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E_1929_Zeitung_Nr.076

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Es geht um die Wurst...

Es geht um die Wurst... (r) Der volkstümliche Ausspruch hat wieider einmal seine Berechtigung, wenigstens auf einem bestimmten Gebiete, und zwar von Leuten, die anscheinend die letzten Jahrzehnte wohl auf der Welt waren, aber vermutlich nur so nebenher in alten Erinnerungen lebten und vom Strom der Zeit in keiner Weise bespült wurden. Es geht also ums Ganze und vermutlich deshalb beginnt man im Kanton Graubünden den Angriff auf den Bundessäckel und wohl auch auf denjenigen anderer gutgläubigen Eidgenossen, indem man gleich drei handfeste Bahnprojekt© in den Vordergrund stellt und kräftig und eindringlich dafür zu werben beginnt. Man vermutet, dass die heilige Dreizahl wohl etwelche Wirkungen auszulösen vermöge und gestattet sich beileibe nicht, bescheiden ein Projektlein nach dem anderen ans Tageslicht oder besser gesagt in die heilsame Sonne der Bundessubventionen zu fördern. Da ist einmal als erstes und nächstes das Projekt einer Bahn ins Bergeil zu nennen. Diese Bahn müsste von St. Moritz ausgehen, über Maloja auf ebener Strecke den Engadiner Seen entlang führen und dann ins Bergeil hinuntersinken, um bei Castasegna die Grenze zu überschreiten. Bei Chiavenna in Italien wäre dann der Anschluss an das allgemeine Bahnnetz der italienischen Staatsbahnen gegeben. Auf diese Weise wäre dann für St. Moritz eine neue Ausfallmöglichkeit oder Zufahrtsstrecke für den Touristenstrom nach und von Italien gegeben. Was dabei mit der Berninabahn geschehen müsste, die eben diesen direkten Bahnverkehr nach Italien bereits besorgt und durchaus nicht finanziell in guten Schuhen dasteht, weiss allerdings niemand zu melden. Die Gemeinden des Bergells, soviel weiss so ziemlich jedermann, diese Gemeinden könnten zur Finanzierung des Projektes nur in geringfügiger Weise herangezogen werden. Man argumentiert aber vermutlich folgendermassen: Die Post, die mit ihren Automobilen bis anhin Sommer und Winter diesen Verkehr besorgte, wies ganz erbauliche Verkehrszahlen auf. Also ist dies Grund genug, um das Automobil in den Winkel zu stellen und rasch eine Bahn zu bauen.. Wir leben ja nicht umsonst in einem Land, das an technisch Gebildeten Ueberfluss hat. Es wäre aber immerhin ratsam, die Frequenz der Postautolinien näher zu untersuchen. Ohne die Zahlen ins Detail zu kennen, darf schon aus der Verkehrsstruktur gefolgert werden, dass die Zahl der Reisenden, die die ganze Strecke, also von St. Moritz bis an die Grenze, benutzen, verschwindend klein ist im Verhältnis zu derjenigen, die nur das Stück St. Moritz-Castasegna-Chiavenna befahren. Mit der süssen Hoffnung von der allgemeinen Verkehrsbelebung durch eine Bahn wird es mit ziemlicher Sicherheit nicht weit her sein und die Begründung, dass es zur Hilfe der Bergtäler gehöre,, recht viele Durchgangsbahnen zu bauen, ist falsch angebracht. Das Bergell selbst kann von einem solchen Bahnbau nur Lasten, nicht aber entsprechenden Gewinn ziehen. Das zweite Projekt, das ebenfalls ziemlich en vogue ist, geht darauf hinaus, am entgegengesetzten Zipfel des Engadins, nämlich von Schuls aus, eine Bahn zu erstellen, die das Engadin mit Oesterreich (Landeck) verbinden sollte. Nun besteht leider auch da schon eine Verkehrsmöglichkeit durch das Auto, und zwar eine ganzjährige, also eine Sommerglaubhaft, dass man diese Strecke mit einer Bahn beglücken würde, wenn nicht inzwischen zufällig das Auto erfunden worden wäre. Nun ist aber das Auto als Verkehrsmittel vorhanden und es hat in zivilsierten Staaten nicht gerade den Anschein, als ob es den Rückzug antreten und wieder von sen Hemdärmeln, der zu meinem grossen Erstaunen die unmöglichste Last trug: den ganzen schweren hundertteiligen Motor. Wie die Prozession am Seelein ankam, ging eine plötzliche Bewegung durch den ganzen langen Zug, und jedes schleuderte seine Last von sich in das aufsprudelnde Wasser. Jetzt war die Reihe an dem Herrn mit den weissen Hemdärmeln. Mit der Kraft eines Riesen stemmte er den Motor hoch über den Kopf auf, sprang zwei Schritte vor und... Was war das denn wieder für ein Gepuste und Geratter? Wir fuhren jäh aus dem Schlaf und aus den blühenden Stauden empor, Hugo und ich, im selben Augenblick, und sahen einander an. «Siehst du nun?» lachte Hugo und zeigte passaufwärts gegen das Hospiz. Ja, ich sah. Der prächtige weinrot gestrichene Wagen glitt sanft und fast geräuschlos die Strasse hinauf, nahm eine Kurve wie im Flug und war uns entschwunden. Ich muss sagen: es war ein schöner, herzstärkender Anblick. Und was zurückblieb, dieses dünne weisse Wölklein Staub, vermochte der grossen und frischen Bergwelt da oben durchaus keinen Eintrag zu tun. der Bildfläch© verschwinden wolle. Es sei gar nicht besonders betont, dass die Rätischen Bahnen unter anderem das Bestreben haben, ihren Gästen, wenn sie schon Bahn fahren wollen, wenn möglich di© anderen Schönheiten des Bündnerlandes auch noch vor Augen zu führen und sie nicht schnurstracks auf dem kürzesten Weg aus dem Lande zu führen. Das dritte nicht weniger erbauliche Projekt ist eine Bahn über den Bernhardin, also von Thusis aus über Andder, durch das Hinterrheintal ins Misox, wo dann schon eine Bahn bestünde, um freundlich die Fortset' zung zu übernehmen. Dass auch da schon seit Jahren ein regelmässig funktionierender Postautodienst besteht, kommt allerdings nicht in Frage, denn es geht um di© Wurst, und wenn man schon an Bahnprojekten ist, auch zu zwei Dingen auch gleich das dritte gehört. So ist auch dieses alte Projekt wieder einmal ausgegraben und zu neuem Leben erweckt worden. Es ist unglaublich, mit welcher Energie und Zähigkeit an manchen Stellen gegen das Automobil als solches gekämpft wird. Einzig ein Blick auf die Zahlen unserer Zollstatistik würde jedem Unvoreingenommenen beweisen, welche Stellung das Automobil von Jahr zu Jahr in unserer Volkswirtschaft einzunehmen beginnt und schon aus dieser Erwägung heraus müssten Projekte wie die eingangs erwähnten ohne weiteres von der Hand gewiesen werden. Es darf allerdings die Vermutung ausgesprochen werden, dass bei der Aufwendung von Bundes- und Kantons-, vielleicht gar Benzinmillionen, für den Strassenunterhalt allerdings nacht mehr gleich grosse Summen oder überhaupt nur mit Mühe Mittel frei gemacht werden könnten. Bahnen mit zweifelhafter Rendite und ungenügendem Verkehr pflegen ia bekanntlich nicht nur eine einmalige Ausgabe zu sein, sondern auf Lebenszeit Unsummen zu verschlingen. Zinsendienst und Bahnunterhalt laufen fröhlich weiter, ob sich nun der Verkehr einstelle oder nicht. Unsere Volkswirtschaft aber noch mehr als si© es schon allzusehr ist, einseitig und bewusst auf den Fremdenverkehr einstellen zu wollen mit Mitteln, die einmal festgelegt nur unter grossen Opfern wieder gelöst werden können, ist auf keinen Fall zweckmässig und weise gehandelt. Das Automobil hat den Vorzug, sich viel mehr dem Wandel der Verhältnisse anpassen zu können,'nicht an die Streck© gebunden zu sein und weniger Aufwendungen zu verlangen. Aus der Automobilstatistik der Schweiz. Alljährlich erscheint das Statistische Jahrbuch der Schweiz, herausgegeben vom eidgenössischen statistischen Amt. Auf den ersten Blick erscheint diese Zahlensammlung eine recht trockene Lektüre. Für den aufmerksamen Leser aber wird dieses Zahlenbuch zu einer Jahreschronik, die ihm die interessantesten Aufschlüsse über Bevölkerung, Wirtschaft, Staat und Gesellschaft liefert. Wir wollen uns nur mit der Automobilstatistik befassen. Sie ist ein Teil der Verkehrsstatistik, welche .im 3. Teil des Jahrbuchs, als Spezialgebiet der Wirtschaftsstatistik behandelt ist. Wir finden in dem letzten Jahrbuch von und Winterverbindung. Es ist1928 Tabellen über die Zahl der Automobile, den AutomoWlbestand der Kantone, die Herkunft der Automobile nach Herkunftsland und Fabrikmarke, die Verteilung der Personenwagen, Lastwagen und Motorräder; eine besondere Tabelle befasst sich mit den Grenzübertritten ausländischer Automobile und die Art des Ausweises. Im Anhang ist eine Seite der figürlichen Darstellung der statistischen Ergebnisse gewidmet. Besonders diese graphischen Darstellungen sind für den Laien sehr aufschlussreich, da sie ihm die Uebersicht erleichtern und auch dem für Zahlenreihen nicht empfänglichen Leser ein Bild der Vorgänge geben, wie sie die Statistik ermittelt hat. Es ist sehr zu begrüssen, dass diese graphischen Darstellungen von Jahr zu Jahr im Statistischen Jahrbuch einen grössern Raum einnehmen. Die Herkunft der Automobile In der Schweiz. Eine besondere Tabelle gibt Aufschluss über die Einfuhr von Automobilen, bezw. die Herkunft der in der Schweiz eingetragenen Automobile. Danach waren Ende 1928 48,489 Personenwagen ausländischer Herkunft und 1679 aus der Schweiz. Die Wagen ausländischer Abstammung verteilen sich auf folgende Länder: Amerika (16,945), Frankreich (15,284), Italien (11,363), Deutschland (2592), Belgien (951), Oesterreich (503), verschiedene Länder (851). Nach der Fabrikmarke sind bei den Schwejzerwagen die drei Marken Martini (758), Pic-Pic (528) und Maximag (164) im Vorrang. AUTOMOBIL-REVUE 1929— N°76 Von Deutschland sind es die Marken Benz- Mercedes (925), Opel (424), Wanderer (181). Frankreich ist mit folgenden Marken ver treten: Citroen (4720), Peugeot (1919), Renault (1641), Amilcar (926), Mathis (807), Delage (661), Talbot (552), Zedel (540). Italien führte Wagen folgender Marken ein: Fiat (8467), Ansaldo (1181), Lancia (560), Bianchi (414). Oesterreich:. Steyr (246), Austro-Daimler (164). Belgien: Minerva (474), F.N. (405). Amerika: Folgende zehn Marken machen das Hauptkontingent der amerikanischen Einfuhr aus: Buick (2693), Ford (1978), Chrysler (1737), Chevrolet (1442), Essex (1008), Studebaker (798), Overland (747), Packard (595), Dodge (582). Etwas anders ist das Verhältnis bei den Lastwagen. Hier ist die ausländische Quote nur wenig höher als die schweizerische. Ausländische Lastwagen wurden im Jahr 1928 gezählt 7957, schweizerische 5186. Die ausländischen Lastwagen verteilen sich nach ihrer Herkunft auf Amerika (3047), Frankreich (1575), Italien (1508), Deutschland (1432) und verschiedene Länder (395). Interessante Aufschlüsse gibt uns auch eine Tabelle der Personenwagen nach Herkunftsland, Zahl der Plätze und Motorstärke. Darnach werden unterschieden drei Kategorien: 1. Automobile mit ein bis drei Plätzen: 5344, wovon 3562 aus Frankreich, 799 aus Italien, 402 aus Deutschland, 226 aus der Schweiz, 177 aus Amerika. 2. Automobile mit vier Plätzen: 24434, 8801 aus Frankreich, 8595 aus Italien, 4518 aus Amerika, 1137 aus Deutschland und 294 aus der Schweiz. 3. Automobile mit sechs Plätzen: 5901, wovon aus Italien 1463, aus Frankreich 1405, aus Amerika 1151, aus der Schweiz 714 und aus Deutschland 675. Die Tabelle der Motorenstärk© gibt uns darüber Auskunft, dass von den 10-PS-Motoren Frankreich den Hauptteil, nämlich 3562 von 5344 insgesamt geliefert hat. Motoren mit 10 bis 14 PS gibt es 26 029. Davon stammen 9500 aus Frankreich, 8659 aus Italien und 5167 aus Amerika. Von den Motoren von 14 bis 20 PS (16144) stammen 10160 aus Amerika, 1950 aus Frankreich und 1648 aus Italien. Motoren mit 20 und mehr PS gibt es nur 2593. Mehr als die Hälfte davon (1437) sind amerikanischer Herkunft. Sehr interessant ist die Verschiebung der Einfuhr nach den Herkunftsländern. Während 1924 Frankreich noch den Hauptteil der Einfuhr bestritt, nämlich 7163 Wagen, und Amerika erst an zweiter Stelle folgte mit 4493 Wagen, ist es im Jahre 1928 gerade umgekehrt. Amerika steht mit einer Einfuhr von 16945 Wagen an der Spitze. Die amerikanische Einfuhr beträgt 33,7% gegenüber 19,9% im JahTe 1924. Die französische Einfuhr jedoch ist von 31,8 % auf 30,5 % zurückgegangen. Die untenstehende graphische Darstellung gibt eni deutliches Bild von den veränderten Einfuhrquoten und der Verteilung der Automobile nach Ländern. Gr. Vorübergehende Einfuhr von Motorfahrzeugen in die Schweiz im Juli 1929. Automobile mit prov. Eintrittskarte 10,068 Automobile mit Freipass 714 Automobile mit Triptyk oder Grenzpassierscnein 11,092 Motorräder 449 Total: 22.323 Im gleichen Monat des Vorjahres haben 18,967 Motorfahrzeuge (mit prov. Eintrittskarte 9463) die Grenze passiert. Ausstc^llun^^n Der Automobilsalon 1930. Er soll alle Gruppen der Motorfahrzeugindustrie, einschliesslich der Motorräder, in einer einzigen Serie vereinigen. So wie die Raumverhältnisse liegen, wird man 1930 dies© Gruppen nicht in einem einzigen Ausstellungsgebäude unterbringen können, auch nicht in dem doppelt so grossen projektierten Gebäude. Der endgültige Plan ist noch nicht ausgearbeitet und muss noch vom Staatsrat genehmigt werden. Für den Salon 1930 wird jedenfalls das neu© Ausstellungsgebäude noch nicht fertig sein. Di© Direktion des Salons hat deshalb beschlossen, im Interesse der Vereinigung des Salons 1930 die Motorräder im Bätiment Electoral auszustellen. Der Salon beider Gruppen (Autos und Motorräder) wird vom 21.-30. März 1930 stattfinden. Alpenpostkurse vom 19. bis 25. August. Die neunte Sommerwoche der Alpenpostkurs© verzeichnet einen leichten Rückgang. Gesamthaft wurden 26^252 Personen transportiert gegenüber 25,485 in der entsprechenden Woche des Vorjahres. Der Rückgang der Frequenzziffer stellt sich somit auf 1608. Dabei sind aber sechs Kurse, die nicht im letztjährigen Bulletin figurierten, bei der Berechnung nicht einbezogen. AUSLAND Abschaffung der Geschwindigkeitsbeschränkungen in England? In England werden gegenwärtig enorm© Anstrengungen gemacht um die bestehenden Geschwindigkeitsbeschränkungen zu beseitigen. Nachdem dies-» bezügliche Eingaben der Automobilistenverbände erfolglos waren, soll jetzt seitens einiger Unterhausmitglieder im Unterhaus ein© entsprechende Vorlage eingebracht werden. Es wird vorgeschlagen, dass alle Geschwindigkeitsbeschränkungen zu beseitigen seien, und zwar inner- wie ausserorts und dass an deren Stelle eine Vorschrift treten soll, wie sie der französische Code de Ia Route kennt. Die Regelung der Fahrgeschwindigkeit bliebe danach dem Ermessen des Fahrers anheimgestellt, sie müsste einfach eine solche sein, dass das Fahrzeug "beständig unter Kontrolle bleibt. at. Die Vereinigten Staaten von Europa. Wio die deutsche Fachpresse meldet, sind innerhalb der europäischen Automobilindustrie Verhandlungen im Gange, welche die gegenseitige Niederlegung der europäischen Zollmauern für Automobile bezwecken. Den Anlass zu dieser Verhandlung bildet die steigende Bedrohung der gesamten europäischen Automobilindustrie durch die amerikanische Einfuhr. Der Gedanke einer gemeinschaftlichen Front der europäischen Automobilindustrie gegen die amerikanische durch Einführung eines gemeinsamen Schutzzolles gegen alle anderen aussereuropäischen Länder gewinnt ständig neue Anhänger. Der Plan bezweckt, dem grossen Absatz der Vereinigten Staaten einen gleichfalls von allen Zollmauern befreiten, grossen Europamarkt entgegenzustellen. Man muss zugeben, dass die Verwirklichung eines solchen Wirtschaftsplanes von grösster Wichtigkeit für alle europäischen Länder ist. Dadurch würde endlich einmal an Stell© von Konferenzen, Vorschlägen usw. durch eine Tat die allgemeine europäische Zollunion der Verwirklichung näher gebracht. Damit wären wir auch der Idee der «Vereinigten Staaten von Europa » einen Schritt näher gekommen. gr. Italla docet. In der italienischen Kammer hat unlängst der Verkehrsminister Ciano angekündigt, dass sich ein© anonyme Gesellschat gebildet habe zum Zweck der Intensivierung des Automobildienstes, nicht in Konkurrenz mit den Bahnen, sondern in Zusammenarbeit mit ihnen. Aktionäre sind zu einem Viertel des Kapitals di© vier grössten Kreditinstitut© des Landes, zu drei Vierteln aber die Verwaltung der staatlichen Eisenbahnen ! Vorhergegangen war ein Dekret vom März dieses Jahres, worin die Verwaltung der Staatsbahnen ermächtigt wurde, an Unternehmungen sich zu beteiligen, welche die Vervollständigung des Verkehrs durch richtiges Ineinanderarbeiten von Bahn und Automobil zum Zwecke haben. Beide Verkehrsmittel können nämlich nach der Ueberzeugung des Herrn Ciano sehr gut in Harmonie miteinander auskommen! Und dass si© auch wirklich zusammenarbeiten, deshalb hat man di© staatliche Bahnverwaltung mit den Kreditanstalten, welche einen so grossen Teil der agricolen, industriellen und kommerziellen Interessen des Landes kontrollieren, zu einem « Institut > zusammengestellt. Ueber di© nächsten Absichten des Instituts gibt im «Corriere della sera> der hauptsächlichste Mitarbeiter des Verkehrsministers Aufschluss. U. a. sollen die Bahnen ermächtigt sein, wo es wünschenswert wäre, auch vollgepackt© Lastautos per Bahn zu befördern, auf dass si© in den vom Bahnverkehr abgelegenen Gegenden dann die Waren in die Dörfer und Stadt© eben schnell hineinbringen können, ohne dass Umladung und neue Verpackung nötig wären. Wenn für eine gegeben© Tour eine genügende Mass© von zu transportierenden Gütern garantiert ist, so kann das Institut besonder© Erleichterungen und Tarifherabsetzungen gewähren für die Intensifizierung des Verkehrs in der betreffenden Gegend. Das Institut kann auch auf eigen© Rechnung und durch das Mittel von hierzu konzessionierten Firmen die Verkehrstätigkeit der städtischen Agenturen übernehmen gerechte Tarife aufstellen und in den grössern Zentren Expressdienste einrichten für den schnellen Vertrieb ins Haus von pressanten Waren, in Anschluss an d«n Abgang und die Ankunft der Züge, was namentlich auch für die Versorgung mit Fischen wichtig werden kann. Italien ist auf drei Seiten von einem fischreichen Meer umschlossen, das nicht von ferne ausgenützt ist wie es sein könnt©, einzig wegen mangelnden Verkehrsmitteln. In allen der zahllosen Bergstädtchen des ganzen Apennin sind frische Meerfisch© noch ein© unbekannt© Delikatesse. Ein Hauptzweck des Instituts soll auch sein* willkürliche, bloss auf den nächsten Gewinn abgestellte Tarife zu beseitigen und für das ganze Land auch hier feste Normen zu schafen. Dabei ist natürlich di« oberste leitend«

U» 76 — 1929 AUTOMOBIL-REVUE 'Absicht des im wesentlichen von der Administration der staatlichen Bahnen abhängigen Instituts, die Güter auch in den entlegensten Gegenden mobil zu machen für den Bahnverkehr, aber eben unter weitestgehender Verwendung des Autos als Transportmittel. Der genannte Gewährsmann sagt dem Institut eine grosse Zukunft voraus, nicht nur im Interesse von Ackerbau, Verkehr und Industrie, sondern auch für höhere Zwecke des Staates, «wobei es nahe liegt,» auch an militärische Ziele zu denken. Dabei stösst übrigens das Institut an einem Wagen, der schon von selber lustig läuft. Ende letzten Jahres hatte Italien 73,000 km Autolinien, wozu noch 12,000 km zeitweilige Touristenlinien kommen, und es waren über 8000 Gemeinden direkt oder indirekt von diesen Linien bedient. H. SPORTLICHES Das Lwow-Rennen, die letzte für die nationale Meisterschaft zählende Prüfung des polnischen Automobil-Clubs, wurde über 20 Kilometer ausgetragen. Das Rennen gewann der Fahrer Zawidowski auf Bugatti 2300 ccm, der den bestehenden Rekord schlug und mit 27 Minuten 53,21 Sekunden eine neue Bestzeit aufstellte. Sein Stundenmittel betrug 1152,105 km. Die Automobilmeisterschaft für Polen 1929 gewann Jean Ripper vor Zawidowski. Diiray in Monza. Der gegenwärtig in Europa weilende berühmte amerikanische Rennfahrer Duray hat sich für den Grossen Preis von Monza mit zwei*Packard-Cable-Wagen [(8 Zylinder, 1500 ccm) eingeschrieben. Während er selbst den einen Wagen fahren wird, beabsichtigt er, die Führung des zweiten einem französischen Rennfahrer anzuvertrauen. Duray hat mit seinem Renner, den die Amerikaner «the black Devil», den schwarzen Teufel, nennen, in Indianapolis über vier iRunden ein Stundenmittel von 190 km herausgefahren und erst kürzlich in Montlhery eine Serie von internationalen Rekorden aufgestellt. Grosser Preis von Monza. Die Organisaloren der Monzabahn überraschten uns mit »einem Reglement, das sage und schreibe in ^deutscher Sprache verfasst, dieser Tage auf unseren Tisch flog» Das Rennen wird in verschiedenen Klassengruppen gestartet, wobei die Sieger, d. h. Erst-, Zweit- und Drittklassierte, jeder Gruppe in einem Endlauf um die entgültige Entscheidung streiten. Das Rennen führt sowohl in den Gruppen als auch im Endlauf 122 Mal über die Bahn, was eine Gesamtlänge ivon 99 Kilometern ergibt. Zugelassen sind die iWagen der Rennkategorie von der Klasse 750 bis zur Klasse über 8000 ccm. Die Renngebühr beträgt 1Ö00 Lire pro Wagen. Die "•(Anmeldungen haben bis spätestens um Mitternacht des 7. Septembers bei der Societä lAutodromo di Monza (Corso Venezia 69, Mailand) einzutreffen. Das Rennen ist mit «iner Geldsumme von insgesamt 54,000 Lire dotiert. Neben diesen Geldpreisen sind noch (Ehrenpreise in Form von Pokalen und Medaillen ausgesetzt. Der Sieger der Gruppe erhält jeweilen 40,000 Lire, der Zweite 20,000, der Dritte 15,000 und der Vierte 10,000. Der Sieger des Endlaufes erhält 50,000 Lire, der Zweite 20,000 Lire, der Dritte 12,000, der ; [Vierte 10,000 und der Fünfte 8000 Lire. Ausserdem werden für die einzelnen Runden- Bestzeiten in den einzelnen Gruppen Beträge bis zu 25,000 Lire ausgegeben. Der Grosse Preis von Monza, für den bereits schöne Nennungen einigegangen sind, zählt zu den bestdotierten Veranstaltungen des Jahres. Polen. Aehnlich wie in Italien sind nun auch polnische Städte dazu übergegangen, den Gebrauch elektrischer Hupen innerorts zu verbieten. Automobilreisende nach Polen und durch den polnischen Korridor tun daher gut, eine Handhupe mitzunehmen. Eine Langstreckenfahrt für Tourenwagen. Am 29. September veranstaltet der A.D.A.C. auf dem Nürburg-Rinjr eine Gebrauchsprüfunff für kompressorlose Tourenwagen, zu der nach den bereits jetzt vorliegenden Meldungen recht viele Nennungen zu erwarten sind. Nachdem der Nürburgring als Versuchsstrasse bisher schon von den meisten deutschen Automobilfirmen zu Prüfungsfahiten benutzt wurde, deren Ergebnis aus begreiflichen Gründen in den meisten Fällen als «Fabrikgeheimnis» streng gehütet wurde, wird jetzt zum ersten Male eine solche Versuchsfahrt, deren sportlicher Charakter auf dem Nürburgring unbestritten sein dürfte, in aller Oeffentlichkeit ausgetragen. Fabrik- und Herrenfahrer werden also h|er zu zeigen haben, was sie selbst an Beherrschung ihres Fahrzeugs und an körperlicher Disziplin, was ferner ihre Wagen an Ausdauer und Leistungsfähigkeit hergeben können. Die A.D.A.C.-Langstreckenfahrt für kompressorlose Tourenwagen über acht Stunden hat den Zweck, unter Beanspruchung der Höchstleistung die Zuverlässigkeit und Gebrauchsfähigkeit serienmässiger Tourenwagen bzw. Gebrauchswagen, wie solche unter dieser Bezeichnung im Handel erhältlich sind, zu prüfen. K'ennungsberechtigt sind alle Inhaber einer internationalen Bewerberlizenz für 1929 sowie der internationalen Fahrerlizenz für 1929. Zugelassen sind nur serienmässige, kompressorlose Tourenwagen, soweit diese Fahrzeuge an jedermann als Tourenwagen in Grosserie geliefert werden. Unter dem Begriff «serienmässige Tourenwagen» versteht der Veranstalter TourenfahTzeuge, die in ihrer Konstruktion, Ausstellung und ihrem Gewicht den Typen der Hauptserie in allen Teilen gleich sind. Die Sportkommissäre können auf Grund der von den Abnahmekommissären vorzunehmenden Feststellungen entscheiden, ob das gemeldete Fahrzeug einem allgemein bekannten im Handel befindlichen serienmässigen Tourenwagentyp entspricht. Die siegreichen Fahrzeuge werden noch einer Schlussabnahme unterworfen. Ergeben sich hierbei irgendwelche Abweichungen von der serienmässigen Ausführung, so wird der betreffende Bewerber für preisverlustig erklärt. Die Einteilung der Fahrzeuge ist folgende: I bis 1155 II 1155—2100 III 2100—3150 IV 3150—5250 V über 5250 Verlangt. Durch» schnitt In Std.-km 48 52 58 62 64 Zahl der Bandes für geachli 14 16 17 18 19 offene 15 16 18 19 20 Der Nennungsschluss ist am 23. September, mittags 12 Uhr. Das Nennungsgeld beträgt für Einzelfahrer Rm. 20, für Fabrikteams Rm. 100. Von jedem Fahrer wird die für sein Fahrzeug vorgeschriebene Maximaldurchschnittsgeschwindigkeit verlangt; höhere Geschwindigkeiten werden nicht gewertet. Die Durchschnittsgeschwindigkeit wird jedoch für vier Runden bewertet, die Restrunden entsprechend, Preisträger ist der Fahrer. Jeder strafpunktfreie Fahrer eThält die «Grosse goldene A.D.A.C.- Medaille>, jeder Fahrer mit weniger als 20 Strafpunkten die «Kleine goldene A.D.A.C.-Medaille», Fahrer mit weniger als 40 Strafpunkten die «Grosse silberne*.' mit weniger als 60 Strafpunkten die «Kleine silberne A.D.A.G.-Medaille>. Für Fabrikteains gibt es noch besondere Preise, und zwar erhalten die Fabrikfahrer eines Teams mit weniger als 30 Punkten einen Team-Ehrenpreis und ein Diplom, bei strafpunktfreier Beendigung der Fahrt erhält der Nennende ausserdem noch die «Grosse A.D.A.C.-Medaille>. Die Gabenspenden des Klausenrennens. Folgende Spenden waren im offiziellen Programm nicht aufgeführt: Sektion Thurgau des A. C. S.; Sektion Wallis des A. C. S.: Motorwagenfabrik «Berna A.-G.». Ölten; Garage Orell-Füssli Hof A.-G., Zürich; Valvoline Oel A.-G., Zürich; Andr6 Dewaid, Zürich; Gebr. Vogel, Stadthof-Post-Hotel. Zürich; Zürcher Hotelier-Verein, Zürich; Fritz Moser, Motorradfabrik, St-Aubin; Anton Taborelli, Hotel Commercio, Zürich; Haefliger & Ceresole, Bern; Familie Arnold, Löwen, Altdorf; Richard Berger, Zürich 2; D. Luberles, Basel; Perfectol, Brack & Eich, Aararti: Anton Waltisbühl & Co., Zürich; Burger-Kehl & Co., PKZ. Zürich: Theophil Spörri, Tapeten, Zürich: Robert Aebi, Maschinenfabrik, Zürich; Jean Kellenberger, Briefmarken, Zürich. 24 Stundenfahrt über 13 Bergpässe. Wir hahaben in Nr. 72 der A.-R. über die denkwürdige Fahrt der Herren Direktor Eberhard und Lanz mit einem Monastella der Marke Renault ausführlich berichtet. Bedauerlicherweise schlich sich in den Text ein Setzfehler ein, der aber von jedem Leser von selbst korrigiert worden ist, der je ein Auto geführt und vom BetriebsstoffveTbrauch eines Wagens eine Ahnung hat. Der Satz hiess : « Das Oelniveau war vorschriftsmässig und der Oelverbrauch stellte sich auf 10 Liter für 661 km oder, auf 100 km bezogen, einen Verbrauch von 1,51 Liter.» Es ist daraus leicht ersichtlich, dass bei den Oelverbrauchsziffern das Komma um eine Stelle verschoben ist. Richtig soll der Satz heissen : «Das Oelniveau war vorschriftsmässig und der Oelverbrauch stellte sich auf 1 Liter für 661 km oder, auf 100 km bezogen, einen Verbrauch von 0,151 Liter.» lt. » AmIS*«« Das Auto am Zürcher Blumenfest. R. V. Die Autosektion Zürich des T. G. S. hatte schon seit längerer Zeit die Absicht, in den Mauern der Stadt einen Lampion-Korso durchzuführen. Im Verlaufe der Vorbereitungen tauchte dann der Gedanke auf, dass dieser Korso im Zusammenhang mit dem Blumenfest abgehalten werden sollte. Es hat sich gezeigt, dass der Gedanke sehr glücklich war, und zwar in mehrfacher Beziehung. Zunächst einmal konnten die Touring-Clübler von dem fabelhaft guten Wetter profitieren, das der Himmel anscheinend dem Zürcher Blumenfest ein für allemal reserviert zu haben scheint. Beide Veranstaltungen zogen insofern aus dem Zusammengehen grossen Nutzen, als zahlreiche Gruppen und Bilder vom Blumenkorso für den Lampionkorso übernommen werden konnten und umgekehrt auch der Blumenkorso bereichert wurde durch Schmuck, der in erster Linie auf den Lampionkorso hin angelegt worden war. Man kann daher die eine Veranstaltung nicht gut besprechen, ohne auch der anderen Erwähnung zu tun. Der am Samstag und am Sonntag durchgeführte Blumenkorso war in sehr hohem Grade eine automobilistische Veranstaltung. Denn bei weitem der grösste Teil der Fahrzeuge die vorüberzogen bestand aus Automobilen, wenn auch häufig unter pflanzlichen Dekorationen riesigen Ausmasses die Natur des Fahrzeuges kaum mehr zu erkennen war. Ganz allgemein sei gesagt, dass man sehr schöne Wagen zu sehen bekam und dass die meisten es verstanden haben, ihrem Fahrzeug einen recht hübschen, gelegentlich sehr originellen Blumenschmuck zu verleihen. Trotz allem, was da geboten worden ist, muss der Schreiber dieser Zeilen bekennen, dass ihm eigentlich die verhältnismässig einfache Dekoration der Touring-Club-Gruppe am besten gefallen hat — verhältnismässig einfach war sie insofern, als sie auf die Verwirklichung c ausgefallener » Ideen verzichtete, die gar nichts mit dem Wesen des Automobiles zu tun hatten, sondern in sehr geschmackvoller Weise ihre einheitlich gelbe Dekoration den charakteristischen Formen und Konturen der Wagen anzupassen verstanden hat. Das hob die Automobile sofort aus der Reihe der anderen sehr vorteilhaft heraus, und man spürte, dass man Leute vor sich hatte, die für das Wesen des Automobils das richtige Gefühl haben. Die Farbe war gegeben durch das gewählte Motiv: « Die gelbe Gefahr der S. B. B. » — eine Satire auf i die Angst der Bundesbahnen vor der Automobilkonkurrenz, wobei es wohl nicht ohne Absicht geschah, dass man die Gefahr in der Farbe der unserer gleichen Bundesverwaltung unterstehenden Postautomobile malte I Nur nebenher* sei bemerkt, dass die Gruppe bei der Preisverteilung nicht besonders gut davongekommen ist. Nach dem Geschmack, den im übrigen die Jury bewiesen hat, wäre den Touring-- Clüblern eine bessere Placierung zu wünschen gewesen — das Urteil der Oeffentlichkeit über die Schönheitsideen der Jury war zum mindesten sehr geteilt, so sehr, dass beispielsweise bei Vorführung der Blumenkönigin am Sonntag durch Lautsprecher besonders zur « Begeisterung» angefeuert weiden musste, und das mit nur wenig Erfolg. Es ist bedauerlich, dass man das im Zusammenhang mit dem sonst wohl in allen Teilen ausgezeichnet gelungenen Blumenfeste sagen muss — aber man muss der Wahrheit die Ehre geben, damit ähnliche Missgriffe in Zukunft vermieden werden. Gegen Abend des Sonntags wurde überall an den Strassen, durch die der Lampion-Korso des T. G. S. fahren sollte, eine Menschenmauer um die andere gebildet. Der Blumen-Korso wird schwerlich so viele Zuschauer gehabt haben wie der Lampion- Korso der Touring-Clübler. Es war ein glücklicher Gedanke, dass die wunderhübsch mit Lichtern geschmückten Autos sich nicht auf eine kurze Route in einem Villenviertel Zürichs beschränkten, sonrn ( ihre Fahrt auch durch die Arbeiterquartiere ausdehnten. So haben viele, viele, die für « das Fest der Reichen » entweder kein Geld oder innere Ablehnung hatten, doch Gelegenheit gehabt, den Lampion-Korso zu schauen, und dafür, dass sie es mit Freude und Genuss tun konnten, sorgten die ausserordentlich hübschen Dekorationen der meisten Wagen. Einige wenige begnügten sich damit, hie und da ein Lampion ihrem Fahrzeug anzuhängen; lie meisten Fahrer hatten sichtlich nicht nur keine Mühe, sondern auch die Kosten nicht gescheut, um eine schöne Licht- und Farbenwirkung zu erzielen. Wie schon eingangs erwähnt, kamen viele Autos in der Gewandung, in der sie im Blumen-Korso mit- gefahren •waren, •und es zeigte eich, dass die Kombination von Blumen und hübschen Lampions nicht nur an Gartenfesten, sondern auch bei höchst modernen Verkehrsmitteln wunderschöne Bilder abgeben kann. Die Gruppe, die im Blumen-Korso die « gelbe Gefahr der S. B. B. * vorgeführt hatte, war natürlich auch mit von der Partie — so hübsch das Bild war, man hatte den Eindruck, dass die Zuschauer hier Sinn und Zweck der Dekorationen nicht immer erfassten, da sie offenbar den Blumen-Korso nicht gesehen hatten und das Motiv daher nicht kannten; schliesslich aber kam es hierauf weniger an. Die Wagen dieser Gruppe fuhren ausser Wettbewerb, die Besitzer erhielten dagegen eine Gedenkplakette vom Vorstand der Sektion. Bei der Bewertung und der nachfolgenden Preisverteilung wuTde nach zwei Gruppen unterschieden, indem man zunächst die Privatwagen, d. h. die ohne Reklamezweck geführten Wagen für sich nahm und hernach auch für die eigentlichen Reklamewagen eine gesonderte Rangordnung aufstellte. Es ergab sich hiernach die folgende Rangliste : Privatwagen: 78 Punkte Sachlichkeit, E. Pfister, Zürich 6; 72 P. Geschwindigkeitsteufel, Dr. W. Elsener; 67 P. Libelle, J. Fehrenbach; 64 P. Lampionprinzessin, F. Hug; 56 P. Bonzo, mein Freund, Frl. H. Baumgartner; 55 P. Gesammelte Werke, Hans Rummele; 54 P. Japanischer Tempel, F. Ruckstuhl; 52 P. Sonnenblumen, A, Wyss; 51 P. Sommernacht, E. Masson; 50 P. Alpen-Idyll, J. Hasler; 49 P. Venezianische Gondel, Joh. Hauser; 48 P. Im Zeichen des T. C. S., W. Held; 47 P. Venezianische Gondel, A. Meyer; 47 P. Blume, F. Behnik; 46^ P. Clubhaus, Jak. Hirzel; 46 P. Blumenlaube, J. Oppenheim; 45 i4 P. Blumen am Fenster, H. Liebherr; 44 P. Türkisches Teehaus, E. Muhl; 43 P. Weekendhouse, A. Trachsel; 42 P. T. G. S.-Abzeichen, G. Pfeiffer; 4234 P. 4 Buren, Wirteverein; 41 P. Farbige Kugeln, Frau Dr. Weidenmann; 40^ P. Titel des Clubblattes, J. Langsbach; 40 P. Bunte Kugeln, O. Hauser; 39 P. Das Auge des Gesetzes, P. Häberli; 38 P. Japan, V. Bossi; 36 P. Venezianische Nacht, Salmson; 32 P. Mondscheinfahrt, H. Schwär» zenbach; 30 P. Jassbrüder, P. Richter, Reklamewagen: 63 Punkte Benhur fährt Goodrich, Goodrich- Pneumatik; 59 P. Mode, E. Ludescher; 51 P. Es tut dem Gaumen wohl, E, Rymann; 44 P. Esso, Standard A.-G., 30 P. Reklame, A. Walpert; 27 P, Enka, ESWA, Zürich. St. Gallen. Die Erhebung von Gemeindestrassen zu Staatsstrassen. Um eine Reihe von Gemeinden, die mit Strassenunterhaltungskosten stark belastet sind, zu entlasten und mit Rücksicht auf die Beanspruchung der Automobil- und Fahrradsteuern und des Benzinzollanteils zugunsten der Staatsstrassen, beauftragt der Regierungsrat des Kantons St. Gallen das Baudepartement mit den Gemeinden zu verhandeln. iEs wird die Erhebung dieser Strassen zu Staatsstrassen vorgeschlagen und durch den Kantonsingenieur eine Mängelliste aufgestellt, um im Falle der Einigung mit den Gemeinden dem Regierungsrat Bericht und Antrag zuhanden des Grossen Rates einbringen zu können. Die Gesamtlänge der zur Umwandlung vorgemerkten Strassenstrecken beträgt 75,2 Kilometer, gr. Der unbewachte Bahnübergang und das «mörderische Auto». Nach einer Agenturmeldung wurde am Sonntagmorgen in der Nähe des Bahnhofes Murten ein alter Mann namens Jean Anderset von einem Zuge der Linie Freiburg-Murten überfahren. Das Unglück ereignete sich an einem unbewachten Bahnübergang, als der schwerhörige und halblahme Greis, über das Geleise ging. Der Ueberfahrene war sofort tot. Die Unfälle an Bahnübergängen mehren sich. Ebenso wie eine gewisse Tagespresse speziell der Chronik der Autounfälle ihre ganze Aufmerksamkeit widmet und dies mit ominösen und irreleitenden Titeln bekräftigt, wäre eine Chronik über die durch die Eisenbahn verursachten Unfälle berechtigt. So belebt es z. B. dem «fortschrittlichen> Organ des Berner Oberlandes, dem «Oberländer- Tagblatt», eine spezielle Unglückschronik unter dem Titel «Das mörderische Auto» zu führen. Mit demselben Recht könnte man schliesslich von der «mörderischen Eisenbahn» oder vom «mörderischen Flugzeug» schreiben. Es wäre an der Zeit, dass diese äppischen, stehenden Titel aus der ernstzunehmenden Presse verschwinden würden mg mit dem genialen Achtzylindermötor Paul Daimlers erfreut jeden Kenner durch seine ausgereifte Konstruktion. Seit Jahren konzentrierten sich die Horchwerke erfolgreich auf die Vervollkommnung dieses einzigen Wagentyps, Generalvertreter G SCHLOTTER BECK, BASEL .ZÜRICH, BERN., - 'Verlangen Sie unverbindliche Probefahrt*