Was entscheidend ist für den perfekten Verkaufsauftritt – Das SHE works! Magazin im April 2020

sheworks

Liebe Leserinnen und Leser,

Unsere aktuelle Ausgabe befasst sich also mit dem  Thema Verkaufen! Verkaufen on- und offline, mit der Suche nach der  richtigen Verkaufsstrategie, dem Verkaufen mit Begeisterung, mit Tipps wie ich es schaffe, die Kunden auch dazu zu bekommen, ihr Geld bei mir auszugeben.

Das ist eine Frage, die wir in unserem Heft stellen und beantworten lassen. Das und viele weitere tolle Themen finden Sie im aktuellen eMagazin!

Herzliche Grüße und eine spannende Lektüre wünscht

Carolin Schäufele

# Frauen

# Wirtschaft

# Karriere

Der Faktor

“SALE”

Was entscheidend

ist für den perfekten

Verkaufsauftritt

Unser Titelthema:

Wir verkaufen!

Online & offline

ehrlich und mit

Begeisterung

Wir lösen Konflikte,

planen unsere Zeit

sinnvoll und

netzwerken uns zum

Chefsessel

Wir haben Hilfen in

Zeiten von Corona

gesammelt, haben uns

informiert zu Homeoffice

und Cyberangriffen


Inhalt

Editorial

Seite 4

Impressum

Seite 5

Der Faktor Sale: Werde zur Superheldin

Von Judith Blauberg

Seite 6

Der Faktor Sale: Online vs. Offline

Von Dana Rotter

Seite 11

Der Faktor Sale: Wie sozial ist digital?

Von Birgit Indrak

Seite 14

Der Faktor Sale: Mit Begeisterung verkauft es sich (noch) besser

Von Ralf R. Strupat

Seite 18

Der Faktor Sale: Mehr Umsatz und zufriedene Kunden durch Ehrlichkeit im Verkauf

Von Oliver Schumacher

Seite 21

Der Faktor Sale: Und was beeinflusst Dich?

Von Nathalie Spencer (SHE works! English Corner)

Seite 24

DIGITALISIERUNG: Viele Wege führen zu Ihnen: Linksetzung leicht gemacht

Von Anna Pianka

Seite 26

FINANZEN: Geldanlagen - Wo Frauen größere Geldbeträge als Männer investieren

Von Volker Wohlfahrt

Seite 30

MANAGEMENT: Zeitmanagement - So setzen Sie die Ressource “Mensch” richtig ein

Von Nadine Dlouhy

Seite 33

KARRIERETAG FAMILIENUNTERNEHMEN

Seite 36

PERSONAL: Der Unterschied zwischen einem Konflikt im Privaten und einem Konflikt im Job

Von Ursula Wawrzinek

Seite 37

PERSONAL & FÜHRUNG: Mehr LebensErfolg für mehr FührungsErfolg

Von Beate Kanisch

Seite 42

2


Inhalt

IT: Eine spannende Branche für Frauen

Ein Kommentar von Dirk Pothen

Seite 45

NETZWERKEN: Mit dem richtigen Netzwerk auf dem Weg zum Chefsessel

SHE works! sprach mit Simone Seidel von Sage GmbH

Seite 47

Darum sollten wir jungen Frauen weiterhin weibliche Rolemodels bieten

Von Elif Dere

Seite 52

Zu jung! Zu alt! Zu schwanger! Zu qualifiziert!

Von Diana Roth

Seite 56

GRÜNDERINNEN IM PORTRÄT: Ich möchte mal einen Kinderbuchklassiker herausgeben

Ruth Reiche ist Illustratorin

Seite 60

UNTERNEHMERINNEN IM PORTRÄT

Katharina Jünger leitet TeleClinic

Seite 63

SHE works! likes … : As friends to Kenia

Von Ingeborg Scholz

Seite 68

And the Oscar goes to … Caroline Diel!

SHE works! sprach mit der Jungwinzerin

Seite 70

Wer den Quereinstieg wagt, gewinnt!

Von Frieda Ericson

Seite 74

Sonderteil Corona ab Seite 76

Allerlei von der Website S. 77, Schnelle Hilfen - erste Schritte S. 80, Lernen & helfen S. 84 von Caroline

Timmermann, Kommunikation in der Corona-Krise S. 87 von Julia Schössler, Wir arbeiten zuhause S. 90 von

Ulrike Heitzer-Priem, Risiko Cyberangriff von Maurice Shahd S. 92

Buchtipps

Ab Seite 95

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Editorial

Foto Sarah Raymaekers

Liebe Leserinnen und Leser,

ein Magazin in diesen Zeiten auf den Weg zu

bringen, bringt jede Menge schwierige

Entscheidungen mit sich. Und wirft Fragen auf:

Wie relevant ist das Thema “Verkaufen” in Tagen,

wo kaum jemand noch irgendetwas verkaufen

kann weil der persönliche Kontakt nicht möglich

ist, weil Läden geschlossen sind, weil

Unternehmen sämtliche Prozesse so weit es geht

heruntergefahren haben? Bekommen wir alle

zugesagten Artikel? Und: Sind die Texte noch

aktuell, wenn die Krise vorbei ist?

Wir versuchen es trotzdem, wir wollen Corona

nicht das Feld überlassen.

Unsere aktuelle Ausgabe befasst sich also mit dem

Thema Verkaufen! Verkaufen on- und offline, mit

der Suche nach der richtigen Verkaufsstrategie,

dem Verkaufen mit Begeisterung, mit Tipps wie

ich es schaffe, die Kunden auch dazu zu

bekommen, ihr Geld bei mir auszugeben.

Wir haben für diese Ausgabe wieder tolle Gast-

Autorinnen und Autoren gewinnen können, sogar

vom anderen Ende der Welt: Nathalie Spencer

schreibt aus Australien zum Thema: Was

beeinflusst eigentlich meine Kaufentscheidung?

Einige unserer Autor*innen haben außerdem ihre

Artikel erweitert und den Aspekt der Corona-Krise

mit aufgegriffen und eingebaut. Vielen Dank!

Wir haben weiter einen Sonderteil zur

Corona-Krise zusammengestellt und ans Ende des

Magazins gestellt (Seite 76). Schwerpunkte: Rund

ums Homeoffice, Adressen und Ansprechpartner

bei Problemen in der Krise. Zudem haben wir alle

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Das sind wir von SHE works!: Annemike Düvel, Dana Rotter,

Carolin Schäufele und Julia Freiberg (v.l.)

Foto Sarah Raymaekers

Artikel rund um Corona, die wir auf der Website

veröffentlicht haben, hier erwähnt. Alle die, die

kein Interesse an weiteren Informationen dazu

haben, können dem Thema also gut aus dem Weg

gehen.

Wir haben unsere Veranstaltungshinweise

ausgesetzt, da alle Veranstaltungen ausfallen.

Nähere Infos auf unserer Eventseite.

Kommen wir mal zu zu uns: Wir haben die tolle

Fotografin Sarah Raymaekers gebeten, Fotos von

uns zu machten! Wir werden die Bilder nach und

nach auf der Website platzieren. das erste sehen

Sie oben!

Was bleibt uns noch zu sagen? Bleiben Sie gesund,

achten Sie auf sich!

Herzliche Grüße und frohe Ostern!

Carolin Schäufele und das SHE

works!-Team

IMPRESSUM

Herausgeber:

Anschrift: Hagenweg 2a

37081 Göttingen

✆ 0175/5240053

info@she-works.de

Vertreten

durch:

Carolin Schäufele

V.i.S.d.P. Carolin Schäufele

(gem. § 55 Abs. 2 RStV)

Internet: www.she-works.de

Redaktion:

Autor*innen:

SHE works!

Carolin Schäufele Herausgeberin & Geschäftsführerin

Carolin Schäufele, Annemike Düvel, Dana Rotter, Julia

Freiberg

Dana Rotter, Annemike Düvel, Judith Blaubach, Birgit

Indrak, Ralf R. Strupat, Oliver Schumacher, Nathalie Spencer,

Anna Pianka, Volker Wohlfahrt, Nadine Dlouhy, Ursula

Wawrzinek, Beate Kanisch, Dirk Pothen, Simone Seidel, Elif

Dere, Diana Roth, Ruth Reiche, Katharina Jünger, Ingeborg

Scholz, Frieda Ericson, Caroline Timmermann, Prof. Dr. Julia

Schössler, Ulrike Heitzer-Priem, Maurice Shahd

Layout: Carolin Schäufele, pw design

Fotonachweis:

Social Media:

Titelbild: Adobe Stock @ Halayalex

Sarah Raymaekers, Robert Schlesinger, Tina King, Wosilar

Fotografie, Anna Pianka, Nathalie Spencer, Robert Lehmann,

Christina Pörsch, Erol Gurian, Dr. Bertram Schädle, Martin

Steffen, €@Sage, #WEstartupSH, Fotodesign Flensburg,

Diana Roth, @TeleClinic, Ingeborg Scholz, Hendrik Haase, AW

Academy, LonGaah Photography, Raimar von Wienskowski,

Offenblende Jan Knobel, Henrik Andree, Oliver Schumacher

unsplash.com

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www.instagram.com/sheworks_wirtschaftundkarriere/

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Titelthema

Werde zur Superheldin!

Von Judith Blaubach

Als die Herausgeberin dieses

Wirtschaftsmagazins mit der Frage auf mich

zukam, ob ich Interesse hätte, einen Gastbeitrag

für diese Ausgabe mit dem Leitthema „Verkaufen“

zu schreiben, war ich sehr erfreut. Zu diesem

Zeitpunkt konnte noch niemand ahnen, dass

unsere Wirtschaft, unser Gesundheitssystem,

unser öffentliches Leben, ja unser gesamtes Land

in eine nachhaltige, durch einen Virus verursachte

Krise, stürzen würde. Da ich jetzt wenig über den

wirtschaftlichen Verlauf dieser Krise spekulieren

möchte, werde ich Gedanken zu meinen

Erfahrungen aus meiner täglichen Arbeit als PR- &

Kommunikations-Expertin, auch in Hinsicht auf die

Zeit nach Corona, teilen.

Verkaufen vs. Public Relations

Eingangs stellte ich mir die Frage, ob die PR- und

Kommunikationsarbeit wirklich direkt am

„Verkauf“ von Produkten beteiligt ist oder eher

doch als die Grundlage für den Verkauf dient. Ich

behaupte, dass die Öffentlichkeitsarbeit als eine

sehr wichtige Grundlage für den nachhaltigen

Verkauf von Produkten funktioniert. Richtig

eingesetzt, erzeugt sie die Sichtbarkeit des

Unternehmens und seiner Produkte. Sie formt das

strategische Image des Unternehmens, das Image

der repräsentierenden Personen und vor allem

das Image der Marke und ihrer Produkte, mit

welchem sich wiederum die Zielgruppe, also die

Käuferschaft identifiziert.

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Umfassende, moderne, strategische PR- und

Kommunikationsarbeit wird leider hierzulande

von vielen, vor allem jungen Unternehmen, sehr

oft unterschätzt. Die Großzahl der Unternehmen

setzen zumeist auf datengetriebenes

Online-Marketing, vielleicht noch etwas

Content-Marketing und sie wundern sich dann,

warum sie in der Öffentlichkeit nicht wirklich

sichtbar sind, ein löchriges Image besitzen und es

ihnen vollkommen an einer

vertrauenserweckenden Reputation fehlt. Diese

Marken können nicht zum Kult avancieren.

Warum macht die Mehrheit immer den zweiten

vor dem ersten Schritt?

Ich beobachte seit Jahren immer wieder, dass

man mit dem zweiten Schritt beginnt, bevor man

den Ersten gegangen ist. Die erfolgreichsten

Unternehmen machen es vor. Der allererste

Schritt sollte immer sein, eine allumfassende,

einheitliche Kommunikationsstrategie, abgeleitet

von den Unternehmenszielen und basierend auf

der Analyse der USPs, Zielgruppen, etc.,

aufzusetzen. Diese Kommunikationsstrategie legt

fest, wie auf welchen Kanälen nach außen

kommuniziert wird, mit welchem Wording, mit

welcher Bildsprache. Sie steuert maßgeblich den

Aufbau eines Images, wie dieses von außen

wahrgenommen werden soll und vor allem wie

genau das erreicht werden kann.

Basierend auf dieser Grundlage oder besser

gesagt entlang der strategischen Vorlagen des

Kommunikationskonzepts, sollten dann erst im

zweiten Schritt alle Marketing- und

Verkaufsstrategien entwickelt werden. Eine

Kommunikationsstrategie ist der rote Leitfaden

anhand dessen der sinnvolle Marketing-Mix

entwickelt werden soll.

Die Erfolgreichsten wissen, dass die gut

durchdachte, strategische PR der Grundpfeiler

eines erfolgreichen Unternehmens ist. In diesem

Zusammenhang soll Microsoft-Gründer Bill Gates

geäußert haben:

„If I was down to my last dollar I`d spend it on

public relations.”

Ich habe mich in den letzten Jahren neben der

Startup- und Unternehmenskommunikation auf

die mediale Inszenierung und Vermarktung von

Persönlichkeiten spezialisiert. Ich schreibe hierbei

nicht von der zeitlich begrenzten Sichtbarkeit

trendabhängiger Influencer, sondern von

nachhaltiger, langfristiger Positionierung von

Menschen mit ihren speziellen Aufgaben und

Begabungen.

Rockstars vs. Super Heroes

Ob Gründer eines Startups, leitende

Persönlichkeit eines Konzerns, Musiker, Sportler

oder andere Menschen mit einer speziellen Idee

oder Begabung, die eine Marktpositionierung

einnehmen möchten, sie alle können sich der

PR-Mechanismen bedienen, sich selbst und ihre

Produkte medial zu inszenieren und zu etablieren.

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Um meinen Ansatz ganz klar aufzeigen zu können,

bediene ich mich folgend einiger plakativer,

stereotyper Kategorisierungen. Die Großzahl der

Persönlichkeiten, die sich selbst ohne eine

umfassende Image-Strategie nach außen

darstellen und tatsächlich gesehen werden,

können gedanklich in zwei Kategorien eingeteilt

werden: Die Rockstars und die Superhelden. Das

Rockstar-Image ist leider wenig individuell und für

den Aufbau einer langfristigen Sichtbarkeit und

einer glaubwürdig positiven Reputation nicht

wirklich hilfreich. Mein Ziel ist es, „Superhelden

zu erschaffen. Wie ist das zu verstehen?

Die Rockstars: Sie sind Stereotype, die Coolness,

eine gewisse Arroganz und oft eine leicht

überhebliche Überlegenheit ausstrahlen möchten.

Sie zeigen wenig Individualität, dafür ein immer

mehr alterndes Bild von Macht und Erfolg. Sie

tragen Lederjacken, fahren schnelle Autos und

haben immer eine Auswahl an schönen Frauen an

ihrer Seite. Es gibt da die Schauspieler-Rockstars,

die Musiker-Rockstars, die Marketing-Rockstars,

die Business-Rockstars. Sie sind auch bis zu einem

gewissen Grad erfolgreich, allerdings hemmt sie

ihr eigenes Image um viel größeren Erfolg und

noch mehr Sympathie einer viel größeren

Audience zu erreichen.

Der Rockstar limitiert sich selbst auf eine

oberflächliche, inszenierte Darstellung seines

Status, seiner Macht, seines materiellen Erfolges.

Er präsentiert sich wie er gern gesehen und

respektiert werden möchte, aber geht dabei nicht

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im Ansatz auf die Bedürfnisse seiner Audience ein.

Er wird vielleicht in gewisser Weise beneidet und

für seinen Erfolg respektiert, aber geliebt und

wirklich unterstützt wird er nicht. Mit diesem

antiquierten Verhalten wird er in der heutigen Zeit

keine neuen, jüngeren Zielgruppen erreichen und

seine bestehenden werden „aussterben“, einfach

weil er den Geschmack einer modernen Audience

verfehlt.

Ich möchte keine Beispiele nennen, aber ich

denke während des Lesens hattet ihr gewisse

Bilder vor Augen, ob es sich nun um einen

Schnulzensänger mit Rockstar-Attitüden oder um

einen in Midlife Crises anmutenden Konzernchef

handelt.

Die Welt benötigt keine stereotypen Figuren

mehr. Sie benötigt ganz individuelle

Persönlichkeiten, mit denen sie sich identifizieren

kann, die sie liebt, und denen sie folgen kann. Die

reichweitenstärksten und beliebtesten Vorbilder

verkörpern das Bild eines erfolgreichen,

intelligenten, freundlichen, respektvollen,

wertschätzenden, dankbaren Wesens mit

ehrenhaften Werten, was sich für schwächere und

benachteiligte Menschen sowie höher gestellte

globale Ziele wie Menschenrechte, Umweltschutz

und Tierschutz einsetzt.

Die Superhelden-Images verfolgen eine

umfassendere Strategie. Diese Persönlichkeiten

zeigen sich zwar auch nur in medial inszenierten

Momentaufnahmen, allerdings eingefasst in ein,

für die Audience erahnbares Universum. Das

heißt, wir als Zuschauer haben Teil an „dem

Leben“ der Person. Wir bekommen Einblicke in

das Umfeld der Persönlichkeit. Wir sehen ihre

Schwächen, die sie uns durch ihre Verletzlichkeit

sehr sympathisch erscheinen lassen und wir

erkennen ihre überdimensionale Superpower, die

wir respektvoll anerkennen. Wir haben das

Gefühl, wir kennen die Leidenschaften, das

Familienglück und die noblen Werte dieser

Person. Wir fühlen uns dieser Person nah und

hegen eine gewisse Sympathie. Somit schafft sie

es, eine so riesige Zuhörerschaft zu erreichen,

dass sie dadurch automatisch immer

erfolgreicher, wie auch einflussreicher wird. Durch

das Einbetten der Persönlichkeit in ein

glaubhaftes, scheinbar transparentes Universum,

avanciert sie zum Superhelden, der auch bei

Misserfolgen und in Krisen weiter unterstützt

wird.

Ist euch etwas aufgefallen? Hattet ihr beim Lesen

auch überwiegend männliche Persönlichkeiten im

Sinn?

Werdet selbst zu Superheldinnen, nicht zu

zickigen Boss-Monstern

Auffällig ist, dass meine Kunden zu 100 Prozent

männlichen Geschlechts sind. Wo sind denn die

Frauen? Wo sind denn all die Sarah Blakelys,

Michelle Obamas, die Supergirls, die Lara Crofts,

die Wonder Women und Captain Marvels?

Liebe Lois Lanes und Pepper Potts, versteckt euch

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nicht weiter hinter den Supermens und Iron Mens

dieser Welt. Werdet selbst zu Superheldinnen,

nicht zu zickigen Boss-Monstern. Beginnt euch

endlich richtig zu verkaufen.

Die Krise bringt uns zu einem absoluten

wirtschaftlichen und sozialen Vakuum. Niemand

weiß, wie es in den nächsten Wochen, Monaten

und Jahren weiter geht. Die Krise bringt uns

allerdings auch den Raum und die Freiheit, nach

besseren Werten zu streben, unsere Gesellschaft

und unser Leben besser zu machen, unsere

Stellungen innerhalb unseres Berufskosmos neu

zu überdenken. In der Krise halten überwiegend

Frauen unsere Gesellschaft am Laufen. Denken

wir an die Frauen in der medizinischen

Versorgung, im Einzelhandel und in allerlei

wichtigen Ämtern.

Nach der Krise brauchen wir Leitfiguren, die uns

Mut und Hoffnung geben, die uns führen und uns

Vorbilder sind. Nutzt die weltweite Krise,

akzeptiert eure Schwächen, werdet euch eurer

Stärken bewusst, tretet nach vorn und fangt an,

Euch richtig zu verkaufen! Die Welt braucht euch!

Foto Robert Schlesinger

Judith Blaubach legte mit ihrem

geisteswissenschaftlichen Studium die

Grundlagen für die Praktiken des Schreibens

und ihr heutiges Wirken als Autorin, PR- und

Kommunikations-Strategin. Ihre Karriere

begann im Bereich der Universitätspresse,

nahm ihren Weg über die Verlagswelt, von der

aus sie die klassischen Methoden der PR- und

Kommunikationsarbeit für den medialen

Aufbau von Startups modifizierte. In den

letzten Jahren arbeitete sie in der

Medienbranche in den verschiedensten

Bereichen der medialen Inszenierung und

öffentlichen Darstellung von Persönlichkeiten,

Filmen, Produkten und Brands. Sie nutzt heute

ihre Ansätze als „Kommunikationsmix“

individuell für den Image- und Brand-Aufbau,

sowie die Vermarktung von Ideen, Visionen,

Persönlichkeiten und Produkten.

https://commsmix.com/

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Titelthema

Online vs. Offline: Welche Chancen bietet das

Internet dem stationären Handel?

Von Dana Rotter

Mit wenigen Klicks bequem vom Sofa aus oder

unterwegs online bestellen und nach Hause

liefern lassen. Inzwischen gehört das

Online-Shopping für viele Kunden zum Alltag.

Genauso wie immer noch das Bummeln durch

Geschäfte in der Innenstadt. Rund 80 Prozent der

Deutschen kauften 2019 sowohl online als auch

stationär ein. (*) Was heißt das für den

Einzelhandel vor Ort? Ist das Online-Shopping

wirklich nur eine Bedrohung oder auch eine

Chance? Mittlerweile befindet sich der

Einzelhandel in einem massiven Umbruch. Wer

seine Kunden nicht auf vielen verschiedenen

Kanälen erreicht, hat es inzwischen schwer.

Verschiedene Kanäle nutzen, um Kunden zu

erreichen

Für den stationären Einzelhandel bedeutet die

Zunahme des Online-Shoppings vor allem eins:

Investitionen. Neue Geschäftsmodelle,

Vertriebswege und veränderte Strukturen sind

nötig, um den Anschluss an den E-Commerce

nicht endgültig zu verlieren. Mittlere und große

Unternehmen sind in der Regel finanziell gut

genug aufgestellt, um sich den Veränderungen

anzupassen. Nur so können sie verhindern ihre

Kunden immer mehr an das Internet zu verlieren.

Bei kleinen und Kleinstbetrieben wird es häufig

schon schwieriger, neue Wege zu gehen. Bleiben

die Investitionen aus, verlieren sie weiter Kunden

und ein Teufelskreis entsteht, aus dem es kaum

noch ein Ausbrechen gibt.

Dabei lässt sich schon mit wenigen Mitteln viel

erreichen. In vielen Städten werden

Online-Plattformen zur Verfügung gestellt, auf

denen lokale Unternehmen sich und ihr Angebot

präsentieren können. Doch damit ist es noch

lange nicht getan. Neben einer eigenen

Homepage wird auch die Präsenz in den Sozialen

Medien immer wichtiger. Kunden können so zum

ersten Mal angesprochen und auch dauerhaft

gebunden werden. Wer kein großes Unternehmen

mit einer eigenen PR-Abteilung hinter sich hat,

sollte auf seine Mitarbeiter setzen, diese in

Medienkompetenz schulen lassen und dadurch

eine persönliche Marke aufbauen, mit der sich

Kunden identifizieren können.

Omnichannel vereint stationären und

Online-Handel

Offline-Käufer online finden und ansprechen:

Mithilfe von verschiedenen Kanälen, ist genau

dies möglich. Ein Beispiel ist der

Multichannel-Ansatz. Neben dem klassischen

analogen Kanal, dem Ladengeschäft, werden

sämtliche digitale Kanäle genutzt, um mit dem

Kunden in Kontakt zu treten. Das können

Online-Shops, Blogs oder Apps sein, die für

Computer, Smartphone und Tablet ausgelegt sind.

Wie die perfekte Verschmelzung von online und

offline erscheint das Crosschannel-Konzept, dabei

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allen voran das sogenannte click&collect. Kunden

können online per Mausklick bestellen, entweder

direkt oder in der Filiale bezahlen, nachschauen,

ob ein Artikel im Geschäft vorrätig ist und sich

reservieren lassen. Für die Kunden und

Einzelhändler ergeben sich dadurch zahlreiche

Vorteile. Beispielsweise kann der Zeitpunkt der

Abholung selbst bestimmt werden, es entfällt das

lästige Warten auf den Paketboten oder das

Abholen in einem Paketshop und gefällt die Ware

nicht, kann sie einfach im Geschäft gelassen

werden. Doch nicht immer klappt alles so

reibungslos, wie es auf den ersten Blick scheint. Ist

die Ware nicht vorrätig, muss sie erst in den Laden

bestellt werden und nicht zwingendermaßen ist

sie direkt am nächsten Tag da. Es kann auch schon

einmal bis zu fünf Tage dauern, wodurch der

direkte Versand nach Hause häufig wieder

schneller wäre. Mit echtem click&collect hat das

also nicht wirklich etwas zu tun. Ein weiterer

Nachteil entsteht für Kunden dann, wenn vorab

online bezahlte Ware zwar im Geschäft abgeholt,

dort aber weder umgetauscht noch reklamiert

werden kann. Noch schlimmer wirkt es sich auf

die Kundenzufriedenheit aus, wenn Ware

verschlampt wird und bei der Abholung nicht

aufzufinden ist. Wer einmal eine schlechte

Erfahrung gemacht hat, kommt wahrscheinlich

kein zweites Mal.

Einzelhandel als Einkaufserlebnis

Umso wichtiger ist es, dass sich Einzelhändler

nicht nur auf ihrem Onlineangebot ausruhen,

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sondern auch weiterhin direkt für die Kunden da

sind. Der Einzelhandel muss zum Einkaufserlebnis

für alle Sinne werden. Mitarbeiter werden zu

Markenbotschaftern, sie begleiten den Kunden

von Anfang an, bestechen durch Kompetenz und

Sympathie und sind die regionalen Experten. Nur

so können Einzelhändler der Befürchtung

entgegenwirken, dass sich Kunden kostenlos

beraten lassen, um dann doch irgendwo anders

online einzukaufen. Das ideale Beratungsgespräch

führt zu einem direkten Verkaufsabschluss.

Doch was muss ein Verkäufer mitbringen, damit

der Kunde sich wohlfühlt, gerne direkt kauft und

immer wieder kommt? Zu aller erst muss er

authentisch, freundlich und offen sein, denn der

erste Eindruck zählt. Nur wer sich und seiner Linie

treu bleibt und individuell berät, schafft es, den

Kunden mitzunehmen und zu begeistern.

Dennoch ist es aber genauso wichtig, sich auf sein

Gegenüber einzustellen. Es bringt nichts, nur in

Fachchinesisch zu sprechen, damit wird der Kunde

nicht beeindruckt, sondern vielmehr verschreckt.

Auch sollte eine Informationsflut vermieden

werden. Stattdessen lieber auf Fragen reagieren

und die richtigen Fragen stellen, damit der Kunde

sich öffnet und von sich aus erzählt, was er

möchte. Als Verkäufer sollte man sich nie

aufdrängen, sondern dem Kunden seinen

Freiraum geben, gleichzeitig aber im Hintergrund

immer präsent sein. Am besten wird das erreicht,

indem man den Kunden bei Betreten des Ladens

freundlich begrüßt und so signalisiert: „Ich habe

Sie wahrgenommen und bin für Sie da.“

Wer seine Kunden also umfassend betreuen will,

braucht ein gutes Omnichannel-Angebot, das alle

Kanäle miteinander verknüpft. So erfährt der

Kunde ein optimales Einkaufserlebnis und wird auf

der Customer Journey von Anfang mit Ende

begleitet - egal ob online oder offline.

(*)"Trends im E-Commerce So shoppen die

Deutschen 2019" Dr. Bernhard Rohleder |

Bitkom-Hauptgeschäftsführer (Berlin, 24. Januar

2019)

Photo by Blake Wisz on Unsplash

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Photo by Toa Heftiba on Unsplash


Titelthema

Wie sozial ist digital?

Der Stellenwert

persönlicher

Kundengespräche im

digitalen Zeitalter

Von Birgit Indrak

Sabine, Ihre Kollegin, kommt nach 2 Wochen

Urlaub wieder ins Büro. Ihre Haut ist zart braun

gefärbt, sie wirkt erholt und entspannt. Ihre

Urlaubsfotos kennen Sie bereits von Facebook,

Instagram & Co. Und selbstverständlich haben Sie

bereits vor ihrer Abfahrt gegoogelt und das

Urlaubsziel voller Bewunderung bestaunt.

Vielleicht habe Sie sogar gedacht, dass Sie jetzt

selbst auch gerne am Strand entspannen würden?

Der Schlüssel liegt in der Emotion

Wie können die Bilder sehen. Aber wir HÖREN

nicht das Meeresrauschen und FÜHLEN auch nicht

die südliche Sommerhitze. Es ist ein Bild ohne

jegliche Emotion. Es wird nur dann schön,

interessant, spannend für uns, wenn wir eine

persönliche Erfahrung damit verbinden. Ein

schönes Erlebnis.

Im direkten Kontakt mit anderen Menschen

verwenden wir automatisch alle unsere Sinne.

Sehen, hören, riechen, spüren, schmecken. Je

mehr Sinne beteiligt sind, desto besser können wir

einschätzen: Was ist die Absicht? Was möchte

eine Person erreichen? Welche Vorstellung hat

mein Gegenüber von einer bestimmten Sache?

All das ist entscheidend dafür, wie wir eine

Aussage interpretieren und welche Bedeutung wir

der Aussage geben.

Per Smartphone und Tablet können wir 24/7

überall auf der Welt „sein“. ABER: Haben wir

deshalb aufgehört in Urlaub zu fahren? Warum

reisen wir trotzdem? Oder wollen wir gerade

deshalb hin, weil wir im Internet ein tolles Bild

gesehen haben? Oder die Kollegin so geschwärmt

hat?

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Der persönliche Kontakt - das Ass in der

Verkaufskommunikation

Digitale Medien sind größtenteils auf einen

Sinneskanal „Das Sehen“ ausgerichtet. Bilder,

Grafiken und Texte kommen dabei wirkungsvoll

zum Einsatz und sind eine wertvolle Ergänzung.

Die Vorteile liegen auf der Hand: hohe Reichweite,

einfache und schnelle Kontaktaufnahme,

Positionierung als Expertin. Ein Nachteil: Sie

sprechen nur einen Teil unserer Sinne an und

eignen sich nicht, um Themen ausführlich zu

besprechen.

Im Verkauf geht es immer um ein Kernthemen:

Wie baue ich eine Kundenbeziehung auf? Danach

richtet sich die Wahl des Kommunikationsmittels.

Wichtig ist es, sich bewusst zu machen, welche

Wirkung erreiche ich mit welchem

Kommunikationsmittel. Je mehr Sinne

angesprochen werden, desto stärker die Wirkung.

Somit bleibt der persönliche Kontakt ganz klar das

As in Ihren Karten. Genauso, wie Sie gut

überlegen, wann Sie das As spielen, überlegen Sie

auch, wann Sie den persönlichen Kontakt

einsetzen. Wichtig ist es, eine Strategie für die

Verkaufskommunikation zu haben, die zur

Zielgruppe, zum Unternehmen und zu den

Menschen, die in Ihrem Unternehmen im Verkauf

tätig sind, passen.

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5 Tipps wirksame Tipps für Ihr persönliches

Verkaufsgespräche

Nutzen Sie die Stärken der digitalen und

persönlichen Kommunikation. Je nach Zweck und

Situation sind unterschiedliche

Kommunikationsmittel sinnvoll. Reichen Sie

Unterlagen nach einem Kundengespräch per Mail

nach. Termine mit wenigen Teilnehmern lassen

sich oft per Telefon effizienter organisieren.

Erläuterungen zu Ihrem Angebot am besten

persönlich oder telefonisch geben.

Sagen Sie was Sie meinen. Verwenden Sie positive

Formulierungen. Unsere Sprache ist voll von

negativen Formulierungen, die wir nicht (mehr)

wahrnehmen. Wir sagen zum Beispiel: Kein

Problem. Meinen aber: Das mache ich gerne.

Schaffen Sie eine gemeinsame Ausgangslage.

Klären Sie zu Beginn eines wichtigen Gesprächs:

Wie ist die aktuelle Situation Ihrer Kundin?

Finden Sie das „Problem“ und bieten Sie eine

Lösung an. Wie macht Ihr Produkt/Ihre

Dienstleistung das Leben der Kundin leichter,

erfolgreicher, interessanter?

Vereinbaren Sie immer „Den Nächsten Konkreten

Schritt“. Beenden Sie jedes Gespräch mit einer

Vereinbarung was der Nächste Konkrete Schritt

ist. Das gibt Sicherheit und stärkt die

Vertrauensbasis. Die Kundin ist informiert und

erwartet die nächste Kontaktaufnahme von Ihnen.

"Die Fotogräfin" Tina King

Birgit Indrak ist es gelungen, in einer

wettbewerbsintensiven Branche, neue Märkte

zu erschließen und die Produkte erfolgreich

am gesamten deutschsprachigen Markt zu

etablieren. Sie war viele Jahre als

Vertriebsleiterin tätig. „In über zehn Jahren

aktiver Verkaufstätigkeit, sah ich mich täglich

vor der Herausforderung, Lösungen mit

meinen Kundinnen zu finden. Der stärkste

Hebel dafür: Wirksame Kommunikation.“

Mit viel Energie gibt Birgit Indrak ihr

Know-how im Bereich wirksamer Verkauf und

Führung, an Unternehmen weiter. Sie trainiert

vom Berufseinsteiger bis hin zum

Professionell, Mitarbeiterinnen und

Unternehmerinnen. Mit Wertschätzung und

einer Prise Humor.

Tel. +43 680 32 19 902

birgit.indrak@acadicta.at

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Titelthema

Mit

Begeisterung

verkauft es sich

(noch) besser!

Von Ralf R. Strupat

Jeder weiß, dass motivierte Mitarbeiter*innen

wichtig sind, um gute Ergebnisse im Verkauf zu

erzielen. Auch Selbstständige und Gründer*innen

dürfen diese Motivation für ihr Tun nicht

verlieren, um langfristig erfolgreich zu sein.

Ein motiviertes Team ist super, das ist

unumstritten. Dabei gibt es noch etwas, das

besser ist als Motivation. Etwas, das emotionaler,

tiefgründiger und nachhaltiger ist. Die Rede ist

von Begeisterung.

as unterscheidet begeisterte von motivierten

Verkäufer/innen?

Motivation ist zuweilen emotional geprägt. So

motiviert viele Verkäufer*innen zum Beispiel das

Wissen, dass sie bei besseren

Verkaufsergebnissen mehr Provision erhalten

oder auch ein Lob vom Chef für die Leistung

bekommen. Oft ist dies allerdings nur ein

Strohfeuer.

Das ist anders bei Verkäufer*innen, die echte

Begeisterung leben. Begeisterte Verkäufer*innen

kennen den Sinn des Unternehmens und ihrer

Arbeit, sind von den Produkten überzeugt und

brennen für die gemeinsame Vision. Diese

Begeisterung für das Unternehmen und die

Produkte ist tiefgreifend und hochansteckend. Im

Verkaufsprozess wird der Funke der Begeisterung

zwangsläufig auf den Kunden überspringen.

Man kann auch sagen: Motivierte

Verkäufer*innen helfen Kunden beim Erreichen

ihrer Ziele. Begeisterte helfen dabei, diese Ziele zu

übertreffen.

Emotionen sind im Verkauf das A und O

Gerade in der heutigen Zeit bedeuten begeisterte

Mitarbeiter*innen einen enormen

Wettbewerbsvorteil für Unternehmen. Wir

befinden uns in einem Markt, der geprägt ist von

ähnlichen Produkten, immer günstigeren Preisen

und der ständigen Verfügbarkeit im Onlinehandel.

Deshalb ist das Erlebnis Mensch der Verkauf

über Emotionen wichtiger denn je.

Produkte sind für viele Kunden austauschbar

doch das Einkaufserlebnis und die Beziehung zum

Verkäufer sind einzigartig. Auch Studien belegen,

dass Menschen eher kaufen, wenn sie sich in einer

positiven Gemütslage befinden. Und welche

Emotion kann Menschen besser positiv anstecken,

mehr mitreißen und einfangen als Begeisterung?

Besonders wenn es darum geht, andere

Menschen von etwas zu überzeugen, ist

Begeisterung unser bestes und authentischstes

Werkzeug. Menschen spüren das Funkeln in den

Augen, erkennen ein ehrliches Lächeln und

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akzeptieren ungenierte und ehrlich gemeinte

Argumente. Deshalb gilt: Begeisterung sells!

Tipps für mehr Begeisterung im Verkauf: Die

eigene Begeisterung finden und füttern

Der erste Grundsatz der Begeisterung lautet:

Begeisterung fängt immer bei einem selbst an.

Nur wer selbst begeistert ist, kann andere

Menschen begeistern. Folgende

Reflexionsfragen helfen dabei, seine eigene

Begeisterung (wieder zu) entdecken, sowohl im

persönlichen als auch im beruflichen Alltag:

1. Welcher Geist (welches Warum) treibt

mich persönlich an?

2. Bei welchen Aktivitäten verspüre ich

Freude und bin im „Flow“?

3. Wie fühlt sich Begeisterung bei mir selbst

an?

Dabei ist wichtig zu beachten, dass sich

Begeisterung nicht in extrovertierten

„Tschakka“-Momenten oder plötzlichen

Spaß-Ausbrüchen äußert. Diese sind oft nur ein

Strohfeuer. Stille und persönliche Momente

können genauso von Begeisterung ausgefüllt

sein. Das Gefühl ist für jeden anders, deshalb ist

die Selbstreflexion so wichtig. Sobald die eigene

Begeisterung gefunden ist, kann man diese

verstärken indem man die Gefühle bewusst

wahrnimmt, und sich verstärkt auf Aktivitäten

konzentriert, die einem Begeisterung schenken.

19


Die Frage nach dem Sinn stellen

Jedes Unternehmen unabhängig von der Größe

sollte sich die Frage stellen: „Warum machen wir

das, was wir machen?“ Ein Faktor für mehr

Begeisterung im Verkauf ist, dass der Sinn einer

Unternehmung und der einzelnen Aufgaben im

Unternehmen verstanden wird.

Am besten erarbeiten die Verkäufer*innen den

Sinn ihres Tuns in einem Workshop selbst. Auch

hier sind Selbstreflexion und der offene Dialog

untereinander entscheidend. Das „Warum“ kann

sowohl auf die Produkte („Das Produkt hilft

Menschen dabei…“), auf sich selbst („Ich mache

Menschen glücklich, indem…“), oder auf das

Unternehmen als Ganzes („Meine Firma erreicht X

Menschen jedes Jahr und schafft…“) bezogen

sein.

Sobald der Sinn des Tuns erarbeitet ist, kann aus

diesem ein gemeinsames Motto geschaffen

werden, das regelmäßig als Begeisterungs-Booster

genutzt werden kann.

Eine begeisternde Unternehmenskultur schaffen

Menschen können nur dann Begeisterung

verspüren und verbreiten, wenn sie sich wohl

fühlen. Deshalb ist es unerlässlich, dass

Unternehmen ein angenehmes Arbeitsumfeld

schaffen und eine Begeisterungskultur leben. Die

wichtigsten Eckpfeiler dafür sind ein

wertschätzender Umgang, offene und ehrliche

Kommunikation sowie eine tolerante Fehlerkultur.

Ralf R. Strupat ist Umsetzungsexperte für gelebte

Begeisterung. Seit fast zwanzig Jahren in Unternehmen

beratend, trainierend und aktiv begleitend unterwegs

nah an der Basis bei Themen, die Führungskräfte

bewegen. Ganzheitlich, praxis- und lebensnah wie

kaum ein anderer mit Werkzeugen die sofort

einsetzbar sind. Seine praktische Tipps für den Alltag als

Führungskraft und für begeisternde Kommunikation

verrät er auf www.begeisterungsland.de und im

Podcast mit seiner Kollegin Jennifer Zacher-Handke

Doppelter Espresso!.

Als Führungskraft ist man dafür verantwortlich,

diese Werte bei Gesprächen mit

Mitarbeiter*innen und im täglichen Miteinander

vorzuleben. Dazu gehören regelmäßige

persönliche und offene Gespräche mit den

Mitarbeiter*innen oder Fehler nicht zu bestrafen,

sondern gemeinsam das Learning daraus zu

ziehen. Erlaubt ist auch, selbst einmal

Verletzlichkeit zu zeigen. Wer diese Tipps

beherzigt und aktiv umsetzt als

Geschäftsführer*in, Führungskraft und

Selbstständige*r wird auf ehrliche Weise mehr

verkaufen und sich dabei noch richtig gut fühlen.

Und dies „nur“ mit der Kraft echter Begeisterung.

Foto Wosilat Fotografie

20


Titelthema

Mehr Umsatz und

zufriedenere Kunden

durch Ehrlichkeit im

Verkauf

Von Oliver Schumacher

Menschen wünschen sich Verständnis, Sicherheit

und Anerkennung. Bekommen sie diese Gefühle

nicht ausreichend im persönlichen Gespräch von

ihren Mitmenschen, ist die Wahrscheinlichkeit

groß, dass sie verstärkt in die sozialen Medien

fliehen. Denn hier ist Anerkennung durch Liken,

Teilen und Kommentieren, als auch Sicherheit und

Verständnis mit Gleichgesinnten (Stichwort

Filterblase) für viele deutlich leichter. Gelingt es

Anbietern im Gespräch, egal ob am Telefon oder

im persönlichen Gespräch, Kunden aus echter

Überzeugung die Gefühle von Verständnis,

Sicherheit und Anerkennung zu geben, werden sie

gerne kaufen und das immer wieder. Kurz

gesagt: Geht es im Verkauf ehrlich zu, steigen die

Umsätze im Unternehmen.

Ehrliches Verkaufen setzt echtes Interesse am

Kunden voraus

Ist der Kunde für seine Lieferanten nur eine

Nummer, oder tatsächlich ein Mensch mit

Wünschen, Zielen aber auch Sorgen? Wer nicht

nur oberflächlich fragt, was der Kunde will,

sondern auch wertschätzend hinterfragt, wie der

Kunde überhaupt zu der Erkenntnis des Bedarfes

gelangt ist, kann deutlich bedarfsgerechter

verkaufen. Anbieter, die ehrlich und damit

zeitgemäß verkaufen, sollten sich aber nicht nur

Gedanken machen, wie der Kunde (endlich) kauft,

sondern wie dieser auch mit der gekauften Sache

tatsächlich seinen Zielen näher kommt.

21


Auch ein Nein zum Auftrag gehört zum ehrlichen

Verkaufen dazu

Wer ehrlich verkauft, verkauft nicht immer

einfach pauschal das, was der Kunde verlangt.

Zumindest nicht bei Neukunden, die der Anbieter

noch gar nicht richtig kennt. Denn manchmal

passen einfach die Vorstellungen beider Seiten

nicht überein. So kann die Aussage, dass man das,

was der Kunde verlangt, nicht anbieten oder gar

verkaufen will, oftmals richtig sein. Verkäufer sind

schließlich für das verantwortlich, was sie

verkaufen, als auch für das, was sie nicht

verkaufen. Ehrliche Verkäufer reden sich also

nicht raus mit „Hat er ja nicht gefragt!“ oder

„Wollte er ja so haben!“, sondern stehen zu dem,

was sie verkaufen.

Wer offen mit Informationen umgeht, verkauft

ehrlich

Man kann mit Kunden vieles machen, solange

man die Kommunikation aufrecht erhält. Denn

Menschen wissen gerne, woran sie sind. Ist also

bspw. ein Teil von 10 aus der Bestellung nicht

lieferbar, so wird der Kunde nicht erst bei der

Anlieferung mit der Erkenntnis konfrontiert,

sondern sofort, sobald dieser Umstand bekannt

ist. Auch werden Ersatzpersonen benannt, wenn

der Hauptansprechpartner nicht erreichbar ist. Es

darf niemals passieren, dass ein Kunde seinen

Lieferanten „hinterherlaufen“ muss, um relevante

Informationen zu erhalten.

Foto Oliver Schumacher

Ehrlichkeit verkauft. Das ist das Credo

des vielfachen Autors, Verkaufstrainers

und Redners Oliver Schumacher. Seine

Mission ist nicht nur, dass Unternehmen

ihre vertrieblichen Ziele dauerhaft

erreichen, sondern auch dass Verkäufer

in Zukunft einen höheren

gesellschaftlichen Stellenwert genießen.

Der Mittvierziger arbeitete selbst über

10 Jahre überdurchschnittlich erfolgreich

im Verkauf für einen Markenartikler. Er

ist Sprachwissenschaftler (M.A.) und

Diplom-Betriebswirt (FH).

http://www.oliver-schumacher.de

22


Ehrliches Verkaufen bedeutet auch Lob und

Tadel

Zu den Spielregeln gehört es auch, dass beide

Seiten Verbindlichkeit leben. Hält eine Seite diese

nicht ein, muss sofort eingegriffen werden

wertschätzend. Aber nun bitte keine Mail

schicken, sondern einfach zum Telefon greifen,

um den menschlichen Kontakt wieder zu suchen.

Viele Geschäftspartner machen Fehler nicht mit

böser Absicht und da kommt eine Stimme am

Telefon oft wärmer an als irgendwelche Mails und

Briefe. Auch ein aufrichtiger Dank kann nicht

schaden. Warum also nicht ein paar Tage später

nach der Lieferung bzw. Leistungserbringung

anrufen, um zu fragen, wie alles geklappt hat?

Schließlich steht oft genug der Kunde nach dem

Kauf wieder alleine da bei ehrlichen Verkäufern

aber nicht.

Mit der Haltung des ehrlichen Verkaufens fallen

Akquise und Nachfassen leichter

Wer mit der inneren Überzeugung verkauft, dass

sie nur dann verkauft, wenn es wirklich für beide

Seiten passt, hat automatisch mehr Ausdauer und

Kraft bei der Akquise. Denn wer weiß, dass man

seinem Gegenüber mit seinem Angebot nur etwas

Gutes tut also letztlich helfen will, verhält sich

ganz anders bei möglichen Kaufwiderständen

seitens der Kundschaft als jemand, der

händeringend einen Auftrag benötigt. Leider

bauen viele Anbieter unnötigerweise Mauern

zwischen sich und dem potenziellen Kunden auf,

weil ihr Gegenüber anhand der Wortwahl als auch

der Stimme spürt, dass die Person nicht „echt“ ist.

Wer freundschaftlich, wohlwollend und

interessiert den Dialog mit potenziellen

Geschäftspartnern sucht, wird erfolgreich sein.

Ehrliches Verkaufen ist keine Methode, sondern

eine Einstellung gegenüber sich selbst als auch

gegenüber seinen Geschäftspartnern. Wer meint,

auf diesen wichtigen Wert verzichten zu müssen,

mag möglicherweise kurzfristig mehr Umsatz

machen. Doch langfristig zahlen sich immer

ehrliche Geschäfte aus für beide Seiten.

In diesem Video geht es um 10 gängige Irrtümer

über das Verkaufen:

https://www.youtube.com/watch?v=_IdatAt01bA

Hier geht es zum YouTube-Kanal von Oliver

Schumacher. Er veröffentlicht dreimal in der

Woche konkrete Tipps für bessere Erfolge im

Verkauf:

https://www.youtube.com/c/oliverschumacherve

rkaufstrainer

23


Titelthema

Und was beeinflusst Dich?

Von Nathalie Spencer

Wenn wir in einen Laden gehen, ist es leicht zu

glauben, dass wir die volle Kontrolle über unsere

Kaufentscheidungen haben. Und obwohl wir

sicherlich die Macht haben uns zu entscheiden, ob

wir bar oder mit Karte zahlen, gibt es überall um

uns herum viele subtile Hinweise, die

wahrscheinlich Einfluss darauf haben, wie wir

unser Geld ausgeben.

Zu lernen, wie wir Entscheidungen treffen und wie

Einzelhändler dies zu ihrem Vorteil nutzen

können, ist die erste Verteidigungslinie, um

Mehrausgaben zu vermeiden, über die wir uns

hinterher ärgern.

Im Gegensatz zu dem, was uns manches Lehrbuch

weismachen will, sind Menschen keine

vollkommen rationalen Wesen, die in der Lage

sind, fehlerfreie Selbstkontrolle auszuüben und

den Wert von etwas genau einzuschätzen.

Stattdessen erkennen Verhaltensforscher, dass

wir zu bestimmten Zeitpunkten stark vom

Kontext, in dem wir uns gerade bewegen,

beeinflusst werden. Wir verlassen uns auf Signale

in der „Auswahlumgebung“, um zu entscheiden,

was jetzt zu tun ist - zum Beispiel was und wie viel

wir kaufen. Oder: Ob überhaupt.

es also drei Größenoptionen gibt, wählen Sie

vielleicht die mittlere Portion aus. Diese

Tendenz, die mittlere Option zu wählen, wird

als Kompromisseffekt bezeichnet.

Solche relativen und nicht absoluten

Einschätzungen machen sich auch dann

bemerkbar, wenn es Rabatte gibt. Ein hoher

Anfangspreis kann Qualität signalisieren und in

unserer Wahrnehmung ein „Der Betrag ist

angemessen“ verankern. Genauer gesagt,

ohne auf ein Preisschild zu schauen, habe ich

vielleicht kein gutes Gefühl dafür, was ein

bestimmtes Hemd wert ist, aber wenn ich

sehe, dass der ursprüngliche Preis 100 € betrug

und er jetzt auf 55 € herabgesetzt ist, fühlt sich

eine Kaufentscheidung gut an.

Ein einfaches Beispiel: Entscheiden Sie sich,

welche Suppe sie in einem Café bestellen wollen.

Sie kennen wahrscheinlich nicht das genaue

Suppenvolumen, das Sie satt machen wird. Wenn

24


Noch so ein Beispiel:

Wenn ein Verkäufer ein bestimmtes

Laptop-Modell attraktiver machen möchte, kann

er ein ähnliches, aber minderwertiges Modell in

der Nähe platzieren. Das schlechtere Modell (das

vielleicht nur bei einem oder zwei Merkmalen

geringfügig minderwertiger abschneidet) fungiert

dann als Köder, der das Kaufverhalten der

Menschen in Richtung des Modells verschieben

kann, das der Einzelhändler eigentlich verkaufen

will.

Verhalten und unsere Entscheidungsprozesse

besser verstehen, können wir auch unser

Leben so gestalten, dass gute

Entscheidungen treffen, was wir mit unserem

Geld machen.

Einen Auszug aus ihrem Buch finden Sie hier.

Diese Taktik funktioniert genauso Online.

Webbasierte Geschäfte sind inzwischen

allgegenwärtig und Zahlungsmechanismen

werden immer komfortabler. Dies bedeutet, dass

Sie spät abends bequem im Sofa im Pyjama mit

einem Glas Wein einen Einkaufsbummel bei

Amazon machen können (oder fügen Sie hier

Ihren Lieblingsgeschäftsnamen ein) - alles, was Sie

brauchen, ist ein Computer, ein Tablet oder ein

Handy.

Diese Bequemlichkeit hat offensichtliche Vorteile,

kann aber auch zu sinnlosen Ausgaben führen, die

wir im Nachhinein bedauern. Das Ändern der

Einstellungen für Ihre Banking-App oder das

Festlegen freiwilliger Kontolimits kann dazu

beitragen, eine Bremse in allzu schnelle

Online-Käufe einzubauen, damit Sie Ihre

Ausgaben im Blick und damit auch die Kontrolle

behalten.

Ob im Geschäft oder Online, wenn wir unser

Foto @ Nathalie Spencer

Nathalie Spencer ist Verhaltenswissenschaftlerin

bei der Commonwealth Bank in Australien und

Autorin des Buches “Gutes Geld”, stellen wir auf

S.95 vor. Sie erforscht finanzielle

Entscheidungsprozesse und wie richtig genutzte

Erkenntnisse der Verhaltenswissenschaft zu

größerer finanzieller Zufriedenheit führen

können. Davor war Spencer in London bei der

ING tätig, wo sie regelmäßig für eZonomics

schrieb, sowie bei der RSA. Sie fungierte dort

unter anderem als Co-Autorin von Wired for

Imprudence: Behavioural Hurdles to Financial

Capability.

25


Digitalisierung

Viele Wege führen zu Ihnen: Linksetzung leicht

gemacht

Von Anna Pianka

Es hat sich herumgesprochen: Verlinkungen sind

wichtig für die eigene Website. Dabei wird

zwischen internen und externen Verlinkungen

unterschieden. In diesem Beitrag zeigt unsere

Gastautorin Anna Pianka (Abteilungsleiterin SEO

OffPage bei der SEO Agentur ABAKUS Internet

Marketing) auf, welche Rolle Verlinkungen in der

Suchmaschinenoptimierung spielen.

Interne Verlinkungen und SEO

Mit internen Verlinkungen sind Links von der

eigenen Website zur eigenen Website gemeint.

Diese dienen dazu, Inhalte auf der Website besser

auffindbar zu machen, die sich auf anderen

Unterseiten der Website befinden. Interne Links

sind hilfreich für Leser, die sich mehr zu einem

bestimmten Thema informieren möchten,

welches sich ebenfalls auf der gleichen Website

befindet. Vor allem Websites mit vielen Inhalten

profitieren von internen Verlinkungen. In der

Suchmaschinenoptimierung haben sie den Vorteil,

dass Nutzer länger auf der Website verweilen, was

ein positives Signal für Google bedeuten kann.

Ein anderer, sehr wichtiger Punkt ist das bessere

Verständnis der Artikel auf den Unterseiten, zu

welchen interne Links gesetzt wurden. Dabei ist

folgendes gemeint: Die Wörter, die als Linktexte

genommen werden, geben Google Anhaltspunkte

zu dem Thema der verlinkten Unterseiten und

zeigen zudem, dass die verlinkten Unterseiten

lesenswert sein könnten, weil auf sie verwiesen

wird. Generell sollte es so sein, dass die

wichtigeren Seiten einer Website öfter intern

verlinkt sind als unwichtigere. Man braucht es

aber auch nicht zu übertreiben. Daher ist es

sinnvoll, dass Redakteure interne Links setzen,

wenn es passende Inhalte auf der Website gibt. So

wird Google der Hinweis auf eine mögliche höhere

Relevanz zu bestimmten Unterseiten gegeben.

Seiten, die zu einem Thema als relevant eingestuft

werden, tauchen in den Suchmaschinen in der

Regel auf. Je relevanter für Google, desto höher

ist die Position des Artikels in den

Suchergebnisseiten der Suchmaschine.

Externe Verlinkungen und SEO

Den zweiten und wichtigeren Part zum Thema

Verlinkungen bilden die externen Verweise. Das

sind Links, die von anderen Websites zur eigenen

Website führen. Solche Links kommen zum

Beispiel durch Pressemitteilungen über die

PresseBox zustande. Meistens geschieht das über

die Kontaktangaben zum Unternehmen. Oft

kommt es auch vor, dass Verweise aus dem Inhalt

der Pressemitteilung gesetzt werden. Das kann

geschehen, wenn es inhaltlich Sinn ergibt.

Die meisten Links, die eine Website bekommt,

bilden sich jedoch über die Jahre hinweg darüber,

dass andere Websites über die eigene Website

oder ein Thema der Website berichten, diese

26


27


empfehlen oder für weitere Informationen auf sie

verlinken.

„Verweise nimmt Google als Empfehlungen wahr.

Wie im echten Leben kommt es darauf an, woher

die Empfehlungen kommen, um ihnen eine

Wertigkeit beizumessen.“, so Anna Pianka.

Wie wertvoll eine Empfehlung von einer Seite ist,

hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einen

wichtigen Faktor bildet die Relevanz der Website,

die auf die eigene Website verweist. Ein anderer

Faktor kann ihre Bekanntheit sein. Es gibt noch

weitere Anhaltspunkte, wie zum Beispiel die

Vertrauenswürdigkeit einer Seite. Auch dieser

Punkt ist wichtig für Google, um die Wertigkeit

einer Verlinkung einzuordnen.

Pressemitteilungen für SEO OffPage

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Links zu einer

Website anzustoßen. Eine White-Hat SEO

Methode stellt die Verteilung von

Pressemitteilungen über Presseportale dar.

Eine Pressemitteilung bietet auf der einen Seite

klassische Öffentlichkeitsarbeit, die wichtig für

Unternehmen ist und auf der anderen Seite

entstehen Verweise, die nützlich für die

Unternehmens-Website sein können.

Diese Backlinks ob follow oder nofollow sind

für Google ein Anhaltspunkt dafür, dass es eine

Neuigkeit zum Unternehmen gibt. Die

veröffentlichte Meldung sollte daher möglichst bei

Google News auftauchen. Um zu testen, ob die

eigene Pressemitteilung bei Google News gelistet

wird, öffnet man die Google Suche, gibt

beispielsweise die Überschrift der letzten

Pressemitteilung ein und switcht die Google Suche

auf „News“, sodass sich nur Neuigkeiten anzeigen

lassen. Ist die eigene Pressemitteilung in einem

Suchergebnis vertreten, ist dies ein Beleg dafür,

dass diese Neuigkeit zum Unternehmen passend

ausgegeben wird. Google behält sich jedoch vor,

Ergebnisse auszublenden. So kann es sein, dass

ein Artikel an einem Tag in den Google News

Suchergebnissen auftaucht, an einem anderen Tag

nicht und später dann doch wieder. Dieses

Phänomen betrifft eher ältere Pressemitteilungen.

Es gibt auch Presseportale, die eingetragene

Pressemitteilungen nicht in den Google News

Ergebnissen anzeigen. Wenn dies der Fall sein

sollte, ist es empfehlenswert, nach anderen

Vorteilen von diesen Presseportalen zu

recherchieren, um zu prüfen, welchen Wert eine

Veröffentlichung in solch einem Portal sonst

haben kann.

Für Suchmaschinenoptimierende ist es unter

anderem die Auffindbarkeit des Contents im Netz,

die als Qualitätsmerkmal zählt. Auf der PresseBox

veröffentliche Meldungen tauchen zudem in den

Google Bilder-Suchergebnissen auf. Das ist

vorteilhaft, wenn ein Unternehmen über

unterschiedliche Suchen gefunden werden

möchte.

28


Foto Anna Pianka

Linkaufbau Tipp: Es gibt Unternehmen, die

Fachartikel zu einem Thema als Pressemeldung

herausgegeben und damit erreichen, dass andere

redaktionell durchaus gut arbeitende Websites

den Artikel übernehmen, weil der Inhalt

interessant und der Zielgruppe entsprechend

aufbereitet ist. So entstehen neue Links zu den

Unternehmens-Websites. Pressemitteilungen

bilden eine vergleichsweise einfache Möglichkeit

von vielen, die bei ABAKUS empfohlen werden,

um die eigene Unternehmensseite ins Gespräch

zu bringen und im Internet zu stärken.

Anna Pianka ist Abteilungsleiterin SEO

OffPage bei der ABAKUS Internet

Marketing GmbH. Mit ihrer

Spezialisierung auf den Bereich Content

Marketing im Zusammenhang mit der

Suchmaschinenoptimierung verhilft sie

Unternehmen zu einer höheren

Sichtbarkeit im Internet. Die SEO-Expertin

und Fachautorin vermittelt ihr Wissen

unter anderem auf

Online-Marketing-Veranstaltungen der

IHK Hannover, der SEO Roadshow und

der SEO Campixx.

29


Finanzen

Geldanlage: Wo Frauen größere Geldbeträge als

Männer investieren

Von Volker Wohlfarth

Geldanlage ist in Zeiten von Niedrigzinsen gerade

für Frauen mit vergleichsweise geringeren

Rücklagen heikel. Früher konnte Geld auf dem

Festgeldkonto geparkt oder in Bundesschatzbriefe

gesteckt werden. Zinsen brachten mindestens

einen Inflationsausgleich, das Kapital war sicher

angelegt. Sicher ist es auch heute noch, aber eben

nicht mehr als das. Und immer noch wird Frauen

nachgesagt, weniger investitionsfreudig zu sein als

Männer.

gewesen. Wertpapierdepots weiblicher

Privatanleger erzielten im vergangenen Jahr

durchschnittlich 24,11 Prozent Rendite. Die von

Männern hingegen nur 23,5 Prozent. In einer

Privatanleger-Analyse der Bank wurde dafür die

Entwicklung der Wertpapierdepots für 2019 von

über 806.000 deutschen Kundinnen und Kunden

ausgewertet. Frauen waren somit, zumindest für

die vergangenen zwölf Monate, die besseren

Anlegerinnen.

Dieses gängige Klischee könnte durch neue Daten

widerlegt werden: Frauen legen höhere Beträge

an als Männer. Zumindest auf der digitalen

Plattform für kuratierte Immobilieninvestments,

zinsbaustein.de, haben im Jahr 2019 weibliche

Nutzer im Schnitt 2.910 Euro, also 15,8 Prozent

mehr investiert als Männer, die im Durchschnitt

2.512 Euro anlegt haben. Dies ergibt eine

Auswertung des Anlegerverhaltens von 4.370

Nutzerinnen und Nutzern der digitalen Plattform

für Immobilieninvestments, die einem breiten

Spektrum von Anlegern Zugang zu Anlageklassen

ermöglicht, die bisher traditionell

semi-institutionellen und institutionellen

Investoren vorbehalten waren.

Männer können dabei durchaus von Frauen bei

der Geldanlage lernen. So sind nach einer

aktuellen Studie der ING Deutschland Frauen in

2019 tatsächlich die erfolgreicheren Anlegerinnen

30


Diversifizierung als erfolgreiche Anlagestrategie

Der Grund für die höhere Renditeentwicklungen

bei Frauen liegt in dem unterschiedlichen

Investitionsverhalten im Vergleich zu Männern:

Frauen halten mit 25 Prozent einen

vergleichsweise höheren Fondsanteil in ihren

Depots. Männer hingegen investieren lieber in

Einzelwerte. Sie haben lediglich zu 18 Prozent

Fonds in ihrer Geldanlage, dafür rund 60 Prozent

Aktien. Deren Anteil liegt bei Frauen bei 53,47

Prozent. Die Renditen zeigen: Das

sicherheitsorientierte Aufstellen der Portfolios hat

sich 2019 ausgezahlt. Fonds sind an einem ganzen

Portfolio verschiedener Unternehmen aus

unterschiedlichen Ländern und Branchen beteiligt.

Durch diese Diversifizierung hat sich das

Anlagerisiko reduziert.

Männer sind zudem beim Kauf und Verkauf von

Wertpapieren deutlich aktiver als weibliche

Anleger und scheinen sich dabei an Sprichwörtern

wie „viel hilft viel" zu orientieren. Diesen

Unterschied im Verhalten von Mann und Frau bei

der Kapitalanlage hat eine Studie der Consorsbank

herausgefunden, bei der 1,5 Millionen Depots

ausgewertet wurden. Demnach traden Männer

17,4 Mal pro Jahr, Frauen dagegen lediglich 7,6

Mal. Mehr Trades bedeuten allerdings auch mehr

Gebühren. Sie werden für jeden Kauf oder

Verkauf erhoben. Die Folge: die Rendite wird

dadurch jedes Mal weiter geschmälert.

Das Thema Geldanlage ist bei Frauen stärker in

den Fokus gerückt

Generell rücken Frauen das Thema Geldanlage

31


heute stärker in den Fokus. Wie eine europaweite

Umfrage zum Thema Frauen und Geldanlage von

J.P. Morgan Asset Management ermittelt hat,

investieren viele nach wie vor

sicherheitsorientierter als Männer. Danach sind

sie weniger risikofreudig und setzen seltener auf

ertragstarke Kapitalmarktinvestments, bei denen

stärkere Kursschwankungen und Verluste möglich

sind. Am finanziellen Spielraum liegt das nicht. So

verfügen Europäerinnen zwischen 30 und 65

Jahren über ein angespartes Kapital von rund 200

Milliarden Euro, das sie an den Finanzmärkten

anlegen könnten. 45 Milliarden Euro davon

entfallen auf Frauen aus Deutschland und

Österreich. Ein Potenzial, das zurzeit noch

schlummert, bei fortlaufendem Trend jedoch

aktiviert werden könnte.

Frauen ab 50 Jahren kümmern sich am aktivsten

um ihre Finanzen

Nach den Daten von zinsbaustein.de kümmern

sich vor allem Frauen zwischen 50 und 75 Jahren

am aktivsten um ihre Finanzen. Die älteren ab 70

Jahren sind dabei besonders aktiv und machen

einen Anteil von bis zu 30 Prozent aus, die

50-65-Jährigen stellen einen Anteil von über 24

Prozent der Anlegerinnen, die bei zinsbaustein.de

eine Investmenthöhe von maximal 25.000 Euro

anlegen.

Im internationalen Vergleich legen deutsche

Frauen nach einer aktuellen

Nutzerdatenerhebung der globalen

Multi-Asset-Investitionsplattform eToro ihr Geld

nicht so konservativ an wie Männer. Danach

widersprechen Anlegerinnen in Deutschland dem

Stereotyp der konservativen Investorin und setzen

ihr Geld am liebsten ein in Kryptowährungen -

einer traditionell volatilen Anlageklasse - gefolgt

von ETFs, Aktien, Währungen, Aktienindizes und

Rohstoffen. Die Männer in Deutschland hingegen

folgen dem nationalen Trend und entscheiden

sich für traditionelle Anlagen wie Indizes und

Rohstoffe.

Volker Wohlfarth verantwortet als

Geschäftsführer Marketing, Produkt und IT

bei zinsbaustein.de. Er verfügt über

langjährige Erfahrung in der Internet- und

Immobilienbranche. Zuvor hat er hat bei

ImmobilienScout24, erento, eBay und

Toshiba in unterschiedlichen

Führungspositionen gearbeitet und liebt die

Digitalisierung.

Foto Robert Lehmann

32


Von Nadine Dlouhy

Das Wertvollste, was wir haben, ist Zeit. Das

Schönste ist, diese in „goldene Momente“

umzuwandeln, ob beruflich oder privat. Denn alles

Große beginnt im Kleinen. Das Leben besteht aus

vielen dieser kleinen Momente. Daher sollte man

sich der Wichtigkeit des einzelnen Moments

bewusst werden.

Wir gestalten und designen Häuser, Autos, Möbel,

Salzstreuer und sogar virtuelle Realitäten.

Designpreise feiern das schönste Designprodukt.

Das Einzige, was wir nicht bewusst designen, ist

UNSER LEBEN, unsere Zeit. Gehetzt und

fremdbestimmt rennen wir hinter allem her.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum das

so ist? Sehen wir Erfolg in dem, was wir schaffen,

oder in dem, was wir sind? Erfolg hat viele

Gesichter. Die Frage ist nur, in welches wir

schauen wollen. Fakt ist, dass wir jedes Erfolgsziel

nur erreichen, wenn wir uns auf unsere

menschliche Stärken-DNA besinnen. Damit Sie

meine Einstellung und Wege zum Erfolg besser

verstehen: Ich war dort, wo viele von Ihnen

vielleicht hinwollen. In dieser Zeit gab es nur ein

legitimes Ziel, Fokus nach vorn, in Richtung

„Erfolg“. Was ich zu diesem Zeitpunkt als Erfolg

verstand. Nach einem langen Kampf um einen der

mir wichtigsten und liebsten Menschen in meinem

Leben stand ich eines Morgens auf und fragte

mich, wessen Kampf kämpfe ich heute? Ich mache

scheinbar alles Unmögliche möglich entscheide

sogar über Leben und Tod eines anderen

Menschen. Ab diesem Zeitpunkt wurde es mir

Management

Zeitmanagement -

So setzen Sie die

Ressource „Mensch“

richtig ein

Design your Life.

Design You.

wichtiger denn je, meine Zeit intelligent und

gewinnbringend für mich und auch mein Umfeld

zu nutzen. Dies erfordert Wahrheit - insbesondere

zu sich selbst. Wir müssen sie nur sehen und

erkennen wollen.

Zeit ist begrenzt. Aber was wir mit unserer Zeit

machen und wie wir sie nutzen, ist grenzenlos in

den Möglichkeiten.

Ich meine das sehr ernst, wenn ich sage... „Design

your life. Design YOU.“ Design ist eine anerkannte

Wirtschaftskraft. Warum gilt dies nicht auch für

uns Menschen und unser Leben? 80 % unseres

Lebens verbringen wir im Job und die anderen 20

% sind vermeintliche Freizeit. Doch was tun wir

wirklich, was setzen wir am Tag um, das relevant

ist, was uns ans Ziel bringt beruflich wie privat?

33


Sechs Key-Points:

1. Der Mensch ist Erfolgs- und Innovationsfaktor

NR 1. (Selbstreflexion)

Ganz wichtig, SIE sind die Ressource. Sie haben die

Macht, Entscheidungen zu treffen - im Hier und

Jetzt - für IHRE Zukunft. Unser Kapital ist unsere

Persönlichkeit, und diese gilt es zu stärken, zu

gestalten und immer weiter zu entwickeln.

Bereichern Sie sich und Ihr Leben mit dem

Bewusstsein, eigenständig entscheiden, gestalten

und verändern zu können. Und eines ist sicher,

von diesem Punkt aus können Sie nur erfolgreich

sein.

2. Was ist mein „The reason WHY“?

(Selbstreflexion)

Machen Sie aus verleben erleben. Stellen Sie sich

ganz persönlich Ihre SINNFRAGE: Warum tue ich

das alles? Was ist Ihr „The reason WHY“? Und

ganz wichtig: Suchen Sie nicht den Sinn im Unsinn.

3. Zeitgewinn - Der frühe Vogel...

(Zeitmanagement/Zeitoptimierung)

Ich starte jeden Tag sehr früh. Unser Leben ist

dynamisch und somit habe ich den Raum, meine

geplante Zeit entsprechend anzupassen, sprich,

frei zu reagieren.

4. Das JA zum NEIN. (Effizienzsteigerung)

Es ist wichtig, Prioritäten zu setzen. Fragen Sie

sich, ob das, was Sie gerade machen, Sie zu Ihrem

34


Foto Christina Pörsch

Ziel führt? Grenzen sind befreiend, wenn sie

bewusst gesetzt werden, um die eigenen Ziele zu

erreichen. Das Ergebnis: Effizienz und KEINE

Umwege. Denn: Ein Ziel ohne Plan ist planlos.

5. Think in Potentials & Opportunities.

(Selbstreflexion)

Erkennen Sie Ihre Chancen und Potentiale. Es ist

nicht die Frage, wo Sie herkommen, sondern wo

Sie hinwollen. Sie entscheiden, ob Sie Probleme

oder Potentiale sehen.

6. Kommunikation ist keine Einbahnstraße.

(Zeitmanagement/Zeitoptimierung)

Gute Kommunikation bedeutet Zeitgewinn! Es ist

wichtig, diese effizient und zielorientiert zu

steuern. Fordern Sie ein Ergebnis. Definieren Sie

Ziele und Wege der Umsetzung! Setzen Sie Ihre

Ideen in gelebte Kommunikation um.

Nadine Dlouhy ist Top-Expertin für strategische

Markenentwicklung & Positionierung, führt seit

20 Jahren die BrandLite GmbH und begleitet 46

Unternehmen in 35 Ländern. Sie ist Mit-Autorin

von „Erfolg geht anders“ sowie Dozentin an der

Hochschule Fresenius University of Applied

Science für „Digitale Innovation“, „Strategisches

Management“, „Media-Management“,

Schwerpunkt Automotive und Mobility.

www.nadinedlouhy.com, www.brandlite.de

Aus Erfahrung kann ich Ihnen sagen: Wenn wir

meinen, es geht nicht mehr, sind wir noch

meilenweit von unserer Top-Form entfernt. Die

einzige Frage, die wir uns dabei nur stellen

müssen und auf die wir uns in aller Ehrlichkeit

eine Antwort schuldig sind, ist die Frage, für wen

wir kämpfen. Denn in allererster Linie ist es

unsere verdammte Pflicht, uns selbst glücklich

zu machen. DAS ist eine Form von Erfolg. Seien

Sie sich gegenüber ehrlich Entschuldigungen

führen Sie nicht zum Erfolg. Erfolg heißt nicht,

Dinge zu erfüllen, die andere von uns erwarten.

Es ist Ihre Zeit!

35


Treffen Sie die Inhaber und

Top-Entscheider Deutschlands führender

Familienunternehmen am 29. Mai 2020 bei

der GOLDBECK GmbH in Bielefeld.

Sprechen Sie über konkrete

Stellenangebote, internationale

Einsatzmöglichkeiten und individuelle

Karriereperspektiven. Bewerbungsschluss

ist der 20. April 2020.

Unter der Schirmherrschaft des

Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie

treffen vorausgewählte Fach- und Führungskräfte

auf die Inhaber und Top-Entscheider von

führenden Familienunternehmen aus ganz

Deutschland. Bekannte Familienunternehmen wie

Haribo, Hilti oder Schüco gehen hier ebenso auf

die Suche nach Führungsnachwuchs wie „Hidden

Champions“ und Weltmarktführer wie Dr. Wolff,

Enercon oder Vaillant.

In einem sehr persönlichen Rahmen können im

verbindlichen Gespräch mit den Firmenvertretern

individuelle Karrierepfade entwickelt werden.

Gegenüber anonymen Publikumsgesellschaften

weisen Familienunternehmen in der Regel

flachere Hierarchiestrukturen, eine höhere

Eigenverantwortung der Mitarbeiter sowie eine

deutlich stärker ausgeprägte Corporate Social

Responsibility auf.

25. Karrieretag

Familienunternehmen

Jetzt bewerben!

Angesprochen werden Absolventen, Young

Professionals und Professionals aller

Fachrichtungen, insbesondere Ingenieure,

Informatiker, Natur- und

Wirtschaftswissenschaftler (m/w/d).

Jetzt online bewerben:

25. Karrieretag Familienunternehmen

29. Mai 2020

GOLDBECK GmbH, Bielefeld

www.karrieretag-familienunternehmen.de

Bewerbungsschluss: 20. April 2020

36


Personal

Der Unterschied zwischen einem Konflikt im

Privaten und einem Konflikt im Job

Von Ursula Wawrzinek

Gerade erfahrene, erfolgreiche und

durchsetzungsstarke Personen sind häufig der

Meinung, dass sie Konflikte mit dem sogenannten

gesunden Menschenverstand klären könnten.

Doch genau hier ist Vorsicht geboten: Mag das für

Konflikte im privaten Bereich durchaus zutreffen,

so haben wir es im beruflichen Umfeld mit

vollkommen anderen Grundkoordinaten zu tun.

Und genau die machen ein professionelles

Vorgehen erforderlich. Lassen Sie uns einen Blick

auf die Unterschiede werfen:

Lösen oder nicht?

Bei einem privaten Konflikt ist es die freie

Entscheidung des Einzelnen, ob er einen Konflikt

klären oder lösen möchte. Er kann ihn lösen, wenn

er will, muss es aber nicht, wenn er nicht will oder

sich nicht im Stande fühlt. So können Konflikte

über beliebig lange Zeiträume hinweg ungelöst

bleiben. Der Lösungsdruck hält sich bestenfalls in

Grenzen, weil wir dem Konfliktpartner im Zweifel

einfach aus dem Weg gehen können.

Im Job ist es nicht unsere freie Entscheidung, denn

37


dort übernehmen wir per Arbeitsvertrag eine

Funktion. Wir verpflichten uns, eine bestimmte

Leistung zu erbringen und erhalten im Gegenzug

eine Vergütung. Eine störungsfreie

Zusammenarbeit mit anderen ist Voraussetzung

für unsere erfolgreiche Leistungserbringung.

Entsteht ein Konflikt, können wir die

reibungslosen Firmenabläufe nicht mehr

sicherstellen und somit auch unsere Funktion

nicht mehr in vollem Maße erfüllen.

Meist können wir dem Konfliktpartner auch nicht

einfach aus dem Weg gehen. Im Gegenteil: Wir

müssen uns mit ihm abstimmen,

zusammenarbeiten und manchmal sogar das Büro

teilen. Das kann ausgesprochen belastend

werden. Denn durch den Konflikt ändert sich die

Stimmung zum Negativen, spitze Bemerkungen

fallen, bis hin zu Zynismus und Sarkasmus,

Gereiztheit und Aggression entstehen. Die

Toleranz und Kollegialität untereinander nimmt

ab. Man fühlt sich in der Gegenwart des anderen

unwohl, kann ihm nicht mehr entspannt in die

Augen schauen und möchte ihm am liebsten aus

dem Weg gehen. Das Gedankenkarussell dreht

sich auch nach Feierabend weiter um das

Streitthema und raubt uns im schlimmsten Fall

den Schlaf. Das alles kostet Kraft, nimmt uns die

Freude an der Arbeit, mindert unsere

Leistungsfähigkeit und macht uns auf Dauer sogar

krank.

Konfliktlösung im Job ist ein Muss

Anders als im privaten Umfeld gilt also: Die

Klärung ist im Job nicht zuletzt auch aus

Kostengründen kein Kann, sondern ein Muss. Will

ein Unternehmen wirtschaftlich arbeiten und

darin besteht ja nun einmal der Zweck eines

Unternehmens muss ein Konflikt behoben

werden.

Geschäftsbeziehungen sind keine

Privatbeziehungen

Für Geschäftsbeziehungen gelten andere Regeln.

Sie sind nicht freiwillig, sondern notwendig.

Kollegen können wir uns nicht aussuchen. Ein

respektvoller Umgang geprägt von gegenseitiger

Wertschätzung und die Anerkennung der

unterschiedlichen Rollen ist für die

Zusammenarbeit unerlässlich. Verhaltensweisen

und Klärungsversuche, die im Privaten

funktionieren - weil unsere Kontrahenten uns

schätzen, verstehen wollen und bereit sind, sich

mit unseren Ecken und Kanten auseinander zu

setzten - scheitern daran, dass unsere Kollegen

uns nicht lieben.

Professionellen Umgang mit Konflikten lernen

Was bedeutet das für den einzelnen Mitarbeiter?

Er sollte sich darüber im Klaren sein und lernen,

professionell mit Konflikten am Arbeitsplatz

umzugehen. Professionalität, Impulskontrolle und

ein guter Stil sind hier gefragt. Und wenn es doch

mal zu Störungen kommt, braucht es eine

wertschätzende Klärungssprache, annehmendes

Zuhören und ein ehrliches Interesse an einer

guten Lösung.

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Am Ende ist Konfliktlösung Chefsache

Können die Mitarbeiter einen Konflikt nicht aus

eigenen Kräften lösen, landet das Thema früher

oder später auf dem Tisch der Führungskraft. Das

kann herausfordernd sein, denn der Umgang mit

aufgewühlten Emotionen bei allen Beteiligten hat

eigene Regeln. Konfliktmanagement ist

Emotionsmanagement. Dafür ist kaum einer

ausgebildet. Zur Not arrangiert man sich mit den

offensichtlichen Reibungsverlusten, statt

entschieden dagegen vorzugehen. Das muss nicht

sein. Denn es gibt ihn: den erfolgserprobten,

umsetzbaren Klärungs- und Lösungsweg.

Weiterlesen?

In ihrem neuesten Buch: Kompass für schwierige

Führungssituationen zeigt Ursula Wawrzinek, dass

Konfliktmanagement vorrangig

Emotionsmanagement ist. Doch der Umgang mit

aufgewühlten Emotionen verlangt eine

vollkommen andere Vorgehensweise als die

Lösung von Sachproblemen. Hier setzt das Buch

an und bietet ein didaktisch durchdachtes,

erfolgserprobtes und pragmatisches Konzept, wie

Führungskräfte Konflikte in ihrem

Verantwortungsbereich professionell lösen

können. Auf Seite 96 stellen wir das Buch vor.

Foto Erol Gurian

Ursula Wawrzinek schult seit über 20 Jahren

Führungskräfte und berät Unternehmen bei

Konflikten in der Arbeitswelt. Sie

entwickelte wirksame Methoden zur

Klärung eskalierter Konflikte. Darüber

hinaus hält sie spannende Vorträge und

erreicht auch über ihre Interviews und

Fachbeiträge ein breites Publikum. Mehr

Informationen unter

www.konfliktberaterin.de

Und wir meckert man nun richtig im Job?

⇩ Lesen Sie auf den nächsten Seite weiter!

39


Richtig meckern: Eine Anleitung

Mit diesen neun Schritten kommen Sie

sicher ans Ziel:

1. Bereiten Sie sich vor

Auch wenn Ihnen gerade der Kragen platzt

vor Ärger: Äußern Sie Kritik nie unüberlegt

und spontan. Schlafen Sie lieber eine Nacht

darüber und überlegen Sie genau was Sie

stört. Um Ihre Position klar vertreten und

nachvollziehbar darlegen zu können, klären

Sie folgende Fragen:

1. Was genau ist es, was mich stört?

2. Welche Gedanken und Gefühle

entstehen dazu bei mir?

3. Worum geht es mir?

das Thema nachgedacht, deshalb haben Sie

eine bestimmte Situation ziemlich präzise im

Kopf. Der andere ist hingegen mit seiner

Aufmerksamkeit schon ganz woanders.

Holen Sie ihn ab, indem Sie die Situation

ganz sachlich ohne jegliche Interpretation

oder Bewertung beschreiben.

4. Benennen Sie die Konsequenzen, die das

für Sie hat

Zeigen Sie auf, welche Auswirkungen

besagter Vorfall für Sie hat, sodass der

andere das nachvollziehen kann. Auch hier

bleiben Sie völlig sachlich und unemotional.

2. Bereiten Sie die Basis für ein Gespräch

vor

Beginnen Sie das Gespräch mit

Fingerspitzengefühl und überfallen Sie den

anderen nicht mit Ihrer Ansprache.

Kündigen Sie kurz an, worüber Sie sprechen

möchten. Finden Sie dafür eine neutrale

Überschrift für Ihr Thema. Klären Sie, ob der

Zeitpunkt auch für Ihr Gegenüber passt. Falls

es gerade ungünstig ist, respektieren Sie das

und verabreden Sie einen baldigen Termin.

3. Beschreiben Sie das Verhalten bzw.

Geschehen, das Sie stört

Sie haben möglicherweise stundenlang über

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5. Sagen Sie, welche Gefühle und Gedanken

die Situation bei Ihnen auslöst und worum

es Ihnen geht.

Erklären Sie nun, wie Sie denken und fühlen.

Aber Vorsicht: Unterlassen Sie alle

Du-Botschaften und jede Anklage. Sagen Sie

nicht, was der andere falsch gemacht hat,

sondern sprechen Sie von Ihren

Überlegungen und Empfindungen.

statt: Ich bin...,

besser: Ich bin...,

weil du....

6. Machen Sie eine Redepause

weil mir wichtig ist....

weil ich brauche...

weil ich gerne hätte....

weil mir am Herzen

liegt...

weil ich Wert lege

auf...

weil ich möchte....

Nun waren Sie lange genug am Zug. Es wird

Zeit eine erste Reaktion Ihres

Gesprächspartners einzuholen. Halten Sie

inne und blicken Sie Ihr Gegenüber fragend

und interessiert an. Geben Sie ihm oder ihr

Zeit zu antworten und halten Sie dabei ruhig

auch ein längeres Schweigen aus.

7. Geben Sie keine Lösung vor

Machen Sie dem anderen keine

Vorschriften, was er nun zu tun hat. Es reicht

aus, wenn Sie Ihr Anliegen darstellen. Damit

geben Sie dem anderen die faire Chance, Ihr

Problem überhaupt zu erkennen und darauf

zu reagieren.

8. Sagen Sie, was Sie sich an Veränderung

wünschen

Greifen Sie im besten Fall die

Lösungsansätze des anderen auf und

bestätigen Sie diese, wenn sie Ihren

Vorstellungen entsprechen. Falls Ihr

Gegenüber keine Vorschläge macht oder Sie

andere Ideen zur Lösung haben, formulieren

Sie diese in Form eines Wunsches.

9. Beenden Sie das Gespräch positiv

Drücken Sie abschließend Wertschätzung für die

Zusammenarbeit und Zuversicht aus. Bedanken

Sie sich für die Zeit, die sich der andere

genommen hat, schließen Sie positiv ab, indem Sie

zu einem lockeren Thema überleiten. Oder gehen

Sie einen Kaffee trinken, um die Dramatik

rauszunehmen und die Beziehung zu pflegen.

Probieren Sie es doch gleich mal aus!

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Personal & Führung

Mehr LebensErfolg für mehr

FührungsErfolg oder Lead yourself before

you lead others

Von Beate Kanisch

„If you want something said, ask a man. If you

want something done, ask a woman“.

Margaret Thatcher

Der Satz passt auf so viele tolle Frauen, die ich

kenne: Sie sind Frauen der Tat! Ich bewundere sie

dafür, wie sie Familie und Beruf erfolgreich

managen und es auch noch schaffen, in den Sport

zu gehen.

Ja, es ist eine Frage der Organisation.

Und dennoch braucht es mehr dafür. Unsere

Haltung uns gegenüber. Damit fängt aus meiner

Sicht der LebensErfolg an. Wie begegnen Sie sich

selbst? Wie gehen Sie mit sich um? Kennen Sie

Ihre Antreiber, die Ihnen „helfen“, sich selbst und

Ihren eigenen Erfolg zu sabotieren? Ja, eine

Innenschau ist nicht der leichteste Weg und

doch so lohnenswert. Wenn wir uns besser

kennen, wissen wir, wo wir ansetzen können, um

Änderungen zu initiieren und damit wahrhafte

langfristige Veränderungen hin zu mehr

Lebensfreude und LebensErfolg zu erreichen.

Was wir dafür brauchen, ist der Mut, unsere

Ängste zu überwinden, das ist schon eine kleine

Herausforderung. Die Fragen: Was wäre das

Schlimmste, was passieren könnte? Oder: Was

denke ich in einem Jahr darüber, wenn es nicht

klappt? helfen, die Angst vor etwas Unbekanntem

in Relation zu setzen, das SCHWERE zu nehmen.

Also: Die Drama-Queen schicken Sie in den

Dauerurlaub und betrachten die Situation, die Sie

ändern wollen, mal ganz von außen. Was wäre,

z.B. wenn ich mich traue… über meine

beruflichen Ambitionen zu sprechen? Und mit

wem will ich das besprechen? Wen brauche ich als

Unterstützer?

Eine Ambition ist hoffentlich Führung. Und was

braucht es für eine gute Führung: ein gelebtes

Spektrum an sozialen Kompetenzen. Aus Studien

wissen wir: 90% der Professionalität machen

unsere sozialen Kompetenzen aus und 10% unsere

fachlichen Kompetenzen. Für eine globale Studie

der Korn Ferry Hay Group wurden über 55.000

Mitarbeiter aus 90 Ländern zum

Leadership-Verhalten ihrer Vorgesetzten befragt.

Dabei zeigt sich, dass Frauen in diesen

führungsrelevanten Kompetenzen fast

durchgehend besser abschneiden als Männer.

Ich wiederhole mich gern

Für Führung, Führungskultur und

Unternehmenskultur spielen die emotionalen und

sozialen Kompetenzen eine so wichtige Rolle wie

nie zuvor. So wählen auch MitarbeiterInnen ihre

Vorgesetzten aus. Und umgekehrt gilt es ebenso:

Augen auf bei der Mitarbeiterauswahl! Ich lade

Sie ein: Nutzen Sie Ihre Stärken, diese fallen Ihnen

ja auch leicht. Und nur weil Ihnen Etwas leicht

fällt, denken Sie vielleicht, es ist nichts

Besonderes. Weit gefehlt: Wirklich gute Führung,

wo sich die Führungskraft

42


mit ihrer unternehmerischen Haltung auch als der

Coach seiner MitarbeiterInnen versteht, ist Ihre

Spielwiese und noch nicht überall

selbstverständlich. Will sagen: der Markt gibt es

her, dass Sie als Frau ihn erobern. Wie komme ich

da hin, fragen Sie sich jetzt. Jede Veränderung

beginnt mit einem ersten Schritt. Dafür empfehle

ich Ihnen, für Ihre innere Stabilität, innere,

seelische Widerstandsfähigkeit zu sorgen Ihre

Resilienz. Dazu gehört auch, Krisen als eine

Chance zu sehen und somit gestärkt bzw.

widerstandsfähiger daraus hervorzugehen

Welche Resilienzfaktoren gehören dazu:

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1. Lösungsorientierung. Natürlich können

Sie sagen, ich gehe schön in meinem

Problem spazieren. Doch was bringt

es? Darum lade ich Sie ein: Verlassen

Sie 2. Die Opferrolle, gehen Sie beherzt

und mit 3. Optimismus ans Werk,

übernehmen Sie 4. Verantwortung für

Ihr Handeln und auch für Ihre jetzige

Situation. Prüfen Sie 5., was Sie

akzeptieren wollen/können und gehen

Sie im Netzwerk mit Gleichgesinnten

erfolgreich in die Zukunft und haben

Sie Spaß an 7., Ihrer Zukunftsplanung.

2. Opferrolle verlassen - raus dem

Jammertal. Nehmen Sie das Ruder für

Ihr Leben in die Hand!

3. Optimismus

4. Verantwortung: Für sich selbst

übernehmen

5. Akzeptanz. Ja, es wird immer

Situationen und Menschen geben, die

Sie nicht ändern können.

6. Netzwerken Sie! Immer mit der klaren

Haltung Geben kommt vor Nehmen.

7. Zukunftsplanung. Das heißt, nur wenn

ich ein klares Zielbild habe, kann ich

auch meine Schritte auf dem Weg

dorthin priorisieren. Ein großer

Energiefresser ist der planlose

Aktivismus. Überprüfen Sie sich und Ihr

Verhalten auf Energiefresser, die

sinnfrei sind.

Foto Dr. Bertram Schädle Momentum Photography

Beate Kanisch war bis Februar 2018

Leiterin der Personal- und

Organisationsentwicklung MB Vans in der

Daimler AG. Heute arbeitet sie

freiberuflich, schreibt Bücher, hält

Vorträge und schult in

Organisationsentwicklung und

Personalentwicklung.

www.beatekanisch.com

Ihr Buch “LebensErfolg” stellen wir auf

Seite 95 vor.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung.

Als hilfreichen Begleiter auf Ihrem Weg empfehle

ich Ihnen mein Buch „LebensErfolg“.

Stellen Sie sich heute schon vor, wie Sie sich nach

der Beförderung feiern!

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IT

Eine spannende Branche für Frauen

Ein Kommentar von Dirk Pothen

Haben Frauen nichts mit IT am Hut? Diese Frage

stellt sich unvermeidlich, wenn man sich die

jüngsten Zahlen des Verbands der

Internetwirtschaft eco ansieht.

Demnach liegt der Frauenanteil in der deutschen

IT-Wirtschaft bei gerade einmal 16 Prozent.

Obwohl die Digitalbranche boomt und

zukunftssichere Jobs bietet, entscheiden sich nur

wenige Frauen für eine Karriere in der IT.

Gleichzeitig ist die Zahl offener Stellen so hoch wie

noch nie zuvor, der vielbeschworene

Fachkräftemangel bringt Unternehmen in

Bedrängnis. Gründe, warum Frauen bei

Informatik-Studiengängen ein seltener Anblick

sind und auch später im Berufsleben

unterrepräsentiert sind, gibt es viele. Ob es nun

am Image liegt IT-lern eilt der Ruf einer gewissen

„Nerdigkeit“ voraus , sei einmal dahingestellt. Ich

bin aber immer wieder erstaunt, wie sehr die

jungen Menschen heute noch Gender-Klischees

leben und sich für einen typischen Frauenbeziehungsweise

Männer-Beruf entscheiden.

Diese alten Rollenbilder, in die sich viele Frauen

unbewusst einfügen, haben ihren Ursprung

bereits in der Kindheit. Nicht nur, dass es den

Mädchen in den Familien vielfach noch an

Vorbildern fehlt, es gibt auch „hausgemachte“

Probleme: Politik und Wirtschaft haben es viel zu

lange versäumt, Bildungsdefizite in den

MINT-Fächern anzupacken. Damit in Zukunft mehr

Mädchen Interesse an einem Job in der

IT-Branche haben, braucht es eine gezielte

Frühförderung. Diese Frühförderung kann

beziehungsweise sollte Interesse wecken und ein

neues Bild von der IT vermitteln von einer

spannenden, zukunftssicheren Arbeit mit

vielversprechenden Karrierechancen.

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Später sind dann die Unternehmen in der

Verantwortung, die Vereinbarkeit von Familie und

Beruf zu ermöglichen. Solange die Angebote an

flexiblen Arbeitsplatzmodellen sowie einer

umfassenden Kinderbetreuung fehlen, werden

Frauen weiterhin vor einer fast nicht lösbaren

Herausforderung stehen. Standardlösungen

helfen Frauen, die immer noch den Löwenanteil

der Mehrfachbelastung tragen, nicht weiter

vielmehr braucht es Antworten auf Fragen

moderner Lebensrealitäten. Was in Branchen wie

der Fertigungsindustrie, wo Produktionsanlagen

nicht einfach stillstehen können, ein Problem

darstellt, sollte in der IT eigentlich keine große

Aufgabe sein. Unternehmen dürfen zudem nicht

nur von Chancengerechtigkeit reden, sondern

müssen sie auch aktiv fördern: mit Trainings zu

genderspezifischen Verhaltens- und Denkmustern

in der Karriereentwicklung über dedizierte

Fördererprogramme bis hin zu einer besseren

Vernetzung, die dazu führen, dass Frauen ihren

Weg gehen können. Allerdings dominieren derzeit

eher noch männlich geprägte Macht- und

Managementstrukturen die

Unternehmenslandschaft diese inoffiziellen und

in weiten Teilen unbewussten Spielregeln und

Beförderungsmechanismen schließen Frauen

oftmals aus. Spätestens im oberen Management

sorgt die „gläserne Decke“ dafür, dass Frauen

trotz hoher Qualifikation gegenüber männlichen

Kollegen oft den Kürzeren ziehen.

Es braucht länger, bis alte Vorstellungen aus den

Köpfen verschwinden, echte Diversität gelebter

Alltag ist und Bildungsdefizite behoben sind. Die

Förderung und Gleichstellung von Frauen muss

dabei zur Chefsache werden, wenn sich etwas

ändern soll.

Foto Martin Steffen

Dirk Pothen ist Mitglied des Vorstands der adesso

SE und hier verantwortlich für das Ressort

Personal. In dieser Position treibt er maßgeblich

die adesso-Initiative She for IT voran. Zudem ist er

zuständig für die Geschäftsbereiche Automotive &

Transportation, Manufacturing Industry und

Microsoft sowie für die Auslandsgesellschaften

adesso Austria GmbH, adesso Bulgaria EOOD,

adesso Schweiz AG und adesso Turkey Bilgi

Teknolojileri Ltd. Şti. Auch die

adesso-Beteiligungen ARITHNEA GmbH und

com2m GmbH fallen in seinen

Zuständigkeitsbereich.

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Netzwerken

Mit dem richtigen Netzwerk auf dem Weg zum

Chefsessel

SHE works! sprach mit mit Simone Seidel, Director

People Central Europe bei Sage, über erfolgreiche

Strategien für Frauen in Führungspositionen

Sie haben vor kurzem auf dem Sage

Unternehmensblog zwölf inspirierende

Frauennetzwerke vorgestellt. Warum sollten sich

in Ihren Augen Frauen miteinander vernetzen?

Gutes Beziehungsmanagement hat schon immer

Türen geöffnet das gilt nicht nur für die

Karrieren von Männern, sondern insbesondere

auch für die von Frauen. Das zeigt auch der Boom

an Netzwerken, die insbesondere Frauen in

Führungspositionen stärken und zu mehr

Gleichberechtigung in Wirtschaft, Politik und

Gesellschaft beitragen. Frauen profitieren auf

ihrem Weg ins obere Management oder an die

Spitze eines Unternehmens vom Austausch

innerhalb entsprechender Netzwerke und der

Sichtbarkeit einer solchen Community. Außerdem

bieten Frauennetzwerke ideale Voraussetzungen,

um sich auch bei Headhuntern sichtbar zu

machen.

Welche Vorteile sehen Sie in einem Netzwerk

unter Frauen? Auch für Sie selbst.

Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren ist sicherlich

die Möglichkeit, relevante Kontakte zu knüpfen.

Das bringt Visibilität und führt zu

Weiterempfehlungen. Gerade, wenn Frauen in der

Orientierungs- und Planungsphase im Blick auf die

ersten, entscheidenden Karriereschritte sind,

können sie von weiblichen Gleichgesinnten

profitieren. Die Homogenität von

Frauennetzwerken bietet ihnen Rückhalt. Unter

meinesgleichen spreche ich freier und ehrlicher

über die eigenen Stärken und Schwächen und

bitte offen und leichter um Feedback. Der

Austausch unter Frauen zeigt letztendlich auch

Hebelwirkung für die eigene Karriereentwicklung:

Sie lernen voneinander, profitieren von den

Erfahrungen der anderen von guten wie

negativen und gewinnen so auch neues

Vertrauen in die eigenen Führungsqualitäten.

Frauennetzwerke sind vor diesem Hintergrund

eine gute Basis, um den ersten Karriereschritt

zielstrebig anzugehen. Sie öffnen wichtige Türen.

Der direkte Schlüssel zum Chefsessel sind sie aber

nicht.

Warum? Und: Was ist in Ihren Augen der

Schlüssel zum Chefsessel?

Für die entscheidenden Karriereschritte innerhalb

des eigenen Unternehmens gilt es, die

vorhandenen Netzwerke vor Ort für sich effizient

zu nutzen. Hierbei stehen dann aber nicht die

emotionalen und stärkenden Aspekte im

Vordergrund, um die es in der

Vorbereitungsphase für den Karriereweg im

homogenen Umfeld eines rein weiblichen

Netzwerks ging. Jetzt geht es vielmehr darum, mit

dem zuvor gewonnenen Rückenwind

selbstbewusst seinen Platz innerhalb des

betrieblichen Netzwerks zu finden. In dieser

Sondierungsphase spielen dann fachlich Fragen

eine besondere Rolle: Wer besetzt

Schlüsselpositionen mit Entscheidungskompetenz

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innerhalb meiner Abteilung? Oder: Wer besitzt die

größte fachliche Erfahrung bzw.

Branchenexpertise? Die Beantwortung dieser

Fragen ist von entscheidender Bedeutung für die

eigene Positionierung im betriebsinternen

Netzwerk. In diesem Zusammenhang ist es dann

auch irrelevant, ob die nun entstehenden

Kontakte männlich oder weiblich sind. Im

Gegenteil: Für die unmittelbare Karriereplanung

im Unternehmen ist es unabdingbar, sich in

gemischten Netzwerken einzubringen. Oft kann

gerade die Dynamik von heterogenen

Netzwerken, die sich dadurch ergibt, wenn

unterschiedliche Blickwinkel und Erfahrungen

aufeinandertreffen, entscheidend für die eigene

Karriere sein. Von dieser Form von Diversity,

können Frauen wie Männer gleichermaßen

profitieren. Und vielfach ist es auch gerade diese

Offenheit, die im Rahmen der eigenen

Karriereplanung bewusst gesucht wird und die

viele Unternehmen als ein wichtiges Merkmal

ihrer Kultur definieren. Hier spreche ich aus

eigener Erfahrung und nicht erst als Director

People Central Europe von Sage.

Lassen Sie uns die hier skizzierte

Netzwerkstrategie noch etwas genauer

betrachten. Welche Handlungstipps können Sie

Frauen auf Karriereweg geben? Wie finden sie im

Unternehmen den richtigen Netzwerkpartner?

Den richtigen Netzwerkpartner finde ich nur,

wenn ich meine persönlichen Absichten kenne

und auf wichtige strategische Fragestellungen

eine Antwort habe: Was möchte ich mit meinem

Netzwerk erreichen? Wo liegen meine fachlichen

Stärken und mit welchen Themen möchte ich

mich zeigen? Wer kann mir fundierte

Rückmeldungen und mir Hilfestellung geben?

Und: Wem vertraue ich genug, mich zu öffnen, um

48


mit ihm an mir zu arbeiten? In dieser Phase muss

es mein Ziel sein, erste Kontakte aus der

Sondierungsphase gezielt zu festigen und zu

intensivieren. Dabei ist es letztendlich nicht

wichtig, möglichst viele Menschen zu kennen,

sondern solche, zu denen etwa über ein

gemeinsames Ziel eine engere Verbindung

besteht. Ich sollte also nach Möglichkeit den

Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen suchen, die

bereits in einer vergleichbaren Situation waren

und mir vor diesem Hintergrund wertvolle Tipps

geben können. Beispielsweise welche

Stolpersteine es zu umschiffen gilt, etwa

hinsichtlich der Frage, wie man gegenüber

Vorgesetzten, Kolleg*innen auftreten sollte, um

seine eigene Position zu stärken. In diesem

Zusammenhang ist vor allem ein gutes

Vertrauensverhältnis zu der entsprechenden

Person eine wichtige Voraussetzung, die auch in

der Lage ist, konstruktiv den Spiegel

vorzuhalten…

…und damit als eine Art Mentor fungiert?

Exakt. Dies ist ein wichtiger Eckpfeiler für den

Karriereweg. Mentoren bzw. Mentorinnen können

durch ihr fachliches Wissen und die persönlichen

Erfahrungen, Mut machen, den Weg, den man im

Blick auf die eigene Karriere eingeschlagen hat,

weiter zu gehen, aber auch persönliche Kontakte

vermitteln und individuelle Fördermöglichkeiten

bieten. Hierzu gehört beispielsweise, Hilfestellung

zu geben, die eigenen Potentiale zu erkennen und

die eigenen Stärken zu analysieren. Im Rahmen

dieser Coaching-Prozesse ist es aber auch wichtig,

Themen zu besprechen, die einem persönlich

wichtig sind und die man gerne als Führungskraft

besetzen möchte. Gibt es keine direkte

Vorgesetzte oder Vorgesetzten, der die

Mentorenrolle ausfüllen kann, empfehle ich, sich

intern eine Führungskraft zu suchen, die aufgrund

ihrer fachlichen Kompetenz wie auch personeller

Führungsverantwortung, in der Lage ist

entsprechende Coaching-Prozesse zu

übernehmen.

Nun beruht Networking aber nicht nur auf

Nehmen, sondern auch Geben. Wie kann ich

letztendlich meine Beziehungen beidseitig

nachhaltig stärken?

Wie Sie selbst schon in ihrer Frage andeuten, beim

Networking geht es letztendlich um langfristige

Beziehungen. Und diese basieren auf

Gegenseitigkeit. Vor diesem Hintergrund ist es

genauso wichtig, die eigene Expertise in das

bestehende Netzwerk einzubringen. Das kann

beispielsweise durch Impulsvorträge an

Netzwerkabenden sein oder durch die Begleitung

neuer Kolleginnen und Kollegen als

Sparringpartner bei ihren ersten Karriereschritten.

Denn feststeht: Einzelkampf war gestern.

Karriereambitionen lassen sich am besten über

Vernetzung und gegenseitige Unterstützung

entfalten. Von daher empfehle ich, auch im

fortgeschrittenen Karrierestadium Events zu

besuchen, die man für das eigene Networking

nutzen kann. Führungskräfte stehen oft vor der

Herausforderung, Überzeugungsarbeit zu leisten,

49


50


um die eigenen Mitarbeiter und

Management-Kolleg/innen von der eigenen

Expertise zu überzeugen eine einflussreiche

Community stärkt dabei den Rücken und

unterstützt mit wertvollem Erfahrungsaustausch.

Der Weg, den Sie im Lauf dieses Gesprächs nun

beschrieben haben, gliedert sich in mehrere

Phasen und fußt je nach dem auf der Nutzung

unterschiedlicher Netzwerke. Wenn ich Sie

richtig verstanden habe, kann man dies auch als

Fahrplan für die eigene Karriere betrachten.

Wäre das in etwa auch Ihr Fazit?

Ja, genau! Dies kann ich aus eigener Erfahrung

bestätigen. Gut geplante Karrierewege basieren in

den meisten Fällen auf mehreren aktiven

Netzwerkstrukturen, die für die unterschiedlichen

Etappen des Karrierewegs ganz eigene Funktionen

haben, und die sich damit auch strukturell

ergänzen. Das homogene Umfeld eines

Frauennetzwerks spielt vor allem in der

Orientierungs- und Planungsphase eine wichtige

Rolle, wenn es darum geht, emotional gestärkt die

nächsten entscheidenden Schritte zu gehen. In der

Sondierungsphase und der sich anschließenden

Phase, in der Verbindungen innerhalb des

Netzwerks intensiviert und gefestigt werden, kann

dies aber gerade hinderlich sein. Hier spielt es im

Grunde genommen keine Rolle mehr, ob die

Kontaktpersonen männlich oder weiblich sind. Im

Gegenteil: In dieser Phase ist es gerade die

Heterogenität und Diversität innerhalb des

eigenen Netzwerks, die im Blick auf die eigene

Simone Seidel ist seit 2012 bei der Sage GmbH tätig. Sie

hat im Unternehmen als HR Manager begonnen und

sich mit dem Unternehmen sowie in verschiedenen HR

Rollen, wie zum Beispiel die des Business Partners,

weiterentwickelt. Seit August 2018 hat sie die Position

des Director People, Human Resources Central Europe

inne. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind unter anderem die

Auswirkung der Digitalisierung auf die

Mitarbeitermotivation und unternehmerische

Transformationsprozesse hin zu einer People Company.

Karriere eine ganz besondere Dynamik entfalten

kann, indem unterschiedliche Meinungen und

Sichtweise aufeinanderstoßen und sich

gegenseitig befruchten. Generell gilt in diesem

Zusammenhang: Diversität im Netzwerk fördert

die Vielfalt in den Köpfen aller.

Vielen Dank für das Gespräch!

Foto @ Sage

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Von Elif Dere

„You can only be what you

can see!”

Darum sollten wir

jungen Frauen

weiterhin weibliche

Rolemodels bieten

Im vergangenen Jahr hat SHE works! zwei

verwandte Beiträge aus Flensburg zu den Themen

Entrepreneurship Education von Dr. Kirsten

Mikkelsen und zum WunderNova Frauen Sommerund

Thinkfest von Angela De Giacomo

veröffentlicht. Beide Frauen haben im letzten Jahr

gemeinsam dafür gesorgt, ihre Herzensthemen für

junge Frauen erlebbar zu machen. Der folgende

Beitrag basiert auf einer Masterarbeit, die von Elif

Dere im Zusammenhang mit dem Besuch von 13

Schülerinnen der 10. bis 12. Jahrgangsstufe aus

Flensburg auf dem WunderNova Sommerfest

verfasst hat. Er soll Antworten auf Fragen liefern:

Warum brauchen wir weibliche Vorbilder? Was ist

Selbstwirksamkeit und warum ist sie so wichtig?

So sieht’s aus:

Nach wie vor fehlen jungen Erwachsenen in

Deutschland weibliche Vorbilder in der

Gründungsszene - dies bestätigt eine Studie des

britischen Meinungsforschungsinstituts „Yougov“.

Die Assoziation von Frauen mit

Unternehmensgründung scheint Vielen eher

unwahrscheinlich - und das obwohl wir glauben so

gender equal zu sein. Das spiegelt sich auch in

Deutschlands Gründungsquote wider während

3,3 % der Frauen gründen, ist die Quote der

Männer mit 6,6 % doppelt so hoch.

Weniger Gründerinnen heißt auch weniger

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Foto #WEstartupSH

weibliche Vorbilder. Dabei sind alternative

Rollenbilder zur Identifikation für junge Frauen im

‚Kampf‘ gegen den Gender-Bias im

Unternehmertum unabdingbar. Je mehr weibliche

Vorbilder in traditionell männlich geprägten

Berufen sichtbar sind, desto mehr junge Frauen

würden es sich zutrauen eine unkonventionelle

Karriere einzuschlagen so die These. Grund

hierfür ist die mögliche Auswirkung auf die

unternehmerische Selbstwirksamkeit der jungen

Mädchen.

Selbstwirksamkeit bedeutet vereinfacht, dass eine

Person an sich und an ihre Fähigkeiten glaubt, um

eine Situation in diesem Fall eine Gründung

erfolgreich zu meistern. Die unternehmerische

Selbstwirksamkeit ist bei Männern stärker

ausgeprägt als bei Frauen und dient als

Schlüsselfaktor, um geschlechtsspezifische

Unterschiede im Gründungsverhalten zu erklären.

Es ist bekannt, dass Gender und

Geschlechterrollenstereotype heute immer noch

stark die Entscheidungen von Jungen und

Mädchen beeinflussen und damit ihre Lebensund

Karrierewege prägen können. Nicht zuletzt

deshalb sollte die unternehmerische

Selbstwirksamkeit von Mädchen in frühen Jahren

gestärkt werden, da die Dysbalance der

Selbstwirksamkeitsausprägung auch bei

Schüler*innen beobachtet wird.

Wie genau können Role Models einen Beitrag

dazu leisten?

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Role Models bieten nachempfundene

Lernerfahrung und können somit den Glauben an

die eigenen Fähigkeiten stärken. Durch den

Kontakt zu Vorbildern, die eine gewisse

Ähnlichkeit zu einem selbst aufweisen wie das

Geschlecht, Charaktereigenschaften oder

Interessen, wird ein Bezug zu diesen Personen

geschaffen - wenn diese Vorbilder gewisse

Situationen meistern, traue man sich auch eine

ähnliche Leistung zu, da man sich mit ihnen

vergleichen kann.

In einer tollen Atmosphäre wurde es den

Jugendlichen auf dem WunderNova Sommerfest

ermöglicht, weibliche Vorbilder aus

verschiedensten Bereichen persönlich

kennenzulernen, sowie spannenden

Panel-Diskussionen und Vorträgen zu lauschen. In

einem persönlicheren Programmpunkt, dem

World Café, durften die Jugendlichen in

Speed-Dating-Runden erfolgreiche Frauen mit

allen möglichen Fragen löchern.

Das haben sie von den Role Models

mitgenommen

Die Vorbilder haben den befragten Schülerinnen

zahlreiche Tipps für das Berufsleben mit auf den

Weg gegeben. Sie haben gelernt, wie wichtig es ist

als Frau zu ihren Fähigkeiten zu stehen, nicht

Das wurde uns auch ganz oft gesagt, dass wir

aufpassen sollen, dass wir nicht der bessere Mann

sein wollen“, und, „, dass wir uns nicht so in diesen

Stereotyp drängen lassen sollen. Also, dass man

auch ruhig rosa tragen

aufzugeben, sich bewusst zu präsentieren und

gesellschaftlich konstruierte

Geschlechterrollenstereotype zu hinterfragen. Sie

wurden besonders von Frauen inspiriert, die in

jungen Jahren ein Unternehmen gegründet haben

und auch in ihrem beruflichen Leben mit

Rückschlägen umgehen mussten. Letzteres ist

besonders wichtig für eine positive Entwicklung

der Selbstwirksamkeit, da gerade in schwierigen

Situationen der Glaube an die eigenen Fähigkeiten

auf die Probe gestellt wird.

Weiterhin wurde den Schülerinnen mitgegeben,

dass sie sich von traditionell männlich

dominierten Berufsfeldern nicht abschrecken

lassen und ihren eigenen Weg gehen sollen. Was

die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betrifft,

haben die Schülerinnen keine Universallösung

bekommen, was nicht verwunderlich ist. Ihr

vorheriger Eindruck wurde bestätigt; nämlich,

dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zwar

ein schwieriges, aber zu meisterndes Thema ist.

Offenbar ist diese Herausforderung immer noch

stark an die Frauen geknüpft. Dennoch wurde den

Schülerinnen vor Augen geführt, dass bereits viele

Frauen unterschiedlichste Lebens- und

Karrierewege gemeistert haben auch mit Familie

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und Kindern dies hat ihnen Mut gegeben, dass

es für sie ebenfalls machbar ist. Genau dieser

Effekt soll durch die nachempfundene

Lernerfahrung optimalerweise erzielt werden.

Weitere Infos zu dem WunderNova Sommerfest

findet ihr unter WunderNova Das Frauen

Sommer- und Thinkfest

„Da hatten ja trotzdem eigentlich alle Frauen,

die da waren, […] Familie und Kinder. Und wenn

die das geschafft haben, nun frage ich mich so,

warum sollte ich das nicht auch schaffen“.

Elif Dere ist Masterabsolventin in

International Management Studies an

der Europa Universität Flensburg mit

dem Schwerpunkt Entrepreneurship

und Small Business. April ’18 August

‘19 habe ich während des Studiums

am Women’s Entrepreneurship

Projekt „WEstartupSH“ mitgewirkt.

Ab April werde ich bei EDGE Strategy,

dem globalen Leader für

Gender-Equality Zertifikate, tätig sein

und mich für die Gleichstellung der

Geschlechter am Arbeitsplatz

einsetzen.

Foto Fotodesign Flensburg

55


Zu jung! Zu alt!

Zu schwanger! Zu qualifiziert!

Diana Roth ist

“Herzblutpersonalerin” und hat

ein Buch geschrieben. SHE

works! erklärt sie, was für sie ein

gutes Lehrbuch ausmacht.

„Zu jung! Zu alt! Zu schwanger! Zu qualifiziert!

So tickt die Arbeitswelt!” lautet der Titel Ihres

Sachbuches, welches im März erschienen ist. Der

Titel spricht viele Menschen im Arbeitsleben an.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen ein Buch zu

schreiben?

Ich arbeite seit mehr als 30 Jahren im

Personalmanagement/Trainingsbereich und

musste immer wieder feststellen, dass die

theoretischen Vorgaben der Lehrbücher, so gar

nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Als der

BusinessVerlag in Göttingen auf mich zukam, und

mich bat darüber ein Buch zu schreiben, war ich

begeistert.

In dem Buch zeige ich auf, was auf der

Mitarbeiterreise von der Bewerbung über

Lohnverhandlungen, Beförderungen,

Teamzusammenhalt bis zum Austritt alles

passieren kann. Ich ziehe in dem Buch die Brille

des Mitarbeitenden, des Personalers, des

Vorgesetzten auf und plaudere aus dem

Nähkästchen einer Herzblutpersonalerin. Ich

packe sozusagen als Personalerin aus[CS1] [DR2] .

Was macht denn eine Herzblutpersonalerin aus?

Wer im HR arbeitet muss Menschen nicht nur

mögen, sondern mit Herz und Verstand arbeiten.

Um als Personaler etwas bewegen zu können,

braucht es aber ebenso betriebswirtschaftliches

Denken.

56


Diana Roth ist Dozentin, Prüfungsexpertin, Erwachsenenbildnerin,

Personalfachfrau, Coach, Ausbildungsleiterin des NDS-Lehrgangs

Businesscoaching, Mentaltrainerin, Buchautorin und bietet mehr als 30

Jahre Erfahrung im HR. Sie ist "HerzBlutPersonalerin" die

HR-Fachkompetenz mit HR-Persönlichkeitskompetenz verknüpft.

https://dianarothcoaching.com

Ihr Buch „Zu jung! Zu alt! Zu schwanger! Zu qualifiziert! So tickt die

Arbeitswelt!” stellen wir auf Seite 97 vor.

57


Ich verbinde beides. Das ist mir wichtig, da sehr

oft das eine oder das andere zu stark gelebt wird.

Was sind die hauptsächlichen Aufgaben einer

Personalerin aus Ihrer Sicht?

In großen Unternehmen haben Personaler oft

Teilbereiche. Die Personaler, die ich jedoch mit

meinem Podcast und Buch anspreche, sind

diejenigen, die im klassischen Mittelstand

arbeiten. Sie spielen auf der ganzen Klaviatur:

Personalgewinnung, -einführung, -entwicklung,

-betreuung und Personalaustritt sprich

Kündigungsprozess. Ganz wichtig: die

Führungsunterstützung. Das Thema Lohn und

Sozialversicherung kann eine Personalerin

ebenfalls bedienen. Früher wurde Personalarbeit

an diesen Sachen festgemacht. Heute erledigen

diese wichtigen Themen die Finanzabteilung.

„Zu schwanger!“ das Wording spricht natürlich

insbesondere unsere Leserinnen an. Was können

wir hier erwarten?

Als Personaler erlebt man jede Art von

Beurteilung des Bewerbers. Gerade

Führungskräfte sind da sehr deutlich, wenn es um

Entscheidung geht. Ich habe NUR positive

Erfahrungen mit Frauen, die „im gefährlichen

Alter“ waren, gemacht. Natürlich birgt es eine

gewisse Gefahr genau wie bei einem

Mitarbeiter, der gerne und viel reist (unbezahlter

Urlaub) oder ein Mitarbeiter, der frisch

geschieden ist und das Sorgerecht für die Kinder

bekommen (Fehlzeiten) hat. Mein Anliegen ist es,

dass Frauen einerseits nach ihren Kompetenzen

und Erfahrungen neutral angesehen werden und

andererseits, dass Unternehmen ihre soziale

Verantwortung mehr und mehr wahrnehmen.

Mein Buch soll einen Beitrag zum Umdenken

leisten. Davon abgesehen, dass dies schon einige

Großkonzerne vorbildlich vormachen, hinkt der

Mittelstand da immer noch nach[CS3] [CS4] .

Die Positionierung der Personalabteilung wird im

Mittelstand oft stiefmütterlich behandelt. Der

Wert eines professionellen HRM (Human

Resource Management) wird selten nicht erkannt.

Es herrscht die irrige Meinung «Personal kann

jeder». Gerade jetzt in der Corona-Krise zeigt sich

wie wichtig diese Funktion ist. Sie sind zur Zeit

Arbeitsrechtler, Tränentrockner, Berater,

Sparringspartner, Gesundheitsmanager und noch

mehr. Die Personaler, die jetzt nicht nur

Kurzarbeit behandeln, sondern gleichzeitig in die

Zukunft schauen, nämlich dann, wenn die Krise

vorbei ist, werden langfristig Unternehmen und

Mitarbeitenden einen Mehrwert bieten. Denn

wenn die Krise vorbei ist, wird es den Aufschwung

geben.

Das klingt sehr spannend! Sind die Geschichten

in Ihrem Buch nur Ihre Erfahrung, die mit Verlaub

ja als Personaler „eingefärbt“ sind?!

Nein, das Buch setzt sich aus meinen Erfahrungen

und der meiner Kursteilnehmer, Studenten und

Kunden zusammen. Es wirft ein Blick in jede

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Branche und auf jede Station, die man als

Mitarbeiter irgendwann durchwandert[CS5] [DR6]

. Ich thematisiere die Businessspiele in

Bewerbungsgesprächen, bei der Einführung,

Lohnverhandlungen, Mitarbeitergesprächen oder

auch bei Teamsitzungen. Das ganze schliesse ich

mit dem Thema Kündigungen und

Work-life-balance ab, was für mich ein Unwort ist.

Zu jedem Kapitel gibt es Tipps, Impulse, die ich aus

meinen Workshops gesammelt habe.

respektvoll und mit Wertschätzung begleiten, die

agile Arbeitswelt mit Bravour meistern werden.

Was kann man ausser dem AHA-Effekt vom

Lesen mitnehmen?

Ich gebe in vielen Kapiteln Impulse für den

Umgang mit den sogenannten Businessspielen

[CS7] im Arbeitsleben mit. Diese stammen

teilweise aus meinen Kursen. Zudem gibt es eine

Checkliste [CS8] [DR9] zu verschiedenen Themen

(wie der Umgang mit Krisen) zum Herunterladen.

Den Link gibt es im Buch.

Was ist Ihre Motivation gewesen?

Ganz klar: Ich will das Arbeitsleben besser

machen. Ich sehe es als einen weiteren

Dominostein meines Wirkens an. Den ersten Stein

habe ich schon mit meinem Podcast

https://podcasts.apple.com/de/podcast/abenteue

r-hrm/id1211107963) zum Arbeitsleben

angestossen (iTunes: Abenteuer HRM). Ich bin

felsenfest überzeugt, dass nur Firmen, die

Mitarbeitende auf ihrer Reise anständig,

59


Gründerinnen im Porträt

Ich möchte mal einen

Kinderbuchklassiker

herausgeben

Ruth Reiche hat ihren Job an der Universität

Göttingen aufgegeben, um freischaffende

Künstlerin zu werden. bereut hat sie es nicht.

Frau Reiche, Sie haben an der Göttinger

Universität gelehrt und sich dann entschieden,

ein eigenes Unternehmen zu gründen. Was war

der Auslöser?

Die Universität ist ganz fraglos ein spannendes

Umfeld, doch hat die Lehre mich eben nur zum

Teil erfüllt und meinem kreativen Schaffen

nebenher zu wenig Raum gelassen. Auch ist die

Universität ein schwieriger Arbeitgeber:

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen genießen

zwar viel Flexibilität und Selbstbestimmung, doch

der Wettbewerb um Anstellungen und Gelder ist

hart. Diese Energie möchte ich lieber in meine

eigenen Ideen investieren.

Haben Sie diesen Schritt je bereut?

Ich bin gerade erst in der Gründungsphase, von

daher natürlich nicht. Aber ich glaube, dass die

künstlerische und kreative Freiheit aktuell eher zu

meinem Leben passt und denke daher auch nicht,

dass ich diese Entscheidung später bereuen

werde. Schlimmer wäre es, wenn ich es in vielen

Jahren bedauern würde, nicht meinem Herzen

gefolgt zu sein.

Womit haben Sie sich selbstständig gemacht?

Foto Sarah Raymaekers

Ich bin freischaffende Künstlerin, Illustratorin und

Autorin. Zeichnen und Erzählen sind meine zwei

großen Leidenschaften. Deshalb möchte ich vor

allem eigene bibliophile und kunstvoll gestaltete

Bücher machen, mit Text und Bild aus einer Hand.

Die Schwierigkeit wird darin bestehen, geeignete

60


Verlage zu finden, mit denen ich

zusammenarbeiten kann. Aber da bin ich

optimistisch.

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?

Ich habe keine Firma, sondern bin freischaffend.

Das ist natürlich schwerer zu vermitteln. Werde

ich gefragt, was ich mache, so antworte ich

zumeist: Ich bin Künstlerin oder KUNSTNERD.

Meine Arbeiten sind inspiriert vom Leben und

kunsttheoretischen Diskursen, manchmal traurig,

manchmal skurril, aber immer humorvoll. Die

Leute sollen etwas zum Schmunzeln haben.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?

Am 5. Juni eröffnet die Ausstellung WI(E)DER DAS

BÖSE im Bomann-Museum Celle, kuratiert von WP

Fahrenberg und Hilke Langhammer. Insgesamt

werden Arbeiten von über 50 Künstlerinnen und

Künstlern gezeigt, darunter auch von zwei meiner

großen zeichnerischen Vorbilder: Horst Janssen

und Einar Turkowski. Ich selbst werde dort mit

einer multimedialen Installation vertreten sein,

mit Abraxas und Hitchcock als Paten.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und

Mentoren?

Mein Ehemann ist hier sicherlich an erster Stelle

zu nennen. Er kennt mich gut und wusste

vermutlich schon vor mir selbst, dass die

Selbstständigkeit der richtige Weg für mich ist.

Außerdem bin ich in Kontakt mit anderen

Künstlerinnen, deren Strategien mir Orientierung

geben.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie

haben Sie diese gemeistert?

Die größte Herausforderung war es wohl, mich

von vorgefertigten Bildern zu verabschieden und

mich nicht dem Druck fester Strukturen

hinzugeben. Ich persönlich musste erst lernen, an

meinen eigenen Erfolg zu glauben.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen

aufmerksam?

Bisher bin ich auf Instagram aktiv (@kunstnerd)

und betreibe die Website KUNSTNERD.DE mit

Shop und Blog. In meinem Webshop verkaufe ich

limitierte Editionen meiner Bilder, auf meinem

Blog schreibe ich über Hintergründe und gebe

Tipps. Ansonsten versuche ich möglichst oft

auszustellen.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?

Ich bewundere Kinderbuchklassiker wie „Oh, wie

schön ist Panama“ von Janosch oder „Frederick“

von Leo Lionni. Mein größter Traum wäre es,

selbst einen solchen Klassiker auf den Weg zu

bringen, ein Buch, das Kinder lieben, aber auch

Erwachsene begeistert.

Was empfehlen Sie anderen Gründerinnen?

Nicht zu lange hadern, sondern die Dinge

angehen.

61


Ruth Reiche, Buntspecht, 2019,

Fineliner und Buntstift auf Papier, 25x25 cm

62


Unternehmerinnen im Porträt

Katharina Jünger - Gründerin der

Gesundheits-App TeleClinic

Frau Jünger, Sie haben TeleClinic gegründet, eine

App, die den Besuch beim Arzt überflüssig macht,

denn es gibt eine Diagnose über den Bildschirm.

Was tun Sie, um für die gegenwärtige Explosion

der Nachfrage nach Telemedizin gewappnet zu

sein, technisch, personell und auch

organisatorisch?

Wir sind insgesamt sehr stark auf Wachstumskurs

- und werben deswegen in den letzten Monaten

ständig neue Mitarbeiter*innen an und weiten

unser Netzwerk an Ärzt*innen aus. Ab Sommer

werden wir ja auch für Kassenpatienten kostenlos

nutzbar sein, mit Blick auf diese Revolution des

Gesundheitsmarktes und das immense

Wachstum, das die Telemedizin damit erfahren

wird, bilden wir schon seit Monaten neue

Ärzt*innen aus. Aus aktuellem Anlass haben wir

akut zusätzlich Schulungen zu dem Coronavirus

eingerichtet, damit sie auf Basis der aktuellen

Datenlage beraten können. Seit dem 11.3. bieten

wir unser Angebot für Patient*innen mit

Symptomen, die auf den Virus COVID-19

hinweisen, und dem Verdacht auf eine Infizierung

sogar kostenfrei an.

Ist eine Videosprechstunde oder andere Form

der Telemedizin bei Corona-Verdacht überhaupt

sinnvoll? Schließlich kann der Test nicht aus der

Ferne ausgeführt werden.

Videosprechstunden sind im Moment das

sinnvollste Mittel, das wir haben! Alle

Expert*innen sind sich einig: Wir müssen jetzt die

weitere Verbreitung des Virus einzudämmen.

Dazu ist es existenziell, dass die Menschen zu

Hause bleiben, sich nicht aus Sorge in Praxen und

Notaufnahmen begeben, die überfüllt sind und

wo weitere Ansteckungen nur eine Frage der Zeit

sind. Unsere Ärzt*innen können den Anrufern

helfen ihre Symptome einzuordnen, sie beruhigen

- es ist ja auch ganz viel Verunsicherung da -, sie

können Krankschreibungen ausstellen und bei

einem begründeten Verdacht die richtigen

Schritte einleiten.

Und es geht ja nicht nur um die Corona-Fälle: die

Menschen haben weiterhin Grippe,

Hautentzündungen oder brauchen

Verhütungsmittel. Für alle diese Fälle bietet

TeleClinic jetzt eine wirklich gute Alternative.

Kann eine Videosprechstunde die Ärzte

überhaupt entlasten? Sie ist ja nicht weniger

zeitaufwendig als eine Sprechstunde in der

Praxis, oder?

Die Videosprechstunde kann zuallererst dazu

beitragen, die vorhandenen Ressourcen sinnvoll

zu nutzen. Nicht alle Bundesländer sind im

gleichen Maße betroffenen, Ärzte aus anderen

Bundesländern können Patient*innen aus NRW,

Baden-Württemberg und Bayern beraten.

Außerdem sind die Ärzt*innen, mit denen wir

zusammenarbeiten, alle niedergelassen und

beraten aus ihren eigenen Praxen. Sie können ihre

Kapazitäten beisteuern, sodass in den

63


Copyright TeleClinic

Weniger Zeit nimmt eine Videosprechstunde nicht

in Anspruch, unsere Nutzer*innen geben im

Gegenteil oft das Feedback, dass unsere Ärzte sich

mehr Zeit nehmen als in der Praxis üblich.

In welchen Fällen sollten Patienten die

Videosprechstunde oder andere telemedizinische

Angebote überhaupt nutzen, vor dem

Hintergrund, dass das Gesundheitssystem stark

belastet sein wird?

Krankenhäusern und Notaufnahmen die schweren

Fälle betreut werden können. Wir alle können und

sollten dazu beitragen, dass unser

Gesundheitssystem die jetzige Ausnahmesituation

Mit 24 Jahren gründete Katharina Jünger 2015

mit TeleClinic Deutschlands ersten Anbieter für

das Arztgespräch per Videoanruf. In

Pionierarbeit schuf sie die technischen,

organisatorischen und rechtlichen

Voraussetzungen für telemedizinische

Behandlungen im Sommer 2018 zogen

Ärzteschaft und Gesetzgebung endlich nach

und machten den Weg frei für die Innovation.

Jünger, geboren in Freiburg, gründete nach

dem Studium der Rechtswissenschaft und des

Innovationsmanagement am CDTM in

München zusammen mit einem Professor für

Radiologie und einem Informatiker die

TeleClinic GmbH. Jünger ist die

Geschäftsführerin und verantwortet heute die

Bereiche VY. Sie ist begeisterte Unternehmerin

und Mutter eines kleinen Sohnes.

64


estmöglich meistern kann. Ich persönlich würde

deswegen ein Anliegen, das nicht akut ist, für den

Moment hinten anstellen. Grundsätzlich sollten

die Menschen ihre medizinischen Fragen aber

ohne Einschränkung stellen, kaum etwas ist uns so

nah und so wichtig für uns wie die Gesundheit,

hier sollte es keine verordnete Beschränkung

geben.

Kommen wir auf Ihre Gründung zu sprechen: Mit

welcher Intension sind Sie an das Vorhaben

herangegangen?

Der Online-Arztbesuch hat viele Vorteile für

Patient*innen: sie erreichen mit akuten

medizinischen Frage schnell den richtigen Arzt,

auch zum Beispiel auf dem Land, wo bestimmte

Fachrichtungen nicht verfügbar sind, der Kranke

mobil eingeschränkt ist oder schlichtweg keine

Zeit hat, während normaler Öffnungszeiten zum

Arzt zu gehen und den Arztbesuch lieber abends

von zuhause erledigt. Bei uns erhält man den

Arzttermin am selben Tag.

Diagnosen via Internet. Wie kann ich mir das

vorstellen?

Sie laden sich die TeleClinic-App auf Ihr Handy und

geben über einen Fragebogen an, welche

Beschwerden Sie haben und wann Sie gerne von

einem Arzt per Video angerufen werden möchten.

Schnellstmöglich oder auf Wunschtermin. Sie

erhalten dann in der App eine Rückmeldung

welcher Arzt sich wann bei Ihnen meldet. Der Arzt

hat die Daten, die Sie eingegeben haben, bereits

vorliegen und wird Sie bitten ihre Beschwerden

weiter zu schildern, evtl. das betroffene Körperteil

in die Kamera zu halten.. In ¾ der Fälle genügen

diese Informationen, damit der Arzt über die

Ferne eine Diagnose stellen und ein Rezept oder

eine Krankschreibung ausstellen kann. Das Rezept

wird Ihnen dann in der App angezeigt und können

Sie an eine Apotheke in der Nähe oder eine

Versandapotheke übermitteln.

Aktuell sind digitale Behandlungen noch kein

Standard. Gibt es denn Entwicklungen, die den

Besuch beim Arzt tatsächlich demnächst

überflüssig machen?

Vollkommen überflüssig wird der Arztbesuch nie

werden. In vielen Fällen muss der Arzt den

Patienten anfassen zum Beispiel: um Blut

abzunehmen oder in den Hals zu schauen oder

einen Verband anzulegen. Ein großer Teil, mehr

als 50% der Fälle, kann aber online behandelt

werden.

Sie sind Juristin. Wie sind Sie darauf gekommen,

ein Gesundheits-Start-up zu gründen?

In meiner Familie sind alle Ärzte, dadurch habe ich

einen starken persönlichen Bezug: Habe einerseits

persönlich immer wieder erlebt wie wertvoll es

ist, wenn man jederzeit und überall mit einem

sehr guten Arzt über sein Handy sprechen kann

und andererseits wie anstrengend das Arbeiten

für Ärzte ist, weil sie neben ihrer rein ärztlichen

65


Tätigkeit für die sie ja eigentlich Arzt geworden

sind, so viele administrative Dinge erledigen

müssen. Bei TeleClinic nehmen wir den Ärzten

alles ab - außer der eigentlichen

Patientenbehandlung. Ein Grund, warum es

Ärzten so viel Spaß macht über TeleCinic zu

arbeiten.

Schließlich habe ich immer das Bedürfnis gehabt,

einen gesellschaftlichen Mehrwert zu stiften.

Was hat Sie Ihrer Meinung nach dazu befähigt,

ihre Idee erfolgreich umzusetzen?

Ein tiefes Verständnis der regulatorischen

Rahmenbedingungen und wie diese verändert

werden können.

Ein gutes Verständnis von Ärzten: was ist ihnen

wichtig, wie kann man sie begeistern an der

Veränderung teilzunehmen.

Eine Leidenschaft für unsere Vision und die

Fähigkeit andere dafür zu begeistern an dieser

Vision mitzuwirken.

Wie sind Sie an die Gründung herangegangen?

66


Ich habe damals zu aller erst versucht, den Markt

zu verstehen und die Situation weltweit und in

Deutschland analysiert. Dafür haben wir

Wettbewerber untersucht, Patienten, Ärzte und

Krankenversicherungen befragt.

Dann habe ich einen Software Entwickler als

Mitgründer ins Team geholt und die TeleClinic

Plattform entwickelt.

Mit dieser Plattform haben wir dann mit einigen

innovativen Krankenversicherungen, Ärzten und

Patienten erste Pilotversuche unternommen,

dann Investoren gewonnen und so nahm die

Geschichte ihren Lauf.

Immer noch sind Frauen im Gründungsgeschehen

in der Minderheit. Viele Frauen berichten davon,

dass sie sich als Frau bei Beratungen gerade auch

im Bereich Finanzierung benachteiligt fühlten.

Ging Ihnen das ähnlich?

Es hat sich in den letzten fünf Jahren bereits

massiv verbessert. Die Hauptherausforderung

sehe ich in der Vereinbarkeit von Familie und

Beruf in Deutschland. Als Gründerin kann man

nicht für mehrere Monate Elternzeit machen,

daher brauchen wir schon sehr frühe

Kinderbetreuung, damit Frauen Muttersein und

Gründersein vereinbaren können.

Im Bereich der Finanzierung habe ich Frau sein

bisher nicht als Nachteil erlebt.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Seitdem ich ein Kind habe, hat er sich etwas

verändert. Früher saß ich open end - so lange ich

Lust hatte in der Arbeit, heute starte ich um 9 Uhr

und arbeite bis 18 Uhr durch und versuche jede

Minute maximal effizient zu nutzen.

Jeder Tag startet bei mir mit einer To-do-Liste und

einer Priorisierung der wichtigsten Themen des

Tages, gemapped auf unsere Unternehmensziele

und meine jeweiligen Verantwortlichkeiten in

Bezug auf diese. Ich sitze mit meinem Schreibtisch

im Großraumbüro zwischen meinen Kollegen und

gehe für Telefonate in kleine Meetingräume, die

wir dafür eingerichtet haben.

Neben der Arbeit an meinen Themen - das sind

insbesondere strategische Themen, HR, Legal,

Investoren und

Krankenversicherungspartnerschaften und PR,

habe ich auch Meetings mit meinen

Teamkollegen, in denen wir uns abstimmen und

Feedback zu unseren Projekten geben.

Um 18:30 Uhr bin ich dann zuhause bei meinem

Kind und arbeite, wenn es viel zu tun gibt noch

von zu Hause. Ich versuche aber jeden Abend auf

jeden Fall eine Stunde intensive Mama-Kind Zeit

zu haben, wo ich mich ganz meinem Sohn widme.

Zwei Mal die Woche mache ich morgens oder

abends zuhause noch Sport.

Vielen Dank für das Gespräch!

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SHE works! likes ...

„As Friends to Kenia“ die andere Art zu reisen:

Neues nach Hause nehmen und Gutes vor Ort

lassen

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Foto Ingeborg Scholz


Von Ingeborg Scholz

Es ist eine einzigartige Gelegenheit, Kenia und

sich selbst aus neuer Perspektive kennenzulernen,

die der Fuldaer Verein „Lebendige Kommunikation

mit Frauen in ihren Kulturen e. V.“ seit vielen

Jahren anbietet. Frauen aus ganz Deutschland

haben seitdem die Gelegenheit beim Schopf

ergriffen und den kenianischen Lebensalltag

hautnah erlebt fernab von touristischen Pfaden

und umgeben von der Lebensfreude und

Herzlichkeit der Kenianerinnen und ihren

Familien. Im Oktober 2020 steigt die nächste

Reisegruppe ins Flugzeug nach Afrika. Die gute

Nachricht: Für Kurzentschlossene sind noch Plätze

frei und wer etwas mehr Vorlaufzeit begrüßt,

kann sich bereits für 2021 anmelden.

16 Tage Auszeit durchatmen, entschleunigen,

sich etwas Besonderes gönnen. Oft sind es lang

gehegte Lebensträume oder die Lust und Freude,

mit Gleichgesinnten authentische Einblicke ins

ursprüngliche Afrika zu erleben.

Mittelpunkt der Erfahrungen, die die

Reiseteilnehmerinnen nach Hause nehmen, ist

immer wieder die eine Erkenntnis: Du kommst als

Gast und gehst als Freundin. Das ist das wahre

Geschenk. Dafür sorgen die kenianischen

Gastgeberinnen mit ihrer unbändigen

Lebensfreude und unvergleichlichen Offenheit.

Sie nehmen ihre Gäste mit, wenn sie, umgeben

vom satten Grün des kenianischen Hochlandes,

am Morgen das Feld bestellen, Wasser holen oder

über offenem Feuer kochen. Sie zeigen ihre

besonderen Orte und machen ihre Gäste mit der

Schönheit der afrikanischen Natur vertraut: der

roten Erde und der üppigen Vegetation.

Überdies ist gelungen, für die kenianischen Frauen

mit dem Mit-Reiseprojekt eine

Verdienstmöglichkeit zu schaffen. Das Projekt

wird allein durch ihre Ressourcen umgesetzt: Die

Gäste schlafen in ihren liebevoll vorbereiteten

traditionellen „Homes“, ernähren sich von den

Erträgen ihrer Felder oder von Produkten vom

nahe gelegenen Markt. Mit dem Einkommen

finanzieren sie ihre Projekte, an denen sie ihre

Gäste teilhaben lassen - beim Besuch der

Gesundheitsstation und beim Kennenlernen des

Projektes „Gesundes Wasser durch Wassertank“.

Infos, Termine und Kontakt:

Mitreisen können zwölf Personen (einzelreisende

Frauen, Paare oder Familien).

Reisezeiten in 2020: 09.10 24.10.2020 und in

2021: 26.03. 10.04.2021

Ein zweitägiges Seminar in Fulda bereitet auf die

innovative Projektreise vor.

Mehr Infos: www.mit-reiseprojekt-kenia.de und

0661-64125. Kosten: 2.895 Euro.

Ansprechpartnerin: Ingeborg Scholz

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And the Oscar goes

to…

Caroline Diel!

Die Entscheidung in den Weinbau einzusteigen,

lag bei Caroline Diel recht nahe. Aufgewachsen

auf dem Weingut ihrer Eltern in Burg Layen,

versuchte sie sich nach der Schule erst im

Hotelfach, entschied sich dann aber um und

studierte weinbau. Mit Erfolg, wie die

Auszeichnung mit dem Wine-Oscar zeigt!

Foto Hendrik Haase

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Frau Diel, erst einmal herzlichen Glückwunsch

zur Verleihung des „Wine-Oscars“. Aber für alle

Nichtkenner, was ist denn der Wine-Oscar?

Danke! Wine Oscar gibt es nicht wirklich… Die

Verleihung der Preise beim falstaff ist allerdings

ähnlich aufgebaut wie die Oscar-Verleihung. Für

die Kategorien Newcomer des Jahres, Sommelier

des Jahres und Winzer des Jahres gibt es drei

Nominierte mit drei Filmen die gezeigt werden.

Danach wird die Juryentscheidung verkündet und

es ist sehr viel Bauchkribbeln dabei.

Für uns ist das die Zusammenfassung des Jahres.

Winzerin des Jahres in der FAZ-Sonntagszeitung,

Winzerin des Jahres Falstaff und Kollektion des

Jahres Nahe bei Wein-Plus

Winzerin des Jahres, was bedeutet Ihnen diese

Auszeichnung?

Diese Auszeichnung ist für mich eine Bestätigung,

dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ich bin seit

2006 im Familienbetrieb tätig und habe an vielen

kleinen Schrauben gedreht und die

Weinqualitäten Stück für Stück noch

authentischer und noch besser zu machen. Wir

lassen unsere Reben und unsere Böden sprechen.

Bei uns arbeitet die ganze Familie und alle

Mitarbeiter Hand in Hand und diese

Auszeichnungen sind ein gemeinsamer Verdienst!

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Geht man auf Ihre Website steht dort „Ein Leben

für den Wein“. War Ihnen schon immer klar, dass

Sie in den Betrieb Ihrer Familie einsteigen wollen?

Ich bin im Weingut meiner Eltern aufgewachsen

und hatte als Kind keine große Affinität zum Wein.

Ich fand es vielmehr oft unverständlich, dass

meine Eltern oft abends oder am Wochenende

arbeiten mussten. Als ich dann mit 17 in den USA

und mit 18 in Frankreich war, lernte ich die

Weinwelt mit anderen Augen kennen und von da

an war klar, dass ich Wein machen möchte.

Hat sich die Übernahme des Unternehmens als

einfach erwiesen oder gab es Hindernisse?

Ein Generationswechsel hat immer seine

Herausforderungen. Die Tradition mit der

Moderne zu verbinden ist nicht immer leicht und

wenn man einen starken Vater hat, muss man

genau wissen was man will: Zielstrebig sein,

Kompromissbereitschaft und vor allem

Leidenschaft hilft sehr!

Wie wird man Winzerin, Frau Diel?

Winzer/in ist ein klassischer Ausbildungsberuf. Ich

selbst habe mich allerdings für viele Praktika im

In- und Ausland und ein Studium an der

Hochschule Geisenheim entschieden. Somit bin

ich Dipl. Ingenieur für Weinbau und Oenologie.

Die Berufung ist aber das Wichtigste!

Was macht diesen Beruf für Sie persönlich so

reizvoll?

Das Winzerleben hat so viele Facetten, dass ich

mir keinen spannenderen Beruf vorstellen kann!

Wir arbeiten sehr eng mit und in der Natur. Wir

begleiten unsere Pflanzen, die auf unserem Stück

Land gedeihen und helfen Ihnen sich zu

„Höchstform zu entfalten“: unsere Reben bringen

Trauben hervor, die Ihre Herkunft möglichst

authentisch widerspiegeln.

Dann folgt die eher technische Arbeit im Keller,

wo wir die Trauben pressen unsere Weine auf

dem Weg der Gärung und Reifung begleiten und

schlussendlich das fertige Produkt in Flaschen

füllen. Hiermit nicht genug, im Anschluss folgt die

Vermarktung. Wir treffen so viele passionierte

Leute, die unsere Weine probieren, genießen und

weiterverkaufen.

Die Kombination aus dem allen macht einfach

Spaß und ist extrem erfüllend.

Gibt es viele Frauen in dieser Branche?

Es werden immer mehr. Als ich in Geisenheim

studierte waren wir etwa 20% Frauen,

mittlerweile setzen sich die Semester aus 50%

Frauen und 50% Männern zusammen.

Sie keltern in erster Linie Burgunder und Riesling.

Warum?

Diese Rebsorten passen einfach am besten in

unser Nahetal. Vor allem der Riesling spiegelt die

unterschiedlichen Böden wundervoll wieder und

bringt extrem unterschiedliche Weine hervor. Sie

72


estechen durch salzige Mineralität, Frucht und

Trinkfluss! Die etwas kräftigeren weißen und

roten Burgundersorten sind eine tolle Ergänzung

und perfekte Speisenbegleiter.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Immer eine Mischung zwischen Mama, Winzerin

in den Weinbergen, Winzerin im Keller, Gespräche

mit Mitarbeitern, Partnern etc.. Die Zeit als Mama

ist morgens und abends immer am intensivsten.

Sobald die Kinder im Bett sind, steht meistens

noch Büroarbeit an. Häufig auch Weinproben mit

Kunden.

Was muss man mitbringen, um als Winzerin

glücklich zu werden?

Leidenschaft, Ausdauer, Ausgleich durch die

Familie und natürlich Spaß an gutem Wein! :-)

Vielen Dank für das Gespräch!

Ein eigenes Unternehmen zu führen ist sicher

eine Herausforderung. Was war gerade zu Beginn

am schwierigsten umzusetzen?

Wenn man einen Betrieb in 7. Generation

übernimmt, und einige unserer Mitarbeiter

bereits mit meinem Großvater

zusammengearbeitet haben muss man natürlich

erst mal Vertrauen schaffen. Ich habe das ganz

einfach gemacht. Ich bin mit gutem Beispiel voran

gegangen. Zu Beginn in den Weinbergen und dann

in allen anderen Bereichen. Für die Mitarbeiter

war das erst mal komisch, weil ich ständig dabei

war. Aber es hat sich ein tolles Miteinander

daraus entwickelt. Nicht zuletzt auch durch das

Engagement meines Mannes, der seine Karriere

für unser Familienunternehmen an den Nagel

gehängt hat.

Schlossgut Diel

Burg Layen 16

D-55452 Burg Layen

Telefon: +49 (0) 6721-96 950

eMail: Schlossgut@diel.eu

Foto Hendrik Haase

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Wer den Quereinstieg wagt, gewinnt

Von Frida Ericson

Motivation und Freude im Job: Deutsche

Arbeitnehmer, die tagtäglich mit einem Lächeln

zur Arbeit gehen und ihre Aufgaben voller

Hingabe erfüllen, sind rar. Laut einer aktuellen

Studie des itarbeiter-Engagement-Unternehmens

Peakon, das seit 2015 jährlich die Zufriedenheit

von Mitarbeitern auf der ganzen Welt untersucht,

lässt die Arbeitsmotivation vieler Deutschen sehr

zu wünschen übrig. Demnach geht fast jeder

Vierte lustlos ins Büro. Ähnlich unmotiviert sind

die Briten.

Mangelnde Aufstiegschancen, wenig

Mitbestimmung, Unstimmigkeiten mit der

Geschäftsführung, unflexible Arbeitsmodelle oder

aber auch Unter- und Überforderung zählen in

deutschen Unternehmen häufig zu den Gründen

für eine fehlende emotionale Bindung zum Job.

Überwiegt die Frustration, kann ein Jobwechsel

wahre Wunder bewirken. Glücklicher dank

Jobwechsel

Zufriedenheit spielt eine zentrale Rolle, wenn es

darum geht, als Arbeitnehmer sein volles

Potenzial zu entfalten. Hierbei geht es allerdings

nicht nur um eine adäquate Bezahlung. Auch eine

angemessene Feedbackkultur, Wertschätzung,

eigenverantwortliches Arbeiten, Weiter- und

Fortbildungsmöglichkeiten, Diversität und

Nachhaltigkeit sowie ein gutes

Zusammengehörigkeitsgefühl des Teams tragen

heutzutage signifikant zum Wohlbefinden im Job

bei. Werden die Vorstellungen der Arbeitnehmer

hierzu weitestgehend erfüllt, wirkt sich dies auch

positiv auf die Leistungsfähigkeit und das

Engagement aus. Schließlich ist Motivation auch

der Schlüssel zum Erfolg.

Neuer Beruf in 12 Wochen

Dass Arbeitnehmer heutzutage ihr Leben lang ein

und denselben Beruf ausüben, wird immer

seltener. Diese äußerst traditionelle Sichtweise ist

längst überholt. Aufgrund des sich stetig

zuspitzenden Fachkräftemangels sowie der immer

weiter fortschreitenden Digitalisierung, mit der

auch Veränderungen in verschiedensten

Tätigkeitsbereichen einhergehen, bieten sich für

Arbeitnehmer dieser Tage viele neue

Möglichkeiten. Spannende neuartige

Karrierewege auch industrieübergreifend

wecken das Interesse von Arbeitskräften und

gewinnen zunehmend an Attraktivität. Die

Neuorientierungen können allerdings nur durch

Weiterbildungen eingeschlagen werden.

Für mehrjährige Ausbildungen oder Studiengänge

fehlt den meisten Berufswechslern die Zeit.

Zudem sind diese Weiterbildungen über einen

langen Zeitraum für Arbeitnehmer kaum tragbar

insbesondere finanziell. Innovative Lernansätze

und Fortbildungsprogramme bieten gegenwärtig

jedoch verschiedene Möglichkeiten, um einen

Karrierewechsel zu beschleunigen. Eine

Vorreiterrolle nimmt hiebei das Konzept des

Accelerated Learnings ein. Die Besonderheit

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dieser Lernmethode liegt in der praxisorientierten

Vermittlung komplexer Inhalte innerhalb

kürzester Zeit ein Win-Win-Prozedere für

Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die händeringend

nach neuen Fachkräften suchen.

Accelerated-Learning-Programme setzen auf

einen motivationsbasierten Recruiting-Prozess.

Soft Skills wie Ehrgeiz und logisches Denken fallen

hierbei mehr ins Gewicht als Fachkenntnisse

sowie bereits erworbene Berufsqualifikationen.

Denn nur wer hochmotiviert ist, schließt das

kompakte Training auch erfolgreich ab.

Karriereneustart für alle

Konkrete Änderungswünsche beim eigenen Job

versanden häufig im Alltag. Vor allem Frauen

stellen sich selbst und ihre Bedürfnisse leider oft

hintenan oder trauen sich zu wenig zu. Männer

hingegen wagen den Schritt zur Veränderung

früher, treten selbstbewusster auf und stufen ihre

Kompetenzen höher ein.

Accelerated-Learning-Programme eignen sich für

jeden, der über eine gehörige Portion an

Motivation verfügt und das ganz unabhängig

vom Geschlecht, Alter, von der Herkunft oder den

bisherigen Berufserfahrungen. Zahlreiche

Erfolgsgeschichten von Absolventen der

Intensiv-Trainings bestätigen das Konzept der

Lernmethode. Vielen Frauen ist es bereits

gelungen, mit dem Absolvieren eines solchen

Lern-Bootcamps einen komplett neuen

Karriereweg einzuschlagen. So arbeiten

Foto AW Academy

Frida Ericson ist Mitgründerin der AW Academy,

einer Schule für Erwachsene mit Fokus auf

Accelerated-Learning-Programmen, sowie Head of

Research und Marketing der AW Academy Group.

Zuvor arbeitete sie als Candidate Coordinator bei

der schwedischen Personalberatung Academic

Work. Ihre Karriere startete die heute 36-Jährige

2010 in der Personalabteilung des schwedischen

Freizeitparks Gröna Lunds. Ericson hält einen

Abschluss in Human Resources der Universität Umeå

und ist Mutter von 2 Kindern.

beispielsweise ehemalige Krankenschwestern,

Frisörinnen, Pädagoginnen oder

Geisteswissenschaftlerinnen inzwischen als

Software-Entwicklerinnen, IT-Beraterinnen oder

Projektmanagerinnen in Unternehmen

verschiedenster Branchen. Neue

Herausforderungen und mehr Freude im Job

bleiben damit kein Wunschtraum mehr. Ein

industrieübergreifender Karriereneustart ist somit

für alle machbar.

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Während der Corona-Krise: Tipps und

Hilfen im Arbeitsalltag

In den vergangenen Tagen und Wochen haben

uns eine Vielzahl von Informationen rund um die

Corona-Pandemie erreicht.

Wir haben in unserem Sonderteil dieses

e-Magazins zusammengetragen, was wir im

Arbeitsalltag für wichtig halten.

Einige Bereiche haben wir hier nur angerissen, da

die vollständigen Artikel bereits auf unserer

Website stehen. Der Vollständigkeit halber wollen

wir sie jedoch hier aufführen.

Über die Links kommen Sie direkt zu den

kompletten Texten.

Ihr SHE works-Team

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Sonderteil Corona

Informative Artikel von unserer Website

FAQ zur Corona-Krise: Was Arbeitnehmer und

-geber wissen müssen

Die aktuelle Corona-Pandemie stellt nicht nur

Unternehmen und Selbstständige, sondern auch

Arbeitnehmer vor große Herausforderungen und

wirft viele Fragen auf.

Hier kommt für Sie deswegen ein kurzer

Überblick, über die wichtigsten Informationen

rund ums Arbeitsleben während der Corona-Krise,

die wir ständig aktuallisieren.

Infos zu Kurzarbeit, Arbeitszeit Null, Eltern mit

Kind, Lohnfortzahlungspfllicht, unbezahlter

Urlaub, Freistellung, Homeoffice und Arbeitsmittel

sowie Verdienstausfall finden Sie hier:

https://www.she-works.de/sheworks/aktuelles/fa

q-zur-corona-krise-was-arbeitnehmer-und-geberwissen-muessen/2020/03/24/

Auswirkungen des Coronavirus: Informationen &

Unterstützung für Unternehmen

Das Bundeswirtschaftsministerium informiert!

Die Bundesregierung tritt entschlossen und mit

aller Kraft den wirtschaftlichen Auswirkungen des

Coronavirus entgegen. Ein weitreichendes

Maßnahmenbündel wird Arbeitsplätze schützen

und Unternehmen unterstützen. Firmen und

Betriebe werden mit ausreichend Liquidität

ausgestattet, damit sie gut durch die Krise

kommen.

Die zentrale Botschaft der Bundesregierung: Es ist

genug Geld vorhanden, um die Krise zu

bekämpfen und wir werden diese Mittel jetzt

einsetzen. Wir werden alle notwendigen

Maßnahmen ergreifen. Darauf kann sich jede und

jeder verlassen.

https://www.she-works.de/sheworks/aktuelles/a

uswirkungen-des-coronavirus-informationen-unte

rstuetzung-fuer-unternehmen/2020/03/22/

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Unternehmenskommunikation: Corona & Co.

Welcome to the Jungle

Von Nadine Dlouhy

Wie gerne würden wir aktuell diesen Code-Satz

zu unserer Rettung sagen, um alles wieder auf Los

und Anfang zu setzen. Was manch einer von uns

oft verflucht hat, sehnen wir nun zurück unseren

Alltag. Wir suchen nach einem Anker, unseren

gewachsenen und bekannten Strukturen. Doch

wir befinden uns in keiner TV-Show, hier geht es

um das nackte Überleben. Wenn selbst die

Fußball-Europameisterschaft verlegt wird, wissen

wir jetzt wird es ernst. Im verzweifelten Versuch,

die Kontrolle und damit das Ruder zu

übernehmen, greifen wir zur Toilettenpapierrolle.

Welcome to Reality. Welcome to Corona.

https://www.she-works.de/sheworks/aktuelles/u

nternehmenskommunikation-corona-co-welcometo-the-jungle/2020/03/24/

Notfall-KiZ: Hilfe für Eltern in der Corona-Zeit

Die Ausbreitung des Corona-Virus‘ stellt viele

Familien vor große organisatorische und

finanzielle Probleme: Eltern müssen wegen Kitaund

Schulschließungen die Betreuung ihrer Kinder

selbst organisieren, können ihrer Arbeit nicht in

vollem Umfang nachgehen, sind in Kurzarbeit oder

haben wegen ausbleibender Aufträge gravierende

Einkommenseinbußen. Bundesfamilienministerin

Dr. Franziska Giffey startet deshalb einen

Notfall-KiZ für Familien mit kleinen Einkommen.

https://www.she-works.de/sheworks/aktuelles/n

otfall-kiz-hilfe-fuer-eltern-in-der-corona-zeit/2020

/03/26/

Bitkom bietet digitale Unterstützung in Zeiten

von Corona

Um Antworten und konkrete Hilfestellungen zu

geben, hat der Digitalverband Bitkom auf seiner

Website ein umfassendes kostenloses Angebot

erstellt, das sich an Verbraucher und

Unternehmen gleichermaßen richtet. Es

beinhaltet nicht nur Informationen, Anleitungen

und Handreichungen, sondern eine wachsende

Anzahl an Webinaren und Online-Kursen.

https://www.she-works.de/sheworks/aktuelles/bi

tkom-bietet-digitale-unterstuetzung-in-zeiten-von

-corona/2020/03/30/

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Sonderteil Corona

Corona-Krise: Schnelle Hilfen erste Schritte

Von Annemike Düvel

Viele Unternehmen, Selbständige und

Freiberufler stehen vor der drängenden Frage:

Wie sichere ich in den kommenden Wochen und

Monaten meine berufliche Existenz? Zahlreiche

Branchen sind von der aktuellen Krise bereits

betroffen oder befürchten für die Zukunft große

Einschnitte. Deshalb hat die Bundesregierung ein

milliardenschweres Maßnahmenpaket geschnürt,

das Hilfe und Unterstützung für die Wirtschaft

bieten soll. Hier eine Übersicht nützlicher Links:

Infos zu Finanzhilfen

Website des Bundesministeriums für Wirtschaft

und Energie mit allen wichtigen Fragen und

Antworten rund um die aktuelle Situation von

Kurzarbeitergeld bis Arbeitsschutz:

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/cor

onavirus.html

Bundesministerium für Finanzen mit

umfangreichen Informationen über das

Milliarden-Hilfsprogramm und den Schutzschild

für Unternehmen:

https://www.bundesfinanzministerium.de/Conten

t/DE/Standardartikel/Themen/Oeffentliche_Finan

zen/2020-03-13-Schutzschild-Beschaeftigte-Unter

nehmen.html

Schnelle Liquiditätshilfen für Unternehmen,

Selbstständige und Freiberufler:

Informationen zum Kurzarbeitergeld:

https://www.arbeitsagentur.de/news/corona-viru

s-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbe

itergeld

Links und Ansprechpartner:

Das Bundesministerium des Inneren (BMI) und

das Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

haben einen Corona-Krisenstab eingerichtet. Die

wichtigste Aufgabe des Stabs ist die Eindämmung

des Virus in Deutschland. Infektionsketten bei

Einreisen nach Deutschland müssen

beispielsweise unterbrochen werden.

Häufig gestellte Fragen zum Krisenstab, der

allgemeinen Situation und auch zu speziellen

Themen, wie der privaten Vorsorge, Migration

und Quarantäne, beantworten das

Bundesgesundheitsministerium (BMG) unter:

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/cor

onavirus.html und das Bundesministerium des

Innern, für Bau und Heimat. Was deutsche

Unternehmen konkret beim Thema Coronavirus

beachten sollten, erklärt der Deutsche Industrie-

und Handelskammertag (DIHK).

Weitere Informationen für Unternehmen hat die

Bundesvereinigung der Deutschen

Arbeitgeberverbände (BDA) zusammengestellt.

https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Ak

tuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html

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Arbeitsrecht, Home Office, Kurzarbeitergeld?

Wichtige Informationen für Beschäftigte gibt es

beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB).

Fragen und Antworten sowie aktuelle

Informationen veröffentlichen auch das Robert

Koch-Institut und die Bundeszentrale für

gesundheitliche Aufklärung.

Das Auswärtige Amt gibt Reisehinweise und

aktuelle Informationen zum Thema Coronavirus.

Der Bundesverband Mittelständischer Wirtschaft

bietet eine Übersicht nach Bundesländern

aufgeschlüsselt:

https://www.bvmw.de/themen/coronavirus/bund

eslaender/?fbclid=IwAR3FZ7rqmmyrL9wluyqWJ_4

LfmEr6drhlaVkLMBr6OmzyUykYhJcOx_o1jU

Hotlines für Unternehmen

Infotelefon des Bundesgesundheitsministeriums

zum Coronavirus

Telefon: 030 346465100

Mo Do 8:00 bis 18:00 Uhr

Fr 8:00 bis 12:00 Uhr

Beantragung von Kurzarbeitergeld:

Zuständig ist die örtliche Arbeitsagentur.

Unternehmerhotline der Bundesagentur:

Telefon: 0800 45555 20

Hotline des Bundeswirtschaftsministeriums

für allgemeine wirtschaftsbezogene

Fragen zum Coronavirus:

Telefon: 030 18615 1515

Mo Fr 9:00 bis 17:00 Uhr

Hotlines für Bürgerinnen und Bürger

Infotelefon des Bundesgesundheitsministeriums

zum Coronavirus:

Telefon: 030 346465100

Mo-Do 8:00 bis 18:00 Uhr

Fr 8:00 bis 12:00 Uhr

Infotelefon des Bundeswirtschaftsministeriums

zum Coronavirus (nur wirtschaftsbezogene

Fragen):

Telefon: 030 18 615 6187

E-Mail: buergerdialog@bmwi.bund.de

Mo Fr 9:00 bis 17:00 Uhr

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Infos für Freiberufler und Selbständige

Eine gute Übersicht der aktuellen Hilfen für

Freiberufler und Selbständige, wird laufend

aktualisiert:

https://www.gruenderlexikon.de/news/kurz-notie

rt/corona-hilfen-fuer-selbststaendige-freiberuflerund-kleinunternehmer-84233709

Mitglieder der Künstlersozialkasse können

jederzeit eine Beitragssenkung beantragen.

Voraussetzung hierfür ist, dass sich das

voraussichtliche Einkommen aus selbstständiger

künstlerischer / publizistischer Tätigkeit ändert.

Das Antragsformular zum Download finden Sie auf

der Webseite der KSK unter: Änderungsmitteilung

für die Künstlersozialkasse

Aktuell bereitet auch das Land Niedersachsen eine

"Nothilfe" als Sofortmaßnahme vor (in Bayern gibt

es diese "Soforthilfe Corona" bereits). Zur

Beantragung empfiehlt es sich, bereits jetzt eine

"Ausfalldokumentation" (z.B. tabellarische

Übersicht der entgangenen Einkünfte) zu

erstellen, um den Schaden durch

Veranstaltungsabsagen und

Auftragsstornierungen realistisch beziffern zu

können, sobald die Nothilfe beantragt werden

kann. Hier das Beispiel aus Bayern:

https://www.stmwi.bayern.de/soforthilfe-corona/

?fbclid=IwAR0DuJ1bHs_VdS1qUEWPJsqqE7TQkf3

8pMuBnI7Kplg2_td4B7d7hMaEkf0

Checkliste: Was ist zu tun… für Unternehmer,

Freiberufler und Selbständige:

https://www.1a-startup.de/news/corona-soforthil

fe-checkliste-fuer-selbststaendige-freiberufler-und

-unternehmer?fbclid=IwAR3kpjf60bnFo7TJNpwm

uu-MZvCVIV6IUt5pv8XaXi9r9nfwa__Vr1uREtE

Kultur- und Kreativwirtschaft

Spezielle Unterstützung für die Kultur- und

Kreativbranche ist angekündigt:

https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuell

es/kulturstaatsministerin-kuendigt-hilfen-fuer-kult

ur-und-kreativwirtschaft-an-1731108?fbclid=IwAR

1MWuE3P0_dZxPFBT3T4T_4VTtNA1IUJjdHIS0RxE

H7nB6Q-Ps0kTIYRfg

Informationen des Kompetenzzentrums Kulturund

Kreativwirtschaft des Bundes finden sich hier:

https://kreativ-bund.de/corona?fbclid=IwAR1e5M

R5yLKkPhNyZ5z5FOqZKK-KpBnAiu-5_Gjl0HSBrR2u

tJJ2Vst4ee0

Homeoffice: Nützliche Tools für das Büro zu

Hause

Praktische Tools jetzt gratis nutzen:

https://www.sueddeutsche.de/digital/coronavirus

-gratis-tools-apps-homeoffice-1.4847495

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Was ist beim Umzug in den home office zu

beachten? Tipps und Regeln gibt’s hier:

https://t3n.de/news/corona-homeoffice-guide-tip

ps-regeln-1262945/

Einen Überblick über die Regeln des home office

bietet der Tagesspiegel hier:

https://www.tagesspiegel.de/berlin/arbeiten-vonzu-hause-wegen-coronavirus-das-sind-die-regeln-i

m-homeoffice/25650326.html

Hier beantwortet eine Rechtsanwältin Fragen zu

rechtlichen Fallstricken, Arbeitsrecht und Fragen

der Erreichbarkeit im home office:

https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/article1

97462079/Homeoffice-Wichtige-Regeln-zu-Erreich

barkeit-Haushalt-Kinderbetreuung.html

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Sonderteil Corona

Lernen und helfen gut für die Zukunft und gut

gegen Angst

Von Caroline Timmermann, Karrierecoach

So viel geschenkte Zeit hatten wir noch nie. Diese

Zeit gehört sicher zu dem, was viele als Chance in

der Krise bezeichnen. Aber wie genau können wir

mit dieser Zeit umgehen, um sie gut zu nutzen?

Studien über das Glücklichsein bestätigen immer

wieder, dass außer stabilen sozialen Kontakten

lebenslanges Lernen und anderen Menschen zu

helfen das eigene Glücksempfinden positiv

beeinflussen. In der aktuellen echten,

ungeschönten Realität sind wir eher von Angst

beherrscht und ganz weit weg von Glück und

Zufriedenheit mit Existenzängsten und

Lagerkoller.

Schauen wir uns einmal genauer an, was in Zeiten

von Corona Körper, Geist und Seele guttut. Selbst

unter diesen Voraussetzungen gibt es Dinge, die

uns entweder aufbauen oder die uns noch mehr

herunterziehen können.

Zuerst nehmen wir unsere Angst unter die Lupe.

Evolutionsgeschichtlich findet Angst in einem sehr

alten Teil des Gehirns statt. Angst hat die

Funktion, uns zu schützen. Ein extrem schneller

Mechanismus signalisiert uns bei Gefahr, dass es

ratsam ist, zu kämpfen (Menschen prügeln sich

um derzeit um Drogerieartikel), oder zu fliehen

(Menschen verharmlosen die Krise).

Angst hat einen Sinn: Sie sichert das Überleben

unserer Art. Die drei Strategien Fight, Flight,

Freeze konnten früher helfen, dem Säbelzahntiger

zu entkommen oder ihn zu besiegen. In einer so

komplexen Krise wie zurzeit reichen diese

Strategien nicht aus. Deswegen müssen wir

zusätzlich aktiv einen anderen Teil unsers Gehirns

einsetzen, vereinfacht gesagt die Kraft der

Vernunft.

Alles, was unserem Gehirn „Normalität“ und

damit Sicherheit signalisiert, hilft jetzt gegen die

Angst. Alles das kannst du ganz konkret tun.

Meditation: Ruhiges Atmen und die Pause von

Informationsflut und Grübeln wirken nachweislich

Wunder.

Strukturiere dein Leben so, wie du es dir ohne

Krise wünschst: eine Struktur im Tagesablauf, früh

aufstehen, feste Arbeitszeiten auch im

Homeoffice, ein geregelter Tagesablauf für Kinder.

Unterstütze deinen Körper und dein

Immunsystem: gesunde Mahlzeiten, den eigenen

Körper stärken und Stresshormone abbauen mit

Sport.

Was tut der Seele gut?

Stell dir mal folgende Frage: Wie willst du auf dich

selbst in einem Jahr zurückblicken oder wenn du

eines Tages deinen Enkeln von dieser Zeit

berichtest? Wer willst du jetzt sein?

Überlege, was du anzubieten hast. Was bringst du

mit, was jetzt anderen helfen könnte?

Was können andere jetzt von dir gebrauchen:

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85


Foto LonGaah Photography, Cloppenburg

Nachbarschaftshilfe, einen aufmunternden Anruf,

Beratung zu gesunder Ernährung, Achtsamkeit,

Selbstorganisation im Homeoffice….

Caroline Timmermann ist Karrierecoach und

ehemalige Personalleiterin. In ihrem Online-Kurs

zu Verhandlungsführung findest du Videos voller

Expertenwissen, Insidertipps und Tools „aus

dem Nähkästchen“, jede Menge Know-how in

Verhandlungsführung, Argumentation und

Schlagfertigkeit.

Der Kurs ist für dich völlig kostenlos und

besonders hilfreich für alle, die im Home-Office

oder in Quarantäne, die Zeit nutzen wollen, für

Mütter, die zwischendurch auch etwas für sich

tun möchten, und weil auch noch gerade Equal

Pay Day war, für alle Frauen.

Möchtest du das Angebot auch an deine

Freunde*innen weitergeben? Hier der ab sofort

bis …. gültige Rabattcode SOLIDARITAET100

Viele Inspirationen für eine gute Zeit während

und nach Corona findest du hier

https://www.instagram.com/caroline_timmerm

ann_coaching

Hier geht’s auf der Website direkt zum

Online-Kurs

https://caroline-timmermann.com/selbst-coachi

ng-programm/

Schau dich um, wer deine Hilfe gebrauchen könnte

und hilf anderen.

Was tut dem Geist gut? Hier kommt eine der

Antworten aus der Positiven Psychologie, nämlich

Lernen. Also kann uns helfen, dass wir bewusst dieses

flexible und neugierige Hirnareal beschäftigen,

unseren „kleinen inneren Studierenden“, der übrigens

bis ins hohe Alter lernfähig und jung bleibt.

Das bedeutet konkret, dass du jetzt die Zeit nutzen

kannst, Dinge zu lernen, die du schon immer lernen

wolltest.

1. Lies Bücher.

2. Höre einen Podcast

3. Belege einen Online-Kurs

4. Beschäftige dich mit Themen, die dich immer

schon interessiert haben.

Übrigens: Nach der Corona-Krise werden

Personalentscheider eine neue Standardfrage im

Bewerbungsgespräch stellen: Wie haben Sie die

Corona-Krise erlebt? Wie haben Sie die Corona-Krise

genutzt?

Eventuell hast du sie ja beispielsweise genutzt, um

dein Verhandlungsgeschick, deine Selbstsicherheit,

deine Schlagfertigkeit - nicht nur für

Bewerbungssituationen - zu trainieren…

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Sonderteil Corona

Kommunikation

in der

Corona-Krise:

Schweigen?

Kommunizieren!

Jetzt erst recht!

Von Prof. Dr. Julia Schössler

Die Corona-Krise hat uns seit Wochen fest im

Griff, und ein Ende des Ausnahmezustandes ist

nicht abzusehen. Die Unsicherheit ist auch in der

Unternehmenskommunikation spürbar: Was soll

ein Unternehmen, sei es ein Startup oder ein

Konzern, in diesen Zeiten sagen? Was vielleicht

lieber nicht? Oder was anders als bisher? Die

Angst vor möglichen Fehlern macht derzeit viele

Unternehmen ziemlich „sprachlos“.

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Diese „Sprachlosigkeit“ birgt aber die Gefahr des

vielleicht größten Fehlers in der

Unternehmenskommunikation: Sich nicht zu

positionieren und so nachhaltig einen

Reputationsschaden zu erleiden. Denn auch ein

Schweigen „spricht“. Man kann nicht nicht

kommunizieren, wie schon Paul Watzlawick sagte.

Die Kommunikation ist in der Krise wichtiger denn

je. Die Antwort auf die Frage: „Soll ich nun

überhaupt kommunizieren?“ lautet: „Jetzt erst

recht!“ Jedes Unternehmen, ob groß oder klein,

muss sich zunächst einmal fragen: Wer sind meine

Stakeholder, also die Adressaten meiner

Kommunikation, intern wie extern. Welche

Botschaften und Haltung erwarten sie?

Gerade die interne Kommunikation wird oft

unterschätzt. Die Mitarbeiter*innen sind das

wichtigste Kapital des Unternehmens,

Verunsicherung schadet in oftmals unterschätzten

Maße.

Wie kann ich die Kolleg*innen und

Mitarbeiter*innen mit auf diese unwegsame Reise

in Zeiten der Corona-Krise nehmen? Wie bringe

ich Verständnis für besondere Maßnahmen in

dieser Zeit auf? Wie schaffe ich Transparenz

sachlich, ohne zu verunsichern? Wie werde ich

auch den emotionalen Faktoren gerecht, die ganz

individuell unterschiedlich sind?

Und dann sind da natürlich die Kund*innen, die

Geschäftspartner*innen. Es dürfte kein

Unternehmen auf diesem Planeten geben, das

aktuell unter normalen Bedingungen arbeitet.

Also muss ich kommunizieren und dies nicht nur

einmal, sondern regelmäßig. Die Dinge benennen,

Lösungen suchen, die Position der externen

Partner verstehen und adressieren. Und dies

immer mit dem Wissen, dass auch diese Krise

irgendwann vorbei ist und sich das geschäftliche

Verhältnis normalisiert und man dann weiter mit

den Partnern arbeiten möchte.

Gerade jetzt ist es wichtig, offen und ehrlich auch

mit unangenehmen Themen umzugehen. Dies

setzt eine klare Analyse der Situation voraus, die

sich aktuell immer wieder ändern kann, und

darauf aufbauend die Formulierung von

Botschaften an die internen und externen

Zielgruppen. Das ist die Aufgabe der

Krisenkommunikation während der Corona-Phase.

Natürlich ist es nicht leicht, jetzt den richtigen Ton

zu treffen. Oft wird eine gut gemeinte Aussage

falsch interpretiert. Mehr denn je birgt

leichtfertige Kommunikation Risiken, die schwere

Folgen haben können. Mehr denn je ist jetzt die

Kontrolle über Kommunikationsmaßnahmen

relevant. Jetzt erst recht!

Viele Unternehmen, auch Medienhäuser oder

Agenturen, sehen dieses „Jetzt erst recht“ nicht.

Sie verfallen in Schockstarre wie ein vom Autolicht

geblendetes Reh. Natürlich überschlagen sich die

Ereignisse und Einschränkungen, aber damit

müssen wir umgehen.

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Nun geht es darum, dass Unternehmen handeln.

Dass sie sich kreative Lösungen einfallen lassen,

um diesen Sommer quasi zu überwintern. Denn es

wird ein wirtschaftliches und gesellschaftliches

Leben nach der Krise geben. Ein Leben, für das

sich Sehnsüchte, Bedürfnisse und Wünsche

aufgestaut haben. Ein Leben, auf das sich

Unternehmen jetzt schon kommunikativ

einstellen sollten.

Sollten oder dürfen Unternehmen jetzt auch

kommunizieren, wenn es ihnen gut geht? Wenn

sie beispielsweise ein Produkt haben, das von der

Krise profitiert? Oder wenn sie eine gute Idee

umgesetzt haben? Die Antwort lautet: Ja! Aber

anders. Feinfühliger. Mit offenem Visier. Mehr

denn je müssen sie ein Partner der Gesellschaft

sein.

Kein Mensch weiß, was morgen passiert. Niemand

kann bestimmt sagen, wie lange die aktuelle Krise

anhält. Also müssen wir im Dialog bleiben, das

heißt: kommunizieren, kommunizieren,

kommunizieren. Das stärkt das Vertrauen, das

Miteinander. Und das bleibt auch nachhaltig für

die Zeit nach der Corona-Krise.

Julia Schössler ist Geschäftsführende

Gesellschafterin der PR- und

Marketing-Agentur schoesslers. Nach mehr als

zehnjähriger Tätigkeit bei Unternehmen wie

Bertelsmann, T-Online, DoubleClick/Google

u.a. hat sie im Jahr 2011 die in Berlin ansässige

Agentur gegründet und arbeitet heute mit

einem Team von 54 Mitarbeiter*innen.

schoesslers betreut nationale und

internationale Kunden aus der digitalen

Wirtschaft wie Spotify, Groupon, RMS,

DoubleVerfiy, Mindspace und die Deutsche

Telekom. Im Januar 2016 übernahm Vogel

Communications Group die Mehrheit an

schoesslers. Julia Schössler ist promovierte

Betriebswirtin und Professorin für

Medienmanagement.

Foto Raimar von Wienskowski

89


Sonderteil Corona

Wir arbeiten

von zuhause

Von Ulrike Heitzer-Priem, RKW Kompetenzzentrum

Klar ist: Auch wenn Beschäftigte daheim arbeiten,

bleibt der Arbeitgeber verpflichtet, für den

nötigen Arbeits- und Gesundheitsschutz zu

sorgen.

Einrichtung des Arbeitsplatzes

Für einen Teleheimarbeitsplatz gelten bestimmte

Vorgaben gemäß der Arbeitsstättenverordnung,

beispielsweise separater Bildschirm und Tastatur,

aktuell wird das oft kaum möglich sein. Trotzdem

sollten die "Home-Officer" mit einer Checkliste

ausgestattet werden, die ein paar wichtige Punkte

umfasst. Lassen Sie sich diese Liste zurückschicken

und heben sie auf, denn damit erfüllen Sie

zumindest teilweise die Pflicht, die möglichen

Belastungen durch Teleheimarbeit zu erfassen.

Sie können auf die Schnelle nicht genügend

Laptops zur Verfügung stellen? Es gibt

Alternativen: Gestatten Sie, dass die Beschäftigten

ihre eigenen Geräte nutzen. Auch auf ihnen sollte

ein VPN, ein persönliches virtuelles Netzwerk,

eingerichtet werden, über das dann der Zugriff auf

Daten des Unternehmens möglich ist. Ein gewisses

Datenschutzrisiko lässt sich nicht ausschließen,

hier müssen Sie abwägen. Als allerletzte

Möglichkeiten könnten Sie den Bürorechner mit

nach Hause geben.

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Erfassen der Arbeitszeiten

Als Arbeitgeber müssen Sie darauf achten, dass

nicht mehr als zehn Stunden am Tag gearbeitet

wird, Pausen eingehalten werden und eine

elfstündige Ruhepause bleibt. Das

Arbeitszeitgesetz und Betriebsvereinbarungen

verlieren auch in ungewöhnlichen Zeiten nicht

ihre Gültigkeit und müssen eingehalten werden.

Wenn Sie einen Betriebsrat haben, versuchen Sie

eine gemeinsame Lösung zu finden.

Sie können festlegen, in welchem Zeitkorridor

daheim gearbeitet werden darf, beispielsweise

zwischen 7 und 21:30 Uhr. Auch dann gilt: Elf

Stunden Ruhepause müssen eingehalten werden!

Bestimmen Sie eine Kernzeit, in der

Mitarbeitende auch im Home-Office erreichbar

sein müssen, hier können Sie sich an Ihren

Geschäftszeiten orientieren.

Definieren Sie, welche Stundenzahl maximal

gearbeitet werden darf, analog zu der

individuellen Stundenzahl, die die Mitarbeitenden

im Betrieb arbeiten würden.

Wenn Sie kein Zeiterfassungssystem haben, in das

sich "Home-Officer" von daheim einloggen

können, brauchen Sie andere Wege: Bitten Sie die

Mitarbeitenden, sich per E-Mail an- und

abzumelden, auch für Pausen. Oder lassen Sie die

Arbeitszeiten in einer Excelliste erfassen, die Sie

später übertragen können.

Ulrike Heitzer-Priem ist Fachbereichsleiterin

Fachkräftesicherung beim RKW Kompetenzzentrum.

Als studierte Historikerin befasst sie sich neben der

Frage nach der Suche nach passenden Fachkräften

für Unternehmen auch mit der spannende

Geschichte des RKW seit seiner Gründung 1921.

Bleiben Sie im Gespräch

Der informelle Schnack in der Teeküche entfällt,

ebenso mal eben über den Flur gehen und eine

Info weitergeben. Umso wichtiger ist es, mit

jedem Einzelnen und mit dem Team im Gespräch

zu bleiben. Verabreden Sie feste Termine für

Telefongespräche oder Telefonkonferenzen.

Vertrauen Sie Ihren Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern

Für alle ist es eine außergewöhnliche Situation.

Auch wenn Sie Ihre Mitarbeitenden nicht mehr

direkt vor sich haben: Es werden alle so wie

auch im Büro bemüht sein das Beste für das

Unternehmen zu geben. Hierfür braucht es aber

Freiräume. Versuchen Sie dies nicht durch eine

übertriebene Kontrolle zu gefährden.

Foto Offenblende Jan Knobel

91


Sonderteil Corona

Risiko von

Cyberangriffen im

Homeoffice

reduzieren

Von Maurice Shahd, Leiter Kommunikation &

Pressesprecher VdTÜV

Der TÜV-Verband hat vor den Gefahren für die

Cybersecurity im Zusammenhang mit dem

mobilen Arbeiten im Homeoffice gewarnt.

„Unternehmen müssen wegen der

Corona-Pandemie die Risiken für ihre Organisation

neu bewerten und ihre IT-Sicherheitsmaßnahmen

anpassen“, sagte Dr. Joachim Bühler,

Geschäftsführer des TÜV-Verbands (VdTÜV).

„Viele Mitarbeiter haben mit bestimmten

digitalen Prozessen noch keine Routine. An dieser

Stelle muss der oft zitierte ‚Faktor Mensch‘ Teil

der Risikobetrachtung werden. Die Beschäftigten

brauchen klare Vorgaben für das Arbeiten im

Homeoffice, um die Risiken für Cyberangriffe zu

reduzieren.“ Bereits seit Wochen kursieren

Phishing-Mails und Smartphone-Apps, die

gefährliche Schadsoftware verbreiten.

Bühler: „Die Corona-Pandemie ist ein gefundenes

Fressen für Cyberkriminelle. Eine hohe Besorgnis

der Bürger in Kombination mit einem hohen

Informationsbedürfnis ist der ideale Nährboden,

um die Nutzer in die Irre zu führen. Mithilfe von

Phishing-Mails oder Smartphone-Apps können

Geräte leicht mit Schadsoftware infiziert

werden.“ Die Folge kann neben unseriösen

Angeboten zum Schutz vor den Auswirkungen der

Pandemie auch der Diebstahl von Zahlungsdaten,

das Abgreifen persönlicher Informationen oder

das Lahmlegen der Geräte mit anschließender

Erpressung sein. Zudem besteht im Homeoffice

die Gefahr, dass sich Cyberkriminelle Zugang zu

den Netzwerken der Arbeitgeber*innen

verschaffen. Das kann leichter passieren, wenn

Mitarbeiter*innen berufliche und private

Tätigkeiten vermischen und die genutzten

Endgeräte mit dem Unternehmen verbunden sind.

Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass sich in

der aktuellen Situation eine sogenannte

„Schatten-IT“ entwickelt. Insbesondere, wenn die

unternehmenseigenen Systeme überlastet oder

wenig benutzerfreundlich sind, nutzen die

Beschäftigten gerne frei verfügbare Anwendungen

für Kommunikation, Datentransfers oder das

Speichern und Bearbeiten von Dateien in der

Cloud. Hier müssen die IT-Abteilungen schnell

prüfen, welche dieser Anwendungen den

IT-Sicherheitsanforderungen der Organisation

genügen. Andernfalls entsteht ein Wildwuchs, der

für die IT-Abteilungen nicht mehr administrierbar

ist. Bühler: „Die IT-Verantwortlichen sollten die

Mitarbeiter schnell mit sicheren, praktikablen

Anwendungen versorgen und klare Vorgaben für

die Nutzung externer Dienste machen. Die

Nutzung privater Geräte ohne spezifische

Sicherungsmaßnahmen sollte in jedem Fall

vermieden werden.“

92


Für die digitale Sicherheit beim mobilen Arbeiten

im Homeoffice gibt der TÜV-Verband folgende

Hinweise:

Berufliches und Privates trennen: Wer mit dem

Computer seines Arbeitgebers privat im Internet

surft, kann sich auf diesem Weg gefährliche

Schadsoftware einfangen. Es kann daher sinnvoll

sein, ein eigenes WLAN-Netzwerk für berufliche

Zwecke einzurichten oder die Kommunikation der

Geräte untereinander im Heimnetzwerk zu

unterbinden.

93


Phishing-Mails löschen: Vorsicht ist derzeit bei

allen E-Mails mit Bezug zum Corona-Virus

geboten. Phishing-Mails enthalten Links zu

gefährlichen Webseiten mit dem Ziel,

Zugangsdaten des Benutzers abzufangen.

Weiterhin werden gerade jetzt viele E-Mails mit

Schadsoftware verschickt, die nicht geöffnet

werden dürfen. Nutzer*innen sollten genau

hinschauen, ob E-Mails mit Corona-Bezug von

seriösen Absendern stammen. Verdächtige

E-Mails sollten gelöscht oder zunächst an den

IT-Support des Arbeitgebers weitergeleitet

werden.

Social Engineering als Gefahr: Besonders findige

Cyberkriminelle greifen Organisationen gezielt an,

indem sie Mitarbeiter*innen persönlich

anschreiben und vermeintlich echte

E-Mail-Adressen verwenden. Das sollten alle

Beschäftigten im Hinterkopf behalten und prüfen,

ob der Absender seriös ist.

Auf Screenshots verzichten: Derzeit machen in

sozialen Netzwerken Selfies von Online-Meetings

und Videokonferenzen die Runde. Ist dabei die

Webadresse (URL) zu sehen, können ungebetene

Gäste an den Meetings teilnehmen oder diese

Informationen zur Vorbereitung von Angriffen

nutzen.

An IT-Support wenden: Beschäftigte sollten

gerade in der aktuellen Situation die Anweisungen

des Arbeitgebers und des IT-Supports strikt

befolgen. Auch, wenn im Internet zahlreiche

vermeintlich

bessere als die hauseigenen Lösungen existieren,

sollten Mitarbeiter*innen den Kontakt zu ihrem

IT-Support suchen und absprechen, was erlaubt

ist und was nicht. Bei einem Sicherheitsvorfall

sollten Beschäftigte nicht zögern und sofort die

IT-Abteilung kontaktieren. Zeit ist bei

Cyberangriffen ein kritischer Faktor.

Zusammenhalt dient auch der IT-Sicherheit: „In

schwierigen Zeiten hilft es, auch virtuell

zusammenzustehen und sich digital

auszutauschen“, betonte Bühler. „In

Organisationen, die auch in der Krise viel

kommunizieren, haben es kriminelle Hacker

schwerer, erfolgreich zu sein oder unbemerkt zu

bleiben. Rücksichtnahme, Verständnis und ein

persönlicher Dank an die IT-Abteilung tut sicher

allen gut.“

Maurice Shahd ist Leiter Kommunikation und

Pressesprecher beim TÜV-Verband (VdTÜV)

in Berlin.

© Henrik Andree/VdTÜV

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Was zu lesen!

GUTES GELD Wege zum Wohlstand. Kluge

Entscheidungen treffen

von Nathalie Spencer

KLUGE FINANZIELLE ENTSCHEIDUNGEN TREFFEN -

ABER WIE? Kennen Sie dieses Gefühl, wenn Ihnen

plötzlich klar wird, dass die Person, die Sie so gut

zu kennen glaubten, absolut anders ist als Sie,

wenn es ums Geld geht? Das kann eine Freundin

sein, jemand aus der Familie oder sogar Ihr

Partner, aber es fühlt sich so an, als käme die

Person vom Mars.

Über das heikle Thema Geld - und besonders das

eigene - kommunizieren wir ungern. Die

Verhaltenswissenschaftlerin Nathalie Spencer

zerstreut Vorbehalte und analysiert, wie wir über

Geld denken und damit umgehen. Anhand von

leicht verständlichen Grafiken zeigt sie uns, wie

wir zu einem entspannteren Verhältnis zu unseren

Finanzen gelangen. GUTES GELD zeigt Ihnen, wie

Sie die Kontrolle über Ihre Geldangelegenheiten

bewahren, und gibt wertvolle Anstöße, wie sich

finanzielles Wohlbefinden erreichen lässt.

LebensErfolg

von Beate Kanisch

Mit diesem essential ermutigt Beate Kanisch Sie,

neue Handlungsoptionen auszuprobieren. Sie

unterstützt Sie beim Erkennen und dem Einsatz

Ihrer Stärken an der richtigen Stelle für privaten

und beruflichen Erfolg. Sie bekommen Lust auf

mehr Eigenverantwortung und wollen das Ruder

für Ihr Leben wieder mehr in die Hand nehmen.

Und zu guter Letzt: Sie werden PR in eigener

Sache maßvoll einsetzen können.

Eigenverantwortliches Handeln ist entscheidend

für Ihren Erfolg in jedem Lebensbereich.

Verlag: Springer Gabler; Auflage: 1. Aufl. 2019 (8.

März 2019)

ISBN-10: 3658249730

ISBN-13: 978-3658249731

Verlag: Edition Olms

ISBN-13: 9783283013004

95

95


Kompass für schwierige Führungssituationen

von Ursula Wawrzinek

In Ihrem neuesten Buch “Kompass für schwierige

Führungssituationen” zeigt Ursula Wawrzinek,

dass Konfliktmanagement vorrangig

Emotionsmanagement ist.

Doch der Umgang mit aufgewühlten Emotionen

verlangt eine vollkommen andere

Vorgehensweise als die Lösung von

Sachproblemen. Hier setzt das Buch an und bietet

ein didaktisch durchdachtes, erfolgserprobtes und

pragmatisches Konzept, wie Führungskräfte

Konflikte in ihrem Verantwortungsbereich

professionell lösen können.

Verlag: Schäfer & Poeschel

ISBN-10: 978-3-7910-4795-9

Silberschön Inspirierende Ideen zu Mode,

Kreativität und Perspektiven von Frauen für

Frauen über 60

von Simone Schiffner-Backhaus

Das neue Sachbuch „Silberschön“ von Simone

Schiffner-Backhaus hat zum Ziel, ältere Frauen zu

ermutigen, ihre individuellen Vorlieben und

Wünsche bewusst wahrzunehmen. Erfahrungen,

Zwänge und Handlungsspielräume von Frauen aus

unterschiedlichen Lebenswelten lotet

„Silberschön“ aus.

Schönheit so die Grundhaltung des Buchs

findet sich in den Falten interessanter Gesichter,

die die Erfahrungen der Frauen spiegeln, und in

den persönlichen Formen der Selbststilisierung

durch Kleidung. Die Autorin verzichtet darauf,

Ratschläge zu geben und Vorgaben zu

formulieren. Stattdessen bietet sie die

Möglichkeit, sich selber ein Bild und eine Meinung

zu schaffen.

Verlag: epubli

ISBN-10: 978-3-7502-6976-7

96

96


Zu jung! Zu alt! Zu schwanger! Zu qualifiziert!

So tickt die Arbeitswelt

von Diana Roth

Ganz gleich, ob es um einen neuen Job geht oder

eine neue Position in der angestammten Firma -

oft kommt es anders als gewünscht. Alle

Anforderungen erfüllt und doch der/die Falsche?

Zu jung, zu alt, zu schwanger, zu qualifiziert -

Personaler und Führungskräfte finden immer gute

Gründe, warum Bewerber doch nicht passen ...

Warum ist das so? Wie ticken Personalabteilungen

und Führungskräfte? Und was können Bewerber

und Mitarbeitende tun, um erfolgreich ihr

Berufsleben zu gestalten und mitzubestimmen?

Antworten auf diese Fragen liefert Diana Roths

Buch. Es gibt tiefe Einblicke in das

Entscheidungsverhalten der HR und der

Führungskräfte und zeigt, warum Job und

Bewerber so oft nicht zusammenfinden. Denn

viele Entscheidungen, die getroffen werden,

entbehren jeglicher Rationalität und beruhen eher

auf Animositäten und Attitüden.

Verlag: BusinessVillage; Auflage: 1 (25. Februar

2020)

ISBN-10: 386980520X

ISBN-13: 978-3869805207

97

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In eigener Sache!

Unsere Kollegin Julia Freiberg hat sich einen

großen Traum erfüllt und ein eigenes Buch

geschrieben!

Komplexe Seelenschäden

von Julia Freiberg

Mascha in Berlin, Sophie in Island und Isak, der

Reisende, der sie verbindet. Das Buch nimmt

einen mit durch das wilde und faszinierende

Island, führt einen in Berliner Bars und dunkle

Gassen oder auch an Orte in Prag, wo die Zeit

stillzustehen scheint. Orte und ihre Stimmungen

werden eingefangen und zelebriert.

durch Reykjavik wandeln zu wollen oder mit

Mascha durch die Berliner Ausstellungen zu

streifen, die sie mit Isak besucht.

Der Roman wird in limitierter Auflage gedruckt.

Die Cover wechseln nach 20 Exemplaren. Cover 4

und 5 können über www.juliafreiberg.com

erworben werden.

Der Roman ist ab sofort auch als Ebook erhältlich:

ISBN 9783750421226

Der Roman ist eine Geschichte über drei

Menschen, deren Leben auch den jetzigen

Zeitgeist widerspiegeln.

Sie reisen aus Lust oder des Jobs wegen. Sie

suchen Beziehungen und ziehen doch weiter.

Sie haben Verletzungen in sich und sind rast- und

ruhelos, dann wieder ganz im Moment, im

Genuss.

Getragen von der Frage, wie weitreichend die

eigenen Entscheidungen die Wege derer ändern,

die uns begegnen und begleiten, ist die Erzählung

voller sehnsuchtsvoller Leichtigkeit und Wärme,

voller echter menschlicher Verbindung. Die

Charaktere agieren ungefiltert und beizeiten

kauzig. Das Buch lässt einen mit dem Gefühl

zurück, gern einmal mit Isaks bestem Freund Jack

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Das nächste SHE

works!-Magazin erscheint

dann am 6. Juli 2020.

Thema “Alternative

Berufswege”.


www.she-works.de

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