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E_1948_Zeitung_Nr.030

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE MITTWOCH, 7. JULI 1948 - Nr. Jit Preis vom Bremgarten Glauser (Alfa Romeo 2,9 I) bei den Sportwagen über 1500 cnv», Leuthöld (MG 1250) bei jenen bis 1500 cm 3 siegreich Das nationale Sportwagenrennen: in Front Glauser und hinter ihm Studer. ebenfalls auf Alfa Romeo 2,9 Liier. Organisatoren wie Konkurrenten müssen geradezu von einem Alpdruck befreit worden sein, als im Laufe des Samstags nach einer mehrwöchigen Periode, die man wohl zutreffend als ausgesprochen milden Winter inmitten dieses Sommers bezeichnen könnte, die Sonne durch den noch und noch verhängten Himmel brechen sahen. Damit war denn auch auf Anhieb die richtige «Bremer >- Grand-Prix-Atmosphäre geschaffen. Im Gegensatz zu den Vortagen, wo sich zwar auch die hundertprozentigen Fanatiker durch den feuchten Segen nicht davon abhalten Hessen, dem Training beizuwohnen, wo aber selbst die spektakulärsten Strekkenabschnitte doch eher dürftig umsäumt waren, setzte am Samstagmittag ein mächtiger Zustrom ein, und wie sich um 16 Uhr die Konkurrenten am nationalen Sportwagenrennen um den «Preis von Bremgarten > am Ablauf besammelten, da harrte auf Ehren-, Startkurven- und Alleetribüne sowie im Der Berner Glauser, der Sieger in der Sportwagengruppe über 1500 cem im Preis.vom Bremgarten. Promenoir viel Volk der kommenden Dinge. Dann einige Minuten der Stille vor dem Sturm, schliesslich das Aufdonnern der Motoren und Säuseln der Kompressoren, und pünktlich um 16.25 Uhr entschwand das 20 Wagen starke Feld, eine ausserordentlich vielfältige, bunte Gesellschaft, mit Glauser, Studer und Aebli an der Spitze, unsern Blicken. Startaufstellung «Preis vom Bremgarten» Aebli Studer Glauser BMW Alfa Romeo Alfa Romeo Haller BMW Daetwyler Alfa Romeo Scherrer Alfa Romeo Leuthöld MG Reyfer Seiler Baer MG MG MG Roos Rud. Seyffer Fiat MG Künzi P. Hirt Willemin Alfa Romeo Lancia MG Dottner Quadri BMW Fiat Riesen Leuenberger de Terra BMW Fiat BMW Im folgenden sei vom Rennverlauf in den beiden separat gewerteten Sportwagengruppen bis und über 1500 cem ein summarisch gehaltener Bericht wiedergegeben: Das Rennen der Wertungsgruppe über 1500 cem war — grosso modo — nicht sehr reich an besonders Interessanten Kampfesphasen. Vom Start-ins Ziel hielt sich Glauser in Front, wobei freilich Studer dafür besorgt war, dass sich der Lauf für den Sieger von Genf nicht zu einer « Spazierfahrt > wie in der Rhonestadt gestaltete.. Im Verlauf des-spannenden Duells, das sich die beiden lieferten und bei dem Glauser von Studer unaufhörlich bedrängt wurde, fuhr Studer mit 3'24,0" = 128,470 km/h die schnellste Runde. — Auf dem 3.' und 4. Platz kigen vorerst Aebli und Halter. In der 3."Rühde Rana 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. Fahrer Trossi, Feiice Wimille, Jean-Pierre Villoresi, Luigi Sanesi, Consalvo Ascari, Alberto Chiron, Louis Pozzi, Charles Giraud-Cabantous, Prinz laor 1. Taruffi, Piero 2. Stuck, Hans 3. Bonetto, Feiice 4. B. Bira 5. Schell, Harry 6. Nissotti, Francesco 7. Wüst, Waller 8. Bernheim, Claude 9. Bayol, Elie 10. Prinz Igor 11. Fischer. Rudolf Yves 1. Glauser, Paul, Bern 2. Studer, Jean, Bern 3. Aebli, Kaspar. Uster 4. Halter, Kurt. Wil 5. Daetwyler, Willy, Küsnacht 6. Riesen, Friedrich, Bern 7. Künzi. Fritz, Bern Beste Runde: Offizielle Resultate Grosser Preis von Europa Nationalität des Fährers Italien Frankreich Italien Italien Italien • Frankreich Frankreich Frankreich Frankreich (40 Runden = 29 .2 km) Alfa Romeo 2,9 I K Alfa Romeo 2,9 I K B. M. W. 328 1971 B. M. W. 328 1971 Alfa Romeo 2500 SS B. M. W. 328 1971 Alfa Romeo 2300 K aber setzte Scherrer entschlossen zum Vorstoss an, wies Halter hinter sich, um alsdann eine Attacke auf Aebli zu reiten, dem er vorübergehend das Hinterrad zeigte. Von Halbzeit weg dominierte Scherrer während dreier Runden über Aebli, dann aber musste er neuerdings vor ihm weichen und wurde von der elften Runde hinweg leider überhaupt nicht mehr gesehen, weil er offenbar zu sehr forciert und dabei einen Lagerdefekt heraufbeschworen hatte. Damit wurde Aebli sicherer Dritter,' denn Halter vermochte ihm trotz schneidiger Fahrweise nichts anzuhaben. Pech von der schwärzesten Sorte und Glück im Unglück dazu hatte Dattner, denn was diesem Fahrkünstler im Verlauf seiner Läufbahn noch hie passierte, hier ward es Tatsache: beim Ansteuern der Eymatt-' kurve gelang es ihm nicht, vom vierten in den dritte.n Gang zu schalten; der BMW geriet in übersetztem Tempo aus der Bahn und überschlug sich regelrecht, wobei Dattner -unter den Wagen zu liegen kam. Sein Markengefäbirte -Halter,, den er nicht lange vorher überholt hatte und dem mit der gelben Fahne signalisiert wurde, dass Gefahr im- Verzug war, hielt unverzüglich an und brachte ihm die erste; Hilfe,yndem.,e^/il^,gusv,cje^|>^^lichen Lage befreite, wodurch Halfer nahezu eine Runde verlor. Wie durch ein Wunder lief der Zwischendie Boxenhalte immer häufiger. Zuerst war die Reihe an Seyffer, der vergeblich nach 'den Ursachen eines Motorschadens forschte und deshalb die Weiterfahrt einstellen musste. Zwischenhinein meldete der Lautsprecher aus der Kiesgrube das Ausscheiden Quadris wegen eines Oelieitungsbruchs, und in der 8. Runde kam etliche Aufregung «in die Bude •, als Seiler, der sich in der 5. Runde für kurze Zeit Leuthöld vor die Nase setzte, mit defekter Benzinleitung an die € Verpflegungsstätte > trudelte, wobei unter der Motorhaube hervor plötzlich unvermutet Rauch, quoll und höher und höher stieg. Schon zuckten auch Flammen empor. Wer jedoch geglaubt hätte, die Feuerwehr werde im Handumdrehen in Aktion treten, dem musste die Tatsache nicht gegenwärtig seirt, dass das Rennen ja in Bern abgehalten wurde. Sekunden um Sekunden vergingen, bis ein magerer Strahl Wasser auf den Wagen loszischte, und als denn endlich zwei Feuerwehrleute mit Löschgeräten, die sie hinter den Boxen aufgetrieben, antrabten, da waren die Flammen bereits erloschen, und Seiler, alias'Brändli II, nahm nach getätigter Reparatur die Fahrt sogar wieder auf, ohne allerdings weiter als bis zum Glasbrunnen zu kommen. Durch diese Ausfälle stieg Roos in den zweiten Rang auf, den er bis zu Ende hielt, auch nachdem er in der Hatz bei der Forsthauskurve die Umzäunung touchient hatte. Unmittelbar hinter ihm folgte Peter Hirt, dessen Lancia zwar sauber Runde um Runde herunterspulte, aber doch nicht so viel Kräfte mobil machen konnte, um Roos ernstlich zu gefährden. Reyfer wurde durch die Rennleitung mit der schwarzen Fahne zu den Boxen beordert, um einen Radwechsel vorzunehmen (Speichenbruch). Im übrigen waren die Würfel endgültig gefallen: Leuthöld heftete einen überlegenen Sieg an seine Fahne. Roos und P Hirt belegten die Ehrenplätze, und de Terra gelang es kurz vor Torschluss, durch eine letzte Willensanstrengung über Willemin izu triumphieren. Dreifacher Cisitalia-Sieg mitTaruffi, Stuck und Bonetto. - Schwarzer Tag der Gordini-Equipe. Schwerer Sturz Trintignants Nach sternklarer Nacht ist ein strahlender Tag ins Land gezogen, so dass es nicht verwundern kann, wenn sich seit den frühen Morgenstunden unaufhaltsam ein riesiger Menschenstrom an die Piste ergiesst. Vor den Boxen der Ehrentribüne herrscht schon eine Stunde vor Rennbeginn ein emsiges Treiben. Ein farbenprächtiges Bild ist's, das sich dem Auge hier bietet: die roten Cisitalias der Squadra Dusio und die blauen Simcas der Equipe Gordini, zu denen sich die übrigen Wagen aus dem rtöiienis'chen und französischen Lager sowie die rot-weissen Fahrzeuge unserer Landsleute und das Fahrzeug Alfa Romeo Alfa Romeo Maserati Alfa Romeo Maserati Talbot Talbot Talbot Ffirrari Schnellste Runde: Wimille. Alfa Romeo in 2' 51,0" = Preis von Bern (20 Runden = 145,6 km) .(14 Runden = 101,920 km) S.b.ortwagen über 1500 cem 48' 36,6" 48'39,3" 51'13,3" 49' 06,0" 50' 33,1" S1'4ß.ß" 52' 23.4" Zeit 153,263 km/h Schnei sie Run de: B. Bira. Simca-Gordini in 3'08,5" = 139,034 km/h. Preis vom Bremgarten Studer, Jean (Alfa Romeo) 3'24,0" (128,470 km/h) Sportwagen bis 1500 1. 2, 3. 4. 5. Leuthöld, Louis. Chaux-de-Fds. Roos, Henri, Winterthur Hirt, Peter, Zollikon de Terra, Max, Zollikon Willemin, Marcel, Geneve M. G. T. C. 1250 K Fiat 1100 S Lancia 1492 B. M. W. 315/1 M. G. T. C. 1250 K 6. Reyfer, Guy, Geneve M. G. T. C. 1250 K fall mit zwei Dutzend Quetschungen und Schürfungen am ganzen Körper ab, nachdem sich das vorübergehend verloren gegangene Bewusstsein rasch wieder einstellte. Ein sauberes Rennen, das sich durch Regelmässigkeit auszeichnete, fuhr Daetwyler auf Alfa Romeo 2500 SS. Wenn dessen Tempo -gegen Schluss offensichtlich etwas nachliess, so war dies auf einen Defekt an einem Ansaugventll zurückzuführen. Riesen auf BMW hatte sich mit dem zweitletzten Platz zu begnügen, und Künzi auf Glausers Vorjahrs-Alfa,'bei dem die Kerzen spukten, bildete das Schlusslicht. Von 9 gestarteten Fahrern beendeten 7 das Rennen. 11 Konkurrenten erschienen am Ablauf zum Lauf der Wertungsgruppe bis 1500 cem, wo sechs MGs einem Fiat-Balilla-Mille-Miglia-1935, einem von Nardi vorbereiteten Fiat 1100 (de.r an Stelle des Nardi Danese startete), einem Lancia Aprilia, einem BMW 315/1 und einem Fiat-S gegenüberstanden. Entschieden setzten sich vom Start weg vier MGs an die Spitze. Dass es nicht dabei blieb, dafür bürgte die Phalanx der Konkurrenz von Anbeginn an, indem sie den TC Midgets das Leben so sauer wie möglich machte. Am Leaderbord notierte man schon nach der ersten Runde Leuthöld, dem sich Seiler entschlossen an die Fersen heftete, während Reyfer und Rudolf Seyffer eine weitere Gruppe bildeten. Um diesen Zeitpunkt sass ein MG mit Baer beim Posten 6 bereits mit einem Lagerschaden fest, und Leuenberger anderseits laborierte vor den Boxen an einer defekten Zylinderkopfdichtung herum, allerdings ohne brauchbares Resultat, denn wenig später wurde der Fiat sang- und klanglos abgeschoben. Im verbleibenden Neunerfeld tobten anhaltend Positionskämpfe. Bald brach Roos in die Vierei-MG-Front ein, bald lagen sich Willemin und Quadri in den Haaren. Von der sechsten Runde hinweg wurden 49'31,3" 50' 04,7" 50' 06,9" 51'55,9" 51' 58,7" 50' 17,1" 1 :59' 17,3" 1 :59' 17,5" 2: 01' 54,6" 2 :00' 20,2" 2:02'15,0" 1 : 59' 51,2" 1 : 59' 34,3" 2 : 00' 49,7" 2: 01'26.1" Preis von Bern km/h., bzw. Anzahl Runden 146.462 39 Runden 39 Runden 38 Runden 37 Runden 36 Runden 35 Runden Italien Cisitalia 1 :04' 19,0" 135,828 Oesterreich Cisitalia 1 :04' 38,6" Italien Cisitalia 1 : 05' 46.6" Siam Simca-Gordini 1:06'36,4" USA Cisitalia 1:06'10,4" 19 Runden Italien Fiat-Stanfluellini 1:06'35,1" 19 Runden Schweiz Cisitalia 1 :06'35,6 19 Runden Scfrw«ft Cisitalia 1:06'36,3" 19 Runden Frankreich« Cisitalia 1:04'37,0" 18 Runden Frankreich Simca-Gordini 1:04'51.0" 18 Runden Schweiz '' Simca-Gordini 1:05'25,0" 17 Runden 125,776 14 125,762 14 119,465 14 114.984 13 111,680 13 109,045 13 107,76« 12 114,010 13 112,743 13 112 660 13 108.720 13 108,622 13 102,973 12 Weiss-Gelb-ßlau des Amerika-Monegasken Schell gesellen, Fahrer und Mechaniker in ihren weissen, blauen, gelb-braunen und roten Overalls und Hauben, wehende Fahnen neun verschiedener Nationen, das Grün des < Bremers» und über allem ein wolkenloser blauer Himmel. Kurz, ein Bild, ganz dazu angetan von enragierten Farbenphotographen auf den Film gebannt zu werden. Um 9 Uhr präsentieren sich Rennleiter Christen 21 Fahrer mit ihren Boliden qemäss folgender Startaufstellung: Sommer Trintignanf Taruffi Simca-Gordini .Simca-Gordini Cisitalia Bucci Maserati Prinz Igor Farina risitnlin Schell Cisitalia Nissotli Fiat-Stanguellini Bernheim Cisitalia Manzon Stuck Cisitalia Bonetlo " Bira Cisitaüa Simca-Gordini loyer Cisitalia Fischer Simca-Gordini WDst (jsitn in Bayol Cisitalia «Robart) Cisita ia Grolla Cisitalia Joly Cisitcr ia Pesci GisitaUa Noch empfangen die Fahrer von der Renriieitung die letzten Instruktionen. Dann begeben -sie sich auf die Plätze, die Motoren beginnen.zu krachen,.Offizielle und Mechaniker räumen die Piste., die. Fahne senkt sich und man erlebt einen wundervollen Start, indem das ganze Feld geschlossen in. Fahrt kommt, wobei Trintignant und Sommer vor Taruffi die Spitze übernehmen. Doch schon in der Eymatt unten hat sich der Chef des Turiner Teams Sommer und Trintignant vor die Nase gesetzt, denen, dichtauf ein ganzes Rudel von Konkurrenten folgt. Gut drei Minuten befindet sich die Meute unterwegs, dann hört man sie vom Forsthaus her nahen. Da sind sie auch schon: eine fast geschlossene Fünfergruppe mit Taruffi, der die Startrunde in 3' 25,0" = 127,843 km/h absolviert, Trintiignant, Sommer, Farina und Bira und mit einigem Abstand Manzon, Stuck und Schell. Die übrigen, nämlich Bonetto, Fischer, Grolla, Bayol, Nissotti, Wüst, Prinz Igor, Joly, Bernheim, Bucci, Pesci und « Robert» sind, in kleine Grüpplein aufgelöst, bereits über viele hundert Meter verteilt. Schon hat das tolle Karussell sein erstes Opfer gefordert, scheidet doch Loyer wegen eines Kupplungsschadens im Bereich der Wohlenrampe aus. Um die Spitzenpositionen hebt vom Start weg ein Ringen auf Biegen und Brechen an, denn das Rennen ist relativ kurz und die grossen Entscheidungen wollen in den ersten Runden gefällt sein und werden es auch. In der zweiten Runde führt Taruffi weiterhin den Reigen an, doch hinter ihm erscheint an Stelle von Trintignant, der auf den vierten Platz zurückgeworfen wurde, Sommer als Zweiter unmittelbar vor Farina, Bira ist Fünfter, und Stuck seinerseits hat Manzon geschnappt. Schell, Bonetto, Fischer und Grolla behaupten unverändert ihre Plätze. Wüst dagegen ist vor Nissotti, Joly vor Prinz Igor und Pesci vor Bucci «hingetreten > Männiglich fragt sich, wie lange wohl Taruffi das phantastische Tempo zu halten vermag, das er diktiert. Und alle jene, die ihre Karten auf Gordini gesetzt und im besondern auf das Tgndem

Nr. 30 - MITTWOCH, 7. JULI 1913 AUTOMOBIL.REVUE Somrner-Bira getipt haben, glauben ihre Aktien steigen zu sehen, wie nach der 3. Runde überraschend Sommer und der siamesische Prinz am Leaderbord erscheinen, währenddem Taruffi in der Mitte der Kopfgruppe von Trintingnant und Farina liegt. Manzon seinerseits musste Stuck wieder an sich vorbeiziehen lassen. Wieder fehlt einer: es ist « Robert >, von dem der Lautsprecher zu melden weiss, er sei bei Posten 13 < ausgestiegen > und habe mit Motorschaden aufgegeben.Neuerdings knattert es im Osten, und zur allgemeinen Verblüffung nähert sich als Einzelgänger Taruffi, dann — wiederum für sich — Sommer und schliesslich Stuck. Taruffi, Cisitalia Trintignant, Simca-Gordim Sommer, Simca-Gordini Stuck, Cisitalia Farina, Cisitalia , Simca-Gordini Bonetto, Cisitalia Bucci, Maserati-Milan Fischer, Simca-Gordini Schell, Cisitalia GroIIa, Cisitalia Loyer, Cisitalia in graphischer Darstellung. (Ausgezogene Linien: Fahrer, die klassiert sind; gestrichelte Linie: Fahrer, die aufgegeben haben.) NOVA nicht kampflos preisgab, trug mit dazu bei, dass das Interesse am Rennen schliesslich nicht ganz erlahmte. Im Duell um den 9. und 10. Rang dominierte Bayol nach langem Hin und Her über Prinz Igor. Mit der roten Laterne endlich musste sich nach anfänglich achtungsgebietender Leistung der Zürcher Fischer begnügen, den Kerzenschädeh zu mehreren längern Boxenhalten zwangen, was ihn rasch ins Hintertreffen brachte. Den Argentinier Bucci warf ein Getriebedefekt, Joly der Bruch der Wasserleitung aus dem Rennen. Elf Konkurrenten, d. h. wenig mehr als 50 % beendeten diese sechste Auflage des « Preis von Bern ». Bericht über den Grossen Preis von Europa siehe Seite 5 ff. Automatische Kompressorengruppen für 7-15 und 40 Atmosphären NOVA-WERKE JUNKER & FERBER • Badenerstrasse 412 - ZÜRICH - Telephon 275835 j 44 38 34 30 Nationales Malojarennen am 22. August Am Freitag, dem 2. Juli, trat in Bern unter dem Vorsitz ihres Präsidenten, Dr. Carl N a p p (Basel), die Nationale Sportkommission zusammen. Sie gedachte der im Donnerstagtraining zum Grossen Preis von Europa und den internationalen Motorradrennen ums Leben gekommenen italienischen Rennfahrer Achille Varzi und Omobono Tenni und beschloss, an den ACI und den italienischen Motorradverband Beileidstelegramme zu senden sowie am Grabe der beiden Automobil- und Motorradmeister Kränze niederlegen zu lassen. Die NSK homologierte sodann die Resultate der bisherigen nationalen Sportveranstaltungen, als da sind die nationale Zuverlässigkeitsfahrt Zürich, die Genfer Rennen und die Bergprüfungsfahrten Rheineck— Walzenhausen — Lachen und Valangin—Vue des Alpes. In diesem Zusammenhang disqualifizierte sie den Fahrer Victor Grobety, der für das Rennen der Gruppe 1101—1500 ccm im Genfer « Prix du Cinquantenaire » einen Cisitalia von angeblich über 1100 ccm Hubvolumen gemeldet und gefahren hatte, wobei eine inzwischen vorgenommene Abdeckung des Motors die Unrichtigkeit der in Genf gemachten Angaben ergeben hat. Das betreffende Klassement erfährt damit insofern eine Abänderung, als der Berner Hardy Fortmann (MG) auf den 2., der Genfer B. Gampert (MG) auf den 3., der Zürcher de Terra (BMW) auf den 4. und der Genfer de Castella (MG) auf den 5. Rang vorrücken. Im übrigen lässt sich aus der NSK Sitzung melden, dass das nationale Malojarennen in zwei Läufen auf der Strecke Vicosoprano—Maloja-Kulm nunmehr definitiv am Sonntag, dem 22. August stattfindet. Sportkommissäre sind die HH. Siegwart (Luzern) und Pierrehumbert (Le Locle). Als Sportkommissäre für den nationalen Slalom-Lance Luzern vom 18. Juli wurden W. Ed. Huber und B. Pierrehumbert und für das Rundstreckenrennen in Erlen vom 8. August P. Lareida und H.Meyer bestimmt. Kein Zugerbergrennen Das Projekt einer Durchführung des seit Ende der zwanziger Jahre nie mehr ausgetragenen Rennens auf den Zugerberg, das im Anschluss an die Absage des — nun doch noch stattfindenden — Malojarennens auftauchte und über dessen Verwirklichung in der Zwischenzeit Verhandlungen zwischen den Sektionen Zug und Zürich des ACS gepflogen wurden, muss, wie wir erfahren, für das laufende Jahr endgültig fallen gelassen werden. Photos von Rheineck-Walzenhausen nnd Valangin—Vue des Alpes Wir machen die Aktiven und Freunde des Autosports, die auf unsere in Nr. 27 der « A.-R. > vom 16. Juni erschienene Notiz Photos von den Bergrennen Rheineck—Walzenhausen—Lachen und Valangin—Vue des Alpes bestellt haben, darauf aufmerksam, dass die Aufnahmen in den nächsten Tagen zum Versand gelangen, und zwar der Einfachheit halber per Nachmahme. Belgien Im 24-Stunden-Rennen von Spa vom kommenden Samstag und Sonntag wird nunmehr der Berner Hardy Fortmann auf MG von Ernst Ann er statt von Marcel Massara begleitet. Wir wünschen guten Erfolg! (Die ursprünglich ebenfalls gemeldeten Zürcher Gebrüder Robert und Rudolf Seyffer nehmen am Rennen nicht teil.) Deutschland Sitzung der NSK. Währungsreform und Motorsport Als Hessens Wirtschaits- und Verkehrsminister sich aus sicherheitspdizeilichen Gründen entschliessen musste, am 18. Juni das Meisterschaftsrennen « Rund um Schotten > abzusagen, bzw. seine Verschiebung auf einen späteren Termin anzuordnen, hatten die gerade vom letzten Training von der Rennstrecke zurückgekehrten Fahrer zunächst einstimmig erklärt: «Wir fahren auch ohne Vergütung von Spesen und Preisen! >, eine Kundgebung, die von ihrem Sportgeist zeugt. Aber die Rennleitung fügte sich der ministeriellen Weisung schon aus dem Grund, weil sich bei den knapp anberaumten Terminen für den Geldumtausch und Altgeldverfall für die anwesenden 500 Fahrer, Helfer und Funktionäre bezüglich ihrer Heimreise die grösste Schwierigkeit ergeben hätten. Die deutschen Motorsportler und ihre Organisationen geben sich angesichts der drastischen Verarmung jedes Einzelnen in bezug auf die Weiterführung rennsportlicher Konkurrenzen durchaus keinen Illusionen hin. Wahrscheinlich müssen die bis etwa Mitte Juli festgelegt gewesenen Veranstaltungen gestrichen oder auf spätere Daten veriegt werden, aus dem einfachen Grund, weil zunächst kein einziger Club, Verband oder Veranstalter in der Lage sein dürfte, die Reise- und Transportspesen für die Fahrer und ihre Fahrzeuge in der neuen Währung aufzubringen und womöglich zu bevorschussen. Der Motorrennsport wird durch die Währungsreform und ihre unmitelbaren Folgen ungleich stärker betroffen als irgendeine andere Sportart, deren Ausübung nicht an derart kostspieliges Fahrzeugmaterial gebunden ist. Trotz dieser prekären Situation besteht in verantwortlichen Kreisen die Ueberzeugung, den Motorrennsport schon in absehbarer Zeit weiterführen zu können. Vorbedingung hierfür wird eine weitgehende Einschränkung der Veranstaltungen, bzw. eine Neuaufstellung des Terminkalenders bei einer gleichzeitigen Verringerung der Teilnehmerfelder und einer Neuregelung der Spesensätze sein. Durch diese Massnahmen könnte der deutsche Motorsport einer schon lange erhofften Konsolidierung zugeführt werden. Denn zweifellos wird in ihm künftig nur noch das Leistungsprinzip massgebend sein, d. h. all die vielen « Verdiener » sowohl unter den Veranstaltern wie unter den aktiven Fahrern, von denen recht viele einfach von Rennen .zu Rennen reisten und Spesen kassierten, ohne sich jemaJs zu placieren, werden in Zukunft automatisch aufs Trockene gesetzt. -r.