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architektur - bauen und energie - kreuzgewölbe - fachmagazin - oktober 2019 - eMagazin 07/19 - perchtoldsdorf - magazin - licht - bauen - planen - autocad - architekten - planer - gebäude - bauwirtschaft - interior - creative - designer - innenausbau - architect - archilover - retail - innenarchitektur

FACHMAGAZIN

WISSEN, BILDUNG, INFORMATION FÜR DIE BAUWIRTSCHAFT

Erscheinungsort Perchtoldsdorf, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf. P.b.b. 02Z033056; ISSN: 1606-4550

07

www.architektur-online.com

November 2019

Bauen &

Energie

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NEU

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3

Editorial

Bauen & Energie

Der Klimawandel und die Notwendigkeit einer Schonung der endenden Ressourcen

zur Energieerzeugung sowie soziale Ungleichheiten sind ein integraler

Bestandteil unseres Lebens und der Architektur geworden.

Diese Faktoren betreffen uns alle und Architektur

kann eine wesentliche Rolle in der

Entwicklung von innovativen Lösungen für

diese beiden Bereiche spielen. Somit trägt

ein verantwortungsbewusster, sinnvoller

Gestaltungsprozess – nicht unbedingt immer

ein Neubau – zu einem (vielleicht kleinen

aber notwendigen) Schritt im Kampf

gegen den Klimawandel bei. Immerhin

stammen ca. 40% des weltweiten CO 2 -Ausstoßes

aus dem Bausektor. António Guterres,

Generalsekretär der Vereinten Nationen

formulierte vor kurzem in diesem

Zusammenhang sehr drastisch: „Wir haben

keine Zeit zu verlieren, wir kämpfen bereits

um unser Überleben!“

Denn die Herausforderungen der Nachhaltigkeit

überfordern schlicht und einfach die

von der Menschheit umgesetzten Lösungen.

Einige Ausnahmen ausgenommen, sind

die gesetzlichen, politischen und architektonischen

Maßnahmen und Antworten zu

klein und zu spät gesetzt. Viele Beispiele in

dieser Ausgabe zeugen von den Versuchen

der Architekten weltweit, mit den ihnen zur

Verfügung stehenden (oft begrenzten) Mitteln

einen Schritt für eine bessere Zukunft

zu setzen. „Reduce Reuse Recycle“ – wie der

deutsche Slogan für die Architekturbiennale

bereits 2012 lautete. Architekten sind eben

heute aufgefordert, umzudenken und ihre

Aufgabengebiete neu zu definieren.

Auch das neue Postgraduate Studium des

Studio BASEhabitat an der Uni Linz gibt

Hoffnung auf das Entstehen einer neuen

Generation von Architekten, die nicht den

Gewinn, sondern den Sinn der Architektur –

in ihrer ursprünglichen Bedeutung von shelter

(engl.: Schutz) – als Aufgabe sehen. Architektur

für und mit Menschen, nicht mehr

für Investoren.

Eine spannende Lektüre bei dieser, vielleicht

etwas zum Nachdenken anregenden Ausgabe

des Fachmagazins architektur wünscht

Peter Reischer

Andreas Jäger

Klimaexperte

Für ein gutes Klima,

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4

Inhalt

Editorial 03

Start 06

Reskate Arts & Crafts Collective

Magazin 10

Arbeitswelten 46

Architekturszene 52

Schätze der Wiener Architektur

Energie im Norden 54

Powerhouse Brattørkaia /

Trondheim / Snøhetta

Der Sonne entgegen 60

Solar Carve / New York /

Studio Gang

Razzle Dazzle in Ravenna 64

Powerbarn / Ravenna, Italien /

Giovanni Vaccarini Architetti

Energieproduktion 70

MCE Astoria Produktion,

Hauptquartier / Timisoara /

Heim Balp Architekten

Zukunftsweisend für 76

den Sport

adidas World of Sports ARENA /

Herzogenaurach, Deutschland /

Behnisch Architekten

Ein sinnvoller Bau 82

Naturalis Biodiversity Center /

Leiden / Neutelings Riedijk Architects

Licht 88

Produkt News 92

edv 128

Thermografie-Schulungen:

Mehr sehen lernen

54 60

64

76 82

MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER Laser Verlag GmbH; Hochstraße 103, A-2380 Perchtoldsdorf, Österreich

CHEFREDAKTION Ing. Walter Laser (walter.laser@laserverlag.at) n REDAKTIONSLEITUNG mag. arch. Peter Reischer (rp)

MITARBEITER Linda Pezzei (lp), Dolores Stuttner, Mag. Heidrun Schwinger, DI Marian Behaneck, Katarina Trapp

GESCHÄFTSLEITUNG Silvia Laser (silvia.laser@laserverlag.at) n LTG. PRODUKTREDAKTION Nicolas Paga (nicolas.paga@laserverlag.at) Tel.: +43-1-869 5829-14

MEDIASERVICE RETAILARCHITEKTUR Marion Allinger (marion.allinger@laserverlag.at)

GRAFISCHE GESTALTUNG Andreas Laser n WEB Michaela Strutzenberger n LEKTORAT Helena Prinz n DRUCK Bauer Medien & Handels GmbH

ABONNEMENTS Abonnement (jeweils 8 Ausgaben/Jahr): € 86,- / Ausland: € 106,-, bei Vorauszahlung direkt ab Verlag n Studentenabonnement (geg. Vorlage einer gültigen Inskriptionsbestätigung):

€ 56,- / Ausland: € 83,- (Das Abonnement verlängert sich automatisch, sofern nicht mind. 6 Wochen vor Erscheinen der letzten Ausgabe eine schriftliche Kündigung bei uns einlangt.)

EINZELHEFTPREIS € 12,- / Ausland € 13,50

BANKVERBINDUNG BAWAG Mödling, Konto Nr. 22610710917, BLZ 14000, IBAN AT 87 1400022610710917, BIC BAWAATWW n Bank Austria, Konto Nr. 51524477801, BLZ 12000

IBAN AT 231200051524477801, BIC BKAUTWW; UID-Nr. ATU52668304; DVR 0947 270; FN 199813 v; n ISSN: 1606-4550

Mit ++ gekennzeichnete Beiträge und Fotos sind entgeltliche Einschaltungen. Die Redaktion haftet nicht für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos. Berichte, die nicht von einem Mitglied

der Redaktion gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Das Magazin und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.

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6

Start

Der Jagdhund

Das Reskate Arts & Crafts Collective will mit seinen Interventionen im öffentlichen

Raum die Frage nach der Qualität und dem Wert von Objekten und Raum

stellen. Ein Mitglied des Kollektivs, Javier de Riba, hat das bereits eindrucksvoll

mit seinen in verfallenen Architekturen aufgemalten Fliesenoberfächen realisiert.

Text: Peter Reischer Fotos: Javier da Riba, Reskate Arts & Crafts Collective

Ihre neuesten Arbeiten bezeichnen sie mit

„Harreman“, einer Wortkomposition aus der

baskischen Sprache. Sie besteht aus den

Worten HARTU (bekommen) und EMAN

(geben). Die Projekte beziehen sich auf die

Erinnerung und die Etymologie der Sprache,

aber immer mit einem gelegentlichen, ironischen

Seitenhieb. Die Malereien sind durch

die Anwendung von fotoluminiszenter (lang

nachleuchtender) Farbe gekennzeichnet

und erlauben ein mehrdeutiges Lesen der

Arbeiten. Durch die Verwendung von Licht

wird der Betrachter zum aktiven Teilnehmer

der Installation. Er interagiert mit dem Bild

und erzeugt so seine eigenen Antworten.

Die Intention der Arbeiten ist es, Licht in

die dunklen Ecken von Städten zu bringen,

indem ein neues Licht, eine neue Betrachtungsweise

von eingefahrenen Wegen ermöglicht

wird und die Bürger dazu ermuntert

werden, mit Licht selbst auf den Wandflächen

zu malen. Jeder Lichtstrahl in der

Nacht bringt neue, bei Tageslicht unsichtbare

Aussagen und Bilder zum Vorschein. u


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7

Start

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8

Start

In Wien gibt es einige „Schandflecke“ in der

Stadtgestaltung. Einer der größten „Aufreger“

der letzten Zeit ist sicherlich am Karlsplatz

zu finden. Und zwar im Komplex des

sogenannten Winterthurgebäudes, errichtet

und geplant von Architekt Georg Lippert in

den 70er Jahren. 2016 kursierten die ersten

Pläne zu einer Aufstockung des Bauwerkes,

das sicher nicht zu den besten von Architekt

Lippert zählt und nach heutiger Ansicht

eher als banal zu bezeichnen wäre. Ganz

abgesehen davon, dass man heute nie so

nahe an die Karlskirche heranbauen dürfte.

Anschließend befindet sich das, ebenfalls

wegen seiner Rekonstruktion und Umgestaltung,

heftig diskutierte Wien Museum von

Oswald Haerdtl. Seine Rückseite, mit der in

den oberen Ebenen sichtbaren, großen Glasüberdeckung

des Mittelteiles, flankiert die

Maderstraße hinter der Karlskirche. Hier hat

nun das Künstlerkollektiv Reskate am linken

Teil des Museumsgebäudes eine interessante

Installation angebracht.

Bei der Arbeit ist bei Tag eine weiße Hundesilhouette

auf grafitgrauem Hintergrund

sichtbar. Die Bezeichnung des Kunstwerkes

„Domestication“ ist zweideutig, genauso

wie seine Ausführung. Sie löst sozusagen

die Haut, die Oberfläche von Gebäuden ab,

um die Wahrnehmung des jeweiligen Raumes

zu verändern. Es ist das Bild der Tiroler

Bracke, eine Züchtung für Jagdzwecke aus

Tirol. Dieser Jagdhund, der hauptsächlich

für die Fuchsjagd trainiert und eingesetzt

wird, jagt normalerweise alleine, er ist als

Einzelgänger bekannt. Sein Instinkt ist von

den Menschen in der Geschichte immer für

deren eigenen Profit benutzt worden. Und

so wird durch die, bei Licht zum Leuchten

gebrachte, fotoluminiszente Farbe im Inneren

des Umrisses der Tiroler Bracke in der

Nacht das Bild eines mit dem Fuchs kämpfenden

Hundes sichtbar. Ob das wohl eine

Anspielung auf die fragwürdigen, geplanten

Bautätigkeiten an diesen beiden architektonischen

Projekten sein soll, auf den Jagdinstinkt

der Immobilieninvestoren?

Die Auslöschung des „Eubalena Glacialis“,

einer bis zu 18 m großen Art der Glattwale,

im nördlichen Atlantik durch den kommerziellen

Fischfang, veranlasste die Basken nach

neuen Fischgründen zu suchen. So entstanden

neue Sprachvariationen wie Baskisch-Isländisch

oder Baskisch-Algonquinisch. Eine

Intervention am Patxa Platz in Bayonne,

Frankreich – hier treffen Einheimische und

Besucher aufeinander – zelebriert und fördert

die ursprüngliche, baskische Kultur.

Die Künstler waren auch in China, und zwar

in Shenzhen am Werk. Hier nennen sie ihre

Arbeit bezeichnenderweise „Connectivity“.

Das ursprüngliche alte Fischerdorf ist in

den letzten 40 Jahren von 30.000 auf zwölf

Millionen Einwohner angewachsen und zum

Mittelpunkt der chinesischen Mobilfunktechnologie

geworden. Reskate hinterfragen

hier mit ihrem Wandbild die Sinnhaftigkeit

und Rolle der sozialen Netzwerke.

Sie sind ein Werkzeug, das verbindet und

trennt zur selben Zeit. Globalisierung und

Konnektivität bieten große Vorteile, gleichzeitig

sind sie auch ein Weg der Kontrolle.

Reskate betrachtete es als einen ironischen

„Zufall“, dass sie während ihres Aufenthaltes

in China keinen Zugriff auf die, für sie

üblichen sozialen Netzwerke hatten. Diese

Einschränkung empfanden sie gleichzeitig

aber als befreiend.


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für schimmelgefährdete Bereiche.

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10

Magazin

Wenn Architekten …

… kochen und dabei Spaß haben, gemeinsam Rezepte ausprobieren und sich

nebenbei auch beruflich austauschen, dann kann es sich eigentlich nur um das

beliebte Architekten Kochen handeln, das der Laser Verlag seit vielen Jahren

gemeinsam mit Miele Österreich veranstaltet.

Fotos: Andreas Laser

Regelmäßig werden kochfreudige Planer aus unterschiedlichen

Büros eingeladen, verschiedene Menüs

– natürlich mit den neuesten Miele Produkten

– selbst herzustellen. Fachkräftige Unterstützung

bekommen sie dabei von Profikoch Roman Rosmanith.

Somit ist auch ein schmackhaftes Endergebnis

garantiert, das dann vor Ort gemeinsam mit passender

Getränkebegleitung verkostet wird.

Wie immer ist der gesellige Abend gut besucht, auch

wenn er wie aktuell im Oktober 2019 nicht wie gewohnt

in der Miele Galerie in Wien stattfindet, sondern

erstmals in der Miele Aktivküche Linz. Die Showküche

des renommierten Küchengeräteprofis bot auch in

der oberösterreichischen Landeshauptstadt den bes-

tens ausgestatteten Rahmen für das branchenfremde

Co-Working der teilnehmenden Architektenschaft.

Das Menü spannte diesmal den kulinarischen Bogen

von der herzhaften Paprikasuppe über ein aromatisches

Rote-Rüben-Risotto mit Blutwurst und ein zartes Rinderfiletsteak

mit Bruschetta bis zu einer mit Nussstreusel

überbackenen Birne mit feinem Schokoladeneis.

Anmeldungen für die nächste Veranstaltung in Linz

und auch wieder in Wien können bereits vorgemerkt

werden. Termine werden in Kürze bekannt gegeben.

Die Teilnahme ist wie immer kostenfrei.

Kontakt:

silvia.laser@laserverlag.at


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11

Magazin

WILLKOMMEN IM GEBÄUDE DER ZUKUNFT.

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12

Magazin

Power Plant(s)!

Enough! Es ist genug. Die Oslo Architecture Triennale 2019 steht unter

dem Motto “Degrowth”, zu deutsch Postwachstum. Dabei geht es konkret

um ein wirtschaftliches Denken und Handeln fernab von höher – schneller

– weiter hin zu einer Gesellschaftsform, die dem Wohle aller dient. In der

Praxis bedeutet das weniger Konsum und einen geringeren Energie- und

Ressourcenverbrauch, um der globalen Erwärmung und der sozialen Ungleichheit

langfristig entgegenzuwirken.

Fotos: Annar Bjørgil, Tom Dobson

In diesem Zusammenhang hat das gemeinnützige

Designstudio Public Works in Kooperation

mit Studenten der Oslo School of Architecture

und Flakk/Dalziel das System Power Plant(s)!

entwickelt, welches zum Ziel hat, Abfälle anstelle

fossiler Brennstoffe zum Heizen zu verwenden.

Der Prototyp wird 18 Monate lang veranschaulichen,

wie einfach Energiegewinnung auf natürliche

und nachhaltige Weise möglich ist. In einem

zylindrischen Behälter erzeugt der Prozess der

Kompostierung 60 bis 70 Grad Celsius Wärme,

die genutzt werden, um eine Sitzbank zu beheizen.

In Zukunft könnten analog dazu ganze

Haushalte so dank dem wertvollen Rohstoff Abfall

mit sauberer Energie versorgt werden.


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13

Magazin

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DIE SENSATION

IN DER DUSCHE

Ein Thermostat für die Dusche, das in nur einem Element alle Funktionen vereint: Einstellung von Wassertemperatur

und –menge mit integriertem Schlauchanschluss. Die Bedienung ist einfach, die Armatur einzigartig. www.ixmo.de


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14

Magazin

Selbstbauendes

Museum

Wenn Google und Apple Drohnen zum Bau ihrer neuen Headquarters benutzen, darf

Südkorea natürlich nicht zurückstehen. Deshalb wird jetzt im Nordteil von Seoul ein

Robot Science Museum (RSM) geplant, das sich auch gleich selbst erbaut. Den internationalen

Wettbewerb für dieses Projekt hat das türkische Büro Melike Altınışık

Architects (MAA) gewonnen. Das Projekt soll das Wissen der Öffentlichkeit über

Roboter und die Neugier der Menschen für diese Entwicklungen stärken.

Renderings: Ediz Akyalçın

Das RSM wird in der Mitte des Changbai New Economic

Center erbaut und soll das kulturelle Zentrum

der Gegend werden. Es wird einen Katalysatoreffekt

in der Werbung und Verbreitung von Technologie und

Innovation haben und nicht nur Roboter, deren Design

etc. ausstellen – seine erste Ausstellung beginnt

mit dem Bau des Gebäudes durch Roboter und Drohnen

direkt vor Ort: Es baut sich selbst!

Ein Roboterteam wird vor Ort die gebogenen Metallfassaden

der Architektur zusammensetzen, es wird

biegen, schweißen und die Platten polieren und so

Zeit und Geld sparen. Der Prozess wird mittels BIM

gesteuert und ein weiterer Robotertrupp wird gleichzeitig

aus Beton im 3D-Druck die Umgebung gestalten.

Der Bau soll 2020 begonnen werden und die erste

„wirkliche“ Ausstellung ist für 2022 geplant.

Der Hauptaspekt dieser Architektur ist, ein eigenes

Universum für Roboter und Besucher zu schaffen, so

wird es eine nicht-gerichtete, fließende, sphärische

Form, statt einer rigiden Geometrie und Orthogonalität

haben. Diese Formensprache ist – neben der semantischen

Aussage – ein Designtool, um funktionale

Anforderungen, räumliche Qualitäten und die Bauphysik

mit der öffentlichen Orientierung und Raumbildung

zu verknüpfen. Die fließende Gestalt der Oberfläche

bezieht das Publikum mit ein und organisiert

die Besucherströme im Inneren. „Das Erdgeschoss

bietet ein Kontinuum zwischen Innen- und Außenräumen

und konfrontiert die Menschen direkt mit den

neuen Techniken der Zukunft“, so die Entwerfer.


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15

Magazin

MEHR VOM BAD,

MEHR VOM LEBEN

Platzsparender

Spiegelschrank,

eingelassen in

die Vorwand.

Frische Luft durch

die DuoFresh

Geruchsabsaugung.

Unsichtbarer Stauraum

dank versteckter

Nischenablagebox.

Lupenreine Sauberkeit

dank TurboFlush

Technologie.

Mehr Stauraum dank

in der Wand integriertem

Siphon.

Den Alltag zu optimieren, ist simpel. Zumindest mit einem

Bad von Geberit. Die attraktiven Besonderheiten gewähren zahlreiche

Vorzüge wie deutlich mehr Platz, lupenreine Sauberkeit,

maximalen Komfort, zeitloses Design und absolute Barrierefreiheit.

Kurz gesagt: Man hat mehr vom Leben.

Erfahre mehr auf: www.geberit.at/bad


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16

Magazin

Platzgestaltung in Schwarz-Weiß

Im Dezember 2017 genehmigten die

Stadtverordneten von Louny in Tschechien

die Finanzierung eines Projekts

des AP atelier von Architekt Josef

Pleskot, welches die Neugestaltung des

kleinen Platzes vor dem Vrchlický-Theater

in Louny unter Verwendung einer

geometrischen Komposition von

Zdeněk Sýkoras aus den sechziger Jahren

vorsieht.

Für den Entwurf wollte man 2014 eine

geometrische Schwarz-Weiß-Komposition

des Künstlers von 1962 verwenden. Sie

schmückte, im Stil der Opart gehalten, ab

1963 den eisernen Vorhang des Theaters,

ging jedoch bei der Restaurierung zu Beginn

dieses Jahrtausends verloren und war

somit nur noch auf Archivfotos vorhanden.

Durch die Verwendung dieser Komposition

sollte sie symbolisch vor das Theater in

Louny zurückkehren.

© Pavel Planička

Die Besten der Branche

Bereits zum 12. Mal wurden im Oktober

2019 die begehrten Trophäen der

Saint-Gobain RIGIPS TROPHY an die innovativsten

und herausragendsten Trockenausbauprojekte

des Landes vergeben.

Schmuckmanufaktur Feichtinger

Peter Giffinger, CEO bei Saint-Gobain hob

dabei vor allem die handwerkliche Perfektion

und die Qualität der Ausführungen im

System hervor, die den stark gestiegenen

Anforderungen an den Trockenausbau

mehr als gerecht wurden.

In der Kategorie Trockenausbau siegte Stefan

Covaci, Ruckenstuhl GmbH in Graz mit

einem Zubau für die Schmuckmanufaktur

Feichtinger, bei der kaum Standardlösungen

zum Einsatz kamen. Jedes Einbauelement

wurde maßgefertigt und auch Schauvitrinen

wurden in die konvex und konkav

gebogenen Vorsatzschalen eingebaut. Mit

dem Ausbau der Wiener Luxusimmobilie

„Neutorgasse 7“ belegte Friedrich Kletzenbauer

Trockenbau GmbH aus Graz den

zweiten, und FL-Bau GmbH aus Salzburg

mit der innovativen Erweiterung des Betriebsgeländes

der Firma Sonnen Moor den

dritten Platz.

In der Kategorie Decken konnte die niederösterreichische

Firma Thanner GmbH mit

504 tonnenförmig gebogenen Halbschalen

aus Gipsplatten an der Decke des Ballsaals

des Hotels Andaz Vienna Am Belvedere

punkten. Und für den Bau eines Tunnels

im Projekt Rotax MAX Dome – Kartbahn in

Linz siegte die Edelsbacher & Staudinger

BauGmbH in der Kategorie Innovation. In

© Arnold Pisternik

Kooperation mit einem Schlosser wurden

hierzu Pyramiden errichtet, die anschließend

mit Gipskarton beplankt wurden.

Saint-Gobain RIGIPS Austria GesmbH

T +43 (0)3622 505-0

rigips.austria@saint-gobain.com

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Die Architektur

muss handeln

Eine intakte natürliche Umwelt ist nicht

nur eine lebensnotwendige Grundlage

für die Menschheit, sondern auch die

Basis für die weitere soziale und ökonomische

Entwicklung.

17

Magazin

Seit mehr als 30 Jahren liefert die internationale

Wissenschaftsgemeinde Belege für

die zunehmende Konzentration an Treibhausgasen

(THG) in der Erdatmosphäre

und weist nach, dass die Zunahme durch

den Menschen verursacht wird. Die Wissenschaft

weist seither auf die Notwendigkeit

einer Reduzierung von Treibhausgasemissionen

hin, um die durch eine globale

Erwärmung verursachten Schäden und

Risiken zu begrenzen. Die UNFCCC hat

dies bestätigt und einen internationalen

Prozess initiiert, der auf die gemeinschaftliche

Verringerung der schädlichen

Treibhausgas emissionen abzielt. Der jüngste

IPCC-Bericht zeigt jedoch, dass dringend

entschlossenere Maßnahmen ergriffen wer-

den müssen, um die globale Erwärmung

auf 1,5° C zu begrenzen. Diese Maßnahmen

müssen zudem schneller umgesetzt werden

als ursprünglich gedacht.

In Europa können der Nutzung von Gebäuden

ca. 40% des Energieverbrauchs und

ca. 36% der CO2-Emissionen zugeordnet

werden; sie sind damit der größte Einzelverursacher

für Energieaufwand und Treibhausgasemissionen.

Hinzu kommen noch

© Lunghammer – TU Graz

Das SBE19-Konferenzkomitee Thomas Lützkendorf (KIT), Guillaume Habert (ETH Zürich),

Michael Monsberger (Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft der TU Graz), Helga Kromp-Kolb

(BOKU) und Alexander Passer (Arbeitsgruppe Nachhaltiges Bauen der TU Graz) lancierte die

Grazer Deklaration für Umweltschutz im Baubereich

Energieaufwand und Emissionen für die

Herstellung von Bauprodukten. Deshalb ist

eine Verringerung des „carbon footprint“

(Treibhausgas-Fußabdrucks) von Bauwerken

zwingend notwendig. Viele Beispiele

zeigen, dass eine gebaute Umwelt mit Netto-Null-Treibhausgasemissionen

möglich

und machbar ist. Diese Beispiele sind ein

Beleg für die technische, soziale und ökonomische

Machbarkeit.

Das perfekte Raumgefühl.

Gesundheit, Natürlichkeit und Nachhaltigkeit stehen 2020 mit dem Leitthema

ATMYSPHERE im Mittelpunkt der Weltleitmesse für Bodenbeläge. Entdecken

Sie die neuesten Produkttrends und Raumlösungen. Lassen Sie sich inspirieren

und knüpfen Sie Kontakte zu internationalen Herstellern.

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architektur FACHMAGAZIN

18

Magazin

Die Gewinner in den insgesamt sechs Kategorien des ersten Brillux Design Awards bei der festlichen Preisverleihung.

Ausgezeichnete

Gestaltungskonzepte

Der Brillux Design Award macht herausragende Gestaltungskonzepte in der Architektur

einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und die wichtige Rolle des Zusammenspiels

von Handwerkern, Planern und Bauherren deutlich.

Mehr als 700 Objekte aus sechs Ländern

wurden für den Award 2019 eingereicht. Die

Jury – besetzt mit international erfahrenen

Fachleuten aus Handwerk, Architektur und

Innenarchitektur – war nicht allein von der

Quantität, sondern auch von der Qualität

der Objekte überwältigt. Am Ende legte

sich die Jury in den sechs Kategorien auf

20 Objekte (Sieger und Nominierte) mit

ihren durchweg durchdachten und subtil

komponierten Gestaltungskonzepten fest.

Sie kommen aus Deutschland, den Niederlanden,

Polen und Österreich.

In der Fassaden-Kategorie Wohnbauten

setzte sich ein Wohnturm aus dem frän-

kischen Erlangen als Sieger durch. Der

Gewinner der Fassaden-Kategorie Öffentliche

Gebäude ist das „Theaterkästle“ in

Altusried (Oberallgäu). Die Wettbewerbskategorie

Gewerbebauten konnte die Neugestaltung

des Bayer European Oilseed

Processing Center in Monheim am Rhein

für sich entscheiden. Einstimmig wählte

die Jury ein neu errichtetes Wohn- und Geschäftshaus-Ensemble

am Stadteingang

von Freiburg im Breisgau zum Gewinner in

der Kategorie Energieeffiziente Fassadensysteme

(WDVS). Im Segment Innenraumkonzepte

Wohnen und Leben setzte sich

das Hotel DAS TEGERNSEE aus Tegernsee

als Gewinner durch, der Sieger der Wettbewerbssparte

Innenraumkonzepte Arbeiten

kommt mit dem Ausstellungs- und Veranstaltungsort

Futurium aus Berlin.

Ausführlich vorgestellt werden alle Gewinner

und Nominierten des Brillux Design

Awards 2019 auf www.brillux.at/design-award.

Die nächste Ausschreibung des

Wettbewerbs startet im Mai 2020.

Brillux Farben GmbH

T +43 (0)732 370740-0

info@brillux.at

www.brillux.at

„Theaterkästle“ in Altusried

Wohn- und Geschäftshaus-Ensemble in

Freiburg im Breisgau

Wohnturm in Erlangen


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19

| BA12-14G |

Eine Steuerung

für alle Gewerke

Integrale, PC-basierte Gebäudeautomation

von Beckhoff

Magazin

© Deutsche Messe

Framing Trends

Auf der DOMOTEX 2020, der führenden Messe für

Teppiche und Bodenbeläge, werden sich vom 10. bis 13.

Jänner Aussteller und Besucher aus aller Welt in Hannover

treffen, um sich über Produktneuheiten und aktuelle

Trends der Branche auszutauschen.

Erstmals ist die Halle 8 nun ganz der Sonderfläche Framing

Trends gewidmet, dem kommunikativen und kreativen Zentrum

der Veranstaltung. Hier wird das Leitthema „ATMYSPHERE“ in

ideenreichen Präsentationen anschaulich dargestellt und eine

lebendige Atmosphäre geschaffen, in der anregende Diskussionen

stattfinden und neue Kooperationen entstehen können.

Beim Betreten der Halle 8 werden die Besucher von einem

großen textilen Horizont empfangen, auf dem atmosphärische

Bilder natürlicher Motive wie Bäume und Wasser sowie architektonische

Details projiziert werden. Sie stimmen das Publikum

mit einfallsreich gestalteten Installationen zum aktuellen

Leitthema „ATMYSPHERE“ ein, das Inhalte wie Wohlbefinden,

Natürlichkeit, Nachhaltigkeit und Recycling umfasst. Im Zentrum

der Halle steht die Bühne für die Talks sowie ein Forum

zum kreativen Austausch.

Architekten, Innenarchitekten und Influencer kommen hier

zusammen, um Neuheiten und Inhalte rund ums Leitthema

kennen zu lernen und zu diskutieren. Gleichzeitig ist sie der

Treffpunkt für die Tours, bei denen Besucher von renommierten

Architekten, Designern und Planern zu weiteren Highlights

der Messe geführt werden. Um diesen kommunikativen

Bereich herum gruppieren sich die Framing Trends, die aus

den vier Modulen Art & Interaction, NuThinkers, Flooring Spaces

und – ganz neu – den Contract Frames bestehen.

Domotex 2020:

10. bis 13. Jänner 2020

www.domotex.de

Halle 7, Stand 406

www.beckhoff.at/building

Microsoft Technology

Center, Köln:

Die integrale Gebäudeautomatisierung

wurde mit

PC- und Ethernet-basierter

Steuerungstechnik von

Beckhoff realisiert.

Die offene, PC-basierte Steuerungstechnik von Beckhoff bildet die

Grundlage einer integralen Gebäudeautomation, die alle Anforderungen

an eine nachhaltige und effi ziente Lösung erfüllt. Eine

einheitliche Hard- und Softwareplattform steuert alle Gewerke, von

der nutzungsgerechten Beleuchtung über die komfortable Raumautomation

bis zur hocheffi zienten HLK-Regelung. Das Ergebnis:

Durch die optimale Abstimmung aller Gewerke werden die

Energieeinsparpotenziale über die Energieeffi zienzklassen hinaus

voll ausgeschöpft. Darüber hinaus reduziert die integrale Gebäudeautomation

Hardware-, Software- und Betriebskosten. Für alle

Gewerke stehen vordefi nierte Softwarebausteine zur Verfügung,

die das Engineering enorm vereinfachen. Funktionserweiterungen

oder -änderungen sind jederzeit möglich.


architektur FACHMAGAZIN

20

Magazin

© Z+B/Alexandra Kromus

Grüner Wohnen

mit Beton

Das Wohnquartier MGG 22 in der Mühlgrundgasse im 22. Wiener Bezirk, nur wenige

Gehminuten von der Station Stadlau mit U2, S-Bahn und Bahn entfernt, bildet ein

städtebauliches Ensemble mit Plätzen und Höfen, begrünt mit essbaren Pflanzen.

Neben dem individuell und nachbarschaftlich gestalteten Freiraum mit seinen

vielen Nutzungsmöglichkeiten stand bei der Planung vor allem das innovative

Energiekonzept im Fokus.

Ökologie und Energieeffizienz waren für die Bauherren

wichtige Vorgaben für das Projekt. Zusätzlich zu

den drei Architekturbüros, den Architekten Thaler

Thaler, Architekt Alfred Charamza sowie Sophie und

Peter Thalbauer Architekten, war daher auch Harald

Kuster von FIN – Future is now bei diesem Wohnbauprojekt

beteiligt: Von ihm stammt das komplette

Energiekonzept.

Auf dem dreigeteilten Bauplatz stehen zehn Häuser

mit insgesamt 160 Wohneinheiten, die allesamt als

Niedrigenergiegebäude – mit einem Heizwärmebedarf

von 24–28 kWh/m²a – gebaut wurden. Für eine 70

bis 80 m 2 große Wohnung sollte die Jahresrechnung

für Heizung, Kühlung und Warmwasser somit unter

300 € betragen. Solch niedrige Energiekosten unterstützen

nicht zuletzt auch leistbares Wohnen.

Dabei wurde mit diesem Projekt erstmalig im sozialen

Wohnbau in Wien eine synergetisch-ökologische

Kombination realisiert – aus 100 % erneuerbarer Ener-

gie (davon mehr als 80 % Wind-Überschuss-Strom),

Erdwärme (Tiefensonden) und thermischer Bauteilaktivierung.

Die Geschoßdecken aus Beton werden

zum kostengünstigen Heizen und Kühlen und zugleich

als Energiespeicher für Windstrom genutzt.

Die schlaue Ausnützung der Speichermasse Beton,

das viele Grün und die klugen Grundrisse führten zu

einem Run auf die Wohnungen, die Ende September

2019 ihren Nutzern übergeben wurden. Die Wohnhausanlage

wird einem Monitoring unterzogen, damit

die Ergebnisse laufend überprüft und gezeigt werden

können. Für die Bewohner sind die wesentlichen Vorteile

wohl die geringen Energiekosten für Heizen und

Kühlen. Und für die Gesellschaft bedeutet das effiziente

Energiesystem eine signifikante Steigerung

der Nutzung erneuerbarer Energie bei gleichzeitiger

Dekarbonisierung.

www.mgg22.at


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21

Magazin

© Oberndorfer

Chancen für die Zukunft

Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT)

haben eine neue Methode entwickelt, die CO 2 -Emissionen

bei der Herstellung von Zement auf nahezu Null drückt.

Dazu setzen sie ein elektrolytisches Verfahren ein. An der

Elektrode, an der Sauerstoffperlen emporsteigen, ist das

Wasser sauer, an der anderen Elektrode, die Wasserstoff

produziert, ist es basisch.

Der neue Prozess basiert auf gemahlenem Kalkstein, der in der

Natur abgebaut wird. Im Elektrolyseur geht das Pulver dort in

Lösung, wo die Säure entsteht, und wandelt sich um in Kalk (Kalziumhydroxid)

– das Ausgangsmaterial für die Herstellung von

Zement. An der anderen Elektrode wird reines CO 2 frei, das abgetrennt

wird. Normalerweise wird Kalk durch Erhitzen des Kalksteins

auf etwa 1450 Grad Celsius erhitzt. Als Brennstoff dienen

Erdgas, Kohle oder Ersatzbrennstoffe. Bei diesem Prozess wird

pro Tonne Zement eine Tonne CO 2 frei. Quellen sind der Brennstoff

und der Kalkstein, der beim Brennen ebenfalls das Klima

schädigende Gas freisetzt. Das addiert sich auf drei bis vier Mrd.

Tonnen pro Jahr, sagt Yet-Ming Chiang, Professor für Materialwissenschaften

und Engineering am MIT. Bis 2060 werde sich

die Zementproduktion verdoppeln.

Bisher funktioniert der Prozess nur im Labor. Viel Arbeit ist laut

dem MIT nötig, um das Verfahren in größerem Maßstab für die

Industrie funktionsfähig zu machen. Der Strom für den Elektrolyseur

muss aus erneuerbaren Quellen kommen, um tatsächlich

CO 2 -Freiheit zu erreichen. Dann bleibt noch die Frage nach

Verwendung des abgetrennten CO 2 . Dies lässt sich laut Chiang

ebenfalls mit Ökostrom in flüssige oder gasförmige Kraft- und

Brennstoffe umwandeln. Nebenbei entstehen bei dieser elektrolytischen

Herstellung von Kalk auch Wasser- und Sauerstoff.

Chiangs Kollegin Leah Ellis glaubt, dass man diese Gase einfangen

und in einer Brennstoffzelle in Strom umwandeln kann.

Das würde die Energiebilanz zusätzlich verbessern.


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Magazin

Licht und

Schatten

Das Grundstück in der Küstenstadt Cariló, Argentinien enthielt eine kleine Senke in

der Mitte und einige Pinien an der Rückseite. Zwei der Kriterien des Auftraggebers

für das Team von EstudioGalera Architecture waren: Privatheit trotz der Lage an

einer stark befahrenen Straße und keinerlei Höhenunterschiede im Gebäude.

Fotos: Diego Medina

Die Architektur stellt nun ein autonomes Artefakt auf

dem ca. 1.050 m 2 großen Grundstück am Strand dar,

besitzt eigentlich keine klare Identität (außer, dass

sie fast komplett aus Beton besteht). Sie erweist

aber der Vegetation und der Topografie der Gegend

ihren Respekt. Sie erzeugt ihre eigene Welt – ein eingeschossiger

rechteckiger Kubus mit Einschüben für

Patios – und bietet genug belüftete Transitionsräume

zwischen Innen und Außen. Diese Patios können

an der Außenseite mit beweglichen Jalousien geschlossen

werden, zum einen gewährt das die Privatheit

der Nutzer, zum anderen den Einbruchsschutz,

wenn diese nicht zu Hause sind.


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Magazin

Die formale Bescheidenheit der 2019 fertiggestellten

Architektur ist eine Mischung zwischen Brutalismus,

Industriearchitektur und japanischem Minimalismus.

Sie drückt sich auch in der Materialität aus – Sichtbeton

in allen Variationen. Die verwendeten Glasbausteine

passen da gut ins Konzept der Formensprache

und die an der Straßenseite verwendeten Sonnenschutzlamellen

aus Stahlbeton geben der Architektur

etwas Mystisches, wie bei einer Filmkulisse der

60er Jahre.

Energiespeicher Beton

Innovativ, zukunftssicher und nachhaltig.

In der Decke integrierte Rohrleitungen speisen den Betonspeicher

und sorgen für eine effiziente Raumtemperierung.

Beton ist ein hervorragender Wärmespeicher

und ein sehr guter Wärmeleiter. Eine thermisch

aktivierte Geschoßdecke aus Beton sorgt für

wohlige Wärme im Winter und angenehme

Frische im Sommer.

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Magazin

Gegensätze

in Harmonie

Leben und Arbeiten unter einem Dach. Diese Funktionen vereint das Haus des Architekten

Gosize. Kompakt, praktisch und komfortabel ist das in Nishinomiya, auf

einem Areal von 61 Quadratmetern realisierte Projekt. Kernstück des Fundaments

ist ein Sockel, der sich aus mehreren rechteckigen Steinblöcken zusammensetzt.

Fotos: Nacasa & Partners, Akiyoshi Fukuzawa


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Magazin

Mit seinem natürlichen Aussehen stellt er einen gelungenen

Kontrast zur glatten Betonfassade dar. Voller

Gegensätze und trotzdem harmonisch wirkt auch

die Innenausstattung des Gebäudes. Gerade Linien

und rechte Winkel dominieren den Innenraum und

sorgen dabei für eine klare Abgrenzung der offen angelegten

Wohnbereiche. Eine Konstante bildet alleine

die nüchterne Formsprache des Brutalismus. Durch

seine zurückhaltende Betonfassade fügt sich der

Wohnbau nahtlos in die Umgebung ein. Im Vergleich

zu den dezent gestalteten Nachbarbauten wirkt der

Betonquader harmonisch und modern zugleich.

Auch verstand es der Planer, sich bei der Konstruktion

das Wechselspiel der Farben zunutze zu machen.

Akzente setzte er vor allem durch Kontraste an den

Fußböden und im Bereich der Sitzecken. Beleuchtete

Bänke verleihen den großen, weitläufigen Räumen

Struktur. Durch Dachfenster werden auch die Zimmer

abseits der Glasfront mit natürlichem Licht erhellt. Im

Inneren finden Bewohner alles, was sie zum komfortablen

Leben und Arbeiten brauchen. Neben einem

Wohnzimmer samt Balkon mit Sitzgelegenheiten befinden

sich im Wohnhaus eine Küche und ein barrierefrei

angelegtes Bad. Durch die großzügige Anlage

der Räume bieten sich viele Flächen zum Arbeiten.

Die puristisch-minimalistische Ausstattung macht die

Residenz zu einem vielseitigen, wandelbaren Objekt.

Dem Architekten gelang es bei seiner Planung, wichtige

Sichtbezüge zur Umgebung herzustellen. Eine

Glasfront legt den Blick auf den Kirschenhain vor

dem Bauwerk frei. Die Grenze zwischen Innen- und

Außenbereich verschwimmt in den unteren Stockwerken

zusehends. Kleine Bäume säumen die Terrasse

im Erdgeschoss und sorgen für eine visuelle

Auflockerung. Eine Besonderheit des Hauses ist

zweifelsohne der sogenannte „doma“. Der Bereich

kann mit Straßenschuhen betreten werden, wobei

er die Besucher in einen privaten Innenhof führt. Bewohner

haben so die Möglichkeit, das Wechselspiel

der Jahreszeiten zu beobachten, ohne das Haus verlassen

zu müssen.

ULTRACUT FBS II ROCKSTARS

Heavy Metal in Beton

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Magazin

Glas spart Energie

Anfang Mai zog die Schweizer Kästli-Gruppe in ihr neues Dienstleistungszentrum

in Rubigen bei Bern ein. Das Verwaltungsgebäude ist zu drei

Seiten raumhoch verglast. Dank einer speziellen Verglasung konnte hierbei

gänzlich auf außen liegenden Sonnenschutz verzichtet werden. Damit bietet

sich über das gesamte Jahr eine eindrucksvolle Aussicht auf die Berner

Alpen und das mittlere Aaretal.

Fotos: SageGlass, Fotograf Adrien Barakat

Das Bau- und Logistikunternehmen wurde von den

Architekten der bfb ag gestaltet. Im rückwärtigen

Grundstücksteil befinden sich eine Werkstatt und

ein Werkhof. Diese stellten die Architekten dem Nutzen

entsprechend als monolithische, geschlossene

Baukörper mit ruhigem Fassadenausdruck dar. Den

prominent vorgelagerten Verwaltungsbau mit rund

60 Büroarbeitsplätzen und Sozialräumen gestalteten

sie einladend und transparent. Die drei Bürogeschosse

ruhen auf einem weißen verputzten Sockel.

Die hervortretenden Geschossdecken gliedern die

Ansichten horizontal; die Flächen dazwischen sind

großzügig vom Boden bis zur Decke verglast. Der

bauliche Überhang bietet den jeweils darunterliegenden

Ebenen einen sommerlichen Wärmeschutz.

Zudem gewährleistet er für den Gebäudeunterhalt

einen idealen Zugang zur Fassade.


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Die drei Fassadenflächen sind als Pfosten-Riegel-Konstruktion

mit 2750 x 980 mm großen Glaselementen

ausgeführt. Hierbei setzte man durchgehend

Dreifach-Isolierverglasung ein. Ein zentrales Atrium

lässt die Nutzungsflächen über die Ebenen ineinanderfließen.

Zusätzlich zur Fassade bringt das 70 Quadratmeter

große Oberlicht natürliches Licht in den

Gebäudekern. So wird auch das Sockelgeschoss mit

Sonnenlicht erfüllt. Das elektronisch schaltbare Glas

ist die alternative Lösung zu mechanischen Außenund

Innenbeschattungsanlagen für Fassaden, Fenster

und Dachfenster. Durch das Tönen der Metallbeschichtung

auf dem Glas lassen sich bei konstanter

Transparenz Sonnenlicht, Hitze und Blendung regulieren.

Möglich sind bis zu drei individuell schaltbare

Zonen innerhalb einer Glasscheibe. Die Schaltstufen

werden durch ein Kontrollsystem gesteuert. Je nach

Nutzeranforderung erfolgt dies automatisch oder

manuell per Wandschalter, App oder Voice Control.

Durch das Blockieren des Sonnenlichts an heißen

und das Nutzen der Sonnenenergie an kalten Tagen

senkt die intelligente Verglasung den Energieverbrauch

und den Bedarf an Heizungs-, Lüftungs- und

Klimakosten erheblich. Zudem kann die Technologie

dazu beitragen, die allgemeinen Betriebskosten von

Gebäuden zu senken. Die Verglasung reduziert die

Gesamt energielasten um durchschnittlich 20 Prozent

und den Spitzenenergiebedarf um bis zu 26 Prozent.

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Magazin

Das Besondere

realisieren.

Mit WAREMA Sonnenschutzlösungen

ÖAMTC Zentrale Wien, Pichler & Traupmann

Architekten ZT GmbH

– Individuelle Verschattungslösungen

– Umfassende Planungshilfen

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Der SonnenLicht Manager

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Magazin

Ein Dach wie

ein Horizont

„Wir fangen jedes Projekt bei Null an und verlassen uns auf unsere Erfahrung

und unser kreatives Potenzial. Wir setzen auf den Überraschungseffekt

und wollen nichts zweimal machen“, so lautet das Credo der Münchner

Architekten Auer Weber. Mit diesen Prämissen gingen sie auch an die

Neugestaltung der in die Jahre gekommenen Inselhalle in Lindau heran.

Fotos: PREFA/Croce & Wir

2010 hatten sie den Wettbewerb gewonnen. Das Fordernde

an der Ausschreibung war die Aufgabe, alles

rund um den großen Saal zu gestalten. Dieser ist

als Meetingraum der Nobelpreisträger von enormer

Wichtigkeit und musste erhalten bleiben.

Die aus dem Jahr 1981 stammende Inselhalle sollte zu

einem Kongresszentrum mit vielen unterschiedlichen

Möglichkeiten, von kleinen Privatveranstaltungen bis

hin zu großen Events, transformiert werden. Wichtig

war in der Konzeption und Umsetzung die neue Öffnung

zum See hin. Dieser sollte in Szene gesetzt werden

und mit dem Restaurant zur Seeseite sollte die Inselhalle

auch ein Ort für die Lindauer selbst werden. Bei

der Architektur hat die lokale Topografie einen großen

Einfluss auf das Konzept genommen. Das Objekt liegt

zwischen der Altstadt, dem Bodensee und den Bergen.

Dabei spielt das Dach eine besondere Rolle: Durch die

Lage ist es besonders sichtbar. Die Münchner Architekten

haben die Dachlandschaft durch unzählige

Schrägen und Flächen gestaltet und in eine bewegte

Fläche verwandelt. Je nach Sonneneinstrahlung, Tageszeit

und Blickwinkel erscheinen die einzelnen Elemente

in den unterschiedlichsten Farben: von Gold bis

Stumpfbraun, manchmal auch rötlich.

www.prefa.at


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Magazin

Ins Herz

getroffen

Viele Firmen versuchen auf den Zug der Klimaerwärmung, beziehungsweise ihrer Vermeidung

aufzuspringen. Fast täglich kommen neue Produkte auf den Markt, aber die

Erfindung von TBM Designs mit der Bezeichnung InVert TM trifft den Kern der Sache.

Fotos & Renderings: TBM Designs

Durch den Schutz vor dem Hitzeeintrag durch die

Sonnenstrahlung in das Gebäude wird der Energiebedarf

für elektrisch gesteuerte Verschattungsmodule

vermieden – das selbstverschattende Fenstersystem

benötigt keine Energie, um Energie zu sparen.

Benutzt wird ein sogenanntes „smartes“ Material, ein

thermisch verformbares Bimetall, das sich bei Hitzeeinwirkung

im Hohlraum eines normalen Isolierglases

kräuselt. Diese vorprogrammierten einzelnen Teile

benötigen keine weitere Energie, keine Verdrahtung

keine menschliche Kontrolle – echt smart!

Diese einfache Methode kann die Innenraumtemperatur

eines Gebäudes um 2 - 3 Grad senken und so

die Notwendigkeit einer Klimatisierung um 15% reduzieren.

Für ein Standardgebäude von zehn Geschossen

und ca. 46.000 m 2 klimatisierter Fläche bedeutet

das eine jährliche Einsparung von rund 396 Tonnen

CO 2 , dem Äquivalent von 6.100 gepflanzten Bäumen

nach zehn Jahren oder 78 für immer aus dem Verkehr

entfernten Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.

Das mag zwar alles nach netten Zahlenspielereien

klingen, aber es beweist, dass auch kleine Schritte in

Summe eine Wirkung erzielen können.

Dieses selbstverschattende Fenstersystem benutzt

klares Glas und vermeidet Sonnenschutzfolien, wie

man sie öfters auf Fensterflächen großer Architekturen

sieht und die Benutzer können das volle Tageslichtspektrum

durch die Scheiben wahrnehmen. Alle

Bestandteile des Systems sind recycelbar und durch

die heutige, weltweite Dezentralisierung der Glasindustrie

könnten die Systeme ziemlich lokal erzeugt

werden, was wiederum durch die Verringerung der

Transportwege CO 2 spart.


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Magazin


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Magazin

Satteldach

und Gewölbe

Hoch über den Flanken der Shouf Berge und das Mittelmeer überblickend, sitzt

dieses Wohnhaus unterhalb des Schreins des Propheten Hiob in der Nähe der

Ortschaft Niha, einer der meistbesuchten religiösen Stätten im Libanon.

Fotos: Bahaa Ghoussainy

Die 30 x 30 Meter große Anlage ist eine Neuinterpretation

der Kreuzgewölbebauten der örtlichen Umgebung

aus der Jahrhundertwende. Eine Serie von

Gewölben, den verschiedenen Wohnprogrammen

entsprechend, vergrößert sich sowohl im Grundriss

wie auch in der Höhe in Richtung Aussichtsseite. Einem

Kniefall ähnlich, hat das Haus seinen niedrigsten

Punkt in Richtung Schrein und öffnet sich auf der anderen

Seite zum Meer hin. Die Gewölbe bestimmen

das Programm und die Funktionen sowohl im Erdgeschoss

wie auch im ersten Stock. Wohnbereich, Essplatz,

Büro, Gästezimmer und Küche unten und Masterschlafbereich

mit Bädern auf der oberen Ebene.

Das traditionelle Volumen eines typischen Hauses ist

hier neu definiert worden: Das übliche Satteldach, das

auf einem Kreuzgewölbe mit rechteckigem Grundriss

sitzt, kollabiert zu einer neuen Geometrie, wo das

Dach höher gezogen wird, von der Unterseite durch

Gewölbe gestützt und das ganze in eine Rechteckform

gezwungen wird. Eine mutige Neuanordnung

von traditionellen Formen, die auch eine spirituelle

Haltung der Religion gegenüber offenbart.


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Der Riss

in der Stadt

Magazin

Während man in europäischen Städten jeden Quadratzentimeter Fläche ausnützt,

kann in Indien selbst die kleinste Baulücke im urbanen Gewühl zu einer großzügigen,

auch luxuriösen Oase der Ruhe werden. Vorausgesetzt, die Architekten sind

Querdenker und geben sich nicht mit konventionellen Lösungen zufrieden.

Fotos: André Jeanpierre Fanthome, Suryan//Dang


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Magazin

Anagram Architects entwarfen für eine Drei-Generationen-Familie

auf einer 326 Quadratmeter großen/

schmalen Baulücke in einem stark frequentierten

Bezirk von Delhi ein Haus der Gegensätze: Von der

Straßenseite her brechen zwei helle, facettierte, mit

Steinen verkleidete Flächen auseinander und öffnen

einen Spalt in das Haus. Dieser ist der einzige

Einblick von der Verkehrsseite her und so bietet die

Architektur die vom Auftraggeber gewünschte Intimität.

Auch im Inneren ist der Körper aufgebrochen

und ein mehrgeschossiges, licht- und luftgefülltes

Atrium verbindet die Ebenen untereinander. Es wird

zu einem zusätzlichen Lebensraum für alle Generationen

und deren Freunde. Das optische Zentrum des

Atriums ist eine spiralförmige Treppe, die für die vertikale

Erschließung sorgt.

Der Entwurf bewegt sich abseits der konventionellen

Gedanken über Erschließungen und Zirkulation, wie

sie in solchen Bauwerken üblich sind. Er betrachtet

den Körper als Ganzes, spaltet ihn in der Mitte und

schließt die Öffnungen zum Umraum mit Glasflächen

und Verbindungsbrücken, um einen mäandrierenden,

natürlich belüfteten sozialen Mittelteil in seinem Herzen

zu kreieren. Vorne und hinten ermöglichen Öffnungen

auf den Galeriebrücken eine Querlüftung des

Atriums, ebenso wird der Windtunneleffekt während

der Monsunperiode genutzt, um Luftfeuchtigkeit aus

dem Haus zu leiten.


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Magazin

Kluges, adaptives

Wiederverwenden

Es ist eine Übung in Einfachheit, nicht neu zu bauen, sondern wiederzuverwenden

und anzupassen. Es ist die Transformation eines desolaten

Heizkörperreparaturschuppens in eine elementare Restauranterfahrung.

Das Restaurant Magnet wurde von Philip Kafka und Brad Greenhill

gegründet und ist Teil eines Masterplans für die Nachbarschaft um den

Core City Park in Detroit.

Fotos: Chris Miele


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Magazin

Das Büro UNDECORATED war mit der Gestaltung

beauftragt und das Briefing beinhaltete einige

wichtige Punkte: Eine Bar als Mittelpunkt,

Aussicht auf den Park, mediterrane Küche im

Holzofen, bzw. am mit Holz befeuerten Grill zubereitet

und eine fixe Möblierung mit Sitzecken.

Die Sitzanordnung entspricht auch dem namensgebenden

Magnetfeld und der Holzofen speichert

Wärme und gibt sie dauernd wieder an den Innenraum

ab. Bei den Überlegungen zur Aufteilung

des Raumes entsprechend dem Funktionsbedarf

stellte sich heraus, dass er zu klein sein würde.

Also wurden nicht notwendige Bereiche in drei 20

Fuß Container an der Rückseite des ehemaligen

Gebäudes ausgegliedert. Ebenso transferierte

man die Waschräume auf die Parkseite hin, um sie

gleichermaßen für den Park öffnen und nutzen zu

können, sie liegen links und rechts und rahmen

die Aussicht in den Park. Nun war der Essbereich

groß genug. Die Materialpalette ist ebenfalls einfach.

Angeregt durch die Faszination des offenen

Feuers, den Kontrast von warm und kalt wurde

das Innere des Essbereiches mit einem kühlen,

vom Mittelmeer inspirierten Blau mit Fliesen gestaltet.

Fliesen sind wiederum im Feuer gebrannt

und so schließt sich eine mentale Kette. Die Fliese

wird von einer rot und orange getönten Neonbeleuchtung

komplettiert.


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Magazin

Hacking the City

Nyx ist in der griechischen Mythologie die Göttin und Personifikation der Nacht.

Laut Homer fürchtete sich selbst Zeus vor der Nacht. Der italienische Designer

Alberto Caiola hat nun diesen Mythos in Schanghai zu entzaubern versucht.

Fotos: Dirk Weiblen


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Magazin

Er gestaltete die Rooftop-Bar Nyx, die von klassischen

Ruinen inspiriert und mit auf UV-Licht reagierenden

Kordeln besetzt ist. Sie bietet spektakuläre

Aussichten und ist ein monumentaler, futuristischer

Rahmen für die neonglühende Stadt und ihre beleuchteten

Straßen. Es ist ein sogenanntes phygitales

(physisch und digital) Experiment mit zeitgemäßen

Materialien. Eine fast surreale Raum-Zeit-Konstellation,

in der sich die Gäste kurzfristig verlieren können.

Die Installation enthält mehr als 21.000 Laufmeter

UV-reaktive Kordeln. Ein mattes, leuchtendes blaues

Licht erzeugt eine Nachtatmosphäre, wie sie eben

in einer Stadt wie Schanghai üblich ist. Die Kordeln

wiederum glühen durch die Lichtverschmutzung der

Großstadt von alleine. An der Bar leuchten rot glühende

Leuchtstreifen über den Zapfstellen der 20

angebotenen Draft-Biere und ziehen so die Aufmerksamkeit

der Besucher auf die Hauptattraktion der

Lokalität. Der Ausschank ist durch Bögen visuell vom

Open-Air-Bereich der Gäste abgetrennt. Das Ganze

ist eine sprichwörtlich handgewebte Architektur aus

Licht, ein Tempel für die Rituale der Großstadt mit ihren

futuristischen Skyscrapern und gleichzeitig Erinnerung

an eine klassische Vergangenheit in unserer

rastlosen Moderne.


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Magazin

Unbegrenzte

Möglichkeiten

Es hat den Anschein, als ob China Amerika als Land der unbegrenzten Möglichkeiten

langsam ablösen könnte. Zumindest im Bereich der Architektur

sieht es ganz danach aus. Die Entwicklung und Urbanisierung Chinas

schreitet voran und Investoren suchen bereits Grundstücke in dritt- und

viertklassigen Städten.

Fotos: aoe


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Magazin

Realitätenbüros sind zu wichtigen Punkten geworden,

hier demonstrieren die diversen Anbieter ihre

Stärke am Markt und ihre Designphilosophie. Sie

sind nicht nur aktive Zentren und Loungebereiche

für Kunden, sondern auch Werbefenster, um weitere

Käufer anzuziehen. Nach dem Verkauf der meisten

Grundstücke in der Gegend sinkt allerdings meistens

die Attraktivität und sie verlieren ihren Nutzen.

Der Zweck dieses Projektes ist nun, die spezifische

Funktion solcher Verkaufsbüros neu zu überdenken,

sie nachhaltiger zu machen, indem sie zu symbolhaften

öffentlichen Gebäuden für die zukünftigen

Städte und deren Gemeinschaft werden. Eine dieser

Architekturen befindet sich an der Kreuzung

der Guangzhou Road und der Minjiang Road in der

wirtschaftlichen Entwicklungszone der Stadt Heze

in Shandong. Hier soll ein neues Zentrum entstehen

und aufgrund der prominenten Lage stellt das Projekt

eine Landmark für die Bezirksstadt Heze dar.

Das in Beijing angesiedelte Architekturbüro aoe will

mit einem Konzept von Menschlichkeit und Nachhaltigkeit

auch die Hoffnung der Bewohner der Stadt

auf ein besseres Leben in der Zukunft ausdrücken

und auch ihnen einen eindrucksvollen öffentlichen

Raum zur Verfügung stellen.

u


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Magazin

Der Entwurf basiert auf einem künstlichen Suprematismus,

der die sozialen und technologischen Veränderungen

der 1920er Jahre reflektiert. Und zwar

mit der Absicht, den gegenseitigen Einfluss und die

Abhängigkeit von realem und virtuellem Raum im digitalen

Zeitalter zu zeigen. In unserer digitalen Zeit

finden viele Handlungen in einer virtuellen Welt statt.

Deshalb sind alle Objekte im Raum schwebend und in

einem instabilen Zustand. Jedes Objekt spiegelt eine

korrespondierende Funktion in seiner spezifischen

Form wider. Der Eingang als Hufeisen, der Modellbereich

(der Immobilien) als große Kameralinse, der Bürobereich

als orange Box usw. Die in der Luft schwebenden

Objekte bilden einen reichen hierarchischen

Raum, sie begrüßen die ankommende Gesellschaft

mit dynamischen Gesten und täuschen gleichzeitig

auch eine ephemere Welt vor. Einige der Objekte kollidieren

auch mit der Glasfläche und hinterlassen somit

Spuren eines einzigartigen architektonischen Bildes.

Die Fassade der Architektur ist aus einem ultraklaren

Glas, welches alle Objekte und Räume, Materialien

und Farben von außen eindeutig sichtbar macht

und sie quasi in den Außenraum weiterschweben

lässt. Im Inneren wurden rostfreie Stahlpaneele mit

unterschiedlichen Reflexionsgraden verwendet. Sie

bieten den verschiedenen Gegenständen differenzierte

Farbgebungen und lösen auch Interaktionen

zwischen dem Publikum und dem Raum aus. Besucher

erleben in jedem Moment Veränderungen von

Licht, Schatten und Farbigkeit. Es ist eine Reflexion

unserer sehr komplex gewordenen Welt.


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Magazin


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Magazin

++

Kunst und Leben

im urbanen Dialog

Ein von TM Architektur geplanter, kreativ konzipierter Dachgeschossaufbau

auf einem Altbau in Wien schafft neue urbane Lebens- und Kulturräume: Mit

lichtdurchfluteten Wohnungen rund um einen naturnah begrünten Innenhof und

einem außergewöhnlichen „Artspace“ als multifunktioneller Ausstellungsraum für

moderne Kunst und Fotografie.

Fotos: Sabine Bungert / Josko

Aus der Sanierung samt Dachgeschossaufbau eines

Altbau-Objekts in einer der begehrtesten City-Wohngegenden

der Stadt ist eine außergewöhnliche Symbiose

von Lebens- und Kunstraum entstanden, die in

ihrer Weise in Wien wohl einzigartig ist. In dem aus

Straßentrakt, Mitteltrakt und Hoftrakt bestehenden

Gebäude mit einem neuen, zweigeschoßigen Dachaufbau

wurden auf einer Gesamt-Wohnnutzfläche

von 1.210 m 2 helle, lichtdurchflutete Wohnungen mit

kompakten Grundrissen und äußerst hoher Wohnqualität

geschaffen.

Das Penthouse im obersten Geschoss bietet nicht nur

einen einzigartigen Ausblick auf das urbane Umfeld,

sondern rückseitig auch großzügig dimensionierte

Terrassenflächen Richtung Innenhof, mit extrem großflächigen,

rahmenlosen Ganzglas-Systemen FixFrame

Platin und großdimensionierten Hebeschiebetüren,

die von Josko eigens nach Kundenwunsch gefertigt

wurden. Zusätzlich wurde auf dem Mitteltrakt ein auf

drei Seiten vollflächig verglaster „Artspace“ errichtet,

der als multifunktioneller Raum für Fotoausstellungen

und Ausstellungen moderner Kunst genutzt wird und

dessen Architektur und Gestaltungsdetails den Raum

selbst zum faszinierenden Kunstobjekt machen.


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Magazin

Die dem Artspace vorgelagerte 110 m 2 große Terrasse

verschmilzt durch die Transparenz der luftigen,

weit öffenbaren Josko Ganzglas-Elemente,

die verspiegelte Decke sowie die durchlaufende

Kunstrasenbodenfläche sowohl optisch als auch

räumlich harmonisch mit dem Artspace. Eines der

spektakulärsten Details der Glasfront des Artspace,

die mit dem Josko Ganzglassystem FixFrame

mit einer Sonderausführung der FixFrame Platin

Hebeschiebetüren in Stufenglasausführung realisiert

wurde, ist ihre beeindruckende Dimension:

Über die komplette Raumhöhe von drei Metern reichend

und bei einer Gesamtlänge von rund 30 Metern

sorgen rund 90 m Glas für ungehinderte Einund

Ausblicke vom Raum in den Außenbereich

bzw. von der Terrasse hinein in den Raum und

erzeugen so einen Glaskubus, auf dem das reflektierende

Flachdach förmlich schwerelos schwebt.

Josko Produkte

Ganzglas-System: FixFrame Platin

Hebeschiebetür: Sonderanfertigung

Oberfläche innen: RAL 9005 tiefschwarz

Oberfläche außen: RAL 3014 altrosa

Josko Fenster & Türen GmbH

T +43 (0)7763 2241-0

office@josko.at

www.josko.at


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Magazin

+

Vernetzte Sicherheitslösungen

für ein innovatives Möbelhaus

Das Möbelhaus Wohnquartier in Retz steht für qualitativ hochwertige und

moderne Lösungen im Bereich der Wohnraumgestaltung. Ein groß angelegter

Umbau wurde nun zum Anlass genommen, um den aktuellen Anforderungen

gerecht zu werden und auch hinsichtlich Sicherheitstechnik auf den neuesten

Stand der Technik zu gelangen. Das Familienunternehmen setzt im Verkauf

auf hochwertige Marken und Qualitätsprodukte und dieser Standard musste

auch bei der Sicherheitstechnik gewährleistet werden – daher kam nur ABUS

als Partner für vernetzte Sicherheitslösungen in Frage.

Fotos: ABUS

Das Wohlbefinden seiner Kunden liegt dem Team

der Firma Wohnquartier besonders am Herzen und

hat oberste Priorität. Persönliche Beratung und individuelle

Planungen zur Erfüllung aller Wohnträume

gehören ebenso zu den Grundsätzen wie die Liebe

zum Detail bei der Erschaffung von Kompositionen

aus verschiedenen Stilen und Materialien. Wichtig

ist aber auch der Schutz vor Einbruch, Feuer, Wasser

und in anderen Notfallsituationen. Daher hat sich

Wohnquartier für eine vernetzte Sicherheitslösung

von ABUS entschieden, bei der die Bereiche Alarm,

Video und elektronischer Zutritt kombiniert wurden.


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Magazin

Vernetzung bietet viele Vorteile

Durch die Vernetzung einzelner Sicherheitstechnik-Komponenten

entstehen Systeme, die noch

mehr Sicherheit und Bedienkomfort bieten. Sicherheitssysteme,

die tadellos ineinandergreifen

und im Alltag gern genutzt werden, schützen

nicht nur – sie begeistern auf ganzer Linie, so

auch die Inhaberfamilie von Wohnquartier. Wenn

dann noch intelligente Funktionen entstehen,

werden Maßstäbe für die Zukunft der Sicherheitstechnik

gesetzt.

Im Möbelhaus wurde auf die Kombination aus der

Secvest Funkalarmanlage, dem elektronischen

Zutrittssystem wAppLoxx und der Videoüberwachung

aus dem Hause ABUS gesetzt. Durch die

vernetzte Sicherheitslösung sind Einbruchschutz

und Komfort gleichermaßen gegeben.

So lässt sich etwa die Alarmanlage durch Betätigen

des elektronischen wAppLoxx Zylinders automatisch

de- oder aktivieren und es kann mittels

Kameraüberwachung festgestellt werden, wer vor

der Tür steht. So kann im Bedarfsfall auch aus

der Ferne mittels App Personen Zutritt gewährt

werden. Außerdem können in die Secvest Funkalarmanlage

zahlreiche Melder – beispielsweise

für Brandschutz – integriert werden, um im Bedarfsfall

rasch reagieren zu können.

In einem modernen und ansprechenden Ambiente

ist es außerdem besonders wichtig, die Sicherheitsprodukte

so zu platzieren, dass sie einerseits

den nötigen Schutz bieten und sich andererseits

unauffällig in die Räume integrieren. Dabei kam

auch die neue ABUS Black Line zum Einsatz. Dabei

handelt es sich um schwarze Kameras, die sich

in dunkle Umgebungen ideal einbetten.

Bei der Projektkonzeptionierung und -abwicklung

fand ein intensiver Austausch zwischen den

zuständigen Personen von Wohnquartier, dem

technischen Support sowie dem Vertrieb von

ABUS statt, um ein für alle zufriedenstellendes

Ergebnis zu gewährleisten – dieses Ziel wurde

eindeutig erreicht und die Zusammenarbeit war

ein voller Erfolg.

ABUS Austria GmbH

T +43 (0)2236 660630

info@abus.at

www.abus.at


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Arbeitswelten

Smartes Büro

Das von Moser Architekten entworfene Sedus Smart Office am Stammsitz des

renommierten Büromöbelherstellers in Dogern ist nicht nur vorbildlich gestalteter

Arbeitsplatz für die eigenen Mitarbeiter, sondern auch aus technischer Sicht state-of-the-art.

Es ist Testlabor, Prototyp und Vorzeigeobjekt für die internationalen

Kunden, die aus aller Welt an den Hochrhein reisen. Auch die Anbindung an die

Fertigung und direkte Nachbarschaft zur Vollwertkantine machen das „Gesamtpaket

Sedus” hier an einem konzentrierten Standort erlebbar.

Rund 100 Mitarbeiter aus den Bereichen Design- und

Produktentwicklung, Produktmanagement, Einkauf,

Vertrieb Deutschland und Export, Facility Management,

Qualitäts- und Fertigungsleitung, Industrial

Engineering, Marketing, Werbung und der Vorstand

arbeiten nun unter einem Dach, in einem Raum und

in einem großzügig gestalteten Umfeld.

Genauso wie bei der Begleitung und Realisierung

kundenspezifischer Projekte wurde das Sedus Smart

Office als maßgeschneiderte Lösung auf Basis der

spezifischen Anwendungen und Tätigkeitsanforderungen

der Nutzer umgesetzt. Die Belegschaft wurde

von Anfang an in den Prozess mit einbezogen, womit

sichergestellt wurde, dass jeder sein Arbeitsumfeld

im neuen Gebäude so vorfindet, wie er es für sich

persönlich und für die Interaktion mit Kollegen und

anderen Bereichen braucht.

Offenes Raumkonzept

Das neue Office besticht durch ein offenes Raumkonzept,

das bei wachsender Belegschaft jederzeit

angepasst und modifiziert werden kann. Es bietet

eine ausgewogene Mischung aus Offenheit und Geborgenheit,

festen und flexiblen Arbeitsplätzen.

Dabei ist das gesamte Büro nach dem neuen Sedus

Farbkonzept gestaltet, das die verschiedenen Bereiche,

Arbeitsanforderungen und -methoden zu einem

harmonischen Gesamtbild zusammenfügt, obwohl

jeder einzelne Arbeitsplatz anders und individuell

ausgestattet ist.

So bietet es für die verschiedensten Arbeitsanforderungen

das passende und bedarfsgerechte Umfeld,

in dem sich jeder frei bewegen kann. Die vier wesentlichen

Prozesse wie Kommunikation, Kooperation,

Konzentration und Kontemplation (Entspannung,

Einkehr) werden durch die Einrichtung unterstützt.

Akustikwirksame Schallabsorberelemente sorgen

trotz der offenen Großraumatmosphäre für einen

angenehmen Geräuschpegel. Für besonders konzentrierte

Arbeit oder vertrauliche Gespräche können

sieben Cubes mit unterschiedlichen Ausstattungen

genutzt werden.


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47

Arbeitswelten

Tageslicht & smarte Technik

Selbstverständlich wird in dem smarten Office auch

so viel Tageslicht wie möglich genutzt und im Bedarfsfall

mit künstlichem Licht unterstützt, das nach

Tageszyklus und sogar Jahreszeiten die passende

Lichtintensität und Farbtemperatur vorsieht.

Modernste Medientechnik ermöglicht Videokonferenzen,

die Nutzung von Smart Boards und den spontanen

digitalen Austausch von Dokumenten. Ebenso

kommt das Raum- und Arbeitsplatzbuchungssystem

Sedus se:connects zum Einsatz, das mit Sensoren

ausgestatteten Möbeln und Bluetooth-Technologie

arbeitet. Mit dem neuen Gebäude löst sich Sedus von

einem herkömmlichen, konventionellen Ansatz und

zeigt eindrucksvoll, wie moderne Büroarbeit gestaltet

werden und interdisziplinäre Teamarbeit funktionieren

kann.

Sedus Stoll GmbH

T +43 (0)1 982 94 17 12

sedus.at@sedus.com

www.sedus.com

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FÜR BALKONE MIT MEHRWERT: Effektiver Schall- und Wetterschutz

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architektur FACHMAGAZIN

48

Arbeitswelten

Modulare Business Lounge

Das neue modulare und raumbildende Business Lounge Programm „Velum“ von

Girsberger basiert auf einer Struktur aus Massivholz in Verbindung mit textil bespannten

Paneelen. Mit unterschiedlichen Modulen und einer Vielfalt an Kombinationsmöglichkeiten

lassen sich damit Räume zonieren und Rückzugsbereiche bilden.

Charakteristisch für „Velum“, entworfen vom renommierten

Schweizer Designstudio atelier oï, sind die

warme Ausstrahlung des Holzes sowie die vorhangartigen

Paneele.

„Girsberger hat eine enorme Kompetenz in der Verarbeitung

von Massivholz und so wählten wir horizontale

und vertikale Massivholzprofile, die als Gestell

fungieren, Paneele tragen und wie eine Klammer die

Sitz- und Lehnenpolster aufnehmen. Die Business

Lounge verfügt über eine bewusste Einfachheit. Wir

sehen eine Qualität darin, wenn wir die Ästhetik der

Einfachheit sprechen lassen können,“ kommentiert

Aurel Aebi von atelier oï die Gestaltung.

Schon mit dem Tischprogramm „Akio“ und dem Atelierhocker

„Modell 111/112“ hat sich Girsberger als

Spezialist für Massivholzmöbel im Büro positioniert.

Mit „Velum“ wird der beschrittene Weg fortgesetzt.

Kontrastierend zum hellen Eichenholz kommen besonders

die in Falten gelegten Stoffe der Paneele zur

Geltung, die nicht nur wohnlich erscheinen, sondern

auch die Anmutung eines Vorhangs haben, der Privatsphäre

schafft. Dazu trägt auch die dreidimensionale

Stoff-Faltenstruktur bei, die für eine besonders

gute Schalldämmung sorgt.

Ideale Einsatzgebiete für das neue Programm sind

Warte- und Empfangsbereiche, Business Loungebereiche,

sowie Pausen- und Mittelzonen von Büroflächen.

Einzelsessel, Zweisitzer und Dreisitzer können

durch Verbindungspaneele zu einer Mikroarchitektur

verbunden werden. Hocker und Beistelltische, sowie

Arbeitstische komplettieren das Möbelsystem. Als

Holz kommt grundsätzlich Eiche zum Einsatz und

für Polster und Paneele steht eine für den Anwendungszweck

geeignete Auswahl aus der Girsberger

Stoffkollektion zur Wahl.

Girsberger GmbH

Büro Wien

T +43 (0)1 799 97 97

mail@girsberger.at

www.girsberger.com


www.architektur-online.com

49

Arbeitswelten

Nachhaltige Ganzglaswand

mit Bambusprofilen

Die Lindner Group ist Europas führender Spezialist in den Bereichen Innenausbau,

Fassaden und Isoliertechnik. Mit weltweit gut 7.500 Mitarbeitern betreibt das Unternehmen

vom bayerischen Arnstorf aus Produktionsstätten und Tochtergesellschaften

in mehr als 20 Ländern.

Mit dem neuen Trennwandsystem Lindner Life

Nature verbindet der Produzent den filigranen Charakter

einer Ganzglaswand mit minimalistisch gehaltenen,

natürlichen Boden- und Deckenprofilen

aus Holz. Das nachhaltige System überzeugt sowohl

optisch als auch durch die verwendeten Materialien.

Das klare Design des Trennwandsystems vereint die

Vorteile einer Ganzglaswand mit einem Bambusprofil

als Anschluss an Decke und Boden und eröffnet so

völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten: So entsteht

ein offenes und transparentes Raumgefühl, ergänzt

durch warme Naturmaterialien. Dank des zurückhaltenden

Designs ist Lindner Life Nature problemlos

mit allen Materialien und Texturen kombinierbar und

eignet sich zur Raumabtrennung sowohl in klassisch

gehaltenen Innenräumen als auch als Trennwand für

moderne Raumkonzepte.

Neben der ästhetischen Komponente überzeugt die

Trennwand auch in Sachen Funktion und Nachhaltigkeit:

Das System ist nahezu vollständig recycelbar,

während seine Montagefreundlichkeit sowie die

Möglichkeit zum vollständigen Rückbau maximale

Flexibilität in der Raumgestaltung zulassen.

Neben zertifizierten Standardsystemen werden von

Lindner jederzeit projektbezogene, innovative Lösungen

nach kundenspezifischen Anforderungen

und gestalterischen Vorgaben realisiert.

Lindner GmbH

T +43 (0)2252 861600

austria@lindner-group.com

www.lindner-group.com


architektur FACHMAGAZIN

50

Arbeitswelten

Design und Funktionalität

Im August 2017 startete das Hotel Mercure Graz City ein ambitioniertes Umbauprojekt.

In nur fünf Monaten Bauzeit wurde das Haus im vorderen Bereich

um zwei Stockwerke aufgestockt. 22 moderne Zimmer in speziellem Graz-Design,

davon zwei rollstuhlgerechte Zimmer, und sechs Appartements mit 47 m²

inkl. Kitchenette entstanden zusätzlich. Die multifunktionalen Appartements

sorgen für Flexibilität, bieten Raum für Longstay-Gäste oder Familien, können

aber auch für Meetings genutzt werden. Bei der Einrichtung setzte das Hotel

erneut auf die Spezialisten vom Objekteinrichter Selmer.

Bereits vor dem großen Umbau-Projekt hat das Hotel

seine Seminarräume neu ausgestattet. „Die perfekte

Kombination aus Design und Funktionalität bei den Tischen

und Stühlen von Selmer begeistert uns. Unsere

Tische sehen so gar nicht nach Seminarbereich aus

und sind doch so funktional“, erklärt Direktorin Patricia-Caroline

Muster. Kleinigkeiten, wie kaum sichtbare

Rollen an den Tischfüßen, erleichtern den Wechsel der

Seminar-Bestuhlung massiv. „Bereits damals hat uns

Selmer mit dieser Fähigkeit begeistert, unsere bestehenden

Vorstellungen in absoluter Perfektion umzusetzen,

und ist auch bei diesem Projekt von der ersten

Beratung bis zum finalen Schliff an unserer Seite gewesen.

Bis das letzte Möbelstück an seinem Bestimmungsort

steht und darüber hinaus kann man sich auf

die Einrichtungsprofis verlassen,“ so Muster.

Es muss Liebe auf den ersten Blick sein

„Die Lobby ist der erste und letzte Eindruck, den ein

Gast vom Hotel mitnimmt. Entsprechend wichtig ist

das Ambiente der Hotel-Lobby,“ erklärt die Direktorin

die Neugestaltung dieses Bereiches in zwei Zonen

als Visitenkarte ihres Hauses: Mit dem Loungesystem

‚banc‘ wurde ein eher funktionaler Sitzbereich

mit praktischen Features, wie integrierten USB-Anschlüssen,

gestaltet. In der gegenüberliegenden

Zone sorgt ‚ray lounge‘ für Entspannung bei den

Gästen des Hotel Mercure.

Selmer GmbH

T +43 (0)6216 20210

info@selmer.at

www.selmer.at


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51

Arbeitswelten

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architektur FACHMAGAZIN

52

architekturszene

Schätze der

Wiener Architektur

Nicht immer müssen es Landmarken und Prestigeobjekte sein, die durch architektonische

Finesse bestechen. Auch Wohnbauten und soziale Projekte können als

Vorzeigeprojekte der Architektur fungieren. Solcherart gelungene Baumaßnahmen

präsentiert die MA 19 im Rahmen der Ausstellung „gebaut 2018“. Den gezeigten

Projekten gelingt es, bauliche Herausforderungen wie knapp bemessene Grundstücksflächen,

den Gegensatz zwischen Bestandsarchitektur und Neubau sowie

Randlagen in der Stadt zu meistern. Sie schaffen hochwertige urbane Strukturen

bieten ihren Bewohnern eine hohe Wohn- und Lebensqualität. Abseits von Hauptstraßen

und Plätzen befinden sich zahlreiche der bemerkenswerten Bauten, was sie

zu verborgenen Schätzen der Stadtplanung macht.

Text & Fotos: Dolores Stuttner

Wie Wohnprojekte den

Stadtrand beleben

Das Jahr 2018 war vor allem für die suburbanen

Stadtteile Wiens prägend. Dabei

stellt die Randlage Planer vor eine große

Herausforderung: Denn es reicht nicht aus,

Menschen ausschließlich Wohnraum zur

Verfügung zu stellen. Für eine hohe Lebensqualität

braucht es gleichzeitig eine

gute Verkehrsanbindung sowie ein vorhandenes

Angebot an Nahversorgern. Platzmangel

ist in den Außenbezirken wie Floridsdorf,

Liesing oder Donaustadt immerhin

ein untergeordnetes Problem. Ein gewagtes,

wenngleich wichtiges Projekt ist dabei

die Wohnhausanlage am Nordwestbahnhof

im 21. Wiener Gemeindebezirk. Die Anlage

setzt sich aus insgesamt 298 Wohneinheiten

zusammen. Sie enthält außerdem Kinderbetreuungsstätten,

Gewerbeflächen

und Wohngemeinschaften. Die Siedlung

besteht aus fünf Punkthäusern, die in leicht

versetzter Bauweise in eine parkähnliche

Grünfläche eingesetzt wurden. Ergänzt

werden sie durch ein lang gezogenes Gebäude,

das den Grünraum von einer stark

befahrenen Straße und vom Lärm der nahe

gelegenen Autobahn abschirmt. Eine Promenade

erschließt den Norden der Anlage

und fungiert gleichzeitig als Verbindung

zu angrenzenden Siedlungsgefügen. Die

Wohntypen zeichnen sich durch eine vielseitige

Bauweise aus und enthalten neben

Betonfassaden auch Elemente aus Holz.

Begrünte Wandelemente schaffen dabei

eine Harmonie und erinnern an eine Gartenstadtsiedlung.

Einzig das Angebot an

Projekt „Unter den Linden“

fußläufig erreichbaren Nahversorgern fällt

derzeit noch gering aus. An der Konstruktion

des Siedlungsgefüges waren mit dem

Studio Vlay und Freimüller-Söllinger Architektur

gleich mehrere Architekten beteiligt.

Ähnlichen Herausforderungen mussten sich

die Planer der Wohnanlage in der Gaswerkstraße

stellen. Das Projekt mit dem Namen

„Unter den Linden“ grenzt an das Heeresspital

in Floridsdorf an und bildet gleichzeitig

den Eingangsbereich in ein junges Siedlungsareal.

Konzipiert wurde die Anlage als

dreieckiger Baukörper mit fünf Geschossen.

Insgesamt enthält sie 79 Wohneinheiten,

wobei 37 davon SMART-Wohnungen

mit einer kompakten Durchschnittsfläche

von 63 Quadratmetern sind. In der Mitte

des Baus wird durch ein großzügig gestaltetes

Atrium für natürlichen Lichteinfall

gesorgt. Laubengänge im Inneren machen

das Projekt zu einem kommunikativen Bau.

Den Bewohnern stehen im Erdgeschoss zudem

Home-Office-Flächen, Waschküchen

und Gemeinschaftsräume zur Verfügung

– sie sollen als Kompensation für die geringe

Wohnnutzfläche der Kleinstwohnungen

dienen. Das Ziel der Architekten von

Superblock war es, mit ihrem Konzept eine

Verbindung zwischen Bestand und Neubau


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53

architekturszene

herzustellen und das Quartier im Norden

Wiens durch eine intelligente Erdgeschossnutzung

zu beleben.

Ein Außenbezirk mit einer vielseitigen Architektur,

der außerdem über eine hohe

Einwohnerdichte verfügt, ist Favoriten. Den

10. Wiener Gemeindebezirk prägen Fabrikgebäude,

Gemeindebauten des 20. Jahrhunderts,

aber auch Hochhäuser. Ein für

die Triester Straße markanter Bau ist das

Philips-Haus, welches in den 1960er-Jahren

von Karl Schwanzer entworfen wurde. An

der Südeinfahrt dient es als Orientierungspunkt

und ist damit fest im Gedächtnis der

Stadt verankert. In Abstimmung mit dem

Bundesdenkmalamt führten Josef Weichenberger

architects + Partner den Bau

einer neuen Nutzung zu. Im Zuge der Umplanung

wurde die innovative Bauweise in

moderne Wohnformen übersetzt. Auf einer

kleinen Fläche wurde damit eine ausgewogene

Mischung aus Wohnraum, Gewerbe,

Nahversorgern, einem Loft und einem Fitnesscenter

geschaffen. Die „Vertical Village“

beinhaltet 135 Wohneinheiten, womit

das Projekt ein gelungenes Beispiel für die

historisch vertretbare Umnutzung einer

Landmarke ist.

Gekonnte Verbindung

von Alt und Neu

In den inneren Bezirken existieren Neubauten

neben Gründerzeithäusern. Nicht immer

gelingt es, ein harmonisches Gesamtbild

zu schaffen. Im schlimmsten Fall wirken

junge Projekte neben historischen Bauten

identitäts- und gesichtslos. Ein Positivbeispiel

für einen gelungenen Kompromiss ist

der Wohnbau in der Beatrixgasse 27, einem

der ältesten Straßenzüge des 3. Wiener Gemeindebezirks.

Mit dessen verspielter Fassade,

die sich dem Straßenverlauf anpasst,

gelang es den Planern von A.C.C. Ziviltechnik,

das Spannungsfeld zwischen den

Bürobauten der 1950er- und 1960er-Jahre

und den Gebäuden der Gründerzeit zu

durchbrechen. Das Ergebnis davon ist der

Wohnbau „The Ambassy – Parkside Living“.

Er enthält Kleinwohnungen ab 50 Quadratmetern

Wohnfläche, Familiendomizile mit

bis zu 160 Quadratmetern sowie Ambassador-Residenzen

mit maximal 190 Quadratmetern.

Der Wohnbau stellt damit sowohl

Einzelpersonen als auch Familien Lebensund

Wohnraum zur Verfügung.

Die Architektur des Sozialen

Berücksichtigung fanden im Rahmen der

Ausstellung „gebaut 2018“ ebenfalls soziale

Projekte. So auch das VinziDorf im 12.

Wiener Gemeindebezirk. Es bietet alkoholkranken,

obdachlosen Männern privaten

Lebensraum. Vom Personal werden sie

beim Stillen ihrer Grundbedürfnisse sowie

bei der Erledigung alltäglicher Tätigkeiten

unterstützt. Dafür stehen 24 Schlafplätze

in Einzelwohneinheiten zur Verfügung. 16

Wohnmodule wurden dazu in einer dorfartigen

Struktur angelegt. Prägende Elemente

sind dabei die Holzbauweise sowie die Einbettung

in die naturnahe Umgebung. Immerhin

sind die Module des VinziDorfs Wien

im Obstgarten eines ehemaligen Exerzitienhauses

gelegen. Trotzdem entspricht die

Anlage der „geschlossenen Bauweise“ – ein

Aspekt, der in der Widmung festgelegt wurde.

Denn alle Baulichkeiten fassten die Architekten

unter einem gemeinsamen Dach

zusammen. Um den Obstbäumen Platz zu

machen, ist die Überdachung an bestimmten

Stellen unterbrochen oder weicht zurück.

Sowohl Dach als auch Wohnmodule sind mit

gespendetem Plattenmaterial verkleidet.

Damit Bewohner ihr Haus leicht finden, ist

jede Einheit in einer anderen Farbe gehalten.

Das Projekt finanzierte sich Großteils durch

Projekt „Unter den Linden“

Wohnhausanlage am Nordwestbahnhof

Sach- und Arbeitsspenden. So bauten Schüler

der HTL-Mödling die Wohnmodule.

Ein wichtiges Bestreben sozialer Architektur

besteht darin, leistbaren Wohnraum zu

schaffen. Denn Wohnungsknappheit ist ein

Thema, das die Stadt und damit die Planer

vor große Herausforderungen stellt. Eine

mögliche Antwort auf dieses Problem liefert

das Wohnhaus in der Herbortgasse in

Simmering. Auf dem Platz der ehemaligen

Ventilwerke entstand unter Mitwirkung von

Architekt Martin Kohlbauer in den letzten

Jahren ein neues Quartier. Es besteht aus

zwei Punkthäusern, die durch zwei- bis

dreigeschossige Foyers erschlossen sind.

Auf den ersten Blick fallen die abgerundeten

Ecken der Gebäude auf. Sie werden von

weitläufigen Balkonen umsäumt. Mit dem

Projekt von Kohlbauer wurden insgesamt

105 Wohneinheiten realisiert – weitere 401

sollen folgen. Daneben wird eine Seniorenwohngemeinschaft

mit sechs Heimplätzen

zur Verfügung stehen. Gemeinschaftsräume

sollen einen Austausch der Mieter sowie

eine gemeinsame Freizeitgestaltung

ermöglichen.

Vorzeigeprojekte als Vorreiter

Es ist wichtig, Experten, aber auch Laien auf

Vorzeigeprojekte in der Stadt aufmerksam

zu machen. Denn bemerkenswerte Konzepte

dürfen nicht zu versteckten Architekturschätzen

im Raum werden – und leider passiert

es bei der Vielzahl an Projekten in der

Großstadt schnell, dass gelungene Stadtentwicklungsmaßnahmen

untergehen.

Positive Entwicklungen in der Architektur

dienen zukünftigen Generationen als Inspiration

und liefern Lösungsansätze für

die Herausforderungen im urbanen Raum.

Die Ausstellung „gebaut 2018“ im Dezernat

„Begutachtung“ der MA 19 ist noch bis Juni

2020 zu sehen.


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54

Bauen & Energie

Energie im Norden

Powerhouse Brattørkaia / Trondheim / Snøhetta

Fotos: Ivar Kvaal


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55

Snøhetta

In Skandinavien werden gewaltige Anstrengungen

unternommen, um Architektur nachhaltig zu gestalten,

den Energieverbrauch und die Nutzung von nicht

erneuerbaren Ressourcen zu verringern. Snøhetta

hat nun das Powerhouse Brattørkaia eröffnet - es ist

das nördlichste Plusenergiegebäude der Welt.

Im Hinblick auf die ständig wachsende Weltbevölkerung

und die Vergrößerung der Klimakrise ist das

ein sehr interessanter Schritt, um hochqualitativen

Wohn- und Arbeitsraum für Menschen zu gestalten

und gleichzeitig den Verbrauch der Ressourcen zu

verringern. Dieses Projekt soll neue Maßstäbe für die

Architektur von Morgen setzen: Ein Gebäude, das

mehr Energie produziert, als es in seinem Lebenszyklus

(60 Jahre) inklusive Konstruktion und Abbruch

verbraucht.

Für dieses Projekt haben die Architekten auch ein

neues Mantra geprägt: Die Industrie sollte nicht mehr

nach „form follows function“, sondern nach „form follows

environment“ streben. Das sollte als Richtlinie

für eine Architektur der Zukunft gelten. Das bedeutet,

dass unser heutiges Designdenken sich eher auf

Umweltüberlegungen beziehen sollte und danach

trachten, hauptsächlich den ökologischen Fußabdruck

zu reduzieren.

Das Powerhouse Brattørkaia steht in Trondheim,

Norwegen, einer Gegend, in der das Sonnenlicht sehr

starken saisonalen Schwankungen unterworfen ist.

Das bot eine einzigartige Gelegenheit für die Architekten,

über die „Ernte und Lagerung“ von Sonnenenergie

unter diesen herausfordernden Bedingungen

nachzudenken.

Das 18.000 m 2 Nutzfläche beinhaltende Bürogebäude

steht beim Hafen und ist an seinem hinteren Ende

über eine Fußgängerbrücke mit dem Hauptbahnhof

verbunden. Die Hafenseite ist die schmalste Ansicht

des Hauses und bewirkt so eine maßstäbliche Ähnlichkeit

mit den Nachbarhäusern. Da sie mit Aluminium-

und Solarpaneelen verkleidet ist, spiegelt sich in

ihr der angrenzende Trondheim Fjord.

Im Durchschnitt erzeugt das Powerhouse Brattørkaia

zweimal mehr Strom, als es an elektrischer Energie

pro Tag verbraucht. Der Überschuss wird den Nachbargebäuden

und auch den Elektrobussen der Stadt,

E-Autos und Booten über ein lokales Netzwerk zur

Verfügung gestellt. Diese Architektur setzt damit einen

bemerkenswerten Schritt, qualitative Räume zu

bauen und durch Vorbildwirkung, statt durch Regeln

und Gesetze, für eine bessere Zukunft zu wirken. u

Im hohen Norden zeigt Snøhetta wieder einmal vor,

welche Schritte zur Bewältigung der Klimakrise

durch die Architektur gesetzt werden können. Das

Bürogebäude Powerhouse Brattørkaia in Trondheim

ist das weltweit nördlichste Gebäude, das weit mehr

Energie erzeugt als es verbraucht. Es dient als kleines

Kraftwerk für die ganze Umgebung.


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56

Bauen & Energie

Das Projekt verfolgt drei Strategien: Die Menge an

sauberer Energie – produziert vom Gebäude selbst

– zu maximieren, die notwendige Betriebsenergie zu

minimieren und als angenehmer Raum für die Mieter,

Nutzer und die Öffentlichkeit zu funktionieren. Der

Bauplatz ist danach ausgesucht, den größtmöglichen

Sonneneintrag zu bekommen, tagsüber und auch

saisonal. Das abgeschrägte Dach des pentagonalen

Körpers und der obere Teil der Fassade sind mit ca.

3.000 Quadratmeter Solarpaneelen belegt. Sie sind

strategisch dermaßen angeordnet, dass sie möglichst

viel Energie ernten. Im Jahr sind das ungefähr

500.000 kWh saubere, erneuerbare Energie. Der Bau

wirkt so wie ein kleines Kraftwerk mitten in der Stadt.

Die Architektur ist extrem energieeffizient und beinhaltet

eine Reihe von Technologien, die den Energieverbrauch

drastisch reduzieren. Es gibt intelligente

Lösungen um Heizenergie zu sparen, wie etwa Wärmerückgewinnung

aus der Lüftung und aus dem

Grauwasser (alles außer den Toiletten). Meerwasser

wird zum Heizen und Kühlen verwendet und alle Beleuchtungskörper

und elektrischen Anwendungen

sind energiesparend. Das Tageslicht wird durch die

architektonische Gestaltung optimiert und so der

Kunstlichtbedarf minimiert. Begleitet werden diese

Maßnahmen von einer höchstmöglichen Isolierung

des Gebäudes.


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57

Snøhetta

Der ellipsenförmige Lichthof sorgt für

Tageslicht in jeder Ebene der Architektur.

Gleichzeitig wird so Ausblick und

Freifläche für die Nutzer geschaffen.

Das Belüftungssystem liefert angenehm temperierte

und immer saubere Luft für alle Innenräume, entsprechend

dem milden und feuchten Klima von Trondheim.

Die Luft wird in Bodennähe mit niedriger Geschwindigkeit

eingelassen, während die Abluft zentral in den

Stiegenschächten durch Unterdruck bewerkstelligt

wird. Die Struktur der Architektur enthält auch eine

Betonkernaktivierung (mit einem Ökobeton natürlich),

sie wirkt über strategische Ausschnitte in den

Geschossdecken. Die Betonmasse mit ihrer Trägheit

hilft, die Temperatur in den Räumen ohne zusätzliche

Energie oder Elektrizität zu regulieren.

u


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58

Bauen & Energie

Vom Hafen aus betrachtet, streben die seitlichen

Fassaden auseinander und sollen so den Eindruck

verstärken, das Gebäude explodiere vor Energie.

Von der anderen Seite aus (Rückseite) führt die

fünfeckige, geneigte Dachfläche zu einem zentralen

ellipsoiden Innenhof hin. Durch diesen gelangt

das Tageslicht in die Büroräume. Dieses beleuchtete

Herz ist ein Atrium, welches als öffentlicher

Garten dient, mit Glasflächen an seinen Seiten

und durch Oberlichte gelangt weiter Naturlicht

in die darunterliegende Kantine. Der Lichthof ermöglicht

die Tageslichtzufuhr in jeder Ebene der

Architektur und gewährt den darin Arbeitenden

auch einen Ausblick in den Himmel und in den

oberen Ebenen auf die Stadt. Auch wird so der

Bedarf an künstlicher Beleuchtung limitiert und

eine angenehme Arbeitsumgebung entsteht. Um

den Strombedarf für die Beleuchtung weiter zu

verringern, hat das Gebäude eine intelligente Lösung

mit der Bezeichnung „liquid light“ installiert.

Sie sorgt für ein stufenloses Dimmen der Lichter,

je nach Belegung und Bewegung im Haus. Alles

zusammen wird so nur ungefähr die Hälfte der

Energie eines vergleichbaren, herkömmlichen Bürobaus

benötigt.

Im Powerhouse Brattørkaia gibt es Büros für eine

Vielfalt von kommerziellen Mietern, Konstruktionsfirmen,

Schiffsbau und auch einen öffentlichen

Bereich. Ein Café und ein Besucherzentrum

sind im Erdgeschoss untergebracht. Letzteres ist

für die Bevölkerung wie auch für Schulklassen

zugänglich und erklärt das Konzept des Hauses,

seinen Energieverbrauch und will so auch pädagogisch

zur Nachhaltigkeit beitragen.

Dieses Gebäude wurde mit der höchsten BREEAM

Zertifizierung ausgezeichnet und am 30. August

2019 offiziell eröffnet. (rp)


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Snøhetta

2006 m 2 Photovoltaics panels on roof

Air intake

500 m 2 Photovoltaics panels on facade

Displacement ventilation

Heat recovery

Air outlet at ground level

Snøhetta

Seawater source heat pump system

Snøhetta

Snøhetta

Powerhouse Brattørkaia

Trondheim, Norwegen

Bauherr:

Planung:

Entra ASA

Snøhetta

Nutzfläche: 17.800 m 2

Solarfassade: 981 m 2

Solardach: 1.886 m 2

Fertigstellung: 09/2019

Baukosten: 42,7 Mio. Euro


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60

Bauen & Energie

Es gibt viele Wege zu einer Architektur, die positive Einwirkungen

auf die Umwelt und die Zukunft haben kann.

Einen hat das Architekturbüro Studio Gang in New York

gewählt: Sie schnitten aus einem 12-geschossigen Hochhaus

Teile aus der Fassade heraus, um so die Energie

und das Licht der Sonne bis auf die High Line und die

nebenliegenden Straßen gelangen zu lassen.


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Studio Gang

Der Sonne

entgegen

Solar Carve / New York / Studio Gang

Fotos: Tom Harris

Mit dem Zuzug von immer mehr Menschen in die urbanen

Bereiche unserer Welt machen sich auch Designer,

Planer und Architekten häufiger Gedanken, wie

diesen zünftigen Stadtbewohnern ein Mindestmaß

an Sonne und Tageslicht zu bieten ist. Wenn man sich

um 4 Uhr nachmittags an einem Frühlingstag auf der

High Line in New York befindet, kann und sollte man

streckenweise die Wärme der Sonne spürbar und angenehm

empfinden. Denn die High Line ist, als ein

erhöht liegender Parkstreifen, den Elementen (Licht,

Sonne, Regen, Luft) ausgesetzt, mitten in New York.

Jedoch Sonne ist hier nicht unbedingt garantiert,

denn die High Line schneidet sich durch einen der

dichtest bebauten Teile der Stadt, den Meatpacking

District. Nicht nur Renzo Piano´s Whitney Museum

of Art, auch die Türme von Hudson Yards und andere

Hochhäuser blockieren das Licht und die Sonne für

die Fußgänger. Speziell zwischen der 13th und 14th

Street ist neben und auch über dem Park eine dichte

Wand von Glas- und Betontürmen, die diesen Teil des

öffentlichen Raumes im Schatten versinken lassen.

Für Architekten ist die Sonne ein zweischneidiges

Schwert: Einerseits bringt sie als Energiequelle kostenlos

Wärme und Licht, andererseits auch nachbarschaftlichen

Schatten. Je höher ein Bau ist, desto

unvermeidbarer sein Schatten und dieses Problem

ist besonders gravierend, wenn der Nachbar die High

Line in New York ist. Da die Städte ständig dichter

werden, sind findige Ideen gesucht, um Sonnen- und

Tageslicht in die unteren Ebenen gelangen zu lassen.

Ein 12-geschossiger Büroturm, mit der Bezeichnung

Solar Carve tut nun sein Bestes, um keinen Schatten

zu werfen. Das kommerzielle Bauwerk auf der 10th

Avenue, entworfen vom Architekturbüro Studio Gang,

versucht dunkle Stellen auf der High Line zu vermeiden,

indem es einfach zur Seite tritt. Seine facettierte,

gläserne Vorhangfassade weicht zurück und zerbricht

in sehenswerten Einzelflächen wie bei einem

geschliffenen Kristall, und zwar auf seiner Nord- und

Südseite – so ermöglicht es die Architektur, dass die

Sonnenstrahlen ihren Weg auf den Park der High Line

und auch in die daneben liegenden Straßen finden.


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Bauen & Energie

Die Architekten von Studio Gang, einer in Chicago

ansässigen Firma geleitet von Jeanne Gang, entwarfen

das 13.500 Quadratmeter (Nutzfläche) große Gebäude

mit einem Konzept, welches sie „solar carving“

nannten. Nach einer genauen Analyse des Verlaufs

der Sonne während des Tages, bestimmten sie einige

Teile des fast fertigen 12-geschossigen Gebäudes,

schnitten diese einfach heraus und verschlossen diese

Fehlstellen mit schrägen, polygonen Glasflächen.

Aus dieser Oberflächengestaltung, die an eine Gemme

erinnert, entstehen vielerlei Vorteile sowohl für

innen wie auch für den Außenraum. In Verbindung

mit einem niedrig reflektierenden Hochleistungsglas

verringert diese optimierte Gebäudegeometrie den

Hitzeeintrag und vermeidet Blendungen für die Autofahrer

auf dem West Side Highway, der entlang des

Turmes verläuft. Auch die Kollisionsgefahr für Zugvögel

– da diese den Baukörper leichter identifizieren

können – wird so größtenteils vermieden. Die Glasscheiben

haben einen „Solar Heat Gain Coefficient“

(SHGC)*) von 0,22, der Reflexionsgrad im Sockel

(Geschäfte) beträgt 12% und in den oberen Ebenen

8%. Die Scheiben sind aus Sicherheitsgründen vorgespannt

– man kann sie sogar betreten.

Die Flächen dieser ausgeschnittenen Turmteile sind

geometrisch optimiert und in ein Muster aus dreidimensionalen

Facetten, welche die fehlenden Teile

des Turmes artikulieren, geteilt. Als Vorhangfassade

ausgebildet, kippen die diamantförmigen Paneele

abwärts, umrahmt werden sie jeweils von 4 dreieckigen

Stücken, die sie mit der senkrechten Tragstruktur

verbinden.

Im Inneren der Architektur bilden die Facetten einen

Rahmen für tolle Ausblicke auf den Hudson River und

schaffen interessante Ausbuchtungen in den Büros

oder Aufenthaltsbereichen. Das Gebäude, welches

im April eröffnet wurde, ist mit Geschosshöhen von

mindestens 4,80 Meter erbaut und hat auf jeder (außer

einer) Ebene einen Außenbereich zugeordnet.

Eine 750 Quadratmeter große Terrasse im zweiten

Stock liegt neben der High Line und 930 Quadratmeter

Fläche stehen der Öffentlichkeit am Dach zur

Verfügung. Die Kosten für den Bau werden mit über

180 Millionen Euro kolportiert. Noch sind genügend

Flächen frei, nur ein Autohändler und ein Restaurant

sind bereits im Erdgeschoss eingezogen. Die Betreiber

hoffen, Technologie-, Finanz- und Medienbetriebe

so in den Meatpacking District zu ziehen.

Man könnte die Architektur des Solar Carve als eine

Mischung aus der maximal erlaubten Hüllform, beschnitten

durch Sonnenstrahlen und der Berücksichtigung

von ortsspezifischen Kriterien zur Erzielung

eines positiven Effektes auf das Leben der Menschen

und der Umwelt, bezeichnen. Die Entwickler streben

für den Solar Carve eine LEED Gold Zertifizierung an

und die Architektur wird sicherlich eine weitere Ikone

der New Yorker Silhouette werden.

(rp)


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Studio Gang

Solar Carve

New York, USA

Bauherr:

Planung:

Statik:

Fassadenglas:

40-56 Tenth Ave Joint Ventures, LLC

Studio Gang

ARUP

Interpane Glas Industrie AG

Bebaute Fläche: 1.870 m 2

Nutzfläche: 13.500 m 2

Fertigstellung: 04/2019


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Bauen & Energie

Razzle Dazzle

in Ravenna

Powerbarn / Ravenna, Italien / Giovanni Vaccarini Architetti

Fotos: Massimo Crivellari


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Giovanni Vaccarini Architetti

Den Planern von Giovanni Vaccarini

Architetti ist mit ihrem Powerbarn in

Ravenna ein beeindruckendes Beispiel

für ein gelungenes Miteinander von

Industrie, Landwirtschaft und Bevölkerung

gelungen. Um die Biomasseanlage

in die umgebende Naturlandschaft einzubetten,

bediente man sich neben der

gezielten landschaftlichen Gestaltung

der alten Militärcamouflagetechnik des

sogenannten Razzle Dazzle.

Die Camouflagetechnik des „Razzle Dazzle“ geht

auf den britischen Marine-Künstler Norman Wilkinson

zurück, der eine Methode entwickelte, mittels

geometrischer Formen Objekte „verschwinden“ zu

lassen. Konkret kam diese Tarnfunktion für Schiffe

im Ersten und Zweiten Weltkrieg zum Einsatz. Das

sogenannte dazzle painting zielte damals darauf ab,

durch komplexe Muster und kontrastierende Farben

große Objekte undefinierbar erscheinen zu lassen.

Der italienische Architekt Giovanni Vaccarini griff für

seinen Entwurf des Powerbarn in Ravenna auf genau

dieses Prinzip zurück: „Ich habe das Razzle Dazzle

sehr genau studiert, um eine unkonventionelle architektonische

Lösung konzipieren zu können. Es

geht nicht darum, sich zu verstecken, sondern dem

Betrachter eine andere Realität vorzuschlagen: Eine

komplexere und trügerische, die paradoxerweise seine

Aufmerksamkeit erregt und ihn über das, was er

sieht, wundern lässt.“

Abgesehen von der für einen Industriebau überraschend

ästhetisch anmutenden Außenhülle ist dieses

Projekt ein spannendes Beispiel für eine funktionierende

Verzahnung von Industrie und Landwirtschaft.

Das im Herzen der italienischen Region Romagna gelegene

Kraftwerk für Stromerzeugung aus erneuerbaren

Quellen befindet sich nämlich auf dem Gelände

einer ehemaligen Zuckerfabrik. Die gesamte Gegend

lebt nach wie vor vom Anbau von Zuckerrüben und

Obstbäumen. An diesem speziellen Standort wurde

die Kultivierung jedoch mittlerweile eingestellt, sodass

sich heute auf dem riesigen Areal nur noch Lagerhallen

befinden. Der Rest des Geländes, darunter

drei große Feuchtgebiete, wurden restauriert und der

Gemeinde zurückgegeben. Der verbleibende Teil von

rund 167.000 m 2 Fläche wird derzeit einer Wiederbelebungsphase

unterzogen.

u


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66

Bauen & Energie

Bei der Gestaltung der

Holzfassade griffen die

Architekten auf die Tarntechnik

des Razzle Dazzle

zurück. Changierende

Verlegemuster und wegknickende

Ebenen lösen

den massiven Komplex in

eine Art Skulptur auf.

„Unsere Absicht war es, am Rande des Gebiets eine

Art natürliche Bastion, fast eine Düne, zu errichten,

die jetzt zum Leuchtturm für die Energieerzeugung

wird – ein Element, das eng mit den ökologischen

Funktionen der Umwelt verbunden ist. Keine Barriere,

sondern ein funktionales Element, das unsere gestalterischen

Absichten zum Ausdruck bringt: ein durchlässiges,

zugängliches und lebendiges Element“, beschreibt

Vaccarini die Intention seines Entwurfs.

Wobei wir wieder bei benanntem Razzle Dazzle wären.

Denn um den massigen Bau der Bioenergie-Produktionsanlage

elegant in die bestehende Naturlandschaft

einzubetten, bedienten sich Giovanni Vaccarini Architetti

eben dieser Technik. Anstelle von farbigen Mustern

tarnt eine Art Holzhaut, zusammengesetzt aus

Polygonen, die in unterschiedlichen Winkeln aneinanderstoßen,

den Gebäudekomplex. Zusätzlich wechselt

die Verlegerichtung der Holzlatten je nach Element.

Als Folge wird der monolithische Baukörper optisch

in mehrere unzusammenhängend wirkende Teile aufgelöst,

dessen Wahrnehmung sich zusätzlich je nach

Standort weiter verändert. Das Bauwerk wirkt auf diese

Weise skulptural und anziehend, anstatt bedrohlich

und einschüchternd. Der abgesetzte rund 50 m

hohe Schornstein sorgt dabei beinahe für eine sakrale

Anmutung – für einige Betrachter mitunter nicht

einmal so weit hergeholt, schließlich ist dieser neue

Pol der alternativen Stromerzeugung wegweisend für

Italiens Energiewirtschaft zu betrachten. u


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Giovanni Vaccarini Architetti


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68

Bauen & Energie

Der hochtechnische Komplex erschließt sich dem Besucher

erst bei genauerer Betrachtung. Aus der Ferne

hingegen fügt sich das Kraftwerk ganz natürlich in die

umgebende Naturlandschaft ein.

Besonderes Augenmerk legten die Gestalter auch auf

die Ränder ihrer Planungsfläche. Die umgebende Naturlandschaft

wurde aktiv in den Gestaltungsprozess

mit einbezogen. So fungieren gebaute „Dünen“ (ein

für die adriatische Landschaft typisches Element)

wie ein Rahmen für den gesamten Entwurf. Die aus

dem Aushub der Baugrube geformten Wälle ragen

zwischen drei und zehn Metern rund um das Kraftwerk

gen Himmel und bieten sowohl Fußgängern, als

auch Radfahrern mit ihrer durchdachten Gestaltung

aus Bepflanzung und Wegenetzen ein wertvolles

Naherholungsgebiet. Der Damm dient nebenbei gleichermaßen

als Schnittstelle wie Verbindungspunkt

zwischen landwirtschaftlicher und industrieller Zone.

Anstelle von Industriezäunen und Abschottung wählten

die Architekten den Ansatz der Integration und

Zugänglichkeit, realisiert durch ein Lowtech-Umweltsystem

und geformt durch den Erdbau.

Die Biomasseanlage ist mit ihrer Leistung von 30 MW

schließlich auch unmittelbarer Energielieferant für die

Bevölkerung. Neben der, aus der Umgebung anfallenden,

Biomasse wird das Kraftwerk mit etwa 100 m Länge

und 30 m Höhe mit Hackschnitzeln befeuert, wobei

alle Materialien aus einem Umkreis von 70 km stammen.

Die jährliche Produktion des Vorzeigeprojekts

wird auf 222 GWh geschätzt, mittels derer 84.000 Familien

mit Energie versorgt werden können. Dies soll

langfristig eine signifikante Einsparung der Emission

von Treibhausgasen in die Atmosphäre garantieren.

Mit Powerbarn beweisen Giovanni Vaccarini Architetti

eindrucksvoll, dass sich Industrie, Landwirtschaft

und Kulturraum nicht ausschließen müssen,

dass eine strikte Abgrenzung nicht immer nötig ist

und dass am Ende ein respektvolles Miteinander den

größten Mehrwert für ganze Regionen bieten kann.

Wenn es dazu ein bisschen Razzle Dazzle bedarf, so

sei diese ehemalige Militär-Taktik heute als pazifistisches

Mittel zu einem stärkeren Miteinander wärmstens

empfohlen.

(lp)


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Giovanni Vaccarini Architetti

Powerbarn

Ravenna, Italien

Bauherr:

Planung:

Powercrop Russi srl

Giovanni Vaccarini Architetti

Grundstücksfläche: 470.000 m 2

Bebaute Fläche: 167.000 m 2

Bauzeit: 2016 - 2019

Fertigstellung: 2019


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Bauen & Energie

Energieproduktion

MCE Astoria Produktion, Hauptquartier / Timisoara / Heim Balp Architekten

Fotos: Marco Dapino

Die Erneuerung einer bestehenden Produktionsstätte

für den Espressomaschinenhersteller

Astoria in Rumänien bietet einen unaufgeregten

Anblick. Die Qualität dieser Architektur,

von den Heim Balp Architekten aus Berlin

entworfen, liegt aber genau darin. Alle Funktionen

sind erfüllt, ein Bild wird vermittelt und

trotzdem ist nicht übertrieben worden.


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Heim Balp Architekten

„Jetzt brauche ich zuerst einen Espresso“ – dieser

Satz ist in Arbeitsräumen sehr häufig zu hören. Kaffee

in seinen verschiedenen Zubereitungsformen

dient vielen Menschen als Energiezufuhr. Deshalb

gibt es auch die verschiedensten Kaffeemarken und

Erzeugungsarten. Eine Gruppe von Handwerkern

setzte 1969 eine Idee um, die sich heute zur weltweit

größten einzelnen Kaffeemaschinenfabrik entwickelt

hat: Astoria. Die Firma produziert Kultmaschinen zur

Herstellung der schwarzen Energie. Da sich im Zuge

der Globalisierung der Markt erweitert, gestalteten

die Heim Balp Architekten für Astoria MCE eine neue

Produktionsstätte und zugleich das Hauptquartier

der östlichen Länder in Timisoara, Rumänien. Der

Komplex ist nun eine der beiden Produktionsstätten

der Firma für Profi-Espressomaschinen, ganz nach

der italienischen Tradition.

u


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72

Bauen & Energie

Die Architekten haben aber, statt eine neue Architektur

zu errichten, die seit 2002 bestehende

Originalstruktur erhalten, jedoch wesentliche

Änderungen und Erneuerungen eingeplant, um

die Funktionalität zu verbessern. Werkstätten

wurden erneuert, der Showroom und die Büros

adaptiert und das neue Programm schließt eine

weitere Produktionslinie mit ein, genauso wie Verwaltung

und Logistik. Die bestehenden Teile wurden

zu Umkleideräumen und einer Cafeteria für

die Belegschaft umgebaut. Das Projekt sah eine

komplette Neuorganisation des Grundstückes,

inklusive Expedit und Anlieferung samt Laderampen

für eine verbesserte Logistik vor. Der Entwurf

traf genau die Anforderungen und Wünsche des

Kunden nach einer neuen Struktur, um die tägliche

Produktion zu erhöhen und gleichzeitig ein

jüngeres, eher progressives Firmenimage auszustrahlen.

Auch wird durch diese Vorgangsweise

eine Menge Energie gespart, da (fast) die gesamte

„graue“ Energie im Gebäude bleibt und so der

CO 2 -Ausstoß verringert wird.

Die jetzige MCE Fabrik besteht aus zwei Teilen:

Ein sieben Meter hohes, eingeschossiges Gebäude

enthält die Produktionsflächen und ein zweigeschossiger

Teil beherbergt die Büros, Versammlungsräume,

Schauraum, und Schulungsbereiche.

Der Haupteingang führt in eine zweigeschossige

Halle, in der Besucher an der Rezeption und im

Showroom empfangen werden können. Büros

und Versammlungssäle sind im zweiten Stock

und überblicken das geräumige Atrium im Erdgeschoss.

Die Büros und der öffentliche Teil drücken

einerseits die Notwendigkeit einer entsprechenden

Repräsentation der Firma aus, Werte und Produkte

sollen so den Kunden, Vertretern und Besuchern

vermittelt werden. Andererseits treffen sich

hier Effizienz und Dynamik in der Administration.

Der neue Produktionsbereich erstreckt sich über

4.000 Quadratmeter und so konnte die Stückzahl

der täglich produzierten Kaffeemaschinen um 100

Stück erhöht werden. Der Ablauf erfolgt in einem

„just in time“-Zyklus, das heißt, dass alle benötigten

Teile sofort nach Eintreffen montiert und die

fertigen Geräte sofort versandt werden. So wird

wichtiger Lagerbedarf reduziert.

Rote Aluminiumlamellen steuern Transparenz

und Durchsicht für das Gebäude und sind zugleich

wesentlich für seine markante Erscheinung.


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Heim Balp Architekten


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Bauen & Energie

Eines der wichtigsten und auch auffälligsten

Merkmale der Architektur ist das Design der Fassade.

Hier bildet sich durch die Wahl der Materialien

eine ständig wechselnde Kombination von

Wandfläche und verglasten Teilen. Ebenso steuern

die roten Aluminiumlamellen die verschiedenen

Ebenen der Transparenz und Durchsicht für

das Gebäude. Der Körper stellt eine visuelle Landmark

dar, einsichtig in der umgebenden Landschaft

und auch von der vorbeiführenden Straße

aus. Das ist wichtig, da in seinem industriellen

Kontext jegliche visuelle Anhaltspunkte fehlten.

Beide Gebäudeteile sind optisch verbunden und

auch durch die rote Metallverkleidung – die sich je

nach Funktion im Gebäudeinneren in ihrer Dichte

ändert – vereint. Im Erdgeschoss ist die Produktion

hinter einer dichten roten Wand verborgen und

der Showroom, dank seiner Verglasung komplett

offen und einsehbar. Im Obergeschoss wirken die

roten Lamellen als Sonnenschutz und erzeugen

einen halbdurchsichtigen Effekt. Sie unterstützen

so die natürliche Ventilation in der Architektur.

Im Inneren haben die Planer eine ganz bestimmte

Materialpalette gewählt, sie bezieht sich auf die

Helligkeit und Transparenz der Gesamtarchitektur:

Holzverkleidungen bringen eine warme Atmosphäre

in die Repräsentationsbereiche, Glaswände

teilen die Büroräume, alle Böden sind mit

einem hellen Betonestrich belegt. Leitungen und

Rohre liegen offen und betonen den industriellen

Charakter der Architektur, während zart hellblaue

Möblierungen in den Büros einen Kontrast zu dem

grau/weißen Hintergrund bringen. (rp)


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Heim Balp Architekten

0 m 10 m 20 m

30 m

0 m 5m 10 m 15 m

MCE Astoria production facility and headquarters

Timisoara, Rumänien

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Bebaute Fläche: 4.000 m 2

Planungsbeginn: 2106

Fertigstellung: 2019

MCE - Macchine per Caffe Espresso - Astoria

Heim Balp Architekten

Lorenzo Soldi, Michael Cradock, Federica Carletto

S.C. Euro Architect

Die Heim Balp Architekten sind kein ganz unbekanntes

Büro. 2006 in Berlin vom italienischen Architekten Pietro

Balp und dem deutschen Architekten Michael Heim gegründet,

befasst sich das Büro mit Städteplanung genauso

wie mit der Revitalisierung historischer und bestehender

Strukturen. Architekt Heim war fünf Jahre lang Chefdesigner

bei Daniel Libeskind, bevor er mit seinem Partner

das eigene Büro gründete. Ein spezieller Fokus liegt bei

beiden auf der Erneuerung, der Wieder- und Neuverwendung

gebauter Substanz im kulturellen, wie im industriellen

Bereich. Sie distanzieren sich von der sogenannten

„overdesigned architecture“, und tendieren zu minimalen

Eingriffen in den Kontext. Das Resultat sind klare, einfache

Räume, die keine ikonenhaften Zeichen zur Aufmerksamkeit

nötig haben. Eine Architektur, die Geschichte neu

schreibt, anstatt sie auszulöschen.


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76

Bauen & Energie

Zukunftsweisend

für den Sport

adidas World of Sports ARENA / Herzogenaurach, Deutschland / Behnisch Architekten

Fotos: Behnisch Architekten, David Matthiessen

Mit der Fertigstellung der ARENA für die adidas

World of Sports haben Behnisch Architekten

ein markantes Zeichen für den Campus in

Herzogen aurach geschaffen. Transparenz,

Leichtigkeit und eine durchdachte Tragkonstruktion

haben dem neuen Büro- und

Empfangsgebäude bereits kurz nach seiner

Fertigstellung die Auszeichnung mit dem Ingenieurpreis

des Deutschen Stahlbaus beschert.


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Behnisch Architekten

Mit der Fertigstellung der ARENA setzen Behnisch

Architekten nach 20 Jahren Entwicklungs- und

Bauzeit einen knackigen Endspurt für den adidas

Campus World of Sports. Als Zieleinlauf des durchdachten

Masterplans ist die ARENA allerdings nur

baulich zu betrachten, darf sie doch gleichzeitig als

fulminanter Startschuss gelten: Das neue Büro- und

Empfangsgebäude strahlt mit seiner energetisch optimierten

Fassadengestaltung Innovation und Zeitgeist

aus und soll nachhaltig in die Zukunft wirken.

Dass man bei dem Sportartikelhersteller nicht nur

sportlich weiter denkt, beweist die Ambition, für den

Komplex eine LEED-Gold-Zertifizierung zu erreichen.

Das neue Empfangsgebäude des Campus in Herzogenaurach

präsentiert sich als markantes Signé. Bei

der Entwicklung des Gesamtkonzepts spielten von

Anfang an auch energetische und ökologische Überlegungen

eine tragende Rolle. So liegt der Campus

eingebettet in eine von dem niederländischen Büro

LOLA landscape architects detailliert geplante Landschaftsarchitektur,

welche Wasserflächen, Grünzonen

und Wegenetze umfasst. Ein wichtiger grundlegender

Faktor für das balancierte Mikroklima auf

dem Campus. Die ARENA bildet seit diesem Jahr das

Tor zu dem rund 59 ha Fläche umfassenden Campusgelände,

das für Mitarbeiter wie externe Besucher

zugänglich ist. Bereits von Weitem präsentiert sich

der Neubau selbstbewusst und signifikant – ein Ausrufezeichen

für das moderne, smarte Bauen. u


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78

Bauen & Energie

Im Inneren sorgen natürliche

und unbehandelte

Oberflächen in Kombination

mit den sichtbar belassenen

Technikelementen

für einen stringenten

und offenen Eindruck.


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Behnisch Architekten

Smart ist das Konzept von Behnisch Architekten allemal:

Landschaft, Transparenz und Flexibilität bildeten

die Grundlage für den Entwurfsprozess. Um die

Anmutung des Gebäudes möglichst weit von derjenigen

eines „normalen Hauses” zu entfernen und etwas

völlig Neues zu schaffen, setzten die Architekten auf

eine innovative Fassadengestaltung. Dabei dient diese

nur in zweiter Linie der Optik, vielmehr verbinden

sich hierbei Nutzen und Ästhetik auf sehr gelungene

Art und Weise. Behnisch Architekten liefern mit ihrem

Entwurf wieder einmal einen Vorschlag, der über die

reine Architektur hinausgeht und Statik und Bauphysik

scheinbar spielerisch vereint. Konkret manifestierte

sich diese Art der Planung bereits in einer detailliert

durchdachten Baustellenplanung, soll sich aber ganz

im Sinne des vorausschauenden Handelns gerade in

der zukünftigen Nutzung energetisch auszahlen.

Jeder Teil des skulpturartigen Bauwerks ist in einer

sinnhaften und sinnvollen Bauweise ausgeführt: der

in die Landschaft eingebettete erdgeschossige Gebäudekomplex

in Massivbauweise, der Überbau hingegen

in leichter Stahl-/Verbundbauweise. Dieser

ruht wiederum auf rund 15 Meter langen V-förmig

angeordneten Rohrmantelverbundstützen, die jeweils

in Dreier- oder Viererkombination eine Stützengruppe

bilden. Gerade die detaillierte Tragwerksplanung

der Werner Sobek AG ermöglicht eine Minimierung

an Material und Konstruktion, was logischerweise mit

einer enormen Energieeinsparung in der Bauphase

einhergeht und sich positiv auf die Energiebilanz niederschlägt.

Wenig überraschend wurde die ARENA in

Folge Anfang 2019 mit dem Ingenieurpreis des Deutschen

Stahlbaus ausgezeichnet.

u


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80

Bauen & Energie

Die Büroetagen zeichnen

sich durch maximale

Offenheit aus, die auch in

Zukunft ein Wachsen und

Wandeln der Strukturen

erlaubt.

Der Anspruch von adidas an sich selbst als Marke

mit Vorbildfunktion spiegelt sich auch in der Architektur

wider: Hochwertige, „ehrliche” Materialien wie

Vollholz, geschliffener Estrich oder Stahl dominieren

neben der sichtbar belassenen Technik den Look der

neuen ARENA. Auch der Einsatz solch hochwertiger

Materialien, wie auch der Verzicht auf unnötige

Verkleidungen sparen Energie. Ein ökologisch nachhaltiges

Konzept zur Tageslichtoptimierung und Verschattung

unterstreicht den innovativen Charakter

des Neubaus. In Zusammenarbeit mit Bartenbach

Lighting Design entwickelten Behnisch Architekten

ein maßgeschneidertes Fassadensystem, das

die wechselnden Sonnenstände aller Jahres- und

Tageszeiten berücksichtigt. In Form eines parametrisch

gestalteten außen liegenden Sonnenschutzes

bestehend aus einer Metall-Rahmenkonstruktion mit

opaken und perforierten Deckblechen konnten Tageslichtzufuhr

und Wärmebelastung so rein baulich

optimiert werden. So kann auf natürliche und rein

bauliche Weise bereits ein angenehmes Arbeitsklima

im Inneren der Büroräume erreicht werden.

Die Büroflächen sind maximal flexibel gestaltet und

können an zukünftige Anforderungen jederzeit problemlos

adaptiert werden. Auf diese Weise wird Energie

in Form von überflüssigem Baumaterial nicht nur

im Hier und Heute eingespart, sondern auch morgen

und übermorgen, wenn sich die Anforderungen an die

Arbeitswelt weiterentwickeln und man ohne großen

baulichen Energieaufwand reagieren kann. Die offene

Arbeitswelt erstreckt sich über drei Etagen rund um

das zentrale Atrium. Dieses schafft Blickbeziehungen

und Begegnungszonen, mehrere durchgängige

Lichthöfe holen zusätzlich viel Tageslicht bis tief in

das Gebäude. Jede einzelne dieser Maßnahmen hat

als großes Ganzes zum Ziel, auf nachhaltige Weise

den rund 2.000 Mitarbeitern der ARENA die „besten

Arbeitsplätze der Welt“ zur Verfügung zu stellen.

Das Zielfoto für den adidas Campus World of Sports

ist noch nicht geschossen. Wie im Spitzensport bedarf

es für die zukunftsweisende Architektur einer

perfekten Dosierung an Kraftaufwand und Energieeinsatz.

Dabei geht es nicht darum, nur einen schnellen

Sprint zu gewinnen, sondern sinnbildlich fit zu

sein für den Marathon. Dank dieser durchdachten

und individuellen Konzeption der neuen ARENA darf

adidas auch in Zukunft wohl auf einen langen Atem

und eine zweite Luft hoffen.

(lp)


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Behnisch Architekten

Ansicht West

Ansicht Süd

Adidas ARENA

Ansicht west

Adidas ARENA

Ansicht Süd

Schnitt BB

Adidas ARENA

Ansicht west

B

B

B

Adidas ARENA Interior

Schnitt B-B

A

A

A

A

A

A

Adidas ARENA

Erdgeschoss

B

Adidas ARENA

2. Obergeschoss

OG 2

B

EG

Adidas ARENA

2. Obergeschoss

B

adidas World of Sports ARENA

Herzogenaurach, Deutschland

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

adidas AG

Behnisch Architekten, Stuttgart (Stefan Rappold, Partner / Cornelia Wust)

Nadine Hoss, Carina Steidele, Dennis Wirth, Nevyana Tomeva,

Martin Buchall, Jorge Carvajal, Laetitia Pierlot, Saori Yamane, Adriana Potlog,

Ioana Fagarasan, Anna-Lena Wörn, Abdalrahman Alshorafa, Arlette Haker,

Hamdy Saflo, Matteo Cavalli, Mahboubeh Shoeybi, Andreas Peyker,

Nadine Waldmann

Werner Sobek AG, Stuttgart

Nutzfläche: BGF 52.000 m 2

Planungsbeginn: 2014

Bauzeit: 2016 - 2019

Fertigstellung: 2019


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Bauen & Energie

Ein sinnvoller Bau

Naturalis Biodiversity Center / Leiden / Neutelings Riedijk Architects

Fotos: Scagliola Brakkee

Das neu eröffnete Naturalis, ein Zentrum

für Forschung über die Biodiversität

samt angeschlossenem Museum wurde

von den Neutelings Riedijk Architects

aus Rotterdam gestaltet. Es ist – im Hinblick

auf den Klimawandel und die ökologischen

Probleme, die wir haben – ein,

sowohl nachhaltiger wie auch sinnvoller

Bau und ein Beitrag zur Stärkung des

Bewusstseins für Artenvielfalt, Reichtum

und auch das Verschwinden von Natur

auf unserem Planeten.


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Neutelings Riedijk Architects

Am 31. August dieses Jahres hat in Leiden, Holland

das Naturalis nach seiner Komplettrenovierung

wieder eröffnet. Es ist ein Ort, an dem

sämtliche Aspekte der Biodiversität zusammentreffen.

Naturalis ist das nationale Forschungsinstitut

für Biodiversität und wurde bereits 1820

von König Willem I. in Leiden gegründet. Heute

ist es ein Platz für alle, für Wissenschaftler genauso

wie einfache Museumsbesucher, die mehr

über unsere Natur und Umwelt lernen und entdecken

wollen. Und damit ist diese Architektur

auch sinnvoll, im Gegensatz zu vielen anderen,

im Monatsrhythmus aus der Erde gestampften

Museen weltweit, die nur vom Image der Stararchitektur

leben.

Die Neutelings Riedijk Architects haben den

Bau zukunftsfit gemacht, die einzelnen Teile

verbinden nun Wissenschaft und Sammlungen

und bieten state-of-the-art Möglichkeiten der

Forschung über Biodiversität. Die komplette

Renovierung und Erneuerung des existierenden

Naturalis fand in den letzten zwei Jahren statt

und heute beherbergt das Haus die nationale

Sammlung von 42 Millionen Objekten aus allen

Bereichen der Natur.

Das ursprüngliche Museum mit einer Kapazität

von 150.000 Besuchern pro Jahr wurde bereits

1998 errichtet und hatte dringenden Renovierungsbedarf.

2016 waren es bereits 410.000 Besucher,

die das Haus besuchten und das überforderte

naturgemäß die gegebenen Möglichkeiten.

Zu Spitzenzeiten waren die Gänge total überfüllt

und zu eng. Zusätzlich wurde ein neuer

Museums trakt errichtet und diese Einrichtung

ist für das Bewusstsein der Menschen, gerade

angesichts des dramatischen Rückganges der

Artenvielfalt durch den Klimawandel, von größter

Bedeutung und auch sinnvoll.

u


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84

Bauen & Energie


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Neutelings Riedijk Architects

Die Neutelings Riedijk Architects, ein international

renommiertes Büro aus Rotterdam wurde mit der Gestaltung

des Umbaues und der neuen Institution beauftragt.

Es entstand ein nachhaltiges Ensemble aus

bestehenden Körpern und einem neuen Museum sowie

Forschungsbereichen. Heute ist in der Ansammlung

von bestehenden und neuen Gebäuden jede

Funktion in einem eigenen Körper untergebracht.

Die Gestaltung beinhaltet auch eine „Glaskrone“ als

Eyecatcher, denn schließlich will man ja auch auf

sich aufmerksam machen. Für die Gestalt dieser Krone

ließ sich Architekt Michiel Riedijk von der Natur

inspirieren. Sie ist der Schnittpunkt aller Flügel des

Ensembles mit deren separaten Funktionen – Sammlung,

Forschung und Museum. Wissenschaftler, Angestellte,

Schulklassen und Familien können sich hier

in einem Meer aus Licht treffen. Diese zentrale Halle

symbolisiert das neue Naturalis, mit seinem Fokus

auf Verbindung, Vermittlung und Transparenz. Das

Erscheinungsbild des Baukörpers ist von einer dreidimensionalen,

weißen Betonstruktur in der Form von

ineinandergreifenden Molekülen als Gitterwerk von

Ovalen, Dreiecken und Hexagonen bestimmt. Das Tageslicht

tritt durch ovale Fenster in die Halle. u

Große Friese aus Travertin,

einem Millionen Jahre alten

Gestein, prägen die Innen- und

Außenseiten des Museums.


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86

Bauen & Energie

Auch die Wandgestaltung aus Travertinstein,

weißen Betonbändern und farbenprächtigen

Kunstwerken ist eine Referenz an die Vielfalt

und Schönheit der Natur.

Öffentliche Funktionen wie Restaurant, Shop und ein

Ausstellungsbereich befinden sich im Erdgeschoss,

sodass Besucher hier bereits einen Blick auf die letzten,

ans Ufer geschwemmten Walskelette werfen

können. Die Haupttreppe gleicht einem Bergpfad und

wird nach oben hin immer schmäler. Aber es ist noch

genug Platz für „Trix“, den 66 Millionen Jahre alten

Dinosaurier, der seinen Ehrenplatz in der Galerie hat.

Die Außengestaltung der Ausstellungshallen mit ihren

horizontal geschichteten Travertinsteinblöcken

erinnert wiederum an geologische Strukturen der

Erdgeschichte. Sie ist ein weiteres auffallendes Element

des Museumdesigns. Der dafür verwendete

Travertin hat in seinem natürlichen Entstehungszyklus

über die Millionen von Jahren Kristalle mit einem

wunderbaren Schimmer entwickelt. Durch das

Schneiden und Bearbeiten der Steine ist diese „gespeicherte“

Energie wieder zum Vorschein gekommen

und das passt sehr gut in die Philosophie und

zu den Inhalten des Naturalis. Dazwischen befinden

sich weiße Betonbänder, gestaltet von der international

bekannten holländische Modedesignerin Iris

van Herpen. Sie ließ sich dabei von einigen Formen

aus der Naturalis-Sammlung inspirieren. Insgesamt

hat sie 263 Paneele gestaltet, zusammen ergibt das

eine Länge von mehr als einem Kilometer Kunst, die

sich im Inneren und an der Außenseite der Museumswände

abbildet. Diese Betonformen erscheinen

weich wie Seide, dank einer speziellen Technik, die

für dieses Design entwickelt wurde und die Ähnlichkeit

mit Stoff ist ein Hinweis auf die innovativen

Gewänder, die van Herpen für Celebrities wie Cate

Blanchett, Beyoncé und Lady Gaga entworfen hat.

Ebenso enthält das Museum an die 100 Wandbilder

des Künstlers Tord Boontje, auch er hat sich in seinen

farbenprächtigen Bildern, die eine Mischung aus

Malerei und Fotografie sind, von der Natur und deren

Vielfalt anregen lassen.

Im Inneren in den Forschungsbereichen und Labors

finden über 200 Wissenschaftler und Forscher Platz,

um sich mit Studien über die letzten globalen Ereignisse

wie Klimawandel, Verlust der Biodiversität,

Artensterben, Nahrungsmittel und Wasserqualität zu

befassen. Und das Museum bietet den Besuchern die

Gelegenheit, ein Mehr über die Schönheit und den

Reichtum der Natur zu erfahren.

(rp)


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Neutelings Riedijk Architects

Section AA

0 5 10 15 20 25 m

Section AA

0 5 10 15 20 25 m

Ground floor level

0 5 10 15 20 25 m

Naturalis Biodiversity Center

Leiden, Holland

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Naturalis Biodiversity Center

Neutelings Riedijk Architects

Michiel Riedijk, Willem Jan Neutelings, Frank Beelen,

Kenny Tang, Guillem Colomer Fontanet, Jolien Van Bever,

Inés Escauriaza Otazua, Marie Brabcová, Cynthia Deckers

Aronsohn Raadgevende Ingenieurs

Bebaute Fläche: 38.000 m 2

Bestand: 18.000 m 2

Neubau: 20.000 m 2

Planungsbeginn: 03/2013

Bauzeit: 2017 - 2019

Fertigstellung: 08/2019


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Licht

Ausgezeichnete

Lichtgestaltung

Am 5. September wurde der diesjährige Gewinner des Schwedischen Lichtpreises 2019 in

Stockholm gekürt. Aus den drei Finalisten – ein Lesesaal der Uppsala Universität, ein japanisches

Bad in Nacka und eine Pumpstation in Luleå – ging der Lesesaal als Sieger hervor.

Text: Katarina Trapp

Der Wettbewerb um den prestigevollen Preis wird

seit 27 Jahren jährlich veranstaltet und dient der

Hervorhebung von Lichtdesign in Projekten, bei welchen

Licht in einer bemerkenswerten Art eingesetzt

wird, um die Funktion und die Architektur des Projektes

zu unterstreichen. Aus den Einreichungen wählt

die Jury zehn Beiträge aus, aus welchen drei Finalisten

hervorgehen. Die Jury bewertet sowohl visuelle,

ästhetische und funktionelle als auch technische

und ökonomische Aspekte. Die diesjährigen Beiträge

wurden 2018 fertiggestellt.

Pumpstation P42

Foto Pumpstation: ©Therese Engström, Designat Ljus Europa AB

Lichtplanung Pumpstation: ©Jan Forsmark und Robert Taavo, Designat Ljus Europa


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Licht

Bad Yasuragi

Die Pumpstation P42 für Wasser und Abwasser, die

auf einem prominenten Platz bei einer der Einfahrten

nach Luleå steht, erhielt eine lobenswerte Erwähnung.

Mit der Beleuchtung der zweischaligen Fassade

soll der Eindruck von Lichtreflexionen entstehen, die

von Wellen am Strand gebrochen werden. Die äußere

Schale der Fassade, die aus Cortenstahl-Stäben besteht,

erzeugt bei Sonnenschein ein veränderliches

Schattenspiel. Abends wird die Fassade von hinten

beleuchtet und von den örtlichen Wetter- und Windverhältnissen

gesteuert, wodurch ein hin und her wogendes

Lichtspiel auf der Fassade entsteht.

Im Juryprotokoll zum japanischen Bad Yasuragi wurde

der subtile Einsatz von artifiziellem und natürlichem

Licht gewürdigt, das ein genuines Erlebnis von

Schlichtheit und Reinheit erzeugt. Für das feinstimmige

Zusammenspiel zwischen Licht und Raum, das

Verständnis von der natürlichen Unregelmäßigkeit

des Lichtes, für die Atmosphäre, die auf den Kenntnissen

der alten japanischen Traditionen beruht und

die Integrität der Besuchenden respektiert, wurde das

Projekt mit einer lobenswerten Erwähnung geehrt. u

Bad Yasuragi

Foto Yasuragi: ©Åke E:son Lindman

Lichtplanung Yasuragi: ©Tatiana Bibikova, ECO Lightlink

Bad Yasuragi


architektur FACHMAGAZIN

90

Licht

„Aussicht“

Der gewinnende Beitrag, der Lesesaal Ekonomikum,

der in einem der von Peter Celsing im Jahre 1975 entworfenen

Institutionsbauten der Uppsala Universität

liegt, besteht aus zwei unterschiedlichen Räumen:

einem Raum für Gruppenarbeit und soziale Tätigkeiten

und dem eigentliche Lesesaal. Der Architekt und

Lichtplaner Jonas Kjellander von Sweco Architects

hat die Räume „Aussicht“ und „Einsicht“ genannt.

Der erste Raum, den man betritt, die „Aussicht“, ist

ein Raum für kollektives Arbeiten und Zusammensein,

von Tageslicht durchflutet und mit Möbeln, die

an unterschiedliche soziale Situationen angepasst

sind: Gruppenarbeiten in kleinen, verglasten Besprechungszimmern,

Gespräche an runden Kaffeetischen

oder geselliges Zusammensein auf dem großen, bodennahen

und mit grünem Wollteppich ausgekleideten

Kollektivsofa, das vor einer schallabsorbierenden

Mooswand steht. Die ruhige und angenehme Atmosphäre

wird durch die Beleuchtung unterstützt und

auf die Besucher übertragen. Auch die Tatsache,

dass die Schuhe beim Eingang ausgezogen werden,

trägt dazu bei, dass man sich respektvoller bewegt,

so etwa wie wenn man bei jemandem Zuhause ist,

meint Architekt Kjellander.

Der eigentliche Lesesaal, die „Einsicht“, ist in einem

Schutzraum eingebaut, der im Ernstfall innerhalb von

48 Stunden entleert werden kann und der eigentlichen

Funktion des Schutzraums dient. Aus dem

fensterlosen und am Anfang der Planung noch recht

trostlos wirkenden Raum ein attraktives Lernmilieu

mit guten Licht- und Klimaverhältnissen zu gestalten,

war eine Herausforderung.

Dunkelheit kann auch ruhegebend sein. Variation ist

natürlich und hilft uns, unsere Sinne zu schärfen. Die

umgebende Dunkelheit unterstützt die Konzentration

innerhalb einer der individuellen „Lichtblasen“, die jedem

Platz zugewiesen ist, erklärt Architekt Kjellander.

Hier signalisieren sowohl die Möbel als auch die Lichtgestaltung,

dass es sich um ein ruhiges Milieu für individuelles

Arbeiten und Studieren handelt. Reduzierte

Allgemeinbeleuchtung in Kombination mit individueller

Platzbeleuchtung ist üblich in gängigen Lesesälen.

Was hier kennzeichnend ist, ist die Kombination

aus verschiedenen Arten zum Sitzen und individuell

gesteuerter Platzbeleuchtung für unterschiedliche

Präferenzen, sowohl für analoges als auch digitales

Arbeiten. Wir sind alle verschieden und wollen unterschiedlich

sitzen, oder auch mal den Platz wechseln

können während einer langen Arbeitssitzung.

In der Mitte des Raumes befindet sich ein Sitzkreis

aus vierzehn für dieses Projekt spezialdesignten Sesseln,

die sowohl aktives als auch entspanntes Sitzen

ermöglichen. Der Kreis bildet einen eignen Rahmen

für unterschiedliche Gesprächssituationen, wenn

der Raum vom Lesesaal zum „Raum für Gespräche“

mutiert. Zusätzlich zu den in der Decke eingebauten

Spotlights, sind die Plätze mit individuellen Tischlampen

versehen.

Das Erzählen am Lagerfeuer war eine der Ursprungsformen

der Begegnungen von Menschen in vielen

Kulturen seit Urzeiten, erzählt der Architekt. Der Kreis

soll nicht größer sein, als dass man die Gesichtsausdrücke

aller im Kreis ablesen kann, was sehr wichtig

für ein gutes Gespräch ist, betont er. Dies wird auch

durch das Licht, das von der Tischfläche ins Gesicht

reflektiert, unterstützt.

Die Akustik kann für diesen Teil des Raumes an unterschiedliche

Gesprächssituationen angepasst werden,

indem die schallabsorbierenden Elemente über

der Feuerstelle weggeschoben werden. Auch das

Beleuchtungsszenario kann an unterschiedlich große

Gruppen und verschiedene Zwecke angepasst werden,

je nachdem, ob es sich um eine Märchenstunde,

einen Lyrikabend mit Publikum oder eine Vorstandssitzung

handelt. Die ruhige Atmosphäre wird vom

diskreten Sternenhimmel unterstützt, der von einem

Astronomen der Uppsala Universität gestaltet wurde.

In der Beurteilung der Jury zum gewinnenden Beitrag

wurden die umfassenden Kenntnisse vom Zusammenspiel

zwischen Farben, Formen und Materialien

gelobt. Das umfangreiche Wissen von Lernmilieus

und der Glaube an den jungen Menschen sowie sein

Recht auf Würde wurden hervorgehoben. Die Jury

lobte den großen Mut und den kreativen Einsatz von

ursprünglichen Ausdrucksmitteln, die das Gefühl von

Geborgenheit, Vertraulichkeit und Staunen in diesem

einzigartigen Lernmilieu verstärken.

Architekt Jonas Kjellander, der schon 2010 den

Schwedischen Lichtpreis für die Planung des Kindergartens

Matildelund in Kumla bekommen hat, erklärt

bei der diesjährigen Preisverleihung sein Interesse

für Lernmilieus: Schulen sind für ihn die wichtigsten

Milieus, die wir gestalten, und Licht ist das wichtigste

Werkzeug des Architekten. Er hofft durch diesen

Preis vermehrt Möglichkeiten zu bekommen, um

gute Beleuchtung nicht nur in Schulen, sondern auch

in anderen Bereichen realisieren zu können und fügt

hinzu, dass die Perspektive der Kinder als Maßstab

uns allen guttun würde.


www.architektur-online.com

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Licht

„Einsicht“

Foto Lesesaal: ©Åke E:son Lindman

Lichtplanung Lesesaal: ©Jonas Kjellander, Sweco Architects Örebro

„Einsicht“

„Einsicht“

„Einsicht“


architektur FACHMAGAZIN

92

Produkt News

Nachts nur leuchten,

wenn es nötig ist

Weltweit nimmt die nächtliche Beleuchtung immer größere Ausmaße an – ein

Problem, dessen ganze Tragweite noch längst nicht absehbar ist. Der erhöhte

Energieverbrauch ist nur eine der vielen Folgen. Besorgniserregend ist aber auch

der direkte Einfluss auf die Tierwelt und damit auf unsere Umwelt. Dabei ließe

sich dieser Entwicklung an vielen Orten mit einfachen Mitteln entgegenwirken.

Jährlich lässt sich eine Zunahme an nächtlichem

Kunstlicht um über zwei Prozent

beobachten. Diese steigende „Lichtverschmutzung“

führt dazu, dass die Sterne

in stark besiedelten Gebieten heute kaum

mehr wahrnehmbar sind. Stattdessen leuchten

künstliche Lichtquellen und stören so

die Orientierung von Insekten und Zugvögeln.

Tödliche Kollisionen der Vögel mit beleuchteten

Gebäuden sind eine der Folgen.

Zudem kreisen jede Nacht Millionen von Insekten

bis zu Erschöpfung und Tod um das

nächtliche Licht. Einen Zusammenhang mit

dem aktuellen Insektensterben halten Experten

daher für durchaus wahrscheinlich.

Dabei wäre ein Gegensteuern oft ganz

einfach. Zum Beispiel durch ein intelligent

gesteuertes Licht, das nachts nur scheint,

wenn es wirklich nötig ist, und sonst automatisch

deaktiviert wird. Möglichkeiten

hierfür zeigt zum Beispiel das Portfolio des

Herstellers ESYLUX, etwa mit den ALVA

LED-Pollerleuchten mit eingebautem Bewegungsmelder.

Sie können nicht nur sich

selbst, sondern ganze Leuchtengruppen

energieeffizient steuern. Damit reduzieren

sie die Lichtverschmutzung – und schonen

so unsere Umwelt und nicht zuletzt natürlich

auch das eigene Budget.

ESYLUX Österreich GmbH

T +43 (0)732 788188-0

info@esylux.at

www.esylux.at


www.architektur-online.com

Nicht nur intelligent,

sondern auch sicher

Neue Produkte für ein sicheres Zuhause: Das war

das Motto der beiden Afterwork-Veranstaltungen im

September der KNX Austria, die als nationale Gruppe

der KNX Association die Bekanntheit der standardisierten

KNX Technologie in Österreich fördert. Sowohl

in Niederösterreich als auch in der Steiermark

konnten KNX Profis – Umsetzer von KNX Projekten

– so wie Interessenten neue Produkte in gemütlicher

Atmosphäre ansehen, angreifen, Fragen stellen und

sich untereinander austauschen.

„KNX Secure Produkte verwenden die gleichen Sicherheitsmechanismen

wie Ihre Bank und sind daher in puncto

Sicherheit mit dem Online Banking gleichzusetzen“

brachte es Markus Zack, Obmann der KNX Austria,

bei der Veranstaltung in Guntramsdorf auf den Punkt.

„Auch in Graz war das Interesse groß“ fasst Thomas

Lenitz, KNX Austria Obmann-Stv., zusammen. Mit den

Veranstaltungen wollte man der Nachfrage nach einer

Plattform zwischen Anbietern von KNX Produkten und

Umsetzern der Projekte (KNX Profis) nachkommen.

Auch im nächsten Jahr sind Veranstaltungen an verschiedenen

Standorten quer durch Österreich geplant.

www.knxaustria.at

93

Produkt News

Innovative und hochflexible Aluminiumprofilsysteme

mit unendlichen Möglichkeiten.

Wir bringen Visionen von Architekten und Lichtdesignern

in nahezu jede denkbare Form.

H-80 Profil | H-140 PROFIL

Dome

Design trifft Licht

LICHT FOLGT FORM - FORM FOLGT ARCHITEKTUR

RIDI Leuchten GmbH, Industriepark Nord, Rudolf-Hausner-Gasse 16, 1220 Wien

Tel.: 01/73 44 210, Fax: 01/73 44 210 5; E-Mail: office@ridi.at, www.ridi.at


architektur FACHMAGAZIN

94

Produkt News

Fotos: Laschenskyhof GmbH, Michael Huber | www.huber-fotografie.at

Gastlichkeit in

zeitgemäßem Design

Am Rande Salzburgs liegt das Hotel „Laschenskyhof“, in dem sich typisch österreichische

Gastlichkeit und zeitgemäße technische Standards vereinen. Für die

Sanitärausstattung setzten die Eigentümer auf Design-Armaturen von HANSA,

die sich harmonisch in das Ambiente einfügen und dabei ebenso den Anspruch an

Modernität, Nachhaltigkeit und Komfort erfüllen.

Im Frühjahr 2019 wurde nun ein luxuriöser Zubau mit

Gästezimmern, Seminarräumen und Wellnessbereich

eröffnet. Bei der Ausstattung haben sich die Eigentümer

erneut für Produkte von HANSA entschieden.

Blickfang am Waschtisch ist die seitenbediente

HANSADESIGNO STYLE, die als optisches Statement

und die seitliche Bedienung gleich mehrere Vorteile

bietet: Zum einen bleibt die Chromoberfläche vor dem

Tropfwasser der Hände weitgehend geschützt. Das

hält sie lange sauber und hygienisch. Zum anderen

ergibt sich mehr Komfort unter der Armatur.

Die freistehende Wanne erhielt mit der

HANSADESIGNO eine ebenso attraktive Begleitung.

So ergibt sich ein zeitgemäß frisches und einheitliches

Armaturenbild.

Die Handbrause HANSAACTIVEJET STYLE folgt dem

aktuellen Wohlfühltrend. In modernem softedge-Design

gestaltet, liefert sie ein intuitives Verwöhnprogramm.

Auf Knopfruck lassen sich drei verschiedene

Erlebnismodi einstellen: das Strahlbild INTENSE für

den Duschalltag, das weiche SENSITIVE SPRAY für

Entspannung oder das härtere PULSE SPRAY für eine

gezielte Massagebehandlung. Für eine leichte und

unkomplizierte Reinigung sorgt die Anti-Kalk Technik.

So ist die Handbrause immer hygienisch sauber

und die Gäste fühlen sich rundum wohl.

Perfekt kombiniert wurde die HANSAACTIVEJET

STYLE Handbrause im Wandstangen-Set mit dem

HANSALIVING Thermostat.

HANSA AUSTRIA GmbH

T +43 (0)662 433 100-0

office@hansa.at

www.hansa.com


www.architektur-online.com

Heiz- und Kühldecke

mit Klick

Für ganzjährig angenehme Temperaturen bietet

Uponor mit Thermatop M jetzt eine besonders einfach

zu installierende Heiz- und Kühldecke.

Das wasserbasierte Heiz- und Kühldeckensystem arbeitet

überwiegend nach dem Strahlungsprinzip und

zeichnet sich durch vielfältige Anwendungs- und

Gestaltungsmöglichkeiten aus. Die vorgefertigten

Heiz- und Kühlelemente aus dem diffusionsdichten

MLCP Mehrschichtverbundrohr sind besonders einfach

zu montieren, denn sie werden einfach ohne

zusätzliches Werkzeug in eine herkömmliche Deckenunterkonstruktion

eingeklickt. Die Beplankung

wird danach vom Trockenbauer komplett in Eigenregie

ausgeführt, womit auch eine vollständige Gewerketrennung

gewährleistet ist. Speziell geformte

Befestigungsschienen sorgen für einen sehr guten

Kontakt der Rohre mit der Gipskarton-Thermoplatte

und ermöglichen so hohe Leistungswerte. In Verbindung

mit der einfachen Planung und Auslegung

können so architektonisch ansprechende, fugen- und

richtungslose Heiz- und Kühldecken in einem breiten

Objektspektrum vom Einfamilienhaus bis hin zu

großen Gewerbebauten umgesetzt werden. Uponor

Thermatop M sorgt dabei nicht nur für ein ganzjährig

angenehmes Raumklima, sondern auch für eine gute

Raumakustik. Beleuchtungselemente und weitere

Bauteile, wie Lautsprecher, Sprinkler etc., können

problemlos in die Decke integriert werden.

Uponor Vertriebs GmbH

T +43 (0)2236 23003-0

info.at@uponor.com

www.uponor.at

www.uponor.at/thermatop-m

95

Produkt News

EXOS. Systemlinie

Mineralgußwaschtische mit perfekt

abgestimmten Accessoires mit Edelstahlkorpus

und wahlweise schwarzer oder weißer

Sicherheitsglasfront. Hier kombiniert mit

innovativen F5L-Mix Einhebelmischer als

Wasch- und Duscharmatur.

Entdecken Sie unsere Neuheiten auf

www.franke.at


architektur FACHMAGAZIN

96

Produkt News

Faszinierendes Wassererlebnis

Puristisches Design kombiniert mit High-End-Technologie und innovativen Features

– so präsentiert die Marke AXOR ihre neuen Kopfbrausen. Mit jeweils sechs

runden und eckigen Varianten ermöglicht das Sortiment die Umsetzung kompletter

AXOR Bäder bis in die Dusche.


www.architektur-online.com

Das klare, puristische Design mit innovativen Features

entstand in Zusammenarbeit mit Phoenix Design

aus Stuttgart: Das Quadrat oder der Kreis als prägende

Formen – von der Kopfbrause über den Brausearm

bis hin zu den passenden Thermostatmodulen. Stilbildend

sind dabei die fein geschliffenen und polierten

Kanten der hochwertigen Metallplatte – höchste Fertigungskunst,

die in Kombination mit dynamischen

Strahldüsen das puristische Design unterstreichen.

Veredelt mit einer der 15 AXOR FinishPlus Oberflächen

erhalten die Produkte zusätzliche Strahlkraft.

High-End Technologie und Innovative Features

Gefertigt aus hochwertigem Metall führt die Strahlscheibe

der 2jet Varianten zwei revolutionäre Wasserstrahlarten:

der sanfte, großflächige PowderRain

(Durchfluss: 16-20L/Minute) und der neue Intense

PowderRain (Durchfluss: 15-18L/Minute), eine intensivere,

konzentrierte Variante der beliebten Strahlart.

Die Strahldüsen sind nur sichtbar, solange die Brause

in Funktion ist. Ist das Wasser abgeschaltet, fahren

sie zurück in die Strahlscheibe. Dadurch ist die

Metallplatte leicht zu reinigen: Mittels einem Bajonette-Anschluss

kann sie außerdem einfach abgenommen

und wieder montiert werden, z.B. für ein

Entkalkungsbad. Innovativ ist auch die integrierte

ServiceCard – per Knopfdruck kann sie entnommen

und der Brausefilter gereinigt werden.

97

Durch ihr Design, ihre Materialität und die Inszenierung

des Wassers verleihen die AXOR Showers dem

Duschraum etwas Makelloses.

Hansgrohe Handelsges.m.b.H.

T +43 (0)2236 62830

info@hansgrohe.at

www.hansgrohe.at

www.axor-design.com

Produkt News

DIE DESIGN-

V ELFALT

MADE IN AUSTRIA

Qualitätsprodukte der österreichischen

Traditionsmarke in vollendetem Design

Mehr Informationen finden Sie auf:

www.vogelundnoot.com/at/designvielfalt


architektur FACHMAGAZIN

98

Produkt News

Klassische Schönheit aus Österreich

„The New Classic“ heißt die neue Badkollektion von Laufen. Ihre anmutige Schönheit

verdankt sie Star-Designer Marcel Wanders, der hier klassische Formen mit Saphir-

Keramik neu interpretiert hat. Das besondere Flair der Kollektion ist der Kreativität

des Designers in Kombination mit der meisterhaften Beherrschung des Materials

durch Laufen zu verdanken und kommt in jedem einzelnen Stück zum Ausdruck.

Laufen ist das einzige Unternehmen, das in Österreich

Sanitärkeramik erzeugt. An den zwei

Produktionsstandorten – im niederösterreichischen

Wilhelmsburg und im oberösterreichischen

Gmunden – entsteht eine Keramik fürs

Bad, die für ihre Qualität weit über die Grenzen

hinweg bekannt ist. Die Kollektion „The New

Classic“ wird beispielsweise ausschließlich am

Produktionsstandort in Gmunden hergestellt.

Revolution in der Formensprache

Eine besondere Spezialität von Laufen ist es, die

Grenzen des Werkstoffes Keramik auszuloten

und so auch technisch besonders anspruchsvolle

Entwürfe umzusetzen. Vor allem mit dem

neu entwickelten Material SaphirKeramik gelang

Laufen eine bahnbrechende Weiterentwicklung.

Das Material bringt den traditionellen

Werkstoff Keramik in völlig neue Formen.

Hauchdünne und doch robuste, starke Wandungen,

sowie eng definierte Radien sind mit dem

neuen Werkstoff möglich.

Mit dem Design von „The New Classic“ hat Laufen

den niederländischen Designer Marcel Wanders

beauftragt, der sich mit seinem extravaganten

Stil und seinem innovativen Umgang mit Material

und Technologie weltweit einen exzellenten Ruf

erarbeitet hat. Die idealen Voraussetzungen, um

mit SaphirKeramik eine neue Formensprache für

die Badgestaltung zu definieren. Weiche, lässig

geschwungene und feminin anmutende Kurven

erinnern an sich öffnende Blütenkelche und kontrastieren

mit bewusst kantig ausgestalteten Elementen

als männlichem Konterpart. Dank dieses

Spannungsbogens entfaltet „The New Classic“

eine ikonenhafte Präsenz, die in dieser Form

noch nie mit Badkeramik realisiert wurde.

Zu „The New Classic“ gehören Waschtische und

Waschtisch-Schalen, WCs, Bidet, Badewanne,

Armaturen, Spiegel und Accessoires sowie Möbel.

Die charakterstarke Kollektion wurde für ihre

sinnliche Verbindung von Ästhetik und Funktion

mit dem iF Design Award 2019 ausgezeichnet.

LAUFEN Austria AG

T +43 (0)2746 6060-0

office.wi@at.laufen.com

www.laufen.co.at


www.architektur-online.com

Ein Stück Natur

im Bad

Oberflächen aus echtem Heu und wunderbar

duftenden Heublumen aus den Tiroler Bergen

bietet das Systemkonzept Riva aus der

österreichischen Industrie-Manufaktur Conform

Badmöbel mit der Kollektion Hayland.

Die in Breite und Tiefe individuell planbare

Waschtischplatte der Serie Riva, die in

sechzehn Dekoren sowie in drei natürlichen

Keramikoberflächen gefertigt und nach individuellen

Wünschen mit verschiedensten

Waschbecken, Aufsatzkeramiken, Unterschränken,

Bords, Spiegeln und Spiegelschränken

(zur Wahl stehen auch sehr robuste

Metallspiegelschränke!) kombiniert

werden kann, bietet schier unbegrenzte

Möglichkeiten für individuelle Waschplatz-Lösungen.

Hundertprozentige Natürlichkeit und erstklassige

ökologische Werte bis ins kleinste

Detail garantiert die Oberfläche Hayland.

Die Innovation ist das Ergebnis einer langjährigen

Forschungs- und Entwicklungsarbeit.

Frisches Heu und getrocknete Heu-

99

blumen werden mit zu 100% abbaubaren

biologischen Bindestoffen auf ein spezielles

Trägermaterial aufgetragen und als einzigartige

Naturdekore händisch auf die Conform-Oberflächen

appliziert. Ganz ohne Zugabe

von Aromen oder Duftstoffen entsteht

ein langanhaltendes, olfaktorisches Erlebnis

von blühenden Bergwiesen. Gleichzeitig

sind die Oberflächen der Haylander ausgesprochen

robust und für die Herausforderungen

des Badalltags gerüstet.

CONform Badmöbel GmbH

T +43 (0)5412 63493

office@conformbad.at

www.conformbad.at

www.conform-partnersystem.com

Produkt News

Bau auf Uponor

mit Thermatop M*

Das fugenlose Gipskarton Heiz-/Kühldeckensystem

für besondere architektonische Ansprüche

Schnelle Montage, flexible

Installation dank einfacher

Klickmontage

Hohe Heiz- und Kühlleistungen,

große thermisch aktive

Rohroberfläche,

hohe Schallabsorptionsgrade

Klare Gewerketrennung zwischen

Trockenbau und Haustechnik

* Der neue Name für Uponor Varicool Eco S

www.uponor.at


architektur FACHMAGAZIN

100

Produkt News

Foto: Repabad / Rita Pauchard

Im Bann verschiedener Kulturen

Die Vielfalt an kulturellen Eindrücken, die der Bauherr über viele Jahre auf Reisen

sammelte, prägen das Badezimmer hoch über den Dächern von Chur, Schweiz.

Aus dieser Lebenserfahrung hat die Innenarchitektin

Nedrete Mehmedi einen Mix aus verschiedenen Stilen

und Materialien kreiert, der sich durch die komplette

Wohnung zieht. Die Farben der Decke und des

Eichenparketts harmonieren mit dem blauen brasilianischen

Quarzit „Azul Macaubas“. Ins Auge fallen sofort

die runden Gemälde „moorish bath“ des französischen

Künstlers Jean Gérôme, die die Wände zieren.

Besonders das Badezimmer spiegelt diesen gekonnten

Materialmix wider. Das Herzstück im Bad

bildet das Dampfbad von Repabad, das mit seiner

externen Dampftechnik, der Aromatherapie, dem

Farblicht-System und den kupferbeschichteten Beschlägen

keine Wünsche offen lässt. Ein Unikat, das

in dieser Ausführung und Gestaltung nur einmal genau

in diesem Badezimmer vorkommt. Repabad ist

Wunsch-Erfüller, folgt aktuellen Trends nach Individualität

und Einzigartigkeit in der Badgestaltung.

repaBAD GmbH

T +43 (0)800 29 35 18

info@repabad.com

www.repabad.com


www.architektur-online.com

101

Produkt News

TECTUS® Glas

Ganzheitliches

Beschlagsystem für

Ganzglastüren

Refugium des guten Geschmacks

Dank Spitzenkoch Andreas Caminada wurde Schloss Schauenstein im Schweizer Örtchen

Fürstenau zu einer gastronomischen Topadresse. Namensvetter und Architekt Gion A. Caminada

erweiterte das Schlossensemble nun um ein Gasthaus, in dem Sanitärtechnik und

Badezimmerdesign von Geberit eine feste Größe sind.

„Das kommt von hier“ gilt für die Architektur der Casa genauso wie für das Essen. Mit

dem Architekten Caminada wurde ein ausgewiesener Kenner der Bündner Baukultur mit

dem Projekt beauftragt. Als Ausgangspunkt dienten ihm zwei Ställe. Deren verwitterte

Dachbalken, aber auch die Zwischenböden sind im neuen Gebäude wiederzuerkennen.

Dass von den zehn Gästezimmern in der Casa Caminada keines wie das andere ist, hat

damit zu tun, dass das Festhalten an der ursprünglichen Kubatur der Ställe zu allerlei

spannenden konstruktiven Unregelmäßigkeiten geführt hat. So vielfältig die Zimmer aufgrund

dieses Vorgehens auch sind, so einheitlich hochwertig sind die Badezimmer ausgestattet.

Alle sind mit dem Besten bestückt, was die Sanitärbranche zu bieten hat. Dazu

gehören das Dusch-WC AquaClean Mera, die Duschfläche Setaplano und die Keramiken

der Badserien Acanto und Xeno² – allesamt aus dem Hause Geberit, das bewährte Funktionalität

und herausragendes Design verbindet.

Geberit Vertriebs GmbH & Co KG

T +43 (0)2742 401 0

sales.at@geberit.com

www.geberit.at

www.geberit-aquaclean.at

Ihr Kontakt

Alexander Moser

+43 664 / 167 2514

www.tectus-glas.de


architektur FACHMAGAZIN

102

Produkt News

Ganzheitliche Qualität

im Designhotel

Nicht nur die reisefreundliche Lage am Münchner Hauptbahnhof macht das Le

Méridien Hotel zur ersten Wahl für Besucher der Bayerischen Landeshauptstadt.

Das Hotel verfügt über großzügige, helle Zimmer, bietet entspannte Wohlfühlatmosphäre

und durchdachtes, modernes Design, das die Bedürfnisse der Gäste in den

Mittelpunkt stellt. Auf dieser Basis entschied man sich bei der Renovierung der

über 300 Bäder nun für komplette Ausstattungen vom Badspezialisten KEUCO und

ein stimmiges Interiorkonzept.

Viel Ablagefläche und eine reinigungsfreundliche

Oberfläche bietet das maßgefertigte KEUCO Waschtischboard

mit trüffelfarbigem Glas. Die EDITION

400 Zweigriff-Armaturen wirken mit ihrem schlanken

Äußeren wie Skulpturen, die über die Keramikwaschtische

ragen. Der passende Lichtspiegel, der sich

über den kompletten Waschplatz erstreckt, erhellt

den Raum durch die durchgängige LED-Beleuchtung.

Für den genaueren Blick bietet der beleuchtete

iLook_move LED-Kosmetikspiegel eine fünffache

Vergrößerung und der flexible Schwenkarm lässt jegliche

gewünschte Position des Spiegels zu.

Geradlinig angeordnet und zur Symmetrie des Raumes

passend finden sich KEUCO Accessoires rund um

das WC. Unter der Abdeckung hält der Toilettenpapierhalter

der COLLECTION MOLL das Papier bereit.

Die passende verchromte Bürstengarnitur, mit leicht

zu entnehmendem Einsatz, ist äußerst pflegeleicht.

In den Duschen erwarten die Gäste minimalistischen

IXMO Armaturen und Kombinationen mit Kopf- und

Handbrause, oder die innovative Duscharmatur

IXMO-solo, die in nur einem Modul Einhebelmischer

und Schlauchanschluss vereint. IXMO von KEUCO

kombiniert nach dem Credo „weniger kann mehr“

mehrere Funktionen auf kleinstem Raum mit einem

designstarken Look.

KEUCO GMBH

T +43 (0)662 45 40 56 0

office@keuco.at

www.keuco.com


www.architektur-online.com

103

Produkt News

INFRAROT

FÜR DUSCHE & DAMPFBAD

Design-Vielfalt made in Austria

In jedem VOGEL &NOOT Designheizkörper

steckt österreichisches Know-how.

Das Werk in Kapfenberg/Diemlach ist

nämlich nicht nur auf effiziente Konvektoren

und Heizwände spezialisiert, sondern

auch auf hochwertig designte Badund

Designheizkörper.

LOWA-VM macht Lust auf schöne Behaglichkeit

und bietet mit technischer Raffinesse

und edlem Design eine neue Form

ganzheitlicher Wellness im Sanitärbereich.

Dazu gehören etwa der besonders elegante

Mittenanschluss, die bautechnische

Flexibilität dank Links- sowie Rechtsausführung

und die designstarken Oberflächen.

Das Modell LOWA-VM LUX überzeugt

so etwa auch mit Handtuchhaltern

in offener oder geschlossener Bauweise.

Und der LOWA-VM SPA sorgen plane

Oberflächen mit großer Farbauswahl für

eine gelungene Raumgestaltung.

FATALA NEU, die Weiterentwicklung des

ursprünglichen Erfolgsmodells, verbindet

edlen Minimalismus mit maximaler Funktionalität,

mit Anschlussmöglichkeiten

rechts oder links und optional auch mit

E-Heizelement ausstattbar.

Anspruchsvolle Designfans beeindruckt

der Elektroheizkörper NEWA eLINE mit

seiner glatten, puristische Oberfläche und

der modernen, smarten und schlanken

Ausführung. Die selbstregelnde PTC-Heizfolie

ermöglicht eine schnelle gleichmäßige

Erwärmung. Weiters überzeugt er

durch niedrige Tiefe und Mittenanschluss

sowie durch ein breites, aufpreisloses

Farbspektrum bei Rahmen, Frontplatten

und offenem Handtuchhalter.

VOGEL&NOOT Austria

T +43 (0)3858 601-0

info@vogelundnoot.com

www.vogelundnoot.com/at/

Heilsame Tiefenwärme fürs Bad zu

Hause. Die Infrarotpaneele machen

aus jeder Dusche eine wohltuende

Wellness-Zone. Infrarot sorgt in Dusche

oder Dampfbad für eine angenehme,

gesundheitsfördernde Wir kung, auch

im kleinen Bad. Der geringe Platzbedarf

bietet eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten.

Platz nehmen

und bewusst entspannen!

www.repabad.com


architektur FACHMAGAZIN

104

Produkt News

Wohlfühlen im Schulalltag

Als markantes Gebäude-Ensemble mit klaren Konturen, gefasst in warme Holzoptik,

großzügig und offen angelegt, mit freiem Blick auf die eindrucksvolle Kulisse

der alpinen Gebirgslandschaft – so präsentiert sich die Staatliche Realschule der

oberbayerischen Gemeinde Murnau am Staffelsee. Die Bildungseinrichtung für

rund 650 Jugendliche wurde bis Ende 2016 in zwei Bauabschnitten erweitert.

Sanitärseitig begleitete Franke die bauliche Expansion.

Franke lieferte dabei nicht nur Ausstattungselemente,

die für eine extreme Beanspruchung während des

Schulbetriebs optimal ausgelegt sind und den hohen

Hygienestandards von öffentlich geführten Gebäuden

in bestmöglicher Weise entsprechen, sondern realisierte

zugleich eine adäquate Sanitärlösung für die

Unterrichtsräume und die neu errichtete Sporthalle,

die in Materialwertigkeit und Ausführungsoptik mit

der visuellen Gesamtcharakteristik des modernen

Gebäude-Komplexes übereinstimmen.

Bei der Planung von Sanitärkonzepten steht in erster

Linie die sichere und praktikable Nutzung im Fokus

sowie die Einhaltung der Verkehrssicherungspflicht

und wirtschaftliche und zunehmend auch ökologische

Aspekte, erläutert Armin Stoll, projektverantwortlicher

Architekt des Büros Harter & Kanzler in

Freiburg: „Designspezifische Überlegungen rücken

meist in den Hintergrund. Dabei zeigt das Schulprojekt

Murnau sehr anschaulich, welch nachhaltige Wirkung

durch eine gut abgestimmte Komponentenwahl

erzielt werden kann: Aus der gelungenen Kombination

von Gebäudearchitektur und Innenraumausstattung

entsteht eine Wohlfühlatmosphäre, die für alle

Nutzer ein Gewinn ist.“

Entsprechend den sachlich-geradlinigen Bauelementen,

der Helligkeit und Transparenz in den Innenräumen

wurde die im zweiten Bauabschnitt realisierte

Sporthalle mit Oberlichtfeldern und großflächigen

Verglasung ausgeführt, die auch die klar strukturierten

Dusch- und Umkleideräume mit natürlichem

Licht versorgen. Die Ausstattung ist modern puristisch

und bietet mit insgesamt 14 Duschplätzen

hohe Nutzungskapazitäten. Das von Franke zusam-

mengestellte Sanitär-Inventar entspricht hier einem

hochwertig und optisch optimal integrierten All-inone-Portfolio

– vom Waschtisch (mit elektronischer

Armatur), über die Duscharmatur bis hin zum Papierhandtuch-

und Seifenspender. Hinter der stringenten

Optik verbirgt sich intelligente Funktionalität

mit maximaler Relevanz für die Trinkwasserhygiene.

Materialwahl, Konstruktionsart und die automatisierte

Wasserabgabe-Regelung über das Trinkwassermanagementsystem

„Aqua 3000 open“ bilden im

Verbund ein effektives Sicherungssystem für einen

hygienekonformen Installationsbetrieb. Mit der Umsetzung

eines neuen nutzungsgerecht ausgelegten

Leitungsnetzes hatten die Planer hierfür bereits

günstige Voraussetzungen geschaffen.

Franke GmbH

T +43 (0)5574 67350

ws-info.at@franke.com

www.franke.at


www.architektur-online.com

Produkt News

++

Smart und sicher

rund ums Jahr

Die Österreicherinnen und Österreicher fühlen sich sicher, bestätigt

eine Umfrage des BMI. Dieses Sicherheitsgefühl wird

von vielen Faktoren beeinflusst, unter anderem durch Maßnahmen

zum Schutz des Eigenheims, wie etwa durch moderne

Rollläden des oberösterreichischen Sonnenschutz-Spezialisten

VALETTA.

Automatisierte Rollläden erwecken nämlich auch während der

Abwesenheit der Bewohner den Eindruck, als wäre jemand

zuhause und beugen so Einbruchversuchen vor. Und Spontaneinbrecher

werden von der Schlag- und Stoßfestigkeit

der VALETTA Sicherheitsrollläden überrascht sein. Sie halten

einem Hochschiebedruck von mehr als 100 kg stand, und

schützen dank der höchsten Windwiderstandsklasse auch vor

Unwettern. Die Steuerung der Rollläden ist leicht und intuitiv.

Der nahezu geräuschlose Motor ist dabei als Funkvariante

oder als drahtgebundener Komfortmotor erhältlich.

Sicherheit und Transparenz kombiniert der VALETTA Tageslichtrollladen.

Im Winter kann die tiefstehende Sonne zur

Raumerwärmung hereingelassen werden, was Energiekosten

spart. Stören aber die Sonnenstrahlen, können die Lamellen

jederzeit zusammengefahren werden. Noch bessere Ergebnisse

erzielt die Kombination mit dem VALETTA ISO ROLLRAFF

Sturzkasten, der vom ift Rosenheim geprüft und mit einem

Kasten-Wärmedurchgangswert Usb 0,30 und dem Temperaturfaktor

fRsi 0,75 bewertet wurde.

VALETTA Sonnenschutztechnik GmbH

T +43 (0)732 38 80-0

office@valetta.at

www.valetta.at

sicher geSTAHLtet

Brandschutztüren und -verglasungen EI30 aus Stahl

• schlanke Ansichten für maximale Transparenz

• auch mit Einbruchhemmung und Antipanikfunktion

• barrierefrei und optional mit Fingerschutz

• System: forster fuego light

www.forster-profile.ch


architektur FACHMAGAZIN

106

Produkt News

Kunst ohne Schwellenangst

Eine moderne und offene Heimstätte für Institutionen der Bereiche Musik und Theater

ist das Haus der Musik Innsbruck, das die Architekten ARGE Strolz - Dietrich |

Untertrifaller im Auftrag der Innsbrucker Immobilien Gesellschaft realisierten. Die

vielfältigen Raumangebote auf den einzelnen Ebenen sind durch repräsentative

Stiegenaufgänge und schwellen- bzw. barrierefrei durch KONE Aufzüge verbunden.

Fotos: Günther Egger

Nach dreijähriger Bauzeit sind nun insgesamt zehn

Institutionen direkt im Herzen der Innsbrucker Altstadt

unter einem gemeinsamen Dach vereint. Die

Zusammenlegung von Musikpflege und Schauspiel

soll eine lebendige Zusammenarbeit und vielfache

Synergieeffekte zwischen den unterschiedlichen

Bereichen unterstützen. Gleichzeitig dient der neue

Veranstaltungsort als Sitz von Verbänden und als

Dependance des Mozarteums. Durch die gemeinsame

Nutzung durch unterschiedliche Zielgruppen

soll auch einer allgemeinen Schwellenangst in Bezug

auf Kunst oder Kunstrichtungen begegnet werden.

Kunstschaffende und Kulturträger, Auszubildende

und kunstinteressierte Besucher treffen hier aufeinander,

begegnen sich in Foyer, Bibliothek und Restaurant,

in den Veranstaltungssälen, Gängen, Fluren

und nicht zuletzt auch in den vertikalen Verkehrswegen

des Hauses.

Für den Aufzugspezialisten KONE bedeutete dies,

sowohl dem hohen Designanspruch des Kulturquartiers

gerecht zu werden als auch dem Kundenwunsch

nachzukommen, für die unterschiedlichen Nutzer

und Besucher ein extern bezogenes Informationssystem

direkt in der Kabine umzusetzen. In enger Abstimmung

mit den Architekten wurden die Schachttüren

in die jeweilige Umgebung eingebunden. Auch

in die Fassade (teilweise aus Keramik) konnten die

Aufzugs türen stimmig integriert werden. Für die Einbindung

von Informationsbildschirmen eines Drittanbieters

wurden alle technischen Voraussetzungen

geschaffen, was eine genaue Planung in enger Abstimmung

mit der Haustechnik erforderte.

Realisiert wurden zwei KONE MonoSpace 700 in 2er

Gruppe, ein KONE MonoSpace 700 als Verbindungsaufzug

zwischen Landestheater und Haus der Musik,

ein KONE MonoSpace 500 und ein KONE TranSys

Lastenaufzug mit einer Traglast von 3.500 kg. Auch

das Schachtentrauchungssystem KONE IntelliVent

wurde zweimal implementiert. Sämtliche Aufzugsanlagen

werden durch die KONE Care Aufzugswartung

auch über die Inbetriebnahme hinaus weiterbetreut.

KONE AG

T +43 (0)1 863 67-0

office.at@kone.com

www.kone.at


www.architektur-online.com

107

kneer-suedfenster.de

Produkt News

Schiebetüren

thermisch getrennt

Die Fassade und der Eingangsbereich bestimmen die Ästhetik

eines Gebäudes und kommunizieren seine Identität. Glasfassaden

vermitteln Offenheit und Transparenz. Gleichzeitig

bergen Glasfassaden und Automatiktüren aus Glas ein hohes

Energieeinsparungspotential.

Kreativ, flexibel und agil, entwickelt GEZE thermisch getrennte

Gesamt-Türsysteme mit ein- oder zweiteiligen Oberlichtern

inklusive Seitenfassadenteilen. So kann das Tageslicht maximal

genutzt werden und es entsteht einladende Transparenz.

Der Wärmedurchgangskoeffizient der kompletten Schiebetüranlage

aus Glas ist zudem bedeutend kleiner als mit

herkömmlichen Profilen. Eine durchgehende Bodenführung

mit Entwässerung reduziert die Luftundurchlässigkeit zusätzlich.

Mit einem Doppelrollenwagen als Option können bis zu

140 Kilogramm schwere Türflügel – etwa mit Mehrfach-Isoliergläsern

– realisiert werden. Der Antrieb ist nur noch 100

Millimeter hoch und das Türdesign darum noch dezenter. Eine

verstärkte Laufschiene sorgt für leichten, leisen und ruhigen

Lauf und schont schwere Türflügel. Mit dem Gebäudeautomationssystem

GEZE Cockpit lassen sich die Schiebetüren

zudem in Gewerke übergreifende Vernetzungslösungen mit

BACnet integrieren und können zentral bedient werden. GEZE

begleitet seine Partner dabei durch den kompletten Objektlebenszyklus,

angefangen bei der Planung – auch mit BIM.

Exklusive neue Haustüren

aus Holz und Aluminium-Holz

· Solide Handwerkskunst

· Modernste Technik

· Authentische Oberflächen

· Einzigartiger Charakter

· Individuelle Griff-Lösungen

· Integrierte Beleuchtung

Jede Haustür ist ein

unverwechselbares

Unikat!

GEZE Austria GmbH

T +43 (0) 6225 87180

austria.at@geze.com

www.geze.at

SÜD-FENSTERWERK GmbH & Co. Betriebs-KG · Rothenburger Str. 39 · D-91625 Schnelldorf

Tel. +49 (0)79 50/81-0 · info@suedfenster.de


architektur FACHMAGAZIN

108

Produkt News

Attraktive Arbeitsbedingungen

Zur Unternehmensgruppe Terhalle Holzbau in Ahaus gehören die vier Geschäftsbereiche

Holz-, Objekt- und Innenausbau sowie Fenster und Fassaden. Um die

Produktionsabläufe und den Vorfertigungsgrad durch eine neue Fertigungsstraße

noch effektiver gestalten zu können, wurde nach Plänen der ortsansässigen Architektin

Dipl. Ing. Ingrid Welberg eine Produktionshalle mit einem 3-geschossigen

Bürotrakt und einem Zentrallager neu errichtet. Bei der Bandtechnik setzte der

Bauherr auf die Bandtechnik TECTUS Glas von SIMONSWERK.

Bei der Fassade des farbstarken Kubus mit

dem Lager- und dem Bürotrakt neben der

länglichen Produktionshalle in dunklem

Grün setzten die Verantwortlichen auf die

warmen und erdigen Farbtöne Ocker und

Bronze. Bei der Innenarchitektur lag der

Schwerpunkt auf einem natürlichen Raumgefühl,

jeder Menge Offenheit und Transparenz

sowie auf spannenden Materialkontrasten.

Die Brettsperrholzdecken aus

naturbelassenen Hölzern wie Fichte und

Tanne lassen dabei die großen Glaselemente

und die Glastüren im Inneren noch besser

zur Geltung kommen.

Durch den Einsatz der verdeckt liegenden

Bandtechnik TECTUS Glas an den

Ganzglas türen wird das Zusammenspiel

noch intensiver, da die filigrane Bandtechnik

und die Großzügigkeit der Glasflächen

den Räumen viel Transparenz und Offenheit

verleihen.

Mit dem Beschlagsystem TECTUS Glas hat

SIMONSWERK eine ästhetische und funktionale

Lösung für den flächenbündigen

Einbau von Ganzglastüren entwickelt. Erstmalig

liegen Ganzglastür, Zarge sowie Bandund

Schließsystem flächenbündig in einer

Ebene und bilden die Basis für minimalistisches

Design in Kombination mit höchster

Transparenz: Die Beschlaglösung besteht

aus dem komplett verdeckt liegenden Bandsystem

TECTUS Glas, einer kontaktlosen,

magnetischen Schließung sowie optisch

abgestimmten Griffvarianten und überzeugt

nicht nur ästhetisch, sondern auch technisch

durch abgesicherte Belastungswerte

bis zu 80 kg. Das entspricht einer Glastür

von ca. 10 x 1000 x 2700 mm – unter Verwendung

von Einscheibensicherheitsglas

(ESG) in 8 mm oder 10 mm Stärke. Damit

sind filigranes Design und hohe Belastbarkeit

kein Widerspruch mehr.

Neben der Modellausführung TECTUS

Glas, die für alle Bürotüren genutzt wurde,

kamen bei diesem Projekt auch verdeckt

liegende TECTUS Bänder für die Brandschutztüren

sowie das universelle Bandsystem

VARIANT für Objekttüren im Gebäudeneubau

zum Einsatz.

SIMONSWERK GmbH

T +49 (0)5242 413-0

info@simonswerk.de

www.simonswerk.com


www.architektur-online.com

109

Produkt News

Herstellergarantie auch

für Qualitätsmontage

Ob hochwertige Fenster, Haus- oder Innentüren Ganzglas-Systeme,

Naturholzböden, Sonnenschutzlösungen

oder ein smarter Produktmix – der Anspruch vom Premiumproduzenten

Josko ist, dass seine Kunden rundum zufrieden

sind.

Mit der neuen, kostenlosen Herstellergarantie für Qualitätsmontage

garantiert der heimische Vorzeigebetrieb nun

als erster und einziger international agierender Markenhersteller

freiwillig, dass seine Produkte auch sicher und

professionell montiert werden. Wer den Einbau der Josko

Qualitätsprodukte durch einen offiziellen Qualitätsmontagepartner

erledigen lässt, profitiert automatisch von dem

neuen kostenlosen Rundum-Schutz. Tritt ein Mangel auf,

begleiten die Josko Experten die Kunden durch den gesamten

Behebungsprozess. Dieses Sicherheitsnetz bietet

nur das Zufriedenheitsversprechen von Joskomplett.

Josko Fenster & Türen GmbH

T +43 (0)7763 2241-0

office@josko.at

www.josko.at

Führend in Lüftungs- und Brandschutzsystemen

Eine Symbiose von höchster Lebensqualität bei lebendiger Architektur

Universität Birmingham

www.trox.at

Fotocredit: Image courtesy of the University of Birmingham


architektur FACHMAGAZIN

110

Produkt News

Moderne Lernorte

Neue pädagogische Konzepte erfordern ebenso wie der Ganztagsbetrieb eine

veränderte Schularchitektur. Die neue Middle School in Wiesbaden, erbaut nach

dem „21st Century School Concept“, ist ein aktuelles Beispiel für differenzierte

Lernlandschaften statt starrer Trennung in Flure und Klassenräume. Mit den

mobilen Trennwandsystemen Variflex und Variflex Glas von Dorma Hüppe lassen

sich dort Räume schnell und flexibel differenzierten Lernformen anpassen.

Als Zentrum der Schule dient ein multifunktionales

Begegnungszentrum, das flexibel teilbar als Foyer,

als Aula, für Veranstaltungen und zur Kommunikation

nutzbar ist. Die Klassenräume sind für unterschiedliche

Lerngruppen teilbar oder können für die gemeinsame

Nutzung miteinander verbunden werden. Sie

lassen sich auch zum Flur hin öffnen, um diesen bei

Bedarf mit einzubeziehen.

Die intelligent konzipierten Trennwandsysteme

ermöglichen dabei die schnelle, komfortable Anpassung

an die raumtechnischen Anforderungen.

Glaselemente, die eine helle, freundliche Lernatmosphäre

mit einer großzügigen Offenheit schaffen,

lassen sich problemlos mit blickdichten Elementen

kombinieren. Mit einem Schalldämmmaß von bis zu

Rw 52 dB mit Glas- und Rw 59 dB mit blickdichten

Elementen verhindern sie effizient, dass störende

Geräusche von einem in den anderen Raumbereich

dringen. Mit optional integrierbaren Akustikpaneelen

lassen sich Nachhallzeiten wirkungsvoll reduzieren.

Die Trennwandelemente werden platzsparend auf

kleinem Raum geparkt. Durch ihr niedriges Flächengewicht

sind sie leicht zu handhaben. Die vollautomatische

Steuerung ComfortDrive bietet ein

Höchstmaß an Bediensicherheit und -komfort. Sie ist

individuell programmierbar und überzeugt mit einer

hohen Auf- und Abbaugeschwindigkeit.

Hochwertige, robuste Oberflächen aus vielfältigen

Materialien bieten funktionale Lösungen für den

Schulalltag. So lassen sich beschreibbare und magnethaftende

Oberflächen ebenso wie Akustikoberflächen

optional in die Trennwand integrieren.

DORMA Hüppe Austria GmbH

T +43 (0)732 600-451

office@dorma-hueppe.at

www.dorma-hueppe.at


www.architektur-online.com

111

Produkt News

Hochselektiv, niedrigste Reflexion

Mit dem neuen „Stopray Ultra-70 on Clearvision“

hat AGC Interpane ein Produkt entwickelt,

das die strahlungsphysikalischen

Machbarkeiten beim Sonnenschutz nach

oben verschiebt. Mit einer Selektivität von

2,12 übertrifft es herkömmliche Produkte

und verfügt zudem über eine extrem niedrige

äußere und innere Reflexion. Das Produkt

ist besonders farbneutral (Ra,D = 95), lässt

ein Maximum an Tageslicht in den Raum (TL

= 70 Prozent) und senkt mit einem g-Wert

von nur 33 Prozent sehr effektiv die Klima-

last hinter Glasfassaden. Die Lichtreflexion

nach innen beträgt niedrige 11 Prozent, nach

außen reflektiert es sogar nur 10 Prozent

des Lichts. Die genannten Werte gelten im

Zweifach-Aufbau, das Produkt ist aber auch

als 3fach-Isolierglas verfügbar.

Auch bei der Weiterverarbeitung ist das

neue Sonnenschutzglas sehr flexibel: Es

ist verfügbar in Standard-Bandmaßen, aber

auch in Festmaßen bis zu 3,21 x 18 Meter

(auf Anfrage) – also ideal für das Verlangen

der gehobenen Architektur nach

„oversized“ Glas geeignet. AGC Interpane

bietet darüber hinaus weitere Veredelungsschritte

an, zum Beispiel die Kombination

mit keramischem Siebdruck oder ipachrome-Teilbeschichtungen

unter der Schicht.

INTERPANE GLAS INDUSTRIE AG

T +49 (0)5273 809-0

info@interpane.com

www.interpane.com

DISCOVER THE HEARTBEAT OF THE FUTURE

INFINITE

ALUMINIUM

HYDRO CIRCAL

www.wicona.com/infinitealuminium-circal

Follow the new HEARTBEAT

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architektur FACHMAGAZIN

112

Produkt News

© Bertold Werkmann

Brandschutz im Wandel

Spätestens mit dem Brand von Notre-Dame in Paris ist Brandschutz auch hierzulande

wieder in den Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit gerückt. Dabei geht es

– auch in weniger prominenten Gebäuden – im Wesentlichen um die sichere Abschottung

von Feuerherden, eine effektive Entrauchung und Fluchtwege, die auch

für Personen mit eingeschränkter Mobilität geeignet sind.

„Baulicher, technischer, organisatorischer

und vorbeugender Brandschutz unterliegt

einem stetigen Wandel. Dies gilt sowohl

hinsichtlich anzuwendender Normen, Prüfpflichten,

möglicher Maßnahmen und technischer

Möglichkeiten sowie umzusetzende

Rechtsvorschriften“, erklärt Stefan Pfefferer,

MBA, in seiner Funktion als Leiter des

Business Unit Bautechnik TÜV AUSTRIA

Group in seinem Vorwort zum österreichischen

Brandschutzkatalog 2019.

In dem seit 1977 regelmäßig erscheinenden

Katalog werden daher nicht nur aktuelle

Themen wie „Brandschutz als Teil eines

umfassenden Gebäudeausweises“, „Brandschutz

im Holzbau“ oder „Brandschutztechnische

Anforderungen an Fassaden

mit Wärmeverbundsystemen“ behandelt,

sondern auch die neuesten Produkte und

Leistungen der in Österreich maßgeblichen

Anbieter vorgestellt. Hier stets auf dem Laufenden

zu bleiben, ist schließlich nicht nur

für Bauherren und Planer, sondern auch für

Hersteller essenziell. Dabei lassen sowohl

die den neuesten Normen entsprechenden

Lösungen aufhorchen als auch die eleganten

Designs, mit denen sich hochmoderne

Sicherheitstechnik formschön in ästhetische

Gesamtkonzepte einbinden lassen.

www.brandschutz.at

© ambrozinio


www.architektur-online.com

113

Produkt News

Sicher, schön, intelligent und schnell

Der Brandschutz-Spezialist Peneder setzt in Sachen Design neue Maßstäbe und

bringt zwei Innovationen auf den Markt, die funktionale Brandschutztüren zu einem

eleganten architektonischen Designelement machen.

Mit der neuen beidseitig flächenbündigen

Verglasung wird jede Brandschutztür zu

einer echten Attraktion. Der Glasausschnitt

kann rechteckig oder quadratisch gewählt

werden. Die maximale Größe beträgt

1000 mm x 2000 mm, die Mindestgröße

350 mm x 400 mm. Sonderformen wie z.B.

eine Raute sind auf Anfrage möglich. Der

Emaille-Streifen ist standardmäßig in RAL

9005 gehalten und 30 mm umlaufend. Die

Verglasung entspricht der Türblattstärke

von 62 mm. Ein Nachweis der Absturzsicherheit

bis Klasse 5 nach EN 13049 ist gegeben.

Die Ausführung als 1- oder 2-flügelige

Brandschutztür ist geprüft.

Designorientiert, sicher und kaum sichtbar

ist die neue Brandschutzschiebetür

PENEDERslide mit Antrieb für den Innenbereich:

Die 1-flügelige Mauerlichte beträgt

max. 1500 mm x 2800 mm, die 2-flügelige

Mauerlichte umfasst max. 3000 mm x

2800 mm. Die smarte Schiebetür ist mit

allen gängigen Antrieben ausführbar und in

Massivwand, Porenbeton, Leichtbauwand

(verstärkte Tragkonstruktion EI60 gemäß

EN 1363-01) sowie in bekleideter Stahlkonstruktion

(mind. R60) möglich. Seitenteil und

Oberlicht sind in Planung.

Ob Türen oder Tore, Peneder bietet Brandschutzlösungen

nach Maß in Bestzeit.

Das vielfältige Sortiment reicht von der

klassischen Drehflügeltür über Festverglasungen

bis zu übergroßen Schiebe-,

Schnelllaufschiebe- und Hubtoren. Kurze

Produktions- und Lieferzeiten machen die

Brandschutzkonstruktionen einzigartig.

Eine Vielzahl der Stahl-Produkte wird innerhalb

von sieben Werktagen österreichweit

geliefert. Bei Produkten aus Aluminium

und Glas liegen die Lieferzeiten bei

konkurrenzlosen vier Wochen.

Peneder Bau-Elemente GmbH

T +43 (0)50 5603 - 0

brandschutz@peneder.com

www.peneder.com

Pure Eleganz – beidseitig flächenbündige

Verglasung in hochwertiger Brandschutztür


architektur FACHMAGAZIN

114

Produkt News

Brandschutz mit Stil

Vor 30 Jahren erkannte Sturm, wer schöner wohnen, leben und arbeiten möchte,

will sich die Sicherheit des Brandschutzes nicht mehr durch unförmige Eisentüren

erkaufen. Mit der Lust am Auflösen von Zielkonflikten entstanden so die ersten

Brandschutztüren aus Holz, die letztlich auch die größten Zweifler in den Testlabors

überzeugen konnten.

Seither ist Sturm der Treiber einer Entwicklung, in

der die Abhängigkeit des Tür-Designs von der Brandschutztechnik

immer geringer wurde. Parallel dazu

erhöhte sich die Komplexität: Normen und Vorschriften

wurden verschärft und in den Architekturbüros

entstanden neue Nutzungs- und Designkonzepte,

die zusätzliche Anforderungen an Funktionselemente

stellen.

Die wilden grauen Urformen der Brandschutztüren

sind so zu High-End-Lösungen geworden, deren

Schutzfunktion der Nutzer nicht mehr wahrnimmt.

Sie werden mit individuellen Maßen, Ausführungen

und Oberflächen gefertigt, wobei die Sturm Referenzen

vom noblen Palais Coburg in Wien bis zu den

Green Buildings der neuen BORA Unternehmenszentrale

in Oberösterreich reichen.

Als weiteren Entwicklungsschritt ist das Unternehmen

dazu übergegangen, die Vielfalt der verfügbaren

Konstruktionen nach Einsatzbereichen und ihren

spezifischen Anforderungen zu gruppieren. So gibt

es heute ein Sturm Brandschutztüren-Portfolio u.a.

für Krankenhäuser und für Schulen, aber auch für

Wohnbau, Hotels und Bürogebäude. In Projekten ist

das der kurze Weg zu den benötigten Türen, denn

auch erforderliche Ausführungen wie abgerundete

Kanten oder stoßfeste Beschichtung sind bereits

vor ausgewählt. Unabhängig davon kann jedes Element

mit weiteren Funktionen wie Rauchschutz oder

Einbruchhemmung ausgestattet werden.

STURM GmbH

T +43 (0)6589 4215

office@funktionstueren.eu

www.funktionstueren.eu


www.architektur-online.com

115

Schwer brennbare

Vorhang- &

Möbelstoffe

Entwickelt für den Einsatz vom

Büro bis zum Health-Care-Bereich.

Produkt News

Perfekte Optik mit neuer

Beschlaggeneration

Modernes Design und innovative Technik zeigt

Kneer-Südfenster bei Kunststoff- und Aluminium-Kunststoff-Fenstern,

die mit neuen, eleganten

Beschlägen ausgestattet sind. Dank ihrer filigranen

Gestaltung fügen sich die Beschläge optimal in die

Fenster ein und sorgen für eine perfekte Optik. Die

Beschläge bieten aber auch mehr Sicherheit und

hohen Komfort: Sie erlauben höhere Traglasten und

ermöglichen so problemlos, große Fenster mit großzügigen

Glasflächen für zeitgemäßes Wohnen zu

realisieren. Auch Fenster im Großformat sind damit

leicht zu bedienen und auch eine Integration in die

Hausautomation ist auf Wunsch jederzeit möglich.

Gefertigt werden die Beschläge mit einer neuartigen

Korrosionsbeschichtung, die dauerhaften Schutz

und Sicherheit gewährleistet. Eine in der Bandseite

integrierte Spaltlüftung sorgt für optimierte Lüftungseigenschaften

und verbessert das Raumklima

und den Wohnkomfort.

www.sonnhaus.at

Schwer brennbare

Vorhang- & Möbelstoffe

– Zertifiziert permanent schwer

brennbare Vorhang- und

Storequalitäten

– Inhärente feuerhemmende

Möbelbezüge

- hohe Lichtechtheit und Farbbeständigkeit

- stark strapazierfähig und

äußerst pflegeleicht

- nach OEKO-TEX® Standard

100 sowie IMO zertifiziert

– Geeignet für Objekt- und

öffentlichen Bereich: Krankenhäuser,

Pflegeheime, öffentliche

Gebäude, Boote und

Yachten

Süd-Fensterwerk GmbH & Co. Betriebs KG

T +49 (0)7950 81 0

info@suedfenster.de

www.kneer-suedfenster.de

SONNHAUS GmbH

Ginzkeystraße 38 ∙ 4600 Wels ∙ www.sonnhaus.at

Tel: +43 7242 634-100 ∙ office@sonnhaus.at


architektur FACHMAGAZIN

116

Produkt News

Zuverlässiger Schutz vor Feuer

Innerhalb von wenigen Sekunden kann mit einem textilen Brandschutzvorhang

von Tortec auch eine große Öffnung geschlossen und somit ein Übergreifen eines

Feuers auf angrenzende Gebäudebereiche verhindert werden.

Der Tortec Brandschutzvorhang FlexFire

ist in den Maßen von bis zu 5 x 5 Metern

erhältlich und empfiehlt sich somit auch für

große Durchgänge in Hotels, öffentlichen

Gebäuden, Büros oder Kaufhäusern, sowie

für Einbausituationen mit begrenzten

Platzverhältnissen. Der Behang des Feuerschutzvorhangs

besteht aus V4A-Draht

verstärktem Glasfilamentgewebe und ist je

nach Brandschutzanforderung in den Feuerwiderstandsklassen

E30, E60, E90 und

E120 erhältlich, also mit raumtrennender

Funktion „E“ für die Dauer von 30, 60, 90

oder 120 Minuten.

Bei Rauchentwicklung im Brandfall schließt

der Feuerschutzvorhang FlexFire innerhalb

von nur 6 Sekunden pro Meter automatisch.

Zuverlässig gesteuert wird der textile Brand-

schutzvorhang mithilfe der serienmäßigen

Steuerungseinheit FSA-FLEXControl, die in

Kombination mit optischen oder thermischen

Brandmeldern den Anforderungen nach EN

14637 entspricht und auch an eine bauseitige

Brandmeldezentrale anschließbar ist.

In der Führungsschiene verdeckt liegend

eingebaute Magnetkontakte, ein werkseitig

in die Torwelle eingesetzter Rohrmotor, das

geringe Gewicht und eine vorkonfektionierte

Verkabelung machen den FlexFire besonders

montage- und servicefreundlich.

Mit dem nur 0,5 Millimeter dünnen Behang,

extra schmalen seitlichen Führungsschienen

in den Abmessungen 115 x 75 mm und dem

platzsparenden Wellengehäuse mit integriertem

Rohrmotor ist der Brandschutzvorhang

auch für den Einbau in einer abgehängten

Decke geeignet und nahezu unsichtbar

in die vorhandene Architektur integrierbar.

Die Führungsschiene, die Wellenverkleidung

und die Abschlussleiste werden serienmäßig

aus verzinktem Stahl geliefert. Für eine

farblich abgestimmte Gestaltung werden die

Komponenten optional auch in RAL nach

Wahl und in Sonderfarben angeboten.

Vom ift Rosenheim wurde dem Tortec

Brandschutzvorhang FlexFire eine Umweltproduktdeklaration

(EPD) nach ISO

14025 ausgestellt. Somit eignet sich der

Feuerschutzvorhang auch für den Einsatz

in besonders nachhaltigen Gebäuden mit

entsprechender Zertifizierung.

Tortec Brandschutztor GmbH

T +43 (0)676 6060

www.tortec.at


www.architektur-online.com

117

Produkt News

Panorama Design

Raumhohe, bodentiefe Fenstertüren und großzügige Glasflächen

bei schmalsten Profilansichten zeichnen das neue Fenstersystem

Schüco AWS 75 PD.SI aus. Die Verschmelzung von

Form und Funktion ist – neben Energieeffizienz – heute Grundvoraussetzung

für die Realisierung moderner Gebäudehüllen.

Diese architektonischen Anforderungen erfüllt AluKönigStahl

mit dem neuen Panorama Design Fenster Schüco AWS 75 PD.SI

(mit Bautiefe 75 mm, Panorama Design und Super Insulated).

Das Öffnungselement überzeugt durch optimal aufeinander abgestimmte

Systemeigenschaften: flächenbündige innere Flügelprofiloptik

und minimierte Dichtungsansichten, höchste Transparenz

durch schmalste äußere und innere Ansichtsbreiten

sowie harmonisierte Ansichtsbreiten in Festfeld und Öffnungselement

für ein einheitliches Rahmenbild. Rosettenlose Griffanbindungen

und Designgriffe können auch abschließbar bestellt

werden. Eine nicht sichtbare Entwässerung und enge Profilradien

runden das Design ab.

Mit der Integration in die Panorama Design Fassade Schüco FWS

35 PD bietet das System eine perfekt abgestimmte Architekturlösung,

mit der auch in Gebäudeeckbereichen eine lichtdurchflutete

Architektur mit maximaler Transparenz realisiert werden kann.

Der Verzicht auf vertikale Pfostenprofile in den Gebäudeecken

sorgt für ein hochwertiges Design mit erstklassiger Optik und

optimalem Ausblick. Die Systemplattform Schüco Fassade

FWS 35 PD überzeugt zudem durch ein erweitertes Zubehörprogramm

mit hoher Verarbeitungssicherheit. Unter anderem

gibt es optisch dezente Anbindungskomponenten für Sonnenschutzsysteme

sowie geprüfte Lösungen zur Einbruchhemmung

für die Widerstandsklassen RC 2 und RC 3.

ALUKÖNIGSTAHL GmbH

T +43 (0)1 98 130-0

office@alukoenigstahl.com

www.alukoenigstahl.com

Delugan Meissl Associated Architects

DIE GEMEINSCHAFTSMARKE


ALU-FENSTER FÖRDERT DEN

GEBÄUDELEBENSZYKLUS.”

Michael Pech, MRICS

Vorstand ÖSW AG

SIC | HER | HEIT

Für Architekten & Bauherren . alufenster.at


architektur FACHMAGAZIN

118

Produkt News

Seeblick par excellence

Auf einem der begehrtesten Seegrundstücke am Bodensee hat die Architektin

Mona Bayr ein außergewöhnliches Einfamilienhaus umgesetzt. Es bietet mit großzügigen

Glasflächen atemberaubende Ausblicke.

Die Grundform des Gebäudes besteht aus einem

rechtwinkligen Kubus. Wie eine Box liegt das Obergeschoss

auf dem Ost- und Westflügel des Erdgeschosses

auf. Zusätzlich wurde das Haus nach Norden und

Süden möglichst transparent gehalten, was dem ganzen

Gebäude eine zusätzliche Leichtigkeit verleiht.

Eine großzügige Wohnterrasse verbindet mit großen

Fensterfronten die Terrasse im Süden und den Hof

mit Swimming-Pool im Norden. Das gesamte Gebäude

wirkt äußerst luftig und offen, so scheint das

Obergeschoss regelrecht frei zu schweben. Dieser

Effekt wird von den großen Schattenfugen konterkariert

und zugleich betont. Aus nahezu jedem Winkel

des Hauses fällt dank der großen Glasflächen der

Blick auf den Bodensee.

Bei der Wahl der Fronten hat sich die Architektin zusammen

mit den Bauherren mit cero von Solarlux für

ein Schiebefenster entschieden, das besonders große

Glasflächen bei schlanken Profilansichten von 34

Millimetern ermöglicht. Die verbauten Elemente ergeben

eine gesamte Fläche von 140 Quadratmetern.

Auf der Westseite verbinden sie sich nicht rechtwinklig

mit dem Gemäuer, sondern verjüngen sich zur

Decke hin. Allein im Erdgeschoss sorgt die Fensterfläche

von 9,20 Metern Breite für weite Panoramabli-

cke. Zugleich befindet sich hier auch eine großzügige

Öffnung, die eine nahezu nahtlose Verbindung von

Wohnraum und Terrasse schafft. Im Obergeschoss

sorgen drei Fenster für weite Durchsicht. Zur Seeseite

hin öffnet cero optisch insgesamt eine Breite von

10,60 Metern. Hier lassen sich vier Schiebeelemente

öffnen. Da kein üblicher Balkon vorgebaut wurde, bewirken

transparente Absturzsicherungen bei geöffneten

Scheiben die notwendige Sicherheit, ohne den

Blick einzuschränken.

Den Windböen der See- und Wetterseite setzt cero

eine hohe Dichtigkeit entgegen. Ausgestattet mit einer

Dreifachverglasung entspricht das Schiebefenster

mit einem Wärmedämmwert von 0,7 Wm²K sogar

der Passivhaustauglichkeit. Für einen hohen Bedienkomfort

sorgt die elektrische Verriegelung, mit der

cero von innen wie von außen betätigt und sicher

verschlossen werden kann.

SOLARLUX AUSTRIA GmbH

T +43 (0)512 209 023

info@solarlux.at

www.solarlux.at


www.architektur-online.com

119

Produkt News

Technische Isolierung

Laut Expertenschätzungen von „klimaaktiv“ (Studie „klimaaktiv“,

Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus)

könnte die konsequente Dämmung von technischen Anlagen

zu einer Reduktion von bis zu sechs Prozent des Gesamtbrennstoffverbrauchs

führen. Ein Potenzial, um das sich der

Dämmstoffspezialist Saint-Gobain ISOVER ab sofort noch

stärker bemühen wird. Daher wird der Bereich der Technischen

Isolierungen ab sofort verstärkt.

Saint-Gobain ISOVER Austria verfügt über eines der breitesten

Produkt-Portfolios Europas, das von Wärme, Kälte-,

Schall- bis hin zu Brandschutzisolierungen reicht. Beispielsweise

bietet das Unternehmen mit ULTIMATE eine einzigartige

mineralische Dämmung an, die vorwiegend bei höheren

Temperaturen sowie beim Brandschutz zum Einsatz kommt.

Mit der kürzlichen Akquisition des deutschen Anbieters Kaimann

wird das Portfolio von Saint-Gobain ISOVER Austria

durch kautschuk- basierte Materialien, die vorwiegend im Kältebereich

verwendet werden, abgerundet.

„Eine bessere Dämmung von Haus-, und Betriebstechnik hat

noch weitere positive Effekte“, erklärt Martin Ehn-Kaufmann,

Key Account Manager bei ISOVER und Experte für Technische

Isolierungen. „Einerseits wird dadurch die Lautstärke

von technischen Anlagen nachhaltig minimiert, was zu einem

besseren Wohlgefühl der Umgebung und zu erhöhter Gesundheit

am Arbeitsplatz führt. Andererseits leisten technische

Isolierungen im Bereich des Brandschutzes einen wichtigen

Beitrag zur Arbeitnehmersicherheit und zur Sicherheit der

technischen Anlage.“

St. Johannis Quartier, Nürnberg I Architekten: Blauwerk Architekten, München

JEDES PROJEKT EIN UNIKAT.

GIMA RIEGELFORMAT IN

ELEGANTEN GRAU-NUANCEN.

Saint-Gobain ISOVER Austria GmbH

T +43 (0)2266 6060

isover-at.marketing@saint-gobain.com

www.isover.at

Fotos: Alexander Bernhard

Für die Fassadengestaltung des neuen St. Johannis Quartiers in Nürnberg

wählten die Architekten vom Büro Blauwerk in München Klinker in einem

individuell entwickelten Farbton in Beige-Grau mit echtem Kohlebrand, der sich

perfekt an die Glasfaserbetonprofile an Fensterbänken und Attika anpasst.

Neben dem Farbton ist auch die Größe eine Maßanfertigung: Das schlanke

Riegelformat mit einer Länge von 490 mm verleiht dem Bau eine elegante

Note und rückt den klassischen Klinker in ein neues, modernes Licht.

GIMA – über 100 Jahre führend in Qualität, Innovation und Service.

WWW.GIMA-ZIEGEL.DE


architektur FACHMAGAZIN

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Produkt News

Fotos: Alexander Bernhard

Wohnquartier in beige-grauem Klinker

Nach nur zweijähriger Bauzeit entstand im Nürnberger St. Johannis Viertel ein

Wohnquartier mit 74 Mietwohnungen, einer integrativen Kinderkrippe, einem

Servicepunkt der Wohnungsgesellschaft und einem sozialen Treffpunkt – nachbarschaftlich,

generationsübergreifend und energieeffizient, inklusive Fotovoltaikanlage

auf dem Dach.

Ressourcenschonend wurde auch die Fassade ausgeführt.

Die Klinkerfassade von Gima ist aus natürlichen

Rohstoffen aus der Region gefertigt und fördert

als reines Naturprodukt den ökologischen Kreislauf.

Die Architektur des Projekts zeichnet sich durch

fünf fingerartige Baukörper aus, die einen hofartigen

Raum zur Südseite ausbilden. Dadurch schützt

die Bebauung entlang der Johannisstraße das Innere

vor Verkehrslärm, während schallschützende Wintergärten

einen ruhigen Aufenthalt in den Räumen zur

Johannisstraße ermöglichen.

Verglaste Balkone sowie ein Relief aus leicht in der

Tiefe versetzten, unterschiedlich großen Fensterrahmen

lockern die Blockstruktur auf. Für die Fassadengestaltung

des sechsgeschossigen Bauensembles

wählten Christian Kern und Tom Repper vom Münchner

Architekturbüro Blauwerk Klinker in einem individuell

entwickelten Farbton in Beige-Grau, der sich

perfekt an die Glasfaserbetonprofile an Fensterbänken

und Attika anpasst und ganz ohne künstlichen

Farbauftrag auskommt.

Seine Mischsortierung aus den Farbtönen Erbusco

FK und Ebella FK sorgt für eine lebhafte Außenhülle

und spiegelt dabei die heterogene Bewohnerschaft

des Hauses wider: „Die Fassade ist in ihrer Materia-

lität und Reliefstruktur eigenständig und durch ihre

Qualität gestalterisch nachhaltig“, bestätigt Architekt

Christian Kern: „Sie trägt zur Identifikation der

Bewohner mit ihrem Gebäude und dem Viertel bei.“

Neben dem Farbton ist auch die Größe eine Maßanfertigung

der Firma Gima. Das schlanke Riegelformat

mit einer Länge von 490 mm verleiht dem Bau eine

elegante Note. Das Klinkerformat in Überlänge ist

eine Spezialität des niederbayerischen Klinker-Herstellers

und rückt das klassische Klinkermaterial in

ein neues, modernes Licht.

GIMA Girnghuber GmbH

T +49 (0)8732 24-0

info@gima-ziegel.de

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Produkt News

GRENZENLOSES

DESIGN.

© Schöck Bauteile GmbH/Stefanie Steindl

v.l.n.r.: Dipl.Ing. (FH) Michael Bär (MAS), Thomas Stürzl, Dr. Harald Braasch,

August Brügel, Ing. Peter Jaksch, Alfons Hörmann

LF

40 Jahre in Österreich

Was 1962 unscheinbar mit der Gründung des „Schöck Bautrupps“

im deutschen Baden-Baden durch den Bauingenieur Eberhard

Schöck begann, entwickelte sich mit der Schöck Gruppe zum

führenden Anbieter von Lösungen in der Wärme- und Schalldämmung.

14 Tochtergesellschaften, 950 Mitarbeiter und ein Umsatz

von rund 200 Mio. Euro (2018) verzeichnet das Unternehmen heute.

Maßgeblich zu diesem Erfolg trägt seit 1979 die Schöck Bauteile

Ges.m.b.H in Österreich mit Sitz in Wien bei.

Im oberösterreichischen Pucking befindet sich einer der sechs

Produktionsstandorte der Schöck Gruppe, wo – wie auch an den

anderen Standorten – Produkte entwickelt und hergestellt werden,

die sich durch ihren hohen bauphysikalischen Nutzen auszeichnen

und Standards in der Baubranche setzen. Dazu zählen neben dem

Schöck Isokorb® und der Schöck Tronsole® auch der in der Bewehrungstechnik,

Fassadenbefestigung und Wärmedämmung universell

einsetzbare Glasfaserstab Combar®. Mit dem neuen Produkt

Alphadock® zur thermischen Entkopplung von Stahlbetonwänden,

das beim Projekt Heliosallee in Linz zum Einsatz kommt, schreibt

Schöck die Erfolgsgeschichte weiter und setzt erneut Maßstäbe.

„Runde Geburtstage sind“, so Ing. Peter Jaksch, Vertriebsleiter

Süd-Ost bei Schöck Bauteile Ges.m.b.H. in Österreich, „auch eine

perfekte Gelegenheit, in die Zukunft zu schauen und die nächsten

großen Schritte zu planen.“ Dabei betont Jaksch vor allem die

Bedeutung von Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Ressourcenschonung

bei der Errichtung, dem laufenden Betrieb und schlussendlich

der Entsorgung von Gebäuden: „Diese Themen sind in der

Bauindustrie kein Nice-to-have mehr. Daher steht diese Aufgabe

für uns als Hersteller von Bauteilen schon lange im Fokus. Unsere

Produkte tragen stets wesentlich dazu bei, Gebäude ökologisch

sinnvoll und energieeffizient zu gestalten.“

1- KOMPONENTIG

HOCH THERMISCH

BELASTBAR

FEUCHTIGKEITS-

BESTÄNDIG

Spezial

Designbelagsklebstoff

X-Bond MS-K 499

Das jüngste Mitglied der X-Bond

Familie verklebt Designbeläge auf

saugenden und nicht saugenden

Flächen im Innen- und Außenbereich

- auch bei erhöhten thermischen und

mechanischen Belastungen und/oder

erhöhten Nassbelastungen, bei denen

bisher PU-Kleber zum Einsatz kamen:

z. B. Terrassen, Wintergärten,

Feuchträumen.

Murexin. Das hält.

Schöck Bauteile Ges.m.b.H.

T +43 (0)1 786 5760

office@schoeck.at

www.schoeck.at


architektur FACHMAGAZIN

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Produkt News

Infos mit Sinn

Die Austrotherm XPS® Dämmplatten tragen jetzt einen neuen Aufdruck in grauer

Farbe. Damit werden zwei wichtige Eigenschaften hervorgehoben: Die Platten der

neueren Generation sind recycelbar und auch wiederverwendbar.

Direkt auf den Dämmplatten macht der Aufdruck in

grauer Farbe diese beiden wertvollen Informationen

für die Verarbeiter von Austrotherm XPS® sichtbar.

Übrigens: Alle Austrotherm XPS® Platten tragen ihn,

einschließlich der geprägten Dämmplatten. Zu lesen ist

der genaue Name des Produkts sowie der Zusatz „wiederverwendbar

und recycelbar“. Am Ende der langen

Nutzungsdauer von XPS-Dämmstoffen rücken damit

also mehrere ökologisch und ökonomisch vernünftige

Möglichkeiten der Nachnutzung in den Fokus.

Was bedeutet „wiederverwendbar“?

Aus bestimmten Anwendungen kann der Dämmstoff

unbeschädigt ausgebaut und für einen neuen

Einsatz genutzt werden. Ist Austrotherm XPS® zum

Beispiel im Umkehrdach verarbeitet, dann liegen die

Platten lose auf der Feuchtigkeitsabdichtung auf,

sind also nicht verklebt. Im Falle, dass sie an dieser

Stelle nicht mehr gebraucht werden, können sie einfach

abgenommen und einer anderen Verwendung

zugeführt werden.

Was heißt „recycelbar“?

Alle Dämmplatten der neueren Generation sind

durchwegs recycelbar: Gebrauchtes Austrotherm

XPS® lässt sich mechanisch recyceln und als Zusatz

zur Herstellung anderer Baustoffe verwenden.

Austrotherm XPS® Dämmplatten können als Umkehrdach-Dämmung, wie im

Gründach, eingesetzt werden. Hier wurde eine Halle im Austrotherm XPS®

Werk Purbach thermisch saniert.

Austrotherm GmbH

T +43 (0)2633 401-0

info@austrotherm.at

www.austrotherm.at


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Sicherer Halt am Abgrund

Ein internationales Team aus Höhlenforschern erkundet

seit vierzig Jahren das oberösterreichische Dachsteingebirge,

und hier eine der tiefsten Höhlen der Welt. Gerade

dort, wo es vertikal nach unten geht und extrem

kalt, feucht, rutschig und nass werden kann, sind sichere

Seilbefestigungen überlebenswichtig. Deshalb werden auf

den Expeditionen fischer Stahlanker verwendet. Tausende

Bolzenanker, wie der FBN II und der FAZ mit acht Millimeter

Durchmesser, sind bereits für Seilbefestigungen in

die Höhlen eingebracht worden. Im September 2018 wurden

weitere Verbindungen entdeckt. Damit erstreckt sich

das unterirdische Labyrinth auf über 113 Kilometern mit

1.560 Metern Höhenunterschied. Für die Höhlenwände,

die teils zentimeterdick mit Lehm beschichtet, teils aus

hartem, dickbändigem Kalkstein, teils gerissen oder korrodiert

sind, nahmen die Forscher für die jüngste Expedition

reichlich Seile, Bohrhaken, Akku-Bohrhämmer und 300

fischer Bolzenanker FBZ 8/10 aus Edelstahl (A4) als auch

aus galvanisch verzinktem Stahl mit. Die Befestigungen

gewährten sicheren Halt in dem widerspenstigen Kalkgestein.

„Die von uns verwendeten fischer Bolzenanker

hielten sich auf der gesamten Expedition auch in überraschend

schlechtem Gestein stabil“, bestätigt Höhlenforscher

Axel Hack die hohe Leistungsfähigkeit der verwendeten

Bolzenanker.

123

Fischer Austria GmbH

T +43 (0)2252 53730-0

office@fischer.at

www.fischer.at

Produkt News

Die Zeit ist reif für

Design am Dach.

Tondach V11


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Produkt News

Auszeichnung für hohe Designqualität

Der „Red Dot“ ist die Auszeichnung für hohe Designqualität. Nur an Produkte, die

eine hervorragende Gestaltung aufweisen, vergibt die internationale Jury das begehrte

Qualitätssiegel. In diesem Jahr ging er nun an die neue Oberfläche Duropal

XTreme plus von Pfleiderer.

„An Oberflächen im Möbel- und Innenausbau werden

hohe Ansprüche gestellt. Das gilt insbesondere in der

Küche: Herabfallende Gegenstände, überkochende

Suppen und Schmutz sind ständige Herausforderungen“,

erklärt Christian Stiefermann, Leiter Produktmanagement

HPL und Elemente. „Insbesondere die

äußerst beliebten matten Ausführungen hatten bislang

ihre Schwierigkeiten mit Fingerabdrücken und

Verunreinigungen. Mit unserer edlen und zugleich

robusten Oberfläche XTreme bieten wir eine Alternative.

Sie ist beständig gegen diese Einwirkungen, was

in der alltäglichen Nutzung einen bislang unerreichten

Mehrwert bietet. Fingerabdrücke bleiben gar

nicht erst haften und selbst hartnäckige Fettspuren

lassen sich einfach entfernen.“

Eine weitere Steigerung dazu bietet die Ausführung

XTreme plus: Eine besonders matte, reflexionsarme

Struktur verleiht der Oberfläche eine warme, samtig

weiche, seidige Haptik. „Neben den funktionalen Eigenschaften

erreichen wir damit auch eine ganz besondere

Optik mit verbesserter Farbtransparenz und

-tiefe“, so Stiefermann. Dazu ist Duropal XTreme plus

äußerst belastbar und pflegeleicht und lädt geradezu

ein, berührt zu werden – ohne Fingerabdrücke und

Fettspuren zu hinterlassen.

Die hochwertige Oberfläche erfüllt sämtliche Eigenschaften

hinsichtlich Abrieb-, Stoß- und Kratzfestigkeit

und ist damit ideal geeignet für vertikale

und horizontale, stark beanspruchte Kontaktflächen

in Bereichen mit hohem Publikumsverkehr. Sie stellt

ein attraktives Oberflächenmaterial dar, das für qualitativ

und ästhetisch hochwertige Möbel und Gestaltungselemente

im Wohn- und Objektbereich geeignet

ist. Die attraktive Oberfläche ist für Lebensmittel

unbedenklich. Weiterhin ist XTreme plus resistent

gegen haushaltsübliche Reiniger, Löse- und Desinfektionsmittel

und ermöglicht damit eine mühelose

Entfernung von alltäglichen Verunreinigungen.

Durch die lange Lebensdauer und die dabei erreichte

Minderung von Abfallprodukten steht XTreme plus

zudem für eine effiziente Nutzung von Ressourcen

und eine erhebliche Gesamtenergieeinsparung.

Pfleiderer Deutschland GmbH

T +49 (0)9181 28-480

info@pfleiderer.com

www.pfleiderer.com


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Produkt News

Gute Ideen

für Dämmung

Bodenbeschichtung als

optimaler Oberflächenschutz

Der Boden einer Tiefgarage im niederösterreichischen Aspang

Markt war in die Jahre gekommen und bedurfte eines

dringenden Faceliftings. Der Eigentümer der Wohnhausanlage

entschied sich für die Fläche von 330 Quadratmetern für

eine Bodenbeschichtung von Murexin als Oberflächenschutz.

Die Vorteile der Beschichtung überzeugten: Sie ist mechanisch

überaus belastbar – was bei befahrenen Flächen ein

Muss ist – und außerdem auch chemisch beanspruchbar.

Diese Eigenschaft wiederum ist erforderlich, da Fahrzeuge

Öl oder andere Flüssigkeiten verlieren können. Ein weiterer

Punkt, der für die Beschichtung sprach, war, dass sie eine

geschlossene Oberfläche bietet, die trittsicher, leicht zu reinigen

und über viele Jahre optisch ansprechend ist. Bei der

Farbauswahl wurde ein elegantes Grau gewählt, die Bodenmarkierungen

wurden naheliegend in Verkehrsweiß gezogen.

Das komplette Oberflächensystem wurde unter idealen Bedingungen

professionell hergestellt. Der Eigentümer der Garage

konnte diese in kürzester Zeit seinen Mietern wieder zur

Nutzung freigeben.

Murexin GmbH

T +43 (0)2622 27401-0

info@murexin.com

www.murexin.com

Information

jetzt anfordern

Liapor ® Ground

Die Dämmung unter der

Fundamentplatte und seitliche

Arbeitsgraben Verfüllung

Liapor

Naturrein und circa 11,5

Millionen Jahre alt –

Illit-Ton bildet den hochwertigen

Grundstoff für

Liapor. Im Liapor-Werk wird

das natürliche Rohmaterial

gemischt und bei circa

1.200 °C gebrannt.

Dabei verbrennen die organischen

Anteile und der Ton

bläht sich auf. Gewicht,

Größe und Festigkeit des

luftporendurchsetzten

Materials lassen sich im

technisch ausgereiften Produktionsverfahren

exakt

steuern.

So entsteht ein natürlicher

Hochleistungsbaustoff mit

besten Eigenschaften bei

sehr geringem Gewicht.

Liapor Ground eignet sich aufgrund seiner einzigartigen

physikalischen Eigenschaften hervorragend

zur hochbelastbaren Fundamentplattendämmung

und zur seitlichen Arbeitsgrabenverfüllung.

Die luftporen-durchsetzten, keramischen Tonkugeln

vermindern den Erddruck dank seiner geringen

Trockenschüttdichte deutlich. Die Schüttung

ist formstabil und nahezu selbstverdichtend. Der

Eintrag kann auch in schmalste Spalten erfolgen,

zusätzliche Rüttler oder Verdichter sind nicht erforderlich.

Liapor Ground ist nicht brennbar (A1), reduziert

Wärmeverluste, kann gleichzeitig Wärme

speichern und wirkt schalldämmend

Lias Österreich GesmbH. - 8350 Fehring - Fabrikstraße 11

Tel. +43 (0)3155 - 2368 - Email: info@liapor.at


architektur FACHMAGAZIN

126

Produkt News

Das CAD-System für Architekten

ViCADo.arc ist ein objektorientiertes CAD-System,

das durch seine konsequente 3D-Gebäudemodellierung

– vom Entwurf über die Visualisierung bis hin

zur Ausführungsplanung – eine einzigartige Durchgängigkeit

gewährleistet. Eine intuitive Benutzeroberfläche,

intelligente Objekte und vielfältige Möglichkeiten

der Auswertung sind weitere wesentliche

Leistungsmerkmale.

Das System beherrscht alle BIM-Klassifizierungen

von „little closed“ bis „big open“. Auch für den Austausch

des Gebäudemodells im BIM-Planungsprozess

stellen die Art und Weise der Modellierung sowie

die Strukturierung des Gebäudemodells eine ideale

Grundlage dar.

Auch Zufahrtsrampen können beliebig modelliert

werden, mit Ausrundungen oder Abflachungen entlang

der Fahrbahn, Schrammborden an den Rändern

oder in der Fahrbahnmitte, mit beliebigem Verlauf,

spiralförmig ebenso wie eng an die räumlichen Gegebenheiten

optimiert.

Hochauflösende Texturen, frei platzierbare Lichtquellen,

Staffagen, effiziente Schattenberechnungen und

die Platzierung auf Bestandsfotografien erlauben für

jedes Objekt die Kreation aussagekräftiger Bilder.

DI Kraus & CO GmbH

T +43 (0)2622 89497

office@dikraus.at

www.dikraus.at

Mobile Bauleitung in Perfektion

In der neuen Version pro-Report 3 und in der neuen APP von

gripsware wurden viele Verbesserungswünsche aus der Praxis umgesetzt

und auch neue Möglichkeiten geschaffen, um mobil noch

effektiver Daten erfassen zu können. So lassen sich nun etwa die

Route direkt zur Baustelle anzeigen oder die Wetterdaten zur Baustelle

direkt online abrufen (PC und mobil). IFC Dateien können

in der neuen Version direkt eingelesen und somit die Gebäudestruktur

komplett importiert werden (Stichwort: BIM), der Baustelle

Pläne zugeordnet (Geschosspläne als PDF, JPG) und die Räume

entsprechend angelegt werden. Mängel lassen sich nun direkt auf

dem Plan dokumentieren und verorten und diesen auch viele neue

Infos wie Kosten und Verantwortliche zuordnen. Ebenso können die

kompletten Baubesprechungen (Jourfixe) verwaltet und verteilt

und über die globale Volltextsuche nun alle Infos noch schneller

gefunden werden.

Aktuell ist ein Web-Client verfügbar, der es den ausführenden

Firmen ermöglicht offene Reports inkl. aller Medias (Foto, Audio,

Video, PDF) anzuzeigen. Diese können dann als erledigt markiert

werden und der Bauleiter erhält eine entsprechende Info und kann

die Lösung kontrollieren. Der Zeitgewinn für die Anwender auf

beiden Seiten ist enorm und durch die mobile und lückenlose Dokumentation

reduziert sich außerdem das Haftungsrisiko des Verantwortlichen

auf ein Minimum. pro-Report bietet eine lückenlose

Dokumentation mit minimalstem Zeitaufwand – für einen Praxistest

ist eine kostenlose 30-Tage Vollversion verfügbar!

gripsware gmbh

T +49 (0)7529 974760

post@gripsware.de

www.gripsware.de


www.architektur-online.com

127

Produkt News

Ressourcenplanung erfolgreich umsetzen

In der heutigen Zeit ist es ein entscheidender Vorteil, seine Ressourcen

zu kennen und sein Team optimal einzusetzen. Eine einfach zu

handhabende, zuverlässige Ressourcenplanung ist dabei das A und

O erfolgreicher Projekt- und Unternehmensentwicklung. Wann kann

ein Auftrag frühestens erledigt sein? Welche Mitarbeiter haben ausreichend

Kapazitäten, um ein weiteres Projekt zu übernehmen? Wie

kann ich auf Ausfälle am besten reagieren?

Die ABK-Ressourcenplanung ermöglicht den Überblick darüber,

welche Mitarbeiter (und Unternehmensbereiche) wann wie stark

ausgelastet sind. Kapazitätsengpässe und mögliche Verlagerungen

von Ressourceneinsätzen bei terminlichen Änderungen sind auf

einen Blick sichtbar. Mit der Produktivitätsanalyse lassen sich die

produktiven den unproduktiven Projekten gegenüber stellen und im

Endergebnis ein „Mehr“ an Wirtschaftlichkeit erzielen. ABK unterstützt

dabei mit einem Werkzeug, das aus langjähriger und branchenspezifischer

Erfahrung entstanden ist. So ist man in der Lage

zuverlässig zu planen und zu disponieren.

ib-data GmbH

T +43 (0)1 492 5570-0

abkinfo@abk.at

www.abk.at

Rigips Habito. Die Revoluton im Trockenbau.

HOHE LASTENBEFESTIGUNG

Massive Platte mit bis zu 30 kg

Schraubenauszug pro Schraube

und bis zu 80 kg Konsollast pro

Laufmeter bei einfacher Beplankung

BEFESTIGUNGEN OHNE DÜBEL

Befestigung von ruhenden

Lasten ohne Dübel und Bohrmaschine,

nur mit Schraubendreher

und Schraube

ROBUSTE OBERFLÄCHE

Mechanisch widerstandsfähig

und robust

HOHER SCHALLSCHUTZ

Besserer Schallschutz als

Standardkonstruktionen

HOHE EINBRUCHSSICHER-

HEIT

RC2 und RC3 extern geprüft

und nachgewiesen

JETZT AUCH

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www.rigips.at


architektur FACHMAGAZIN

128

edv

Thermografie-Schulungen:

Mehr sehen lernen

Der professionelle Einsatz der Wärmebild-Messtechnik setzt Schulungen

voraus. Sie vermitteln Grundlagenkenntnisse und Praxiswissen. Wer bietet

was zu welchen Kosten?

Text: Marian Behaneck, Walter Riemenschneider

Mit Infrarotkameras sieht man mehr. Doch

man muss erst lernen, Fehler bei der Thermografie-Aufnahme

zu vermeiden, die Thermogramme

richtig zu analysieren und zu

interpretieren sowie daraus die passenden

Schlüsse zu ziehen. Thermografie-Schulungen

vermitteln die dafür notwendigen

Grundlagenkenntnisse, Praxis- und Spezialwissen.

Über optionale Zertifizierungskurse

können Schulungsteilnehmer darüber hinaus

ihre fachliche Qualifikation gegenüber

Auftraggebern oder Versicherungen in

Form von Zertifikaten nachweisen. Viele

Kurse werden auch für die Aus- und Weiterbildung

von Energieberatern angerechnet.

Mehr sehen lernen: Thermografie-Seminare vermitteln fundierte Grundlagenkenntnisse und

Praxiswissen in der Bau-, Blower-Door- oder PV-Anlagen-Thermografie. © InfraTec

Welche Schulungen

werden angeboten?

In der Regel vermitteln ein-, teilweise auch

zweitägige Grundlagenkurse Thermografie-Basiswissen

aus den Bereichen Wärmestrahlung,

Wärmeleitung, Messtechnik,

Materialkunde oder Bauphysik, Know-how

zur Bedienung von Wärmebildkameras, zur

Anwendung von Auswertungsprogrammen,

zur Interpretation von Wärmebildern sowie

zur Erstellung von Thermografieberichten.

Vier- bis fünftägige Zertifizierungskurse

zur Thermografie bieten die Möglichkeit,

sich gemäß der Normen DIN EN ISO 9712 [1]

oder ISO 18436-7 [2], jeweils in den Stufen

1, 2 oder 3 zertifizieren zu lassen. Dadurch

können sich die Teilnehmer gegenüber Auftraggebern

oder Versicherern als professioneller

Thermograf ausweisen (s. u.: Zertifizierung

und Re-Zertifizierung). Schulungen

zur Differenzdruck-Thermografie (architektur

7/18: Leckagen lokalisieren und dokumentieren)

vermitteln Basis- und Expertenwissen

zur Luftdichtheitsmessung nach

DIN EN 13829 (ISO 9972) und DIN 4108-7.

Zu den Inhalten zählen gesetzliche Vorgaben

nach EnEV bzw. EAVG, die Bestimmung

des Gebäudevolumens, die Theorie zur

Leckageprüfung und zum Dichtheitsnachweis,

den Aufbau der Messvorrichtung und

die praktische Durchführung einer Messung,

inklusive Leckagesuche.

Tipps zum Abdichten von Gebäuden, zu

typischen Fehlern und deren Vermeidung

sowie die Bewertung und Einstufung der

Leckagen und die Berichterstellung runden

den ein- oder mehrtätigen Kurs mit

oder ohne anschließender Zertifizierung

ab. In der Regel eintägige Fotovoltaik-Thermografiekurse

vermitteln das notwendige

theoretische und praktische Wissen zur

Erkennung und Bewertung typischer Fehler

an PV-Modulen. Anhand praktischer Übungen

und eines Musterkatalogs wird den

Teilnehmern gezeigt, welche Modulfehler

Mit ABK8 zur zuverlässigen

Kontrolle von Bauabrechnungen!

ABK und BIM - Das 3D-Modell für AVA

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129

edv

welche Farbmuster im Wärmebild erzeugen,

wie man diese bewertet und beseitigt.

Mit diesem Fehlersuchverfahren entfällt

das aufwendige Abklemmen von Modulen.

Errichter können damit die korrekte Funktion

der Anlage nachweisen, Betreiber und

Wartungsfirmen können Fehler frühzeitig

erkennen, Garantieansprüche durchsetzen

und Erträge optimieren.

Zusätzlich offerieren einige Anbieter auch

spezielle Fachseminare, etwa ITC, Testo

oder Trotec zur Bauthermografie (architektur

07/12: Wärmebilder korrekt interpretieren)

oder InfraTec zur Aktiv-Thermografie,

das ist eine zerstörungsfreie Prüfung in der

Gebäudediagnostik, bei der Bauteile zuvor

thermisch angeregt werden (architektur

07/12: Aktive Bauthermografie). Teilweise

werden auch Schulungen für die Drohnen-,

Industrieanlagen- oder Elektro-Thermografie

offeriert. Die Preise für die jeweiligen

Schulungskurse liegen zwischen 350 Euro

für eintägige Einführungskurse und etwa

2.500 Euro (jeweils netto) für 5-tägige Zertifizierungskurse.

Im Preis enthalten ist in der

Regel auch die Verpflegung. Etwas teurer

sind individuell zugeschnittene Schulungen

vor Ort, direkt im eigenen Unternehmen.

Hier sollte man beim jeweiligen Anbieter

nachfragen und ein Angebot einholen.

Zertifizierung und Re-Zertifizierung

Die Bezeichnung „Thermograf“ ist nicht geschützt

und sagt nichts über die Qualifikation

aus. Deshalb sind Zertifizierungen sinnvoll,

weil Thermografie-Dienstleister damit

ihre Fachkompetenzen nachweisen können.

Teilweise werden von Schulungsanbietern

zwei Zertifizierungsverfahren angeboten,

die DIN EN ISO 9712 oder die ISO 18436-7.

Die Unterschiede liegen beispielsweise in

den Schulungsinhalten und den Voraussetzungen,

wobei die DIN EN ISO 9712 in Österreich

und in Europa, die ISO 18436-7 eher

in englischsprachigen Ländern und weltweit

verbreitet ist (siehe: www.irtraining.

eu/images/custom/Info-Zertifizierung_Unterschiede-2017.pdf).

Beide Regelwerke

verfügen über drei Qualifizierungsstufen,

respektive Kategorien, wobei 3 die höchste

Stufe/Kategorie ist. In der Stufe 1 bzw.

Kategorie 1 erlernen die Teilnehmer theoretische

Grundlagen und Prinzipien der

Infrarot-Messtechnik, eignen sich Wissen

untermStrich® X3 – wir. wissen. warum.

untermStrich® software GmbH,

Mittergasse 11 - 15, 8600 Bruck/Mur

Tel. +43 3862 58106

Sehr frei nach Karl Valentin: „Architektur ist schön, macht aber viel Arbeit...“

untermStrich ist für uns ein sympathisches Tool, den zweiten Teil dieses Satzes

in unternehmerische Zahlen zu fassen: prognostisch und in der Nachkalkulation.

Zitat von Benedict Marginter

Marginter Architekten ZT-GmbH

zur Verarbeitung und Analyse von Thermogrammen

an, befassen sich mit praktischen

Anwendungen und üben die Handhabung

von Wärmebildkameras ein. Die Stufe/Kategorie

2 befähigt Absolventen, thermografische

Untersuchungen selbstständig durchzuführen.

Die DIN EN ISO 9712 bietet die

Möglichkeit, ein Zertifikat zur Fachkraft für

Thermografie Stufe 2 in den Sektoren Bau,

Industrie, Elektro oder Aktive Thermografie

zu erlangen. Mit der Zertifizierung der

Stufe 3 weisen Absolventen ihre Fähigkeit

nach, thermografische Prüfungen durchzuführen

und zu leiten. Sie können Normen/

Regelwerke auslegen, Verfahrensbeschreibungen

verfassen, Prüfanweisungen erstellen

und validieren, Prüfverfahren festlegen,

Personal anleiten oder Verantwortung für

eine Prüfeinrichtung übernehmen. Jede

Stufe/Kategorie schließt mit einer umfangreichen

theoretischen und praktischen

Prüfung ab und baut auf der darunter liegenden

auf, wobei es für Meister, Techniker

oder Ingenieure Sonderregelungen gibt.

Selbstständig arbeitende Thermografen

sollten mindestens über eine Stufe/Kategorie

2-Zertifizierung verfügen. Sobald sämtuntermstrich.com


architektur FACHMAGAZIN

130

edv

liche Voraussetzungen vorliegen, wird das

Zertifikat von anerkannten Zertifizierungsstellen

ausgestellt. Sie gilt maximal für fünf

Jahre und kann danach über eine Re-Zertifizierung

für weitere fünf Jahre erneuert

werden (Kosten: ca. 250,- Euro).

Organisation, Voraussetzungen

und Ablauf

Vor allem mehrtägige Schulungen müssen

in die eigenen Unternehmensabläufe

terminlich integriert und deshalb geplant

werden. Wer an einer bestimmten Schulung

teilnehmen möchte, sollte rechtzeitig online

buchen, denn manche Kurse sind schnell

ausgebucht. Während auf Schulungen spezialisierte

Anbieter über das ganze Jahr

Termine offerieren, beschränken sich andere

auf bestimmte Zeiten. Bei einer weiten

Anreise ist eine Hin- und Rückfahrt am selben

Tag nicht sinnvoll. Deshalb muss man

zur aufzuwendenden Zeit und den Kosten

mindestens einen Tag für die An-/Abreise

und Übernachtung hinzuzählen. Der Veranstalter

hält dafür in der Regel eine Liste

von Hotels in der näheren Umgebung zum

Download bereit, die für Schulungsteilnehmer

meist auch Sonderkonditionen bieten.

Die Buchung und Abrechnung erfolgt in der

Regel individuell durch den Schulungsteilnehmer.

Geschult wird meist in unternehmenseigenen

Räumen, angemietete Hotel-Seminarräume

haben den Vorteil kurzer

Wege. Findet die Schulung zu Wochenbeginn

oder -ende statt, lässt sich Nützliches

mit Angenehmem verbinden, etwa einer

Wochenende-Stadtbesichtigung.

Während Grundlagenkurse nichts voraussetzen,

müssen Teilnehmer von Zertifizierungskursen

Praxiserfahrungen und eine

Sehfähigkeitsbescheinigung vorweisen

Der Umgang mit der Auswertungssoftware,

die Analyse und Beurteilung von Wärmebildern

ist ein wesentlicher Teil von Bauthermografie-Schulungen.

© Dittié, InfraTec

Gute Schulungen erkennt man an vielen Kriterien: an der Präsentation, an der Kompetenz der

Referenten, aber auch der Organisation und Vorbereitung. © InfraTec

(Nahsehfähigkeit, Farbsehvermögen, siehe:

www.dgzfp.de/zertifizierung/sehfähigkeit).

Teilweise wird auch ein Notebook

für praktische Übungen mit der Auswertungssoftware

empfohlen. Ist eine eigene

Thermografiekamera vorhanden, kann man

diese in der Regel mitnehmen. Zu Veranstaltungsbeginn

erhalten Teilnehmer ein detailliertes

Tagesprogramm, Schulungsunterlagen

und Schreibmaterial. Der Unterricht

beginnt in der Regel morgens gegen 9.00

Uhr mit Vorträgen und endet um 17.00 Uhr,

unterbrochen durch kleine Pausen und eine

Mittagspause. Der Nachmittag ist häufig

praktischen Übungen vorbehalten, wobei an

Arbeitsplätzen mit ein bis zwei Teilnehmern

Praxisaufgaben nach Anweisung eigenständig

mit Anleitung und Hilfestellung durch

die Dozenten absolviert werden. Zur Kontrolle

des Lernfortschritts und zur Vorbereitung

auf die Zertifizierungsprüfung werden

regelmäßig Wissenstests und Wiederholungen

angeboten. Grundlagenkurse werden

meist von angestellten Lehrkräften geleitet,

Fachseminare werden durch Experten aus

der Industrie, Hochschulen, Behörden oder

Dienstleistungsunternehmen ergänzt.

Darauf sollte man achten

Wer seine wertvolle Zeit und mehrere Hundert

Euro in Schulungen investiert, sollte

einen Anbieter seines Vertrauens wählen.

Das kann ein IR-Kamera-Hersteller/Anbieter

oder ein Schulungsdienstleister sein.

Der gewählte Kurs sollte zum eigenen Wissensstand

passen und durch Praxisbezüge

beruflich unmittelbar verwertbar sein. Während

Grundlagen-Schulungen und Schulungen

zur IR-Kamera- und Softwarebedienung

meist allgemein gehalten werden und

auch industrielle Anwendungen berücksichtigen,

sollten Fachseminare detailliertes

Know-how in der Bau-, Blower-Door- oder

Fotovoltaik-Thermografie vermitteln. Die

Teilnehmerzahl sollte bei Gruppenschulungen

auf maximal 20 Personen beschränkt

sein. Werden viele Schulungszeiten übers

Jahr an verschiedenen Orten offeriert, hat

man eine größere Auswahl. Man muss aber

auch damit rechnen, dass Anbieter einzelne

Termine bei zu geringer Auslastung kurzfristig

absagen. Während eine Sehfähigkeits-Bescheinigung

für die Ausstellung einer

Zertifizierung meist auch nachgereicht

werden kann, sollten Teilnehmer – auch

aus eigenem Interesse – vor Kursbeginn

bereits über eine praktische Erfahrung mit

der Thermografie-Messtechnik (in der Regel

mindestens drei Monate) verfügen. Die

Qualität der Schulung wird durch den Anbieter

und die Dozenten, aber auch durch

Details wie die Organisation oder die Schulungsunterlagen

bestimmt. Ist der Kurs, respektive

sind die Dozenten nach ISO 9001,

ISO 18436-7, Stufe 3 oder ISO 9712, Stufe 3

zertifiziert, hat man eine gewisse Qualitätssicherheit.

Vieles hängt jedoch auch vom

persönlichen Stil des Dozenten und seiner

Eignung als Wissensvermittler ab. Nicht jeder

Experte kann sein Wissen anschaulich

und spannend vermitteln. Wie umfangreich

und informativ die gedruckten, online oder

zum PDF-Download bereitgestellten Schulungsunterlagen

sind, erfährt man leider

erst nach Kursbeginn.

Viele Schulungsunterlagen können sich

durchaus mit der einschlägigen Schulungsliteratur

(siehe Infokasten) messen

lassen, aber längst nicht alle. Eine gewisse

Orientierung bieten auch Zertifizierungskurse:

Wer diese anbietet (möglichst in

allen Qualitätsstufen), hat meist auch das

fachlich sattelfeste Schulungspersonal zur

Verfügung. Bei den Schulungskosten sollte

zuvor geklärt werden, welche Leistungen

und Zusatzleistungen enthalten sind und

welche Kosten gegebenenfalls zusätzlich

entstehen, etwa Prüfungs- oder Zertifizierungsgebühren.

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