Berliner Zeitung 08.05.2019

BerlinerVerlagGmbH

Kleiner Test: Hätten Sie das Mathe-Abi geschafft? – Berlin Seite 9

30-Minuten-

Takt nach

Hamburg

Seite 9

5°/19°

Öftersmal Sonne

Wetter Seite 2

Engagiert: Die junge

Seite der re:publica

Seite 3

www.berliner-zeitung.de

Mutig: Die Mondfahrer

aus Marzahn

Wissenschaft Seite 16

Mittwoch, 8. Mai 2019 Nr.105 FA -75. Jahrgang

Auswärts/D: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Königlich: Charles und

Camilla in Berlin

Berlin Seite 12

Fernsehen

Überraschung:

Der Provokateur

provoziert

VonTobias Miller

Mit dem österreichischen Fernsehsender

ORF muss man kein

Mitleid haben. Wersich auf ein Gespräch

mit dem Satiriker Jan Böhmermann,

38, einlässt, darf sich

nicht wundern, dass das herauskommt:

eine Provokation.

Der Ausstellungsmacher Böhmermann

zeigt nämlich im Grazer

Künstlerhaus die Schau „Deuscth-

land#ASNCH-

LUSS#Östereich“,

in der er

mit dem Nachbarland

abrechnet.

Es gehe um

die Ambivalenz

Österreichs gegenüber

seiner

Jan Böhmermann eigenen Geschichte,

sagt

geht keinem

Streit aus dem Weg. der Historiker

Böhmermann.

Das war der Anlass für ein Gespräch

in der Sendung Kulturmontag. Darin

erkannte der Volkspsychologe Böhmermann

unter den Österreichern

kurzerhand acht Millionen Debile

und meinte, unter ihnen den lauten

Rufnach autoritärer Führung zu hören.

Allerdings hatte ihm der Interviewer

auch die Vorlage mit dem berühmten

Debilen- und Autoritätsverweis

des österreichischen Autors

Thomas Bernhard geliefert. Dann

sagte der Politologe Böhmermann

noch, es sei nicht normal, dass ein

32-jähriger Versicherungsvertreter

„mit dem ganzen Haargel“ Regierungschef

sei und dass der Vize-Regierungschef

im Internet „volksverhetzende

Scheiße“ verbreite.

Vielleicht nicht ganz geschmackssicher.

Aber die Peinlichkeit

lieferte der Sender. „Der ORF

distanziert sich von den provokanten

und politischen Aussagen Böhmermanns.Aber

wie Siewissen, darf

Satire alles“, sagte die Moderatorin

in der Abmoderation. Der Chef des

ORF-Redakteursrats reagierte erst

erstaunt: „Wieso knicken wir ein,

dachte ich gestern Abend“, sagte

Dieter Bornemann der Berliner Zeitung

(Redaktionsnetzwerk Deutschland).

Nach Rücksprache mit Redaktion

und Rechtsabteilung nannte er

das Vorgehen „korrekt“. Der ORF sei

gesetzlich verpflichtet, sich von unsachlichen

politischen Äußerungen

zu distanzieren. Dabei sagte der

Journalist Böhmermann auch andereSachen:„Man

nennt nicht Menschen

Ratten und Ungeziefer.“ Davon

muss man sich eigentlich nicht

distanzieren.

Woher kommt das Geld

der Parteien?

Spenden und Einnahmen: Wiedie Arbeit der Politiker in

Deutschland finanziert wird

Hauptstadt Seite 5

Berlin, Stadt der Extremisten

Senator Geisel:Die Hauptstadt bietet Platzfür Verfassungsfeinde jederCouleur.Zahl der Reichsbürger steigt

VonElmar Schütze

Berlin hat eine besondere

Anziehungskraft – auch

auf Extremisten. Deren

Anzahl ist in Berlin auch

im vergangenen Jahr angestiegen.

Dasist die Kurzanalyse vonInnensenator

Andreas Geisel (SPD) zum Verfassungsschutzbericht

2018, den er

am Dienstag vorgestellt hat.

Nach Worten vonGeisel bietet die

Hauptstadt einen geradezu idealen

Nährboden für Extremisten und Gefährder

aller Couleur –sei es aus dem

islamistischen, dem rechts- oder

linksextremen Spektrum. Grund dafür

sei unter anderem, dass jeder extremistische

und damit verfassungsfeindliche

Bereich in der Stadt bereits

vertreten sei. „Berlin ist für diese Personen

vielfach ein Experimentierfeld

für Themen und Strategien“, sagte er

bei derVorstellung des Berichts.

Das Papier gibt aber auch wider,

dass sich das Wachstum voriges Jahr

verlangsamt hat. So wird zwar die

Gefährdungslage durch den islamistischen

Terrorismus als „unverändert

hoch“ eingeschätzt. Dennoch

steigt etwa die Zahl der Salafisten

langsamer von 950 auf 1020 Personen.

Die Steigerung von 2015 auf

2016 hatte 160 Personen betragen,

von 2016 auf 2017 war der Kreis um

110 gestiegen. Leicht gesunken ist

sogar das Potenzial des sogenannten

legalistischen Islamismus, etwa vertreten

in der „Muslimbruderschaft“

oder der Bewegung „Milli Görüs“.

Deren Anhängerschaft sank um 20

auf insgesamt 600 Personen. Radikale

Organisationen wie Hamas oder

Hisbollah verfügen in Berlin über

320 Anhänger.

In Bezug auf Islamismus propagiert

Senator Geisel das Prinzip der

klaren Kante.„Es gibt bei uns keinen

Raum für Israelfeindlichkeit“, sagte

er und erinnerte dabei an das Vorgehen

der Behörden gegen Rasmea

Odeh im März. Stunden bevor die inzwischen

71-jährige palästinensische

Terroristin in einem Kulturzentrum

in Berlin-Kreuzberg auftreten

wollte, wurde ihr untersagt, sich politisch

in Berlin zu betätigen. Zu-

„Extremisten versuchen, mit der Symbolkraft

der Hauptstadt eine möglichst große

Öffentlichkeit für ihreAktionen herzustellen.“

Andreas Geisel, Innensenator, über die Anziehungskraft Berlins

gleich wurde ihr Schengen-Visum

aufgehoben. Odeh musste ausreisen.

Organisator der Veranstaltung

war ein Netzwerk, das der von der

EU, den USA und Israel als Terrororganisation

eingestuften PFLP nahesteht

sowie die antiisraelische BDS-

Bewegung. Die Abkürzung steht für

„Boykott, Desinvestitionen und

Sanktionen“ gegen Israel.

Doch nicht nur das islamistische

Spektrum wächst langsamer.Bei den

Rechtsextremisten verzeichnen die

Verfassungsschützer sogar eine Stagnation.

2018 wurden 1410 Personen

dazugezählt, im Jahr zuvor waren es

20 mehr. Gestiegen ist dagegen die

Zahl der verfassungsfeindlichen

Reichsbürger (von 500 auf 670).

Im linksextremistischen Spektrum

ist das Potenzial um knapp 200

auf 3140 Personen angestiegen, die

Zahl gewaltbereiter Linksextremisten

sei jedoch minimal rückläufig

(um 10 auf 970 Personen).

Weil aber die absolute Zahl der

Extremisten in Berlin dennoch weiter

gestiegen ist, will Geisel den Verfassungsschutz

weiter ausbauen.

Mitdiesem Ziel wolleerindie Haushaltsberatungen

im Juni gehen. Derzeit

hat der Landesverfassungsschutz

257 Stellen und ist mit 15,83

Millionen Euro im Haushalt verankert.

Wie viele Stellen ermehr will,

sagte Geisel am Dienstag nicht. Nur

eines sei klar: „Mit der bisherigen

Stellenzahl können wir keine neuen

Schwerpunkte setzen.“ Kommentar

Seite 8, Berlin Seite 10

BERLINER ZEITUNG/ISABELLA GALANTY

E-Roller sollen

doch nicht auf

die Gehwege

Verkehrsminister Scheuer

reagiert auf Kritik

Bundesverkehrsminister Andreas

Scheuer (CSU) will das Fahren

von Elektro-Tretrollern auf Gehwegen

entgegen der bisherigen Planung

nicht erlauben. Scheuer sagte der

Deutschen Presse-Agentur am

Dienstag, er sei bereit, auf die Länder,

die Bedenken hätten, zuzugehen und

das Fahren auf Gehwegen mit Schrittgeschwindigkeit

aus der geplanten

Verordnung herauszustreichen: „Mir

geht es darum, neue Formen der

Fortbewegung so zu ermöglichen,

dass sie niemanden gefährden.“

Die vom Bund auf den Weg gebrachten

Plänesahen bisher vor, dass

nur E-Roller, die schneller als zwölf

Kilometer proStundesind, in der Regel

auf Radwegen fahren sollen –und

langsamereauf Gehwegen. Dortsollten

sie nur mit Schritttempo unterwegs

sein dürfen. Mehrere Länder,

Fußgänger-Vertreter und Experten

warnten aber vor neuen Gefahren

etwa für Kinder,ältereund sehbehinderte

Menschen, sollten zusätzliche

Gefährte auf die Bürgersteige kommen.

Scheuer sagte: „Egal ob jung

oder alt –die Bürger sollen sich auf

den Verkehrswegen sicher fühlen.“

Wichtigsei,jetzt zügig eine Regelung

zu bekommen. „Wir brauchen jetzt

im Sommer das Ja der Länder –und

nicht erst in der Weihnachtszeit,

wenn Schnee liegt.“

Der Bundesrat soll voraussichtlich

am 17. Maiüberdie Verordnung

abstimmen. Im Verkehrsausschuss

der Länderkammer gab es jedoch

Bedenken. Das Gremium empfahl

mehrheitlich, dass alle E-Roller auf

Radwege gehören –und langsamere

Modelle nicht auf Gehwege sollen.

Über diese Empfehlung sollte aber

erst noch das Plenum des Bundesrats

abstimmen. (dpa)

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2* Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019

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Tagesthema

Mit der erpressten Entscheidung

des Hohen

Wahlrats,die Kommunalwahl

in Istanbul zu

wiederholen, hat der türkische Präsident

Recep Tayyip Erdogan einen Offenbarungseid

abgelegt und das

wichtigste Band, das ihn noch von

diktatorischer Willkürherrschaft

trennte, durchschnitten. Den ander

Wahlurnegeäußerten„Willen der Nation“

zu vertreten, war stets seine bedeutendste

politische Legitimation,

auf die er sich aller Vorwürfe des Autoritarismus

zum Trotz mit einem gewissen

Recht berufen konnte. Denn

er hielt die Illusion aufrecht, dass er

sich einer demokratischen Mehrheitsentscheidung

beugen würde.

Dieses Feigenblatt ist verweht. Erdogan

hat seine Herrschaft zur Kenntlichkeit

entstellt: Das türkische Volk

darfwählen –außer es wählt das Falsche.

Niemand kann sich mehr Illusionen

machen: Dieser Präsident

wirddie Macht nie freiwillig abgeben.

Damit weist der Fall auch über die

Türkei hinaus: Niemand wird Islamisten

jemals mehr glauben, dass sie

durch Wahlen erlangte Macht auf

demselben Wegwieder abgeben.

Vergangener Pluralismus

Zwar war die Türkei nie eine liberale

Demokratie im westlichen Sinne,

aber sie besaß demokratische Traditionen,

die sie vonihren autokratisch

regierten NachbarnimNahen Osten

und Mittelasien unterschieden. Sie

hatte eine vielfältige Presselandschaft,

eine lebendige Zivilgesellschaft,

eine in Maßen unabhängige

Justiz, und sie ließ den demokratischen

Wechsel bei Wahlen zu –auch

wenn das Militär dann zuweilen

putschte.Erdogan selbst konnte seinenAufstieg

anfangs auf eine liberale

Öffentlichkeit stützen, der er versprach,

mit undemokratischen Traditionen

zu brechen und die Macht des

Generalstabs zu beschneiden. Das

Verfassungsgericht in Ankara selbst

verhinderte 2008 ein Verbot von Erdogans

islamischer Regierungspartei

AKP. Die jeweils Regierenden akzeptierten

seine Wahlsiege.

Der Aufsteiger dankte es ihnen

schlecht. Erdogan hat die demokratischen

Institutionen Schritt für

Schritt zerstört, konnte sich aber immer

noch auf Mehrheiten berufen.

Als er 2015 erstmals eine Parlamentswahl

verlor, begann er einen

Die Bürgermeisterwahl in Istanbul wird wiederholt. Präsident Erdogan wirkt

angeschlagen. Die Abstimmung am 23. Juni könnte für ihn gefährlich werden.

Ein Anhänger von Wahlsieger Ekrem Imamoglu protestiertinIstanbul.

Krieg gegen die Kurden und gewann

die Neuwahlen mit Law-and-Order-

Propaganda. Dieser Weg ist ihm

diesmal versperrt. Doch hat er den

formell unabhängigen Hohen Wahlrat

(YSK) inzwischen zum Werkzeug

seiner Willkür degradiert. Der YSK

hat in der Vergangenheit fast alle Angriffe

auf faire und freie Wahlen

durch Erdogan und die AKP legitimiert,

vor allem weitab im kurdisch

geprägten Südosten. Ähnliche Manöver

im Westen der Türkei mit seiner

wachen Öffentlichkeit benötigen

jedoch eine juristisch nachvollziehbareLegitimation.

Kommunalwahlen in der Türkei

Abstimmungsergebnis vom 31. März 2019

HDP –links, kurdisch

CHP –sozialdemokratisch

Izmir

Istanbul

Bursa

Antalya

Türkei

Gebeugte Demokratie

VonFrank Nordhausen

AKP –islamisch-konservativ

MHP –ultrarechts

Ankara

Gaziantep

Sonstige

Diyarbakir

100 km

BLZ/GALANTY; QUELLE: HÜRRIYET, AFP

DPA/LEFTERIS PITARAKIS

Bei ihrem Versuch, die Wahlen in

Istanbul zu annullieren, suchten Erdogans

Vasallen daher nach einem

passenden Hebel, doch vergeblich.

Die Nachzählung von Stimmen

brachte nicht das gewünschte Ergebnis.

Schließlich einigten sie sich mit

dem YSK auf das Argument, nicht in

allen Wahllokalen hätten wie vorgeschrieben

Staatsbeamte den Vorsitz

geführt. Doch dieselben Beamten leiteten

auch bei den Parlaments- und

Präsidentenwahlen 2018 sowie beim

Verfassungsreferendum 2017 die

Wahlkommissionen. Mit dem Argument

delegitimiert Erdogan seine eigene

Regierung und letztlich auch

sich selbst. Der Grund für die Grenzüberschreitung

liegt auf der Hand.

Der Präsident muss befürchten, dass

sein mafiöses Klientelsystem ohne

die abgezweigten Milliarden aus dem

Budget der Wirtschaftsmetropole Istanbul

zusammenbricht. Darauf aber

beruht seine Macht.

Gebrochene Regelnund Gesetze

Plötzlich wirkt Erdogan schwach

und panisch. Doch ein verwundeter

Wolf istnicht wenigergefährlich. Für

die Zeit bis zur Neuwahl am 23. Juni

ist damitzurechnen, dass der Präsident

alle Register staatlicher Repression

zieht und selbst Gewalt auf der

Straße toleriert. Denn er hatden Rubikon

überschritten, der das politische

System derTürkei voneiner autokratischen

Willkürherrschaft unterschied.

Erneut zu verlieren, kann

er sich nicht leisten. Der Gesichtsverlust

wäre nicht mehr begrenzbar,

undgeschasste Parteifreunde lauern

nur darauf, sich an ihm zu rächen. Er

hat soviele Regeln und Gesetze gebrochen,

dass er sich einen normalenAbtritt

einfach nicht leisten kann.

Aber auch Wahlmanipulationen

sind Grenzen gesteckt. Mit seinem

Anschlag auf den demokratischen

Prozess hat Erdogan den Istanbuler

Wahlsieger Ekrem Imamoglu zum

Märtyrer gemacht. Imamoglu muss

jetzt zwar den Bürgermeisterstuhl

wieder räumen, aber letzte Umfragen

zeigen einen dramatischen Anstieg

seiner Popularität. Im Internet

verfolgen Millionen seine Pressekonferenzen,

in den sozialen Medien

ist er ein Star. Erhat das historische

Momentum auf seiner Seite. So ist

die YSK-Entscheidung zwar ein

Schlag für die Opposition, aber

ebenso eine Chance. Denn sie hat

bei der Kommunalwahl gelernt, dass

sie Erdogan vereint schlagen kann –

und besitzt mit Imamoglu den richtigen

Kandidaten. Er ist ruhig,

freundlich, er spricht die Sprache

des Volkes und des Friedens, aber er

ist in der Sache hart und entschieden.

„Ihr werdet sehen, wir werden

gewinnen“, rief er am Montag seinen

Anhängernzu.

Frank Nordhausen

fürchtet, dass die Neuwahl

die Repression verstärkt.

„Eine politische Entscheidung, die mit Rechtsstaatlichkeit nichts zu tun hat“

VonMarkus Decker

Außenminister Heiko Maas (SPD)

hat angesichts der Annullierung

der Istanbuler Bürgermeisterwahl

die Einhaltung demokratischer

Grundprinzipien angemahnt. „Die

Entscheidung des Hohen Wahlrates,

das Ergebnis der Kommunalwahlen

in Istanbul für ungültig zu erklären

und eine Wahlwiederholung anzuordnen,

ist für uns nicht transparent

und nicht nachvollziehbar“, sagte

Maas am Dienstag. „Über die Besetzung

des Oberbürgermeisteramtes

in Istanbul kann und darf allein der

Wille der türkischen Wählerinnen

undWähler entscheiden. DieEinhaltung

demokratischer Grundprinzipien

mit transparenten Wahlbedingungen

hat aus unserer Sicht oberste

Priorität.“

Bundespräsident Frank-Walter

Steinmeier zeigte sich beunruhigt.

„Gerade weil mir die Zukunft der

Türkei und der Wert der Demokratie

am Herzen liegen, bin ich sehr besorgt

über die angeordnete Wiederholung

der Wahl“, sagte Steinmeier.

„Bisher hat der Oberste Wahlrat

keine überzeugenden Gründe genannt,

die zu einer Ungültigkeit der

Wahlen in Istanbul führen müssen.“

In Deutschland sorgte die Entscheidung

der türkischen Wahlkommission,

die Wahl zu wiederholen,

auch sonst für Kritik. „Die Entscheidung

der türkischen Wahlbehörde ist

offenbar allein politisch motiviert

und ein Putsch gegen die Demokratie“,

sagte die stellvertretende Vorsitzende

der Linksfraktion, Sevim Dagdelen.

Die Bundesregierung müsse

ihre Türkeipolitik grundlegend verändernund„sich

entscheiden, ob sie

Reaktionen

weiter auf der Seite des Despoten Erdogan

stehen will“, so Dagdelen. Sie

sei aufgefordert, sowohl die Waffenlieferungen

an die Türkei wie auch

die üppigen Finanz- und Kredithilfen

zu stoppen. Zudem sei es

höchste Zeit, den EU-Beitrittsprozess

mit der Türkei zu beenden. Ähnlich

äußerte sich der AfD-Vorsitzende

JörgMeuthen.

Der Vorsitzende des Auswärtigen

Ausschusses,NorbertRöttgen (CDU),

sagte der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland) zur Entscheidung

des Hohen Wahlrates:

„Das ist erstens willkürlich und zweitens

ein schwerer politischer Fehler.

Er wirddie Gesellschaft tiefer spalten

und die Konflikte vielleicht noch zur

Eskalation bringen, weil sich die

Menschen betrogen fühlen. DieFrage

ist jetzt: Kündigt diese Entscheidung

die Planung des Wahlbetruges an?“

Röttgen fuhr fort:„Das ist ein weiterer

Schritt der Entfernung von der EU.

Und die Beitrittsverhandlungen liegen

jetzt bei einer noch tieferen Temperatur

auf Eisals bisher.“

Der Spitzenkandidat der europäischen

Sozialdemokraten für das

Amt des EU-Kommissionspräsidenten,

der Niederländer FransTimmermans,

verurteilte die Annullierung.

„Die Annullierung der Kommunalwahl

in Istanbul ist eine

schreckliche Sache“, sagte er der

Berliner Zeitung. „Ich habe mich

nach der Kommunalwahl in der Türkei

so gefreut, dass die Opposition in

den großen Städten gewonnen hat,

damit sich die Türkei wieder verändert

und an Europa annähert. Jetzt

macht Erdogan das alles wieder zunichte.Erhat

offenbar Angst vorder

Demokratie.“ (mit dpa)

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute reicht die Temperaturspanne von 17 bis 20Grad. Dazu ist der Himmel

wechselnd bewölkt. Vielerorts kommt auch die Sonne heraus. Der

Wind weht frisch aus südöstlichen Richtungen. In der Nacht ziehen viele

Wolken mit zeitweiligem Regen vorüber. Die Tiefstwerte erreichen 10 bis

8Grad.

Biowetter: Rheumatische Erkrankungen

bleiben ein Thema. Gelenke

und Glieder sind schmerzanfällig

und lassen sich nicht so gut wie

sonst bewegen. Kopfweh und Migräne

sorgen für Unwohlsein.

Pollenflug: Der Flug von Ulmen-,

Hainbuchen-, Kiefern-, Eichen- und

Buchenpollen ist mäßig bis stark.

Außerdem ist die Konzentration von

Gräserpollen schwach bis mäßig.

Gefühlte Temperatur: maximal 19Grad.

Wind: frisch aus Südost.

Wittenberge

2°/18°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

4°/18° 5°/19°

Luckenwalde

3°/19°

Cottbus

3°/20°

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

bedeckt stark bewölkt heiter

10°/17° 9°/15° 5°/16°

Prenzlau

2°/17°

Frankfurt

(Oder)

2°/20°

Tief Yukon vor Südengland wandert weiter ostwärts. Das zugehörige ausgedehnte

Regengebiet über den Britischen Inseln und Frankreich erfasst das westliche

Mitteleuropa und hat erwärmte Meeresluft im Schlepptau. Ein Regenband

zwischen dem Weißen Meer und der Türkei trennt warme Luft im Osten von kühlerer

Luft im Westen.

Sylt

4°/12°

Hannover

3°/15°

Köln

6°/15°

Saarbrücken

7°/13°

Konstanz

7°/16°

Hamburg

3°/14°

Erfurt

4°/16°

Frankfurt/Main

8°/15°

Stuttgart

7°/13°

Rostock

4°/16°

Magdeburg

4°/19°

Nürnberg

5°/17°

München

6°/21°

Rügen

2°/16°

Dresden

5°/18°

Deutschland: Heute behalten Wolken

oft die Oberhand. Stellenweise

folgt Regen. Dabei werden während

des Tages 12 bis 21Grad erreicht,

nachts kühlt es dann auf 10bis

5Grad ab. Der Wind weht frisch, in

Böen stark aus Südost. Morgen

gehen zwischen Sonnenschein und

Wolken einige Schauer nieder, und

die Höchsttemperaturen betragen

14 bis 18Grad. Der Wind weht stellenweise

mit stürmischen Böen aus

Südwest.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 8°-10°

Nordsee: 8°-10°

Mittelmeer: 14°-23°

Ost-Atlantik: 11°-16°

Mondphasen: 12.05. 18.05. 26.05. 03.06.

Sonnenaufgang: 05:23 Uhr Sonnenuntergang: 20:44 Uhr Mondaufgang: 07:52 Uhr Monduntergang: --:-- Uhr

Lissabon

21°

Las Palmas

24°

Madrid

22°

Reykjavik


Dublin

10°

London

16°

Paris

18°

Bordeaux

16°

Palma

24°

Algier

30°

Nizza

17°

Trondheim


Oslo

10°

Stockholm

13°

Kopenhagen

12°

Berlin

19°

Mailand

14°

Tunis

29°

Rom

18°

Warschau

15°

Wien

19° Budapest

20°

Palermo

25°

Kiruna


Oulu


Dubrovnik

17°

Athen

21°

St. Petersburg

13°

Wilna

15°

Kiew

12°

Odessa

15°

Varna

16°

Istanbul

16°

Iraklio

19°

Archangelsk

15°

Moskau

21°

Ankara

12°

Antalya

22°

Acapulco 35° sonnig

Bali 33° Gewitter

Bangkok 38° wolkig

Barbados 27° wolkig

Buenos Aires 20° heiter

Casablanca 23° heiter

Chicago 17° Regen

Dakar 31° sonnig

Dubai 35° sonnig

Hongkong 28° bedeckt

Jerusalem 22° heiter

Johannesburg 21° sonnig

Kairo 27° wolkig

Kapstadt 19° Schauer

Los Angeles 18° wolkig

Manila 35° heiter

Miami 31° Gewitter

Nairobi 27° wolkig

Neu Delhi 42° sonnig

New York 21° heiter

Peking 27° bewölkt

Perth 23° heiter

Phuket 32° Gewitter

Rio de Janeiro 25° Schauer

San Francisco 21° heiter

Santo Domingo 30° wolkig

Seychellen 30° wolkig

Singapur 34° wolkig

Sydney 20° heiter

Tokio 23° wolkig

Toronto 11° wolkig


Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019 3· ·

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Seite 3

Die Neuen

Entspannung in der re:publica-Hängematte

RE:PUBLICA/JAN MICHALKO

Esist der Nachmittag des zweiten Tages

auf der re:publica, als Luisa

Neubauer noch einmal erklären

soll, warum sie Proteste gegen den

Klimawandel organisiert. So steht es zumindest

im Programm der größten Internetkonferenz

Europas. Aber Neubauer hat sich etwas

anderes vorgenommen, sie will vor allem

darüber sprechen, wie sie und all die anderen

Schüler und Studenten die Fridays for

Futureorganisieren; wie sie es also schaffen,

jede Woche Zehntausende junge Menschen

dazu zu bringen, die Schule zu schwänzen,

die Vorlesungen ausfallen zu lassen und auf

die Straße zu gehen; wie sie das hinbekommen,

seit zwanzig Wochen; wie sie 400 Ortsgruppen

koordinieren, basisdemokratisch

entscheiden, was ihre Forderungen sind, in

WhatsApp-Gruppen, auf Twitter, Instagram

und in Telefonkonferenzen ihre nächsten

Aktionen planen. Im Moment laufen dieVorbereitungen

für den 24. Mai, das ist der Freitag

vor der Europawahl. Schüler in 100 Ländern

wollen dann gleichzeitig streiken. Aus

dem stillen Protest der Schwedin Greta

Thunberg, die sich im August 2018 zum ersten

Mal mit ihrem Pappschild, auf dem

„Schulstreik fürs Klima“ steht, vordas Parlament

in Stockholm setzte, ist eine weltweite

Jugendbewegung geworden.

Klimawandel und Milchtopf

Und Luisa Neubauer, 23Jahre alt, Studentin

aus Göttingen, ist das Gesicht dieser Bewegung

in Deutschland. Auch das steht im Programm

der re:publica. Man hat Luisa Neubauer

in letzter Zeit oft im Fernsehen gesehen,

am Freitag war sie in der Tagesschau, sie

hatte eine Rede auf der Aktionärsversammlung

des Energiekonzerns RWEgehalten, am

Ende konnte sie nicht weiterreden, es kam zu

Tumulten im Saal. Dabei hatte Neubauer nur

gesagt, dass die Aktionäre ihre Verantwortung

verkaufen und ihr Geld auf Kosten der

Menschheit machen. Nun wirklich nichts

Neues –aus ihrer Sicht.

Undjetzt steht sie also hier voreinem Publikum,

das ihr um einiges freundlicher gesonnen

ist. An ihrer Seite ist ihr Mitstreiter Jakob

Blasel. 200 Leute hören den beiden zu.

Unddass sie überhaupt hier sind, ist für sich

schon bemerkenswert.

Der Auftritt ist Teil der Jugendkonferenz

Tincon, die 2016 von den re:publica-MitgründernTanja

und Johnny Haeusler ins Leben

gerufen wurde und jetzt zum ersten Mal

im Rahmen der re:publica stattfindet, zeitgleich

also und am gleichen Ort, der Station

am Gleisdreieck.

Aufder Tincon gibt es Hacker-Workshops,

Talks mit bekannten YouTubern, Infos zum

Berufseinstieg. Und Bildungsministerin

Franziska Giffey, deren Ministerium einer

der Hauptförderer der Tincon ist, beantwortet

die Fragen vonJugendlichen. 1500 junge

Menschen haben sich für die Messe angemeldet.

„Wir wollen, dass Jugendliche mehr

gesehen werden“, sagt Tanja Haeusler bei

der Eröffnung am Montag. Also gibt es auf

der Tincon zwar einen Bereich, zu dem nur

Jugendliche unter 21 Jahren Zutritt haben,

Die Internetkonferenz re:publica, die gerade in Berlin stattfindet,

wirkt in ihrer 13. Ausgabe ein wenig in die Jahre gekommen.

Gut, dass es parallel die Jugendmesse Tincon gibt.

Waskönnen die Alten von den Jungen lernen?

aber auch diese Bühne, auf der Luisa Neubauer

jetzt unter dem grimmigen Konterfei

einer übergroßen, winkenden Grumpy Cat

steht. Die Tincon ist für alle Besucher der

re:publica offen. Zwischen Bällebad und

Daddelautomaten, auf denen man Pacman

spielen kann, sollen Jung und Alt ins Gespräch

kommen, das ist die Idee. Und die

Frage ist, wer mehr von diesem Austausch

haben wird.

Am Montag saß Neubauer bereits in einer

Diskussionsrunde auf einer kleinen Bühne

in der hintersten Ecke der großen Halle, in

der die Hauptkonferenz stattfindet. Aufdem

Weg dorthin haben Dutzende Organisationen

Infostände aufgebaut: das Bundesland

Thüringen, der Buchhändler Dussmann, die

Hans-Böckler-Stiftung, die Friedrich-Ebert-

Stiftung, der Reiseveranstalter Tui, der Autohersteller

Porsche, der übrigens Hauptpartner

der re:publica in diesem Jahr ist –alles

alte Organisationen und Unternehmen, die

hier versuchen, den Besuchern mit Virtual-

Reality-Brillen einen neuen Blick auf sich zu

verschaffen. Dazwischen Besucher mit

Sneakern und markanten Brillen, die eher

jung geblieben als wirklich jung sind. Manche

haben Kinder dabei.

Es sieht ein bisschen so aus, als sei die

re:publica in ihrer dreizehnten Ausgabe in

die Jahregekommen. Sieist jetzt eher Ü30 als

Mitte zwanzig. Das etwas sperrige Motto in

diesem Jahr,„tl;dr“, steht für „too long; didn’t

read“, was auf die Nutzungsbedingungen im

Internet anspielt, die meistens so lang sind,

dass sie kein Mensch liest. Laut re:publica-

Mitgründer Markus Beckedahlist es auch ein

Tocotronic-Zitat. Tocotronic!Als die Band so

schön ironisch sang, sie wolle Teil einer Jugendbewegung

sein, war Luisa Neubauer

noch nichtmal geboren.

Ein paar Minuten vor ihrem Auftritt am

Montag sitzt sie an einem Cafétisch neben

dem Eingang zur Bühne,eswar nicht schwer,

sich mit ihr zu treffen, ein paar WhatsApp-

Nachrichten, sie schreibt schnell zurück und

ohne Umschweife, auf Fragen antwortet sie

mit einer Effizienz, die keinen Platz lässt für

Geplänkel. Also gut, Frage: Wasbringt es ihr,

hier zu sein und den Erwachsenen die Fridays

for Future zuerklären? Antwort: „Es ist

wichtig für uns, dazusein, wo die Mitte der

VonAnne Lena Mösken

Gesellschaft sich trifft. Wir können nicht alleine

das Klima retten, dazu braucht es einen

gesamtgesellschaftlichen Willen. Auf der

re:publica sind die Menschen, die als Mitte

der Gesellschaft identifiziert werden, das

sind die,die aus Sicht der Politik im Wegstehen,

genau die brauchen wir also. Esgeht

hier nicht um die Utopien junger Träumer.“

Sie filmt noch ein kurzes Video für ihre

29 500 Follower auf Instagram. Als sie dann

auf der Bühne Platz nimmt, schießen in der

ersten Reihe Fotografen Bilder von ihr mit

riesigen Teleobjektiven, neben Luisa Neubauer

sitzen eine Neuköllner Mietaktivistin

und der Präsident der Bundeszentrale für

politische Bildung, Thomas Krüger. Krüger

hat vor genau dreißig Jahren zusammen mit

Luisa Neubauer,23Jahre alt, Studentin und Klimaschutzaktivistin,

auf der re:publica DPA/SOEREN STACHE

Kunststudenten, Punks und Christen die

Wahlfälschungen in der DDR aufgedeckt.

Man fragt sich kurz, was sich die drei zu sagen

haben könnten. Es wird tatsächlich ein

interessantes Gespräch, was auch daran

liegt, dass Luisa Neubauer zuhörtund nachdenkt,

bevor sie auf eine Frage antwortet, sie

kneift dabei die Augen zusammen. Sie sagt

auch lieber: „Ich verstehe die Frage nicht“,

statt –beliebte Talkshow-Taktik –irgendetwas

unterzubringen, was sie sich vorher zurechtgelegt

hat. Sieist ein Profi, ohne das Abgeschmackte,

das Professionalität oft anhaftet.

Sie ist lustig und lächelt viel. Nur aneinem

Punkt des Gesprächs wird sie plötzlich

sehr ernst, als sie gefragt wird, warum die Europawahl

so entscheidend ist, sie spricht

dann von „Kipppunkten“ und „Pfadabhängigkeit“,

erklärt, dass der Klimawandel exponentiell

abläuft, wie ein Topf, in dem die

Milch überkocht. Irgendwann ist es einfach

zu spät. Unddieser Zeitpunkt sei nicht mehr

weit weg. „Das ist das letzte Europaparlament,

das noch was beim Klima reißen

kann“, sagt sie –und klingt schon wieder wie

die Jugend, die sie hier verkörpernsoll.

Es sind vielleicht hundert Konferenzteilnehmer,

die zuhören. Hundert von 20 000.

Die re:publica, das ist der Eindruck, hat ihre

Türen allenfalls einen Spalt weit aufgemacht,

um die junge Generation hineinzulassen.

Warum eigentlich? Für Luisa Neubauer und

die Fridays for Futurehätte es auch die ganz

große Bühne sein können, sein müssen,

wenn man sie und ihr Anliegen wirklich

ernst nimmt. Doch die große Bühne gehört

den Alten. Bundespräsident Steinmeier hält

dort die Eröffnungsrede, die EU-Kommissarin

Margrethe Vestager tritt auf, der Autor

und Netzaktivist Cory Doctorow undamersten

Abend der Blogger Sascha Lobo.

Lobos„Rede zur Lage der Nation“ hat Tradition

auf der re:publica, jedes Jahr macht er

eine Art Bestandsaufnahme der digitalen

Gesellschaft. In diesem Jahr istLobo 44 Jahre

alt, deutsches Durchschnittsalter, fast doppelt

so alt wie Luisa Neubauer.Und was er zu

sagen hat, liefertdann so etwas wie den theoretischen

Überbau für die Fridays-for-Future-Proteste,

Lobo redet vom „Klimakollaps“

und von der „Plastikpanik“, die viel zu

spät komme, und das, obwohl schon seit

Jahrzehntenbekannt sei, dass Müll und Erderwärmung

in Zukunft zum Problem werden,

zum vielleicht größten Problem, das die

Menschen jemals haben werden.

Der Vortrag ist garniert mit lustigen

Tweets,erhat genau die richtige Temperatur

für den durchschnittlichen re:publica-Besucher:

Erbestätigt, was man sowieso schon

weiß (die Politik hat’s vermasselt und der Kapitalismus

ist schuld), setzt wohldosiertAha-

Momente (Ruanda hat Plastiktüten schon

2008 abgeschafft), rüttelt ein bisschen auf,

beruhigt das eigene schlechte Gewissen we-

gen des letzten Langstreckenfluges,denn die

Verlagerung der Debatte ins Private lenke ja

nur von der Verantwortung der Politik ab.

Undganz nebenbei wirbt Lobo noch für sein

neues Buch, das „Realitätsschock“ heißt und

so etwas wie dieser VortraginLangformist –

also allenfalls ein Denkanstoß.

Dabei müsste es eigentlich ums Handeln

gehen, das ist die Botschaft von Luisa Neubauer

und ihren Mitstreitern, und das fordert

sogar Lobo, der seinen Vortrag selbstverständlich

mit einem Tweet von Greta Thunberg

beendet: „Activism works. Soact.“ Wie

Aktivismus funktioniert und wie man handelt,

das ist es, was auf die große Bühne der

re:publica gehört hätte in diesem Jahr, das

also,was die Schüler jeden Freitag vorführen.

Einer,den sieschon auf ihrer Seite haben,

nicht nur theoretisch, sondern tatsächlich

handelnd, ist Gregor Hagedorn. Er ist noch

viel älter als Sascha Lobo,53, Biologe und Informatiker,erforscht

am Museum für Naturkunde

über Biodiversität. Am Montagmorgen

ist Hagedorn noch nicht auf der re:publica,

sein Auftritt kommt erst nach dem von

Luisa Neubauer am Dienstag, er will dann erklären,

warum die Fridays-for-Future-Aktivisten

recht haben, aus wissenschaftlicher

Perspektive. So wie er es schon öffentlich getan

hat. Hagedorn hat die „Scientists for Future“

gegründet, eine Gruppe von Wissenschaftlern,

die sich im März mit mehr als

26 000 Unterschriften von Kollegen aus

Deutschland, Österreich und der Schweiz

hinter die Schüler gestellt haben.

Es geht um alles

Hagedornsitzt in einem Café am Potsdamer

Platz, ein großer Mann in Karohemd und

Sakko, vor sich ein Becher Kakao. „Die Jugendlichen

müssen selbst für ihre Rechte

kämpfen“, sagt er, „so unfair das ist.“ Er ist

Wissenschaftler, weder will er also der älteren

Generation eine Standpauke halten,

noch eine Motivationsrede für die jüngere.

Er sieht sich eher als Autorität, die sich zu

Wort meldet, weil er das, was die Fridays for

Future mit Inbrunst herausschreien, mit

Fakten unterfüttern kann. Es ist ein Allianzangebot,

das die Schüler angenommen haben,

ein Zeichen, dass sie nicht alleine sind

in ihrem Kampf für eine Zukunft, die die Alten,

die die Verantwortung tragen, nicht

mehr erleben müssen.

„Es geht wirklich um alles“, sagt Luisa

Neubauer am Ende ihres Vortrags auf der

Tincon. Undals eine Frau aus dem Publikum

fragt, wie es denn weitergeht mit ihrer Bewegung,

seufzt Neubauer: „Wenn alle, die uns

das in den letzten Monaten gefragt haben,

dieselbe Frage den Politikerngestellt hätten,

hätten wir die fruchtbare Debatte, die wir

brauchen.“ Die junge Generation ist bereit,

für ihre Rechte zu kämpfen. Sie kann noch

Unterstützung gebrauchen.

Anne Lena Mösken war auch mit Brille

und Sneakernauf der re:publica –und

hatte zwischendurch ihr Kind dabei.


4* Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019

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Politik

NACHRICHTEN

US-Außenminister Pompeo

in Bagdad statt in Berlin

US-Außenminister Mike Pompeo ist

am Dienstag zu einem unangekündigten

Besuch in Bagdad gelandet.

WieAFP aus irakischen Regierungskreisen

erfuhr,sollte Pompeo Iraks

Regierungschef Adel Abdul Mahdi

treffen. DerChefdiplomat ausWashington

hatte zuvor kurzfristig seinen

für Dienstag geplanten Berlin-

Besuch„aufgrund dringender Angelegenheiten“

abgesagt. Es solle

schnell ein neuer Termin gefunden

werden, hieß es. (AFP,dpa)

Reuters-Journalisten

kommen in Myanmar frei

Nach 511 Tagen Haft endlich frei: In

Myanmar haben zwei Reporter der

internationalen Nachrichtenagentur

Reuters ihr Gefängnis verlassen dürfen.

Diebeiden Journalisten Kyaw

SoeOo(29) und Wa Lone (33) wurden

am Dienstag in der ehemaligen

Hauptstadt Rangun vorzeitig begnadigt.

Familie und Freunde nahmen

sie mit großem Jubel in Empfang.

DieRegierung vonFriedensnobelpreisträgerin

Aung SanSuu Kyireagierte

damit auch auf internationalen

Druck. DerFall hatte weltweit

Proteste ausgelöst. (dpa)

Masernkranker stirbt

in Niedersachsen

EinanMasernerkrankter Erwachsener

ist in Niedersachsen gestorben.

DieInfektion habe maßgeblich zu

seinem Todbeigetragen; ob sie tatsächlich

die Ursache gewesen sei,

werdeerst in einigen Wochen feststehen,

sagte eine Sprecherin des

Landkreises Hildesheim am Dienstag.

DiePerson im Alter zwischen 30

und 40 Jahren sei acht Tage vorihrem

Toderstmals gegen Maserngeimpft

worden, nachdem im familiären

Umfeld die Krankheit aufgetreten

war.Bundesgesundheitsminister

Jens Spahn (CDU) bereit derzeit eine

Masernimpfpflicht vor. (dpa)

Neuer Anlauf der Grünen für

Tempo 130 auf Autobahnen

Am Donnerstag soll im Bundestag über

ein Tempolimit beraten werden. IMAGO

DieGrünen haben einen neuen Antrag

für ein Tempolimit von130

Stundenkilometernauf deutschen

Autobahnen eingebracht. „Wer die

Autobahnen sicherer und den Verkehr

fließender machen will, kommt

am Tempolimit nicht vorbei“, sagte

Fraktionschef Anton Hofreiter.„Es

vermeidet viele Unfälle und erhöht

deutlich die Kapazität der Autobahnen.

Darüber hinaus schont es den

Geldbeutel der Autofahrer und senkt

sowohl Verkehrslärmals auch den

Klimagasausstoß.“ DieBundesregierung

müsse „endlich ihredogmatische

Raserideologie aufgeben“. (rb.)

Großbritannien nimmt an

der Europawahl teil

Großbritannien wirdam23. Maian

der Wahl zum Europaparlament teilnehmen.

Dasbestätigte Vizepremier

David Lidington am Dienstag in

London. DieRegierung gesteht damit

ein, dass der Brexit vordem

Wahltermin nicht mehr vollzogen

werden kann. DieZeit für Gespräche

mit der Opposition sei zu knapp,

sagte Lidington. (dpa)

Keine besten Freunde mehr:Manfred Weber (l.) und Viktor Orban bei einer gemeinsamen Pressekonferenz 2015 in Budapest.

Der Brückenbauer hat Probleme

EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber distanziert sich kurz vor der Europawahl von Ungarns Regierungschef

VonDaniela Vates

Die letzte Frage ist eine

grundsätzliche:„Was tun

sie um dasWir-Gefühl zu

stärken?“, fragt eine Zuschauerin

im Fernsehduell zur Europawahl.

Manfred Weber fängt an zu

strahlen. Er hat mit seinem Konkurrenten

von den Sozialdemokraten,

Frans Timmermans über Klimapolitik

geredet, über Massentierhaltung,

Flüchtlinge und die Senkung des

Wahlalters in Europa. Europa erleben,

das sei wichtig, sagt er nun. Ein

Gratis-Interrailticket der EU sei dafür

eine großartige Idee.

Es ist ein weicher Abschluss für

anderthalb Stunden Debatte.Weber,

der Kandidat der konservativen Europäischen

Volkspartei (EVP) hat für

den Auftritt die Krawatte beiseite gelassen,

ganz so wie Timmermans. Er

hat sich keinen größeren Patzer erlaubt,

und der NameViktor Orban ist

auch nicht gefallen. Niemand hat gefragt,

was dessen jüngste Entscheidung

bedeutet für Webers Karriere.

Der ungarische Ministerpräsident

hat ihn am Montag im Stich gelassen.

Seine Partei, die Fidesz,

werde Weber nach der Europawahl

bei der Abstimmung über den Kommissionspräsidenten

nicht unterstützen,

verkündete Orban. Weber

reagierte erst einmal nicht.

Statt dessen meldeten sich die

Grünen: Eine Blamage für Weber sei

die Angelegenheit, sagt Grünen-

Spitzenkandidat Sven Giegold.

Schließlich habe der CSU-Mann

lange um Orbán geworben. Tatsächlich

ist Weber noch vor ein paar Wochen

extra nach Ungarn gefahren,

um den Ausschluss der Fidesz aus

der EVPzuverhindern.

Orbán, in der Kritik unter anderem

wegen seiner Einschränkung

von Justiz und Pressefreiheit, hatte

vorher Plakate gegen EU-Kommissionspräsident

Jean-Claude Juncker

aufhängen lassen. Die Plakate wurden

abgehängt, die Fidesz ließ die

Mitgliedschaft ruhen. Weber befand

zufrieden, er habe einen guten Kompromiss

ausgehandelt. Er sei ein

„Brückenbauer“, sagt er gerne. Das

brauche man derzeit in Europa, vor

allem zwischen Ostund West.

Es ist eine Beschreibung, die ganz

gut passt zu Weber. Der 46-jährige

Niederbayer war immer ein Gemäßigter

in der CSU, auch in der Flüchtlingspolitik

folgte er nicht dem Konfrontationskurs

Horst Seehofers. Als

ruhiger,verbindlicher Politiker ohne

Hang zu schnellen Sprüchen hat er

es in einer Partei der Polterfreunde

relativ weit gebracht. Allerdings ist er

dafür nach Europa ausgewichen –

als wirkliche Karrieremöglichkeit

galt das in der CSU bislang nie.

Im Europaparlament hat diese

Art ihn getragen. Weber, einer von

ein paar CSU-Abgeordneten, wurde

Chef der größten Fraktion, der EVP.

Dasermöglichte ihm in der CSU den

Aufstieg zum Vize-Parteichef. Parteivorsitzender

hätte er auch gerne

werden wollen, der rabiatere Söder

schob ihn zur Seite, mittlerweile ist

Söder auch Ministerpräsident.

Fragen in der Wahlarena

In den letztenWochen hat sich Söder

allerdings unterordnen müssen. Im

Europawahlkampf istWeber der Star,

ausgerechnet die CSU stellt den europäischen

Spitzenkandidat der

Konservativen. „Wir haben das erste

Mal die Chance, den Chef zu stellen“,

freut sich Söder auf der Auftakt-

Wahlveranstaltung der Union. Chefsein,

das ist auch eine Währung, die

in der CDU zählt.

Söder muss dann zuhören, und

Weber darf reden. Der spricht von

Europa wie von einer gelungenen

Geburtstagsüberraschung. Begeisterung

und Fröhlichkeit ausstrahlen,

das kann Weber besser definitiv besser

als Söder.Obdas dann aber in der

EU reicht, ist offen. Die konservativenParteien

liegen zwar in den Umfragen

vorSozialdemokraten und Liberalen.

Aber die rechtspopulistischen

Parteien, denen sich die ungarische

Fidesz nun möglicherweise

anschließt, haben stark zugelegt.

Bisher haben die Stimmen von EVP

und Sozialdemokraten gereicht, um

Kommissionspräsidenten durchzusetzen.

Weber könnte Stimmen von

Grünen und Liberalen brauchen.

Vielleicht gelingt das nun sogar

leichter –weil sich Weber nicht mehr

um Orban kümmern muss.Wenn er

nur mit den Fidesz-Stimmen an die

Spitze der Kommission kommen

könne, „dann werde ich das Amt

nicht annehmen, weil ich nicht von

Rechten gewählt werden will“, hat

Weber Ende MärzimZDF gesagt.

In der Wahlarena gibt es keine

Fragen nach Orban, wohl aber nach

dem Rechtsstaatsverständnis von

Ungarn und Polen. Wenn fundamentale

europäische Werte nicht

eingehalten werden, müsse das

„Konsequenzen bei den Geldernhaben“,

sagt Weber. Esist seine Art der

Reaktion auf Orbans Rückzug.

„Klimabewusst leben ist kein Ersatz für Klimapolitik“

Spitzenkandidatin Ska Keller erklärt, warum das Energiegeld der Grünen eine Umverteilung von oben nach unten bewirkt

Ska Keller, Spitzenkandidatin der

Grünen, tourtzurzeit im Elektro-

Auto durch Deutschland, um vor

den Europawahlen am 26. Mai für

ihrePartei zu werben. Die37-jährige

Brandenburgerin kandidiert zum

dritten Mal; zuletzt war die Islamwissenschaftlerin

Fraktionschefin.

Frau Keller, die Spitzenkandidaten

sind vielen Bürgern unbekannt. Für

Sieein Anlass zur Selbstkritik?

Klar kann man immer vieles besser

machen, aber mich wundert das

schon. Ausgerechnet jene,die im europäischen

Parlament am Hebel sitzen,

sind unbekannt. Europapolitik

dringt immer noch zu wenig durch.

Deutschland diskutiert über die Einführung

einer CO 2 -Steuer.Würde dies

den Klimaschutz voranbringen?

Auf jeden Fall bringt ein Preis für

CO 2 den Klimaschutz voran, denn

damit wirdKlimafreundlichkeit ökonomisch

attraktiv. Amliebsten wäre

uns eine EU-weite CO 2 -Bepreisung.

Solange dies nicht möglich ist, wollen

wir bei uns in Deutschland damit

anfangen. Beiunserem Modell eines

CO 2 -Preises werden die Einnahmen

daraus an die Bürgerinnen und Bürger

in Form eines Energiegeldes zurückgezahlt

–für jede und jeden in

derselben Höhe. Dadurch

wirkt das Instrument

ökologisch und sozial,

denn Menschen mit

höherem Einkommen

verbrauchen auch mehr

CO 2 . Es findet also eine

Umverteilung von oben

nach unten statt.

Welchen Anreiz setzen Kosten,

die erstattet werden?

Eine CO 2 -Bepreisung

hätte klare Spareffekte –

ökologisch und sozialpolitisch.

Wenn CO 2 -Ausstoß einen Preis hat,

haben Unternehmen einen Anreiz,

weniger CO 2 auszustoßen, und setzen

verstärkt auf klimafreundliche

Technologien. Und auch der Einzelne

hat Grund umzusteuern: Wer

ein großes Haus beheizen muss,drei

Autos fährt und viermal im Jahr in

den Urlaub fliegt, zahlt drauf. Wer

IMAGO

Ska Keller,

Spitzenkandidatin

der Grünen

sich so einen Lebensstil nicht leisten

kann oder will, dem bliebe vom erstatteten

Energiegeld mehr übrig.

Wasist mit denen, die sich das Wohnen

in Ballungsräumen

nicht leisten können und

auf das Auto angewiesen

sind?

Zunächst einmal gilt:

Wenn Menschen sich die

Mieten in Städten nicht

mehr leisten können,

dann läuft in der Bauund

Wohnungspolitik etwas

falsch. Auch hier sehen

wir als Grüne großen

Reformbedarf. Undwenn

Menschen zum Pendeln

in die Stadt aufs Auto angewiesen

sind, dann liegt ein Problem beim öffentlichen

Nahverkehr und bei der

Bahn vor. Auch hier wollen wir als

Grüne ran: Wir brauchen mehr und

häufigere Angebote bei Bussen und

Bahnen. Denn erst dann werden

Menschen das Verkehrsmittel wechseln

–was ja das Ziel ist. Zugleich

werben wir dafür, dass der öffentli-

che Verkehr günstiger wird, gerade

auch für Pendlerinnen und Pendler.

Ein CO 2 -Preis bringt aber auch den

Anreiz, auf verbrauchsärmere oder

E-Autos umzusteigen. Klar ist in jedem

Fall: Probleme in anderen Politikbereichen

dürfen kein Vorwand

für klimapolitisches Nichtstun sein.

Warum scheuen sich selbst die Grünen

davor zu sagen, dass das Klima

nur durch Verzicht zu retten ist?

Das wäre der falsche Ansatz. Es

nützt doch nichts, wenn ein EU-Abgeordneter

jeden Tagmit dem Fahrrad

zur Arbeit fährt und vegetarisch

lebt, aber im Parlament gegen ein

besseres Emissionshandelssystem

stimmt. Einklimabewusster Lebensstil

ist super, aber er ist kein Ersatz

für Klimapolitik. Aufgabe der Politik

ist es, Anreize für ökologische Alternativen

in großem Stil zu schaffen.

Ich zum Beispiel will, dass ich mit

dem Nachtzug nach Helsinki

komme und nicht fliegen muss.

DasGespräch führte

Marina Kormbaki.

DPA/SZILARD KOSZTICSAK

Welt

ohne

Schrift

Sechs Millionen können

kaum lesen und schreiben

Jahrelang hat Uwe Boldt alles getan,

damit er mit seinem Problem

nicht auffällt. In der Schule saß er in

der letzten Reihe.„Ichwar duckmäuserisch“,

erzählt der 60-Jährige.

Wurdeihm beim Amt oder beim Arzt

ein Formular zum Ausfüllen hingeschoben,

tat er so, als hätte er seine

Brille vergessen. „Die habe ich vorher

in die Tasche gesteckt.“ Boldt ist

einer von Millionen Menschen in

Deutschland mit Lese- und Schreibschwäche.

Doch Boldt hat sich entschieden,

etwas dagegen zu tun.

Betroffen sind 6,2 Millionen Erwachsene

in Deutschland, davon

mit knapp 3,3 Millionen mehr als die

Hälfte mit Deutsch als Muttersprache,2,9

Millionen haben vorher eine

andereSprache gelernt. Siekämpfen

sich oft ein Leben lang durch den Alltag,

um irgendwie durchzukommen.

„Viele schämen sich in Grund und

Boden“, sagt die Hamburger Erziehungswissenschaftlerin

Anke Grotlüschen,

die nun eine Studie zur

Lese- und Schreibschwäche in

Deutschland vorgelegt hat.

Oft werdedas Problem quasi weitervererbt,

sagt Experte Timm Helten.

„Bei den Betroffenen wurde im

Elternhaus wenig vorgelesen, die

Schriftsprache spielte hier keine

Rolle.“ Er arbeitet bei der Bonner Koordinierungsstelle

„Dekade für Alphabetisierung“

von Bund, Ländern

und mehreren Organisationen.

Selbst kleine Texte werden für Betroffene

im Alltag zum Problem.

IMAGO IMAGES

Ob Kontoauszug, Arbeitsanweisung

oder Sätzeauf Fahrkartenautomaten

–selbst kleine Texte sind für

viele eine oft kaum zu meisternde

Herausforderung. „Viele haben sich

damit eingerichtet und geben alles

Schriftliche dem Partner oder anderen

Vertrauten“, sagt Helten. Bei

Handys seien Betroffene auf Spracherkennung

angewiesen, in der Öffentlichkeit

auf Piktogramme. Ein

„Versagen“ wirft Helten vielfach den

Schulen vor. „Ab der vierten Klasse

wirdLesen und Schreiben vorausgesetzt“,

sagt er.Wer es bis dahin nicht

könne,bleibe oft auf der Strecke.

InnereHürden

„Ich weiß selbst nicht, warum ich in

der Schule nicht sitzen geblieben

bin“, sagt UweBoldt. „Aus pädagogischen

Gründen versetzt“, hieß es

mehrfach auf seinen Zeugnissen.

Nach Klasse acht habe er die Schule

in Hamburg verlassen – ohne Abschluss

–und im Hafen Botendienste

übernommen. Doch eines Tages

wechselte er die Firma, und dortwar

alles automatisiert.„Dadurch bin ich

viel mit Schriftkram in Berührung

gekommen.“ Boldt entschied sich,

etwas zu ändern.

Die inneren Hürden, zur Volkshochschule

zu gehen, waren für Boldt

bislang stets zu groß. Schließlich hat

er Timm Helten getroffen, der in seinem

Job auch Betroffenen bei regionalen

Projekten vor Ort hilft, die ersten

Schritte aus ihrer Welt ohne

Schrift zu gehen. Boldt nahm sein

Schicksal in die Hand: „Ab dem Jahr

2000 bin ich zur Volkshochschule.“

Heute ist er Facharbeiter und bedient

Containerbrücken und Gabelstapler.

Protokolle füllen aber oft immer noch

seine Kollegen aus. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019 5 *

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Hauptstadt

Einnahmen

der Parteien

2017

Mitgliedsbeiträge

23,98%

Mandatsträgerbeiträge

12,82%

Mitgliedsbeiträge

Mandatsträgerbeiträge

31,12% 15,79%

Spenden von natürlichen

Personen

6,85%

Sonstiges

0,42%

Spenden von

natürlichen Personen

14,41%

166,1

Sonstiges

0,37%

MillionenEuro

Staatliche Mittel

29,62%

Spenden von juristischen

Personen

1,91%

Einnahmen aus Beteiligungen

3,19%

Einnahmen aus sonstigem Vermögen

4,12%

Einnahmen aus Veranstaltungen

und Veröffentlichungen

7,03%

1,29%

30,86% 8,16%

Staatliche Mittel

156,7

MillionenEuro

Mitgliedsbeiträge

Spenden von

juristischen Personen

8,06%

Einnahmen aus

sonstigem Vermögen

Einnahmen aus Veranstaltungen

und Veröffentlichungen

Mandatsträgerbeiträge

22,5% 22,39%

Mitgliedsbeiträge

Sonstiges

0,81%

16,29% 3,61%

Staatliche Mittel

41,12%

Mandatsträgerbeiträge

18,4

Millionen Euro

0,91%

Spenden von

natürlichen Personen

Spenden von juristischen Personen

1,15%

Einnahmen aus Unternehmenstätigkeit

0,01%

Einnahmen aus sonstigem Vermögen

0,23%

35,87%

Einnahmen aus Veranstaltungen

und Veröffentlichungen

Die

Geldtöpfe

der Parteien

Staatszuschüsse, Spenden,

Beiträge: Ein Blick in die

Rechenschaftsberichte

VonChristine Dankbar und Isabella Galanty

Daimler will nicht mehr an die Politik spenden. Dasließ

vor einigen Tagen aufmerken. Ein Blick in die Rechnungsberichte

der Parteien zeigt jedoch, dass Firmenspenden

für sie vonBedeutung sein mögen –die größte

Einnahmequelle sind sie meist nicht. Dassind fast immer die Beiträge

der Mitglieder. Bei der SPD machen sie mehr als ein Drittel

der jährlichen Einnahmen aus. Die Sozialdemokraten sind mit

mehr als 440 000 eingeschriebenen Mitgliedern nicht nur die

größte Partei in Deutschland, sondern auch die einnahmenstärkste.Ihr

Spendenanteil beträgt weniger als zehn Prozent.

Die Christdemokraten haben rund 425 000 Mitglieder, mit gut

22 Prozent aber einen höheren Anteil an Spenden. Die Staatszuschüsse,

die beide Parteien erhalten, sind mit 48 Millionen Euro

(CDU) bzw.49Millionen Euro etwa gleich groß. Beider FDP machen

die Spenden vonPrivatleuten, Firmen und Vereinen dagegen fast 40

Prozent der Einnahmen aus,bei der AfD sind es gut 37 Prozent.

Auffällig ist die finanzielle Unterstützung aller Parteien durch

die sogenannten „Mandatsträgerbeiträge“. Egal, ob links oder

rechts: Alle Parteien erwarten von ihren Bundestags- und Landtagsabgeordneten

bis hin zu den Mitgliedernder Räte in den Kommunen

Zuwendungen, die über den normalen Mitgliedsbeitrag

hinausgehen. Für alle Parteien gilt, dass die staatlichen Zuwendungen

ihreeigenen Einnahmen nicht übersteigen dürfen –auch,

wenn sie ihnen aufgrund der Wahlergebnisse zustehen würden.

Das kann bei kleineren Parteien schon mal zum Problem werden.

Manche zeigen sich dann äußerst erfinderisch, wie etwa die AfD,

die ihre Einnahmen mit Goldan- und -verkäufen steigerte. Die

Freien Wähler,die in Bayern mit der CSU koalieren, verlegten sich

auf den Handel mit Wertpapieren.

Sonstiges

4,5%

Mitgliedsbeiträge

31,78%

31,6

Millionen Euro

Staatliche Mittel

38,62%

Mandatsträgerbeiträge

15,33%

Spenden von natürlichen Personen

8,49%

Spenden von juristischen Personen

0,01%

Einnahmen aus Beteiligungen

0,32%

Einnahmen aus sonstigem Vermögen

0,11%

Einnahmen aus Veranstaltungen

und Veröffentlichungen

0,84%

Sonstiges

3,29%

Mitgliedsbeiträge

Sonstiges

0,33%

Staatliche Mittel

20,28%

Staatliche Mittel

30,32%

36,39%

Sonstiges

0,57%

Staatliche Mittel

Mitgliedsbeiträge

23,82% 8,47%

27,16%

43,5

Millionen Euro

43,4

Millionen Euro

Mandatsträgerbeiträge

5,39%

38,7

Millionen Euro

0,25%

1,02%

3,5%

Mandatsträgerbeiträge

Spenden von natürlichen Personen

12,55%

Spenden von juristischen Personen

10,16

Einnahmen aus sonstigem Vermögen

2,82%

Einnahmen aus Veranstaltungen,

und Veröffentlichungen

14,45%

Spenden von natürlichen Personen

11,29%

2,21%

0,37%

1,56%

Spenden von natürlichen Personen

26,97%

Spenden von juristischen Personen

11,93%

Einnahmen aus Beteiligungen

Einnahmen aus sonstigem Vermögen

Spenden von

juristischen Personen

Einnahmen aus

sonstigem Vermögen

Einnahmen aus Veranstaltungen

und Veröffentlichungen

Einnahmen aus Veranstaltungen und Veröffentlichungen

QUELLE: BUNDESTAG

PLATZ DER REPUBLIK

Das wahre

Leben

Tanja Brandes über die Mehrheitsgesellschaft

zwischen Berlin und Düsseldorf

Seit gut zwei Jahren bin ich im

Schnitt viermal im Monat auf der

Bahnstrecke zwischen Berlin und

Düsseldorf unterwegs. Für diejenigen,

denen ein derartiges Pendlerschicksal

erspart blieb, hier die Eckdaten

in aller Kürze: Die Reisezeit

beträgt zwischen viereinhalb und

fünfeinhalb Stunden (je nach Baustellenlage).

Die Strecke führt über

Wolfsburg nach Hannover und Bielefeld,

und dann über Bochum, Essen

und Duisburg. Dann kommt

Düsseldorf, es sei denn, man hat die

langsamere Verbindung erwischt

und muss in Wuppertal umsteigen.

Ich erzähle das, weil ich mir einbilde,

inden auf diese Weise bisher

etwa 100 absolvierten Fahrten einen

einigermaßen repräsentativen Datensatz

in Sachen Bahn-Benutzer gesammelt

zu haben. Hin- und wieder

trifft man auch Politiker im Zug (ich

bin zum Beispiel mal Franz Müntefering

begegnet), allerdings nicht sehr

oft. Es ist gut möglich, dass auch Boris

Palmer, seines Zeichens Tübinger

Oberbürgermeister und Mehrheitsgesellschaftsverleugner,

noch nie auf

dieser Strecke unterwegs war. Insofern

verwundert esnicht, dass er die

aktuelle Werbekampagne der Bahn

für weltfremd hält. Wir erinnern uns:

Die Bilder, die Herrn Palmer missfielen,

zeigten verschiedene Menschen

im Zug. Einen Mann, der genüsslich

in ein Sandwich beißt. Eine junge

Frau, die mit strahlendem Gesicht etwas

auf ihrem iPad ansieht. Eine Mutter,die

mit ihrer Tochter schmust. Einen

jungen Mann, der mit einer Tasse

in der Hand versonnen aus dem

Fenster guckt. WasBoris Palmer an

dem Werbeauftritt störte: Zu viel

(sichtbarer) Migrationshintergrund,

zu wenige (sichtbar) nur-deutsche

Zugreisende. So, glaubt Herr Palmer,

sieht unsere Gesellschaft nicht aus,

schon gar nicht in der Bahn.

Letztes Wochenende saß ich mal

wieder im Zug. Kurz hinter Spandau

begann der Mann auf dem Platz gegenüber

auf Russisch zu telefonieren.

In Wolfsburg kam eine Mutter

mit fünf Kinderninden Waggon; die

einzige Tochter (7) fragte mir Löcher

in den Bauch (auf Deutsch) und gab

sich dann alle Mühe, mir ihre Muttersprache

(Serbisch) und außerdem

Arabisch beizubringen. (Ich scheiterte

bei beiden Sprachen kläglich.)

In Hamm wiederum stieg eine junge,

sehr dunkelhäutige Frau zu, die im

rheinischen Singsang am Telefon auf

ihren Freund einredete.

Wiegesagt, ich weiß nicht, wie oft

BorisPalmermit der Bahn unterwegs

ist. Und obersich, wenn er es ist,

seine Mitreisenden anguckt. Ich vermute

aber,ertut es nicht. Denn täte er

es,könnte er sich auf seine Frage, welche

Gesellschaft die Bahn-Werbung

abbilden wolle, eine eindeutige Antwortgeben:

Diezwischen Berlin und

Düsseldorf, zum Beispiel.

Trotzdem hatte Herr Palmer recht.

Die Realität zeigt jene Werbung keineswegs:

In der Realität runzelte der

Mann gegenüber sorgenvoll die Stirn,

die serbische Mutter mühte sich erschöpft,

ihre vier Jungs davon abzuhalten,

über die Sitze zu turnen, und

die junge Frau neben mir versuchte

gereizt, ihren Freund dazu zu bringen,

sie direkt am Gleis abzuholen.

Mit anderen Worten: So fröhlich

wie auf den Bahn-Werbebildern

fährt niemand Zug. Na gut, Franz

Müntefering vielleicht. Aber der reist

bestimmt in der ersten Klasse.


6 Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019

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Politik

Anhänger der südafrikanischen Oppositionspartei Economic Freedom Fightersauf einer Wahlkampfveranstaltung in Soweto

AFP/PHILL MAGAKOE

Kap ohne Hoffnung

Seit 25 Jahren regiert der ANC in Südafrika. Einiges wendete sich zum Positiven, aber das Land ist geprägt von Korruption. An diesem Mittwoch wird gewählt

VonJohannes Dieterich, Soweto

Sonnabendmittag um zwölf,

in der Mhlanga Road im

Herzen vonSoweto wirddas

Wochenende gefeiert. Eine

Gruppe von Männern mittleren Alters

sitzt vor einer Kneipe auf dem

Gehweg und trinkt Bier, Frauen

schlendern auf der Teerstraße vom

Einkaufen nach Hause, ein paar Jugendliche

spielen Fußball. Dieadretten,

mitunter sogar zweistöckigen

Häuser der Straße sind mit Mauern

vor begehrlichen Blicken geschützt,

in jeder zweiten Toreinfahrt ist ein

Fahrzeug geparkt. „Du siehst, hier

hat sich viel verändert“, sagt Lawrence:

„So trostlos wie damals ist es

längst nicht mehr.“

Als wir uns vor25Jahren hier kennenlernten,

war die Mhlanga Road

noch eine Staubstraße mit winzigen

Häusern, Mauern, Kneipen. Fahrzeuge

gab es so gut wie keine.Nachts

sorgte ein Flutlichtmast für fahle Beleuchtung:

Nach Einbruch der Dunkelheit

eilte ohnehin jeder nach

Hause, weil es draußen jetzt viel zu

gefährlich wurde. Fast täglich lieferten

sich ANC- und Inkatha-Anhänger,

weiße Sicherheitskräfte und

schwarze Jugendliche Gefechte: Das

„neue Südafrika“ wurde unter blutigen

Geburtswehen geboren. „Man

mag gar nicht mehr daran denken“,

sagt Lawrence.

Aufgemöbelte Townships

Trotzdem drängt sich dieser Tage die

Erinnerung auf: Denn die Südafrikaner

sind an diesem Mittwoch wieder

zu den Wahlurnen gerufen –wie fast

auf den Taggenau voreinem Vierteljahrhundert,

als die schwarze Bevölkerung

des Landes erstmals in ihrem

Leben abstimmen durfte. Die kommende

Wahl wird die wichtigste in

der Geschichte des reformierten

Landes sein, sind sich Experten einig:

Vonihr hängt ab, obder 55-Millionen-Einwohnerstaat

am Südzipfel

des Kontinents weiter den afrikanischenWegindieVetternwirtschaft,

die ökonomische Unsicherheit und

soziale Konflikte geht oder einen

Sonderweg zueinem sozialen und

ökonomischen Modellstaat findet.

„Let’s grow South Africa together“,

heißt das Motto des Afrikanischen

Nationalkongresses (ANC), der einstigen

Befreiungsbewegung Nelson

Mandelas, die in den vergangenen

Armut in Südafrika

unter der Armutsgrenze leben ...

Schwarze

Farbige

(Mischlinge)

Inder/Asiaten

Weiße

Haushalte ...

mit Strom

1996 2016 1996 2016

Jahren zu einer Partei von Dieben

verkam. Für den Fall seines Wahlsiegs

kündigte der neue ANC-Chef

Cyril Ramaphosa eine radikale Reinigungskur

der Organisation an:

Dass er es ernst meint, soll oder

muss man ihm einfach mal glauben.

Mmabatho Mokwena, die wenige

Häuser von Lawrences schmuckem

Anwesen entfernt wohnt, wäre dazu

sogar bereit: „Man muss dem ANC

mehr Zeit geben. Dieweißen Kolonialisten

haben unser Land über 300

Jahre lang beherrscht.“ Mit Nelson

Mandela habe es vor 25Jahren auch

gut begonnen: DieschwarzenTownships

wurden aufgemöbelt, der Staat

ließ mehr als drei Millionen kleine

Häuserfür mittellose Familien bauen,

selbst in die entlegensten Regionen

des Landes wurden Stromleitungen

gespannt, Rohre für Trinkwasser verlegt

sowie ein bescheidenes Wohlfahrtssystem

mit Staatsrente, Kindergeld

und Behindertenstütze eingeführt.

DieSchulausbildung ist bis zum

Abitur kostenlos: Fast alle jüngeren

Bewohner der Mhlanga Road haben

zumindest für ein paar Jahre die

nahe gelegene Highschool „Morris

Isaacson“ besucht, von der im Juni

1976 der Schüleraufstand gegen das

Apartheidregime ausging.

Die24-jährige Mmabatho hat wie

Palesa Ndlovu Abitur gemacht, ein

Studium konnten sich die beiden

Freundinnen allerdings nicht leisten.

Wenn sie heute einen Job bekommen,

dann nur gelegentlich als

Produktwerberinnen: In einem Supermarkt

versuchen sie dann,

Shoppenden neue Hühnersuppen

oder Haferkekse schmackhaft zu

machen und werden dafür auf Kommission

bezahlt. Dasgrößte Problem

im neuen Südafrika seien die fehlenden

Arbeitsplätze, sagt Mmabatho:

„Das ist unter „Msholozi“ aus dem

Zululand nur noch viel schlimmer

geworden.“

Msholozi ist der Clan-Name des

vorigen ANC-Chefs Jacob Zuma, der

das Land an den wirtschaftlichen

Abgrund führte: Seine zehnjährige

korrupte Herrschaft soll das Kap der

Guten Hoffnung mehr als 500 Milliarden

Rand, gut 30 Milliarden Euro,

gekostet haben. Die Südafrikaner

sind heute ärmer als vor sechs Jahren,

dafür steigt die Arbeitslosenquote

unaufhaltsam an: Sie liegt

heute bei fast 30 Prozent, während

Staatsunternehmen wie der Stromkonzern

Eskom und die Fluggesellschaft

SAA mit öffentlichen Subventionsspritzen

in Milliardenhöhe

über Wasser gehalten werden müssen.

Zusammen mit seinen Freunden

und der indisch-stämmigen

Gupta-Familie plünderte Msholozi

Staatsunternehmen, den Haushalt

und Pensionskassen aus.

Tshepo Setlhodi wohnt am Ende

der Mhlanga Road in einem Zweizimmerhäuschen

mit Anbau – gemeinsam

mit seiner Großmutter,der

Mutter, dem Bruder sowie vier Cousinen

und Cousins.Als Berufgibt der

26-Jährige lächelnd „loan shark“ an:

Als Leih-Haie werden hierzulande

jene skrupellosen Finanziers bezeichnet,

die in akute Zahlungsnot

geratenen Südafrikanernzuschwindelerregenden

Zinssätzen Kredite

zukommen lassen. Tshepos Anfangskapital

waren die 35 000 Rand,

2006 2009 2011 2015

76,8%

72,6%

62,4%

64,2%

mit fließend Wasser

58,2% 90,3% 60,8% 83,5%

Arbeitslosigkeit

Schwarze

Farbige

(Mischlinge)

Inder/Asiaten

Weiße

1,4%

1,9%

0,9%

1,0%

20,9%

14,4%

6,5%

5,9%

1996 2018

17,0%

12,4%

7,0%

7,6%

24,0%

21,6%

30,4%

45,5%

37,1%

41,3%

43,0%

56,1%

SÜDAFRIKA

BLZ/GALANTY; QUELLE: STATS SA

die er als Entschädigung für eine

rechtswidrige Verhaftung vom Staat

erhielt: „Hier wird mal mein Ferrari

stehen“, zeigt der Leih-Hai auf den

staubigen Vorplatz vor seinem

Matchbox-Häuschen. Tshepo weiß,

dass er zur Erfüllung seiner Träume

nicht auf den regierenden ANC setzenkann:„Die

versprechen imWahlkampf

das Blaue vom Himmel und

lassen sich danach nicht mehr sehen.“

Den Weg zum Wahllokal will

sich der kahlgeschorene Tshepo sparen:„Ich

habe keine Partei gefunden,

der ich vertrauenkönnte.“

Mehr als ein Viertel der 36 Millionen

erwachsenen Südafrikaner ließen

sich für die Wahlen erst gar nicht

registrieren: Weitere fünf Millionen

werden nach Prognosen vonDemoskopen

keine Stimme abgeben –und

das in einem Land, in dem zahllose

Befreiungskämpfer ihr Leben für die

Einführung des allgemeinen Wahlrechts

opferten. Vorallem die nach

dem Befreiungsjahr 1994 geborenen

„Born Free“ klagen, dass sie nicht

wüssten, welcher der Parteien sie ihre

Stimme geben sollen: Viele haben

sich aus dem politischen Geschehen

auch schon ganz abgemeldet. „Ich

versuche,zur Politik den größtmöglichen

Abstand zu halten“, sagtTshepo.

Was man von Mmeli Gebashe

nicht sagen kann. Der 22-jährige

Student des Lehramts für Mathematik

und Physik ist vier Häuser straßenabwärts

vonLawrence zu Hause:

Doch die meiste Zeit verbringt er auf

dem Campus der Witwatersrand-

Universität in Johannesburg, die ihn

kürzlich für ein Jahr vom Studium

suspendierte. Als Mitglied der Economic

Freedom Fighters (EFF) hatte

er an Protesten gegen Studiengebühren

teilgenommen, die in Straßenschlachten

mit der Polizei endeten.

Mmeli war einst ein „Comrade“

des ANC: Doch als dessen Jugendliga-Präsident

Julius Malema aus der

Partei geworfen wurde und postwendend

die EFF gründete, schloss

sich Mmeli dem „Commander in

Chief“, dem Oberkommandierenden,

an. „Wenn unser Commander

sagt, dass wir in den Krieg ziehen

müssen, dann ziehe ich in den

Krieg“, sagt ein Mitkämpfer Mmelis.

Käme Malema an die Macht oder

werdeerauch nur daran beteiligt, sei

es um Südafrika vollends geschehen,

sind sich Beobachter einig: Dessen

Forderung nach Enteignung weißer

Farmer, der Verstaatlichung von Minen

und Banken würden der lahmenden

Wirtschaft vollends den Todesstoß

versetzen. Mmeli Gebashe

sieht das anders:„Es wäreder Anfang

einer gerechten Verteilung der unglaublichen

Reichtümer des

Landes.“ Nach Auffassung des Mathestudenten

ist die Apartheid auch

ein Vierteljahrhundert nach ihrer

Abschaffung noch nicht tot: Solange

das Schicksal eines Johannesburgers

davon abhänge, oberineinem weißen

Vorort oder schwarzen Township

geboren wurde, sei die Rassentrennung

nicht abgeschafft. „Wir

sind noch immer die „field negroes“

der weißen Herrschaft.“

Tatsächlich ist Südafrika nach wie

vorzweigeteilt: Hier dieMehrheit der

schwarzen Bevölkerung, die an oder

unter der Armutsgrenzelebt, dort die

wohlsituierte weiße Minderheit, zu

der sich inzwischen allerdings ein

nicht unbedeutender schwarzerMittelstand

gesellt hat. Die „house negroes“,

sagt Mmeli. DieKluft zwischen

den Habenichtsen und Gutverdienern

ist im vergangenen Vierteljahrhundert

nicht etwa kleiner, sondern

größer geworden: Südafrika gilt inzwischen

als der ungerechteste Staat

derWelt. Rund ein Viertel der Bevölkerung

lebt den Lebensstil vonEuropäern,

Dreiviertel müssen sich Sorgen

machen, wo morgen das Essen

herkommt. In Mmelis Augen haben

die Economic Freedom Fighters das

Wohl des ganzen Landes im Auge:

Werde sich anden Besitzverhältnissen

nichts Grundsätzliches ändern,

würde Südafrika irgendwann von

Aufständen zerfetzt.

Glaube an denschlanken Staat

Aphelele Gqalane lebt zwar nicht in

Sowetos Mhlanga Road. Doch der

19-jährige Abiturient kommt ebenfalls

auseinem schwarzenTownship,

aus Motherwell bei Port Elizabeth.

Heute schlendert Aphelele über den

Nelson-Mandela-PlatzimJohannesburger

Nobelgeschäftsviertel Sandton,

wo schwarze undweiße Yuppies

mit Ray-Ban-Brillen inüberteuerten

Straßencafés ihren Cappuccini

schlürfen. Unter der überlebensgroßen

Bronze-Statue der südafrikanischen

Ikone ist die Dichte derWähler

der liberalen Demokratischen Allianz

(DA) so groß wie nirgendwo anders

im Land: Sie glauben an einen

schlanken Staat und individuelle

Leistung und gehören sowohl der

schwarzen Bevölkerungsmehrheit

wie der weißen Minderheit an. „Wir

sindseit25Jahrenfrei“,meint Aphelele,

der den lilafarbenen Blazer der

„Nationwide School for Academic

Excellence“ trägt: „Auch wir Schwarzen

haben inzwischen dieselben

Chancen, wir müssen sie nur wahrnehmen.“

DerAbiturient weiß schon

heute, dass er mal seine eigene

Firma gründen wird:„Aber eine, die

nicht nur auf Staatsaufträge schielt.“

Mandelas Traum von der Regenbogennation

ist für Aphelele nicht ausgeträumt:

Wie schön, wenn es denn

wirklich so wäre.

Johannes Dieterich

kennt die MhlangaRoad in

Soweto seit 25 Jahren.


Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019 7 *

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Wirtschaft

MÄRKTE

NACHRICHTEN

DAX-30 in Punkten

8.2.19

8.2.19

▼ 12092,74 (–1,58 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

Euro in US-Dollar

8.2.19

Stand der Daten: 07.05.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

7.5.19

▼ 69,51 (–2,07 %)

7.5.19

▼ 1,1185 (–0,13 %)

Quelle

aus DAXund MDAX vom07.05.zum Vortag

7.5.19

Wirecard 133,50 +5,49 WWWWWWWWWWW

Vonovia NA 47,10 +5,23 WWWWWWWWWWW

Dt. Wohnen Inh. 41,48 +3,13 WWWWWWW

TAGImmobilien 20,48 +2,61 WWWWWW

Hochtief 122,40 +2,51 WWWWWW

1&1 Drillisch 32,92 +2,17 WWWWW

Verlierer

ausDAX und MDAXvom 07.05. zumVortag

Henkel Vz. 86,86 WWWWWWWWWWW –5,24

Wacker Chemie 74,36 WWWWWWWWW –4,35

Dürr 36,86 WWWWWWWWW –4,26

Covestro 45,31 WWWWWWWWW –4,19

GEA Group 23,40 WWWWWWWWW –4,14

Qiagen 33,11 WWWWWWWW –3,95

Leitbörsen im Überblick

52-Wochen Hoch/Tief 07.05. ±% z. 06.05.

Euro Stoxx 50(EU) –1,78

3596/2909 3401,16

CAC 40(FR) – 1,60

5657/4556 5395,75

S&P UK(UK) –1,61

1590/1323 1468,93

RTS (RU) – 0,62

1285/1033 1237,86

IBEX (ES) –1,03

10291/8286 9235,10

Dow Jones (US) –2,05

26952/21713 25895,54

Bovespa (BR) –1,17

100439/69069 93897,25

Nikkei (JP) – 1,51

24448/18949 21923,72

Hang Seng (HK) +0,55

31593/24541 29369,61

Stx Singap. 20 (SG) +0,75

1635/1350 1601,02

Ratenkredite 10.000 Euro

Kreditzinsen, bonitätsunabhängig bzw.2/3 Zins

Kundenkontakt 36 Mon. 48 Mon. 60 Mon.

PSD Bank Nürnberg

psd-nuernberg.de 2,93 2,93 2,93

Deutsche Skatbank

skatbank.de 2,94 2,94 2,94

EthikBank

ethikbank.de 2,95 2,95 2,95

DKB Deutsche Kreditbank

dkb.de 3,49 3,49 3,49

SWK Bank

couchkredit.de 3,49 3,49 3,49

Targobank

targobank.de 3,10 3,10 3,10

Commerzbank

069/98660966 3,73 4,73 4,73

Postbank

postbank.de 3,78 3,78 3,78

Deutsche Bank

deutsche-bank.de 3,79 3,79 3,79

ING

ing.de 3,99 3,99 3,99

PSD Berlin-Brandenburg

psd-bb.de 2,99 2,99 3,19

Sparda-Bank Berlin

sparda-b.de 4,95 5,95 6,25

ABK Allgemeine Beamten Bank

030/28535200 5,19 5,19 4,69

BBBank

030 202480 5,82 5,61 5,40

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 8,99 8,99 8,99

Mittelwert von 70 Banken 4,24 4,32 4,41

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch),Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen (Samstag).

Quelle:FMH-Finanzberatung

Ein Lastwagen mit ausgefahrenemStromabnehmer aufder A5nahe Weiterstadt.

So will die Bundesregierung das Wohngeld ausweiten

Von Rasmus Buchsteiner

Von der geplanten Reform des

Wohngelds sollen nach dem Willen

der Bundesregierung Hunderttausende

Geringverdienerhaushalte

profitieren. Das geht aus einer Kabinettsvorlage

von Bundesbauminister

Horst Seehofer (CSU) hervor, die

an diesem Mittwoch vomBundeskabinett

auf den Weggebracht werden

soll und dem RedaktionsNetzwerk

Deutschland (RND) vorabvorliegt.

„Von der Wohngeldreform werden

rund 660000 Haushalte profitieren“,

heißt es in dem Dokument.

„Darunter sind 25000 Haushalte,die

bisher auf Arbeitslosengeld II, SozialgeldundSozialhilfeangewiesensind.

Die Leistungsverbesserungen werden

insbesondere Familien und

Brummis am Draht

Auf der A5 wird jetzt der erste E-Highway mit Oberleitung getestet. Der Feldversuch läuft bis 2022

Von Frank-Thomas Wenzel

Auf der A5 zwischen Frankfurt

und Darmstadt kommen

Autofahrer ins Staunen

–weilsie etwas sehen,

das da eigentlich nicht hingehört:

eine Oberleitung, wie sie auf Bahnstrecken

üblich ist. Das ist der erste

sogenannte E-Highway in Deutschland.

Es handelt sich um eine rund

zehn Kilometer lange Teststrecke,die

am Dienstag ihrer Bestimmung

übergeben wurde. Es soll nun erforscht

werden, ob Elektro-Lkw, die

Strom aus dem doppelten Draht über

der Fahrbahn saugen, für die Verkehrswende

taugen.

Der Feldversuch läuft bis Ende

2022. DieFlotte ist überschaubar.Bis

zu fünf Brummis – die dort nicht

mehr brummen, sondern eher surrenwerden

–sollenmehrmals täglich

die Strecke im Südhessischen abfahren.

Es handele sich um eine besonders

effiziente Lösung auf dem Weg

zu einem klimaneutralen Güterverkehr,

sagt Rita Schwarzelühr-Sutter,

Staatssekretärin im Bundesumweltministerium,

das den Feldversuch

auf der A5 bislang mit knapp 15 Millionen

Euro gefördert hat. Zwei weitere

Teststrecken sollen bald hinzu

kommen: Aufder A1 zwischen Hamburgund

Lübeck ist der Startfür den

Juni geplant, und auch auf der B462

in der Nähe von Rastatt in Baden-

Württembergist ein Test geplant.

In technischer Hinsicht ist die Sache

relativ simpel: Am Rande der

Weniger CO 2 : Trotzder Kosten

sehen die Experten des

Öko-Instituts viele Vorteile

für den Oberleitungs-Lkw: Er

könne 2030 –auchwegen

der fortschreitenden Energiewende

–bei gleicher

Fahrleistung nur halb so viel

Kohlendioxid (CO 2 )ausstoßen

wie ein herkömmlicher

Diesel-Lastkraftwagen, der

heute auf der Straße unterwegs

ist.

Gesetzentwurf wird von Bauminister Horst Seehoferauf den Weg gebracht

LOHNEND FÜR SPEDITEURE

Kosten: Auch für die Spediteure

werde sich eine Umstellung

lohnen. Im Fernverkehr

würden schon 2025 –

trotz eines überschaubaren

Oberleitungsnetzes –die Gesamtkosten

geringer ausfallen

als bei Brummis, die mit

Diesel fahren. Höhere Ausgaben

bei der Anschaffung

würden binnen 5Jahren

durch geringere Betriebskosten

mehr als kompensiert.

Wirkungsgrad: Die E-Maschine

verfügt über einen erheblich

höheren Wirkungsgrad

als der Verbrennungsmotor.Obdie

Technologie

ein Erfolg werde, hängejedoch

vorallem vonden Anreizen

ab,die vonden Politikern

für einen klimafreundlichen

Güterverkehr der Zukunft

gesetzt werden, sagen

die Experten des Öko-Instituts.

Autobahn wurden Masten aufgestellt

und die Fahrdrähte in fünf Meter Höhe

über der rechten Spur gezogen –

bewährte Bahntechnik kommt zum

Einsatz. Zudem braucht es Lastwagen,

die mit einem zusätzlichen E-

Motor,einer Lithium-Ionen-Batterie

und einen Stromabnehmer auf dem

Dach des Fahrerhauses ausgestattet

sind. Dieser wirdautomatisch ausgefahren,

wenn der Lkw unter der

Oberleitung rollt. Das Fahrzeug

schaltet dann vonDiesel- auf Stromantrieb

um. Zugleich wird der Akku

geladen.

Der Test soll auch klären, wie die

teilnehmenden Speditionen die E-

Mobilität in die täglichen Betriebsabläufe

integrieren können. DieErgebnissesollenhelfen,Antwortenaufein

drängendes Problem zu geben: Zum

Erreichen der deutschen Klimaziele

muss sich im Verkehr einiges tun. In

diesem Sektor sollen die Emissionen

der Treibhausgase bis 2030 um rund

40 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt

werden. In den vergangenen

Jahren hat der Verkehr aber nicht weniger,sondernmehrvomKlimagasin

die Luft geblasen. Passiertnichts Einschneidendes,wirdsich

dieser Negativtrend

in den nächsten Jahren noch

massiv verstärken. Denn alle Experten

rechnen damit, dass mit wachsender

Wirtschaftsleistung auch die

Menge der transportierten Güter

Rentnerhaushalten zugutekommen.“

180000 Haushalte werden

erstmals oder wieder Anspruch auf

Wohngeld erhalten.

WohngeldisteineLeistungfürGeringverdiener,

die individuell berechnet

wird. Die Höhe richtet sich

nach dem Einkommen, der Anzahl

der Haushaltsmitglieder sowie der

Höhe der zuschussfähigen Miete.

SeehoferwilldiefürdieWohngeldberechnung

relevanten Miethöchstbeträge

neu festsetzen und um bis zu

10,2 Prozent erhöhen. DasGesetz soll

am 1. Januar 2020 in Krafttreten.

„Je nachdem, ob in einer Region

die Mieten stark angestiegen sind,

wird die Miete unterschiedlich stark

bezuschusst“, heißt es im Entwurf.

Eingeführt werden soll dafür unter

anderem eine neue „Mietenstufe

VII“, um Haushalte in Gemeinden

und Kreisen mit hohen Mieten gezielterbeidenWohnkostenzuentlasten.

In diese Kategorie werden künftig

unter anderem München und

zahlreiche Umlandgemeinden eingestuft.

Dort sollen bei Ein-Personen-Haushalten

Mieten bis 633 Euro

als zuschussfähig in die Wohngeldberechnung

eingehen. Für Zwei-Personen-Haushalte

soll die Grenze bei

767 Euro liegen.

Laut Bauministerium werden

Zwei-Personen-Haushalte, die auch

ohne Reform 2020 einen Anspruch

auf Mietzuschuss hätten, als Folge

der Reform monatlich im Schnitt

190 Euro Wohngeld erhalten. „Dies

entspricht einer Steigerung um rund

30 Prozent“, heißt es im Gesetzentwurf.

Anders als bisher ist geplant,

FOTO: SILAS STEIN/DPA

größer wird. Schon jetzt machen

Nutzfahrzeuge (über 3,5 Tonnen Gewicht)

knapp ein Viertel des gesamten

CO 2 -Ausstoßes des Verkehrssektors

aus. Bei Umweltschützern und

Verkehrsexperten steht zwar die Verlagerung

von Transporten auf die

Schiene ganz oben auf der Agenda.

Doch klar ist auch, dass ein größerer

Anteil der Fracht auch künftig über

die Straßen transportiert werden

wird.

Dann stellt sich die Frage: Welcher

Antrieb soll es sein? Denkbar sind

rein batterieelektrische Lkw, aber

auch Fahrzeuge, die mit Flüssiggas

(LNG), mit Wasserstoff-Brennstoffzellen

oder mit verbesserten Dieselmotoren

Vortrieb erzeugen. Letztere

könnten mit synthetischem Kraftstoff

betankt werden, der mit Hilfe

von regenerativem Strom erzeugt

wird. DieOberleitungen erlauben indes

Hybrid-Lkw mit zwei Herzen:

Verschiedene Kombinationen von

Aggregaten können so umgesetzt

werden, um auch Strecken ohne

Oberleitung zu überbrücken. Urs

Maier vonder Denkfabrik AgoraVerkehrswende

macht sich dafür stark,

ein Oberleitungssystem „grenzüberschreitend

auf den viel befahrenen

Routen in Europa“ zu errichten.

Laut Öko-Institut könnten bis

2030 Drähte über 4000 der insgesamt

13000 deutschen Autobahn-Kilometer

gespannt werden. Daswürde maximal

zwölf Milliarden Euro kosten –

und entspräche einem Fünftel der

Einnahmen aus der Lkw-Maut.

die Leistungen künftig automatisch

anzuheben. „Das Wohngeld soll dynamisiertwerden,

das heißt alle zwei

Jahre andie eingetretene Miet- und

Einkommensentwicklung angepasst

werden“, heißt es in dem Entwurf.

Dadurch soll die Entlastungswirkung

auf Dauer erhalten bleiben.

Laut Vorlage sind die Mieten derer,

die bereits Wohngeld erhalten,

seit 2015 um gut 4Prozent gestiegen:

Schreibe man diesen Trend fort, werde

sich der Anstieg bis Ende 2019 voraussichtlich

auf 9Prozent erhöhen.

„Um Mieterinnen und Mieter mit

niedrigen Einkommen stärker zu

entlasten, erhöhen wir die Mittel für

das Wohngeld. Allein im kommenden

Jahr werden 1,2 Milliarden Euro

zur Verfügung stehen“, sagte SPD-

FraktionsvizeSören Bartol.

Siemens will Kraftwerke

an die Börse bringen

DerSiemens-Konzernwill die Kraftwerksparte

ausgliedernund als neue

Gesellschaft an die Börse bringen.

DieMehrheit wollen die Münchner

dabei abgeben, aber „starker Ankeraktionär“

bleiben. ZumUnternehmen

soll auch der Siemens-Anteil an

der Windkraftsparte Siemens Gamesa

gehören, wie der Konzernam

Dienstagabend mitteilte.Details sollenandiesem

Mittwoch berichtet

werden. „Angesichts der Gesamtsituation“

akzeptieredie Arbeitnehmerseite

die Pläne,teiltedie IG Metall

am Abend mit. ZurKraftwerksparte

gehören in Berlin das Gasturbinenwerkund

das Dynamowerk.

Im Herbst 2018 wurde bereits ein

Stellenabbau beschlossen. (dpa)

Karte bei Verbrauchern

beliebter als Bargeld

DieVerbraucher in Deutschland

greifen beim Bezahlen immer öfter

zur Kartestatt zum Bargeld. Im vergangenen

Jahr sei im stationären

Einzelhandel erstmals mehr Geld

per Giro-und Kreditkarte ausgegeben

worden als in bar,teiltedas

Handelsforschungsinstitut EHI mit.

Insgesamt zahlten die Verbraucher

2018 beim Einkaufen gut 209 Milliarden

Euro per Karte–12,4 Milliarden

Euro mehr als im Vorjahr.Dadurchstieg

der Umsatzanteil der

Karten auf 48,6 Prozent. Barwurden

Rechnungen in Höhe vonrund

208 Milliarden Euro bezahlt. (dpa)

Zahlungsarten im Einzelhandel

Umsatzanteile am stationären Handel

2018 in Prozent

Barzahlung

48,3 %

Rechnung /

Finanzkauf,

Sonstige

3,1 %

Einzelhandelsumsatz

insgesamt

430 Mrd. Euro

Kartenzahlung

48,6 %

BLZ/GALANTY; QUELLE: EHI, AFP

Porsche muss

535 Millionen Buße zahlen

DieVolkswagen-TochterPorsche

muss eine hoheSummewegen des

Dieselskandals zahlen.Die StaatsanwaltschaftStuttgarthat

demSportwagenbauer

einBußgeld in Höhe

von535 Millionen Euro aufgebrummt.

Grundseienunter anderemfahrlässige

Aufsichtspflichtverletzungen

in derEntwicklungsabteilung

ab 2009, wiedie Staatsanwaltschaft

mitteilte. Schon im vergangenen

Sommerhatte die Staatsanwaltschaft

BraunschweigimZuge der Ermittlungen

im Dieselskandal ein

Bußgeld voneiner Milliarde Euro

gegen Volkswagen verhängt.Im

Herbstfolgte dieBehördeinMünchenmit

einem Bußgeld von

800 Millionen Euro gegenAudi. (dpa)

Realeinkommen seit 1991

um ein Fünftel gestiegen

Dasreal verfügbareEinkommen der

Deutschen ist seit Anfang der NeunzigerjahreimSchnitt

um fast ein

Fünftel gestiegen. Am stärksten profitierten

davon die Spitzenverdiener,

wohingegen Menschen mit sehr geringen

Einkommen inzwischen sogar

real schlechter verdienen als vor

fast 30 Jahren. Dasgeht aus einer am

Dienstag vorgelegten Untersuchung

des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung

in Berlin hervor.

Diereal verfügbaren Jahreseinkommen

der privaten Haushalte in

Deutschland stiegen demnach um

18 Prozent. Beidem Zehntel der Bevölkerung,

das am wenigsten verdiente,sank

das Einkommen allerdings

um 8Prozent. (dpa)


8* Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019

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Meinung

Verfassungsschutz

ZITAT

Das

Frühwarnsystem

Andreas Kopietz

hält die vonden Linken geforderte

Abschaffung der Behörde für falsch.

Der Ruf des Verfassungsschutzes war

noch nie gut.VonSchlapphüten wird

gesprochen, Schnüfflern, Spitzeln. In der

Tat haben die Verfassungsschutzbehörden

von Bund und Ländern inder NSU-

Affäreihren Rufgeradezu vernichtet. Deshalb

fordert die Linkspartei die Abschaffung

des Verfassungsschutzes, auch die

Grünen verhalten sich ambivalent dazu.

Da dürften die nächsten Spannungen

in der rot-rot-grünen Regierungskoalition

programmiert sein. Denn Innensenator

Andreas Geisel (SPD) kündigte bei der

Vorstellung des neuen Verfassungsschutzberichtes

an, die Behörde personell

verstärken zu wollen. Wenn im Juni die

Haushaltsberatungen beginnen, will er

sich für mehr Stellen einsetzen. Bislang

hat seine Abteilung II, die die Aufgaben

des Verfassungsschutzes wahrnimmt, 257

Mitarbeiter. Mehr als 15,8 Millionen Euro

standen 2018 zur Verfügung.

Im Gegensatz zu alarmistischen Berichten

mancher Organisation, die mitunter

den Zweck haben, mehr Geld vom

Staat zu fordern, ist der Verfassungsschutzbericht

eine nüchterne Aufzählung

der Aktivitäten von Extremisten, die die

freiheitliche Grundordnung bedrohen. 80

Prozent der Informationen bezieht der Inlandsgeheimdienst

aus offenen Quellen.

DerRest kommt vonV-Leuten, um die öffentlichen

Quellen zu bewerten. Undimmerhin

profitieren auch die Linken, die

die Behörde verteufeln, davon – etwa

wenn es um Neonazi-Aktivitäten geht.

Der Verfassungsschutz ist ein Frühwarnsystem,

um Gefährdungen der Demokratie

zu erkennen; er hat einen öffentlichen

Informationsauftrag. Parlamentarische

Kontrolle verschafft ihm Legitimation.

Eine Abschaffung wärefalsch.

Venezuela

Das amerikanische

Desaster

Tobias Käufer

hält das Vorgehen der US-Regierung

in der aktuellen Krise für fatal.

Kaum haben der junge Parlamentspräsident

Juan Guaido und der Oppositionspolitiker

Leopoldo Lopez neue Maßnahmen

verkündet, kommt aus Washington

das verbale Begleitkommando. Die

ArtundWeise,wie sich die Amerikaner öffentlich

zuWort melden, ist dabei alles andere

als hilfreich, vermittelt es doch den

Eindruck, als ob Washington in der venezolanischen

Opposition den Tonangebe.

Daserschwertjenen Kräften innerhalb

der venezolanischen Armee,die Seiten zu

wechseln, die dies angesichts der schweren

Menschenrechtsverletzungen und

der Versorgungskrise erwägen. Wenn ausgerechnet

der ideologische Todfeind zur

Aufgabe aufruft, werden die Hemmungen,

diesen entscheidenden Schritt auch

wirklich zu tun, deutlich größer,als wenn

der Rufausschließlich aus den Reihen des

eigenen Volkes kommt.

Hinzu kommt die Personalauswahl:

Mit Elliot Abrams hat die Trump-Administration

einen US-Sonderbeauftragten

für die „Wiederherstellung der Demokratie

in Venezuela“ ernannt, dem eine nicht

unerhebliche Rolle in der unsäglichen

Iran-Contra-Affäre zugeschrieben wird.

Vertrauensbildende Maßnahmen sehen

anders aus. Der schwerste Fehler der

Amerikaner ist aber das öffentliche Drohen

mit einer Militärintervention.

Die USA haben in den vergangenen

Jahrzehnten jeden Kredit in Lateinamerika

verspielt. Ihre Rolle bei Umstürzen

und die unheilvolle Allianz mit brutalen

rechten Militärdiktaturen hallt bis heute

nach. Mit einem Krieg gegen Venezuelas

Sozialisten wären alle alten Vorurteile bestätigt.

Bislang ist das Konzept der USA

nicht aufgegangen. Eine neue Idee

scheint nicht in Sicht. Das lässt für die

nächsten Monate nichts Gutes erahnen.

Morgens halb zehn in Istanbul

Mit dem 8. Mai1945 begann eine

Friedensepoche für Mittelund

Osteuropa, die welthistorisch

einzigartig ist. Auch deswegen

wird dieser Tag heute selbst in

Deutschland, das damals in Berlin-Karlshorst

nach zwölf Jahren voller Verbrechen

endlich und bedingungslos kapitulieren

musste, weit überwiegend als einer der Befreiung

betrachtet.

Noch am 8. Mai 1985 war diese Perspektivezumindest

in der Bundesrepublik höchst

umstritten, als Bundespräsident Richardvon

Weizsäcker vordem Bundestag in Bonn eine

der wichtigsten Reden der deutschen Erinnerungskultur

hielt. Er charakterisierte nämlich

die Niederlage Deutschlands mit all ihren

für Frauen, Flüchtlinge und Vertriebene,

für die Städte und die Staatlichkeit katastrophalen

Folgen als notwendigen Teil seiner

Befreiung. Er, der einstige Wehrmachtsoffizier,

forderte, die Erinnerung an das Leiden

in Deutschland nicht von der Wahl Hitlers

am 30. Januar 1933 zu trennen.

Weizsäckers Rede wurde zur Maxime der

vielen Gedenkstätten, Museen, Ausstellungen,

Jugendprogramme, Bücher und Denkmäler,

mit denen wir an die Herrschaft der

Nazis, den Holocaust, den Krieg erinnern.

Doch eine „Opfergruppe“ –ein fürchterlich

entindividualisierendes Wort – fehlt bis

heute weitgehend in der deutschen Erinnerungskultur:

die der sowjetischen Kriegsgefangenen.

Etwa fünf Millionen Männer und Frauen,

die in der Roten Armee dienten, wurden zwischen

1941 und 1945 von der deutschen

Wehrmacht gefangen gesetzt. Sie standen

damit formal unter dem Schutz der Haager

Landkriegsordnung von1899. Dennoch starben

3,3 Millionen Soldaten der Roten Armee

Ich will, dass ihr in Panik geratet. – Mit

Greta habe ich die Kolumne neulich schon

mal eröffnet. Wasseitdem geschah: Fernsehprofessor

Harald Lesch bekannte,erversetze

sich stundenweise in katatonische Starre,

um weniger Kohlendioxid auszustoßen. Die

Stadt Konstanz rief den Klimanotstand aus.

Der Deutsche Wetterdienst DWD veröffentlichte

eine Pressemitteilung. Die Bundesbehörde

gab bekannt: „Sollte die trockene Witterung

in den kommenden Monaten anhalten,

könnte sich die Dürre des Jahres 2018

wiederholen oder sogar übertroffen werden.“

Das war mal eine wirkliche Wahrheit:

Falls es auch diesen Sommer kaum regnet,

wird die Erde erneut nicht nass. Die Nachrichtenagentur

dpa gab der Erkenntnis eine

schnittige Überschrift mit auf den Wegindie

angeschlossenen Redaktionen: „DWD:

Deutschland könnte neuer Dürresommer

bevorstehen.“ Da stand das Elend immerhin

noch im Konjunktiv.

Aber nicht mehr lange. Auf mysteriöse

Weise wurden daraus binnen Minuten amtliche

Hiobsbotschaften wie „DWD rechnet mit

Dürresommer“ (Bayerischer Rundfunk) oder

„Deutschland droht weiterer Dürresommer“

(faz.net). Darob erschraken DWD wie dpa

und brachten, um die Kolporteure zubändigen,

eine Relativierung in Umlauf: „DWD: Bei

anhaltender Trockenheit könnte neuer Dürresommer

bevorstehen“. Doch ach, vergebens:

DieBild-Zeitung lag mit „Meteorologen

sicher! Sahara-Sommer mit Mega-Dürre

droht“ bereits am Kiosk. Auf welt.de kolli-

Gedenken zum 8. Mai

Vergessene

Opfer

Nikolaus Bernau

findet es höchste Zeit, dass in Deutschland endlich auch der

sowjetischen Kriegsgefangenen gedacht wird.

in deutschen Lagern, wurden gefoltert, verhungerten,

fielen Seuchen zum Opfer, wurden

erschlagen und erschossen, auch vergast.

Wenn sie Glück hatten, durften sie

Zwangsarbeit leisten.

Sie galten als „Untermenschen“, die in

Folge der „Lebensraumpolitik“ Deutschlands

zu verschwinden hatten. Ihnen fehlte

zudem selbst der minimalste Schutz: Wie in

so vielem waren sich nämlich Hitler und Stalin

auch darin einig, dass Kriegsgefangene

Feiglinge,Verräter und Versager seien, nicht

wert, ausgetauscht zu werden. Und beiden

galten sie als Reservoir künftigen Widerstands:

DasPendant zur Ermordung der polnischen

Offiziere in Katyn durch den Geheimdienst

Stalins ist der Kommissarsbefehl

KOLUMNE

Karriere

eines

Dürresommers

André Mielke

Autor

dierte die Schlagzeile „Ein weiterer Horrorsommer

droht“ charmant mit einem sachlich-korrekten

Textbeginn: „Niemand kann

derzeit vorhersagen, wie der Sommer wird,

auch Meteorologen nicht. Das versucht der

DeutscheWetterdienst darum gar nicht erst.“

Annalena Baerbock ist Chefin einer recht

witterungsabhängigen Partei. Sie guckte

dem geschenkten Gaul selbstredend erst

recht nicht ins Maul und schrillte: „Neue

BERLINER ZEITUNG/THOMAS PLASSMANN

Hitlers, der die Ermordung von Partei-Kommissaren

vorsah.

Nach Kriegsende wurden die allermeisten

Kriegsgefangenen, die die deutschen Lager

überlebt hatten, entsprechend vonihren

„Befreiern“ in der Roten Armee entweder erschossen

oder an Stalins Gulag überstellt,

ebenso diejenigen, die von Briten, Amerikanern,

Franzosen, sogar Schweden ausgeliefert

wurden. Nur wenige Tausend von den

Millionen erlebten ihreRehabilitierung. Und

kaum jemand –schon gar nicht im Westen

Europas –wollte anerkennen, dass das, was

den sowjetischen Kriegsgefangenen geschah,

nichts anderes war als das, was ganz

Ost- und Mitteleuropa seit 1940 und dann

verstärkt seit 1945 geschah. Stalin ließ nämlich

auch Zehntausende Esten, Letten, Litauer,

Polen, Weißrussen, Ukrainer, Moldavier

und viele andere mehr bis weit in die

1950er-Jahre hinein deportieren. Leid, das

nur möglich wurde, weil es einen 30. Januar

1933 in Deutschland gegeben hat.

Unddoch gibt es in Deutschland, in Berlin

keine Denkmäler, keine Ausstellungen,

die erstens an das fürchterliche Verbrechen

der Deutschen an den sowjetischen, italienischen

und polnischen Kriegsgefangenen erinnert,

und zweitens keines, das an die Verbrechen

der Kommunisten Stalins erinnert.

Dabei fechten seit Jahren Bürgerinitiativen

dafür. Sie scheitern aber immer am Dogma

von der Unvergleichbarkeit der totalitären

Regime.Eswäreangemessen, wenn sich die

Partei Die Linke, Erbin der SED und damit

der stalinistischen deutschen Kommunisten,

sich dieses Themas annähme und

zeigte,dass wir uns auch an diejenigen erinnern,

für die der 8. Mail 1945 eben kein Befreiungstag

war, sondern nur der Wechsel

vomeinen in das andereTerrorregime.

Dürrewarnungen zeigen an, dass die Klimakrise

sich dramatisch verschärft.“ Ja, Panik!

Warumetwas prüfen, was zur Agenda passt?

Greenpeace twitterte: „Ein neuer #Dürresommer

scheint im Anmarsch. (…) Mitweitsichtiger

Politik kriegen wir das Problem in

den Griff.“ Manchmal aber auch, indem wir

nicht nur die dicken Buchstaben, sondern

die ganze Meldung lesen. Als dann noch die

FDP-Bundestagsfraktion sich mit „Es droht

ein neuer #Dürresommer! Doch die #Groko

handelt nicht“ bemerkbar machte, sah es

ganz kurz soaus, als hätte wenigstens die

Groko noch alle Tassen im Schrank.

Der Meteorologe Jörg Kachelmann behauptet,

die meisten Medienberichte zu Wetter

und Klima seien „teilweise falsch“ oder

„mutwillig erfunden“. Er sieht dahinter Sensationsgier

und die Tatsache,dass Petrus’Anwälte

keine Abmahnungen schicken. Für Kachelmann

ist die fortgesetzte Verbreitung des

Dürresommermärchens ein „Dammbruch“.

Er meint das negativ. Der Kerl hat nichts verstanden.

Es ist nämlich nicht nur so,dassman

klimaapokalyptische Tatarenmeldungen

reinsten Gewissens unters Volk bringen kann,

nein, Katastrophenwarnungen sind ein medienethischer

Imperativ.Wer Panik macht, hilft

Gretaund rettet dieWelt.

Ich bin dabei. Mein Beitrag lautet: Falls

der Fernsehturm einem treibhauseffektiven

Tornadoder Stufe F6 nicht standhält, weht er

eventuell bis aufs Kanzleramt. Sollte es danach

nie wieder regnen, werden dieTomaten

teurer.

„Niemand

versteht

England, aber

jeder versteht

Englisch.“

Jean-Claude Juncker,

EU-Kommissionschef,

am Dienstag in Brüssel, während

er die Bilanz seiner Amtszeit vorstellte

AUSLESE

Wie viel ist uns

unser Leben wert?

Der UN-Bericht zum Artensterben beschäftigt

die Zeitungen im In- und

Ausland. „Wir kommen nicht um die

Frage herum, wie wir weniger Raubbau an

der Natur treiben können“, schreibt die

Pariser Zeitung Le Monde. „Und auch

nicht um die der Finanzierung des Artenschutzes

–und der gerechten Verteilung

zwischen armen und reichen Ländern.

Heute werden dafür weltweit etwa acht

Milliarden Euro jährlich aufgewandt. Die

Experten schätzen, dass zwischen 200

und 300 Milliarden Euro pro Jahr nötig

wären. Wieviel ist uns das Leben wert?“

„Der neue globale Umweltbericht gibt

Hoffnung“, meint die liberale schwedische

Tageszeitung Dagens Nyheter überraschenderweise,

begründet die Einschätzung

aber schlüssig, denn nun hätten

sich 130 Länder der Welt auf die Einschätzung

geeinigt, dass die Menschheit

dabei ist, ihr Überleben zu gefährden.

„Das ist auch das Positive:Jeder Staat, der

einen Bericht unterzeichnet, demzufolge

die Lage akut ist, verpflichtet sich ebenfalls,zuhandeln.“

Die Umweltschützer sollten wirtschaftliches

Wachstum nicht vorschnell

ablehnen, meint die Londoner Times.

„Die Staaten brauchen es, wenn sie jene

‚umgestaltenden‘ Veränderungen

durchsetzen sollen, die von den Aktivisten

gewünscht werden.“ Allerdings sollten

sich die Regierungen auf die Förderung

einer nachhaltigen Wirtschaft konzentrieren.

Christine Dankbar

PFLICHTBLATT DER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019 – S eite 9 *

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Berlin

Unter Verdacht:

Die Grünen, die AfD

und der Staatsschutz

Seite 16

Unpräzise: Polizeistatistik zu antisemitischen Taten in der Kritik Seite 10

Preisdämpfend: Gewobag kündigt weitere Neubauten an Seite 14

Stadtbild

Für das gute

Gewissen

Torsten Landsberg

sieht Parallelen zwischen

Bio-Siegeln und Clans.

Nach all den Nachrichten über

die ausufernde Clan-Kriminalität

in jüngster Zeit kann der viele

Jahre übliche Besuch in manch einem

Laden neuerdings Zweifel hervorrufen.

Sollen womöglich all die

Spätis, die wie Pilze aus dem Boden

sprießenden Shisha-Bars oder Barbershops

dem Zweck der Geldwäsche

dienen?

Natürlich ist erstaunlich, wie

lange sich mancher Späti schon hält,

obwohl er so gut wie immer geschlossen

ist, sehr ungewöhnliche

oder unregelmäßige Öffnungszeiten

hat und/oder praktisch nie ein

Kunde darin zu sehen ist; oder dass

sich in manchen Barbershops konstant

mehr Personal aufhält als

Kundschaft – ganz egal, wie viele

Menschen sich hier gerade die Haare

schneiden lassen.

DieVorstellung, dass ein Friseurbesuch

oder der schnelle Einkauf im

Späti an der Ecke ein Geschäftsmodell

der organisierten Kriminalität

erst tragfähig machen, will dennoch

nicht ins Bewusstsein dringen.Wenn

in den Nachrichten vonRazzien und

den sich ausweitenden Clan-Strukturen

die Rede ist, muss dieses Netz

ja nicht zwangsläufig bis vor die eigene

Haustür reichen.

Manchmal ist die Last der Indizien

allerdings zu schwer, umsich

eine Alternativezukriminellen Wurzeln

glaubhaft erklären zu können.

So wie an einem Nachmittag vor ein

paar Tagen, als die Limousine einer

wirklich teuren Automarke am Straßenrand

hält, ein Mann aussteigt

und eine Styroporkiste hervorholt,

wie man sie von Lieferanten zum

Transport und Warmhalten von Essensbestellungen

kennt. Er steuert

auf einen sehr kleinen Laden zu, eine

ArtSalatbar,und geht hinein. EinLuxuswagen

als Lieferfahrzeug für Salat?

So wünschenswert der Erfolgszug

der gesunden Ernährung sein

mag, so unvorstellbar wirkt die Finanzierung

einer Nobelkarosse über

Grünzeug.

Das gute Gewissen beim Einkaufen

ist en vogue,wenn es um Biound

Plastik geht, beim Kauf des Feierabend-

oderWegbiers dagegen droht

die Komplizenschaft mit der Unterwelt.

Um einigermaßen sicherzugehen,

böte sich, analog zum Bio-Siegel,

ein Anti-Clan-Siegel für Spätis

und andere Geschäfte an. Wie bei

den vielen unübersichtlichen Kennzeichnungen

für Bio und Fair Trade,

ließe sich auch das Clan-Siegel diversifizieren:

Clan-frei nach StGB,etwa.

Oder halt ein bisschen Clan, dafür

aber mit Vitaminen.

Manchmal wird ein Späti überfallen –um

günstig Bier zu holen?

MORRIS PUDWELL

Zu schwer? Am vergangenen Freitag schrieben Schüler in Berlin und Brandenburg die Mathe-Leistungskurs-Prüfung.Eine Grundkurs-Klausur gab es nur in Berlin.

Auch für Lehrer zu schwer

Präsident des Pädagogenverbandes nennt Aufgaben des Mathe-Abiturs zu umfangreich und zu kompliziert

VonMartin Klesmann

Erstmals hat nun auch ein

hiesiger Lehrerverband die

diesjährigen Mathe-

Abituraufgaben als zu

schwer kritisiert. „Die Aufgaben waren

zuumfangreich, zu unterrichtsfremd

und an manchen Stellen ungeschickt

formuliert“, sagte Hartmut

Stäker, der Präsident des Brandenburger

Pädagogenverbandes, am

Dienstag der Berliner Zeitung. Bisher

hatten lediglich Tausende Schüler

in mehreren Online-Petition wegen

der schweren Aufgaben vom

3. Mai protestiert und eine Änderung

des Notenschlüssels verlangt.

Hartmut Stäker muss eigentlich

wissen, wovon erspricht: Er ist Mathe-

und Physiklehrer und Zweitkorrektor

im Abitur. Als Negativbeispiel

nennt der Lehrer beispielsweise die

Aufgabe 4.2 in der Leistungskurs-

Klausur. Dort geht es um Freigetränke

und Reservierungen auf einem

Ausflugsschiff. Die Aufgabe

würde ganz viele Unterfragen in verschiedensten,

teils umständlichen

Formulierungen beinhalten, kritisiertHartmut

Stäker,dessenVerband

zum Deutschen Beamtenbund gehört.

Auch tauchten in den Aufgaben

Worte wie „Nullhypothese“ oder

„Entscheidungsregel“ auf, die vielen

Schülern kaum bekannt sein dürften.

Er selbst habe für die gleichen

Aufgaben siebeneinhalb statt der

veranschlagten fünf Stunden gebraucht.

Seine Schlussfolgerung:

Deutschland müsse sich endlich

entscheiden, ob das Abitur den

höchsten Abschluss für Allgemeinbildung

darstelle –oder bereits die

erste Stufeder Spezialbildung.

Viel mehr Ausfälle befürchtet

Ähnlich kritisch blickt die 17-jährige

Larissa auf ihre Mathe-Lk-Klausur,

die sie am Freitag am Spandauer

Lilly-Braun-Gymnasium geschrieben

hat, vor allem auf den Analysis-

Teil. Es sei eine Logarithmusfunktion

zu bearbeiten gewesen, die die Lehrer

nur am Rande behandelt hätten.

„Und es ist auch total ungewöhnlich,

dass zwei binomische Formeln in einer

Funktionsgleichung drangekommen

sind.“ Erstmals gab es in

Berlin wieder einen hilfsmittelfreien

Aufgabe 3.2: Würfel

GRUNDKURS-AUFGABE

Die Abbildung zeigt den Würfel ABCDEFGH mit G (5|5|5) und H (0|5|5)

in einem kartesischen Koordinatensystem.

Die Punkte I (5|0|1), J(2|5|0), K (0|5|2) und L (1|0|5) liegen jeweils auf einer

Kante des Würfels.

a) Zeichnen Sie das Viereck IJKL in die Abbildung ein.

b) Begründen Sie, dass das Viereck IJKL ein Trapez ist, in dem zwei Seiten

gleich lang sind.

Weisen Sie nach, dass die Seite IL des Trapezes doppelt so lang ist wie die Seite JK.

c) Berechnen Sie die Größe eines Innenwinkels des Trapezes IJKL.

d) Berechnen Sie den Flächeninhalt des Trapezes IJKL.

e) Gegeben ist die Ebene S:5x+4y+5z=0.

Der Punkt K liegt in einer Ebene T,die parallel zu Sist.

Untersuchen Sie, ob auch der Punkt L in T liegt.

4–r


f) Für einen Wert vonrschneidet die Gerade g:x= 0 +u.

4

–5 mit u IR

r 2 +1 0

die Kante GH des Würfels.

Bestimmen Sie das Verhältnis, in dem der Schnittpunkt die Kante teilt.

DPA/STRATENSCHULTE

Aufgabenteil, in dem die Schüler

ohne Taschenrechner oder Formelbuch

auskommen mussten. Viel zu

lang und untergliedertseien dortdie

Aufgaben gewesen, sagt die Schülerin.

„Ich denke,jetzt habe ich in Mathe

einen Ausfall –und das wird vielen

so gehen“, sagt die junge Frau,

die eine der Online-Petitionen gestartet

hat, und fordert: „Der Notenspiegel

sollte dem Schwierigkeitsgrad

angepasst werden.“

Landesschülersprecherin Eileen

Hager ist eine vonmehreren Tausend

SchülerninBerlin und Brandenburg,

die die gemeinsame Leistungskurs-

Klausur geschrieben haben. „Es war

schwerer als erwartet“, sagt auch die

Schülerin der Fritz-Reuter-Sekundarschule

in Hohenschönhausen. Ihre

Mitschüler berichten, dass die zentrale

Mathe-Grundkurs-Klausur sogar

noch tückischer gewesen sei. Die

obersten Schülervertreterführen derzeit

eine Umfrage unter Abiturienten

durch, wie schwer es wirklich war.

„Dann werden wir entscheiden, ob

und welche Forderungen wir stellen“,

sagte Hager.

Berlins Bildungsverwaltung sieht

aktuell keinen Handlungsbedarf.

Das Potsdamer Bildungsministerium

prüft noch. Andere Fachlehrer

halten die Aufgaben für angemessen

schwierig. In den vergangenen Jahren

kritisierten viele den Trend zu

immer leichteren Aufgaben.

Vielzahl vonOnline-Petitionen

In die Kritik gerät auch der leichtfertige

Gebrauch von Online-Petitionen,

mit denen die Schüler bundesweit

für Aufsehen sorgen. Allein in

Berlin und Brandenburg gab es zunächst

mehr als fünf verschiedene

Petitionen gegen den angeblich zu

hohen Schwierigkeitsgrad.

Zwar verspricht die Kultusministerkonferenz

seit Jahren, die Prüfungen

in den einzelnen Bundesländern

vergleichbarer zu machen. Seit 2017

gibt es einen gemeinsamen Aufgabenpool.

Doch die meisten Bundesländer

greifen kaum darauf zu.

Martin Klesmann

zieht Wurzeln eigentlich

lieber in einem Garten.

Alle 30 Minuten

von Berlin

nach Hamburg

Bahn stärkt ICE-Strecke ab

Ende 2021 –mehrSitzplätze

Die Deutsche Bahn hat zu einem

„Schienengipfel“ bei Verkehrsminister

Andreas Scheuer die Erhöhung

des Fahrtakts auf einer ihrer

wichtigsten Strecken angekündigt.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember

2021 will die Bahn zwischen Berlin

und HamburgICEsimHalbstundentakt

fahren lassen. Das kündigte die

Bahn am Dienstagabend zu einem

„Schienengipfel“ in Berlin an. Bislang

fahren die Züge auf der Strecke zwischen

den beiden größten deutschen

Städteneinmal in der Stunde.

Bahnchef Richard Lutz erklärte,

mit der Erweiterung könne das Unternehmen

20 Prozent mehr Sitzplatzkapazität

anbieten. DieVerbindung

zwischen Hamburgund Berlin

zählt nach Bahnangaben mit täglich

fast 17 000 Fahrgästen zu den nachfragestärksten

Fernverkehrsverbindungen

in Deutschland.

DieAnkündigung der Bahn ist ein

wichtiger Schritt zur Umsetzung des

Projekts Deutschland-Takt. Für

Bahnreisende soll in den nächsten

Jahren ein grundlegend neues System

mit abgestimmten Umsteige-

Verbindungen aufgebaut werden.

Das Zugfahren soll pünktlicher und

schneller werden, Anschlüsse direkter

und verlässlicher.

Mehr Investitionen nötig

Verkehrsminister Scheuer (CSU)

sagte bei dem Treffenmit Branchenvertretern,

der Deutschland-Takt

solle ab 2021 schrittweise starten.

Die Bundesregierung strebt an, die

engere Verzahnung von Nah- und

Fernverkehr bis 2030 umzusetzen.

Scheuer bekräftigte außerdem seine

Forderung, Bahntickets im Fernverkehr

durch eine Steuersenkung

günstiger zu machen. Er hatte bereits

vorgeschlagen, die Mehrwertsteuer

auf Tickets von 19auf sieben

Prozentzusenken. Scheuer sagte,es

gebe Verbesserungen bei der Pünktlichkeit

der Züge, esmüssten aber

mehr Anstrengungen unternommen

werden. Auch der Komfort müsse

besser werden.

Die Koalition hatte angekündigt,

bis 2030 die Zahl der Fahrgäste zu

verdoppeln und mehr Güter auf die

Schiene zu holen. In einem Papier

des „Zukunftsbündnisses“ werden

deutlich mehr Investitionen in das

zum Teil marode Schienennetz für

nötig erachtet. Weite Teile des Netzes

seien überlastet, heißt es in dem Papier.

Empfohlen wird, die Mittel von

aktuell rund 1,6 Milliarden Euro auf

rund zwei Milliarden in den Jahren

2020 bis 2023 zu erhöhen, ab 2023

dann auf rund 3Milliarden. Insgesamt

gehe es um Investitionen in

Höhe von30Milliarden Euro. (dpa)

Zuverlässiger,komfortabler und häufiger

soll der ICE fahren. IMAGO IMAGES/WALDMÜLLER


10 * Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019

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Berlin

Nach fünf

Jahren endlich

Regenschutz

Flixbus feiert Eröffnung

von Wartehäuschen am Alex

382 Angriffe

auf Schwule

in einem Jahr

In Neukölln und Schöneberg

kommt es häufig zu Gewalt

VonPeter Neumann

Manche Dinge dauern eben etwas

länger. Fünf Jahre, nachdem

Flixbus am Alexanderplatz eine

Haltestelle eingerichtet hat, durfte

das Unternehmen dort auf eigene

Kosten zwei Wartehäuschen aufstellen.

Am Dienstagmittag wurde die

Inbetriebnahme der solarbeleuchteten

Unterstände gegenüber des Hotels

Park Inn gefeiert. Flixbus-Chef

Fabian Stenger nahm die Gelegenheit

wahr, seinen Wunsch nach einem

zweiten Fernbusbahnhof zu bekräftigen.

DieAnlage sollte im Osten

Berlins entstehen: „Das Ostkreuz

wäreder ideale Standort.“

Fahrgäste, die auf den Bus nach

Hamburg oder Leipzig warteten,

wunderten sich. In der Tatwird die

Aufstellung von Buswartehäuschen

in der Regel nicht mit Sekt gefeiert –

auch bei Flixbus nicht. Doch diesmal

machte das Unternehmen eine Ausnahme.Zuwichtig

sei die Haltestelle

am Alexanderplatz, sagte Patrick

Kurthvon Flixbus: „Sie ist eine unserer

Top-Haltestellen in Europa“ –

nicht nur was die Zahl der Fahrgäste,

sondern auch was die durchschnittliche

Auslastung der Busse anbelangt.

Fast alle seien ausgebucht. Der

Grund: DerAlex sei gut erreichbar.

ZOBamOstkreuzgefordert

Auch wer sich für Klimaschutz einsetze,

könne mit der Haltestelle zufrieden

sein, so Stenger.„95 Prozent

der Fahrgäste kommen zu Fuß, mit

dem Nahverkehr oder per Rad dorthin.“

Der Durchschnittswert für alle

Flixbus-Stopps liegt bei 70 Prozent.

Anfangs wurde der Fortbestand

der Haltestelle allerdings immer wieder

von Behördenseite in Frage gestellt,

hieß es bei Flixbus.Noch mehr

Opposition gab es gegen den Plan,

Wartehäuschen aufzustellen. Zusätzliches

Straßenmobiliar sei nicht

gewünscht –sokam die Botschaft

an. „Wir arbeiten um die Ecke in der

Karl-Liebknecht-Straße und kommen

oft an der Haltestelle vorbei.

Manchmal saßen die Fahrgäste sogar

auf der Erde“, erzählte ein Mitarbeiter.

Umdie Lage zu entspannen,

mietete Flixbus 2017 ein Ladenlokal,

richtete Schalter ein und gewann einen

Cafébetreiber. Toiletten für die

Fahrgäste gibt es allerdings nicht.

FDP-Fraktionschef Sebastian

Czaja freute sich, dass die Wartehäuschen

endlich stehen. „Es ging

schneller als am BER“, witzelte der

Gast. Nunmüsse endlich der Baueines

zweiten Busbahnhofs in Angriff

genommen werden –amOstkreuz,

wie es auch die CDU fordert. DerSenat

steht der Forderung aber skeptisch

gegenüber: Zum einen fehle

Platz, zum anderen der Bedarf.

Schließlich werde der Zentrale Omnibusbahnhof

(ZOB) am Messedamm

in Charlottenburgausgebaut.

Die Verkehrsanlagen sollen Ende

2019 fertig werden, die Eröffnung der

geplanten Wartehalle soll im Sommer

2022 den Schlusspunkt setzen.

Doch viele Ost-Berliner scheuen den

Weg, entgegnete Flixbus-Chef Stenger.

„Im Sinne des Klimaschutzes

wäreeskonsequent, über einen ZOB

am Ostkreuz nachzudenken.“

Noch ohne Fahrgäste: einer der zwei neuen

Unterstände am Alex. THOMAS UHLEMANN

Antisemitische Übergriffe gibt es. Offen ist nur,wie viele es sind, denn es gibt durchaus unterschiedliche Zählweisen.

Antisemiten –rechts, links, islamistisch

Zu unscharf und unpräzise: FDP-Innenpolitiker kritisiert einseitige Zählweise der Polizei

VonElmar Schütze

Die Kritik an der polizeilichen

Zählweise antisemitischer

Straftaten und

deren Einordnung nach

Tätergruppen geht weiter. Zu unscharf

und zu unpräzise sei die Einordnung

vielfach, sagen Fachleute.

Vor allem die oftmals vorschnelle

Zuordnung von Taten zu Rechtsextremen,

ohne dass es dafür konkrete

Anhaltspunkte gibt, wirdimmer wieder

kritisiert.

Schon die bloße Erfassung und

Zählung der Taten offenbart große

Differenzen. Während die Berliner

Polizei in ihrer Statistik für das vergangene

Jahr 324 antisemitische

Straftaten aufführt, spricht die Recherche-

und Informationsstelle Antisemitismus

Berlin (Rias) von 1083

antisemitischen Vorfällen im Jahr

2018. In beiden Statistiken ist jedoch

ein Anstieg gegenüber dem Jahr davor

zuverzeichnen. Für 2017 registrierte

die Polizei genau 306 antisemitische

Straftaten, RIAS listete für

dasselbe Jahr 951 Vorfälle auf.

Wie aus der Antwort der Innenverwaltung

auf eine Anfrage des

FDP-Innenpolitikers Marcel Luthe

hervorgeht, werden bei der Polizei

253 der insgesamt 324 Straftaten der

Kategorie „rechtsextreme Motivation“

zugeordnet. Die Berliner Polizeirichtet

sich dabei nach einer bundeseinheitlichen

Vorgabe.Doch hinter

diesen Zahlen verbirgt sich ein

großer Graubereich. Tatsächlich

nämlich bleiben nach Auskunft der

Innenverwaltung nur 133 Taten mit

klaren rechtsextremen Motiven übrig

– der Rest wird der Kategorie

„rechts“ eher willkürlich zugeschlagen.

ZumBeispiel auch solche Taten:

Wenn etwa auf einer Hauswand der

Schriftzug „Juden raus“ gefunden

wird, die Polizei jedoch keine weiteren

Spezifika oder Tatverdächtigen

dazu ermittelt hat. Waren das

Rechte? Kann sein, muss es aber sicherlich

nicht.

Marcel Luthe hält es nach Lektüre

der offiziellen Zahlen jedenfalls für

eine „kühne Behauptung“, dass ein

Großteil antisemitischer Taten von

Rechtsextremen begangen werde.

Schließlich ließen sich für 60 Prozent

der Taten eben keine rechtsextremen

Hintergründe feststellen.

Der FDP-Abgeordnete geht noch

einen Schritt weiter,wenn er der Berliner

Zeitung sagt, die Täter hätten

„häufig eine islamistische Motivation“.

Anhand der objektiven Zahlen

zu festgestellten Verdächtigen könne

„Der Anteil der Angriffe und Gewaltandrohungen

von Angesicht zu Angesicht ist

relativgering. Aber dassinddie Momente,die

für die Anzeigenden am gravierendsten sind.“

Benjamin Steinitz,

Projektleiter bei Rias

man sagen, dass hier der größereTeil

aus „ausländischer Ideologie“ heraus,

also etwa von Anhängern der

antisemitischen Hamas oder Hisbollah

in Deutschland, begangen

werde, so Luthe.

Auch Rias kennt die Schwierigkeit

einer eindeutigen Zuordnung. Die

von der Senatsjustizverwaltung unterstützte

Stelle registrierte im vorigen

Jahr 1083 antisemitische Vorfälle

–„doch etwa die Hälfte davon

lässt sich überhaupt keinem politischen

Kontext zuordnen“, sagt Rias-

Heimstatt aller Extremisten

Elmar Schütze

ist bestürzt über die

wachsende Brutalität.

DPA

Projektleiter Benjamin Steinitz. Eine

solche Zuordnung sei erst möglich,

wenn man mehr über den Vorfall

wisse. Denn selbst wenn ein Fall des

sogenannten „Israel-bezogenen Antisemitismus“

vorliege, sei damit

eben nicht bewiesen, ob er von

rechts, links oder von Islamisten

komme.

Selbst wenn im Zusammenhang

mit einem Vorfall etwa „eine Gruppe

Araber“ erwähnt werde, sei damit

nichts darüber gesagt, dass es einen

islamistischen Hintergrund gebe.

Erst wenn bei einem Vorfall beispielsweise

ein Spruch wie „Allah ist

groß“ falle oder ein anderes eindeutig

religiöses Element dazukomme,

sei der Fall klar.

Im Detail hat Rias jedoch Trends

herausgearbeitet. So ist die Zahl der

Angriffe und der Bedrohungen mit

jeweils 46 Fällen zwar weiterhin relativ

niedrig –aber die Zahl beider Deliktarten

steigt rasant. So nahmen

Angriffe im Vergleich zum Jahr 2017

um 155 Prozent zu, die Zahl der Bedrohungen

stieg um 77 Prozent. Dagegen

bleiben etwa„gezielte Sachbeschädigungen“

auf einem konstant

hohen Niveau.

Der aktuelle Verfassungsschutzbericht macht deutlich: Gefahr droht nicht nur von Islamisten

VonAndreas Kopietz

Berlin ist nicht nur Heimstatt für

Islamisten sondern auch für Extremisten

aller politischen Couleur.

Laut dem aktuellen Verfassungsschutzbericht

für das Jahr 2018, der

am Dienstag vorgestellt wurde, sind

Rechts- und Linksextremisten sowie

ausländische Extremisten-Gruppen

in der Hauptstadt hoch aktiv. Letzteresind

zum Teil rechts- oder linksextremistisch

geprägt.

So zählt der Verfassungsschutz

bei der linksextremistischen Arbeiterpartei

Kurdistans (PKK) einen Zuwachs

von 1100 auf 1120 Personen

im vergangenen Jahr.Die türkischen

Militäroperationen im von Kurden

bewohnten Norden Syriens haben

das politische Klima auch in Berlin

aufgeheizt. In der Stadt fanden dazu

mehr als 60 Demonstrationen und

Aktionen statt. Hinzu kamen militante

Aktionen gegen Geschäfte und

Lokale, Brandstiftungen und Farbschmierereien.

So gab es im Märzeinen

Brandanschlag auf eine DITIB-

Moschee in Reinickendorf.

Dierechtsextremistische Ülkücü-

Bewegung (Graue Wölfe) blieb stabil

bei 400 Anhängern. Allerdings traten

die Anhänger öffentlich nicht wesentlich

in Erscheinung, und größere

Veranstaltungen als Reaktion auf die

Militäroffensive der Türkei blieben

aus.

Lose Netzwerke

Das Personenpotenzial des Rechtsextremismus

ist nach Angaben des

Verfassungsschutzes im vergangenen

Jahr gleichgeblieben. Die Behörde

zählt 1430 aktiveRechtsextremisten,

davon insgesamt 1390 Personen,

die nicht in Parteien wie der

NPD (210 Mitglieder) oder „Der III.

Weg“ (20 Mitglieder) in losen Strukturen

oder gar nicht organisiertsind.

Die wichtigsten Beobachtungsobjekte

sind nach Angaben der Behörde

das Netzwerk Freie Kräfte mit

zirka 140 Personen, die Identitäre

Bewegung mit rund 40 Mitgliedern,

rechtsextremistische Reichsbürger

sowie das „Netzwerkmuslimen- und

fremdenfeindlicher Rechtsextremisten“,

dem 100 Personen zugerechnet

werden und dessen Beobachtung im

vergangenen Jahr begann.

Dieses Netzwerk hat sich aus

Gruppen gebildet, die zuvor nur

lose über soziale Netzwerke miteinander

verbunden waren. Wichtigster

Akteur war dortlaut Behörde die

Gruppierung Hooligans gegen Salafisten

(HoGeSa), die sich in Berlin

auch Bündnis Deutscher Hools

nannte.Aus diesem Spektrum gründete

sich laut Verfassungsschutz der

Verein Wir für Deutschland (WfD),

der seit 2016 „Merkel-muss-weg“-

Demonstrationen organisierte. Bei

den WfD-Demos sei der Schulterschluss

mit traditionellen neonazistischen

Rechtsextremisten gesucht

worden.

Einen rasanten Anstieg des Personenpotenzials

verzeichnen die Verfassungsschützer

bei den sogenannten

Reichsbürgern und Selbstver-

waltern. Dort gab es einen Anstieg

von500 im Jahr 2017 auf 670 im vergangenen

Jahr.150 vonihnen gelten

als Rechtsextremisten (110 im Vorjahr).

Die Anhänger dieser Szene

sind der Ansicht, dass Deutschland

von einer „BRD GmbH“ verwaltet

werde. Sie erkennen deshalb den

Staat und seine Behörden nicht an,

sie vertreten antisemitische, nationalsozialistische

oder verschwörungstheoretischen

Positionen.

Angestiegen ist auch die Zahl der

Linksextremisten in Berlin: von2950

auf 3140. Starken Zuwachs hatte vor

allem der Verein Rote Hilfe,der unter

anderem von Strafermittlungen Betroffene

finanziell unterstützt.

DieZahl der gewaltbereiten Autonomen

wird auf 970 beziffert. Der

Verfassungsschutz merkt hierzu in

seinem Bericht an: „Die quantitative

Schwäche des autonomen Spektrums

spiegelt sich unter anderem

am 1. Maiwider,woesinden vergangenen

Jahren kaum Akzente setzen

konnte.“

VonAnnika Leister

Die Zahl der von der Opferberatungsstelle

Maneo erfassten

homo- und transphoben Übergriffe

in Berlin ist zum zweiten Mal in

Folge gestiegen. Das gaben Vertreter

des von der Justizverwaltung unterstützten

Anti-Gewalt-Projekts am

Dienstag bekannt. Am häufigsten

wurden homosexuelle Männer Ziel

von Attacken. Aktuell am meisten

Sorgen macht Maneo die Entwicklung

in Neukölln.

Für das Jahr 2018 dokumentierte

Maneo 382 Fälle von Beleidigung,

Körperverletzung, Nötigung, Bedrohung

und Sachbeschädigung. Das

sind 58 Fälle mehr als 2017 und

91 Fälle mehr als 2016. Auch die Berliner

Polizei stellt für den selben Zeitraum

einen Anstieg der Übergriffe

fest: Sie registrierte 225 Straftaten –

und damit 54 mehr als 2017.

Einen besonders starken Anstieg

verzeichnete Maneo bei der Zahl der

dokumentierten Beleidigungen, die

sich im Vergleich zu 2017 von 91auf

171 Fälle beinahe verdoppelt hat.

Von 100 auf 90 leicht gesunken ist

hingegen die Zahl der Körperverletzungen

wie auch die Zahl der Nötigungen

und Bedrohungen (von 86

auf 78). Verbale Anfeindungen seien

nicht zu unterschätzen, sagte Bastian

Finke, der Leiter von Maneo.

Wertäglich aufgrund seiner Identität

angefeindet würde, den verletze das

im Kern, der verändere seine Haltung

und seine Einstellung.

Wersichzeigt,wirdeher attackiert

In Dutzenden vonFällen sei Auslöser

für den Übergriff die sogenannte

Paar-Erkennung gewesen, teilt Maneo

mit. Das heißt, die Betroffenen

wurden als homosexuelles Paar in

der Öffentlichkeit erkannt, weil sie

Händchen hielten, sich küssten oder

umarmten –und attackiert.

Auch der Verein L-Supporthat an

der Statistik mitgewirkt, Übergriffe

auf Lesben, bi- und transsexuelle

Frauen gesammelt und ergänzt: Am

häufigsten gehören neben verbalen

Attacken Anspucken und sexuelle

Belästigung zur Gewalt, die Betroffene

im öffentlichen Raum erfahren.

Besonders häufig kam es mit

65 Fällen in SchönebergzuÜbergriffen,

wo im Regenbogenkiezrundum

den Nollendorfplatz besonders viele

Szeneläden zuhause sind, gefolgt

von Neukölln (50) und Tiergarten

(37). Dabei unterscheidet Maneo

noch nach den alten Bezirksgrenzen,

die mit einer Reform 2001 geändert

wurden. Den stärksten Anstieg verzeichnet

Neukölln –waren es 2017

noch 30 Fälle , kam es 2018 zu

50 Übergriffen, die teilweise auch

besonders gewalttätig waren. So

wurde zum Beispiel ein schwules

Pärchen, das untergehakt am Boddinplatz

entlang spazierte, von Jugendlichen

attackiert. Ein Angreifer

rammte einem der jungen Männer

ein Messer in denOberschenkel. Die

Täter sind weiterhin auf freiem Fuß.

Bastian Finke weist darauf hin,

dass die Bilanz des Projekts keinen

Rückschluss darauf zulasse, obdie

Gewalt gegen Lesben und Schwule

in Berlin gestiegen ist. Er geht voneinem

anhaltend großen Dunkelfeld

aus und schätzt die tatsächliche Zahl

derÜbergriffe auf mehr als das Doppelte

der nun veröffentlichten Zahlen.

Doch die Berliner Strafverfolgungsbehörden

arbeiteten vorbildlich

mit zivilrechtlichen Organisationen

zusammen: Inzwischen gebe es

bei der Polizei zwei und bei der

Staatsanwaltschaft einen direkten

Ansprechpartner für LSBTI-Personen,

deren Aufgabe es auch ist, ihre

Kollegen zuschulen und zu sensibilisieren.„Berlin

ist damit in Deutschland

absolute Spitze“, so Finke. So

hofft er, das Dunkelfeld weiter zu

verkleinern: „Wir wollen, dass sich

wirklich etwas in der Stadt ändert.“


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12 * Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019

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Berlin

Puhdys-Sänger

Dieter Birr

in der Reha

Rocker will nach Krankheit

rasch wieder auf die Bühne

„Klimapolitik

muss

machbar sein“

Umweltsenatorin sieht

Krise, aber keinen Notstand

VonNorbertKoch-Klaucke

Tour verschoben, die Kür zum

Brandenburger Bier-Botschafter

abgesagt. Dieter „Maschine“ Birr

(75) meldete sich nach Osternkrank.

Keiner ahnte, dass er in der Klinik

lag. Jetzt kam die besorgniserregende

Nachricht und zugleich Entwarnung:

Dem Ex-Puhdy wurde ein

Tumor entfernt. Undesgeht ihm gut.

Per Videobotschaft meldete sich

Dieter Birr auf Facebook bei den

Fans. Der Musiker berichtet, dass er

wegen Rückenschmerzen ins Krankenhaus

ging. „Man hat mich dort

ordentlich durchgecheckt. Dabei hat

man etwas gefunden, einen Tumor,

bei mir im Darm.Den haben sie mir

rausgeholt“, teilt er mit. „Ich verabschiede

mich

erst einmal für

drei Wochen in

die Reha.“

Das Video

wurde am Sonntag

im Studio seines

Managements

in Hoppe-

Dieter Birrerholt

sich von einer OP.

IMAGO IMAGES

garten gedreht.

Birr zeigt sich

trotz der Operation

voller Optimismus und Tatendrang.

Nach der Reha gehe es weiter

mit seiner Tour „Dieter Maschine

Birr erzählt und singt“. „Darauf

könnt ihr euch verlassen“, verspricht

er seinen Fans.

Manager Rolf Henning teilt den

Optimismus des einstigen Frontmannes

der Puhdys.„Ich sehe recht

positiv in die Zukunft“, sagte er der

Berliner Zeitung. „In der Klinik lag

Maschine nur einen Tagauf der Intensivstation.

Die Ärzte sagten, wie

erstaunlich fit er nach so einer Operation

ist.“ Dennoch muss sich Birr

zunächst in der Reha-Klinik erholen.

Diedortigen Therapien sind nach

Tumor-Operationen am Darm besonders

wichtig, heißt es bei der

Deutschen Krebsgesellschaft. Sie

sollen den Erholungs- und Genesungsprozess

des Patienten beschleunigen.

„Maschine gibt schon

richtig Tempo vor. Er sagt: ‚Ich

schaffe das, will schnell wieder fit

werden und zurück auf die Bühne‘“,

berichtet Manager Henning. Vielleicht

klappt das zu Pfingsten, wenn

Birr bei fünf Konzerten der Punkband

Goitzsche Front als Gastsänger

auftreten will. Außerdem plant er

schon fürs Jahresende seine Weihnachtstour

„Alle Winter wieder“.

Kontakt zur Bevölkerung: Prinz Charles beim Smalltalk am Brandenburger Tor.

Hello again!

Prinz Charles und seine Frau Camilla besuchen Berlin und feiern mit Gästen den Geburtstag der Queen

VonAndreas Kurtz

Der britische Thronfolger

Prinz Charles von Wales

und seine Frau, Herzogin

Camilla von Cornwall,

sind am Dienstag zu einem

dreitägigen Deutschlandbesuch in

Berlin eingetroffen. Nach der Landung

in Tegel fuhren sie zum kurzen

Pflichtbesuch bei Bundeskanzlerin

Angela Merkel ins Kanzleramt. Anschließend

trennten sich die Wege

des Paares: Während der Prinz von

Bundespräsident Frank-Walter

Steinmeier im Schloss Bellevue begrüßt

wurde (und einen Teddy für

seinen jüngsten Enkel bekam), besuchte

seine Frau die Gewaltschutzambulanz

der Charité. Nächster

Termin für beide Royals war eine

Kranzniederlegung am Luftbrückendenkmal

in Tempelhof –amSonntag

vor70Jahren endete die sowjetische

Blockade West-Berlins.

Gang durchs Brandenburger Tor

Die Bundeskanzlerin begrüßt Prinz Charles und seine Ehefrau Camilla.

Dann schlug die Viertelstunde des

Regierenden Bürgermeisters Michael

Müller, der mit dem Prinzen

und der Herzogin durch das Brandenburger

Torschreiten durfte, wo

etwa zweitausend Berliner und Touristen

ganz aus dem Häuschen waren.

Am Mittwoch wird der Prinz im

Wörlitzer Park in Sachsen-Anhalt erwartet,

anschließend geht es nach

Leipzig und München.

In Berlin sind der Prinz und die

Herzogin in der Residenz des britischen

Botschafters Sir Sebastian

Wood untergebracht. Was sich am

Dienstagabend als praktisch erwies,

denn so mussten Prinz Charles und

Herzogin Camilla nach der Gartenparty

nur einige Schritte gehen, bis

sie ihre Häupter zur Ruhe betten

konnten. Als gesellschaftlichen Höhepunkt

des Berlinteils ihres

Deutschlandbesuchs gab es nämlich

die traditionelle Queen’s Birthday

Party. Mitder wirdnormalerweise im

Juni bei besserem Wetter der Geburtstag

der Queen vom 21. April

nachgefeiert. Diesmal also schon im

Mai –wenn schon mal der Sohn der

Königin in der Stadt ist, muss man

das nutzen. Unter den 600 Gästen

der Geburtstagsparty, bei der es Lebensmittel

aus nachhaltigem Anbau

gab,war auch die Grünen-Politikerin

Renate Künast, die Prinz Charles inzwischen

seit Jahrzehnten immer

AP/MICHAEL SOHN

wieder begegnet. Wobei sie oft erlebte,

wie sich Charles als visionärer

Mahner in Sachen Umweltschutz

betätigte, der viel früher als andere

auf Probleme wie Plastik in den Meeren

hinwies. Soerinnert sie sich an

ein Gespräch in den 80er-Jahren, bei

dem Charles von Rikscha-Taxen in

Toronto schwärmte, was damals

mancher für versponnen hielt. „Inzwischen

fahren die Rikschas rund

um das Brandenburger Tor“, sagt Renate

Künast heute.

In seiner Rede bei der Geburtstagsparty

für Mutti, von der er herzlich

grüßte, ging der Thronfolger auf

die Beziehungen seiner Familie nach

Deutschland ein. Das Brexit-Thema

konnte er nur umschreiben: „Unser

Verhältnis zueinander ist im Wandel

begriffen.“ Optimistisch ging es weiter:„...für

mich ist klarer denn je zuvor,

dass die Bande zwischen uns Bestand

haben müssen und werden.“

Prinz Charles kam seit seiner Teenagerzeit

mehr als 30 Mal offiziell und

privat nach Deutschland. „Es ist

auch wirklich immer ein besonderes

Vergnügen, in Berlin zu sein. Besonders

als Großvater eines neugeborenen

Enkels.“ Berlin sei „zu einem

stolzen Statement für das geworden,

was wir erreicht haben und für die

unbeirrte Hoffnung früherer,jetziger

und künftiger Generationen.“

Toast und Hymne

CHRISTIAN SCHULZ

Am Ende brachte der Botschafter

zwei Toaste aus. Nach „To the

Queen“ sang man gemeinsam die

britische Hymne „God save the

Queen“, der Ausruf „To the Bundespräsident“

war das Startsignal für die

deutsche Hymne.

Dann verschwanden Charles und

seine Frau ins Haus.Erhatte sich zuvor

geduldig einen vorbestimmten

Wegentlang durch den Garten gearbeitet,

wo er Dutzenden Menschen

vorgestellt wurde. Der Prinz stellte

immer wieder innerhalb vonSekunden

freundliche Verbindlichkeit her.

Wiebei der Bankerin, die neben dem

Job ein Ehrenamt bei der Britischen

Handelskammer in Deutschland

ausübt. Diefragte er:„Wielange wollen

sie das noch aushalten?“

Andreas Kurtz erhob sein

Glas gemeinsam mit Prinz

Charles und 600 Gästen.

VonPeter Neumann

Berlins Umweltsenatorin Regine

Günther sieht die Initiative, die

sich für die Ausrufung eines Klimanotstands

einsetzt, offensichtlich

mit gemischten Gefühlen –und sie

bleibt bei ihrem jetzigen Kurs. „Klimaschutzpolitik

darf keine Symbolpolitik

bleiben und sich auch nicht

in Forderungen erschöpfen, sondern

muss machbar sein und sehr schnell

praktisch werden“, sagte Jan Thomsen,

der Sprecher der parteilosen,

von den Grünen nominierten Politikerin.

„Genau dies passiertinBerlin.

Insofern verstehen wir den Ansatz

der Volksinitiative, dem Thema Klimapolitik

endlich die angemessene

Bedeutung im praktischen politischen

Handeln zu geben, als Rückenwind

für unseren Kurs.“

Kohleausstieg ist beschlossen

Wie berichtet haben Umweltaktivisten

damit begonnen, Unterschriften

für eine Volksinitiative zusammeln.

Ziel ist es, dass nach Los Angeles,

London und anderen Städten auch

Berlin den Klimanotstand ausruft.

Die Verantwortlichen müssten in

größerem Tempo als derzeit dafür

sorgen, dass der Ausstoß von Kohlendioxid

sinkt. Zwischen 2030 und

2035 soll in Berlin der Punkt erreicht

werden, an dem keine Treibhausgase

mehr entweichen –was auch bedeutet,

dass dann keine Benzin- und

Dieselfahrzeugemehrfahren.

„Dass wir eine Klimakrise haben,

ist völlig eindeutig –und eine Grunderkenntnis

für die Politik dieses Senats

und insbesondere der Senatsverwaltung

für Umwelt, Verkehr und

Klimaschutz“, sagte Thomsen. Die

Senatorin engagiere sich „seit Jahrzehnten,

also auch vorihrem Amt als

Landesministerin, auf nationaler

und internationaler Ebene für konsequenten

Klimaschutz“.

Auf Braunkohle verzichte Berlin

seit 2017, für 2030 wurde der komplette

Kohleausstieg gesetzlich beschlossen,

so der Sprecher weiter.

Zudem habe sich der Senat mit dem

Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm

ehrgeizige Ziele gesetzt,

um die Stadt mit hundert Maßnahmen

für hundert Millionen Euro

langfristig klimagerecht zu machen.

„Auch Berlins neue Verkehrspolitik

ist nicht zuletzt Klimaschutzpolitik,

etwa indem die BVG ihre gesamte

Busflotte bis 2030 auf Elektromobilität

umstellt“, so Thomsen weiter.

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14 * Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019

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Berlin

BVG dünnt

Fahrplan

der Tram aus

Staus und Baustellen

erfordern Anpassung

VonPeter Neumann

Die Berliner Verkehrsbetriebe

(BVG) dünnen zum kommenden

Montag auf zwei Straßenbahnlinien

während der Hauptverkehrszeit

den Fahrplan aus – „vorübergehend“,

wie es am Dienstag hieß.

Aufder Linie M2, die Heinersdorf

mit dem Alexanderplatz verbindet,

fahren die Bahnen nicht mehr alle

fünf, sondern alle sechs oder sieben

Minuten. Auf der Linie M4, die von

Falkenbergund Hohenschönhausen

nach Mitte führt, gilt ebenfalls während

der Stoßzeiten ein einheitlicher

Vier-Minuten-Takt. Derzeit fahren

die Züge zu diesen Zeiten im Dreioder

Vier-Minuten-Abstand. Derübrige

Fahrplan wirdnicht verändert.

LängereZüge im Einsatz

Um die Kapazitätssenkung auszugleichen,

wird die M2 auf lange Flexity-Bahnen

umgestellt. Die 40-Meter-Züge

bieten rund 60 Fahrgästen

mehr Platz als die kurzenFahrzeuge,

die derzeit verkehren. Auf der M4

fahren Doppelzüge desTyps GT6, die

fast 60 mehr Fahrgäste aufnehmen.

„Die schwierige Situation im Straßenverkehr

und ein damit verbundener

langfristig erhöhter Krankenstand

hatten im vergangenen Jahr zu

einem Absinken der Zuverlässigkeitswerte

geführt“, so das Landesunternehmen.

„Durch fehlenden

Vorrang an Ampelkreuzungen,

Staus, Baustellen und das insgesamt

erhöhte Verkehrsaufkommen muss

die Straßenbahn aktuell täglich bis

zu 14 ungeplante Züge, sogenannte

Pausenzüge, ins Netz schicken, damit

alle Fahrerinnen und Fahrer ihre

Pausenzeiten einhalten können.“

Das führt anderswo zu Ausfällen.

Damit zum Beispiel auf der M6 wieder

alleVerstärkerzüge fahren, werde

der Fahrplan zu Montag angepasst.

Mit 100 Jahren große Pläne

Das landeseigene Wohnungsunternehmen Gewobag feiert runden Geburtstag und will kräftig wachsen

VonUlrich Paul

Esbegann 1919 mit dem Bau

von 17Reihenhäusern im

Heimstättenweg in Steglitz.

Heute, 100 Jahre später, ist

die Zahl derWohnungen der landeseigenen

Gewobag auf rund 62 000

in ganz Berlin angewachsen.

Und dabei soll es

nicht bleiben. „2030

wollen wir 80 000 Wohnungen

im eigenen Bestand

bewirtschaften“,

kündigte Gewobag-

Chef Markus Terboven

am Dienstag zusammen

mit Ko-Chefin

Snezana Michaelis an.

12 000 Wohnungen

sollen neu errichtet

werden, die übrigen

durch Ankauf hinzukommen.

Als eines

von sechs städtischen

Unternehmen

gehört die Gewobag

zu jenen Vermietern,

die preisdämpfend

auf den

Immobilienmarkt einwirken.

Während sich die

durchschnittliche Miete in der

Hauptstadt laut Mietspiegel auf 6,39

Euro je Quadratmeter Wohnfläche

beläuft, verlangt die Gewobag mit

durchschnittlich 6,09 Euro pro Quadratmeter

eine deutlich geringere

Miete. Das ist ganz nach dem Geschmack

des Senats.„Seit 100 Jahren

hat sich die Gewobag dem Ziel verpflichtet,

leistbaren Wohnraum und

lebenswerte Quartiere für die Berlinerinnen

und Berliner zu errichten

und zu erhalten“, sagt

Stadtentwicklungssenatorin Katrin

Lompscher (Linke). Gerade in Zeiten

des Wachstums brauche Berlin solche

Unternehmen, um sicherzustellen,

dass die Stadt „auch in den

nächsten 100 Jahren ein lebenswerter

Ortfür alle bleibt“.

Im vergangenen Jahr hat die Gewobag

mit dem Bau von mehr als

Größte

Neubauprojekte

der Gewobag

Gartenfeld

ca. 1300 Wohnungen

Bauzeit: 2020 -2025

Waterkant

ca. 2200 Wohnungen

Bauzeit: 2018 –2024

Südkreuz

ca. 200 WO

Bauzeit: 2020 –2021

Führungen: DieGewobagwill

ihren100.Geburtstag mit allenBerlinern

feiern. Ab Ende

Juni bietetsie unteranderem

Stadtteilführungen durch

sechsBerlinerKiezean:

durch Haselhorst (Spandau),

dieGebiete am Chamissoplatz

(Kreuzberg), am Klausenerplatz

(Charlottenburg),

am Kollwitzplatz (Prenzlauer

Berg) sowie durch den Bülowkiez

(Schöneberg) sowie die

Flusspferdhofsiedlung(Lichtenberg).

Hödurstr.

ca. 300 Wohnungen

Bauzeit: 2022 –2024

JUBILÄUMSAKTIVITÄTEN

Freiluftfestival: Vom13. bis

15. September findet in der

Bülowstraße in Schöneberg

die Urban ContemporaryArt

(UCA) Biennale statt. Die

Gewobag präsentiertdas

künstlerische Freiluftfestival

als größter Vermieter vorOrt.

Künstler werden dabei einen

200 Meter langen Straßenabschnitt

in einen Kunst-Parcours

verwandeln. Dortsollen

Kunstwerkezum Spannungsfeld

zwischen Mensch

und Stadt zu sehen sein.

Schönerlinder Str.

ca. 1600 Wohnungen

(1. Bauabschnitt)

Bauzeit: 2023 –2025

Landsberger Allee

ca. 800 Wohnungen

Bauzeit: 2020 –2023

Dolgenseestr.

ca. 680 Wohnungen

Bauzeit: 2018 –2021

Wendenschloßstr.

ca. 570 Wohnungen

Bauzeit: 2020 –2023

BLZ/GALANTY; QUELLE: GEWOBAG

Falkenberg

ca. 600 Wohnungen

Bauzeit: 2016 -2021

Mitmachmuseum: Nach erfolgreichen

Projekten mit

dem Mitmachmuseum Extavium

bemüht sich die Gewobag

um eine langfristige

Partnerschaft mit der Experimentier-Werkstatt

in Schöneberg.Das

Museum führt

Kinder und Jugendliche an

Forschungsthemen heran.

Unter anderem an Fragen

der Solarenergienutzung.

Mehr über das Programm

zum 100. Geburtstag unter

www.gewobag.de

Hohensaatener Str.

ca. 140 Wohnungen

Bauzeit: 2020 –2022

Rhinstr.

ca. 300 Wohnungen

Bauzeit: 2019 –2021

Seelenbinderstr.

ca. 200 Wohnungen

Bauzeit: 2021 –2024

1100 Wohnungen begonnen, ein

Großteil davon entsteht in Lichtenbergund

Spandau. In den kommenden

beiden Jahren sollen die Arbeiten

für weitere 5 000 Wohnungen

starten. Insgesamt will die Gewobag

3,6 Milliarden Euro in den nächsten

zehn Jahren in Neubau, Ankauf und

Modernisierung investieren. „Wir

wachsen und tragen dabei soziale

Verantwortung“, sagte

Snezana Michaelis.

Dazu gehört auch

eine neueVerbindung mit

dem Sport. So wirddie Gewobag

ab dem 1. Juli

Hauptsponsor der Wasserfreunde

Spandau 04, die für mehr als

70 Kitagruppen und Grundschulen

Schwimmunterricht anbieten.

Im Rahmen des

Sponsorings will

die Gewobag das

Schwimmprojekt

finanziell absichern

und dafür

sorgen, dass die Eigenbeteiligung

der

Elternkonstant bleibt.

Korrektur nach oben

Die sechs landeseigenen

Wohnungsunternehmen korrigierten

unterdessen die Zahl

der Wohnungen, die sie bis zum

Jahre 2021 fertigstellen wollen, nach

oben. Nachdem die ursprünglich zugesagte

Zahl von 30000 Wohnungen

zwischenzeitlich auf 24 019 heruntergestuft

worden war, teilte die Senatsverwaltung

für Stadtentwicklung am

Dienstag mit, dass die Zahl auf „nunmehr

26 149 Wohnungen erhöht“

worden sei. Zurückzuführen sei dies

auf die Beschleunigung von Vorhaben

(1 108 Wohnungen), auf die Aufnahme

neuer Projekte (444 Wohnungen)

sowie auf die Einbeziehung sogenannter

Modularer Unterkünfte

(578 Wohnungen). Zwischen 2017 bis

2021 soll der Bau von 31 566 Wohneinheiten

starten. Insgesamt planten

die landeseigenen Unternehmen

49 616 Wohnungen.

POLIZEIREPORT

Mann in seiner Wohnung getötet.

Ein57Jahrealter Mann ist in seiner

Wohnung in der Danziger Straße in

Prenzlauer Berg offenbar getötet

worden. DieMordkommission ermittelt.

Bekannte hatten die Leiche

am Montag entdeckt. NähereInformationen

wurden nicht bekannt.

Marihuanafund im Hotel.

In einem Hotel in der Prager Straße in

Wilmersdorfist ein 24-Jähriger festgenommen

worden, nachdem eine

Reinigungskraft Cannabisgeruch aus

seinem Zimmer wahrgenommen

hatte.Polizeibeamte stellten in dem

Zimmer am Dienstag 2,5 Kilogramm

Marihuana,Verpackungsmaterial,

Waagen, Handys und Geld sicher,wie

die Polizei am Abend mitteilte.

Mordkommission ermittelt.

Im Fall eines in Berlin-Friedrichshain

niedergestochenen 24-Jährigen hat

die Polizei einenVerdächtigen festgenommen.

Der19-Jährige sei in einer

Wohnung in Altglienicke gefasst worden,

teilte ein Sprecher am Dienstagabend

mit. DerMann soll einen Bekannten

am 4. Maivor einem Hostel

in der Gürtelstraße mit einem Messer

schwer verletzt haben. Eine Mordkommission

ermittelt.

Polizeiauto mit Steinen beworfen.

An der Rigaer Straße in Friedrichshain

haben Unbekannte in der Nacht

zum Dienstag einen Streifenwagen

der Polizei mit Steinen beworfen. Die

Frontscheibe wurde beschädigt, der

Fahrer leicht verletzt. Tatverdächtige

wurden bisher nicht ermittelt. Neun

Steine wurden gesichert. Derpolizeiliche

Staatsschutz ermittelt.

Bombenbastler festgenommen.

Nachdem die Sprengstoffexperten

der Polizei am Montag einen verdächtigen

Gegenstand in Tierparknähe

gesprengt hatten, haben

Fahnder am Abend einen 27-Jährigen

festgenommen. Er wohnt in der

Nähe und gab zu, die Sprengvorrichtung

gebaut zu haben. DerZündversuch,scheiterte.Inseiner

Wohnung

wurden Böller,Silvesterraketen sowie

Sprengpulver sichergestellt. (ls.)

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Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019 15

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Mo–Fr10–16 Uhr

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Wegen der großen Zahl der Zuschriften

ist es uns leider nicht möglich, alle Briefe zu

beantworten oder abzudrucken.

Die Redaktion behält sich das Recht

sinnwahrender Kürzungen vor.

Zu Recht auch Patienten

in die Pflicht nehmen

Politik: „Kassenärzte-Chef Andreas

Gassen dämpft Erwartungen an das

neue Terminvergabegesetz“ von Rasmus

Buchsteiner,Timot Szent-Ivany

(30. April)

Als ich wegen einer Schulterverletzung

zum MRTsollte,war unter vier

Wochen kein Termin zu bekommen.

In einigen Praxen fragte man mich

als erstes nach meiner Krankenkasse.

Daraus schließe ich, dass ich

als Privatpatientin bestimmt nicht so

lange hätte warten müssen. Ichhabe

auf das MRT verzichtet. Im Großen

und Ganzen stimme ich den Argumenten

vonHerrnGassen zu, der zu

Recht auch die Patienten in die

Pflicht genommen sehen will.

UlrikeLehnert, Berlin

Proteste gegendie Schließung des Aldi-Supermarkt in der Markthalle 9inKreuzberg

Vonder Grünen-Politik massiv verschaukelt

Berlin: „Der Name der Eisbärin warein Fehler –Interviewmit Monika Herrmann,

Bezirksbürgermeisterin Friedrichshain-Kreuzberg“

(6. Mai)

Ich bin seit 1968 im Kiez zu Hause. Hier werden Menschen um die

Markthalle 9von der Grünen-Politik massiv verschaukelt. Gehen Sie

mal in der Markthalle 9einkaufen. 100 Gramm Schinken für 4,90 Euro,

Preise wie im KaDeWe sind dort gängig. Aldi muss bleiben, denn dort

gibt es Bioware, die erschwinglich für den Geldbeutel ist. Hier wirdmit

Hilfe von Frau Herrmann ein Verdrängungsprozess durchgeführt.

IMAGO IMAGES/CARSTEN THESING

Nicht nur im Essbereich, auch im Mietbereich. Frau Herrmann

möchte,dass ihreintellektuellen Bündnispartner dortwohnen und leben

können. Aber sie kümmertsich nicht um die Bürger,denn die wählen

die Grünen nicht. Das Versagen der Politik des Bezirksamtes und

der Bürgermeisterin kann man besonders am Görli ablesen. DieBergmannstraße

ist auch ein Versagen, denn auch dort wird nicht auf die

Bürger gehört.

Joschua Daun,

per E-Mail

Häufig düst sehr knapp

ein Radler an uns vorbei

Berlin: „Berlin bahnt Radlernneue

Wege“ von Peter Neumann

(26. April)

Wenn wir aus der Haustür treten,

düst häufig sehr knapp ein Radler an

uns vorbei. Auf unseren Einwand

hin, dass dies ein Gehweg sei, äußern

etwas reflektiertere Zeitgenossen im

Vorüberstrampeln: „Das interessiert

mich nicht.“ Es sollte einem erwachsenen

Menschen bewusst sein, dass

Zusammenleben Regeln erfordert,

deren Einhaltung durchgesetzt werden

muss. Woeskeine in einer Gemeinschaft

anerkannten Regeln

gibt, herrscht die Macht des physisch

Stärkeren. In Berlin ist das

deutlich zu erkennen.

Ursula Koch, Berlin-Neukölln

Berlin verkommt langsam

zur hintersten Provinz!

Berlin: „Von Dassel spricht von Monokultur“

von Martin Klesmann

(27. April)

Was ist so tragisch daran, dass am

Abend oder am Sonntag im Späti

eingekauft wird? Die Inhaber bauen

sich dort eine Existenz auf, die Bewohner

des Kiezes haben eine Anlaufstelle.

Mich freut es, auch sonntags

Milch kaufen zu können. Mitarbeiter

des Ordnungsamtes hätten

tagsüber genügend Arbeit, um die

Vermüllung einiger Straßen zu beenden.

Übrigens, wir waren Ostern in

Cuxhafen. Oh,wie unsozial: Alle Geschäfte

(die es wollten) hatten auf!

Vorzwei Jahren in Gdansk, die Geschäfte

hatten sonntags auf. Hauptbahnhof

Hamburg – am Wochenende

kann man shoppen! Langsam

verkommt Berlin zur hintersten Provinz!

Luise Haufe, per E-Mail

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Brandenburg

NACHRICHTEN

Wo Frauen in Brandenburg

mehr als Männer verdienen

In vier kreisfreien Städten in Ostdeutschland

verdienen vollzeitbeschäftigte

Frauen im Schnitt mehr als

Männer:InCottbus liegt die Einkommensscherebei

vier Prozent, in

Frankfurt/Oder und Dessau-Roßlau

bei drei Prozent, in Schwerin bei einem

Prozent. Dasgeht aus einer aktuellen

Studie des Instituts für Arbeitsmarkt-

und Berufsforschung Nürnberghervor.

So lag das durchschnittliche

Tageseinkommen einer vollzeitbeschäftigten

Frau (2016) in Cottbus

bei 88,96 Euro,bei einem Mann bei

85,25 Euro.Der öffentliche Dienst

biete Frauen in Ostdeutschland häufig

mehrVerdienstmöglichkeiten,

hieß es.Männer verdienten in Regionen

mit Großbetrieben mehr. (dpa)

Tonnenweise Asbest

im Wald entsorgt

Unbekannte haben 32 Säcke mit

mehreren Tonnen Asbestabfall in

Brandenburger Wäldernentsorgt.

Zeugen hätten der Polizei innerhalb

der vergangenen Tage mehrere

Funde gemeldet, teilte ein Sprecher

am Dienstag mit. In allen Fällen sei

der umweltschädliche Müll in speziell

für die Asbestensorgung vorgesehen

Säcken verpackt gewesen. (dpa)

Karate gegen die Nonne:

Einsatz gestartet

Miteinem TagVerspätung hat am

Dienstag der Hubschraubereinsatz

gegen den Kiefernschädling Nonne in

BadBelzig begonnen. Rund 100

HektarWald sollten bis zum Abend

mit dem Schädlingsbekämpfungsmittel„Karate

Forst flüssig“ besprüht

werden, sagte Einsatzleiter Michael

Kopka vomLandesbetrieb Forst

Brandenburg. DerEinsatz war wegen

starkenWindes am Montag abgesagt

worden. Naturschutzverbände hatten

gegen den Insektizid-EinsatzWiderspruch

eingelegt. (dpa)

Streit über zerstörte AfD-Plakate

Polizei wirft prominenten Grünen Straftaten vor,die erstatten wiederum Anzeige gegen die Ermittler

VonJens Blankennagel, Frankfurt(Oder)

Die Vorwürfe sind schwerwiegend

–gegen alle Seiten:

gegen die Grünen,

gegen die AfD und gegen

den polizeilichen Staatsschutz, der

zuständig für die Aufklärung politisch

motivierter Straftaten ist.

Es geht um ein Ermittlungsverfahren,

bei dem prominenten Grünen

Straftaten vorgeworfen werden.

Es geht auch darum, dass einzelnen

Polizisten des Staatsschutzes im Gegenzug

vorgeworfen wird, sie hätten

aus Nähe zur AfD gegen die Grünen

ermittelt. Unddann wirdeinem Politiker

der AfD vorgeworfen, dass er

sich als Bundespolizist unerlaubterweise

in die Ermittlungen eingemischt

und sie beeinflusst habe.

EinAlibi nach dem anderen

Gegen die Grünen wurde oder wird

ermittelt, weil sie im Bundestagswahlkampf

2017 in Frankfurt (Oder)

50 Wahlplakate der AfD zerstört, beschädigt

oder entwendet haben sollen.

Im Verdacht war anfangs die

Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidatin

in Frankfurt (Oder) für

die Landtagswahl am 1. September,

SahraDamus.Sie saß allerdings zum

Tatzeitpunkt mit vielen Zeugen in einem

Ausschuss des Stadtparlaments,deshalb

wirdnun nicht mehr

gegen sie ermittelt.

Noch immer verdächtig ist aber

Jörg Gleisenstein, Grüner Baudezernent

der Stadt. Sein Anwalt sagte der

Berliner Zeitung, sein Mandant sei

zur Tatzeit in Potsdam gewesen.„Gegen

ihn wurde mehr als eineinhalb

Jahre ermittelt, es wurden keinerlei

Beweise gefunden“, sagt Sven Hornauf

nach Akteneinsicht. „Die Faktenlage

entlastet meinen Mandaten zu

100 Prozent.“ Trotzdem gab der

Staatsschutz die Akte zur Staatsanwaltschaft

weiter –mit der Bitte,nun

Anklage zu erheben.

Der Anwalt sagt, er habe in den

Akten gesehen, dass sein Mandant

ausdrücklich vom einzigen Zeugen

Zerstörtes AfD-Plakat im Wahlkampf 2017 nördlich von Frankfurt(Oder). DPA/PATRICK PLEUL

„Wenn man das alles sieht, kann man

unterstellen, dass es da eine Art von

Betriebsparteigruppe der AfD gibt, die

nun passend zum Wahlkampf agiert hat.“

Sven Hornauf,

Rechtsanwalt in Frankfurt (Oder), nach Einsicht in die Akten

nicht belastet werde, dass die Ermittlungen

aber immer wieder von einem

lokalen AfD-Politiker vorangetrieben

wurden, der „im vertrauensvollen

Mail-Verkehr“ mit dem

Staatsschutz gestanden habe.

Dieser Bundespolizist soll sogar

eine Anfrage beim Melderegister gestellt

und damit mitermittelte haben,

obwohl er als Bundespolizist

nicht mit den Ermittlungen betraut

sei. „Gegen ihn haben wir nun Anzeige

wegen Amtsanmaßung und

falschen Verdächtigungen gestellt“,

sagte Anwalt Hornauf. Denn als die

eine Grünen-Politikerin wegen ihres

Alibis wegfiel, soll dieser Polizist eine

neue Verdächtige präsentiert haben.

Er habe Bilder von der Internetseite

der Grünen geladen und den Ermittlern

geschickt. „Wir haben kein Vertrauen

in die Ermittlungen“, sagte

Hornauf, „wir verlangen, dass die

Brandenburger Generalstaatsanwaltschaft

den Fall übernimmt.“

Mitten im Wahlkampf

Da der Staatsschutz sich nur auf

AfD-Quellen beruft, hat Hornauf

nun Anzeige gegen drei Polizisten

wegen der Verfolgung Unschuldiger

gestellt. Er spricht vonweitgehenden

Rechtsverletzungen.„Wenn man das

alles sieht, kann man unterstellen,

dass es da eine Art von Betriebsparteigruppe

der AfD gibt, die nun passend

zum Wahlkampf agierthat.“

Die Staatsanwaltschaft bestätigte

am Dienstag, dass gegen zwei Grüne

ermittelt wird, außerdem gegen drei

Polizisten des Staatsschutzes sowie

gegen einen Bundespolizisten.

Bei dem Bundespolizisten handelt

es sich umWilko Möller,AfD-Direktkandidat

für die Landtagswahl.

Er sagte der Berliner Zeitung:„Wir als

AfD waren damals die Geschädigten

vonSachbeschädigungen durch zerstörte

Plakate.“ Zum Vorwurf, unerlaubt

bei den Ermittlungen mitgemacht

zu haben, sagte er:„Die Polizeihat

mich gebeten, alles Sachdienliche

zu melden. Dashabe ich getan,

mehr nicht.“

Linker weist

kriminellen

Pakistani aus

Oberbürgermeister in

seiner Partei umstritten

VonJens Blankennagel

Der Linke Oberbürgermeister

von Frankfurt (Oder), René

Wilke, hat am Dienstag die Ausweisung

eines kriminellen Asylbewerbers

verfügt. In diesem Fall handelt

es sich um einen Mann aus Pakistan,

der Mitte 20 ist und derzeit wegen

mehrerer Straftaten in Haft sitzt.

Er soll nach Verbüßung der Strafe

ausgewiesen werden. Zuvor hat

Wilke bereits eine andere Ausweisung

verfügt, ebenfalls gegen einen

mehrfach kriminellen Asylbewerber.

DerLinken-Politiker Wilke ist wegen

seiner harten Linie gegen kriminelle

Flüchtlinge in seiner Partei umstritten.

Anlass für das harte Vorgehen

ist ein Überfall auf die Disco

„Frosch“ im Vorjahr, als Asylbewerber

den Club mit Messern und Eisenstangen

belagerten und Besucher

bedrohten. Gegen zehn Verdächtige

wird noch ermittelt. Wilke

hatte nach der Tatangekündigt, dass

die Täter möglichst ausgewiesen

werden, wenn das aus rechtlichen

Gründen möglich ist.

Zudem lässt er bei allen strafrechtlich

in Erscheinung getretenen

Flüchtlingen prüfen, ob eine Ausweisung

in Betracht kommt. Im aktuellen

Fall wurde nun die Ausweisungsverfügung

von der Stadtverwaltung

Frankfurt(Oder) erlassen.

Sierichtet sich gegen einen Pakistani,

der 2013 seinen Asylantrag

stellte.Die Überprüfung der Ausländerbehörde

der Stadt ergab,dass der

Mann wegen erheblicher Straftaten

verurteilt wurde,unter anderem wegen

Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte,

unerlaubten Besitzes

von Betäubungsmitteln sowie

wegen gefährlicher Körperverletzung.

Nach der Haftentlassung soll

er sieben Jahre lang nicht nach

Deutschland einreisen dürfen.

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Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019 17 *

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Wissenschaft

Mondfahrzeug und Landefähre –

beide wurden in Berlin entwickelt.

MISSION TO THE MOON/DANIEL GRUND,

MISSION TO THE MOON/JOERG MITTER

IMAGO/IMAGES

Die Mondfahrer aus Marzahn

Ein privates Berliner Unternehmen bereitet für 2021 die erste europäische Landung auf dem Erdtrabanten vor.Die Missionnimmt konkrete Formen an

VonTorsten Harmsen

Besonders spektakulär sieht

sie nicht aus, die graue

Halle auf dem Gelände des

Autohauses Märkische

Spitze, nicht weit vom S-Bahnhof

Springpfuhl in Marzahn. Würde man

einen Passanten fragen, was darin geschehe,

käme wohl kaum die Antwort:

Hier wirddie erste europäische

Mondlandung vorbereitet.

Unddoch geschieht genau dies in

diesem Gebäude. Die jungen Mitarbeiter

der Firma PTScientists entwickeln

hier ein Raumschiff für den

Mondflug. DiePremiere wird für das

Jahr 2021 angestrebt. In der ersten

Etage liegen Büros, imErdgeschoss

große Hallen. Hier stehen die Modelle

einer Mondlandefähre und eines

Mondfahrzeugs. Dieser Rover

wird ineinem „Testbett“ erprobt, einer

großer Fläche, gefüllt mit Vulkangestein

aus der Eifel, das dem

Material auf der Mondoberfläche –

dem Regolith – am besten ähnelt.

Hier sollen bei einer künftigen Mission

auch kritische Situationen

durchgespielt werden, ehe man Steuersignale

an den Roversendet.

Auch die ESA hat Interesse

Einen großen Schritt in ihrer Entwicklung

geht die Firma PTScientists am

heutigen Mittwochnachmittag im

Zeiss-Großplanetarium an der Prenzlauer

Allee.„Wir verkünden die Partnerschaft

mit der ArianeGroup“, sagt

Andreas Schepers,verantwortlich für

Kommunikation bei PTScientists. Er

sieht die Vereinbarung als Meilenstein

und offizielle Anerkennung

durch die traditionelle Raumfahrt.

„Gemeinsam mit der ArianeGroup

werden wir ein hundertprozentig europäisches

Angebot an den Markt

bringen“, sagt Schepers. Dabei gehe

es um Transportdienstleistungen für

staatliche und private Organisationen,

Institute und Firmen, die Geräte

und Materialien zum Mond bringen

wollen. Man nennt solch eine bezahlte

Nutzlast „Payload“. In dieser

Woche gibt es in Berlin bereits ein

Treffen mit möglichen Kunden.

Den Hintergrund bildet die aktuelle

Entwicklung in der Raumfahrt.

Viele Raumfahrtnationen bereiten

wieder Missionen zum Mond vor: die

USA, die Russen, die Europäer und

andere. Erst im Januar landete das

chinesische Raumschiff „Chang’e 4“

auf der Rückseite des Mondes. Die

Motive sind vielfältig. Dazu gehören

die weitere Erkundung des Mondes,

die Ausbeute vonRohstoffen, der Bau

eines „Monddorfes“, die bessere Beobachtung

des Alls mit Teleskopen

und die Nutzung des Mondes als

Sprungbrett für den Flug zum Mars.

„Wahrscheinlich wirdinder nächsten

Dekade eine Lunar Economy –eine

regelrechte Mondindustrie –entstehen“,

sagt Andreas Schepers. „Und

wir sind die einzigen in Europa, die in

der Raumschiff-Entwicklung für

Mondfahrzeuge so weit sind, dass wir

mit Transportangeboten an den

Marktgehen können.“

Daran besteht offenbar auch ein

Interesse seitens europäischer Partner.Für

den heutigen Termin mit der

ArianeGroup im Zeiss-Großplanetarium

sind politische Vertreter der

deutschen Luft- und Raumfahrt aus

Mitglieder des PTScientists-Teams mit ihren Entwicklungen.

Bundestag und Bundesregierung angekündigt

sowie DavidParker, Direktor

für bemannte Raumfahrt und robotische

Exploration der europäischen

Weltraumorganisation ESA.

Dieseinteressiertsich unter anderem

dafür,Wasser und Sauerstoff aus dem

Mondboden –Regolith–zu extrahieren.

Die ESA unterstützt die Firma

PTScientists bereits auf vielen Ebenen.

Unteranderem bereitet man gemeinsam

die Steuerung der ersten

Mission vonBerlinaus vor. Dabei sollen

die Mitarbeiter von PTScientists

die Kapazitäten des European Space

Operations Centre (ESOC) in Darmstadt

nutzen, darunter das Kommunikationsnetzwerk.

„Wir sind ein ganzes Stück reifer

geworden“, fasst Andreas Schepers

die Entwicklungder letzten Jahrezusammen.

Begonnen hatte alles 2007

MISSION TO THE MOON/JOERG MITTER

mit einem Zufall. Derdamals 22-jährige

Berliner IT-Spezialist Robert

Böhme bekam nach einem Autounfall

die Versicherungssumme von

16 000 Euro ausgezahlt. Und da er

sich für Weltraum, Raketentechnik

und Robotik interessierte, nutzte er

die Summeals Startgeld für einen internationalen

Wettbewerb, gesponsert

von Google, genannt Lunar X-

Prize. Etwa 30 Millionen Dollar sollte

die private Firma erhalten, die es als

erste schafft, ein Landemodul und ein

Fahrzeug sicher auf den Mond zu

bringen. Der Wettbewerb ging 2018

zu Ende,ohne dass es einen erfolgreichen

Mondflug gegeben hatte. Aber

mehrere Unternehmen sind daraus

hervorgegangen, etwa in Israel, Japan

und denUSA. Daseinzige privateUnternehmen

in Europa istPTScientists,

einst gegründet vonRobertBöhme.

Heute hat das Unternehmen etwa

70 Mitarbeiter. Standorte sind neben

Berlin auch Salzburg und das USamerikanische

Houston. DieMitglieder

desTeams stammen aus 15 Nationen.

Unter ihnen sind Physiker, Programmierer,

Mathematiker und

Raumfahrtingenieure. Viele von ihnen

haben zuvor bei der ESA oder anderen

Raumfahrtorganisationen gearbeitet.

Andreas Schepers zum Beispiel

war 2014 bei der ESA zuständig

für die Kommunikation beim ersten

Raumflug vonAlexander Gerst.

Mehr als ein Jahrzehnt ist seit der

Gründung von PTScientists vergangen.

DieFirma nutzte unter anderem

die 750 000 Dollar aus einem sogenannten

Milestone Prizedes X-Prize-

Wettbewerbs für die Weiterentwicklung

ihrer Technik. Parallel zu ihrer

Arbeit entstand vorallem in den USA

eine private Raumfahrtindustrie, genanntNew

Space, dieunter anderem

von der Nasa viele Aufgaben übernommen

hat. Eine ähnliche Entwicklung

scheint nun auch in Europa zu

beginnen. Und da passen die

PTScientists genau in die Zeit.

Das Unternehmen konnte bereits

viele Unternehmen für die Zusammenarbeit

gewinnen, darunter Audi,

Vodafone, die Nokia Bell Labs und

viele andere. Die Triebwerke für die

Landefähre kommen von Ariane. Bei

Audi in Ingolstadt entstehen im 3D-

Druckerdie Räder für den Rover–mit

speziellem Profil für den Mondboden.

Ultraleicht müssen die Teile sein

und zugleich der massiven Rüttelei

beim Start, der Strahlung und den

Temperaturunterschieden von Hunderten

Grad Celsius im Weltall standhalten.

Die Landefähre Alina (Autonomous

Landing and Navigation Module)

besteht unter anderem aus wabenartig

konstruiertem Material und

aus Karbonfaserstoffen. Die Fähre

kann mit nahezu jeder großen Rakete

transportiert werden und eine Nutzlast

von 300 Kilogramm befördern,

darunter zwei Rover namens ALQ

(Audi Lunar Quattro). Siesind jeweils

einen Meter lang, vierrädrig und besitzen

einen Kamerakopf sowie ein

schwenkbares Solarpanel. Jeder Rover

kann fünf Kilo Nutzlast transportieren.

Regolith unter Beschuss

Für ihren ersten Flug „Mission to the

Moon“, der etwa 2021 stattfinden soll,

hat PTScientists eine „Falcon9“-Rakete

des privaten Unternehmens

SpaceX gebucht. Dieser Flug soll vor

allemdazu dienen, die Technik zu demonstrieren.

Geplant ist, dass die

Fähre imTal Taurus-Littrow landet.

Getestet werden unter anderem der

Laser eines deutschen Forschungsinstituts.„Er

soll auf das Regolith schießen

und einen Sinterpropzess in

Gang bringen“, sagt Schepers.Möglicherweise

ist eine Härtung des

Mondbodens irgendwann einmal für

den Bau von Landeflächen von Nutzen.

Auch ein gemeinsam mit Vodafone

entwickeltes Kommunikationsnetzwerksoll

getestet werden.

Außerdem ist geplant, mit dem

Rover zum Mondauto von Apollo 17

zu fahren. Dieses steht seit 47 Jahren

auf dem Mond. Aus gewisser Entfernung

wollen die Mondfahrer aus

Marzahn per Kamera erkunden, wie

es diese Zeit überstanden hat.

Der Mensch ist schuld

Tausende Tier-und Pflanzenspezies sind bedroht. Das Artensterben kann gestoppt werden, sagen deutsche Forscher,die am Biodiversitätsbericht mitgearbeitet haben

VonAnne Brüning

Esist ein Mammutwerk, und es

hat viel Arbeit gemacht. Der am

Montag in Paris vorgestellte Bericht

des Weltbiodiversitätsrats IPBES

umfasst 1500 Seiten. 145 Wissenschaftler

aus 50 Ländern haben ihn

verfasst.„Zusammengenommen haben

wir schätzungsweise 156 000

Stunden daran gearbeitet“, berichtet

Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum

für Umweltforschung in Halle.

Der Agrarwissenschaftler ist einer

der dreiVorsitzenden desVorhabens.

Zusammen mit anderen deutschen

Wissenschaftlern, die als Leitautoren

beteiligt waren, berichtete er am

Dienstag in Berlin über die Hintergründe

der Bilanz.

Dievon den Forschernvorgelegte

Inventur der Natur ist beunruhigend.

Den Erkenntnissen zufolge

nimmt die Artenvielfalt weltweit dramatisch

ab. Etwa eine Million der

derzeit bekannten rund acht Millionen

Tier- und Pflanzenarten seien

im Laufe der nächsten Jahrzehnte

vom Aussterben bedroht, wenn der

Mensch seine Lebensweise nicht

len an, vondenen inzwischen 33 Prozent

vom Aussterben bedroht sind.

Auch die unscheinbaren Algen sind

wichtig.„Sie produzieren zurzeit etwa

50 Prozent des Luftsauerstoffs.Durch

die Erderwärmung droht ihr Wachstum

bis Ende des Jahrhunderts um

zehn Prozent zurückzugehen“, sagte

Julian Gutt vom Alfred-Wegener-Institut

für Polar-und Meeresforschung

in Bremerhaven.

DerErhalt der marinenVielfalt sei

jedoch möglich, betonte der Meeresbiologe.

Wichtig sei es etwa, das Fischereimanagement

an Ökosystegravierend

ändere, warnen sie. „Die

immer stärkere Nutzung von Böden

und Meeren, der Klimawandel und

die Umweltverschmutzung sind

menschengemacht und einige der

wesentlichen Treiber des Artensterbens“,

sagte Settele.

Algen produzieren Sauerstoff

So wurden 75 Prozent der Naturräume

auf den Kontinenten vom

Menschen bereits maßgeblich verändert,

in den Meeren sind es 66 Prozent.

In den Ozeanen kommt es dabei

nicht nur auf den Erhalt der Riffkoralmen

auszurichten anstatt an einzelnen

Fischarten wie bisher.

Auch an Land ist es unabdinglich,

die Ökosysteme intakt zu halten. Zum

Beispiel weil sie die Erderwärmung

abpuffern, indem sie der Atmosphäre

jährlich fast 30 Prozent der menschengemachten

Kohlendioxid-

Emissionen entnehmen.

Die untersuchten Szenarien zeigten,

dass die Ziele für Nachhaltigkeit

und Biodiversität erreicht werden

können, betonte Ralf Seppelt vom

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

in Leipzig.

Josef Settele ist zuversichtlich,

dass der Bericht Wirkung entfalten

wird. „Schließlich haben ihm Regierungsdelegationen

aus 132 Ländern

zugestimmt“, sagte er.Nun sei vorallem

die Politik gefragt. In Paris war

Settele amMontag nach der IPBES-

Tagung zusammen mit anderen Forschern

zuGast bei Emmanuel Macron.

Der französische Präsident sei

interessiertund gut informiertgewesenund

werdeden Artenschutzwohl

zur Chefsache machen. Settelehofft:

„Das müsste doch ein Ansporn für

die deutsche Regierung sein.“


18 * Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019

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Sport

NACHRICHTEN

Söderholm macht Kölns

Müller zum WM-Kapitän

EISHOCKEY. Verteidiger Moritz Müller,32,

vonden Kölner Haien wird

das deutsche Nationalteam bei der

WM in der Slowakei als Kapitän anführen.

Dassagte Bundestrainer

Toni Söderholm am Dienstag in

Mannheim vordem letzten Vorbereitungsspiel,

das Deutschland 2:5

gegen die USA verlor.

Spandau will letzte

Titelchance wahren

WASSERBALL. Für Spandau 04 geht

es um die letzte Titelchance,der Kooperationspartner

OSC Potsdam will

den Favoriten zumindest ein wenig

ärgern. In der Halbfinalserie der Liga

kommt es zum Berlin-Brandenburg-

Duell. Daserste vonmaximal fünf

Spielen findet am Mittwoch (20 Uhr)

in Potsdam statt. DerSieger trifft auf

den Gewinner des zweiten Halbfinals

zwischen Meister Waspo Hannoverund

ASC Duisburg.

Schuster soll Schlierenzauer

zurück in die Spitze führen

SKISPRINGEN. DerfrühereBundestrainer

Werner Schuster,49, soll den

österreichischen Rekord-Weltcupsieger

Gregor Schlierenzauer als Berater

zurück in die Weltspitzeführen.

Dasgab der Österreichische Skiverband

bekannt. Schuster hatte den

Deutschen Skiverband nach der WM

im Februar verlassen. Sein Nachfolger

wirdStefan Horngacher.

Für Herthas Leckie

ist die Saison beendet

FUSSBALL. BeiHertha BSC fällt in

Mathew Leckie der nächste Leistungsträger

für die letzten beiden

Saisonspiele aus.Der Australier zog

sich eine Bänderverletzung im linken

Sprunggelenk zu.

Rückschlag für

Kerber in Madrid

TENNIS. Knapp drei Wochen vorBeginn

der French Open trat die Weltranglistenvierte

Angelique Kerber

aus Kiel beim Turnier in Madrid von

ihrem Zweitrunden-Match gegen

die Kroatin PetraMartic wegen einer

Knöchelverletzung zurück.

ZAHLEN

Fussball

Champions League, Halbfinale

Liverpool -FCBarcelona 4:0 (Hin.: 0:3)

Ajax -Tottenham Mi., 21.00 (Hin.: 1:0)

Premiere League, 37. Spieltag

Manchester City -Leicester City 1:0 (0:0)

1. Manchester City 37 91:22 95

2. FC Liverpool 37 87:22 94

3. FC Chelsea 37 63:39 71

4. Tottenham Hotspur 37 65:37 70

5. FC Arsenal 37 70:50 67

6. Manchester United 37 65:52 66

7. Wolverhampton Wanderers 37 47:44 57

8. FC Everton 37 52:44 53

9. Leicester City 37 51:48 51

10. FC Watford 37 51:55 50

11. West Ham United 37 48:54 49

12. Crystal Palace 37 46:50 46

13. AFC Bournemouth 37 53:65 45

14. Newcastle United 37 38:48 42

15. FC Burnley 37 44:65 40

16. FC Southampton 37 44:64 38

17. Brighton &Hove Albion 37 34:56 36

18. Cardiff City 37 32:69 31

19. FC Fulham 37 34:77 26

20. Huddersfield Town 37 21:75 15

Letzter Spieltag am 12.5.:, Brighton &Hove Albion

-Man City,Burnley-FCArsenal, Crystal Palace -

Bournemouth, Fulham -Newcastle United, Leicester

City -Chelsea, FC Liverpool -Wolverhampton,

Manchester United -Cardiff, FC Southampton -

Huddersfield Town, Tottenham Hotspur -Everton

FC Watford -West Ham United (alle 16.00)

Achtung,alles hörtauf sein Kommando: Friedrichshafens Trainer Vital Heynen

Er probiert’s

Der Meistertitel mit dem VfB Friedrichshafen wäre für Trainer Vital Heynen das Bonbon zum Abschied

VonKarin Bühler

Nach Spiel drei um die

deutsche Volleyball-

Meisterschaft grinste

Friedrichhafens Trainer

Vital Heynen keck in die Kameras.

Vielleicht, weil er wusste, dass seine

Masche Ende des ersten Satzes perfekt

aufgegangen war? Seine Reklamation

nach diesem Schmetterschlag

von Kyle Russell, der als Satzball

im Feld des VfB Friedrichshafen

eingeschlagen hatte.

Der Hauptschiedsrichter beendete

den Durchgang. Heynen protestierte,

schleuderte dem 0:1-Satzrückstand

in Gestik und Mimik ein

oscarreifes Repertoire entgegen, offenbar

ging es um eine Vierfach-Berührung

der Berliner, eine mögliche

Unsauberkeit, die eigentlich niemand

in der Halle gesehen hatte. Er

erreichte,dass der Schiedsrichter die

Entscheidung revidierte. Der Punkt

ging an Friedrichshafen. Der erste

Satz wenig später auch. Dem 1:0 für

den VfB folgte das 3:1.

„Wir glauben immer noch, dass

wir einen sauberen Spielzug hatten.

Natürlich können Menschen immer

von Emotionen beeinflusst werden.

Es ging ja alles sehr schnell. So etwas

passiertimSport“, sagt Russell.

DasGesicht des Klubs

„Natürlich war der erste Satz auch

Glück“, befand Heynen nach der

Partie mit schlitzohrigen, beinahe

ungläubigen Grinsen. „Das war aber

auch ein Satz, der so eine Meisterschaft

entscheiden kann. DieSpieler

wussten ab diesem Zeitpunkt, dass

es möglich ist. Und deshalb haben

wir das Spiel auch gewonnen.“

In der Best-of-five-Serie steht es

jetzt 2:1 für den VfB Friedrichshafen.

Nach zwei vergeblichen Versuchen

Forderung: In der Fußball-Bundesligawird

derzeit mal wieder auf allen Kanälen heftig

über den Videoschiedsrichter diskutiert. Vor

dem Saisonfinale in der Volleyball-BundesligafordertBerlins

Kapitän Sebastian Kühner

auch hier die Einführung der Video-Challenge,

die bislang nur in der Champions

League zum Einsatz kommt.

könnte Heynen in seinem dritten

und vorerst letzten Trainerjahr am

Bodensee mit einem Sieg an diesem

Mittwoch in Berlin (18.30 Uhr, Max-

Schmeling-Halle) seinen ersten

deutschen Meistertitel gewinnen.

So ist das mit diesem Belgier, der

sich maximal für den Erfolg seiner

Teams einsetzt. „Er probiert’s“, sagt

Berlins Kapitän Sebastian Kühner.

Immer. Er reklamiert, protestiert,

diskutiert, provoziert. Stillsein, stillsitzen

oder gar stillstehen kann der

Mann, der kommenden Monat 50

Jahrealt wird, ohnehin nicht. „Wenn

es bei seiner Mannschaft nicht läuft,

wenn sie in Rückstand liegt, fängt er

an, den Fokus auf sich zu ziehen“,

sagt Kühner.„Damit nimmt er seine

Mannschaft in Schutz, damit versucht

er,die Schiedsrichter abzulenken.Wenn

man ihn lässt, dreht er immer

mehr auf.“ Ältere Spieler wie

Kühner oder Georg Klein, die Heynen

schon lange kennen und sogar

bei ihm trainiert haben, sind seine

Exaltiertheit gewohnt. Sie achten

kaum noch darauf, verlieren nicht

ihren Fokus. „Aber die Neuen, die

das nicht so kennen, fangen schnell

an zu diskutieren“, sagt Kühner.

VIDEOBEWEIS IM VOLLEYBALL

Diskussion: „Ich finde, dass wir die Video-

Challengeauch in der Bundesligabrauchen,

weil sie mehr Klarheit und Ruhe bringt“, sagt

Kühner.Das wünschen sich auch viele Klubs,

Kostengründe sprechen dagegen. Volleys-

Manager KawehNiroomand sieht den Videobeweis

eher skeptisch, weil er findet: „Der

Sportlebt auch vonFehlentscheidungen.“

Der Unglaubliche

„Unsere Hauptaufgabe ist deshalb,

ihn links liegen zu lassen.“

Das ist nicht so einfach bei diesem

Coach, der von 2012 bis 2016

deutscher Bundestrainer war und

vorigen Sommer mit Polens Nationalmannschaft

Weltmeister wurde.

In Friedrichshafen ist er das Gesicht

des Klubs.Trotz eines renommierten

Liberos wie Markus Steuerwald oder

eines zottelhaarigen und hotzenplotzbärtigen

Mittelblockers wie

Philipp Collin im Team, dem Heynen

mit einem Augenzwinkernöffentlich

einen Friseurbesuch empfahl.

Weil sich Heynen künftig ganz

darauf konzentrieren will, mit der

polnischen Nationalmannschaft bei

den Sommerspielen 2020 in Tokio

eine Medaille zu holen, hört ernach

dieser Saison am Bodensee auf. Michael

Warm, früher Trainer beim VC

Olympia, dem SCC Berlin und den

United Volleys aus Frankfurt, wird

sein Nachfolger. Vermutlich wird er

eine ganz andere Mannschaft zusammenstellen

als dieses Heynen-

Team aus abwehrstarken, kleineren

Spielern, die vonanderen übersehen

wurden und nach der Heynen-Taktik

darauf aus sind, Fehler zu vermeiden.

„Vital Heynen weiß, wie man

Mannschaften formt, die Titel gewinnen.

Es ist sehr intelligent, sehr

exzentrisch, spielt mit Emotionen.

Manche sagen, zu viel, aber ich kann

verstehen, dass jemand so viel Leidenschaft

für den Volleyballsport

empfindet“, meint Angreifer Russell.

Tatsächlich kommt Heynens Art

nicht überall gut an. „Spieler wie Georgoder

ich, die bei ihm trainierthaben,

wissen, dass er auch andereSeiten

hat als die, die er am Spielfeldrand

zeigt. Auf Spieler, die ihn nicht

kennen, auf manche Zuschauer oder

Sponsoren wirkt das eher unsympathisch“,

hat Kühner bemerkt.

Kochen mit den Spielerfrauen

Heynen polarisiert gern. „Nennt

mich gut, nennt mich schlecht, aber

nennt mich nicht Durchschnitt“, hat

der vielsprachige Trainer mal gesagt,

der Deutschlands Nationalmannschaft

2014 zur WM-Bronzemedaille

führte und in Kienbaum mit ihr eine

Höllenwoche mit Lagerfeuer und

Übernachtung im Wald veranstaltete.

Als belgischer Coach lud er die

Spielerfrauen zum Kochen nach

Hause ein, um sein Team besser kennenzulernen.

Interviews mit ihm

sind niemals langweilig.

Nachdem er mit dem VfB Friedrichshafen

dreimal den Supercup

und den Pokal gewonnen hat und

dreimal Hauptrundenerster war,

fehlt Heynen nur noch der Meistertitel.

Den aber wollen die BR Volleys

mit aller Macht verteidigen. „Wir haben

uns im Finale von Spiel zu Spiel

gesteigert. Die Taktik geht auf, die

Zahlen stimmen. Wirdürfen den Anfang

nicht verpennen. Dann sind wir

zuversichtlich, dass wir Spiel vier gewinnen

und in Spiel fünf am Sonntag

unserebeste Leistung abrufen“, sagt

Berlins Kapitän Sebastian Kühner.

Der neue Snooker-Weltmeister Judd Trump hat das Zeug, um das Spiel auf ein anderes Niveau zu heben

Ronnie O’Sullivan, der bis dato im

Snooker-Sport das Maß aller

Dinge war, pries den neuen Champion

nach dessen Machtdemonstration

im WM-Finale: „Er kann das

Spiel auf ein anderes Niveau bringen.

Waserheute gezeigt hat, ist besser

als alles, was ich gezeigt habe“,

sagte der fünfmalige Weltmeister

ohne jede Form von Neid über Judd

Trump.Eingerahmt vonseiner Familie

präsentierte der im blau-weiß-roten

Konfettiregen unterdessen stolz

den wichtigsten Snooker-Pokal der

Welt. „Es ist unglaublich. Ichkann es

nicht in Wortefassen“, sagte Trump.

Dasfuriose 18:9 gegen den schottischen

Vierfach-Weltmeister John

Higgins befreite den 29 Jahre alten

Engländer nicht nur von seinem

WM-Makel, sondern brachte ihm

auch knapp 600 000 Euro Preisgeld

und Lobeshymnen von allen Seiten

ein. Obwohl er das dritte WM-Endspiel

in Serie verlor, wahrte Higgins

seinen Humor: „Ich habe Glück gehabt,

dass ich nicht für das Ticket bezahlen

musste. Eswar übermenschlich.“

Auch Topfavorit und Ranglistenprimus

O'Sullivan, der überraschend

in Runde eins gescheitert

war, geht vom Beginn einer Ära von

Trump aus, der den Spitznamen

„The Ace“ trägt.

Beim ersten WM-Finalduell

(15:18) habe ihm nach eigener Erkenntnis

noch die nötige Erfahrung

und die taktische Raffinesse gefehlt,

doch 2019 lief alles perfekt. „Das war

das Beste, was ich jemals gespielt

habe. Mir fehlen die Worte, wie gut

ich gespielt habe“, sagte Trump.

„Das habe ich noch nie erlebt“

Seine Selbstwahrnehmung deckte

sich mit den Einschätzungen der

Snooker-Fachleute. Der seit Jahrzehnten

als Kommentator aktive

BERND KÖNIG

Rolf Kalb befand: „Diese Klasse über

die gesamte Matchdauer, das habe

ich noch nie erlebt.“

In sich gekehrtund breit grinsend

absolvierte Trump nach dem WM-

Sieg einen Marathon an Interviews.

„Ich habe den WM-Titel nie so wenig

erwartet wie in diesem Jahr“, gestand

der Engländer, der in seinem

Auftaktmatch schon kurz vor dem

Ausgestanden hatte.Anders als Vorjahres-Champion

Mark Williams

(Wales) verzichtete er auf eine Pressekonferenz

ohne Kleidung und eine

öffentlich zur Schau gestellte Sauftour.

(dpa)

Karibik

kommt

später

Alba läuft sich gegen Bonn

warm für die Play-offs

VonChristianKattner

Eshat in dieser Saison sicherlich

schon kräfteraubendere Spiele

gegeben. Der 108:69-Erfolg gegen

ein ersatzgeschwächtes Team aus

Würzburg tat Mannschaft und Fans

von Alba Berlin mal wieder gut. Er

war aber auch so etwas wie ein Blick

in den Spiegel. Groß war der Reisestress

gewesen, groß auch die Erschöpfung,

mental und körperlich.

Doch nach vier Tagen in Berlin präsentierte

sich die Mannschaft wieder

ausgeruhter. „Man sieht, wenn mal

wieder trainiert wird und man nicht

von Spiel zu Spiel hechelt“, sagt

Alba-Geschäftsführer MarcoBaldi.

In dieser Woche wird allerdings

noch einmal gehechelt. Drei Spiele

gilt es innerhalb vonfünf Tagen zum

Abschluss der Hauptrunde in der

Basketball-Bundesliga zu absolvieren.

Aber:Zweimal darfAlba in eigener

Halle antreten, hat also noch einmal

viele Tage in Berlin und damit

Zeit für Training und eine ordentliche

Spielvorbereitung. „Das werden

wir überstehen“, sagt Baldi, „dann

haben wir fast eineWoche Pause und

sehen auch, gegen wenwir spielen.“

Die fünf Tage zwischen dem Ende

der Hauptrunde und dem Beginn

der Play-offs hatte Baldi zuletzt wie

sechs Wochen Karibik-Urlaub beschrieben.

Doch vordiesem müssen

noch ein paar Aufgaben erledigt werden.

Hoffen auf Penos Rückkehr

In erster Linie geht es um den dritten

Platz. Ein Sieg ist dafür aus den verbleibenden

drei Spielen notwendig.

Unddieser soll nach Möglichkeit bereits

am Mittwochabend im Heimspiel

gegen Bonn (19 Uhr) gelingen.

Keine einfache Aufgabe, schließlich

geht es für die Bonner noch um den

Einzug in die Play-offs. Als Siebter

sind sie aktuell dafür qualifiziertund

würden damit auch Alba Berlin in

der ersten Runde aus dem Weggehen.

Der Berliner Gegner hieße derzeit

Ulm. Ein unangenehmes Team,

welches sich im Aufwind befindet.

„Die kommen, das sieht man“, sagt

Baldi, „das sind nicht nur die Ergebnisse,

daist etwas passiert. Die sind

jetzt voll da.“

Macht an der Bande schon eine gute Figur:Stefan

Peno

IMAGO IMAGES

Das erste Viertelfinalspiel ist für

den 18. Mai inder Arena am Ostbahnhof

angesetzt, Alba hat in dieser

Runde zumindest den Heimvorteil.

Spätestens dann soll auch die komplette

Mannschaft bis auf den langzeitverletzten

Stefan Peno wieder

einsatzfähig sein. Immer wieder hatten

Spieler nach dem dritten Endspiel

im Eurocup Pausen erhalten.

Die längste gab es für den Isländer

Martin Hermannsson, der in den

vergangenen drei Wochen ohne Einsatz

geblieben ist.

So wichtig die Pause war,sowichtig

wirdesjetzt sein, dass er in dieser

Woche wieder auf das Feld zurückkehrt,

seinen Rhythmus findet. „Er

wirdindieser Woche wieder spielen.

Es wäresehr wichtig, dass er vorden

Play-offs noch einmal in Spielsituationen

und nicht nur ins Training

einsteigen würde“, sagt Albas Geschäftsführer

Baldi.


Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019 19 **

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Sport

Machtspiele

auf dem

Betzenberg

In Kaiserslautern geht es

um Geld und Intrigen

VonTobias Schächter,Kaiserslautern

Früher war der 1. FC KaiserslauternimVerbund

mit seinen Fans

berühmt dafür, verloren geglaubte

Spiele doch noch zu seinen Gunsten

zu drehen. Doch die Tage, indenen

der FCK Gegnern das Fürchten

lehrte, sind vorbei. Schlagzeilen

macht der viermalige Deutsche

Meister seit Jahren nur noch durch

den Abstieg bis ins Mittelmaß der

Dritten Liga und durch Grabenkämpfe,

die den Verein an den Rand

des Ruins manövrierthaben. Diesen

Montag nun gelang dem Beiratsmitglied

Michael Littig in allerletzter Sekunde

eine überraschende Wende

im Poker um die Zukunft des Klubs.

Der Beiratsvorsitzende Patrick

Banf, Littigs Gegenspieler im fünfköpfigen

Gremium der ausgegliederten

Profifußballabteilung, hatte mit

den beiden Geschäftsführern Michael

Klatt (Finanzen) und Martin

Bader (Sport) eine Absichtserklärung

für einen Einstieg des luxemburgischen

Unternehmers Flavio

Becca als Investor ausgehandelt. Der

Deal mit Becca sah vor, dass dieser

zur Absicherung der gefährdeten

Drittligalizenz und zur Sicherung

des kommenden Etats zunächst 2,6

Millionen Euro zuschießt und in den

nächsten fünf Jahren weitere25Millionen,

um die Rückkehr in die Bundesliga

zu ermöglichen. Aber Becca

wollte die 2,6 Millionen Euro lediglich

als Darlehen einbringen und forderte

außerdem bis Montagnacht

den Rücktritt von Littig. Besonders

diese Forderung stieß auf Widerstand

bei Fans und in den Gremien.

Neuer Vereinswertüber Nacht

Doch am Montag präsentierte Littig

eine nicht näher genannte regionale

Investorengruppe,die mit ihrem Angebot

eine Mehrheit in den Gremien

fand: Der Beiratsentscheid fiel mit

3:2 für Littigs Offerte aus. Die regionalen

Investoren bringen drei Millionen

Euro auf der Basis eines zehnprozentigen

Aktienanteils ein –also

Eigenkapital statt Darlehen. Dafür

bekommen sie einen Sitz im Beirat.

Am Dienstagnachmittag wirkte

Sportgeschäftsführer Bader noch

überrascht vonden Ereignissen.„Die

Situation ist komplett neu für uns,

wir kennen die neuen Investoren

nicht. Wir müssen die jetzt erst kennenlernen

und dann schauen.“ Geschäftsführerkollege

Klatt versuchte,

mit der Investorengruppe Kontakt

aufzunehmen. DerenEinstieg in diesem

Rahmen wurde auch dadurch

möglich, dass die ursprüngliche Bewertung

des Vereins von 108 Millionen

Euro quasi über Nacht auf 30

Millionen reduziert wurde. Das, so

ist zu hören, „verwundere“ auch die

FirmaQuattrex, mit der der Klub den

Vereinswertberechnet hatte.

Das Unternehmen aus Stuttgart

ist ein wichtiger Geldgeber des FCK

und hat seine aktuellen Zusagen

über drei Millionen Euro an den Verbleib

der Geschäftsführer Klatt und

Bader geknüpft. Doch Bader und

Klatt sind in der Mehrheit des Beirates

umstritten. Dem Sportchef wird

eine falsche Kaderzusammenstellung

vorgeworfen. Erst nachdem das

Misstrauensvotum gegen Bader öffentlich

wurde, soll Becca das Aus

von Littig zur Bedingung seines Einstiegs

gemacht haben. Später hieß

es, Baders mögliche Abberufung sei

nur ein Gedankenspiel gewesen. Es

ist verworren.

Littig wolle nun die Gräben zuschütten,

heißt es. Das wirkt nach

der zum Teil auch öffentlich ausgetragenen

Schlammschlacht der letzten

Monate ambitioniert. Bleiben

Bader und Klatt im Amt? Kann Banf

nach dieser krachenden Niederlage

überhaupt noch Beiratsvorsitzender

sein? Das Pokerspiel im Intrigantenstadl

Betzenberg geht sicher in

die Verlängerung.

Das Wunder von Anfield

Durch ein 4:0 über den FC Barcelona zaubert sich der FC Liverpool ins Champions-League-Finale

VonHendrik Buchheister,Liverpool

Im Fußball, hatte Liverpools

Trainer Jürgen Klopp vor dem

Halbfinal-Rückspiel der

Champions League gegen den

FC Barcelona gesagt, könne alles

passieren. Deshalb habe er noch

Hoffnung, dass seine Mannschaft an

der Anfield Road das 0:3 aus dem ersten

Treffen noch umbiegen könne.

Und tatsächlich entfaltete der Fußball

wieder einmal seine Magie. Der

englische Traditionsklub gewann

nach einer überragenden Leistung

4:0 und steht zum zweiten Malnacheinander

im Endspiel der Königsklasse,woesam1.Juni

in Madrid gegen

Ajax Amsterdam oder Tottenham

Hotspur geht.

Das unglaubliche Comeback gelang

ohne „zwei der besten Stürmer

der Welt“, wie Klopp gesagt hatte,

nämlich ohne die verletzten Mohamed

Salah und Roberto Firmino. An

ihrer Stelle wurden der frühere

Wolfsburger Divock Origi und der

zur Pause eingewechselte Georginio

Wijnaldum mit jeweils zwei Treffern

zu Helden.

Barcelona dagegen erlebte ein

traumatisches Déjà vu. Wieschon in

der Vorsaison verspielte die Mannschaft

in der Champions League einen

Drei-Tore-Vorsprung aus dem

Hinspiel. Damals war im Viertelfinale

gegen den AS Rom Schluss,

nach einem 4:1 und einem 0:3. Diesmal

scheiterte die Mannschaft im

Lärmder Anfield Road.

Einfrühes Tor

Wergedacht haben sollte, dass der

FC Liverpool die Partie verhalten angehen

würde, umerst mal hinten sicher

zu stehen und dann im weiterenVerlauf

zu schauen, ob sich vorne

die benötigten Treffer erwirtschaften

lassen, sah sich einem Irrtum erlegen.

Unterstützt von einem wie besessen

brüllenden Publikum setzte

Jürgen Klopps Mannschaft auf die

oft erprobte Variante,den Gegner zu

überrennen. Dass dieser Gegner der

FC Barcelona war, schien egal zu

sein.

Nach einer Minute gab es die

erste Chance und die erste Ecke für

die Männer in den roten Trikots, in

der sechsten Minute konnte Sadio

Der vierte Streich: Divock Origi (r.) trifft für Liverpool, Shaqiri feiertmit. GETTY IMAGES/BRUNSKILL

Mané gerade so vonArturoVidal gestoppt

werden, ebenfalls auf Kosten

einer Ecke, und in der siebten Minute

erlebten die Zuschauer das,

worauf sie gehofft hatten: ein frühes

Tor. DenVersuch vonKapitän Jordan

Henderson aus nächster Nähe parierte

Barcelonas deutscher Torwart

Marc-André ter Stegen sensationell,

Origi staubte ab.

Liverpool schaffte das, was die

Voraussetzung dafür ist, einen Drei-

Tore-Rückstand umzubiegen. Die

Mannschaft säte Zweifel und Verunsicherung

beim Gegner. Ein verunglückter

Rückpass vonSergi Roberto

auf TerStegen, den Origi fast erlaufen

hätte, war dafür ein Zeichen. Es

dauerte eine Viertelstunde, bis sich

die Gäste zum ersten Mal aus der

No shoot, Vinnie!

Umklammerung lösen konnten und

Liverpool auf die Wunderwaffe aufmerksam

machten, die sie in ihren

Reihen haben –nämlich auf Lionel

Messi, den Doppeltorschützen des

Hinspiels.

Innerhalb vonfünf Minuten hatte

er drei Gelegenheiten. Erst scheiterte

er an TorwartAlisson, dann wurde er

im letzten Moment von Joël Matip

gebremst, dann flog sein Flachschuss

knapp am Ziel vorbei. Aufder

Gegenseite parierte TerStegen unkonventionell

gegen Liverpools

Linksverteidiger Andrew Robertson.

Kurz vorder Pause strich ein weiterer

Messi-Schuss knapp am Ziel vorbei.

Die Unterschiede zwischen Hoffnung

und Hoffnungslosigkeit waren

minimal für Liverpool. Bei einem

Gegentreffer hätte Klopps Mannschaft

fünf Tore gebraucht.

Die Partie kippt

Doch nach Wijnaldums Einwechslung

für den angeschlagenen Robertson

zur zweiten Halbzeit kippte

die Partie in Richtung Hoffnung.

Nein, mehr noch: In Richtung Wunder,wie

im Finale 2005, als Liverpool

gegen den AC Mailand einen 0:3-

Rückstand noch in einen Sieg verwandelte.Oder

wie im April2016, als

die Mannschaft im Viertelfinale der

Europa League gegen Dortmund

nach einem 0:2 und einem 1:3 noch

4:3 gewann und am Ende ins Endspiel

einzog.

In der 54. Minute traf Wijnaldum

mit seinem Flachschuss nach einer

Hereingabe vonTrent Alexander-Arnold,

TerStegen sah nicht gut aus.

NurzweiMinuten später war wieder

Wijnaldum zur Stelle. Nach einer

Flanke von Xherdan Shaqiri traf er

per Kopf und löste ein Beben aus,

wie es selbst das Stadion an der Anfield

Road nur selten erlebt.

Nach einer knappen Stunde hatte

Klopps Mannschaft den Rückstand

aus dem Hinspiel tatsächlich ausgeglichen.

VonMessi war nichts mehr

zu sehen. Und mit Origis zweitem

Treffer in der 79. Minute war wahr

geworden, was wohl nicht einmal

Klopp für möglich gehalten hatte:

Seine Mannschaft steht im Finale

von Madrid –und würde man nach

einen solchem Comeback wirklich

gegen sie wetten?

Ein Gewaltschuss von Vincent Kompany entscheidet in England wohl das Titelrennen zugunsten von Manchester City

VonHendrik Buchheister,Manchester

Vincent Kompany hat Stimmen

vernommen in dieser 70. Minute

gegen Leicester City.„Ich konnte sie

hören: Nicht schießen! Nicht schießen!

Dashat mich ein bisschen geärgert“,

berichtete Manchester Citys

Kapitän hinterher. Auf der Bank

dachte Trainer Pep Guardiola das

Gleiche,wie er gestand:„Nicht schießen!

Nicht schießen!“ Doch Kompany

hat einfach geschossen. Aus

gut 25 Meterndrosch er den Ball zum

1:0-Siegtreffer in den rechten Winkel

und dürfte damit die Meisterschaft

in der Premier League zugunsten

seines Teams und zum Nachteil des

FC Liverpool entschieden haben.

Manchester City rückte durch

den Erfolg wieder an die Tabellenspitze

und kann sich beim Saisonfinale

am Sonntag zum zweiten Mal

nacheinander zum Titelträger krönen.

Dazu ist ein Sieg bei Brighton &

Hove Albion nötig, das in dieser

Kampagne gegen den Abstieg spielte

und den Klassenerhalt seit dem vergangenen

Wochenende sicher hat.

Liverpool würde die Spielzeit als bester

Zweiter in der Geschichte der Premier

League abschließen.

Das epische Titelrennen hatte

viele vermeintlich entscheidende

Momente. Manchester Citys erste

Niederlage im Dezember beim FC

Chelsea, den Sieg Anfang des Jahres

Glatt Freunde: PepGuardiola und Vincent Kompany

GETTY IMAGES/RENARD

fer,mit dem Sergio Agüeroden Klub

2012 am letzten Spieltag in der vierten

Minute der Nachspielzeit gegen

die Queens Park Rangers zum ersten

Mal seit der Übernahme durch

Scheich Mansour zum Meister

machte.Dieser Aktion ist eine eigene

Kollektion im Fanshop von Manchester

City gewidmet. Im Fall des

neuerlichen Titelgewinns wird sich

sicher ein schlauer Fanartikel-Designer

finden, der Guardiolas Gedanken

bei Kompanys Versuch aus 25

Metern auf T-Shirts druckt: „No

shoot, Vinnie! No shoot!“

Es widerspricht in vielerlei Hinsicht

dem Drehbuch, dass gerade er

das Torschoss, das Manchester City

im direkten Duell mit Liverpool, unter

anderem deshalb, weil Verteidiger

John Stones einen Ball im letzten

Augenblick von der Torlinie rettete

(und Kompany nach einem heftigen

Einsatz gegen Mohamed Salah nur

Gelb statt Rotsah), oder die dramatischen

Liverpool-Erfolge gegen Everton,

Tottenham und zuletzt in Newcastle,

jeweils durch späte Tore.

Doch wie es aussieht, brachte der

Wuchtschuss des 33 Jahre alten Innenverteidigers

die finale Wendung

im Duell.

Sollte Guardiolas Mannschaft am

Wochenende tatsächlich den Titel

einfahren, dürfte das Toreinen ähnlichen

Status erlangen wie der Trefzum

vierten Mal in sieben Jahren

den Titel bringen könnte –und dass

er es dann auch noch auf dieseWeise

schoss. Der belgische Abwehrmann,

der 2008 vomHSV kam, ist ein Fossil

aus der Zeit vor dem Einstieg der

Geldgeber aus AbuDhabi. Kompany

war schon da, kurz bevor der Verein

ein anderer wurde.

Über Jahre war er ein Anführer,

die Symbolfigur des Teams, doch in

der jüngeren Vergangenheit spielte

er wegen ständiger Verletzungen nur

noch eine Nebenrolle. Sein Torwar

ein Tor, das untypisch ist für Guardiolas

Ästhetenfußball. Doch wenn

spielerisch kein Durchkommen ist,

wenn sich die Passstafetten immer

wieder verfangen im Dickicht gegnerischer

Abwehrbeine, dann muss es

eben ein Gewaltschuss richten.

Als das letzte Heimspiel der Saison

vorbei war,drehte das Team eine

Ehrenrunde, angeführt von Vincent

Kompany. Die Zeremonie könnte

der Anfang seines Abschieds von

Manchester City gewesen sein. Sein

Vertragläuft aus.Auf die Nachfragen

nach einer möglichen Verlängerung

reagierte Guardiola ausweichend.

Kompany möchte seine Karriere auf

jeden Fall fortsetzen. Möglicherweise

muss er das bei einem anderen

Verein tun. Dass ihm noch mal so ein

Treffer wie gegen Leicester gelingt –

darauf sollte er allerdings nicht spekulieren.

Interessante

Nachbarn in

Köpenick

Kade verlässt Hertha und

wechselt womöglich zu Union

VonMax Ohlert

Bestätigen wollte Oliver Ruhnert

erst mal nichts.„DieSituation ist

im Moment auch so schon schwierig

genug“, erinnerte der Sportchef des

1. FC Union noch einmal an die Tatsache,

dass die Köpenicker nach der

1:2-Niederlage am Sonntag beim SV

Darmstadt 98 eine Vorentscheidung

im Kampf um den Bundesliga-Aufstieg

verpasst hatten. Und doch

stand die Frage im Raum, ob sich die

Unioner, nachdem sie sich in den

vergangenen Jahren reichlich mit

vielversprechenden Talenten aus

dem Schwäbischen (Grischa Prömel,

Joshua Mees, Nicolai Rapp) eingedeckt

hatten, künftig auch bei der

Talentschmiede vonLokalrivale Hertha

BSC bedienen könnten. Zuvor

war berichtet worden, dass der 19

Jahre alte Nachwuchs-Herthaner

und U19-Nationalspieler Julius Kade

seine Karriere ab der kommenden

Saison in Köpenick statt in Charlottenburgvorantreiben

werde.

„Natürlich wissen wir um die

Stärken von Julius Kade, kennen ihn

ja auch aus seinen Spielen für die U-

Nationalmannschaften“, erklärte

Oliver Ruhnert auf Nachfrage, bat

aber um Verständnis, weder Bestätigung

noch Dementi geben zu wollen.

„Aktuell zählen für uns nur die

kommenden zwei Spiele in der Liga.

Alles Weitere kommentieren wir erst

nach Saisonende.“

Zuletzt verletzt

Sicher ist: Der talentierte, zuletzt

aber verletzte offensive Mittelfeldspieler,

von dem Herthas Trainer Pal

Dardai einst sagte, dass allein sein

Name ihm Gänsehaut verursachen

würde, wird die Charlottenburger

zum Saisonende verlassen. Das bestätigte

sein Berater JörgNeubauer.

Trainingspause: Sitzt Julius Kade demnächst

in Köpenick herum?

CITY-PRESS

Sollte KadesWegihn darüber hinaus

tatsächlich an die Wuhlheide

führen, wäre das ein wahrhaft einzigartiger

Wechsel. Noch nie ging ein

junger Hertha-Profi direkt zum 1. FC

Union, wobei zumeist der Klassenunterschied

und weniger die eher

kühle Lokalrivalität an diesem Umstand

schuld war.

Doch allein das Gerücht (und das

fehlende Dementi aller Parteien)

zeigt schon, dass Union, nach Jahren

der voranschreitenden Professionalisierung,

auf dem Transfermarkt

neuerdings durchaus als ernstzunehmender

Konkurrent um junge,

entwicklungsfähige Spieler angesehen

wird.

Denn versuchten sich talentierte

Herthaner in der Vergangenheit teils

verzweifelt, in der ersten Mannschaft

durchzubeißen, so scheinen

die Nachbarn aus Köpenick für einen

Jung-Nationalspieler wie Julius

Kade plötzlich eine interessante Alternative

zusein −möglicherweise

ab der kommenden Saison sogar in

der Bundesliga. Doch sollte man

diese Spekulationen bis zur endgültigen

Bestätigung eines Kade-Wechsels

und der Entscheidung über

Unions Klassenzugehörigkeit erst

mal außen vor lassen. Die Situation

ist im Moment schon schwierig genug.

(Mitarbeit: Mathias Bunkus)


Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019 – S eite 20 *

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Sport

Widder do: Der 1. FC Köln feiertden Aufstieg nach einem Sieg in Fürth.

GO IMAGES/RALF TREESE

Willkommen zurück

Der 1. FC Köln schafft den direkten Wiederaufstieg und ist trotzdem mal wieder zerstritten. Gesucht wird ein neuer Vorstand,erwartet eine Schlammschlacht

VonDaniel Theweleit, Köln

In den finalen Minuten vor der

Vollendung des großen Saisonprojektes

spielte der 1. FC Köln

tatsächlich wie ein Aufsteiger,

souverän, stabil, würdevoll. Mit einem

imposanten 4:0 bei der SpVgg

Fürth ist der Traditionsklub am

Montagabend in die Bundesliga zurückgekehrt,

anschließend wurden

die üblichen Rituale durchgeführt,

ein ziemlich lieblos gestaltetes Aufstiegs-T-Shirts

(„Widder do“) übergestreift,

mit Bier geduscht, der Platz

gestürmt. Die große Euphorie brach

nicht einmal in den Kneipen und auf

den Straßen in der Heimat aus.

Während Torhüter Timo Horn erklärte,

was für ein „emotionaler Moment“

dieser nun schon sechste

Bundesligaaufstieg in diesem Jahrtausend

sei, saß Armin Veh alleine

auf der Trainerbank. Versunken in

Gedanken, glücklich wirkte der

Sportchef nicht. Denn Köln ist zwar

zurück, der Prozess der Selbstreinigung,

der sich nach früheren Abstiegen

in der Zweiten Liga vollzogen

hat, ist jedoch ganz und gar misslungen.

DieKölner kehren als zerstrittener

Verein in die Bundesliga zurück.

Die Entlassung von Trainer Markus

Anfang in der vorigen Woche ist

nur ein Indiz. Er sei „mental, sehr,

sehr erschöpft“, sagte Dominick

Drexler in Fürth, nachdem er vor

zwei Wochen angedeutet hatte, dass

der Kader in unterschiedliche Fraktionen

zerfallen sei.„Das machen die

Stars“, hatte er geantwortet, als er

vor zwei Wochen um ein Statement

zum 0:3 in Dresden gebeten wurde.

Wolfgang Bosbach in Position

Am Geißbockheim wird diskutiert,

gestritten und: intrigiert. Anfang

wurde mit der wenig überzeugenden

Begründung entlassen, der Aufstieg

sei gefährdet, Fraktionen im Publikum

streiten nicht nur mit der Klubführung,

sondern auch untereinander,

und Veh hatte im April einen

„Vertrauensbruch“ zu Vorstandschef

Werner Spinner angeprangert. Kurz

danach musste Spinner,der Chef zurücktreten,

während Veh, der Angestellte,blieb.Eswar

eine Demonstration

der Macht des Geschäftsführers,

der seither selbst ziemlich kritisch

gesehen wird bei vielen Klubangehörigen.

Als Spinner-Ersatz agiert derzeit

satzungsgemäß Stefan Müller-Römer,

der Chef des Mitgliederrates,

der aber seit Jahren massiveKontroversen

mit den beiden anderen VorstandsmitgliedernToni

Schumacher

und Markus Ritterbach austrägt. Es

gibt kein konstruktives Miteinander

in diesem obersten Organ des operativen

Geschäftes. Veh hat die Angehörigen

des Mitgliederrates neulich

als „Vollamateure“ bezeichnet, was

im Klub so alles über Veh geraunt

wird, klingt kaum freundlicher. Der

Sportchef steht nun vor der Aufgabe

einen neuen Trainer zu suchen, wobei

auch dem bis Saisonende vonder

U21 zu den Profis beförderten André

Pawlak zumindest Außenseiterchan-

Zahl der Aufstiege in die Bundesliga

1. FC Nürnberg

8

Arminia Bielefeld

7

VfL Bochum

6

1. FC Köln

6

Hertha BSC

6

Fortuna Düsseldorf

6

Hannover 96

6

MSV Duisburg

5

Karlsruher SC

5

KFC Uerdingen

5

BLZ/GALANTY

cen auf den Posten eingeräumt werden.

Einer der wenigen, denen es halbwegs

gelingt, sich aus den allgegenwärtigen

Feindseligkeiten herauszuhalten,

ist Alexander Wehrle, der einen

Erklärungsansatz für die

schlechte Stimmung mitten im Erfolg

hat. Der Abstieg im vorigen

Sommer sei „ungewöhnlich harmonisch“

verlaufen, sagt der Finanzgeschäftsführer,

was einerseits angenehm

gewesen sei, mit der negativen

Konsequenz allerdings, „dass viele

im Umfeld den Abstieg 2018 noch

nicht verarbeitet und bei der ersten

schwierigen Phase sofort andie vergangene

Saison gedacht haben“.

Vehbegann nach jedem schlechten

Spiel mehr oder weniger öffentlich

an Anfang zu zweifeln, Spinner

wurde immer skeptischer gegenüber

Veh, etliche Fangruppierungen hängen

seit Monaten „Vorstand Raus“-

Banner auf, nach jedem Heimspiel

gibt es einen Protestzug gegen die

Klubführung hinter der Südkurve.

Auch deshalb steht der Klub vor einem

komplizierten Sommer.

Nach Spinners Rücktritt sind aus

dem alten Vorstand noch der Karnevals-Funktionär

Ritterbach und die

Klublegende Schumacher übrig, für

den Posten des neuen Vorstandschefs

hat sich der aus vielen TV-Talkshows

bekannte CDU-Politiker

Wolfgang Bosbach in Position gebracht.

Im September wird gewählt.

Allerdings gilt es als sicher, dass der

Mitgliederrat, der satzungsgemäß

die Aufgabe hat, vor der Wahl ein

Vorstandsteam vorzuschlagen, auf

eine Nominierung vonSchumacher,

Ritterbach und Bosbach verzichten

wird. Das Gremium hätte lieber einen

grundlegenden Neubeginn.

Denkbar ist daher eine Kampfkandidatur,

die pünktlich zum Bundesligastart

in eine mediale

Schlammschlacht auszuuferndroht,

denn einflussreiche Zeitungen in der

Stadt unterstützen schon jetzt Schumacher

und Bosbach. Herzlich Willkommen

zurück, 1. FC Köln.

Ganz oben auf der Liste

Plötzlich scheint Nachwuchscoach Ante Covic bei Hertha BSC die besten Chancen auf den Cheftrainerposten zu haben

VonMichael Jahn

Jeden Tagwerden im Moment neue

Namen auf den Markt geworfen,

wer denn –bitte schön –den treuen

Herthaner Pal Dardai als neuen

Cheftrainer vonHertha BSC beerben

könnte. Nach viereinhalb Jahren in

der Verantwortung wird sich der

Klub von Dardai als Chef der Profis

trennen. Der wird –sojedenfalls die

Planspiele –ein Jahr Pause einlegen,

sich in seinem schönen Haus am Balaton

erholen, weiterbilden und danach

zurückkehren zu seiner großen

Liebe Hertha, um wieder eine verantwortungsvolle

Position im Nachwuchsbereich

einzunehmen. Ob es

tatsächlich dazu kommt, sei dahingestellt.

Dardai ist grundsätzlich viel

zu ambitioniert, um wieder in der

zweiten, ja vielleicht sogar dritten

Reihe zu arbeiten.

Wer aber soll den Rekordspieler

der Hertha als Trainer beerben? Von

David Wagner war die Rede, der

Huddersfield Town zu einigen Höhen

in der Premier League geführt

hat, aber offensichtlich beim FC

Schalke 04 im Wort steht. Der

Schweizer Meistertrainer vonYoung

Boys Bern Gerardo Seoane, eine Art

„Mini-Favre“, galt als Kandidat, hat

aber nicht nur Hertha, sondernauch

allen anderen Interessenten eine Absage

erteilt. Dirk Kunert, der Jugendtrainer

der Boateng-Brüder bei Hertha,

war kurzinder Verlosung, plötzlich

auch Bruno Labbadia oder

Bernd Storck, der in Belgien bei Royal

Mouscron hervorragende Arbeit

leistet – jedoch von Hertha nicht

kontaktiertworden ist.

Nun wirft die Bildzeitung in Ante

Covic, 43, den erfolgreichen U23-

Trainer von Hertha ins Rennen und

nennt ihn als neuen Favoriten auf

den Cheftrainerposten. Das scheint

durchaus eine handfeste Möglichkeit

zu sein, denn Manager Michael

Preetz bedient sich gern imeigenen

Trainernachwuchs, hat mit Covic

(U23), Michael Hartmann (U19) und

Zecke Neuendorf (U17), sowie Sofian

Chahed (U15) ehemalige Hertha-Profis

installiert, die eine erfolgreiche

Nachwuchsarbeit betreiben.

DieIdentifikation mit dem Verein ist

riesengroß.

Auch als Karrierecoach im Einsatz

Covic trainiert seit 2013 die U23 der

Hertha in der starken Regionalliga

Nordost, war zuvor schon für die U15

und die U19 verantwortlich. Mit der

U23 erreichte er die Plätze zwölf,

sechs, zehn, neun, acht und liegt

momentan auf Rang vier. Und das

mit ständig wechselndem Personal.

Meldet sich da wer? Ante Covic wird wohl

Herthas Cheftrainer. IMAGO IMAGES/HESSLAND

Eine beachtliche Leistung ist das.

Manager Preetz soll imponiert haben,

dass Covic in der Vergangenheit

Angebote anderer Vereine wie etwa

von Erzgebirge Aue oder von Dynamo

Dresden abgelehnt habe.

Covic ist zusätzlich auch als sogenannter

Karrierecoach tätig, betreut

die jungen Talente an der Schnittstelle

zum Profileben und macht das

mit viel Elan und Fingerspitzengefühl.

Bislang sagte Covic immer, er

sehe sich als „Ausbilder“, der dem

Profitrainer junge Leute nach oben

schickt und entwickelt. Sollte er nun

selbst ganz oben ankommen im

Trainergeschäft?

Fakt ist: Als Dardai 2015 Nachfolger

des geschassten Jos Luhukay

wurde, galt auch Covic schon als

Kandidat, zudem war er Assistent

von Otto Rehhagel im Jahr 2012, das

im Mai mit der unsäglichen Relegation

gegen Düsseldorf und dem Abstiegendete.

Preetz hielt sich bislang mit dem

Anforderungsprofil für den neuen

Coach öffentlich argzurück, sagte lediglich,

dass dieser„die DNA desVereins

verstehen und das behüten soll,

wofür wir stehen“. Daswürde zu einhundert

Prozent zu Covic passen.

Dennoch durfte zuletzt davon ausgegangen

werden, dass er wohl eher

als Co-Trainer einem neuen Mann,

der vonaußen kommt, zur Seite stehen

könnte.Dochdie Anzeichen verdichten

sich, dass Covic neben zwei

externen Kandidaten ganz oben auf

der Liste vonManager Preetz steht.

Michael Jahn

geht davonaus, dass Covic

Hertha-Chefcoach wird.


Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019 – S eite 21 *

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Feuilleton

Peter Uehling über die

Klassikereignisse der

kommenden Woche

Seiten 24 und 25

„Dieser Film ist bestürzend und wunderschön.“

Philipp Bühler zu Richard Billinghams Film über seine Eltern „Ray &Liz“ Seite 22

Internationaler Literaturpreis

Geteiltes Leid?

Geteiltes Lesen!

Cornelia Geißler lässt

sich gern vonBegeisterung

für Bücher anstecken

Die Motivation zu lesen bestehe

nicht darin, dass man etwas erfahren

wolle, was man schon kennt.

Das sagt die Dichterin und Verlegerin

Daniela Seel am Montagabend

bei Ocelot. DasGeschäft in Mitte bestätigt

gerade seine Eigenwerbung,

nicht einfach nur irgendein Buchladen

zu sein. Denn hier wird die Verkündung

der Shortlist des Internationalen

Literaturpreises als Ereignis

inszeniert. In den Jahren zuvor gab

es die Reihung der besten sechs Bücher

nur als Pressemitteilung des

Ausrichters,des Hauses der Kulturen

der Welt.

Diesmal reichen die Buchhändler

die Kandidaten jeweils als schwarz

eingewickeltes Päckchen zum Jurytisch

–und Daniela Seel, Robin Detje

und Tobias Lehmkuhl wickeln diese

abwechselnd aus, um dann kurze,

begeisternde Lobreden zu halten.

Und zwar auf: „Meine Homère ist

tot ...“ von Hélène Cixous (übersetzt

von Claudia Simma), „Der Kadaverräumer“

von Zoltán Danyi (Deutsch

vonTerézia Mora), „Stirb doch, Liebling“

von Ariana Harwicz (Dagmar

Ploetz), „Saison der Wirbelstürme“

von Fernanda Melchor (Angelica

Ammar), „Grenzbezirke“ von Gerald

Murnane (Rainer G. Schmidt) und

„Monster“ von Yishai Sarid (Ruth

Achlama).

DerPreis gilt Büchern, die aus anderen

Sprachen übertragen sind,

ehrt die Autorin und die Übersetzerin

(oder den Autor und den Übersetzer).

Er ehrtsomit auch die Qualität

der deutschen Verlage, die so interessiert

daran sind, internationale

Literatur zu den deutschen Lesern

zu bringen. Er gibt diesen Büchern

damit noch etwas mehr Aufmerksamkeit.

Was den Preisträgern seit

2009 wie Teju Cole und Christine

Richter-Nilsson (2013), Shumona

Sinha und Lena Müller (2016) oder

Ivana Sajko und Alida Bremer (2018)

auch genützt hat.

Die Leidenschaft der drei Juroren

vorn (als Vertreter einer siebenköpfigen

Jury)weht in den Raum, ihreVehemenz,

mit der sie sich auch für düstere

Themen einsetzen, weil diese in

erhellender Sprache behandelt sind.

Ja,man liest nicht, um Bekanntes bestätigt

zu sehen, man liest, um

Neues,Fremdes zu finden, zu fühlen,

um anders zu denken. Man liest eigentlich

allein. Dass Lesen auch gemeinsam

geht, man im Gespräch

Bücher noch einmal anders erfährt,

werden vielleicht die „Shared Readings“

zeigen, die bis zur Preisverleihung

am 18. Juni angeboten werden.

Einen Versuch ist das wert:Sonntags

um 13 Uhr bei freiem Eintritt in der

Amerika-Gedenkbibliothek.

Die Sklaverei ist noch präsent

Die Choreografin Lia Rodrigues arbeitet in einer Favela in Rio. Jetzt gastiert sie mit „Fúria/Wut“ im HAU 2

Vor sechzehn Jahren ist die

erfolgreiche brasilianische

Choreografin und Festivalleiterin

Lia Rodrigues mit

ihrer Company nach Maré umgezogen,

in eine der größten Favelas von

Rio de Janeiro. Dort hat sie gemeinsam

mit der NGO Redses ein leerstehendes

Warenhaus zum Centro de

Arts da Maré umgebaut. Es gibt dort

Theater-, Tanz- und Musikaufführungen,

kostenlose Tanzklassen,

Nachhilfe- und Schulungsangebote.

Es ist ein Versammlungsort für die

Bewohner der Favela. Rodrigues gastiert

heute mit ihrem Stück

„Fúria/Wut“ im HAU2.

Frau Rodrigues, seit dem 1. Januar

2019 hat Brasilien mit Jair Bolsanaro

einen rechtsradikalen Präsidenten.

Wie hat sich Ihre Situation in Brasilien

dadurch verändert?

Ich bin eine weiße Frau aus der

Mittelklasse.Natürlich hat sich auch

für mich etwas geändert, aber dramatisch

geändert hat sich die Situation

für die Minderheiten, vor allem

für schwarze und arme Menschen.

Bolsanaro zerstört systematisch die

Infrastruktur des Landes.Erhat etwa

das Budget für Schulen und Universitäten

um 30 Prozent gekürzt. Bildung

ist der wichtigste Schlüssel sowohl

für jeden Einzelnen für ein besseres

Leben, aber auch für eine Gesellschaft,

um sich zum Besseren zu

entwickeln. Das ist von den Faschisten

nicht gewollt.

Wie verändert das die Lage in einer

Favela wie Maré?

Es war nie gut, und jetzt ist es

noch einmal schlechter für alle. Bolsanaro

verfolgt einen Diskurs der

Diskriminierung, und er ermutigt

die Menschen, im täglichen Leben

mit Hass zu agieren. Aber die Menschen

in der Peripherie wissen, wie

sie auch mit sehr schlechten Situationen

fertig werden. Dasist das,was

sie seit Jahren, seit Jahrhunderten

tun. Die schwarzen Menschen haben

auch den Genozid der Sklaverei

überlebt. Sie finden immer Wege zu

überleben. Aber bei dem, was jetzt

geschieht, geht es nicht nur um Brasilien.

Auch in Europa erstarken die

Rechten. Es ist das globale kapitalistische

System, das sich auf immer

unverhohlenere Weise durchsetzt.

Bolsanaro ist kein Verrückter, genauso

wenig wie Trump. Sie haben

eine klarepolitische Agenda. Es geht

um die Macht der Unternehmen

und der Banken und um die weiße

männliche Vorherrschaft.

Formiert sich in Brasilien dagegen

Widerstand?

Natürlich. Aber ich bin nicht mit

Widerstand beschäftigt. In Maré

geht es um die Existenz, und wir versuchen

in einer sehr schwierigen sozialen

Lage neue Formen des Zusammenlebens

zu finden. DieSituation

ist für uns gleich geblieben,

Ein Tableau der Angst: „Fúria/Wut“ von Lia Rodrigues

TANZ IN DER FAVELA

Lia Rodrigues ist 1956 in Sao Paolo geboren, studierte klassisches Ballett und Geschichte,

arbeitete einigeJahre bei Mguy Marin in Frankreich. 1990 gründete sie die Lia Rodrigues

Compahia de Dancas, 2004 verlegte sie ihren Arbeitsmittelpunkt in die Favela Maré.

„Fúria /Wut“ noch einmal heute 19 Uhr im HAU2,Tel.: 25900427

SAMMI LANDWEER

gleich schwierig. Ich arbeite nicht in

Maré, weil Bolsonara jetzt an der

Macht ist, sondern ich mache das

schon lange. Als wir 2003 mit der

Company kamen, hatten wir kein

Projekt. Es ging zunächst darum, in

Austauschzukommen und gemeinsam

zu sehen, was wir tun können.

Wiralle mussten erstmal lernen, was

unser Platz sein könnte.Wir mussten

die Regeln kennenlernen, was können

wir tun und was nicht.Wirmussten

lernen mehr zuzuhören als zu reden.

Dashält bis heute an. Ichmache

das gemeinsam mit der NGO Redses.

Redses wurde vonUniversitätsabsolventen

gegründet, die aus Maré

kommen, den Absprung geschafft

haben und in die Favela zurückgekehrtsind,

um den KinderndortbessereBildungschancen

zu geben.

Fühlen Siesichinder Arbeit bedroht?

Ich bin 63 Jahre alt, ich habe

schon zu Zeiten der Militärdiktatur

als Künstlerin gearbeitet. Ich finde,

Geschichte hat etwas von Wellen

und ich versuche auf ihnen und unter

diesen Wellen durchzusurfen. Ich

kann das für mich so sagen, ich muss

nicht, wie andere, um mein Leben

fürchten.

DasStück mit dem Siejetzt im HAU2

gastieren, „Fúria/Wut“, klingt nach

großem Zorn.

Natürlich bin ich, sind die Tänzer

wütend über die Verhältnisse. Für

das Stück haben wir am Anfang mit

verschiedenen Bildern der Macht

gearbeitet. MitBildernvon der Situation

von weißen Menschen und

schwarzen Menschen, von Armen

und Reichen. Die Künstler haben

Bilder ihrer Ängste gesammelt und

davon, was sie von der Welt wollen.

Daraus haben wir ein Tableau zu

entwickeln versucht. Wir sind sehr

weit zurückgegangen in die Vergangenheit

und weit vorindie Zukunft.

Undwoher kommt die Wut?

Wenn wir in unsere Vergangenheit

zurückgehen, stoßen wir unweigerlich

auf die Sklaverei. Das ist unsere

gemeinsame Geschichte. Aber

je nachdem, ob wir weiße, schwarze

oder gemischte Haut haben, ist es

eine sehr unterschiedliche Geschichte.Aberesist

eine Geschichte,

die nicht erzählt, die nach wie vor

verdrängt wird. Wir müssen uns dekolonisieren.

Der Genozid an den

schwarzen Menschen, der mit dem

Kolonialismus begonnen hat, wird

bis heute fortgesetzt. Alle 30 Minuten

wird inBrasilien ein Mensch erschossen,

meistens ist es ein schwarzer

Jugendlicher. Das war schon vor

Bolsonaraso. DerReichtum Europas

basiert auf der Kolonialgeschichte,

aber euer Bildungskanon ist nach

wie vorvon weißen männlichen Philosophen

dominiert. Ich finde, es

braucht einen anderen.

Interview: Michaela Schlagenwerth

NACHRICHTEN

Die neue Berlinale-Leitung

präzisiertihr Programm

DieBerlinale will künftig weitere

Auszeichnungen vergeben. Neben

den Filmen im Wettbewerb und den

besten Kurzfilmen sollen auch „ästhetisch

und formal ungewöhnliche

Werke“ ausgezeichnet werden. Dafür

wirddie Reihe „Encounters“

(Konfrontationen) geschaffen, wie

die neuen Leiter Carlo Chatrian und

Mariette Rissenbeek am Dienstag

ankündigten. Ziel sei es,„neue Stimmen

des Kinos zu unterstützen und

den verschiedenen narrativen und

dokumentarischen Formen mehr

Raum im offiziellen Programm zu

geben“. Es werden für diese Sektion

maximal 15 Spiel- oder Dokumentarfilme

ab einer Laufzeit von60Minuten

eingeladen. Eine dreiköpfige

Jury entscheidet über die Preise für

den besten Film, die beste Regie und

den Spezialpreis.Die Reihe NATIVe

wirdnicht fortgeführt, die Kontakte

zu indigenen Filmemachernund Filmemacherinnen

sollen in den bestehenden

Sektionen gepflegt werden.

DieReihe Kulinarisches Kino,für die

der abgelöste Festivaldirektor Dieter

Kosslick mitunter kritisiertwurde,

wirdnicht fortgeführt. (BLZ)

Liebesgott in Vermeer-Bild

wird in Dresden freigelegt

Sensation: Ein Bild im Bild –Vermeer malte

original einen Cupido an die Wand. SKD

JanVermeer hat sein Bild „Brieflesendes

Mädchen am offenen Fenster“

nicht selbst nachträglich übermalt.

Anders als bisher vonder Forschung

angenommen, wurde das

„Bild im Bild“ eines vondem Delfter

rechts oben ins Bild gesetzten

nackten Cupidos Jahrespäter von

fremder Hand übermalt, wie Gemäldegalerie-Direktor

Stephan

Koja am Dienstag sagte.Eshandelt

sich um eine Sensation im Zuge der

Restaurierung des weltberühmten

Motivs von1657/59. DieOriginal-

Fassung mit Cupido wirdweitgehend

wiederhergestellt. DieHälfte

des römischen Liebesgotts,der der

Briefleserin über die Schulter zu

schauen scheint, ist schon freigelegt.

Ab heute wirddie Arbeit öffentlich

fortgesetzt. (BLZ)

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22 Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019

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Feuilleton

Zurück zu den Eltern

Groteske Schönheit: Mit „Ray &Liz“ macht der Fotograf Richard Billingham ein Lebensprojekt zum Film –sein Aufwachsen in einer Alkoholikerfamilie

VonPhilipp Bühler

Ray und Liz, essend vordem

Fernseher. Ray, ein klappriges

Männchen mit leerem

Blick, zusammengesunken

neben einer verdreckten Toilettenschüssel.

Ray lachend. Die riesige

Liz abwesend über ein Puzzle

gebeugt, das mit dem schrillen Muster

ihres Kittels zu verschwimmen

scheint. Man konnte diese Bilder

schon einmal sehen, als Fotografien.

In der damals aufsehenerregenden

Ausstellung junger britischer Kunst

namens „Sensation“, die 1998 auch

in Berlin gastierte, fanden sich irgendwo

zwischen Damien Hirsts

eingelegtem Hai und den verstörenden

Kindertorsos der Brüder Chapman

diese viel weniger sensationellen

Zeugnisse einer traurigen Welt.

Ray und Liz waren die Eltern des

Fotografen RichardBillingham, die er

zwischen 1990 und 1996 porträtierte.

Einen Bildband und mehrere Videoinstallationen

später hat er nun einen

Spielfilm daraus gemacht. Er wirkt

wie das bestürzende Dokument einer

traumatischen Kindheit. Und erist,

auf groteske Weise und so befremdlich

das klingt, wunderschön.

Der junge Richard taucht in „Ray

&Liz“ selbst auf, als etwa zehnjähriger

Junge und als rechtschaffen verstörter

Teenager,aber es ist nicht die

Hauptrolle. Ray und Liz, jünger als

auf den späteren Fotos, was keinen

großen Unterschied macht, haben

kaum einen Blick für ihre beiden

Kinder. Liz, am ganzen Körper tätowiert

und ketterauchend, beschäftigt

sich mit ihren Puzzeln oder gar

nichts. Ray trinkt oder schläft. Seit

seiner Entlassung, von der man wenig

erfährt, ernährtersich vonAlkohol.

In der wenig chronologischen

Ketterauchende Trostlosigkeit: Ray(Justin Salinger,r.) und Liz (Ella Smith)

Struktur des Films sieht man ihn zunächst,

nach dem Auszug vonLiz, als

den einsamen alten Mann, von dem

der erwachsene Billingham seine Fotos

machte.Inderselben vermüllten,

aber nun noch stilleren Wohnung im

14. Stock eines Sozialbaus in den

englischen Midlands steht er nur

auf, um zu trinken. EinFreund bringt

ihm seine tägliche Ration selbstgebrauten

Alkohols in Plastikflaschen.

Danach kann er wieder schlafen.

Einmal kommt Liz vorbei, um ihm

ein wenig von seinem Arbeitslosengeld

aus der Tasche zu leiern.

Die Familienszenen sind kaum

heiterer, entwickeln aber einen seltsamen

Sog und gelegentlich auch

Humor. Die Wohnung, mit ihrer unumstößlichen

Liebe zum Nippes vor

allem von Liz gestaltet, steckt voller

Details.Wie die Bewohner fühlt man

sich eingesperrt, aber auch zuhause

in dieser durch Zigarettenrauch gefilterten

Welt aus vergilbten Teppichen

und Tapeten in allen Farbstufen

zwischen hellbraun, ocker und

beige.Und es gibt Tiere. Während im

stummgeschalteten Fernsehgerät

Naturdokus von einem freieren Leben

künden, rascheln und piepen in

ihren Käfigen Wellensittiche, Kaninchen

und Hamster. Von Billingham

ist bekannt, dass er außer seiner Familie

später vor allem Tiere imZoo

fotografierte.

Der Zusammenhang liegt auf der

Hand. Richards Tätigkeit im Film beschränkt

sich darauf, dieses unwirk-

RAPID EYE MOVIES

liche Zusammenleben aufzuzeichnen,

mit Stift und Papier,oder mit einem

Kassettenrekorder, dessen Aufnahmen

als Quellenmaterial

dienten. Er ist wie die Fliege unter

Rays kahler Glühbirne oder die Milben

im Teppich, beides in gespenstischen

Großaufnahmen festgehalten

–ein unbemerkter Beobachter mit

dem einzigen Willen, zu überleben.

Nicht bemerkt zu werden, ist für

einen Fotografen vonVorteil. Mit ihrernur

noch eingeschränkten Wahrnehmung

kümmerten sich die Elternnicht

um das,was der Sohn mit

ihnen tat. Darüber, ob ihnen sein

späterer Erfolg etwas bedeutete,

machte Billingham widersprüchliche

Angaben. Beleidigt waren sie jedenfalls

nicht. Ursprünglich dienten

die Fotos nur als Material für Zeichnungen,

mit denen er sich an Kunsthochschulen

bewarb.Erst spät, nach

angeblich sechzehn Absagen, sah er

ihren eigenen, künstlerischen Wert.

Der Wendepunkt in seinem Leben

kam, als ein Dozent die Aufnahmen

erstmals aufgrund ihrer Qualität beurteilte,

und nicht nach dem, was

darauf passierte.

Mit„Ray&Liz“ gelingt Billingham

etwas ähnliches.Erhat keine soziale

Agenda wie KenLoach. Dienostalgischen

Stanzen von Terence Davies

(„Entfernte Stimmen – Stilleben“)

liegen näher,doch in der langen Geschichte

des britischen Filmrealismus

setzt er noch mal einen neuen

Ton. Er gibt diesen Menschen eine

Artvon Würde,doch das ist nicht der

Punkt. Eine Mischung aus stiller Wut

und gelöstem Akzeptieren liegt in

diesen so nahen und zugleich distanzierten

Bildern. Ganz offensichtlich

will er mit dem, was nun einmal

war, seinen Frieden machen. Noch

weniger als in den Fotografien hat

man hier das Gefühl, dass er –natürlich

kam damals der Vorwurf–einen

lässigen Voyeurismus bedient. Dass

Billingham mit dieser Geschichte

Elendstourismus betreibt, lässt sich

noch weniger behaupten, schließlich

ist es seine eigene. Dass er sie

überlebt hat, grenzt an ein Wunder.

Ray&Liz Großbritannien 2018. Buch und Regie:

RichardBillingham, Darsteller:Ella Smith,Justin

Salinger,Deirdre Keller,PatrickRomer u.a.;108

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(auf Wunsch: Schonkost und

vegetarische Kost)

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den Hauptmahlzeiten

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Frühstück

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Reiseveranstalter (i.S.d.G.): Phoenix Reisen GmbH, Pfälzer Str. 14, 53111 Bonn


Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019 23

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Feuilleton

Nebel,

der über

Saiten streift

Thom Luz gastiert

beim Theatertreffen

Die Kunst,

sich nicht zu

verstehen

Zu den Sprachvarianten der

Europa-TV-Serie „Eden“

VonDoris Meierhenrich

Das Stück hat noch nicht richtig

begonnen, die Bühne ist menschenleer,

da schiebt sich kaum

wahrnehmbar in der Langsamkeit

ihrer Bewegung von hinten rechts

nach vorn links eine Wolke, die sich

so staunenswert elegant, bedächtig

durch den Raum tastet, als sei sie ein

etwas zu großes, nobles Lebewesen.

Innen: körperlich kompakt, an den

Rändern: fast transparent filigran.

Eine sehr besondereWolke,die ganz

diszipliniert nur in den mittleren

Luftschichten des Bühnenraumes

lebt und uns Zuschauer auf der ansteigenden

Tribüne im Haus der

Festspiele sofort mit in ihre schwebende

und doch ganz materiell bleibende

Sphärehebt.

Und schon ist man mitten im

Wolkenkerndieses höchst wunderlichen,

gestaltreichen Nebelabends,

der Physik, Musik, Alchemie, Nonsens

und soziale wie künstlerische

Fantasie vereint, umkreist, aufstachelt,

und der den schweizerischen

Regisseur Thom Luz sehr nachvollziebar

zum diesjährigen Theatertreffen

brachte. „Girl from the Fog Machine

Factory“ heißt er so umständlich

wie ironisch, denn um ein Mädchen

geht es allenfalls am Rande,

wenn gleich zu Beginn eine Dame

die Bühne betritt, die hier eine Nebelmaschinenfabrik

ist. Stellvertretend

für uns alle bekommt sie dann

in den eineinhalb kurzen Stunden

vonkauzig quirligen Fabrikarbeitern

die Raffinesse, Bildermacht, Kaputtheit

und das schlicht unkontrollierbare

Eigenleben der stolzen Nebelmaschinen

vorgeführt.

Sie spielen die Hauptrolle in dieser

fast wortlosen und doch viel erzählenden

Schau, wozu auch ein

wiederholt klingelndes Telefon, ein

sich nach Belieben einschaltendes

Radio, diverse Propeller, die wie

Windräder,amEnde auch wie Grabsteine

aussehen, riesige Röhren, ein

gespenstisch schlechter Beamer,der

absurd verwischte Übertitel an die

Wand projiziert, und klassische

Streichinstrumente gehören.

Thom Luz ist mit seinem Nebelstück zum

dritten Mal beim Theatertreffen. SANDRA THEN

Gerade sie sind wichtig, denn hier

wird nach mehreren Partituren eine

multidimensionale Nebelsinfonie

gespielt, die wirklich in die unbeschreibbaren

Zwischenbereiche

zwischen Physik, Trick und Kunst,

Materie und ihreAuflösung dringt.

Es ist, als machten Luz und seine

wunderbar selbstlosen Arbeiterspieler

nicht nur das Gedachte in jedem

Bild mit sichtbar,sondernden physikalisch-materiellen

Gang des Denkens

und Kommunizierens selbst. In

einem der vielen wunderbaren Momente

stehen sich eine Cello-Spielerin

und ein Violinist gegenüber, die

sich ihr Spiel noch mit einem Propeller

teilen. Dieser lässt die Saiten vibrieren,

während die Menschen die

Fingersätzebeisteuern, und weil das

zugleich Wind macht, pustet der

Propeller mit jeder Klangsentenz einen

Nebelfaden hinüber zum anderenInstrument.

EinTheater der abstrakten

Sinnlichkeit, des sichtbar

Unsichtbaren zum Denken, Schlafen

oder einfach nur Freuen.

Die Bürger und Funktionäre werden typisiertdargestellt, wodurch es nur ein Rollen-Individuum gibt: M(Scott Hendricks), der sich hier am roten Faden festhält.

Allgegenwärtiges Kinderlachen

Barrie Kosky inszenierte „M –Eine Stadt sucht einen Mörder“ als Musiktheater an der Komischen Oper

VonPeter Uehling

Während es im Sprechtheater

gang und

gäbe ist, werden auf

der Opernbühne

Filmstoffe selten adaptiert. 2003 hat

Olga Neuwirth David Lynchs „Lost

Highway“ in ein Musiktheater verwandelt,

in dem kaum gesungen

wurde und über die Handlung des

Films eine obligate Gruselmusik gelegt

wurde.Ander Komischen Oper

hat der Komponist Moritz Eggert

zusammen mit dem Chefregisseur

Barrie Kosky aus Fritz Langs 1931

gedrehtem „M –Eine Stadt sucht einen

Mörder“ jetzt eine Oper gemacht,

in der nicht wenig gesungen

wird und die dennoch schwer als

Oper zu verstehen ist und wie Neuwirths

Lynch-Version weitgehend

vergeblich ihre Autonomie gegenüber

dem Film behauptet. Denn

dazu bedürfte es starker, vom Film

unabhängiger Szenen.

Seit Volker Kutschers Gereon-

Rath-Krimis als„Babylon Berlin“ ins

Fernsehen gekommen sind, gibt es

einen kleinen Hype um Berlin in

den letzten Jahren der Weimarer Republik;

die Komische Oper ist mit

dieser Zeit aufgrund ihrer breit aufgestellten

Operettenschiene ohnehin

eng verbandelt. Das mag die

Idee erklären, „M“ auf die Bühne zu

stellen, und mit dem 53-jährigen

Eggert verpflichtete man einen

Komponisten, der sich in seinen

bislang 15 Opern offen für diverse

Formen und populäre Tonfälle gezeigt

hat.

„M“ ist indes mehr als ein Stoff,

er war auch für seinen Regisseur ein

Experiment, nämlich sein erster

Tonfilm. Die gesteigerte Realitäts-

Suggestion nutzte der mit Fantasy-

Stoffen wie „Die Nibelungen“, „Dr.

Mabuse“ oder „Metropolis“ bekannt

gewordene Fritz Lang im

Sinne fast dokumentarischer Wirkung:

DieGroßstadt wirdinihresozialen

Milieus und Funktionsbereiche

zerlegt: Proletariat, Kleinbürger,

Polizei, Verbrecher, Prostituierte –

und daneben die Kinder als Menschen

schlechthin und ihr Mörder

als der prinzipiell „Andere“.

Kinder mit Pappmachéköpfen

In der Oper werden derartige Differenzen

kassiert. In Koskys Inszenierung,

der zusammen mit seinem

Chefdramaturgen Ulrich Lenz das

Libretto aus dem Originaldrehbuch,

Kinderliedern und surrealen Gedichten

vonWalter Mehring zusammengestellt

hat, treten Polizei, Verbrecher

und Huren zwar deutlich

unterscheidbar auf. Aber durch ihre

Besetzung durch Kinder mit großen

Pappmaché-Köpfen wirken sie

doch als eine einzige Gattung von

Gegenspielernoder auch als feindliche

Obsession des Mörders. Das

Programmheft fragt: „Ist alles nur

ein kindliches Spiel?“ Im Film war es

das sicherlich nicht. Zu fragen wäre,

welchen Vorteil die Oper aus dieser

Andeutung einer Umdeutung zieht.

Es gibt nun nur noch eine einzige

Rolle: den Mörder.Das Interesse der

Gesellschaft, ihn aus dem Verkehr

zu ziehen –jeweils anders begründet,

ob es sich um Eltern, Polizei

oder Verbrecher handelt –, findet

keine Personifikation und bleibt so

reichlich blass.

Diese Tendenz zur Abstraktion

setzt sich im Bühnenbild fort: Es genügt

ein Laufsteg, der mit faltbaren

Prospekten zu Hausflur oder Polizeiwache

erklärt wird. Aber auch

der Mörder selbst artikuliert sich

selten und vorwiegend im Medium

von Walter Mehrings Versen, deren

geistreich montierte Phrasen nachzeichnen,

wie sich Sprache als Ausdrucksmittel

dem Individuum entzieht.

In diesem Sinne schreibt Eggert

eine Musik aus Formeln, aus

Achtziger-Jahre-Synthesizer-Gejaule,

aus Kinderliedern, aus

Schlagzeug-Rhythmen, aus sentimentalen

Schlager-Gesten, aus

Neue-Musik-Klischees, aus der von

Peter Lorregepfiffenen Grieg-Melodie,

die zusammen eine gewaltige

Collage nicht authentischen Klangs

ergeben, die elektronisch verstärkt

in den Raum schwappt.

Die Absicht ist immersiv: Man

soll einen Eindruck bekommen, wie

es im Kopf des Mörders aussieht –

Reise in zwei Richtungen

MONIKA SKOLIMOWSKA

Peter Lorres Schlussmonolog über

Zwang und Getriebenheit wirdzum

konzeptionellen Schlüssel des Ganzen.

Gerade der aber fällt in Eggerts

Vertonung weit hinter Lorres noch

immer atemberaubende Darstellung

zurück. Scott Hendricks hat in

der Rolle des Mörders kaum Gelegenheit,

sich zu profilieren; die Kinderlieder,

indenen er seine Stimme

zeigen könnte, bleiben melodisch

konturlos.

Ständig mit Vollgas

Was also ist das für ein Stück? Am

ehesten eine Art hundertminütige

Klanglandschaft, die ohne Rücksicht

auf die schlüssige Verteilung

von Kontrasten praktisch ständig

Vollgas gibt –sieht man den Generalmusikdirektor

Ainars Rubikis

seine erste Uraufführung an der Komischen

Oper dirigieren, könnte

man den Eindruck haben, hier

ginge es um höchste expressive

Selbstentäußerung. Ein enormes

Lob verdienen der Kinderchor der

Komischen Oper und seine Leiterin

Dagmar Fiebach, die eine höchst

umfangreiche Partie zu bewältigen

haben und der Oper ihrespezifische

Farbe geben: Der Gesang von Kindern,

ihr Lachen und Rufen ist fast

allgegenwärtig.

„M –Eine Stadt sucht einenMörder“: 11. und

24. 5., 9., 22. und 26. 6.,19.30 Uhr,Komische

Oper,Behrenstr.55–57

In Friedemann Karigs Debütroman „Dschungel“ strandet der Erzähler in Asien und in seiner Vergangenheit

VonUlrich Seidler

Der namenlose Ich-Erzähler in

„Dschungel“, dem Debütroman

von Friedemann Karig (geboren

1982) meistert Abenteuer, die er

wahrlich nicht gesucht hat, und er

denkt lästige,von anderen hereingespielte

Gedanken. Dennoch ist er ein

Glückspilz, denn sowohl die unfreiwilligen

Abenteuer als auch die Gedanken

sind gar nicht uninteressant

und ließen kaum etwas zu wünschen

übrig, wenn dieser Erzähler nicht so

viel daran herumnörgeln würde.

Gut, er geht nicht aus eigenem Antrieb

auf eine Reise entlang der erst

mehr, dann weniger ausgetretenen

Backpackerrouten nach Kambodscha,

und es ist schon recht, dass er

dem drogenbefeuerten Selbstfindungsquark,

dem man ihn aussetzt,

kritisch gegenübersteht –auch wenn

er in seinen Reflexionen darüber

doch sehr ausführlich wird.

Der Knackpunkt ist, dass es einmal

mehr sein vereinnahmender

Freund Felix ist, der ihn zu alledem

zwingt. Derirgendwie schönere, stärkere,

mutigere, hungrigereFelix, dem

der Erzähler seit der Kindheit nacheifert

und dessen Zuneigung er nie

ganz gewinnen kann, ist bei seiner Allein-Weltreise

vor ein paar Wochen

auf einmal vonder Bildfläche der sozialen

Netzwerke verschwunden. Felix’

Mutter ahnt das Schlimmste und

schickt seinen Freund, den Ich-Erzähler,

auf die Suche. Eswird auch

eine Reise in dieVergangenheit.

DerRoman wechselt unter erhöhtem

Cliffhanger-Einsatz kapitelweise

zwischen zwei verdorbenen Paradiesen:

zwischen der Reisebeschreibung

durchs wilde Asien und den Rückblenden

in die südwestdeutsche

Kleinstadtkindheit. Besonders der in

Asien spielende Teil wirkt recht konstruiert

und dekoriert. Man merkt,

wenn dem Autor bange wird, dass der

Leser die Geduld verliert, und er dann

einen handlungstreibenden Schalter

umlegt oder schnell den Spielort

wechselt. DerZufall –oder die erzählerische

Willkür – muss ordentlich

mithelfen, dass die Reisen interessant

und spannend bleiben.

Die mit pop-lyrischen Glitzersteinen

durchsetzten Kindheitserinnerungen

sind nostalgisch überstrahlt

und zugleich melancholisch überschattet.

Man muss mit den Jungs

Mutproben und Blamagen überstehen

sowie die Provokationen vonFelix,

der die Freundschaft immer wieder

auf die Probe stellt und den Bogen

mehrmals überspannt. Doch auf die

Komplexe und die mit Coolness getarnte

Unterwürfigkeit des Erzählers

gegenüber Felix ist Verlass, auch bei

der Liebe ist klar, wer das Recht der

ersten Nacht hat und wersich zufrieden

gibt mit dem, was übrig bleibt.

Der Leser ahnt lange nichts von

den zugrundeliegenden seelischen

Verletzungen, die zu diesem enervierenden

Verhalten der beiden wie in

einer schlechten Ehe voneinander

abhängigen Freunde führen – und

ein bisschen scheint es so, als sei

auch dem Autor erst unterwegs eingefallen,

dass er eine Begründung

dafür installieren oder verstärken

muss. Anmindestens zwei Stellen,

über die man nichts verlauten lassen

darf, weil das der auf Spannung angelegten

Handlung zu viel vorwegnähme,

wird man doch von hereingereichten

Informationen sehr kalt

überrascht und ein bisschen ausgetrickst.

Doch das ist, weil man sich

gut unterhält, leicht verzeihlich. Lieber

zu viel Fabulierlust und Gefühlsmut

in einem Debüt als zu wenig.

Friedemann Karig: Dschungel. UllsteinVerlag

Berlin 2019, 384 Seiten,22Euro

Buchvorstellung am heutigen Mittwoch in der

Backfabrik,Clinker Lounge,SaarbrückerStr.36a

VonTorsten Wahl

Der 16-jährige Junge,der in Nigeria

aufgebrochen war, umsein

Traumland England zu erreichen,

strandet auf einem abgelegenen

griechischen Gehöft in den Bergen.

Dergreise Bauer spricht ihn auf Griechisch

an –und Amareantwortet auf

Deutsch. Die Synchronisation einer

internationalen TV-Serie wie„Eden“,

die in vier Ländern spielt und deren

Helden in sechs Sprachen reden,

steckt in einem Dilemma.

Denn einerseits soll dem ARD-

Publikum um 20.15 Uhr der Zugang

zu einem vielschichtigen Projekt wie

dieser Migrationsserie erleichtert

werden. Das Thema verheißt ohnehin

keine hohen Einschaltquoten –

und zu viele Untertitel sind erst recht

Quotengift. Dass zwei syrische

Frauen, die sich in Paristreffen, oder

dass die beiden griechischen Wachleute

eines Flüchtlingslagers in der

synchronisierten TV-Version auf

Deutsch miteinander reden, ist ja

auch verständlich. Doch „Eden“ arbeitet

ja gerade

mit den Differenzen,

mit dem

Nicht-Verstehen

zwischen Fremden.

Und der

kleinste gemeinsame

Sprach-

Nenner, der im

realen Europa Flüchtlinge landen

natürlich Englisch

ist, wird in

am Badestrand.

der Synchronisation zu Deutsch, was

mitunter bizarr wirkt. Dagegen lassen

die untertitelten Original-Versionen

in den Mediatheken von ARD

und Arte die an vielen Originalschauplätzen

gedrehte Serieauthentischer

wirken und ermöglichen Zugang

zu Feinheiten.

So spricht Hamid, ein aus Syrien

nach Frankreich emigrierter Arzt,

französisch, seine Frau Meryem aber

nicht – in manchen Dialogen

schließt Hamid seine Frau durch einen

Wechsel ins Französische bewusst

aus dem Gespräch aus. Und

Helene, die Betreiberin des Athener

Flüchtlingslagers, wechselt gegenüber

Brüsseler Beamten und

Schweizer Finanziers verzweifelt

zwischen Französisch und Englisch

hin und her. Die Synchronisation

kennt diese Unterschiede nicht.

Besondere Spielmöglichkeiten

ermöglicht die Arte-Mediathek, die

insgesamt acht Sprachfassungen bereithält:

Deutsch synchronisiert, Original

mit deutschen Untertiteln,

Deutsche Hörfassung und Deutsche

Untertitel für Gehörlose –und das alles

noch mal auf Französisch. Denn

hier kann man zwischen den Varianten

springen, wobei man merkt, dass

den französischen Zuschauern in

der Synchronisation weit weniger

Untertitel angeboten werden. So

wird das Seefahrer-Poem von John

Masefield, das den Rahmen von

„Eden“ liefert, im Deutschen stets im

Original zitiert, im Französischen

aber übersetzt. DenDeutschen traut

man sprachlich also sogar mehr zu.

SILKE WOLFRAN KOCH/ARTE

TOP 10

Montag,6.Mai

1 Sarah Kohr ZDF 6,14 19 %

2 Tagesschau ARD 4,99 17 %

3 Wer wird Millionär? RTL 4,61 15 %

4 heute-journal ZDF 3,92 14 %

5 heute ZDF 3,77 16 %

6 Magisches Island ARD 3,36 10 %

7 SOKO5113 ZDF 3,30 17 %

8 RTL aktuell RTL 3,07 14 %

9 Quizduell ARD 2,91 14 %

9 Quizduell, 2 ARD 2,91 16 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019

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Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Ballhaus Naunynstraße (& 75 45 37 25)

20.00: Cyclops (Nasheeka Nedsreal)

Ballhaus Ost (& 44 03 91 68)

20.00: Rock around the cock (Jennifer Frank &Team)

Berliner Ensemble (& 28 40 81 55)

19.30: Endspiel

20.00 Kleines Haus: Aufder Straße

Berliner Kriminal Theater (& 47 99 74 88)

20.00: Der Seelenbrecher

20.00: Passagier 23

Deutsches Theater (& 28 44 12 25)

19.30: Welche Zukunft?! Let Them Eat Money

DT-Kammerspiele (& 28 44 12 25)

20.30: Biografie: Ein Spiel

Galli Theater Berlin (& 27 59 69 71)

20.00: Olly &Dolly

GripsHansaplatz (& 39 74 74 77)

19.30: berliner kindertheaterpreis 2019

HAU2(&25 90 04 27)

19.00: Fúria (Wut) (Companhia de Danças)

Kleines Theater (& 821 20 21)

20.00: Schachnovelle

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(& 88 59 11 88) 16.00: Unterleuten

Renaissance-Theater (& 312 42 02)

20.00: Ewig Jung

Schaubühne (& 89 00 23)

19.30, 19.30: Der Fremde

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

20.00: CharlysTante

Spiegelpalast am Bahnhof Zoo

(& 018 06 57 00 70) 19.00: Hoodoo

Staatsoper Unter den Linden (& 20 35 45 55)

19.00: Il barbiere di Siviglia

Theater Coupé (& 902 91 67 03)

20.00: Kabarett Größenwahn –Das verlorene

Paradies (Deutsch-Jüdisches Theater Berlin)

Vaganten Bühne (& 313 12 07)

20.00: Shakespeares sämtliche Werke(in 90

Minuten!)

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

18.00, 20.00: Coming Society

KABARETT/VARIETÉ

1820 Bar (Rosa-Luxemburg-Str.41)

20.15: Cosmic ComedyBerlin Open-Mic –English

Comedy(Dharmander Singh, Neil Numb u. a.)

Bar jeder Vernunft (& 883 15 82)

20.00: Liebén (Vladimir Korneev)

Berliner Schnauze –MundArt&Comedy Theater

(& 017 95 34 66 96) 20.00: In der Nacht isst der

Mensch nicht gern alleine (Franziska Hausmann und

Sabine Genz)

BKA (& 202 20 07)

20.00: Die letzte lebende Diseuse –Blandine Reloaded

(Désirée Nick)

BühnenRausch (& 44 67 32 64)

20.00: Tonarten einer Beziehung (Bitter and Sweet

Symphony)

Distel (& 204 47 04)

19.30: Die Ding Show (ImproBerlin)

20.00: Zwei Zimmer,Küche: Staat!

Estrel Festival Center (& 68 31 68 31)

20.30: Stars in Concert

Kookaburra (& 48 62 31 86)

20.00: Wunder (Max Olbrich)

Ratibortheater (& 618 61 99)

20.30: Ick &Berlin (Die Gorillas)

Scheinbar Varieté (& 784 55 39)

20.00: Open StageVarieté (Katharina Hoffmann

(Mod.)

StageBluemax Theater (& 018 05 44 44)

17.00, 20.30: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)

18.30: The Band –Das Musical

Theater im Palais (& 201 06 93)

19.30: HintermOfen sitzt ne Maus

TIPI am Kanzleramt (& 39 06 65 50)

20.00: Dominique Horwitz singt Brel

Wintergarten Varieté (& 58 84 33)

20.00: Let’s Twist Again! –Rockabilly Hits &Acrobatics

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

20.00: Wirnach (Sebastian Pufpaff)

KLASSIK

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)

20.00: Orchester der Deutschen Oper Berlin, Ltg.

Donald Runnicles, Sinfoniekonzert, GustavMahler:

Sinfonie Nr.6a-Moll

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)

14.00: Espresso-Konzert

Philharmonie (& 25 48 83 01)

20.00: Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Ltg.

Valentin Uryupin, Mariano Esteban Barco (Oboe),

Philipp Kopachevsky (Klavier), Debüt im Deutschlandfunk

Kultur,Widmann: „Con brio“, Konzertouvertüre

für Orchester;Strauss: OboenkonzertD-Dur op. 144;

Rachmaninow/Paganini: Rhapsodie über ein Thema

vonPaganini op. 43; Prokofjew: „Romeo und Julia“,

Suite

Piano Salon Christophori (Uferstr.8)

20.00: Quartet Gerhard, Mozart: Streichquartett Nr.

17 B-Dur „Die Jagd“; Schubert: Streichquartett Nr.15

G-Dur

Pierre Boulez Saal (& 47 99 74 11)

16.00: Akademiekonzert–Studierende der Barenboim-Said-Akademiestellen

sich vor

Schloss Charlottenburg –Große Orangerie

(& 25 81 03 50) 20.00: Berliner Residenz Orchester,

Meisterwerkedes Barocks, Werkevon Vivaldi, Händel

&Quantz, mit Menü

Wabe (& 902 95 38 50)

20.00: Szolnok: Walfriede Schmitt (Sprecherin) mit

Karsten Troyke (Gesang u. a.) &Daniel Weltlinger

(Violine), Jiddische Lieder,Chanson, Geschichten,

Anekdoten und Witze vonKurtTucholsky –Album

Release

Zitadelle Spandau (& 35 49 44 29 7/)

20.00 Gotischer Saal: Dávid Szigetvári, Johannes

Weiss, Heidi Gröger,Patrick Sepec, Thor-Harald

Johnsen, Margret Köll, Italienische Reise –von Venedig

nach Neapel und zurück, FrühbarockeMusik aus

der Zeit der „Seconda Prattica“

KINDER

Amerika-Gedenkbibliothek (& 902 26 -0)

10.00 Kinderbibliothek: Die drei Schweinchen,

Scuraluna-Schattenbühne (ab 4J.)

Atze Musiktheater (& 81 79 91 88)

10.00: Du hast angefangen! Nein: Du!, puppen etc.

(ab 3J.)

10.30: Ben liebt Anna (ab 8J.)

BKA (& 202 20 07)

9.15: Teenagers In Trouble, Platypus Theater,English

Children’sTheatre (ab 11 J.). Anm. erf.

Chamäleon (& 400 05 90)

20.00: Memories of Fools, Cirk La Putyka (ab 6J.)

Charlottchen (& 324 47 17)

10.30: Das Kaffeetassen-Puppentheater mitall seinen

verrückten Freunden, Burkhard Bering,(ab 3J.)

Das weite Theater (& 991 79 27)

10.00: DieLegende vonWilhelm Tell, Weltliteratur mit

Objekten und Material (ab 9J.)

Figurentheater Grashüpfer (& 536 95 15 0/ 52)

10.00: Wasser undSeife für Hündchen und Kätzchen,

Theater Rafael Zwischenraum, Figurentheater (ab 2J.)

Fliegendes Theater (& 692 21 00)

10.30: Pippi Langstrumpf, Figurentheater Kobalt

Berlin (ab 5bis 8J.)

Grips Podewil (& 39 74 74 77)

10.00: Vier sind hier (ab 2J.)

Humboldt-Haus (& 96 24 20)

11.00: Ben And The Smugglers, PlatypusTheater,

Englisches Kindertheater (ab 8bis 12 J.)

Theatertreffen

Blick

über den

Gartenzaun

Heute lohnt es sich bestimmt,

mal beim Theatertreffen

vorbeizuschauen

und das eintrittsfreie TT-Kontext-Programm

mit identitätsund

theaterpolitischem

Thema zu besuchen. Es gibt

zwei Podien in der Kassenhalle

des Bornemann-Baus: Zuerst

sprechen die Regisseure Andreas

Dresen, Armin Petras und

die Regisseurin Mina Salehpour

über die ästhetischen

und politischen Ungleichheiten

von Ost- und Westtheater,

dann setzen sich die Autorin

Jana Hensel und die Autoren

André Wilkens, Hengameh

Yaghoobifarah und Max Czollek

unter dem Titel „Wessen

Heimat?“ mit dem deutschdeutschen

Wir auseinander,

das in den 30 Jahren nach der

Wiedervereinigung eine unübersichtliche

Wandlung erfahren

hat und nun wohl in der

rechten, gut eingezäunten Ecke

gelandet ist. Ulrich Seidler

TT-Kontext „Theaterder Versöhnung“

(17Uhr), „Wessen Heimat?“ (18.30Uhr)

im Haus der BerlinerFestspiele

Unterhaltung

in Unschuld

Seine Wiege mag in

Griechenland stehen –

musikalisch wurde

Europa aber in

Wien erfunden

Spielt seit 1985 in unveränderter Besetzung: Das Vogler Quartett –Stefan Fehlandt (Viola), TimVogler (Violine), Frank Reinecke(Violine) un

Daniel Barenboim erfreut

sein Publikum gern mit

den immer gleichen Stücken,

etwa mit dem letzten

Mozart-Klavierkonzert, das er

auch noch selber spielt. Zuweilen

hat er aber auch Launen. DieProkofjew-Premiere

der „Verlobung im

Kloster“ bei den letzten Festtagen

führte zu verstärkter Beschäftigung

mit Prokofjew in den Kammerkonzerten

der Staatskapelle; jetzt dirigiert

Barenboim Prokofjews Musik

zu Sergej Eisensteins brutal-patriotischem

Durchhaltefilm „Alexander

Newskij“. Noch seltsamer und launischer

ist Barenboims Einsatz für Nikos

Skalkottas,dessen „Kleine Suite“

für Streichorchester das Konzert der

Staatskapelle einleiten wird.

Wer ist Skalkottas? Ein Grieche,

der in Berlin bei Arnold Schönberg

studierte und einiges von der Rigorosität

seines Lehrers lernte, wie

man an der „Kleinen Suite“ hören

kann. Wer„klein“ mit „nett“ assoziiert,

wirdvom hohen Dissonanzgrad

erschrocken sein, von den extremen

Lagen und Artikulationen der Instrumente.

Nach sieben konzentrierten

Minuten ist das reizvolle Werkchen

Peter Uehling

will Musik hören und keine Interpreten.

Im Berliner Musikleben sucht er nach

Veranstaltungen, die musikalische

Erfahrungen bieten könnten –neuartige,

begeisternde, interessante oder

herzerwärmende. Ob sie sich

tatsächlich einstellen, ist allerdings eine

Fragedes Glücks.

vorbei. Barenboim erinnerte sich, als

Student von dem Werk beeindruckt

gewesen zu sein, und assoziiert nun

wie folgt: Europa steckt in einer Legitimationskrise,also

ist es an der Zeit,

zu seinen angeblichen Quellen im

antiken Griechenland zurückzugehen,

folglich zieht er einen modernen

Griechen aus demVergessen. Da

staunt der Laie, und der Fachmann

wundert sich. Die Zwölftontechnik,

die Skalkottas anwendet, bricht radikal

mit der europäischen Idee der

harmonia. In Griechenland konnte

Skalkottas mit diesem Stil keinen

Blumentopf gewinnen und musste

Volkslieder bearbeiten.

„Griechenland“ als Wiege Europasist

eher eine deutsche Erfindung

vonfantasiebegabten Menschen wie

Winckelmann, Goethe oder Hölderlin.

Oder Beethoven: Washatte er für

ein Griechenland im Sinn, als er angesichts

einer Projekt gebliebenen

Bacchus-Oper davon träumte, Dissonanzen

nicht aufzulösen, „da sich

in diesen wüsten Zeiten unsere verfeinerte

Musik nicht denken lässt“?

Die musikalische Wiege des modernen

Europa war die Wiener Klassik:

„Meine Sprache versteht man durch

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (& 883 8551) Der Fall Collini

15.00,17.45, 20.30

Cinema Paris (& 881 3119) Der Flohmarkt von

Madame Claire (OmU) 13.30; Van Gogh 15.45,

20.30; Der Flohmarkt von Madame Claire 18.15

Delphi Filmpalast (& 312 1026) Der Flohmarkt

vonMadameClaire 15.40,20.30; Monsieur Claude

II 18.00

Delphi LUX (& 322 93 10 40) Atlas 13.30,15.50,

18.10, 20.30; Avengers: Endgame (OF) 16.15,

20.00; Das schönste Paar 13.45, 16.00, 18.20,

20.40; Liebesfilm 15.00, 17.00, 19.00, 21.00;

Tea with the Dames (OmU) 14.15, 17.00; Border

14.30, 19.00, 21.30; Van Gogh 13.40, 18.30;

Fighting with My Family (OmU) 16.00, 21.00;

Christo(OmU) 14.15, 16.30; Green Book (OmU)

18.45; Mid90s (OmU) 21.30

Filmkunst 66 (& 8821753) Zu jeder Zeit: Lernwege

in derPflege(OmU)17.45;Ein letzterJob 20.00;

Tea with the Dames (OmU) 18.00; AMan of Integrity:

Ein integerer Mann –Lerd (OmU) 20.15

Kant Kino (& 319 98 66) Monsieur Claude II

15.50, 18.10, 20.30; Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 14.10, 16.10; Ein Gauner & Gentleman

18.15,20.30; Teawith the Dames: Ein unvergesslicher

Nachmittag 14.50,16.50, 18.50; The Favourite

20.50; Die Berufung 14.45, 20.00; Vice 17.15;

Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zusein 14.20,

20.00; Green Book 17.15

Zoo Palast (& 018 05/22 29 66) 3D: Avengers:

Endgame 12.30, 16.30, 20.30; 3D: Avengers:

Endgame 13.00, 20.15; 3D, Preview: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 17.15;Avengers: Endgame

12.15, 16.10, 20.00; 3D: Captain Marvel 14.10;

Der Fall Collini 17.00,19.45; 3D: Avengers: Endgame

22.35; Dumbo 13.50; 3D: Avengers: Endgame

(OF) 16.20, 20.15; Green Book 12.15; Willkommen

im Wunder Park 15.00;After Passion 17.15, 19.45;

Avengers:Endgame22.15;Van Gogh 12.30,15.00,

20.15; Ein letzter Job 17.40; Der Fall Collini 22.50

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (& 20 07 88 88)Berlin Bouncer

(OmenglU) 11.00, 18.45; Of Fathers and Sons –

Die Kinder des Kalifats (OmU) 12.45; Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 14.30, 17.30; Iron Sky:The

Coming Race (OmU) 16.00; Border –Gräns (OmU)

20.15; Der Goldene Handschuh 22.10; Drei Gesichter

–Serokh (OmU) 11.00; Another Day of Life

–Jeszcze dzien zycia (OmU) 12.45; Christo(OmU)

14.15;Birds Of Passage: DasgrüneGold der Wayuu

16.00;

Ein letzter Job –King ofThieves (OmU) 18.00; Das

schönste Paar 19.50; One Cut ofthe Dead 21.40;

Die Wiese 11.00; BlacKkKlansman (OmU) 12.30;

Der Junge muss andie frische Luft 14.50; Green

Book (OmU) 16.30; Free Solo (OmU) 18.45; Van

Gogh –AtEternity‘s Gate (OmU) 20.30;The Hole in

the Ground (OmU) 22.30

Tilsiter-Lichtspiele (& 426 81 29) Christo(OmU)

16.00; Free Solo (OmU) 18.00; Ein Gauner &Gentleman

–The Old Man &the Gun (OmU) 20.00; Wir

–Us(OmU) 21.50; Spreeland. Fontane 16.10; Der

Funktionär 17.45; Christo(OmU) 19.15; La casa

lobo –Das Wolfshaus (OmU) 21.15

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Dumbo 13.45,

16.30; Die Goldfische 13.45; Willkommen im Wunder

Park 14.00; 3D: Avengers: Endgame 14.00,

16.15, 18.30, 20.30; Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 14.15; Bohemian Rhapsody 14.30; 3D:

Avengers: Endgame (OF) 14.30, 18.45; Monsieur

Claude II 14.45, 17.15,19.30; IMAX 3D: Avengers:

Endgame 15.00,19.00;Avengers:Endgame 15.15,

16.30,19.30,19.45;Der Fall Collini 15.30, 18.40,

21.30; Shazam! 15.40; Die sagenhaften Vier –

Marnies Welt 15.45; After Passion 15.50, 18.30;

3D: Royal Corgi: Der Liebling der Queen 17.00; Im

Netz der Versuchung 17.30, 20.15; Wenn du König

wärst 18.00; Preview,3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 18.30; Friedhof der Kuscheltiere 20.00;

Ein letzter Job 20.30; Avengers: Endgame (OF)

20.50; 3D: Captain Marvel 21.00; The Hole in the

Ground 21.10

Zukunft (& 01 76/57861079) #Female Pleasure

(OmU) 18.00; Berlin Bouncer (OmU) 20.00; Birds

Of Passage: Das grüne Gold derWayuu –Pajaros de

verano (OmU) 21.45; Asche ist reines Weiß –Ash

Is Purest White (OmU) 18.00; Liebesfilm 20.30;

One Cut of the Dead –Kamera otomeru na! (OmU)

22.10

HELLERSDORF

CineStar (& 04 51/703 02 00) Avengers: Endgame

13.10, 16.30, 19.45; Dumbo 13.15; 3D:

Avengers: Endgame 13.45, 16.00, 19.20; Wenn

du König wärst 14.00; Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 14.15, 17.40; Willkommen imWunder Park

14.30, 17.00; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist

zurück 14.45; Der Fall Collini 16.50, 20.00; Die

Goldfische 17.10; After Passion 17.20, 20.20; Preview:

Glam Girls: Hinreißend verdorben 19.45; 3D,

Preview: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 20.00;

Monsieur Claude II 20.15

Kino Kiste (& 998 74 81) Monsieur Claude II

14.00; Rocca verändert die Welt 15.50; Van Gogh

17.50; Spreeland. Fontane 20.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (& 038 71/211 41 09)3D: Avengers:

Endgame14.00,16.20, 20.00; Unheimlich perfekte

Freunde 14.10; Alfons Zitterbacke –Das Chaos

ist zurück 14.15; Wenn du König wärst 14.20;

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 14.20, 17.15;

Dumbo 14.40, 17.00; Willkommen im Wunder Park

14.45,17.40; Die sagenhaften Vier –Marnies Welt

14.50; Avengers: Endgame 15.00, 16.30, 19.45;

3D, Preview: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

17.00; After Passion 17.10; Fighting with MyFamily

17.20, 19.50; Captain Marvel 19.30; Friedhof

der Kuscheltiere 19.50; Lloronas Fluch 20.00;

Preview: Glam Girls: Hinreißend verdorben 20.00;

Monsieur Claude II20.15; The Hole in the Ground

20.20

KREUZBERG

Babylon (& 61 60 96 93) A VanGogh –AtEternity‘s

Gate (OmU) 21.15; B Atlas 16.45,19.00

fsk am Oranienplatz (& 614 2464) Zu jeder Zeit:

Lernwege in der Pflege (OmU) 18.00; AMan of

Integrity: Ein integerer Mann –Lerd (OmU) 19.15;

Streik –Statschka (OmU) 20.15; First Reformed

(OmU) 21.30

Moviemento (& 692 47 85) Monsieur Claude

II –Qu‘est-ce qu‘on aencore fait auBon Dieu?

(OmU) 10.00; Border –Gräns (OmU) 12.15; Unheimlich

perfekte Freunde 14.45; Drachenzähmen

leicht gemacht 3:Die geheime Welt 17.00;

Shortbus 20.00; The Favourite (OmU) 22.45; The

Hole in the Ground (OmU) 14.00, 18.15, 20.30,

22.45; Checker Tobi und das Geheimnis unseres

Planeten 16.15; Alfons Zitterbacke–Das Chaosist

zurück 10.00, 16.45; Die Winzlinge: Abenteuer in

der Karibik 12.15; Die sagenhaften Vier –Marnies

Welt 14.30; Monsieur Claude II–Qu‘est-ce qu‘on

aencore fait auBon Dieu? (OmU) 19.00; Birds Of

Passage: Das grüne Gold der Wayuu –Pajaros de

verano (OmU) 21.15

Sputnik (& 694 1147) Der illegale Film (OmU)

18.00; Ein Gauner &Gentleman –The Old Man &

the Gun (OmU) 19.45; Birds Of Passage: Das grüne

Gold der Wayuu –Pajaros deverano (OmU) 21.30;

Free Solo (OmU) 18.00; Vice (OmU) 19.45; Beale

Street –IfBeale Street CouldTalk (OmU) 22.00

Yorck (& 78 91 32 40) Royal Corgi: Der Liebling

derQueen 15.30; VanGogh17.30,20.00; New Der

Flohmarkt von Madame Claire 14.30, 18.50; Monsieur

Claude II16.40, 21.00

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (& 538 9590) Royal Corgi: Der

Liebling der Queen 14.00, 16.00; Avengers: Endgame

14.00, 19.45; Willkommen im Wunder Park

14.45; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück

14.45; 3D: Avengers: Endgame 15.30, 16.45,

19.30; Preview: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

17.00; After Passion 17.45; Monsieur Claude II

18.00, 20.15; Der Fall Collini 20.15; Preview: Glam

Girls: Hinreißend verdorben 20.30

Union Filmtheater (& 65 01 31 41) Tea with the

Dames: Ein unvergesslicher Nachmittag 10.00,

15.45; Ein letzter Job 10.15, 17.30; Niemandsland

–The Aftermath 10.30; Der Flohmarkt von Madame

Claire 13.15, 17.45; Van Gogh 13.30; Free Solo

13.30,20.00; Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks

15.30; 3D: Avengers: Endgame 16.00,

20.00; Der illegale Film 20.00

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (& 93 03 02 60) Wenn

du König wärst 14.00; 3D: Avengers: Endgame

14.00, 16.15, 18.30, 20.30; Dumbo14.15, 17.00;

Drachenzähmenleichtgemacht 3: Diegeheime Welt

14.15; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 14.30;

Bohemian Rhapsody 14.30; Avengers: Endgame

15.15, 19.30; Die Goldfische 16.45; The Hole in

the Ground17.00;3D: RoyalCorgi: DerLiebling der

Queen 17.00; 3D, Preview: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 18.30; Preview: Glam Girls: Hinreißend

verdorben 20.00; DerFall Collini 20.00;After Passion

20.00; Monsieur Claude II 20.15

MITTE

Acud (& 44 35 94 98) Die sagenhaften Vier –Marnies

Welt 17.00; Der Junge muss an die frische Luft

18.45; Der Fall Sarah &Saleem –The Reports on

Sarah and Saleem (OmU) 20.45; Der illegale Film

(OmU) 18.00; Russisch.dok: Naprotiv levogo berega

–Dem linken Ufer gegenüber (OmenglU) 20.00;

Another Day of Life –Jeszcze dzien zycia (OmU)

21.45

Babylon (& 242 59 69) KinderwagenKino: Das

Haus am Meer 11.00; KinderwagenKino: Das Haus

am Meer –Lavilla(OmU) 11.05; Green Book(OmU)

17.00; Spain in aWeek: Trote (OmenglU) 17.45;

Spain in aWeek: La academia delas musas –Die

Akademie der Musen (OmenglU) 19.30; Spain ina

Week: Maria (OmenglU) 19.30; Spain in aWeek:

Carmen &Lola (OmenglU) 21.30; Spain in aWeek:

La reconquista –The Reconquest (OmenglU) 21.30

Central Hackescher Markt (& 28 59 99 73) The

Hole in the Ground (OmU) 14.00,18.15;Alfons Zitterbacke

16.00; Border (OmU) 20.30; Der kleine

Drache Kokosnuss 10.30; Checker Tobi und das

Geheimnisunseres Planeten 12.45; Monsieur Claude

II –Qu‘est-ce qu‘on aencore fait au Bon Dieu?

(OmU) 14.30,19.00;Border–Gräns(OmU) 16.30;

The Hole in the Ground (OmU) 21.15

CineStar CUBIX (& 04 51/703 02 00) Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 11.00, 13.15, 15.00;

Mascha und der Bär –Die neuen Abenteuer 11.00;

3D: Avengers: Endgame 11.00, 12.00, 14.30,

16.00, 19.00, 20.00, 22.20; 3D: Willkommen im

Wunder Park 11.30; Asterix und das Geheimnis des

Zaubertranks 12.20; Avengers: Endgame 13.00,

17.00, 21.00; Fighting with My Family 13.50,

16.30, 19.20; Willkommen imWunder Park 14.40;

Monsieur Claude II15.30, 18.00; Der Fall Collini

16.45, 20.00; Captain Marvel 16.50; Shazam!

17.00; After Passion 17.20, 23.00; Preview: Glam

Girls: Hinreißend verdorben 19.45; 3D,Preview: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 20.00; Im Netz der

Versuchung 20.20, 23.15; The Hole in the Ground

20.30, 23.00; Wir 22.30; Friedhof der Kuscheltiere

23.00; Lloronas Fluch 23.15

Hackesche Höfe (& 283 46 03) Niemandsland

–The Aftermath (OmU) 14.45; Das schönste

Paar 17.00, 19.00; Atlas 21.00; Berlin Babylon

(Omdt+englU) 14.30; Van Gogh –AtEternity‘s Gate

(OmU)16.30, 19.00; Ayka (OmU) 21.15; DerFunktionär

14.30; Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu

sein 16.15; Christo(OmU) 15.15; Der Flohmarkt

von Madame Claire (OmU) 17.30,19.30; Free Solo

(OmU) 21.30;Berlin Bouncer (OmU) 15.00,21.30;

Auch Leben ist eine Kunst –Der Fall Max Emden

17.00; Streik –En guerre (OmU) 19.00

Zeughauskino (& 20 30 47 70) Wilhelm Dieterle:

Louis Pasteur –The Story of Louis Pasteur (OF)

20.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (& 01 80/505 06 44)

Wenn du König wärst 14.10; Willkommen im Wunder

Park 14.15, 16.50; Rafadan Tayfa: Dehliz Macerasi

(OmU) 14.15; Dumbo 14.15, 16.50; Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 14.30; Avengers: Endgame

14.30, 15.00, 18.30, 19.00, 19.45; The Favourite

15.00;3D: Avengers: Endgame 16.00,20.00; MonsieurClaudeII16.30;

DerFall Collini 16.40, 20.15;

After Passion 17.00; Shazam! 17.15; The Hole in

the Ground 19.30;Preview:Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 19.30; Lloronas Fluch 19.30; Avengers:

Endgame (OF) 19.45

IL KINO (& 91 70 29 19) Border – Gräns (OmU)

10.00; Der Funktionär (DFmenglU) 12.15, 20.15;

Van Gogh –AtEternity‘s Gate (OmU) 13.40; Birds

Of Passage: Das grüne Gold der Wayuu –Pajaros de

verano (OmU) 15.45; AMan of Integrity: Ein integerer

Mann –Lerd (OmU) 18.00; Streik –En guerre

(OmenglU) 22.00

Neues Off (& 62 70 95 50) Fighting with My Family

(OmU) 16.30, 19.00, 21.30

Passage (& 68 23 70 18) Das schönste Paar

16.00,18.15, 20.30; Wie ich lernte,bei mir selbst

Kind zusein 17.10; Border 20.30; Atlas 17.40,

20.00; Liebesfilm 16.00,18.00, 20.00

Rollberg (& 62 70 46 45) Avengers: Endgame

(OF)16.00, 19.45; Avengers: Endgame(OF)17.30,

21.15;Tea with the Dames (OmU) 16.00; The Hole

in the Ground (OF) 18.00, 22.20; The Hole in the

Ground (OmU) 20.10; Im Netz derVersuchung –Serenity

(OmU) 17.00, 19.20, 21.40; Free Solo (OF)

17.15; Border –Gräns (OmU) 20.10

UCI Luxe Gropius Passagen (& 66 68 12 34)

Willkommen im Wunder Park 14.00; 3D: Avengers:

Endgame 14.15, 16.15, 18.30, 20.30; Bohemian

Rhapsody 14.30; Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 14.40, 17.30; Dumbo 15.00; Avengers:

Endgame 15.15,19.30; Der Fall Collini 17.00; Preview,

3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 18.30;

Preview: Glam Girls: Hinreißend verdorben 20.00

Wolf (& 921 039333) Liebesfilm (OF) 12.00,

21.10; Birds Of Passage: Das grüne Gold der Wayuu

–Pajaros de verano (OmU) 12.10; AMan of

Integrity: Ein integerer Mann (OmU) 13.40, 21.00;

Bildbuch –Lelivre d‘image(OmenglU) 14.30; Kommissar

Gordon &Buffy 16.00; Supa Modo 16.20;

Mid90s (OmU) 17.20; Border – Gräns (OmU)

18.50; Zujeder Zeit: Lernwege inder Pflege (OmU)

19.00

PANKOW

Blauer Stern Pankow (& 47 61 18 98) Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 13.45, 15.45; Der Flohmarkt

von Madame Claire 16.00, 17.45; Van Gogh

20.00; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück

14.00; Monsieur Claude II18.15,20.30

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (& 42 84 51 88) Avengers:

Endgame(OmU) 16.15,20.00; Atlas 15.00, 17.20,

19.40; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 14.15,

16.15; Liebesfilm 19.00; Fighting with My Family

(OmU) 21.15; Das schönste Paar 14.00, 16.45,

21.00; Der Flohmarkt von Madame Claire 14.30,

19.00; Alfons Zitterbacke 14.30; Van Gogh 16.30,

20.30; Monsieur Claude II 18.15


Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019 25

· ·

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Tagestipp

KALENDER

d Stephan Forck (Violoncello).

die ganze Welt“, hat Joseph Haydn

erklärt, damit die bis dahin als leeres

Geklingel verachtete Instrumentalmusik

zum universellen Kommunikationsmedium

erhoben; zahlreiche

Philosophen lieferten schöne

Gründe dafür. Die Idee der Klassik

findet in der Symphonie ihre größte

Verbreitung, ihregrößte Verdichtung

dagegen im Streichquartett.

In der kommenden Woche sind

zahlreiche Quartette zu hören, und

Klassisches ist immer dabei. Das

Vogler Quartett eröffnet sein Programm

um Brahms’ Klavierquintett

mit einem frühen Mozart-Quartett,

das sich dem Haydn’schen Anspruch

gewiss nicht stellt. Haydn selbst ist

mit seinem höchst experimentellen

und unerschöpflich geistreichen C-

Dur-Quartett aus op. 54 vertreten,

gespielt vom Quartett des Konzerthausorchesters

und gefolgt vomersten

Quartett György Ligetis und vom

einzigen von Jean Sibelius. Und das

Cuarteto Casals ist bereits auf Beethoven-Jubiläums-Tournee,auch

um

seine entstehende Beethoven-Gesamtaufnahme

zu promoten: Im

Kammermusiksaal präsentiert es

zwei der damals höchst populären

KLASSIK

Cuarteto Casals 9. 5., 20 Uhr,Kammermusiksaal,

Herbert-von-Karajan-Str.1

Quartett des Konzerthausorchesters

10. 5., 20 Uhr,Konzerthaus am

Gendarmenmarkt

Boston SymphonyChamber Players

11. 5., 19 Uhr,Pierre-Boulez-Saal,

Französische Str.33d

Vogler Quartett 11. 5., 20 Uhr,

Konzerthaus

Skalkottas 13. 5., 19.30 Uhr,Staatsoper

Unter den Linden, 14. 5., 20 Uhr,

Philharmonie, Herbert-von-Karajan-Str.1

ÖZGÜR ALBAYRAK

Quartette op. 18und das riesige Eröffnungsstück

aus op. 59, eine Riesenform,

wie sie sonst nur noch die

„Eroica“ bietet, der Versuch, durch

Monumentalität der eigenen Kanonisierung

zu entlaufen.

Liest man zeitgenössische Rezensionen

etwa von Beethovens Werken,

so hat man den Eindruck eines

erstaunlich aufgeklärten Diskurses:

Dunkelheiten werden bemängelt,

Originalität aber durchaus geschätzt,

und es wirdimmer für möglich

gehalten, dass Dunkles sich irgendwann

als originell enthüllt.

Noch war die Kunst nicht zum Spielball

bürgerlicher Distinktionsbedürfnisse

geworden, in denen man

entweder für Brahms oder für Wagner

war.Noch konnte sie unschuldig

unterhalten, und das tat sie nirgends

schöner als in Beethovens Septett,

das die Boston Symphony Chamber

Players neben Haydns C-Dur-Klaviertrio

spielen. Das Sextett für Bläser

und Klavier von Francis Poulenc

im gleichen Programm trägt seinen

unterhaltsamen Tondagegen latent

aggressiv vor: als neoklassizistische

Zurückweisung romantischer Tiefsinns-Bedürfnisse.

Buchvorstellung

Sechs

Mal

Deutschland

Lisa Banholzer ist eine, der

andere folgen. Auf Instagram

und ihrem Portal Blogger

Bazaar zum Beispiel, wo sie

Modetipps und Anleitungen

zum guten Aussehen bereithält.

In den Gesprächen, die

die Journalistin Jana Simon

binnen sechs Jahren für ihr

Buch „Unter Druck. Wie

Deutschland sich verändert“

mit ausgewählten Personen

geführt hat, repräsentiert sie

eine junge Frau, die die Herausforderungen

des modernen

Lebens angenommen hat.

Aber auch sie verspürt eine

permanente Anspannung.

Jana Simon hat neben einer

Krankenschwester, einem

Staatsschützer und einem Ingenieur

der Firma Bosch auch

den Politiker Alexander Gauland

getroffen. Was sie beschäftigt,

verbindet und

trennt, ergibt zusammen ein

spannendes Deutschlandbild

unserer Zeit. HarryNutt

Jana Simon, gelesen von Corinna

Harfouch 20 Uhr,Pfefferberg Theater,

Schönhauser Allee 176

Jugendmuseum Schöneberg (& 902 77 61 63)

14.00: Heimat Berlin, Projektschau und Aktionsraum

14.00: Villa Global. The Next Generation

14.00: Wunderkammern –Wunderkisten

14.00: Welcome to diversCITY! Queer in Schöneberg

und anderswo

Labyrinth Kindermuseum (& 800 93 11 50)

9.00: 1, 2, 3, Kultummel –Die Ausstellung mit dem

Vielfalter,Lernvielspaß für Mitmachkinder (ab 3bis

11 J.)

MACHmit! Museum für Kinder (& 74 77 82 00)

10.00: Der weite Horizont. Indianische Kulturen &die

Kunst des Kennenlernens, interaktiveAusstellung (ab

3bis 12 J.)

Märkisches Museum (& 308 66 -0)

10.00: Vielfalt-Forscher des Labyrinth Kindermuseums

Berlin, Wasist Vielfalt? Wo ist Vielfalt?

Puppentheater Berlin (& 342 19 50)

10.00: Peter und der Wolf (ab 4J.)

Puppentheater Felicio (& 44 67 35 30)

10.00, 16.30: Kasperund Rotkäppchen

Schaubude Puppentheater (& 423 43 14)

10.00: SSST!, florschütz &döhnert, Theater mit

Puppen, Objektenund Live-Musik (ab2bis 5J.)

Schwartzsche Villa (& 902 99 22 12)

10.30: Ein StückGlück, Theater Gospodarek (ab 3J.)

Sophiensaele (& 283 52 66)

10.00, 15.00 Hochzeitssaal: Augenblick mal!Festival

des Theaters für junges Publikum: Klang-Stücke–

Klangquadrat, Theater o.N.,(ab 2J.)

11.00, 16.00 Hochzeitssaal: Augenblick mal!Festival

des Theaters für junges Publikum: Klang-Stücke–

Schnürchen, Theater o.N. (ab 3J.)

Theater Lichterfelde (& 84 31 46 46)

10.00: Frühlingskitzel, Theater Fusion (ab 2bis 5J.).

Anm. erf.

Theater o.N. (& 440 92 14)

10.00: Klangquadrat, musikalische Performance

(ab 2J.)

10.00: Future Beats, Performance für Babys ab 6

Monate und ihre Erwachsenen

theater strahl probebühne (& 69 59 92 22)

9.00, 11.00: Spaaaß! (für Teenies), InterAktives

Theater zum Thema Mobbing (ab 13 J.)

Zeiss-Großplanetarium (& /42 18 45 10)

9.30: Lars –der kleine Eisbär

14.00: Mit Raketen zu Planeten

LITERATUR/VORTRAG

Café Manstein (& 54 46 49 86)

20.00: Textetisch: Sang-und klanglos

Dussmann (& 20 25 11 11)

19.00 3. Etage, SmartCity-Abteilung: SmartCity –

Innovationen für die vernetzte Stadt, Jonas Böhm,

Buchvorstellung

English Theatre Berlin (& 691 12 11)

20.00: Past Due: AStoryofDisability,Pregnancy

and Birth, Anne Finger,Autor/in:Anne Finger,

Simultanübersetzung englisch-deutsch

Evas Arche (& 282 74 35)

19.00: Lesekreis Feministische Theologie –Thema:

„Natur“, Lesung und Diskussion

Koreanisches Kulturzentrum (& 26 95 20)

18.00: Lesekreis: Die Plotter,Un-su Kim, Lesung und

Diskussion. Anm. erf.

Periplaneta Kreativzentrum (& 44 67 34 33)

20.00: #Verlagebesuchen: Rühmchen –Die offene

Lesebühne

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)

20.00: Literatur Live: Unter Druck, Jana Simon,

Lesung mit Jana Simon undCorinna Harfouch

Schleichers Buchhandlung (& 84 19 02 -0)

20.00: Wiedie Couch nach Kalkutta kam. Eine

Globalgeschichte der frühen Psychoanalyse, Uffa

Jensen, Buchvorstellung und Gespräch Moderation:Christian

Richter

KONZERT

Admiralspalast (& 22 50 70 00)

20.00: Bonnie Tyler

Auster Club (& 611 33 02)

20.00: Vivie Ann

b-flat (& 283 31 23)

21.00: Robin’sNest Jam Session

Badehaus (& 95 59 27 76)

19.30: Dead Kittens lädt ein! –support:The Restless

Liver

Badenscher Hof Jazzclub (& 861 00 80)

21.00: Will Jacobs Blues Band, Blue Wednesday

Show

Berghain (Am Wriezener Bahnhof)

21.00: Romare

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str.70)

20.00: Feng Suave

Café Lyrik (& 44 31 71 91)

19.30: Django’sMusic mit Bernd Huber &Gästen

Cassiopeia (& 47 38 59 49)

20.30: Maps &Atlases, Fjord

Emmauskirche (& 61 69 31 -0)

19.30: Xjazz-Festival: Khaled Kurbeh &Raman

Khalaf, Henrik Schwarz&Alma Quartet CCMYK

Gretchen (& 25 92 27 02)

21.00: The Midnight Hour:Adrian Younge&Ali

Shaheed Muhammad, support: Jack Waterson, Loren

Oden

Italienisches Kulturinstitut (& 26 99 41 -0)

19.00: Der Seher:Visionen vonLeonardo –Multimediaprojekt

für Solo-Performer und Video vonund mit

Andrea Centazzo

Lido (& 69 56 68 40)

20.00: ZiggyAlberts

Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)

20.30 Studio: Daniel Kahn &The Painted Bird

Musik &Frieden (Falckensteinstr.48)

20.00: paris_monster +May

Orania.Berlin (& 69 53 96 80)

20.00: Xjazz-Festival: Dejan Terzic ‚Axiom’

21.30: Xjazz-Festival: LRK Trio

PrivatClub (& 61 67 59 62)

20.00: Sophie Auster,Next Time

Rickenbacker’s (& 81 89 82 90)

21.00: Jovi’sMainstream Session–Rock &Pop

Schokoladen Mitte (& 282 65 27)

19.00: Yoko OK +Elspeth Anne, Fourtrack On Stage

SO36 (& 61 40 13 06)

20.00: Xjazz-Festival: Kate Tempest, AverageJoe

Toast Hawaii (Danziger Str.1)

20.00: Elephant Hive+Megason +Gaffa Ghandi

VertiMusic Hall (& 20 60 70 88 11)

20.30: Capital Bra

Wild At Heart (& 611 70 10)

21.00: DesertSweet, Wild Wednesday

Yorckschlösschen (& 215 80 70)

21.00: Stefano Ronchi Band

CLUB

Cassiopeia (& 47 38 59 49)

23.00: Concrete Bln, Rocket, Bass Station Berlin

Kulturbrauerei/Alte Kantine (& 44 31 50)

22.00: Mittwochs

Monarch (Skalitzer Str.134)

22.00: 3Years of Nerang,Ole Mic Odd, Soela,

Module One, Verner

Monster Ronson’sIchiban Karaoke

(& 89 75 13 27) 19.00: BoxHappyHour

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: Vinylsounds

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (& 282 92 95)

21.00: Clärchen swingt,Evan&Friends

Insomnia (Alt-Tempelhof 17-19)

20.00: TangoVicioso

Kulturbrauerei/Frannz (& 726 27 93 33)

19.00: El Ocaso -TangoArgentino, Frank &James

KINO

Kino inder Kulturbrauerei (& 04 51/703 0200)

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 13.45, 15.50;

Dumbo 13.45; Die Goldfische 14.00; Ein letzter

Job 14.20; Das schönste Paar 14.20, 19.00; Alfons

Zitterbacke 14.30; Monsieur Claude II 14.50,

20.15; Avengers: Endgame (OmU) 15.30, 17.00,

19.45,21.00;Der Fall Collini 16.30,20.00,22.40;

Shazam!(OmU) 16.40; Der Flohmarkt vonMadame

Claire 16.40, 19.30; Van Gogh 17.20, 20.00; Ein

Gauner &Gentleman 17.30; Tea with the Dames

(OmU) 18.00; Das Ende der Wahrheit 20.30; Im

Netz der Versuchung 21.20; Niemandsland (OmU)

22.00; Wir (OmU) 22.40; Berlin Bouncer 23.00

Krokodil (& 44 04 92 98) Spreeland. Fontane

18.00; Der Funktionär 19.30;Ayka (OmU) 20.45

Lichtblick-Kino (& 44 05 81 79) Merci patron!

(OmU) 17.00; Dokumentarfilmprogramm (Der

Kampf der Jasic-Arbeiter und ihrer UnterstützerInnen)

18.30; Luft zum Atmen –40Jahre Opposition

bei Opel inBochum 20.30; Streik –Statschka

(OmU) 22.15

UCI Kinowelt Colosseum (& 44 01 92 00)

Shazam! 14.15; Asterix und das Geheimnis des

Zaubertranks 14.15; Monsieur Claude II 14.20,

19.35; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück

14.20; After Passion 14.20; Royal Corgi: Der Liebling

der Queen 14.25; Willkommen im Wunder Park

14.30; Dumbo 14.35; 3D: Avengers: Endgame

14.45, 16.15,18.45, 20.15,22.30; Avengers: Endgame

15.30, 19.45; Der Fall Collini 16.35, 19.50;

Wenn du König wärst 16.40; 3D: Royal Corgi: Der

Liebling der Queen 16.45; Im Netz der Versuchung

16.55, 19.40, 22.35; Captain Marvel 17.10; Fighting

with My Family 17.15, 19.55; Preview, 3D:

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 18.30; Preview:

Glam Girls: Hinreißend verdorben 20.00; Hellboy –

Call OfDarkness 22.35; Friedhof der Kuscheltiere

22.35; 3D: Captain Marvel 22.35; The Hole in the

Ground 22.40; Lloronas Fluch 22.45

REINICKENDORF

CineStar Tegel (& 04 51/703 02 00) Die Goldfische

13.10; Avengers: Endgame 13.15, 16.45,

20.15; Shazam! 13.30; Royal Corgi: Der Liebling

der Queen 13.30, 17.15; After Passion 13.40,

16.30;WennduKönig wärst 13.50; Willkommen im

Wunder Park 14.50;3D: Avengers:Endgame 15.15,

15.45, 18.30, 19.30; Dumbo 15.50; Fighting with

My Family 16.50, 20.10;Monsieur Claude II 17.15,

19.45;Der Fall Collini 17.15, 19.40;Preview:Glam

Girls: Hinreißend verdorben 19.45; 3D, Preview: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 20.00; The Hole in

the Ground 20.45

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (& 852 30 04)

Die Goldfische 15.30; Ein letzter Job 18.00; Green

Book 20.30

Cosima (& 85 07 58 02) Die Goldfische 18.00;

Monsieur Claude II 20.15

Odeon (& 78 70 40 19) Van Gogh – At Eternity‘s

Gate (OmU) 15.45, 20.30; Der Flohmarkt von Madame

Claire (OmU) 18.15

Urania-Filmbühne (& 218 9091) Exhibition on

Screen: Der junge Picasso – Young Picasso (OmU)

16.30; Hi, AI –Liebesgeschichten aus der Zukunft

(OmU) 19.00

Xenon (& 78 00 15 30) RBG –Ein Leben für die

Gerechtigkeit (OmU) 18.00; Free Solo (OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (& 01 80/505 0211) Willkommen

imWunder Park 10.00, 12.00, 14.00;

Unheimlich perfekte Freunde 10.00; Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 10.00, 12.30, 14.30; Avengers:Endgame

10.00,14.15, 15.00, 16.50, 20.00;

Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 10.00;

Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt

12.10;Asterix und dasGeheimnisdes Zaubertranks

12.15; The Favourite 15.00; 3D: Avengers: Endgame

16.10, 20.15; After Passion 17.30; Preview:

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 19.30; Preview:

Glam Girls: Hinreißend verdorben 20.00; Monsieur

Claude II 20.45

Kino im KulturhausSpandau (& 333 60 81) Monsieur

Claude II 14.15, 18.15; Ein Gauner &Gentleman

16.15; Bohemian Rhapsody 20.15

STEGLITZ

Adria (& 01 80/505 07 11) Monsieur Claude II

15.00, 17.40, 20.15

Cineplex Titania Palast (& 01 80/505 05 20)

Willkommen im Wunder Park 10.00, 12.00, 13.50;

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 10.00, 12.30,

14.25; Rocca verändert die Welt 10.00, 12.20;

Misfit10.00;Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die

geheime Welt 10.00; Avengers: Endgame 10.00,

14.00, 15.00, 16.30, 18.00, 19.00, 22.00; Die

sagenhaften Vier – Marnies Welt 11.50; Asterix

und das Geheimnis des Zaubertranks 12.15; Wenn

du König wärst 14.30; The Favourite 15.00; 3D:

Avengers: Endgame 16.15, 20.15, 23.00; Captain

Marvel 17.15; After Passion 17.25,23.00; Preview:

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 19.30; Der Fall

Collini 19.45, 22.40; Preview: Glam Girls: Hinreißend

verdorben 20.00; Avengers: Endgame (OF)

20.30; Lloronas Fluch 22.40

Thalia Movie Magic (& 774 34 40) Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 14.45; Avengers: Endgame

15.00, 19.00; Dumbo 15.30; Willkommen im

Wunder Park 15.45;3D: Avengers: Endgame16.45,

20.30; 3D, Preview: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

18.00; After Passion 18.00; Preview: Glam

Girls: Hinreißend verdorben 20.30; Der Fall Collini

20.30

TIERGARTEN

Arsenal (& 26 95 51 00) Commedia all‘italiana:

Cocü –Ilmagnifico cornuto (OmenglU) 20.00; Magical

History Tour: Nach dem Gesetz –Posakonu

(OmU) 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (& 040/80 80 69 69)

Avengers: Endgame 12.30, 14.30, 16.30, 19.30,

22.30; Captain Marvel 13.00, 20.45; 3D: Avengers:

Endgame 13.00, 14.00, 15.00, 16.15,

17.00, 18.10, 19.00, 20.30, 21.00, 22.00, 22.15;

Ostwind 4–Aris Ankunft 13.45; Die sagenhaften

Vier –Marnies Welt 13.45; Drachenzähmen leicht

gemacht 3:Die geheime Welt 13.50; Willkommen

im Wunder Park 13.55; Der Fall Collini 13.55,

16.25, 19.30; Wenn du König wärst 14.00; Royal

Corgi: Der Liebling der Queen 14.00, 16.50; Asterix

und das Geheimnis des Zaubertranks 14.00;

Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 14.00;

Monsieur Claude II14.10, 17.15, 20.00; Dumbo

14.10, 17.00, 19.10; Misfit 14.20; After Passion

14.50, 16.40, 19.40; Van Gogh 16.20; Der Flohmarkt

von Madame Claire 16.30, 19.00; AStar Is

Born 16.30; Fighting with My Family 16.40, 19.30,

22.30; Der Junge muss andie frische Luft 16.50;

Die Goldfische 17.00; Shazam! 17.30; Green Book

19.20; Preview: Glam Girls: Hinreißend verdorben

19.30; Im Netz der Versuchung 19.45, 22.30; Preview,

3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 20.00;

3D, Preview: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

20.00; Friedhof der Kuscheltiere 20.00,22.40;The

Hole in the Ground 20.30, 23.00; Hellboy –Call Of

Darkness 22.00; Lloronas Fluch 22.15; Wir 22.30;

Bohemian Rhapsody 22.30; Escape Room 22.45

CineStar im Sony Center (& 04 51/703 0200)

Willkommen im Wunder Park –Wonder Park (OF)

13.15; 3D:Avengers: Endgame (OF) 13.30, 15.40,

16.45, 19.50, 21.00, 23.00; Green Book (OF)

13.45; 3D: Captain Marvel (OF) 13.45; Shazam!

(OF) 14.00; After Passion (OF) 14.00, 20.10; Dumbo

(OF) 14.30; Avengers: Endgame (OF) 15.00,

19.20, 22.45; 3D: Shazam! (OF) 16.50, 20.05;

3D: Dumbo (OF) 17.00; Van Gogh –At Eternity‘s

Gate (OF) 17.10; Ein letzter Job –King ofThieves

(OF) 17.20; Tea with the Dames (OF) 17.30;

Fighting with My Family (OF) 19.45; Wir –Us(OF)

19.50; Captain Marvel (OF) 20.00, 23.15; Lloronas

Fluch –The Curse of La Llorona (OF) 23.15; Hellboy

–Call Of Darkness (OF) 23.15

CineStar IMAX (& 04 51/703 02 00) 3D: Avengers:

Endgame (OF) 10.00, 14.10, 18.30; 3D:

Avengers: Endgame 22.45

Filmrauschpalast (& 394 4344) One Cut of the

Dead –Kamera otomeru na! (OmU) 19.30

TREPTOW

Astra (& 636 1650) Royal Corgi: Der Liebling

der Queen 10.00, 12.00, 14.00; Monsieur Claude

II 10.00, 12.00, 18.00; Der Fall Collini 10.00,

12.30, 20.30, 22.45; Avengers: Endgame 10.00,

14.00, 16.00, 19.00; Alfons Zitterbacke – Das

Chaos ist zurück 10.00, 12.00, 14.00; Willkommen

im Wunder Park 14.00, 16.00; 3D: Avengers: Endgame

15.00, 18.00, 20.15, 22.00; Dumbo 15.45;

Preview: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 18.00;

Preview: Glam Girls: Hinreißend verdorben 20.15,

22.30; Friedhof der Kuscheltiere 23.00

Casablanca (& 677 5752) Trautmann 15.30; Die

Berufung 18.00; Monsieur Claude II 20.30

CineStar –Treptower Park (& 04 51/703 02 00)

Willkommen im Wunder Park 13.45; 3D: Avengers:

Endgame 14.00, 15.30, 18.00, 19.30; Alfons Zitterbacke

–Das Chaos ist zurück 14.15; Captain

Marvel 14.20; After Passion 14.25, 17.15; Dumbo

14.30; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 14.40,

16.50; Fighting with My Family 14.40, 17.15,

19.55; Avengers: Endgame 16.00,20.00; Wenn du

König wärst 16.40; Der Fall Collini 16.55; Monsieur

Claude II 17.10, 19.30; Preview: Glam Girls: Hinreißend

verdorben 19.45; 3D: Captain Marvel 19.45;

3D, Preview: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

20.00; Friedhof der Kuscheltiere 20.10

WEDDING

Cineplex Alhambra (& 01 80/505 03 11) Rafadan

Tayfa: Dehliz Macerasi (OmU) 14.00, 16.10;

Willkommen im Wunder Park 14.10, 17.40; Royal

Corgi: Der Liebling der Queen 14.15; Avengers:

Endgame 14.15, 15.00, 18.20, 19.45; The Favourite

15.00; 3D: Avengers: Endgame 16.00, 20.15;

Shazam! 16.30; Dumbo 16.30; After Passion

18.15; Avengers: Endgame (OF) 19.20; Preview:

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 19.30; Preview:

Glam Girls: Hinreißend verdorben 20.00; The Hole

in the Ground 20.45

City Kino Wedding (& 01 77/270 19 76) Liebesfilm

19.00; Wir –Us (OmU) 20.45

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (& 471 4001) Auch Leben ist eine

Kunst –Der Fall Max Emden (OmU) 18.00; Streik –

En guerre (OmU) 19.45; Border (OmU) 21.45

Toni &Tonino (& 92 79 12 00) Spatzenkino: Auf

derWiese 10.00; Der Flohmarkt vonMadame Claire

15.00; The Love Europe Project (m. Gast) 18.00;

Kuddelmuddel bei Pettersson und Findus 9.45;

Monsieur Claude II 11.45; Asterix und das Geheimnis

des Zaubertranks 14.00; Alfons Zitterbacke

–Das Chaos ist zurück 16.00; Der Flohmarkt von

Madame Claire 18.15; Der Fall Collini 20.30

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (& 85 40 60 85) Die Wiese –

Ein Paradies nebenan 15.30; Monsieur Claude II

18.00;Van Gogh 20.30

Eva-Lichtspiele (& 92 25 53 05) Royal Corgi: Der

Liebling der Queen 13.15; Der alte deutsche Film:

Die Reise nach Tilsit 15.45; Tea with the Dames

(OmU) 17.45; Der Fall Collini 20.15

ZEHLENDORF

Bali (& 811 46 78) Can You Ever Forgive Me?

18.00;Asche ist reines Weiß 20.30

Capitol (& 831 6417) Van Gogh 15.45, 20.30;

Der Flohmarkt von Madame Claire 18.15

FREILUFTKINOS

Freiluftkino Kreuzberg BlacKkKlansman (OmU)

21.15

Pompeji –FLK am Ostkreuz (& 01 76/56 70 92 98)

Lords ofChaos (OmU) 21.00

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (& 03 31/271 81 12) Die

Maske – Twarz (OmU) 17.00; Waldheims Walzer

19.00

Thalia Potsdam (& 03 31/743 7020) Der Fall

Collini 13.00, 15.30, 20.30; Tea with the Dames:

Ein unvergesslicher Nachmittag 14.15; Monsieur

Claude II 14.30, 16.30, 18.45; Der Flohmarkt

von Madame Claire 15.00, 19.00; Das schönste

Paar 16.15, 21.15; Atlas 17.00; Van Gogh 18.00,

20.45; Von Bienen und Blumen (m. Gast) 18.45;

Border 21.00

UCI Luxe Potsdam Center (& 03 31/233 72 33)

Willkommen im Wunder Park 13.50; 3D: Avengers:

Endgame 14.00, 16.00, 18.30, 20.00, 20.30;

Dumbo 14.15; Royal Corgi: Der Liebling der Queen

14.30; Monsieur Claude II14.30; Avengers: Endgame

14.30, 15.15, 16.10, 19.30, 20.15; After

Passion 16.45, 19.45;

3D: Royal Corgi: Der Liebling der Queen 16.50; 3D,

Preview: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 18.30;

Preview: Glam Girls: Hinreißend verdorben 20.00;

Der Fall Collini 20.00

UMLAND

ALA Falkensee (& 033 22/279 8877) The Favourite

15.00; Willkommen im Wunder Park 17.30;

Preview: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 19.30

CineStar Wildau (& 04 51/703 02 00) Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 13.50,16.45; Avengers:

Endgame 14.00, 17.00, 20.00; Ostwind 4–Aris

Ankunft 14.10; Dumbo 14.10; Asterix und das Geheimnis

des Zaubertranks 14.15; Wenn du König

wärst 14.30; Fighting with My Family 14.50, 17.30,

20.20; Drachenzähmen leicht gemacht 3:Die geheime

Welt 15.00; 3D: Avengers: Endgame 15.00,

16.00, 19.30; Willkommen imWunder Park 15.20;

3D: Shazam! 16.45; Monsieur Claude II 17.20,

20.00; Der Fall Collini 17.30; After Passion 17.40,

20.30; 3D: Dumbo 17.50; Preview: Glam Girls:

Hinreißend verdorben 19.45; 3D,Preview: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 20.00; Im Netz der Versuchung

20.15; 3D: Captain Marvel 20.20; The Hole

in the Ground 20.50

Filmpalast Bernau (& 033 38/70 54 54) Alfons

Zitterbacke –Das Chaos istzurück14.30; Avengers:

Endgame 15.00, 19.00; Royal Corgi: Der Liebling

der Queen 15.30; 3D: Avengers: Endgame 16.30,

20.30; 3D, Preview: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

18.00; Preview: Glam Girls: Hinreißend verdorben

20.30

Filmpalast Oranienburg (& 033 01/70 4828)

3D: Avengers: Endgame 14.00, 16.15, 20.00;Willkommen

im Wunder Park 14.15; Dumbo14.30; Royal

Corgi: Der Liebling der Queen 15.00, 17.45; 3D,

Preview: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.00;

Avengers: Endgame 17.00, 19.30; Preview: Glam

Girls: Hinreißend verdorben 20.00; Lloronas Fluch

20.30

Linden-Kino Wusterhausen (& 03 39 79/145 93)

3D:Avengers: Endgame 16.00, 19.30

Movieland Erkner (& 033 62/36 68) Europäischer

Protesttag zur Gleichstellung v. Menschen m.Behinderung:

Dieses bescheuerte Herz 15.00, 17.15;

Dumbo 15.00; 3D: Avengers: Endgame 16.15,

20.00; Europäischer Protesttag zur Gleichstellung

v. Menschen m. Behinderung: Unzertrennlich 19.30

Kammerspiele Kleinmachnow (& 03 32 03/84 75 84)

Rocca verändert die Welt 16.00; Der Untergang

19.00


26 * Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019

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Netzwerk

DOKUS

Roboter

und

Rebellen

VonTorsten Wahl

Wer versteht schon alle Zusammenhänge

der vernetzten

Welt?Werkennt sich wirklich aus mit

den technischen Veränderungen?

Und was bringt die digitale Zukunft

für die Menschheit? Arte und 3sat

beweisen in ihren Dokumentationen

die globale Perspektive.

Zukunft der Arbeit: Im Paketverteilungszentrum

in China sind kaum

noch Menschen zu sehen: 300 Roboter

huschen hin und her, verteilen

am Tag70000 Sendungen. Sie brauchen

für die Bearbeitung eines Pakets

nur eine halbe Minute – der

Mensch aber eine Viertelstunde,

dreiviertel der Angestellten wurden

entlassen. Die 3sat-Doku führt anschaulich

vor, wie stark die Roboter

weltweit den Arbeitsalltag schon

jetzt prägen. Nachdem die Maschinen

inzwischen weite Teile der Fertigung

übernommen haben (so bei

der Autoherstellung in Detroit), werden

immer mehr intelligente Systeme

für die Dienstleistung entwickelt.

Vincent Lepreux und Martin

Mischi fragen aber auch nach den

Folgen für die Arbeitskräfte.

„Die Revolution der Roboter“ istauf 3sat am

Donnerstag, 9. Mai,um20.15 Uhr zu sehen. Anschließend

um 21 Uhr geht GertScobel der Frage

nach, ob biologische Lebensformen und organischeLernprozesse

auf künstlicheComputersystemeübertragen

werdenkönnen. Die Dokumentationensind

30 Tage lang in der 3sat-Mediathek

verfügbar.

Ein Fabrik ohne Menschen –auch das

könnte die Zukunft sein.

DPA

Zukunft des Teilens: Wenn die Steuerungs-Software

streikt, bleibt die

riesige Erntemaschine einfach stehen.

Eigene Reparatur ausgeschlossen,

Abhilfe ist nur vom Hersteller

via Satellit möglich –gegen horrende

Kosten. Die Arte-Doku stellt „Software-Rebellen“

aus allerWelt vor, die

sich für die gemeinschaftliche Nutzung

des Netzes einsetzen. Ihr Guru

ist der amerikanische Programmierer

Richard Stallman, der freie Software

nicht als Gratis-Geschenk versteht,

sondern als Möglichkeit, gemeinsam

die Zukunft zu gestalten.

Die Doku von Philippe Borrel zeigt,

dass gemeinschaftliche Weiterentwicklung

auf Dauer effektiver ist als

die „proprietäre“ Variante von Microsoft

und Co. Längst beschränken

sich die Software-Rebellen nicht

mehr auf Computer. Sofordern sie,

dass die Entwicklung von Insulin

und Saatgut allen offenstehen muss.

„Software-Rebellen: Die Machtdes Teilens“

wirdauf Arte am Freitag,10. Mai, um 6.10 Uhr

gezeigt.InderArte-Mediathek istder Film bis zum

6. Juni zu sehen.

Torsten Wahl konnte

über die „Software-Rebellen“

auch schmunzeln.

480 Meter lang ist die Stoffbahn, auf die der gesamte Text von „MobyDick“ gedruckt worden ist. RE:PUBLICA/STEFANIE LOOS

Die Netzgemeinde ist aufgeschreckt

VonApokalypse bis Totalpessimismus: Es gibt viel zu klären in diesem Jahr bei der re:publica. Ein Überblick

VonChristine Dankbar,Jörg Hunke

und SchayanRiaz

Keine Frage, das Interesse

ist extrem groß an denVorträgen

bei der re:publica in

diesem Jahr. Zettel mit

dem Hinweis „Over capacity“, also

alle Plätze besetzt, kleben an vielen

Eingangstüren zu den verschiedenen

Bühnen. Es gibt eine Menge zu

verhandeln, zu verstehen und zu erklären

in einer Zeit, in der die Entwicklungen

der Digitalisierung mit

ihrem Überwachungskapitalismus,

ihrer Sorge vor Upload-Filtern und

neuen Datenskandalen die Frage

aufwirft, was nur wird inZukunft?

Aber die re:publica bietet auch immer

Platz für skurrile Ideen und Innovationen.

EinÜberblick.

Urheberrecht, planlos: Axel Voss ist

der CDU-Politiker, auf den sich die

Demonstranten im Streit um das Urheberrecht

fokussiert hatten. In

Halle 2trifft er auf den Netzaktivisten

Markus Beckedahl. Voss verpasst

eine große Chance. Erkonnte wenig

dazu beitragen, als der Moderator

hören wollte, wie die Reform in

Deutschland umgesetzt werden soll.

Wäre eine Pauschalabgabe, von seiner

Partei in Berlin gefordert, die Lösung?

Da wich Voss aus, auch in anderen

Momenten bat er eher hilflos,

die anwesenden Netzexperten um

Unterstützung. Und sowar es nur

Beckedahl, der konstruktive Vorschläge

machen konnte, wie es weitergehen

soll. Er schlug eine Änderung

des Zitatrechts vor(Berücksichtigung

vonaudio-visuellen Inhalten)

und forderte Verwertungsgesellschaften,

die auch bereit sind, die Arbeit

vonKreativen zu honorieren, die

nicht hauptberuflich in dem Gewerbe

tätig sind.

Netzphilosophie, eindringlich: Der

Medienwissenschaftler Bernhard

Pörksen von der Universität Tübingen

ist ein alter Bekannter auf der

re:publica. Jedes Jahr redet er der

Netzgemeinde ins Gewissen; immer

mit einem frei gehaltenen Vortrag,

der in seiner Stimmlage durchaus an

eine Predigt erinnert. Allerdings ist

es immer eine hochkarätige. Indiesem

Jahr nimmt er in einem knapp

zwanzigminütigen Vortrag „Abschied

vom Netzpessimismus“. Dieser

sei mittlerweile in einen Wettbewerb

um den „apokalyptischen Superlativ“

ausgeartet. So werde die

Wiederkehr des Faschismus als

ebenso unumstößliche Realität behauptet

wie die Tatsache,dass wir im

Zeitalter der Fake News das Ende der

Kommunikation erreicht hätten.

Pörksen zeigtVerständnis für die Untergangstheorien,

durchgehen lässt

er sie uns nicht: „Der Aufklärungspessimismus

der gesellschaftlichen

Mitte wirdselbst zur politischen Gefahr“,

so seine Warnung, denn er

öffne die Tür für den Autoritarismus.

Schon gebe es die ersten, die nur

dem aufgeklärten Bürger künftig das

Wahlrecht zugestehen wollten. Seine

Lösung ist eine andere: „Wir müssen

zur redaktionellen Gesellschaft der

Zukunft werden.“ Die Ideale des guten

Journalismus sollten Eingang in

den Alltag finden: sei kritisch, argumentiere

transparent, sei skeptisch

im Umgang mit Macht!

Umweltschutz, lautstark: Ausgerechnet

Heavy Metal könne uns helfen,

mit dem Klimawandel umzugehen –

sagt Eden Kupermintz. Kupermintz

lebt in Tel Aviv, ist Philosoph und

Historiker –außerdem auch Betreiber

des Heavy Metal Blogs „Heavy

Blog Is Heavy“. Für ihn ist genau

diese Musikrichtung der beste Weg,

um sich Gedanken über unsere Zukunft

zu machen. Anhand vonSongtexten

zeigt er in seinem Vortrag, wie

sich Metal-Bands schon lange mit

den Fragen zu Natur- und Umweltschutz

beschäftigen. So wichtige

Experimente überall: Die Pflanzen sind mit Stromkontakten verbunden. DPA/BRITTA PEDERSEN

Europapolitiker Axel Voss bat um Unterstützung.

RE:PUBLICA/JAN ZAPPNER

Themen nicht einfach zu ignorieren

und umweltbewusster zu leben, das

sei Metal, sagt Kupermintz. Denn die

sehr laute Musikrichtung sei nicht

dazu gemacht, um aufzugeben. Kein

Thema ist zu heikel, es gibt Lieder

über viele Missstände. Als Beispiel

nennt er „Fight Fire with Fire“ von

Metallica, das Lied liefere die Energie,die

gerade gebraucht werde, sagt

Kupermintz.

Plattformen, neu gedacht: Die Kritik

an den Plattformen wird immer größer,

warum also nicht nach einer Alternative

zuFacebook oder Youtube

suchen? Der Medienwissenschaftler

Bertram Gugel hat ein erstaunliches

Konzept entwickelt. Er wünscht ein

einheitliches Verzeichnis, woalle Inhalte

vernetzt werden. Die Nutzer

zahlen für den Zugang, wie sie auch

Rundfunkgebühren und Abgaben für

den Kabelanschluss zahlen. Als Gegenleistung

erhalten sie Zugriff auf

die Inhalte.Die Nutzungsgebühr wird

zur Pflege der Technik genutzt, aber

vor allem sollen die Urheber für ihre

Werke honoriert werden. Über Apps

könnten die Nutzer den Zugang erhalten.

Gugel vergleicht das mit Podcasts,

die auch über verschiedene

Player konsumiert werden können.

Konkurrenz für Tech-Giganten –

klingt utopisch? „Wir müssen irgendwo

anfangen“, sagt Gugel.

Lesen, ohne Fehler: Inga Dietrich,die

sich das Konzept mit ihrer Kollegin,

der Journalistin und Filmemacherin

GesineWald, ausgedacht hat, erklärt

zu Beginn die Regeln. Das geht ganz

schnell:Wereinen FehlerbeimLesen

macht, muss aufhören. Beischwierigen

Namen, sagt Dietrich, würde sie

als Fehlerfee mal ein Auge zudrücken.

Mitten in der Eingangshalle,

im re:aders corner,geht es ums Fehlerlesen.

So wiefrüher in der Schule.

Ausgewählt wurdeHermanMelvilles

Klassiker „Moby Dick“. Unter den

Mutigen sind sowohl Hobbyvorleser

als auch erfahrene Sprecher. Man

kann sie nicht unterscheiden an der

Länge ihrer Lesezeit. Es kommt eine

Kathrin, die das nicht beruflich

macht, und sie liest acht Minuten

lang fehlerfrei. Prompt kommt sie

auf die Highscore-Tafel. Läuft man

am Abend an der Kreidetafel vorbei,

stauntman über Johannes, der18:35

Minuten fehlerfrei gelesen hat und

oben steht. Ob dasein Profi ist?Oder

ein Amateur? Der Gewinner bekommt

jedenfalls ein Ticket für die

nächste re:publica geschenkt.

Design, spektakulär: Die Berliner

Agentur fertig design hat für die Gestaltung

des Geländes gesorgt. Ihre

Idee orientiert sich an dem Motto

„tl;dr“ –also zulang, um gelesen zu

werden. Auf einer 480 Meter langen

Stoffbahn ist der gesamte Text von

„Moby Dick“ zu lesen, die Bahnen

ziehen sich durch die Hallen der Station.

„Moby Dick schien uns das

ideale Werk“, sagt Norman Palm, der

für die Agentur arbeitet. Alle wüssten,

um was es geht, aber die wenigstens

hätten das Buch ganz gelesen.

„Plattformen

müssen sich an

Regeln halten“

Staatssekretär Böhning will

mit Frankreich kooperieren

ZuGast auf der re:publica war auch

der Digital-Staatssekretär im

Bundesarbeitsministerium, Björn

Böhning. Der Berliner SPD-Politiker

will dafür sorgen, dass die Rechte von

Arbeitnehmern in der Plattform-

Ökonomie geschützt werden.

Herr Böhning, wer hat die Macht im

Internet? Können staatliche Regelungen

etwas gegen die globale Dynamik

der großen Internetkonzerne wie

Google und Facebook und die Plattformen

wie etwa Uber bewirken?

Die Lage ist auf jeden Fall sehr

ernst. Wirerleben eine zunehmende

Monopolbildung im Netz, wir sehen

Fälle ungezügelten Datenmissbrauchs.

Die Plattform-Ökonomie

bringt Arbeitsverhältnisse hervor, in

denen Menschen zu Bedingungen

arbeiten müssen, die nicht akzeptabel

sind. Aber die Zeit des„move fast,

break things“ kommt an ihr Ende.

Auch die Plattformen müssen sich

an die Regeln und Gesetze der Länder

halten, in denen sie aktiv sind.

Diese Regeln werden wir zum Schutz

der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

durchsetzen –ohne die wirtschaftlichen

Potenziale der

Plattformökonomie zu gefährden.

Wiesoll das gelingen?

Plattform-Betreiber können sich

nicht mehr auf die Position zurückziehen,

sie seien reine Marktplätze,

die eine Leistung

zwischen Anbieter

und Kunde

vermitteln und

daher aus der

Verantwortung

sind. So einfach

können sie es

sich in Zukunft

nicht mehr machen.

Die Ent-

DPA/BRITTA PEDERS

BjörnBöhning,

Staatssekretär

wicklungen zeigen

uns: Wir brauchen einen europäischen

Rechtsrahmen. Mit Frankreich

entwickeln wir gemeinsame

Initiativen zur europäischen Regulierung

der Plattform-Wirtschaft.

Dabei werden wir auch auf die neue

EU-Kommission setzen.

Bereits jetzt nutzen die Internetriesen

die sehr unterschiedlichen Steuersätze

innerhalb der EU und siedeln

sich etwa in Irland oder Luxemburg

an. Wird das nicht beim Arbeitsrecht

genauso passieren?

Alle in ein Boot zu holen, wird

eine große Herausforderung. Umso

mehr brauchen wir ja einen gemeinsamen

europäischen Rechtsrahmen.

Klar ist und bleibt aber auch: Eine

Firma mit Sitz zum Beispiel in

Deutschland muss sich an deutsches

Arbeitsrecht halten. Viele dieser Firmen

wünschen sich im Übrigen ja

auch eine gute Zusammenarbeit mit

den Behörden. Ich habe seit Jahren

zum Beispiel mit Delivery Hero zu

tun. Viele deutsche Plattformen haben

ein großes Interesse sicherzustellen,

dass der Wettbewerb fair abläuft

und nicht andere Plattformen

durch ausbeuterischen Umgang beispielsweise

mit Selbstständigen sich

einen ungerechtfertigten Marktvorteil

verschaffen.

Deutschlandist für die globalen Plattformen

ein Marktunter vielen. DieAttitüde

ist ja oft: ÄnderteureGesetze, sie

stammen allesamt aus dem analogen

Zeitalter. Undder Handel mit Daten

ist noch schwerer zu regulieren.

So war es am Anfang. Aber die

Zeit des ungezügelten Internet- und

Daten-Kapitalismus ist vorbei. Jetzt

gilt: Wer inEuropa sein Geschäftsmodell

umsetzen will, muss nach

unseren Regeln spielen. UndEuropa

istein großer Markt. Im Übrigen: Die

Datenschutz-Grundverordnung ist

inzwischen für viele Länder der Welt

ein Vorbild.

DasGespräch führte JanSternberg.


Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019 27

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TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) Livenach Neun 9.55

(für HG) Sturmder Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Werweiß denn sowas?

12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für HG)

ARD-Buffet 13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG) Rote

Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10 (für

HG) Sturmder Liebe 16.00 (für HG) Tagesschau

16.10 (für HG)Verrückt nach Meer. Sturmvor

Osaka 17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 (für

HG) Brisant 18.00 (für HG) Quizduell 18.50 (für

HG) Watzmannermittelt. Der Alte vomBerg

19.45 (für HG) Quizzen voracht 19.55 (für HG)

Börse voracht 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Eden

TV-Drama,D2019

Mit Sylvie Testud,Diamand Abou

Abboud, Maxim Khalil, Juliane Köhler,

Wolfram Koch, Theo Alexander u.a.

Regie: Dominik Moll

22.30 (für HG) Tagesthemen

23.00 (für HG) Plusminus

Das Wirtschaftsmagazin

23.30 (für HG) Maischberger

Wohin steuert Deutschland?

0.45 (für HG) Nachtmagazin

1.05 (für HG) Eden TV-Drama, D2019

RTL

6.00 Guten Morgen Deutschland. Moderation:

Wolfram Kons, Jennifer Knäble 8.30 (für HG)

Gute Zeiten,schlechte Zeiten. Daily Soap 9.00

Unter uns. Daily Soap 9.30 (für HG) Alles was

zählt. Soap 10.00 Der Blaulicht-Report 11.00

Der Blaulicht-Report 12.00 Punkt 12. Moderation:

Katja Burkard 14.00 Die Superhändler –

4Räume, 1Deal 15.00 Die Superhändler –4

Räume, 1Deal 16.00 Vorher Nachher –Dein

großer Moment 17.00 Freundinnen –Jetzt erst

recht 17.30 Unter uns. Daily Soap 18.00 Explosiv

–Das Magazin 18.30 Exclusiv –Das

Star-Magazin 18.45 aktuell 19.05 (für HG)

Alles was zählt. Soap 19.40 (für HG) Gute Zeiten,

schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 Die 25...

Esther,das Wunderschwein /Bethy

Zimmermann: Von der Tellerwäscherin

zur Millionärin! /Für die Liebe mit dem

Fahrrad von Indien nach Schweden

Moderation: Sonja Zietlow

22.15 sternTVKampf gegen „Romance

Scammer“: Wie Frauen Liebesbetrüger

in die Falle locken

0.00 Nachtjournal

0.30 CSI: Den Tätern auf der Spur

Spiel mir das Lied vom Tod. Krimiserie

1.20 CSI: Den Tätern auf der Spur

ZDF

Sat.1

TV-Tipps RBB

Tagesschau 24

LESERREISEN

INFORMATION UNTER:

Nichtnur 030 AkiKaurismäki, –23276633 auch Regisseur

Dominik www.berliner-zeitung.de/leserreisen

Moll widmet sich seiner

Serie„Eden“ der Flüchtlingsthematik,die

er in unterschiedlichen Handlungssträngen

bearbeitet:Nachdem Erholung pur von

die Anfang

deutsche

an:

Familie

Hennings Kurreisen in ihrem mitGriechenland-Urlaub Taxiservice nach die

Ankunft Bad eines Kissingen, Flüchtlingsschiffes Bad Wildungen, beobach-

MDR WDR tet hat, Marienbad, beschließtsie,nicht Franzensbad, längeruntätig

Karlsbad

Arte

14.00 (für HG) umzwei 15.15 (für HG) Wer

weiß denn sowas? 16.00 (für HG) um vier

17.45 (für HG) Aktuell 18.10 (für HG) Brisant

18.54 (für HG) Sandmann 19.00 (für HG)

MDR Regional 19.30 (für HG) Aktuell 19.50

(für HG)Tierisch, tierisch 20.15 (für HG) Exakt

20.45 (für HG) Exakt –Die Story 21.15 (für

HG) Die Spur der Täter 21.45 (für HG) Aktuell

22.05 (für HG) Tatort. Wer nicht schweigt muss

sterben. TV-Kriminalfilm, D1996 23.35 (für

HG) Nuhr im Ersten 0.20 unicato 1.20 (für

HG) Lindenstraße 1.50 (für HG) Exakt

Bayern

14.40 (für HG) Wer weiß denn sowas? 15.30

(für HG) Schnittgut. Alles aus dem Garten

16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für HG) Wir

in Bayern 17.30 Regional 18.00 (für HG)

Abendschau 18.30 (für HG) Rundschau 19.00

(für HG) Stationen 19.30 (für HG) Dahoam is

Dahoam 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Münchner Runde 21.00 (für HG) Kontrovers

21.45 (für HG) Rundschau Magazin

22.00 (für HG) Kontrovers extra 22.45 Vom

Bergfieber gepackt. Dokumentarfilm, CH 2017

0.30 kinokino 0.45 Mütter und Töchter

Vox

13.00 Zwischen Tüll und Tränen 14.00 Mein

Kind, dein Kind –Wie erziehst du denn? 15.00

Shopping Queen 16.00 4Hochzeiten und eine

Traumreise 17.00 Zwischen Tüll und Tränen

18.00 First Dates –Ein Tisch für zwei 19.00

Das perfekte Dinner 20.00 Prominent! 20.15

(für HG) Magnum P.I. 21.15 (für HG) Magnum

P.I. 22.10 (für HG) Law &Order: Special

Victims Unit 23.05 (für HG) Law &Order: Special

Victims Unit 0.00 nachrichten 0.20 (für

HG) Medical Detectives –Geheimnisse der

Gerichtsmedizin. Eigen Fleisch und Blut

Super RTL

15.00 Dragons –Auf zu neuen Ufern 15.25

Tomund Jerry 15.50 Der gestiefelte Kater –

Abenteuer in San Lorenzo 16.20 Ritter hoch 3

16.45 Die Nektons –Abenteurer derTiefe

17.10 Barbie –Traumvilla-Abenteuer 17.40

Spirit: wild und frei 18.10 Bugs Bunny und

LooneyTunes 18.40 Woozle Goozle 19.10 Tom

und Jerry 19.45 Angelo! 20.15 (für HG) Dr.

House 21.10 (für HG) Dr.House 22.00 (für

HG) Dr.House 22.55 Die Kinderklinik –Kleine

und große Helden 23.25 Die Kinderklinik –

Kleine und große Helden

Sport1

14.30 Storage Wars –Die Geschäftemacher.

Neue Runde 15.30 StorageWars –Geschäfte

in Texas. Giftig 16.00 StorageWars –Geschäfte

in Texas. Erzfeind 16.30 Lost &Sold.

Schmucklos 17.00 Lost &Sold. Lost and

Found 17.30 StorageWars –Die Geschäftemacher.

Geld ist alles 18.00 StorageWars –

Die Geschäftemacher. Im Tanktop zum Gewinn

18.25 Volleyball: Bundesliga. Finale, Spiel 4

20.30 Fantalk 23.15 Scooore! –Internationales

Fußball-Magazin 0.00 Sport-Clips

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 heute

Xpress 9.05 Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante 11.15 (für

HG) SOKO Stuttgart 12.00 heute 12.10 drehscheibe

13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin

14.00 heute –inDeutschland 14.15 (für HG)

Stadt, Land, Lecker 15.00 (für HG) heute

Xpress 15.05 (für HG) Bares für Rares 16.00

(für HG) heute –inEuropa 16.10 (für HG) Die

Rosenheim-Cops. Mord auf Rezept 17.00 (für

HG) heute 17.10 (für HG) hallo deutschland

17.45 (für HG) Leute heute 18.00 (für HG)

SOKO Wismar 19.00 (für HG) heute 19.21

Parteien zur Europawahl 19.25 (für HG) Die

Spezialisten –ImNamen der Opfer. Die Lüge

20.15 (für HG) Da kommst du nie drauf!

Die große Show der schrägen Fragen

Moderation: Johannes B. Kerner

Das Quiz rund um besondere Personen

und unfassbareTatsachen.

21.45 (für HG) heute-journal

22.15 auslandsjournal

22.45 (für HG) Der Pflegestillstand Warum

sich in unseren Altenheimen nichts ändert

23.15 (für HG) Markus Lanz

0.30 heute+

0.45 Die Ticketdealer –Miese Tricks bei

Viagogo

5.30 Frühstücksfernsehen. Moderation: Alina

Merkau, Matthias Killing 10.00 Im Namen der

Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! 11.00 Im

Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfen für

Sie! Mit Alexander Hold, Stephan Lucas, Alexander

Stephens, Isabella Schulien 12.00 Anwälte

im Einsatz 13.00 Anwälte im Einsatz

14.00 Auf Streife.Reportagereihe 15.00 Auf

Streife –Die Spezialisten. Reportagereihe

16.00 Klinik am Südring 17.00 Klinik am

Südring –Die Familienhelfer 17.30 Klinik am

Südring –Die Familienhelfer 18.00 Endlich

Feierabend! Moderation: Annett Möller, Daniel

Boschmann 19.00 Genial daneben –Das Quiz

19.55 Nachrichten

20.15 TopChef Germany

Show

Gast: Arne Anker

Jury: EckartWitzigmann, Peter Maria

Schnurr, Alexandra Kilian

Moderation: Daniel Boschmann

23.00 akte 20.19 Spezial

Wohnwahnsinn Deutschland

Moderation: Claus Strunz

0.00 SAT.1 Reportage

All inclusive? Camping XXL.

0.55 TopChef Germany

Gast: Arne Anker

14.55 (für HG) In allerFreundschaft –Die jungenÄrzte

15.45 (für HG) Aktuell 16.05 Hier und

heute 18.00 (für HG) aktuell /Lokalzeit 18.15

(für HG) Servicezeit 18.45 (für HG) Aktuelle

Stunde 19.30 Lokalzeit 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Markt 21.00 (für HG) Der

Haushalts-Check mit Yvonne Willicks 21.45 (für

HG) Aktuell 22.10 (für HG) Heimatland –Wer

wollen wir sein? Dokumentarfilm, D2019 23.20

(für HG) sportinside 23.50 (für HG)1949–Ein

Jahr,zweimal Deutschland 0.35 (für HG) Menschen

hautnah 1.20 (für HG)Maischberger

NDR

15.15 (für HG) Wer weiß denn sowas? 16.00

(für HG) aktuell 16.20 (für HG) Mein Nachmittag

17.10 (für HG) Seehund, Puma &Co.

18.00 Ländermagazine 18.15 (für HG) Wie

geht das? 18.45 (für HG) DAS! 19.30 Ländermagazine

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Servale 21.00 (für HG) Unbekanntes

Afrika (1) 21.45 (für HG) aktuell 22.00 (für

HG) Großstadtrevier. Das wahre Ich 22.50 (für

HG) extra 3 23.20 (für HG) Zapp 23.50 (für

HG) 7Tage ... 0.20 Hafenpolizei. Der Nerz

0.45 (für HG) Visite 1.45 (für HG) Weltbilder

Kabel eins

7.40 Blue Bloods –Crime Scene NewYork

8.35 Blue Bloods –Crime Scene NewYork

9.30 Navy CIS: L.A. 10.20 Navy CIS 11.15

Without aTrace 12.10 Numb3rs 13.05 Castle

14.00 The Mentalist 14.55 Navy CIS: L.A.

15.50 News 16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer

Leben täglich 17.55 Mein Lokal,Dein Lokal –

Der Profi kommt 18.55 Achtung Kontrolle! Wir

kümmern uns drum 20.15 Falling Down –Ein

ganz normaler Tag. Drama, F/USA 1993 22.35

American History X.Drama, USA 1998 0.50

Watch Me –das Kinomagazin

RTL 2

12.00 Die Geissens –Eine schrecklich glamouröse

Familie! 14.00 Die Wollnys –Eine

schrecklich große Familie! 15.00 Hilf mir!

Jung,pleite, verzweifelt ... 17.00 News 17.10

Krass Schule –Die jungen Lehrer 18.05 Köln

50667 19.05 Berlin –Tag &Nacht 20.15 Kleine

Helden ganz groß! –Wenn Kinder kämpfen

müssen 21.15 Voller Leben –Meine letzte Liste

22.15 Die Babystation –Jeden Tagein kleines

Wunder 23.15 Autopsie –Mysteriöse Todesfälle

0.10 Die Forensiker –Profis am Tatort

1.05 Autopsie –Mysteriöse Todesfälle

Eurosport 1

12.00 Motorsport: FIA-Langstrecken-WM 12.35

Radsport:TourdeRomandie 13.45 Radsport:

Tour de Yorkshire 15.00 Snooker:WM17.15 Formel

E: FIA-Meisterschaft 17.45 Motorsport:FIA-

Langstrecken-WM 18.15 WATTS 19.00 ERC All

Access 19.25 EurosportNews 19.30 Radsport:

Tour de Romandie 20.45 Radsport: Tour de Yorkshire

22.00 Snooker:WM23.25 EurosportNews

23.30 Motorsport: FIA-Langstrecken-WM 0.00

WATTS. Die Mai-Ausgabe der Eurosport-Clipshow

0.15 Radsport:Tour de Romandie

ARTE, 20.15 UHR TRAGIKOMÖDIE

Die andere Seite der Hoffnung

Mitten in der Nachtlegtein Kohledampfer im Hafen vonHelsinkian. Nachdem

die Besatzungdas Schiff verlassen hat, schleichtsichauch der FlüchtlingKhaled(SherwanHaji)

vonBordund verschwindet in der Dunkelheit der

Großstadt.Seine Fluchtendet jedoch aufder Polizeistation, vonwoaus er in ein

Flüchtlingsheim gebracht wird.Als sein Asylantrag abgelehntwird, flieht er und

trifft aufden ehemaligenVertreter Wikström,der sichals Gastro-Neulingversuchtund

Khaled Unterschlupf in seinem Restaurant „Goldener Krug“gewährt.

Die vonder Kritik viel gelobteIntegrationskomödie des finnischenFilmemachers

und Drehbuchautors AkiKaurismäki(„Lichter der Vorstadt“) lief im Wettbewerb

der Berlinale im Jahr 2017, wo er mit dem Silbernen Bärenfür die beste Regie

ausgezeichnet wurde.Artestrahlt den Film als Free-TV-Premiereaus.

(Fin./Dtl./2017)

Anzeige

ARD, 20.15 UHR TV-DRAMA

Eden

Kurreisen

mit Haustürabholung

©Dmitry Ersler –Fotolia.com

Foto: Arte

zu sein. und Zurück neu dabei:

in Deutschland Joachimsthal. nimmtdie

Familie Inden die Geflüchteten Reisen integriert Bassam sind El-Khalil

(AdnanHalb- Jafar) oder beiVollpension

sich zuhause auf, waszu

unvorhersehbarenProblemen sowie diverse Kuranwendungen. mit ihrem

Sohn Florian führt. Startder sechsteiligen

Miniserie,den das Ersteals Zweiteiler ausstrahlt.Teilzweifolgt

15. Maium20.15 Uhr.

Jetzt online entdecken: www.berliner-zeitung.de/leserreisen

(Dtl./2019)

Foto: ARD

NORMALVARIANTE –MITTEL -mittel

1 2 8

9

2 6 4

3 7 8

3 9 6

4 5

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5

MitDIAGONALEN MIT –SCHWER -schwer

2

4 6

9 3

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2 9

6

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SUDOKU

Auflösung

AUFLÖSUNG

vom VOM7.5.2019

mittel MITTEL

8 7 5 6 1 3 9 4 2

9 2 3 5 4 8 1 7 6

1 6 4 7 2 9 8 3 5

7 4 8 9 5 2 3 6 1

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5 9 7 2 8 6 4 1 3

4 8 6 3 9 1 2 5 7

AUFLÖSUNG

Auflösung

VOM 7. 5. 2019

vom 7.5.2019

schwer

SCHWER

5 4 1 7 3 2 8 9 6

8 7 9 5 6 1 3 4 2

2 6 3 8 9 4 7 1 5

9 3 2 4 5 8 1 6 7

7 5 6 3 1 9 4 2 8

4 1 8 2 7 6 9 5 3

6 8 5 9 4 7 2 3 1

1 9 7 6 2 3 5 8 4

3 2 4 1 8 5 6 7 9

6.20 zibb. zuhause in berlin &brandenburg

7.20 Brisant 8.00 Brandenburg aktuell /

Abendschau 8.30 Brandenburg aktuell /

Abendschau 9.00 In aller Freundschaft 9.45

In aller Freundschaft 10.30 Rote Rosen 11.20

Sturm der Liebe 12.10 Tierärztin Dr.Mertens

13.00 rbb24 13.10 Verrückt nach Meer 14.00

Lichters Schnitzeljagd 14.45 Typisch! 15.15

Bayern erleben 16.00 rbb24 16.15 Wer weiß

denn sowas? 17.00 rbb24 17.05 Giraffe, Erdmännchen

&Co. 17.55 Sandmann 18.00 rbb

UM6 –Das Ländermagazin 18.30 zibb. zuhause

in berlin &brandenburg 19.30 Brandenburg

aktuell /Abendschau 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 rbb Praxis Narben –Sichtbare

Erinnerungen klein halten

21.15 Die rbb-Reporter

Achtung TÜV! Großeinsatz in der

Schwedter Raffinerie. Reportagereihe

21.45 rbb24

22.00 Tiermythen

22.45 Planet Deutschland: 300 Millionen

Jahre

23.30 Talk aus Berlin

0.00 Die Eifelpraxis –Rachegelüste

TV-Drama, D2018

1.30 rbb Praxis

ProSieben

9.40 Fresh off the Boat 10.35 Mike &Molly

11.00 How IMet Your Mother 11.50 2Broke

Girls. Das große P(r)oblem/Liebe im Container.

Comedyserie 12.45 Mom. Ohne Hilfe geht es

nicht. Comedyserie 13.05 Twoand aHalf Men.

Die Unterwäsche der Stars/Backen mit Oma/

Stur,zwanghaft und unflexibel. Comedyserie

14.25 The Middle. Die Brücke/Die Sommerferien.

Comedyserie 15.15 The Big Bang Theory.

Kein Job fürs Leben/Abschluss-Probleme/Professor

Proton/Würfeln und küssen. Comedyserie

17.00 taff 18.00 Newstime 18.10 Die Simpsons.

Die Hexen von Springfield/Lebe lieber

unbebrudert. Zeichentrickserie 19.05 Galileo.

Moderation: Aiman Abdallah

20.15 Grey's Anatomy –Die jungen Ärzte

Was man nicht kommen sieht

Krankenhausserie

21.15 Seattle Firefighters –Die jungen

Helden

Der letzte Tagauf Erden. Actionserie

22.15 Lucifer Stadt der Engel. Krimiserie

23.10 Lucifer Pakt mit dem Teufel.Krimiserie

0.00 Two and aHalf Men

Wie man Alan Harper los wird

0.30 Two and aHalf Men

Willkommen zuhause, Jake

Comedyserie

15.20 Unser Geheimnis. TV-Drama, F2018

16.50 (für HG) X:enius 17.20 (für HG) Heiraten

in Europa! 17.45 (für HG) Ach, Europa!

18.30 Wenn Wildtiere den Wald verlassen

19.20 Arte Journal 19.40 Re: 20.10 Anderswo

in Europa 20.15 (für HG) Die andere Seite der

Hoffnung. Tragikomödie, FIN/D 2017 21.50 La

mala educación –Schlechte Erziehung. Psychodrama,

E2004 23.30 Pedro Almodóvar

und seine Frauen 0.25 Arte Journal 0.45 Marlon

Brando –Der Harte und der Zarte 2.15

Colette, die Aufständische

3Sat

17.00 Reisen in ferneWelten 17.45 (für HG)

Länder –Menschen –Abenteuer 18.30 nano

19.00 (für HG) heute 19.20 Kulturzeit 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 Die Social Media

Influencer 21.05 Kinder imNetz 22.00 Jagdszenen

aus Niederbayern. Drama, D1969

23.20 Carlotta's Face. Animationsfilm, D2018

23.25 Krise. Drama, D2018 23.35 Überführung.

Drama, CDN 2015 23.55 Damenbartblick.

Drama, D 2017 0.00 Sato no Chihiro.

Zeichentrickfilm,J2014 0.05 Das Leben ist

hart. Kurzfilm, D2015

Phoenix

14.00 Reiseabenteuer in Myanmar: Robert

Hetkämper unterwegs 14.45 Wir Deutschen

und die Demokratie 15.30 Bundestag live.

Live 17.00 #wasfuermichdeutschist 17.30

phoenix der tag 18.00 Charlie, seine Erfinder

und die Menschen 18.30 Geheimnisvolle Orte

19.15 ZDF-History 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Kritisch reisen 21.45 (für HG) heutejournal

22.15 phoenix runde 23.00 phoenix

der tag 0.00 phoenix runde 0.45 Kritisch reisen

2.15 (für HG) Die Ostsee von oben. Dokumentarfilm,

D2013

Kika

15.00 (für HG) Dance Academy –Tanz deinen

Traum! 15.50 Sherlock Yack –Der Zoodetektiv

16.15 Zoom –Der weiße Delfin 16.40 Ein Fall

für TKKG 17.25 Kein Keks für Kobolde 17.50

(für HG) Mascha und der Bär 18.00 (für HG)

Wir Kinder aus dem Möwenweg 18.10 (für HG)

Der kleine Drache Kokosnuss 18.35 Zacki und

die Zoobande 18.50 Sandmann 19.00 Die

Piraten von nebenan 19.25 (für HG) Wissen

macht Ah! 19.50 (für HG) logo! 20.00 (für

HG) KiKA Live 20.10 Das erste Mal ... Asien!

20.35 Die Mädchen-WG

Dmax

11.15 Combat Dealers –Ausrangiert und aufpoliert

12.15 Hardcore Pawn: Das härteste Pfandhaus

Detroits 13.15 Yukon Men –Überleben in

Alaska 14.15 Ed Stafford: Das Survival-Duell

15.15 Coast Guard Alaska –Rettung aus der

Luft 16.15 Highway Patrol 17.15 Fast 'N' Loud

19.15 Steel Buddies –Stahlharte Geschäfte

20.15 Auction Hunters –ZweiAsse machen

Kasse 21.15 Hardcore Pawn: Das härteste

Pfandhaus Detroits 22.15 Shark Tank –Die

Business-Profis 0.15 Die Baumhaus-Profis

5.02 hessenschau 5.30 ZDF-Morgenmagazin 9.00

Tagesschau-Nachrichten 9.15 Menschen hautnah

10.00 Tagesschau-Nachrichten 10.15 45 Min

11.00 Tagesschau-Nachrichten 13.00 ARD-Mittagsmagazin

14.00 Tagesschau-Nachrichten

19.15 Markt 20.00 Tagesschau 20.15 Report

Mainz 20.45 Panorama–dieReporter 21.17

Münchner Runde 22.00 Markt 22.47 Extra 23.00

Tagesthemen 23.30 Kontrovers 0.15 defacto 1.00

Nachtmagazin 1.20 extra31.50 Extra 2.00

Nachtmagazin 2.20 SachsenSpiegel 2.50 Die

Tagesschau vor20Jahren 3.10 SWR Landesschau

Rheinland-Pfalz 3.55 Extra 4.02 Abendschau

4.30 aktueller bericht

ONE

11.50 Sturmder Liebe 12.35 Sturmder Liebe

13.25 Um Himmels Willen 14.15 BigManni. TV-

Komödie, D2019 15.45 In aller Freundschaft –

Diejungen Ärzte 16.35 Bezaubernde Jeannie

16.55 Bezaubernde Jeannie 17.20 Lindenstraße

17.50 Der Dicke 18.40 Sturmder Liebe 19.25

Sturmder Liebe 20.15 Agatha Christies Poirot

(1)Mrs. McGinty ist tot.TV-Kriminalfilm, GB 2008

21.50 Miss Fishersmysteriöse Mordfälle 22.45

Einenger Kreis. Drama, I/F2009 0.15 Agatha

Christies Poirot. Mrs. McGintyist tot. TV-Kriminalfilm,

GB 2008 1.50 Miss Fishersmysteriöse Mordfälle

2.45 Ein enger Kreis. Drama, I/F2009 4.15

Lindenstraße 4.45 Um Himmels Willen

ZDF NEO

8.40 Lafer! Lichter! Lecker! 9.25 Bares fürRares

10.20 Bares für Rares 11.10 Duellder Gartenprofis

11.55 DieRettungsflieger 12.40 Die Rettungsflieger

13.25 Monk 14.05 Monk 14.50 Heldt

15.35 DieRettungsflieger 16.20 Die Rettungsflieger

17.05 Monk 17.45 Monk 18.30 Bares für

Rares 19.20 Bares fürRares 20.15 (für HG) Wilsberg.

Hengstparade. TV-Kriminalfilm,D2013

21.45 Undercover (1/10) 22.30 Undercover

23.15 JamesPatterson: Alex Cross. Actionfilm,

USA/F 2012 0.45 (für HG) Wilsberg. Hengstparade.

TV-Kriminalfilm, D2013 2.15 Neu im Kino

2.20 TerraX3.05 TerraX3.50 TerraX4.35 Frag

den Lesch 4.50 TerraX

ZDF INFO

6.15 (für HG)Die Suche nachHitlersVolk 7.45 (für

HG) DieVerbrechen derBefreier 8.30 ZDF-History

9.15 Ermittler! 10.00 Täterjagd 13.00 (für HG) Nelson

Müllers Käse-Check 13.45 (für HG)Die Tricks

derLebensmittelindustrie 15.15 (für HG) Das Lidl-

Imperium 16.00 (fürHG) TEDi und Co. –Die dunkle

Seite derBilligshops 16.30 Fakten, Fakesund

Kundentäuschung –Die Machtder Internetbewertungen

17.15 Falsche Versprechen? 18.00 Das

große Geschäft mitAltkleidern 18.45 Mysterien

des Mittelalters 22.30 (für HG)Die Welt derRitter

0.45 (für HG)heute-journal 1.15 Vonder Keule zur

Rakete –Die Geschichte der Gewalt 2.45 (für HG)

Auf denSpuren genialer Forscher und Erfinder

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Opernführer The Railroad Hour –Musical für

alle! Mit Matthias Käther,ca. 56 Minuten

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Konzert Mit Werken von Lutosławski, Bruckner,

ca. 87 Minuten

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Alte Musik spezial Spezialisten für die Renaissancemusik.

Das Brabant Ensemble.,

ca. 56 Minuten

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Musik der Gegenwart Das Cembalo in der

Neuen Musik., ca. 56 Minuten

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Spielweisen Wortspiel –Das Musik-Gespräch.

Der Flötist Michael Schneider und das Ensemble

La Stagione Frankfurt erläutern Georg Philipp

Telemanns Concerto inA-Dur TWV 53:A2,

aus der Tafelmusik, ca. 45 Minuten

0.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Neue Musik open music Mit Werken von Macahis,

Nachtmann, Korsun, ca. 55 Minuten

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Wolf Biermann: „Barbara” (11/18). Es

liest Manuel Soubeyrand,ca. 30 Minuten

20.30 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Lesezeit Volker Braun liest aus „Verlagerung

des geheimen Punktes”,ca. 30 Minuten

21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

„Die Möwenesser” Mit Claudia Matschulla,

Horst Bollmann, Gudrun Genest, Gisela Uhlen,

Lieselotte Rau, Rolf Henniger,Bernhard Schütz,

Christine Oesterlein, Gerd Wameling,Dieter

Ranspach,Wolfgang Spier,Detlef Jacobsen,

Hermann Ebeling.Regie: Cecilie Løveid,

ca. 60 Minuten

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Wolf Biermann: „Barbara” (11/18),

ca. 31 Minuten

MAGAZIN

22.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Feature „Krieg den Hütten, Friede den Palästen”

–Volker Braun. Von Kerstin Hensel,

ca. 56 Minuten

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Maria João. Mit Lothar Jänichen,

ca. 30 Minuten

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Querköpfe Kabarett, Comedy &schräge Lieder.Von

der Bühne ins Internet. Wie das Internet

Kabarett und Comedy verändert. Von Jana

Fischer,Jan Lukas Winter,ca. 55 Minuten


Berliner Zeitung · N ummer 105 · M ittwoch, 8. Mai 2019 – S eite 28 *

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Panorama

LEUTE

NACHRICHTEN

Er hat die Haare

schön.

DPA/JÖRG CARSTENSEN

Arnold Schwarzenegger

bildet

den Auftakt zu

unserem heutigen

Themenschwerpunkt

„Mann, oh

Mann!“ Derehemalige

Goverund

Terminator

wirdzuHause

zum Coiffeurnator.Gemäß einer alten

Familientradition schneidet der

71-Jährige seinem 25-jährigen Sohn

noch heute hin und wieder die

Haare. Daslässt auf eine ordentliche

PortionVertrauen schließen.Wirfragen

uns nur:Redet Arnie als Friseur

auch so wenig wie in seinen Filmen?

Ralf Moeller ist mit Arnold Schwarzenegger

befreundet, als ehemalige

Bodybuilder trainieren die beiden

oft zusammen. Doch Moeller geht

für seine körperliche Fitness noch

weiter:„Ichbin seit einem Jahr auf

dem veganen Wegund habe gelernt,

dass Ernährung eine Schlüsselrolle

hat“, so der 60-Jährige.Seit er auf

Fleisch, Fisch und Milchprodukte

verzichte,fühle er sich gesünder und

fitter,ohne etwas zu vermissen. Auch

die Cholesterinwerte sind tippitoppi.

Da freuen wir uns,auch wenn

wir in der nächsten Meldung leider

nicht umhin kommen, ein tierisches

Produkt zu erwähnen.

Scott Morrison hat

nämlich einen Ei-

Angriff überstanden.

Beieinem

Wahlkampfauftritt

versuchte eine junge

Frau, auf dem Hinterkopf

des australischen

Premierministers (50)

ein Ei zu zerschlagen.

DieDame hatte die Rech-

den

Schädel des Regierungs-

chefs gemacht: DasEiprallte

ab und blieb unversehrt – Mor-

nung allerdings ohne

rison übrigens auch. Zu dem An-

lapidar, er

griff schrieb er auf Twitter

habe sich Sorgen um eine ältere Frau

gemacht, die dabei zu Boden geganhochgeholfen

und sie in den Armgenommen.“

Treffer,versenkt! (avo./mit gen sei. „Ich habe ihr

dpa)

TIERE

Der Gockel als quasi-ordentlicher

Verkehrsteilnehmer DPA/THOMAS WARNACK

Ordnung muss sein: In dem badenwürttembergischen

OrtErtingen hat

ein allemal tierlieber,jafürsorglicher

Mensch einen Zebrastreifen auf den

Asphalt gemalt und dazuVerkehrsschilder

für Hühner aufgestellt. Das

gackernde Federvieh hat nämlich die

Angewohnheit, an eben dieser Stelle

täglich die Straße zu queren, und

zwar vondem Bauernhof auf der einen

zum Dorfbrunnen auf der anderenSeite.Wir

machen allerdings darauf

aufmerksam, dass es sich bei dem

auf unserem Bild im Hintergrund zu

sehenden blau-weißen Hühnerschild

um eine nicht durch die Straßenverkehrsordnung

(StVO) gedeckteVersion

des Fußgängerüberwegszeichens,also

des Richtzeichens 350

nach Anlage 3zu§42StVOhandelt.

Ja,inder kleinen Tierkastenredaktion

sitzen auch Spaßverderber. (schl.)

Das Motto der Met-Gala lautete „Camp: Notes on Fashion“ und berief sich damit auf einen EssaySusan Sontags. Die Schriftstellerin beschreibt mit dem Wort „Camp“ die Künstlichkeit

und Übertreibung kultureller Produkte. Auf unserem Bild zeigt Lady Gaga, wie das geht –insgesamt wechselte die Sängerin bei ihrem Auftritt dreimal die Garderobe. DPA/JENNIFER GRAYLOCK

Billy Porter setzte bei seinem

goldenen Ganzkörperfummel

und den aparten

Engelsflügelapplikationen

ganz aufs Himmlische: Der

Schauspieler zwingt das

Göttliche und also Unsterbliche

ins Diesseits – auf dass

ihm all das Gold ewiges

Leben geben möge.

AP/DOUG PETERS

Augenkontakt unmöglich: Ezra Miller überzeugte mit einem

so aufwendigen wie irritierenden Make-up. Je länger

der Blick auf dem androgynen Gesicht des Schauspielers

ruht, desto weniger findet er Halt –und gleitet ab. In welches

der Augen soll man bloß schauen?

AP/EVAN AGOSTINI

Hauptsache

gaga

Die für ihre Extravaganz bekannte Jahresgala des

New Yorker Metropolitan Museum of Art (Met)

hat sich in diesem Jahr selbst übertroffen.

Die Gala ist ein Schaulaufen der A-Prominenz, nur die

wirklich einflussreichen Leute im Showbusiness

werden eingeladen –und müssendann rund

35000 Dollar (rund 31000 Euro)

pro Platz zahlen. Das Geld kommt dem

Kostüminstitut des Museums zugute.

Von

Anne Vorbringer und

Christian Schlüter

Der australische Schauspieler Keiynan Lonsdale wurde

mit der Jugendserie „Dance Academy“ bekannt. Auf

dem roten Teppich seiner ersten Met-Gala entschied er

sich für rosa Haare und eine Schmetterlingsrobe. Was

heißt Robe – ein Meisterwerk der Schneiderkunst mit

1500 handgestickten Faltern, die im UV-Licht leuchten.

Wer braucht da noch Geschlechterrollen?

INVISION

Die hellste Kerze: Sängerin

Katy Perryzeigte, dass ein

wandelnder Kronleuchter viel

Grandezza in der Kopfhaltung

erfordert–und meisterte die

Herausforderung mit Bravour.

Ihr Moschino-Outfit überstrahlte

einfach alles.

STAR MAX

Ermittler in Moskau werten

Flugschreiber aus

Nach der Flugzeugkatastrophe mit 41

Toten in Moskau dauertdie Suche

nach der Ursache für den Brand der

Maschine an. Eine Regierungskommission

müsse die technischen Aspekte

der Tragödie untersuchen und

Konsequenzen ziehen, sagte Ministerpräsident

DmitriMedwedew am

Dienstag in Moskau. Experten werten

nun die Daten der Flugschreiber aus,

die bei dem Unglück starkbeschädigt

worden seien, teilte das russische

Zwischenstaatliche Luftverkehrskomitee

mit. Experten spekulieren über

die Gründe für die Katastrophe.Zur

Klärung der Ursache wollen die Ermittler

auch Überwachungskameras

und mit Handys gedrehteVideos von

Augenzeugen und Passagieren auswerten.Nach

dem Unglück waren

vieleVideos vonder brennenden Maschine

im Internet zu sehen. (AFP)

Sorge um die Sicherheit

beim ESC in Israel

Künstler aus 41 Länderntreten kommende

Woche unter strengen Sicherheitsvorkehrungen

beim Eurovision

Song Contest in Israel an. Der

Wettbewerb wirdvom 14. bis 18. Mai

in der Veranstaltungshalle Expo im

Norden TelAvivs ausgetragen. ZurSicherung

der verschiedenen Veranstaltungen

in TelAviv setzt Israel

rund 8000 zusätzliche Polizisten ein.

Israel ist schon zum dritten MalESC-

Gastgeber.Die deutsche ESC-Delegation

will trotz des schwersten Gewaltausbruchs

seit dem Gaza-Krieg

vorfünf Jahren im Süden Israels am

Mittwoch nach TelAviv abreisen, wie

eine Sprecherin des Norddeutschen

Rundfunks (NDR) bestätigte.Rund

eine Woche vordem Startdes Wettbewerbs

war die Gewalt zwischen Israel

und den militanten PalästinensernimGazastreifen

am Wochenende

eskaliert. (AFP)

Kindesmissbrauch bei

PfadfinderninStaufen

Zwei Betreuer einer Pfadfindergruppe

in Staufen sollen Kinder jahrelang

sexuell missbraucht haben.

Beide Männer waren ehrenamtliche

Betreuer einer evangelischen Pfadfindergruppe.Hauptverdächtiger

sei ein heute 41-Jähriger.Erhabe

sich an vier Jungen vergangen. Der

zweite Verdächtige,ein 27-Jähriger,

habe ein Mädchen sexuell missbraucht.

Im Zentrum der Ermittlungen

stehe der 41-Jährige,sagte der

Leiter der Staatsanwaltschaft Freiburg,

Dieter Inhofer.Der Deutsche

sitzeseit Februar in Untersuchungshaft.

DerfrühereMitarbeiter

der evangelischen Kirchengemeinde

Staufen, der Pfadfinder betreute,soll

sich von2009 bis 2018 an

den Jungen vergangen haben, diese

seien damals acht bis 14 Jahrealt gewesen.

(dpa)

Vulkan Sinabung stößt 2000

Meter hohe Aschesäule aus

Derindonesische Vulkan Sinabung

hat am Dienstag eine 2000 Meter

hohe Säule aus Rauch und Asche

ausgestoßen. In den umliegenden

Dörfernseien Gesteinstrümmer und

Asche niedergegangen, teilten Vertreter

der Katastrophenschutzbehörde

mit. Deraktuelle Ausbruch

habe das „Potenzial“, den Flugverkehr

zu beeinträchtigen. Eine Sperrung

des Luftraums über dem Sinabung

erfolgte jedoch ebenso wenig

wie eine Evakuierungsanordnung.

Anwohner an Flussufernrundum

den Sinabung wurden aber aufgerufen,

auf mögliche Lavaströme zu

achten. (AFP)

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