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E_1933_Zeitung_Nr.046

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12 AUTOMOBIL-REVUE

12 AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N° 46 Die Auslegung des Automobilgesetzes. Zur weiteren Erläuterung der Vollziehungsverordnung hat das eidg. Justiz- und Polizeidepartement bezüglich der Vierradbremsen in einem Kreisschreiben folgende Ausführungen gemacht: Geraäss Art. 12, Abs. 1, lit. b, der Vollziehnngsverordnung zum Bundesgesetz über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr muss eine der Bremseinrichhmgen des Motorwagens eine Vierradbremse sein. Diese Bestimmung gilt für alle Motorwagen mit Ausnahme der landwirtschaftlichen Traktoren und Arbeitsmaschinen im Sinne von Art. 5 der Vollziehungsverordnung. Für diese letzteren Motorwagentypen gelten hinsichtlich der Bremsen nur die in Art. 38, Abs. 1, lit. b, vorgesehenen Bestimmungen, die die Vierradbremse nicht verlangen. Nach unseren Feststellungen weisen die meisten bis jetzt hergestellten Motorwagen mit geringer Höchstgeschwindigkeit, insbesondere gewisse gewerbliche Traktoren und die Elektromobile, keine Vierradbremsen auf. Anderseits scheint es sich nach Rücksprache mit Fachleuten so Zu verhalten, dass die Vierradbremse für solche langsam fahrende Fahrzeuge technisch nicht unbedingt erforderlich ist, wenn die vorhandenen Bremseinrichtungen die in Art. 12 der Verordnung verlangte Wirkung erzielen. Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen sehen wir uns veranlasst, zum Sammeln von Erfahrungen vorderhand bis zum 31. Dezember 1934 in Anwendung von Art. 12, Abs. 5, der Vollziehungsverordnung für Motorwagen, deren Höchstgeschwindigkeit 20 km/St, nicht übersteigen kann, die Bremseinrichtung auch dann zuzulassen, wenn sie nicht auf alle vier Räder wirkt. Dabei hat es die Meinung, dass die Bremsen im übrigen genau allen Vorschriften von Art. 12, Abs. 1, lit. b, der Verordnung entsprechen müssen, und dass die Experten bei der Abnahme die Prüfung in diesem Punkte ganz besonders sorgfältig vornehmen. Wir müssen uns vorbehalten, diese Verfügung vor Ablauf der angesetzten Frist rückgängig zu machen, falls die Erfahrungen zeigen sollten, dass auch für diese langsam fahrenden Motorwagen die Zweiradbremsen nicht genügen. Anderseits besteht aber die Möglichkeit, dass bei guten Erfahrungen die Vollziehungsverordnung bei der ersten sich bietenden Gelegenheit in diesem Punkte abgeändert wird. N««i Das kantonale Einführungsgesetz. Den Zürcher Verkehrsinteressentenverbänden ist Heil widerfahren: Die kantonale' Polizei* direktion hat nun doch ihrem dringenden Verlangen Folge gegeben und den Gesetzesentwunf den Polizeibehörden. Statthalterämtern, und — last but not least — Verkehrsinteressentenverbänden zur Vernehtolassuttg vorgelegt. Man. wird denn auch dieses allerdings etwas verspätete Vorgehen im Kaspar ZYLINDER- u. KURBELWELLEN- SCHLEI FEIM Escherhaus nicht zu bereuen haben, denn die in letzter Stunde ermöglichte Fühlungnahme mit den Verbänden wird vielleicht einzelne Gesetzesbestimmungen noch so zu revidieren, d.h. den Wünschen der Strassenbenützer besser anzupassen vermögen, dass das Gesetz auch einigermassen Aussicht hat, vor Rat und Volk zu bestehen. Denn es hat sich rasch gezeigt, dass der Gesetzesehtwurf in zahlreichen Fällen den seinerzeit von den Verkehrsinteressentenverbänden geltend gemachten Postulaten nur zum Teil oder gar nicht Rechnung trägt und dass daher eine nochmalige Aussprache dringend not tut. Die der Liga der Verkehrsinteressenten des Kantons Zürich angeschlossenen Verbände werden nun an einer gemeinsamen Sitzung zum Gesetzesentwurf Stellung nehmen und die nichtberücksichtigten Postulate in einer Eingabe neuerdings geltend machen. Dabei darf wohl als Unikum festgehalten werden, dass, nachdem nun die kantonalen Behörden Monate lang Zeit gebraucht haben, Um die inhaltlich und textlich nicht gerade 18-kafätige Gesetzesvorlage fertigzubringen, man den Verkehrsinteressentenverbänden genau 6 Tage, worin inbegriffen ein Sonntag und 1 ein Feiertag (Auffahrt), Zeit gelassen hat, um den Entwurf zu prüfen und eine •schriftliche Eingabe auszuarbeiten. Mit einem solchen « Geschäftsmodus» wird man der Sache wenig förderlich sein und die Annahme des Gesetzes in erhöhte Gefahr bringen. Denn man wird sich im Kaspar Escherhaus klär darüber sein müssen, dass die Verkehrsinteressenten an der Berücksichtigung ihrer Postulate festhalten und wie in früheren Jahren den Abstimmungskampf wohlgerüstet zu führen wissen werden. Die heutigen Zeitund Wirtschaftsverhältnisse verlangen dringend, dass man den Interessen der sonst schon finanziell stark belasteten Motorfahrzeughesitzer gebührend Rücksicht trägt. l«uat«»m«»» Nol Autobus-Schnellverkehr zwischen Luzern und Interlaken ? Dass zwischen zwei Fremdenzentren erster Klasse auch hervorragende Verbindungen bestehen müssen, ist wünschenswert. Dieser Forderung zwischen der Fremdenstadt am Vierwaldstättersee und Interlaken, dem Schlüsselpunkt für das Berner Oberland* nachzukommen ist nicht gerade leicht. Die kürzeste Verkehrsader von Luzern nach Tnferlaken ist die Strasse Sarnen- V Brünig-Brienz. Die Brünigbahn läuft im grossen und ganzen parallel zur Strasse, gestattet sich aber von der Passhöhe des Brünig weg einen ausgiebigen Abstecher nach Meiringen. Für Meiringen ist diese Bahnführung selbstredend zweckmässig, nicht aber für die an einem Schnellverkehr interessierte Stadt Luzern und den auf ähnliche Verkehrsanforderungen eingestellten, internationalen Kurort Interlaken. Neben dem Abstecher nach Meiringen wirkt sich auch die teilweise Zahnradtraktion der Brünigbahn als schnellverkehrshemmend aus. Die Fahrzeit der Bahn in beiden Richtungen liegt zwischen 3 Stunden und 12 Minuten und 3 Stunden und 54 Minuten. Es sollte nun möglich sein, "die Strecke Luzern-Interlaken und umgekehrt, die eine Strassenlänge von 72 km hat, im Autobus in rund 2 Stunden und 30 Min. zurückzulegen. Günstige Verhältnisse vorausgesetzt lässt sich die Fahrzeit mit einem Autobus bis zu 17 Personen, und ausgerüstet mit einem starken Motor, in noch kürzerer Zeit zurücklegen, ohne dass den Fahrgästen der Genuss der Aussicht auf dieser prächtigen Strecke gestört würde. Diese Ueberlegungen, die sozusagen in der Luft liegen, veranlassten nun Interessenten ernsthafte Verhandlungen zur Gründung eines Unternehmens einzuleiten, das den Zweck hätte, zwischen Luzern und Interlaken mit Autobussen einen regelmässigen Schnellverkehr einzuführen. Es kann sich natürlich vorerst nur um Saisonkurse im Sommer handeln. Ob die Bundesbahnen, Besitzerin der Brünigbahn, sich an diesem Unternehmen beteiligen werden ist aus der ersten Pressemeldung noch nicht ersichtlich. Vermutlich dürften aber die S.B.B. doch ein besonderes Interesse haben, an diesem Unternehmen mitzuwirken. Zum Wohl von Luzern und Interlaken wird man zweifellos die Luzerner und Interlakner Verkehrsbedürfnisse zusammenzuspannen imstande sein, ohne dass damit — wie in der gleichen Pressemeldung behauptet wird — das Schicksal der Bahn besiegelt würde. hl. Vom Autobusbetrieb der Stadt Luzern. Die Fahrleistungen des Autobusbetriebes der Stadt Luzern haben sich im I. Quartal 1933 erhöht Sie betrugen 148,600 Wkm., gegenüber 121,700 Wkm. Gleichzeitig vermehrten sich auch die Betriebseinnahmen^ die im I. von 74 Rp. (78). Der Rückgang der kilometrischen Einnahmen um 5,1% (bei der Trambahn um 6,5%) muss als eine Folge der Krise angesehen werden. Der Autobusbetrieb scheint, trotz der wirtschaftlichen ungünstigen Zeit, auch weiterhin eine gesunde Entwicklung zu nehmen. lt. KLEINE CHRONIK Endlich das Handwerk gelegt! In Wien wurde diesen Monat der aus Pfäfers stammende W. Furgler verhaftet, der bereits in der Schweiz und Oesterreich wegen Hochstapelei vorbestraft ist. Die Verhaftung erfolgte auf Ersuchen der Zürcher Kantonspolizei, welche den Genannten wegen einer Unterschlagung von über 20,000 Fr. suchte. Furgler ist in Autohandelskreisen zur Genüge bekannt und genoss dort wegen seiner Geschäftsweise nicht gerade grosses Ansahen. Er verstand es aber immer wieder, vertrauensselige Leute und Käufer für seine Occasionswagen zu finden. Er gründete sogar eine Autohandelsgesellschaft, die Oceancar A. G., welche allerdings nie auf einen grünen Zweig oder zu besonderer Popularität kam. Da er immer wieder mit den Gesetzen in Konflikt kam und wegen seines unreellen Geschäftsgebarens nie lange- die mit seriösen Autofirmen angebauten Verbindungen aufrecht erhalten konnte, schadet es dem Autohandel und dessen Ansehen keineswegs, wenn Furgler für einige Zeit von der Bildfläche verschwindet. Vielleicht wird ihm diesmal genügend Zeit eingeräumt, um sich wieder etwas solidere Praktiken angewöhnen zu können. z. Verwarnung in Murten, statt sofortige Busse. Eine Stadt, die touristisch in gutem Ruf stehen will, muss mit wachsamen Augen die Tätigkeit ihrer Polizeiorgane verfolgen. Jeder schlecht behandelte Gast, sei er nun Autofahrer oder nicht, erzählt eben seine Eindrücke in seinem Bekanntenkreis weiter. Einsichtige Behörden versuchen zum Rechten zu sehen, damit keine- ungünstige Reklame die Gewerbetreibenden zu Schaden bringt. Auch die Behörden von Murten, wo die kantonalen Polizeiorgane eine Zeitlang wegen geringen Versehen Autofahrer verknurrten und mit Strafmandaten bedachten, sahen sich auf die Einsprache der Strassenverkehrsinteressenten hin veranlasst. für eine Quartal 1933 sich auf 109.000 Fr., im I. Quartal 1932 auf 10130 Fr. beliefen. In denneue Strafpraxis einzustehen. In Murten fersten drei Monaten dieses Jahres ergab sich wird von nun an zuerst verwarnt und erst eine wagenkilometrische! Betriebseinnahme bei Rückfällen eine Strafe verhängt ••-. gOi- Novalit- und Kolbenringe Gusskolben — Ventile EMIL GOETTI, ST. GALLEN Schillerstrasse 1 Telephon 37.17 Vertreter der Nova-Werke A.-G. — Zflrleh Billiger Verkauf ADLER, Limousine 6 Zyl., 12 HP, 6/7-Sitzer, gut jepflegt, neu überholt. WHIPPET, Spider SELTENE OCCASION! LANCIA-Lastwagen Typ Tetraiota, 2—2Ms Tonnen 6 Zyl., 15 HP, wenig gefahren, wie neu, Fr. 3000.^- Offerten unter Chiffre 59068 an die Automobil-Revue, Bern. mit elektr. 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NM6 - 1933 Die Festspiel-Aufführung. Das umfangreiche Programm, welches die gastfreundliche Sektion Basel zusammengestellt hatte, sah als zweiten Teil 'der Delegiertenversammlung «einen Begrüssungsakt und Festspiel zu Ehren der Delegierten und auswärtigen Gäste» vor, der sich im roten Saal der Mustermesse abwickeln sollte. Es mögen rund 1200 Gäste gewesen sein, welche sich zur Aufführung eingefunden hatten und einen Genuas seltener Art erlebten, der den kiinstlerisohen Ruf Baseila aufs neue glänzend b&stätigt hat. Es war eine ebenso glückliche wie originelle Idee aus dem Zyklus der Basler Festspiele, die zwischen 1892 und 1923 stattfanden, eine Auslese in Gestalt eines Rahmenspieles zu bieten. Der künstlerischen Leitung standen zu diesem Zwecke namhafteste Kräfte zur Verfügung. Solisten, Reveillechor, Damenchor, Orchester-Gesellschaft und Ballettensemble des Stadttheaters teilten sich in die gestellte grosse Aufgabe, teilten sich aber auch in den mächtigen Erfolg und nimmerendenden Applaus, den ihnen ein begeistertes Haus spendete. Obwohl eine Auswahl aus der Fülle des Stoffes dreier Festspiele getroffen werden musste. fügte sich doch die Aufführung in einen Guss und bot sich als gesohilossenes Ganzes dar, das als künstlerisches Erlebnis haften bleiben wird. Rhythmus und Wucht jener trotzigen Scharen, die in unserer Geschichte ruhmreich weiterleben werden, kamen in Musik und Chören zu den Aufzügen der Ratsdeputierten, der Stadtreiterei oder der «heranziehenden Eidgenossen», dank einer vollendeten Interpretation, hervorragend zur Geltung. Das Orchester gestaltete seine Musik zu einem ausgesprochenem Tongomälde, das vollen Ersatz für das fehlende Bühnenbild bot. Die geschulten Chöre, diszipliniertes Ballett und Solisten von Ruf reihten sich geschickt ein und arbeiteten ihrerseits die feine Charakteristik und Struktur der buntgemischten Texte und Szenen heraus, wo feiner Spott mit derbem Kriegerwitz, sorglose Fröhlichkeit des Volkes mit der Bedächtigkeit und Bodenständigkeit des Gewerbes in stetem Wechsel das Bild verschob und wieder ergänzte. Wahriioh, ein Kunstgenuss eigenster und wertvollster Prägung, der zu Ehren der Gäste gedacht war, den Gastgebern aber zur ebenso grossen Ehre gereichte. Damit war bereits die festlich« Atmosphäre geschaffen, um dem unmittelbar daran anschliessenden und mit vollem Einsatz beginnenden A. C. S.-Ball die richtige Ouvertüre zu sichern. Alsbald pulste regstes Festgetümmel durch die vorzüglich geeigneten Lokalitäten der Mustermesse und die drei unermüdlichen Kapellen jazzten und dudelten um die Wette und pfefferten ihre Steps mit zwingendem Rhythmus in die Säle. Diese boten ein äusgerst farbenprächtiges Bild, zu dessen Vielgestaltdifkeit und Eleganz die Toiletten von auserlesenem Chic die reichhaltigste Skala der Nuancen lieferten. Zu dem festlichen und austeren Schwarz der Herren gesellte sich das bunte Tuch der Uniform, da zahlreiche Teilnehmer der Zusammenkunft schweizerischer Motorwagenoffiziere, die gleichzeitig in \. c. s. (Fortsetzung von Seite 2) AUTOMOBIL-REVUE Basel stattfand, der Einladung der gastgebenden Sektion ebenfalls Folge geleistet hatten. Und wenn der Anlass auch strikte als A. C. S.-Fest gedacht war und der Kreis der Gäste schon aus Pilatzgründen eng gezogen werden musste, so waren doch Wirtschaft, Politik, Sport und Militär glänzend vertreten und Prominente aller Schattierungen hielten irgendwo Gerde. Wo man hinsah, Frohgelaunte, Stimmung, angeregte Unterhaltung, nimmermüde Tanzpaare, alles unter dem einigenden Band des A. C. S., im Zeichen der Jubiläumsfeier und der diskreten Hand einer sicheren Regie. Ihr gehört ein besonderes Lob, dann mit festem Griff hielt sie die unsichtbaren Fäden während den ganzen Festtagen beisammen, war allgegenwärtig und doch nur den Eingeweihten personifiziert. Wer möchte alle diejenigen nennen, welche ihr redlich Teil zum Wohlgelingen der ganzen Tagung beigetragen haben! Wir werden uns begnügen müssen, •den Spiritus rector, Herrn Böhmer, und den tatkräftigen Präsidenten der Sektion, Herrn Imhoff, zu nennen, die gemeinsam mit all ihren Hilfskräften zufrieden die Erfod'gsbilanz der Festlichkeiten abschliessen dürfen mit der Gewissheit, der Sache des A. C. S., dem Ansehen der Sektion und dem Rufe Basels hervorragend gedient zu haben. Da eine Fortsetzung * der geschäftlichen Beratungen vom Samstag nach dem glücklichen Abschluss der Delegiertenversammlung nicht mehr notwendig war und schliesslich der programmmässige Besuch des Zoo keine unbedingte Pflicht bedeutete, so zog es die Mehrzahl der Gäste vor, den Ballabend möglichst auszudehnen und auszukosten, um dann dde sonntägliche Morgenpause für eine entsprechende Retablierung zu benützen. So hielt der Elan bis weit in die Morgenstunden des zweiten Tages an, und selbst dann fügte man sich nur ungern dem obrigkeitlichen Szepter, das den guten Bürgern auf Grund von so und sovielen Paragraphen Schluss der Festlichkeit bedeutete. Das Jubiläumsbankett. Im geräumigen Saal des Kasinos, der in den Landes- und Kantonsfarben reichlich dekoriert war und in prächtigem Blumenschmuck erstrahlte, fanden sich die «viellieben Damen und hochedlen Herren » (wie der Prolog des Festspieles schwungvoll besagte) zum Jubiläumsbankett, dem eigentlichen Gehurtstaigsfest der Sektion Basel. In seiner herzlichen und formvollendeten Begrüssungsansprache konnte der Präsident, Herr Imhoff, einer fct.um endenwollenden Liste prominenter Persönlichkeiten, angesehener Vertreter befreundeter Venbände, der Behörden sowie der militärischen Instanzen den Willkomm entbieten. Aus dem Kranz bekannter Namen seien raumeshalber nur Zentralpräsident Dr. Mende, die Regierungsräte Dr. Ludwig und Wenk, Oberstlt. Ryhiner, Dübendorf, Oberstit. Demmer, Zentralpräsident der schwe|z. Motoxwagenoffiziere, und Herr Stamm, Präsident des T. C. S. Basel, genannt, wobei wir uns bewusst sind, welche Lücken diese Liste aufweist. Mit besonderer Genugtuung konnte der Sprechende auch drei wirkliche Veteranen begrüssen, welche zu den Gründern- der Sektion zählen und ihr nun seit 35 Jahren ununterbrochen angehören. Unter ihnen befindet sich auch C. Schlotterbeck, einer der ältesten Vertreter der Automobilbranche. Dann tritt Zentralpräsident Dr. Mende als Gratulant auf, dessen Ansprache nicht nur eine verdiente Würdigung der grosson Verdienst« der Basier um die Sache des Clubs, bedeutete, sondern auch als programmatische Darlegung der Bestrebungen und Ziele des A. C. S. von weitgehendem Interesse war. Er wies eingangs darauf hin, dass dje Automobilisierung der deutschen Schweiz und die Zusammenfassung der Kräfte in Verbänden von Basel aus ging, das auch schon frühzeitig dem Automobilsport huldigte und bereits 1901 das erste Rennen Basel-Solöthurn organisierte. Als Kuriosum darf gebucht werden, dass 'einzelne Konkurrenten das Ziel erst am folgenden Tage erreichten! Gleich initiativ wurde auf anderen Gebieten der Clubtätigkeit vorgegangen und manche Fortschritte in der kantonalen und städtischen Verkehrsregelung sind mit ein Verdienst des A. C. S. Der Aufstieg der Sektion zur zweitgrössten Gruppe des Landesverbandes blieb auch auf diesen nicht ohne nachhaltigen Einfluss. «Basel setzte sich immer für eine ruhige, aber stete Entwicklung des Gesanntclubs ein und war immer an der Seite derjenigen zu finden, die ihre Sonderinteressen dem Wohle des Ganzen unterordneten. So ist es ganz natürlich, dass Basel kräftig mitgeholfen bat, die Brücke zwischen Welsch und Deutsch zu bauen und eine Einheit zu schaffen, ohne die der G}ub nicht bestehen kann.» Zu der Tätigkeit des Gesamtclubs übergehend führte Dr. Mende aus: Mit dem Wunsche auf weiteres Wohlergehen der Sektion Basel und der Wohlfahrt das Landes klang die gehaltvolle Rede aus, die durch die stehend gesungene Vaterlandshymne ihren eindrucksvollen Abschluss fand. Regierungsrat Dr. Ludwig skizziert in einem an staatsrechtlichen und staatsphilosophischen Gedanken reichen Votum die Rollo des Motorfahrzeuges im Verkehr und öffentlichen Leben. Zuerst mit Feindschaft begrüsst, bekundete die Bevölkerung allmählich Toleranz und Neutralität, die »ich nun in überwiegende Zustimmung zum neuen Verkehrsmittel entwickelte, da die sich im Gefolge des motorisierten Straßenverkehrs gezeigten Nachteile mit gutem Willen sehr wohl vermeiden UJs,en. Der Staat griff in diese Entwicklung zuerst im einschränkenden und reglementierenden Sinne ein. Die Anpassung des Automobilisten an die Bedürfnisse der Allgemeinheit brachte es mit sich, dass die Tätigkeit der Behörde allmählich in eine solche der positiven Förderung des Verkehrswesens überging und die negativen Massnahmen immer mehr eingeschränkt wurden. Die Fahrzougführer sind im grossen und ganzen bestrebt, Disziplin zu halten, ein Verdienst, das weitgehend den Clubs zukömmt, die nicht nur Forderungen an die Radierung zu stellen vermögen, sondern auch die Disziplin zu fördern verstanden. Der Redner hofft auf die weitere Aufrechterhaltung der bisherigen angenehmen Beziehungen zwischen Club und Behöiv den, denn die Zusammenarbeit ist an und für sich' ein vorzügliches Beispiel dafür, dass für staatlichen Zwang keine Notwendigkeit besteht, wenn jeder das Seine zur Ordnung beiträgt. Wir sind erfüllt von der freiheitlichen Ueberlieferuiig unserer Geschichte, aber nur der iet ihrer wirklich wüTdij, der sich selbst im Zügel halten kann. Ein Basler Fest wäre kaum spezifisch ba$lerisch, wenn nicht auch der berühmte Trommler zu « Mit dem Siegeszug des Automobils hat sich für den Automobil-Club ein weites, dankbares Arbeitsfeld aufgetan. Dem neuen Verkehrsmittel mussta auf allen Gebieten neue Verhältnisse geschaffen werden. Die Strasse war für langsamen Fuhrwerkverkehr eben recht, die Strassenordnung und Gesetzgebung waren dem trabenden Rösslein angepasst, Schlagbäume sollten der schnellen Fortbewe- und zu den Ohren gehende Aufmerksamkeit der seinem Rechte käme. Daher die liebenswürdige gung wehren, und wer über die Grenzen wollte, Gastgeber, eines der vorzüglichen Trommlerkorps musste viel Zeit und Geduld zur Verfügung haben. zu verpflichten, das seine mathematisch präzisen Aber alle Hindernisse mussten der Forderung der Wirbel in allen Tonarten dem Kalbfell entlockt und neuen Zeit weichen. Das Automobil war da und bei den «Ausländern» viel Freude erweckt. In war da für alle, deshalb beanspruchte es seine der Zwischenzeit haben wir auch Gelegenheit den Rechte. Es war immer das oberste Ziel des A. C. S., prachtvollen Gabentisch zu bewundern, der all die für diese Rechte einzustehen und vom Staate zu gediegenen Ehrengaben trägt, welche der Jubila-Ti!» verlangen, dass die veraltete Ordnung dem neuen von nah und fern zugingan. Verkehr angepasst werde. Gerade im Interesse Noch ist der muntere Rededuell nicht erschöpft derer, die unter Staub und SchmuU zu leiden hatten, hat unser Club sich für die Anpassung der es sich angelegen sein, im Heimatidiom seiner Ge- und je ein Sprecher der drei Landesgruppen lägst Strassen eingesetzt. Er hat mitgeholfen, die Fesseln zu sprengen, mit welchen eine enge Gesetz- richten. Präsident Imhoff verdankt in sichtlich begend passende Worte an die Basler Kolleeen zu gebung oder auch die Furcht vor der Konkurrenz wegten Worten all die zahllosen Beweise der Sympathie und Freundschaft für seine Sektion, die Im die Entwicklung eindämmen wollten. Wir haben uns eingesetzt für Erleichterungen im Touristikverkehr, zugunsten unserer Landsleute, aber auch für clubs weiterarbeiten und weiterstreben wird. gleichen Sinn und Geist im Interesse des Gesamt- die Belebung des Fremdenverkehrs. Wir haben gerungen um Anerkennung durch die Behörden, weil Allmählich lichten eich die Reihen und während wir wussten, dass wir auf dem richtigen Wege waren. Lange waren wir ihnen recht unbequem, dann manche Delegierte sieh von den gastfreundlichen Basler Kollegen verabschiedeten, rüsteten andere mussten wir wohl oder übel geduldet werden, heute zum Besuche der F^stvorstellitng im Stadtfheatcr, aber können wir ohne Ueberhebung sagen, dass wir welche unter der Leitung von F Weingartner stand. auch von den höchsten Behörden unseres Landes Aber noch nicht genug damit, lud die SpVtion ihrfl anerkannt sind als nützliches Glied der menschlichen Gesellschaft und des Staates. Es erfüllt uns zur Besichtigung des Kraftwerkes in Kembs ein. Gäste am Montag noch zu einer Rheinf».hrt und dies mit grosser Genugtuung, denn es war immer Fürwahr ein Programm, das einer Jubilarin vom unser Bestreben, allgemeinen Interessen zu dienen Ansehen des Basler A. C. S. würdig war und dessen glänzende Abwicklung mit goldenen Lettern im und uns für das Volkswohl unseres Landes einzusetzen, und es wird auch fernerhin dies immer das Buche des gesamten A. C. 3. eingetragen bleiben ZieT unserer Bestrebungen bleiben-» wird. .Und nun ?liickauf zum nächsten Tricenniumt ' (Weitere Clubnachrichten siehe Seite 15.) • Gebrauchte Tragen bleiben gesuch l — „Bezüglich meines letzten Inserates war der Erfolg schon nach dem ersten Erscheinen ein durchschlagender. loh bitte Sie, dieses Inserat von der gelben Liste zu streichen." 6. Mai 1953. E. Ä. D. Occasionen durch eine „kleine Anzeige 44 in der „Automobil' Revue 44 ausschreiben! • Beschädigt ist die Zeichnung und ausgerechnet aus ihr sollten Sie ein Gliche für Ihr neues Inserat, Ihren Prospekt oder Ihren Briefkopf machen lassen. Was macht's aus! Geben Sie diese böse Vorlage dennoch der Hallwag. Sie «flickt» sie — dergestalt, dass sie gar bald aufs neue mit dem Objektiv zu kokettieren beginnt. Und dann: Hatlwgg arbeitet gewissenhaft — Hallwag liefert schnell — Hallwag hat zeitgemässe Preise . . . TEL 28.222 ßR£IT€NRÄINSTR.97RFR'M