Berliner Zeitung 06.11.2019

BerlinerVerlagGmbH

Hartz-IV-Urteil: Strafen sind zum Teil verfassungswidrig – Seiten 2und 8

Hertha/Union:

Der Weisheit

letzter Schuss

Seite 20

6°/9°

Dichte Regenwolken

Wetter Seite 2

Öffentlichkeit wagen: BND

eröffnet Besucherzentrum

Berlin Seite 13

www.berliner-zeitung.de

Donald Duck und

der Fall der Mauer

Panorama Seite 28

Mittwoch, 6. November 2019 Nr.258 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Doch mit der AfD? Debatte

in der Thüringer CDU

Politik Seite 4

Großbritannien

Sein Papagei

kann „Order“

rufen

VonKatrin Pribyl

Sir Lindsay Hoyle hat einen besonderen

Humor. ZuHause hat der

neue Sprecher des britischen Unterhauses

eine kleine Menagerie, darunter

zwei Hunde, eine Katze und

eine Schildkröte, die er nach Politikern

benannt hat. Die Schildkröte

etwa heißt Maggie, nach Lady Margaret

Thatcher.Der vier Jahrealte Papagei

hörtauf –wirklich –Boris.Und

natürlich, kann

der Vogel „Order,

Order“ krächzen.

Wassonst?

Am späten

Montagabend

wurde der 62-

jährige Hoyle

zum neuen

LindsayHoyle „Speaker of the

ist der neue House of Commons“

gewählt.

Unterhaussprecher.

Nach neun Jahren

als Stellvertreter ersetzt er nun

den mit den Brexit-Debatten bekannt

gewordenen Sprecher John

Bercow. Sein Talent zur Bändigung

kann Hoyle nun auch im britischen

Parlament nutzen.

Hoyle, der 1997 als Labour-Abgeordneter

für den WahlbezirkChorley

in der Grafschaft Lancashire ins Unterhaus

zog, möchte auf der für das

Unterhaus zentralen Position weniger

polarisieren als sein Vorgänger.

„Ich werde neutral und transparent

sein“, sagte er. „Dieses Haus wird

sich ändern, aber zum Besseren.“

Lindsay Hoyle versteht sein Amt als

das eines Schiedsrichters, wie er

sagte. Fair, unabhängig, unparteiisch.

„Die Menschen wollen sich

nicht an einen Schiedsrichter erinnern,

sondern andas Spiel.“ Seine

Aufgabe sei es,den Spielfluss sicherzustellen.

Der über die Parteigrenzen im

Unterhaus beliebte Hoyle wirbt vor

allem für einen zivileren Umgangston

und mehr Respekt unter den Parlamentariern.

Mit der Ernennung

hat Hoyle, der vor seiner Polit-Karriere

eine Firma für Textildrucke betrieb,

beruflich seinen bisherigen

Höhepunkt erreicht.

Im Privaten traf die Familie dagegen

im Dezember 2017 ein Schicksalsschlag.

Seine Tochter Natalie

wurde tot in ihrem Schlafzimmer gefunden,

die erst 28-Jährige hatte sich

umgebracht. Bis heute kämpft Hoyle

mit dem Verlust. „Ich wünschte, sie

könnte hier sein. Sie war alles für

uns“, sagte er mit Tränen in den Augen

nach seiner Wahl vor den Abgeordneten.

Umso mehr will er als Sprecher

dafür sorgen, dass von ähnlichen

Tragödien betroffene Abgeordnete

mehr Seelsorge erhalten. Für ihn

gehe es darum, seine eigene Erfahrung

zu nutzen, um anderen zu helfen.

Deshalb, sohat er angekündigt,

werdeerdas Wohlergehen vonParlamentariern

und ihren Mitarbeitern

ins Zentrum rücken. Hoyle plant eine

Allgemeinarztpraxis auf dem Westminster-Areal

anzusiedeln.

Mit Hoyle werden die Debatten

sicher etwas ruhiger verlaufen. Seinen

Borishat er ja schon gezähmt.

VonUlrich Paul

Die Berliner Datenschutzbeauftragte

Maja Smoltczyk

hat gegen die DeutscheWohnen

ein Rekord-

Bußgeld in Höhe von 14,5 Millionen

Euro wegen Verstößen gegen die Datenschutz-Grundverordnung

verhängt.

Das geht aus einer am Dienstag

verbreiteten Mitteilung der Datenschutzbeauftragten

hervor.

Die Datenschutzbeauftragte

teilte mit, sie habe bei Vor-Ort-Prüfungen

im Juni 2017 und noch im

März2019 festgestellt, dass die Deutsche

Wohnen für die Speicherung

personenbezogener Daten von Mietern

ein Archivsystem verwendete,

das keine Möglichkeit vorsah, nicht

mehr erforderliche Daten zu entfernen.

„Personenbezogene Daten von

Mieterinnen und Mietern wurden

gespeichert, ohne zu überprüfen, ob

eine Speicherung zulässig oder überhaupt

erforderlich“ sei. In Einzelfällen

hätten „teilweise Jahre alte private

Angaben betroffener Mieterinnen

und Mieter eingesehen werden“

können, ohne dass diese noch dem

Zweck ihrer ursprünglichen Erhebung

dienten. „Es handelte sich dabei

um Daten zu den persönlichen

und finanziellen Verhältnissen der

Mieterinnen und Mieter, wie zum

Beispiel Gehaltsbescheinigungen,

Selbstauskunftsformulare, Auszüge

aus Arbeits- und Ausbildungsverträgen,

Steuer-, Sozial- und Krankenversicherungsdaten

sowie Kontoauszüge“,

heißt es in der Mitteilung.

Die Deutsche Wohnen ist mit

mehr als 110 000 Wohnungen größter

privater Vermieter in Berlin. Die

Bußgeldentscheidung ist noch nicht

rechtskräftig. Die Deutsche Wohnen

erklärte, sie teile die rechtliche Bewertung

der Datenschutzbeauftragten

nicht und werdeden Bußgeldbe-

Millionen-Strafe für die

Deutsche Wohnen

DerKonzern soll unerlaubt Daten seiner Mieter gespeichert haben. Die Berliner

Datenschutzbeauftragte verhängt ein Bußgeld von 14,5 Millionen Euro

scheid gerichtlich überprüfen lassen.

DieVorwürfe bezögen sich „auf

die bereits abgelöste Datenarchivierungslösung

des Unternehmens“.

Keinerlei Daten von Mietern seien

datenschutzwidrig an unternehmensfremde

Dritte gelangt. Vielmehr

habe die Deutsche Wohnen

bereits im Jahr 2017 umfangreiche

personelle und prozessuale Veränderungen

eingeleitet, um den aktuellen

Datenschutzanforderungen

vollumfänglich gerecht zu werden,

so das Unternehmen.

„Datenfriedhöfe, wie wir sie bei

der Deutsche Wohnen SE vorgefunden

haben, begegnen uns in

der Aufsichtspraxis leider häufig“,

sagte die Datenschutzbeauftragte

Smoltczyk. „Die Brisanz solcher

Missstände wird uns leider immer

erst dann deutlich vor Augen geführt,

wenn es, etwa durch Cyberangriffe,

zu missbräuchlichen

Zugriffen auf die massenhaft gehorteten

Daten gekommen ist.

Aber auch ohne solch schwerwiegende

Folgen haben wir es hierbei

mit einem eklatanten Verstoß gegen

die Grundsätze des Datenschutzes

zu tun, die die Betroffenen

genau vor solchen Risiken

schützen sollen.“

Die Datenschützer hatten der

Deutsche Wohnen eigenen Angaben

zufolge bei einem ersten Prüftermin

im Jahr 2017 die dringende Empfehlung

ausgesprochen, das Archivsystem

umzustellen. Die Deutsche

Wohnen habe aber auch im März

2019, mehr als eineinhalb Jahrenach

dem ersten Prüftermin und neun

Monate nach in Kraft treten der Datenschutz-Grundverordnung,

„weder

eine Bereinigung ihres Datenbestandes

noch rechtliche Gründe für

die fortdauernde Speicherung der

„Wir werden die Verstöße gegen den

Datenschutz zum Anlass nehmen, um die

Deutsche Wohnen in den Ausschuss für

Datenschutz im Abgeordnetenhaus

vorzuladen.“

Sven Kohlmeier, netzpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus

Daten vorweisen“ können. Zwar

habe das Unternehmen danach Vorbereitungen

zur Beseitigung der aufgefundenen

Missstände getroffen.

Diese Maßnahmen hätten aber nicht

zu einem rechtmäßigen Zustand bei

der Speicherung personenbezogener

Daten geführt. Die Verhängung

eines Bußgeldes sei „daher zwingend“

gewesen. Aufgrund des im Geschäftsbericht

der Deutsche Wohnen

für 2018 ausgewiesenen Jahresumsatzes

von über einer Milliarde

Euro habe der gesetzlich vorgegebene

Rahmen für das Bußgeld für

den festgestellten Datenschutzverstoß

bei cirka 28 Millionen Euro gelegen.

„Auch mit Blick darauf, dass

dem Unternehmen keine miss-

GETTY IMAGES/SCHÖNING [M]

bräuchlichen Zugriffe auf die unzulässig

gespeicherten Daten nachgewiesen

werden konnten, war im Ergebnis

ein Bußgeld im mittleren Bereich

des vorgegebenen

Bußgeldrahmens angemessen“,

teilte die Datenschutzbehörde mit.

Neben der Sanktionierung des strukturellen

Verstoßes seien gegen das

Unternehmen weitere Bußgelder

zwischen 6000 bis 17 000 Euro wegen

unzulässiger Speicherung personenbezogener

Daten von Mietern

in 15 Einzelfällen verhängt worden.

In der Landespolitik stößt der Fall

auf Kritik. „Das ist eine Sauerei“, sagt

der SPD-Abgeordnete Sven Kohlmeier.

„Mithilfe der gespeicherten

Daten könnte die Deutsche Wohnen

prüfen, wie hoch das Prozessrisiko

bei den Mieternist. Also,obsie finanziell

dazu in der Lage sind, einer Klage

gegen ein Mieterhöhungsverlangen

etwas entgegenzusetzen.“ Der SPD-

Abgeordnete kündigt Konsequenzen

an. „Wir werden die Verstöße gegen

den Datenschutz zum Anlass nehmen,

um die Deutsche Wohnen in

den Ausschuss für Datenschutz im

Abgeordnetenhaus vorzuladen. Dort

muss sie erklären, wofür die Daten

genutzt wurden und wie sie sicherstellen

will, dass die Daten gelöscht

werden.“ Die Datenschutzbeauftragte

werde jede Unterstützung erhalten,

um das Bußgeld einzutreiben.

Der Geschäftsführer des Mietervereins,

Reiner Wild, sagte: „Für die

verantwortlichen Vorstandsmitglieder

muss der SkandalKonsequenzen

haben. Denn letztendlich zahlen die

Mieter auch diese Schlamperei der

Deutschen Wohnen.“ Die Deutsche

Wohnen heize selbst die Debatte um

die Vergesellschaftung an. Der Grünen-Abgeordnete

Stefan Ziller riet:

„Unternehmen sollten denBescheid

zum Anlass nehmen, den eigenen

Lobbyisten

im

Bundestag

Eine Studie gibt Aufschluss,

wer die Fraktionen berät

VonChristineDankbar

Esgibt wenige politische Themen,

in denen sich die Bürgerinnen

und Bürger der Bundesrepublik

Deutschland so einig sind, wie in ihremMisstrauen

gegenüber dem Einfluss

vonLobbygruppen auf die Politik.

So halten nach einer repräsentativen

Umfrage von Infratest Dimap

im Auftrag der Organisation Abgeordnetenwatch

82 Prozent der Bundesbürger

den Einfluss vonLobbyisten

für zu hoch, egal, welcher Partei

sie ihreStimme geben.

Etwa 3000 bis 6000 Lobbyisten

sind in Berlin aktiv. 778 von ihnen

haben einen Hausausweis des Bundestags

und damit jederzeit Zugang.

Genehmigt werden sie vomBundestagspräsidenten.

Die gesamte Liste

ist auf der Internetseite der Nichtregierungsorganisation

Abgeordnetenwatch

einsehbar. Bis 2015 hatten

noch sehr viel mehr Interessenvertreter

einen Hausausweis, bis dahin

durften auch die Fraktionen Hausausweise

ausstellen. An wen sie gingen,

wurde unter Verschluss gehalten

–bis Abgeordnetenwatch erfolgreich

dagegen klagte.

DerWissenschaftler Florian Spohr

hat die Angaben nun aufgearbeitet

und festgestellt, dass die Verteilung

„asymmetrisch zugunsten wirtschaftlicher

Interessen“ erfolgte. Besonders

viele Hausausweise gab die

CDU/CSU-Fraktion aus,zujeweils einem

Drittel an Unternehmen, Arbeitgeber-undWirtschaftsverbände.

In seiner Studie „Hinter verschlossenen

Türen“, die er jetzt veröffentlichte,

schreibt Spohr, dass sich bei

der Vergabe der Hausausweise insgesamt

„ein großes Übergewicht wirtschaftlicher

Interessen“ zeigt. Während

Bundestagsabgeordnete regelmäßig

die große Bedeutung allgemeinwohlorientierter

Interessen für

ihre Arbeit betonten und in öffentlichen

Anhörungen der Ausschüsse

mittlerweile Vertreter unterschiedlichster

Interessen eingeladen würden

„tummeln sich hinter verschlossenen

Türen des Bundestags zum

größten Teil Wirtschaftslobbyisten“.

Ob das auch weiterhin der Fall ist,

könnte nur ein verbindliches Lobbyregister

klären, dass vonden Fraktionen

aber immer wieder verschoben

wird. Hauptstadt Seite 5

Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin

Redaktion: (030) 63 33 11-457

(Mo-Fr13-14 Uhr), Fax-499;

leser-blz@dumont.de

Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76;

www.berliner-zeitung.de/leserservice

Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97;

berlin.anzeigen@dumont.de

Postvertriebsstück A6517

Entgelt bezahlt

Umgang mit Datenzuüberprüfen.“ 4 194050 501603

31045


2* Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6 . N ovember 2019

·························································································································································································································································································

Tagesthema

Bundesverfassungsgericht

Hartz-IV-Empfänger müssen keine

drastische Kürzung oder Streichung

ihrer Leistungen mehr befürchten.

Etwas

weniger streng

VonChristian Rath, Karlsruhe

DPA

Wer als Arbeitsloser wiederholt

ein Jobangebot

oder eine Maßnahme

ablehnt, muss künftig

nur noch mit einer 30-prozentigen

Kürzung der Hartz-IV-Leistungen

rechnen. Diebisher vorgesehene Kürzung

um 60 Prozent ist derzeit genauso

verfassungswidrig wie die Totalstreichung

der Leistung. Dashat das

Bundesverfassungsgericht jetzt in einem

Grundsatzurteil entschieden.

Sechs Millionen Betroffene

Werlänger als ein Jahr keine Arbeit

hat, bekommt nur noch das Arbeitslosengeld

II (umgangssprachlich

meist Hartz IVgenannt). Es orientiert

sich nicht am früheren Lohn,

sondern deckt lediglich das Existenzminimum.

Derzeit betragen die

Leistungen für einen Alleinstehenden

424 Euro proMonat, plus Kosten

für Unterkunft und Heizung. Knapp

sechs Millionen Menschen empfangen

zurzeit in Deutschland Hartz-IV-

Leistungen.

Das 2005 eingeführte Hartz-IV-

Konzept „Fordern und Fördern“

sieht Sanktionen vor, wenn ein Arbeitsloser

ein Jobangebot oder eine

Fördermaßnahme ablehnt oder abbricht.

Beim ersten Mal werden die

Leistungen um 30 Prozent gekürzt,

beim zweiten Malum60Prozent, bei

weiteren Weigerungen entfällt die

Leistung ganz. Die Sanktion dauert

jeweils drei Monate.

Das Sozialgericht Gotha hielt

diese Sanktionsregelung für verfassungswidrig

und legte einen konkreten

Fall in Karlsruhe vor. Das menschenwürdige

Existenzminimum

müsse vom Staat gedeckt werden,

deshalb sei eine Kürzung dieser Leistungen

auch bei einem Pflichtverstoß

nicht möglich, so die Thüringer

Richter.

Das Bundesverfassungsgericht

entschied nun, dass Kürzungen

beim Existenzminimum grundsätzlich

möglich sind. DerStaat habe bei

der Umsetzung des „Schutzauftrags“

für die Menschenwürde einen weiten

Gestaltungsspielraum. So darfer

die Sicherung des Existenzminimums

auf diejenigen beschränken,

die „wirklich bedürftig“ sind und

sich nicht selbst helfen können. Wer

eigene finanzielle Mittel hat, muss

diese zunächst einsetzen. Wer Arbeitsangebote

bekommt, muss diese

im Rahmen seiner „Mitwirkungspflicht“

annehmen.

Zumutbar sei hier auch die

Pflicht, eine Arbeit anzunehmen, die

Strafen für Hartz-IV-Empfänger

Leistungskürzungen durch das Jobcenter

in Deutschland, in Tausend

763,6

2008

725,5

1021,9

997,6

939,1

'10 '12 '14 '16

903,8

Hartz-IV-Regelsätze 2019 in Euro

Erwachsene

424,0 382,0 339,0 322,0 302,0 245,0

Volljährige

Alleinstehende

Volljährige

Partner

'18

Erwachsene im

Haushalt anderer

Hartz-IV-Sanktionen 2019

Gründe in Prozent

Meldeversäumnis

Weigerung, Arbeit, Ausbildung oder

Maßnahme aufzunehmen oder fortzuführen

10,5

Weigerung, Pflichten der Eingliederungsvereinbarung

zu erfüllen

8,4

Sonstige

3,6

Kinder

14–17

Jahre

6–13

Jahre

77,5

0–5

Jahre

BLZ/HECHER; QUELLE: BUNDESAGENTUR FÜR ARBEIT, DPA, HARTZ IV.ORG

nicht dem eigenen Berufswunsch

und nicht der bisherigen Tätigkeit

entspricht, so dieVerfassungsrichter.

Auch die Teilnahme an Maßnahmen,

die kein Einkommen bringen,

kann verlangt werden – wenn sie

(wie zum Beispiel Sprachkurse) geeignet

sind,Vermittlungshemmnisse

zu beseitigen. Unzumutbar seien

aber Maßnahmen, die nur der „Besserung“

oder „Erziehung“ der Arbeitslosen

dienen.

Diese Mitwirkungspflichten dürfen

grundsätzlich auch mit Sanktionen

durchgesetzt werden, so Karlsruhe.

Allerdings ist der Spielraum

des Gesetzgebers hier eng, weil es

um das Existenzminimum geht. Hier

müsse die Verhältnismäßigkeit

streng geprüft werden. Demnach ist

eine 30-prozentige Leistungskürzung

noch verhältnismäßig. DerGesetzgeber

dürfe sie für geeignet halten,

Arbeitslose dazu zu bringen, an

der Überwindung ihrer Hilfebedürftigkeit

mitzuwirken, so die Richter.

Drohende Gesundheitsschäden

Für die Erforderlichkeit einer 60-

prozentigen Kürzung oder für die

völlige Streichung fehlten dagegen

Forschungsergebnisse, die die Geeignetheit

belegen. Nach über zehn

Jahren Hartz-IV-Geltung dürfe sich

der Gesetzgeber bei so massiven

Sanktionen nicht mehr auf „plausible

Annahmen“ verlassen. Vorallem

bei der Totalsanktion drohten negativeEffekte

wieVerlust derWohnung,

Gesundheitsschäden, das Abgleiten

in eine Schuldenspirale oder gar in

die Kriminalität. Die Möglichkeit,

während der Sanktionszeit „ergänzende“

Sachleistungen zu bekommen,

genüge nicht, weil sie ins Ermessen

der Behörden gestellt ist. Generell

kritisierten die Richter die Rigidität

der Hartz-IV-Sanktionen.

Bisher sei es nicht möglich, außergewöhnliche

Härten (etwa die Probleme

von psychisch Kranken) zu

berücksichtigen. Auch die „starre“

dreimonatige Dauer der Sanktionen

sei unverhältnismäßig. Wenn eine

Mitwirkungspflicht nachträglich erfüllt

wird, müsse dies zum Ende der

Sanktionen führen.

Als Übergangsregelung gilt nun

bis auf weiteres,dass die Jobcenter als

Sanktion maximal 30 Prozent des

ALG IIkürzen können. Sie müssen

außerdem Härten berücksichtigen

und die Sanktion beenden, sobald

der Arbeitslose seine Pflichten erfüllt.

Das Gericht setzte dem Bundestag

keine Frist für eine Neuregelung. Der

Gesetzgeber wirdsich dennoch wohl

bald mit dem Hartz-IV-Sanktionssystem

befassen müssen. Denn das Urteil

derVerfassungsrichter konnte anhand

der GothaerVorlage zwei wichtige

Sanktions-Konstellationen nicht

behandeln: die zehn-prozentige Kürzung

der Leistungen bei der Verletzung

von Meldepflichten (darum

geht es in 77 Prozent aller Sanktionen)

und die Möglichkeit, bei Menschen

unter 25 Jahren schon beim

ersten Verstoß die gesamte Leistung

zu kürzen(Az.1BvL7/16).

Herr Scheele, Karlsruhe hat die

Hartz-IV-Sanktionen für teilweise

verfassungswidrig erklärt. Hatten Sie

mit einem Urteil in dieser Deutlichkeit

gerechnet?

Dasist ein Urteil, das der Lebenswirklichkeit

in den Jobcentern entspricht,

sowohl der Mitarbeitenden

als auch der betroffenen Menschen.

Wir haben nie harte Sanktionen,

100-Prozent-Sanktionen und Eingriffe

in denWohnraum befürwortet.

Das alles ist nun verboten und das

finde ich richtig. Insofern begrüße

ich das Urteil. Wir müssen uns jetzt

um die Aufgaben kümmern, die

Sanktionen flexibler der Lebenswirklichkeit

der Menschen anzupassen.

„Die allermeisten kommen nie mit Sanktionen in Berührung“

Waswird sich nun konkret im Umgang

der Jobcenter mit Langzeitarbeitslosen

verändern?

Bei der Arbeit mit den Arbeitslosen

ändert sich erst einmal so

gut wie nichts. Sie werden ja nur

bei einer Regelverletzung sanktioniert

und das betrifft pro Monat

nur drei Prozent, also eine ganz

kleine Gruppe unserer Kundinnen

und Kunden. Wir werden bei den

Erwachsenen über 25 Jahren ab

sofort nicht mehr 60 und 100 Prozent

sanktionieren, wir werden

auch nicht mehr in den Wohnraum

sanktionieren, das haben

wir mit dem Bundesarbeitsministerium

besprochen.

Istdas alles?

Als Nächstes geht es

zum Beispiel um die Frage,

wie wir mit Menschen umgehen,

die sanktioniert

sind, aber sagen, dass sie

wieder mitwirken möchten.

Das war bisher nicht möglich,

da müssen wir jetzt

schnell eine Lösung erarbeiten.

Undesgeht um die

Frage von Härtefällen –da

wünschen wir uns, dass der Gesetzgeber

jetzt schnell handelt, damit klar

beschrieben ist, wann eine Härtefallregelung

greift und wann nicht. Aber

grundsätzlich finde ich auch dieses

Ergebnisvernünftig.

Bundesagentur für Arbeit

Detlef Scheele,

Chef der Bundesagentur

für Arbeit

DPA

Sie haben früh darauf gesetzt,

dass die 100-Prozent-

Sanktionen für verfassungswidrig

erklärt werden.

Warum war Ihnen dieser

Punkt so wichtig?

DieJobcenter sind keine

Bestrafungsorganisationen,

sie helfen Menschen, die

teilweise in schwierigen Lebenssituationen

sind. Diese

Menschen sollen zurück in

den Arbeitsmarkt finden. Wenn die

Grundsicherung komplett gestrichen

wird, führtdas dazu, dass sie sich auf

alles andere konzentrieren – aber

nicht auf die Suche nach Arbeit.

Darumwar ich immer dagegen.

Die weitaus meisten Sanktionen

werden verhängt, weil sich die Betroffenen

nicht beim Jobcenter

melden oder nicht zum Termin erscheinen.

Wie oft haben Ihre Kollegen

eigentlich mit notorischen Verweigerern

zu tun?

Durchschnittlich werden im

Monat nur drei Prozent der Leistungsempfänger

sanktioniert –

und davon haben drei Viertel einen

Termin versäumt.

Das heißt: Die allermeisten

kommen mit Sanktionen nie in

Berührung. Und die allermeisten

Menschen wollen wieder zurück

auf den Arbeitsmarkt oder in eine

Ausbildung.

Warum kann das System auch in

Zukunft nicht völlig ohne Mitwirkungspflichten

und Sanktionen

funktionieren?

Wie gesagt: Es gibt eine sehr

kleine Personengruppe – das betrifft

übrigens fast alle Sozialgesetzbücher

– die sich auch nach

mehrmaliger Aufforderung nicht

regelkonform verhält.

Da muss man auch notfalls

auch Leistungen eine Zeit lang um

30 Prozent kürzen können. Härtere

Sanktionen benötigen wir

aber nicht.

DasGespräch führte

Rasmus Buchsteiner.

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute fällt teilweise Regen aus dichten Wolken. Die Höchstwerteklettern

bis auf 10Grad, und der Wind weht schwach bis mäßig aus Südwest. In

der Nacht herrscht bei größtenteils stark bewölktem Himmel Regenwetter.

Dabei ist mit Tiefsttemperaturen von 4bis 2Grad zu rechnen.

Biowetter: In der Morgenluft sind

Rheumatiker besonders anfällig für

Beschwerden. Zudem werden die

Atemwege stärker gereizt. Nach

einem entspannten Schlaf fühlen

sich viele Menschen munter.

Berliner Luft: gestrige Höchstwerte

um 13 Uhr: Ozon: 31 µg/m 3 ;

Stickstoffdioxid: 18 µg/m 3 ;

Schwebstaub: 9µg/m 3 ;

Luftfeuchtigkeit: 83%

Gefühlte Temperatur: maximal 9Grad.

Wind: schwach aus Südwest.

Wittenberge

5°/9°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

5°/9° 6°/9°

Luckenwalde

4°/10°

Cottbus

4°/10°

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

stark bewölkt bedeckt bedeckt

4°/11° 5°/10° 6°/9°

Prenzlau

7°/9°

Frankfurt

(Oder)

5°/9°

Tiefer Luftdruck reicht von Mitteleuropa bis nach Nordwestrussland. Dabei

kommt allmählich etwas kühlere Luft aus westlichen bis nördlichen Richtungen

nach Zentraleuropa voran. Vonden Britischen Inseln bis zum Baltikum und von

Nordalgerien bis zum Balkan herrscht wechselhaftes Schauerwetter.

Sylt

4°/8°

Hannover

4°/10°

Köln

7°/12°

Saarbrücken

4°/10°

Konstanz

4°/10°

Hamburg

5°/8°

Erfurt

4°/9°

Frankfurt/Main

6°/11°

Stuttgart

6°/10°

Rostock

5°/9°

Magdeburg

5°/10°

Nürnberg

5°/10°

München

4°/10°

Rügen

6°/9°

Dresden

5°/11°

Deutschland: Heute teilen sich

etwas Sonne und viele Wolken den

Himmel. Stellenweise gibt es Regengüsse,

und die Temperaturen steigen

am Tage auf 8bis 12 Grad. Nachts

sinken die Wertedann auf 6bis

2Grad. Der Wind weht schwach aus

südwestlichen Richtungen. Morgen

werden Höchstwertevon 8bis

12 Grad erzielt. Dazu ist der Himmel

stark bewölkt. Sehr vereinzelt regnet

es. Der Wind weht schwach bis

mäßig aus südlichen Richtungen.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 10°-12°

Nordsee: 11°-13°

Mittelmeer: 17°-27°

Ost-Atlantik: 12°-18°

Mondphasen: 12.11. 19.11. 26.11. 04.12.

Sonnenaufgang: 07:11 Uhr Sonnenuntergang: 16:28 Uhr Mondaufgang: 14:56 Uhr Monduntergang: --:-- Uhr

Lissabon

18°

Las Palmas

21°

Madrid

15°

Reykjavik


Dublin


London

10°

Paris

12°

Bordeaux

14°

Palma

19°

Algier

19°

Nizza

18°

Trondheim


Oslo


Stockholm


Kopenhagen


Berlin


Mailand

13°

Tunis

19°

Rom

16°

Warschau

12°

Wien

12° Budapest

13°

Palermo

19°

Kiruna

-9°

Oulu

-6°

Dubrovnik

22°

Athen

23°

St. Petersburg


Wilna

10°

Kiew

18°

Odessa

19°

Varna

23°

Istanbul

24°

Iraklio

25°

Archangelsk

-5°

Moskau


Ankara

22°

Antalya

26°

Acapulco 33° heiter

Bali 31° heiter

Bangkok 31° heiter

Barbados 29° heiter

Buenos Aires 24° bewölkt

Casablanca 20° heiter

Chicago 6° Regen

Dakar 30° sonnig

Dubai 32° sonnig

Hongkong 27° heiter

Jerusalem 25° sonnig

Johannesburg 32° heiter

Kairo 29° heiter

Kapstadt 21° Schauer

Los Angeles 23° sonnig

Manila 30° Gewitter

Miami 30° wolkig

Nairobi 30° Schauer

Neu Delhi 31° sonnig

New York 11° wolkig

Peking 15° heiter

Perth 26° heiter

Phuket 32° Gewitter

Rio de Janeiro 22° Schauer

San Francisco 18° heiter

Santo Domingo 30° heiter

Seychellen 29° wolkig

Singapur 33° Gewitter

Sydney 30° wolkig

Tokio 21° sonnig

Toronto 7° wolkig


Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6. November 2019 3 *

·························································································································································································································································································

Seite 3

Stadt der Schmerzen

Nach den Kämpfen: Trauernde an einem Grab in Kamischli.

AP/BADERKHAN AHMAD

In der Hölle müsse es schon ein Platz

geben für die Christen aus Europa, sagt

der Mann im Alsalam-Krankenhaus.

Fadi SabriHabsooriist syrischer Christ.

Die Retter zogen seine Frau Juliette nach einem

türkischen Luftangriff aus den Trümmernihres

Hauses in Kamischli. DieÄrzte in

der Alsalam-Klinik stellten fest, dass ihre

Wirbelsäule gebrochen ist. Ihre Beine wird

sie nie wieder bewegen. Die 32-jährige Mutter

starrt ins Leere und stöhnt. Die Klinik

müsse Schmerzmittel sparsam anwenden,

heißt es. Denn wer weiß, was in den kommenden

Tagen und Wochen noch auf Nordsyrien

zukommt.

Ihr Mann Fadi hält sich eine vernähte

Wunde am Bauch. Er schaut zur Seite,als ein

Reporter aus Europa den Raum betritt. Mit

Ausländern aus dem Westen spreche er

nicht, sagt er.Ärzte versuchen, ihn zu beruhigen.

Schließlich sagt er doch etwas zu dem

Europäer. Er fürchte die syrisch-islamistischen

Milizen, erklärt er. Vonder Türkei unterstützte

Teile der früheren Freien Syrischen

Armee (FSA) kämpfen als Bodentruppen unter

dem Schutz der türkischen Luftwaffe gegen

die „Syrischen Demokratischen Kräfte“

(SDF) in Nordsyrien.

Für ihn seien das alles Dschihadisten. Jeder

im Westen wisse, was deren Herrschaft

für Christen bedeute, erklärt Habsoori. Der

Syrer wäre mit seiner Frau und seinen Kindernlängst

über die Schmugglerpfade in die

benachbarte Autonome Kurdenregion im

Nordirak geflohen. „Aber wie soll ich in meinem

Zustand meine Frau tragen?“, sagt Habsoori,

38 Jahrealt. Diechristlichen Länder im

Westen trügen die Schuld daran, dass Christen

wie er in Syrien nun in der Falle säßen,

meint er.

Die Kliniken sind überfüllt

Die Klinikdirektorin Ablisam al Mohamed

schaut in ihrem Büroauf ein Porträt des syrischen

Präsidenten Baschar al-Assad. EinFotokalender

mit Bildernvon Assad steht auch

auf ihrem Schreibtisch. Die Dinge waren in

den vergangenen Jahren kompliziert inder

Hauptstadt des auf Kurdisch Rojavagenannten

Gebietes.

DieTruppen Assads zogen sich nach dem

Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs 2011

aus dem Nordosten des Landes zurück. Sie

mussten Kräfte sammeln gegen die damals

noch schlagkräftige FSA. Diekurdische YPG-

Miliz übernahm die Kontrolle im Nordosten

Syriens und errichtete eine de facto autonome

Region auf dem vorallem vonKurden

bewohnten Gebiet. Später ging aus der YPG

die mit den USA gegen die IS-Kämpfer verbündete

SDF hervor. Die Türkei sieht in ihr

einen Ableger der verbotenen Kurdischen

Arbeiterpartei PKK.

Die Syrer behielten in den Jahren der Autonomie

Rojavas die Kontrolle über Teile von

Kamischli und auch über das Alsalam-Krankenhaus.

Obwohl die syrische Armee nun

nach einem Abkommen zwischen der SDF

und Damaskus in Nordsyrien vorrückt,

Kamischli, die Hauptstadt Nordsyriens, erinnert drei Wochen

nach Beginn der türkischen Offensive an das geteilte Berlin vor 1989.

Russisches und amerikanisches Militär sind eingerückt.

Die Bevölkerung fürchtet neue Angriffe der Türkei oder die

Machtübernahme durch die mit Russland verbündete syrische Armee.

Sie fühlt sich von der Welt verlassen

VonCedric Rehman, Kamischli

scheint die Klinikleiterin nicht darauf zu hoffen,

dass sie die Bevölkerung dort mit in Syrien

ohnehin knappen Medikamenten versorgt.

Sie zählt auf, was in der Klinik demnächst

zur Neige geht: Schmerz- und Narkosemittel,

Antibiotika, Blutkonserven.

Eigentlich alles, was Ärzte benötigen, um

Schwerverletzte zu retten. DieKliniken unter

Kontrolle der SDF seien voll mit verletzten

Soldaten. Den Zivilisten blieben noch die

wenigen privaten Kliniken wie das Alsalam-

Krankenhaus,erklärtdie Direktorin. „Sie behandeln

Kriegsverletzte kostenlos“, meint

die Klinikleiterin. Das bedeutet, dass sie

keine Einnahmen mehr haben, und nur mit

Geld lassen sich Medikamente beschaffen.

„Sooder so,wenn der Krieg weitergeht, sind

wir erledigt“, sagt die Klinikdirektorin.

Einige Straßen vom Alsalam-Krankenhaus

entfernt, erinnertsich EdrisSheik Musa

an die Stille nach dem ersten Luftangriff auf

Kamischli. Eine Mörsergranate schlug vor

seinem Haus in Kamischli ein. Der Angriff

schuf die erste Märtyrerin dieses Krieges,das

Mädchen Sara. Die Nachbarskinder spielten

auf der Straße, während ihre Eltern hektisch

Kleidung und Papiere für die Flucht aus Kamischli

zusammenpackten. „Sie haben es

nicht gemerkt“, meint Musa. Genau in dem

Moment schlug der Mörser ein. Er zerfetzte

den Sohn der Nachbarn. Seine Schwester

Sara lag schwer verletzt in ihrem Blut. „Ich

rannte auf die Straße,aber meine Ohrenwaren

taub, ich hörte keine Schreie“, erzählt

Musa. DieVideos von der schwer verletzten

Sara rührten die Menschen in der benachbarten

Autonomen Kurdenregion im Nordirak.

DieBehörden dorterlaubten den Transport

Saras in eine der besten Kliniken des

Nordirak.

Drei Wochen später beaufsichtigt Musa

seine eigenen Kinder beim Spielen auf der

Straße. Sie hüpfen um den inzwischen mit

Regenwasser gefüllten Krater im Asphalt

herum. DerVater sieht ihnen zu. „Es sind ja

keine Flugzeuge am Himmel“, sagt er.Sowie

die Nachbarnhätten auch seine Frau und er

alles zurechtgelegt für die Flucht aus Kamischli.

Sie trauen dem Abkommen zwischen

der Türkei und Russland nicht, das

den Krieg beenden sollte. Essieht vor, das

sich die SDF aus einem 120 Kilometer langen

und 30 Kilometer breiten Streifen von der

türkischen Grenzezurückzieht und russischtürkischen

Patrouillen Platz macht. Der

Rückzug ist nach Angaben der SDF und des

russischen Verteidigungsministeriums mittlerweile

beendet. Doch rund um die Stadt

Tell Tamer westlich von Kamischli wird weiterhin

gekämpft.

Sind es bloß Scharmützel nach der

Schlacht oder ist der Frieden schon zu Ende,

woher soll das ein einfacher Familienvater

Diyarbakir

SYRIEN

Nusaybin

al-Hasaka

Kamischli

Siirt

IRAK

50 km

TÜRKEI

Silopi

Mossul

BLZ/HECHER

wissen, meint Musa. DereinzigeWegaus Rojavaheraus

führemit der Hilfe vonteuer bezahlten

Schmugglernüber Schleichwege.Sie

führen die Flüchtenden an den Kontrollen

der SDF vorbei. Die Miliz will eine Massenflucht

aus Rojava verhindern. Sie fürchtet

leere Ortschaften, die Beute für Invasoren

sein könnten. DasGeld, das Musa für die Bezahlung

der Schmuggler ansparen könnte,

wird immer knapper. „Schon allein für Brot

zahlen wir inzwischen das Doppelte“, sagt

Musa. Es klingt, als würde auch er sich in einer

Falle fühlen.

Kamischli erinnerte bereits in den vergangenen

Jahren an das Berlin von1945. Die

Stadt ist in Sektoren aufgeteilt. Sie werden

von der SDF oder der syrischen Armee kontrolliert.

Doch nach dem Beginn der türkischen

Militäroperation und der von Trump

und dem russischen Präsidenten Wladimir

Putin vermittelten Waffenruhe wirkt die

Stadt wie das Berlin auf dem Höhepunkt des

Kalten Kriegs. Zuerst tauchten die Russen in

der Stadt auf. Sie besetzten den Flughafen

und schicken von Kamischli aus ihre Truppen

in die gemeinsam mit den Türken kontrollierte

Sicherheitszone an der Grenze. Vor

einigen Tagen rieben sich die Menschen in

Kamischli erstaunt die Augen. Amerikanische

Truppen tauchten wieder in den Straßen

auf. Die Amerikaner verstecken ihre

Flagge inzwischen. Siewollen sie wohl nicht

mehr zum Ziel vonTomaten und Kohlköpfen

machen. So wurden sie verabschiedet, als sie

nach Trumps Telefonat mit Erdogan und

dem vomUS-Präsidenten erklärten Rückzug

der US-Armee voreinigen Wochen Hals über

Kopf die Stadt verließen.

Autofahrer in Kamischli müssen sich in

diesen Tagen in Geduld üben. Mal bewegt

sich ein Konvoi der Amerikaner durch die

Stadt und zieht eine Schlange hupender Autos

hinter sich her. Mal verstopfen russische

Militärfahrzeuge die Straßen. Bei Fahrten

durch Kamischli begegnen sich nun schwer

bewaffnete russische und amerikanische

Soldaten. Oder die Amerikaner treffen bei

Patrouillen auf Soldaten der syrischen Armee.

Die Syrer verschanzen sich an manchen

Straßen hinter Sandsäcken. Über ihnen

hängen Bilder Baschar al-Assads.Als könnte

er mit seinen Blicken den in von der SDF

kontrollierten Stadtteilen auf Plakaten und

Fahnen lächelnden PKK-Gründer Abdullah

Öcalan in die Flucht schlagen.

Maschinengewehrsalven beendeten in

den vergangenen Jahren immer wieder die

Koexistenz zwischen Syrern und der kurdisch

dominierten SDF.Die Verbündeten der

USA und Russlands schossen zuletzt vor einem

Jahr in Kamischli aufeinander.Die SDF

bat zwar Mitte Oktober den ihnen verhassten

Assad um Hilfe gegen die Übermacht der

türkischen Armee. Aber die jahrzehntelange

Unterdrückung der Kurden und aller nichtarabischen

Minderheiten durch Baschar al-

Assad und seinen Vater Hafiz ist im Norden

Syriens nicht vergessen. EinFeind steht nun

also vorder Torender Stadt. Einanderer hilft,

das Torzubewachen.

Der SDF-Sprecher Gabriel Keno ist ein

viel beschäftigter Mann in diesen Tagen.

Während die Helfer der internationalen Organisation

Nordsyrien verlassen, reisen Reporter

in umgekehrter Richtung vom Nordirak

nach Rojava. Keno empfängt einen

Journalisten nach dem anderen. Auch nach

dem von der SDF als Preisgabe empfundenen

Abzug der US-Truppen scheint der Miliz

wichtig zu sein, was der Westen über sie

denkt.

Keno ist ein gebildeter Mann. Den Vergleich

von Kamischli mit dem geteilten Berlin

des Kalten Krieges quittiert ermit einem

wissenden Lächeln. Er sagt, essei eine Herausforderung,

Zusammenstöße zwischen

den schwierigen und sich in herzlicher Abneigung

verbundenen Akteuren zu vermeiden.

Auch dieSDF scheint vondem erneuten

Auftauchen von US-Truppen in Kamischli

überrascht worden zu sein. Die Amerikaner

hätten wohl erkannt, dass der IS vonder unruhigen

Lage profitiere, sagt Keno. „Und

Trumphat ja erklärt, dass er die Ölquellen im

Osten Syriens vor einem Zugriff durch andereschützen

will“, sagt Keno.„Andere“, das

können auf dem ostsyrischen Schlachtfeld

derzeit nur Assad und seine Verbündeten

Iran und Russland sein.

Die Bergeals Verbündete

Vielleicht trägt ja Saladin die Schuld an der

verzweifelten Lage Rojavas. Aneinem Tisch

in einer Shishastube sinniert eine Gruppe

Männer, unter ihnen Muslime und Jesiden,

über ein drohendes Ende der Selbstverwaltung

in Nordsyrien. Statt Ersparnisse zu horten

wie andereinKamischli, verqualmen sie

ihr Geld in einer Shishastube. Die Zukunft

Rojavas sehen sie ohnehin in Rauch aufgehen.

Keiner glaubt, dass Damaskus weniger

anstrebe als die völlige Kontrolle über Rojava.

UndRussland als Garantiemacht sei so

verlässlich wie die USA. „Die Russen lassen

uns genauso fallen wie die USA, wenn die

Türken ihnen etwas bieten“, meint Bashar.

Sein Freund, der Jeside Shirko Esa, ist überzeugtdavon,dassderWesten

denKurdendie

Eroberung Jerusalems durch Saladin 1187

nicht verzeihenkann. Deshalbbestrafe er sie

immer durchVerrat, sagt er.

Unddann zitiertereinen in diesen Tagen

von vielen inRojava geäußerten Satz: Die

Kurden hätten auf derWeltnur einenverlässlichen

Verbündeten: dieBerge.

Cedric Rehman fürchtet um das friedliche

Zusammenleben vieler Volksgruppen

in Nordsyrien.


4* Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6 . N ovember 2019

·························································································································································································································································································

Politik

NACHRICHTEN

Drogenbeauftragte

überdenkt Cannabis-Politik

Dieneue Drogenbeauftragte Daniela

Ludwig (CSU) hat einen Neustartgegenüber

Cannabis angekündigt.

„Wir können mit der bisherigen

starren Haltung nicht für Jahreweitermachen“,

sagte sie bei der Vorstellung

des Drogen- und Suchtberichts

2019 in Berlin. IhrFokus liege

zuerst auf der Frage: „Was können

wir für den Gesundheitsschutz tun?“

Um eine Neujustierung zu erreichen,

wolle sie einen offenen Dialog mit

verschiedenen Interessengruppen

führen, die sich im Spannungsfeld

zwischen maximaler Repression und

Legalisierung bewegten. (cb.)

Lebenserwartung in

Deutschland steigt leicht an

DieLebenserwartung in Deutschland

ist erneut gestiegen. Neugeborene

Mädchen werden demnach im

Schnitt 83,3 Jahrealt, neugeborene

Jungen 78,5 Jahre, wie das Statistische

Bundesamt am Dienstag in

Wiesbaden mitteilte.Inder sogenannten

Sterbetafel 2016/2018 erhöhte

sich damit die Lebenserwartung

für beide Geschlechter um jeweils

0,1 JahreimVergleich zur vorhergehenden

Erhebung von

2015/2017. (dpa)

Blaue Partei von Frauke

Petrywird aufgelöst

Nach Wahlschlappen in Sachsen

und Thüringen will sich die Blaue

Partei der früheren AfD-Chefin

Frauke Petrybis Jahresende auflösen.

„Unser freiheitlich-konservativesPolitikangebot

ist sowohl in

Sachsen als auch in Thüringen vom

Wähler klar abgelehnt worden. Es ist

daher konsequent, wenn auch

schmerzlich, unser Projekt an dieser

Stelle zu beenden“, erklärte Petryam

Dienstag in Dresden. DieAuflösung

der Partei sei amWochenende auf einem

Parteitag in Döben bei Grimma

beschlossen worden. Zuvorhatte die

Bild-Zeitung berichtet. (dpa)

Türkeinimmt al-Bagdadis

Schwester fest

Dieses Foto soll nach türkischen Regierungsangaben

Rasmija Awad zeigen. AP

DieTürkei hat nach eigenen Angaben

die Schwester des getöteten

Chefs der Terrormiliz Islamischer

Staat (IS), AbuBakr al-Bagdadi, in

Nordsyrien gefangen genommen.

EinRegierungsvertreter sagte am

Dienstag, Rasmija Awad sei in Asas

festgesetzt worden. IhrEhemann,

ihreSchwiegertochter und fünf Kinder

seien bei ihr gewesen. (dpa)

Ermittlungen nach Todeines

Syrerseingestellt

DieErmittlungen nach dem Todeines

versehentlich eingesperrten Syrers

in einer Polizeizelle sind eingestellt

worden. Seine Daten waren

fälschlich mit denen eines gesuchten

Mannes aus Mali zusammengeführtworden;

in der Zelle in Klevein

Nordrhein-Westfalen hatte er einen

Brand gelegt, infolgedessen er starb.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft

in Klevekonnte den sieben

beschuldigten Polizisten und dem

Gefängnisarzt keine Straftat nachgewiesen

werden. (dpa)

Der Thüringer AfD-Chef BjörnHöckeund der CDU-Vorsitzende MikeMohring (r.)

Annäherung an Höcke

Immer mehr CDU-Politiker in Thüringen wollen mit der AfD über eine Zusammenarbeit sprechen

VonMarcel Sacha

An diesem Mittwoch trifft

sich der Landeswahlausschuss

in Erfurt, um das

amtliche Endergebnis der

Landtagswahl in Thüringen

zu verkünden. Mit Spannung

wird dasWahlergebnis der Liberalen

erwartet.

Forderungen von Thüringer

CDU-Politikern nach „ergebnisoffenen“

Gesprächen

mit der AfD nach der

Landtagswahl sind auf scharfe Kritik

gestoßen. DerPräsident des Zentralrats

der Juden in Deutschland, Josef

Schuster, bezeichnete den Vorstoß

als„verantwortungslos“, weil die AfD

damit salonfähig gemacht werde.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak

nannte eine mögliche Zusammenarbeit

mit der AfD „absurd“.

Nach den Verlusten für die CDU

bei der Landtagswahl forderten 17

konservative Thüringer Unionspolitiker

in einem Appell, die CDU

müsse sich „aktiv am Gesprächsprozess

mit allen demokratisch gewählten

Parteien im Thüringer Landtag

beteiligen“. In einer freiheitlichen

Gesellschaft könne es „nicht sein,

dass fast ein Viertel der Wählerstimmen

bei diesen Gesprächen außen

vor bleiben sollen“, heißt es darin

ohne ausdrückliche Nennung der

AfD,die mehr als 23 Prozent bekam –

mehr als die CDU.

Die 17CDU-Kommunalpolitiker

betonten, die Christdemokraten

würden nicht dabei helfen, den linken

Ministerpräsidenten Bodo Ramelow

oder AfD-Landeschef Björn

Höcke ins Amt zu bringen. Koalitionen

mit beiden schlossen sie ausdrücklich

aus.„Jedoch muss alles dazwischen

unter Demokraten besprochen

werden können, um auszuloten,

ob und wie in Thüringen eine

stabile Regierung gebildet werden

kann“, heißt es weiter.

Minderheitsregierung angestrebt

Ähnlich hatte sich zuvor bereits der

CDU-Fraktionsvize imLandtag, Michael

Heym, geäußert. Landesparteichef

Mike Mohring schloss bislang

jegliche Gespräche und Kooperationen

mit der AfD aus.Generalsekretär

Raymond Walk stellte klar,

dass es „weder eine Duldung oder

Tolerierung einer rot-rot-grünen Koalition

noch eine Koalition oder Ge-

KNAPPES FDP-WAHLERGEBNIS

Die FDP hatte nach dem vorläufigen

Ergebnis 5,0005

Prozent der Stimmen errungenund

damit überaus

knapp den Sprung in den

Landtag geschafft. Genau

fünf Stimmen lag die Partei

über der Fünfprozenthürde.

Die Wahlausschüsse in Jena

und Weimar sollen nach Medieninformationen

das Ergebnis

um insgesamt sechs

Stimmen nach unten korrigierthaben.

Damit würde die

FDP ihre fünf Sitze im Landtag

verlieren.

spräche über eine Zusammenarbeit

mit der AfD oder der Linken geben“

werde. Mohring strebe vielmehr eine

CDU-geführte Minderheitsregierung

mit FDP,SPD und Grünen an.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil

verlangte ein Machtwort von

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer.

„Die Brandmauer nach

rechts kriegt in der Union immer

und immer mehr Risse“, warnte

Klingbeil. Schuster warf den Unterzeichnern

des Appells Verantwortungslosigkeit

vor. „Denn sie tragen

dazu bei, die AfD weiter salonfähig

zu machen“, sagte er dem Tagesspiegel.

Auch Linke-Parteichef Bernd

Riexinger warnte die Thüringer CDU

davor, „zum Steigbügelhalter“ der

„So etwas beschädigt die Außenpolitik“

IMAGO IMAGES

Thüringer AfD und ihres Rechtsaußen

Höcke zu werden. DieCDU solle

„nicht weiter nach den Stimmen einer

Partei gieren, die den Nährboden

für Rassismus,rechten Terror,gesellschaftliche

Spaltung und Hass sät“.

Merkel hat keinVerständnis für Hass

Bundeskanzlerin Angela Merkel

(CDU) riet der Thüringer CDU zur

Gelassenheit im Umgang mit der

Linken. Falls Ramelow mit der CDU

ins Gespräch kommen wolle,„sollte

man ihm das nicht verweigern, er ist

schließlich Ministerpräsident“, sagte

Merkel dem Spiegel. „Aber mit Koalitionen

und Zusammenarbeit hat das

nichts zu tun“, fügte sie hinzu und

verwies auf die Beschlüsse ihrer Partei,

die eine Zusammenarbeit mit

Linken als auch AfD ausschließen.

Auf die Frage, inwiefern es 30

Jahre nach dem Mauerfall etwas zu

feiern gebe, wenn die AfD bei drei

Landtagswahlen zu den stärksten

Kräften gehöre, antwortete sie:

„Auch wenn man mit dem öffentlichen

Nahverkehr,der ärztlichen Versorgung,

dem staatlichen Handeln

insgesamt oder dem eigenen Leben

nicht zufrieden ist, folgt daraus kein

Recht auf Hass und Verachtung für

andere Menschen oder gar Gewalt“,

sagte sie. „Gegenüber solchem Verhalten

kann es keine Toleranz geben.“

(AFP)

Außenminister Heiko Maas (SPD) über den Syrien-Vorschlag der CDU-Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer

Außenminister Heiko Maas (SPD)

ist zu Gast im „Berliner Salon“

des Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Am Montagabend spricht er

unter anderem über Deutschlands

Rolle in der Welt und verrät, wen er

sich an der Spitzeder SPD wünscht.

Herr Maas, der Vorsitzende des Auswärtigen

Ausschusses, Norbert Röttgen,

hat die Außenpolitik Deutschlands

als „Totalausfall“ bezeichnet.

Machen Sieetwas falsch?

Herr Röttgen gehört offensichtlich

zu denjenigen, die mit Kanzlerin

Angela Merkel noch eine offene

Rechnung haben. Seine Kritik geht

im Wesentlichen gegen Frau Merkel.

Dafür ist in der CDU einigen anscheinend

jedes Mittel recht. Natürlich

ist der Vorsitzende des Auswärtigen

Ausschusses nicht irgendwer.

Aber ich muss mit ihm nicht einer

Meinung sein und bin es in diesem

Punkt auch nicht.

Herr Röttgen spielte auf den Konflikt

zwischen Ihnen und Verteidigungsministerin

Annegret Kramp-Karrenbauer

an. Bei Ihrem Besuch in Ankara

haben Sie die Initiative der Ministerin

für eine Sicherheitszone in

Nordsyrien für nicht realistisch erklärt.

War es ein Fehler Ihrerseits,

Frau Kramp-Karrenbauer öffentlich

zu widersprechen?

Ständig höre ich, wir müssen

mehr miteinander streiten.

Und jetzt soll es ein

Fehler sein, jemandem öffentlich

zu widersprechen?

Es hat sich inzwischen ja

herumgesprochen, dass es

ein unabgestimmter Vorschlag

gewesen ist. Vorallem

mangelt es ihm an einer

Chance zur Umsetzung.

Er wirft einen falschen

Fokus auf die

Syrien-Frage. Letzte Woche kam

erstmals der syrische Verfassungskonvent

in Genf zusammen – mit

Vertretern des Assad-Regimes, der

Opposition und der syrischen Gesellschaft.

Hier soll Schritt für Schritt

unter UN-Vermittlung eine politische

Lösung für Syrien erarbeitet

werden. Wir wollen, dass der politische

Prozess in Gang gesetzt wird.

Sieund der Außenminister der Türkei

stimmten einander gegenseitig zu in

HeikoMaas (SPD),

Außenminister

Ihrer Ablehnung des Schutzzonen-

Vorstoßes –obwohl die Türkei kurz

zuvor in Syrien einmarschiert war.

Hätten Sie als Außenminister dieses

Bild nicht verhindern müssen?

Ich habe die Frage eines Journalisten

beantwortet. Ichwill

nicht wissen, was los wäre,

wenn ich Fragen von Journalisten

nicht beantworten

würde. Ich habe den

Namen der Kollegin nicht

einmal erwähnt. In meinem

Gespräch mit dem

DPA

türkischen Außenminister

ging es auch gar nicht um

die Sicherheitszone. Ich

habe dem türkischen Kollegen

gesagt: Wenn du nicht willst,

dass wir die Rüstungssanktionen

weiter verschärfen und mögliche

Wirtschaftssanktionen innerhalb

der EU ergriffen werden, müsst ihr

zwei Dinge deutlich machen: Ihr

müsst klarmachen, dass ihr aus Syrien

wieder rausgeht. Und Flüchtlinge

dürfen nicht gegen ihrenWillen

zurückgeführtwerden. Außenminister

Cavucoglu hat beides zugesagt.

Ob dies eingehalten wird, wird man

sehen.

Hätte die Kanzlerin die außenpolitische

Richtung vorgeben müssen?

Dazu hätte sie ja selbst das alles

vorher wissen müssen. Ich glaube,

dass der Zeitpunkt dieses Vorschlages

nicht abgestimmt gewesen ist –

nicht nur innerhalb der Bundesregierung,

sondernauch innerhalb der

Union. Das macht natürlich keinen

guten Eindruck –sowohl in Deutschland,

aber auch außerhalb Deutschlands.

Soetwas beschädigt die Außenpolitik

insgesamt.

DieSPD sucht eine neue Parteispitze.

Wissen Sieschon, wen Siewählen?

Diese Entscheidung muss jedes

Mitglied für sich selber treffen. Deshalb

sollte man sich als Außenminister

und Regierungsmitglied mit

Wahlempfehlungen zurückhalten.

Als einfaches SPD-Mitglied, das ich

ja auch bin, können Sie mir diese

Frage aber natürlich stellen. Und

ehrlich gesagt, ist es mir zu blöd, da

um den heißen Brei herumzureden.

Ich werde Klara Geywitz und Olaf

Scholz wählen.

DasGespräch moderierte

Gordon Repinski.

Forscher rufen

Klima-Notfall

aus

Pläne gegen Erderwärmung

reichen nicht aus

Die Pläne der meisten Staaten im

Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens

reichen einem

neuen Bericht zufolge nicht aus, um

die schneller werdende Erderwärmung

zu bremsen. Fast drei Viertel

der 184 Zusagen zum Einsparen von

Treibhausgasen, die Länder eingereicht

haben, sind demnach nicht

ehrgeizig genug. Gemessen am Ziel,

den Ausstoß bis 2030 um mindestens

40 Prozent zu reduzieren, seien

nur die 28 EU-Staaten gemeinsam

und sieben weitere Länder auf Kurs,

heißt es in der am Dienstag vorgestellten

Auswertung der US-Organisation

Universal Ecological Fund.

Zeitgleich warnen mehr als

11 000 Wissenschaftler aus 153 Ländern

in einer gemeinsamen Erklärung

vor einem weltweiten Klima-

Notfall, auf Englisch: Climate Emergency.

Wenn sich das menschliche

Verhalten beim Treibhausgasausstoß

und anderen den Klimawandel

begünstigenden Faktoren nicht

grundlegend und anhaltend verändere,

sei „unsägliches menschliches

Leid“ nicht mehr zu verhindern,

heißt es darin.

Die Forscher, darunter 871 aus

Deutschland, fordern inihrem Beitrag

im Fachjournal BioScience Veränderungen

vor allem in sechs Bereichen:

Umstieg auf erneuerbare

Energien, Reduzierung des Ausstoßes

von Stoffen wie Methan und

Ruß, Schutz von Ökosystemen wie

Wäldern und Mooren, Konsum von

mehr pflanzlichen und weniger tierischen

Produkten, nachhaltige Veränderung

der Weltwirtschaft und

Eindämmung des Anwachsens der

Weltbevölkerung.

Ein besserer Schutz der Wälder zählt zu

den Forderungen der Forscher.

DPA

Im Pariser Abkommen haben sich

fast alle Staaten der Welt das Ziel gesetzt,

die Erderwärmung auf deutlich

unter zwei Grad, möglichst 1,5

Grad, zu begrenzen, um katastrophale

Folgen wie Hitzewellen und

Dürren, extreme Regenfälle und den

Anstieg der Meeresspiegel zu begrenzen.

Ginge es weiter wie bisher,

läge der Anstieg Ende dieses Jahrhunderts

wohl bei gut drei Grad.

Es ist schon lange klar,dass die nationalen

Klimaschutz-Pläne in der

Summe nicht ausreichen, um den

Klimawandel einzudämmen. Alle

fünf Jahresollen sie deshalb nachjustiertwerden,

sodass die Weltgemeinschaft

insgesamt immer ehrgeiziger

wird. 2020 ist es so weit, dann sollen

neue Pläne auf den Tisch.

Besonders im Fokus des Berichts,

in dem die Klimaschutz-Pläne ausgewertet

wurden, stehen vier Nationen,

die zusammen mehr als die

Hälfte der weltweiten Treibhausgase

ausstoßen: China, Indien, die USA

und Russland. China etwa hat einen

Anteil vonrund 27 Prozent –und die

Emissionen dortnehmen weiter zu.

Die 28Staaten der EU haben gemeinsam

einen Anteil vonneun Prozent

und sind dem Bericht zufolge

mit ihren Plänen auf Kurs. Bis 2030

könnte der CO 2 -Ausstoß 58 Prozent

unter dem Wert von1990 liegen. Ansonsten

zählen Island, Liechtenstein,

Monaco, Norwegen, Moldawien,

die Schweiz und die Ukraine

zu den Ländern, deren aktuelle Zusagen

derzeit ausreichen. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6. November 2019 5 *

·························································································································································································································································································

Hauptstadt

Einfluss von Lobbyisten auf die Politik in Deutschland

Repräsentative Umfrage von Infratest dimap; Angaben in Prozent

Befragte: Deutsche im Alter ab 18 Jahren (Wahlberechtigte)

viel zu hoch zu hoch genau richtig zu gering viel zu gering

weiß nicht/keine Angaben

Befragte: Parteianhänger

viel zu hoch

zu hoch

weiß nicht/keine Angaben

Grüne

6

38

Linke

4

30

66

65 1

6

35

47

1

Vergabe von Hausausweisen durch

die im Bundestag vertretenen Parteien

Anzahl der Hausausweise insgesamt nach Art

der Organisationen (1 bis 8) im Jahr 2015

1 Unternehmen

2 Sonstige (u.a. religiöse Gruppen,

Träger öffentlicher Einrichtungen)

3 Arbeitgeber- &Wirtschaftsverbände

4 Agenturen &Kanzleien

5 Stiftungen &Thinktanks

6 Berufsverbände

7 Gewerkschaften &Wohlfahrtsverbände

8 Public Interest Groups

AfD

12

23

65

56

2

FDP

12

44

44

CDU

609

SPD

18

38

44

Hinter

3

CDU/

CSU

27

33

40

verschlossenen Türen

Wenn Lobbyvertreter mit Abgeordneten sprechen, ist das

normalerweise nicht öffentlich. Eine Studie zeigt jetzt, dass

Unternehmen und Wirtschaftsverbände besonderen Zugang haben

4

VonChristine Dankbar und Sabine Hecher

5 4 14

Linke

35

90

1 9

Grüne

42

11

2

87

Der Sozialwissenschaftler Florian

Spohr hat die Liste der Hausausweise

analysiert, deren Veröffentlichung

Abgeordnetenwatch

–unterstützt mit einer Eilklage des

Tagesspiegels – 2015 erstritten hatte. Seit

2016 dürfen Fraktionen keine Hausausweise

an Lobbyvertreter mehr ausstellen. Spohrs

Studie,die vorwenigen Tagen veröffentlicht

wurde, zeigt, dass vor allem Wirtschaftsvertreter

ungehinderten Zugang genießen.

Spohr teilt die Lobbyisten in acht Kategorien

ein, wie sie die Grafik auf der rechten Seite

aufzeigt. Demnach hat die Unionsfraktion

überproportional viele Hausausweise ausgestellt

und vorallem an Unternehmen und

Wirtschaftsverbände vergeben. DieSPD hat

meist Stiftungen und Thinktanks bedacht,

an zweiter Stelle aber auch Unternehmen.

Grüne und Linke vergaben proportional die

wenigsten Hausausweise, die Linke vor allem

an Organisationen, die öffentliche Interessen

vertreten. DieGrünen vergaben die

Ausweise gleichermaßen an Unternehmen,

Stiftungen, Public Interest Groups und

Thinktanks.

Die linke Grafik zeigt die kritische Haltung

der Bürger über diese Praxis.

1

8

7

6

5

Einführung eines

Lobbyregisters in Deutschland

Angaben in Prozent

Befragte:

Deutsche im Alter ab 18 Jahren

(Wahlberechtigte)

FDP

84

16

Befragte:

Parteianhänger

81

18

1

SPD

78

17

5

AfD

70

23

7

CDU/CSU

8

7 5

8 7 5

2

1

8

7

6

5

4

3

SPD

152

2

1

5

6

4

3

2

77

CSU

stimme voll und ganz zu

stimme eher zu

stimme eher nicht zu

stimme überhaupt nicht zu

weiß nicht/keine Angaben

stimme voll und ganz/eher zu

stimme eher nicht /überhaupt nicht zu

weiß nicht/keine Angaben

Linke

15

Grüne

32

QUELLE: ABGEORDNETENWATCH.DE,

INFRATEST DIMAP, EIGENE BERECHNUNGEN

AUF GRUNDLAGE VON ABGEORDNETENWATCH.DE

PLATZ DER REPUBLIK

Ältere Herren

von morgen

Markus Decker

hält Kontakt per Telefon.

Kürzlich hatte ich Wolfgang Böhmer

an der Strippe. Das ist der

ehemalige Ministerpräsident von

Sachsen-Anhalt, der in Wittenberg

lebt. Es war ein besonderes Telefonat,

für mich zumindest.

Vordergründig ging es um die

Frage, obBöhmer der Meinung ist,

dass seine Partei, die CDU, ihren

Kurs gegenüber der Linken ändern

sollte. Immerhin hat die vormalige

SED/PDS in Thüringen jetzt erstmals

die 30-Prozent-Hürde übersprungen

und ist in dem schönen

Land das, was lange die CDU war:

Volkspartei. Überdies kriegt der

linke Ministerpräsident Bodo Ramelow

neuerdings selbst von Konservativen

attestiert, dass er kein

Revoluzzer sei.

Böhmer antwortete –eigensinnig

und abwägend. Die Christlich Demokratische

Union könne nicht so

weitermachen wie bisher, sagte er.

So habe die PDS in den 1990er-Jahren

janur sagen müssen, dass zwei

mal zwei vier sei –und schon sei die

CDU auf den Plan getreten und habe

erklärt, dass das nicht stimmen

könne. Allerdings riet Böhmer von

radikalen Kehrtwenden ab. ImKlartext

hieß das: Koalition in Erfurt?

Nein. Tolerierung? Ja.

Das Besondere andem Telefonat

war, dass ich Böhmer schon seit 25

Jahren kenne. Als ich 1994 Lokalredakteur

in der Lutherstadt Wittenbergwurde,war

er Kreisvorsitzender

dort –und hat sich seinerzeit mal

heftig über einen Artikel vonmir beschwert.

Später wurde ich Korrespondent

in Berlin und er Ministerpräsident.

Daraufhin interviewte ich

ihn dutzendfach –und Böhmer war

stets gleich. Ein wenig knurrig. Und

kurz. Sehr kurz. Das Gefühl, er freue

sich über meine Anrufe, hatte ich

selten.

2011 ist Böhmer aus dem Amt geschieden.

Im Januar wird er84Jahre

alt. Undwenn ich heute seine Nummer

wähle, dann fragt er auch mal,

wie es mir geht. Außerdem lässt er

durchblicken, dass ihm das Alter

nicht schmeckt –und wie es ihn ärgert,

dass seine Parteifreunde bloß

noch ausnahmsweise etwas vonihm

wissen wollen.

Ja, der gelernte Gynäkologe und

langjährige Chefarzt, vor dem alle

zeitlebens großen Respekt hatten,

lässt je länger, desto mehr eine gewisse

Verletzlichkeit aufscheinen.

Vorige Woche gipfelte sie in der Bemerkung:

„Ich gehörezuden Leuten

mit den weißen Haaren, deren Zeit

vorbei ist.“ Das war auf den Satz des

schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten

Daniel Günther (CDU)

gemünzt, der mit Blick auf den einstigen

Unionsfraktionsvorsitzenden

Friedrich Merz erklärthatte,daspreche

einer jener„älteren Männer“, die

im Leben nicht das erreicht hätten,

was sie erreichen wollten. So tritt

nach 25 Jahren noch eine Seite an

Böhmer hervor, die zu zeigen er sich

früher nie gestattet hätte und die ich

als Gewinn empfinde. Erist weniger

knurrig und nicht mehr so kurz.

Auch das Verhältnis zu Politikern

wird manchmal reicher, wenn man

eine gewisse Zeit miteinander gegangen

ist.

Nach dem Gespräch vorige Woche

habe ich übrigens gedacht: Die

jungen Männer von heute sind die

älteren Herren vonmorgen. Undden

Wolfgang Böhmer rufe ich bestimmt

wieder an.


6* Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6 . N ovember 2019

·························································································································································································································································································

Wirtschaft

MÄRKTE

NACHRICHTEN

DAX-30 in Punkten

▲ 13148,50 (+0,09 %)

6.8.19

5.11.19

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

▲ 62,91 (+1,29 %)

6.8.19

5.11.19

Euro in US-Dollar

▼ 1,1109 (–0,44 %)

Immobilienkonzern

Vonovia verdient gut

Für Deutschlands größten ImmobilienkonzernVonovia

laufen die Geschäfte

dank Auslandszukäufen und

steigender Mieten in Großstädten

weiterhin gut. In den ersten neun

Monaten des laufenden Jahres summierte

sich der operativeGewinn

auf 932,8 Millionen Euro.Das waren

rund 11 Prozent mehr als im Vorjahr.

Dazu trugen höhereMieten, niedrigereFinanzierungskosten

sowie die

Zukäufe im Ausland bei. DieMieteinnahmen

stiegen um knapp

10 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.

DasoperativeErgebnis soll 2020 auf

1,275 bis 1,325 Milliarden Euro steigen.

Daswäreein Plus vonrund

7Prozent. (dpa)

6.8.19

Stand der Daten: 05.11.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

Quelle

aus DAXund MDAX vom05.11.zum Vortag

5.11.19

Dialog Semic.NA 43,99 +4,04 WWWWWWWW

Evonik Industries 25,20 +3,83 WWWWWWWW

Hella 48,60 +3,10 WWWWWW

Wirecard 122,50 +3,03 WWWWWW

DeliveryHero 42,16 +2,83 WWWWWW

United Internet NA 27,64

Verlierer

+2,67 WWWWWW

ausDAX und MDAXvom 05.11. zumVortag

Evotec 19,73 WWWWWWWWWWW –5,85

Hochtief 111,10 WWWWWWW –3,22

MorphoSys 98,90 WWWWWW –2,75

RWESt. 26,75 WWWWWW –2,73

Hugo Boss NA 37,72 WWWWWW –2,71

AarealBank 29,94 WWWWW –2,57

Leitbörsen im Überblick

52-Wochen Hoch/Tief 05.11. ±% z. 04.11.

Euro Stoxx 50(EU) +0,31

3679/2909 3676,52

CAC 40(FR) +0,39

5850/4556 5846,89

S&P UK(UK) +0,28

1562/1323 1490,00

RTS (RU) +0,35

1474/1033 1460,50

IBEX (ES) –0,09

9588/8286 9407,90

Dow Jones (US) +0,15

27560/21713 27504,35

Bovespa (BR) –0,14

109352/83892108627,20

Nikkei (JP) +1,76

23329/18949 23251,99

Hang Seng (HK) +0,34

30280/24897 27621,28

Stx Singap. 20 (SG) +0,92

1657/1390 1631,30

Ratenkredite 10.000 Euro

Kreditzinsen, bonitätsunabhängig bzw.2/3 Zins

Kundenkontakt 36 Mon. 48 Mon. 60 Mon.

Deutsche Skatbank

skatbank.de 2,89 2,89 2,89

PSD Bank Nürnberg

psd-nuernberg.de 2,93 2,93 2,93

EthikBank

ethikbank.de 2,95 2,95 2,95

DKB Deutsche Kreditbank

dkb.de 3,49 3,49 3,49

SWK Bank

couchkredit.de 3,49 3,49 3,49

Commerzbank

069/98660966 3,74 4,98 4,74

Postbank

postbank.de 3,79 3,79 3,79

Deutsche Bank

deutsche-bank.de 3,89 3,89 3,89

Targobank

targobank.de 3,95 3,95 3,95

ING

ing.de 3,99 3,99 3,99

PSD Berlin-Brandenburg

psd-bb.de 3,49 3,49 3,69

Pax-Bank

pax-bank.de 3,99 3,99 3,99

ABK Allgemeine Beamten Bank

030/28535200 4,49 4,49 3,39

BBBank

030 202480 5,82 5,61 5,40

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 8,99 8,99 8,99

Mittelwert von 70 Banken 3,86 3,95 4,07

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen

(Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung

Wenn die E-Offensive Erfolg haben soll,müssendeutlichmehrStromtankstellen eingerichtet werden.

Von Thomas Magenheim

Der Kfz-ZuliefererSchaefflerist ein

Spiegelbild der kriselnden Automobilbranche.

Nach neun Monaten

deslaufenden Jahres ist der operative

Gewinn vor Steuern und Zinsen bei

einem stagnierenden Umsatz von

10,8MilliardenEuroumfasteinDrittel

aufnoch795MillionenEuroeingebrochen.

Sparprogramme in allen Geschäftsbereichenwürdendeshalbnun

konsequent umgesetzt, erklärte KonzernchefKlausRosenfeld.Dasschließt

den jüngst angekündigtenAbbau weiterer1300

Stellen in Deutschlandein,

der sowohl den Bereich Automobilzulieferung

als auch die allgemeine Industriesparte

von Schaeffler treffen

soll. An welchen Standortengenau gestrichen

wird, ist unklar, „Die neuen

Landesweit Ladepunkte

Mit dem Förderpaket von Regierung und Industrie soll die Elektromobilität endlich in Fahrt kommen

Von Frank-Thomas Wenzel

Die Elektromobilität soll

endlich in Fahrtkommen.

Bundesregierung und

Autobranche haben sich

dafüraufeinFörderpaketgeeinigt.Wir

erläutern, wasdie Beschlüssebringen

könnenund wo es noch hapert.

Sind nun dieVoraussetzungen füreinen

Boom in der Elektromobilität geschaffen

worden?

DerBoommussohnehin kommen

–wegen der verschärften Abgasgrenzwerte

der EU, die vom nächsten Jahr

an gelten. Autobauermüssen die CO 2 -

Emissionen deutlich drücken, um

Strafzahlungen zu vermeiden, die viele

hundert Millionen Euro jedes Jahr

ausmachen können. Die Unternehmensberatung

PA Consulting hat

hochgerechnet, dass derVolkswagen-

Konzernfür das Jahr 2021 alleinsogar

1,4 Milliarden Euro zahlen müsste,

wenn bis dahin der CO 2 -Ausstoß der

Neuwagenflotte auf dem Niveau von

2018 bliebe.Autobauer haben alsoein

massives Interesse, dass die Elektromobilität

nun zügig ausgebaut wird.

Reinrassige batterieelektrische Fahrzeuge

(BEV) werden mit Null-Emissionen

gezählt. Plug-in-Hybride

(PHEV) mit einem Verbrenner- und

einem E-Motor kommen auf offizielle

Werte, diewenigerals halb so hoch liegenwie

bei Autos mitkonventionellen

Antrieben.Zudem werden diese Fahrzeuge

2020 doppelt gezählt, im Jahr

2021 noch 1,66-fach und 2022 noch

1,33-fach. Danach werden diese „Supercredits“

komplett gestrichen.

Wie will der Staat nun mit Steuergeld

denAutobauern helfen, ihre Zielezuerreichen?

Auf dem Autogipfel in der Nacht

zum Dienstag wurde vereinbart, BEV

undPHEVmit höheren Kaufprämien

zu subventionieren: Für einen reinrassigen

Stromer mit einem Listenpreis

unter 40000 Euro soll es künftig 6000

Euro statt bislang 4000 Euro geben.

Für teurere Autos erhält der Käufer

5000 Euro.Für ein Plug-in-Hybrid gibt

es künftig4500 und 4000 Euro.Die Zuschüssegeltenfür

Autosbis zu einem

maximalen Listenpreis von 65000

Euro.Das Programm ist bisEnde2025

befristet. Die Kosten werden jeweils

zur Hälfte vom Staat und den Autobauerngetragen.

DieAutolobbyVDA hofft, dass dies

einen zusätzlichen Absatz von bis zu

700000 Fahrzeugen bringt. Kritik gibt

es vonUmweltschützern undGrünen

vorallem an derFörderungder Plug-

Ins. Dabei handelt es sich in derRegel

um große und schwereFahrzeuge.Es

wirdvermutet, dassdie Fahrer auf das

Laden der Batterie weitgehend verzichten

werden. Das bringt einen

Spritverbrauch undCO 2 -Ausstoß,der

deutlich über den offiziell günstigen

Werten liegt.

WelcheRolle spieltdie Ladeinfrastruktur?

Sieist der zweiteEckpunktdes Förderpakets.

Mehr als 3,5 Milliarden

Schaeffler in Schieflage

Der Zulieferer ist ein Spiegelbild der kriselnden Automobilbranche

Abbauplänebleibenvöllig vage“, kritisiertderbeiderIGMetallfürSchaeffler

zuständige Thomas Höhn.

Zugleich fordert die Gewerkschaft

Alternativen zum neuerlichenStellenabbau,

der auf eine jüngste Sparrunde

aufsetzt, die global 900 Jobs gekostet

hat. Auch dort standen heimische

Standorte mit 700 Arbeitsplätzen im

Fokus. Derzeit beschäftigt Schaeffler

konzernweitnochgut89000Mitarbeiter.

Seit dem Jahreswechsel wurden

damit bereits über 3400 Stellen weniger

aufdem Lohnzettel,was BetriebsräteundIGMetallzunehmendaufden

Plan ruft. Siefordern verstärkte Kurzarbeitund

den Abbau vonArbeitszeitkonten

als Alternative. „Wir akzeptierennicht,

dassSchaefflerindieser Lage

Produktion in Billiglohnländer verlagert

und gleichzeitig vor Ort Stellen

Euro sollen in denAusbau zumLaden

der Autobatterien in den nächsten

Jahren investiert werden. Schwerpunkt

sinddabei öffentliche Ladesäulen.

Derzeit gibt es rund 21000 Ladepunkte.

In den nächsten zwei Jahren

sollen 50000 hinzu kommen. 15000

will die Automobilbranche beisteuern.

Niedersachsens Ministerpräsident

Stephan Weil (SPD) hatte sogar

insgesamt 100000 Ladepunkte gefordert–ersitztauchimVolkswagen-Aufsichtsrat.

Die Bundesregierung strebt

an, bis 2030 ein flächendeckendes

Netz mit einer Million Ladepunkte zu

errichten. 100000 sollen von der Industrie

aufgestellt werden. Darüber

hinaus will die Bundesregierung die

Installation von Ladeeinrichtungen

für Privatleute mit 50Millionen Euro

fördern. Nach Ansicht vonVDA-Präsident

Bernhard Mattes ist diese Summe

bei weitem nicht ausreichend.

Mattes fordert außerdem, dass die

Bundesregierung nun einen Ausbauplan

entwickelt, der dafür sorgt, dass

die Ladesäulen dorthin kommen, wo

sie gebrauchtwerden.

abbauenwill“, sagtBayerns IG Metall-

ChefJohannHornundfordertdasManagement

zu Gesprächen auf.

Dort wird demnächst der Posten

des Schaeffler-Finanzchefs vakant.

DennderbisherigeAmtsinhaberDietmar

Heinrich will seinen Mitte 2020

auslaufenden Vertrag aus persönlichenGründennicht

mehr verlängern.

Damitverlieren die Frankenmitten in

der Krise einen Spitzenmanager. Ein

Nachfolger steht noch nicht bereit,

was bedeutet, dass der Abgang einigermaßen

überraschend kommt. Ein

neuerFinanzvorstandsoll„zugegebener

Zeit bekanntgegeben werden“,

heißt es nur.

Geschäftlich leiden die Herzogenauracher

wie auchandere Kfz-Zulieferer

vom Verfall der Autoindustrie vor

allem in China und auch Europa.

FOTO: SVEN HOPPE/DPA

Wo liegen die Probleme beim privaten

Laden?

Kai Warnecke, Präsident der Immobilienbesitzerlobby

Haus und

Grund, hat im Deutschlandfunk

gleich auf eine Reihe rechtlicher Problemeaufmerksam

gemacht. Es seibislang

noch nicht einmal geregelt, wie

bei einer Wohnungseigentümergemeinschaft

entschieden werden

muss, wenn einer der Eigner eine Ladestation

einrichten will.Die Bundesregierung

will hier nun neue Regeln

festlegen.Unklarseiauch,wiedieKosten

aufgeteilt werden, so Warnecke.

Beieinem einzelnen Anschlusskönnten

gleich mehrere Tausend Euro zusammen

kommen. Muss der E-Autofahrerdiesaberalleinbezahlen,würde

einehohe Hürde für die Anschaffung

eines Stromersentstehen.

Wird denn überhaupt eine derart große

Zahl von Ladesäulen benötigt?

Dasist einKernproblem der Elektromobilität.

So geht der Bundesverband

der Energie- und Wasserwirtschaft

davon aus, dass ein Netz mit

bundesweit 350000 Ladepunkten

auch ausreichen würde. Hintergrund

ist:EinerseitswirddasStromtankenzu

Hause und am Arbeitsplatz eine große

Rolle spielen.Zudem entstehenhalböffentliche

„Tankstellen“ für elektrische

Energie:auf den Parkplätzenvon

Super-undBaumärktenundunteranderem

inden Parkhäusern von Einkaufszentren.

Hinzu kommt, dass die Reichweiten

vonElektroautos in den nächsten

Jahren deutlich steigen werden. Das

begünstigt ein Ladeverhalten, das

dem des Sprittankens ähnlich ist, zumalSchnellladesäulen

in großerZahl

angünstigenStandortenohnehinentstehen

werden, und zwar vor allem

dort, wo heutedie Mineralölkonzerne

BenzinundDieselverkaufen.Beieiner

solchen Struktur würde sich auchdas

Laden in Tiefgaragen von Mehrfamilienhäusernweitgehend

erübrigen.

Schaefflerschlägtsichdabeinochrelativ

gut.Währenddie globaleAutoproduktion

in den ersten neun Monaten

2019 um knapp sechs Prozent geschrumpftist,musstedieKfz-Zuliefersparte

der Franken imgleichen Zeitraum

nur einen 1,5-prozentigen Umsatzrückgang

hinnehmen. Im GegensatzzuKonkurrentenhatSchaefflerallerdings

relativ spät mit demUmstieg

auf Elektromobilität begonnen, was

nun auch gesteigerten Druck auf das

Personal bewirkt. Schaeffler ist traditionell

besonders stark bei Kfz-Komponenten,dieimElektrozeitalternicht

mehr benötigt werden. Das verdeutlicht

zumBeispieldie Entwicklungbei

manuellen Schaltgetrieben, wo die

Umsätze der Franken bis Ende September

2019 um gut sechs Prozent

rückläufig waren.

Billigflüge in

Deutschland seltener

Im abgelaufenen Sommer wurden Billigflüge

in Deutschlandseltener angeboten

und sind gleichzeitig etwas teurer

geworden. DasFlugangebot sei im Vergleichzum

Vorjahreszeitraum um ein

Prozent zurückgegangen, berichtete

das deutsche Zentrum für Luft- und

Raumfahrt (DLR). Nach Testkäufenan

einem StichtagimOktober sind die

durchschnittlichen Preise fürein Flugticketohne

jegliche Extras angestiegen,

berichtete das DLR.Grund dürfte das

teurere Kerosin sein. Beiden großen

Anbieternreicht dieSpanne der Durchschnittspreise

von44,10Eurobei der

ungarischen Airline Wizz über rund

55 Euro bei Easyjet und Ryanair bis zu

111,27 Euro,die im Schnitt für ein Ticket

bei der Lufthansa-Gesellschaft Eurowings

fällig wurden. Voreinem Jahr betrug

die Spanne 38 bis 100 Euro. (dpa)

Milch wird

etwas teurer

Milchproduktion in Erfurt.

FOTO: MARTIN SCHUTT/DPA

Milchwirdteurer–allerdings nur

ein wenig. DerDiscounterAldi erhöhte

am Dienstagden Preisfür

einen Liter Vollmilch im Einstiegsbereich

um 2Cent auf 0,73 Euro.

Biovollmilchverteuerte sichum

4Cent auf1,09EurojeLiter.Die

Supermarktkette Rewe undder Discounter

Pennykündigten bereits

an,den Schritt „zeitnah“nachvollziehenzuwollen.

DerSchritt von

Aldi dürfte Auswirkungenauf weite

Teile des Lebensmittelhandelshaben.

Viele Wettbewerber orientieren

sich im Preiseinstiegsbereich an

dem Discounter. (dpa)

Opec: Öl auch noch 2040

wichtigster Energieträger

Öl ist nach Einschätzung der Organisation

erdölexportierender Staaten

(Opec) auch im Jahr 2040 noch

der weltweit wichtigste Energieträger.Die

Opec geht laut einem in

Wien veröffentlichten Bericht davon

aus,dass der Anteil vonÖlamgesamten

Energiemix dann 28 Prozent

betragen wird. Derzweitgrößte Anteil

wirddann laut dem Bericht nicht

mehr auf Kohle,sondernauf Gas(25

Prozent) entfallen. Insgesamt erwartet

die Organisation, dass der Energiebedarfbis

2040 um rund 25 Prozent

wachsen wird. DerBedarfanÖl

klettertlaut der Studie von2018 bis

2040 um rund 12 Prozent auf

110,6 Millionen Barrel am Tag. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6. November 2019 7 *

·························································································································································································································································································

Wirtschaft

Lufthansa zieht vor Gericht

Konzern will den geplanten Streik der Flugbegleitermit juristischen Mittelnstoppen

Von Christian Ebner

Die Lufthansa will den geplanten

48-Stunden-

Streik ihrer Flugbegleiter

mit juristischen Mitteln

stoppen. Man habe beim Arbeitsgericht

Frankfurteine einstweilige Verfügung

beantragt, erklärte ein Unternehmenssprecher

am Dienstag. Das

Gericht muss nun kursorisch prüfen,

ob die Gewerkschaft Ufo mit ihrem

für Donnerstag und Freitag angekündigten

Arbeitskampf legale tarifliche

Ziele verfolgt. Ob die Sache noch am

Dienstag verhandelt wird, blieb zunächst

unklar.

Zuvor hatte die Gewerkschaft ein

Gesprächsangebot der Lufthansa

Die Flugbegleiter wollen zwei Tage lang streiken.

vom Vortag als „Finte für die Öffentlichkeit“

abgelehnt. Die Ufo fordert

für die Lufthansa-Flugbegleiter höhere

Spesen und Zulagen sowie einen

leichteren Zugang für Saisonkräfte in

die regulären Anstellungsverhältnisse.

In dem gesamten Tarifkonflikt

geht es aber auch um die Frage, ob

Ufoüberhaupt noch Tarifverträge für

das Kabinenpersonal durchsetzen

kann.

Voreiner möglichen Streikabsage

verlangte Ufos Vizevorsitzender DanielFlohrweitereZeichenderGegenseite:„SolangedasUnternehmenunverbindliche

Briefe schreibt, aber

gleichzeitig das Statusverfahren und

weitere Prozesse gegen die Ufo aufrechterhält,

ist für uns keine veränderte

Haltung erkennbar.“ Die Lufthansawill

in einem für April2020 terminierten

Statusverfahren vor dem

Arbeitsgericht überprüfen lassen, ob

FOTO: OLIVER BERG/DPA

die Ufo überhaupt noch eine tariffähige

Gewerkschaft ist. Lufthansa hatte

am Montag erstmals seit vielen

Monaten wieder eine Bereitschaft zu

Gesprächen mit der Spartengewerkschaft

erkennen lassen, deren momentanen

Vorstand sie aber weiterhin

als nicht vertretungsberechtigt

einschätzt. Das Unternehmen hatte

Verhandlungen ab dem 15. Februar

vorgeschlagen, wenn der neu zu

wählende Ufo-Vorstand im Amt ist.

Zuvorkönne es „prozessualeSondierungen

zur Vorbereitung dieses Termins“

geben, hieß es in einem Brief

an die Ufo-Spitze. Dazu sagte Flohr:

„Prozessuale Sondierungen ersetzen

keineVerhandlungen.Esreichtnicht,

dreieinhalb Monate über Ort und

Uhrzeit vonTerminen zu sprechen.“

Lufthansa will einen Sonderflugplan

für die geplanten Streiktage bis

Mittwochmittag veröffentlichen. Sie

bietet den Kunden umfassende kostenfreie

Umbuchungsmöglichkeiten

an. Werein Ticket für die geplanten

Streiktage Donnerstag und Freitag

besitzt, kann dieses einmalig umbuchen

auf einen Flug der Lufthansa

Group innerhalb der nächsten zehn

Tage. Innerdeutsche Flüge können

über die Lufthansa-Website auch in

Bahnticketsumgewandelt werden.

Keine Rolle spielt dabei die Frage,

ob der ursprünglich gebuchte Flug

tatsächlichausfällt. Im Durchschnitt

bietet die Lufthansa Group nach

eigenen Angaben täglich 1540 Verbindungen

an. Davon entfallen

580 Abflüge auf Deutschland und

wiederum 380 auf die Kernmarke

Lufthansa. (dpa)

ADAC:

Fernbusse

entlasten

Steuervorteile dürften nicht

nur für die Bahn gelten

Von Matthias Arnold

Der im Klimapaket beschlossene

Steuerrabatt für Bahntickets

kommt bei Reiseanbietern abseits

der Schiene schlecht an. Vorallem

Fernbusunternehmen wie Flixbus

sind unzufrieden damit, dass sie

nicht ebenso profitieren. Die geplante

Mehrwertsteuersenkung für

Bahnfahrkarten könne das Fernbusangebot

schrumpfen lassen, warnt

Flixbus. Die Politik habe Fernbusse

ermöglicht. „Nach nur wenigen Jahren

zurückzurudern und diese Entwicklung

in der Fläche massiv einzuschränken,

wäre schwer zu verstehen

und ginge gegen eine nachhaltige

Mobilitätswende“, teilte ein

Sprecher auf Anfrage mit.

Im kürzlich beschlossenen Klimapaket

der Bundesregierung ist

festgeschrieben, die Mehrwertsteuer

im Fernverkehr der Deutschen

Bahn ab Neujahr von 19auf

7Prozent zu senken. Im Nahverkehr

beträgt die Mehrwertsteuer bereits

7Prozent. Die Bahn hat angekündigt,

diesen Vorteil vollständig an

die Kunden weiterzureichen. Für

Fernbusse sieht das Gesetz keine

steuerlichen Vergünstigungen vor.

Vorteile gegenüber dem Auto

Dabei kommt auch die Flixbus-Mutter

Flixmobility in den Vorzug der

Mehrwertsteuersenkung, denn

unter der Marke Flixtrain macht es

als einziges Unternehmen der Deutschen

Bahn auch im Schienenfernverkehr

Konkurrenz. Dennoch dürfte

der Steuerrabatt für Bahntickets

aus Sicht des FDP-Bundestagsabgeordneten

Bernd Reuther bald ein

Fall für die Gerichte werden. „Bei

einem derartigen Aktionismus sind

Klagen der anderen Verkehrsträger

bereits programmiert“, sagte Reuther.

„Die Bundesregierung biegt

sich die Mehrwertsteuersenkung

bei der Bahn so hin, wie sie es

braucht.“

Der Autoverband ADAC fordert

ebenfalls eine niedrigereMehrwertsteuer

für den Fernbusverkehr. Bei

den Treibhausgasemissionen

schneide der Fernbus laut Umweltbundesamt

pro Fahrgast ebenso

günstig ab wie der Schienenpersonenfernverkehr,

teilte der Verband

mit. Beiregenerativem Stromsei die

Bahn zwar besser, doch die Klimavorteile

gegenüber dem Auto seien

entscheidender. „Der ADAC verweist

auch darauf, dass in etlichen

Regionen der Fernbus das Mobilitätsangebot

deutlich verbessere“,

hieß es weiter –gerade in Mittelstädten

ohne Fernbahnanbindung. Insofernleisteten

diese einen wertvollen

Beitrag zur Mobilität auf dem

Land. (dpa)


8* Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6 . N ovember 2019

·························································································································································································································································································

Meinung

Hartz IV

ZITAT

Urteil mit

befriedender Wirkung

Rasmus Buchsteiner

hofft, dass Langzeitarbeitslosen

wirklich geholfen wird.

Karlsruhe pocht auf

einen Sozialstaat, der

mit mehr Empathie

auftritt, sich nicht

allein auf die kühle

Logik von Paragrafen

zurückzieht.

Zunächst: DasPrinzip des Förderns und

Forderns bei Hartz IVbleibt bestehen.

Daran hat das Bundesverfassungsgericht

nichts geändert, ebenso wenig an den Mitwirkungspflichten

von Langzeitarbeitslosen.

Dazu zählt auch die Aufnahme einer

Arbeit, die sich nicht nur von bisherigen

Jobs unterscheidet, sondern womöglich

auch„geringerwertig“ ist.

Dennoch verändertdas Urteil HartzIV.

Verworfen haben die Richter eine Sanktionspraxis,

die nicht mit dem Grundrecht

auf ein menschenwürdiges Existenzminimum

in Einklang zu bringen ist. Damit

haben sie bei einem der schwierigsten

Themen der Sozialgesetzgebung eine

überfällige Klärung herbeigeführt.

60-Prozent-Sanktionen, 100-Prozent-

Kürzungen oder gar die Streichung der

Unterkunftskosten darf eskünftig nicht

mehr geben, weil es unvereinbar mit der

Verfassung ist. Das Existenzminimum

muss auch bei denen gesichert bleiben,

die Arbeitslosengeld II beziehen –jedenfalls

für die meisten. Eine 30-Prozent-Kürzung

für die, die ihren Pflichten nicht

nachkommen, hält das Verfassungsgericht

noch gerade eben für verhältnismäßig

und damit vertretbar. Insolchen Fällen

könne davon ausgegangen werden,

dass die abschreckende Wirkung der

Sanktion ausreiche,umMitwirkung zu erreichen.

Entscheiden soll das Jobcenter

aber im Einzelfall und dabei darauf achten,

besondereHärten zu verhindern.

Es sind diese feinen Abwägungen und

Beschränkungen, die das Urteil zu einer

Chance machen. Die Fallmanager in der

Arbeitsverwaltung bekommen künftig

mehr Ermessensspielraum. Karlsruhe

pocht zudem auf einen Sozialstaat, der

mit mehr Empathie auftritt, sich nicht allein

auf die kühle Logik von Paragrafen

zurückzieht und im Zweifelsfall zweite

Chancen einräumt.

Wenn ein Langzeitarbeitsloser nicht

seinen Pflichten nachkommt, etwa eine

Fördermaßnahme verweigert oder angebotene

Arbeit ablehnt, kann er zwar sanktioniertwerden.

Sobald er aber seine Meinung

ändert, würden die Leistungen

nicht mehr für volle drei Monate gekürzt.

Das alles gilt ab sofort, was zu den besonders

bemerkenswerten Facetten dieser

Entscheidung gehört. Dieses Urteil –und

darin liegt seine eigentliche Bedeutung –

kann befriedende Wirkung auf die Gesellschaft

haben, die in der Bewertung der

Sanktion bis zu diesem Montag tief gespalten

war. Eine Komplett-Abschaffung der

Sanktionen oder der Verzicht auf den

„Zwang zur Arbeitsaufnahme“, wie es Grünen-Chef

Robert Habeck Ende vergangenen

Jahres in einem Strategiepapier verlangt

hatte,wären falsche Signale.Einfach

nur die Bezugsdauer vonArbeitslosengeld

Izuverlängern, um so den Absturz indie

Grundsicherung hinauszuschieben, verlegte

Probleme in die Zukunft.

In erster Linie kommt es jetzt auf Weiterbildung

und Umschulung an, wenn jemand

gerade seinen Jobverloren hat. Und

es muss mit Hochdruck daran gearbeitet

werden, jene aus der Erwerbslosigkeit zu

holen, die schon seit Jahren nicht mehr

gearbeitet haben und Stütze beziehen –

etwa mithilfe staatlich geförderter Kombilohn-Jobs.

Dafür hat die große Koalition

Milliarden-Beträge bereitgestellt. Hinzu

kommt, dass auch die Kassen der für Weiterbildung

zuständigen Bundesagentur

für Arbeit prall gefüllt sind. BessereChancen,

Abhängigkeit von Hartz-IV-Leistungen

zu verhindernund zu beenden, hat es

lange nicht gegeben.

Thüringer Yoga

Worst Case,GAU,Schreckensszenario:

Es gibt einige Begriffe für

das,was dem Berliner Fußball-

Bundesligisten Hertha BSC widerfahren

könnte. Erkönnte mit einem hohen

Millionenbetrag auf dem Festgeldkonto

in die Zweitklassigkeit abrutschen. Nur vier

Punkte beträgt aktuell der Abstand auf einen

Abstiegsplatz. Am Sonnabend kommt RB

Leipzig ins Olympiastadion, der Verfolger des

Spitzenreiters Borussia Mönchengladbach

und des Tabellenzweiten Borussia Dortmund.

Das ist der sportliche Zwischenstand,

der nach zehn Spieltagen erst einmal nicht

dramatisch erscheinen mag, der jedoch zusätzliche

Brisanz erfährt, da die Hertha BSC

GmbH &Co. KGaA in diesen Tagen 100 Millionen

Euro bekommt.

Nach einer ersten Überweisung von 125

Millionen Euro erfüllt Investor Lars Windhorst

seinen Teil der Vereinbarung mit dem

Bundesligisten. Im Gegenzug erhält er über

seine Beteiligungsgesellschaft Tennor dann

insgesamt 49,9 Prozent der Anteile am Klub.

Und dafür wiederum erwartet Windhorst,

dass Hertha BSC mittelfristig zu einem fußballerischen

Schwergewicht aufsteigt. Oder

in seinen Worten: zu einem BigCity Club.

Dieser Herbst ist für Hertha BSC ein heißer

Herbst. Es müssen Entscheidungen fallen,

es muss auf unterschiedlichen Ebenen

eine Strategie gefunden werden, es muss der

Klub vom derzeit Ungefähren zum Konkreten

gelangen. DieBig City Berlin hat nämlich

ihreBesonderheiten.

Eine ist aus Stein und Stahl, das Olympiastadion

mit einer Kapazität von rund 74 000

Plätzen und einer durchschnittlichen Auslastung

bei Hertha-Spielen in dieser Saison

bisher von knapp 43 000. Vonetwa 60 Prozent

also. Und weil es außerdem nicht mehr

Der Journalist und Poptheoretiker Jens

Balzer hat im Radio zum Hass gegen

rechts aufgerufen: „Wir müssen wieder hassen

lernen –und zwar richtig.“ Dieser korrekte

Hass sei „kein Affekt, kein bloßes

Feindschaftsgefühl und kein Zerstörungswunsch“,

sondern „leidenschaftliche Gegenwehr“

und „kompromisslose Entschiedenheit“.

Das Image herkömmlichen Hasses ist ja

echt nicht so dolle. Ergilt als hässlich, und

wirdangeblich vonden Bösen gezüchtet. Ich

kann mir allerdings nicht vorstellen, dass der

Hass sich für die Ritter des Lichts von gefletschten

Zähnen, gebrochenen Nasen und

langen Messern bereinigen lässt. Leider

neigt er stets dazu, bestimmte Menschen an

Leib und Seele zu schädigen oder es zumindest

inbrünstig zu wollen. Ohne Zerstörungswunsch

bleibt Hass ein poptheoretisches

Konstrukt, so wie richtiger Döner ohne

Fleisch, Salat und Soße.

Man kann Leute umbringen, ohne sie zu

hassen, aus Spaß oder Pragmatismus. 1914

sangen Deutsche und Briten

schützengräbenübergreifend Weihnachtslieder.Andersherum

lechzt der Hass,wie die

Liebe, nach Erfüllung. Hassende tun anderen

nur dann nicht weh, wenn Sanktionen,

Impulskontrolle oder handwerklich-logistische

Umstände sie daran hindern. Hass ist

wie Dauerregen im Ostseeurlaub: unschön,

aber da. Wer die Rose ehrt, ehrt auch den

Dorn. Es empfiehlt sich, sozialverträglich damit

umzugehen. Auch ich habe schon Perso-

Hertha

Zeit zu

handeln

Christian Schwager

sieht die Verantwortlichen bei Hertha BSC

in einer vertrackten Lage.

modernen Ansprüchen genügt, dieses Stadion,

wünscht sich der Bundesligist eine eigene

Arena, eine Fußballarena. Er wünscht

sich ein Entgegenkommen der Landesregierung

und baut deshalb Druck auf, indem er

den Umzugstermin auf 2025 festlegt. EinDatum,

das angesichts langwieriger Genehmigungsverfahren

schon jetzt ambitioniertist.

Kaum anzunehmen, dass die Charlottenburger

ihre Verhandlungsposition überschätzen.

Sie werden wissen, dass sie nicht

so starkinihrer Stadt verankertsind wie etwa

der FC in Köln und anders als zum Beispiel

Borussia Dortmund mit starker innerstädtischer

Konkurrenz namens 1. FC Union zurechtkommen

müssen. Siewerden ebenfalls

wissen, dass sich der Berliner Senat bei der

KOLUMNE

Hass

lässt sich schlecht

dosieren

André Mielke

Autor

nen allerlei Elend gewünscht, aber tunlichst

darauf verzichtet, dies kundzutun oder gar

selbst entsprechend proaktiv zu werden. Mir

erscheint es wenig zielführend, Leute zum

Hass anzuspornen, zumal als Journalist und

erst recht mit den Worten „wir“ und „müssen“

–außer man plant einen Krieg.

Hass lässt sich schlecht dosieren. Man

kriegt da den Affekt nicht raus. Beim Studium

hatten wir Mitte der 1980er in Leipzig

BERLINER ZEITUNG/THOMAS PLASSMANN

Stadionfrage auf schwerem Terrain bewegt.

Mangel an bezahlbaremWohnraum verlangt

nach raschen Lösungen, nach Standorten

und bezüglich der Hertha BSC GmbH &Co.

KGaA nach einer klaren Antwort auf die

Frage, warum die öffentliche Hand ein Unternehmen

der Unterhaltungsbranche Fußball

fördernsollte,ohne Kompromiss zumal.

Das sollte sie nicht. Ein solches Unternehmen

investiert, um Rendite zu erzielen, um

weiter investieren zu können, um zu wachsen

im Interesse der Investoren. Das ist sein

gutesRecht,auf eigenes Risiko natürlich und

ohne Anspruch auf Subvention.

Die Investition von nun insgesamt 225

Millionen Euro ist ein guter Grundstock für

derartiges Wachstum. In der Big City Berlin

und im Duell mit Union ist Hertha damit

schon jetzt ein Big City Club. Inder Konkurrenz

zu anderen europäischen Fußballmetropolen

kann eine solche Summe aber kaum

mehr als ein Anfang sein. Zum Beispiel im

Vergleich mit London, wo sich –das nur am

Rande –ein Verein namens Tottenham Hotspur

eine Arena im Wert von einer Milliarde

Pfund Sterling hat bauen lassen.

Die englische Premier League gilt als

Maßstab, andem sich ein Klub orientieren

sollte, will er wirklich ein Big City Club werden.

Die Champions League ist der Wettbewerb,

der die Spirale von Investition und

Rendite in Bewegung hält. Darin sind schon

ganz andere Bundesligisten stecken geblieben;

der FC Schalke 04 oder Werder Bremen.

HerthasManager MichaelPreetz hat jetzt

gesagt, dass die neuen Millionen größtenteils

in den Kader fließen. Es ist das erste von

vielen losen Enden, die Hertha BSC aufnehmen

und zu einem festen Strang zusammenführen

muss. Esist das wichtigste Ende. Auf

demsportlichen Erfolg basiertalles andere.

eine Vorlesung bei Dr.Braun. Als Beispiel für

imperialistische Propaganda führte er eine

Szene aus„Rambo II“ vor, worin der Protagonist

eifrig Sowjetsoldaten umnietet. Mitten

im Metzeln schluchzte der Dozent, ein kleiner

Mann mit Nickelbrille: „Da müsste man

doch mit der Maschinenpistole reinhalten.“

Er meinte die Filmschöpfer. Sylvester Stallone.

Hass auf den Klassenfeind gehörte damals

durchaus zu den Studienzielen. Doch

Dr. Brauns Tränen verstörten uns mehr als

Rambos Bodycount.

Ähnlichen Charme versprüht jetzt Spiegel-Korrespondent

Hasnain Kazim. Er regt

sein Twitter-Gefolge an, alle AfD-Wähler „zu

ächten, sie klein zu halten, ihnen das Leben

schwer zu machen, sie dafür,dass sie Neonazis

und Rassisten den Wegzur Machtebenen

wollen, zur Verantwortung zu ziehen“. Wie

Falschwähler en détail zu bestrafen sind,

lässt Kazim einstweilen offen. Etwas sagt mir,

dass er sie nicht zu einem Debattierzirkel ins

Café Kranzler einbestellen will. Egal, was

soll’s:Als Delinquenten kann mich das unmöglich

meinen, und als Vollstrecker fühle

ich mich nicht angesprochen. Solch kompromisslose

Entschiedenheit gegenüber unbefriedigend

abstimmenden Mitbürgern

fühlt sich nämlich nicht viel richtiger an als

der Billighass vom Grabbeltisch. Doch vielleicht

bin ich nur zu hasenherzig, und es erquickt

die Gesellschaft gerade im Jubiläums-

Eiapopeia rund um den friedlichen Mauerfall,

wenn sie sich abwechslungshalber mal

gegenseitig die Schädel einschlägt.

„Die Rocky Mountains

sehen, mit dem Auto

herumfahren und Bruce

Springsteen hören –das

war mein Traum.“

Angela Merkel

im Spiegel-Interview auf die Frage,

was sie heute tun würde, wenn die DDR in diesen

Tagen ihr 70-jähriges Bestehen feiern würde

AUSLESE

Schwierige

Nachbarschaft

Kommentatoren im Ausland freuen

sich mit den Deutschen über die friedliche

Revolution vor 30Jahren. Allerdings

sehen sie auch einige kritische Entwicklungen.

Die schwedische Zeitung Dagens

Nyheter schreibt mit Blick auf die jüngsten

Wahlergebnisse: „30 Jahre nach dem Fall

der Berliner Mauer wirdimmer deutlicher,

dass der Kommunismus dazu beigetragen

hat, dem Nationalismus den Wegzubahnen.

Fakt ist, dass die beiden Ideologien so

sehr miteinander harmonieren, dass es

schwer ist, sie zu unterscheiden. DaskommunistischeWeltbild

lässt sich problemlos

in ein nationalistisches verwandeln und

umgekehrt. Dasmacht es weniger verwunderlich,

aber auch nicht weniger deprimierend,

dass die Linke und die AfD kürzlich

die beiden stärksten Parteien bei der Wahl

in Thüringen geworden sind.“

Die polnische Zeitung Rzeczpospolita

lobt zunächst das gute nachbarschaftliche

Verhältnis zwischen Deutschen und

Polen, macht sich aber auch Sorgen über

ein schwindendes historisches Bewusstsein

in Deutschland: „Heute entscheiden

dort Menschen, die nicht von Krieg oder

kommunistischer Unterdrückung geprägt

wurden, sondern von der Stabilität

des Friedens. Sie fühlen die Schuld nicht

mehr so wie die Generation vor ihnen.

(…) Siefürchten sich nicht vorKrieg,sondernvor

einerWirtschaftskrise.Gleichzeitig

gewinnt die anti-europäische AfD an

Stärke. Mit diesem neuen Deutschland

wird esschwieriger für uns, aber es gibt

keinen anderen Weg.“ Tobias Miller

PFLICHTBLATT DER BÖRSE BERLIN

Chefredakteur: Jochen Arntz.

Mitglied der Chefredaktion: Elmar Jehn.

Newsdesk-Chefs (Nachrichten/Politik/Wirtschaft): Tobias Miller,

Michael Heun.

Textchefin: Bettina Cosack.

Newsroom-Manager: Jan Schmidt.

Teams:

Investigativ: Kai Schlieter.

Kultur: Harry Nutt.

Regio: Arno Schupp, Karim Mahmoud.

Service: Klaus Kronsbein.

Sport: Markus Lotter.

Story: Christian Seidl.

Meinungsseite: Christine Dankbar.

Seite 3/Report: Bettina Cosack.

Die für das jeweiligeRessortanerster Stelle Genannten sind

verantwortliche Redakteure im Sinne des Berliner Pressegesetzes.

Reporterin: Sabine Rennefanz.

ArtDirektion: Annette Tiedge.

Newsleader Regio: Stefan Henseke, Susanne Rost, Marcus Weingärtner.

Newsleader Sport: Matthias Fritzsche, Christian Schwager.

Hauptstadtredaktion: Gordon Repinski (Ltg.), StevenGeyer (Stv.).

RND Berlin GmbH, GF: UweDulias, Marco Fenske.

Autoren: Joachim Frank, Holger Schmale, Dieter Schröder,ArnoWidmann.

Istanbul: Frank Nordhausen,

Moskau: Stefan Scholl,

Rom: Regina Kerner,

TelAviv: Anja Reich, Washington: KarlDoemens.

Redaktion: Berliner Newsroom GmbH, Berlin24 Digital GmbH,

Geschäftsführung: Aljoscha Brell, Alte Jakobstraße 105, 10969 Berlin

Lesertelefon: 030-63 33 11-457, E-Mail: leser-blz@dumont.de

Berliner Verlag GmbH Geschäftsführer:Jens Kauerauf.

Postadresse 11509 Berlin. Besucher:Alte Jakobstraße 105,

Telefon: (030) 23 27-9; Fax: (030) 23 27-55 33;

Internet: www.berliner-zeitung.de.

Vertrieb: BVZ Berliner Lesermarkt GmbH, KayRentsch.

Leserservice Tel.: (030) 23 27-77, Fax: (030) 23 27-76

www.berliner-zeitung.de/leserservice

Anzeigen: BVZ BM Vermarktung GmbH (BerlinMedien), Andree Fritsche.

Postfach 11 05 06, 10835 Berlin;

Anzeigenannahme: (030) 23 27-50; Fax(030) 23 27-66 97

Es gilt Anzeigenpreisliste Nr.30, gültig seit 1.1.2019.

Druck: BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH, Am Wasserwerk 11,

10365 Berlin, Internet: www.berliner-zeitungsdruck.de

Die Berliner Zeitung erscheint sechs Mal in der Woche. Bezugspreis monatlich

45,90 €einschl. 7% Mehrwertsteuer,außerhalb vonBerlin und Brandenburg

49,50 €; AboPlus, inklusiveStadtmagazin tip 54,19 €(nur in Berlin und

Brandenburg). Bezugspreis des Studentenabonnements monatlich 27,60 €,

außerhalb vonBerlin und Brandenburg 28,50 €. Das E-Paper kostet monatlich

29,99 €einschl. 7% Mehrwertsteuer.Der Preis für Studenten beträgt monatlich

18,99 €.Im Falle höherer Gewalt und bei Arbeitskampf (Streik/Aussperrung)

besteht kein Belieferungs- und Entschädigungsanspruch. Erfüllung und

Gerichtsstand Berlin-Mitte. Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder Fotomaterial

wird keineHaftung übernommen.

Die Auflageder Berliner Zeitung wird vonder unabhängigen Informationsgemeinschaft

zur Feststellung der Verbreitung vonWerbeträgerngeprüft.

Die Berliner Zeitung ist die reichweitenstärkste Abonnementzeitung Berlins

und erreicht laut Mediaanalyse 2018 in Berlin und

Brandenburg täglich 274 000 Leser.


Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6. November 2019 – S eite 9 *

·························································································································································································································································································

Berlin

Land der Miesepeter:

Brandenburg kommt im

Glücksatlas nicht gut

weg Seite 16

Beliebt: Michael Müllers Popularität so hoch wie lange nicht Seite 10

Bedroht: Polizei-Gewerkschaft schreibt nach Ausschreitungen Wutbrief Seite 12

Stadtbild

Der

frühe Vogel

Torsten Landsberg

geht auf Reisen.

Esist sehr früh am Morgen, eine

Zeit, zu der es noch dunkel ist

und für gewöhnlich noch nicht mal

der Wecker geklingelt hat. Die S-

Bahn ist trotzdem schon brechend

voll. Ob sich die Leute,die drei Stunden

vorden meisten anderen mit der

Arbeit beginnen, umgekehrt genauso

darüber wundern, wie voll die

Bahnen am frühen Abend sind?

Neben der Tür fühlt sich ein Typ

massiv gestört, nicht von anderen,

sondern inseinem Inneren. Er beschließt,

etwas dagegen zu unternehmen

und prüft nahezu alle Finger

samt Daumen auf ihreTauglichkeit

als passendes Instrument, um

damit tief in sein linkes Nasenloch

vorzudringen. Es ist ein unerbittlicher

Kampf, mit zwei, drei Bohrgängen

ist es nicht getan. Ein Anblick,

der hart auf den leeren Magen

schlägt, selbst aus den Augenwinkeln.

Das Klingeln seines Handys unterbricht

ihn kurz, während des Telefonats

setzt er sein Projekt jedoch

fort, hält das Telefon dabei mit der

linken Hand ans rechte Ohr und

führt dann die rechte Hand durch

den anderen Arm zur Nase –wie ein

Kind, das einen Elefanten nachmacht.

Die Bahn passiert das Landesamt

für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten

samt Ausländerbehörde,das

um sieben Uhröffnet. Das

Ende der Menschenschlange vorder

Tür ist nur zu erahnen. Beim Umsteigen

in den TXL regnet es heftig. Der

Bus, auf den wirklich viele Leute warten,

ist schon voll, als er anrollt. Es

folgt ein ziemliches Gedränge, von

draußen ruft jemand in den Bus, ob

es nicht möglich sei, weiter durchzurücken.

Unter Murren wogt die

amorphe Masse ein Stück weiter und

schafft als maximales Kompromissangebot

Platz für zwei Menschen. Im

Bus bleiben drei Sitzplätze frei und

die mannsgroßen Rucksäcke auf den

Rücken ihrer Besitzer. Sie auf dem

Boden abzustellen ist keine Option.

Am Flughafen versteht ein Reisender

den Ganzkörperscanner

nicht und hält seine Arme nicht nach

oben, sondern ständig nach vorne,

als wollte er jemanden schubsen.

Trotz des Scanners muss anschließend

jeder Dritte zur Nachkontrolle.

Am Gate steht eine Stunde vor dem

Abflug schon ein Herr vor der Tür

zum Rollfeld zum Boarding bereit.

ZumFlugzeug fährtein Bus, was bedeutet,

dass der Erste in der

Schlange nicht schneller im Flugzeug

sitzt, sondern nur zehn Minuten

länger im Bus steht. Ob ihn das

glücklich macht? DerFlieger hebt ab

und verlässt Berlin. Ab nun wäre es

kein Stadtbild mehr.

Aufwendig präsentiertsich das Mauerfalljubiläum wie hier mit einer 3D-Videoprojektion an der Rückseite der East Side GalleryinFriedrichshain.

30 Jahre zusammen

Das Mauerfall-Programm lockt Touristen in Scharen. Aber feiern auch die Berliner? Eine Spurensuche

VonAnnika Leister und Elmar Schütze

Monatelang hat der Senat

geplant, zehn Millionen

Euro steckt er

in die Feierlichkeiten

zum Mauerfall, mehr als 200 Veranstaltungen

wird esindieser Woche

geben. Bei Touristen scheint das

Konzept aufzugehen: Die Tourismuszentrale

erwartet in der Festwoche

mehr als eine Million Besucher.

Wasaber ist mit den Berlinernselbst

–für die das Fest ja gedacht ist? Zieht

es sie an den Alex und ans Brandenburger

Tor? Wiefeiernsie? Eine Spurensuche

in Ost- und West-Berlin.

In der Hellen Mitte in Hellersdorf

sitzt an diesem Vormittag Dieter Riechers

auf einer Bank im Ärztehaus

und wartet auf seine Frau. Er findet

es traurig, „dass es nach 30 Jahren

Ostund West immer noch gibt“. Den

80-Jährigen interessieren die Feierlichkeiten

gar nicht. Wenn es nach

ihm ginge,„dürfte da überhaupt keiner

hingehen“.

Die Geschichte lieber ruhen lassen

Volle Stadt: Mehr als eine

Million Touristen erwartet die

Tourismusagentur Visit Berlin

in dieser Woche. Die Auslastung

in den Hotels sei für dieses

Wochenende besonders

hoch, hieß es. Internationale

Gäste fragten gezielt nach

den Feierlichkeiten zum

Mauerfall.

Zu viel sei schiefgelaufen in den

30 Jahren gesamtdeutschen Zusammenlebens.

Noch immer lasse sich

im Osten zu wenig Geld verdienen,

sagt der frühere Laborbeschäftigte

bei Elektrokohle in Lichtenberg. Dabei

habe es in der DDR so viele gut

ausgebildete junge Menschen gegeben,

die danach keine Chance gehabt

hätten. „Wenn die Verdienstmöglichkeiten

besser werden, gehen

wir auch wieder wählen.“

Es gab eine Zeit, da war auch Ricarda

Börner das Deutsch-Deutsche

wichtig. Doch das sei lange her, erzählt

die Gas-Wasser-Installateurin,

die vor 36Jahren in Samswegen in

der Börde geboren wurde.Am9.November

sei der halbe Ort bei einem

Fackelumzug dabei gewesen, „danach

fuhren alle nach Berlin, das Begrüßungsgeld

abholen“. Tatsächlich

habe sie als Kind erstmals wirklich

wahrgenommen, dass sich etwas geändert

hatte, „als beim Fleischer

plötzlich nur noch Abgepacktes verkauft

wurde“, erinnert sie sich.

Heute hält sie das vereinigte

Deutschland für „ganz normal“. Die

aktuellen Feierlichkeiten sieht sie

kritisch: „Wenn man’s feiert, holt

man’s wieder hervor. Dasmuss nicht

sein“, sagt die Hellersdorferin.

Bei Dominique Winkler hat es

eher praktische Gründe, dass sie

nicht bei den Feierlichkeiten dabei

sein wird. „Ich muss zwei kleine Kinder

hüten, mein Mann ist auf Dienstreise“,

erzählt die 29-Jährige aus

Pankow, die gerade auf dem Sprung

MIT PLAN & TICKET

Mit Plan durch die Stadt:

200 000 Programmhefte

liegen in Schulen, Bibliotheken,

Volkshochschulen und

Tourismuszentren aus. Einen

guten Überblick über die

mehr als 200 Veranstaltungenandiversen

Orten liefert

auch die Homepage

www.mauerfall30.berlin

Das Spezial-Ticket: Die BVG

verkauft bis zum 10. November

ein besonderes Mauerfall-Ticket:

Zwei Erwachsene

und bis zu drei Kinder können

damit die ganze Woche

lang für 30 Euro fahren. Bis

Dienstagmittag wurde das

Ticket laut BVG950mal verkauft.

(mre.)

Annika Leister

hat den Mauerfall noch

nie gefeiert.

KULTURPROJEKTE BERLIN/ALEXANDER RENTSCH

zu einem Seminar in der Alice-Salomon-Hochschule

für Soziale Arbeit,

Gesundheit und Erziehung sowie

Bildung ist. Als Nachgeborene habe

sie sich viel von den Eltern und

Großeltern erzählen lassen. „Ich

finde es immer wieder interessant“,

sagt sie.Das sei ein bisschen wie Geschichtsunterricht:

„Die Antike lernt

man auch in der Schule.“

Zurückhaltung und Skepsis im

Osten also.Ganz anders sieht das im

Westen aus –vor allem bei denen, die

gar nicht aus Deutschland kommen.

„Das ist ein großer Tag“, sagt Shendar

Hasan, dem ein Späti am Neuköllner

Hermannplatz gehört. Der

32-Jährige ist Kurde, gerade sind

seine Freunde in Nordsyrien in Gefahr,weil

der türkische Präsident ErdoganTruppen

in die Region entsendet

hat. Er kann nachvollziehen, was

der Mauerfall bedeutete: „Endlich

konnten die Menschen ihre Familie

wiedersehen, endlich waren sie frei.“

Traditionell feiert Hasan mit der Familie:

„Wir essen, trinken, tanzen.“

Die Freiheit feiern

Auch Rami Shaban hält es so.Der 38-

Jährige kommt aus Syrien, wohnt

seit vier Jahren in Wedding und arbeitet

in Neukölln auf der Sonnenallee

bei einem Imbiss für orientalische

Spezialitäten. Gerade säbelt er

Dönerfleisch vom Spieß. Am Sonnabend

wird ermit seiner Frau und

Freunden die offizielle Feier besuchen

und die große Lasershow am

Brandenburger Torsehen. Deutsche,

die diesen Tagnicht feiern, kann der

Mann, dessen Heimat zerrüttet ist,

nicht verstehen. „Einheit – das ist

doch gut, das ist so wichtig.“

In einer Seitenstraße fast am

Ende der Sonnenallee,nur 500 Meter

vonder Mauerund dem ehemaligen

Osten entfernt, wirbelt Joanna Fezzolli

durch ihr Restaurant, die Trattoria

LaTerrazza. Die 46-Jährige ist im

Stress, auch amWochenende wird

sie nicht feiern können. Ihren vier

Kindern aber versucht sie, regelmäßig

zu erklären, was der Mauerfall für

sie bedeutete,als sie 1991 aus Italien

nach Berlin kam: „Freiheit, Öffnung,

Europa.“

Elmar Schütze

hat den Mauerfall zu Hause

vorm Fernseher erlebt.

NACHRICHTEN

U-Bahn-Linie 5stoppt

für Hochschwangere

Eine „unmittelbar bevorstehende

Geburt“ war der Grund, warum ein

Zugder U-Bahnlinie 5amDienstag

rund 20 Minuten am Bahnhof Friedrichsfelde

hielt und sich nachfolgende

U-Bahnen stauten. Fahrgäste

hatten den U-Bahn-Fahrer auf die

Hochschwangereaufmerksam gemacht,

der dann um 11.46 Uhrdie

Feuerwehrverständigte.Ein Rettungswagen

sei zum Bahnhof geschickt

worden und vondortins

Krankenhaus gefahren. Er könne

aber zunächst nicht sagen, ob es tatsächlich

vorOrt,imRettungswagen

oder erst im Krankenhaus zu einer

Geburtgekommen sei, sagte der

Feuerwehrsprecher. (dpa)

Kein Weihnachtszirkus mehr

vor dem Olympiastadion

Dertraditionelle Weihnachtszirkus

am Olympiastadion darfdortnach

25 Jahren sein Zelt nicht mehr aufschlagen.

DasOberverwaltungsgericht

Berlin-Brandenburgbestätigte

in einem Eilbeschluss eine Entscheidung

der Vorinstanz, wonach der

Platz vordem Stadion nur noch zum

Parken genutzt werden darf. Das

teilte das GerichtamDienstag mit.

Anfang 2019 hatte das Land Berlin

als Eigentümer der Fläche vertraglich

festgelegt, dass der Platz nur

noch parkenden Autos zur Verfügung

stehen darf.Der Beschluss des

Oberverwaltungsgerichts ist den Angaben

zufolge unanfechtbar. (dpa)

Jahresticket für vier Gärten

ab soforterhältlich

Für Gartenliebhaber gibt es jetzt

wieder das Jahresticket für die Gärten

der Welt, den Britzer Garten, den

Natur-ParkSchöneberger Südgelände

und den Botanischen VolksparkBlankenfelde-Pankow.

Genutzt

werden kann die Karte14Monate

lang, zu zahlen seien aber nur 12 Monate,teilte

die landeseigene Grün

Berlin GmbH am Dienstag mit. Erwachsene

zahlen für die Jahreskarte

wie auch im vergangenen Jahr

30 Euro,mit Seilbahnnutzung

45 Euro. (dpa)

Einen Besuch wert,das Teehaus in den

Gärten der Welt in Marzahn. IMAGO IMAGES

RADIOEINS AFTERSHOW SPECIAL

SEEED

HEUTE AB 23 UHR

DIE SENDUNG NACH DEM 1. BERLIN-KONZERT

MODERIERT VON MC LÜCKE


10 Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6 . N ovember 2019

·························································································································································································································································································

Berlin

Müller teilt sich Bronze

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) wird

wieder beliebter –sogut stand er zuletzt im April 2018 da

VonMelanie Reinsch

+1,1

+0,6

+0,5 +0,5

+0,5

Beliebtheit der Berliner Senatoren

Bewertung anhand einer Skala von +5bis –5(dargestellt ist jeweils der Mittelwert)

+0,4

+0,3

–0,3

–0,7

–0,7

–1,0

Veränderung zum Vormonat

+0,1 +0,1 +0,2

–0,1 +0,2 +0,1

–0,2

–0,1

+0,2 –0,2

+0,2

Bekanntheit

76 % 75 %

96 %

69 %

65%

71 %

55 %

60 %

80% 70 %

73 %

Klaus Lederer

(Linke)

Andreas Geisel

(SPD)

Michael Müller

(SPD)

Matthias Kollatz

(SPD)

Dilek Kalayci

(SPD)

Ramona Pop

(Grüne)

Elke Breitenbach

(Linke)

Dirk Behrendt

(Grüne)

Katrin Lompscher

(Linke)

Regine Günther

(Grüne)

Sandra Scheeres

(SPD)

BLZ/GALANTY; QUELLE: FORSA

Der Mietendeckel hatte

das Potenzial, die Koalition

zu zerlegen. Das ist

vor allem deshalb beachtlich,

weil man sich zu Beginn so

einig wie selten war: Ja, wir wollen

für fünf Jahre die Mieten deckeln,

wurde einstimmig im Dreierbündnis

von Rot-Rot-Grün verkündet.

Klingt harmonisch, kam aber dann

doch ganz anders. Denn nach drei

Jahren gemeinsamer Regierungszeit

ist das Gemeinsame längst

futsch, zwei Jahre vor der kommenden

Wahl will jeder Regierungspartner

dafür sorgen, auch Gemeinschaftsprojekten

sein eigenes Etikett

aufzukleben. Und soverhakte

man sich bei den Detailfragen zum

Mietendeckel.

Doch hat sich die Debatte der vergangenen

Wochen auf die Wähler,

die in zwei Jahren ein neues Abgeordnetenhaus

wählen müssen, ausgewirkt?

Und hat einer der Mietendeckel-Koalitionärevon

Hartnäckigkeit,

Geduld, Trotz oder Verhandlungsgeschick

profitieren können?

Auch wenn die Interpretationen von

Zahlen immer nur eine Annäherung

sein können, kann man aber durchaus

davon ausgehen, dass der Mietendeckel

Bewegung in die Landespolitik

gebracht hat.

Müller hat sich nach vorn gekämpft

Am deutlichsten sieht man das an

den Beliebtheitswerten der Politiker,die

das Meinungsforschungsinstitut

Forsa jeden Monat im Auftrag

der Berliner Zeitung erhebt.Vom22.

bis zum 31. Oktober wurden dazu

1008 Berliner befragt. Beim Blick

auf die Beliebtheit der Berliner Politiker

bleibt Kultursenator Klaus Lederer

(Linke) weiterhin an der

Spitze. Auf den zweiten Platz

kommt in diesem Monat Innensenator

Andreas Geisel (SPD). Platz

drei ist in diesem Monat hart umkämpft.

Vorallem den Regierenden

Bürgermeister Michael Müller

(SPD) wirdesfreuen, dass er im Oktober

auf Platz drei der Treppe aufrückt.

Zwar muss er sich die Bronzemedaille

teilen, da auch Parteikollege

und Finanzsenator Matthias

Kollatz und Gesundheitssenatorin

Dilek Kalayci auf diesem Platz stehen

–dasie aber alle Sozialdemokraten

sind, dürfte es auf dem Platz

zu keinen schwerwiegenden Verwerfungen

kommen.

Einen dritten Platz –auch wenn

es ein geteilter ist –gab es für Müller

das letzte MalimApril 2018. Danach

rutschte der SPD-Landeschef und

Regierende Bürgermeister ab und

wurde immer unbeliebter. Bis zum

achten Platz ging es hinunter. Doch

seit einigen Monaten hat er sich wieder

stetig nach vorn gearbeitet. Der

Mietendeckel, so scheint es jedenfalls,dürfte

sich für Müller also positiv

ausgewirkt haben. Dass er im Oktobernun

auch noch an Wirtschaftssenatorin

Ramona Pop (Grüne) vorbeigezogen

ist, dürfte die SPD

besonders erleichtern. Sie kommt

auf Platz vier.Der bestePlatz aus den

Reihen der Grünen.

Aber auch Bausenatorin Katrin

Lompscher (Linke) profitierte offenbar

vom Mietendeckel. Sie

kommt zwar auf den vorletzten

Platz, aber in der Beliebtheit

konnte sie ebenso stark zulegen

wie Müller (+0,2).

Beim Blick auf die Parteien zeigt

sich, dass R2G weiterhin eine stabile

Mehrheit von 56Prozent von

den Berlinerngeschenkt bekommt.

Obwohl die SPD als Erfinderin des

Mietendeckels gilt und Müller bessere

Werte einfährt, verlor die SPD

im Oktober einen Prozentpunkt im

Vergleich zum Vormonat. Wäre am

Wochenende Abgeordnetenhauswahl

käme sie jetzt auf 15 Prozent.

Die Linken konnten vom Mietendeckel

weder profitieren noch verloren

sie: 16 Prozent würden die

Partei von Lompscher wählen, die

Politikerin also, die von allen Regierungsparteien,

die radikalste

Ausgestaltung des Mietendeckels

forderte. Die Grünen gewannen

wieder einen Prozentpunkt und

kommen im Oktober auf 25 Prozent.

Damit bleiben sie stärkste

Kraft in Berlin.

FDP rutschtauf 5Prozent

Auch die Christdemokraten legten

zu und kommen nun auf 18 Prozent

(+1) – zweitstärkste Kraft ist die

CDU damit. DieFDP muss in Berlin

bangen, sie ist einen Prozentpunkt

abgerutscht und schrammt mit fünf

Prozent an der Hürde, wieder ins

Parlament einziehen zu dürfen. Das

kennen auch die Kollegen in Thüringen.

Nach der Landtagswahl zittern

die Liberalen in Ostdeutschland

noch immer, obsie die Fünf-

Prozent-Hürde schaffen. Es geht um

wenige Stimmen. Vielleicht mag

auch der parteieigene Werbespot

der Bundes-FDP in Berlin für Missmut

gesorgt haben. In dem Video

„Orthograffiti“ werden falsch geschriebene

Nazi-Parolen ausgebessert.

Es hagelte Kritik.

Offenbar hat die Debatte über

Wohnungspolitik die Zustimmung

zur Enteignung großer Wohnungsunternehmen

verändert. Im September

hielten es 37 Prozent der

Berliner zur Bekämpfung der Wohnungsnot

sinnvoll, Vermieter mit

mehr als 3000 Wohnungen zu enteignen.

Im Oktober sank dieserWert

auf 32 Prozent. Im Januar lag er bei

44 Prozent.

WieBerlin Müll vermeiden will

Umweltsenatorin Günther (Grüne) möchte neue Gebrauchtwaren-Kaufhäuser initiieren

Tickets auf

21.NOV –05. JAN

TIERPARK BERLIN

WWW.WEIHNACHTEN-IM-TIERPARK.DE

unter 01806 -777 111 * sowieanden bek. VVK-Stellen

*(0,20 EUR/Verbindung ausdt. Festnetz/max. 0,60 EUR/Verbindung ausdt. Mobilfunknetz)

VonMelanie Reinsch

Recyceln und wiederverwerten –statt

wegwerfen.

IMAGO IMAGES

Ambesten sollte Müll gar nicht

erst entstehen, doch da das

kaum möglich ist, kann man versuchen,

ihn zumindest zu verringern.

Auf Vorlage von Umweltsenatorin

Regine Günther (Grüne) hat der Senat

dazu am Dienstag einen Bericht

beschlossen, der verschiedene Maßnahmen

enthält, die Berlin bereits

begonnen hat oder in diesem Jahr als

Pilotprojekt testet. Es ginge auf der

einen Seite darum, Abfall zu vermeiden

und auf der anderen darum, Abfall

wiederzuverwerten und zu recyceln,

sagte Günther. „Ziel ist es, das

Restabfall-Aufkommen, das verbrannt

werden muss, deutlich zu

senken“, ergänzte sie. Damit würde

man die natürlichen Ressourcen

schützen.

So wurde 2018 unter dem Motto

„Wiederverwenden statt wegwerfen“

die Initiative Re-Use Berlin gestartet

– durch gezielte Sammelaktionen

zum Beispiel auf Wochenmärkten

wurden gebrauchte Waren eingesammelt

und verkauft. Hier will die

Senatsverwaltung nun anknüpfen. In

dennächsten zwei Jahren sollen drei

bis vier Gebrauchtwarenhäuser entstehen.

Die „Kaufhäuser der Zukunft“,wie

sie Senatorin Günther bezeichnete,

sollen andere Käuferschichten

ansprechen, man wolle sie

„aus der Nische“ holen. Anders als

die Kaufhäuser des Deutschen Roten

Kreuzes (DRK) soll sich das Angebot

nicht an Bedürftige richten, die sich

günstig eindecken wollen. „Die Kaufhäuser

sollen ein anderes Label bekommen.

Es soll chic sein“, kündigte

Günther an. Denkbar seien Gegenstände,

die gut erhalten seien –von

Möbel bis Porzellan.

Zudem soll es die Möglichkeit geben,

nicht funktionierende oder kaputte

Waren reparieren lassen zu

können. Man arbeite hier eng mit

der BSR zusammen, so Günther weiter.

Die Stadtreinigung sei bereit, so

ein Kaufhaus zu verwirklichen. Die

korrekten Standorte stehen dafür allerdings

noch nicht fest. „Wir stehen

am Anfang“, betonte die Senatorin.

Einweiterer Modellversuch spiele

sich im Gastronomie-Bereich ab.

Denn eine Untersuchung im Auftrag

der BSR ergab, dass vor allem kleine

oder mittlere Betriebe Speisereste

nicht ausreichend trennen. So enthält

das Restmüllaufkommen in der

Gastronomiebis zu 70 Prozent Speisereste.

Zwei Gastronomien in Neukölln

und Charlottenburg-Wilmersdorf

werden aktuell beraten, wie sie

die Getrenntsammlung verbessern

können.

Außerdem soll an der U2 und an

der Stadtbahn ein Pilotprojekt entstehen:

Hier soll es möglich werden,

Pfandbecher –zum Beispiel für einen

Kaffee – zurückzugeben. „So

kann man sich beim Einsteigen einen

Kaffee kaufen und den Becher

dann beim Aussteigen zurückgeben“,

erklärte Günther.


Nurvom

7.11.–9.11. ¹

Highlights. Low Price.

Der BLACKSALE ist zurück‒mit attraktiven Preisvorteilen vonbis zu 30 %²

oder bis zu 5.000 €Eintauschprämie³.

CLA 180 Shooting Brake Vorführwagen

GLA 200 Vorführwagen

A180 Neuwagen Edition 19

B180 Neuwagen Edition19

Beispielhae Ausstattungsmerkmale:

Beispielhae Ausstattungsmerkmale:

Ein Leasingbeispiel 6 derMercedes-Benz Leasing GmbH

Ein Leasingbeispiel 6 derMercedes-Benz Leasing GmbH

EZ 12/2018,ca. 7.952 km, mountaingraumetallic, Ledernachbildung

ARTICO/Stoff Fléron, Night-Paket,45,7 cm (18")

Leichtmetallräder im 10-Speichen-Design, Garmin® MAP

PILOT,7G-DCT-Doppelkupplungsgetriebe automatisch, LED

High Performance-Scheinwerfer,Sitzheizung für Fahrer und

Beifahrer,u.v.m.

Krastoffverbrauchinnerorts/außerorts/kombiniert(l/100

km): 7,7/5,5/6,3; CO₂-Emissionenkombiniert(g/km): 144;

Kraftstoffart: Super;Hubraum (cm3): 1.595; Leistung: (kW/

PS): 100/136⁴

EZ 04/2019,ca. 7.096km, polarweiß, Ledernachbildung

ARTICO/Sportsitz schwarz, 7G-DCT-Doppelkupplungsgetriebe

automatisch, AMG Styling, Klimaanlage, LED High Performance-Scheinwerfer,Sitzheizung

für Fahrer und Beifahrer,

u.v. m.

Krastoffverbrauchinnerorts/außerorts/kombiniert(l/100

km): 8,1/ 5,6/6,5; CO₂-Emissionen kombiniert(g/km): 148;

Kraftstoffart:Super; Hubraum (cm3): 1.595; Leistung: (kW/

PS): 115/156⁴

Kaufpreis ab Werk5

Gesamtkreditbetrag

(Gesamtkaufpreis inkl. ges. MwSt.)

Gesamtbetrag

Laufzeit in Monaten

Gesamtlaufleistung

Sollzins gebunden, p.a.

Effektiver Jahreszins

48 mtl. Leasingrateninkl.

GAP-Unterdeckungsschutz à

39.228,00€

39.228,00€

12.432,00€

48

40.000 km

-6,16 %

-5,99 %

259,‒€

Kaufpreis ab Werk5

Leasing-Sonderzahlung

Gesamtkreditbetrag

(Gesamtkaufpreis inkl. ges. MwSt.)

Gesamtbetrag

Laufzeit in Monaten

Gesamtlaufleistung

Sollzins gebunden, p.a.

Effektiver Jahreszins

48 mtl. Leasingrateninkl.

GAP-Unterdeckungsschutz à

38.645,00 €

5.000€

38.645,00 €

18.872,00 €

48

40.000 km

-1,22%

-1,21%

289,‒€

Neupreis5 41.450,‒ €

Angebotspreis ab 25.900,‒ €

Neupreis5 43.560,‒ €

Angebotspreis ab 29.900,‒ €

Krastoffverbrauchinnerorts/außerorts/kombiniert(l/100

km): 7,2/4,3/5,4; CO₂-Emissionen kombiniert(g/km): 123;

Kraftstoffart: Super;Hubraum (cm3): 1.332; Leistung: (kW/

PS): 100/136⁴

Krastoffverbrauchinnerorts/außerorts/kombiniert(l/100

km): 7,2/4,4/5,4; CO₂-Emissionen kombiniert(g/km): 124;

Kraftstoffart: Super;Hubraum (cm3): 1.332; Leistung: (kW/

PS): 100/136⁴

Bewertungs-Hotline

+49 30 39018088

Inklusive5Jahren Garantie⁷

¹Aktionszeitraum vom 7.bis 9. November und vom 22. bis 23. November 2019.|²Aktionsangebot gültig für ausgewählte Vorführ- und Geschäftswagen (Laufleistung mind. 3.000 km). Nur solange der Vorrat reicht. | ³Inzahlungnahmeprämie gemäß den Richtlinien der Mercedes-Benz Gebrauchtwagen-Inzahlungnahme.

Bis zu 5.000 €Inzahlungnahmeprämie bei Kauf eines ausgewählten Neuwagens aus unserem Bestand und bei Fahrzeugübernahme bis zum 31.Dezember 2019.|⁴Die angegebenen Werte wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt. Es handelt sich umdie „NEFZ-CO₂-Werte“ i.S.v.Art. 2Nr. 1

Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153. Die Kraftstoffverbrauchswerte wurden auf Basis dieser Werte errechnet. Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein Vergleichszwecken zwischen verschiedenen Fahrzeugtypen. Die Werte

variieren in Abhängigkeit der gewählten Sonderausstattungen. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch und die CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen“ entnommen

werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist. | ⁵Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers inkl. MwSt (gesetzl. Mehrwertsteuer 19 %). | ⁶Ein Leasingbeispiel der Mercedes-Benz Leasing GmbH, Siemensstraße 7, 70469

Stuttgart, für Privatkunden. Stand 10/2019. Ist der Darlehens-/Leasingnehmer Verbraucher, besteht nach Vertragsschluss ein gesetzliches Widerrufsrecht nach §495 BGB. Das Leasingangebot ist gültig bei Fahrzeugübernahme bis zum 31.Dezember 2019.|⁷Weitere Informationen zur Garantie-Aktion finden Sie bei

Ihrem teilnehmenden Mercedes-Benz Partner oder unter: http://www.mercedes‒benz.de/garantiepaket3fuer1. Gültig vom 7.bis 9. November und vom 22. bis 23. November 2019.Gilt nur beim Kauf eines Mercedes-Benz Vorführ- bzw. ausgewählten Geschäftswagens im Rahmen der BLACK SALE Verkaufsaktion. |

Das Angebot ist mit weiteren Aktionen nicht kombinierbar und nur gültig, solange der Vorrat reicht. Ab November 2019 betreuen wir Sie im Verkauf und Service durch die Mercedes-Benz AG. Informationen zu Ihren Rechten auf Auskunft, Berichtigung, Beschwerde, der Verwendung Ihrer Daten sowie dem Datenschutzbeauftragten

finden Sie unter www.mercedes-benz.de/datenschutz.

Anbieter: Mercedes-Benz AG, Mercedesstraße120, 70372 Stuttgart

Mercedes-Benz AG,vertreten durchMercedes-Benz Vertrieb PKW GmbH

Mercedes-Benz Niederlassung Berlin, 12xinund um Berlin

Telefon +49303901 8088, www.mercedes-benz-berlin.de/sonderverkauf

Salzufer 1, Seeburger Straße 27,Rhinstraße 120, Holzhauser Straße 11,Daimlerstraße165,Prinzessinnenstraße21–24,

Hans-Grade-Allee 61 –Schönefeld,Alt-Buch 72, Körnerstraße 50–51,Berlepschstraße 20–24,BlankenburgerStraße 85–105


12 * Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6 . N ovember 2019

·························································································································································································································································································

Berlin

POLIZEIREPORT

Radfahrer schwer verletzt.

In der Wedellstraße in Lankwitz ist

ein Radfahrer voneinem Auto angefahren

worden. Der69-Jährige war

ohne auf den Verkehr zu achten auf

die Fahrbahn gefahren. Ein68-Jähriger

konnte sein Auto nicht mehr

rechtzeitig bremsen und fuhr den

Mann an. Er kam schwer verletzt in

eine Klinik.

Reifendiebe erwischt.

VomGelände eines Autohandels in

der Bahnhofstraße in Blankenburg

sind in der Nacht zum Dienstag

mehrereReifen gestohlen worden.

EinZeuge beobachtete zwei Männer,als

sie die Reifen in einen Transporter

luden und wegfuhren. Polizisten

schnappten die Diebe in der Heinersdorfer

Straße.Die Täter wurden

festgenommen.

Autos in Flammen.

In Charlottenburgund Friedrichsfelde

sind in der Nacht zum Dienstag

Autos in Flammen aufgegangen. Am

Salzufer brannte ein Mercedes-

Transporter.Außerdem wurde ein

daneben stehender BMW beschädigt.

In der Archenholdstraße

brannte ein Honda. Außerdem

wurde ein Ford durch die Hitzebeschädigt.

Verletzt wurde niemand.

Anschlag auf FirmaKärcher.

Drei Unbekannte haben am Dienstagmorgen

acht Scheiben des Unternehmens

Kärcher in der Körtestraße

in Kreuzbergeingeschlagen. Sie

flüchteten auf Fahrrädern. Der

Staatsschutz ermittelt. (ls.)

„Menschenverachtende Gewalt“

Gewerkschaft der Polizei veröffentlicht nach den Ausschreitungen gegen Beamte Wutbrief

VonPhilippe Debionne

Bei einer linken Demonstration

wurden am Sonnabend

16 Polizisten verletzt,

als sie an der Rigaer

Straße mit Flaschen, Steinen und

Baustellenschildern attackiert wurden.

Jetzt haben die eingesetzten

Beamten der elften Einsatzhundertschaft

über die Gewerkschaft der

Polizei (GdP) Fotos ihrer bei dem

Einsatz teils stark beschädigten Polizeihelme

veröffentlicht. Dazu

heißt es von der GdP: „Wenn nichts

gegen diesen unbändigen Hass geschieht,

reden wir in absehbarer

Zeit davon, dass extremistische

Ziele erreicht werden und das eine

oder einer unserer Einsatzkräfte mit

dem Leben bezahlt.“

Tatsächlich haben die Beamten

es oftmals nur ihrer Schutzausrüstung

zu verdanken, dass sie bei

Stein- oder Flaschenwürfen gegen

den Kopf nicht lebensgefährlich

oder sogar tödlich verletzt werden.

Im aktuellen Fall ist deutlich zu erkennen,

dass die äußereSchicht der

Spezialhelme gesplittert und zerbrochen

ist. Ohne Helm, sind sich

Kollegen der betroffenen Polizisten

sicher, hätten die Angegriffenen

„Platzwunden und Schädelbrüche

erlitten“.

Wer diese „menschenverachtende

Gewalt verharmlosen

möchte“, möge sich „die Bilder der

Helme genau ansehen“, so die GdP.

Ein Polizist zeigt seinen bei Angriffen am Sonnabend starkbeschädigten Helm.

Dasdürften „auch gerne die verantwortlichen

Politiker in unserer Stadt

machen“, die den Kampf gegen

linksradikale Gewalt nach Ansicht

vieler Polizisten nicht entschieden

genug führen. Zwar hatte Berlins Innensenator

Andreas Geisel (SPD)

die Gewalt nach den jüngsten Ausschreitungen

verurteilt. Hier seien

„ganz offenbar blinde Wut und

schlicht kriminelle Energie am

GDP

Werk“ gewesen, zudem habe „Gewalt

in der politischen Auseinandersetzung

nichts zu suchen“.

Doch die Realität sieht anders

aus. Beinahe täglich gibt es Angriffe

aus der linken Szene,die sich gezielt

gegen die Polizei richten. So gab es

in Berlin im Jahr 2018 laut Polizeilicher

Kriminalstatistik 317 Attacken

„auf Polizeibedienstete, deren Einsatzmittel

sowie Polizeigebäude“.

Eine Steigerung gegenüber dem

Vorjahr um 8,2 Prozent. EinGroßteil

der Angriffe ereignete sich in Friedrichshain

rund um die Rigaer

Straße.

Die, so das bittere Resümee der

Berliner CDU, sei mittlerweile zu einem

„Ghetto der Gewalt“ verkommen.

Der Wahlkreisabgeordnete

von Friedrichshain-Kreuzberg, Kurt

Wansner,ergänzte,ererwarte „auch

von Teilen der Linken und Grünen

einen Kurswechsel, dass sie sich von

linken Gewaltexzessen unmissverständlich

distanzieren und uns dabei

unterstützen, Gewalt zu bekämpfen“.

Der FDP-Politiker Marcel Luthe

sagte dieser Zeitung zudem: „Diese

Eskalationen sind das logische Resultat

eines immer wieder vorlinker

Gewalt zurückweichenden Senats,

der Recht offensichtlich nicht gleichermaßen

anwenden lässt. Ich erinnere

nur an die Weisung der Polizeispitze,

linke Straftäter nicht in

Gebäude zu verfolgen.“ DieBerliner

Polizei, so Luthe weiter,„wäregut in

der Lage, den Linksextremisten in

der Rigaer Straße wirkungsvoll zu

begegnen, braucht dazu aber ein robustes

Mandat des Innensenators“.

Beim Senat setzt man unterdessen

auf eine andere Lösung: Noch

immer wird versucht, das umstrittene

Haus in der Rigaer Straße 94 zu

kaufen, um eine langfristige Lösung

mit den Bewohnern zufinden. Bislang

jedoch erfolglos.

In der Nähe

des

Flughafens

Debatte um neues

Hertha-Stadion dauert an

Inder Debatte um ein mögliches

neues Stadion von Fußball-Bundesligist

Hertha BSC gibt es Bewegung

zwischen den verschiedenen

Parteien. Am Dienstag war eine erste

gemeinsame Besprechung zwischen

Clubvertretern, Teilen der Senatsverwaltung

und der Tegel Projekt GmbH

geplant, wie Herthas Stadionmanager

Klaus Teichert berichtete. Dabei

soll es auch um den potenziellen

Standort am Zentralen Festplatz

nahe des Flughafens Tegel gehen.

Dies ist jedoch weiter nicht der

bevorzugte Platz des Clubs für eine

neue Arena. Diese will Hertha nach

dem avisierten Auszug aus der bisherigen

Spielstätte, dem Olympiastadion,

im Jahr 2025 eröffnen. Teichertgab

zu bedenken, dass es einen

bestehenden Mietvertrag für den

Festplatz bis 2028 gebe und keine

ausreichende Verkehrsanbindung.

Deshalb plädiert der Club weiter

für einen Standortauf dem Olympiagelände.

Dort würde Hertha gern auf

dem Maifeld bauen, für das Denkmalschutz

besteht, oder auf einer Fläche,

auf der bislang Wohnungen stehen.

Manhabe der Wohnungsbaugesellschaft

„so viele gute Angebote gemacht,

dass möglicherweise auch

mal eins auf fruchtbaren Boden fallen

wird“, sagte Teichert. (dpa)

Berliner Zeitung rollt von

Ost nach West –inder U2

Leseraktion am Sonnabend zum Mauerfall-Jubiläum

Für Berliner,

von Berlinern.

Silke und Holger Friedrich,

dieneuen Verleger der Berliner Zeitung,

mit einer Sonderedition am 8. November und der

Wochenendausgabe zum 9./10. November.

Mit einer besonderen Aktion für

alle Berlinerinnen und Berliner

feiern Berliner Zeitung, Tagesspiegel

und die BVG den 30. Jahrestag des

Mauerfalls. Am 9. November wird

eine U-Bahn auf der Linie U2 als rollende

Redaktion zwischen Ost und

West hin- und herpendeln. Von10bis

13 Uhr bieten beide Redaktionen

während der FahrtLivetalks mit Zeitzeuginnen

und Zeitzeugen in der U-

Bahn an; zudem arbeiten Redakteurinnen

und Redakteure live imWaggon

und tauschen sich mit Leserinnen

und Lesernsowie den Fahrgästen

über die Träume nach Revolution

und Mauerfall vor30Jahren und ihre

Hoffnungen heute aus.

Der besonders beklebte Zug startet

am Sonnabend, 9. November,um

10.09 UhramBahnhof Pankow–auf

der ersten Fahrt nach Ruhleben berichten

U-Bahn-Fahrerinnen und

Busfahrer von der besonderen Zeit,

in der über Nacht das Berliner Verkehrsnetz

wieder vereint wurde. Zudem

erzählt Tagesspiegel-Geschäftsführerin

Ulrike Teschke von ihrer

Zeit in der DDR.

Auf der zweiten Tour von Ruhleben

nach Pankow (Abfahrt um

11.03 Uhr ab Ruhleben) berichten

die Journalisten Regine Sylvester

und Arno Widmann von ihren Ost-

West-Erfahrungen. Mike Lukasch

gibt Einblicke in seine Arbeit als Direktor

des Hauses der Geschichte

und Jens Wieseke vom Fahrgastverband

erzählt, wie er das Zusammenwachsen

der Stadt und vorallem des

Bus- und Bahnnetzes erlebt hat. Auf

der dritten Tour (Abfahrt 11.59 Uhr

in Pankow) fahren Pankows Bezirksbürgermeister

Sören Benn (Linke)

und der frühere Bürgerrechtler und

Bundestags-Präsident Wolfgang

Thierse (SPD) mit. Der 9.November

sei „ein großartiger Anlass, umgemeinsam

zu feiern und auf diesen

denkwürdigen Tagzurückzublicken,

an dem die friedliche Wiedervereinigung

unseres Landes begann“, sagt

BVG-Chefin Sigrid Nikutta.

„Wir wollen mit der rollenden Redaktion

ein Zeichen setzen: Diese

Stadt ist in Bewegung, 30 Jahre nach

dem Mauerfall erleben wir täglich die

Freiheit, die sich damals so viele

wünschten und die sie mit der friedlichen

Revolution werden ließen. Wir

wollen nicht nur an die Tage im

Herbst 1989 erinnern, sondern den

Geist dieser historischen Stunde lebendig

halten. Mit allen Berlinerinnen

und Berlinern, am 9. November

und jedenTag“, sagt Jochen Arntz, der

Chefredakteur der Berliner Zeitung.

„Wer hätte vordem

9. November 1989

zu hoffen gewagt,

dass die Linie U2

völlig selbstverständlich

von

Pankow nach

Ruhleben fahren

würde?“

Sigrid Nikutta,

BVG-Chefin

„Es ist ein großes Glück, dass wir

uns dank Revolution und Mauerfall

heute in Berlin ohne Grenzen bewegen

und frei um die besten Meinungen

ringen können. Die Berliner U-

Bahn verbindet Menschen, genauso

wie es die Medien tun“, sagt Robert

Ide, Geschäftsführender Redakteur

des Tagesspiegels.

Berliner Zeitung und Tagesspiegel

haben bereits gemeinsam mit der

Bundeszentrale für politische Bildung

eine zehnwöchige Debattenserie

unter dem Motto „Eine Stadt, ein

Land, viele Meinungen“ in beiden

Zeitungen veröffentlicht. Gemeinsam

feiern die Projektpartner am

7. November mit vielen Prominenten

ein großes Fest der Meinungsfreiheit

in derVolksbühne. (BLZ)


Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6. November 2019 13 *

·························································································································································································································································································

Berlin

Asservate der Spione

Neun Monate nach dem Einzug des Bundesnachrichtendienstes in seine neue Zentrale in Mitte öffnet der Auslandsgeheimdienst ein Besucherzentrum

VonJörg Blank

Es sind Asservate des Geheimen,

die bisher noch nie für

die Öffentlichkeit zugänglich

waren: DieHandtasche

der legendären Doppelagentin Gabriele

Gast. Eine Sprengstoffweste und

eine improvisierte Sprengvorrichtung

aus Afghanistan. Satellitenaufnahmen

einer Raketenrampe in

Nordkorea. Der Bundesnachrichtendienst

(BND) hat am Dienstag sein

Besucherzentrum in der neuen Zentrale

mitten in Berlin eröffnet. Exponate

aus 60 Jahren Geheimdienst-Geschichte

sind auf zwei Etagen zu sehen.

Alles Originale.

Streng abgeschirmt

Einnormales Spionagemuseum ist es

nicht, was die Experten vom deutschen

Auslandsgeheimdienst konzipierthaben.

Dieerst im Februar eröffnete

neue BND-Zentrale in der

Hauptstadt ist hermetisch abgeriegelt,

selbst die Mitarbeiter kommen

nur nach einem Venenscan hinein.

Weltweit arbeiten die meisten der

6500 Spione des deutschen Auslandsnachrichtendienstes

unter

strenger Geheimhaltung, oft mit

Tarnnamen, damit sie bei der gefährlichen

Arbeit geschützt sind.

Die Räume des Besucherzentrums

sind in einer Ecke des BND-

Neubaukomplexes untergebracht –

streng abgeschirmt vomRest der Gebäude

mit Lagezentren, Geheimdienst-Labors

und Auswerterbüros.

Wer ins Besucherzentrum möchte,

Der Whistleblower Edward Snowden und der Terrorist Osama bin Laden in einer Reihe –sosieht man das im Besucherzentrum des BND.

wird wie am Flughafen durchleuchtet.

Es herrscht Fotografierverbot,

nur angemeldete Gruppen sind zugelassen.

Wann die Ausstellung für

jeden geöffnet wird, ist unklar.

Gut zwei Millionen Euro hat sich

der Geheimdienst die ungewöhnliche

Präsentation kosten lassen. „Wir

können ja schlecht hier mitten in der

Stadt so prominent sitzen in einem

sehr auffälligen und großen Haus,

ohne auch den Bürgern zuerklären,

wer wir sind und was wir machen“,

Auch diese Schwimmweste eines

Flüchtlings zählt zu den Exponaten.

DPA

Eine Kamera –versteckt in einer

Zigarettenschachtel.

DPA

BERLIENR ZEITUNG/GERD ENGELSMANMN

sagt BND-Präsident Bruno Kahl. Der

Dienst lege viel mehr Wert auf Transparenz

als früher. „Bis zugewissen

Grenzen natürlich“, so Kahl.

Eine hochmoderne Kulisse empfängt

die Besucher,getaucht in bläuliches

Licht, untermalt mit Sphärenklängen.

Aufeinem 73 Quadratmeter

großen Bildschirmist ein sich ständig

veränderndes Gitternetz zu sehen

mit Knotenpunkten über den ganzen

Globus. Essoll die multipolare Welt

symbolisieren, das internationale Ge-

flecht der Ereignisse, geheimen Kontakte

und Informationen, denen Beschaffer

und Analysten des Geheimdienstes

hinterherspüren. „UN-Bericht:

IS ist weiter eine ernsthafte

Bedrohung derWelt“ –über denVideoscreen

flimmern minutenaktuelle

dpa-Meldungen. DerBND selbst produziert

5 000 Meldungen pro Tag.

Daraus werden etwa 450 Berichte,die

im Monat an Abnehmer in Regierung

und Sicherheitsbehörden gehen.

Ziel: Ressentiments abbauen

Im Erdgeschoss sind multimediale

Ausstellungsstelen zu sehen. Es geht

um Themen wie internationalen Terrorismus,Krisenregionen,

Migration,

Cyberbedrohung oder Proliferation.

Warumgibt es den Dienst, was tut er,

wie wird erkontrolliert –Besucher

können sich über die Grundlagen der

Geheimdienstarbeit informieren.

DerBND hofft, dass mit mehr Offenheit

Ressentiments gegenüber seiner

Arbeit abgebaut werden –das ist der

Grundgedanke hinter der Ausstellung.

Auch eine multimediale Installation,

mit deren Hilfe die Besucher

zwischen größter Geheimhaltung

und größter Transparenz wählen

können, soll zur realistischen Einschätzung

der Geheimdienstarbeit

beitragen. Am Ausgang kann man sehen,

wie sich bisherige Besucher entschieden

haben. Die Auswertung

zeigt einen klaren Ausschlag bei

„Streng geheim“. Kunststück– bisher

waren 1500 BND-Mitarbeiter als Probebesucher

in den Ausstellungsräumen

unterwegs. (dpa)

30 Jahre

Mauerfall

und30× Lieblingssauna

zumSonderpreis.

Nurerhältlich vom

4. bis 10.November * .

berlinerbaeder.de|

*Die Sammelkarte istanallen Kassen derBerlinerBäder erhältlich.Sie

berechtigtfür 30×Saunanutzung in einer gewählten Kategorie und ist

übertragbar. Die Sammelkarte ist abdem Kauf drei Jahre gültig.


14 * Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6 . N ovember 2019

·························································································································································································································································································

Berlin

Viele Ideen für

Thälmanns

Denkmal

Grüne kritisieren Besetzung

der Jury und Wettbewerb

Der Kunstwettbewerb zur kritischen

Kommentierung des

Ernst-Thälmann-Denkmals in Prenzlauer

Berg ist auf eine„erfreuliche Beteiligung

von Künstlern aus Berlin

und darüber hinaus“ gestoßen. Das

sagte Bezirksamtssprecher Tobias

Schietzelt. Am 7. November wird das

Preisgericht aus den Einsendungen

zehn Ideen auswählen. DieBewerber

werden aufgefordert, detaillierte Entwürfe

auszuarbeiten. Die finale Entscheidung

soll im Aprilfolgen.

Die Pankower Grünen kritisieren

das Verfahren. Aus ihrer Sicht fällt im

Auslobungstext und bei der Zusammensetzung

des Preisgerichts die kritische

Perspektive der Bürgerbewegung

in der DDR auf das Denkmal

unter den Tisch. Allerdings: Grünen-

Stadtrat Vollrad Kuhn sollte als stellvertretenden

Vorsitzender der Jury

berufen werden, hatte das aber aus

Zeitgründen abgelehnt. Nun hat der

Beauftragte für die Aufarbeitung der

SED-Diktatur TomSello seine Unterstützung

angeboten, der aber prompt

in die Jury berufen wurde. Sellos Behörde

soll nun durch seinen Stellvertreter

Jens Schöne das Verfahren begleiten.

An der für Donnerstag geplanten

Sitzung des Gremiums kann

Schöne allerdings nicht teilnehmen,

weil er in der Woche des Mauerfall-Jubiläums

anderweitig verplant ist. (ka.)

JULIE DELPY

trägt die Idee für ihren neuesten Film

„My Zoe“, dessen Premiere am

Dienstagabend im International gefeiertwurde,seit

Anfang der Neunzigerjahre

mit sich herum. Damals

drehte sie unter der Regie von

Krzysztof Kieslowski „Drei Farben:

Weiß“ und erlebte dabei: „Erwar besessen

vomSchicksal.“

Als im Jahr 2009 im Abstand von

drei Wochen zuerst Delpys Sohn geboren

wurde und dann ihre Mutter

starb,konkretisierte sich die Idee,die

vor sechs Jahren schließlich in eine

erste Drehbuchfassung mündete.

Autobiografisch, darauf legt sie wert,

sei„MyZoe“ über Trennung undVerlust

in Zeiten des Klonens allerdings

nicht. Ihre Hauptfigur Isabelle verliert

ihreTochter und will unbedingt

erreichen, dass sie geklont wird.

Während der Vorbereitungen auf

den Dreh sprang ein Finanzierungspartner

ab. Daniel Brühl, bis dahin

nur als einer der Hauptdarsteller

vorgesehen, sprang gern als Produzent

ein: „Ich musste beim Lesen des

Drehbuchs heulen, das passiert mir

sonst nie. Damals war ich gerade

werdender Vater, das Buch hat mich

emotional gepackt.“

Als neuer Produzent und alter

Freund vonJulie Delpygelang ihm in

dieser Situation, den Film nach Berlin

zu holen. WasFolgen hatte. Julie

Delpy sucht inzwischen eine Wohnung

in Prenzlauer Berg,die sie 2021

beziehen kann. Ab dann will sie

nämlich abwechselnd in Paris und

Berlin leben. Julie Delpy spielt bei

„My Zoe“ eine extrem fordernde

Besessen vom Schicksal

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Premiere von „My Zoe“

von und mit Julie Delpy

und Daniel Brühl

im Kino International

Schauspieler Daniel Brühl S Wieder im Kino: Julie Delpy CHRISTIAN SCHULZ (2)

Doppelrolle: Neben der Arbeit als

Hauptdarstellerin hatte sie auch die

Regie übernommen. Wenn andere

Schauspieler Pause machten,

musste sie sich schon wieder mit der

nächsten Szene beschäftigen.

DANIEL BRÜHL

ist ist vonder Arbeit der Kollegin begeistert.

Er hat sie immer wieder genau

beobachtet, denn ab Februar

wirdBrühl selbst zum ersten MalRegie

führen. Sein Regiedebüt hat den

Arbeitstitel„Nebenan“ und wirdeine

schwarze Berlin-Komödie nach einem

Drehbuch von Daniel Kehlmann.

Undwar fällig, weil Brühl sich

dafür reif fühlt: „Ich bin an einem

Punkt, wo ich mich das langsam

trauen kann.“ Nach 25 Jahren vorder

Kameraist das für ihn der nächste logische

Schritt. Den Brühl mit einer

durchdachten Strategie macht: Wie

jeder gute Chef umgibt er sich mit

lauter bewährten Könnern, die er jederzeit

fragen kann.

Julie Delpys Art, Regie zu führen,

beeindruckt ihn: „Sie hat einen extremen

Biss und ein hohes Energielevel.

Sie zieht das durch, macht

keine Rückzieher. Ich war früher

konfliktscheuer, habe jetzt mehr

Mut.“ Dass seine Freundin und Kollegin

nach Berlin zieht, daran ist

Brühl, der ihr die Stadt gezeigt und

nahegebracht hat, nicht ganz unschuldig.

Beim Posieren für die Premierenfotografen

beantwortete Daniel

Brühl den Zuruf „Bitte lächeln“ lachend:

„Ich war für Euch extra bei

der Zahnreinigung!“

Mindestens

500 neue

Wohnungen

Drei Teams konkurrieren

um Plan für Dragoner-Areal

Drei Planungsteams konkurrierenderzeit

darum, nach wessen

Entwurf das Dragoner-Areal in

Kreuzberg zu einem neuen Stadtquartier

umgestaltet wird. Das teilte

der Staatssekretär in der Senatsverwaltung

für Stadtentwicklung, Sebastian

Scheel, am Dienstag mit.

Ziel ist, die rund 47 000 Quadratmeter

große Fläche zwischen Obentrautstraße

und Mehringdamm zu einem

Quartier für Wohnen, Gewerbe

und Kultur zu entwickeln. Mindestens

500 Wohnungen sollen dabei

entstehen, bewirtschaftet von der

landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft

Mitte und vonGenossenschaften.

Die Gewerbebetriebe, die sich

bereits jetzt auf dem Areal befinden,

sollen dortbleiben. Dievorliegenden

Entwürfe setzen darauf, Wohnungen

und Gewerbe räumlich zu trennen.

Die Gewerbetreibenden sollen im

nördlichen Teil des Areals angesiedelt

werden, die Wohnungen im südlichen

Teil. Für das Finanzamt und das

Bezirksamt sind jeweils Anbauten

vorgesehen. Die Planung erfolgt mit

den Gewerbetreibenden und Initiativen,

die sich für eine gemeinwohlorientierte

Nutzung des Areals einsetzen.

DerSiegerentwurfsoll am 29. Januar

2020 gekürtwerden, derBebauungsplan

bis September 2021 stehen.

(ulp.)

immobilienmarkt

mietangebote

lichtenberg

Vorsicht bei Mietvertragsabschluß! Vorher zum Berliner Mieterverein e.V. z 030 22 62 60; www.berliner-mieterverein.de

marzahn/hellersdorf

Reihenendhaus Berlin-Kaulsdorf

Wohnhaus 116 m², Grundstück

218 m², 4Zi., Fubo-Hzg. +Zhzg.,

Bedarfsausweis 110 kWh/(m²a),

Kl.D,Gas,Bj. 1998,KM1.136,80€

zzgl. NK, Tel. 05491/ 976 0806,

l_enneking@gmx.de

Südbalkon

Anzeigenannahme:

( 030) 2327-50

tempelhof/schöneberg

Abkürzungen EnEV2014

Artdes Energieausweises

V ............... Verbrauchsausweis

B ............... Bedarfsausweis

kWh ........ Kilowattstunde

Energieträger

Ko ............ Koks,Braunkohle,Steinkohle

Öl ............ Heizöl

Gas .......... Erdgas, Flüssiggas

FW ........... Fernwärmeaus Heizwerk

oder KWK

Hz ............ Brennholz, Holzpellets,

Holzhackschnitzel

E .............. Elektrische Energie

(auchWärmpumpe), Strommix

Baujahr des Wohngebäudes

Bj .............. Baujahr

Energieeffizienzklasse des

Wohngebäudes

A+ bis H, zum Beispiel B

Wedding, UBHF Leopoldplatz,

Malplaquestr. 37, VH 5. OG, 3

Zimmer, ca, 102,5 m², sehr ruhiger

modern. AB, ZH, EBK, Bad,

WC,KTV,Terrasse, EnEV 82,3 kWh

(m²a), 1.292,34 €warm, provfrei,

ab sofort, Tel. 0173 5355945, Besichtigung:

Sonntag, 09.11.2019,

12:00 Uhr

Wedding, UBHF Leopoldplatz,

Malplaquestr. 37, QB 2.OG, 2

Zimmer, ca,57,2m², sehrruhiger

modern. AB, ZH, EBK, DK, WC,

KTV, EnEV 57,2 kWh(m²a),670,00

€warm, provfrei, absofort, Tel.

0173 53 55 945, Besichtigung:

Sonntag, 09.11.2019, 12:00 Uhr

Vorsichtbei Mietvertragsabschluß! Vorherzum Berliner Mieterverein e.V. z 030 22 62 60; www.berliner-mieterverein.de

ICARE ...

kaufangebote

Oehmcke-

Immobilien

suchen Häuser, Grundstücke und Eigentumswohnungen

in Berlin undim

Umland t 6779980

berlin mitte

weil ich gebraucht werde!

Nehmen Sie Kinder in Not

an Ihre Hand.

Werden Sie Pate: www.care.de/dauerhaft-helfen.html

pankow

brandenburg

Fredersdorf-

Vogelsdorf -

Stadthaus, ca.

107 m²Wohnfläche, zu besichtigen,

BA,53kWh/m²a, Gas+Solar,

Bj 2019,B,15370 Fredersdorf-Vogelsdorf,Lortzingstraße4,Mo-Fr

15 -18Uhr und Sa/So11-16 Uhr,

www.markon-haus.de,

t 033439 919-39

Altlandsberg -

markon-haus

Firmensitz:

Besuchen Sie uns. Wir beraten

Sie gern. 15345 Altlandsberg OT

Bruchmühle,Radebrück 13. Mo -

Fr 11-18 Uhr und Sa/So 11-16

Uhr, www.markon-haus.de,

t 033439 919-39

Schnittstelle.

Anzeigenannahme:

( 030) 2327-50

immobilienangebote

häuser

Beratung: 033439 919-39

immobiliengesuche

häuser

Immobilie

verkaufen?

EBERHARDT

IMMOBILIEN

Treskowallee 96 ·10318 Berlin

Tel. 030 61 28 44 64

Eberhardt-immobilien@online.de

Erbimmobilie

Scheidungsimmobilie

Vermieten, verkaufen

oder

selbst bewohnen?

Wirberatenvertraulich.

x Günstige Wertgutachten

x schon ab 550,- €

x durch IHK-geprüftenGutachter

www.Eberhardt-immobilien.de

Besuchen Sie uns in unserem

Musterhaus Fredersdorf:

Lortzingstraße 4

15370 Fredersdorf-Vogelsdorf

Mo-Fr 15-18 Uhr ǀ Sa/So 11-16 Uhr

Wir beraten Sie gern.

Radebrück 13 ▪15345 Altlandsberg

Fragen kostet nichts!

Sie denken darüber

nach, Ihre Immobilie

zu verkaufen? Dann

sollten Sie nichts dem Zufall überlassen.

Ich ermittle Ihnen den höchst zu

erzielenden Verkaufspreis. So kommen

Sie sicher und schnell zu Ihrem Geld.

Kostenlos und unverbindlich. Bernd

Hundt Immobilien –Ihr Partner in Berlin

und im Berliner Randgebiet.

t 03362 –883830

Bernd-Hundt-Immobilien.de

Immobilienwelten

Magazin für Immobilien, Wohnen, Bauen und Design


VerkaufIhrer Immobilie

mitRund-um-Beratung!

*KeineKosten für Verkäufer!

030/55 15 67 03

www.immozippel.de

5Sterne Bewertung von Verkäufern!

7

OEHMCKE

I mm o b i l i e n

über 60 Jahre in Berlin

sucht Ein- und

Zweifamilienhäuser

&Grundstücke

Grünauer Str. 6,12557 Berlin-Köpenick

030-6 779980

www.Oehmcke-Immobilien.de

Unsere Erfahrung istIhreSicherheit

über 60 JahreinBerlin

Immobilien

OEHMCKE

Hohe Kaufpreise durch:

Bis 750.000€

Einfamilienhaus

dringend

gesucht

Mo-So 8-22 t (0 30) 56 54 54 54

Bachmann Immobilien GmbH

WE CARE ...

denn es gibt

viel zu tun!

Packen Sie mit an:

www.care.de/mitarbeit.html

andere immobiliengesuche

Beratung: 033439 919-41

Ihre Immobilie in

sicheren Händen

Wohnungen

zum Kauf

dringend

gesucht

zur Eigennutzung von solventen

Käufern, ob groß oder klein, bitte

allesanbieten. t (0 30) 56 54 54 54

Bachmann Immobilien GmbH

Immobilien ▪ Grundstücke ▪

Wollen Sie Ihr Grundstück oder Haus verkaufen?

Vermarktung vonHaus/Grundstück bei markon

als kostenfreien Service

Immobilie

verkaufen?

Nur mit DEM

Bachmann!

Mo-So 8-22 t (0 30) 56 54 54 54

Bachmann Immobilien GmbH

eigentumswohnungen

Wohnung frei?

Anzeigenannahme: (030) 2327-50

Rufen Sie uns an.

immobilien@markon-haus.de

Bis 400.000€

Grundstück

gesucht, auch mit Abrißhaus.

Mo-So 8-22 t (0 30) 56 54 54 54

Bachmann Immobilien GmbH


Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6. November 2019 15

· ·

·······················································································································································································································································································

Leserbriefe

So erreichen Sie uns

PerPost

Leserbriefe

Alte Jakobstr.105,

10969 Berlin

In den sozialen Medien

facebook.com/berliner zeitung

PerE-Mail

leser-blz@dumont.de

Am Telefon

Mo–Fr13–14 Uhr

(030) 63 33 11-457

Wegen der großen Zahl der Zuschriften

ist es uns leider nicht möglich, alle Briefe zu

beantworten oder abzudrucken.

Die Redaktion behält sich das Recht

sinnwahrender Kürzungen vor.

Der kleine, aber feine

Unterschied

Magazin: „Dear Mr.President“ von

Jochen-Martin Gutsch

(2./3. November)

In Ihrem ansonsten sehr unterhaltsamen

Beitrag ist Ihnen leider ein

Fehler unterlaufen: Der „Polizeipräsident

von Berlin“ kann nicht abgeschafft

werden, da es ihn gar nicht

gibt. Nur der „Polizeipräsident in

Berlin“ kann entfallen. Derfeine Unterschied

war bis zur Wende vonBedeutung,

als es zwei dieser Herren in

Berlin gab.

Rainer Wolf, Berlin-Köpenick

Konstruktive Kritik

am Islam

Magazin: „Unter uns“ von

Andreas Kopietz

(2./3. November)

Es ist erfreulich, dass Sie den Islamwissenschaftler

Ralph Ghadban zu

Wort kommen ließen. Seine Aussagen

zu arabischen Clans und dem

Politischen Islam sollten in den Medien

viel öfters publik werden. Der

Politische Islam ist eine immense

Gefahr für unsereDemokratie.

Ehrenfried Wohlfarth, Berlin-Buckow

Union- und Hertha-Fans zündeten Bengalos und Feuerwerk beim Derbyam1.November im Stadion An der Alten Försterei.

Schmerzliche Maßnahmen

Seiten 2und 3: „Das Spiel mit dem Feuer“ von

Andreas Baingo, Patrick Berger,Michael Jahn und Ulrich Paul

(4. November)

Es reicht nicht aus,wenn Fußballer und Verantwortliche für die Sicherheit

in den Stadien sagen, „das sei nicht zumutbar und gefährlich“ und

an die Fans appellieren.

Da die Vereine trotz millionenschwerer Spielertransfers nicht genügend

in mehr Sicherheit investieren und da es offenbar immer wieder

genügend Möglichkeiten zum Hereinschmuggeln der Pyrotechnik

in die Stadien gibt (da wirdzum Beispiel voneinem „zumutbaren Zeitfenster“

für die Einlasskontrollen gesprochen) bleibt doch nur eine effiziente,wenn

auch notfalls schmerzliche Maßnahme: VorBeginn eines

IMAGO IMAGES/BERND KÖNIG

Spiels sollte per Lautsprecherdurchsage klargestellt werden, dass das

Spiel sofortabgebrochen wird, wenn nur eine Leuchtrakete abgefeuert

wird. Das mag auf den ersten Blick für die Spieler und die übrigen Zuschauer

hartsein. Aber wenn sich das durchsetzt, wirddas bei den „Pyromanen“

besser verstanden, als jeder noch so gut gemeinte Appell.

Alle anderen Versicherungen der Verantwortlichen sind sonst das Papier

nicht wert, auf dem sie stehen –sie sind schon früher abgegeben

worden mit dem „Erfolg“ der skandalösen Vorfälle am 1. November in

Berlin. Diese Schreckensbilder aus Berlin sollten jetzt ein letzter Weckruf

sein, im Interesse aller friedlichen Anhänger eines guten Fußballsports.

Wilfried Mommert, Berlin-Wilmersdorf

Armutszeugnis

für das 21. Jahrhundert

Politik: „Gegen dubiose

Therapien “von Rasmus Buchsteiner

(4. November)

Danke für IhrEngagement gegen die

absurde Konversionstherapie, denn

in der Tat: Homosexualität ist nicht

„therapierbar“: Ich habe es versucht

und bin kläglich gescheitert – wie

alle anderen auch, die es seit Jahrhunderten

versucht haben. Dass so

etwas in unserem Jahrhundertüberhaupt

noch existiert, ist schon ein

Armutszeugnis: wahrlich, wie der

Autor anmutet, ein Überbleibsel des

Mittelalters.

Meine Erfahrung dazu könnte Sie

amüsieren: Als Jugendlicher war ich

ein sehr engagierter Katholik und

zum Heiligen Jahr –1982 oder 1983 –

bin ich nach Rom gereist, um den

Generalablass zu erhalten (den gibt

es nämlich nur alle 25 Jahre). Dazu

gehört unter anderem eine Generalbeichte,

wodie bereits gebeichteten

Sünden erneut angeklagt werden

sollen, soweit man sich daran erinnert.

Folglich musste ich auch von

meinen homosexuellen Neigungen

und entsprechenden Fantasien

bei Selbstbefriedigungen dem

Beichtvater berichten. Das war in

der Lateran-Basilika, dort warten

tagsüber Priester in den Beichtstühlen

auf Kundschaft. Was ich

dortzuhören bekam, war erstaunlich,

nämlich: Homosexualität

existiert überhaupt nicht, erzählte

mir der gute Jesuit –denn das war

ohne Zweifel ein Jesuit –, der

Glaube daran, dass man homosexuell

sei, sei nur eine Täuschung

des Teufels. Ich solle mich deswegen

nicht aufregen, denn je mehr

ich mich aufrege gewinne der Teufel

Macht über mich, um mich zur

Unzucht zu verleiten. Ich solle lediglich

den Heiligen Josef (Schutzheiliger

der Keuschheit) anrufen,

und bald sei der Spuk vorbei. So

einfach ist die „Therapie“ bei der

katholischen Kirche! Der Heilige

Josef hat allerdings nicht geholfen,

die Heilige Mutter Gottes –die ich

natürlich auch noch angefragt

hatte – genauso wenig, aber den

Ablass, zumindest, den habe ich

bekommen!

NorbertFicek, Berlin-Friedenau

Vermischtes

dienstleistungen

Wir liefern Getränke in ganz Berlin.

Tel.5661837•www.getraenke-basar.de

Fragen Sie nach unserem Geschenk für Neukunden.

Entrümp.,10%Rabatt f. Seniorenbei Leerwhg.

an- und Verkäufe

Kaufgesuche

Kaufe Ölgemälde, Münzen, Antiquität.Dr.

Richter, 01705009959

Suche von Privat gut erhaltenes

Bleikristall, Römer, Porzellanservice,

Nerzmantel 40-44, alte

Weine, Automatik-Uhren, Modeschmuck

u. exkl. Handtaschen.

Tel.: 0176 68 67 94 90

Veranstaltungen

berliner adressen

TERRASSENDACH

mitDreh-Lamellen

„Bei Sonne auf ...

bei Regen zu.“

Jetzt

TICKETS

sichern!

14

NOV

2 0 1 9

stellenmarkt

Dienstleistungen/

weitere Berufe

NEUE SHOW

FAMILY AFFAIRS

Spiegelpalast

Hertzallee /Bahnhof Zoo

www.palazzo.org

BerlinMobil sucht ab sofort für

neue Aufträge Fahrer m/w/d

(von Minijobbasis bis Festanstellung)

für die Schüler- und

Behindertenbeförderung für

das gesamte Stadtgebiet Berlin.

Arbeitstage: Mo. bis Fr. Wochenende

generell frei. Bei Interesse

bitte telefonisch unter

030-422199-12 bewerben.

08

MÄR

2 0 2 0

recht§eck

Anlegerschutzanwälte e.V.

IhrAnsprechpartner fürFragen des

Verbraucherschutzes: z.B. Widerruf

von Darlehen/Versicherungen, Rückgabe

Diesel-PKWs, Probleme beim

Immobilienerwerb etc.

telefonische Erstberatung

vonStiftung Warentest empfohlener

Rechtsanwalt fürWiderruf vonKrediten

Dr. Thomas Storch

Rechtsanwaltund Fachanwalt für

Bank- und Kapitalmarktrecht

Alt-Kaulsdorf 107, 12621 Berlin

030-50508770

www.kanzlei-storch.de

Sonderkonditionen

fürReferenzobjekte

Kostenlose Beratung unter 030-26325198

www.allweda.de ·allweda-nord@email.de ·Dipl.-Ing. W. Moldenhauer

Einkaufswelt.

Anzeigenannahme:

( 030) 2327-50

telefonische anzeigenannahme: 030 2327-50

Juwelier &

Antiquitätenhandel

„in Berlin kauft“

Schmuck, Edelsteine, Gemälde,

Uhren, AntikeMöbel, Münzen,

Briefmarken, Pelze, Orient-Teppiche,

Porzellan, Bronzeskulpturen

Hausbesuche nach Terminabsprache

Mo –Sa: 9–18 Uhr

Herr Kaufmann

Büro: 0171 -900 50 34

Unter den Linden

10117 Berlin

www.berliner-jobmarkt.de

telefonische anzeigenannahme: 030 2327-50


16 * Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6 . N ovember 2019

·························································································································································································································································································

Berlin/Brandenburg

NACHRICHTEN

AfD-Kandidatin verfehlt

Mehrheit im Parlament

Nach dem dreimaligen Durchfallen

des AfD-Kandidaten Daniel Freiherr

vonLützow für das Präsidium des

Brandenburger Landtags hat auch

die neue Kandidatin Lena Duggen

die nötige Mehrheit verfehlt. Sieerhielt

am Dienstag im Potsdamer

Landtag 27 Ja-Stimmen und 53 Nein-

Stimmen bei zwei Enthaltungen.

Duggen ist neu im Landtag. Siegehörte

ihrem Lebenslauf zufolge von

2011 bis 2014 der Partei DieFreiheit

an, die 2013 in Bayern vomdortigen

Verfassungsschutz beobachtet und

als islamfeindlich eingestuft wurde.

Als dritten Kandidaten schickt die

AfD nun Dennis Hohloch ins Rennen.

(dpa)

SPD-Fraktionschef Mike

Bischoff gibt das Amt auf

DerSPD-Landtagsfraktionschef

Mike Bischoff hat nach fast vier Jahrenüberraschend

seinen Rückzug

aus dem Amt angekündigt. Einmögliches

Ministeramt in der neuen Kenia-Regierung

sei nicht der Grund

für seine Entscheidung, sagte er am

Dienstag. „Mein persönlicher Entschluss,aus

der ersten Reihe der

Landespolitik abzutreten, steht seit

längerem fest“, sagte der 54-Jährige.

Er sei vor15Jahren stellvertretender

Fraktionsvorsitzender geworden

und seit 2016 Fraktionschef. „Das ist

eine enorme Strecke,das hinterlässt

auch Spuren.“ Er sei soweit gesund,

wolle aber seine Gesundheit nicht

aufs Spiel setzen. „Das ist eine

Chance für neue Köpfe in der SPD-

Fraktion.“ Er wolle ein aktiver Abgeordneter

der Fraktion bleiben. (dpa)

Finanzminister rechnet

mit mehr Steuereinnahmen

Derscheidende Finanzminister

Christian Görke (Linke) rechnet bis

zum Ende der Wahlperiode mit weiter

steigenden Steuereinnahmen des

Landes.Nach der in der vergangenen

Woche veröffentlichten Steuerschätzung

des Bundes könnten die

Einnahmen vongut 9,2 Milliarden

Euro in diesem Jahr um fast 2Milliarden

Euro auf etwa 11,1 Milliarden

Euro im Jahr 2024 steigen, sagte

Görke am Dienstag nach der Kabinettssitzung.

(dpa)

Das Glück der anderen

Brandenburg und Berlin gehören wieder zu den Schlusslichtern beim bundesweiten Glücksatlas

VonJens Blankennagel, Berlin

Die Entscheidung ist gefallen:

Die Region Berlin-

Brandenburg ist auch in

diesem Jahr ein Trauertal.

Das geht aus dem „Glücksatlas“

2019 hervor, den die Deutsche Post

am Dienstag zum neunten Mal in

Folge vorgestellt hat. Gefragt wurde

nach der Lebenszufriedenheit in der

Bundesrepublik. Insgesamt sind die

Deutschen zufrieden und kommen

auf 7,14 Punkte von 10möglichen.

Dasist der höchsten Wert seit 1989.

Doch regional ist es höchst unterschiedlich.

Grundsätzlich sind auch

2019 dieWestdeutschen zufriedener:

Platz 1 belegt Schleswig-Holstein,

gefolgt von Hessen und Hamburg.

Alle Länder im Osten stehen am

Ende. Eswird dabei nicht nach den

16 Ländern unterschieden, sondern

nach 19 Regionen, weil Baden und

Württemberg getrennt sind, ebenso

Bayern und Franken.

Brandenburg war 2018 auf den

letzten Platz gerutscht und hat

Schlusslicht Sachsen-Anhalt verdrängt.

Auch dieses Jahr steht Brandenburgganz

am Ende.

Härte und unterschwelliger Humor

Berlin war imVorjahr ebenfalls um einen

Rang abgerutscht –auf den drittletzten

Platz. Auch in diesem Jahr rangiertBerlin

auf diesem 16. Platz.

Der Atlas beruht auf Umfragen

aus dem Frühsommer. Gefragt

wurde, wie zufrieden die Leute mit

ihrem Leben sind, mit ihrer Wohnung,

ihrer Freizeit, der Arbeit, ihrer

Gesundheit und dem Haushaltseinkommen.

Das klingt recht schwammig.

Da nicht allzu konkret gefragt

wird, führt das dazu, dass die Antworten

geprägt sind von der Grundeinstellung

der Leute. Und Berliner

neigen nun mal mehr zum Meckern

alsandere. Werals Fremder den harten

Ton eines Berliner Busfahrers

hört, nimmt meist nur den vorwurfsvollen

Tonwahr, nicht aber den unterschwelligen

Humor.DaZugewanderte

gerndazu gehören wollen, versuchen

viele,den Tonfall der Berliner

zu kopieren. Da es aber meist nicht

so gut gelingt, den Berliner Humor

zu imitieren, bleibt bei vielen einfach

nur Gemecker –und das förderteine

negativeGesamteinstellung.

Und in Brandenburg ist es so,

dass die dort Geborenen nicht zum

So glücklich ist Deutschland

So bewerten die Menschen ihre subjektive Lebenszufriedenheit auf einer Skala

von 0bis 10 Punkten

Nach einer repräsentativen Umfrage unter 5001 Personen zwischen März und Juni 2019

Niedersachsen/

Hannover

Westfalen 6,93

Nordrhein/

7,19

Düsseldorf

7,15

7,12

6,92

6,76

Hessen

Nordrhein/

Köln

Baden

weniger als 7,0

7,0 –7,2

7,2 –7,4

mehr als 7,4

Niedersachsen/

Nordsee

7,23

Rheinland-

Pfalz/Saarland

7,21

7,18

7,21

Zufrieden:

Noch nie war die Zufriedenheit

der Deutschen so hoch.

Sie stieg um 0,09 Punkte

auf 7,14 von10Punkten.

Im Osten lag der Anstieg

sogar bei 0,11 Punkten.

Der Gesamtwertvon

7,0 im Osten ist das Allzeithoch

seit dem Mauerfall. Die

glücklichen Schleswig-Holsteiner

stehen mit 7,44

Punkten bundesweit

vorn.

Schleswig-Holstein

7,31

7,44

7,27

7,21

7,09

7,27

GLÜCKSSTUDIE

Gründe:

Die Berliner haben 6,93

Punkte, die Brandenburger

6,76. So groß ist der Unterschied

also nicht. Die Autoren

der Studie führen den

„aktuellen Glückssprung“

der Deutschen auch auf anhaltend

gute Beschäftigungsquoten,

niedrige

Arbeitslosigkeit und das

gute Allgemeinbefinden

derDeutschen

zurück.

Hamburg

6,87

Mecklenburg-

Vorpommern

6,98

Berlin

Württemberg

Brandenburg

Sachsen

Sachsen-

Anhalt

Thüringen

Franken

7,26 Bayern-

Süd

BLZ/HECHER; QUELLE: DEUTSCHE POST GLÜCKSATLAS 2019

Debatten:

Solche grundsätzlichen

und „glückstreibenden

Aspekte“ würden in Zeiten

internationaler Krisen

und innenpolitischer Debatten

oft übersehen.

Trotzdem bezeichnen die Autoren

den diesjährigeAnstieg

als bemerkenswert.Im„Eurobarometer“

steht Dänemark

auf Platz 1der Zufriedenheit,

Deutschland auf

Platz 10.

emotionalen Überschwang neigen.

Wenn sie sich mal richtig freuen,

dann heben die Brandenburger oft

nur eine Augenbraue, nicken leicht

und verkünden das höchste Lob,das

es in dieser Region zu vergeben gibt:

„Dakannste nicht meckern.“

Wenn man in Bayern mit Leuten

redet, sind die nach außen erst mal

grundsätzlich positiv und lassen

nichts auf ihreRegion kommen.

Trotzdem ist es natürlich schon

ziemlich bedenklich, dass die Berliner

und Brandenburger ihr Leben

für negativer halten als andere. Dafür

sprechen auch einige Fakten. In

dieser Studie steht Brandenburg

schon immer schlecht da und kam

seit 2011 nie über Platz 17 hinaus.

Auch diesmal werden die „objektiven

Wohlstandsindikatoren“ als

sehr schlecht eingestuft: DieArbeitslosigkeit

in Brandenburg ist hoch,

die Einkommen sind –wie in allen

Ostländern –niedrig, hinzu kommt

eine besonders hohe Quotevon Leuten,

die gepflegt werden müssen

oder gesundheitlich beeinträchtigt

sind. Diese Negativwerte können

nicht dadurch ausgeglichen werden,

dass die Brandenburger das höchste

Einkommen im Osten haben und die

höchste Zahl an Verheirateten.

EinTrost für die Schlusslichter

Die Berliner sehen es als positiv an,

dass so viele junge Leute in der Stadt

sind und dass die Stadt für Touristen

attraktiv ist. Auf der Negativseite

steht die im Bundesvergleich hohe

Arbeitslosenquote, dazu kommt,

dass im einstigen „Mieterparadies“

nun die Mieten im Vergleich zum

Einkommen sehr hoch sind. Und es

gibt den größten Anteil an Singles.

Das klingt ungewöhnlich, denn Berlin

lockt auch deshalb viele Leute an,

weil es so viele einsame Herzen gibt.

Doch Leute, die noch auf der Suche

sind, stufen sich auch selbst als nicht

so zufrieden ein.

Aber es bleibt ein Trost: Die Spitzenreiter

sind nicht nur wegen sich

selbst glücklich. Die Studie stellt als

einen Pluspunkt vonSchleswig-Holstein

heraus: „Nähe zu Dänemark,

dem glücklichsten Land Europas.“

Jens Blankennagel

meckertgernmal, ist aber

zufrieden wie Holsteiner.

Schöner

warten in

Schönefeld

Terminalbereich

wurde umgebaut

Der Flughafenchef kann sich

noch gut daran erinnern, wie

das Pier 3ain Schönefeld früher aussah.

Schmale Flure, in denen sich die

Passagiere stauten, führten zu Warteräumen,

die dem Andrang meist

nicht gewachsen waren, sagte Engelbert

Lütke Daldrup. „Das waren

kleine Boxen mit Sitzgelegenheiten

aus Metall, die nie ausreichten.“

Nicht sehr angenehm. Doch das

hat sich innerhalb von zehn Monaten

geändert. Die Flughafengesellschaft

FBB hat das lang gestreckte

Gebäude, das auf zwei Geschossen

4000 Quadratmeter umfasst, für

6,5 Millionen Euro umbauen lassen.

„Jetzt geht es hier entspannter zu“,

sagte Lütke Daldrup am Dienstag.

Zwar mutet das 2005 fertig gestellte

Bauwerk, in dem Fluggäste

von Easyjet und Ryanair ihre Reisen

beginnen, immer noch wie ein Industriebau

an. Graues und weißes

Metall dominiert, keine Deckenverkleidung

versperrt die Sicht auf Leitungen

und Kabel. Doch die kleinen

Boxen sind verschwunden. Wände

wurden herausgenommen, so dass

große Warteräume entstanden sind.

DieZahl der Sitzplätzeist von600 auf

mehr als 1000 gestiegen, und erstmals

gibt es im Pier 3a auch Gastronomie

–sogar gleich dreifach.

In den nächsten Jahren investiert

die FBB einen mittleren zweistelligen

Millionenbetrag in den Flughafen

Schönefeld. Er soll als Terminal 5

des BER bis 2028 oder 2029 offen

bleiben, so der FBB-Chef. (pn.)

Breitere Gänge, mehr Platz: FBB-Mitarbeiter

im erneuerten Pier 3a. VOLKMAR OTTO

ReisemaRkt

ostsee

sachsen-anhalt

KENNENLERN-ANGEBOT

2NÄCHTE ab 99 €*

Gültig bis 22.12.2019

*Preis p.P.imDZSüdseite, bei Anreise So. -Mi. inkl.:

·reichhaltigem Frühstücksbuffet,

·Genießer-Halbpension (4-Gänge/Buffet)

·Nutzung des Spa- und Saunabereiches

&des örtl. Thermal und Meerwasserbades

·Leihbademantel ·WLAN

Hotel Kleine Strandburg·MST Hotel GmbH

Dünenstr.11·17454 Zinnowitz ·038377 38 000

info@kleine-strandburg.de ·www.kleine-strandburg.de

Polen

WeihnachtenimHotel am See***S

4x Ü/HP vom23.-27.12.2019

z. B. Glühweinfest,Krippenspiel,Besuch

Weihnachtsmarkt,Theater, tägl.Nutzung

Wellnessbereich u. v. m. ab 299,- €p.P.

Acamed ResortGmbH, GF Frank

Wyszkowski,BrumbyerStraße 5,06429 Nienburg

Tel. 034721/50100, www.acamed.de

rügen

Usedom

Komf.-Hotel a. Rügen

INSEL RÜGEN

Komfort-DZ &Ap. f. 2–5P.inbester

Rügener Ausflugsl. a. zentr. Radweg, nh. Strand,

Therme, Nationalpk., Arkona &Sassnitz

Spätherbst-Angebote

3ÜN/DZ mit HP 128,– €p.P./

tägl. Verl./ÜN 36,– €

inkl.: jetzt neu zusätzlich: Wellness-Erlebnistag/

Therme, Halbpension,a.Wunsch tägl.leckeren Fisch,

Schiffsfahrt/Kreidefelsen bzw. SiesindGastineiner

Räucherei mit Räucherfischgenuss, Parkpl., WLAN,

Fahrradgarage, Sauna&Luxus-Profi-Massageliegen.

Tel. 038302 /5297 /

www.aparthotel-leuchtfeuer.de

Aparthotel-Leuchtfeuer, Niekammer GbR, Heidbergstr. 18A, 18551 Glowe/Bobbin

300m zum Ostseestrand, Weihnachtsangebot

Hotel „Karl’s Burg“ mit Restaurant „Weiße Düne“

3ÜNDoppelzi. inkl. Halbpension ab 170 €p.P.

5ÜNDoppelzi. inkl. Halbpension ab 270 €p.P.

1- bis 3-Raum-Ferienwohnungen,

Hund möglich

038375/2360 www.kölpinsee.com

Strandstraße 4, 17459 Kölpinsee

erzgebirge

Winter im romantischen Fischerdorf

beiKaminfeuer ab 39,- €p.P.inkl. HP

oder ab 30,- €inkl. Frühstück

im Gasthaus "Haffblick" –kostenfreier Parkplatz,

WLAN, 1Min. zum Wasser,mit Hund mgl.

Tel. 038376/20203, www.haffblick-kamminke.de

SvenHollatz, Wieckstr.12, 17419 Kamminke

Lastminute im November

6Nä. 210 €*oder 5Nä. 195 €*imDZ

incl. 1Stollen und Stollenbacken

Alle Angebote incl. HP, Wanderung /Bowling,

Erzgebirgsabend /Tanz, Sauna 14–22 Uhr.

10% Rabatt auf Massagen!

Schnuppernächte incl. 1Massage

3Nä. 135 €*oder 4Nä. 180 €**p.P.

Adners Gasthof &Hotel 08359 Breitenbrunn Hauptstr. 131

Inh. Jörg Saupe ✆ 037756-1655 www.adners.de

Erholung pur.

Anzeigenannahme: ( 030) 2327-50

“Dank der St. Josefs

Indianerschule lese und

lerne ich mit Begeisterung!”

Mehr Informationen auf:

stjosefs.de/indianerschule

St. Josefs Indianer Hilfswerk e.V.


Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6. November 2019 17 *

·························································································································································································································································································

Wissenschaft

Wende und Wiedervereinigung

führten auch

zu tiefgreifenden Veränderungen

im Bereich

der Hochschulen. Bereits wenige

Tage nach dem Fall der Mauer

stellte die Bonner Regierung Überlegungen

zur Umgestaltung des DDR-

Wissenschaftssystems an. Im Januar

1990 gründete der bundesdeutsche

Wissenschaftsrat eine Arbeitsgruppe,die

sich mit der zukünftigen

Entwicklung der akademischen Institutionen

im Osten befassen sollte.

Am 3. Juli 1990 erörterte eine

hochrangige Bonner Delegation unter

Führung des damaligen Wissenschaftsministers

Heinz Riesenhuber

mit den Kollegen aus der DDR die

daraus resultierenden Zielsetzungen.

Am 6. Juli veröffentlichte der

Wissenschaftsrat zwölf Empfehlungen

zu „Perspektiven für Wissenschaft

und Forschung auf dem Weg

zur deutschen Einheit“ –ein Papier,

das mit DDR-Forschungsminister

Frank Terpe abgestimmt war.

In der Vorbemerkung hieß es,

dass insbesondere die Modernisierung

der Hochschulen geboten sei,

um eine weitere Abwanderung junger

Menschen in den Westen zu verhindern.

Einen Ausbau der Studienplatzkapazitäten

auf das Niveau des

Westens hielt man für unabdingbar.

Studierten in der DDR im Jahr 1989

13 Prozent eines Jahrgangs,sowaren

es in der Bundesrepublik 23 Prozent.

ZumVergleich: Heute liegt der Anteil

der Studierenden eines Jahrgangs

bei über 50 Prozent.

Alle Einrichtungen evaluiert

Allein für die Sanierung der maroden

Gebäude veranschlagte der Wissenschaftsrat

ein jährliches Investitionsvolumen

von700 Millionen DM. Vor

dem Neuaufbau sei aber eine genaue

Begutachtung der wissenschaftlichen

Leistungsfähigkeit sämtlicher

Institutionen notwendig. Der Einigungsvertrag

vom August 1990 legte

fest, dass alle öffentlich getragenen

Einrichtungen des DDR-Wissenschaftssystems

bis zum 31. Dezember

1991 evaluiert werden sollten.

Das betraf neben Universitäten,

Pädagogischen und Technischen

Hochschulen auch die Akademie der

Wissenschaften und zahlreiche Forschungszentren.

Bis zum Sommer

1991 besuchten mehr als 300 Gutachter

über 130 Institute und erstellten

Berichte auf 1700 Seiten.

Diemeisten vonihnen kamen aus

dem Westen, der Anteil der DDR-

Kollegen blieb in den Kommissionen

äußerst gering. Ende 1990 war Jena

die einzige der ostdeutschen Universitäten,

die eine Selbstevaluation

nach eigenem Verfahren durchführte.

Die Anregung dazu ging auf

die „Aktionsgemeinschaft Demokratische

Erneuerung der Hochschule“

zurück, die sich in Jena kurz nach

dem Mauerfall konstituiert hatte.

Alle Professoren wurden aufgefordert,

ihren akademischen Werdegang,

ihr politisches Engagement

und mögliche Kontakte zur Staatssicherheit

schriftlich darzustellen und

das betreffende Dokument im Dekanat

auszulegen. Die Evaluationskommission

gab ihreEmpfehlungen

erst ab, nachdem die Mitglieder der

Fakultät Gelegenheit zur Kommentierung

der einzelnen Selbstbeschreibungen

hatten –ein transparentes

Verfahren, das jedoch anderswo

kaum Schule machte.

Ehe sich die akademischen Landschaften

neu entwickeln konnten,

standen harte Entscheidungen an.

Für viele der DDR-Hochschulmitarbeiter

endete die Karriere nach der

Wiedervereinigung oder kurze Zeit

später. 9 000 Beschäftigte zählte

1989 die Technische Universität

Dresden zusammen mit der örtlichen

Hochschule für Verkehrswesen

und der Pädagogischen Hochschule.

Bis 1992 wurden 3000 von ihnen

entlassen. An der Universität Leipzig

mussten nach der Wende 7000 der

12 000 Mitarbeiter in den vorzeitigen

Ruhestand gehen. Vonden 218 000

Wissenschaftlern der ehemaligen

DDR verlor die Hälfte ihre Stelle. Bei

den Professoren waren es nach Zahlen

der britischen Zeitschrift Nature

sogar zwei Drittel. Die meisten von

ihnen galten als Vertreter des politischen

Establishments, die das Regime

stützten und sich auch im entscheidenden

Herbst 1989 kaum am

landesweiten Protest beteiligten.

Viele der älteren Lehrstuhlinhaber

und Direktoren wanderten zwangsweise

in die Frühpensionierung,

wenn sich in ihren Personalakten Indizien

für aktive Denunziationen

und Bespitzelungen fanden. Die

Überprüfung der Einzelbiografien

übernahmen zunächst persönlich

unbelastete DDR-Wissenschaftler,

ab Beginn des Jahres 1992 oblag sie

der Gauck-Behörde.

Bei den persönlichen Evaluationen

ging man in den einzelnen Institutionen

unterschiedlich konsequent

zur Sache. Der Grad der

Strenge hing stark von den wissenschaftlichen

Disziplinen ab. ImFall

der Technik- und Naturwissenschaften

verfuhren die Gutachter vielfach

großzügiger als in den Sozial- und

Geisteswissenschaften, deren Themen

anfälliger für ideologische Instrumentalisierung

waren. Ob sich

hinter systemfreundlichen Veröffentlichungen

Opportunismus oder

Überzeugung verbargen, ließ sich im

Einzelfall schwer prüfen. Generell

gab es die Tendenz, Mitarbeiter jenseits

des sechzigsten Lebensjahrs in

den Vorruhestand zu schicken. Dass

darunter auch diejenigen litten, die

sich in Opposition zum Regime befanden,

liegt auf der Hand. Werzualt

war, hatte keine große Chance, aktiv

am Neuaufbau des akademischen

Systems teilzunehmen.

Anders als oft behauptet, wurden

bei den Neuberufungen Bewerber

aus dem Westen keineswegs generell

bevorzugt. Als der damalige Wissenschaftsminister

Hans Joachim Meyer

Mitte der 90er-Jahreeine Zwischenbilanz

für den Wiederaufbau im Bundesland

Sachsen vorlegte, sprachen

die Befunde eine deutliche Sprache.

Von1762 Berufungen auf Professuren

gingen 1164 an Kandidaten mit

DDR-Herkunft, 559 an Bewerber aus

demWesten oder dem Ausland.

Aber auch hinter diesen realen

Zahlen stehen viele enttäuschte Karrierepläne.

Den allermeisten DDR-

Wissenschaftlernjenseits des 50. Lebensjahres

waren die Türen verschlossen.

Viele von ihnen hatten

dem alten Regime angepasst, aber

ohne innere Überzeugung gedient.

Für sie gab es im neuen System bestenfalls

untergeordnete Positionen

und keine Aussicht auf Karriere.

Manche wechselten ins Ausland, andereversuchten

sich in der Industrie

oder als Selbstständige.

Abwicklung der Akademiestruktur

Die Neugestaltung der ehemaligen

Ost-Universitäten übernahmen relativ

junge Habilitierte und erfahrene

Administratoren aus dem Westen.

Der Generationsbruch ist ein Grund

für die Tatsache,dass sich heute kein

Wissenschaftler mit Ostbiografie unter

den Präsidenten der 81 öffentlich

finanzierten Universitäten unseres

Landes findet. Ein wenig anders erscheint

die Lage bei den Fachhochschulen,

die mittlerweile auch Leitungspersonal

mit DDR-Herkunft

aufweisen.

In den neu geschaffenen ostdeutschen

Bundesländern richtete man

ab dem Herbst 1990 Hochschulstrukturkommissionen

ein.

Ihre Mitglieder stammten in der Regel

zu 90 Prozent aus dem Westen,

und ihr Auftrag war klar.Sie sollten in

möglichst kurzerZeit für den Aufbau

neuer Studiengänge und Verwaltungsapparate

sorgen, um einen

Studienbetrieb nach bundesrepublikanischem

Muster zu ermöglichen.

Der Wissenschaftsrat gab ergänzend

Empfehlungen zu einzelnen

Fachkulturen ab, zur Entwicklung

neuer Hochschultypen, zu Lehrerbildung

und Medizin. Die tiefsten

Schnitte erfolgten in der alten Akademiestruktur,

imBereich der Lehramtsstudiengänge

und der Fachhochschulen.

Die zuDDR-Zeiten an

der Akademie betriebene Grundlagenforschung

wurde an Universitäten

und eigene Einrichtungen –vielfach

Vorläufer heutiger Leibniz-Institute

–ausgelagert. Dieideologisch

belasteten Pädagogischen Hochschulen

mussten schließen, ebenso

die meisten Technischen Hochschulen,

die sehr eng mit der DDR-Planwirtschaft

verzahnt waren.

Bemerkenswert ist vor allem das

Tempo, indem man vorging. Inner-

Rasche

Neugestaltung

nach der Wende

Ab 1990 wurden die Karten an den Universitäten und

Hochschulen im Osten neu gemischt. Dabei verloren

viele DDR-Wissenschaftler ihre Stelle

VonPeter-André Alt

Blick ins Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum der Berliner Humboldt-Universität kurz

vor der Eröffnung im Jahr 2009.

BERLINER ZEITUNG, HRK/DAVID AUSSERHOFER

ÜBER DEN AUTOR

Peter-André Alt ist Literaturwissenschaftler und Präsidentder Hochschulrektorenkonferenz

(HRK). Geboren wurde er 1960 in Berlin. Er studierteander FreienUniversität (FU) Berlin, wo er

auch promovierte und sichhabilitierte. 1995 wurde er Professor an der Ruhr-UniversitätBochum,späterinWürzburg.2005übernahm

er die Professor fürNeuere deutsche Literaturwissenschaft

an der FU.Erleitete die Dahlem ResearchSchool der FU und wurde2010 zum Präsidenten

der FU gewählt.Das Amthatte er acht Jahre inne.2018 wurdeerHRK-Präsident.

halb kürzester Zeit entstanden Landeshochschulgesetze,

die den westlichen

Rahmenvorgaben entsprachen.

Berufungen erfolgten in großer

Schnelligkeit, sodass schon nach

wenigen Jahren die Funktionsfähigkeit

der Institute wiederhergestellt

war.Ebenso zügig ging es mit den Sanierungsvorhaben

voran. Zwischen

1990 und 2006 stellte man 7,5 Milliarden

Euro für den Hochschulbau in

den neuen Ländernbereit.

Wie stehen die 71 Hochschulen

im Osten heute da? Zwei von ihnen

gehören zur Spitzengruppe: die Berliner

Humboldt-Universität und die

Technische Universität (TU) Dresden

finden sich seit einigen Jahren

konstant unter den führenden deutschen

Hochschulen. In internationalen

Rankings liegt die Humboldt-

Universität meist im Feld der weltweit

besten 100, mit stetig steigender

Tendenz. Eine starke, gemeinsam

mit der Freien Universität verantwortete

Charité-Universitätsmedizin

und die herausragende Reputation

in den Bio- und Geisteswissenschaften

begründen hier den Erfolg.

DieTUDresden wiederum punktet

mit zwölf Sonderforschungsbereichen,

den traditionsreichen Ingenieurwissenschaften

und einer nach

der Wende neu organisierten Hochschulmedizin.

Auf dem Campus arbeitet

man mit zahlreichen Partnern

der außeruniversitären Forschung,

der Wirtschaft und Kultur zusammen.

Allein zehn Fraunhofer-Institute

sind in Dresden angesiedelt. Die

TU Dresden boomt auch deshalb,

weil man die Chance genutzt hat,

durch moderne Infrastruktur Synergien

für die Kooperation mit externen

Partnern zuschaffen. Das hohe

Renommee spiegelt sich nicht zuletzt

in der Internationalität vonLehrenden

und Lernenden. 16 Prozent

der Studierenden kommen aus dem

Ausland –die TU Dresden bezieht

ganz programmatisch und sehr erfolgreich

Position für ein Hochschulklima

des Respekts, der Vielfalt und

Offenheit.

Neugründung in Potsdam

Aber auch die Universitäten Leipzig

und Jena stehen heute gut da. Leipzig,

1409 gegründet und neben Heidelberg

die älteste deutsche Universität,

war ein Zentrum der deutschen

Aufklärung –Leibniz und Lessing haben

hier studiert. Die starke geisteswissenschaftliche

Tradition geht auf

das 19. Jahrhundert zurück, als Fächer

wie die Ägyptologie,die Archäologie

und die Altertumskunde blühten.

Nach der Wende wurde die Pädagogische

Hochschule „Clara Zetkin“

geschlossen und die

Lehrerbildung in die Universität

überführt. Neben Medizin und

Rechtswissenschaft, die große Studierendenzahlen

anziehen, macht

die biowissenschaftliche Forschung

einen Schwerpunkt aus. Mit Halle

und Jena betreibt die Universität

Leipzig ein Zentrum zur Untersuchung

der Biodiversität, das die Artenvielfalt

und deren Funktionen in

unserem Ökosystem erforscht.

Ähnlich wie die Technische Universität

Dresden hat auch die Universität

Jena von umfassenden Sanierungsmaßnahmen

profitiert, die in

den 90er-Jahren mit Mitteln der Industrie

und zahlreicher Stiftungen ermöglicht

wurde.Heute kann man auf

dem Campus die alten Professorenvillen

bewundern, deren Anbauten

im 18. Jahrhundert als Hörsäle genutzt

wurden. Voracht Jahren renovierte

die Stadt das große Haus des

Theologen Johann Jakob Griesbach,

in dessen Nebentrakt Friedrich Schiller

am 26. Mai1789 vor500 Neugierigen

–viele mussten im Garten stehen

–seine Antrittsvorlesung hielt.

Die Geisteswissenschaften spielen

auch heute in Jena eine wichtige

Rolle, nicht zuletzt dank der guten

Zusammenarbeit mit der Weimarer

Klassik-Stiftung, die Fächer wie Literaturwissenschaft,

Kunstgeschichte

und Geschichte einschließt. Industriekooperationen

im Bereich der

Optik und Photonik, international

ausgewiesene Biowissenschaften,

eine renommierte Medizin, Physik

und Psychologie runden das Bild ab.

Nicht selten kam es in den östlichen

Bundesländern nach der

Wende auch zu Hochschulneugründungen.

So entstand im Juli 1991 die

Universität Potsdam aus der abgewickelten

Pädagogischen Hochschule

und der ebenfalls geschlossenen

Deutschen Akademie für Staats- und

Rechtswissenschaft. Neben der juristischen

Fakultät und der Lehrerbildung

bietet die Universität mittlerweile

ein breites Forschungsspektrum,

das sie kontinuierlich an

Reputation gewinnen lässt.

Stark sind die Geowissenschaften,

die mit dem angesehenen Potsdam-Institut

für Klimafolgenforschung

zusammenarbeiten. Einen

besonderen Profilbereich bildet die

Informatik, von Beginn an ein expandierender

Bereich. Seine Qualität

wurde auch durch die enge Kooperation

mit einem gewichtigen

Wirtschaftspartner – dem Mäzen

Hasso Plattner – gesteigert. Geradezu

mustergültig fördert die Universität

die lokale Gründerszene,die

sich wesentlich aus Initiativen der

Studierenden und Nachwuchswissenschaftler

speist.

Ähnlich erfolgreiche Neugründungen

gab es im Sektor der Fachhochschulen.

Standorte wie Neubrandenburg,

Magdeburg-Stendal

und Stralsund profitierten erheblich

vom Aufbau der Fachhochschulen

Anfang der 90er-Jahre, der einer

Empfehlung des Wissenschaftsrates

folgte. An den Platz der alten Betriebshochschulen,

die fest zur DDR-

Planwirtschaft gehörten, traten moderne

Einrichtungen mit klarem

Profil in den anwendungsorientierten

Wissenschaften.

Ob Elektromobilität, Werkstoffkunde

oder Biomaterialien –zahlreiche

Fachhochschulen in den neuen

Ländern leisten einen gewichtigen

Beitrag zur Innovationskraft der regionalen

Wirtschaft, qualifizieren

deren künftiges Personal und bilden

einen entscheidenden Faktor zur

nachhaltigen Umgestaltung alter Industriestandorte.

Im Jahr 2019 ist es an der Zeit,

eine Reihe von Vorurteilen zu entkräften,

die sich um die Hochschulentwicklung

in den neuen Ländern

ranken. Erstes Vorurteil, gern genährt

von westlichen Administratoren

und Hochschulmanagern: Alles

lief perfekt, geradlinig und fehlerfrei.

Dasstimmt so nicht. Richtig, ja alternativlos

war die konsequente Entfernung

persönlich Belasteter aus den

Hochschulen. Aber es gab im individuellen

Bereich Verwerfungen durch

Generationsbenachteiligung und

ungleiche Bewertung akademischer

Karrieren.

Zweites Vorurteil, die ostdeutsche

Variante: Von der Wiederbesetzung

der Lehrstühle und Leitungsstrukturenprofitierten

in den frühen Jahren

ausschließlich Bewerber aus dem

Westen. Die Zahlen belegen das

nicht, in manchen Ländern wie

Sachsen offenbaren sie sogar das Gegenteil.

Vorurteil Benachteiligung

Drittes Vorurteil, in Ost und West

gleichermaßen gepflegt: Die Hochschulen

der neuen Länder sind im

Wettbewerb der Spitzenforschung

benachteiligt. Auch hier liefern die

Statistiken keine Indizien für Ungleichbehandlung.

16 Prozent der

seit 2005 in zwei Exzellenzförderrunden

ausgeschütteten Mittel flossen

in den Osten. Ähnlich hoch ist der

Anteil der Gelder,die über die Deutsche

Forschungsgemeinschaft an

Universitäten der neuen Bundesländer

gingen. Die Fördervolumina

spiegeln damit die regionalen Proportionen

im Hochschulsystem sehr

gut wider.

Viertes und letztes Vorurteil: Universitäten

in den ostdeutschen Ländern

haben Probleme, für Studierende

attraktiv zu sein. Auch das trifft

nicht zu, jedenfalls nicht mehr.

Hochschulstandorte wie Dresden,

Halle, Jena, Rostock und Stralsund

ziehen im Jahr 2019 junge Menschen

an. Ein wesentlicher Grund für ihre

Attraktivität sind wachsende Internationalität

und gute Infrastruktur.

Wir haben also genügend Indikatoren,

um festzustellen: Für die alten

Mythen des Ostens und des Westens

ist kein Platz mehr.UmanihreStelle

detaillierte Fakten zu setzen, fehlen

uns allerdings gründlichere Analysen.

Nach 30 Jahren Einheit hat die

Wissenschaft hier noch Bringschulden

in eigener Sache.


18 * Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6 . N ovember 2019

·························································································································································································································································································

Sport

NACHRICHTEN

Nürnberg trennt sich

von Trainer Canadi

FUSSBALL. Zweitligist 1. FC Nürnberghat

die Konsequenzen aus der

sportlichen Krise gezogen und sich

vonTrainer Damir Canadi getrennt.

Nach dem teilweise desolaten Auftritt

beim 1:3 (0:3) beim VfL Bochum

am Montagabend rangiertder Bundesliga-Absteiger

nur auf Tabellenplatz

elf, die Aufstiegsränge sind

schon elf Punkte entfernt.

Pföderlund Eisenschmid

fehlen beim Deutschland Cup

EISHOCKEY. Markus Eisenschmid

vonMeister Adler Mannheim und

der Berliner Leo Pföderl haben ihre

Teilnahme am Deutschland Cupabgesagt.

Beide Stürmer fallen kurzfristig

angeschlagen aus und werden im

ohnehin starkersatzgeschwächten

Nationalteam vonden KölnernAlexander

Oblinger und Lucas Dumont

ersetzt. Dasteilte der Deutsche Eishockey-Bund

(DEB) am Dienstag

und damit zwei Tage vordem Auftakt

des Vier-Nationen-Turniers in Krefeld

mit.

Glandorf beendet im

Sommer seine Karriere

HANDBALL. Weltmeister Holger

Glandorf, 36, geht am Ende der aktuellen

Saison in den Handball-Ruhestand.

„Ich höreinjedem Fall auf“,

sagte der Rückraumspieler des deutschen

Meisters SG Flensburg-Handewitt.

Er bleibe Verein und Mannschaft

aber erhalten: „Ich werdein

die Geschäftsstelle wechseln.“

ZAHLEN

Fußball

Champions League, 4. Spieltag

Gruppe E

FC Liverpool -KRC Genk 2:1 (1:1)

SSC Neapel -RBSalzburg 1:1 (1:1)

1. FC Liverpool 4 10: 7 9

2. SSC Neapel 4 6: 3 8

3. RB Salzburg 4 12:10 4

4. KRC Genk 4 4:12 1

Gruppe F

FC Barcelona -Slavia Prag 0:0

Borussia Dortmund -Inter Mailand 3:2 (0:2)

1. FC Barcelona 4 4:2 8

2. Borussia Dortmund 4 5:4 7

3. Inter Mailand 4 6:6 4

4. Slavia Prag 4 2:5 2

Gruppe G

Zenit St. Petersburg -RBLeipzig 0:2 (0:1)

Olympique Lyon -Benfica Lissabon 3:1 (2:0)

1. RB Leipzig 4 6:4 9

2. Olympique Lyon 4 7:4 7

3. Zenit St. Petersburg 4 5:6 4

4. Benfica Lissabon 4 5:9 3

Gruppe H

FC Valencia -OSC Lille 4:1 (0:1)

FC Chelsea -Ajax Amsterdam 4:4 (1:3)

1. Ajax Amsterdam 4 10: 5 7

2. Chelsea London 4 7: 6 7

3. FC Valencia 4 6: 5 7

4. OSC Lille 4 3:10 1

Gruppe A

Real Madrid -GalatasarayIstanbul Mi., 21.00

Paris Saint-Germain -FCBrügge Mi., 21.00

1. Paris Saint-Germain 3 9:0 9

2. Real Madrid 3 3:5 4

3. FC Brügge 3 2:7 2

4. Galatasaray 3 0:2 1

Gruppe B

Bayern München -Olympiakos Piräus Mi., 18.55

RS Belgrad -Tottenham Hotspur Mi., 21.00

1. Bayern München 3 13:4 9

2. Tottenham Hotspur 3 9:9 4

3. Roter SternBelgrad 3 3:9 3

4. Olympiakos Piräus 3 5:8 1

Gruppe C

Atalanta Bergamo -Manchester City Mi., 21.00

Dinamo Zagreb -Schachtjor Donezk Mi., 21.00

1. Manchester City 3 10: 1 9

2. Dinamo Zagreb 3 6: 4 4

3. Schachtjor Donezk 3 4: 6 4

4. Atalanta Bergamo 3 2:11 0

Gruppe D

LokomotiveMoskau -Juventus Turin Mi., 18.55

BayerLeverkusen -Atlético Madrid Mi., 21.00

1. Juventus Turin 3 7:3 7

2. Atlético Madrid 3 5:2 7

3. LokomotiveMoskau 3 3:5 3

4. BayerLeverkusen 3 1:6 0

Freund und Helfer

Hansi Flick will die Bayern mit einer aktiven Spielweise, neuer Taktik und neuem Personal auf Kurs bringen

VonMaik Rosner,München

Ein paar Momente blieb

Hansi Flick nach seiner ersten

Pressekonferenz als

Trainer des FC Bayern noch

auf dem Podium. In aller Ruhe saß er

dort noch eine halbe Minute, trank

Wasser und strahlte so gar keine Eile

aus,das Rampenlicht vorfast 50 Medienvertretern,

darunter ein gutes

Dutzend Kamerateams, zu verlassen.

Dass dem 54-Jährigen dennoch

nicht zu Unrecht nachgesagt wird,

über den zurückhaltenden Charakter

eines Mannes der zweiten Reihe

zu verfügen, hatte sich zuvor gezeigt,

als er den bisherigen Trainer Niko

Kovac lobte und zuweilen sogar verteidigte,

nachdem dieser sich am

Dienstagmorgen von der Mannschaft

verabschiedet hatte. Flicks

Denke kam auch zum Ausdruck, als

er davon berichtete, dass er von

Sportdirektor Hasan Salihamidzic

am Sonntagabend beim Dinner mit

seiner Frau einen Anruf erhalten

hatte und aufgefordert worden war,

binnen einer Stunde ins Büro zu

kommen, um darüber zu sprechen,

ob er die Nachfolge vonKovac antreten

könne, zumindest vorerst. „Für

mich war klar, auch aus Loyalität

dem Verein gegenüber, dass ich das

mache“, sagte Flick und fügte ohne

Scheu hinzu:„Ich freue mich auf das,

was kommt.“

Startelfgarantie für Müller

Inhaltlich grenzte sich der bisherige

Assistent Flick vom verabschiedeten

Chefcoach allerdings durchaus ab.

„Agieren, die Initiative ergreifen,

nach vorneverteidigen und den Ball

haben wollen“ solle seine Mannschaft

an diesem Mittwoch ab 18.55

Uhr gegen Olympiakos Piräus in der

Champions League, umden vorzeitigen

Einzug ins Achtelfinale zu erreichen.

Neben dieser klaren Idee

kündigte er „einige Änderungen“ an,

sowohl taktisch als auch personell,

und gab den unter Kovac weniger

berücksichtigen Javier Martínezund

Thomas Müller eine Startelfgarantie.

Flick, hatte Vorstandschef Karl-

Heinz Rummenigge gesagt, „genießt

unser Vertrauen, und ich denke,dass

er im Moment genau der richtige

Mann ist.“ Unterstützt vonHermann

Gerland als Assistent und zumindest

für Piräus und das folgende Bundesliga-Topspiel

gegen Borussia Dortmund

am Sonanbend vor der Länderspielpause.

Gestützt wird Rummenigges

These durch Flicks Ansehen in der

Mannschaft und die Annahme, dass

er bei ihr mehr Gehör finden dürfte

mit seinen Vorgaben, zumal er auch

„Entscheidend ist die Gegenwart“ Hansi Flick.

TUCHEL WILL NICHT ZU DEN BAYERN

Desinteressiert: Für Thomas Tuchel kommt

ein Engagement beim FC Bayern derzeit nicht

in Frage. „Ich bin nicht interessiert, weil ich

Trainer vonParis Saint-Germain bin. Ich habe

einenVertrag und denkenicht an einen anderen

Klub“, sagte Tuchel. Der 46-Jährigeverwies

darauf, dass er auch für die kommende

Saison einen Kontrakt in Paris hat.

GETTY IMAGES/HASSENSTEIN

Favorisiert: Tuchel, der in der vergangenen

Saison mit PSG Meister wurde, war als Kandidat

auf die Nachfolgevon NikoKovac gehandelt

worden. Der frühere Coach vonBorussia

Dortmund soll bereits vorder Verpflichtung

vonKovac voreineinhalb Jahren

vorallem vonVorstandsboss Karl-Heinz Rummeniggefavorisiertworden

sein.

VonKomfortzonen und Massagegeräten

als Fachmann geschätzt wird. Seit

Sommer ist er beim FC Bayern und

erwarb sich schnell die Sympathien

der Spieler.Das lag auch daran, dass

einige in Kovac schon länger keinen

Verbündeten mehr sahen. Undeslag

auch an Flicks freundschaftlicher

Art. Das auffälligste Beispiel dafür

lieferte das Spiel gegen seine früheren

Hoffenheimer, als Martínez sehr

geknickt auf der Bank saß und Flick

ihn tröstend in den Armnahm.

Der zuverlässige, fleißige, ruhige

und nicht ins Rampenlicht drängende

Flick ist nun vorallem in einer

Rolle gefordert, die sich Menschen

gemeinhin in Notlagen von einem

Polizisten erhoffen: als Freund und

Helfer. Wer die jüngsten Spiele verfolgte,

diese ziemlich zusammenhanglosen,

verunsicherten und

beim 1:5 gegen Frankfurt auch von

Zerfallserscheinungen geprägten

Auftritte, sah, dass die Not gerade

sehr groß ist. Undman ahnt, dass es

schon viel bewirken kann, wenn nun

draußen ein Trainer steht, den die

Spieler mögen und dem sie vertrauen.

Auch wenn dieser noch kein

Spiel in der Champions League oder

Bundesliga gecoacht hat.

Bestärkende Einzelgespräche

Ganz grundlegende Verbesserungen

der zuletzt sehr grundsätzlichen Defizite

bei den Bayern dürfen in der

Kürze der Zeit aber wohl kaum erwartet

werden.„Dass man nicht alles

ändernkann, ist klar“, sagte Flick. Als

bisher einzige Einheit stand ihm das

Abschlusstraining vorPiräus zurVerfügung,

um sportlich auf die Mannschaft

einzuwirken, was er auch mit

bestärkenden Einzelgesprächen mit

allen Spielern erreichen möchte.

Den verletzten Verteidigern Niklas

Süle und Lucas Hernández kann

aber auch Flick nicht durch Handauflegen

zu einer plötzlichen Genesung

verhelfen. Die Abwehrreihe

stellt sich damit weiterhin fast von

alleine auf, vor allem gegen Dortmund,

wenn der rotgesperrte Jérôme

Boateng fehlen wird. Gegen Piräus

steht der Innenverteidiger aber

zur Verfügung, weshalb Flick nun

Joshua Kimmich als Sechser aufbieten

könnte,also in jener Rolle,die er

für diesen favorisiert.

Auch wenn die Bayern gerade den

überschaubaren Trainermarkt sondieren,

ist wohl nicht völlig ausgeschlossen,

dass sich Flick mit zwei

Siegen für mehr empfehlen könnte.

„Entscheidend ist die Gegenwart“,

sagte Flick, „alles,was kommt, interessiert

mich null.“ Er sagte aber

auch: „Ich kann mir in meinem Leben

alles vorstellen.“ Wohl auch

mehr Zeit als Freund und Helfer.

Kapitän Niels Giffey erklärt, wie Alba mit der Belastung von vier Auswärtsspielen in zehn Tagen klarkommen will

VonChristian Kattner

Ein trainingsfreier Tag und eine

Ehefrau, die nicht da ist: Klingt

eigentlich nach idealen Voraussetzungen

für einen Basketballer, um

mal ein paar Dinge zu machen, zu

denen er sonst nicht kommt. „Ich

hatte mal nichts zu tun, also habe ich

drei Stunden meine Steuern gemacht

und nicht das Haus verlassen“,

erzählt Niels Giffey von seiner

Freizeitbeschäftigung. Natürlich

blieb in der herbstlichen Hauptstadt

auch noch Zeit für andereDinge,die

Albas Kapitän noch gerne macht,

wenn es mal nicht um Basketball

geht. Giffey liest gerne Bücher,

schaut gerne Serien und „ich höre

mir sehr gerne Podcasts an, eigentlich

bin ich ein krasser Podcast-Liebhaber“,

sagt er.

Wenn er am Mittwoch seiner

Frau, die Albas Euroleague-Spiel am

Donnerstagabend (20 Uhr) in Tel

Aviv schauen wird, hinterherfliegt,

ist es in erster Linie wichtig, dass genug

Platz im Flugzeug ist. Nicht bei

jedem Flug kamen Giffey und die

restlichen Alba-Spieler in den Genuss

von ausreichend Beinfreiheit.

Sollte das aber passen, kann der

Alba-Kapitän auch bei

dem einen oder anderen

Podcast wegschlummern.

Die Vorbereitung auf den

kommenden Gegner beginnt

schließlich schon bei

der Anreise. Und in einem

Zeitraum von vier Auswärtsspielen

in zwei Wochen

gewinnt die Qualität

der Anreise an Bedeutung.

„Es steckt eine gewisse

Schwierigkeit darin, dass du dich

mental so frisch machen musst, um

jeden Tagauf dem selben Level performen

zu können“, sagt Giffey.

Am Donnerstag muss er mit Alba

bei Maccabi TelAviv ran, am Sonntag

in München, am darauf folgenden

Donnerstag geht es zu Panathinaikos

Athen und wiederum am Sonntag

der kommenden Woche nach

Vielreiser:

Niels Giffey

IMAGO IMAGES/NORDPHOTO

Ludwigsburg. Zweimal Euroleague,

zweimal Bundesliga. Doch eigentlich

dürfen die Alba-Profis in dieser

Saison gar nicht in diesen Spielklassen-Schubladen

denken. Die eigene

Leistung dürfe man nicht

davon abhängig machen,

ob man in der Bundesliga,

der Euroleague oder der

Nationalmannschaft

spiele, sagt Niels Giffey,

„man muss versuchen, immer

das selbe Level abzurufen.“

Wie man am vergangenen

Bundesliga-

Spieltag gegen Ulm inden

ersten drei Vierteln sehr

gut sehen konnte,geht das nicht immer,

„aber der eigene Antrieb muss

schon in diese Richtung gehen.“

Auch er hatte gegen Ulm gewisse

Anlaufschwierigkeiten, obwohl oder

vielleicht sogar weil er wieder einmal

in der Startformation gestanden

hatte. Dreimal war das zuletzt in der

Euroleague der Fall, auch in der Bundesliga

bringt er es in sechs Spielen

schon auf drei Starts.Ungewohnt für

einen Spieler, der in der vergangenen

Saison in drei Wettbewerben lediglich

sieben Starteinsätze hatte.

„Ich habe kein Problem mit beiden

Situationen. Aber der Vorteil für

mich, wenn ich von der Bank

komme, ist der, dass man das Spiel

beobachten kann. Mansieht, wie der

Rhythmus ist, welche Spielzüge gerade

gelaufen wurden. Man weiß,

was kommt“, sagt Niels Giffey.

Dass er mit beiden Rollen und zusätzlich

verschiedenen Positionen

auf dem Feld ganz gut leben kann,

hat er in dieser Saison schon mehrfach

gezeigt. In den kommenden vier

Auswärtsspielen aber „wird esjetzt

eine mentale Geschichte“, sagt Niels

Giffey, „man muss schauen, dass

man in seinem eigenen Rhythmus,

in seiner Komfortzone bleibt.“ Dabei

helfen sicherlich auch die ein, zwei

Bücher,die Podcasts und ein Massagegerät,

welche sich bei Auswärtstrips

immer in seinem Gepäck befinden.

Herz

in der

Hand

BVB gelingt gegen Inter

wundersames Comeback

Mit einem wundersamen Comeback

hat Borussia Dortmund

an einem mitreißenden Europacup-

Abend die Chance aufs Champions-

League-Achtelfinale gewahrt. Der

BVBlegte nach 0:2-Rückstand gegen

Inter Mailand einen Sturmlauf hin

und gewann am Ende noch verdient

mit 3:2 (0:2).Vier Punkte aus den beiden

Duellen mit dem FC Barcelona

(A, 27.11.) und Slavia Prag (H, 10.12.)

führen sicher in die K.- o.-Runde.

Inter begann wahnsinnig effizient.

DerArgentinier LautaroMartinez

(5.), bereits Torschütze imGiuseppe-Meazza-Stadion

vorzweiWochen

(2:0), narrte mit seinem Solo

die halbe Dortmunder Mannschaft.

MatiasVecino (40.) traf den nervösen

BVB, der eigentlich den direkten Vergleich

drehen wollte,ins Mark.Dann

aber nahm die Borussia auf faszinierende

Weise ihr Herz in die Hand:

Achraf Hakimi mit dem ersten Dortmunder

Europacup-Heimtor (51.)

seit 328 Minuten und Julian Brandt

(64.) belohnten den BVB, Hakimis

3:2 (77.) löste tosenden Jubel im ausverkauften

Stadion aus.

Matchwinner für Borussia Dortmund:

Achraf Hakimi.

GETTY IMAGES/SCHÜLER

Für den BVB gab es nach dem

Wechsel zwangsweise nur noch einen

Weg: nach vorn. Die Dortmunder

rannten mit Verve gegen das italienische

Bollwerk an. Hatten

Brandt, Götze oder Thorgan Hazard

aber mal zwei, drei oder vier Gegenspieler

ausgespielt, standen ihnen

schon die nächsten auf den Füßen.

Dennoch eröffnete sich Götze nach

Pass von Hakimi die riesige Chance

zum Ausgleich (18.) –erscheiterte

aus elf Meternamguten Torhüter Samir

Handanovic.

Zwischen Defensive und Offensive

wurde aber nicht zum ersten

Mal ein klarer Qualitätsunterschied

offenbar.Marcelo Brozovic hätte das

beinahe genutzt (20.), danach gab

die Innenverteidigung wiederum

nur Geleitschutz: Romelu Lukaku

stand bei seinem Pfostenschuss im

Abseits (23.). Die Verbindung zwischen

Abwehr und Angriff funktionierte

lange nur im Vorwärtsgang.

Der BVB aber bäumte sich noch

vor der Pause auf. Sancho (45.) und

Hazard(45.+2) blieben glücklos,erst

Hakimi belohnte die Borussia. Inter

musste sich kräftig schütteln, stand

unter Dauerdruck, fand nicht mehr

statt. Der BVB hingegen war aufgewacht

–dann kam auch endlich Mittelstürmer

Paco Alcácer nach längerer

Verletzung zurück. Sekunden

später legte er Brandt das 2:2 auf. Das

Stadion wurde zum Hexenkessel, als

Hakimi zur verdienten Führung traf.

Leipzig schlägt Zenit

Auch RB Leipzig steht dicht vordem

erstmaligen Einzug in die K.-o.-

Runde der Champions League. Die

Elf von Trainer Julian Nagelsmann

kam am Dienstag bei Zenit St. Petersburg

zu einem verdienten 2:0

(1:0). Bereits mit einem Remis gegen

Benfica Lissabon in drei Wochen in

ihrem vorletzten Spiel der Gruppe G

würden die Sachsen das Achtelfinale

erreichen. Diego Demme (45.+5)

und Marcel Sabitzer (63.) sorgten in

St. Petersburg mit ihren Treffern für

die Entscheidung. (sid)


Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6. November 2019 19 *

·························································································································································································································································································

Sport

„Meine Frau sagte zu mir: Du bist ein Idiot!“

Rafal Gikiewicz, 32, spricht nach dem Derbysieg über seine mutige Tat, dieMeinung seiner Familie und die erneute Nicht-Nominierung für das Nationalteam

VonPatrick Berger

Noch drei Tage nach dem

1:0-Derbysieg über Hertha

BSC ist Rafal Gikiewicz

vom Kampf gezeichnet.

Er krempelt sein rot-weißes

Trainingsshirt hoch und macht

seinen rechten Oberarm frei, auf

dem das tätowierte Konterfei seines

ältesten Sohnes Piotr,9,hervorblitzt.

„Mein Sohn hat jetzt eine kleine

Narbe“, sagt er und grinst. Die

Schramme zog sich der Torwart in

der Schlussphase nach einem Zweikampf

mit Hertha-Angreifer Dodi

Lukebakio zu. Auch ein Blick auf das

linke Bein zeigt, dass das Stadtderby

Spuren hinterlassen hat. Sieben

runde Kreise zieren die Wade und

das Schienbein von Unions Nummer

eins. Essind Abdrücke von den

kleinen Gläsern, die während der

Schröpftherapie auf der Haut mittels

Unterdruck Verspannungen und

Schmerzenlindernsollen.„Es zwickt

ein bisschen“, sagt Gikiewicz.

Frotzeleien gegen Hertha

Aber das alles nimmt der ehrgeizige

Keeper freilich in Kauf. Man sei ja

schließlich Derbysieger. „Wir haben

gewonnen. UndBerlin ist für ein halbes

Jahr rot. Fertig.“ Was den 1,90

Meter großen Profi umso mehr freut:

„Hertha hat vor der Saison gedacht:

Union ist Aufsteiger.Gegen die holen

wir sechs Punkte.Jetzt sind sie schon

mal bei Minus drei.“

Nach dem skandalumwobenen

Derby, bei dem Fans beider Vereine

Mutig: Der impulsive Rafal Gikiewicz (grünes Trikot) stellte sich den vermummten Randalierernentgegen.

Pyrotechnik zündeten und bei dem

aus dem Gästeblock sogar Leuchtraketen

auf die Tribünen flogen, ist

man in Köpenick bemüht, zur Tagesordnung

überzugehen. Die Ereignisse

habe man aufgearbeitet, sagt

Gikiewicz, jetzt fokussiere man sich

auf das Gastspiel am Sonnabend um

15.30 Uhrbeim FSV Mainz 05.

Ganz so einfach ist das dann aber

nicht. Überall wird der Torhüter, der

im Netz als wahrer Derbyheld gefeiertwird,

auf seine mutige Aktion angesprochen,

als er sich nach dem Abpfiff

den eigenen Fans,die in den Innenraum

geklettert waren, entgegenstellte.

Mit Hilfe der Kollegen

trieb er die Horde zurück und verhinderte

eine Eskalation.

Es sei ein „Impuls“ gewesen, eine

„ganz natürliche Reaktion“, erklärt

der Pole, den es ärgere, dass man

nach dem Prestige-Erfolg nicht mehr

über den Fußball spricht. DerDerbysieg

sei doch viel wichtiger.Dann erinnertersich

doch zurück:„Wir wollten

nach dem Spiel mit unseren Fans

jubeln, als ein paar Leute auf den

Platz gerannt sind. Ich habe auf Polnisch,

Deutsch und Englisch zu Ihnen

gerufen: ’Geht weg! Geht zurück!

Wirhaben das Derbygewonnen. Das

ist historisch. Wieso macht ihr da so

blöde Sachen?’ Es kann nicht sein,

dass da manche eine Show machen

und 100 Meter auf die andere Seite

rennen wollen.“ Für sein Verhalten

erntete der impulsive Fußballer viel

Lob – allerdings nicht von seiner

Frau und seiner Mutter. Als Mama

Barbara, 63, die mit vier Freunden

ihres Sohnes extra aus dem polnischen

Allenstein angereist war, die

Szene hinterher noch mal sah, habe

sie sich gedacht: „Klar, dass da der

Gikiewicz dabei ist.“ Und seine Gattin

Ania habe gar geschimpft: „Du

bist ein Idiot, was machst du? Du

hättest verletzt werden können.“

Er habe aber gewusst, „was ich da

mache. Ich kenne die Fans, sie stehen

immer hinter meinem Tor, viele

vonihnen fahren auch auswärts mit.

Es ist besser,als wenn sich die Polizei

da einschaltet. Ich wollte nicht, dass

der Verein noch mehr Probleme bekommt

oder wir am Ende sogar in ei-

BERND KÖNIG

nem Spiel ohne Zuschauer spielen

müssen. Daswäreschlimm.Wirwollen

die Klasse halten. Das geht nur

zusammen.“

Seine Angehörigen haben das

Spiel übrigens wie die Familie von

SiegtorschützeSebastian Polter nach

zehn Minuten aufgrund der Randale

im VIP-Bereich verfolgt. Gikiewicz

hoffe nun, dass Hertha die gerechte

Strafe erhalte.

Abgesehen von seiner Tat nach

dem Spiel war Gikiewicz auch sportlich

wieder top. Erhielt, was es zu

halten gab und strahlte die gewisse

Ruhe aus, die der Mannschaft auch

in der Aufstiegssaison die nötige Sicherheit

gab. Gikiewicz, der im vergangenen

Jahr in 15 von 36Spielen

ohne Gegentreffer war, hat sich für

die laufende Runde acht Zu-Null-

Spiele auf seinen persönlichen Motivationszettel

geschrieben. „Zwei

habe ich schon“, sagt er. Erglaube

fest dran. „Ich schaffe das.Dabin ich

sicher. Wir haben eine gute Mannschaft.

Schauen Sie: Hertha hatte im

Derby eine Kopfballchance durch

Lukebakio.Wir waren besser.Hertha

hatte keinen Plan, die wussten nicht,

was sie gegen uns machen sollen.

Wir haben auch nicht überragend

gespielt, aber wir hatten sie im Griff

und insgesamt mehr aufs Tor geschossen.“

Man spiele mutiger, als

noch zu Beginn der Saison.

Dass Gikiewicz vom polnischen

Nationaltrainer Jerzy Brzeczek, 48,

trotz guter Leistungen wieder nicht

für die anstehenden Länderspiele

berufen wurde, enttäuscht ihn, der

mit 42 abgewehrten Bällen aktuell

bester Torwart der Liga ist. 73,2 Prozent

seiner Schüsse hielt der Unioner.„Wassoll

ich machen?“, fragt er

rhetorisch. „Ich spiele jede Wochein

der Bundesliga, in einer der Top-

Vier-Ligen weltweit. Ich halte gut

und bekomme keine Nominierung.

Das muss ich akzeptieren.“ Aufgeben

ist bei ihm aber nicht: „Ich habe

immer noch Hoffnung. Mein Ziel ist

nach wie vor, im Sommer 2020 bei

der EM dabei zu sein. Keine Frage.“

Patrick Berger

hätte sich den Randalierern

nicht in den Weggestellt.

Daswird

ein Fest

Feiern Sie mit uns den

neuen PassatVariant*

Ein neues Auto muss gebührend gefeiert werden. Deshalb laden wir Sie zu

uns ins Autohaus ein, um den neuen PassatVariant livebei uns zu erleben.

ZurStärkung gibtesleckereBurger,einen spannenden Offroad-Parcour und

viele attraktiveAngebote. Und fordern Sie auch Ihr Glück heraus. Bei unserem

Gewinnspiel gibt es Preise im Wert von 5bis 1.000 Euro. Die Teilnahmelose

erhalten Sie amVeranstaltungstag vorOrt oder unter www.volkswagen-neuwagen.berlin.Wir

freuen uns darauf, Sie bei uns begrüßen zu dürfen.

*Kraftstoffverbrauch des neuen PassatVariant in l/100 km: kombiniert

7,1-4,1, CO₂-Emissionen in g/km: kombiniert 163-108.

Abbildung zeigt Sonderausstattungen gegen Mehrpreis. Stand 10/2019.Änderungen und Irrtümer

vorbehalten. 1 DieTombola findet am09.11.2019 inunseren Betrieben in Berlin-Marzahn

und inBerlin-Pankow statt. Eskönnen nur Teilnahmelose gewinnen, die personalisiert sind

und in einem der Betriebe abgegeben wurden. Die Tombola endet am 09.11.2019 um 14 Uhr.

Teilnehmer müssen das 18. Lebensjahr vollendet haben. Gewinne vonWertgutscheinen oder

Warengutscheinen können nicht barausgezahlt werden. Sollte ein Gewinner nicht anwesend

sein, wird erschriftlich benachrichtigt, sofern Kontaktdaten vorliegen. Der Rechtsweg ist

ausgeschlossen.

Am 09. November 2019 von 10:00 bis 15:00 Uhr

Logo

mit großem Gewinnspiel 1 ,bei dem jedes Los gewinnt

ASB AUTOHAUS BERLIN GmbH

Volkswagen Berlin-Marzahn

Marzahner Chaussee 234, 12681 Berlin

Telefon +49 30 54797 110

Volkswagen Berlin-Pankow

Berliner Straße 100, 13189 Berlin

Telefon +49 30 47995 222

autohaus-berlin.de

volkswagen-neuwagen.berlin


Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6. November 2019 – S eite 20 *

·························································································································································································································································································

Sport

Stadtrivalen

Gefährliche

Konfliktlage

Markus Lotter

forderteinen Dialog zwischen

Union und Hertha.

InReaktion auf die Vorkommnisse

beim Stadtderby hat sich Union-

Präsident Dirk Zingler mit einem am

Montag in die Öffentlichkeit versandten

Brief an die Mitglieder seines

Klubs gewandt. Wichtig scheint

ihm dabei vor allen Dingen eine differenzierte

Analyse der verstörenden

Geschehnisse im Stadion An der Alten

Försterei zu sein. Einerseits übt

er bezüglich der Tatsache, dass sich

eine„Gruppe“ mit einem„rücksichtlosen

Vorgehen“ Zutritt ins Stadion

verschaffen konnte sowie des von

circa 15 Personen aus dem Union-

Block unternommenen Versuchs eines

Platzsturms nach Spielschluss,

erst mal ausgiebig Selbstkritik. Man

wäre organisatorisch „nicht auf einen

solchen Angriff aus den eigenen

Reihen nicht vorbereitet“ gewesen,

werdeanalysieren,„welcheVeränderungen

und Verbesserungen“ man

dahingehend vornehmen könne.

Andererseits verurteilt er aufs

Schärfste die „unaufhörlichen Angriffe

aus dem Gästeblock“. Zitat:

„Dieses kriminelle und asoziale Verhalten

gefährdete die Fortsetzung

des Spiels und ist absolut inakzeptabel.“

Mehr wolle er dazu nicht sagen.

KlareVerhaltensregeln

Muss er auch nicht, da doch allen inzwischen

klar ist, dass dieses Stadtderby

die Feindseligkeit zwischen

den beiden Berliner Bundesligisten

um ein doch ziemlich bedenkliches

Maß verstärkt hat. Schließlich

machte doch der eine den anderen,

ohne dass das freilich einer offen zu

artikulieren wagte,unterschwellig für

das wüste Treiben während und nach

der Partie verantwortlich. Und letztendlich

wurde keine Absicht dahingehend

geäußert, dass man für diesen

auch in der Auswirkung katastrophalen

Fußballabend doch schleunigst

eine gemeinsame

Ursachenforschung betreiben und

daraus präventive Maßnahmen ableiten

sollte.

Im Hinblick auf das Rückspiel,

das am dritten Märzwochenende

kommenden Jahres ausgetragen

wird, birgt diese Konfliktlage jede

Menge Gefahr. Und das nicht nur

für die 90 Minuten Fußball im Berliner

Olympiastadion, sondern auch

für das Vor- und Nachspiel, das unter

den zur Gewalt bereiten Fußball-

Fans ja gern mal abseits des Stadions

ausgetragen wird. Einzeitnaher

Dialog scheint also not zu tun, zwischen

den Verantwortlichen im

Klub, damit die Anhänger beider

Seiten für das nächste Duell klare

Verhaltensregeln auferlegt bekommen.

Damit der Fußballwahn in der

Stadt nicht tatsächlich zu einer

chronischen Krankheit ausartet.

Wenn er einen dicken Hals hat, weiß ihn

DirkZingler gut zu verbergen. O. WINTER

Der Weisheit letzter Schuss

Zwei Berliner Teams in der Bundesliga,

zwei Kenner des Berliner Fußballs:

Michael Jahn und Andreas Baingogeben

immer mittwochs ihre Expertise ab.

Michael Jahn für Hertha BSC, seine Hertha,

die er seit mehr als zwei Jahrzehnten als

Reporter begleitet. Und Andreas Baingofür

den 1. FC Union, seine Eisernen, für die er

selbst früher am Ball war. Vordem elften

Spieltag erinnertsich der eine an den 11.

November 1989, während sich der andere

noch einmal mit dem spielentscheidenden

Elfmeter beim Stadtderbyauseinandersetzt.

Die verpasste

Chance

VonMichael Jahn

In diesen Tagen kommt bei mir

der Ärger wieder hoch. Es geht

um den Frust, einst ein ganz,

ganz wichtiges Spiel vonHertha

nicht gesehen zu haben, obwohl ich

durchaus die Chance zum Besuch

des Olympiastadions besaß. Die

Mauer war gerade gefallen und Hertha

traf nur zwei Tage später, am11.

November 1989, aufWattenscheid 09.

Ostberliner bekamen zum ersten Mal

die Gelegenheit, die Hertha livezuerleben,

anstatt lediglich im Westfernsehen.

EinZweitligaduell geriet plötzlich

auf die politische

Weltbühne. Und ich

war nicht dabei.

Nun trifft Hertha

BSC zum 30. Jahrestag

des Mauerfalls, im

Olympiastadion auf

RB Leipzig. Dort werden

auch viele Spieler

in der Arena sein, die

einst Geschichte geschrieben

haben. Berliner

und Wattenscheider.

Hertha hat

diejenigen Profis eingeladen,

die am 11.11.

1989 das Spitzenspiel

der Zweiten Bundesliga

bestritten, das 1:1

endete. Eine wunderbareIdee.

Auch vor 30Jahren

reagierte Hertha schnell auf die turbulenten

Ereignisse und stellte 10 000

Freikarten für DDR-Bürger zur Verfügung.

DieFans aus dem Osten mussten

lediglich ihren Personalausweis

vorzeigen, um ins Stadion zu kommen.

Am Ende wurden offiziell 44 174

Zuschauer angegeben, es sollen aber

rund 60 000 gewesen sein, davon

etwa 11 000 aus dem Osten.

Ich selbst habe bislang als Reporter

etwa 450 Spiele von Hertha gesehen,

darunter großartige Siege und

bittere Niederlagen. Aber am 11. November

1989 war ich statt im großen

Olympiastadion in der kleinen Sporthalle

am Anton-Saefkow-Platz in

Lichtenbergund habe für die Berliner

Zeitung vomTischtennis-Turnier der

Tausende, einer sehr beliebten Breitensportaktion,

berichtet. Warumich

„Der tiefe

Blick ins

Archiv

offenbart

drastisch

unsere

vergebene

Chance.“

als noch recht junger Reporter nicht

zur Hertha geschickt worden war?

Keine Ahnung. So kurz nach dem

Mauerfall lebten auch wir Redakteure

in einem Ausnahmezustand. Undder

Profifußball spielte in der Zeitung bis

dahin nur eine kleine Rolle.

Das Hertha-Spiel gegen Wattenscheid

haben wir in seiner Dimension

total unterschätzt. Dertiefe Blick

ins Archiv offenbart drastisch unsere

vergebene Chance. In der Ausgabe

vom Montag, den 13. November

1989, bekam ich auf der Sportseite

den Aufmacher-Text vomTischtennis

der Freizeitsportler. Und die Hertha?

In der Rubrik „Sport in

Zahlen“ wurde das Resultat

Hertha-Wattenscheid

1:1 in kleiner 6-

Punkt-Schrift vermeldetund

dazu die Tabellenspitze

der Zweiten

Bundesliga. Naja, immerhin

druckte meine

Berliner Zeitung schon

zuvor immer am Montag

wenigstens die Resultate

samt Tabelle der

Ersten Bundesliga ab.

Hertha stieg damals

am Ende der Saison zusammen

mit Wattenscheid

in die Erste Liga

auf. Dort gab Hertha

aber nur ein einjähriges

Intermezzo. Jetzt sollen

die Akteure von 1989,

die meisten inzwischen Mitte oder

Ende 50, am Sonnabend eine große

Bühne bekommen und auf dem Rasen

symbolisch die Mauer noch einmal

einreißen. Herthas Trainer Werner

Fuchs,der schon1999 verstorben

ist, sagte im Novembervor 30 Jahren:

„Wir saßen alle vor diesem Spiel gegen

Wattenscheid schweigend in der

Kabine. Alle waren wie gelähmt vor

Rührung, aber auch durch den Druck

des historischen Spiels.“

Niklas Stark, PerSkjelbred oderVedad

Ibisevic werden nungegen Leipzig

in den neu produzierten weißen

Trikots mit dem Berliner Bären auf

der Brust spielen, die ihreVorgänger

einst gegenWattenscheid trugen. Das

sollte keine Last sein, sondern Lust

machen auf ein großes und vorallem

erfolgreiches Spiel.

VonAndreas Baingo

Ein klein wenig hält mich

noch immer das Derby gefangen.

Nicht die Chaoten,

die haben es nicht verdient.

Eher der erste rot-weiße Sieg im dritten

Heim-Punktspiel gegen die blauweiße

Hertha, dazu Sebastian Polter

mit seinem Elfmeter zum 1:0. Der

Stürmer,der keine so einfache Saison

hat, dem aber schon zwei Joker-Tore

hintereinander gelungen sind, ist einer

der am meisten gefeierten Derby-

Helden. Beide seine Tore hat er vom

Punkt erzielt, das ist eine absolute Rarität.

Erst acht Spieler

vor ihm haben das in

der Bundesliga als Joker

ineiner Saison geschafft

und nur einer

wie jetzt er in zwei aufeinanderfolgenden

Spielen. Frank Pagelsdorf

nämlich, und der

hat, wenn auch als

Trainer, immerhin eine

Union-Vergangenheit.

Mir geht es um

Schiedsrichter Deniz

Aytekin. Lange schon

hat mich ein Unparteiischer

nicht so überzeugt

wie der in Nürnberg

geborene Betriebswirt.

Ich bewundere

seine Ruhe und

Besonnenheit, das

Derby trotz aller miesen Randerscheinungen

souverän zu Ende zu

bringen. Aber auch das ist es nicht,

wofür ich ihm Hochachtung zolle.

Mirgehtesumden Elfmeter.

Wasschon habe ich von Experten

gehört, warum manches und jenes

kein Elfmeter sein könne, weil dies

und das nicht zuträfe. Dass eszum

Beispiel einen Kontakt gegeben habe,

der aber für einen Elfmeter nichtausreiche.Oderdassesein

Foul war, der

gefoulte Spieler sich aber zu schnell

habe fallenlassen. Am schlimmsten

ist es, wenn ein Verteidiger grätscht,

derAngreifer über die Grätsche springen

will und stürzt. Schnell ist das vermeintliche

Totschlag-Argument zur

Hand, der Stürmersei ja gar nicht berührt

worden. Himmelherrgott, soll

er denn sehenden Auges in die Grät-

Strafstoß

muss sein

„Himmelherrgott,

soll

er denn

sehenden

Auges

in die

Grätsche

taumeln.“

GETTY

sche taumeln, sich womöglich das

Bein brechen, nur um einen Elfmeter

zu bekommen? Schon der Versuch ist

strafbar,nur wirddies zu oft nicht berücksichtigt.

Wer selbst Fußball gespielt hat,

weiß, dass in schneller Bewegung ein

Hauch von einem Schubser genügt,

um aus dem Tritt zu kommen und

sich im schlimmsten Fall langzulegen.

Dazu braucht es tatsächlich

nicht viel und sieht manchmal aus,

als sei der Sich-Flachleger ein regelrechtesWeichei.

Auch das kommt vor,

ja, aber das erkennt man schnell.

Im Fall vonChristian Gentner und

Dedryck Boyata ist für

mich die Sache klar,

auch wenn manche

meinen, es wäre ein

Abschluss erfolgt und

damit basta. Gentner

hatte schon geschossen

und der Ball flog

über das Tor, richtig,

trotzdem ist Boyata

dem Mittelfeldmann

der Eisernen regelwidrigindie

Parade gefahrenund

hat ihn getroffen.

So ist die Regel.

Deshalb: Elfmeter!

Ältere Zeitgenossen

werden sich an eine

Szene aus dem WM-

Spiel von 1974 zwischen

Polen und Jugoslawien

erinnern. Als

ein Angriff der Polen abgewehrt und

derBalllängst im Mittelfeld ist, pfeift

der Schiedsrichter, zufällig Rudi

Glöckner aus Markranstädt bei Leipzig,

und zeigt auf den Punkt. Zurecht,

selbst wenn der Ball 50 Meter entfernt

ist, denn im Strafraum der Jugoslawentritt

ein Verteidiger einem polnischen

Angreifer in die Beine.Esist ein

Lehrbeispiel dafür, dass nicht zählt,

wo der Ball ist oder ob eine Aktion abgeschlossen

ist, sondern wodas Vergehen

(auch ohne Ball!) passiert. Mag

sich darüber aufregen, werwill, Aytekin

liegt richtig.

Deshalb, abernicht nur,haben die

Eisernen das Derby verdient gewonnen.

Richtig gut wird es aber erst,

wenn sie in Mainz nachlegen. Meinetwegen

mit einem Polter-Tor vom

Punkt.

Ein

ungemütlicher

Termin

Hertha-Bosse geben Antwort

auf dringliche Fragen

VonSebastian Schmitt

AmMontagabend hat sich im Bistro

Greens, das gleich neben der

Geschäftsstelle des Berliner Fußball-

Bundesligisten Hertha BSC gelegen

ist, auf eindrucksvolle Weise gezeigt,

wie viele dringliche Fragen es für die

Verantwortlichen des Klubs zu beantworten

gibt. „Hertha im Dialog“

heißt die Veranstaltung, die da vonstatten

ging. Moderiert vom ehemaligen

Publikumsliebling Axel Kruse,

besucht von gut 100 Anhängern, die

sich mit ihren Wortmeldungen vorzugsweise

dann doch an Michael

Preetz, den Manager, und Werner

Gegenbauer, den Vereinspräsidenten,

wandten.

Einungemütlicher Termin für die

Kluboberen war das, allein schon

wegen der Pleite im Stadtderbybeim

1. FC Union am vergangenen Sonnabend

und den üblen Begleitumständen,

die ja explizit auch von ein

paar Dutzend Dummköpfen im Hertha-Block

hervorgerufen worden

waren. „Ich habe mich geschämt.

Das war peinlich“, sagte Kruse, erntete

dafür großen Applaus.Präsident

Werner Gegenbauer stimmte ihm

zu, will indes weiter auf einen Dialog

mit der aktiven Fanszene setzen:

„Das ist eine beschissene Situation,

aber keine, die uns dazu bringt, den

Dialog nicht fortzuführen.“ Ein Teil

derer, die „Straftaten“ begehen,

dürfe nicht überlagern, was man gemeinsam

versuche. Einer aus dem

Publikum brachte dagegen seine

Hoffnung zum Ausdruck, „dass die

Täter lebenslanges Stadionverbot

bis zur Kreisklasse kriegen“.

Deutliche Kritik am Team

Manager Michael Preetz wiederum

konzentrierte sich auf das Sportliche,kündigte

ein Analyse des schwachen

Auftritts an und kritisierte die

Mannschaft deutlich.„Wir haben ein

schlechtes Spiel gemacht, ohne

Wenn und Aber über 90 Minuten. Im

Prinzip haben wir keine Torchance

kreiert. So kannst du nirgendwo gewinnen.

Das war sehr, sehr ernüchternd.“

In diesem Zusammenhang gabes

in der Runde natürlich auch großes

Interesse an etwaigen Verstärkungen,

die dank der Einlage von Investor

Lars Windhorst doch möglich

sein müssten. „Das bringt uns in die

Situation, dass wir in den nächsten

Transferperioden sicherlich in anderen

Dimensionen investieren können,

als wir das in der Vergangenheit

gewohnt waren“, sagte Michael

Preetz. Man müsse jedoch bedenken,

dass dem Klub damit „auch

nicht die Fußballwelt zu Füßen“

liege. Sowohl Neuverpflichtungen

als auch Abgänge seien in der Winterpause

„Optionen“.

Gefragter Mann: Hertha-Präsident

Werner Gegenbauer.

CITY-PRESS


Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6. November 2019 – S eite 21

·························································································································································································································································································

Feuilleton

Ohne Langeweile:

André Herzberg

vor dreißig Jahren

Seite 22

„Was aus den Träumen übrig geblieben ist“

Torsten Wahl über die „Revue einer verpassten Gelegenheit“ in der Volksbühne Seite 23

Literaturnobelpreis

Klarheit für

Peter Handke

Harry Nutt

liest „Clarifications“ aus

dem Suhrkamp-Verlag.

Kein Tagohne neuen Gesprächsstoff

zur umstrittenen Vergabe

des Literaturnobelpreises 2019 an

den österreichischen Schriftsteller

Peter Handke. Noch immer arbeiten

sich zahlreiche Exegeten an Materialien

ab, die Handke mindestens in

zwiespältigem Licht erscheinen lassen.

Zu philologischer Berühmtheit

hat es inzwischen ein Interview mit

der im rechten Ahriman-Verlag erscheinenden

Zeitschrift „Ketzerbriefe“

aus dem Jahr 2011 gebracht,

in dem Handke unter anderem damit

zitiertwird, dass er den „Müttern

von Sebrenica“ ihreTrauer nicht abnehme.

Über den Suhrkamp-Verlag

ließ Handke später mitteilen, dass er

das Interview nicht autorisiert habe.

„Ich kann mir auch nicht vorstellen,

diese Sätze indieser Form so gesagt

zu haben. Für mich gilt das, was ich

schriftlich festhalte“, heißt es in

Handkes kurzerErklärung.

DerSuhrkamp-Verlag ist um weitereAufklärung

bemüht. In einem 25

Seiten umfassenden, auf Englisch

abgefassten, Papier versucht man

sich an „Klarstellungen zu einer weitergehenden

Debatte“. Verlagssprecherin

Tanja Postpischil versteht die

„Clarifications“ (die der Berliner Zeitung

vorliegen) weniger als Debattenbeitrag

aus dem Hause Suhrkamp,sondernals

Handreichung für

die vielen nicht-deutschsprachigen

Journalisten, die über die Diskussion

berichten. Es gehe um die richtige

Wiedergabe von Zitaten und den

entsprechenden Kontext, in dem sie

geäußertwurden.

Handke lesen, leicht gemacht –

als wenn das so einfach wäre. Etwas

salopper geht die österreichische Literaturnobelpreisträgerin

Elfriede

Jelinek mit den Vorwürfen gegen ihren

Kollegen um. „Wenn alle in eine

Richtung rennen“, sagte sie dem

Portal News.at,„müssen die Künstler

als einzige in die andre, das ist nicht

nur ihr Recht, sondern ihre Pflicht,

auch wenn ihnen dabei noch so viele

entgegenkommen, die keineswegs

entgegenkommend zu ihnen sind.“

Dichter sind oft einsam.

Zarte Brutalität

„Lara“ von Jan-Ole Gerster ist eine mitunter auch komische Elegie für und mit Corinna Harfouch

VonChristina Bylow

AnderWand klafft eine Leerstelle,

was fehlt, deutet der

davor stehende Klavierstuhl

unmissverständlich

an. Aufgeräumt und ohne persönliche

Signatur ist das Zimmer,das Jan-

Ole Gerster zeigt wie einen unbewohnten

Ort. Eine Frau tritt ins Bild,

als wäre sie hier nur zu Besuch. Sie

setzt sich auf den Klavierstuhl und

betrachtet die Wand. Lara, gespielt

vonCorinna Harfouch. Es sind nicht

die ersten Einstellungen von„Lara“,

aber es sind die ersten Bilder,die Indizien

liefern für die Geschichte der

Frau, die an diesem Tagihren sechzigsten

Geburtstag begeht. In der

größten Einsamkeit, die sich denken

lässt –jener zwischen Menschen.

Es gibt Zufallsbegegnungen, familiäre

Kollusionen, erwünscht ist

die schmale, ander Oberfläche beherrschte

Frau in rostrotem Mantel

nirgends. Warum das so ist, dafür

gibt es Hinweise,keine Erklärungen:

Dasist das Prinzip,mit dem es dieser

Film schafft, in knapp 100 Minuten

nicht nur 24 Stunden im Leben einer

Frau und ihres Sohnes zu erzählen,

sondern eine ganze Familien-Dynamik

aufscheinen zu lassen.

Anders als sein gefeiertes Debüt

„Oh Boy“, das mit seinem jungen,

vonTom Schilling gespieltem Drifter,

durch Berlin mäandert, erzeugt

„Lara“ eine unerhörte Spannung mit

nahezu statischer, reduzierter Bildsprache.Essind

gekappte Stillleben.

Der Ausschnitt einer Gründerzeitfassade

mit schmiedeeisernen Fenstergittern.

Die Spiegelwand einer

Umkleidekabine, ein Konzertpodium

mit einem Flügel. Man erahnt

manches, das Theater des Westens,

das KaDeWe,den Hansaplatz. West-

Berlin, wo es alt geblieben ist, stellenweise

wieder strotzend unter Patina.

Die Kameraarbeit von Frank

Griebe umfängt es mit viel Liebe zur

Symmetrie und mit matt changierendem

Herbstlicht. Fast immersind

erst die Orte da, die Figuren treten in

sie hinein wie Schauspieler in ein

Bühnenbild. Und doch vibriert und

leuchtet dieser Film, ohne je an Kraft

zu verlieren. Im Gegenteil, er strebt

auf ein furioses Ende hin, in dem

sich Corinna Harfouch noch einmal

rückhaltlos und mit höchster Kunst

verschwendet. Es ist ihr Film.

Corinna Harfouch als „Lara“ in dem gleichnamigen Film von Jan-Ole Gerster

Sie ist immer da. Auf Tom Schilling

muss man lange warten, doch

was dann zwischen Mutter und Sohn

passiert, ist erschütternd in seiner

zarten Brutalität. Nur wenige Stunden

vor seinem wichtigsten Konzert

als Pianist und debütierender Komponist

zerstört die Mutter dessen

mühsam dem Zweifel abgerungenes

Selbstbewusstsein am Gartentisch

der Großmutter. Sie kann nicht anders,

sie muss ihn schwächen, um

STUDICANAL

mit ihrer eigenen Lüge leben zu können.

Das Klavierstudium gab sie

einst auf, wurde Beamtin bei der

Stadtverwaltung, zu Hause unterrichtete

sie ihren einzigen Sohn.

Wie das vor sich gegangen sein

kann, zeigt eine andereSzene,inder

Lara inder Musikhochschule einen

Schüler antrifft, ein Kind noch, das

voneinem berühmten Professor unterrichtet

wird, der den Raum nur

kurz verlassen hat. Die holprigen

Versuche des Kindes diktatorisch antreibend,

seufzt sie schließlich „vielleicht

doch lieber Trompete“, und

wirft dem Jungen jenen Blick zu, den

Corinna Harfouch kann, wie keine

andere, gnadenlos und doch voll unterschwelliger

Wärme. Ohne auf die

Hilfskonstruktion der Rückblende

zurückgreifen zu müssen, hat Gerster

zusammen mit dem slowenischen

Autor und Fotografen Blaz Kutin,

der das Drehbuch schrieb, auf

dieseWeise eine weitereEbene in die

Architektur seines Films eingezogen.

Gerster öffnet die große Geschichte

in der kleinen, lässt die Vergangenheit

in der Gegenwart aufgehen. In

einem einzigen böse-triumphierenden

Blick vonGudrunRitter als Mutter

Laras offenbartsich die Tragik der

ungeliebten Tochter.

„Lara“ handelt von einer Leidenschaft

und dem lebenslangen Versuch

ihrer Bändigung. Der strenge

visuelle Rahmen, in dem Jan-Ole

Gerster seine Hauptfigur agieren

lässt, hält sie in ihrer Getriebenheit,

lässt sie Haltung wahren ohne ihre

zunehmende Auflösung zu verdecken.

Wir werden Zeuge eines verzweifelten

Kampfs einer Frau um ihr

Selbstbild, erst als sie das aufgibt,

hemmungslos futternd vordem Verlegenheitsgeschenk

ihres Sohnes,einem

überdimensionalen Geschenkkorb,

scheint Hoffnung auf. Natürlich

ist dieser Moment –und nicht

nur dieser –auch komisch, wie immer,wenn

etwasWahres hinter einer

Rüstung hervorlugt.

Das macht den Film übertragbar

auf jedes bürgerliche Milieu,

nicht nur auf jenes, indem klassische

Musik und mehr noch Musiker

wie Götter verehrt werden. Die

sadistische Seite der Götter aber

offenbart sich in der schwarzen

Pädagogik, die in sogenannten Begabtenberufen

noch immer gedeiht

wie Giersch. Das Kino tut

sich traditionell schwer mit irreversibel

Geschädigten und verpasst

ihnen absurde Happy Ends.

NichtsoGerster.Ermag seine Heldin

zu sehr, umsie so billig davonkommen

zu lassen.

Lara Deutschland2019. Regie: Jan -Ole Gerster.

Buch: BlazKutin. Kamera: Frank Griebe. Darsteller:Corinna

Harfouch,Tom Schilling, Rainer Bock,

VolkmarKleinertu.a., 98 Minuten,Farbe

DerFilm kommt am Donnerstagindie Kinos

NACHRICHTEN

Kathrin Becker wird Chefin

des KINDL-Zentrums

DasBerliner KINDL-Zentrum für

zeitgenössische Kunst bekommt

eine neue Direktorin. Kathrin Becker,bislang

Geschäftsführerin des

Neuen Berliner Kunstvereins,dessen

Video-Forum sie seit 2001 leitet, folgt

auf Andreas Fiedler.Das privat gegründete

Kunst-Zentrum auf dem

ehemaligen Neuköllner Brauerei-

Areal hat sich binnen kurzerZeit zu

einer wichtigen Institutioninnerhalb

der Berliner Kunstszene entwickelt.

Becker will dieses Potenzial

mit Orten wie dem Sudhaus und

dem Kesselhaus weiter ausschöpfen.

DieKunsthistorikerin und Slawistin

tritt am 1. Februar 2020 an. (ir)

Ehrenpreis für den Regisseur

Rosa von Praunheim

Für seine Verdienste um den

deutschsprachigen Film erhält der

Regisseur Rosa vonPraunheim (76)

den Ehrenpreis des Saarbrücker

Filmfestivals MaxOphüls Preis

(MOP) 2020. Er sei Anfang der 70er

durch seine Filme zum „öffentlichen

Wegbereiter der Schwulenbewegung

in Westdeutschland“ geworden, erklärten

die Festivalorganisatoren am

Dienstag. Viele Beiträge des Nachwuchsfilmfestivals

wären ohne das

Wirken Praunheims nie entstanden.

„Für die jungen Talente,aber auch

für unsereGesellschaft stellt er in seinem

vielschichtigen Schaffen ein

unbedingtesVorbild dar.“ DerinBerlin

lebende Praunheim drehte seit

1967 bis heute den Angaben zufolge

rund 150 Kurz-und Langfilme. (dpa)

Die Band Schiller plant

mehrere Konzerte in Teheran

Christopher vonDeylen und seine

Band Schiller planen für November

mehrereKonzerte in Teheran. Schiller

und vonDeylen waren schon

2017 und 2018 in der iranischen

Hauptstadt zu Gast. Diesmal wollen

sie dortihr neues Album „Morgenstund“

vorstellen. Schiller wurde

vonChristopher vonDeylen 1998 in

Hamburgins Leben gerufen und

war die erste westliche Musikgruppe,die

nach fast 40 Jahren ein

Pop-Konzertinder Islamischen Republik

Iran geben durfte. (dpa)

UNTERM

Strich

Rom &Peter

Ein Fest der

Zweisamkeit

VonPeter Wawerzinek

Torsten Rasch ist einer meiner Mitbewohner

in der Villa Massimo. Von der Berufung

her ist er Komponist. Hat Rammstein-

Lieder zu symphonischen Hinhörbissen veredelt.

DenUmstand schätzeich an ihm sehr.

Er raucht, er nickt underlacht in seiner Ateliertür

stehend von mir zur Villa Borghese

befragt. Oh ja doch, sagt er trocken. Ein Tag

reiche gerade einmal so hin, sich dortein wenig

umzusehen. Ist deutlich mehr als nur

eine Villa mit Garten drumherum, die weltbekannte

Residenz auf dem Hügel Pincio.Ist

eher ein unvorstellbar riesiges Landstück

mitten in Rom. Wirkt alles wie auf dem Dorf

dort, klärt ermich kichernd auf. Hat irre Dimensionen

das Ganze. Will erst einmal erlaufen,

reihum erreicht, besucht und angeschaut

sein. Istsomit Parkanlagen, Wäldern,

zig Galerien, Museen ausgestattet, einem

Theaterhaus, einer Reitschule, jasogar einem

eigenen Zoo versehen, und einem

Kunstsee fürs vergnügliche Paddelbooten.

War mit der Familie da und weiß also

schon sehr genau, worüber er hier redet.

Hörtsich echt prima an, freue ich mich, und

nehme mir den Ausflug dorthin für diesen

Samstag vor. Ist schließlich nicht irgendein

Samstag, verrate ich ihm leise.Soll unser Feiersamstag

werden. Begehen seit Jahresbeginn

den neunzehnten TagimMonat als Fest

der Zweisamkeit, meine Freundin und ich.

Begehen meint bei uns hier in Rom wortwörtlich

auf Schusters Rappen unterwegs zu

sein, die Strecke brav abzulaufen, den Ort

dann ausgiebig zu erwandern, sich nebenher

ergehen, herumstreifen. So ziehen wir

vonder einen Villa zu anderen Villa, achtsam

darauf bedacht, vornehmlich Seitenwege zu

KLAUS ZYLLA

nehmen, um dem übermütigen Gebrause

der Hauptstraßen auszuweichen. Und langen

dann am obersten, weniger frequentierten

Eingang an. Jetzt heißt es erst einmal am

Kiosk Espresso bestellen, sich hinsetzen und

ihn genüsslich nippen. Danach ist der Wegeplan

dran, sich an ihm darüber orientieren,

was wo liegt und wie zu erreichen wäre.

Ist zuBeginn noch ein schöner Spaziergang

über die schön ausgetretenen Wege an

hügliger Landschaft, Wiesen, Bäumen, Büschen

vorbei. Wechselt dann aber in Asphalt

über, der Naturpfad. Auf ihm tummeln sich

Besuchergruppen. Autos,Busse,Motorräder

fahren hin und her. Und jene vierrädrigen

Tretgestelle! Diekreuzen bimmelnd, johlend

und kraftmeierisch hinter und vor uns aus

dem Getümmel auf und sind vor allem von

deutschlauten Erlebnisurlaubern besetzt.

Nixwie weg, die Treppenstufen empor flüchten

wir in die Galerie der großen Meister.Caravaggio,Leonardo

daVinci, Raffael, Rubens,

Tizian, Veronese. Ist nicht, geht nicht,

schmettertdie Kassendame meine Versuche

Eintritt zu erlangen ab.Daerweicht sie auch

die Sonderzutrittskarte derVilla Massimofür

Ganzrom gültig hergezeigt nicht.Wirkönnen

uns ans Ende der Warteblase einordnen und

auf das Glücksradspiel um Eintrittskarten

einlassen. Ist nicht, wollen wir nicht, sagen

wir zur Kassenfrau. DasWetter ist schön. Die

Sonne wärmt. In der nächsten Galerie ist der

Eintritt frei. DerHauptkünstler ist uns viel zu

bunt und hat die grellen Farben eher auf die

Leinwände geschleudert. Dagegen Giorgio

de Chirico. Der ist echt toll. Sein Bild „Geheimnis

und Melancholie einer Straße“ finden

wir Extraklasse. Besonders dieses Mädchen,

das einem Hula-Hoop-Reifen nachrennt.

Das gibt es als Lesezeichen zum Mitnehmen.

Und ist dann also unsere kleine

Erinnerung an den Jubiläumswandertag.


22 * Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6 . N ovember 2019

·························································································································································································································································································

Feuilleton

„Also Langeweile nicht mehr“

Ein Dokument des Aufbruchs: Ein Gespräch mit André Herzberg von der Berliner Band Pankow aus der Berliner Zeitung vom 7. November 1989

Das Gespräch mit André

Herzberg von der Rockband

Pankow stammt

aus einer irrsinnig kurzen

Zwischenzeit – zwischen der Demonstration

auf dem Alexanderplatz,

auf der gefühlt das halbe Land seine

Zukunft in die eigenen Hände nehmen

wollte – und dem Mauerfall.

Kurz zuvor hatte schon TamaraDanz

von Silly über die Resolution der

Rockmusiker gesprochen, doch im

September fand noch kein Wort darüber

in die Zeitung. DasGespräch mit

Herzberg dagegen spiegelt die

enorme Aufbruchstimmung – er

spricht von Bestrafung der Verantwortlichen

für Übergriffe, von politischen

Strukturen der Kontrollorgane,

einer Untersuchungskommission.

Ein undenkbares Vokabular in einer

DDR-Zeitung noch ein paar Wochen

zuvor. Indieser Zeit kam auch die

Pankow-Platte „Paule Panke“ in die

Läden, die den Musikern 1982 verweigertworden

war.Ihr Titel „Langeweile“,

ein Soundtrack zur Vorwendezeit,

wurde lange nicht öffentlich

gespielt. DieZeile „Zulange die alten

Männer verehrt“ sollte kein DDR-Radio

spielen. André Herzberg, 64, hatte

damals seine größten Erfolge als Sänger

von Pankow schon hinter sich,

tritt aber bis heute mit Soloprojekten

auf und als Buchautor. Gelegentlich

geht auch die Band noch aufTournee.

In zornigen Liebesliedern, unverbrämten

Texten gegen Spießertum,

Untätigkeit, Doppelzüngigkeit und

politische Ignoranz hat Pankow seinen

Zuhörern stets Identifikationsmöglichkeiten

geboten, gewissermaßen

deren Frustrationen artikuliert.

Ist Glaubwürdigkeit ein Grund für

das relativ ungebrochene Verhältnis

zwischen Pankow und seinen Fans?

EinVerhältnis, auf das ja nur wenige

DDR-Bands verweisen können.

Ein Grund sicher, natürlich gepaart

mit unserem Rock’n’Roll, unseren

Live-Auftritten überhaupt.

Wobei ich nie versucht habe, die Erfahrungen

anderer auszudrücken,

das waren doch immer meine eigenen.Wenn

sie sich mit denen des Publikums

decken, ist das in Ordnung.

Dass unsere Konzerte noch immer

so viele Leute ziehen, macht schon

ein gutes Gefühl. Denn dies ist ja ein

sehr kleines Land, wir haben wirklich

schon überall gespielt, meist

nicht nur einmal.

Wenn Sie in dieser Zeit jetzt neue

Texte erdenken, welches sind Ihre

Themen?

Also Langeweile nicht mehr. Dieses

über lange Jahre inmir gespeicherte

Lebensgefühl, das der Song

beschreibt, dieses „Rumrennen“,

ohne dass was passiert, hat sich erst

André Herzberg (l.) und Jürgen Ehle von der Band Pankow bei einem Konzert1989

mal erledigt. Denn es passiertjawas.

Hunderttausende sagen ihre Meinung,

entwickeln Vorstellungen von

der Neugestaltung ihres Landes,melden

in Demonstrationen hartnäckig

Mitspracherecht an. Ich weiß nicht,

ob etwas davon in meine Texte eingeht,

wir machen ja keine Agit-Prop-

Songs, transportieren doch eher Gefühle.Und

die schwanken weiter zwischen

Hoffnung und tiefer Skepsis.

Das klingt nach Abwarten und Misstrauen.

Registrieren Sie dennoch das

gründlich veränderte politische

Klima, die neuen Formen des Umganges

miteinander.Erste Signale der

beginnenden gesellschaftlichen Umgestaltung?

Natürlich. Doch es geht nicht allein

um Vertrauen. Vorwenigen Wochen

erst haben einige Rocker und

Liedermacher mit hohen Funktionären

der FDJ geredet, einvernehmlich,

wie wir meinten. Das Ergebnis

konnten wir am nächsten Tagvöllig

sinnentstellt in einer Zeitung lesen.

ZUR PERSON

AndréHerzberg wurde am 28. Dezember 1955als Sohneiner kommunistisch orientierten jüdischenFamilie

in Berlin geboren. Nach dem Schulabschlussabsolvierte er einStudium an der

Hochschule fürMusik „Hanns Eisler“ in Berlin und spielte nebenbeiinAmateurbands. 1981

wurde er Sängerder Band Pankow.Heute tritt er mit Soloprogrammenund Lesungen auf.

Daswurde dann im selben Blatt von

uns richtiggestellt, o. k. Aber es verdeutlicht

das Dilemma: Es kann

nicht mehr nur um moralische Kategorien

wie Vertrauen gehen. Sondern,

wie auch Gesellschaftswissenschaftler

das verlangen, um politische

Strukturen mit Kontrollorganen,

die schwer zu definierende

Moralbegriffe überflüssig machen,

die außerdem ein Zurückfallen in

alte Zustände verhindern. Denn das

Neue wird jabisher fast nur mit den

alten Leuten gemacht. Außerdem:

Manch einer wird sein Vertrauen

auch erst bei den Demonstrationen

AKG-IMAGES, DPA

um den 7. Oktober verloren halben.

Doch es waren die Demonstranten

auf der Straße, die die politische

Wende hier und zu diesem Zeitpunkt

herbeigeführt haben. Was aber ist

mit der unabhängigen Untersuchungskommission?

Der Bestrafung

der Verantwortlichen für die Übergriffe

nach den Zuführungen?

Aufdem Kongress der Unterhaltungskünstler

im März war wiederholt die

konsequente Durchsetzung von Leistungskriterien

verlangt worden. Was

hat sich seither ergeben?

Zunächst: Nach dem Leistungsprinzip

arbeiten wir schon seit Jahr

und Tag. Manche Regelung aber

spricht dagegen. Eine Band wird

nicht danach bezahlt, wie viele Leute

sie zieht in einem Konzert, sondern

welche Einstufung sie hat. Junge

Amateurbands haben oft eine

enorme Popularität und entsprechende

Anziehungskraft, bekommen

aber nur den Bruchteil der Gage

einer vielleicht hoch eingestuften,

aber total langweiligen Gruppe. Das

ist eine leistungshemmende staatliche

Reglementierung. Die Bands

müssten selbst Veranstaltungen organisieren

können, die Höhe des

Eintrittsgeldes bestimmen, das dann

ihr Honorar ist. Die Einstufung wäre

überflüssig. Leistungsschutzrechte

auf Platten für Musiker und Sänger

spielten eine Rolle auf dem Kongress,

verschiedene Plattenlabels.

Bislang ist noch nichts durchgesetzt.

Doch darüber würde ich in Anbetracht

der großen politischen Ereignisse

erst mal nicht klagen wollen.

„Langeweile“ ist mein Lieblingstitel

von Pankow, mit Abstand. Ein Song,

der nach meinem Empfinden beste

Voraussetzungen für einen richtig guten

Hithat. Entmutigt Siedie relative

Übermacht seichter Popmusik in den

internationalen Hitlisten mitunter?

Für „Langeweile“ hatten wir auch

gehofft, ja … Es reichte für einen

Achtungserfolg. Aber es gibt so viel

hervorragende Musik, die international

keinen kommerziellen Stellenwert

hat dass man damit leben

kann. So ist das Musikbusiness.

Pankow kennt man mit theatralischen

Rockspektakeln „Hans im

Glück“, „Paule Panke“, letzteres auch

als Inszenierung am Theater

Schwedt. Pankowspielte mit sowjetischen

Militärmusikern amerikanischen

Swing, organisierte ein Benefizkonzert

für die Berliner Synagoge,

beteiligte sich am Rock gegen Gewalt.

Ideenlos waren die Projekte nie. Welche

neuen Vorhaben gibt es? Wieist es

überhaupt, so viele Jahrezusammenzuarbeiten?

Nicht unkompliziert. Weil auch

die Ansprüche aneinander hoch

sind, nicht immer voll eingelöst werden

können, wohl auch von mir

nicht. Eine neue Platte ist erst mal

nicht in Sicht. Auch die Tourneearbeit

wird sich auf eine bestimmte

Zeit im Jahr reduzieren, damit jeder

Freiräume für eigene Projekte hat.

Ichhabe da musikalischeVorstellungen,

aber auch schauspielerische

Ambitionen. Würde sehr gernmal in

einem Film spielen.

Sie haben Erfahrungen als Darsteller

in Gogols „Tagebuch eines Wahnsinnigen“

am TiPmachen können. Aber

glauben Sieauch, wen anders spielen

zu können als sich selbst?

So ein Angebot liegt mir gerade

vor. Bisher dachte ich auch, mich in

Rollen nicht allzuweit von mir entfernen

zu können. Andererseits wäre

das natürlich besonders spannend.

Es ist noch nichts entschieden.

DasGespräch führte

Birgit Walter.

Unter Einfluss

Aufzeichnungen, Briefe und Texte über Elias Canettis lebenslange Beschäftigung mit Franz Kafka

VonHarry Nutt

Die bedingungslosen Bewunderer

Elias Canettis mussten zuletzt

einiges aushalten. In seiner

schonungslosen Biografie hatte der

Literaturwissenschaftler Sven Hanuschek

aus bis dahin unveröffentlichten

Aufzeichnungen und Briefen ein

Charakterbild des Literaturnobelpreisträgers

zu Tage gefördert, das

sich gravierend von der Selbstinszenierung

Canettis unterschied. Während

sein auf Größe und über den

Taghinausweisende Bedeutung angelegtes

Werk aus einer trotz allen

Temperamentes überwältigenden

inneren Ruhe und Selbstgewissheit

hervorzugehen schien, blätterte Hanuschek

die Seiten zu einem vonDepressionen

geplagten Schriftsteller

auf, der für seine Umgebung mitunter

eine einzige Qual gewesen zu sein

schien. Die Briefe an Freunde und

Zeitgenossen, die zuletzt unter dem

Titel „Ich erwarte vonihnen viel“ bei

Hanser erschienen sind, offenbaren

einen penibel-zwanghaften und

mitunter auch egomanisch-rücksichtslosen

Autor.

Die Neigung vieler Leser, Canetti

für seinen schriftstellerischen Eigensinn

zu verehren, rührte wohl daher,

dass er selbst ein großer Bewunderer

war. Immer wieder spricht er in seiner

dreibändigen Autobiografie und

in den Aufzeichnungen über die ihm

heiligen Dichter Stendhal, Proust

und Kafka. In Wien war er als junger

Mensch in die Hörschule von Karl

Kraus gegangen, der vor allem ein

Meister des vernichtenden Urteils

war.„Die Fackel im Ohr“, der zweite

Teil der Autobiografie, handelt nicht

zuletzt auch von der schwierigen

Loslösung vom apodiktischen Vorbild

Kraus.

Die Beschäftigung Canettis mit

dem Werk und der Person Kafkas

reicht zurück in die 30er-Jahre, er hat

Der spätere Literaturnobelpreisträger

Elias Canetti im Jahr 1965.

IMAGO

nie einen Hehl daraus gemacht, dass

sein 1935 veröffentlichter Roman

„Die Blendung“ stark vom Eindruck

der Kafka-Lektüregeprägt war.InihremVorwortzuCanettis

nun gesammelt

veröffentlichten Kafka-Texten

verweist die Literaturwissenschaftlerin

Susanne Lüdemann auf eine

„Einfluss-Angst“, von der auch Canetti

mit Blick auf Kafka befallen war.

Der kürzlich verstorbene Harold

Bloom bezeichnet damit eine Art

Ambivalenzkonflikt, der entsteht,

wenn ein Autor sich in die Nachfolge

eines verehrten Vorbilds stellt, zugleich

aber das dringende Bedürfnis

verspürt, sich vondiesem abzugrenzen,

um die eigene Originalität nicht

zu gefährden.

Die Aufzeichnungen Canettis

über Kafka sind ein peinlich-genaues

Protokoll einer solchen Einfluss-Angst

und deren Bearbeitung.

Im Mittelpunkt steht dabei ein Essay

Canettis über Kafkas „Briefe an Felice

Bauer“, den er 1968 im Auftrag

von Rudolf Hartung für die Zeitschrift

Neue Rundschau geschrieben

hat. In „Der andereProzess“ arbeitet

Canetti den intimen Zusammenhang

zwischen der Briefbeziehung

mit der Berliner Stenotypistin Felice

Bauer und Kafkas literarischer Produktivität,

insbesondere der Entstehung

des Romans „Der Prozess“ heraus.Kafkas

Prozess besteht vorallem

auch in der Ambivalenz aus Hingabe

und Verzweiflung bei der Anbahnung

und Abwehr einer Beziehung.

Die Deutung eines literarischen

Werkes aus der Lebensgeschichte eines

Autors gilt in den Literaturwissenschaften

aus guten Gründen als

problematisch. Canetti aber gewinnt

aus den zwischen 1912 und 1917 geschriebenen

Briefen Kafkas ein Gesamtbild

vondessen Ängsten, seiner

visionären Kraft und geradezu körperlichen

Selbstbeschränkung, aber

auch den daraus hervorgehenden literarischen

Strategien. Bei der Entstehung

von Canettis Essay aber

spielt sich selbst ein veritables

Drama ab, indem Canetti 43 Jahre

nach Kafkas Todimbuchstäblichen

Sinn mit diesem literarischen Ahnen

ringt. Canetti scheut die Anmaßung

nicht, sich mit Kafka zu messen, aber

er entzaubert das Vorbild auch mit

diagnostischem Scharfsinn. „Unerträglich“,

notiert erwährend seiner

quälend langsamen Arbeit am Essay,

„ist sein Krankheits-Bewusstsein,

das ihn nie verlässt. Doch versöhnt

es immer wieder,wie er sich um Gesundheit

bemüht, und wirklich eindrucksvoll

ist seine Askese im Essen.

Ohne diese wären seine moralischen

Qualen falsch, man könnte sie nicht

ganz ernst nehmen.“

In seine Beobachtungsgabe und

Detailversessenheit ist Canettis

Kafka ein literarisches Juwel. Der

charakterlichen Abgründe Canettis

wird man auch hier gewahr. Der

Band „Prozesse“ aber führteine Versessenheit

vor, die an Originalität

und Klarheit kaum zu überbieten ist.

EliasCanetti:Prozesse. ÜberFranz Kafka.

Hanser-Verlag,382 Seiten, 28 Euro


Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6. November 2019 23

· ·

·······················································································································································································································································································

Feuilleton

Ein

Schrank voller

Träume

„Der kleine König

Dezember“ im DT

VonUlrich Seidler

Das ist auch so ein Theaterwunder,

auf das man mehr vertrauen

darf: Dass man sich nicht nur

das Geschlecht und die Hautfarbe,

überhaupt das Aussehen, sondern

auch die Größe eines Schauspielers

ganz schnell einfach so zurechtgucken

kann, wie es eine Geschichte

braucht. „Der kleine König Dezember“

soll ja bekanntlich ungefähr so

lang sein, wie der Zeigefinger des namenlosen

büroangestellten Erzählers,

hinter dessen Bücherregal der

Minikönig eines Tages hervorkommt.

In der diesjährigen vorweihnachtlichen

Familieninszenierung

des Deutschen Theaters reicht der

Monarch, gespielt von Lisa Hrdina,

dem melancholischen Insbürogeher

(Simon Brusis) bis zur Schulter. Das

würde es streng genommen ein bisschen

unbequem machen, den König

in der Manteltasche mitzunehmen,

um ihm die Welt zu zeigen. Aber im

Theater,wenn man es so pur und direkt

wirken lässt wie die Regisseurin

Anne Bader, ist das Weltzeigen kein

Problem.

Prinzipiell funktioniert der kleine

König –indessen Land man groß

und gescheit auf die Welt kommt

und im Lauf der Zeit schrumpft und

alles vergisst, bis man nicht mehr zu

sehen ist – wie ein Theatergegenüber,das

man sich notfalls selbst erfinden

sollte: Der Insbürogeher bekommt

durch den Besuch Gelegenheit,

neu auf sein übersichtliches Leben

zu blicken und sofort tun sich

lauter Wunder auf. Das ist in dem

Kinderbuchklassiker vonAxel Hacke

bei aller philosophisch poetischer

Lebensbejahung auch ein bisschen

betulich und onkelhaft, zumal der an

allem herumkorrigierende,alles hinterfragende

Schlaumeier einem

In der Gestalt von Lisa Hrdina wird der kleine

König zu einem großen Freund. ARNO DECLAIR

schnell auf die Nerven gehen würde.

Aber in der Gestalt von Lisa Hrdina

wird der König zu einem echten

Freund.Wieersich in ansteckend triumphale

Posen wirft, fast gefährliche

Abenteuer- und Feierlaune versprüht

und wie er den Brillenträger

angreift, wenn der zu verzagen

droht. Das sitzt bei Hrdina genau

und kommt doch aus reinstem Kinderherzen.

Die Bühne (Olaf Grambow) besteht

im Wesentlichen aus einem

drehbaren Schrank mit vielen Fächern,

in denen der König Träume

sammelt. Mit Licht- und Toneffekten,

vorallem aber durch Reaktionen

der beiden Spieler entfalten diese

Träume im Handumdrehen wirklichkeitsausknipsende

Kraft. Aufeinmal

donnert und blitzt es, dann

wohnen wir einem Duell von Westernhelden

bei, und einmal lässt ein

Drache seinen Schuppenschwanz

ins Bild hängen. Sobald aus Traum

Ernst zu werden droht, schiebt der

eben noch selbst panische König lächelnd

die Schublade zu, und wir befinden

uns wieder im Saal des Deutschen

Theaters, in dem beim

Schlussapplaus Jubel ausbricht.

DerkleineKönig Dezember. 9., 10.11.: 16 Uhr;

12.,14.11.:11Uhr,viele weitere Termine, Deutsches

Theater(Saal),Tel.: 28 441225

Gero Ivers, Stumpen genannter Sänger von Knorkator,bestritt mit „Rette sich werkann“ das Finale der Revue.

Freiheit wird sich rausgenommen

Die Volksbühne feierte den 4. November 1989 mit einem postsozialistischen „Kessel Buntes“

VonTorsten Wahl

Diese „Revue einer verpassten

Gelegenheit“

wollten viele dann doch

nicht verpassen –mehrfach

verkündete die Volksbühne

stolz, der Abend sei innerhalb von

vier Stunden ausverkauft gewesen.

So mancher Gast erwartete wohl

eine Rückprojektion zu einem Tag,

an dem noch massenhaft über den

demokratischen Sozialismus und

die Neuaufstellung der DDR diskutiert

wurde –immerhin gilt das Zusammentreffen

am 4. November

1989 auf dem Alexanderplatz, live

und in voller Länge vom DDR-

Fernsehen übertragen, als größte

politische Demonstration der

deutschen Geschichte.

Zunächst schlug die Revue einen

großen historischen Bogen, blendete

Szenen aus dem sowjetischen

Stummfilmklassiker „Glück“ ein,

bei dem ein Bauer über die Mauer

ins vermeintliche Paradies klettert.

Aus sowjetischer Bauart stammt

auch der Lada, mit dem der Moderator

Milan Peschel immer wieder

auf die Bühne fuhr und dessen Abgase

sich im Saal verteilten. Die Ko-

Moderatorin Marion Brasch kündigte

einen „postsozialistischen

Kessel Buntes“ an –der sich vielleicht

zu einem „präsozialistischen“

Auftakt entwickelt könne.

Während Peschel auf der Bühne

mit der Bolschewistischen Kurkapelle

Schwarz-Rot Kampflieder

schrie, war er im ZDF in einer anderen

1989er-Rolle zu erleben: Im

„Preis der Freiheit“ spielt er den

DDR-Chefplaner Gerhard Schürer,

der zwischen der Arroganz der

Macht zerrieben wird–erst vonSED-

Betonköpfen wie Günter Mittag,

dann vom westlichen Kapital. Doch

die Volksbühnen-Revue folgte, anders

als das ZDF-Drama, keinem fest

gefügten DDR-Bild, betrauerte auch

nicht den untergegangenen Staat,

sondern blieb offen für viele Perspektiven.

Betont unsentimental gab sich

die Lyrikerin Elke Erb, die schon die

Kundgebung vom 4.November ironisiert

hatte und die Revolution von

vornherein für chancenlos hielt. Für

Jürgen Kuttner, der das Dach des

Lada als Rednertribüne nutzte, erschien

der 4.11. wie eine „Revolution

mit Bahnsteigkarte“, an dem die Demonstranten,

anders als in der Nacht

vom 6. auf den 7. Oktober, nichts

mehr zu befürchten hatten.

Als Videoschnipsel zeigte er einen

Alex-Aufmarsch vom 11. September

2007 –dastürmten Schnäppchenjäger

zu Tausenden einen neuen Elekt-

ronikmarkt, statt „Wir sind das Volk“

riefen sie „Wir wollen kaufen“. Über

solch ein Volk spottete auch Funny

van Dannen, der sich als „Quotenwessi“

vorstellte, und in einem weiteren

ironischen Lied des Kapitalismus

lieben wollte –leider vergeblich.

Träumerisch-utopistisch gab sich

eigentlich nur die junge Philosophin

Luise Meier, die 1989 vier Jahre alt

war und hofft, viele Forderungen des

4.11. könnten noch eingelöst werden.

Pointierter brachte diese Hoffnungen

Gregor Gysi auf den Punkt,

der „zufällig“ im Saal auftauchte, in

seinem Standard-Kurzreferat die

Fehler des Westens bei der deutschen

Vereinigung aufzählte und

hoffte,die Generation der Kinder,die

für „Fridays for Future“ demonstrieren,

würden den demokratischen

Sozialismus noch erleben. Gysi war

neben Annekathrin Bürger der einzige

Gast des Abends,der tatsächlich

auf der 89er-Demo auf dem Podium

gestanden hatte.Die Redner wurden

kurz inVideos eingeblendet –doch

die Diskussionen darüber, wer damals

wann welche Demo wann angemeldet

hat und wer nun das Podest

gezimmert hatte, blieben langatmig

und bescherten dem „Kessel

Buntes“ einigen Leerlauf.

Manches geriet auch zu Volksbühnen-selbstbezüglich,

wie etwa

Sing oder stirb!

THOMAS AURIN

ein nicht enden wollendes „Heiner-

Müller-Voodoo“ mit Dutzenden

Kostümierten, bei dem sich Mex

Schlüpfer eine Frank-Castorf-

Maske vom Gesicht zerrte. Als die

Moderatorin Brasch die aufgeräumte

Stimmung hinter der Bühne

vermeldete,wünschte man sich, die

Beteiligten hätten etwas mehr davoninden

Saal getragen.

Musikalisch aber blieb der Abend

nah am Thema dran. RexJoswig von

der Band Herbst in Peking spielte

seinen 89er Wendesong „Bakschischrepublik“

in einer zerdehnten

Light-Version, zelebrierte mit einem

Gitarristen dann das Poem von

Bert Papenfuß mit dem markanten

Refrain: „Freiheit ist nicht gekommen

–Freiheit wirdsich rausgenommen.“

Die Hohenschönhausener

HipHopper Ostberlin Androgyn

nahmen sich die Freiheit, in Shorts

mit einem Joint über totalitäre Gesellschaft

zu rappen, und der einstigen

Klamaukband Knorkator blieb

es vorbehalten, mit „Rette sich wer

kann“ und „Revolution“ eine knalliges

„Kessel“-Finale zu entfachen, bei

dem sich Sänger Stumpen in einem

goldenen Glitteranzug wie besessen

schüttelte und so auch optisch andeutete,

was aus den Träumen vom

4. November dreißig Jahre später

noch übrig geblieben ist.

Nicht ohne Klischees, dafür voller Witz und Schwung: Uraufführung des Musicals „Zombie Berlin“ im BKA-Theater

VonIrene Bazinger

Dem BKA-Theater ist schon

manch schöne Überraschung

gelungen, nun hat man quasi die

Quadratur des Kreises geschafft: Ein

Zombie-Musical für Zuschauer, die

weder Zombies noch Musical mögen.

Und es macht größten Spaß!

Dabei ist in „Zombie Berlin“ gerade

die Apokalypse ausgebrochen und

die Hauptstadt voller Kannibalen,

die gierig nach Frischfleisch jagen:

„Komm, lass uns einen Menschen

aufreißen!“ Ein leeres Theater bietet

einem Kritiker, einer Rundfunkredakteurin

und dem Fahrradkurier

Tristan Schutz. Doch draußen sammelt

sich die aggressive Meute …

Wielange wirddie Tür standhalten?

Robert Löhr (Buch und Regie)

entwickelt in dieser Uraufführung

einen äußerst vergnüglichen Krieg

zwischen den Welten: Realisten und

Optimisten, Ungebildete und Gebildete,Untote

und Lebende.Und zwischendrin

verwischen sich auch die

Grenzen: Wervon einem Zombie gebissen

wurde,wie der Kritiker Henry

Isabelle Gensior,Thilo Prothmann, Alice Köfer und Christoph Keune (vl.)

von der Imbissbudenverkäuferin

Curry, wird selbst einer. Mit Gesang

indes können die ersten Angriffe abgewehrt

werden, weil „im Musiktheater

andere Gesetze gelten“, wie die

Redakteurin Maren erkennt, und

deshalb lautet die Devise für alle, ob

es ihnen schmeckt oder nicht, „Sing

oder stirb“, dazu gibt es groteske

„Kampfszenen als Tanz“.

Natürlich ist das ein komplett

durchgeknallter, absurder Alptraum

BRITTA PEDERSEN

nicht ohne Klischees, dafür voller

Witz und Schwung, und die Songtexte,die

Tomvan Hasselt und Dieter

Behrens zur Musik von Benedikt

Eichhorngeschrieben haben, setzen

die fröhlich durchtriebenen Akzente:

„Im Kopf meiner Mutter/war

alles Süßrahmbutter“ oder „Menschen

sind halt abgebrüht/Doch

schmecken sie auch roh“. Isabelle

Gensior (Curry), Alice Köfer (Maren),

Christoph Keune (Henry) und Thilo

Prothmann (Tristan) sind ein tolles

Quartett zwischen „Küssen“ und

„Bissen“, wie es in Kleists „Penthesilea“

heißt, überzeugen mit Gesang

und Tanz und blutverschmierten

Körperteilen –obauf einem Baugerüst,

beim Tango oder im Liebesduett.

Und bringen mit Tobias Bartholomeß

am Klavier überdies die Zwischentöne

so amüsant wie ernsthaft

zum Klingen, denn wer hatte nie jemanden

zum Fressen gern? Wollte

sie oder ihn vernaschen?

Gegen Ende des fulminanten

Abends zeigen Überwachungskameras

das Treppenhaus des BKA,

durch das weitere Zombies nach

oben wanken, sogar der Berliner

Bär mit Schärpe. Und plötzlich

bricht dieser „Große Chor der Untoten“

die Tür auf und droht, verteilt

mitten im Publikum: „Wir haben

Hunger!“ Wer würde da noch

an ein Happy End glauben? Aber

die Alternativmedizin macht’s

möglich –und die Raffinesse dieses

mitreißend komischen Musicals.

Zombie Berlin 6.–9.11., BKA, Tel. 20 22 007

NACHRICHTEN

Ökumenischer Segen für

Oberammergauer Passion

Ökumenischer Segen für Oberammergau:

Erstmals haben am Dienstag

die Spitzen vonkatholischer und

evangelischer Kirche gemeinsam

Gottes Beistand für die jahrhundertealte

Passion erbeten. DerErzbischof

vonMünchen und Freising,

Kardinal ReinhardMarx, sowie der

evangelische Landesbischof Heinrich

Bedford-Strohm nahmen bei

dem Treffen im Erzbischöflichen Palais

in München auch die ersten

Textvorstellungen vonSpielleiter

Christian Stückl entgegen. Er wolle

die Passion nicht auf das Leiden und

Sterben Jesu reduzieren, sondern

noch stärker sein Leben und seinen

Umgang mit Menschen in Notinden

Vordergrund stellen, kündigte Stückl

an, der die Passion zum vierten Mal

inszeniert. Am 7. Dezember starten

die Proben in Oberammergau, am

16. Mai2020 ist Premiere. Fast die

Hälfte der Einwohner,rund 2400

Menschen, werden dann auf der

Bühne stehen. DasLaienspiel geht

auf ein Gelübde zurück. 1633 hatten

die Oberammergauer versprochen,

alle zehn Jahredie Geschichte aufzuführen,

wenn niemand mehr an der

Pest sterbe. (dpa)

Udo-Lindenberg-Ausstellung

in Leipzig wird verlängert

DieUdo-Lindenberg-Ausstellung im

Museum der bildenden Künste in

Leipzig wirdverlängert. Statt wie geplant

am 1. Dezember solle die

Schau „Zwischentöne“ nun am 5. Januar

zu Ende gehen, teilte das Museum

am Dienstag mit. In den acht

Wochen seit der Eröffnung hätten

fast 40 000 Menschen die Ausstellung

gesehen. Damit sei sie schon

jetzt eine der bestbesuchten des Museums.Lindenbergzeigt

in Leipzig

anlässlich des 30. Jahrestages des

Mauerfalls Gemälde,Fotografien sowie

historische Besitztümer wie die

Lederjacke,die er einst DDR-Staatschef

Erich Honecker geschenkt

hatte,sowie dessen Gegengeschenk,

eine Schalmei. Seit kurzemist auch

das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse

zu sehen, das LindenbergAnfang

Oktober verliehen worden war. (dpa)

Nora Fingscheidt dreht mit

Sandra Bullock für Netflix

DieRegisseurin Nora Fingscheidt,

deren Film „Systemsprenger“ im

Wettbewerb der Berlinale für Aufmerksamkeit

sorgte und vondeutscher

Seite für den sogenannten

Auslands-Oscar nominiertwurde,

bereitet ein Projekt für die Online-

PlattformNetflix vor, in dem die

Hollywood-Schauspielerin Sandra

Bullock die Hauptrolle spielen soll.

Wieder Branchendienst Blickpunkt:

Film am Dienstag mitteilte,

basiertder bis dato unbetitelte Film

auf der britischen Miniserie „Forgiven“

und erzählt über eine Frau namens

Ruth Slater,die aufgrund eines

Verbrechens 15 Jahren im Gefängnis

saß und nach ihrer Freilassung

versucht, wieder eine

Beziehung zu ihrer jüngeren

Schwester aufzubauen, die sie damals

allein lassen musste. (BLZ)

TOP 10

Montag,4.November

1 Bauer sucht Frau RTL 5,08 17 %

2 Tagesschau ARD 4,73 16 %

3 Preis der Freiheit, 1 ZDF 4,46 14 %

4 heute ZDF 3,56 14 %

5 Wer weiß denn ...? ARD 3,52 17 %

6 SokoPotsdam ZDF 3,43 16 %

7 Preis der ..., Doku ZDF 3,35 13 %

8 RTL aktuell RTL 3,31 14 %

9 Extra RTL 2,93 15 %

10 Morden im Norden ARD 2,93 11 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 * Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6 . N ovember 2019

·························································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Acud (✆ 44 35 94 97)

20.00: Die 7Lebendes Fräuleins B. (Lena Binski)

Anatomisches Theater (✆ 209 34 66 25)

19.00: Berlin Science Week: A.E. Anatomie.Evolution.

Anfang.Ende. …(Wilhelm Groener)

Berliner Ensemble (✆ 28 40 81 55)

19.30: Baal

Berliner Kriminal Theater (✆ 47 99 74 88)

20.00: Zwei wie Bonnie und Clyde

DT-Kammerspiele (✆ 28 44 12 25)

20.00: Wut

20.30: Regime der Liebe

Figurentheater Grashüpfer (✆ 53 69 51 50)

18.00: Anne Frank (Die Artisanen)

Friedrichstadt-Palast (✆ 23 26 23 26)

19.30: Glauben an die Möglichkeit der völligen

Erneuerung der Welt

HAU2(✆25 90 04 27)

19.30: No Limits: Gentle Unicorn(Chiara Bersani)

Jugendstrafanstalt Berlin

(Friedrich-Olbricht-Damm 40) 17.30 Kultursaal:

Woyzeck (aufBruch –Kunst Gefängnis Stadt)

Kleines Theater (✆ 821 20 21)

20.00: Miss Daisy und ihrChauffeur

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(✆ 88 59 11 88) 20.00: Alles was Sie wollen

Maxim Gorki Theater (✆ 20 22 11 15)

19.30: 4. Berliner Herbstsalon: Anna Karenina oder

Arme Leute

Neuköllner Oper (✆ 68 89 07 77)

20.00: Giovanni. Eine Passion (STEGREIF.orchester

und Neuköllner Oper)

Renaissance-Theater (✆ 312 42 02)

20.00: MariasTestament

Schaubühne (✆ 89 00 23)

20.00 Saal B: Zeppelin

20.30 Studio: März

Schlosspark Theater (✆ 78 95 66 71 00)

20.00: Ruhe!Wir drehen!

Scotty (Oranienstr.46)

16.00: 4. Berliner Herbstsalon –DE-Heimatize it!:

Atem (Mehtap Baydu)

Staatsoper Unterden Linden (✆ 20 35 45 55)

19.00: Barocktage: King Arthur

Tanzfabrik Wedding in den Uferstudios

(✆ 20 05 92 70) 17.00 Studio 13: Open Spaces:

The Morning Show(Celine &Renana)

18.00 Studio 14: Open Spaces: Chora (Moritz Majce

+Sandra Man)

19.00 Studio 1: Open Spaces: Out of our Hands

(Johanna Ackva)

Theater im Palais (✆ 201 06 93)

19.30: DasPflichtmandat –Mord aus Mangel an

Humor

Vaganten Bühne (✆ 313 12 07)

20.00: Der Nazi &der Friseur

KABARETT/VARIETÉ

Bar jeder Vernunft (✆ 883 15 82)

20.00: Die 5glorreichen Sieben (Meret Becker,

Anna Fischer,AnnaMateur, Andreja Schneider und

Katharina Thalbach)

BKA (✆ 202 20 07)

20.00: Zombie Berlin (Benedikt Eichhorn&Unter

Niewo)

Chamäleon (✆ 400 05 90)

20.00: Out of Chaos (Gravity &Other Myths)

Distel (✆ 204 47 04)

19.30: Die Ding-Show(ImproBerlin)

20.00: Skandal im Spreebezirk

Estrel Showtheater (✆ 68 31 68 31)

20.00: Stars in Concert

Galli Theater Berlin (✆ 27 59 69 71)

20.00: Die 7Typen Show

Kookaburra (✆ 48 62 31 86)

20.00: DerUn-Sinn des Lebens (SanjayShihora &

Gäste)

Mehringhof-Theater (✆ 691 50 99)

20.00: Die Expertise war bedeutend höher(Fil)

Ratibortheater (✆ 618 61 99)

20.30: Ick &Berlin (Die Gorillas)

Scheinbar Varieté (✆ 784 55 39)

20.00: Open StageVarieté (Natascha die Grosse,

Mod.)

Stachelschweine (✆ 261 47 95)

20.00: Viel Tunnel am Ende des Lichts

StageBluemax Theater Berlin (✆ 018 05 44 44)

20.00: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (✆ 018 05 44 44)

18.30: Mamma Mia! –Das Musical mit den Hits

vonABBA

TIPI am Kanzleramt (✆ 39 06 65 50)

20.00: So, als ob du schwebtest (Ursli &Toni Pfister

als Cindy&Bert)

Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11)

20.00: Flieg Fisch, lies und gesunde! oder:Glück, wo

ist Dein Stachel?! (Jochen Malmsheimer)

KLASSIK

Deutsche Oper Berlin (✆ 34 38 43 43)

20.00 Foyer: Lieder und Dichter.SchumannII

Philharmonie (✆ 25 48 83 01)

20.00: Berliner Philharmoniker,Ltg.Zubin Mehta,

Anton Bruckner:Symphonie Nr.8c-Moll, 2. Fassung

von1890

Philharmonie/Kammermusiksaal (✆ 25 48 81 32)

20.00: Artemis Quartett, Schubert: Streichquartettsatz

c-Moll, Streichquartett G-Dur;Bartók: Streichquartett

Nr.6

KINDER

Atze Musiktheater (✆ 81 79 91 88)

10.30: Ben liebt Anna (ab8J.)

Berlinische Galerie (✆ 78 90 26 00)

15.00: Offenes Atelier (ab 6J.)

Berlin mit Kindern (✆ 33 02 98 70)

11.00: Familienführung: Berlingeschichte in

Geschichten –Die Entstehungsgeschichte Berlins:

Das Nikolaiviertel (ab 6bis 11 J.). Anm. erf.

Charlottchen (✆ 324 47 17)

10.30: Die kleine Raupe Niemalssatt, Theater Toll und

Kirschen (ab 3J.)

Computerspielemuseum (✆ 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

Das weite Theater (✆ 991 79 27)

10.00: Jorinde und Joringel (ab 4bis 12 J.)

Dorfkirche Staaken (Hauptstr.12)

10.00: Hans im Glück, Puppen.etc (ab4bis 12 J.)

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (✆ 53 07 12 50)

10.00: Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt, Das

Weite Theater,(ab 3J.)

10.30: 1x1 mit Rumpelstil, Musiktheater Rumpelstil

Puppentheater Felicio (✆ 44 67 35 30)

16.30: Dornröschen (ab 4J.)

Puppentheater Firlefanz (✆ 283 35 60)

16.00: Der Froschkönig,Märchenhaftes Puppentheater

(ab 4bis 9J.)

LITERATUR/VORTRAG

Apostel-Paulus-Kirche Schöneberg (✆ 781 12 80)

15.00 Kirchen-Cafe: Kulturtreff: „Sehnsucht

himmelwärts“, Katharina Plehn-Martins, Lesung und

Gespräch

Backfabrik (✆ 44 03 16 11)

19.30Clinker Lounge:Heyne Hardcore Night, Lesungenund

Musik mit John Niven, TotTaylor,Mieze Katz,

Eric Wrede u. a.

Café Manstein (✆ 54 46 49 86)

20.00: Textetisch: Nonnenskat

DDR Museum Berlin (✆ 847 12 37 31)

18.00 Besucherzentrum des DDR Museum, Sankt

Wolfgang-Str.2,10178 Berlin: Finale –Das letzte

Jahr der DDR, Buchvorstellung undGespräch mit

Dr.Christoph Links, Hannes Bahrmann, Dr.Stefan

Wolle

Fotografie

Pionier

der

Marke Leica

Paul Wolff (1887–1951)

wusste,was er an der Leica

hatte. Die einfach zu handhabende

Kameraaus dem Leica-

System, das um 1914 mit der

simplen Schraubleica startete,

erlaubte dem Fotografen aus

dem Elsass,inden 30er-Jahren

in FrankfurtamMain bekannt

geworden, eine andere Art der

Fotografie. Mit kontrastscharfen

und in kühnen Perspektiven

gemachten Aufnahmen

von Landschaften, Menschen,

urbanem Leben, aufgeladen

mit der Faszination der Auto-

Mobilität, wurde er ein Star

seiner Zeit. Die zuerst skeptisch

bewertete Kleinbildkamera

begann seinerzeit ihren

Siegeszug. Große Fotografen

der Welt von Cartier-Bresson

bis Robert Capa nutzen deren

Vorzüge: Die kompakte,

schnelle,leise Mess-Sucherkamera,

die ganz nahe ans Geschehen

herankommt. Paul

Wolf wurde ihr Marken-Botschafter.

Ingeborg Ruthe

Galerie ArgusFotokunst Mi–Sa, 14–

18 Uhr,Marienstr.26, bis21. Dezember

Das Artemis-Quartett spielt am Mittwoch aus dem Kernrepertoire von von Schubertund Bartók.

Das interessanteste Konzert

dieser Woche findet

nicht bei den Philharmonikernstatt,

die unter

Zubin Mehta Bruckners Achte zelebrieren

und auch nicht beim Artemis

Quartett, das die letzten Gattungsbeiträge

von Schubert und Bartók

spielt und damit im engsten Kernrepertoireverbleibt.

DasKonzerthausorchester

und Ivan Fischer greift

weiter aus mit einem Brahms-Konzert:

Statt der fürchterlich durchgespielten

Symphonien erklingen mit

dem Collegium Vocale Gent Chorwerkevon

den Gesängen für Frauenchor,

Harfe und zwei Hörner bis zu

den großen Statements „Schicksalslied“

(„Doch uns ist gegeben auf keiner

Stätte zu ruh’n“) und „Nänie“

(„Auch das Schöne muss sterben“).

Mit dem Stichwort „Chor“ kommen

wir dem interessantesten Konzert

schon näher. Aber auch dem

Rundfunkchor verleihe ich die

Palme nicht, der in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Bruckners

Zweite Messe mit Bläsernsingt, dazu

gibt es Mozarts „Gran Partita“. Bessere

Musik habe ich zwar nicht zu

empfehlen, aber man wundert sich,

warum dieses Konzert mit unterhaltender

und geistlicher Musikvon Österreichern

als Programm zu 30 JahrenMauerfall

durchgeht.

Interessant klingt gewiss auch,

was die Berliner Bach-Akademieund

ihr Leiter Heribert Breuer ankündigen:

„Mozart-Requiem zu Bachs

Tod“. Breuer,der gerne und geistreich

bearbeitet, hat in Mozarts unvollendetes

Requiem das B-A-C-H-Fugato

aus Bachs „Kunst der Fuge“ eingearbeitet

und mit „Libera me“ textiert –

angesichts des beklemmenden Charakters

des Motivs und dem vonBach

angehängten Durchbruch zum

Grundton eine schlüssige Idee.

Am rinteressantesten jedoch ist

die Zusammenarbeit des deutschen

Vokalensembles Amarcord und Calmus

bei einer Aufführung der Missa

„Et ecce terrae motus“ von Antoine

Brumel. Berühmt ist das Werk wegen

seiner Besetzung mit zwölf Stimmen.

Für kurzeWerkeist diese Größe

weit übertroffen worden, aber für ein

langes Werk sind zwölf Stimmen gerade

noch operabel und geben den

Charakter des Werks vor. Der Titel

führt dabei in die Irre: Keineswegs

hat das Werk einen Erdbeben-ähnli-

Peter Uehling

hat langegebraucht, bis ihm die Musik

der Renaissance gefiel –aberjetzt weiß

er kaum Schöneres, Sinnlicheres, Sinnvolleres,

Interessanteres. Waskönnte

das Musikleben gewinnen, wenn diese

Musik vonden Institutionen entdeckt

werden würde!

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) Das perfekte

Geheimnis 14.45,17.30,20.15

Cinema Paris (✆ 881 3119) Porträt einer jungen

Frau in Flammen 14.50, 17.40, 20.30

Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26) Parasite 14.00,

17.00,20.00

Delphi LUX (✆ 322 93 10 40) Parasite (OmU)

15.00, 18.00, 21.00; Parasite (OmenglU) 21.30;

Das perfekte Geheimnis 14.30, 17.15, 20.00;

Verteidiger des Glaubens –Defender of the Faith

15.00; Der Glanz der Unsichtbaren 17.15; Systemsprenger

13.50, 18.50; Das Kapital im 21.Jahrhundert

16.30; Deutschstunde 14.00, 16.45, 19.30;

Joker (OmU) 15.00, 17.45, 20.30; Joker (OF)

19.45, 21.20; M. C. Escher: Reise indie Unendlichkeit

14.15; Lieber Antoine als gar keinen Ärger

16.15; Downton Abbey (OmU) 18.40

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Zwingli –Der Reformator

17.30; Deutschstunde 20.00; After the

Wedding 17.45; Ich war noch niemals in New York

20.15

Kant Kino (✆ 319 9866) Das perfekte Geheimnis

15.00,17.45, 20.30; Shaun das Schaf: UFO-Alarm

15.40; Joker 17.40, 20.30; Zoros Solo 15.15,

20.00; After the Wedding 17.20; Ich war noch niemals

in New York 14.30, 17.15, 20.00; Invisible

Sue –Plötzlich unsichtbar 15.15; Nurejew –The

White Crow 17.20,20.00

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) Das perfekte

Geheimnis 17.20; Joker 20.00, 23.00; 3D: Maleficent:

Mächte der Finsternis 15.00; Joker 17.45;

Das perfekte Geheimnis 20.30,23.15; Die Addams

Family 14.45; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

17.00; Ichwar nochniemals in NewYork 19.45;

Joker (OF) 22.45; Ich war noch niemals in NewYork

14.00; Terminator –Dark Fate 17.00; Das perfekte

Geheimnis 20.00; Once Upon aTime in... Hollywood

22.40; Das perfekte Geheimnis 14.45; Joker

(OF) 17.30; Terminator –Dark Fate 20.20, 23.15;

Shaun das Schaf: UFO-Alarm 15.30; Die Addams

Family 17.30; Maleficent: Mächte der Finsternis

19.45; Gemini Man 22.40; Ad Astra –Zuden

Sternen 15.00; Ich war noch niemals inNew York

17.45; Once Upon aTime in...Hollywood 20.40

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Joker (OmU)

11.00; Datsche 13.15; The Dead Don‘t Die (OmU)

14.45; Shaun das Schaf: UFO-Alarm 16.30; Der

Glanz der Unsichtbaren 18.00; Systemsprenger

(DFmenglU) 19.45; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 21.50;

Paranza: Der Clan der Kinder – La paranza dei

bambini (OmU) 11.00; Unsere große kleine Farm

–The Biggest Little Farm (OmU) 12.45; Djon Africa

(OmU) 14.15; Ready orNot? –Auf die Plätze, fertig,

tot (OmU) 15.50; Deutschstunde 17.30; Born

in Evin –Alles über Evin (OmU) 19.40; Halloween

Haunt (OF) 21.20; Midsommar (OmU) 22.50; Nurejew

–The White Crow (OmU) 11.00; Gelobt sei

Gott –Grace aDieu (OmU) 13.00; M. C. Escher:

Reise in die Unendlichkeit –Escher: Het oneindige

zoeken –JourneyIntoInfinity(OmU) 15.20;Invisible

Sue –Plötzlich unsichtbar 16.45; Joker18.15;Joker

(OmU) 20.20, 22.30

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 8129) Das Kapital im

21.Jahrhundert–Capital in theTwenty-FirstCentury

(OmU) 14.00; Und der Zukunft zugewandt 16.00;

Systemsprenger 18.00; Parasite (OmU) 20.15; Gelobt

sei Gott –Grace aDieu (OmU) 22.45; Congo

Calling (OmU) 14.00;Über Grenzen –Der Film einer

langen Reise 15.45; Verteidiger des Glaubens –Defender

of the Faith 18.00; Frau Stern 19.45; M.C.

Escher:Reiseindie Unendlichkeit –Escher:Het oneindige

zoeken –Journey Into Infinity (OmU) 21.30

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Ich war noch niemals

in NewYork 13.45,17.20,20.15;Angry Birds

213.45, 16.45; Das perfekte Geheimnis 14.00,

16.30, 17.00, 19.10, 19.30, 20.00; Joker 14.10,

17.10, 19.45, 20.15, 20.30, 20.45; Bayala –Das

magischeElfenabenteuer 14.15, 17.30; Ein Becken

voller Männer 14.30; Dora und die goldene Stadt

14.30, 17.00; Maleficent: Mächte der Finsternis

14.45; Gemini Man 14.45; Dem Horizont so nah

14.45, 17.45; Die Addams Family 15.00; Invisible

Sue –Plötzlich unsichtbar 15.15; Everest: Ein Yeti

will hoch hinaus 15.15; Maleficent: Mächte der

Finsternis –Maleficent: Mistress of Evil (OF) 16.15;

Terminator –Dark Fate 17.10, 20.10; 3D: Maleficent:Mächte

der Finsternis 17.40,20.45; Downton

Abbey 17.45; Spider-Man: Far From Home 18.00;

3D: Die Addams Family 18.00; Joker (OF) 19.15;

Slayer –The Repentless Killogy (OF) 20.00; Scary

Stories to Tell in the Dark 20.45; Halloween Haunt

21.00

Zukunft (✆ 01 76/57 861079) Systemsprenger

(OmenglU) 18.00; Joker (OmU) 20.20, 22.40; Weitermachen

Sanssouci (OmenglU) 18.00; Easy Love

(OmenglU) 19.45; Bonnie &Bonnie (OmU) 21.30

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 02 00) Maleficent: Mächte

der Finsternis 13.40,16.50; Dora und die goldene

Stadt 13.45; Bayala –Das magische Elfenabenteuer

13.45; Angry Birds 213.50; Das perfekte

Geheimnis 14.00, 17.00, 20.00;

Die Addams Family 14.10, 17.10; Everest: Ein Yeti

will hoch hinaus 14.20; Terminator – Dark Fate

16.20,19.45; Joker 16.30,19.30; Downton Abbey

16.30; Ich war noch niemals in New York 16.40,

19.40; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

19.50; Slayer –The Repentless Killogy (OmenglU)

20.00; Scary Stories to Tell in the Dark 20.10

Kino Kiste (✆ 998 7481) Downton Abbey 14.00;

Shaun das Schaf: UFO-Alarm 16.15; Deutschstunde

17.55; Eine ganz heiße Nummer 2.0 20.10

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 4109) Das perfekte

Geheimnis 14.15, 17.20, 20.10; Dora und die

goldene Stadt 14.20; Maleficent: Mächte der Finsternis

14.30, 17.40, 20.20; Angry Birds 214.30;

Ich war noch niemals in New York 14.40, 16.50,

19.40; Everest 14.45; Invisible Sue 14.50; DieAddams

Family 15.00, 17.30; Bayala –Das magische

Elfenabenteuer 15.10; Der König der Löwen 16.45;

Terminator –Dark Fate 17.00, 20.00; Scary Stories

to Tell in the Dark 17.10, 19.50; 3D: Maleficent:

Mächte der Finsternis 17.15, 19.30; Joker 17.15,

20.00; Gemini Man 19.45; Halloween Haunt 19.50

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Joker (OmU) 16.45,

19.30,22.15; B Once Upon aTime in...Hollywood

(OmU) 17.20, 20.40

fsk am Oranienplatz (✆ 614 24 64) Parasite

(OmU) 17.30, 22.00; Weitermachen Sanssouci

17.45; Porträt einer jungen Frau in Flammen –Portrait

de la jeune fille enfeu (OmU) 19.30, 22.00;

MidnightTraveler (OmenglU) 20.00

Moviemento (✆ 692 4785) Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

14.30; Invisible Sue –Plötzlich

unsichtbar 16.30; The First Reel: Philippine Film

Festival: Ganito Kami Noon, Paano Kayo Ngayon? –

Thisishow We were before, howare YouDoing now?

(OmenglU) 19.00; Systemsprenger 22.45; Porträt

einer jungen Frau in Flammen –Portrait delajeune

fille en feu (OmU) 10.15,18.00,20.45,23.30;

Die kleine Hexe 13.00; Porträt einer jungen Frau in

Flammen 15.15; Checker Tobi und das Geheimnis

unseres Planeten 9.30; Invisible Sue –Plötzlich unsichtbar

12.15; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit

Flamingo! 14.30; Systemsprenger 16.45, 19.30;

Once Upon aTime in... Hollywood (OmU) 22.15

Sputnik (✆ 694 1147) Born inEvin –Alles über

Evin (OmU) 16.00; Systemsprenger 17.45; Joker

20.00; Scary Stories toTell in the Dark (OmU)

22.15; Der Glanz der Unsichtbaren 16.15; Scary

Stories to Tell in the Dark (OmU) 18.00; Parasite

(OmU) 20.00; Bonnie &Bonnie (OmenglU) 22.15;

Kinobar im Sputnik CatVideoFest 2019 (OmU)

18.00; Lebe schon lange hier 20.00; Bonnie &

Bonnie (OmenglU) 22.00

Yorck (✆ 78 91 32 40) Parasite 14.20, 17.10,

20.00; New Der Glanz der Unsichtbaren 16.00,

20.50; Systemsprenger 18.15

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 95 90) Die Addams Family

14.00, 16.00, 18.00; Bayala –Das magische

Elfenabenteuer 14.00, 16.00; 3D: Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.45, 17.45; Das perfekte

Geheimnis 15.00, 17.30, 20.15; Invisible Sue

–Plötzlich unsichtbar 15.15, 18.00; Terminator –

Dark Fate 17.30, 20.30; Zwingli –Der Reformator

20.00; Ich war noch niemals inNew York 20.15;

Joker 20.30

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Das perfekte

Geheimnis 10.00, 18.00, 20.30; Immer und ewig

10.15; Eine ganz heiße Nummer 2.0 10.30; Lieber

Antoine als gar keinen Ärger 13.00, 18.00; Ich war

nochniemalsinNew York 13.00,15.20, 20.30;3D:

Gemini Man 13.00, 20.30; Dora und die goldene

Stadt 15.30; Lino: Ein voll verkatertes Abenteuer

15.45; Dem Horizont sonah 18.00

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60) Maleficent:

Mächte der Finsternis 14.00; Das perfekte

Geheimnis 14.00, 17.00, 20.00; Everest: Ein Yeti

will hoch hinaus 14.15; Invisible Sue –Plötzlich unsichtbar

14.30; Ein Becken voller Männer 14.30;

Die Addams Family 14.30; Bayala –Das magische

Elfenabenteuer 14.30; Angry Birds 214.30; Terminator

–Dark Fate 16.45, 19.45; Ich war noch niemals

in New York 16.45, 19.45; Dem Horizont so

nah 16.45; Joker 17.00, 20.00; 3D: Die Addams

Family 17.00; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

17.15, 20.10; Dora und die goldene Stadt

17.15; Gemini Man 19.45; Scary Stories to Tell in

the Dark 20.00; Halloween Haunt 20.15

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

17.00; Interfilm-Kurzfilmfestival (GC 02

–Mind) 19.00; Interfilm-Kurzfilmfestival (ESA 01 –

European Short Film Audience Award) 21.00; Born

in Evin –Alles über Evin (OmU) 18.00; Verteidiger

des Glaubens –Defender of the Faith 19.45; Das

Kapital im 21. Jahrhundert –Capital in the Twenty-

First Century (OmU) 21.30

Babylon (✆ 242 5969) KinderwagenKino: Downton

Abbey (OmU) 11.00; KinderwagenKino: Downton

Abbey 11.05; Interfilm-Kurzfilmfestival (Berlin

Beats) 13.30; Interfilm-Kurzfilmfestival (European

Short Film Audience Award) 15.00; Interfilm-

Kurzfilmfestival (Survival Skills) 15.30; Interfilm-

Kurzfilmfestival (Being Human) 17.00; Interfilm-

Kurzfilmfestival (Confrontations – Human Rights

Films –Rage Against the System) 17.30; Interfilm-

Kurzfilmfestival (China New Talents) 18.00; Interfilm-Kurzfilmfestival

(Teenage Riot – Teen Screen

Guest Program) 19.00; Interfilm-Kurzfilmfestival

(Confrontations –Human Rights Films –Women on

Fire) 19.30; Interfilm-Kurzfilmfestival (Mundos Animados)

20.00; Interfilm-Kurzfilmfestival (Animated

Realities) 21.00; Interfilm-Kurzfilmfestival (Human

Absurdities) 21.00; Interfilm-Kurzfilmfestival (short

matters! European Film Award –Guest Program)

22.00

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) Der

kleine Maulwurf (1963-1975) 10.30; Joker (OmU)

12.15, 14.45, 17.15, 20.00, 22.45; Gregs Tagebuch:

Von Idioten umzingelt! –Diary of aWimpy Kid

(OmU) 10.00; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

13.15; Invisible Sue –Plötzlich unsichtbar 15.00;

Lieber Antoine als gar keinen Ärger –Enliberte!

(OmU) 18.45; Joker (OmU) 21.15

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 0200) Die Addams

Family 11.00, 13.20, 18.00; Das perfekte

Geheimnis 11.00,14.10,17.00, 20.00,23.00; Der

König der Löwen 11.10; Angry Birds 211.15; Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 11.20, 13.50; Dora

und die goldene Stadt 11.40, 14.20; Maleficent:

Mächte der Finsternis 11.45,13.45, 16.45; Bayala

–Das magische Elfenabenteuer 11.50, 14.00; Joker

13.40, 16.40,19.40, 23.10; Ich war noch niemals

in NewYork14.10,16.20,19.30; Terminator –

Dark Fate 14.45, 17.00, 19.30, 22.45; Shaun das

Schaf: UFO-Alarm 15.40; 3D: Gemini Man 16.20;

Downton Abbey 17.20; Scary Stories toTell in the

Dark 17.45, 20.30, 23.15; Slayer –The Repentless

Killogy (OmU) 20.00; 3D: Maleficent: Mächte der

Finsternis 20.10; Halloween Haunt 20.20, 22.50;

Dem Horizont sonah 20.20; Es: Kapitel II 22.30;

Once Upon aTime in... Hollywood 22.40; 7.Kogustaki

Mucize–Das Wunder in ZelleSieben (OmU)

23.10; Ready or Not? –Auf die Plätze, fertig, tot

23.15

Hackesche Höfe (✆ 283 4603) Berlin Babylon

(DFmenglU) 14.15; Nurejew – The White Crow

(OmU) 16.15; Preview: Die Kinder der Toten 20.00;

Joker (OmU) 22.00; Weitermachen Sanssouci (DFmenglU)

15.00, 22.00;

Porträt einer jungen Frau in Flammen –Portrait de

la jeune fille enfeu (OmU) 17.00, 19.30; M. C.

Escher: Reise indie Unendlichkeit (OmU) 15.00;

Brittany Runs aMarathon (OmU) 17.00; Parasite

(OmU) 19.15, 22.00; Deutschstunde 14.30; Joker

(OmU) 17.00, 19.45; Once Upon aTime in...

Hollywood (OmU) 22.15; Der Glanz der Unsichtbaren

–Les invisibles (OmU) 14.00, 19.00; Parasite

(OmenglU) 16.15; Easy Love 21.15

International (✆ 24 75 60 11) Joker(OmU)15.00,

21.00; Parasite 18.00

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Swie Sonderprogramm:

Kurzfilmprogramm (Schwere Bäuche,

schwache Herzen) 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex NeuköllnArcaden (✆ 01 80/505 06 44)

Joker 14.05, 17.10, 19.30; Das perfekte Geheimnis

14.15, 17.00, 19.45; Maleficent: Mächte der

Finsternis 14.20; Die Addams Family 14.20; Invisible

Sue –Plötzlich unsichtbar 14.30; Everest: Ein

Yeti will hoch hinaus 14.30; Dora und die goldene

Stadt 14.30, 17.30; Bayala –Das magische Elfenabenteuer

14.50; Gut gegen Nordwind 15.00;

7. Kogustaki Mucize –Das Wunder in Zelle Sieben

(OmU) 16.40, 19.45; 3D: Maleficent: Mächte der

Finsternis 16.55, 20.10; Gemini Man 17.00; Cinayet

Süsü 17.00, 19.50; Terminator –Dark Fate

17.05,19.50; 3D: DieAddams Family 17.10; Joker

(OF) 20.00; Halloween Haunt 20.00; Scary Stories

to Tell in the Dark 20.05

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Systemsprenger 10.00,

17.50; Parasite (OmU) 13.00; Joker (OmU) 15.30;

Interfilm-Kurzfilmprogramm (OmU) 20.00; Parasite

(OmenglU) 21.50

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Porträt einer jungen

Frau inFlammen –Portrait de la jeune fille en feu

(OmU) 17.20; Preview: Booksmart (OmU) 20.00;

Parasite (OmenglU) 22.15

Passage (✆ 68 23 70 18) Joker (OmU) 17.15,

20.00, 21.20; Das perfekte Geheimnis 14.30,

17.15,20.00; Systemsprenger 14.30,18.40

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Parasite (OmenglU)

17.30, 20.30; Joker (OF) 17.00, 19.45, 22.30;

Porträt einer jungen Frau in Flammen –Portrait de la

jeune fille enfeu (OmenglU) 16.40, 19.20, 22.00;

M. C. Escher: Reise in die Unendlichkeit –Escher:

Het oneindige zoeken –Journey Into Infinity (OF)

16.40; Porträt einer jungen Frau in Flammen –Portrait

de la jeune fille en feu (OmU) 18.40, 21.20;

Parasite (OmU) 16.10, 19.00, 21.50


Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6. November 2019 25 *

·························································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

chen Charakter,wie es die zugrundeliegende

Oster-Antiphon vorgibt.

Eher wogt die Musik wie eine dicke,

farbige Flüssigkeit hin und her. Gerade

an den Rändern des Satzes, in

Ober- und Unterstimmen, tut sich

dabei wenig; wer gewohnt ist, oben

die Melodie zu suchen, wird wenig

finden. Eher wirken Soprane und

Bässe als Wände, zwischen denen

die Mittelstimmen auf und nieder

schwappen, gernineinfachen kanonischen

Strukturen. Wenn es um die

Mitteilung wichtiger Textstellen geht

–imvollen Satz ist nichts mehr zu

verstehen –, stellt Brumel zwei

sechsstimmige Gruppen, bevorzugt

Hoch undTief, gegeneinander.Nicht

zufällig greift man bei der Beschreibung

zu räumlichen Metaphern,

und nicht zufällig macht das Werk

den Anfang einer neuen Konzertreihe

im Konzerthaus namens „360°

Raum:Klang“.

Dass die Komponisten der Renaissance

mit dem Raum rechnen, hört

man ihrer Musik immer an, die akustisch

getragen werden will –und dafür

auch den Hörer zu tragen vermag.

Gerade Brumels Messe ist zudem von

einem Wohlklang, gegen den selbst

Wogen dicker,

farbiger Flüssigkeit

Renaissance-Musik ist in Berlin selten

zu hören, in dieser Wochejedoch zweimal kurz

hintereinander.Dafür kann man Bruckner oder

Schubert schon mal liegen lassen …

KLASSIK

Bruckners Achte: 6.,7. &8.11., 20 Uhr,

Philharmonie, Herbert-von-Karajan-Str.1

Artemis Quartett: 6.11., 20 Uhr,

Kammermusiksaal, Herbert-von-

Karajan-Str.1

Brumel-Messe: 7.11., 22 Uhr,Konzerthaus

am Gendarmenmarkt

Brahms’ Chorwerke: 8.11., 19 Uhr,

10. 11., 16 Uhr,Konzerthaus

Tallis Scholars: 9.11., 15 Uhr,Pierre

Boulez-Saal, Französische Str.33d

Rundfunkchor: 9.11., 20 Uhr,Kaiser

Wilhelm-Gedächtniskirche am Breitscheidplatz

Bach Akademie: 10.11., 20 Uhr,

Kammermusiksaal

FELIX BROEDE

Wagners„Parsifal“ protestantisch trocken

wirkt, zudem schaffen die einfachen,

minimalistisch zu nennenden

harmonischen Verhältnisse ein nahezu

drogenartiges Rauschgefühl.

DieKatholiken wussten sich ihr sinnlichesVergnügen

zu schaffen!

Wem22Uhr für diese Art Hammer

zu früh ist, geht zwei Tage später

zu den Tallis Scholars, die im Rahmen

der Barocktage der Staatsoper

im Boulez-Saal singen. Orlando Gibbons

und Thomas Tomkins sind allerdings

bereits der Anglikanischen

Kirche verpflichtet und ragen in den

Barock hinein, dem die sehr junge

verstorbenen Kollegen HenryPurcell

und Pelham Humfrey ganz und gar

angehören. VonGibbons singen die

Tallis Scholars das achtstimmige „O

clap your hands together“ nach dem

47. Psalm –eine ganz andere Art der

Vollstimmigkeit als Brumel: Nicht

von Klangflächen und Gegensätzen

geprägt als von einer faszinierend

beweglichen, rhythmisch prägnanten

Polyphonie –ein Stück, dass Sängernwie

Hörerngroßen Spaß macht.

Zwei Konzerte mit Renaissance-Musik

innerhalb von drei Tagen –ein

Trend, der sich fortsetzen darf.

Pop

Soul

auf

Schottisch

Ihre ersten Songs schrieb

Emile Sandé im Alter vonelf

Jahren. Aber als der Schülerin

wenige Jahre später ein Plattenvertrag

angeboten wurde,

lehnte sie ab und entschied

sich zunächst für ein Medizinstudium

an der Universität

Glasgow. Ihre Begabung zu einem

schottisch imprägnierten

Soul und R’n’Bwar damit nicht

aus derWelt. Große internationale

Aufmerksamkeit erlangte

Emile Sandé durch ihre Auftritte

bei den Olympischen

Spielen 2012 in London, wo sie

sowohl zur Eröffnung als auch

zur Abschlussfeier im Stadion

sang. Ihre kraftvoll-einfühlsame

Stimme bringt sie nun

auch auf ihrem neuen Album

„Real Life“ zur Geltung, aus

dem vorab bereits die Stücke

„Sparrow“ und „Extraordinary

Being“ ausgekoppelt wurden.

Für ihr Berliner Konzert greift

sie aber auch auf ihrebeachtliches

Gesamtwerkzurück.

HarryNutt

Emile Sandé 20 Uhr, VertiMusic Hall,

Mercedes-Benz-Platz 1

Ephraim-Palais (✆ 240 02 -1 62)

18.00: Ost-Berlin erlesen: „25 years of solitude”

(Arbeitstitel), Christof Zwiener

Geistesblüten (✆ 49 96 17 92)

19.00: Deutschlandpremiere: „Rate, werzum Essen

bleibt“, Philipp Tingler,Gespräch: Daniel Fiedler (ZDF)

Georg Büchner Buchladen (✆ 442 13 01)

20.00: Berlin. Biographie einer großen Stadt, Jens

Bisky,Buchvorstellung

KoreanischesKulturzentrum (✆ 26 95 20)

18.00 Space GODO: Lesekreis: „Bummelzug nach

Amsterdam“ /„Marienkäfer fliegen hoch oben“, Park

Chan-soon, Lesung und Diskussion. Anm.erf.

Lettrétage (✆ 692 45 38)

20.00: EX-periment mit Pfirsichsaucen, Jonis Hartmann

und Alexander Graeff

Literarisches Colloquium Berlin (✆ 816 99 60)

16.30: Wirschauen auf diese Stadt! Literarische

Begegnungen mit Berlin um 1989, Esther Andradi,

Carmen-Francesca Banciu, Wilfried N’Sondé

Literaturforum im Brecht-Haus (✆ 2822003)

20.00: Peter Kurzeck: Der vorigeSommer und der

Sommer davor, Lesung und Gesprächmit Jörg Magenau,

Rudi Deuble und Alexander Losse

Stadtteilbibliothek Lankwitz (✆ 79 04 24 17)

19.15: 10. Krimimarathon Berlin-Brandenburg:

„Tote haben keine Ferien“, Hans Rath und Edgar Rai,

Eintritt: frei, nur mit in der Bibliothek erhältlichen

kostenlosen Eintrittskarten

Walthers Buchladen (✆ -8 55 94 72)

19.30: 10. Krimimarathon Berlin-Brandenburg: Liza

Cody„Ballade einer vergessenen Toten“, mit Else

Laudan. Anm. erf.

KONZERT

A-Trane (✆ 313 25 50)

21.00: LailaBiali

ART Stalker (✆ 22 05 29)

20.00: Franz de Byl +Band,Tom Waits àlacarte

AstraKulturhaus (✆ 69 56 68 40)

20.00: Lewis Capaldi, Donna Missal

Auster Club (✆ 611 33 02)

20.00: Billie Marten

Anzeige

b-flat (✆ 283 31 23)

21.00: Vandojam meets Robin’sNest

Badehaus (✆ 95 59 27 76)

20.00: Briston Maroney

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str.70)

21.00: Mannequin Pussy

Cassiopeia (✆ 47 38 59 49)

20.00: PsychedelicPornCrumpets, CalvaLouise

Columbiahalle (✆ 69 81 75 86)

20.00: Fettes Brot, Mädness

Columbia Theater (Columbiadamm 9-11)

19.30: Periphery, Astronoid, Plini

Donau115 (Donaustr.115)

20.30: Muted –anevening hosted by Tobias Christl

(voc) +special guests

Gretchen (✆ 25 92 27 02)

21.00: Quelle Chris

Heimathafen Neukölln (✆ 56 82 13 33)

19.30: Sing dela Sing –Mitsingkonzert

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726 27 93 33)

20.00: Joseph

Lido (✆ 69 56 68 40)

20.00: TaxiWars, Hi Hawaii

Max-Schmeling-Halle (✆ 44 30 45)

20.00: Seeed

Maze (✆ 55 51 84 54)

20.00: Lolo Zouai

Petruskirche Lichterfelde (✆ 81 80 99 66)

20.00: MusiSHEans Guitar Tour:Claire Besson,

Karöijn Langendijk, Judith Beckedorf

PrivatClub (✆ 61 67 59 62)

21.00: Kimberose

Quasimodo (✆ 318 04 56 70)

22.30: Big DaddyWilson

Schlot (✆ 448 21 60)

21.00: Hanna PaulsbergConcept &Magnus Broo

VertiMusic Hall (✆ 20 60 70 88 11)

20.00: Emeli Sandé

Wabe (✆ 902 95 38 50)

20.00: Dark Waters: Mrs. Greenbird

Wild At Heart (✆ 611 70 10)

21.00: Paincake, Wild Wednesday

Verkaufsmesse für Schönes

und Nachhaltiges aus aller Welt

bazaar-berlin.de

6. –10. Nov.

Messegelände Berlin

Exklusiv für Leser der Berliner Zeitung

2für 1-Tickets

Bei Abgabe dieser Anzeige anden Tageskassen

erhalten Sie zwei Tickets für den

BazaarBerlinund zahlen nur14€(statt 19 €)!

KINO

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34) Das

perfekte Geheimnis 14.00, 17.00, 20.00; Die Addams

Family 14.15; Dem Horizont so nah 14.15;

Maleficent: Mächte der Finsternis 14.30; Ein

Becken voller Männer 14.30; Bayala –Das magische

Elfenabenteuer 15.00; Terminator –Dark Fate

16.30, 19.30; Ich war noch niemals in New York

17.10, 19.50; 3D: Maleficent: Mächte der Finsternis

17.15, 20.15; Joker 17.15, 20.15; 3D: Die

Addams Family 17.30; Gemini Man 20.15

Wolf (✆ 921 03 93 33) Easy Love (OmenglU)

12.00; Porträt einer jungen Frau in Flammen –Portrait

de la jeune fille en feu (OmU) 12.10, 21.00;

Djon Africa (OmU) 14.00, 19.10; Momo 16.00;

Gods ofMolenbeek: Götter von Molenbeek (OmU;

m. Gast u. Gespräch) 19.00; Parasite (OmenglU)

21.10

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Systemsprenger

15.00;Parasite17.40,20.30;Everest: Ein

Yeti will hoch hinaus 15.00; Ich war noch niemalsin

NewYork 17.15, 20.00

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88)Das perfekte

Geheimnis 15.30, 17.45,20.30; Parasite14.20,

17.10, 20.00; Parasite (OmU) 20.50; Systemsprenger

14.40, 18.10; Joker (OmU) 18.00; Joker

20.45;Porträt einerjungen Frau in Flammen15.20,

17.20,20.00

Kino inder Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00)

Maleficent: Mächte der Finsternis 13.45, 16.10;

Invisible Sue –Plötzlich unsichtbar 13.45; Systemsprenger

13.50, 19.00; Joker (OmU) 14.00, 17.00,

20.00, 23.00; Das perfekte Geheimnis 14.00,

16.50, 19.45, 22.40; Bayala –Das magische Elfenabenteuer

14.00,16.45; Deutschstunde 14.10;

Shaun das Schaf: UFO-Alarm 14.15; Ich war noch

niemals inNew York 16.15, 20.00; Parasite (OmU)

16.30, 19.30, 22.40; Porträt einer jungen Frau in

Flammen –Portrait de la jeune fille en feu (OmU)

16.40, 19.30, 22.30; Nurejew –The White Crow

(OmU) 17.00; Der Glanz der Unsichtbaren –Les

invisibles (OmU) 19.00; Slayer –The Repentless

Killogy (OmU) 20.00; LieberAntoine als gar keinen

Ärger –Enliberte! (OmU) 21.30; Once Upon aTime

in... Hollywood (OmU) 22.00; Maleficent: Mächte

der Finsternis –Maleficent: Mistress of Evil (OmU)

22.45;AdAstra –Zuden Sternen (OmU) 23.00

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Chilla –40Days of

Silence (OmenglU; m. Gast) 19.00; Der seltsame

Klang des Glücks 21.30

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Lebe schon lange

hier 17.00; Weitermachen Sanssouci 18.30;

Soundwatch Berlin: Eröffnungsveranstaltung im

Silent Green: New Order: Decades (OF) 20.00;

Das Gegenteil von Grau (OmenglU) 20.00; Parasite

(OmenglU) 22.00

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) Maleficent

14.15; Das perfekte Geheimnis 14.15, 17.15,

20.15, 23.00; Joker 14.20, 16.50, 19.50, 22.55;

Dora und die goldene Stadt 14.20, 16.45; Die Addams

Family14.20; AngryBirds 214.30; DerKönig

der Löwen 14.35, 17.15; Everest 14.45; Bayala

14.45;Shaun dasSchaf:UFO-Alarm 14.50,17.00;

Ich war noch niemals in New York 16.35, 19.45;

Terminator –Dark Fate 16.55, 19.35, 22.55; 3D:

Die Addams Family 17.00; 3D: Maleficent: Mächte

der Finsternis 17.05, 19.55, 22.55; Dem Horizont

so nah 17.20; Once Upon aTime in... Hollywood

19.20; Systemsprenger 19.25; Downton Abbey

19.55; Halloween Haunt 20.00, 22.30; Scary Stories

toTell in the Dark 20.05; Es: Kapitel II22.20;

Midsommar 22.40; 3D: Gemini Man22.45; 47 Meters

Down: Uncaged 22.55

Zeiss-Großplanetarium (✆ 42 18 45 12)Interfilm-

Kurzfilmfestival (Urban Nature) 19.30; Interfilm-

Kurzfilmfestival (Virtual Reality meets Full Dome)

20.00

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04)

Deutschstunde 14.45; Lieber Antoine alsgar keinen

Ärger 17.35, 20.15

Cosima (✆ 85 07 58 02) Nurejew–The White Crow

18.00; Deutschstunde 20.15

Odeon (✆ 78 70 40 19) Porträt einer jungen Frau

in Flammen –Portrait delajeune fille en feu (OmU)

15.00,17.45,20.30

Xenon (✆ 78 00 15 30) Porträteiner jungen Frau in

Flammen 17.30; Porträt einer jungen Frau in Flammen

–Portrait delajeune fille enfeu (OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) Shaun

das Schaf: UFO-Alarm 10.00, 12.15; Everest: Ein

Yeti will hoch hinaus 10.00; Die Addams Family

10.00, 12.00, 14.30; Bayala –Das magische Elfenabenteuer

10.00, 12.00; Angry Birds 210.00;

Maleficent: Mächte der Finsternis 12.10, 14.00;

AToy Story: Alles hört auf kein Kommando 12.15;

Dasperfekte Geheimnis 14.00, 17.35, 19.50;Joker

14.20, 17.20, 20.15; Gut gegen Nordwind 15.00;

Terminator –Dark Fate 16.45, 19.45; 3D: Maleficent:

Mächte der Finsternis 16.50, 20.15; Ich war

noch niemals in NewYork 17.00, 19.55

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 60 81)

Downton Abbey 15.15; Systemsprenger 17.45;

Deutschstunde 20.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 0711) Ich war noch niemals

in NewYork 14.00, 17.00, 20.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 05 20)

Shaun das Schaf: UFO-Alarm 10.00, 12.05, 14.40;

Maleficent: Mächte der Finsternis 10.00, 12.15,

14.25; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 10.00,

12.00; Dora und die goldene Stadt 10.00, 12.10;

Die Addams Family 10.00, 12.05, 14.20; Bayala –

DasmagischeElfenabenteuer 10.00, 12.35,15.00;

Angry Birds 210.00, 12.10; Joker 14.10, 16.50,

20.05, 22.30; Das perfekte Geheimnis 14.30,

16.45, 17.20, 19.30, 20.05, 23.00; Gut gegen

Nordwind 15.00; 3D: Die Addams Family 17.00;

Terminator –Dark Fate 17.10, 20.05, 23.00; 3D:

Maleficent: Mächte der Finsternis 17.15, 19.30;

Gemini Man 17.20, 23.00; Slayer –The Repentless

Killogy (OmU) 19.00; Halloween Haunt 20.10,

23.00; Joker (OF) 22.30; Es: Kapitel II22.40

Thalia Movie Magic (✆ 774 3440) Maleficent:

Mächte der Finsternis 15.30, 18.00, 20.30; Das

perfekte Geheimnis 15.30, 18.00, 20.30; Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 15.45; DieAddams Family

15.45, 18.00; Terminator –DarkFate17.45, 20.30;

Joker 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Magical History Tour:

Le brasier ardent –Ehegeschichten (Frz/EnglZt; m.

Live-Musikbegleitung) 19.30; Rithy Pahn: Site 2,

aux abords des frontieres (Omfrz+englU) 20.00

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 806969)

Maleficent: Mächte der Finsternis 12.40, 13.40,

17.00; Terminator –Dark Fate 13.00, 16.50, 19.45,

23.00; Joker 13.00, 13.30, 16.10, 16.40, 19.20,

19.50, 22.30; Ich war noch niemals in New York

13.20, 15.00, 16.15, 19.20; Shaun das Schaf:

UFO-Alarm13.30;3D: Maleficent:Mächte der Finsternis

13.30, 16.30, 19.30, 22.30; Dora und die

goldene Stadt 13.30, 17.00; Bayala –Das magische

Elfenabenteuer 13.30; Playmobil 13.40; Everest:

Ein Yeti will hoch hinaus 13.40; Angry Birds 2

13.40; Der König der Löwen 14.00, 16.40, 19.20;

Die Addams Family 14.10; Das perfekte Geheimnis

14.15, 17.30, 19.00, 20.40, 22.10, 22.50;

Invisible Sue –Plötzlich unsichtbar 14.30; Systemsprenger

16.00, 19.30; Es: Kapitel II 16.00, 20.30,

22.20; Downton Abbey 16.10, 19.15; Parasite

16.30, 19.40, 22.50; Gemini Man 16.30, 19.40,

23.00; Good Boys 16.40;

3D: Die Addams Family 16.50; Halloween Haunt

17.00, 22.50; Scary Stories to Tell in the Dark

17.20, 20.10, 23.00; Yesterday 19.50; Gut gegen

Nordwind 19.50; Dem Horizont so nah20.00; Once

Upon aTime in... Hollywood 20.10, 22.20; Slayer –

The Repentless Killogy (OmU) 20.15; Midsommar

22.30; Ad Astra –Zuden Sternen 22.40; Rambo 5:

Last Blood22.50; 47 MetersDown: Uncaged 23.00

CineStar imSony Center (✆ 04 51/703 02 00)

Maleficent: Mächte der Finsternis (OF) 13.30,

17.15, 22.15; Joker (OF) 13.30, 16.30, 19.30,

20.45, 22.45; Terminator –Dark Fate (OF) 13.40,

16.50,20.00,23.10; Shaun das Schaf: UFO-Alarm

(OF) 13.40; Die Addams Family (OF) 14.10, 16.30;

Der König der Löwen (OF) 14.10; Dora und die goldene

Stadt (OF)14.30; Downton Abbey(OF) 16.00;

3D: Maleficent: Mächte der Finsternis (OF) 16.20,

19.10; Once Upon a Time in... Hollywood (OF)

17.00,19.00; Slayer (OmenglU) 20.00; Scary Stories

toTell inthe Dark (OF) 20.15, 23.00; Ad Astra

(OF) 22.30; Parasite (OmenglU) 22.50

CineStar IMAX (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Pandas

11.45; Terminator –Dark Fate (OF) 13.00, 16.10,

19.15; Terminator –Dark Fate 22.30

Filmrauschpalast (✆ 394 4344) Parasite (OmU)

17.00; Nevrland (OF) 22.00

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) Terminator –Dark Fate 10.00,

17.00, 20.00, 22.30; Joker 10.00, 18.00, 20.00,

22.30; Ich war noch niemals inNew York 10.00,

16.00, 20.45; Halloween Haunt 10.00, 12.00,

19.00, 22.45; Das perfekte Geheimnis 10.00,

12.30, 15.00, 17.30, 20.00, 22.30; Die Addams

Family 14.00, 16.00; Bayala 14.00; Dora und die

goldene Stadt 14.30; 3D: Maleficent: Mächte der

Finsternis 15.00, 17.30, 20.30

Casablanca (✆ 677 57 52) Systemsprenger

15.30; Gut gegen Nordwind 18.00; Deutschstunde

20.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 0200)

Terminator –Dark Fate 14.00, 16.45, 20.00; Das

perfekte Geheimnis 14.00, 17.00, 20.00; Maleficent

14.10, 17.00; Joker 14.15, 17.15, 20.15;

Dora und die goldene Stadt 14.15; Die Addams

Family 14.20, 17.10; Bayala 14.20; Angry Birds

214.30; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 14.40;

Ad Astra 16.40; Ich war noch niemals in New York

16.50,19.30;Shaun das Schaf: UFO-Alarm17.10;

Scary Stories toTell in the Dark 17.15, 20.00; 7.

Kogustaki Mucize (OmU) 19.35; 3D: Maleficent:

Mächte der Finsternis 19.50; Slayer (OmU) 20.00;

Halloween Haunt 20.15

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) Bayala

14.15; Maleficent: Mächte der Finsternis 14.20;

DieAddams Family 14.20; Everest14.30;Dora und

die goldene Stadt 14.30; Das perfekte Geheimnis

14.30, 17.40, 20.00; Gut gegen Nordwind 15.00;

Cinayet Süsü 16.30, 19.30; 7. Kogustaki Mucize

(OmU) 16.45,20.15; Terminator –DarkFate17.00,

20.00; Joker 17.10, 20.00; 3D: Die Addams Family

17.10; 3D: Maleficent 17.15, 19.40; Merhaba GüzelVatanim

(OmU) 19.45

City Kino Wedding (✆ 01 77/270 19 76) Mädchenbande

(OmU) 18.30; Preview: Das Forum

(OmU; mit Gästen) 20.45

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 4001) InEx. Filmfestival:

Einer flog über das Kuckucksnest (OmU) 19.30

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Planet Deutschland:

300 Millionen Jahre 10.00; Das perfekte Geheimnis

12.30; Invisible Sue –Plötzlich unsichtbar

15.00; Ich war noch niemals in New York 17.15,

20.00; Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft

10.45; Ich war noch niemals in New York 13.00;

Das perfekte Geheimnis 15.45, 18.15, 20.45

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Deutschstunde

15.30; Systemsprenger 18.00; Der Glanz der

Unsichtbaren 20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Der alte deutsche

Film: Der Schritt vom Wege 15.45; Verteidiger

des Glaubens –Defender of the Faith (OmU)18.00;

Downton Abbey (OmU) 20.15

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 46 78)Verteidiger des Glaubens –Defender

of the Faith 18.00; Zwingli –Der Reformator

20.30

Capitol (✆ 831 6417) Parasite 14.50, 20.30;

Deutschstunde 17.45

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 8112) Synonymes

(OmU) 17.00; Schrott oder Chance –Ein

Bauwerk spaltet Potsdam (mit Gästen) 19.15

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) Der Glanz

der Unsichtbaren 14.15; Parasite 14.45, 17.30;

Porträt einerjungen Frau in Flammen 15.30, 21.15;

Das perfekte Geheimnis 15.45, 18.15,20.45; Invisible

Sue16.30; BabelsbergerKöpfe: Spur derSteine

(mit Vortrag) 18.00; Preview: 2040 –Wir retten

dieWelt! (OmU)18.45; Preview: Smuggling Hendrix

(mit Gästen) 20.15; Systemsprenger 20.45

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 70) Ich

warnoch niemals in NewYork 13.40, 16.40, 19.50;

Everest: Ein Yeti will hoch hinaus 13.50, 17.10; Angry

Birds 213.50; Maleficent 13.55, 16.45; Das

perfekte Geheimnis 14.00, 17.00, 20.00; Shaun

das Schaf: UFO-Alarm 14.10; Die Addams Family

14.10; Bayala14.20;Terminator –Dark Fate 16.30,

19.45; Der König der Löwen 16.50; Joker 16.55,

19.55, 20.15; 3D: Die Addams Family 17.15; Gemini

Man 19.35; Dem Horizont sonah 19.40; 3D:

Maleficent: Mächte der Finsternis 19.50

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 88 77) Gut gegen

Nordwind 15.00; Das perfekte Geheimnis 17.30,

20.15

Capitol Königs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97 77)

Der Glanz der Unsichtbaren 17.15; Nurejew –The

White Crow 20.00

CineStar Wildau (✆ 04 51/703 02 00) Das perfekte

Geheimnis 14.00, 17.00, 20.00; Shaun das

Schaf: UFO-Alarm 14.30; Gut gegen Nordwind

14.30; Everest 14.30; Dora und die goldene Stadt

14.30; Ich war noch niemals in New York 14.45,

17.00, 20.00; Die Addams Family 14.45, 17.30;

Angry Birds 2 14.45; Maleficent 14.50, 17.00;

Bayala 15.00, 17.20; Joker 17.00, 20.00; Dem

Horizont so nah 17.00; Terminator 17.15, 20.15;

3D: Maleficent 17.30, 19.45; Scary Stories to Tell

in the Dark 17.45, 20.15; 3D: Gemini Man 19.45;

Slayer 20.00; Halloween Haunt 20.15; Angel Has

Fallen 20.15

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) Maleficent

15.00; Das perfekte Geheimnis 15.00, 17.45,

20.30; Die Addams Family 15.30; Terminator

17.45, 20.30; 3D: Maleficent 17.45,20.30

Filmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 4828)

Die Addams Family 16.10; Maleficent: Mächte der

Finsternis 17.04, 19.34; Das perfekte Geheimnis

17.24, 19.54, 22.34, 0.00; Ich war noch niemals

in New York 17.39, 20.09; 3D: Die Addams Family

17.55; Joker 20.22, 23.02, 0.00; 3D: Maleficent:

Mächte der Finsternis 22.45; Terminator – Dark

Fate 22.54, 0.00; The Big Lebowski 0.00; Shaun

das Schaf: UFO-Alarm 0.00; Justice –Verstrickt im

Netz der Macht 0.00; Das zweite Leben des Monsieur

Alain 0.00; Everest: Ein Yeti will hoch hinaus

0.00; Dora und die goldene Stadt 0.00; Der König

der Löwen 0.00; Bruce Springsteen: Western Stars

0.00; Angry Birds 20.00

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Shaun das

Schaf: UFO-Alarm 15.00; Ich war noch niemals in

NewYork 15.45, 17.00; Joker 20.00


26 * Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6 . N ovember 2019

·························································································································································································································································································

Netzwerk

NACHRICHTEN

„In aNutshell“ schafft

10-Millionen-Grenze

DOKUS

Können

Roboter sich

paaren?

VonTorsten Wahl

Wer versteht schon alle Zusammenhänge

der vernetzten

Welt?Werkennt sich wirklich aus mit

den technischen Veränderungen?

Und was bringt die digitale Zukunft

für die Menschheit? Eine originelle

Web-Serie von Arte macht Künstliche

Intelligenz lebendig.

Helena: Programmierer Sven, gespielt

von Michael Kranz, hat ein künstliches

Wesen kreiert: Die blonde Helena,

gespielt von Teresa Rizos, steht

als Hologramm im roten Kleid vor

ihm. Zunächst versucht Helena nur,

Witze zuverstehen, dann analysiert

sie die Persönlichkeit ihres Schöpfers

und attestiert ihm einen Mutter-

Komplex und Liebeskummer.

Die Beziehung der beiden wird

immer enger: Bald versucht Helena,

Sven mit Likes zu gefallen, fragt, ob

sie sich fortpflanzen könnten und

tanzt schließlich mit ihm. In den sieben

Episoden der Webserie „Helena“,

die für Arte, den Bayrischen

Rundfunk und den MDR entwickelt

wurde, wird nicht nur die Annäherung

zwischen Programmierer Sven

und Hologramm Helena immer weitergesponnen.

Jede der zwölfminütigen

Folgen steigt in einen Aspekt des

Dauerthemas Künstliche Intelligenz

Helena, das Kunstwesen, versucht, den

Menschen zu gefallen.

BR

ein, demonstriert anregende Versuchsanordnungen

und befragt international

renommierte Experten.

So werden im Kapitel „Schöpfung“

die modernen Roboter als

„smarte Fachidioten“ oder „Babys

mit Wikipedia im Kopf“ vorgeführt.

In der Episode „Daten-Paradies“

führtYann Lecun, Leiter der KI-Forschung

bei Facebook, durch seine

Labore inParis. Sehr anregend auch

die in Darmstadt entwickelte „Moral

Choice Machine“, die mit Medienpublikationen

gefüttert wurde. Sie

gibt immer wieder verblüffende Antworten:

Gemüse essen? Nicht gut!

Maschinen trauen? Auch nicht gut!

Mark Zuckerberg? Zu 80 Prozent

böse! Selbst zum Thema Fortpflanzung

haben die Autoren Forscher gefunden,

die Roboter miteinander

paaren –eine Kreuzung entwickelte

dabei einen Gang wie eine Krabbe.

Das Fazit wird der amerikanischen

Futuristin Amy Webb überlassen. In

der optimistischen Variante arbeiten

alle Konzerne und Regierungen zusammen,

um die Welt besser zu machen.

DieandereLösung führtzueinem

digitalen Kastenwesen: Manche

wohnen in einem Amazon-

Haus, die reicheren in einem

Apple-Domizil.

Zu sehen: Die siebenFolgen von„Helena“ sind in

den Mediatheken vonArteund des Bayrischen

Rundfunks bis 2024 abrufbar.

Torsten Wahl

staunte über den Charme

künstlicher Wesen.

Nur mal kurz die Welt retten, das wird in „Death Stranding“ zu einem großen Abenteuer. KOJIMA PRODUCTIONS (2)

Auf den Trümmern Amerikas

Der gefeierte Entwickler Hideo Kojima setzt mit „Death Stranding“ neue Maßstäbe in der Gaming-Welt

Der Jubel war groß, als die

zwei Männer am Sonntag

in der Station Berlin

die Bühne betraten. Aber

der Jubel galt nicht Fatih Akin, obwohl

er doch einer davon war. Immerhin

lässt der Hamburger Regisseur,

mit Erfolgen wie „Gegen die

Wand“ einer der größten Deutschlands,

sich selten genug in der

Hauptstadt sehen. Doch diesmal

war er nur eine Randfigur: 500 Fans

bejubelten den Japaner Hideo Kojima.

„Er ist der Stanley Kubrick der

Videospiele“, sagte Akin dann später

bei der Podiumsdiskussion auf der

Bühne über seinen Freund Kojima.

Wieder tobte die Menge.

Hollywood-Stars dabei

Die Aufregung ist so groß, weil ein

neues Videospiel des Japaners erscheint.

„Death Stranding“ kommt

am Freitag in die Geschäfte.Die Aufmerksamkeit

in der Spielewelt

könnte kaum gespannter sein. Eigentlich

hat die Videospiele-Welt

kaum Stars.Aber der Mann aus Tokio

bricht diese Regel. Kojimas erste

Spiele erschienen schon Ende der

80er-Jahre. Er wurde bekannt für die

„Metal Gear“-Reihe, das waren militärische

Schleichspiele,also Shooter,

bei denen man sich verstecken und

die Gegner geschickt umgehen

musste. Wer es mit Ballern versuchte,

scheiterte, weil er zu

schwach war. Eigenwillige Games

mit schrägen düsteren Superhelden,

die man besiegen musste, aber die

Spiele gelten als genial.

Nun hat Kojima sich von seiner

einstigen Firma Konami gelöst, arbeitet

seit vier Jahren mit seinem eigenen

Studio an seinem ersten ganz

eigenen Spiel. Ein Staraufgebot an

Hollywood-Schauspielern, das Games

so sonst nicht kennen, hat er

dafür auch bekommen: Mads Mikkelsen,

Lea Sedoux, Margaret Qualley,

Guilleromo del Toro, sie alle

spielen digitalisiert mit. Das alles

geht über Motion Capture. Die Bewegungen

eines Darstellers werden

also in Daten übertragen, sodass

eine digitale Figur des Schauspielers

entstehen kann.

„Death Stranding“ dürfte ein

Blockbuster werden, es ist ein aufwendig

produziertes Game für das

Millionenpublikum, und dennoch

ist es äußerst ungewöhnlich. Wir

befinden uns in einem stilisierten

Amerika einer fernen Zukunft, in

der Großstädte und Kommunikationsstrukturen

zerfallen sind. Es

sieht aber auch gar nicht aus wie

die USA, nur auf der Karte, die

man zur Orientierung öffnen

kann. Man fühlt sich eher wie in

den schottischen Highlands –

satte grüne Weiten, felsige Berge,

erst später im Spiel auch: Schnee

Die Welt in „Death Stranding“ ist voller rätselhafter Schattengestalten.

Das Spiel: „Death Stranding“

ist ein düsteres Spiel

vonHideo Kojima. Als Action-Spiel

mit einer offenen

Welt verschwimmen in

„Death Stranding“ die Grenzen

vonSingleplayer(Einzelspieler-Modus)

und Multiplayer(Mehrspieler-Modus).

BEDROHLICHER ZEITREGEN

Die Handlung: Die Welt erlebt

eine ArtApokalypse. Sie

wird nur noch vonvereinzelten

Menschen bewohnt. Immer

wieder fällt sogenannter

Zeitregen, der Menschen rapide

alternlässt. Nur Sam,

die Hauptfigur,kann dagegenbestehen.

Der Macher: Hideo Kojima

gilt als Genie unter den

Spielemachern, demnächst

will er auch Filme machen.

„Death Stranding“ erscheint

am Freitag,ist für die Playstation

4geeignet. Spieldauer:etwa

50 Stunden. Der

Preis: ca. 70 Euro.

und unwirtliche, aber schöne

Landschaften.

Aber, da ist ja noch der titelgebende

„gestrandete Tod“, so wird es

während des Spiels ins Deutsche

übersetzt. Überall in diesem Land

schwappt die Welt der Toten in die

reale hinein, da schweben dann halbdurchsichtige

Schatten in ein paar

MeternHöhe,eine gespenstische Nabelschnur

verbindet sie mit dem Boden.

Oder eine Art Teerpfütze erscheint

plötzlich, werhineintritt, wird

in die Unterwelt gezogen. Dafür sind

dunkle, gesichtslose Wesen verantwortlich,

die stöhnend wie Gespenster

auf einmal erscheinen. Das klingt

albern, wirkt aber sehr unheimlich.

Genau wie manch anderes Detail:Wir

tragen die meiste Zeit ein Embryo in

einer ArtKanister vorder Brust, durch

Schläuche ist es mit der Technik unseres

Anzugs verbunden. Es warnt,

wenn der gestrandete Todkommt.

Über so viele verrückte Einzelheiten

hinweg könnte man beinahe die

Geschichte vergessen, und auch im

Spiel dauerteseinige Zeit, bis sie verständlich

wird. Sie geht ungefähr so:

DieWelt erlebt eine Art Apokalypse.

Sie wird nur noch von vereinzelten

Menschen bewohnt, die sich in Bunker

geflüchtet haben. Denn immer

wieder fällt sogenannter Zeitregen,

der Dinge und Menschen rapide alternlässt,

wenn er sie trifft –bis zum

Tod. Normale Menschen trauen sich

nicht raus,aber Sam, die Hauptfigur,

basierend auf den Bewegungen von

Norman Reedus aus „The Walking

Dead“, ist die Hauptrolle.Erhat eine

besondere Fähigkeit: Er allein kann

aus der Welt der Toten zurückkommen.

Stirbt er, findet er sich in einer

Art Unterwasser-Szenario wieder

und kann sich vondortaus wieder in

die Welt zurückversetzen. Die Missionen

und der Spielinhalt werden

durch Cut-Scenes mit einer Handvoll

anderer Figuren erklärt.

Amerika zerfällt und soll als„UCA“

–die„United Cities of Amerika“ –wiederkehren.

Dabei soll Sam helfen.

DenAuftrag gibt die Präsidentin Bridget

selbst, die einst offenbar ohnehin

eine ArtMutterfigur für Samwar.Das

alles wird in Andeutungen erklärt.

Auch warum der Dunkelmann Higgs,

der auch zwischen Jenseits und Realwelt

hin- und herspringen kann, uns

verfolgt und vernichten will, ist zunächst

überhaupt nicht klar.Aber das

Spielen selbst funktioniert sehr flüssig.

Sam muss zwischen einzelnen

Posten des Landes Ausrüstungen hinund

hertragen, um die Stationen an

eine Artmagisches Energienetz anzubinden.

Am Anfang des Spiels sind

wir an der Ostküste und haben keinen

Kontakt zum Landesinneren

oder gar zum Westen. Jeweiter man

also ins Land vordringt und neue

Siedlungen und Posten mit dem chiralen

Netz –soheißt es –verbindet,

umso stabiler wirddas Land. DieAufgabe

der Spielenden ist, ganz an die

Westküste vorzudringen, wo die

Tochterder Präsidentin vonTerroristen

gefangen gehalten wird. Jedenfalls

scheint es so. Mehrmals in diesem

Spiel werden unerwartete Wendepunkte

alles verändern.

EinKunstwerk

Aber zunächst muss man laufen.

Sam ist stark, kann viel auf dem Rücken

tragen, und also liefert er. Ein

seltenes Computerteil, biologische

Proben, Rohstoffe für Straßenbau. So

muss man die Figur lenken, sie stolpert

und stöhnt manchmal, es wirkt

regelrecht mühsam. Undeswirkt oft

bierernst, aber irgendwann muss

man auch mal eine Pizza ausliefern.

In einem Bunker im Norden wohnt

ein hungriger Ingenieur.

Das Game selbst ist ein wenig

Open-World-Rollenspiel, man kann

auch seinen Level als Bote erhöhen,

es ist auch ein Aufbauspiel, weil man

Bunker und Ladestationen errichten

kann. Es hat auch was von „Grand

Theft Auto“, wenn man später irgendwann

Motorräder oder Trucks

steuernkann und gleichzeitig vormarodierenden

Räubern fliehen muss.

Und dann gibt es Traumsequenzen,

da wirdalles zum Ego-Shooter gegen

Skelettsoldaten, da erlebt man Szenen

beispielsweise aus dem Ersten

Weltkrieg – und eine Figur, die an

Mads Mikkelsen angelehnt ist, wird

zum übernatürlichen Erzfeind, der

offensichtlich nicht sterben kann.

Fallsdas alles verrückt klingt: So ist

das Spiel eben. Selbst ganz am Ende

ist es schwer,alles zu verstehen. Aber

eins ist klar –ein solches Spiel gab es

noch nie.Die Szene wirdallzu oft von

Massenware dominiert. Gerade ist

auch ein neues„Call of Duty“erschienen

und es ist, wenig überraschend,

ungefähr so wie alle anderen Teile zuvor.

Hideo Kojima dagegen hat ein

Spiel erfunden, das sich den Genres

entzieht. Unddas eine große, oftrührende

Erzählung mitbringt.

„Das ist die Zukunft“, sagte Fatih

Akin noch auf der Podiumsdiskussion

mit Kojima. „Die Medien werden

verschmelzen. Film, Game, Serie,

alles nähert sich jetzt an.“ Ein

wichtiger Meilenstein auf diesem

Wegerscheint nun: Einsehrernst zu

nehmendes, kluges Spiel. Es mag

verrückt klingen, aber es ist auch ein

Kunstwerk.

Mit„Kurzgesagt –InaNutshell“ hat

der erste YouTube-Kanal aus

Deutschland die Markevon 10 Millionen

Abonnenten erreicht –nach

einem starken Wachstum vonmehr

als zwei Millionen neuen Abonnenten

allein in diesem Jahr.„Kurzgesagt“

produziertseit 2013 Animationsvideos

zu wissenschaftlichen

Themen unter anderem aus Biologie,Physik

und Weltraumforschung

und richtet sich dabei vorallem an

ein internationales Publikum, denn

die Videos sind auf Englisch vertont

und höchstens mit deutschen Untertiteln

versehen.

Sideloads bekommen eine

Sicherheitsschranke

Wenn Browser-Erweiterungen selbst

noch andereErweiterungen installieren,

bezeichnet man das als Sideloading.

Wegen der damit verbundenen

grundsätzlichen Sicherheitsrisiken

verbietet der Firefox-Entwickler

Mozilla das Sideloading nun ab der

Browser-Version 74, die im März

2020 veröffentlicht werden soll. Damit

Nutzer gewünschte oder gewollte

Sideload-Erweiterungen im

März2020 nicht verlieren, gibt es einen

Zwischenschritt. Im Firefox73,

der im Februar 2020 kommen soll,

werden mögliche Sideload-Add-ons

ausgelesen und dem Nutzer angezeigt.

Dieser kann entschieden, ob er

sie regulär installieren oder aber entfernen

lassen möchte. (dpa)

Superman auf einer

Glasplatte gespeichert

Wie in einem Hollywood-Film: Microsoft

speichert„Superman“ auf Glas.

ZVG

Microsoft ist es gelungen, den kompletten

Hollywood-Film „Superman“

(1978) auf ein besonders haltbares

Speichermedium zu bannen.

In dem Projekt „Silica“ speicherten

die Partner den Film auf ein Glasstück

in der Größe einer Untertasse.

Beidem Projekt haben die Forscher

demnach jüngste Entdeckungen in

der ultraschnellen Laseroptik sowie

KI genutzt, um Daten in das Quarzglas

zu schreiben. Es soll hohenTemperaturen,

Überschwemmungen

und anderen Umweltbedrohungen

standhalten. Damit würde sich die

Methode vorallem für Daten aus historischen

Archiven oder für kulturelle

Schätzeeignen. Dabei werden

mit einem Laser die Daten als winzige

dreidimensionale Gitter in verschiedenen

Tiefen geschrieben. Das

Lesen der Daten erfolgt mithilfe von

Algorithmen. Dabei werden Bilder

und Muster decodiert, die erscheinen,

wenn polarisiertes Licht durch

das Glas scheint. (dpa)

4,1 Milliarden Menschen

sind aktuell online

Weltweit sind 4,1 Milliarden Menschen

online,fast 54 Prozent der

Weltbevölkerung. DieZahl steigt jedes

Jahr und habe sich seit 2005 fast

vervierfacht, berichtete die Internationale

Fernmeldeunion (ITU).Weltweit

waren in diesem Jahr gut 48 Prozent

der Frauen und gut 58 Prozent

der Männer online.Jeentwickelter

die Region, desto höher ist der Anteil

der Internetnutzer.Inden ärmsten

Länder der Welt sind im Durchschnitt

nur zwei vonzehn Einwohnernonline.

(dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6. November 2019 27

· ·

·······················································································································································································································································································

TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) Livenach Neun 9.55

(für HG) Sturmder Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Werweißdenn

sowas? 12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für

HG) ARD-Buffet 13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG)

Rote Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10

(für HG) Sturmder Liebe 16.00 (für HG)

Tagesschau 16.10 (für HG) Verrückt nach Fluss

17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 (für HG)

Brisant 18.00 (für HG) Werweißdenn sowas?

18.50 (für HG) Hubertohne Staller 19.45 (für

HG) Wissen voracht 19.50 (für HG) Wetter

19.55 (für HG) Börse 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Mord in Eberswalde

Kriminalfilm, D2013. Mit Ronald

Zehrfeld, Florian Panzner.Kommissar

Heinz Gödickeund Stefan Witt, Major des

Ministeriumsfür Staatssicherheit, sollen

den Mord an zwei Jungen aufklären.

21.45 (für HG) Plusminus

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) maischberger.die woche

Zu Gast: Hubertus Heil, Carola Rackete,

Linda Teuteberg, Johannes B. Kerner,

Stefan Aust, Dirk Rossmann

0.00 (für HG) Nachtmagazin

RTL

5.25 Exclusiv –Das Starmagazin 5.35 Explosiv

–Das Magazin 6.00 Guten Morgen Deutschland

8.30 (für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily

Soap 9.00 Unter uns. Daily Soap 9.30 (für HG)

Alles was zählt. Daily Soap 10.00 Der Blaulicht

Report 11.00 Der Blaulicht Report 12.00 Punkt

12 –Das RTL-Mittagsjournal 14.00 Die

Superhändler –4Räume, 1Deal 15.00 Schätze

aus Schrott 16.00 Mensch Papa! Väter allein zu

Haus 17.00 Herz über Kopf. Telenovela 17.30

Unter uns. Daily Soap 18.00 Explosiv–Das

Magazin 18.30 Exclusiv –Das Starmagazin

18.45 RTL Aktuell 19.03 RTL Aktuell –Das Wetter

19.05 (für HG) Alles was zählt. Daily Soap 19.40

(für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 Mario Barth räumt auf!

Show. Zu Gast: Henning Baum, Oliver

Korittke, Beatrice Egli. Wenn man

Verbraucher für dumm verkaufen will,

dann muss Mario wieder die Ärmel

hochkrempeln.

22.15 sternTV

0.00 RTL Nachtjournal

0.27 RTL Nachtjournal –Das Wetter

0.30 (für HG) CSI: Den Tätern auf der Spur

Krimiserie. Opfer der Vergangenheit

1.20 (für HG) CSI: Den Tätern auf der Spur

Krimiserie. Venusmuscheln àlaCard

MDR

13.58 (für HG) Aktuell 14.00 (für HG) MDR um 2

15.15 (für HG) 1989 –Aufbruch ins Ungewisse

16.00 (für HG) MDR um 4 17.45 (für HG) Aktuell

18.05 (für HG) Wetter für 3 18.10 (für HG)

Brisant 18.54 (für HG) Unser Sandmännchen

19.00 Regionales 19.30 (für HG) Aktuell 19.50

(für HG) Tierisch tierisch 20.15 (für HG) Exakt

20.45 (für HG) Land sucht Arzt 21.15 (für HG)

Die Spur der Täter 21.45 (für HG) Aktuell 22.05

(für HG) Polizeiruf 110: Unter Brüdern. Krimireihe,

D/DDR 1990 23.38 Aktuell 23.40 Olafs Klub

0.25 (für HG) extra 3. Satiremagazin

Bayern

12.40 (für HG) Familie Dr.Kleist 13.30 (für HG)

weiß blau 14.15 (für HG) Hofgeschichten 14.45

(für HG) Gefragt –Gejagt 15.30 (für HG)

Schnittgut 16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für

HG) WirinBayern 17.30 Regionales 18.00 (für

HG) Abendschau 18.30 (für HG) Rundschau

19.00 (für HG) Stationen 19.30 (für HG)

Dahoam is Dahoam 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) jetzt red i 21.00 (für HG)

Kontrovers 21.45 (für HG) Rundschau Magazin

22.00 (für HG) DokThema 22.45 Die vergessene

Armee. Dokumentarfilm, D2017 0.10 kinokino

Vox

5.10 (für HG) CSI: NY 6.50 (für HG) CSI: Den

Täternauf der Spur 8.35 Verklag mich doch!

10.50 VoxNachrichten 10.55 Mein Kind, dein

Kind –Wie erziehst du denn? 11.55 Shopping

Queen 13.00 Zwischen Tüll und Tränen 14.00

Mein Kind, dein Kind –Wie erziehst du denn?

15.00 Shopping Queen 16.00 4Hochzeiten und

eine Traumreise 17.00 Zwischen Tüll und Tränen

18.00 First Dates 19.00 Das perfekte Dinner

20.00 Prominent! 20.15 (für HG) The Good

Doctor 22.10 (für HG) ChicagoMed 23.55 Vox

Nachrichten 0.15 (für HG) Medical Detectives

Super RTL

8.55 PawPatrol 9.25 Die Oktonauten 9.45

Calimero 10.05 Sammy 10.40 Grizzy &die

Lemminge 11.05 Alvinnn!!! 11.35 Go Wild!

12.05 Friends 12.25 Trolls 12.45 Polly Pocket

13.15 Tomund Jerry 13.45 Bugs Bunny&

LooneyTunes 14.15 Angelo! 14.45 Dragons

15.15 Ninjago 15.40 Alvinnn!!! 16.10 Sally

Bollywood 16.40 Die Nektons 17.10 Mighty

Mops 17.40 Angelo! 18.10 Bugs Bunny&

LooneyTunes 18.35 Woozle Goozle 19.05

Alvinnn!!! 19.45 Tomund Jerry 20.15 (für HG)

Dr.House 0.20 Infomercials

Sport1

5.45 SportClips 6.00 Teleshopping 15.30 Cajun

Pawn Stars 16.00 Cajun Pawn Stars 16.30

StorageWars –Die Geschäftemacher.Doku-Soap.

Geldsegen 17.00 StorageWars –Die Geschäftemacher.Doku-Soap.

VorGericht 17.30 Storage

Wars –Geschäfte in Kanada. Doku-Soap.

Ausgegraben 18.00 StorageWars –Geschäfte in

Kanada. Doku-Soap. Viel Glück und viel Segen

18.30 Fußball –Die MLS-Highlights 19.00

Sport1 News 19.30 Fantalk 23.15 Scooore! –

Internationales Fußball Magazin 0.00 SportClips

ZDF

5.10 (für HG) hallo deutschland 5.30 (für HG)

ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für HG) heute Xpress

9.05 (für HG) Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante 11.15 (für

HG) SokoWismar 12.00 heute 12.10

drehscheibe 13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin

14.00 heute –inDeutschland 14.15 Die

Küchenschlacht 15.00 (für HG) heute Xpress

15.05 (für HG) Bares für Rares 16.00 (für HG)

heute –inEuropa 16.10 (für HG) Die Rosenheim-Cops

17.00 (für HG) heute 17.10 (für HG)

hallo deutschland 17.45 (für HG) Leute heute

18.00 (für HG) SokoWismar 18.54 Lotto am

Mittwoch 19.00 (für HG) heute 19.20 (für HG)

Wetter 19.25 (für HG) Heldt. Die Sagenjäger

20.15 (für HG) Preis der Freiheit (3/3)

Historienfilm D2019. Mit dem Fall der

Mauer weiß Margot, dass sie schnell

handeln muss. Ihr Widersacher im

Ministerium für Staatssicherheit, Krimling,

ist jedoch schneller.

21.55 (für HG) heute journal

22.25 auslandsjournal

22.55 (für HG) dunja hayali

Talkshow

23.40 (für HG) Markus Lanz

0.55 heute+

1.10 (für HG) Züge indie Freiheit

Sat.1

5.30 Sat.1-Frühstücksfernsehen 10.00 Im

Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfenfür Sie!

11.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir

kämpfen für Sie! 12.00 Anwälte im Einsatz

13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 AufStreife

15.00 AufStreife –Die Spezialisten 16.00 Klinik

am Südring.Doku-Soap 17.00 Klinik am Südring

–Die Familienhelfer.Eine 40-jährigeMutter kann

vonheute auf morgen ihren Kopf nicht mehr

anheben und sich binnen weniger Tage kaum

noch fortbewegen. Die Ärzte der Gemeinschaftspraxis

stehen voreinem Rätsel. 17.30 Klinik am

Südring /oder Sat.1 Regional-Magazine 18.00

Die Ruhrpottwache 19.00 Genial daneben –das

Quiz 19.55 Sat.1 Nachrichten

20.15 The Taste

Chef-Patissier René Frank ist als Juror zu

Gast und bewertet die ausgefallenen

Konditorkünste der verbliebenen

Kandidaten. Die erste Runde startet mit

verschiedenen Gebäcken.

22.50 TopTen! Der Geschmacks-Countdown

Rankingshow. Krasse Küchenkunst

23.50 The Taste

Castingshow

2.00 Auf Streife –Die Spezialisten

2.40 Auf Streife –Die Spezialisten

3.25 Auf Streife –Die Spezialisten

WDR

13.05 (für HG) Elefant, Tiger&Co. 13.55 (für

HG) Lichters Schnitzeljagd 14.25 (für HG)

Tierärztin Dr.Mertens 16.00 (für HG) WDR aktuell

16.15 Hier und heute 18.00 (für HG) WDR

aktuell /Lokalzeit 18.15 (für HG) Servicezeit

18.45 (für HG) Aktuelle Stunde 19.30

Regionales 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Markt 21.00 (für HG) Der Haushalts-

Check 21.45 (für HG) WDR aktuell 22.10 (für

HG) Wiegeht es besser? 22.55 (für HG) sport

inside 23.25 (für HG) Krieg der Träume

1918-1939 1.10 (für HG) Maischberger

NDR

14.00 (für HG) NDR Info 14.15 (für HG) die

nordstory 15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt 16.00

(für HG) NDR Info 16.20 (für HG) Mein

Nachmittag 17.10 (für HG) Leopard, Seebär &

Co. 18.00 Regionales 18.15 (für HG) Wiegeht

das? 18.45 (für HG) DAS! 19.30 Regionales

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG)

Expeditionen ins Tierreich 21.00 (für HG)

Novemberkinder 21.45 (für HG) NDR Info 22.00

(für HG) Die Stasi im Kinderzimmer 22.45 (für

HG) extra 3 23.15 (für HG) Zapp 23.45 (für HG)

7Tage... 0.15 Kümo Henriette

Kabel eins

9.30 (für HG) Navy CIS: L.A. 10.20 Navy CIS

11.15 Without aTrace 12.10 Numb3rs 13.05

(für HG) Castle 14.00 (für HG) The Mentalist

14.55 (für HG) Navy CIS: L.A. 15.50 News

16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer Leben täglich

17.55 Mein Lokal, Dein Lokal –Der Profi kommt

18.55 Achtung Kontrolle! Wirkümmernuns

drum 20.15 (für HG) Nachts im Museum.

Komödie, USA/GB 2006 22.30 (für HG) Die

Chroniken vonNarnia –Die Reise auf der

Morgenröte. Fantasyfilm, USA 2010 0.40 Nachts

im Museum. Komödie, USA/GB 2006

RTLZWEI

5.15 PrivatdetektiveimEinsatz 6.00 Die

Straßencops West 7.00 Die Straßencops

Ruhrgebiet 8.00 Frauentausch 10.00 Frauentausch

12.00 Frauentausch 14.00 Station B1

15.00 Die Wache Hamburg 16.00 Die Wache

Hamburg 17.00 News 17.05 Krass Schule –Die

jungen Lehrer 18.05 Köln 50667 19.05 Berlin

–Tag &Nacht 20.15 Die Wollnys –Eine

schrecklich große Familie! 21.15 Die Wollnys –

Eine schrecklich große Familie! 22.15 Die

Wollnys –Eine schrecklich große Familie! 23.15

Hartz und herzlich 1.15 Crime Town USA

Eurosport 1

8.30 Watts Sportzapping 9.05 Test DriveMagazin

9.20 Motorsport 9.50 Snooker 11.00 Judo.

Grand Slam in Abu Dhabi. Highlights 11.30

Snooker.World Open in Yushan. Das Finale 13.00

Radsport 14.00 Radsport 15.30 Snowboard

16.30 Ski Freestyle 17.30 Legenden Hautnah

18.00 Camps to Champs 18.30 PowerOfOne.

Togo 19.00 Leichtathletik 20.30 Nachrichten

20.40 Ski Freestyle 21.35 Snowboard 22.35

Nachrichten 22.45 Snooker.World Open in

Yushan. Das Finale 0.30 Radsport

TV-Tipps

ARTE, 20.15 UHR DRAMA

All unsere Wünsche

Claire(Marie Gillain, r.)ist eine junge Richterin am Gerichtshof von

Lyon. In einer Verhandlung begegnet sie Céline (Amandine Dewasmes),

der Mutter der besten Freundin ihrer kleinen Tochter,als Angeklagte.Die

alleinerziehende junge Frau ist überschuldet, weil sie gleich eine Reihe von

Sofortkrediten abgeschlossen hat, die sie nicht bedienen kann. Nachdem

Céline vor Gericht herausgerutscht ist, dass sie Clairekennt, wird dieser

der Fall entzogen. DieJuristin hat Mitleid, vor allem aber ist sie aufgebracht

angesichts der skrupellosen Taktik der Kreditbanken. Clairegelingt es,einen

erfahrenen Richter zu überreden, den Fall zu übernehmen. Zu zweit finden

sie einen Formfehler,woraufhin die Klage abgewiesen werden kann. Doch

dann wird bei Claireein Hirntumor festgestellt.

(F/2011)

Foto: ARTE France

Anzeige

Leserreisen-Magazin

Jetzt

kostenlos

anfordern

NORMALVARIANTE –MITTEL mittel

6 2

1 9 7 3

8 5

3

9 7 1

2 5 8

5 3 6

1 5 4

7

1 8 3

5 3

Berliner Zeitung Leserreisen

SUDOKU

MitDIAGONALEN-schwer

MIT –SCHWER

4

5 1

7

4

8 5

6 2

9 3

LESERREISEN

INFORMATIONEN UNTER

030–23 27 66 33

www.berliner-zeitung.de

/leserreisen

Neu!

Leserreisen-Magazin 2020:

Freuen Sie sich auf über

60 ausgewählte Reisen und

eine schöne Überraschung.

LESERREISEN

AUFLÖSUNG Auflösung

vom VOM 5.11.2019

MITTEL mittel

9 4 5 8 2 3 1 7 6

7 1 6 5 9 4 2 8 3

2 3 8 7 6 1 4 5 9

1 8 7 3 5 9 6 4 2

6 5 4 1 7 2 9 3 8

3 2 9 4 8 6 7 1 5

5 9 3 2 1 7 8 6 4

4 7 2 6 3 8 5 9 1

8 6 1 9 4 5 3 2 7

AUFLÖSUNG

Auflösung

vom

VOM

5.11.2019

5. 11. 2019

SCHWER schwer

1 7 6 8 5 3 2 4 9

8 5 9 7 2 4 6 3 1

3 4 2 9 6 1 7 8 5

6 8 7 4 3 5 9 1 2

9 3 1 2 8 7 4 5 6

4 2 5 6 1 9 8 7 3

5 9 4 1 7 6 3 2 8

7 1 8 3 9 2 5 6 4

2 6 3 5 4 8 1 9 7

RBB

5.20 Berliner Nächte 5.25 (für HG) Aktuelle

Kamera 5.55 (für HG) Berliner Abendschau 6.20

zibb 7.20 (für HG) Brisant 8.00 (für HG)

Brandenburg aktuell 8.30 (für HG) Abendschau

9.00 (für HG) In aller Freundschaft 10.30 (für

HG) Rote Rosen 11.20 (für HG) Sturmder Liebe

12.10 (für HG) Julia –Eine ungewöhnliche Frau

13.00 rbb24 13.10 (für HG) Verrückt nach Meer

14.00 (für HG) Geschichten übernGartenzaun

16.00 (für HG) rbb24 16.15 (für HG) Gefragt –

Gejagt 17.00 (für HG) rbb24 17.05 (für HG)

Panda, Gorilla &Co. 17.55 (für HG) Unser

Sandmännchen 18.02 rbb UM6 18.27 zibb

19.30 (für HG) Abendschau /Brandenburg

aktuell 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) rbb Praxis

Diesmal fragt RaikoThal: „Stimme weg–

was tun?“ Die Ursache für Heiserkeit ist

oft eine Erkältung,lautes Reden oder

Rauchen. Mehr zu den Hintergründen und

Therapien zeigt „rbb Praxis“.

21.15 (für HG) Die rbb Reporter

21.45 (für HG) rbb24

22.00 (für HG) Alaskas Bären (3/3)

22.45 (für HG) Der Sambesi (1/2)

23.30 Talk aus Berlin

0.00 (für HG) Dana Lech

Drama, D1992. Mit Brygida Mich

ProSieben

5.15 2BrokeGirls. Sitcom. Schlaflos in

Williamsburg 5.35 The Middle. Comedyserie

6.15 (für HG) Twoand aHalf Men. Sitcom 7.35

(für HG) The Big Bang Theory. Sitcom 8.55 (für

HG) HowIMet Your Mother.Sitcom 10.40 Fresh

Off the Boat. Sitcom.Misstöne 11.10 Mike&

Molly.Sitcom. Die Couch ruft 11.35 2Broke

Girls. Sitcom 12.30 Mom. Sitcom 13.20 (für HG)

Twoand aHalf Men. Sitcom 14.40 The Middle.

Comedyserie 15.35 (für HG) The Big Bang Theory.

Sitcom. Noch so ein Weichei /Sex auf der

Waschmaschine? /Falscher Ort, falsche Frage

17.00 taff 18.00 Newstime 18.10 (für HG) Die

Simpsons. Zeichentrickserie. Mein Freund, der

Roboter /Gestrandet 19.05 Galileo

20.15 (für HG) 9-1-1 Notruf L.A.

Buck findet den verletzten Chimney.Kurz

bevordieserdas Bewusstsein verliert,

nennt er einen Namen –Jason Bailey.

Buck ist sich jedoch sicher,dass es sich

um Doug handelt.

21.15 (für HG) 9-1-1 Notruf L.A.

Actionserie.Systemausfall

22.15 (für HG) Atlanta Medical

Arztserie. Alle für Eine

23.15 (für HG) Atlanta Medical

Arztserie. Valentinssex

0.10 (für HG) Two and aHalf Men

Arte

9.20 Am Ende der Welt 10.55 Riemenfische

11.50 Wiedas Land, so der Mensch 12.15 Re:

12.50 Arte Journal 13.00 Stadt Land Kunst

14.00 (für HG) Unter Verdacht –Evasletzter

Gang.Krimireihe, D2019 15.50 (für HG) Flüsse

des Lichts 16.40 (für HG) Xenius 17.10

Fotografen auf Reisen 17.40 Südamerika 18.30

(für HG) Kreuzfahrtindie Ostsee 19.20 Arte

Journal 19.40 Re: 20.15 All unsere Wünsche.

Drama, F2011 22.10 Ich lade Sie zu meiner

Hinrichtung ein 23.10 (für HG) Mit der Faust in

der Tasche. Drama, I1965 0.55 Arte Journal

3Sat

9.45 nano 10.15 (für HG) Anne Will 11.15

Heimwärts 11.40 Die Eigenwillige 12.00

Grenzerfahrung 12.25 Wunderkinder 13.00 (für

HG) ZIB 13.20 Amerikas Westküste 14.50 An

den Uferndes Nil 17.00 Der Rhythmus des Eises

17.45 Island 18.30 nano 19.00 (für HG) heute

19.20 Kulturzeit 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Wenn die Rohstoffe knapp werden 21.05

(für HG) Wieman die Welt repariert 22.00 (für

HG) ZIB 2 22.25 (für HG) Die letzte Reise.

Drama, D2016 23.55 (für HG) Mit Vollgas in den

Verkehrskollaps 0.25 10 vor10

Phoenix

9.00 phoenix vorort 9.30 Juncker –ein Leben

für Europa 10.00 phoenix vorort 10.30 Die Welt

des Donald Trump 11.00 phoenix vorort 12.00

Wieentwickelt sich unsere Wirtschaft? 13.00

Bundestag live 14.00 Die Müllers und das Hohe

Haus 15.30 phoenix vorort 17.00 Weiterbildung

ohne Sinn 17.30 phoenix der tag 18.00

Geschäftsmodell Müll 18.30 Dirty Dollars 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 Geheimnisvolle Orte

21.00 Schalom Neues Deutschland 21.45

Mahmouds Traum 22.15 Phoenix Runde 23.00

phoenix der tag 0.00 Phoenix Runde

Kika

12.50 Marcus Level 13.15 Die Wilden Kerle

13.40 (für HG) Die Pfefferkörner 14.10 Schloss

Einstein –Erfurt 15.00 Ninja Nanny 15.25 Ein

Fall für TKKG 15.50 Miss Moon 16.15 Die

Piraten vonnebenan 16.50 Geronimo Stilton

17.35 Der kleine Ritter Trenk 18.00 Ein Fall für

die Erdmännchen 18.10 (für HG) Der kleine

Drache Kokosnuss 18.35 Ernest &Celestine

18.47 Baumhaus 18.50 Unser Sandmännchen

19.00 (für HG) Yakari 19.25 (für HG) Anna und

die wilden Tiere 19.50 (für HG) logo! 20.00 (für

HG) Kika Live 20.10 (für HG) Alarm

Dmax

5.35 Historyinthe Making 6.00 Die Aquarium-

Profis 6.50 Infomercial 8.50 Hardcore Pawn

9.20 Auction Hunters 9.50 Infomercial 10.15

BaggageBattles 11.15 Die Zwangsvollstrecker

13.15 Dubai Airport 14.15 Ausgesetzt in der

Wildnis 15.15 Naked Survival XXL 16.15 Die

Zwangsvollstrecker 17.15 Combat Dealers 18.15

SteelBuddies 19.15 A8 –AbenteuerAutobahn

20.15 Auction Hunters 20.45 Hardcore Pawn

21.15 BaggageBattles 22.15 Shark Tank 23.10

DMAX News 23.15 Shark Tank 0.10 DMAX News

Tagesschau 24

5.00 Hessenschau 5.30 ZDF-Morgenmagazin

9.00 Tagesschau-Nachrichten 9.15 Ich will die

Amputation 10.00 Tagesschau-Nachrichten

10.15 Hier ist es zu laut! Wastun gegen

Straßenlärm? 11.00 Tagesschau-Nachrichten

13.00 ARD-Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau-

Nachrichten 19.15 Markt 20.00 Tagesschau

20.15 Fakt 20.45 Panorama 3 21.15

Tagesschau 21.17 Fakt ist! 22.15 Markt 23.00

Tagesthemen 23.30 Kontrovers 0.15 defacto

1.00 Nachtmagazin 1.20 extra 3 1.50 Extra

2.00 Tagesschau 2.02 Brandenburg aktuell 2.30

MDR Thüringen Journal 3.00 Tagesschau 3.02

Landesschau Baden-Württemberg

ONE

7.45 Der Mann an ihrer Seite. Romanze, D2008

9.15 Brisant 9.55 Hot in Cleveland 10.35

Lindenstraße 11.05 Morden im Norden 11.55

Sturmder Liebe 13.30 Um Himmels Willen

14.20 Echte Bauernsingen besser.Komödie, D

2019 15.50 Morden im Norden 16.40 Hot in

Cleveland 17.20 Lindenstraße 17.50 Hartaber

herzlich 18.40 Sturmder Liebe 20.15 Agatha

Christies Marple: Ruhe unsanft. Krimireihe, GB

2006 21.45 Alfred Hitchcock präsentiert:

Krimiserie.Das zweite Inserat. 22.10 Agatha

Christies Poirot 23.55 Hot in Cleveland 0.35

Agatha Christies Marple: Ruhe unsanft.

Krimireihe, GB 2006

ZDF NEO

7.20 (für HG) Leonardo da Vinci –Was erfand er

wirklich? 8.05 Topfgeldjäger 8.55

Lafer!Lichter!Lecker! 9.40 (für HG) Bares für

Rares 10.35 (für HG) Bares für Rares 11.25

Dinner Date 12.10 (für HG) Monk 12.55 (für HG

Monk 13.35 Psych 14.15 Psych 14.55 (für HG)

Monk 15.40 (für HG) Monk 16.20 Psych 17.00

Psych 17.45 (für HG) Bares für Rares 18.36

Dinner Date 19.20 (für HG) Bares für Rares

20.15 (für HG) Wilsberg: Treuetest. Krimireihe, D

2013 21.45 (für HG) Ein starkes Team: Die

Gottesanbeterin. Krimireihe, D2012 23.10 (für

HG) Let Me In. Horrorfilm, GB/USA 2010 1.00

(für HG) Wilsberg: Treuetest. Krimireihe,D2013

ZDF INFO

5.30 Geheimnisse der digitalen Revolution 6.15

Geheimnisse der digitalenRevolution 7.00 Täter

im Netz 7.45 Täter im Netz 8.28 heute Xpress

8.30 AufVerbrecherjagd 9.15 Mörderjagd 10.00

Mörderjagd 10.45 AufVerbrecherjagd 11.30

Mörderjagd 12.15 Mörderjagd 13.00 Das war

dann mal weg 13.45 Das war dann mal weg

14.30 DDR mobil 15.15 Das war dann mal weg

16.00 DDR mobil 16.45 DDR mobil 17.30 Das

war dann mal weg 18.15 ZDF-History 18.45

Bigfoot 19.30 RätselhafteTote 20.15 Rätselhaft

Tote 21.00 Rätselhafte Tote 21.45 Aufgedeckt

22.30 Aufgedeckt 23.15 Aufgedeckt 0.00

Rätselhafte Geschichte 0.45 heute journal

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Opernführer Sir John in Love –Shakespeares

Falstaff als Opernheld, ca. 56 Min.

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Konzert Salle Métropole, Lausanne: Maurice

Ravel/Gabriel Fauré /Giacomo Puccini /

GustavMahler /Witold LutosIawski, ca. 87 Min.

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Alte Musik Spezial TreffpunktMünchen –Orlando

di Lasso als prägender Lehrer, ca.56Min.

21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Alte Musik Ein großer Tonkünstler:Johann Ernst

Eberlin am Salzburger Dom, ca. 30 Min.

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Der Ursprung der Welt (13/16) von

Ulrich Tukur.Gelesenvom Autor,ca. 30 Min.

20.30 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Lesezeit Jan Peter Bremer liest aus seinem

Roman „Der jungeDoktorand“ (1/2), ca. 30 Min

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Querköpfe Wasvom Ende übrig blieb: 30 Jahre

Mauerfall aus Sicht ostdeutscherKabarettbühnen.

VonTorsten Thierbach, ca. 55 Min.

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Hörspiel Raumschiff Tonstudio: Bericht über das

Innere einer Kapsel und deren Bewohner.Von

Giuseppe Maio, ca. 57 Min.

MAGAZIN

9.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Im Gespräch 30 Jahre Mauerfall: Politikerin

Christine Bergmann im Gespräch mit Katrin

Heise,ca. 55 Min.

10.10 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Länderzeit Blaupause für eine bundesweite

Klinikreform? Die neue Krankenhausplanung in

NRW, ca. 80 Min.

18.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Weltzeit Crazy America: VonKopfgeldjägernund

anderenunglaublichen Dingen, ca. 30 Min.

19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kulturtermin RechterRaum oder Lernort

deutscher Geschichte? Der umstrittene

Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam. Von

Otto Langels, ca. 26 Min.

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Die argentinische Sängerin und

Pianistin Gabriela Anders, ca. 30 Min.

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Musik der Gegenwart Neue Musik in der DDR.

Mit Andreas Göbel, ca. 56 Min.


Berliner Zeitung · N ummer 258 · M ittwoch, 6. November 2019 – S eite 28 **

·························································································································································································································································································

Panorama

LEUTE

NACHRICHTEN

MatthewMcConaughey (50) hat am

Montag seinen runden Geburtstag

gefeiertund sich zur Feier des Tages

mit einem Account bei Instagram beschenkt,

was ihm mit nur einemVideo-Post

bisher weit über 800000

Abonnenten einbrachte.IndemVideo,das

über eine Million Malangesehen

und rund 20000-mal kommentiertwurde,erzählt

der Schauspieler

davon, wie aufgeregt er sei,

nun bei Instagram zu sein, dass er

hier unterhalten und bespaßen, aber

auch zum Nachdenken anregen

wolle …Tatsache ist, dass @officiallymcconaughey

sich mit diesem Format

an allen Agenturen und Gatekeepernvorbei

eine eigene Öffentlichkeit

schafft. In etwa so,wie die Kollegin

Jennifer Aniston, die seit dem 18. Oktober

bei Instagram ist, bislang nur

sieben Beiträge postete,aber 18,4

Millionen Abonnenten hat.

Insolvenzauflagen gegen

Boris Becker verlängert

DieInsolvenzauflagen gegen den

ehemaligen Tennis-Star BorisBecker

(51) sind um zwölf Jahreverlängert

worden. Dasteilte der Insolvency

Service auf der Webseite der britischen

Regierung mit. Demnach

muss sich Becker bis zum 16. Oktober

2031 bestimmten Einschränkungen

für zahlungsunfähige Personen

in Großbritannien unterwerfen.

Dazu gehörtbeispielsweise die

Pflicht, ab einer Darlehenshöhe von

umgrechnet 580 Euro den Darlehensgeber

über seinen Status zu informieren.

Beckers Anwalt Christian-Oliver

Moser teilte mit, Becker

habe„derVerlängerung einzelner Insolvenzauflagen

bis 2031 einvernehmlich

zugestimmt“. (dpa)

Arnold Schwarzenegger (72) und das

bereits erwähnte Instagram führen

zur nächsten Personalie: DerSchauspieler

und ehemalige Gouverneur

vonKalifornien und Gründer einer

Umweltorganisation hat sich mit der

schwedischen Klimaaktivistin Greta

Thunberggetroffen, ist mit ihr („eine

meiner Heldinnen“) gemeinsam

Fahrrad im sonnenlichten Santa Monica

gefahren, ließ die Szene fotografieren

und veröffentlichte sie nun auf

der nämlichen Bilderplattform.

Greta, alle wollen Greta!

Emma Watson (29) hat

sich zwei Jahrenach ihrerTrennung

vondem

UnternehmerWilliam

Knight (35) endlich

ans Alleinsein gewöhnt.

Dasbehauptete

die britische

Schauspielerin jedenfalls

in der

Vogue:„Ich bin sehr

glücklich. Ichbin

meine eigene Partnerin.“

Hey, glücklich

ohne Mann und

Kind! Raus aus der

heiligen Reproduktionsordnung!!

(schl.)

Hat sich als Partnerin

ihrer selbst entdeckt

und ist glücklich. AFP

TIERE

High Five, Bro: einer dieser bepelzten

Gangster.

DPA/LENHARD KLIMEK

Eine merkwürdige Häufung vonMeldungen

über Waschbären haben wir

in den letzten Tagen festgestellt. Die

kleine Tierkastenredaktion ist besorgt,

hier nur einige Beispiele: Bayern,

Bonstetten am 28.10.2019 –eines

dieser Raubtiereplünderteinen

Futterkasten für Vögel; Mecklenburg-Vorpommern,

Kuhstorfam

29.10.2019 –ein Waschbär-Pärchen

greift eine Frau auf einem Hühnerhof

an; Brandenburg, Friedrichthal

am 1.11.2019 –noch ein Waschbär-

Pärchen, es nimmt in aller Seelenruhe

die Terrasse eines Wohnhauses

in Besitz: Thüringen, Hohenebraam

2.11.2019 –ein Auto stößt mit einem

Waschbären zusammen, die Fahrerinblieb

unverletzt, der Sachschaden

beträgt 500 Euro,das Tier flüchtete

trotz anwesender Polizei in den

Wald …Leute,was ist da los?! (schl.)

Als Trickfilmzeichner und

Micky-Maus-Erfinder Walt

Disney 1966 starb, stand

die Berliner Mauer bereits

seit fünf Jahren. Dass sie eines Tages

verschwinden würde, hätte er bestimmt

zu Lebzeiten nicht für möglich

gehalten. Schon gar nicht, dass

seine Helden aus Entenhausen diesen

historischen Moment miterleben

würden. Doch als vor 30Jahren

in Berlin die Mauer fiel, waren auch

die Disney-Stars dabei: Donald Duck

und Co. mitten im damaligen Freudentaumel

der Menschen aus Ost

und West. Möglich macht es ein Comic

zum Mauerfall-Jubiläum.

Windige Geschäfte

Die Bildergeschichte wurde gerade

im aktuellen Micky-Maus-Heft des

Berliner Egmont-Ehapa-Verlages veröffentlicht.

Die Idee dahinter: „Wir

wollen unseren Lesern, die zwischen

acht und zwölf Jahrealt sind, mit diesem

Comic einen Anstoß geben, sich

mehr mit diesem Ereignis zu beschäftigen“,

sagt Micky-Maus-Chefredakteur

und Mitautor Marko Andric.

„Momentan wird viel über den 30.

Jahrestag des Mauerfalls berichtet.

Kinder haben vielleicht aus Erzählungen

der Elternoder aus der Schule davon

gehört. Doch sie können sich

kaum ein Bild davon machen, was

damals passiertwar.“

Dafür sorgt nun Onkel Dagobert,

der sich in dem Comic auf insgesamt

45 Bildernanden Mauerfall erinnert.

Wie ermit Donald Duck und dessen

Neffen einen Tagdanach Ost-Berlin

besucht. Siesind dabei, wie vonallen

Seiten die Menschenmassen zum

Brandenburger Tor strömen und

freudig rufen: „Die Mauer ist weg!“

Auf ihrer Autofahrt durch die Stadt

treffen die Entenhausener immer

wieder auf jubelnde Berliner: vorm

Roten Rathaus,amAlliierten-Grenzübergang

Checkpoint Charlie oder

dem Palast der Republik. Vor dem

Palast, der auch Sitz des DDR-Parlamentes,der

Volkskammer,war,mutmaßen

Donald Duck und seine Neffen,

dass dort die Politiker mit dem

Mauer-Ende

mit Enten

Als vor 30 Jahren die Teilung Deutschlands beendet

wurde, waren auch Donald Duck und Co. in Berlin

dabei. Ein Comic macht es möglich

VonNorbertKoch-Klaucke

EGMONT EHAPA MEDIA/DISNEY (5)

Mauerfall „ein wenig überfordert

sind“. Wassie in der Tatwaren, wie

man später aus Berichten der einstigen

Abgeordneten erfuhr.

Bald stellt sich heraus,warum der

als geldgierig bekannte Onkel Dagobert

zum Mauerfall angereist ist.

„Grenzenlose Geschäfte“, so der Comic-Titel,

will er machen. Etwa den

Fernsehturm durch einen neuen ersetzen.

Doch Dagobert scheitert. Als

er bei einem Spaziergang durch ein

Wohnviertel erklärt, dass man aus

den „baufälligen Häusern wahre Juwelen

machen kann“, kontert ihm

ein Ost-Berliner: „Billig koofen und

teuer verkoofen? Kein Bedarf!“

Donald will die Mauer

Die Szene bauten die Autoren nicht

grundlos in den Comic ein. „Sie spiegeln

den damaligen Zeitgeist wieder“,

so Chefredakteur Andric.

„Denn mit dem Mauerfall kamen

tatsächlich auch so manche Geschäftsleute

aus dem Westen, um

mit dem Osten Geld zu verdienen.“

EinJahr arbeiteten die Macher an

dem Comic. Star-Zeichner Marco

Rota schuf anhand von Fotos aus

dem Jahr 1989 die stimmungsvollen

Mauerfall-Bilder. Für die Story

musste sich Egmont die Erlaubnis

vom Lizenzgeber Disney holen. „Ein

Grund, warum die Geschichte erst

einen Tagnach dem Mauerfall spielt.

Disney hätte sicher keinen Donald

Duck gewollt, der am 9. November

auf der Mauer tanzt“, sagt Andric.

Der Grund, warum man sich in

Entenhausen an den Mauerfall erinnert,

ist Donald: Er will auch eine

Mauer errichten, um sich vonseinem

nervigen Gartennachbarn abzugrenzen.

EinBauamtsbeamter eilt herbei,

der das Vorhaben mit dem berühmten

Wort beendet, das vor 30Jahren

die Grenzen in Deutschland öffnete:

DieMauer müsse weg, sagt er und ergänzt

wie einst SED-Funktionär Günter

Schabowski: „Unverzüglich!“

Micky Maus-Magazin (AusgabeNr. 23/2019),

Egmont EhapaMedia, Berlin 2019, 52 Seiten,

3,99Euro.

Verschwundene Mutter soll

sich gemeldet haben

Über drei Wochen nach dem Verschwinden

einer Mutter mit ihrem

Kind bei Brunsbüttel hat sich die 41-

Jährige in einer E-Mail gemeldet. Sie

sei nur geflüchtet,weil sie ihren Sohn

davor bewahren wollte,dass er in

eine Pflegefamilie oder zu seinem

„aggressiven“ Vater komme,zitierten

die Dithmarscher Landeszeitung

und die Bild-Zeitung aus der Mail.

DiePolizei bestätigte,dass eine Mail

eingegangen sei, deren Echtheit aber

noch nicht verifiziertworden sei. Die

Frau hatte Mitte Oktober einen

SelbstmordimWatt vorgetäuscht

und war dann mit ihrem achtjährigen

Sohn verschwunden. Wenige

Tage später hätte sie eine Haftstrafe

wegen mehrerer Betrugsdelikte antreten

müssen. (dpa)

Bekannte Kolumnistin reicht

Klage gegen Trump ein

Diebekannte US-Kolumnistin E. Jean

Carroll hat am Montag in NewYork

eineVerleumdungsklage gegen US-

Präsident Donald Trump eingereicht.

Carroll, die Trump beschuldigt, sie

vor20Jahren vergewaltigt zu haben,

wehrtsich damit gegen Anschuldigungen

Trumps,wonach sie ihreVorwürfe

erfunden habe.Trump hatte

CarrollsVergewaltigungsvorwurfim

Juni mit denWorten zurückgewiesen:

„Sie ist nicht mein Typ.“Die heute 75-

Jährige wirft Trump vor, sie vorüber

zwei Jahrzehnten in der Umkleidekabine

eines NewYorker Kaufhauses

vergewaltigt zu haben. (AFP)

Mit Spielzeugpistole bedroht:

Senior stirbt an Herzinfarkt

Ein69Jahrealter Mann ist bei einem

Streit mit zwei Jungen im österreichischen

Rankweil tot zusammengebrochen.

DerMann starb an Herzversagen,

wie die Polizei am Dienstag mitteilte.Demnach

bedrohten die beiden

12 und 13 Jahrealten Jungen den

Mann am Sonnabend auf einem

Sportplatz mit einer Spielzeugpistole.

Nach der Obduktion kamen Experten

zu dem Schluss,dass die Aufregung

für den Mann zu viel gewesen war.Er

starb noch an Ortund Stelle. (dpa)

Angeklagte kämpfen sich

mit Waffen aus Gericht frei

Drei mutmaßliche Drogenhändler

haben sich mit einem Messer und einer

Schusswaffe ihren Wegaus einem

Gericht in Thailand freigekämpft.

Einer der Angeklagten, ein

Thailänder,habe sich irgendwie eine

Schusswaffe und ein Messer verschafft

und damit einen Polizeibeamten

angegriffen, teilte die Polizei

am Dienstag mit. Wegen Drogenhandels

droht den drei Flüchtigen

die Todesstrafe.(AFP)

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine