinwerfer anzünden; können Sie mir sagen, wo ich meinen Wagen wieder finde?», so hört die Gemütlichkeit auf. So wäre es auch stark übertrieben, von einem Vergnügen zu sprechen, wenn wir in offenem Gelände, in der herrlichsten Gegend, in ein Schneetreiben geraten, möge der Wagen auch fast hermetisch geschlossen und geheizt sein. Immerhill aber ist auch unter solchen Umständen für den Muss-Fahrer von heute die Situation beträchtlich angenehmer als mit allen früheren Strassenverkehrsmitteln. Hiezu ein persönliches Erlebnis. Am 24. Dezember 1917 fuhren wir mittags um 1 Uhr in Chur weg in die Skiferien nach der Lenzerheide, mit dem Pferdepostschlitten, in fröhlicher Weihnachtsstimmung, mit der Zuversicht, um 4 Uhr im Kurhaus bei Cantieni einzutreffen. Am Pizokel begann es Fladen zu schneien; nach Malix sanken die Pferde bis zum Bauche ein; von Churwalden an musste unzählige Male mit Schaufeln der Weg für die Kufen gebahnt werden; ein Pferd kommt zu Fall, der Schlitten schlägt um; Umsteigen in ein anderes Gefährt; Zwangspause in der « Post •» von Parpan; nachts halb 10 Uhr Ankunft auf der Heide; von der andern Seite war die Post überhaupt nicht hinaufgekommen. Und heute! — Im Winter 1924/25 hat die eidgenössische Postverwaltung mit besonders bergerichteten Wagen Probefahrten am Julier unternommen, mit so günstigem Ergebnis, dass im Winter 1925/26 ein offizieller Gedanken waren bei seiner Maschine — bei seiner Maschine und bei Alice, die er in diesen arbeitsreichen Wochen nur ein-, zweimal flüchtig gesehen. Allerdings suchte er sie auch nicht; er hatte vor dem jungen Mädchen kein reines Gewissen. Und dann fiel ihm jene Nacht ein, jene Nacht mit der schönen Claudine Bartheel, die es verstanden hatte, seine Sinne zu reizen und die ihn auf Stunden die Welt vergessen gemacht. Er schämte sich dessen; er wusste, dass die schöne Tänzerin seiner nicht wert war und ging ihr aus dem Wege. Am Telephon Hess er sich verleugnen und einige zarte Billets, die ihn riefen, warf er stirnrunzelnd von sich. Und sie hatte sich bald getröstet, «la belle Claudine», nachdem ihre Mission bei Bob Sagreve erfüllt war. Nach einer heftigen Szene mit Clifferton, die sie, rasend vor Eifersucht, heraufbeschworen, fand sie in Anatole Etienne einen wohlmeinenden Freund, der ihren kapriziösen Launen nachzugeben gewillt war — aus Berechnung. Denn Anatole Etienne brauchte sie noch als Werkzeug bei dem Kampf seiner Gesellschaft gegen die World- Company. Wenige Tage vor der grossen Fahrt folgte eine weitere Ueberraschung: Die Morgenzeitungen wussten zu berichten, dass die Henderson - Motor - Car - Company für das Postkurs auf der Strecke Chur-Lenzerheide eröffnet werden konnte. Wo der Pferdewagen, bei hohem Neuschnee sogar der Pferdepostschlitten, versagt, wird jetzt der Postverkehr regelrecht durchgeführt, dank dem Raupenantrieb, der sich bis jetzt unter allen Umständen als siegreich gegenüber den Naturgewalten erwies. Vollkommen geschützt bei schlechtem Wetter, geniessen die Fahrgäste im Sonnenglanz des Bergwinters sogar Freilicht und Freiluft, da das Verdeck herabgelassen werden kann. So bildet eine Fahrt durch den winterlich verschneiten Hochwald einen restlosen Genuss. Die Lenzerheide- Strecke ist aber längst nicht die einzige ge- DlE WEIHNACHTS- FAHRT blieben, so dass daneben die Offenhaltung der französischen Route des Alpes d'Hiver durch das Office National de Tourisme ein armseliges Surrogat bildet. Gewiss wird der Privatmann nicht unter allen Umständen zu Weihnachten und in den folgenden Wochen auf den Alpenstrassen herumgondeln, da er sich nicht den Luxus eines Raupenautomobils leisten kann. Aber — das ist der Unterschied gegenüber der französischen Route des Alpes — auf den Pässen, da regelmässige Postkurse durchgeführt werden, schaffen die Schneeräumungsarbeiten der Post eine solche Wegbarkeit, dass unter einigermassen normalen Verhältnissen dort auch der Privatwagen mit Schneeketten durchkommt. Damit wird es für absehbare Zeiten im Hochgebirge wohl sein Bewenden haben. Wohl hat man Fahrzeuge gebaut, die auch abseits von der Strasse, im Hochgebirgsgegelände, Bewegungsfreiheit schaffen sollen, z. B. die «Snow Motors Incorporated»: Fahrzeuge mit Schneckenantrieb, Trommeln mit helikalen gegenläufigen Gewinden, die bei dem Gewicht des Fahrzeugs im Schnee den nötigen Widerstand finden, im Grunde eine Highland-Rennen ebenfalls eine Nachmeldung abgegeben hätten. Clifferton fuhr sogleich zu Lord Speath, der Mitglied der Sportkommission war. Der alte Herr wusst© selbst noch nichts Näheres. Für den Nachmittag war eine Kommissionssitzung anberaumt, in der man sich wohl über diese ungewöhnliche Nennung schlüssig werden wollte. «Natürlich werden die Hendersons mit ihrem unmöglichen Verlangen abgewiesen,» sagte Clifferton mit starker Betonung und blickte den Lord gespannt an. Der alte Herr wiegte das weisse Haupt: «Was dem einen recht ist, ist dem anderen billig, Clifferton ! Denken Sie daran, dass auch Sie mit einer Nachnemiung gekommen sind, der wir stattgegeben haben — mit starker Minorität — wenn ich es Ihnen verraten darf. Es ist wahr, das Rennen ist schon stark besetzt, und die Meldung kommt uns sehr unerwünscht, zumal alle Dispositionen bereits abgeschossen sind, doch «laissez passer», mein Lieber! Und was macht die Meldung Ihnen, der World-Motor-Car-Company, schon cus! Denken Sie an das grandiose Rennen um den Nelson-Ground, im Vorjahre, an — an das Lord-Beccem-Rennen » AUTOMOBIL-REVUE 1928 — (Fortsetzung, folgt.) Spielerei, die übrigens lange nicht bei allen Terrainverhältnissen befriedigt hat. Die grosse Masse unserer Automobilfahrer reserviert sich aber diese Gegenden für den Sommer und ist dabei nicht einmal absolut sicher vor den unangenehmen Wintererscheinungen. Ich erinnere bloss daran, wie sogar in der zweiten Julihälfte des Jahres 1927 der Postautomobilverkehr auf der Grimsel wegen des Neuschnees für zwei Tage eingestellt werden musste. Das sind natürlich höchst seltene Ausnahmen, und im Vorsommer sowie im Spätherbst wird der Automobilfahrer ja regelmässig aufgeklärt über die Wegbarkeit in den Alpen durch die Bulletins des A. C. S. Bei der Vollkommenheit des modernen Wagens darf aber unumwunden gesagt wer- den, dass im Flachlande und Mittelgebirge unseres, Landes die wichtigsten Strassen den ganzen 1 Winter hindurch mit dem Automobil befahren werden können. Nur muss man den Wagen den winterlichen Verhältnissen anpassen, Uiid hiebei hat die Automobilindustrie, in der Hauptsache eigentlich die Zubehörindustrie, viel gelernt von den nordischen Ländern, :niclit zuletzt von der schwedischen Winteriahrfc und ähnlichen Wettbewerben, die unter Voraussetzungen vor sich gehen, die •zum Teil für .unsere Verhältnisse als anormal bezeichnet werden dürfen. Es gilt dabei hauptsächlich drei Faktoren zu'begegnen: Gleitgefahr, Frostgefahr und Unsichtigkeit. Um mit dem letzten zu beginnen, so ist der automatische Scheibenwischer ja längst zur Selbstverständlichkeit geworden und ein Versagen lediglich zu registrieren bei nassem Schneefall, wenn die Temperatur gerade um Null herumspringt und der Wischer auf der Scheibe einfriert. Die Gleitgefahr beseitigen die Schneeketten, worüber kein Wort zu verlieren sein dürfte, während man zur Frostgefahr Seiten schreiben könnte, ohne die Ansprüche des einzelnen restlos zu befriedigen. Kühlerdecken und Kühlerjalousien zur Regelung der Temperatur sind neben dem selbsttätigen Thermostaten die Panacee auf der Fahrt selber. Um den Wagen im Stand vor dem Einfrieren des Kühlwassers zu bewahren, hat man unzählige Mittel in den Handel gebracht. Abgesehen von den Geheimmitteln behilft sich der eine mit einem dreissigprozentigen Zusatz von Glyzerin (neuerdings wird ein Glykose-Präparat als noch viel vortrefflicher gerühmt), der andere mit dem Zusatz von Alkohol. Um gegen den Alkohol in dieser Form Abneigung zu liegen, braucht man freilich nicht Abstinent zu sein. Läuft der Motor warm, so verbreitet sich ein pestilenzialischer Fuselgeruch, der vielleicht dem Landstrassenkunden nicht ganz unangenehm ist. Da erschlösse sich der Ausweg, den Kühler mit Cogn-ac fine zu füllen, was aber nicht jeder übers Herz bringen wird. Wer die Reize der Winterfahrt ganz auskosten will, findet noch manche andere Gelegenheit zur Komplettierung seines Wagens, wobei bloss noch die Heizung im Anschluss an die Auspuffgase oder die Batterie genannt .sei. Was sonst noch alles auf dem Markt erscheint, wobei die elektrisch geheizten Handschuhe nicht vergessen seien, das möge man aus dem Text- und Inseratenteil der Fachpresse ersehen. Befindet sich jemand in Verlegenheit, was er seinem automobilbesitzen«- den Freund oder Nächsten za Weihnachten schenken soll, so findet er in diesen Listen sicher etwas, das Freude machen wird. Denn das Automobil ist längst nicht mehr bloss ein sommerliches Sportgerät, sondern eine Ganzjahrerrungenschaft. Nur muss sich die Nebenerrungenschaften zunutze machen, wer die Reize einer Winterfahrt voll geniesseu will. 0- «Von Weihnachtskerzen und Zündkerzen». + Wenn der Schnee in dicken Schichten auf den Dächern der behäbigen Bündnerhäuser liegt und man höchstens Holzknechten! und Briefträgern zutraut, im Freien herumzustampfen, werden da und dort in den Bündner Bergtälern so langsam die Weihnachtskerzen hervorgeholt, und man beginnt in aller Ruhe und Gemächlichkeit, den Baum zu schmücken. Aber, ob man will oder nicht, wenn schon von Kerzen die Rede ist, so muss doch auch gesagt werden, dass in Graubünden sogar zur Weihnachtszeit die bisher nur im Sommer offiziell gestattete Zündkerze ihren Eingang gefunden hat. Allerdings nicht als Beleuchtungsmittel an den grünen Weihnachtsbaum, sondern im Zusammenhang mit dem in den Bündner Tälern lange Zeit verpönten Vehikel, dem Automobil. Für den Sommer hat sich dieser « Kerzenträger » die Bündner erobert, das steht fest, aber im Winter sind sie noch unter sich, und man setzt sich auf das alte, schon den Vorvätern bekannte Fortbewegungsmittel, wenn man bei Freund und Gevatter des nächsten Dorfes noch eine kleine Weihnachtsbescherunsj zu holen hat oder sie gar persönlich überbringen will. Aber das Zündkerzenwunder macht Fortschritte, ausgerechnet im Winter, gerade als ob es auch zum modernen Weihnachtsfest gehörte, und das Auto scheut nun weder Schnee noch Wetter, um in die abgelegenen Talschaften die Weihnachtsbotschaft aus dem Flachland zu bringen. Zwar sind es erst einige wenige Talschaften, die diesen neuen Gast willkommen heissen können und auch da erst in «offiziellem» Gewände, nämlich in der Form des gelben Postautos, das stetig und sicher die Kurven überwindet, und während aus den Häusern schon überall die althergebrachten Wachskerzen auf den Weihnachtsabend ihre leuchtende Pflicht erfüllen, tun die braven Zündkerzen die ihre und helfen mit, eine neue weisse und stille Welt dem Verkehr und der Welt zu eröffnen. Von St. Moritz, an den mondänen Hotelpalästen vorbei, wo schon das bescheidene Wachs- oder Talgkerzlein durch die stillose elektrische Birne Osram oder sonstweicher Marke überholt ist, kugelt das Postauto fröhlich und sicher durch die Kehren der Löbbia ins Bergell hinunter, wo alles wieder altvaterisch und gemütlich aussieht und wo aus kleinen Fenstern unter niederen Behausungen der freundliche Kerzenschimmer den Weihnachtsabend verkündet bis an die italienische Grenze, wo man nicht einmal mehr von diesem schönen Fest eine Ahnung hat. Aber damit nicht genug, jetzt bahnt sich dieser « neue Weihnachtsbaum » auf Gutnmirädern und in gelbem Gewand auch neue Wege, nämlich von Chur aus über die liebliche Lenzerheide hinaus in das Schneelocri von Tiefenkastei, und weil auch dieser Weihnachtsmann nicht gern in Löchern stecken bleibt, und seien es nur Schneelöcher, macht er sich mit neuem Mut und frischer Hoffnung auf den Weg zum Julierpass und gelangt vielleicht bis Mühlen, obgleich er eigentlich weiter wollte. Denn in Bivio oben, im Dörflein am Fusse der Julierpasshöhe, wo man schon italienisch spricht und gut bündnerisch denkt, glänzen ebenfalls Weihnachtskerzen durch die stille Nacht, und der eifrige Führer des Postwagens will sich durch Schneemulden und Wächten zum warmen Schein und in die sichere Ofenecke von Bivio durchringen. Deshalb spricht er ganz vertraulich zu seinen Zündkerzen, sie sind vorläufig seine besten Weihnachtsmänner, und alle, die mit ihm im Wagen sitzen, haben das gleiche Bestreben und die gleiche Hoffnung, es müsse gut und sicher gehen. Die Bewegung des Motors ist für alle die angenehmste Weihnachtsmusik, und wir wollen hoffen, dass diese Musik und der moderne Schein der « Zündkerzen » automobilistischen Gepräges bald über die Passhöhe hinaus ins jenseitige Engadin gelangen möge. Denn mit der Erfüllung dieses Weihnachtswunsches ist auch die Eröffnung des Kantons Graubündens für den winterlichen Automobilverkehr in Aussicht gestellt und Neuland für manchen eifrigen Fahrer vor Augen. An der Korrektion der Staatsstrasse von Leissigen bei Interlaken und Interlaken bis Goldswil wird auch jetzt, soweit das dio winterliche Witterung gestattet, emsig gearbeitet. Namentlich werden dio durch Verkehrsunfälle berüchtigten Kurven ausgeglichen und au diesen gefährlichen Stellen die Strasse verbreitert. Diese Arbeiten sollen nach Möglichkeit so gefördert werden, dass man im Frühling mit der Asphaltieruncc beginnen und diese Arbeiten im Sommer fertigstellen kann. -«T,

«Freude war in Trojas Hallen», als dasI yeux, für mich! Soll das das Ende der Kampagne bilden, die in einer ihrer Hauptthesen Budget für 1929 verlesen wurde. Der Voranschlag schliesst bei 352,8 Mill. Fr. Einnahmen und 350,8 Mill. Fr. Ausgaben mit einem des an die Strassenunterhaltungskosten ver- eine Normierung der Beitragspflicht des Bun- mutmasslichen Einnahmen - Ueberschuss von langte? 2 Mill. Fr., während noch das Budget für 1928 Zu unserer gesamten Rechnung ist zu sagen, dass sich die erwähnte Summe effektiv ein Defizit von fast 1 Mill. Fr. und dasjenige für 1927 ein solches von 1,5 Mill. Fr. vorsah. um die Kosten für die Zollerhebung reduziert. Nach der Feststellung des Referenten sind 31 Anderseits aber darf nicht übergangen werden, dass die 50 Millionen der Gesamtem- Jahre vergangen, seit der Voranschlag des Bundes mit einem Einnahmenüberschuss abschloss, der damals 45,000 Fr. betrug. Hinsicht auf das wirkliche Ergebnis des Jahnahme erheblich zu niedrig angesetzt sind in Um zu zeigen, in welcher Weise" die schweizerischen Automobilisten als solche an dem 27,8 Millionen vermerkt, so sei an das Erträgres 1929. Steht für 1928 der Benzinzoll mit günstigen Ergebnis beteiligt sind, werden wir nis von 1925 mit 16 Millionen erinnert. Durchschnittlich also hat sich im Jahre das Erträg- uns ein kleines Rechenexempel gestatten, dessen Ergebnis gleich vorangestellt sei: Annis um je vier Millionen gehoben, so dass für Automobil-, Reifen- und Benzinzöllen wird der Bund im Jahre 1929 mindestens 50 Millionen Franken beziehen, und falls die Rückvergütung des Benzinzollviertels an die Kantone zustande kommt, so verbleiben dem Bunde immer noch 43 Millionen Franken, von denen man schliesslich noch den Beitrag an die Alpenkantone abziehen mag. Diese 43 Millionen sind aber nahezu der achte Teil der gesamten Bundeseinnahmen im Budget von 1929. Wir legen unserer Berechnung, da etwas anderes nicht wohl möglich ist, den Zollertrag der ersten neun Monate von 1928 zugrunde und gelangen damit zu folgender Tabelle: 1. 2. 3. •1. 5. (5. 7. 8. 9. 10. 11. ISurnmer des Zolltarifs Der Voranschlag des Bundes 913 u, 913 b 914 a 914 b 914 o 911 d 914 o 914 i 914 g 522 1065 b Ware Motorräder ohne Lederiiberzug Motorräder mit Lederüberzug Automobile unter 800 kg Automobile bis 1200 kg Automobile bis 1600 kg Automobile über KiOO kg Automo bilkarosserien Elektrokarren Traktoren Gummibereifung (Luftreifen) Benzin und Benzol für Motoren Nicht inbegriffen in dieser Summe ist der Zollertrag auf Vollreifen, Fette, Oele und andere für den Automobilbetrieb importierte Waren, die sich in der vorliegenden Statistik handelsamtlich nicht ausscheiden lassen. Stellen wir nun die Ganzjahresstatistik nach dem Verhältnis 9 : 12 auf, so ergibt sich für die elf obengenannten Positionen des Zolltarifs im Jahre 1928 ein miitmasslicher Ertrag von Fr. 48,909,660 oder mit Einschluss der nicht erfassbaren Waren rund 50 Millionen Franken. Auf den Benzinzoll allein entfallen für das ganze Jahr 27,8 Mill. Fr. Nehmen wir nun an, -las Benzinzollviertel gelange zur Ausrichtung, sagen wir rund 7 Mill. Fr., so verbleiben dem Bunde 43 Mill. Fr., denen abgesehen von der besondern Subvention an die Alpenkantone keine Gegenleistung zu konfrontieren ist. Fast genau die Hälfte davon entfällt auf die dem Bunde verbleibenden drei Viertel des Benzinzollertrages. Die gesamten 43 Millionen bilden einen Einnahmeposten, der vor der Automobilzeit nicht vorhanden war. Man wird nun freilich einwenden, dass seitdem die Aufgaben des Bundes ganz andere geworden und erheblich gewachsen sind. Das ist insofern ein Trugschluss, als der Bund wohl für andere Dinge viel höhere Ausgaben bestreiten muss, in keiner Weise aber für solche, die mit dem Automobilwesen irgendwie zusammenhängen oder March dieses veranlasst wurden. Denn der Bund hat keine Ausgaben für Strassenwesen (bei den 43 Millionen ist ja das Benzinzollviertel schon abgerechnet), sondern die ganze Last ruht auf den Kantonen, denen die Automobilisten ohnehin schon mit der Verkehrssteuer tributpflichtig sind. Man muss sich einmal vergegenwärtigen, was Automobilzoll und Benzinzoll (abgesehen voin Reifenzoll) für den Besitzer eines mittleren Personenwagens ausmachen, der jährlich 10,000 km fährt und den Wagen alle drei Jahre wechselt. 1500 Fr. Zoll bei dreijährigem Gebrauch macht auf das Jahr 500 Fr., 15 Liter Benzin auf 100 km macht bei 10,000 km 345 Fr. Benzinzoll, wovon ein Viertel für den Kanton abgerechnet sei, auf 100 km also Fr. 3.45. Somit habe ich für je 100 km Fahrt an den Bund Fr. 8.45 oder auf den Kilometer S'A Rappen abzuliefern, ohne dass mir dafür der Bund die mindeste Gegenleistung bietet. Da kann man wirklich nicht von einer do ut des - Politik reden, sondern der Zürcher würde etwa den Vergleich bringen vom « Weggli und dem Fünfer dazu». Wir können leider immer die Erinnerung nicht loswerden, dass die abnorme Erhöhung Afs Benzinzolls motiviert wurde mit der Notwendigkeit, den unter den Laster) der Strassenpflege fast erliegenden Kantonen Hilfe zu bringen. Heute sagt der Bund: 7 Millionen fflr Aio Ki*ntnne> 21 Millif\n*»ti nnnr nwc hpanv 1929 ein Benzinzollerträgnis von 32 Millionen Franken zu erwarten ist, von dem dem Bunde 24 Millionen verbleiben würden. Auch bei den andern Positionen ist eher eine Steigerung zu erwarten. Alles in allem darf man wohl sagen, dass die bösen Automobilisten zu einem erklecklichen" Teile schuld sind, wenn seit 31 Jahren zum erstenmal der Bundesvoranschlag von 1929 mit einem Einnahmenüberschuss abschliesst. Mögen sich die Räte bei der Behandlung eines neuen eidgenössischen Verkehrsgesetzes doch etwa einmal dieser Tatsache erinnern. 0 Oslo erreicht. Die, wie gemeldet, in Mailand gestarteten zwölf italienischen Automo- Menge in kg 691,979 22,868 380,481 4.5;!0,814 3.308,322 1.696,906 14,215 7,985 75.872 2.296,268 90.6-10,680 Zollsatz in Fr. 150 pro 150 pro HO pro 130 pro 150 pro 170 pro 170 pro 120 pro 150 pro 20 pro 23 pro 100 kg 100 kg 100 kg 100 kg 100 kg 100 kg 100 kg 100 kg 100 kg 100 kg 100 kg 1.037,968 34,302 418,529 5.890,058 4.962,483 2.884,740 24,105 9,582 113,808 459,253 20.847,356 bile, welche aufgebrochen waren, um anlässlich der Nationalfeier zu Ehren des grossen Amundsen die Griisse der italienischen Nation zu überhingen, haben Oslo nach dem gewaltigen Raid, unter Führung des bekannten ita- AU TOMOBIL-KfcVUE Zollertrag in Fr. Totalertrag in den ersten neun Monaten 1928 Fr. 36.682,244 lienischen Sportmannes erreicht. Mercanti, vollzählig v. Aus dem basellandschaftliclrn Landrat. Gegen die geheimen Kontrollen. Kein Nachtfahrverbot. Im basellandschaftlichen Landrat weht gegenwärtig ein frischer fortschrittlicher Zug. Das zeigte die Geschäftsberichtsdebatte in bemerkenswerter Weise. Unsere Automobilisten wissen, dass nicht nur im Kanton Bern, sondern auch im Kanton Baselland bis jetzt die geheimen Automobilkontrollen geradezu gewerbsmässig betrieben wurden. Nun ist die erste Attacke erfolgt. Landrat Zeller aus Liestal forderte, dass mit den geheimen Automobilkontrollen endlich aufgehört werden sollte und dass an deren Stelle die offene, von uniformierten Polizisten durchgeführte Kontrolle zu treten habe. Eingehend wies er darauf hin, wie die geheime Kontrolle Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten schaffe und einer nicht zu verantwortenden Unwürdigkeit gleichkommt. Polizeidirektor Mosimann gab dabei die Erklärung ab, dass er bereit sei, einen Versuch mit der offenen Automobilkontrolle durchzuführen. Dieser Beschluss ist überaus begrüsäenswert und gereicht sowohl der Polizeidirektion als dem ganzen Kanton zur Ehre. Wir sind sicher, dass er sich bewähren wird. Es bleibt nur zu hoffen übrig, dass andere Kantone, die noch heute der Meinung sind, ohne geheime Automobilkontrollen nicht auskommen zu können, sich daran ein Beispiel nehmen. Auch das Nachtfahrverbot wurde wieder in Diskussion gezogen, allein von Polizeidirektor Mosimann in ebenso erfreulicher Weise abgelehnt, mit der Begründung, dass selbst die Juristen nicht ganz einig seien, ob die Regelung der Arbeitszeit für Chauffeure mittels eines Nachtfahrverbotes ein richtiges Vorgehen bedeute. So kommt denn das Nachtfahrverbot auch weiterhin für den Kt. Baselland nicht ii Betracht. Bei der Verhandlung der Baudirektion kam die Frage der Niveau - Uebergänge zur Sprache. Dabei wurde betont, dass die Einschränkung der Niveau-Uebergänge bei der Bahnen strikte gefordert werden müsse und dass die Regierung über die eventuelle Errichtung neuer Njveau-Uebergänge strenge zu wachen habe. Auch diese Forderung ist mehr als zeitgemäss, zeigen doch bereits tagtäglich vorkommende Unglücksfälle, welche haben FIRESTONE-REIFEN die Automobilisten begeistert! Ihr ausgezeichnetes Gleitschutzprofil hat sich auf glitschigem Asphalt wie auf aufgeweichter Landstrasse gleich gut bewährt. Ihr kräftiger, dank dem Gummitauchverfahren widerstandsfähiger und doch elastischer Unterbau sichert, in Verbindung mit einer aus erstklassigem Gummi hergestellten Lauffläche, Höchstleistungen. Lassen Sie sich von Ihrem Händler den Firestone- Reifen zeigen. grossen Gefahrmomente die Niveau-Uebergänge bei der allgemein gültigen Auffassung von Bahn und Bundesgericht, welche heute noch das Verkehrsmonopol der Bundesbahnen hochzuhalten versuchen, in sich bergen. Auch die Wünsche an die Adresse der Birsigtalbahn kamen nicht von ungefähr. Die Motion, wonach die Regierung bei der Bundesbehörde Schritte unternehmen soll, damit die Birsigtalbahn auf der Strecke Binningen-Bottmingermühle auf eigenem Trace zu fahren habe, war mehr als berechtigt. Die Bahnen gehören heute nicht mehr auf die Strasse, sie behelligen den Strassenverkehr ganz allgemein in stärkstem Masse und erhöhen das Gefahrenmoment ganz bedeutend. Es wäre deshalb wohl nicht verfrüht, wenn sich die betreffende Bahn entschliessen könnte, die Strasse dem eigentlichen Strassenfahrzeuge freizugeben und sich ein eigenes Trace anzulegen. Die Reinerträge der Bahn sind derart, dass Geld wohl genügend vorhanden, um den berechtigten Wünschen entgegenzukommen, -t. Dem Ende der kantonalen Einreisetaxen entgegen! Bezüglich der Aufhebung der Einreisegebühren erlässt der Kanton Graubünden an die verschiedenen Einreisestellen folgende Bekanntmachung: Mit dem 1. Januar 1929 fallen die Einreisetaxen für Motorfahrzeuge dahin und somit werden auf dieses Datum alle Kontrollstellen aufgehoben. Wir ersuchen Sie, bis am 5. Januar 1929 die gebrauchten und ungebrauchten Kontrollhefto samt der definitiven Abrechnung an die unterzeichnete Amtsstelle einzusenden, damit die Schlussrechnung und Entlastung der Kontrolleure vorgenommen werden kann. Zugleich ersuchen wir alle diejenigen Einreisesteilen, an denen sich eine bis dahin gültige drei- 1 eckige Warnungstafel mit der Aufschrift «Halt, Aatomobilkontrolle» oder dergl. befindet, diese von den Säulen abzuschrauben und an die Motorfahrzeugkontrollo einzusenden. Solcho werden überschrieben mit einem Verbot für den Lastwagen- Verkehr und später dann an den gleichen Säulen wieder montiert. Kant. Motorfahrzeugkontrolle. Wohl noch selten wird eine behördliche Bekanntmachung von den Motorfahrzeugbesitzern mit grösserer Genugtuung entgegengenommen worden sein. Endlich machen wir uns vom Mittelalter, von den kantonalen Schlagbäumen frei! Eine interessante behördliche Rundfrage. Dio kanlonal-zürcherische Polizeidirektion hat sich in einem umfangreichen Rundschreibon an interessierto Kreise gewandt, in welchem diese ersucht werden, zu einer Anzahl Verkehrs technischer Fragen, welche heute noch nicht eino genaue Abklärung gefunden haben, Stellung zu nehmen. Dio Behörde beabsichtigt eino Ergänzung der kantonalen Vollüugävcrorduung zum Konkordat. Der Will« dar Regierung, mit den massgebenden Kreisen in diesen Fragen Fühlung zu nehmen, ist sehr zu begrüssen. Wir werden über den Fragenkomplex, der u. a. eino obligatorische psyehotechnische Prüfung aller Führer von Motorfahrzeugen, die Ausbildung dor Führer durch besondere Fahrschulen, eine einheitliche und zweckentsprechendere Beleuchtung der Motorfahrzeuge, ein Verbot der Vollgummibereifung, Schlusslichtcr an Fahrrädern und Motorrädern usw vorsieht, in den nächsten Nummern eingehend zu sprechen kommen. .. c. s. Der A. C. S., Sektion Luzern, hat den Ankauf einer Liegenschaft an der Löwenstrasse 3 beschlossen, wo er nicht nur ein ständiges Sekretariat, verbunden, mit Triptykstello, Touristenbureau und Auskunftsstollo im ersten Stock einrichten, sondern wo er auch ein Heim zur Abhaltung von Sitzungen und Anlässen schaffen will. Die Fertigung dieses Kaufes soll noch im Monat Dezember vollzogen worden. -ey, ¥. C. S. AUT0M08ILSEKTI0N AARGAU DES T. C. S. Einladung zur ausserordenllichen Generalversammlung auf Samstag, den 15. Dezember 1928 in das Clublokal, Hotel «Löwen», Aarau. — Traktanden: 1. Verlesen des Protokolls. 2. Wahl des Präsidenten, Ergänzungswahlen in den Vorstand sowie Wahl eines Rechnungsrevisors. 3. Festsetzung des Sektionsjahresbeitragefi. 4. Beschlussfassung über Beibehaltung oder ErsaU der « Automobil-Revue > als Sektionsorgan. 5. Beschlussfassung über eventuelle Ausrichtung eines Honorars an das Sektionsorgan. 6. Verschiedenes. Dio Sektionsmitglieder sind ersucht, au dieser ausserordentlichen Generalversammlung zu erscheinen, da Traktanden zur Verhandlung kommen, dia iir eine zukünftige gedeihliche Sektionstätigkeit von grosser Wichtigkeit sind. Bekunden Sie Ihr Interesse an der Sektionstätigkeit dadurch, dass Sie am 15. Dezember a. c. an der Versammlung erscheinen. Der Vorstand AUTO-SEKTION ST. GALLEN-APPENZELL DES T. C.S., ORTSGRUPPE WIL UND UMGEBUNG. Unter diesem Titel hat sich im Laufe dieses Jahres eino Untorsektion gebildet, dio heute über 70 Mitglieder zählt und ständig im Wachsen begriffen ist. An der letzten Kommissionssitzung wurde beschlossen, auf nächste Fastnacht einen Ballabend su veranstalten, und zwar auf den 2. eventl. 3. Feiruar im Hotel «Schwanen» in Wil. Auf schriftliche Anfrage an sämtliche Mitglieder iahen eich dioselbeu mit überwiegender Mehrheit ür Samstag den 2. Februar ausgesprochen. Wir ersuchen deshalb sämtliches Teilnehmer, dieen Tag jetzt schon zu reservioren. Alles Nähere wird durch spcziello EinladungsnrfYtn KolrnTinffroor/lflOTi TffftvAnn W V