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E_1930_Zeitung_Nr.066

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18 AUTOMOBIL-REVUE

18 AUTOMOBIL-REVUE 1930 — N° 66 «Denken Sie etwa, dass mir das Vergnfigea macht ? > « Hi... hi... hl...» « Dass mich dag etwa rerwirrt ? > « Nun, vielleicht doch ein klein wenig...» « Nicht im geringsten 1» « Schade . > Die Verbindung wurde unterbrochen, und Wilski hatte zwei Tage "Ruhe. Am dritten Taje sass Wilski abends zu Hause. Er hatte kein Geld, da es kurz vor dem Ernten war, niemand hatte ihn zu einer Tasse Kaffee eingeladen, und niemand hatte sich mit ihm verabredet. Er sass in dem schlecht geheizten und" noch schlechter aufgeräumten Junggesellenzimmer und blickte aufs Telephon. Vielleicht wird noch jemand anläuten... Er erinnerte eich an jene Dame. «Beute .wird diese dumme Gans sicher nicht anrufen. Wenn ich Zeit habe, dann schweigt sie. So Jfönnte man doch wenigstens eine Viertelstunde mit diesem Telephon totschlagen.» Unwillkürlich begann er an die Unbekannte zu denken. Die Stimme war angenehm und kam ihm ein wenig bekannt vor. Die Ausdauer, mit der ihn jene Dame zu irenig freundlichen Bemerkungen herausgefordert hatte, bewies, dass sie sich für seine Person sichtlich interessierte. * leh bin ein Jdiot, » begann er zu überjegen. (Man hätte ihr doch sagen sollen, wann sie anzurufen bat. Wer weiss,- wer das ist — vielleicht ist sie hübsch, vielleicht könnte sie mich zum Tee einladen. •.» Fröstelnd, mit wilder Verbissenheit machte er •Ich an dag'Auswaschen des einzigen und ewig schmutzigen Glases (dies kam um so seltener vor, da er sich zu dem Grundsatze bekannte . «Wozu waschen, wenn es doch wieder schmutzig wird?»). Eben verbrauchte er die letzte Prise «erkrümelten Tees, als das Telephon klingelte. Er sprang wie ein flinker Hirsch oder .wie eine exzentrische Kabarettänzerin hin, warf unterwegs zwei kahlköpfige « Fauteuils > um und nahm den Hörer ab. « Hallo,» flüsterte es mit engelgleicher Stimme, « sind Sie's ? » * Aber ja, ich freue mich, dass Sie sich entschlossen haben, mich anzurufen. > Die Dame wunderte sich, dann lachte sie, und di« Unterhaltung ging seltsam flott weiter. Sie versicherte ihm, dass sie ihn «ausgezeichnet» kenne, dass sie ihn häufig sehe, dass sie ihn sehr, «her auch wirklich sehr gern habe und versprach, in den, von ihm angegebenen Stunden fernerhin anzurufen. Die Unterhaltung dauerte fast eine Stunde. Der Tee war allerdings nachher viel zu stark geworden, aber Wilski war ganz in Gedanken versunken, wer jene geheimnisvolle Unbekannte sein könnte, und wieso er sie noch gar nicht bemerkt hatto. Eine ganze Woche lang dauerten die systematischen Zwiegespräche. Wilski überzeugte sich, dass die geheimnisvolle Bekannte sein Tagesprogramm ausgezeichnet kannte und nicht minder seine Gewohnheiten, seme Bekannten und seine Familie. Er erfuhr, dass sie sogar wusste, bei welchem Bureauschalter er Dienst tat, wo er zu Mittag ass, und wa8 für Krawatte^ er trug. Als er drängte, Einzelheiten über die Unbekannte zu erfahren, begann die Partnerin dieser Unterhaltung plötzlich mit Worten zu geizen. Mil Mühe und Not verriet sie, dass sie mit Vornamen Sophie hiess, dass sie blond sei, einen reichen Papa habe, und dass sie nicht arbeite. Wilski war wie bezaubert. Er liebte Blondinen, der Name klang für ihn ebenfalls süss, und reiche Papas waren für ihn geradezu verlockend. Was half das, w#nn alle Vorschläge, das Inkognito zu lüften oder ein Stelldichein zu vereinbaren, systematisch abgeschlagen wurden? Er war nahe daran, sich zu verlieben. Sein Interesse erreichte den Grad, dasa er das unbekannte Sopherl in jeder, auf der Strasse anzutreffenden Blondine sah, die er dann mit solcher Zudringlichkeit, auch am Schalterfenster, betrachtete, dass ihn'sogar einer der Chefs auf dieses unhöfliche Verhalten aufmerksam machte. Fräulein Sophie fand dieses Spiel allem Anschein nach höchst amüsant, denn sie rief immer häufiger an. Sie erzählte immer interessantere Einzelheiten, dass sie «wie man so sagt, schön», dass sie schon zwanzig Jahre alt sei, dass sie gelbe Rosen und Adolphe Menjou liebe. Ausserdem suggerierte sie ihm gewisse Daten, an denen sie sich angeblich gesehen und gewisse Strassen, auf denen sie sich getroffen hätten. Nach dreiwöchigem telephonisohen Flirt beschloss Wilski endlich, die Maske der Entschiedonheit aufzusetzen und versicherte, dass sie sich entweder kennen lernen müssten, oder er bräche die Verbindung ab. Sie stritten sich, dann hörte man Schluchzen im Telephon, dann wurden zukünftige Abbitten in Aussicht gestellt, und schliesslich einigte man sich nach langem Hin und Her, dass man sich sehen würde, wenn Wilski drei Bitten erfüllte (in Erzählungen und Märchen verläuft es gewöhnlich auch so). Er gab seine Zustimmung. Aengstlich äusssrte sie die erste Bitte: Er möge sich seines Bartes entledigen. Sie liebe keine bärtigen Herren. Nun war aber sein Bart sein Stolz. Allerdings erinnerte er ganz leicht an eine überwucherte Wiese, die Haarbüschel ragten unförmig hervor, statt in wohliger Woge dahinzufliessen. Aber das verlieh ihm Ernst und Würde und weckte in ihm die Hoffnung auf Karriere (sein Chef liebte nämlich keine jungen Beamten). Drei Tage lang verhandelte er mit Fräulein Sophie. Aber die Dame wies in diesem Falle Ent- Damals lebten wir im Auslande. Die Schweiz begann jenseits des grossen Flusses, an dem ich als Knabe meine freien Zeiten verbrachte. Wir bauten Sandburgen, zogen Kanäle durch die weiche, feuchte Erde und sahen von Zeit zu Zeit, wie sich drüben am Schwelzerufer, das steil gegen den Fluss abfiel, Sand und Kies löste. Rauschend fuhren die kleinen Lawinen ins Wasser. Ueber der schroffen Halde stand der dunkle Wald. Manchmal hörten wir drüben den Zug rollen, irgendwo in der Feme. Das war für uns Buben die ferne Heimat. Jedesmal wenn der Bundesfeiertag herannahte, sprachen die Eltern von der Heimat. Unsere Gespräche drehten sich nur noch um die Dinge, die sich in unserer Phantasie drüben nun vollzogen. Eine merkwürdige Unruhe kam über uns. Wir wenigen Schweizerbuben fühlten uns beinahe so stolz wie unsere dem andern Lande angehörenden Kameraden, die sich nicht genug tun konnten vor Freude, wenn das Land — es war während des Krieges — wieder einen Sieg errungen hatte. Das Glockengeläute und die Fahnen, die freien Schultage und die patriotischen Lieder schienen uns wundervoll und sie begeisterten uns, doch fühlten wir uns ebenso benachteiligt und grämten uns, dass wir nichts derartiges, hatten. Ich glaube fast, wir hassten unsere Freunde vor lauter Missgunst. Unsere Bundesfeier beglückte uns tief. Die erste Freude des Tages bestand darin, dass mein liebster Freund auf einem Türmchen seines grossen Elternhauses die Schweizerfahne hisste! Atemlos vor Stolz musste ich jedesmal am Morgen gegen den Himmel starren. Mir schien dieses rote Tuch mit dem weissen Kreuz anbetungswürdig. Warum wusste ich selbst nicht. Vielleicht, weil in dem Lande dieser Fahne weisses Brot gegessen wurde und weil es da Schokolade gab, zwei himmlische Dinge, bei Gott. Der zweite Teil unserer Bundesfeier bestand darin, dass sich um halb neun Uhr abends die wenigen Schweizer Familien des Ortes versammelten und miteinander gegen den Fluss hinuntergingen, an eine Stelle, wo man in die Schweiz hinübersehen konnte. , Wenn es dunkel wurde, dann zogen die Leute ihre Ferngläser aus der Tasche. Sie suchten eifrig den Horizont ab; wir standen* herzklopfend daneben und wagten kaum zu reden. Endlich rief einer, er hätte etwas gesehen. Alle drängten sich um diejenigen, die gerade mit dem Glas hantieren, und wir schiedenheit und Eigensinn auf. Er gab nach und Hess sich rasieren. Als er am Sonntag, also am Tage nach dieser Tat, zum Mittagessen bei den Tanten erschien (familiäre Empfindungen brachten ihn dahin, am Sonntag den «vereinigten Verband gelernter Köchinnen > zu verraten) wären die braven, alten Damen beinahe vor Bestürzung in Ohnmacht, gefallen. Fräulein, Sophie, die von dieser bedeutenden Tat erfuhr, piepste vor Freude auf und äusserte sofort die zweite Bitte: er möge seinen Tanten eine weisse Angorakatze kaufen (der alte Kater war nämlich krepiert) und einen schwarzen Pudel (von wegen der Diebe). Er verwunderte sich über ihr gutes Herz und über ihre Aufmerksamkeit gegenüber seinen Tantenbeschützerinnen, stritt sich wieder herum, diesmal allerdings ohne Hoffnung auf einen Sieg — und unterlag natürlich. Er kaufte den Pudel als « Gelegenheitskauf» laut Inserat, auf das ihn Fräulein Sopie in ihrer Herzensgüte — selbst aufmerksam gemacht hatte, und die Katze schwindelte er einer Bureaukollegin ab, der er als Gegenleistung « Ueberstunden > versprach. Nun blieb noch eine Bitte, die sich aber als die übertriebenste erwies. Fräulein Sophie forderte mit ganz niederträchtiger Ruhe, er möge sein möbliertes Zimmer ihrem «Vetter > abtreten und selbst zu seinen Tanten ziehen, weil sich deren Untermieter verflüchtigt hätte. Er wurde "wütend und machte Skandal. Er •§agte sogar, dass es unverschämt sei, solche Opfer von ihm zu fordern. Sie beleidigte sich, und mit dem Tonfall einer Königin erklärte sie, dass es ja in seinem Interesse sei, weil sie doch nicht in eine Junggesellen- Wohnung könne, während sie sich bei den Tanten treffen könnten. Denn wenn sie ihn zu ihren Eltern einladen würde, dann könnte sie ehrlich sagen '' Bundesfeiertag Eine Erinnerung Jungen kletterten in die Bäume hinauf. In der Ferne sah man ein kleines glühendes Pünktchen, es zitterte und wurde manchmal sehr unruhig. Das war ein Feuer in der Schweiz. Ueber meinen Rücken lief ein Schauer des Entzückens. Das war wie ein Gruss, wie ein Winken. Ich hätte schreien mögen. Die Leute standen nun dicht beisammen und schwiegen. Plötzlich fuhr jenseits des Flusses, nicht sehr weit vom Ufer weg, eine Flamme in die Höhe. Gleichzeitig schoss eine Rakete in den Himmel. Man konnte den Knall bis zu uns hinüber hören, als sie sprühend auseinandersprang und blaue und rote Lichtstreifen über die glatte Fläche des Nachthimmels ausschüttete. Andere folgten. Es war ein Glimmen und Zucken in die Nachtbläue hinauf, ein Knattern und Rollen, das über uns hinwegfuhr. Der Wald gab Echo. Man hörte auch die Glocken läuten. Die Töne standen über dem ruhig ziehenden Wasser. Mein Vater hielt sich abseits. Er war da drüben gewesen, bei diesen Leuten mit -diesem Feuerwerk und diesen Glocken. Was waren wir doch für arme Tröpfe! Wir hatten keine Glocken mehr, wir hatten nichts rechtes zu essen; meine Freunde weinten, weil ihnen der Vater gefallen war; eine dunkle Hand lag über uns. Und nun der Blick in dieses Land! So standen wir, bis die Feuer erloschen. Plötzlich war es sehr dunkel um uns. Man hörte schon lange nicht mehr läuten. Es war fertig; ich fror. Der Duft von sonnverbranntem Gras stieg auf. Vom Strom her wehte es kühl. Seltsam, die Alten Hessen den Kopf hängen. Die Feuer und die Glocken — sonst nichts! Ich glaube, sie kamen sich wie eingesperrt vor. Es herrschte fast lähmende Rahe. Und doch fühlte ich mich masslos stolz, beinahe wie wenn dies alles mir gehörte. Dies Land schien mit uns eine geheime Blutverbindung zu haben, auch wenn wir jenseits standen und hinüberstarrten.. Auf dem Heimweg sprachen alle von der verlorenen Heimat. Vom Westen her donnerten die Geschütze. Immer die gleiche Geschichte! Wo waren die Feuer, die Lichter, die mich so erfreuten? Es überfiel mich mit massloser Enttäuschung, alles war schon vorbei. Dieses Paradies, dem wir entstammten, da? weisses Brot und Frieden hatte, war wieder versunken. Mein Vater führte mich an der Hand nach Hause, durch das Dorf, das im tiefsten Dunkel lag. mb. (denxi sie lüge niemals !), wo sie ihn kennengelernt hatte. Alles endete mit dem bekannten Schimpfen, abgehackten Worten und dreitägiger Sprechpause. Drei Tage lang überlegte er, ob es wert sei, nachzugeben. Denn er wusste doch schon, dass ihr Papa ein Haus und ein Auto besass, dass das Töchterchen die Einzige war, und dann hatte sie ihm gesagt, dass sie ihn « tatsächlich liebe», und dass ihr eine Zigeunerin prophezeit habe, dass sie noch in diesem Jahre heiraten würde. Er erinnerte sich an alle unbezahlten Wechsel, an die abgerissenen Schuhe, die nichtbezahlte Miete und kündigte seiner Wirtin, indem er gleichzeitig den «Nachfolger » zu besorgen versprach. Der Vetter kam, blickte Wilski von der Seite an, wollte aber über die « geliebte Sophie » nichts verraten. Wilski zog zu seinen Tanten, wo man ihn mit so grosser Herzlichkeit aufnahm, dass man sich auch sofort seines Geldes annahm, indem man die Miete im voraus einzog, damit sich das «Geld nicht verflüchtige ». Wilski wartete, dass sein Sopherl anläute: einen Tag, zwei Tage, drei... es verfloss eine ganze Woche und noch eine weitere. Er fluchte wie rasend. Es verfloss auch noch eine dritte. Er dachte an grausige Rache, bis plötzlich eines Tages die ihm bekannte Stimme im Telephon zwitscherte: « Sind Sie's ? Ich will heute zu Ihren Tanten kommen...» Sie erklärte, dass sie krank und dann verreist gewesen wäre. Sie sehne sich ... Sie würde kommen, und er möchte doch die Tanten vorbereiten... Ee beschloss, sich köstlich zu rächen. Von einem ihm befreundeten Redakteur erbat er sich Theaterkarten, gab seinen Tanten gegenüber vor, krank zu sein und bat sie, unbedingt die Karten nicht verfallen zu lassen ... Er brachte gelbe Rosen ... sogar drei Stück. Er kaufte auch noch ein ganzes Pfund Schokoladenkonfekt, eine Fla- "sche Wein (einheimischen) und wartete... Er war rasiert, und der Spiegel sagte ihm, dass Fräulein Sopie bezaubert sein würde. Pünktlich um acht läutete es. In den Korridor Auch eine Tragödie der Landstrasse (The HnmorM)' schwebte ängstlich eine kleine, in einen etwas au langen, pelzartigen Mantel mit hochgeschlagenem Kragen gehüllte Gestalt, deren Hut furchthar ins Gesicht gedrückt war. Ausserdem verhüllte eine Art Schleier das Gesicht. Nur das Parfüm war eindeutig. Wilski benahm das alles fast die Sinnt. Die Dame schwieg, antwortete auf seine herzliche Begrüssung und seine Fragen, wie es ihr gehe, gar nicht. Sie reichte ihm nur die Hand und ging gleich ins Wohnzimmer... Er ging hinter ihr und bat sie, den Mantel abzulegen. Sie sprang mit einer ein wenig komischen, künstlichen Bewegung fort und hielt den Mantelkragen nervös fest. Er fürchtete, dass sie fliehen könnte und zeigte die Miene eines gezähmten Löwen, setzte sich bescheiden auf einen Stuhl und bat sie, im Sessel Platz zu nehmen. Fräulein Sophie war schüchtern. Sie" antwortete ihm mit kargen Silben, hüstelte oft in seltsam pfeifendem Husten. Es begann, langweilig zu werden. Schliesslich entschlosa er sich. Unter dem Vor» wand, ihr Armband zu sehen, das auf dem Handschuh blinkte (in ihrer jungfräulichen Bescheiden^ heit hatte Fräulein Sophie nicht einmal die Handschuhe abgezogen), hielt er die Hand fest und zog sie mit plötzlicher Bewegung an sich. Das dauerte einige Sekunden, und schon lag der rasch abgerissene Hut auf der Erde Wilski erstarrte ... Die Hände, die die bezaubernde Erscheinung in dem etwaa langen Pelzmantel festhielten, fielen kraftlos herab. Vor ihm lachte mit ihrem künstlichen Gebiss die jüngste seiner Tanten ... Tante Sophie ... Als er zur Besinnung kam, war sie nicht mehr im Zimmer. Vor ihm auf dem Fussboden lag der sicher von jemandem geborgte Pelz und der eine parfümierte Handschuh. Wie irr stürzte er aus dem Wohnzimmer und flüchtete in das seine. Auf dem Schreibtisch lag ein Kärtchen, auf dem kalligraphisch die Worte standen: « Du sagtest einmal, dass dich niemand anführen könnte. Erinnerst du dich ? » Ein Museum der zeitgenössischen Literatur. Wohl als erstes Museum dieser Art in der Welt wird Rom ein Museum für zeitgenössische Literatur erhalten. Das Museum wird, in dem der italienischen Gesellschaft der Autoren vom Staat gestifteten Palast Unterkunft finden. Mussolini, der sich für das Projekt sehr interessiert, hat selbst einen beträchtlichen Fonds gestiftet. Kutschpferde erben. Frau Elezabeth Gaeway, die sich als eine der wenigen in New York um das Motorzeitalter nicht kümmerte, und bis zu ihrem Tode in einer mit zwei rassigen Füchsen bespannten Eauipage zu fahren pflegte, hat nach ihrem soeben eröffneten Testament 12,000 Dollar zu treuen Händen für den Unterhalt ihrer beiden Pferde hinterlassen. Die Zinsen dieses Betrages sollen an Herrn und Frau Kense! in New Rochelle, denen die Fürsorge für die Tiere übertragen ist, gezahlt werden. Frau Galway lenkte oft in eigener Person ihre Equipage durch den Central Park. ZÜRICH Grand Cafe -Bar Esolanade Grosse Konzerte Sport-Herbst in Lugano Sportfreunde, besucht Lugano! 31. August: Schweiz. Schwimm - Meisterschaften. Nautische Spiele am Lido. 6.— 7. September: Grand Prix für Motorräder: Rund um den S. Salvatore 6.— 7. September: Auto-Gymkhana und Automobil-Schönheits-Wettbewerb. 7. September: Fussball: Beginn der Schweiz.Meisterschaften. 13. September: Vcnetianische« Seenaehtlest. Prunkfeuerwerk. 14. September: Kilometer lance für Automobile: Schweiz. Meisterschaft. — Leichtathletik-Wettkämpfe. 20.—21. September: Internationales Land-Hockey-Turnier 22.—27. September: Internationale Tanzwoche. Eleganz- und Schönheits-Konkurrenz. 28. September: Motorboot- und Motorjacht-Rennen. Schweiz. Meisterschaft. 6. Oktober: Internationales Tennis-Turnier. 12.—17. Oktober: Golf-Woche. Strandbad Lugano Lido Foto H. Rüedl Programme, Auskünfte und Werbeschriften kostenlos durch das öffentliche Verkehrsburean Lugano.

N° 66 - 1950 AUTOMOBIL-REVUE 19 Frau am Volant — ein Ideal? Jede Zeit hat ihr Frauenideal und den Männertyp, den sie verdient. Vielleicht wird das Zeitalter einmal wiederkehren, da die Frau allein arbeitete und der Mann einzig seinem Vergnügen nachging... Einstweilen aber liegen die Verhältnisse noch ganz anders. Der Mann wird von der Frau nicht fürs Nichtstun bezahlt, sondern für Arbeit : Eintänzer, Reisebegleiter, Gatte. Unverkennbar aber ist auch heute schon die Tendenz : der Mann hat gar nichts gegen die berufstätige Frau. Er ärgert sich bloss darüber, dass ihm nicht Gleiches mit Gleichem vergolten wird; als die Frau nämlich noch unterdrückt war, zum Haushalt nur ihre schlechte Laune und eine versalzene Suppe beisteuerte, da wurde sie vom Manne für das süsseste Nichstun bezahlt. Heute noch soll es Männer geben, die sich eine Frau halten, weil ihr Nichtstun so viel Charme besitzt. Und der Mann ? Ist es ihm von der Natur versagt, mit Grazie, mit Genie zu faulenzen ? Diese witzigen Fragen werden im « N. W. J.» vorwurfsvoll von einem Manne gestellt. Aber, wie gesagt, so weit halten wir ja noch nicht. Einstweilen tanzt man nur nach dem schönen Lied : « Armer Gigolo... » Aber da entwickelt sich zwischen Jazz und Sport ein neuer Männertyp: Männer, die sich einstweilen noch genieren, eine Frau für sich arbeiten zu lassen. Und diese Männer haben ein Ideal: die Frau am Volant. iEs gibt zahlreiche Frauen, die ein Automobil besitzen. Es gehört entweder dem Vater, dem Gatten, guten Freunden oder zur Konkursmasse. Frauen, die selbst ein Auto besitzen, .die haben einen Chauffeur. Weil sie dann zumeist keinen Gatten ihr eigen nennen. Es ist aber nicht wichtig, ob eine Frau ein Auto hat. Wichtig ist nur, dass sie chauffieren kann. Es steigert ihre. Eheaussichten ins Ungemessene. Der junge Mann von heute, Sporttyp, feminin, faul, weiss längst, dass eine schlechte Köchin besser kocht, als die ambitionierteste Ehefrau. Er weiss aber auch, dass keine Gattin es jemals zu einer Virtuosität im Tanzen bringen kann, wie man sie von jeder Eintänzerin als selbstverständlich voraussetzt. Und was die Liebe betrifft, so verhält es sich ganz ähnlich. Im Zeitalter der Spezialisierung geht man am besten gleich, in das einschlägige Geschäft, wenn man einen Einkauf besorgen will. Wozu also Kochschule, Tanzschule, Schule der Liebe, meine Damen, da Sie ja doch von den Professionals geschlagen werden ? Gehen Sie lieber in die Autofahrschule. Es äst die moderne Schule der Ehe. Dort lernen Säe nämlich alles, was der Mann fürs Leben von Ihnen braucht. Sie lassen den Motor an, der junge Mann sitzt neben Ihnen. Er kann entweder nicht chauföeren oder aber ist er viel zu bequem dazu. Wenn Sie Gas geben, wird er Sie bereits bewundern. Er ist ja Sportmensch und weiss den Sport daher zu schätzen, besonders, wenn er ihn keine Anstrengungen kostet. Aber Scherz beiseite. Sie fahren los. Zwanzig, dreissig, fünfzig Kilometer. Der junge Mann an Ihrer Seite erfährt so, dass Sie Tempo besitzen. Lebenstempo ist heutzutage die grosso Mode. Und weil sich niemand etwas Rechtes darunter vorstellen kann, rechnet der junge Mann an Ihrer Seite Ihr Lebenstempo auf dem Tachometer nach. Uebrfeens nicht ganz mit Unrecht. Eine Frau, die einen Wagen im Hundertkilometertempo lenkt, ist sicherlich auch zu andern Tollheiten zu haben. Sagen Sie mir, wie Sie fahren, und ich sage Ihnen, wer Sie sind. Eine Kurv© kommt. Sie nehmen sie mit unnachahmlicher Eleganz. Der junge Mann an Ihrer Seite wünscht nichts sehnlicher, als eben so zärtlich und sanft gelenkt zu werden wie der Wagen. Ein Auto kommt Ihnen, selbstverständlich auf der falschen Seite, entgegen. Sie entwickeln Geistesgegewart. Und Ihr Gefährte findet Sie unvorhergesehenen Situationen blitzschnell gewachsen. Früher musste der Mann Bankrott machen oder doch wenigstens einen Ehebruch wagen, um ZU erproben, wie seine Frau auf Plötzlichkeiten reagiert, Heute erlaubt jede Strassenkreuzung die Probe auf dieses Exempel, vorausgesetzt immer, dass die Frau chauffieren kann. Nun sind Sie schon eine Stunde lang gefahren. Der Arm schmerzt Sie ein wenig; aber Sie halten aus, eine Heldin am Volant. Die Augen brennen vom Luftzug, Sie schliessen sie bis auf zwei ganz kleine Spalten. Sie sehen unerhört kühn und energisch aus. Ich wette, der moderne junge Mann an Ihrer Seite möchte Sie bereits heiraten : Sie erobern die Landstrasse für ihn und sich. Er hält die Hände im Schoss und bedient höchstens die Bremse, wenn er ein Arbeitsfanatiker ist. Wie Sie aber die Landstrasse erobern, so würden Sie die Welt für ihn erobern. Wie Sie am Volant für ihn arbeiten, voraussehen, bedacht sind, ihn vor Zusammenstössen, Pannen, Unannehmlichkeiten zu schützen, so werden Sie es wohl auch im Leben tun. Während Sie für ihn denken, handeln, hat er nicht nur den Genuss des Nichtstuns, der Landschaft, der guten Luft. Nein, damit begnügt sich ein moderner junger Mann nicht. Wie Sie den Volant in starken, kleinen Händen halten, die Augen zusammenkneifen, wie die Erregung Wolken über Ihre Stirne jagt, wie Ihre Energie mit dem Motor um die Wette dampft, das geniesst Ihr moderner Fahrgast, dem ein Kuss vielleicht zu anstrengend, zu ermüdend wäre. Der Liebhaber up to date geniesst die Liebe einer Frau wie ein anderer ein Theaterstück : er muss sehen, dass etwas für ihn geschieht. Begreifen Sie nun, schöne Frau, dass Sie chauffieren lernen müssen ? Dass eine Stunde am Volant den Mann von Ihrer Ehewürdigkeit besser, handgreiflicher überzeugen kann als ein Universitätsdiploni, das Zeugnis einer Haushaltungsschule ? Sie laden ihn zu einer Autotour. Und er wird Ihnen, haben Sie ihn ohne Zwischenfall wieder vor sein Haus gebrcht, unfehlbar seinen Antrag machen. Selbst dann, wenn er altmodisch genug sein sollte. Ihren Kameradschaftsgeist nicht materiell ausbeuten zu wollen. Denn eine Frau am Volant ist unwiderstehlich! Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich In O. R. Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. ÜAPPERSWiL idealer und schönster Ausflugs- sowie Aufenthaltsort am Zürichsee; im Zentrum der bedeutenden Durchgangsrouten von der West- und Zentralschweiz nach der Ostschweiz. Bestrenommierte Hotels. Offizielles Verkehrsbureau. ßappsrswil Hotel du Lac am See Treffpunkt der Hutomobüisten. Parkplatz und Tankanlage direkt beim Hotel. Garage. Telephon 44 H. LHOLER, M !gl e-i des fl.CS und r.CS Automobilisten Sitzungslokalitäten. — Früher Hotel Bären, Zollikofen (Bern Tel 22.->2. W KÖNIG Lieh g (Toggenburg) s T!afe - Coaditorei Huber. Heimeliger Erfrischungsraum. Patisserie. Glaces. Wein. Bier. Sp ezialitit: Gefüllte ' Toggenburppr-Biberli. Ideale Anto-Stelle. sind gute Kunden. 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Schliesslich — Passionen... Das Wort kommt ja aus dem Französischen und bedeutet Leidenschaften. Und Leidenschaften sollen doch nun einmal Privatsache bleiben. In Amerika sagt man statt Passionen «Hobbies». Jeder Mensch, sofern er nämlich im öffentlichen Leben steht, hat irgendein hobby: Shakespeare oder Ice water mit Kirschen, Ukeleie oder Golf. Ohne hobby geht es Hosenstadf Eine Fahrt ins heimelige Hotel Jakobshot. Hotel Roessle. Hotel Steffani. Hotel Toggenburg. Kurhaus Bellevue. Hotel Bahnhof. Hotel Traube. Kurhaus Mineralbad. Mitglied des A.C.S. Prächtige, ruhige Lage. Radioaktive Schwefelquelle. Siäiitis, Hotels Sternen. Die führenden Kur- und Passantenhotels. Schwimm- u. Sonnenbad. Forellen-Fischerei. Kur-Kapelle. Saison: Mai — Oktober. Hotel Pension Hirschen. Passhöhe. Garage. Schwimmbad. Jahresbetrieb. Hotel Sonne. Ihr Ausflugsziel am nächsten Sonntag. Prächtige Badanstalten. HOCHZEITEN Spezialität: Fischküche. Anerkannt vorzügliche Küche und Keller. Telephon 201. A. 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