architektur Fachmagazin Ausgabe 6/2020

architekturonline.com

architektur Fachmagazin Ausgabe 620
Material & Oberfläche

FACHMAGAZIN

WISSEN, BILDUNG, INFORMATION FÜR DIE BAUWIRTSCHAFT

Erscheinungsort Perchtoldsdorf, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf. P.b.b. 02Z033056; ISSN: 1606-4550

06

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Sept./Okt. 2020

Material &

Oberfläche

© José Hevia


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3

Editorial

Der erste Eindruck einer Architektur...

...entsteht über Materialien und Oberflächen. Wie im Bericht „Im Auge des Betrachters“

in dieser Ausgabe nachzulesen ist, hängen die verwendeten Materialien direkt

mit den kulturellen, geografischen und klimatischen Bedingungen vor Ort zusammen.

Das galt zumindest für die vorglobalisierte Zeit, wo überwiegend nur die vor

Ort verfügbaren Materialien einsetzbar waren und so ganze Landstriche prägten.

Die Globalisierung ließ diese Trennlinien aber zunehmend

verschwimmen - heute ist nahezu jedes Material

überall und jederzeit verfügbar. Als Nebeneffekt

der vielfältigen Wahlmöglichkeiten hat die regionale

Prägung der Architektur über die Materialität gelitten

– was zumindest die geografischen Polbewohner

mit Iglu-Tradition nicht zwangsweise als Nachteil

werten werden.

Durch die Notwendigkeit und auch den Wunsch nach

ökologisch sinnvollen Materialen gewinnen aber die

vor Ort vorkommenden Ressourcen wieder an neuer

Aktualität. Im Bausektor trachtet man nach einem

möglichst geringen ökologischen Fußabdruck und

der Begriff „regional“ hat sich zum wertvollen und

vermarktbaren Prädikat gemausert. Auf den folgenden

Seiten setzen wir uns intensiv mit dem Leitthema

dieser Ausgabe auseinander und zeigen anhand

ausgewählter Projekte die Vielzahl an Möglichkeiten

und auch Trends auf, wie etwa die Wiederentdeckung

einer traditionellen Wiener Fassadengestaltung.

In der Rubrik „Licht“ ist u. a. zu lesen, wie ein Büro

durch die Lichtgestaltung für die Mitarbeiter zur

Bühne werden kann und wie die Gestaltung des öffentlichen

Raums mit und durch Licht möglich ist.

In unserem Büro-Schwerpunkt beschäftigen wir uns

mit dem aktuellen Trend zu Coworking Spaces und in

der EDV-Kolumne mit einer Übersicht über BIM-Datenbanken

und 3D-Produktbibliotheken für Planer.

Neben einer Vielzahl an weiteren Projektberichten,

und einer Auswahl an aktuellen Produktinformationen,

ergänzt eine handverlesene Auswahl an aktuellen

Umsetzungen aus dem Retailbereich den Inhalt

diese Ausgabe von architektur.

Walter Laser

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4

Inhalt

Editorial 03

Magazin 06

Material & Oberfläche 16

Der gläserne Bruder 36

Lasvit Headquarters / Nový Bor /

ov architekti s.r.o.

Kompromisslos ehrlich 44

Stadtarchive / Felanitx, Mallorca /

Aulets Arquitectes

Zurück in die Steinzeit 50

Delas Frères Weinkellerei /

Tain-l‘Hermitage /

Carl Fredrik Svenstedt Architecte

Am Gipfel der Innovation 56

Shikhara / Pothencode, Trivandrum /

Wallmakers

Eine Putzfassade 62

in Wellen gelegt

Zweifamilienhaus / Perchtoldsdorf / Jan

Proksa

Grünraumgestaltung 68

RETAILarchitektur 72

Arbeitswelten 80

Licht 88

Produkt News 92

edv 118

BIM-Datenbanken:

3D-Produktbibliotheken für Planer

36

44

50

56 62

MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER Laser Verlag GmbH; Hochstraße 103, A-2380 Perchtoldsdorf, Österreich

CHEFREDAKTION Ing. Walter Laser (walter.laser@laserverlag.at)

REDAKTION mag. arch. Peter Reischer, Alexandra Ullmann, Linda Pezzei, Edina Obermoser, Dolores Stuttner, DI Marian Behaneck

GESCHÄFTSLEITUNG Silvia Laser (silvia.laser@laserverlag.at) n LTG. PRODUKTREDAKTION Nicolas Paga (nicolas.paga@laserverlag.at) Tel.: +43-1-869 5829-14

GRAFISCHE GESTALTUNG & WEB Andreas Laser n LEKTORAT Helena Prinz n DRUCK Bauer Medien & Handels GmbH

ABONNEMENTS Abonnement (jeweils 8 Ausgaben/Jahr): € 89,- / Ausland: € 109,-, bei Vorauszahlung direkt ab Verlag n Studentenabonnement (geg. Vorlage einer gültigen Inskriptionsbestätigung):

€ 59,- / Ausland: € 86,- (Das Abonnement verlängert sich automatisch, sofern nicht mind. 6 Wochen vor Erscheinen der letzten Ausgabe eine schriftliche Kündigung bei uns einlangt.)

EINZELHEFTPREIS € 14,- / Ausland € 18,-

BANKVERBINDUNG BAWAG Mödling, Konto Nr. 22610710917, BLZ 14000, IBAN AT 87 1400022610710917, BIC BAWAATWW n Bank Austria, Konto Nr. 51524477801, BLZ 12000

IBAN AT 231200051524477801, BIC BKAUTWW; UID-Nr. ATU52668304; DVR 0947 270; FN 199813 v; n ISSN: 1606-4550

Mit ++ gekennzeichnete Beiträge und Fotos sind entgeltliche Einschaltungen. Die Redaktion haftet nicht für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos. Berichte, die nicht von einem Mitglied

der Redaktion gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Das Magazin und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.

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6

Magazin

ARCHITECT@WORK 2020 in Wien

Begleitet von sämtlichen Präventivmaßnahmen

wird die ARCHITECT@WORK 2020 in Wien ein

gesellschaftliches Highlight bilden. Einen wichtigen

Beitrag dazu leisten die exklusiven Formate

wie die Sonderschau zum Thema „FASSADE

& ARCHITEKTUR“, kuratiert von raumprobe,

die interessante neue Einblicke in die Welt der

Gebäudehülle gewähren wird.

Ebenso das hochkarätig besetzte Seminar- und Vortragsprogramm,

das dieses Jahr natürlich den Sicherheitsbestimmungen

entsprechen muss. Zudem

können alle, die keine Eintrittskarte mehr bekommen

haben, per Livestream dabei sein.

Am ersten Messetag melden sich Hannes Bäuerle

von raumprobe, Maria Planegger von A01 architects

und Armin Pedevilla von pedevilla architekten mit

Vorträgen über das Thema „FASSADE & ARCHITEK-

TUR zu Wort. Am 15. Oktober sprechen dann Michael

Anhammer von Franz&Sue Architekten, P. Michael

Schultes und Carolin Lotz von experimonde die Welt

des Experiments, Christoph Müller und Anel Bucan

von bewegende Architekturmanufaktur und Patrick

Lüth von Snøhetta.

Als ein Ort der Begegnung, wo viele Face-to-Face-Gespräche

stattfinden und der Austausch die Hauptrolle

spielt, hat man für die ARCHITECT@WORK

alle Vorkehrungen getroffen, dass wichtige Meetings

stattfinden können. Ein Wiedersehen mit Geschäftspartnern,

Kollegen und ein Kennenlernen von neuen

Kontakten wird möglich sein, in dem der gebotene

Abstand gehalten und der Besuch der Messe intelligent

gesteuert und geregelt wird.

Alle Informationen zur ARCHITECT@WORK, die

europaweit in 16 verschiedenen Ländern und an

31 Standorten stattfindet, können jederzeit unter

www.architectatwork.com abgefragt werden.

ARCHITECT@WORK

2020 in Wien

14. und 15. Oktober 2020

ÖFHF Themenabend „VHF am Puls“ – Jetzt auch als Livestream!

Am 29. Oktober 2020 findet im Hotel Courtyard

im Marriott Linz der nächste ÖFHF-Themenabend

erstmals auch als kombinierte physisch-virtuelle

Veranstaltung statt.

Wieder warten fachspezifische Kurzvorträge zur vorgehängten,

hinterlüfteten Fassade und praktische

Tipps zur aktuellen Entwicklung am Markt auf Sie.

Diesmal konnte der Österreichische Fachverband für

hinterlüftete Fassaden einen ganz besonderen Keynote-Speaker

engagieren: Robert Seeger, „Webinator“

aus der Schwarzenegger Geburtsstadt Graz, ist seit

1994 im Web unterwegs. Der studierte Kunsthistoriker

gilt als anerkannter Experte für spätgotische

Madonnen und postmodernes Marketing. Seit fast 20

Jahren berät, provoziert und missioniert er Unternehmen,

Ministerien und NPOs in allen Fragen rund um

innovatives Marketing. Unter dem Motto „Durchlüften

und Durchstarten! wird er über den Mut zu Veränderungen

und digitale Erfolgsfaktoren referieren.

Nutzen Sie die Chance auf einen anregenden Austausch

und spannende Themen, lassen Sie sich zu

neuen Perspektiven verführen.

Ihre Anmeldungen für die physische oder livestream-Teilnahme

richten Sie bitte bis 30. 9. 2020 an

info@oefhf.at. Agenda und nähere Infos finden sie hier.

© Roland Renner

Wann: 29. Oktober 2020 / 18.00 Uhr

Wo: Marriott Linz, Europaplatz 2, 4020 Linz

Österreichischer Fachverband für hinterlüftete Fassaden (ÖFHF)

T +43(0)1 8903896

info@oefhf.at

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7

Magazin

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dabei!

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Der Brillux Design Award: die Auszeichnung, die gesehen wird.

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8

Magazin

Bauteilaktivierung

im sozialen Wohnbau

MGG 22 ist ein Wohnhausprojekt in der Mühlgrundgasse mit insgesamt 160

Wohnungen. Auf drei Grundstücken haben drei Architekturbüros und zwei

Bauherren ein gemeinsames, grundstückübergreifendes städtebauliches

Konzept realisiert. Sieben Wohnhäuser und drei Plätze sind durch eine

Sequenz aus Gassen, Wegen und kleineren Plätzen miteinander verbunden

– umgeben von einer modellierten Gebäudesilhouette.

Fotos: Zement+Beton

Erstmals im sozialen Wohnbau kommt bei diesem

Projekt die thermische Bauteilaktivierung zum Einsatz.

Die ausschließliche Versorgung mit erneuerbarer

Energie aus Windüberschussstrom und Erdwärme

sorgt für ein ökologisches sowie ökonomisches

Kühlen und Heizen.

Die großflächige thermische Aktivierung erfolgt in

den Betondecken. Mit demselben System kann sowohl

geheizt als auch gekühlt werden. Die Temperierung

erfolgt mittels Wärmepumpen, die mit Erd-Tiefensonden

gekoppelt sind. Der Strom für den Betrieb

der Wärmepumpen stammt aus Windkraftanlagen

und wird – dank des Energiespeichers Beton – bevorzugt

dann bezogen, wenn viel Windstrom verfügbar

ist. Beton ermöglicht als „Bauteilbatterie“ die Zwischenspeicherung

von Windenergie. Das Gebäude

wird zum Teil der Energienetze und trägt zu deren

Entlastung bei.

VÖZ Vereinigung der Österr. Zementindustrie

T +43 (0)1 714 66 85-23

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9

Magazin

Glastrennwand

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ARCHITECT@WORK Wien

14. - 15. Oktober | Stand 114


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10

Magazin

Umfangreich

verbunden

Der Chadstone Link ist eine neue Verbindungspassage für Fußgänger im gleichnamigen

australischen Shoppingcenter. Make Architects gestalten diese als

attraktiven Außenraum mit Mehrwert für die Besucher und Angestellten.

Fotos: Peter Bennetts

Für ein Shoppingerlebnis pilgern jährlich

Millionen von Menschen in einen Vorort der

australischen Stadt Melbourne. Das dort angesiedelte

Chadstone Shopping-Center ist

auch der Arbeitsort für hunderte Mitarbeiter

und das größte Shoppingcenter seiner

Art in Australien und sogar der südlichen

Hemisphäre. Durch sein gigantisches Ausmaß

und seine enorme Anziehungskraft ist

eine ständige Weiterentwicklung notwendig.

Der neu hinzugebaute Chadstone Link

sollte das Einkaufszentrum mit dem Hotel

verbinden. Um Raum für diese benötigte

Fußgänger-Wegverbindung zu schaffen,

wurde ein Teil der dort befindlichen mehrgeschossigen

Parkplatzfläche umgenutzt.

So verknüpft der Chadstone Link die unterschiedlichen

Ebenen des Einkaufszentrums,

der beiden Parkplatzgeschosse und

das tiefer gelegene Hotel miteinander. Auf

den verschiedenen Zugangsebenen zum

Link wird öffentlicher Raum geschaffen, der

keinen kommerziellen Zweck hat und flexibel

genutzt werden kann, beispielsweise für

Veranstaltungen.

Die Konstruktion aus gebogenem Brettschichtholz

erinnert, durch das Schrägstellen

der Lärchenholzrahmen um 45 Grad, an

ein Kreuzrippengwölbe. Überspannt wird

die etwa 110 m lange Konstruktion mit einer

Höhe von bis zu 15 m von einer lichtdurchlässigen

weißen Membran. So entstand ein

vor allem vor der Sonne und auch vor Regen

geschützter Raum, bei dem auf eine Klimaanlage

verzichtet werden konnte. Stattdessen

setzte man auf Querlüftung und Begrünung.

Die Treppen und Förderbänder sind

entlang der gesamten Verbindungspassage

wohlüberlegt positioniert, um dazwischen

immer wieder Aufenthaltsräume schaffen

zu können. Auch wenn diese im Verhältnis

zur Gesamtgröße des Einkaufszentrums

nur klein sind, so verbessern sie doch die

Qualität des Aufenthaltes und beziehen

neue Nutzungen mit ein.


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11

Magazin

0,003 Meter. Drei Millimeter. Das ist, bildlich

gesprochen, fast so dünn wie eine Euromünze.

Es ist das Aufmaß des neuen Berker R.8, und

damit eines der fl achsten Schalterprogramme,

die heute auf dem Markt sind. Und es ist damit

gleichzeitig so viel mehr.


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Magazin

Oben angekommen

Ganz oben am Grat des Schnalstaler Gletschers in Südtirol thront das Hotel

Grawand, das mit über 3.000 Meter Seehöhe zu den höchst gelegenen Hotels

Europas zählt. Am eigentlichen Gipfel, in etwa 50 Metern Entfernung, bietet die neu

errichtete Aussichtsplattform Ötzi Peak 3251m mehr als nur einen beeindruckenden

Ausblick über den fesselnden Landstrich voller schneebedeckter Bergspitzen.

Fotos: Alex Filz

Um die Besucher nach der atemberaubenden Fahrt

zur Bergstation in Empfang zu nehmen, und auch die

faszinierende Geschichte dieses Ortes zu erzählen,

haben die Architekten von noa* ein außergewöhnliches

Projekt entwickelt: Unter Einbeziehung des bestehenden

Gipfelkreuzes wurde eine Aussichtsplattform

errichtet, die dem Aufenthalt am Berg als leichte

Struktur aus Corten-Stahl eine neue Qualität verleiht.

Nur dort wo es eine statische Notwendigkeit gibt, berührt

das Bauwerk den Boden. Der Rest ist eine losgelöste,

fast schwebende Konstruktion, die die Berge

spüren und die Freiheit atmen lässt.

Der natürlichen Topografie folgend besteht die organisch

geformte Plattform aus einem Plateau mit einem

Gitterrost auf schlanken Querbalken, das von vertikalen

Lamellen aus Corten-Stahl umsäumt wird. Die

brüstungshohen, vertikalen Elemente zeichnen in ihrer

Abfolge die sanften Rundungen nach. In die ondulierende

Form ist ein streng geometrischer Trichter eingeschnitten,

der den Blick auf den Fundort des Ötzi,

nur wenige Meter von der österreichischen Grenze

entfernt, lenkt. Auch dieser ist aus Corten-Stahl und

überlässt, wie die Lamellen der Brüstung, sein Erscheinungsbild

der Witterung. Den Abschluss bildet eine

auskragende Glasbrüstung, über die man gefühlsmäßig

ins Nichts geht.


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Magazin

Seit 70 Jahren arbeitet Zumtobel kontinuierlich am Licht von

morgen und wird dabei unentwegt von einem einzigartigen Gestaltungsanspruch

geleitet. Zumtobel strebt stets danach, die Lebensqualität

des Menschen durch Licht zu verbessern und stellt für jede Tätigkeit zu

jeder Tages- und Nachtzeit das richtige Licht zur Verfügung.

Zumtobel. Das Licht.

#70 YEARSZUM TOBEL

MOUNTAIN.CABIN, LATERNS - VORARLBERG (AT) | FOTO: JENS ELLENSOHN | ZUMTOBEL.COM


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14

Magazin

Perspektive

in Gelb

In einer der größten informellen Siedlungen Kairos gab der ägyptische Architekt

Ahmed Hossam Saafan den dort ansässigen Menschen einen dringend benötigten

Ankerpunkt im diffusen Stadtgefüge. Mit dem Dawar El Ezba Cultural Center

schaffte er einen Ort für sozialen Austausch und gemeinschaftliche Aktivitäten.

Fotos: Ahmed Hossam Saafan

Das Bild des Stadtviertels Ezbet Khairallah, das im

Zentrum der ägyptischen Hauptstadt liegt, ist geprägt

von Gebäuden im Rohbau, staubigen und vermüllten

Straßen. Das Wachstum der Stadt ging hier

ungeplant und unkontrolliert vor sich, sodass es keine

funktionierende Infrastruktur gibt. Und doch nennen

abertausende Menschen diese Straßen und Häuser

ihr Zuhause. Inmitten dieser zerrütteten Struktur befindet

sich das Dawar El Ezba Cultural Center, das

sie ein kleines Stück weit verbessern möchte, indem

es die kulturelle Entwicklung des Stadtgebietes anstößt.

Diese soll einerseits durch Dawar Arts entstehen,

wofür kunstbasierte Prozesse für Dialog, Heilung

und sozialen Wandel herangezogen werden. Durch

die Unterstützung von Künstlern, Pädagogen, Ärzten

und Gesundheitspersonal sollen die Traumata von

Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aufgearbeitet

werden. Ebenso wird die Gemeinschaft zwischen

Menschen mit unterschiedlichen sozialen, religiösen

und ethischen Hintergründen gefördert.


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15

Magazin

Angeboten werden Workshops, Schulungsprogramme,

Theatertherapie und

Gemeinschaftskunst. Geboten werden soll

auch Raum für kulturelle Veranstaltungen,

wie Live-Musik, literarische Lesungen und

Theateraufführungen. Den zweiten Schwerpunkt

stellt Dawar Kitchen dar, der durch

Kulinarik Menschen einander näher bringt

und Perspektiven schafft. Mit Catering und

anderen Arten der Lebensmittelproduktion

wird Migranten, Flüchtlingen und ägyptischen

Frauen eine Beschäftigung und Berufsausbildung

geboten.

Es galt also ein sehr vielseitiges Programm

an Nutzungen im neuen Kulturzentrum unterzubringen

und räumlich zu übersetzen.

Die ersten beiden Geschosse gehörten einer

schon vorhandenen baulichen Struktur

an, die um zwei weitere Geschosse erweitert

wurde. In jeder der vier Ebenen wurden

unterschiedlich große Räume für die Gemeinschaft

untergebracht. Das Herzstück

des Gebäudes bildet der in der obersten

Ebene gelegene Theater- und Workshopraum,

in dem man auch einen Einblick in

die Living-Green-Wall bekommt. Diese erstreckt

sich in einem offenen Schacht über

alle Geschosse des Baues.

Konstruiert wurde das Gebäude hauptsächlich

aus Holz, das mit gelb gefärbtem Wellenblech

verkleidet wurde. Zurückgegriffen

wurde dabei bewusst auf lokal verfügbare

Materialien, für deren Verarbeitung mit den

umliegenden Metall- und Holzwerkstätten

zusammengearbeitet wurde.

Die Architektur des Kulturzentrums und das

gewählte Material soll Menschen ansprechen

und ihnen zeigen, dass das Gebäude

für sie da ist. Die einfache Strukturierung

und Farbgebung schafften es, dass sich die

Leute mit dem Gebäude identifizieren können.

Auch der schon gebauten Architektur

des Viertels sollte der Spiegel vorgehalten

und gezeigt werden, was möglich ist. Dabei

besitzt das Gebäude eine Vorbildfunktion

in Bezug auf sein Materialbewusstsein, seinen

Umgang mit Ressourcen und vor allem

auch durch seine soziale Nachhaltigkeit.

Natürlich ersetzt ein solcher Bau nicht eine

funktionierende städtische Infrastruktur,

bietet aber dennoch den Bewohnerinnen

und Bewohnern eine Anlaufstelle für einen

kurzzeitigen Umfeldwechsel und die Möglichkeit,

sich am Gemeinschaftsleben zu

beteiligen. Denn das Dawar El Ezba Cultural

Center stellt wertvollen Raum für kulturelle

Aktivitäten in einem der bevölkerungsreichsten

und dichtesten Stadtviertel von Kairo zu

Verfügung. Die Farbe Gelb wurde dabei für

die Fassade wohl nicht umsonst gewählt.

Sie markiert mit ihrer Strahlkraft den Ort als

neuen Anziehungspunkt und steht dabei

auch für Lebendigkeit und Optimismus.

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16

Material & Oberfläche

Material und

Oberfläche

Die Oberfläche einer Architektur – damit ist die äußerste Schicht der verbauten

Materialien gemeint – ergibt meistens das Bild, das Image, welches im Auge des

Betrachters hängen bleibt. Wir (der Normalverbraucher) beurteilen Architektur

hauptsächlich nach dem Äußeren, nach der optischen Anmutung. Die Wenigsten

haben das Wissen und die Erfahrung, von einem Bild auf innere Qualitäten schließen

zu können, geschweige denn von der Form, dem Aussehen einer Architektur auf die

Technik, auf die Nachhaltigkeit oder soziale Auswirkungen des Bauwerkes Rückschlüsse

ziehen zu können.

Text: Peter Reischer

Einerseits gibt es nun die Wissenschaftler, die aufgrund

der Endlichkeit der fossilen Rohstoffe und unserer

Energieträger die Erarbeitung/Erfindung neuer

Materialien fordern und vorantreiben. Andererseits

haben wir Baustoffe, die seit Jahrtausenden bewährt

sind, nachhaltig, (teilweise) nachwachsend und ökologisch

sinnvoll: Holz, Ziegel, Naturstein, Bambus u.

a.. Viele Architekten lassen sich von der Technikfraktion

der Baustoffhersteller und Industrie durch

ständig neue, sich in den Farben und Eigenschaften

anpassende, haptisch reagierende etc. Baumaterialien

aus dem Hightech-Bereich faszinieren. Bionik,

Biokompatibilität und Bioaktivität, „smart materials“

und Nanotechnologie sind nur einige der Gebiete, auf

denen sich die Entwicklung neuer Materialien und

‚smart surfaces‘ abspielt.


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Systeme in Metall

xxxxxxx

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Aber erleben wir damit nicht einen ähnlichen Vorgang

wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als das

Ornament aus der Architektur vertrieben wurde

und damit alles auf eine Entsinnlichung von gebautem

Raum und Stadt hinsteuerte? Architektur

wird dadurch derart technisiert und „verkopft“, dass

handwerkliche Fähigkeiten und dementsprechende

Herausforderungen nicht mehr gegeben sind. Der

Schweizer Architekt und Baukünstler Peter Zumthor

hat vor ca. vier Jahren in Venedig die Renaissance

des Handwerkes prognostiziert – schauen wir einmal,

ob er recht behalten wird. Zurzeit bauen jedenfalls

der Computer und das entsprechende, parametrische

Renderingprogramm!

Die Nichtkenntnis (beziehungsweise Nicht-zur-Kenntnisnahme)

handwerklicher Entstehungsprozesse, das

Nichtbeachten der Fügung von Materialien, die Leugnung

der Konstruktion nach statischen Prinzipien, die

Negierung der Formfindung zur Übereinstimmung mit

dem Kontext und der Natur – das alles führt zu einer

Beliebigkeit des Erscheinungsbildes, egal ob in Paris,

Rom, Schanghai oder New York. Und wenn sich eine

Architektur in die Transparenz flüchtet, sich nicht mehr

durch Oberflächen, Materialität und Masse als Körper

definieren lässt, schwebend erscheint oder alle Grenzen

der Schwerkraft zu überwinden trachtet, dann kann

mancher das mit Zeitgeist und Modernität erklären, in

Wirklichkeit ist es aber ein zwar mutiger aber trauriger

Versuch, des „Kaisers neue Kleider“ vorzuführen. u

WIR SIND

STRECKMETALLDECKEN

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© rhb architects


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Material & Oberfläche

Fotos: rhb architects

Der architektonische Körper

und seine Oberflächen

Material und Technik sind nicht immer ausschlaggebend,

um Architektur zu erzeugen. Das Gymnasion

in Wissembourg, Frankreich, entworfen von rhb architects,

ist Architektur, Skulptur und ästhetisch anspruchsvoll

gestalteter Raum. Es will auch nicht mehr

sein, als es ist – eben gute Architektur.

Es gibt nun manche Architekturen, die hauptsächlich

in und durch ihre Werke „erscheinen“ wollen, sie

legen ihr Hauptaugenmerk auf den Eindruck, den sie

auf den Betrachter haben. Aber es gibt auch Beispiele,

die versuchen gebauten Raum zu zeigen, einfache

Zusammenstellungen von Volumina zu materialisieren

und das mit relativ bescheidenen Mitteln. Ein

derartiger Fall ist die neue multifunktionale Sporthalle

– The Gymnasion genannt – in Wissembourg,

Frankreich entworfen von den rhb architects. Der

Entwurf und die Ausführung sind in mehrerer Hinsicht

interessant.

Es ist eine gute und überlegte städtebauliche Lösung.

Auf einem dreieckigen Grundstück gelegen,

bildet die Architektur einen wichtigen Eintrittspunkt

in die Stadt, von Süden kommend. Der Kontext der

Architektur war aufgrund seiner vielfältigen, baulichen

Umgebung herausfordernd. Auf demselben

Grundstück befinden sich noch weitere vier Bauten,

die entlang der Nationalstraße gereiht sind, darunter

eine ehemalige Klosterschule, die bereits in ein

Kulturzentrum transformiert wurde und die Wentzel-Schule.

Alle Bauten stammen aus verschiedenen

Entwicklungsphasen der Stadt Wissembourg. Die

Schule und der Konvent sind schon, den zeitgemäßen

architektonischen Ansprüchen und Reglements

entsprechend, überarbeitet worden. Die Sporthalle

war somit der letzte Teil eines Puzzles, das sich in

den historischen und typologischen Kontext mit seiner

gestalterischen Botschaft einfügen musste. Und

dementsprechend haben die Architekten einfache,

klare Körper geschaffen, die sich mit ihren Proportionen

in den Umraum im Herzen der Stadt eingliedern.


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Material & Oberfläche

Der Komplex des Gymnasions, welches sowohl von

den Schülern der Wentzel-Schule, Sportvereinen wie

auch von der Öffentlichkeit genutzt wird, gruppiert

sich als Raumfolge um einen Hof. So werden vielerlei

Funktionen und Programmvariationen ermöglicht.

Der bestehen gebliebenen, multifunktionalen Sporthalle

ist eine – für die Öffentlichkeit zugängliche –

Foyerhalle vorgelagert. Sie dient als Eingang, enthält

eine Bar und eine kleine Küche und lässt sich zur

Sporthalle hin öffnen. Auch die nötigen Nebenräume,

wie Büro, Nasszellen, Umkleide und Lagerräume befinden

sich im Erdgeschoss.

Im Obergeschoss ist leicht auskragend über dem Eingang

ein Bereich für Bewegung, Ausdruckstanz und

Performance situiert. Von der Halle ist er durch eine

Terrasse und den Innenhof (mit Begrünung) getrennt

und durch eine eigene Stiege vom Vorplatz aus erreichbar.

Diese Funktion erweitert, genauso wie die

im Erdgeschoss an die Sporthalle angehängte Bühne,

die Vielseitigkeit und Nutzbarkeit der Architektur.

An der Nordseite der Halle befindet sich auch eine

Verbindung zum Schulhof der Wentzel-Schule während

die Südspitze des Grundstückes mit ihren Stufen,

Sitzbänken und Grünflächen einen öffentlichen

Raum der Stadt darstellt.

u


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20

Material & Oberfläche

Das wichtigste Merkmal der Architektur in Bezug

auf Material und Oberfläche ist jedoch, dass sie nicht

mehr ist, als sie eben ist. Ein klarer, eher bescheidener

Körper, eine eindeutige Eingangssituation und eine

zurückhaltende Wahl von Oberflächen. Die statische

Stahlbetonkonstruktion ist im Außenbereich überall

hinter einer Schicht aus Wärmedämmung aus Hartschaumstoff

und Putz verborgen. Als Farben, die ja

auch ein wichtiges Mittel der Oberflächengestaltung

sind, dominieren weiß und schwarz auf den Wandflächen,

innen wie auch außen. Die multifunktionale Halle

bekam durch die Verwendung von Eichenparkett

am Boden und einer Wandverkleidung aus demselben

Holz einen warmen, angenehmen Touch. Die Belichtung

im Obergeschoss erfolgt über doppelt verglaste

Aluminiumfenster hauptsächlich durch die Terrasse

über dem Foyer und den Innenhof. So bildet sich von

außen der Körper als eher geschlossenes Volumen

ab, er braucht kein Firlefanz, keine konstruktiven Extras

und nur die Ein- und Ausgangssituationen sind

als Negativformen aus dem Gesamtkörper herausgeschnitten,

fast wie bei einer Skulptur. Hier kann man

erkennen, dass nicht Material im Vordergrund stand,

sondern eher unsichtbar bleibt, jedoch der Körper

und die Oberfläche geschickt benutzt wurden, um die

Form, die Proportionen zu betonen und damit Architektur

zu generieren.

u

Fotos: rhb architects


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xxxxxxx


architektur FACHMAGAZIN

22

Material & Oberfläche

Die Einfachheit der Materialien

Dass Wiederverwendung von Schrott, lokalen Materialien

und traditionelle Technik zu herausragenden

Ergebnissen führen können, beweist das Architekturbüro

Wallmakers in Indien beim Bau eines Einfamilienhauses

für einen privaten Auftraggeber.

Die eingangs erwähnten Baustoffe, Holz oder Naturstein

sind heute im Westen eher dem Luxussegment

des Bauens vorbehalten. Vor einigen Jahrzehnten

waren sie in südlichen Ländern noch billiger als Beton

und ähnliche Werkstoffe. Aufgrund von Ressourcenverknappung

und Ausbeutung unserer Umwelt

erleben sie momentan ein Revival. Vor allem in den

asiatischen Ländern greifen Auftraggeber und Bauherren

immer öfter auf lokale Materialien wie Holz,

Ziegel oder Bambus und auch auf ungewöhnliche

Baustoffe zurück. Sehr deutlich wird das in dem

Wohnprojekt, das das Architekturbüro Wallmakers

für einen Kunden in der Stadt Trivandrum realisierte.

Das Briefing des Kunden verlangte eine ökofreundliche,

friedliche Architektur als Gegenpol zur Betriebsamkeit

der Stadt.

Die Residenz stellt ein Oxymoron dar, heiter und

freundlich, aber gleichzeitig minimalistisch, abenteuerlich

und wild im Design. Das Grundstück ist

eher tief gelegen und bietet daher Gelegenheit für

die Wassergewinnung – das korrelierte auch mit

der ersten Herausforderung, die im Entwurf zu bewältigen

war. Der Gedanke war, das Gebäude so zu

situieren, dass es kein Hindernis für durchfließendes

Wasser nach Regengüssen darstellt. Denn diese Regenperioden

sind im Bundesstaat Kerala sehr häufig.

So wurde am tiefsten Punkt des Grundstückes (ca.

in der Mitte des Hauses) ein Wasserauffangbecken

errichtet. Es liegt teilweise gedeckt unter dem Haus

und sein offener Teil bietet einen zusätzlichen Reiz

für die Bewohner.

Die Verwendung von Bambus für die Fassade brachte

anfangs einige Bedenken mit sich: Es bestand die

Befürchtung, dass das Material die enorme und gesamte

Größe des Bauwerkes nicht unterstützen und

tragen könne. Das wurde mithilfe dieses Projektes als

falsch bewiesen, denn die Bambusfassade ist durch

eine Verstärkung aus Stahlstäben in ihrer Position fixiert.

Ihre parametrische Form windet sich über zwei

Geschosse an der Längsseite des Hauses entlang

und ungefähr in der Mitte der Residenz nimmt sie

eine von innen nach außen führende Erschließungsstiege

aus Eisenbetonstufen auf und bildet deren

statisches Gerüst. Ein Teil der Fassade bildet eine

halb offene Struktur, in der man meditieren und den

Luftzug genießen kann.

u


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Fotos: Anand Jaju


architektur FACHMAGAZIN

24

Material & Oberfläche

Fotos: Anand Jaju

*Jali (von Sanskrit jāla

‚Netz‘, ‚Gitter‘) ist in der

indischen Architektur ein

den Raum begrenzendes

oder teilendes senkrechtes

Bauelement mit einer

durchbrochenen, gitterartigen

Struktur.

Für die Abtrennungen in den privaten Bereichen,

wie Schlafzimmer und Nasszellen, haben die Architekten

ein sogenanntes Jali-Mauerwerk* verwendet.

Produziert wurde es aus CSEB Ziegel (Compressed

Stabilized Earth Blocks) und durch eine Drehung im

Mauerverband ist eine durchlüftete, lichtdurchlässige,

aber nicht transparente Wand entstanden. Neben

den wunderbaren Lichteffekten ist so auch eine dauernde

Durchlüftung der Räume gewährleistet.

Auf einem Schrottplatz suchten die Architekten sämtliche

kaputten Waschmaschinen zusammen, bauten

die Trägerplatten der Motoren aus und schweißten

damit neue, dekorative Wandelemente für die Wohnräume

zusammen. Wieder licht- und luftdurchlässig.

Das ist eine clevere Art des Upcyclings und gleichzeitig

bot es einigen Menschen Beschäftigung und die

Möglichkeit, handwerkliches Geschick zu beweisen.

Durch diesen Versuch, den routinemäßigen Ablauf

eines Produktes (kaufen, konsumieren und wegwerfen)

zu unterbrechen, wurde in spektakulärer Weise

ein Designeffekt für die Residenz geschaffen - so sind

kleine Kunstwerke aus Schrott entstanden.

Auch die meisten Einrichtungsgegenstände und Möbel

des Hauses sind aus Abfall produziert. Entwurzelte

Bäume wurden zu Sitzsofas, Wurzelstöcke zu

Tischbeinen, alte Gitterteile zu Regalen. Die Küche

verzichtet auf Fliesen, stattdessen sind alle Flächen

aus Eisenbeton und mit Zementmilch versiegelt. Die

Türen der Kästen bestehen aus Abfallbrettern diverser

Sägewerke aus der Umgebung. So haben die

Architekten in Indien ein Musterbeispiel – auch in

pädagogischer Hinsicht – geschaffen, wie Materialien

innovativ verwendet werden können, wie Nachhaltigkeit

in der Praxis funktionieren kann und wie

minimalistischer Aufwand einen ‚sichtbaren‘ und lebenswerten

Erfolg bringen kann.


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26

Material & Oberfläche

Im Auge

des Betrachters

Material und Oberfläche in der Architektur

Material und Oberfläche in der Architektur sind untrennbar mit dem historischen,

kulturellen und geografischen Umfeld verbunden, in dem sie zum Einsatz kommen.

Dennoch hat sich durch die Globalisierung und Technisierung unserer Welt der

Kontext stark verändert. Spannend ist daher vor allem, wie Architekten heute beim

Bauen im Bestand auf solche gewachsene Strukturen reagieren.

Text: Linda Pezzei

Aus historischer Sicht hängen die architektonischen

Bauformen ebenso wie die verwendeten Materialien

direkt mit den kulturellen, geografischen und klimatischen

Bedingungen vor Ort zusammen. So garantierten

leichte Zeltkonstruktionen den Nomadenvölkern

Schutz, aber auch Flexibilität. Pfahlbauten machten

überschwemmungsgefährdete Sumpfgebiete bewohnbar,

Fachwerkhäuser wiederum spiegeln den

Reichtum an Holz der waldreichen Gegenden Mittelund

Nordeuropas wider. Die extrem dicken Wände

aus massivem Naturstein hingegen boten den Bewohnern

Apuliens in ihren Trulli zum einen Schutz

vor der sengenden Sommerhitze, zum anderen einen

Wärmespeicher in den kalten Wintermonaten.

Vom Iglu bis zur Almhütte lässt sich auf diese Weise

für jede Region der Erde die spezifische Bauweise

finden, mit deren Hilfe sich der Mensch im Laufe der

Geschichte die wilde Natur zum behaglichen Zuhause

zähmte. Äußere Einflüsse wie Hitze, Kälte, Regen,

Schnee, Wind und Wetter, aber auch Schutz vor Tieren

und Feinden bestimmten die Form und Gestalt der

jeweiligen Bauwerke. Manche Bauten waren improvisierte

Gebilde auf Zeit, andere wiederum überdauerten

Jahrhunderte. Die vor Ort vorhandenen Baumaterialien

verliehen den Behausungen zusätzlich ihren

regionalen Charakter und haben manche Landstriche

bis heute auf diese Weise unverkennbar geprägt.

Doch mit der zunehmenden Globalisierung und fortschreitenden

Technik verschwimmen diese regionaltypischen

Bauformen und Materialien zusehends zu

einem nicht identifizierbaren Konglomerat. Während

Architekten sich früher konstruktiven Anforderungen

und vorhandenen Baumitteln beugen mussten,

scheint heute nahezu alles möglich - letztendlich

entscheiden da vorrangig die Kosten - geht nicht,

gibt es nicht. Nahezu alles ist jederzeit und an jedem

Ort verfügbar - was bleibt ist die Qual der Wahl. Nach

welchen Kriterien also entscheiden sich Architekten

dieser Zeit, was für ein Material, welche Oberfläche

für das geplante Projekt im Kontext der Umgebung

das Passende ist? Geht es um das Hochhalten von

Traditionen oder das Implementieren von Neuem?

Und ist der traditionelle Lösungsansatz auch immer

der Beste? Eine kurze Bestandsaufnahme im Hinblick

auf das Bauen im Bestand.


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27

Material & Oberfläche

Holz

Von Amerika über Europa bis Japan - Holz dient

dem Mensch rund um den Erdball seit jeher als relativ

leicht zu gewinnender und flexibel einsatzbarer

Baustoff. In letzter Zeit erlebt dieser nachwachsende

Rohstoff dank des Klimawandels und des damit

einhergehenden verstärkten Fokus auf nachhaltige

Bauweisen einen neuen Aufschwung. So sehen das

auch die Planer des Wiener Architekturbüros JOSEP.

Deren Leitmotiv lautet “Low-Tech”, also der bewusste

Verzicht auf teure, komplizierte Technik. Im Gegenzug

setzen sie im Entwurfsprozess auf die Nutzung

einfacher Wirkungsprinzipien im Hinblick auf

Funktion, Bedienung, Herstellung oder Wartung. So

entstand auch die Idee für ein Projekt in Holzbauweise

mit dem Namen 58 SEKUNDEN. So lange dauert

es laut eigener Aussage nämlich, bis in der österreichischen

Fabrik „Wald“ der Baustoff Holz für das

Einfamilienhaus in Wien gewachsen ist. „Nicht für die

Likes – fürs Herzerl ist dieses Haus“, sagen die Bauherren.

Architektur, wie sie sein soll.

u

Fotos: Bernhard Fiedler


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28

Material & Oberfläche

Ziegel

Beinahe ebenso alt und nicht weniger ikonographisch

ist der Ziegel in der Welt des Bauens. Der

sogenannte Backstein wird unter Hitzezufuhr aus

keramischem Material künstlich hergestellt und im

Verband verlegt, als Mauer oder auf dem Dach. Allen

voran Nordeuropa ist bekannt für seine historische

Ziegelarchitektur in den unterschiedlichen Formaten

und markant leuchtenden Rottönen. Dies diente auch

den Planern des in Frankfurt ansässigen Architekturbüros

NKBAK als Inspirationsquelle für ihr Projekt

STYLEPARK NEUBAU AM PETERSKIRCHHOF. In

den vorhandenen Innenhof mit denkmalgeschützter

angrenzender Ziegelbebauung sollte ein Wohn- und

Geschäftshaus ergänzt werden. Im Konzeptgedanken

der Architekten stand nicht die Abgrenzung,

sondern das Weiterbauen und die Akzentuierung

der verschiedenen vorhandenen Zeitschichten im

Vordergrund: Die vorhandene Mauer aus Sand- und

Ziegelsteinen wurde als Resultat mit Ziegelsteinen

weitergebaut. „Ziegel ist ein sehr komplexes Material“,

sagt Andreas Krawczyk von NKBAK. „Es bietet so

viele Möglichkeiten – nicht nur in Bezug auf die Abmessungen,

sondern auch bei Entscheidungen über

die Verbindungen, die verschiedenen Schichten und

das Format. Nur wenn wir verstehen, wie das Material

funktioniert, können wir Ziegel in ein modernes

Gebäude verwandeln.“

Fotos: Patricia Parinejad


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Material & Oberfläche

So wie NKBAK das Historische des Ziegels würdigen,

so manifestiert sich das vielseitige Baumaterial in

dem Housing im mexikanischen Amatepec als modernes

und elegantes Fassadenelement. Das Architektenteam

rund um Manuel Cervantes wählte einen

weißen Keramikziegel, um das Spiel zwischen Licht

und Schatten und den Kontrast der verschiedenen

Volumina herauszuarbeiten. Die fein strukturierte

Keramikoberfläche bildet in diesem Zusammenhang

einen harmonischen Kontrast zu den angrenzenden

glatten Oberflächen wie Holz und Glas. Ziegel ist also

nicht gleich Ziegel, ob roh und archaisch oder fein

und nuanciert, ob als tragendes Element oder vorgehängte

Verblendung, die Bandbreite dieses weltumspannenden

Baumaterials scheint so vielfältig wie

der Einsatz an sich.

u

© Rafael Gamo

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im Winter behaglich warm und im Sommer angenehm kühl im Haus

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30

Material & Oberfläche

Beton

Auch wenn uns Beton im Gegensatz zu Holz und

Ziegel heute als Baustoff der Moderne erscheinen

mag, seine Geschichte reicht gut Zehntausend Jahre

zurück, selbst beim Bau der Pyramiden kam bereits

gebrannter Kalk zum Einsatz. Dennoch wird Beton in

neuerer Zeit gerne gerade beim Bauen im historischen

Bestand eingesetzt. Um die KASEMATTEN der Neuen

Bastei in Wiener Neustadt der Öffentlichkeit zugänglich

zu machen, konzipierten die Planer des slowenischen

Büros BEVK PEROVIC ARHITEKTI ihre baulichen

Maßnahmen daher als Intervention. Das Neue

und Alte sollten sichtbar voneinander unterscheidbar

und dennoch vereint erscheinen. So verschmelzen

die historischen Backsteinstrukturen im Auge des

Betrachters fast wie von selbst mit den ergänzenden,

in Beton gegossenen Elementen. Bei diesem Projekt

zeigt sich, wie moderne Baustoffe und -techniken gerade

in Kombination mit vorhandenen historischen

Strukturen erst ihren eigenen Charakter entwickeln

können. Ganz im Gegensatz zum vorherrschenden

Stigma des Kalten, Harten und Abweisenden wirken

die Betonoberflächen in diesem Zusammenhang

samtweich, warm und als schützender Raum. u

Fotos: David Schreyer


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Material & Oberfläche

wird

NATURSTEINTEPPICHE von ARDEX. Fugenlos. Unvergleichlich.

Moderne oder Tradition mit höchstem Komfort.

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32

Material & Oberfläche

Fotos: Javier Callejas

Glas / Polycarbonat

Während Glas - ähnlich wie Beton - heute als eher hartes

und ultramodernes Baumittel gilt (Stichwort Wolkenkratzer

und Glashäuser), so ergeben sich durch

dessen innovativen Einsatz immer wieder auch poetisch

anmutende Bauten. Zu diesem Eindruck tragen

auch moderne transparente Baustoffe maßgeblich

bei. Im Gegensatz zur Glaskunst reicht die Geschichte

der transparenten Kunststoffe keine 100 Jahre in die

Vergangenheit und obwohl es sich bei den Polycarbonaten

nicht um Glas handelt, haben diese der Bauwelt

doch in Kombination mit selbigem große Fortschritte

beschert – man denke nur an das Verbundsicherheitsglas.

Die Architekten von LEMOAL LEMOAL

ARCHITECTURE PAYSAGE haben die Vorteile dieses

modernen Baustoffes für ihr Projekt GARDEN TEN-

NIS im französischen Carbourg entdeckt: “Wir haben

uns hauptsächlich für Polycarbonat entschieden, weil

wir den Holzrahmen hervorheben und eine Leuchtbox

erstellen wollten. Das Projekt ist von traditionellen

Fachwerkhäusern inspiriert. Die Verwendung des

Polycarbonats bietet die Möglichkeit, die Struktur von

der Außenhaut zu lösen.” Auf diese Weise wirkt das

Bauwerk anmutig und leicht, fast schwebend. Das Innere

der Umkleideräume ist lichtdurchflutet und dennoch

vor Einblicken geschützt. Untertags wirkt das

Clubhaus auf der Tennisanlage als stiller Betrachter,

am Abend jedoch zeigt es sich von seiner selbstbewussten

Seite, die Konstruktion strahlend in Szene

gesetzt. Transparente Baustoffe leben – das liegt in

ihrer Natur – vom Kontext und der Inszenierung, die

mal laut, mal leise die Einzigartigkeit des Materials in

Szene setzt.

u


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Material & Oberfläche

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Material & Oberfläche

Fotos: BoysPlayNice

Farbe

Kein Material im eigentlichen Sinne, aber dennoch

von immer wieder überraschender gestalterischer

Stärke ist das Stilmittel der Farbgebung. Seit die

Menschen Farbpigmente für sich entdeckten, kam

das daraus gewonnene kostbare Material, allen voran

in den wichtigsten Bauwerken wie Sakralbauten

oder öffentlichen Gebäuden, zum Einsatz. Später

verschwanden die kunstvollen Verzierungen oft unter

einer dicken Schicht weißer Farbe. Doch auch hier

lässt sich in den vergangenen Jahren eine Trendwende

erkennen: Es darf ruhig wieder bunter zugehen,

je knalliger desto besser. Ein schönes Beispiel für

den gelungenen Einsatz von Farbe als stilbildendes

Mittel der Architektur ist die ERWEITERUNG DER

GRUNDSCHULE im tschechischen Vřesovice aus der

Feder von PUBLIC ATELIER und FUUZE. Deren Entwurf

haucht dem bestehenden Barockkomplex neues

Leben ein und betont die Verbindung von neuen

und ursprünglichen Elementen, wobei diese durch

Formen, Materialien und Farben klar voneinander

unterschieden werden. „Markante Farben haben uns

geholfen, die neuen Verbindungs- und Ergänzungsbauten

klar abzugrenzen und eine gewisse Ordnung

zu suggerieren. Diese relativ radikale Lösung hielten

wir in diesem Kontext für angemessen“, erklären die

Architekten ihren Entwurfsgedanken.

Ob konsequente Weiterführung historischer und regionaler

Bauweisen, bewusster kontrastierender Stilbruch

oder innovatives Weiterdenken und individuelle

Interpretation bestehender Strukturen – Material und

Oberfläche spiegeln in gelungener Form immer die

Seele des Ortes und der Nutzer wider. Dabei lässt sich

natürlich über das jeweilige Gelingen trefflich streiten,

denn das liegt, wie so oft, im Auge des Betrachters. •


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| BA12-12aG |

So baut

man heute

Building Automation von Beckhoff

Material & Oberfläche

So baut man flexibel:

mit Beton.

So baut man klassisch:

mit Ziegelsteinen.

So baut man sicher:

mit Stahl.

So baut man intelligent:

mit Automatisierungskomponenten von Beckhoff.

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Mit Beckhoff Building Automation lassen sich alle Gewerke auf

Basis eines ganzheitlichen, durchgängigen, PC- und Ethernetbasierten

Gebäudeautomatisierungskonzeptes integrieren. Der

Effekt: Investitionskosten werden minimiert, Wartung und Flexibilität

werden optimiert, die Engineeringkosten gesenkt und alle Kriterien

für Gebäudeautomation nach Energieeffizienzklasse A erfüllt. Das

modulare Beckhoff Steuerungssystem erlaubt eine Anbindung aller

Datenpunkte und Subsysteme über Beckhoff Busklemmen sowie eine

flexible Bedienung, vom Smart-Phone bis zum Touchpanel.


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Material & Oberfläche

Der gläserne Bruder

Lasvit Headquarters / Nový Bor / ov architekti s.r.o.

Text: Peter Reischer Fotos: Tomáš Souček


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37

ov architekti s.r.o.

Eine sehenswerte Architektur,

inspiriert von

der lokalen Tradition

der schindelverkleideten

Bauten und gleichzeitig

Ausdruck einer innovativen

Technologie haben

die ov architekti aus Prag

für den Glasproduzenten

Lasvit in Nový Bor

in Tschechien realisiert.

Hier trifft sich Moderne

mit Kreativität und einer

klugen Neuinterpretation

der lokalen Baukultur.

Nový Bor (ehem. Hayda) in Tschechien und die gesamte

Region am sogenannten Lausitzer Gebirge

war seit Jahrhunderten ein Zentrum der Glasfabrikation.

In der Stadt waren in vielen Häusern am Palackého

Platz seit dem späten 18. Jahrhundert Glasmacher

beheimatet. Hier war auch der Wirkungsort

von Friedrich Egermann, der durch seine Erfindungen

wie Achatglas, Perlmutt- und Biskuit-Emaille,

Lithyalinglas oder die gelbe und vor allem die rote

Lasur bereits 1832 Weltgeltung erlangte.

Die Firma Lasvit, 2007 gegründet, hat sich seither

mit ihren Designprodukten und Auftragsarbeiten für

die bedeutendsten Hotels und Institutionen auf der

ganzen Welt einen Namen in der Architekturszene gemacht.

Sie hat ihren Firmensitz in einem Häuserblock

am Palackého Platz. Der Betrieb ist ein wichtiger Teil

in der langen Geschichte der nordböhmischen Glasproduktion

und das drückt sich auch im Firmenname

„Lasvit“ aus. Dieser ist eine Komposition aus den beiden

tschechischen Wörtern für „Liebe“ und „Licht“

und deshalb ist auch das Aussehen und die Erscheinung

des neuen Firmensitzes keine Überraschung. u


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38

Material & Oberfläche

Der Firmencampus der Glasdesignfirma umfasst

heute sechs Bauten, die sich – durch schmale Verbindungsgänge

miteinander verknüpft – um einen

grünen Innenhof gruppieren. Durch internationale

Erfolge ergab sich ein größerer Platzbedarf und man

wollte mit der notwendigen Erweiterung die Geschichte

der bereits existierenden Gebäude weiterschreiben.

Lasvit lud daher einige Architekturbüros

ein, Vorschläge und Entwürfe für die Neugestaltung

des Campus zu machen. Das Briefing war, ein starkes

Identitätszeichen und eine Verbindung mit dem

Kontext zu schaffen. Gewinner waren die von Štěpán

Valouch und Jiří Opočenský gegründeten tschechischen

ov architekti aus Prag.


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ov architekti s.r.o.

Der Ausstellungs- und

Meetingraum mit der

kuppelförmigen Kassettendecke

aus Stahlbeton

zeigt einmal mehr den

Reiz kreativer Materialverwendungen.

Die Architekten ersetzten im bestehenden Ensemble

zwei der Körper durch Neubauten. Beide sind in

ihren Kubaturen und ihrer Formensprache ähnlich.

Der Imageträchtigere materialisiert sich gläsern zwischen

den beiden auffallendsten – aus der Zeit des

volkstümlichen Neobarock und Neoklassizismus

stammenden, denkmalgeschützten Bauten an der

Nordseite des Platzens. Der durchscheinende, in der

Nacht wie ein Kristall leuchtende Körper, gleicht sich

in seinen Proportionen an das Ensemble der nebenstehenden

Bauten, die schon immer für Glasworkshops

verwendet wurden, an.

Ein zweiter Neubau befindet sich an der nördlichen

Seite des Grundstückes und ist komplett mit

schwarzen Faserzementschindeln – sowohl Fassade

wie auch Dach – bedeckt. Er beherbergt die mehrgeschossige

Produktionshalle und tritt eher in den

Hintergrund. In diesem Bauteil befindet sich auch

ein Luftraum, in dem die eigens (auf Auftrag) gefertigten

Glaslüster und -installationen für diverse

Designhotels auf der ganzen Welt getestet werden

können. Diese haben manchmal bis zu fünf Tonnen

Gewicht. Die Fassadengestaltungen beider Baukörper

nehmen Bezug auf die für die Region Česká Lípa

typischen Schindelverkleidungen.

u


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Material & Oberfläche


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ov architekti s.r.o.

Holz, Stahl und Beton vermengen

sich mit Alt und

Neu zu einer gelungenen

Gesamtkomposition.

Das gläserne Haus – mit seiner prominenten Positionierung

zwischen den beiden restaurierten Bauten –

wird als eine Art Kommunikationszentrum für die ca.

100 Personen umfassende Mitarbeiterschar benutzt.

Hinter der vorgesetzten Fassade aus Glasschindeln

bildet eine zweite Glasfassade den konventionellen

Abschluss der Räume: Im Erdgeschoss befindet sich

eine Cafeteria mit einer zum Innenhof gerichteten,

vorgelagerten Terrasse, im oberen Stockwerk findet

man einen großen Besprechungsraum unter einer

gewölbten Betonrippendecke.

Die Architektur wird durch ein Stahlbetonskelett gebildet,

außerhalb der abschließenden Glaswand liegt

noch ein Raster aus Metallstützen und Trägern, auf

denen die bildgebenden Glasschindeln aufgebracht

sind. Insgesamt sind es 1.400 Stück, je 60 x 60 cm

groß, 8 mm dick und 7,5 kg schwer. Sie stehen auf

der Spitze und gleichen sich so dem üblichen Erscheinungsbild

der traditionellen Architektur mit deren

Schindelverkleidungen an. Ihre Größe ist genau

überlegt, denn kleinere hätten durch ihre Überlappungen

eine zu geringe Lichtausbeute bewirkt und

größere wären zu schwer geworden. Steht man vor

dem gläsernen Haus in einiger Entfernung und betrachtet

das Dach, so scheinen die hier benutzten

Glasschindel gleich groß wie an den Wänden zu sein.

Das bewirkt die perspektivische Verzerrung und die

Dachneigung, denn in Wirklichkeit sind die Dachschindel

120 x 120 cm groß, 10 mm dick und 12 kg

schwer. Das größere Format reduziert auch gleichzeitig

die notwendige Fugenanzahl. Das ganze System

der Glasschindel wurde von Lasvit entwickelt

und dermaßen gestaltet, dass es auch für zukünftige,

weitere Projekte in der Architektur verwendet und

adaptiert werden kann.

u


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Material & Oberfläche

Glatte, weiße Türrahmen

und weiß verputzte Mauerteile

stehen in einem

reizvollen Kontrast zu

alten Holstrukturen.

Die seitlichen, den Glasbau flankierenden Bauten

wurden von den Architekten – im Einklang mit dem

Denkmalschutz – von diversem, nicht notwendigen

Zierrat befreit und liebevoll restauriert. In ihren Innenräumen

sind zeitgemäße Büroräume untergebracht.

Auch hier sieht man, dass die Verwendung von ganz

„normalen“ Materialien wie Holz, mit etwas Kreativität

zu einem Hingucker werden kann. Die typischen,

gehackten Pfosten sind – gepaart mit nüchternen

weißen Türblenden und ebensolchen Wänden und

puristischen Metallstiegen mit Holzauflagen – sehenswert.

Im Eingangsbereich sind die alten Zementfliesen

erhalten und geben einen reizvollen Kontrast

mit der alten Eingangstüre und den neuen Betonstufen

einer Stiege in das Obergeschoss. Sehr deutlich

wird die Sprache der Materialien beim Durchschreiten

der schmalen Verbindungsgänge zum Glaskörper.

Hier verbindet eine lamellenförmige Wand- und

Deckenverkleidung aus Holz das Alte mit dem Neuen.

Die Schattenfugen in der Wand und Decke erinnern

wiederum an die Tradition der volkstümlichen

Architektur der Region, allerdings wird auch der Zeitund

Technologiesprung augenscheinlich.

Der Masterplan des Campus beherbergt Alt und Neu,

Tradition und Innovation und durch die Hinzufügung

der beiden neuen Körper – einer durchsichtig, beinahe

ephemer und der andere schwer, schwarz und

geheimnisvoll – berücksichtigt er die Existenz der

klassizistischen Bauten, der Volksarchitektur und

den Wunsch der Auftraggeber nach einem starken

Symbol. In naher Zukunft will man zwei weitere Baukörper

hinzufügen, um den städtebaulichen Block in

der Stadt zu schließen. Eines der Bauwerke soll ein

öffentliches Kaffeehaus enthalten, die Nutzung des

zweiten ist noch ungewiss.


Während der Bauarbeiten fand man in den Grundfesten

einen alten, bisher unentdeckten Brunnen.

Von diesem „historischen“ Fund inspiriert beschloss

man, ihn als interessantes architektonisches Element

sichtbar zu lassen und so kann man heute durch eine

Glasplatte bis in die Tiefe bis zur – möglicherweise –

einstigen Originalgründung des Hauses blicken.


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ov architekti s.r.o.

Lasvit Headquarters

Nový Bor, Tschechische Republik

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Lasvit s.r.o.

Ing. Arch. Štěpán Valouch, Ing. Arch Jiřì Opanský

Ing. Arch David Balaika, Ing. Arch Anna Schneiderová

Marcel Vojanec

Grundstücksfläche: 779 m 2

Bebaute Fläche: 510 m 2

Nutzfläche: 269 m 2

Planungsbeginn: 2014

Bauzeit: 2017 - 2019


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Material & Oberfläche

Kompromisslos

ehrlich

Stadtarchive / Felanitx, Mallorca / Aulets Arquitectes

Text: Linda Pezzei Fotos: José Hevia

Das Stadtarchiv in

Felanitx auf Mallorca

bezaubert durch die

Absolutheit seiner Materialität

und Oberflächen.

Aulets Arquitectes ist es

gelungen, die historische

Geschichte des Ortes und

der Bautradition in eine

glasklare Architektursprache

zu übersetzen.

Dabei lebt das Projekt

von der Präzision in der

Ausführung und den kleinen,

reizvollen Details, die

sich erst beim genaueren

Betrachten erschließen.

„Vollkommenheit entsteht offensichtlich nicht dann,

wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern

wenn man nichts mehr wegnehmen kann.“

Vielleicht haben die Designer von Aulets Arquitectes

bei der Gestaltung der Stadtarchive in Felanitx an die

Worte von Antoine de Saint-Exupéry gedacht. Aus

materieller Sicht jedenfalls kann man kaum ehrlicher

bauen. Alles an diesem Bauwerk ist roh, unbehandelt

und unverhüllt. Und dennoch wirken die Räumlichkeiten

im Gesamten weder unfertig noch kalt oder

ungemütlich. Eher zart und skulptural. Völlig entblättert,

selbstbewusst und stark.

So präsent sich das Gebäude in seiner Materialität

von innen zeigt, so zurückhaltend fügt sich das neue

Volumen in das bestehende Ensemble des historischen

Zentrums von Felanitx. Die ländliche Gemeinde

befindet sich in der Region Pla & Llevant im Südosten

von Mallorca und liegt etwa 50 Kilometer von

der Hauptstadt Palma entfernt. Das bauliche Erbe der

Altstadt zeigt sich in seinen vielen überlappenden

Grundstücken, Terrassen, Patios und Mauern. Als Teil

der materiellen Geschichte des Gebäudes und der

Stadt wurde diese Systematik auf dem Grundstück

erhalten. Dies spiegelt sich auch in dem Konglomerat

an Konstruktionssystemen und Materialien wider,

das die gesamte Baugeschichte Mallorcas auf diesen

einen Fleck zu konzentrieren scheint.

Die bestehende Architektursprache ist dabei eher

anonym und bescheiden. Die Stadtarchive fügen

sich in ihrer Konvergenz folglich als “ein Haus wie

jedes andere” in die Bestandsbauten ein. Nur die Eingangstüre

und ein Fenster öffnen sich zur Straße hin

und wäre da nicht das Oberlichtband zwischen Wand

und Dach, so ließe nichts an der Fassade auf die Nutzung

der dahinter liegenden Räumlichkeiten als ein

Archiv schließen. Eine Besonderheit weist die Front

im Gegensatz zu ihren Nachbargebäuden allerdings

doch auf. Natürlich liegt der Unterschied hier - wie

auch im Innenraum - in der feinen Nuancierung der

Oberflächen: Der raue, helle Putz kontrastiert auf

überraschende Weise mit dem rohen Ziegelmaterial

der Leibungen von Fenster, Oberlicht und Tür, sodass

diese im Sonnenlicht orangerot von innen heraus zu

leuchten scheinen.

u


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Aulets Arquitectes


architektur FACHMAGAZIN

46

Material & Oberfläche

Das Innere des Gebäudes besteht aus zwei großen,

offenen Räumen. Einem im Erdgeschoss und einem

im Obergeschoss. Die Wände und Stützpfeiler im

Parterre sind in rohem, unverputztem Ziegel ausgeführt,

der allerdings akkurat auf Linie gemauert

wurde. Dadurch ergibt sich ein besonders haptischer

Raumeindruck. Durch das Farbspiel der unterschiedlichen

Rotnuancen der Ziegel entsteht zudem ein

vollflächiges Wandbild, das jegliche weitere räumliche

Gestaltung überflüssig macht. Das überspannende

Beton-Gewölbe scheint über dem Mauerwerk

zu schweben und sich in seiner hellgrauen, zurückhaltenden

Farbschattierung beinahe aufzulösen. Die

im Beton sichtbare Maserung der Schalungsbretter

aus Holz verleiht dem eigentlich harten Material

eine organische Nuance. Besonderes Detail sind die

schlichten, kugelförmigen Glasleuchten in schwarzen

Keramikfassungen, die an schwarzen Kabeln scheinbar

wahllos positioniert direkt aus der Betondecke

baumeln. Lichtschalter und Steckdosen wurden einfach

auf die nackten Wände aufgesetzt.

Tür- und Fensterrahmen sowie einige Einbaumöbel

sind in einem hellen, astigen Holz ausgeführt, das einen

wunderbar warmen Kontrast zu den sonst eher

harten Oberflächen bildet. Eine schlichte Ortbetontreppe

führt in das Obergeschoss. Auch hier liegt

das Besondere in der Exaktheit der Ausführung: Das

Schalungsmuster befindet sich akkurat auf Linie.

Linkerhand die rote Ziegelwand mit ihren stehenden

Fugen, rechterhand eine mit Kalkputz versehene,

helle Wand und ein Handlauf aus rohem, dunklem Eisen.

Dieses Element findet sich im Obergeschoss als

Brüstungsgeländer zum Treppenloch als besonderes

Detail wieder.

Die jeweils gegenüberliegenden Außenwände im

Obergeschoss sind in hellem Kalkputz und rotem

Mauerwerk ausgeführt, was einen schönen Kontrast

bildet und dem Raum Richtung und Struktur verleiht.

Durch die zum Hof und zur Straßenseite hin orientierten

Oberlichtbänder dringt Tageslicht ins Innere.

Gleichzeitig wirkt die darüber spannende Holz-


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Aulets Arquitectes

Die „Nacktheit“ des Gebäudeinneren

verleiht den

Räumen trotz ihrer Kargheit

Anmut und Eleganz. Die

harten Oberflächen wirken

so fast verletzlich.

decke auf diese Weise ebenso wie im Erdgeschoss

schwebend und leicht. Die Konstruktion ist wie das

Material sichtbar und dadurch für den Betrachter ablesbar.

Zur Beleuchtung wurden simple Glühbirnen

in weißen Keramikfassungen an sichtbaren weißen

Kabeln unter den Holzträgern angebracht. Und auch

in diesem Fall wirkt das nicht improvisiert, sondern

geradezu inszeniert und kaum anders denkbar. Das

schwache Licht setzt die alten Dokumente in Szene,

ohne diese zu beschädigen.

Der Gewölberaum ist ohnehin etwas schattiger und

dient somit dem Schutz der alten Bücher. Hier befindet

sich auch ein Besprechungsraum, dessen Wände

mit Dokumenten geschmückt sind, welche die Geschichte

von Felanitx erzählen. Das Stadtarchiv besteht

somit zum einen aus einer Reihe bereits existierender

konstruktiver Systeme, zum anderen aus einer

Ansammlung an Dokumenten, die in ihrer Symbiose

die materielle, konstruktive und gelebte Geschichte

des Ortes widerspiegeln, an dem sie sich befinden. u


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48

Material & Oberfläche

Der Fokus von Aulets liegt auf den

folgenden Gesichtspunkten:

Anpassung an den Ort: Reduktion der Wärmeeinstrahlung

durch Vegetation und baulichen

Sonnenschutz.

Adaption an die Aktivitäten der Nutzer: Ausrichtung

von Vegetation und Bebauung auf dem

Grundstück in Bezug auf deren Nutzung zu den

verschiedenen Tages- und Jahreszeiten.

Atmosphäre: Ergebnis der Materialität des Bauwerks.

Das Baumaterial definiert die Eigenschaften

der Räume sowie die Konstruktionsregeln.


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Aulets Arquitectes

Besonders unscheinbar und dadurch umso reizvoller

ist auch der rückseitig situierte Innenhof, der

von grobem Bestandsmauerwerk eingefasst ist. Der

Boden ist flächig betoniert, nur ein spitzes Dreieck

wurde ausgespart, in dessen Erde ein kleiner Baum

seine zarten Wurzeln schlagen und sich hoffentlich

in einigen Jahren zum prachtvollen Schattenspender

entwickeln darf.

Das herausragende Element der Stadtarchive liegt

eindeutig in dessen absoluter Materialität, die sich in

Form von Beton, Keramik, Holz, Eisen und Kalk manifestiert.

Diese fünf Materialgewerke wurden von fünf

verschiedenen Handwerkern realisiert, die durch ihre

detaillierte Arbeit ihr Können und damit die Sinnlichkeit

der einzelnen Materialien im Gebäude zum

Ausdruck bringen. Vielleicht liegt genau darin diese

packende Ehrlichkeit des Bauwerks. Der kompromisslos

puristische Entwurf der Architekten lebt

letztendlich von der Exaktheit der Ausführung durch

die einzelnen Handwerker. Auf diese Weise wird das

Material lebendig, so als würde es die Seele des Ortes,

der Geschichte und der Menschen in sich tragen.

Und tatsächlich: Man möchte diesem Bauwerk nicht

das kleinste Bisschen hinzufügen, nicht das geringste

Stückchen nehmen, es scheint vollkommen. •

Municipal Archive Felanitx

Mallorca, Spanien

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Ajuntament de Felanitx

Aulets Arquitectes

Francisco Cifuentes, Sebastian Martorell, Tomeu Riutort

Alfons Romero

Bebaute Fläche: 230 m 2

Planungsbeginn: 12/2013

Bauzeit:

9 Monate

Fertigstellung: 01/2018

Baukosten: 250.000 €


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Material & Oberfläche

Zurück in

die Steinzeit

Delas Frères Weinkellerei / Tain-l‘Hermitage / Carl Fredrik Svenstedt Architecte

Text: Edina Obermoser Fotos: Dan Glasser, Serge Grazia

Die Architekten des Pariser Büros Carl Fredrik Svenstedt Architecte

sanierten und erweiterten die Delas Frères Weinkellerei und beweisen

eindrucksvoll, dass Innovation im Bauwesen nicht zwingend neu und unbekannt

sein muss. Anstatt Hightech setzten sie mit Stein auf ein altbekanntes

Material, das dem Ensemble neuen Glanz verleiht und optimale

klimatische Bedingungen für die Weinproduktion und -lagerung bietet.


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Carl Fredrik Svenstedt Architecte

Der Traditionsbetrieb Delas Frères befindet sich in

einer beliebten und bekannten französischen Weingegend

südlich von Lyon. Dort fügt er sich mitten in

die urbane Struktur von Tain-l’Hermitage und damit

in einen eher unkonventionellen Kontext für eine

Weinkellerei ein. Erst durch die umgebende, terrassierte

Landschaft, die die Gemeinde an der Rhône

rahmt, erschließt sich die Lage. Carl Fredrik Svenstedt

Architecte vereinten für das Unternehmen Exposition,

Lager, Produktion und Gästebewirtung in

einem baulichen Ensemble aus Alt und Neu.

Das Projekt entwickelt sich rund um ein großes Herrenhaus

am westlichen Rand des Grundstücks, das

zu einem idyllischen Garten hin orientiert ist. Im Zuge

der Sanierung und Erweiterung brachten die Architekten

die alten Mauern auf Vordermann und verwandelten

das Bestandsgebäude in ein Gästehaus

mit Restaurant, Degustationsräumen, einem Weinkeller

und Gästezimmern mit Blick ins Grüne.

Das Haupthaus wurde um zwei weitere, neue Bauten

ergänzt. Sie sind an der Nord- bzw. der Südseite der

Parzelle positioniert und fassen nun den Innenhof

ein, der inmitten des Gebäudetrios als kleine, private

Ruheoase fungiert. Im kleineren der beiden Trakte ist

ein Weinshop untergebracht. Neben seiner pavillonartigen

Gestaltung fällt er vor allem durch seine, dem

Garten zugewandte, Längsfassade auf. Diese legt

sich in Form einer kreisrunden Ausnehmung behutsam

um einen bestehenden Baum. Raumhohe Glasflächen

lassen Innen und Außen fließend ineinander

übergehen und setzen die dahinterliegende Verkaufsfläche

in Szene. Im zweiten Neubau im Süden

ist der neue Weinkeller untergebracht. Besucher können

hier mehr über den Produktionsprozess erfahren

und schließlich den Ausblick auf die Weinberge von

der Dachterrasse aus genießen.

u


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52

Material & Oberfläche

Die Steinfassade wird bei

Nacht mit Beleuchtung

in Szene gesetzt. Sie

wirkt dank der einzelnen

Paneele nicht schwer und

massiv, sondern fließend

wie ein leichter Vorhang.

Mithilfe von Stein fassten die Planer die einzelnen

Trakte des Weinbetriebs zu einer stimmigen Einheit

zusammen. Er kommt nicht nur als oberflächliche Veredelung

zum Einsatz, sondern bestimmt außerdem

Konstruktion, Optik und Außenbereiche der Delas Frères

Gebäude. Im Shop-Pavillon prägen massive Sandsteinblöcke

sowohl die Ansichten als auch die Räume.

Sie lenken mit unterschiedlichen Ausrichtungen die

Blicke in den Garten hinaus und aus ihm hinein und

werden von raumhohen Verglasungen unterbrochen.

Der Hofansicht des neuen Weinkellers setzten die

Architekten eine repräsentative Hülle aus 50 cm dickem,

hellem Sandstein vor. Diese wird mit rund 80 m

Länge zum Aushängeschild und Highlight des Projekts.

Die Fassade ist robotergefertigt und besteht

aus über 300 Steinblöcken, die über Stahlseile verankert

wurden. Sie legen sich, trotz der Massivität des

Materials, wie ein weicher Vorhang vor den Bau. Dieser

optische Effekt entsteht durch schmale, vertikale

Streifen, die sich aneinanderfügen und von oben bis

unten durchziehen. Sie sind unterschiedlich geneigt

und gekrümmt. Leicht versetzt zueinander positioniert

werfen die lamellenartigen Elemente spannende

Schatten auf die Ansichten und zeichnen so einen

graduellen Verlauf auf die Fassaden, die den Stein

fließend und alles andere als schwer wirken lassen.


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Carl Fredrik Svenstedt Architecte

Zum Garten hin öffnet sich die Fassade in Form von

verglasten Streifen. Auch der Eingangsbereich wird

von Ausnehmungen im Stein markiert. Durch die

Krümmung der Paneele sitzen Fenster und Türen

zum Teil tief in den Ansichten und scheinen in den

breiten Leibungen fast zu verschwinden. Der Zwischenraum,

den die Hülle mit der Lager- und Produktionshalle

des Traditionsbetriebs aufspannt, dient als

Erschließungszone. Lange Rampen leiten die Besucher

durch das Gebäude und gewähren Einblick in

die einzelnen Schritte der Weinherstellung. Nach

oben hin ist der Bereich verglast. Durch das langgezogene

Oberlicht fällt Tageslicht bis nach unten und

sorgt für ein angenehmes, helles Ambiente in den Innenräumen.

Die geschwungene Steinwand bricht die

direkten Sonnenstrahlen und wirft sie indirekt weiter

bis in die großflächigen Hallen des Weinbetriebs.

Der poröse Stein verleiht dem Gebäudetrio einen

rundum edlen Touch und schafft die idealen klimatischen

Bedingungen für die Weinkellerei. Durch seine

Masse wirkt der Naturwerkstoff wie ein thermaler

Puffer. Er schützt im Winter vor extremer Kälte und

hält das Innere in den heißen Sommermonaten angenehm

kühl. In Kombination mit Holzoberflächen, Glas

und Metall sorgt der Stein in sämtlichen Bereichen

für einen funktional schicken Charakter, der die Werte

des Traditionsbetriebs authentisch verkörpert. u


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Material & Oberfläche

Über den Spalt zwischen

Fassade und Baukörper

gelangt viel Tageslicht

in die Innenräume. Die

Produktionshallen zeigen

sich den Besuchern dadurch

hell und freundlich.

Während Beton als sehr beliebter Baustoff bei vielen

Projekten nahezu unumgänglich geworden ist,

wird Stein oftmals vernachlässigt. In fein gemahlener

Form kommt er in der Bauindustrie meist nur in der

Betonherstellung zum Einsatz, obwohl er in vielerlei

Hinsicht die ökologisch sinnvollere Wahl darstellt. Als

Werkstoff ist er in den meisten Fällen nicht nur günstiger

und nachhaltiger, sondern zudem feuerbeständig,

billig und vielseitig einsetzbar. Stein kann stark

und massiv und zugleich leicht und elegant wirken.

Während er oft nur als Oberflächenverkleidung Verwendung

findet, bietet er speziell als konstruktives

Element eine überzeugende Alternative. Ein weiterer

Vorteil besteht darin, dass das Naturmaterial im

Vergleich zu Beton oder Stahl nicht nachbehandelt

werden muss, um witterungs- bzw. feuerbeständig zu

sein. Auch zusätzliche Schichten wie Dämmung, Putz

oder Fassadenplatten können beim Bau mit Stein

eingespart werden. Ein weiteres Plus des Werkstoffs

sind seine edle Optik und die gute Performance hinsichtlich

des CO 2 -Fußabdrucks.

Mit dem Projekt machen die Planer rund um Carl

Fredrik Svenstedt einmal mehr vor, wie Innovation

am Bau einfach gehen kann. Sie beschäftigen sich

seit Jahren mit Stein und damit, die Stärken und

Qualitäten des altbekannten Materials in eine zeitgemäße

Architektursprache zu übersetzen. Statt Hightech

heben sie die Vielseitigkeit und Raffinesse des

simplen Naturwerkstoffs hervor und weisen damit

unter dem Motto „Zurück in die Steinzeit“ den Weg

für zukünftige Bauvorhaben.


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Carl Fredrik Svenstedt Architecte

Delas Frères Weinkellerei

Tain-l’Hermitage, Frankreich

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Landschaft:

Statik:

Steinwand:

Thermische Planung:

Nutzfläche: 5.000 m 2

Planungsbeginn: 5/2015

Bauzeit:

2 Jahre

Fertigstellung: 12/2019

Baukosten: 10.17 Mio €

Champagne Deutz Delas Frères

Carl Fredrik Svenstedt Architecte

Boris Lefevre, Pauline Seguin, Thomas Dauphant,

Marion Autuori, Benoit- Joseph Grange

Christophe Ponceau, Melanie Drevet

Becamel Mallard

Atelier Graindorge and Stono

MAYA

Ich liebe es zu träumen. Ich liebe es unter Wasser

zu schwimmen, die Freiheit zu schweben

und durch eine andere Welt zu fliegen. Ich

rieche gerne die blühenden Linden an frühen

Sommerabenden. Diese Dinge sind wichtig. Es

sind nicht die Träume, oder das Schwimmen

oder die Gerüche, die wichtig sind, sondern

das Verlangen nach ihnen. Architektur ist eine

Manifestation, keine Repräsentation, eine Verkörperung,

die ihre eigene Präsenz hat, ein Parameter,

der Wünsche mit Schwierigkeiten hervorruft.

Eine Herausforderung. Ich liebe es zu

träumen, und daran arbeite ich sehr hart.

Carl Fredrik Svenstedt


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Material & Oberfläche

Am Gipfel

der Innovation

Shikhara / Pothencode, Trivandrum / Wallmakers

Text: Edina Obermoser Fotos: Jino Sam, Sidharthan, Chirantan Khastgir, Akash Sharma, Sagar Kudtarkar

Seit seiner Gründung beschäftigt sich das indische

Entwurfsbüro rund um Vinu Daniel mit nachhaltiger,

kosteneffizienter Architektur. In Wegwerfprodukten

wie Müll und Schlamm sahen die Wallmakers schon

immer eine Möglichkeit, ausgedienten Materialien

ein zweites Leben zu schenken. Über die Jahre hinweg

entwickelte sich aus dieser Überzeugung und

vielen Experimenten ein innovatives Verfahren: die

sogenannte „Shuttered Debris Wall“-Technik. Mit

dieser werden aus Zement und Erde unter Zugabe

von Abfall oder Bauschutt Wände hergestellt. Die als

Zuschlagstoffe verwendeten Partikel können einen

Durchmesser von 10-70 mm haben und werden in

stabile, tragende Elemente verwandelt.

Traditionelle Konstruktionsweisen wie Lehmziegelbauten

sind aufgrund der Verschmutzung des

Bodens oder einem hohen Anteil an Schutt oder

Gestein in Indien oft nicht möglich. Die Technik der

Wallmakers ermöglicht es, genau dieses Aushubmaterial

durch Verschalen doch noch zu nutzen – so

auch im Falle des Einfamilienhauses, wo der verunreinigte

Aushub eine neue Verwendung fand. „Shikhara“

befindet sich in der Stadt Pothencode im Distrikt

Trivandum in Südindien. Auf einer Anhöhe gelegen

macht es seinem Namen, der übersetzt soviel wie

„Berggipfel“ bedeutet, alle Ehre. Der Bauherr, selbst

ein Weltenbummler mit einer Faszination für den Himalaya,

verwirklicht sich mit dem Neubau den Traum

vom eigenen, kleinen Berg-Domizil. Die Architekten

setzten diesen Wunsch gewissenhaft auf ganzer Linie

um: sowohl in Form von kantigen, spitz nach oben

zulaufenden Dachflächen als auch mit der Panoramaaussicht

auf die umliegende Landschaft. u

Mit „Shikhara“ – dem

Berggipfel – realisierten

die Wallmakers in

Südindien ein innovatives

Wohnhaus. Das Projekt

zeichnet sich aus durch

eine nachhaltige Konstruktionsweise,

die das

Abfallproblem in der Baubranche

adressiert, klare

Geometrien und eine Mischung

aus verschiedenen

Materialien. Im Inneren

gibt es unkonventionelle

Grundrisse, liebevolle

Details und ein recyceltes

Interieur.


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Wallmakers


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58

Material & Oberfläche


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59

Wallmakers

Licht und Luft prägen den

Wohnraum und sorgen für

ein angenehmes Ambiente.

Die außergewöhnliche

Treppe, die ins Dachgeschoss

führt, wird zum

besonderen Hingucker.

Der scharfkantige Baukörper ist nicht nur nachhaltig

und innovativ, sondern steckt auch sonst voller Überraschungen.

„Shikhara“ setzt sich aus großflächigen

Wandscheiben zusammen, die in unterschiedlichen

Winkeln aufeinandertreffen und das Haus von rundum

zu einem ungewöhnlichen Hingucker machen.

Die überwiegend geschlossene Westansicht schützt

vor der sengenden Sonne, behindert allerdings auch

die Querlüftung. Um dennoch ausreichend Luft und

Licht in die Innenräume zu bringen, führten die Planer

das erste Stockwerk an der westlichen Front in

gelochtem Aluminiumblech aus. Die feine Perforierung,

die man von außen nur bei genauer Betrachtung

erkennt, lockert die hermetische Fassade auf.

Während sich das Blech an einer Seite glatt auf die

Ansicht legt, nimmt es zur anderen hin eine wellenförmige

Gestalt an und entwickelt sich zu einem dreidimensionalen

Körper, der die Unterkonstruktion der

Treppe ins Dachgeschoss bildet.

Betonierte Abschnitte komplettieren das tragende

System des Wohnhauses. Die Grenzen zwischen

Innen und Außen scheinen bei „Shikhara“ fließend

ineinander überzugehen. Großflächige Verglasungen

sorgen für eine angenehme Wohnatmosphäre

und holen die Natur bis in die Räume. Im oberen Niveau

regnet es durch eine geplante Öffnung im Dach

sogar direkt in das Haus hinein. Das Regenwasser

tropft hier in eine dreieckige Ausnehmung im Boden,

aus der ein kleines Pflänzchen wächst.

Auf rund 180 m 2 gibt es in dem Wohnhaus, stets begleitet

vom Blick in die üppige, indische Vegetation

und trotzdem vor der Hitze abgeschirmt, reichlich

Platz zum Entspannen, Arbeiten, Kochen, Schlafen

und Wohnen. Im unteren Level befindet sich neben

dem Regenwassertank und einem Autoabstellplatz

ein Schlafraum mit anschließender Nasszelle. Das

Zwischengeschoss, das durch die doppelte Raumhöhe

noch geräumiger wirkt, umfasst den großen

Ess-Wohnbereich mit offener Küche sowie ein weiteres

Zimmer. Den Abschluss bildet der kleine Schlafbereich

unter dem Dach. Dieser formt den Gipfel des

Baus und öffnet sich zu einer Terrasse hin. u


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60

Material & Oberfläche

Das Aussehen von „Shrikhara“ ist rundum geprägt

von der Optik der braunen „Shuttered Debris Walls“.

Diese verbessern nicht nur die Energiebilanz des

Hauses, sondern fügen es zudem harmonisch in die

Natur ein. Durch das Beimischen des Aushubs erhalten

die Wände die gleiche charakteristische Färbung,

die auch die umgebende Landschaft aufweist. Der

Baustoff kommt ganz ohne Oberflächenveredelung

aus und versprüht einen modernen und doch natürlichen

Charme. In den Innenräumen werden die „Shuttered

Debris Walls“ von Böden und Wänden, die mit

Oxid in Grau und Weiß vorbehandelt wurden, ergänzt.

Sichtbeton und Metalldetails komplettieren die Materialpalette

des Projekts. Einen heimeligen Charakter

erhält das Wohnhaus durch recycelte Holz elemente.

Diese ziehen sich in Form von Türen, Einbauten und

Möbelstücken durch sämtliche Räume und verleihen

dem sonst eher kühlen Bau mit seinen Ecken und

Kanten Gemütlichkeit und Nahbarkeit.

Mit der „Shuttered Debris Wall“-Technik demonstrieren

die Wallmakers, wie man Abfallprodukten neues

Leben einhauchen kann und ihnen damit auf nachhaltige

und sinnvolle Weise einen neuen Nutzen gibt.

Das patentierte Verfahren bietet eine Chance für den

gesamten Bausektor, der oft alles andere als innovativ

ist. Viel zu oft geraten Umweltthemen zugunsten

von Profit und Gewinnoptimierung in den Hintergrund.

Dabei muss Innovation nicht immer kompliziert

sein – manchmal liegt sie näher als man denkt.


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Wallmakers

Shikhara

Pothencode, Trivadrum, Indien

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Privat - Harikumar Karunakaran

Wallmakers

Vinu Daniel, J M Srivarshini,

Gayatri Maithani, Sagar Kudtarkar & Team

Statik:

Adcons Infrastructure Pvt

Nutzfläche: 177 m 2

Planungsbeginn: 2018

Bauzeit: 1.5 Jahre

Fertigstellung: 2019

Baukosten: Rs. 6.500.000 (ca. € 73.000)

Alle unsere früheren Siedlungen

waren immer aus

natürlichen Materialien.

Doch die traurige Tatsache

ist, dass heute weniger

als 30% der Weltbevölkerung

in Gebäuden aus Lehm leben, obwohl es

sich dabei um ein nachhaltigeres und langlebigeres

Material handelt; dies ist einzig und allein dem Beginn

der Industrialisierung und einer weit verbreiteten

Nachfrage nach „Zement“-Häusern zuzuschreiben.

Wir von Wallmakers haben uns zur Aufgabe gemacht,

Schlamm und Abfall als Hauptbestandteile zu verwenden,

um Strukturen zu schaffen, die sowohl nützlich

als auch verlockend sind.

Vinu Daniel, Wallmakers


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62

Material & Oberfläche


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Jan Proksa

Eine Putzfassade

in Wellen gelegt

Zweifamilienhaus / Perchtoldsdorf / Jan Proksa

Text: Alexandra Ullmann Fotos: Jakub Skokan, BoysPlayNice

Im niederösterreichischen

Perchtoldsdorf ließ sich

Architekt Jan Proksa auf

Herausforderungen ein.

In Zusammenarbeit mit

Ursula Knappl entwarf er

ein Wohnhaus mit außergewöhnlicher

Kalkputzfassade,

die die Vergangenheit

aufleben lässt.

Zwei Generationen einer Familie sind in ihrem neuen

Wohnhaus angekommen und fühlen sich zuhause. Es

befindet sich inmitten einer Einfamilienhaussiedlung,

umgeben von einigen weiß verputzten würfelförmigen

Häusern. Es ist zwar selbst ein solches und doch

sticht es heraus. Das vor allem aufgrund der ungewöhnlichen

Fassadengestaltung, aber auch durch das

Spiel mit dem Baukörper. Unterschiedliche Winkel

im Grundriss und ein geschossweises Versetzen der

Baumasse erzeugen prägende Vor- und Rücksprünge.

An der östlichen Grundstücksgrenze schließt das

Gebäude an das nachbarliche Haus an und bildet so

gewissermaßen sein Pendant. Das dreigeschossige

Wohnhaus nimmt zwei Wohneinheiten in sich auf,

die unabhängig voneinander funktionieren. Zu den

Eingängen der Wohnungen gelangt man über einen

gemeinsamen Zugangsbereich. Die kleinere der beiden

Wohnungen befindet sich im Erdgeschoss, die

andere erstreckt sich vom ersten in das zweite Obergeschoss.

Dadurch besitzt Letztere eine eigene zusätzliche

Erschließung im Wohnungsinneren.

Die Sanitär- und Servicebereiche werden in beiden

Wohnungen kompakt zusammengehalten, wodurch

die überwiegende Fläche für einen weiträumigen

Wohnbereich freigegeben wird. Die Farbe Weiß und

das Braun des Holzparketts dominieren im Innenraum

und verleihen ihm schlichte Eleganz. Über die

jeweils gesamte Nord- und Südseite des Hauses erstrecken

sich in allen drei Geschossen großzügige

Öffnungen, die den Blick auf die umliegenden Wohnhäuser

und die Weinberge freigeben. Punktuell öffnet

sich der Bau auch an der Westseite, wodurch er noch

transparenter und lichtdurchfluteter wird. Mit einem

Blick durch die großflächigen Öffnungen kann man

von Innen auch einen Eindruck über die Gestalt der

Fassade bekommen, denn deren Profil ist von dort

aus ausgezeichnet erkennbar. Die gesamte Wandfläche

der Fassade ist in horizontal verlaufende Wellen

gelegt. Die vom Architekten gewünschte Tiefe und

Plastizität kommt dadurch zum Ausdruck und konnte

durch das Verwenden eines Kalkputzes auch Gestalt

annehmen.

u


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64

Material & Oberfläche

Putz ist ein sehr alter und auch vergleichsweise günstiger

Baustoff. Er ist in seinem Wesen sehr bescheiden

und doch sehr qualitätvoll. Die Art und Weise, wie

er an einen Untergrund aufgebracht wird, lässt eine

grenzenlose Vielfalt zu. Doch sind viele Putztechniken

auch vergessene handwerkliche Techniken. An Fassaden

sieht man heute leider immer wieder nur wenig

Varianten von Putzoberflächen, diese aber immer

wiederkehrend. Das vergessene Handwerk, das hinter

einer Putzfassade steckt, und den Variantenreichtum

ihrer Ausführungsmöglichkeiten wollte Architekt Jan

Proksa hier in Erinnerung rufen. Es galt auf die Fassaden

der großbürgerlichen Mietshäuser in Wien zu verweisen,

mit ihren vom Historismus geprägten Fassadenschmuck

und ihren horizontalen Gesimsbändern.

Die traditionelle Technik des gezogenen Gesimses

wurde hier neu interpretiert und zeugt von der Kreativität

des Architekten, sowie von dessen Wertschätzung

für alte handwerkliche Techniken.

Um Putzfassaden herstellen zu können, ist man auf

handwerkliches Können und Erfahrung angewiesen.

Es musste also jemand gefunden werden, der eine

derart spezielle Fassade herstellen wollte und konnte.

Zuvor mussten auch die Bauherren vom dadurch

entstehenden Mehraufwand überzeugt werden. So

entstand ein Projekt im Projekt. Die Suche nach ausführenden

Firmen gestaltete sich als eine sehr große

Herausforderung, ebenso wie der zeitliche Ablauf.

So zog sich die Suche über einen ganzen Sommer

hindurch, sodass es im Herbst aufgrund der niedrigen

Temperaturen nicht möglich war den Wellenputz

auf einmal auszuführen. Mit einigen Monaten

Verzögerung konnten die Bauherren schließlich in

ihrem neuen Zuhause einziehen.

„Beim Arbeiten mit Putz gibt es einen

großen Unterschied zwischen damals

und heute. Das fand ich spannend und

ich dachte mir, wenn ich ein Haus in der

Nähe von Wien entwerfe, dann möchte

ich an die Wiener Tradition anknüpfen.“

Architekt Jan Proksa


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65

Jan Proksa

Leichtigkeit durch Material

und Oberflächen

vermittelt der Innenraum.

Die großzügigen Fensteröffnungen

erhellen ihn

mit reichlich Tageslicht.

Aufgebracht wurde der Kalkputz in zwei Schichten.

Auf der unteren 20 mm dicken Schicht befindet sich

eine weitere mit einer Stärke von 5 bis 30 mm, die in

horizontal verlaufende Wellen gestaltet ist. Um diese

herstellen zu können, bediente man sich der Technik

des gezogenen Gesimses. Eine Stahlschablone wurde

dabei durch die zähflüssige Masse des Kalkputzes

gezogen, die ihn in die gewünschte Form brachte.

Mithilfe einer Führungsschiene aus Aluminium

konnten so immer zwei Wellen gleichzeitig gefertigt

werden. Gearbeitet wurde direkt vor Ort, ohne vorgefertigte

Elemente, direkt an der Fassade. Wie man

die Aluschienen danach entfernen kann, musste herausgefunden

werden. Nach mehrmaligem Verwenden

der Schablone löste man diese sanft aus dem

schon angetrockneten Putz heraus und besserte die

dort entstandenen Unebenheiten nach. So entstand

ein Wellenpaar nach dem anderen. Der Wellenputz

konnte nach den ursprünglichen Vorstellungen des

Architekten umgesetzt werden, ohne in seiner Gestalt

verändert werden zu müssen.

u


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66

Material & Oberfläche

Das obere Geschoss der

Maisonettewohnung

wirkt weitläufig und

offen. Neben- und Sanitärräume

sind in einen

eleganten Wandverbau

integriert.

Für die anspruchsvolle Realisierung der Fassade

konnten nur sehr schwer Handwerker gefunden werden,

die das nötige Können besitzen und noch dazu

erschwinglich waren. So musste der mit dem Architekten

befreundete tschechische Künstler Zbynek

Mergental überzeugt werden, den Wellenputz anzufertigen.

Leider ist es heutzutage äußerst schwierig

spezielle Gestaltungen und Oberflächen von Putzfassaden

umzusetzen. Es ist für die herstellenden

und ausführenden Firmen schlicht zu aufwändig und

teuer, solche alten handwerklichen Techniken anzuwenden.

Stattdessen gibt es Möglichkeiten, diese

zu imitieren, etwa durch das zuschneiden und überziehen

von Polystyrol. Das hätte dann optisch zwar

einen ähnlichen Effekt erzeugt und wäre sicherlich

auch weniger herausfordernd gewesen, aber gleichzeitig

hätte die Fassade auch weniger atmen können

und wäre nicht so langlebig gewesen. Putz und seine

verschiedenen Techniken muss man wieder kennenlernen,

mit ihnen arbeiten können, ihre Qualitäten

schätzen und überhaupt die Anstrengung aufbringen

wollen, sie einzusetzen.

Hat sich der Aufwand für diese Kalkputzfassade also

gelohnt? Aus der Sicht des Architekten Proksa auf jeden

Fall. Es entstand etwas Besonderes, bei dem man

das Handwerk dahinter spürt. Putz bietet eine Vielzahl

an Variationen und Möglichkeiten an. Durch den für

das Wohnhaus in Perchtoldsdorf ausgeführten Wellenputz

kommt sogar noch eine weitere hinzu. •


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Ansicht Süd 1:200

Jan Proksa

Ansicht Süd 1:200

Ansicht Ost 1:200

DG

Querschnitt

Querschnitt 1:200

Dachgeschoss 1:200

Dachgeschoss 1:200

OG

1.Obergeschoss 1:200

Längsschnitt

Querschnitt 1:200 Längsschnitt 1:200

1.Obergeschoss 1:200

EG

Erdgeschoss 1:200

Erdgeschoss 1:200

Zweifamilienhaus

Perchtoldsdorf

Bauherr:

Architekt:

Mitarbeiter:

Statik:

Vera und Philipp Kravanja, Anna und Hans Fahrngruber

Jan Proksa, im Entwurf mit Ursula Knappl

Marija Markovic, Ivana Janosevic

Neli Rachkova-Anastassova

Grundstücksfläche: 529 m²

Bebaute Fläche: 132 m²

Nutzfläche:

249 m² + 91,5 m² Keller

Planungsbeginn: 2016

Bauzeit: 2017-2020

Fertigstellung: 2020


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Grünraumgestaltung

Mehr als bloße Architektur

Die Gartenarchitekten Bernhard Kramer und Joachim Hirzi gestalten exklusive

Außenräume. Das Motto der von ihnen gestalteten Gärten, Terrassen und Balkone:

Mehr ist mehr. Ihre Entwürfe sind üppig und groß, aber vor allem auch sehr durchdacht

und immer individuell.

Fotos: katsey

Einen imposanten Eindruck des Stils von

Kramer und Kramer vermittelt der Concept

Store in Zöfing bei Tulln. Dort befindet sich

auch ihre bereits 1949 gegründete Baumschule,

die heute noch besteht und nach wie

vor Bäumen sowie Pflanzen beste Bedingungen

bietet. Heute wird die Baumschule durch

die uniqueTrees ergänzt, mit deren besonderen

Aussehen jedem Außenraum zusätzlich

Individualität und Persönlichkeit verliehen

werden kann. Mit ihren Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern feilen Bernhard Kramer und

Joachim Hirzi in Zöfing ebenso an kreativen

Entwürfen und ausführenden Planungen.

Das Ziel ist dabei immer, die Architektur

durch ihre Gartenarchitektur bestmöglich zu

unterstützen und beides zu einem vollkommenen

Gesamtausdruck zu bringen.

Im Interview erklären die beiden Gartenarchitekten

die Vorgangsweise bei ihren Projekten

und worauf besonderer Wert bei der

Gestaltung von Außenräumen gelegt werden

sollte:


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69

Grünraumgestaltung

Wohnhaus H von F2

Architekten – 9.500 m²

Gartenfläche mit großzügige

Pflanzflächen mit Solitärgehölze,

Wasserbecken

und Dachbegrünung.

Welche Beziehung besteht zwischen

Architektur und Gartenarchitektur?

Joachim Hirzi (JH): Wir kümmern uns um

die Übergänge zwischen Haus und Garten.

Durch die Aufnahme bestimmter architektonischer

Linien nach Außen kann ein Gesamteindruck

entstehen, der nicht an der

Fassade endet.

Bernhard Kramer (BK): Die Gartenarchitektur

arbeitet mit der Architektur zusammen.

Oft werden wir gefragt, ob wir uns auch um

die Gestaltung des Innenraumes kümmern

können, da müssen wir aber klar ablehnen.

Unsere Kompetenz liegt im Außenraum. Die

Architektur bestimmt und besteht, wir unterstützen

sie und beschäftigen uns damit,

was Außen dazukommt. Auch das Organisatorische

können wir den Architekten für

den Außenraum abnehmen.

Warum ist der Außenraum so bedeutend?

(JH) Das Gebaute und der Garten sind

gleichwertig zu betrachten. Das Bewusstsein

der Leute dafür steigt, was oft durch

ein Aha-Erlebnis in einem schönen Garten

hervorgerufen wird. Für jeden Menschen

besitzt ein 50 oder 60 Jahre alter Baum

einen Wert. Er besitzt eine Geschichte, die

nicht künstlich hergestellt werden kann. Die

Zeit verleiht ihm Emotionen, die alle beeindruckend

finden.

(BK) Der Außenraum ist das Gegenstück

zum Innenraum. Über seine Bedeutung und

notwendige Qualität wissen die Leute schon

Bescheid. Nicht aber darüber, welche Möglichkeiten

sie haben, den Außenraum zu gestalten.

Diese auszuloten ist dann unser Anliegen,

da gibt es oft Überraschungen, was

alles möglich ist. Schön ist zu sehen, wie die

Leute am Ende ihren schönen neuen Garten

immer sehr wertschätzen. Wir wollen dafür

sorgen, dass sie sich dort immer wohlfühlen

können und übernehmen deshalb oft auch

selbst die Pflege.

Wie unterscheiden sich Ihre Vorstellungen

des Außenraumes von denen des Architekten

oder der Architektin?

(BK) Oft wünschen sich die Architekten,

dass ihr Haus auf einer einfachen grünen

Wiese steht. Wir möchten den Außenraum

aber gestalten und dafür sorgen, dass nicht

nur die Architektur großartig ist, sondern

auch der Außenbereich.

(JH) Zwischen Gestalten und einfach nur

grün machen gibt es einen sehr großen Unterschied.

Bei vielen Projekten sieht man

einfach nur Wiesenflächen und vereinzelte

Bäume. Das finden wir etwas wenig, denn die

Leute leben ja nicht nur im Haus, sondern

auch im Garten. Auf einer Wiese zu leben ist

auf Dauer nicht recht spannend. u

Der Concept Store in Zöfing, samt Planungsbüro

und angeschlossener Baumschule,

macht die Grünraumplanung für den

Kunden erlebbar und zeigt die vielfältigen

gestalterischen Möglichkeiten.


architektur FACHMAGAZIN

70

Grünraumgestaltung

Wohnhaus Ri von X

Architekten – 1.700 m²

Gartenfläche mit Solitärund

Kleinbepflanzung

inkl. Naturpool mit Steinverkleidung.

Zu welchem Zeitpunkt sollten Gartenarchitekten

in den Planungsprozess eingebunden

werden?

(BK) Ab der Einreichplanung oder mindestens

ein Jahr baubegleitend wäre ideal. Wir

sind kein reines Planungsbüro, sondern

auch ein ausführendes Generalunternehmen

für den Außenraum. Ein relativ früher

Zeitpunkt wäre also für unsere Einbindung

ein guter, denn umso unterstützender für

die Architektur können wir arbeiten. Ein

Bewusstsein für die Möglichkeiten, die man

draußen hat, ist wichtig. So könnte man oft

auch viel Geld einsparen, wenn man andere

Lösungen gefunden hätte.

(JH) Gewisse Parameter hätten wir oft anders

festgelegt, wären wir früher dabei gewesen.

Im Nachhinein kann man zwar auch

noch vieles machen, aber eben nicht alles.

Welche Außenbereiche gestalten Sie?

(BK) Derzeit sind wir vor allem im modernen

privaten Wohnbau tätig. Es gibt aber auch

einige andere Bereiche, die wir gestalten und

man nicht zuallererst an uns denken würde.

Das betrifft Außenräume von Hotels und

Firmenanlagen, genauso wie die Höfe und

Dachterrassen von Geschosswohnbauten.

(JH) Das Potenzial dieser Bereiche gilt es

zu erkennen, für die mit einfachen Maßnahmen

eine große Wirkung und Mehrwert für

alle erzeugt werden kann. Das Wichtigste

ist, dass am Ende alles gut aussieht und zusammenpasst.

Wie vermitteln Sie Ihre Vorstellungen

von Außenräumen?

(JH) Unser Planungsinhalt ist so, wie der

fertige Plan eines Architekten für ein Haus,

er ist maßstäblich und höhendurchdacht.

Unsere Planungskompetenz reicht dabei

bis hin zu Beleuchtungsplänen. Für die Vermittlung

unserer Entwürfe reden wir nicht

über Pflanzenarten, es geht eher um den

Gesamteindruck, den der fertige Garten

dann ausstrahlen soll.

(BK) Wir arbeiten gerne mit Hybridplänen

aus Handzeichnungen und Computerdarstellungen.

Nur reine Architekturpläne sind

für das Sichtbarmachen einer Idee für die

Gartengestaltung schwierig. Ein bedeutendes

Element ist unsere Baumschule,

die einen wichtigen visuellen Eindruck des

zukünftigen Gartens vermittelt, indem man

ihn sozusagen direkt anschauen kann. Dort

sieht man die Pflanzen und deren Dimensionen,

sodass Emotionen für die Gestaltung

entstehen können.

Was sind Ihre Inspirationsquellen

für die Entwürfe?

(BK) Die Inspiration kommt oft aus verwandten

Branchen, wie Städtebau, Mode

und Interior Design. Daraus entwickeln wir

dann eigene Ideen und erproben diese dann

auch, oft im eigenen Garten. Aus diesen Erfahrungen

lernen wir viel und kommunizieren

sie auch, wenn es um die Gestaltung

eines neuen Gartens geht.

(JH) In anderen Ländern und Kulturen sammeln

wir viele Eindrücke, die dann interpretiert

werden. Neue Ideen daraus zu entwickeln,

gehört für uns immer dazu und macht

auch viel Spaß. Es geht darum, für ein Projekt

das Wesentliche in großer Qualität herauszuarbeiten,

sodass Üppigkeit entsteht,

aber kein Kitsch. Es soll ja trotzdem immer

noch ein Garten sein. Das macht dann auch

das Gesamtbild des Projektes aus, das die

Leute zufrieden macht, auch über mehrere

Jahre oder Jahrzehnte hinweg. •

Dachterrasse H von ADD Architekten – 270 m²

Terrassenfläche mit Pflanzflächen, Rasen und

extensiver Dachbegrünung in Wien.


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Grünraumgestaltung

NATÜRLICH DÄMMEN

MIT HANF

Grünere Pflegeheime

Die optimale Begrünungsstrategie für Alten- und Pflegeheime

ergründet derzeit ein interdisziplinäres Forschungsprojekt unter

der Leitung von Prof. Azra Korjenic vom Institut für Werkstofftechnologie,

Bauphysik und Bauökologie der TU Wien.

Analysiert wird dabei, welche Begrünungsmöglichkeiten

speziell für Alten- und Pflegeheime geeignet sind, wobei die

Pflege- und Betreuungszentren in Stockerau, St. Pölten, Wolkersdorf

und Tulln von maßgeschneiderten Begrünungen profitieren

sollen.

In Workshops und ausführlichen Gesprächen mit allen beteiligten

Personen werden Wünsche und Bedürfnisse erhoben.

So ist etwa der Wunsch nach Nutzpflanzen in Tischhöhe entstanden,

sodass man auch mit einem Rollstuhl ganz nahe an

die Pflanzen herankommen und auch bei der Arbeit mit den

Pflanzen mitmachen kann.

Bettlägerige Menschen leiden oft darunter, dass sie einen großen

Teil ihrer Zeit bloß die Zimmerdecke im Blickfeld haben

– daher werden nun auch Möglichkeiten geprüft, die Decke

zu begrünen. Auch der Wunsch nach Pflanzen mit essbaren

Früchten wurde geäußert, und nicht zuletzt muss man beim

Begrünen darauf achten, dass weder Pflanzen noch Füll- oder

Schüttmaterial giftig sind, um Patienten mit Demenzerkrankungen

nicht zu gefährden.

Die ersten Begrünungsmaßnahmen im Pflege- und Betreuungszentrum

Tulln sind bereits abgeschlossen. Die Auswertung

der Daten geht weiter. Alle technischen Innovationen

werden einem umfassenden Monitoring unterzogen, sowohl

nach technischen als auch sozialen Kriterien.

Hervorragende

Dämmeigenschaften

Diffusionsoffen

Ausgezeichneter

Schallschutz

Nachwachsend

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Öko-Förderung

Die ökologische Alternative

bei der Fassadendämmung

Höchste Widerstandskraft

und Hagelsicherheit

durch Carbonarmierung

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architektur FACHMAGAZIN

72

RETAILarchitektur

Croissants

in der Stadt

In São Paolo verwandelte das brasilianische Architekturbüro Dezembro Arquitetos

eine ehemalige Garage in das schicke Ladenlokal Mintchi. Ein Auto

wird hier nicht mehr geparkt, stattdessen werden appetitliche Croissants

unter die Leute gebracht.

Fotos: Carolina Lacaz


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73

RETAILarchitektur

Das Stadtviertel, in dem sich das neue Ladenlokal

befindet, ist geprägt von unterschiedlichen

baulichen Maßstäben. Hochhäuser

ragen empor und reihen sich in

direkter Nachbarschaft an eingeschossige

Kleinststrukturen. In einer solchen befindet

sich auch der Croissant-Shop. In den

Erdgeschosszonen der näheren Umgebung

reiht sich ein Garagentor an das nächste.

Dazwischen gibt es immer wieder auch Eingangstüren

oder kleine Vorhöfe, die durch

einen Zaun vom Straßenraum abgegrenzt

sind. Zu erkennen gibt es außerdem, dass

einige der Garagen in Erdgeschosslage eine

Belebung durch Umnutzung erfahren haben,

so auch die des neuen Take-Away-Ladens.

Die ehemalige Fassade wurde in eine reinweiße

umgestaltet und die verspielten

goldfarbenen Lettern transportieren die

Bezeichnung der neuen Nutzung an die

Fassade: Mintchi. In dem ehemaligen Garagenraum

befindet sich jetzt das etwa 15 m²

große Ladenlokal, die Verschlossenheit der

Fassade ist komplett verschwunden und

das Aluminium-Garagentor ist durch eine

einladende Glasfront ersetzt. Diese ist komplett

zu öffnen, sodass der Bereich vor dem

Lokal zu einem erweiterten Verkaufsraum

werden kann. Ansonsten ist der 3 x 5 m

große Raum ziemlich simpel aufgeteilt:

Über die eine Längsseite erstreckt sich der

Verkaufstresen, auf der anderen Seite befindet

sich eine Sitzbank, die ebenso über

die ganze Längsseite gezogen ist. Da sich

in der Rückwand der einen Seite die Zugangstür

zum Nebenraum befindet, wurde

der Tresen auf dieser Seite positioniert.

Das Besondere der Innenraumgestaltung

liegt nicht nur an der schlichten Zweiteilung,

sondern vor allem auch an dem dafür

verwendeten Material. Die gesamte Möblierung

wurde aus gelochten Mauerziegeln

zusammengesetzt. Diese bilden den Fußboden-

und Wandbelag, genauso wie den

Sitzbereich, den Tresen und die Treppenstufen,

die in den höher gelegenen hintersten

Bereich des Ladens führen. Durch die

Füllung der Löcher mit Zement bekommen

die Ziegel den Charakter eines grafischen

Musters, der dem gesamten Raum Einheitlichkeit

und Eleganz verleiht. Auch an der

Decke nahmen die Architekten diese Optik

auf und ornamentieren sie mit Zylindern

aus Pappe. Durch diese wird der Raum

punktuell auch sanft ausgeleuchtet und das

gesamte Gestaltungskonzept abgerundet.

Mintchi trägt wie jedes andere dieser

Kleinst-Geschäfte dazu bei, dass der Straßenraum

ein Stück weit lebendiger und

attraktiver wird. Einzig wenn gerade keine

Croissants verkauft werden und das Geschäft

abends geschlossen wird, nimmt das

kleine Häuschen durch das Herunterziehen

des weißen Alu-Rollladens wieder sein ursprünglich

verschlossenes Wesen an, bevor

es am nächsten Morgen erneut erwacht.


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74

RETAILarchitektur

Aus Rohmaterial

Die Leidenschaft für traditionelle Lehmziegelarchitektur des vietnamesischen

Architektenduos Tropical Space ist ungebrochen. Für Organicare

gestalten sie einen Showroom, der mit den verwendeten Materialien Lehm

und Stahl einen optimalen Hintergrund bietet, um deren Bio-Feinkostwaren

zu präsentieren.

Fotos: Quang Dam

Im Vordergrund der Warenpräsentation steht vor allem

die vietnamesische Fischsauce Nuoc Mam, für die das

Unternehmen geschätzt wird. Jedoch tritt nicht nur

diese alleine hervor, sondern auch die atmosphärische

Gestaltung des Showrooms an sich. Mit Lehmziegeln

und Stahlseilen entwickelten die Architekten ein System,

durch das man die Ziegel zwischen den Seilen einspannen

kann. Über den ganzen zweigeschossigen Raum

erstreckt sich eine Struktur aus Seilen, zwischen denen

dann die Ziegel auf unterschiedlichen Höhen befestigt

und aufeinander gestapelt sind. Es handelt sich um ein

sehr flexibles System, sodass die Positionierung der Ziegel

an die Produkte angepasst werden kann, für dessen

Aufbewahrung sie vorrangig dient. Auch verschiedene

Muster können durch das Spiel mit den Ziegeln gebildet

werden, wodurch die Struktur einen ornamentalen Charakter

erhält. Im Innenraum sind so keine Wandflächen

sichtbar, die Struktur wirkt raumumspannend und verleiht

ihm einen einheitlichen Ausdruck.


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75

RETAILarchitektur

Vom Boden aufwärts sind einige Ziegel aufeinander gestapelt.

Nach oben hin werden sie dann immer lockerer

positioniert und die Abstände werden immer größer.

Vom Innenraum hinaus zieht sich die Struktur auch entlang

der Straßenfassade empor, wo man dieselbe Dynamik

erkennt. Bis zum oberen Abschluss der Fassade

werden die vertikalen Abstände zwischen den einzelnen

Ziegel sogar so groß, dass dort nur noch die Stahlseile

vorhanden sind. Dadurch reagieren die Architekten

geschickt auf die anderen Nutzungen in den obersten

beiden Geschossen des Hauses. Diese erhalten so auch

weiterhin genügend Licht und können ihren Freiraum

genießen.

Die Erscheinung des Showrooms wird an der Fassade

nicht nur nach außen gezogen, umgekehrt wird der

Außenraum auch nach Innen geholt und ist dort durch

Pflanzentöpfe vertreten, die zwischen den ausgestellten

Produkten immer wieder Platz finden. Von der Naturverbundenheit

der Architekten zeugt auch das Verwenden

von rohen und in ihrem ursprünglichen Zustand belassenen

Materialien. Die Stahlseile wurden nicht verhüllt oder

eingefärbt, sie sind noch als solche erkennbar, ebenso

wie die rohen Lehmziegel. Das Zusammentreffen von

beidem entfachte die Kreativität der Architekten und

ließ sie ein verspieltes System entwickeln, das ein inspirierendes

Raumerlebnis erschafft.


DIE GEMEINSCHAFTSMARKE

ALU-FENSTER IST TOP IM

OBJEKT- UND WOHNBAU.”

Gerda Maria Gerner

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76

RETAILarchitektur

Futuristisches

Raumlabor

Auf den ersten Blick ist nicht ganz klar, was den Besucher des neuen

Concept Stores für den spanischen Verlag Cuadernos Rubio in Valencia

erwartet – Shop, Workshopraum oder doch eine Ausstellung. Das Studio

Masquespacio entschied sich dafür, all das zu verknüpfen und gestaltete ein

begehbares, kariertes Notizbuch mit neonfarbenen Highlights.

Fotos: Luis Beltran

Die Neugier, was sich im Inneren des Stores abspielt,

wird schon durch die komplett verglaste Straßenfront

geweckt. Zwei Elemente laden von dort aus zur Interaktion

ein, der Innenraum soll dann auf ähnliche Weise

entdeckt werden. Im Concept Store von Rubio spielen

Präsentation und Interaktion zusammen. Zur Schau

gestellt werden alle notwendigen Ausstattungen,

rund um das Thema Schreiben und kreativ sein, von

Lernunterlagen bis hin zum Notizbuch und Federpennal.

Das aber nicht nur für Kinder, sondern auch für

Erwachsene, die beide gleichermaßen mit dem Entdeckungsparcour

im Concept Store angesprochen

werden sollen. Jeder Sortimentsbereich hat einen

eigenen Raumbereich zugeordnet, durch den ver-

schiedene Stationen entstehen. Die Besucherinnen

und Besucher müssen dabei aktiv werden, um Rubio

spielerisch kennenlernen zu können. Im Store wird

also genau das propagiert, wofür die Marke selbst

steht: didaktisches Erleben und Erlernen. Weiße

Leuchtschilder kennzeichnen die unterschiedlichen

Stationen, die sich an den Wänden befinden und auch

als begehbare Objekte inmitten des Raumes stehen.

So wird der Grundriss des Raumes, der von einem

großen Bereich in einen sehr schmalen zusammenläuft,

um dann wieder breiter zu werden, geschickt

ausgenutzt und zu einem Erlebnisraum. Im hintersten

Bereich des Stores befindet sich zusätzlich noch ein

Workshopraum, wo Schreibkurse stattfinden.


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77

RETAILarchitektur

Weiße Fließen mit schwarzen Fugen erzeugen ein

kariertes Muster an allen Wänden und Böden des Ladens.

Dazwischen finden sich an ausgewählten Stellen

immer wieder bunte Highlights – türkis, azurblau,

sonnengelb und blattgrün. Diese treten vor allem

durch gefärbte Glasflächen in Erscheinung und integrieren

sich dadurch dennoch in das Raumgefüge.

Durch die unterschiedlichen Präsentationsformen

und die Gliederung in verschiedene Stationen hat der

Showroom mehr etwas von einer Ausstellung als von

einem Verkaufsraum. Deshalb ist die Bezeichnung

Concept Store wohl am treffendsten, denn der gesamte

Raum wirkt wie ein kariertes Notitzbuch, das

voll an Ideen, Erlebnissen und Konzepten ist.


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78

RETAILarchitektur

+

Moderne Interpretation

einer Speakeasy Bar

Die Cocktailbar Bardem avancierte für Freunde der gepflegten Barkultur schnell zu

einer neuen Anlaufstelle im Herzen von Helsinki. Das eigenständige Interieurkonzept

stammt vom Designstudios Fyra und greift in einer modernen Interpretation das

Prinzip einer Speakeasy Bar auf, spielt mit der Verbindung von Alt und Neu und betont

in dem bewusst dezent beleuchteten und atmosphärisch geheimnisvollen Raum eine

große zentrale Bar.

Die Herausforderung der Designer bestand

darin, für eine ehemalige Verkaufsfläche ein

Barkonzept zu entwickeln. Sie entschieden

sich, eine Bar zum Zentrum des Raums und

zum Herzstück des gesamten Interior-Design-Konzeptes

zu machen. Insbesondere

die Rundungen der Bar, die durch Holzpaneele

mit einem hellen, honigfarbenen Finish

bekleidet sind, fallen hierbei ins Auge.

Perfekt arrangierte Spirituosen ergänzen

zusammen mit stilvollen, gemäldeähnlichen

Wanddekorationen die großzügige

Theke. Zur geheimnisvollen Anziehungskraft

der neuen Bar tragen die gedämpfte,

stimmungsvolle Beleuchtung als auch

die dunklen Interieur-Farben bei. Ein vorhangähnlicher

marineblauer Hintergrund

in Samtoptik versprüht einen Hauch von

klassischem Theatercharme, während tiefe

Polstermöbel die Gäste zum Einsinken und

Entspannen einladen.

Ein besonderes Highlight an der Wand schuf

Fyra mit Hilfe von keramischen Fliesen, die

per Langzeitbrand im klassischen Tunnelofen

gefertigt werden. Das Studio setzte

diesen edlen Belag in unterschiedlichen

Farben ein und spielte insbesondere mit den

exquisiten hochglänzenden Glasuren.

Die hier verwendete keramische Fliesenserie

Craft von Agrob Buchtal ist eine Kollektion,

die im Zusammenspiel mit Brenntemperatur

und offener Flammführung besonders

markante und intensive Colorationen erzeugt.

Hochglänzende Glasuren ermöglichen

darüber hinaus eine imposante optische

Tiefe sowie ein lebendiges Farbspiel.

AGROB BUCHTAL GmbH

Erwin Bauer

T +43 664 115 3558

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79

| BA12-20G |

RETAIL architektur

Einfach konfigurierbar:

TwinCAT 3 Lighting

Solution für DALI 2

© Andrea Lhotakova

70 Jahre Bodenbeläge

„Made in Weinheim“

Das eigene Angebot und Engagement immer wieder hinterfragen,

sich hierbei trotzdem treu bleiben und die Bedürfnisse

der Kunden und Märkte immer an erste Stelle setzen – diese

Grundwerte von nora systems gelten heute noch genauso wie

bei der Gründung. Und mit noraplan uni, einem komplett einfarbigen

Belag, ist auch der erste nora Boden mit seinem klaren

Design noch immer fester Bestandteil des Sortiments.

Besonders in der aktuellen Situation kommen dabei zwei der

wesentlichen Merkmale der nora Bodenbeläge - Funktionalität

und Qualität - besonders zum Tragen: Sie leisteten kürzlich

wieder einen Beitrag zur Schaffung eines hygienischen Umfelds

im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und sind

in hunderten von Krankenhäusern auf der ganzen Welt im Einsatz.

Sie kamen auch in der Huoshenshan-Klinik in Wuhan zum

Einsatz, dem Krankenhaus, das Anfang 2020 in Rekordzeit für

die Behandlung von COVID-19-Patienten errichtet wurde.

Doch nicht nur die Entscheider im Gesundheitswesen, auch

Planer und Bauherrn in anderen Bereichen, wie dem Bildungswesen,

dem öffentlichen Bau oder der Industrie setzen auf die

Verlässlichkeit der Kautschukböden. Und das nunmehr seit 70

Jahren. Beim Blick in die Zukunft geht es um mehr als das Produkt

allein. nora hat sich dem Streben nach einer nachhaltigen

Zukunft verschrieben.

nora flooring systems GesmbH

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www.beckhoff.at/lighting-solution

Mit TwinCAT 3 Lighting Solution stellt Beckhoff eine Lichtlösung

vor, die vom Engineering bis zur Wartung auf die Vereinfachung

aller Arbeitsschritte setzt. Alle typischen Lichtregelungen sind integriert,

die Anzahl der DALI-Linien ist unbegrenzt. TwinCAT 3 Lighting

Solution ist auch für Betreiber leicht über Excel konfigurierbar und

zugleich voll HTML- und webfähig, dezentral skalierbar sowie direkt

über Panel bedienbar. Schnelle Funktionsänderungen, Adressierungen

und Erweiterungen sind direkt im Betrieb möglich, ebenso wie

von DALI-Linien unabhängige Gruppierungen.

Direkt vom Panel aus bedienbar: TwinCAT 3

Lighting Solution vereinfacht die Umsetzung

individueller Lichtlösungen.


architektur FACHMAGAZIN

80

Arbeitswelten

Büro Fabrik

Coworking Spaces

im Aufschwung

Flexibilität und Offenheit halten in die Arbeitswelt und damit auch in die Architektur

der Arbeitswelt Einzug. Die Entwicklung der Coworking Spaces ist auf diesen Trend

zurückzuführen. Doch nicht nur Selbständige nehmen die vielseitigen Einrichtungen

in Anspruch. Auch Kleinfirmen und deren Mitarbeiter finden hier eine produktive

Umgebung vor.

Text: Dolores Stuttner

Weltweit stehen Unternehmern und selbständigen

Personen mittlerweile über 8.000

solcher Arbeitsbereiche zur Verfügung. Ihren

Fokus legen die Einrichtungen – neben

der Flexibilität – auf die Kommunikation

und in weiterer Folge die Vernetzung. Immerhin

war die gegenseitige Befruchtung

von Ideen von Beginn an Kernelement der

Coworking Spaces. Doch das moderne Konzept

revolutioniert nicht nur die Berufswelt,

sondern schafft auch neue Wege für die

Umnutzung in der Architektur und bereichert

das Stadtbild.

Die Stärken offener Raumstruktur

Das flexible Arbeitskonzept ist salonfähig

geworden – immer mehr Unternehmen machen

von ihm Gebrauch. Den räumlichen

und konzeptuellen Unterschied zum klassischen

Büro sehen Firmen hier durchaus

als Chance, da die Einrichtungen durch ihre

offenen Raumstrukturen Austausch und

Vernetzung fördern. Heterogene Nutzergruppen

haben somit die Möglichkeit, sich

gegenseitig zu inspirieren.

Doch wodurch genau zeichnen sich moderne

Coworking Spaces aus und worin liegt

ihre Stärke? Tatsächlich ist das Konzept

noch sehr jung. Die Vorstufe zu diesem entstand

erst im Jahr 1995 in Berlin. Zu dieser

Zeit wurde der erste sogenannte „Hackerspace“

ins Leben gerufen. Er diente schon

damals dem Zweck des gemeinschaftsorientierten,

flexiblen Arbeitens. Eine vergleichbare

Einrichtung wurde 1999 in New

York von „42 West 24“ eröffnet. Der Kommunikationsaspekt

stand hier allerdings

noch im Hintergrund.

Der nächste Coworking Space erblickte

2002 in Wien mit der Schraubenfabrik das

Licht der Welt. Bekanntheit erlangte er zunächst

als „entrepreneurs center“. Das gemeinschaftsorientierte

Arbeiten stand hier

aber von Beginn an im Fokus der Anbieter

und stieß bei den Teilnehmern auf Anklang.

Nicht umsonst sehen sich die Betreiber der

Einrichtung selbst als „Mother des Coworking“

an.

Ab dem Jahr 2005 stieg die Zahl der Coworking

Spaces weltweit schließlich stark an.

Auch heute noch werden immer mehr der

Einrichtungen eröffnet und weiterentwickelt.

Viele von ihnen bieten mittlerweile eine Kombination

an fixen und flexiblen Lösungen an.

Kennzeichnend für jene Arbeitsbereiche ist,

dass sie jedem Teilnehmer offen stehen und

frei zugänglich sind. Einige Institutionen, wie

das Coco-Quadrat im 4. Wiener Gemeindebezirk,

stellen ihren Besuchern sogar stundenweise

Tische zur Verfügung.


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81

Arbeitswelten

Büro Fabrik

Büro Fabrik

Interessant ist, dass sich die Mehrzahl der

modernen Arbeitsplätze nicht in neuen Gebäuden

ansiedelt. Vielmehr dienen ihnen

ältere, historische Bauten sowie frühere

Standorte nunmehr verlassener Einrichtungen

als Zuhause. Einzelarbeitsplätze sind

offen angelegt und ermöglichen damit einen

Austausch. Und ebendiese Kombination

aus Flexibilität und räumlichem Komfort

ist eine der größten Stärken des Coworking.

Intelligente Umnutzung

Anzutreffen sind viele der gemeinschaftsorientierten,

flexiblen Arbeitsplätze also in

ehemaligen Fabriken, Geschäften und sogar

Kinos. Betreiber schätzen besonders

die offene Gestaltung jener Räumlichkeiten.

Die hohen Zimmerdecken alter Industriebauten

sorgen in Kombination mit großen

Fenstern für eine einladende Atmosphäre.

Betreiber von Coworking Spaces sehen in

stillgelegten Firmengebäuden Potenzial und

fördern deren Umnutzung. Damit beeinflusst

das noch junge Konzept bereits das

Ortsbild vieler Städte. Da die Einrichtungen

aufstrebende Berufstätige anziehen, tragen

sie sogar zum Aufwerten von Stadtteilen bei.

Ein Positivbeispiel dafür ist die Büro Fabrik

im 10. Wiener Gemeindebezirk. Realisiert

wurde sie in einer verlassenen Glasfabrik im

ehemaligen Arbeiterbezirk. Das Bestreben

der Betreiber war es, den ursprünglichen

Charme der Werkstatt trotz der Sanierung

zu erhalten. Heute stehen Coworkern auf

einer weitläufigen Fläche mit industriellem

Charme 60 flexible Arbeitsplätze, die sich an

die Größe des betreffenden Unternehmens

anpassen lassen, zur Verfügung. Ein frei

zugänglicher Küchen- und Gartenbereich

dient dem gemeinschaftlichen Austausch.

Mit einem flexiblen Konzept für Kleinbetriebe,

Start-ups und Personenfirmen überzeugt

gleichermaßen der YURP Coworking Space

im 14. Wiener Gemeindebezirk. Er befindet

sich im ehemaligen Kino „Baumgartner

Grand Bio-Theater“ und punktet dadurch

mit einer einzigartigen Innenraumgestaltung.

Holzelemente sorgen in Kombination

mit hohen Fenster- und Türbögen für ein

historisches Flair in heimeliger Atmosphäre.

Die Arbeitsinseln sind im ehemaligen

Kinosaal untergebracht und bieten Raum

für die persönliche Entfaltung. Im alten Vorführraum

befindet sich das Besprechungszimmer,

was auch das Arbeiten in größeren

Gruppen ermöglicht. Entspannung finden

Teilnehmer in der Gemeinschaftsküche sowie

in einem kleinen Vorgarten.

Wiederum andere Konzepte setzen auf eine

bewusst minimalistische Inneneinrichtung.

Teilnehmer sollen dadurch dazu animiert

werden, sich ihre Büros selbst und nach persönlichem

Geschmack einzurichten. Dieser

Richtlinie folgt unter anderem das House of

Bandits im 15. Wiener Gemeindebezirk. Jener

Coworking Space erstreckt sich gleich

über vier Etagen. Die Betreiber setzen weniger

auf kommerzielle Aspekte, sondern auf

Offenheit. Kurz gesagt, steht Besuchern in

der Einrichtung viel offener Raum zur persönlichen

Entfaltung zur Verfügung.

Doch auch in neuen Projekten finden die

Arbeitsbereiche langsam, aber doch Einzug.

So wurden in der Seestadt Aspern

Räume für Coworking Spaces bereits fix mit

eingeplant. Außerdem etablieren sich im

noch jungen Nordbahnviertel bereits erste

flexible Arbeitskonzepte.

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Auch mit Holzbelattung lieferbar.

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architektur FACHMAGAZIN

82

Arbeitswelten

House of Bandits

© Jolly Schwarz

Die Zukunft der Arbeit –

die Expansion der Architektur?

Kennzeichnend ist für viele der Einrichtungen die

Kombination aus Kaffeehaus-Atmosphäre und Arbeit.

Coworking Spaces schaffen dadurch eine einzigartige

Herangehensweise an die Arbeitskultur

und sehen sich vielerorts als experimenteller Raum

für neue Konzepte. Diese gewinnbringende Nutzungsmischung

macht sie vor allem für ein junges

Publikum attraktiv. Tatsächlich ist der durchschnittliche

Coworker zwischen 25 und 39 Jahre alt. Rund

50 Prozent sind als Solo-Selbständige tätig, wobei

sich ein Fünftel in einem fixen Angestelltenverhältnis

befindet. In letztgenannte Gruppe fallen vor allem

Personen, die für kleine Unternehmen mit weniger

als fünf Mitarbeitern arbeiten. An die 80 Prozent

der Nutzer haben einen Universitätsabschluss. Damit

richtet sich das Coworking in seiner derzeitigen

Form vor allem an Personen mit einer höheren Berufsausbildung.

In diesem Bereich gäbe es durchaus

noch Ausbaubedarf, um auch das Interesse anderer

Nutzergruppen zu wecken.

Geht es um die Nutzung der Coworking Spaces, ist

weltweit ein deutlich positiver Trend zu verzeichnen.

Alleine in den letzten 15 Jahren legte die Coworking-Industrie

rund eine Milliarde Euro an Kapital zu.

Das stetige Wachstum der Sparte ermöglicht nun

größere Investitionen in die Architektur und Innenraumgestaltung.

Bei der Realisierung flexibler Arbeitsbereiche

haben Planer künftig mehr Spielraum.

Das Resultat sind aufwendigere Projekte, die neue

Standards in der Innenarchitektur etablieren. So

wandelte Architekt Henri Cleinge das verlassene Gebäude

der Montreal Royal Bank in einen Arbeitsbereich

für das Tech-Start-Up Crew Collective um. Das

moderne Innenraumdesign tritt hierbei mit der Struktur

aus dem Jahr 1926 in einen respektvollen Dialog.

Sehen lassen kann sich das Ergebnis allemal – mit

ihrem sensiblen und vielseitigen Design animiert die

Einrichtung ihre Besucher zum Verweilen.

Doch mit dem erhöhten Spielraum, wächst gleichzeitig

die Verantwortung der Architekten. Sollen Coworking

Spaces ein vielseitiges Publikum aus allen Sparten

anlocken, müssen sie leistbar bleiben. Eine alleine

auf Luxus orientiere Planung ist hier fehl am Platz. •

YURP

© Brigitte Baldrian

YURP

© Brigitte Baldrian


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83

Arbeitswelten

Nachhaltige Ganzglaswand

Das Trennwandsystem Lindner Life Nature verbindet den filigranen Charakter einer

Ganzglaswand mit minimalistisch gehaltenen, natürlichen Boden- und Deckenprofilen

aus Holz – in den Varianten Eiche und Bambus. Durch die Symbiose aus Glas und

Holz eröffnet Lindner Life Nature völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten: Das klare

Design des Trennwandsystems vereint die Vorteile einer Ganzglaswand mit einem

Holzprofil als Anschluss an Decke und Boden. So entsteht ein offenes und transparentes

Raumgefühl, ergänzt durch warme Naturmaterialien.

Dank des zurückhaltenden Designs ist das Trennwandsystem

problemlos mit allen Materialien und

Texturen kombinierbar. Dadurch eignet es sich zur

Raumabtrennung sowohl in klassisch gehaltenen

Innenräumen als auch als Trennwand für moderne

Raumkonzepte. Neben der ästhetischen Komponente

überzeugt das System zudem hinsichtlich Funktion

und Nachhaltigkeit: Es ist nahezu vollständig

recycelbar, während seine Montagefreundlichkeit

sowie die Möglichkeit zum kompletten Rückbau maximale

Flexibilität in der Raumgestaltung zulassen.

Neben zertifizierten Standardsystemen realisiert die

Lindner Group jederzeit projektbezogene, innovative

Lösungen nach kundenspezifischen Anforderungen

und gestalterischen Vorgaben.

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84

Arbeitswelten

Erfolgsklassiker neu gedacht

2013 ging EVERYis1 in Serie. Rund eine halbe Million verkaufter Stühle später führt

Interstuhl die Erfolgsgeschichte mit dem NEW EVERYis1 weiter. Ob als Drehstuhl

oder Counter – wie schon sein Vorgänger vereint auch der NEW EVERYis1 hohen

Komfort bei gleichzeitig hohem Designanspruch.

Neben den Ausstattungsoptionen Netz und Chillback

ist er ab sofort auch mit einem Polsterrücken

verfügbar. Die Varianten mit Netz und Chillback wurden

zudem durch einen Kantenschutz erweitert. Zur

besseren Unterstützung des unteren Rückens wurde

auch die Netzlordose haptisch, funktional und optisch

aufgewertet und auch die Armlehne überarbeitet: Das

funktionale Pad mit 4D-Effekt hat eine smarte Formgebung,

die eine vielseitige Nutzung ohne Verstellung

ermöglicht. Zudem vermittelt das neue, optionale

Komfortpolster für die Sitzfläche optisch und spürbar

bessere Sitzqualität. NEW EVERYis1 verfügt serienmäßig

über eine automatische Gewichtsregulierung, ist

also mit Autolift- oder Synchronmechanik erhältlich.

dabei raumbildend gedacht – und lässt sich beliebig

erweitern. Ein System, das Architekten und Planern

viel Gestaltungsfreiheit lässt und optimal in jeden Arbeitsalltag

passt, in dem Menschen produktiv arbeiten

und sich wohlfühlen wollen.

Interstuhl Büromöbel GmbH & Co. KG

T +43 (0)1 61 64 113

oesterreich@interstuhl.com

www.interstuhl.at

HUB - unendlich viele Möglichkeiten

Mit HUB gibt Interstuhl eine zeitgemäße Antwort auf

die heutigen Anforderungen in der weltweiten Bürowelt,

die mit durchdachtem Design und intelligentem

Engineering überzeugt: Sessel, Sofas, Bänke, Besprechungs-Pods,

Trennwände, Medienwände, Stellwände,

Tische, Telefonzellen, mobile Wände in verschiedenen

Höhen – sogar eine Schaukel sorgt für neuen Schwung

im Office. Das Design der Module ist durchdacht bis in

das kleinste Detail: Trennwände mit gebogenem Aluminiumprofil,

ein leichtes, robustes Schalen-Sitzsystem,

Ambient-Light in den Wänden, Elektrifizierung

an den richtigen Stellen und Akustikmaterial für effektiven

Schallschutz. Das modulare Wandsystem ist


www.architektur-online.com

architekturszene

Ihr Projekt. Unser Boden.

Sitzfläche, Ablage, Tisch

und Stauraum zugleich

Rollcontainer sind an sich bereits Multitalente. Mit dem

neuen Bully setzt Büromöbelspezialist hali nun noch einmal

neue Maßstäbe in der vielfältigen Gestalt- und Einsetzbarkeit.

Erhältlich ist der Bully in unterschiedlichsten Farben und

Farbkombinationen wobei sowohl die Korpusfarbe als auch

die Farbe von Front und Rückseite individuell wählbar sind. In

seinem Inneren lassen sich die persönlichen „Schätze“ sicher

verstauen (der Bully kann auch mit einem Vorhängeschloss

ausgestattet werden) und Accessoires, wie ein Sitzkissen

oder die praktische Einhängeschiene ergänzen die Nutzungsmöglichkeiten

des Multitalents.

Auf stylischen Rollen, von denen zwei feststellbar sind und für

die Radkappen in unterschiedlichen Farben erhältlich sind, lässt

sich nicht nur der Büroalltag mobil bewältigen, auch im privaten

Wohnbereich bieten sich zahlreiche Einsatzmöglichkeiten, wie

etwa als Ordnungs- und Spielmöbel im Kinderzimmer.

Produziert wird der Rollcontainer, der sich auch individuell

branden lässt, regional im oberösterreichischen Eferding. Der

Bully ist ab € 109,- exkl. Mwst. erhältlich.

hali GmbH

T +43 (0)7272 3731-0

office@hali.at

www.hali.at

www.project-floors.com


architektur FACHMAGAZIN

86

Arbeitswelten

Flexible, ergonomische Büromöbel

Die Individuelle Einrichtung von Büros, passend zu einer flexiblen, dynamischen und

digitalisierten Arbeitswelt, gewinnt zunehmend an Bedeutung in der Möblierung von

Firmengebäuden. Der Objekteinrichter Selmer bietet mit einer besonders breiten

Palette an Objektmöbeln die idealen Voraussetzungen für die Entwicklung außergewöhnlicher

Bürokonzepte einer modernen, flexiblen Arbeitswelt: Neben klassischen

Büromöbel und Möbel für Desk-Sharing Workspaces umfasst das Produktangebot

Konferenz-Möbel für multifunktionale Konferenz- und Kreativräume sowie Präsentationsboards,

mobile Trennwände und Accessoires.

Schreibtische sind weiterhin das Herzstück eines jeden

Büros, wobei sich Schreibtischplatten heutzutage

in verschiedenen Formen, Materialien und Farben

konfigurieren lassen. Durch ein großes Zubehör-Programm

können die Arbeitstische von Selmer zudem

maximal funktional gestaltet werden, etwa mit Sichtblenden,

Kabelauslässen, PC-Haltern oder einer elektronischen

Höhenverstellung.

Drehstühle sorgen für Wohlbefinden, Konzentrationsfähigkeit

und fördern die Rückengesundheit.

Die Produktpalette bei Selmer reicht vom soliden

Drehstuhl für das Großraumbüro bis hin zum Chefsessel

in gediegenem Design. Ob mit höhenverstellbarer

Funktion, Lumbalstütze oder verstellbaren

Armlehnen – in jedem Fall sind Ästhetik und perfekte

Ergonomie am Arbeitsplatz und in Konferenz- und

Kreativräumen garantiert.

Der Rollcontainer als Klassiker der Büromöbel, präsentiert

sich heute vielfältig im Design. Unterschiedliche

Oberflächen sorgen für ein stilvolles Erscheinungsbild

und dank der Rollen kann das Möbelstück

auch beim Wechsel des Arbeitsplatzes einfach mitgesiedelt

werden. Für die ideale Raumnutzung sorgen

Trennwände, Raumteiler und mobile Präsentationsboards

mit hohem Designanspruch.

Selmer GmbH

T +43 (0)6216 20210

info@selmer.at

www.selmer.at


www.architektur-online.com

87

Arbeitswelten

Wohnlichkeit auf

den Punkt gebracht

Einen vollgepolsterten und gleichzeitig kompakten Club-Sessel bietet Sedus mit

dem vielseitigen „on spot cosy“ an. Der sympathische Club-Sessel überzeugt

durch sein wohnliches Design, seine Ergonomie und Langlebigkeit, wobei ihn seine

zahlreichen Ausstattungsmöglichkeiten zum Verwandlungskünstler machen.

Zudem bringt der ergonomisch ausgereifte Clubsessel

noch mehr Wohnlichkeit ins Spiel: Der vollgepolsterte

und gleichzeitig kompakte Sessel wurde speziell

für den Einsatz in Besprechungs- und Seminarräumen,

in Bistros, Empfangsbereichen und Home Offices

entwickelt. Er lässt sich vielfältig gestalten und

bestens mit bestehenden Einrichtungen und Stilen

kombinieren.

Als Gestellvarianten stehen vier Ausführungen zur

Wahl: ein höhenverstellbarer Fünffuß auf Rollen, ein

Kreuz-Vierfuß aus Stahl, ein Vierfuß aus Holz und ein

Kufenmodell, die alle formal optimal zur großen Produktfamilie

Sedus on spot passen. Das bequeme, aber

straff ausgelegte Polster gibt es in mehreren Stoffqualitäten,

auf Wunsch auch in Farbkombinationen

aus Rückenlehne, Außenschale und Sitzpolster.

Sedus Stoll GmbH

Showroom Wien

Gumpendorfer Straße 15/9

1060 Wien

T +43 (0)1 982 94 17 12

sedus.at@sedus.com

www.sedus.com


architektur FACHMAGAZIN

88

Licht

Fast ein

Homeoffice!

Perfektes Arbeiten durch gemütliche Einrichtung und Beleuchtung. Mitarbeiter,

die sich in ihrem Büro wohlfühlen, leisten auch bessere Arbeit. In seinem Büro ist

man Gast und Gastgeber gleichzeitig. Das Büro wird zur Bühne, der Arbeitsplatz

zum Kaffeehaus.

Bilder: Derenko Innenarchitektur

Raum für Face-to-face-Kommunikation

Das Büro der Wiener Firma Meisterlabs ist ein Ort der

Begegnung: Hier treffen Menschen und ihre Ideen

aufeinander. Der Trend geht hin zu großen, offenen

Flächen, die Raum für gemeinsames Arbeiten bieten

– und für informelle Gespräche. Denn produktive Zusammenarbeit

und innovative Technologien entstehen

nicht nur in Meetings, sondern eben oft auch bei

einer Kaffeepause. Zudem schafft eine solche Kommunikationskultur

Raum für Wissenstransfer, ein verbessertes

Team-Gefühl und Leistungsstärke.

Farbige Akustikleuchten mit hoher Farbwiedergabe

dienen bei diesem Projekt als Eyecatcher im Empfangsbereich.

Konzentriertes Licht für die Tische.

Bodeneinbaustrahler und indirektes Akustik Licht im

Schulungsraum als Stimmungsmacher. Billard im Besprechungsraum.

Stiegenaufgang mit Lichtelementen

in Szene gesetzt.

Das Einrichtungskonzept stammt von Derenko Innenarchitektur,

für die Lichtgestaltung zeichnet

Alexander Magyar verantwortlich.


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89

Licht

Plug

Enjoy

&

HUB

Kann ein System eigentlich ganz viele

sein? Sollte »individuell verstellbar«

nicht fürs ganze Büro gelten? Geht

»customized« auch in Serie? Und brauchen

Gedanken einen Sicherheitsabstand?

Finden wir es gemeinsam

heraus: interstuhl.com/hub


architektur FACHMAGAZIN

90

Licht

Stadt mit

Licht stimmen

Die Gestaltung des öffentlichen Raumes erfordert vielschichtige Überlegungen.

Am Abend und bei Nacht sind dabei Lichtplanerinnen und Planer sehr gefragt,

um dort Atmosphäre zu schaffen und ihn nutzbar zu machen. Eine Möglichkeit

dort Akzente zu setzen, sind Lichtkunst-Installationen. Diese besitzen, auch wenn

sie nur temporär sind, einen unglaublichen Mehrwert für die öffentlichen Räume

einer Stadt. Durch die Verbindung von Lichtkunst und Wissenschaft kann auch

ein Raum experiment entstehen, wie die Installation Thermally Speaking zeigt, die

2019 in Toronto im Rahmen der CITYLights Toronto-Initiative entstanden ist.

Bilder: Doublespace Photography

In der Nacht ist Licht im öffentlichen Raum

der Anziehungspunkt für die Menschen einer

Stadt. Nur dort, wo es ausreichend Licht

und gute Lichtstimmungen gibt, halten sie

sich in der Dämmerung und auch in der

Nacht auf. Diese Qualitäten herzustellen, ist

eine Aufgabenstellungen für Lichtplanerinnen

und Lichtplaner, die mit technischem

Know-how, ihrer Erfahrung und Feingefühl

für ausgewogene Lichtstimmungen sorgen.

Mit Licht kann man nicht nur für ausreichende

Ausleuchtung im öffentlichen Raum

und damit das Gefühl der Sicherheit sorgen:

Ganze Lichträume, Installationen, Erlebnisse

oder Emotionen lassen sich damit kreieren,

die zu einem Publikumsmagnet werden können.

Viele Städte rund um den Globus haben

dieses Potenzial schon erkannt und veranstalten

Lichtfestivals, um den öffentlichen

Raum und die Lichtkunst zu feiern. Kombiniert

werden Lichtinstallationen dabei mit

Architektur oder städtischen Räumen, die

mit kreativen Lichteffekten bespielt werden

und so für ein paar Nächte im Jahr in einem

– im wahrsten Sinne des Wortes – anderem

Licht wahrgenommen werden können.

Ein derartiges Lichtfestival fand 2019 in Toronto

statt. Unter dem Namen Nuit Blanche

wurden für die CITYLights Toronto-Initiative

zusammen mit Studierenden der dortigen

Universitäten verschiedene Lichtinstallationen

entworfen, die man quer durch

die Stadt verteilte. Unter diesen zahlreichen

Lichtinstallationen befand sich auch das

Projekt „Thermally Speaking“. Als passender

Ort dafür wurde das Fort York Visitor Center

ausgesucht – eine historische Stätte, an der

sich die Nation 1812 von der britischen Herrschaft

lösen konnte. Zudem besitzt das im

Jahr 2012 fertiggestellte Gebäude eine Fassade

aus Channel Glass, einem transluzenten

Glaswandsystem, das sich besonders für

Lichtinstallationen eignet. Eine zusätzliche

Qualität des Gebäudes ist, dass es sich an

das leicht abfallende Grundstück anlehnt

und so eine vom Park aus öffentlich begehbare

Dachfläche entsteht. Es sollte daraus

also nicht nur ein Lichtkunstobjekt werden,

sondern dieses sollte zusätzlich auch als begehbare

Skulptur funktionieren.


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91

Licht

Das Konzept für diese Lichtskulptur umfasst

aber nicht nur einen künstlerischen,

sondern auch einen wissenschaftlichen

Ansatz: Entsprechend der Namensgebung

„Thermally speaking“ nutzte die Installation

die Techniken der Thermografie, die

die Oberflächentemperatur von Objekten

misst, und übersetzte die menschliche Körperwärme

in Beleuchtung. Diese Ergebnisse

wurden hautnah erlebbar an die Fassade

des Visitor Centers übertragen, wodurch

sich diese ständig veränderte.

Die Besucherinnen und Besucher sollten

nicht nur als Beobachterinnen und Beobachter

den Geschehnissen folgen, sondern auch

aktiv an dem Erlebnis teilnehmen, indem sie

sich über die Rampe des Gebäudes bewegen.

Durch dieses Experiment wurden die

Wärmefelder und die Wärmestrahlung sichtbar

gemacht, von der wir alle umgeben sind.

Es konnte auch ein Einblick in die Zukunft

der Körpertemperaturmessung und der kreativen

Datenvisualisierung gegeben werden.

Entworfen wurde die Installation von den

Lichtdesignern LeuWebb Projects und in

Zusammenarbeit mit Mulvey & Banani Lighting

produziert. Mit Licht wurde hier ein eindrucksvoller

Akzent im öffentlichen Raum

geschaffen, jedoch nur für eine beschränkte

Zeit. Der Ausdruck von Licht unterstützte

nicht nur die Aufenthaltsqualität im öffentlichen

Raum, sondern schaffte auch Raum für

soziale Begegnungen und Lichtstimmungen,

die den Besucherinnen und Besuchern

sicher lange in Erinnerung bleiben.


architektur FACHMAGAZIN

92

Produkt News

„Follow your instinct“…

Auf dieses Motto setzt Lichtexperte Molto Luce mit der trendigen Marke LOUM,

die erstklassiges und dekoratives Lichtdesign verspricht. LOUM bringt Freude,

Abwechslung und vielseitige Einsatzmöglichkeiten – im hippen Hotel und Restaurant,

in den angesagten Clubs der Stadt genauso wie als stilvolles Element im

Wohnbereich.

Ein Beispiel dafür ist die edle Tischleuchte GONE: Sie

erinnert an einen typischen, stehenden Bilderrahmen,

der Motive von geliebten Augenblicken für immer

festzuhalten versucht. Das minimalistische Design

aus der Feder des belgischen Designers Serge Cornelissen

ist dabei auf das Wesentliche reduziert: eine

zarte, grafisch aussehende Kontur in den typischen,

vertrauten Proportionen des klassischen A4-Papierformats,

subtil nach hinten geneigt, gehalten von nur

einem einzelnen zarten „Bein“ auf der Rückseite.

Im eingeschalteten Zustand spielt die Stilikone einer

Tischleuchte, die in zwei Formaten und den beiden

Farben Schwarz und Terra verfügbar ist, mit einem

faszinierenden philosophischen Paradoxon: Der beleuchtete,

eigene Hintergrund stellt die Leere des

Bilderrahmens und die Abwesenheit des Bildes in

den Vordergrund. GONE ist einfach, rein, essenziell

– eine symbolische Skulptur, die der Nichtexistenz

gewidmet ist.

Molto Luce GmbH

T +43 (0)7242 698-0

office@moltoluce.com

www.moltoluce.com

www.loum-light.com


www.architektur-online.com

70 Jahre Zumtobel

Mit einem Rückblick auf die Firmengeschichte und

einem klaren Fokus auf der Lichttechnologie der Zukunft,

feiert Zumtobel heuer das 70. Jubiläumsjahr

des Unternehmens. Die Entwicklung der heutigen

Zumtobel Group geht auf die im Jahr 1950 gegründete

„Elektrogeräte und Kunstharzpresswerk W. Zumtobel

KG“ mit Sitz in Dornbirn / Vorarlberg zurück. Kompaktere

und energiesparende Vorschaltgeräte, die

einen flimmerfreien Start für die damals neue Leuchtstofflampen-Technologie

ermöglichten, bildeten den

Beginn einer jahrzehntelangen Erfolgsgeschichte

und die Basis für zahlreiche technische Innovationen.

Heute beschäftigt das Unternehmen im Hauptwerk in

Dornbirn rund 2.100 Mitarbeiter und zählt international

zu den führenden Leuchtenerzeugern.

Seit einigen Jahren werden dabei mit dem Technologiebaustein

tunableWhite, das adaptive Weißlicht

mit dynamischer Farbtemperaturanpassung und

Produkten wie die LED-Downlightserie PANOS oder

dem LED-Lichtbandsystem TECTON Standards in

der Beleuchtung gesetzt.

Zumtobel Lighting GmbH

T +43 (0)5572 390-0

info@zumtobel.info

www.zumtobel.com

93

Produkt News

Innovative und hochflexible Aluminiumprofilsysteme

Wenn mit funktionierendes unendlichen Möglichkeiten. Licht das Let zte ist , auf das du in

einer solchen Situation verzichten willst ...

Sie haben schon etwas ganz spezielles im Kopf? Wir freuen uns

mehr über ihr Vorhaben zu erfahren und stehen Ihnen gerne

beratend zur Seite. Sprechen Sie uns an!

Dome

Besuchen Sie uns in

Halle 3,1 Stand E71

SURVIVOR - Gebaut, um auch unter widrigsten Umständen Licht und Sicherheit

zu gewährleisten. Von der Einzelleuchte FORM FOLGT bis ARCHITEKTUR hin zum Medien- - LICHT und FOLGT Versorgungsleitungsträger

für komplexe Gebäudelösungen. SICHERHEIT KANN MAN

FORM

PLANEN!

RIDI Leuchten GmbH, Industriepark Nord, Rudolf-Hausner-Gasse 16, 1220 Wien

Tel.: 01/73 44 210, Fax: 01/73 44 210 5; E-Mail: office@ridi.at, www.ridi.at


architektur FACHMAGAZIN

94

Produkt News

Optischer Blickfang, sauberer Strom

Photovoltaik-Module sind mittlerweile weder aus Ortsbildern noch aus moderner

Architektur wegzudenken. Die Montage der Module ist praktisch überall möglich

– auf dem Dach, am Balkon, auf dem Carport, an der Hauswand oder als fixer

Bestandteil der Fassade, wobei die Montageart von den individuellen Vorlieben

der Bewohner sowie von Bauweise und Ästhetik des jeweiligen Hauses abhängt.

Moderne PV-Anlagen fügen sich dabei perfekt in die

Architektur eines Hauses ein, egal, ob es sich um einen

Neubau oder ein bestehendes Gebäude handelt.

Wie gut das funktioniert, zeigt der Alpengasthof Grüner

in Sölden in Tirol. Das Haus in traditionellem alpinem

Stil wurde um einen modernen Anbau erweitert,

der optisch mühelos mit dem Rest des Hauses mithalten

kann. Der Privatbalkon im obersten Geschoss

sollte sowohl ästhetisch ansprechend als auch nützlich

sein. So entstand die Idee, auf den 30 Metern

eine PV-Anlage zu installieren.

funktionslose Attrappen zum Einsatz. Der Balkon

wurde so binnen zweieinhalb Monaten zum funktionellen

Blickfang und erzeugt nun pro Jahr 4.300 Kilowattstunden

elektrische Energie.

Siblik Elektrik GmbH & Co. KG

T +43 (0)1 68 006-0

info@siblik.com

www.siblik.com

Dabei gab es einige Herausforderungen zu bewältigen.

So waren Sonderanfertigungen und eine Sonderkonstruktion

für die Montage notwendig. Als

knifflig erwiesen sich auch die Berücksichtigung von

Statik und Glasspannungen, schlussendlich aber Herausforderungen,

die mit einer guten Planung leicht

lösbar waren. Durchgeführt wurde das Projekt vom

Elektrounternehmen Falkner & Riml gemeinsam mit

Metallbau Andreas Gstrein und dem Wiener Traditionsunternehmen

Siblik Elektrik. Verbaut wurden Module

von Kioto Solar, hergestellt in dessen Produktionsstätte

für Sonderanfertigungen in der Steiermark.

Aufgrund zweier Regenfallrohre, die vor den Modulen

verlaufen, kamen zusätzlich zwei maßgefertigte,


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95

Produkt News

Für raue Umgebungsbedingungen

Die RIDI Group mit ihren Marken RIDI, Spectral

und li:fy hat mit Mai 2019 den kompletten

Geschäftsbereich Innenbeleuchtung von

Selux Interior Europa und damit auch die

Leuchtenserie SURVIVOR übernommen.

Das SURVIVOR Lichtsystem erreicht die

Schutzart IP65 und Schlagfestigkeit IK10

und ist für alle Bereiche geeignet, in denen

generell raue Umgebungsbedingungen herr-

schen und auch im Extremfall eine funktionierende

Beleuchtung sichergestellt werden

muss. Dazu gehören im Besonderen öffentliche

Bereiche wie Bahnhöfe, Einrichtungen

von Nah- und Fernverkehrsbereichen,

Parkhäuser, Sportstadien, Brücken, Unterführungen,

Justizvollzugsanstalten und alle

Bereiche, in denen mit Beschädigungen gerechnet

werden muss.

Die Leuchte kann als Einzelleuchte oder als

Systemleuchte montiert werden, erhältlich

ist sie dabei für Wand-, Decken-, Eck-, und

abgependelte Montage.

RIDI Leuchten GmbH

T +43 (0)1 7344 210-0

office@ridi.at

www.ridi-group.com

Auch im Kleinen ganz gross!

SECURIN und SECUSINK im Heimeinsatz

Eine saubere und schlanke Lösung für die Garage daheim.

SECUSINK

SECURIN


architektur FACHMAGAZIN

96

Produkt News

Wohnzimmeratmosphäre im Fitness Studio

Wie ein Fitnessstudio zielgruppengerecht gestaltbar ist, zeigt mit dem Injoy in

Rottweil der Betreiber Georg Breitenreuter, der sich als „Problemlöser, nicht als

Gerätevermieter“ sieht und ausgebildetes Fachpersonal wie Physiotherapeuten,

Sportlehrer und Bewegungsfachkräfte beschäftigt.

Seine Hauptklientel ist über 50 Jahre alt

und das Konzept schwerpunktmäßig auf

die Bedürfnisse dieser Altersgruppe ausgerichtet.

Auch die räumliche Gestaltung

spielt bei diesem Projekt eine entscheidende

Rolle. Nicht zuletzt auch, da sie ein geeignetes

Mittel ist, um sich von der reichlich

vorhandenen Konkurrenz abzuheben.

Und so wurde eine Trainingsumgebung

gestaltet, die mit kleinen Hängelampen,

Beistelltischen und gekonnt platzierten

Polstermöbeln eine angenehme Wohnzimmeratmosphäre

schafft. Auch der Designbodenbelag

von PROJECT FLOORS ist Teil

dieses Konzepts. Eine Herausforderung bei

der Umsetzung war die Tatsache, dass die

500 m 2 Bodenbelag in nur einer Woche verlegt

werden mussten und dafür zuerst drei

verschiedene alte Untergründe (Schwingboden,

Parkett und alter PVC-Belag) zu entfernen

waren. Gearbeitet haben die Bodenleger

dabei nur Nachts, um die restlichen

Gewerke nicht zu behindern.

Das Dekor PW 1265 aus der floors@work

Kollektion unterstützt nun die gewünschte

wohnliche Atmosphäre im Studio und harmoniert

gut mit dem Rest der Einrichtung.

Eine Besonderheit, die in ihrem Anspruch

vielleicht nur dem Profi auffällt: Das Muster,

das sich mit den kontraststarken Planken

ergibt, wurde trotz Dehnungsfuge durchgelegt.

So entstand eine gleichmäßige Fläche

ohne optischen Bruch.

PROJECT FLOORS GmbH

T +49 (0)2233 9687-0

info@project-floors.com

www.project-floors.com


www.architektur-online.com

97

Produkt News

Kompetente Entwässerungstechnik auf 350 Seiten!

Zum 25-jährigen Firmenjubiläum hat Aschl,

Innovationsführer für moderne Entwässerungstechnologie

in Edelstahl, ein umfassendes

Referenzbuch für Architekten und

Planer zusammengestellt. Das hochwertige

Referenz-Kompendium präsentiert über 200

Referenzen aus den Bereichen Schwimmbad,

Hotel, Lebensmittelindustrie, Parken, Feuerwehr

und Flughafen.

Unter den Referenzen befinden sich renommierte

Hersteller und Adressen, wie

Eckes-Granini Deutschland und das Hotel

Sacher in Wien. Doch auch architektonisch

beeindruckende Bauprojekte, wie die futuristische

KärntenTherme in Villach und das

Fächerbad Karlsruhe, sind vertreten. Die

Entwässerungstechnik von Aschl überzeugt

mit elegantem Design, Langlebigkeit und

höchstem Hygiene-Anspruch. Zudem sorgt

die patentierte Drainagefunktion für einen

nachhaltigen Schutz des Bodenaufbaus.

Das Referenz-Kompendium ist für Architekten

und Planer gratis bestellbar unter:

www.aschl-edelstahl.com/aschl-referenzbuch/

Aschl GmbH

T +43 (0)7247 8778-0

office@aschl-edelstahl.com

www.aschl-edelstahl.com

windorf 21, A-4113 st. martin, Tel: 0043 7232 38130

office@mandl-bauer.at, www.mandl-bauer.at


architektur FACHMAGAZIN

98

Produkt News

© FKS Industrieböden & Handel GmbH

Ästhetik mit Funktionalität verbunden

Planer, Architekten, aber auch Bauherren und Immobilienentwickler sind stets

auf der Suche nach dem perfekten Boden, der ihre Immobilie optimal zu Geltung

bringt. Weber DesignFloor von Saint-Gobain Weber Terranova ist ein einzigartiges

Tool, das dafür über eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten verfügt.

Zum einen bietet der Bodenbelag, der auf zementgebundenen

Beschichtungen basiert, eine fugenlose,

ebene und äußerst widerstandsfähige Fläche. Zum

anderen entsteht damit eine homogene und ästhetische

Bodenvariante, die mit edlem Purismus und

zeitloser Eleganz punktet.

Perfekte Beispiele dafür sind die Akademie des Jüdischen

Museums in Berlin, wo insgesamt 800 m 2

DesignFloor eingearbeitet wurden und Architekt Daniel

Libeskind die Qualitäten des innovativen Bodenbelags

zu schätzen wusste. Oder im Bar-Restaurant

Fliegerhorst am Flughafenareal des Gewerbeparks

Breisgau bei Eschbach, Deutschland. Das Architekturbüro

Ruch & Partner entschied sich für den Einsatz

der zementgebundenen, polymermodifizierten

und werkseitig in Wunschfarbe eingefärbten Bodenausgleichsmasse

von Terranova, die als oberflächenfertiger

Belag – hier mit einer Schichtstärke von acht

Millimeter – auf insgesamt 580 m 2 eingesetzt wurde.

Saint-Gobain Weber Terranova Österreich

T +43 (0)1 66 150

marketing@weber-terranova.at

www.weber-terranova.at


www.architektur-online.com

Produkt News

Privatbad-Initiative

Das moderne Bad ist längst zur vielseitigen Wohlfühl-Oase

geworden. Speziell beim Privatbad sind sowohl die Ansprüche

der Nutzer als auch die Gestaltungsmöglichkeiten überaus

vielfältig. Dementsprechend präsentiert sich Geberit im

Herbst unter dem Motto „vor und hinter der Wand, alles aus

einer Hand“ als Komplettanbieter im Sanitärbereich.

„Geberit hält alles, was für ein modernes Bad benötigt wird,

aus einer Hand bereit. Mit der Verbindung der Produktwelten

vor und hinter der Wand schaffen wir einen wesentlichen

Mehrwert für den Badplaner, den Installateur und auch für den

Endkunden“, erklärt Guido Salentinig, Geschäftsführer der Geberit

Vertriebsgesellschaft.

Als Komplettanbieter im Sanitärbereich verfügt das Unternehmen

über eine beeindruckende Sortimentsbreite und -tiefe,

die alles vom Versorgungs- und Abflussrohr über das Installations-

und Spülsystem bis hin zu WCs, Dusch-WCs, Waschtischen,

Duschsystemen und kompletten Bad-Serien umfasst.

Die Vorteile, die sich daraus ergeben, hat Geberit nun in einem

attraktiven Partnerkonzept gebündelt.

Geberit Vertriebs GmbH & Co KG

T +43 (0)2742 401 0

sales.at@geberit.com

www.geberit.at

NICE TO HAVE IS A MUST

Unsere Verglasungen tragen das C2C TM - Siegel:

ipasol – Stopray – iplus - Clearlite – Clearvision

Stratophone – Stratobel – Clearsight – Pyrobel

Lacobel – Matelac – Matelux - Mirox – Imagin

Wir bieten Ihnen ökologisch wertvolle Produkte, die

in Kreisläufe gehen, statt am Ende entsorgt zu

werden. Sie erhalten so einen hohen Mehrwert bei

der Umweltzertifizierung von Gebäuden.

Als einziger Glashersteller weltweit bietet die

AGC Gruppe bereits seit 10 Jahren ein breites

Portfolio an Cradle to Cradle TM

zertifizierten

Glasprodukten. Unser klares Bekenntnis zu

Verantwortung, Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

AGC INTERPANE – Bildungspartner des C2C LAB, Berlin

INTERPANE GLAS INDUSTRIE AG

Telefon: +49 5273 8090

info@interpane.com

www.interpane.com


architektur FACHMAGAZIN

100

Produkt News

Faszinierendes Flammenspiel

Feuer spendet Wärme für Körper und Seele - damit das Wohnzimmer nicht nur zum

wärmenden, sondern auch zum optischen Highlight wird, bietet sich ein Kamin als

Eyecatcher an. Als fortwährendes Symbol für Luxus bereichert er jeden Raum.

Mit seinem Sortiment an wandelbaren Kaminofenmodellen

erfüllt der österreichische Hersteller Mandl &

Bauer sämtliche Bedürfnisse nach Formvollendung

und effizienter Wärmeerzeugung. Die Öfen überzeugen

dabei vor allem durch ihren facettenreichen

Materialmix aus hochwertigem Naturstein, Stahl,

Keramik oder Beton, der sich durch seine Hitzebeständigkeit

von bis zu 1.200 Grad Celsius sowohl im

Feuerraum als auch im Außenbereich einsetzen lässt.

Alle Feuerstellen können zudem exakt auf die individuellen

Vorstellungen der Bewohner zugeschnitten

werden. Der Gestaltung sind dabei nahezu keine

Grenzen gesetzt! Komfortbewusste profitieren zum

Beispiel von Gaskaminen, die sich ganz bequem per

Fernbedienung oder WLAN steuern lassen. Auf den

Funkenflug eines Holzofens muss dabei jedoch nicht

verzichtet werden, denn dank modernster Technik

lässt sich dieser auch mit dem Gas erzeugen, das aus

den Poren der Keramikscheite austritt.

Wo das lodernde Element Hand in Hand mit einzigartigem

Design geht, haben auch Sicherheit und

Qualität oberste Priorität. Mit Modellen, die an allen

vier Seiten aus Glas bestehen, setzt das Unternehmen

neue Maßstäbe in der Ofengestaltung. Durch

den Verzicht auf Griffe und Rahmen entsteht ein wirkungsvoller

Funkenschutz, der die Sicht auf das faszinierende

Flammenspiel nicht beeinträchtigt. Dank

der großen Vielfalt an verfügbaren Materialien fügen

sich die Modelle des Spezialisten harmonisch in jede

Wohnumgebung ein.

Mandl & Bauer GmbH

T +43 7232 38-130

office@mandl-bauer.at

www.mandl-bauer.at


www.architektur-online.com

101

Produkt News

FÜR JEDE

ANWENDUNG EINE

SUPER WAHL.

www.lafarge.at

JETZT Lafarge APP

RICHTIG BETONIEREN

auf Ihr Handy laden!

Intelligente

Raumtemperaturregelung

Die neue Einzelraumregelung Smatrix Pulse von Uponor ist

nicht nur kompatibel mit verschiedenen Smart-Home-Anwendungen,

sondern punktet vor allem mit ihrer innovativen Autoabgleich-Technologie.

Diese sorgt nicht nur für schnelle Redaktionszeiten

und konstante Behaglichkeit, sondern spart im

Vergleich zu nicht abgeglichenen Systemen ohne raumweise

Regelung bis zu 20 Prozent Energie ein. Bei Bedarf kann Smatrix

Pulse auch den Kühlfall effektiv regeln („Cooling ready“).

Die intelligente Raumtemperaturregelung ist für Neubauten wie

auch für die Renovierung gleichermaßen geeignet und kann

sowohl in drahtlosen wie auch drahtgebundenen Installationen

eingesetzt werden. Die Bedienung ist einfach und intuitiv. Per

Smartphone ist jederzeit und von jedem Ort aus per WLAN oder

Internet ein komfortabler Zugriff und eine komplette Kontrolle

über das System möglich. Das System kann aber auch bequem

per Sprachsteuerung über Amazon Alexa oder Google Home

bedient werden. Optional kann auch dem Installateur des Vertrauens

Fernzugriff zur bequemen Wartung gewährt werden.

Uponor Vertriebs GmbH

T +43 (0)2236 23003-0

info.at@uponor.com

www.uponor.at

Entscheidend für jeden Bau ist ein solides Fundament.

Unsere Zemente sind regional und ökologisch. Und natürlich

haben wir für jede Anwendung den richtigen Zement.

Lafarge – Fundament

der Zukunft.


architektur FACHMAGAZIN

102

Produkt News

Fotos: TROX

Lernerfolg durch Lüftung

Nach aktuellem Wissensstand besteht keinerlei Zweifel, dass sich dank einer

besseren Raumluftqualität Leistungsvermögen und Wohlbefinden und damit die

schulischen Leistungen maßgeblich steigern lassen. So haben Messungen ergeben,

dass bei Verdopplung der Außenluftrate die Geschwindigkeit, mit der Rechenaufgaben

gelöst wurden, durchschnittlich um bis zu 14 Prozent gestiegen ist.

Dieses Argument überzeugte auch den Schulerhalter

des Paul-Spiegel-Berufskollegs in Deutschland,

die Ausbildungsstätte mit modernen Lüftungsanlagen

auszustatten. Bei dem Bauvorhaben handelt es

sich um eine Sanierung des bestehenden Gebäudes

in mehreren Bauabschnitten, wobei die Wahl auf dezentrale

Lüftungsgeräte der Serie SCHOOLAIR-V

(vertikales Brüstungslüftungsgerät) von TROX fiel,

die aufgrund ihres geringen Platzbedarfs einfach in

das bestehende Gebäude integriert werden konnten.

Dazu wurde ein schmales Fensterelement gegen

ein opakes Element zur Luftführung ausgetauscht,

die vorhandene Brüstung auf die Gerätehöhe angepasst

und abschließend eine Verkleidung passend

zum Raumkonzept gewählt. Die Geräte sind jeweils

hälftig auf die Brüstung und eine Unterkonstruktion

gestellt, an Strom und die wasserseitige Versorgung

angeschlossen sowie Master und Slave-Geräte

(verbaut sind jeweils zwei Geräte pro Raum) mit

einem Patchkabel für die interne Kommunikation

verbunden. Zusätzlich ist an die Mastergeräte das

Raumbediengerät angeschlossen. Mit einem Nennluftvolumenstrom

bis zu 450 m³/h stellen die Geräte,

die über Luft/Wasser-Wärmeübertrager auch heizen

und kühlen können, ausreichend frische Luft für maximalen

Lernerfolg zur Verfügung. Ausgestattet mit

einem Außenluftfilter der Filterklasse ePM1 65% und

einem Rotations-Wärmerückgewinner sorgen die Geräte

energiesparend dafür, dass frische Luft frei von

Schadstoffen in die Klassenräume gelangt.

TROX Austria GmbH

T +43 (0)1 25043-0

trox@trox.at

www.trox.at


www.architektur-online.com

103

Produkt News

Schnelle Reaktion!

Mit Produkten und

Beratung von

MUREXIN.

Ideale Akustik und Optik

Thomas Bleimuth

Malermeisterbetrieb

Bleimuth aus Weiz

Die Energie Steiermark hat mit dem neuen E-Campus, entstanden auf dem Areal des

Technik-Zentrums Graz-Süd, wo sich seit 1956 die Lehrwerkstätte befindet, ein modernes

Ausbildungszentrum gebaut. Um die akustischen und optischen Anforderungen

zu erfüllen, wurde das Projekt mit Metalldecken und Deckensegeln von Fural ausgestattet.

Werkstätte, Büros und Konferenzzimmer erhielten Deckensegel und auf den

Gängen wurden die Deckenkassetten Typ „Swing“ verbaut – beide sorgen für eine perfekte

Optik und optimale Akustik.

Jede Deckenkassette lässt sich mit einem Inbusschlüssel öffnen und über Rollen abklappen

und verschieben. Durch diese komfortable Revisionsöffnung sind Wartungsarbeiten

jederzeit bei laufendem Betrieb möglich. Die Deckenkassetten und Deckensegel

mit einer Perforation von 1,5 mm und einem Lochanteil von 11 % minimieren den Geräuschpegel

und helfen den Schall zu reduzieren. Für eine angenehme Temperierung

wurden die Deckensegel zudem mit Kühlregistern versehen. Diese verteilen die Kälte

ohne Staubaufwirbelung oder Zugluft über das Strahlungsprinzip im Raum.

Fural Systeme in Metall GmbH

T +43 (0)7612 74 851-0

fural@fural.at

www.fural.com

Ich reagier' genauso schnell

wie Murexin Express Coat.

Weil ich nämlich immer am letzten

Stand bin. Mit der besten Beratung

von MUREXIN. Da ist alles

ruck-zuck fertig. Und hält!

Mein Produkttipp: Ganz schön

gründlich: Express Coat EC 60

MUREXIN. Das hält.


architektur FACHMAGAZIN

104

Produkt News

Fotos: Toni Rappersberger

Gefälledämmung in Gold

Mit dem Paracelsus Bad & Kurhaus in Salzburg erhielt eine weitere aktuelle Referenz

von Dämmstoff-Spezialist Steinbacher die klimaaktiv-Auszeichnung in Gold.

Der Neubau wurde als erstes Hallenbad in Österreich einer umfassenden Nachhaltigkeitsanalyse

unterzogen und erreicht mit 909 von 1.000 möglichen Punkten den

klimaaktiv Gold-Standard.

Auch die jeweils ca. 1.500 m 2 steinopor® EPS plus

Grund- und Gefälle-Dämmplatten von Steinbacher

leisten am genutzten Warmdach einen wesentlichen

Beitrag zum sensationellen HWB-Wert von 2,7 kWh/m².

Neben den Dämmeigenschaften der grauen Hochleistungsdämmplatten

steinopor® EPS plus, die aufgrund

der enthaltenen Infrarotreflektoren um 25 %

besser als das herkömmliche weiße EPS und viel besser

als die meisten herkömmlichen Dämmstoffe ist,

war auch die Expertise der Experten von Steinbacher

bei der Planung des Gefällesystems ein wesentlicher

Auswahlfaktor bei der Auftragsvergabe: Denn die

verschiedenen Rundungen, Höhen- und Schräglagen

der Dachunterkonstruktion stellten eine besondere

Herausforderung an die Gefällekonzeption dar.

Die einzelnen Flächen wurden dabei bereits in der

Planungsphase erfasst und dämmtechnisch auf die

jeweiligen Bedingungen hin optimiert. Schließlich

wurden die – entsprechend der Einzelflächen beschrifteten

– Grund- und Gefälledämmplatten termingerecht

an die Baustelle ausgeliefert.

Steinbacher Dämmstoff GmbH

T +43 (0)5352 700-0

office@steinbacher.at

www.steinbacher.at


www.architektur-online.com

105

Produkt News

Hochselektiv, neutral, niedrige Reflexion

Mit einer Selektivität von 2,0 übertreffen die neuen Sonnenschutzglasprodukte

Stopray Vision-70 und die vorspannbare Variante Stopray Vision-70T alle herkömmlichen

Doppelsilber-Produkte. Die Verglasungen sind besonders farbneutral (Ra,D =

97), lassen ein Maximum an Tageslicht in den Raum (TL = 70 Prozent) und senken

mit einem g-Wert von nur 35 Prozent die Klimalast hinter Glasfassaden.

Die Lichtreflexion nach innen beträgt 15 Prozent, nach

außen reflektiert es 14 Prozent des Lichts. Der niedrige

Ug-Wert von 1,0 W(m 2 K) schützt an kalten Tagen

vor dem Auskühlen der Räume, senkt den Heizwärmebedarf

und schont somit die Umwelt. Die genannten

Werte gelten im Zweifach-Aufbau, das Produkt ist aber

auch als 3fach-Isolierglas verfügbar. Alle bestehenden

Basisglasprodukte aus der ipasol- und Stopray-Familie

sind mit dem Nachhaltigkeitszertifikat „Cradle to

Cradle“ in Silber ausgezeichnet.

Die AGC Gruppe ist der einzige Glashersteller, der für

sein großes Portfolio an Glasprodukten nach „Cradle

to Cradle“ zertifiziert wurde und bietet damit das weltweit

umfassendste Portfolio an Glasprodukten, die auf

den Stufen Bronze, Silber und Gold ausgezeichnet

sind. Die Gesamtbewertung für Stopray, ipasol und iplus

Basisglasprodukte erreichte das Silber-Zertifikat. In

den Unterkategorien „Erneuerbare Energie“ und „Wasserverbrauch“

wurden die Produkte mit Silber und in

puncto „Materialgesundheit“, „Kreislauffähigkeit“ und

„Soziale Verantwortung“ sogar mit Gold bewertet.

INTERPANE GLAS

INDUSTRIE AG

T +49 (0)5273 809-0

info@interpane.com

www.interpane.com


architektur FACHMAGAZIN

106

Produkt News

Brillux Design Award 2021

Herausragende Gestaltungen an der Fassade und im Innenraum verdienen große

Aufmerksamkeit. Der internationale Brillux Design Award schafft sie – für die Objekte

und für ihre Gestalter aus Architektur und Handwerk sowie ihre Bauherren. Noch

bis zum Ende des Jahres 2020 sind Einreicher aus Österreich aufgerufen, sich mit

ihren besten Arbeiten für die hochkarätigen Auszeichnungen zu bewerben.

Hervorgegangen ist der Brillux Design Award aus

dem Wettbewerb um den Deutschen und Österreichischen

Fassadenpreis. Innerhalb von 25 Jahren

hatte sich dieser zu der Plattform für wegweisende

Architekturgestaltung entwickelt. Seit 2019 führt der

Brillux Design Award diesen hohen Anspruch fort

und hat ihn sogar noch erweitert: Im neuen Wettbewerb

werden zusätzlich zu den Auszeichnungen in

vier Fassadenkategorien und der Sonderprämierung

für energieeffiziente Fassadensysteme (WDVS) weitere

Preise in zwei Innenraumkategorien vergeben.

Schon beim Brillux Design Award 2019 hatte es ein

Objekt aus Innsbruck unter die drei Besten seiner

Wettbewerbssparte geschafft.

Pro Kategorie werden drei Nominierte, unter ihnen

der Sieger, gekürt. Der Brillux Design Award ist mit

insgesamt 25.000 Euro Preisgeld dotiert. Das ist nur

ein Teil der Wertschätzung: Zusätzlich bekommen

die Preisträger alle Mittel an die Hand, mit denen sie

ihre Auszeichnung imagefördernd an Kunden und

Interessenten vermitteln sowie vermarkten können.

„Wer hier für seinen gelungenen Beitrag zur Baukultur

ausgezeichnet wird, kann mit der Prämierung

leichter die nächsten anspruchsvollen und lukrativen

Aufträge akquirieren“, unterstreicht der Brillux Verkaufsleiter

für Österreich, Otto Stanek.

Eingereicht werden können noch bis zum 31.12.2020

alle Objekte, die vom 01.01.2019 bis 31.12.2020 mit

Brillux Produkten realisiert worden sind. Alle Informationen

zum Brillux Design Award 2021 und die Online-Teilnahmeunterlagen

stehen auf www.brillux.at/

design-award bereit.

Brillux Farben GmbH

T +43 732 370740-0

info@brillux.at

www.brillux.at

Nominierter des Brillux Design Awards 2019 in der Kategorie „Wohnbauten“:

Stilfassade, Innsbruck

Eigentümer: Immobilien Dr. Rhomberg & Partner, Tirol

Ausführender Betrieb: Heidi Eisner Stuckrestauratorin, Hall in Tirol


www.architektur-online.com

107

Produkt News

Ein rautenförmiges Muster in Weiß und Verkehrsrot zeigt Autofahrern, Fußgängern und

Radfahrern an, dass an dieser Kreuzung Vorsicht geboten ist.

Rot und Weiß für minimiertes Unfallrisiko

Um die Unfallgefahr an einer ungeregelten

Kreuzung in Höchst zu reduzieren

und die Sicherheit von Autofahrern und

Fußgängern zu erhöhen, wurde von der

Gemeinde eine neue Fahrbahnmarkierung

in Auftrag gegeben. Realisiert wurde

die Markierung mit Preco Cryl Rollplastik

2K auf Polymethylmethacrylatharz vom

Flüssigkunststoff-Experten Triflex: Das

2-komponentige Markierungsprodukt auf

PMMA-Basis wird als verkehrsbegleitende,

strukturgebende Beschichtung auf

Straßen und Radwegen eingesetzt. Es ist

mechanisch belastbar und schnell reaktiv.

Die rutschhemmende Flächen- und Radwegbeschichtung

kann in verschiedenen

Farbtönen ausgeführt werden und macht

Verkehrsbereiche langfristig sicher. Für die

Kreuzung in Höchst fiel die Wahl auf eine

Kombination aus Weiß und Verkehrsrot.

Triflex GesmbH

T+43 (0)7667 21505

info@triflex.at

www.triflex.at

webertherm

timberflex

Der Klebespachtel speziell

für Holzuntergründe


architektur FACHMAGAZIN

108

Produkt News

Fotos: Rieder Group, Ditz Fejer

Fassaden für visionäres

Öko-Territorium

Auf einem Gebiet von fast zwei Millionen Quadratmetern entsteht südlich der

französischen Hauptstadt Paris im Paris-Saclay Cluster ein wissenschaftliches

und technologisches Zentrum, das viele Facetten von Innovation und technologischem

Fortschritt mit einem ressourcensparenden Leben vereint.

Von der ökologischen Bauweise über ein zukunftsweisendes

Energiesystem bis hin zum ausgeklügelten

Mobilitätsprogramm – hier sollen für alle

Bereiche des Alltags optimale Voraussetzungen hinsichtlich

Nachhaltigkeit geschaffen werden. Neben

Forschungseinrichtungen, Bildungsgebäuden und

Wohnbauten entstehen auch Standorte für unterschiedlichste

Unternehmen. Das Territorium soll als

Öko-Vorzeigeprojekt für die ganze Welt fungieren.

An zwei wichtigen Infrastruktur-Gebäuden des Paris-Saclay

Clusters kamen Fassadenplatten und

Formteile des österreichischen Glasfaserbetonspezialisten

Rieder zum Einsatz. Die concrete skin Fassade

mit der Produktneuheit formparts.fab an den beiden

Energiezentralen in Moulon und Polytechnique sticht

nicht nur architektonisch heraus, sondern überzeugte

Planer und Bauherren vor allem mit Langlebigkeit

und ökologischen Kennzahlen.

Die flachen concrete skin Paneele bieten eine Vielzahl

unterschiedlicher Farben, Oberflächen und Texturen

und überzeugen weltweit durch ihren authentischen

Materialcharakter in Verbindung mit ökologisch vorausschauenden

Fakten: Schadstofffreie Produkte

(frei von kristallinem Siliciumdioxid), die Minimierung

der Primärenergie bei der Produktion und eine zero

waste Philosophie, bei der alle Reststoffe, die bei der

Produktion anfallen, für andere Bereiche wiederverwendet

werden. Der größte Antreiber für die stetige

Weiterentwicklung ist für Rieder der Anspruch, mehr

als nur nachhaltige Produkte aus Beton zu schaffen,

um wie der Cluster Paris-Saclay einen aktiven Beitrag

zur Energiewende zu leisten.

Rieder Sales GmbH

T +43 (0)6542 690-844

office@rieder.cc

www.rieder.cc


www.architektur-online.com

Produkt News

Baumit Life Challenge 2021

Eine internationale Architekten-Jury hat von 385 eingereichten

Objekten aus 26 Baumit Ländern 36 Finalisten gewählt.

Österreich ist mit fünf Nominierungen „Nominierungs-Kaiser“

für die Wahl der besten europäischen Fassade des Jahres.

Die Finalisten werden nun von einer internationalen Architektenjury

noch einer weiteren Prüfung unterzogen, um

die Siegerobjekte in sechs Kategorien auszuwählen, die dann

im April 2021 in Valencia gekürt werden.

Neben den drei Kategorien Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus

und Nicht-Wohnbau sowie den beiden Kategorien Thermische

Sanierung und Historische Renovierung gibt es einen

Spezialpreis für Objekte mit besonderer Fassadenstruktur.

Auf die Gewinner der sechs Kategorien wartet ein Preisgeld

von jeweils 3.300 Euro. Der Hauptsieger darf sich über 6.600

Euro freuen.

Die Baumit Life Challenge wurde 2014 erstmals europaweit

ausgeschrieben, um die unzähligen, kreativen Möglichkeiten,

die sich bei der Gestaltung von Fassadenoberflächen und

-strukturen bieten, zu präsentieren.

Weitere Informationen zu den nominierten Projekten unter:

www.baumit.at/lifechallenge2020/nominee

VIELSEITIGE

DACH-

ABDICHTUNG.

MAXIMALE

PLANUNGS-

SICHERHEIT.

Baumit GmbH

T +43 (0)501 888-0

www.baumit.com

Unsere Dachabdichtungssysteme

basieren auf Flüssigkunststoff.

Sie eignen sich für einfache, detailreiche oder komplizierte

Dachkonstruktionen, sind flexibel einsetzbar, dichten

die Bausubstanz dauerhaft ab und bieten vielfältige

Gestaltungsmöglichkeiten. Und sie erfüllen dabei alle

Anforderungen der Flachdachrichtlinie. Vor allem aber

lösen wir Projekte immer gemeinsam.

www.triflex.com


architektur FACHMAGAZIN

110

Produkt News

Fotos: Hirm & Skrabl ZT Gemeinschaft Quelle Projektbeschreibung: Arch. DI Jürgen Skrabl - ZT Gemeinschaft Hirm & Skrabl

Facettenreicher Neuanfang

Das Areal der Wohn- und Geschäftshausanlage „Rothauer Hochhaus“ in Klagenfurt

besteht aus dem 15-geschossigen Hochhaus sowie dem angebauten, jeweils 6-geschossigen

Mittel- und Südtrakt.

Die thermische Sanierung der Bauten wurde von

2018–2019 in zwei Bauphasen bei laufendem Betrieb

der Wohnungen sowie der Geschäftsräumlichkeiten

in der Sockelzone durchgeführt. Für die Planung und

Bauaufsicht zeichnete die ZT-Gemeinschaft Hirm &

Skrabl verantwortlich, die Ausführung der Metallfassaden

für beide Bauabschnitte erfolgte durch die Zoppoth

Haustechnik GmbH.

Ursprünglich war die Fassade des Hochhauses mit

kleinformatigen, weißen Faserzementplatten belegt.

Nach Abstimmung mit der Stadtplanung konnte letztendlich

eine hinterlüftete Metallpaneelfassade mit 18 cm

starken Mineralwolledämmplatten im System „DOMI-

CO-Planum“ ausgeführt werden. Zur Umsetzung wurden

sogenannte „Mastkletterbühnen“ eingesetzt, die

eine flexible und sichere Bearbeitung der Fassaden

ermöglichten. Die Fassadenflächen wurden dabei mit

der DOMICO Planumfassade und der Alu-Welle (Fensterbänder)

kombiniert; die Loggien wurden mit einem

WDVS ausgestattet. Insgesamt wurden so ca. 8.850 m²

Metallfassaden, 2.500 m² Fensterflächen und 565 m²

Portalanlagen erneuert.

DOMICO Dach-, Wandund

Fassadensysteme KG

T +43 (0)7682 2671-0

office@domico.at

www.domico.at


www.architektur-online.com

Ziegel punktet bei

Temperaturspitzen

Jährlich steigen auch in Österreich aufgrund des Klimawandels

die Temperaturen und die Sommertauglichkeit

der Gebäude wird hinterfragt. Um dem heißen Klima in

den Sommermonaten zu trotzen, eignen sich Ziegelwände

besonders. Denn sie speichern nicht nur die Wärme und

geben sie stark zeitverzögert wieder ab, sondern regulieren

auch den Feuchtigkeitsaustausch innen und außen.

Gegenüber Leichtbauweisen bringen die massiven Ziegelwände

mit der hohen Speicherfähigkeit nachweislich Vorteile

in der Raumtemperatur: Bis zu 3 Grad sind bei einer

Außentemperatur von 30 Grad möglich.

Als bestes Beispiel als für ausgewogenen Temperatur

dient das international mehrfach ausgezeichnete Bürohaus

„22 26“ in Lustenau. In dem von Baumschlager Eberle

konzipierten Gebäude wird ohne konventionelles Heizsystem,

ohne mechanische Lüftung, ohne Kühlung und ohne

variablen Sonnenschutz konstant eine Innentemperatur

von 22 bis 26 Grad erreicht. Dieses Ergebnis macht die

smarte Kombination von zwei 38er-Ziegel möglich, die

auch wirtschaftlich an erster Stelle lag.

Der Baustoff Ziegel bietet zudem einen weiteren Vorteil:

Wände aus Ton sind diffusionsoffen – das heißt, sie regulieren

die Feuchtigkeit im Raum, was wiederum gesundheitsfördernd

ist.

111

Wienerberger AG

T +43 (0)1 60192-0

office@wienerberger.com

www.wienerberger.at

Produkt News

Andreas Jäger

Klimaexperte

Klimaschutz

made in Austria.

Schützt viele

Generationen.

Dass sich ein traditionelles

Familienunternehmen für die Zukunft

interessiert, liegt in der Natur der

Sache: Wie es den Kindern unserer

Kinder einmal gehen wird, liegt uns

eben am Herzen. Deshalb sorgen wir

mit unseren innovativen Dämmstoffen

schon heute für ein gutes Klima – und

auch morgen.

austrotherm.com

Gutes Klima. Gutes Leben.


architektur FACHMAGAZIN

112

Produkt News

Fotos: Matthias Weissengruber

Von der Natur inspiriert

Der Zubau der Hofsteig-Halle in Wolfurt ist ein gelungenes Beispiel für einen zeitgenössisch-funktionellen

Holzbau. Die Holzschindel-Fassade verweist einerseits an

die regionale Holzbau-Tradition Vorarlbergs und bietet andererseits exemplarisch

Ausblick auf die Zukunft des nachhaltigen Bauens.

Mit der Planung des Projektes wurde das Wolfurter Architektur-Büro

Zweier beauftragt und besonderes Augenmerk

auf das nachhaltige Energiekonzept gelegt

(953 Punkte beim kommunalen Gebäudeausweis, Passivhaus-Gebäudestandard

und eine große PV-Anlage

am Flachdach). Dazu zählt auch der Einsatz von Holz

als nachwachsende Ressource.

Der oberirdische Baukörper auf einer Gesamtnutzfläche

von 1.450 m² wurde mit Ausnahme des Stiegenhauses

komplett aus Holz-Fertigteilen vorgefertigt und

mit einer hinterlüfteten, lasierten Holzschindel-Fassade

versehen. Die Fichtenholz-Schindel wurden zweimalig

in ein spezielles, eine Verwitterung vorwegnehmendes

Holzöl getaucht. Das nicht-schichtbildende

wässrige Holzöl auf Basis modifizierter Naturöle ist an

der Fassade nicht nur im gestalterischen Einsatz, sondern

verhindert durch seine wasserabweisende Eigenschaft

die Feuchtehinterwanderung. Darüber hinaus

bietet es einen guten UV-Schutz für eine langanhaltende

gleichbleibende Ausstrahlung. Das verwendete

Holzöl, das unter dem Markennamen DANSKE AQUA

Holzöl (Hersteller: Synthesa Perg) firmiert, unterstreicht

die Schlichtheit der Fassade und erzeugt den

Eindruck einer zeitlosen Ursprünglichkeit. Den warmen

Braun-Ton mit einem schlichten Grau-Einschlag

erzielte man durch das Hinzufügen von Farbpigmenten

(Farbton Outback 03).

Synthesa Chemie Gesellschaft m. b. H.

T +43 (0)7262 560-0

office@synthesa.at

www.synthesa.at/danske


www.architektur-online.com

113

Produkt News

Nachschlagewerk für Architekten

Balkone und Laubengänge erweitern die effektiv nutzbare Wohnfläche und

vermitteln so neben ihrer Funktion als Flucht- und Rettungsweg heute auch

ein Stück Lebensqualität. Schlecht geplant und ausgeführt, stellen die auskragenden

Bauteile jedoch nicht nur einen Mangel dar, sondern können auch

energetische Schwachstellen fördern.

Seit Jahren entwickelt Schöck bauphysikalisch sichere und funktionale Lösungen

in der Wärme- und Schalldämmung. Mit dem in Zusammenarbeit mit

Architekten entstandenen Planungshandbuch „Balkone und Laubengänge“

liegt nun ein Kompendium vor, das einen Überblick über die vielfältigen Ausprägungen

der Bauteile bietet. Vom Entwurf über die Detailplanung bis hin

zur Bauausführung finden Architekten Orientierung, welche konstruktiven

Angaben zur wärmebrückenminimierten Ausführung von Balkonen und Laubengängen

notwendig sind. Die drei Kapitel – Anforderungen kennen, Details

planen, Details umsetzen – sind angelehnt an die Leistungsphasen und verbinden

Architektur, Bauphysik und Konstruktion.

Das kostenfreie Nachschlagewerk kann per E-Mail mit Angabe der Kontaktdaten

unter office@schoeck.at oder per Formular unter https://www.schoeck.

at/de-at/planungsunterlagen angefordert werden.

Schöck Bauteile Ges.m.b.H.

T +43 (0)1 786 5760

office@schoeck.at

www.schoeck.at

ISOVER

Trittschallschutz

Für mehr Ruhe in den

eigenen vier Wänden

Bis zu 10 dB leiser

als EPS-Produkte

Belastbar bis zu 1000 kg/m2

Sicher, da nichtbrennbar

www.isover.at


architektur FACHMAGAZIN

114

Produkt News

Urban und doch Naturnah

Am Stadtrand von Innsbruck nutzten die Architekten der scharmer – wurnig – architekten

ZT gmbh bei ihrem Entwurf einer Wohnhausanlage geschickt die exponierte

Hanglage des Baugrundstücks. Aufgeteilt auf drei Mehrfamilienhäuser entstanden

32 Einheiten mit durchdachten Grundrissen und Loggien, die sich zurückhaltend in

die Landschaft einfügen.

Der Bauträger wünschte sich für die Wohneinheiten

Terrassen oder Loggien. Doch es galt, die klimatischen

Bedingungen zu berücksichtigen: Innsbruck-Kranebitten

liegt am Fuß der Nordkette, auf Höhen um 600–

750 Meter über dem Meeresspiegel. Die Stadt hat ein

gemäßigtes Klima mit teils alpinem Charakter. Starke

Winde mit bis zu 120 km/h können in allen Jahreszeiten

auftreten. Daher entschied man sich für Loggien

mit integrierter Balkonverglasung. Die besonderen

Ansprüche an den Wetterschutz bei höchstmöglicher

Transparenz und Flexibilität erfüllte das Ganzglas-Schiebe-Dreh-System

SL 25 XXL von Solarlux.

Insgesamt 29 Loggien nach Süden und Osten wurden

mit senkrecht rahmenlosen, raumhohen Elementen

ausgestattet. Vorgelagerte Stabgeländer dienen als

Absturzsicherung. Im geschlossenen Zustand schützt

die Verglasung die Loggien vor Wind und Regen.

Gleichzeitig bleibt der luftige und sonnige Charakter

eines offenen Balkons erhalten. Geöffnet parken die

Elemente als unauffällige, durchsichtige Glaspakete

an der Seite. Trotz hoher Schlagregendichtigkeit ist

durch einen Lüftungsspalt der Elemente von 3 mm

in geschlossenem Zustand zugleich eine permanente

Belüftung gegeben. Die einfach zu bedienenden

Schiebe-Dreh-Elemente lassen sich flexibel öffnen

oder schließen. Kugelgelagerte 2-fach Horizontallaufwerke

mit 65 kg Traglast sorgen für ein extrem leichtes,

leises Gleiten. Von der Loggia aus sind die wartungsfreien

Elemente mühelos zu reinigen und bilden

im Winter wie im Sommer eine thermische Pufferzone.

SOLARLUX

AUSTRIA GmbH

T +43 (0)512 209 023

info@solarlux.at

www.solarlux.at


www.architektur-online.com

Nachhaltiger Dämmstoff

aus Recyclingglas

ISOVER InsulSafe heißt der neue, nachhaltige Einblasdämmstoff

aus Recyclingglas von Saint-Gobain

ISOVER, der viele Vorteile in einem Produkt vereint.

Mit bis zu 50 Prozent geringerem Materialbedarf als

bei Holzfaser-, Steinwolle- oder Zellulose-Einblasdämmung

bietet ISOVER damit eine besonders leistungsstarke

Dämmlösung für Dach, Wand und Decke,

die frei von Bindemittelzusätzen, Bioziden und

chemischen Brandschutzmitteln ist. Der ökologische

Dämmstoff bietet höchsten Schutz gegen Kälte und

Hitze und ist zudem nicht brennbar.

ISOVER InsulSafe punktet auch bei der Verarbeitung:

Der Dämmstoff wird schnell und sauber über

Schläuche in Hohlräume zwischen Deckenbalken,

Dachsparren und in Holzrahmenwände eingebracht.

Der fugenlose und setzungssichere Einbau reduziert

Wärmebrücken und beugt so Feuchteschäden

und Energieverlust vor. InsulSafe kann zudem

einfach wieder abgesaugt und zu 100 Prozent als

Einblasdämm stoff wiederverwendet werden.

115

Saint-Gobain ISOVER Austria GmbH

T +43 (0)2266 6060

isover-at.marketing@saint-gobain.com

www.isover.at

Produkt News





architektur FACHMAGAZIN

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Produkt News

Natursteinteppiche

Mit September 2019 hat die ARDEX Baustoff GmbH die STRIZZO Natursteinteppiche

in ihr Produktsortiment integriert, die eine perfekte Ergänzung der

ARDEX-Produktpalette darstellen.

„Die Natursteinteppiche haben sich im letzten Jahr

sehr gut entwickelt. Es ist uns gelungen, den Kundenkreis

zu erweitern und die Produkte in unser

Portfolio zu integrieren. Das Natursteinsortiment ergänzt

die ARDEX Systemlösungen hervorragend und

rundet das Angebot für unsere Kunden perfekt ab“,

so Geschäftsführer der ARDEX Baustoff GmbH, Dr.

Gunther SAMES.

Um das zu unterstreichen, wird aus „STRIZZO“ ab

1. September 2020 „ARDEX stoneCARPET“. „Damit

schließen wir den Integrationsprozess ab. Die neue

Namensgebung ermöglicht es uns, die Produktpalette

auch in unseren Exportmärkten gut positionieren

zu können. Das war uns von Anfang an ein Anliegen

und gibt uns weiter die Möglichkeit komplette

Systemlösungen für die unterschiedlichsten Anforderungen

anbieten zu können. Die Performance

der Produkte und Verfahren selbst bleiben dadurch

selbstverständlich unverändert,“ so der ARDEX Geschäftsführer.

ARDEX stoneCARPET bietet Naturstein in Perfektion.

Das Einmalige daran ist nicht nur seine Festigkeit

und Widerstandsfähigkeit, auch und speziell im Außenbereich,

sondern die unendlichen Gestaltungsmöglichkeiten,

die von Architekten sehr gerne aufgegriffen

werden. Nicht zuletzt durch die patentierte

Einfärbetechnik heben sich die Produkte der ARDEX

stoneCARPET-Produktreihe vom Markt ab. Rundkiesel

aus traditionellem Flussquarz oder moderner Premium-Marmor

bilden die Basis dieses einzigartigen

Naturproduktes. Damit hat ARDEX eine perfekte Ergänzung

zu dem einzigartigen, kreativen panDOMO-

System zur grenzenlosen Oberflächengestaltung auf

Wand, Boden und Decke.

ARDEX Baustoff GmbH

T +43 (0)2754 7021-0

stone-carpet@ardex.at

www.stone-carpet.at


www.architektur-online.com

Ein weiteres Tool im

Stadtmöbel-Baukasten

Bei Abfallbehältern aus der BECK Produktlinie, von

denen viele wie ein Baukastensystem aufgebaut

sind, stehen Form und Funktionalität gleichermaßen

im Vordergrund. Durch Kombination der bewährten

U-Profil-Stütze mit einer anderen Behälterausführung

kann schon ein neuer Abfallbehälter entstehen

- ohne dabei aus dem Produkt-Raster zu fallen.

So entstand auch der neue BECK A3 aus der Serie

PROFIrund mit reduziertem Einwurf an der Vorderseite.

Besonders in Grünanlagen kommt es häufig

vor, dass Vögel oder andere Tiere den Müll aus den

Behältern zerren und diesen dann breit verteilen. Daher

werden zunehmend Behältermodelle angefragt,

die über einen möglichst kleinen Einwurf verfügen.

Diesem Wunsch entspricht der neue A3 und setzt

sich mit dieser außergewöhnlich durchdachten und

bewährten Abfallbehälter-Lösung von anderen Konkurrenz-Produkten

ab.

Stausberg Stadtmöbel GmbH

T +43 (0)7258 5711

info@stausberg.at

www.stausberg.at

117

Produkt News

Auf Zuverlässigkeit bauen.

Mit dem Schöck Isokorb®.

Ob frei auskragender oder gestützter Balkon, ob Attika oder Brüstung. Der Schöck Isokorb®

bietet optimale Wärmedämmleistung ohne Einschränkung der Statik und der Gestaltungsfreiheit.

Verlassen Sie sich auf die bewährte Spitzenqualität von Schöck.

Schöck Bauteile Ges.m.b.H | Thaliastraße 85/2/4 | 1160 Wien | Tel.: 01 7865760 | www.schoeck.at


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118

edv

BIM-Datenbanken:

3D-Produktbibliotheken für Planer

Die additive Fertigung, auch „3D-Druck“ genannt, gehört zu den digitalen

Schlüsseltechnologien. Im Architektur- und Baubereich werden inzwischen

Möbel, Bauteile oder komplette Gebäude gedruckt. Was sind die

Vorteile, wo liegen die Grenzen?

Text: Marian Behaneck

Online-Datenbanken für Bauprodukte,

LV-Texte oder CAD-Details machen die Planung

komfortabler. Zunehmend wird auch

die BIM-Planung durch BIM-Objekte unterstützt.

Wer bietet was?

Was man sich früher in dickleibigen Bauproduktordnern

mühsam zusammensuchen

musste, steht heute online zum Download

bereit. Man muss nur wissen wo! Praktisch

alle namhaften Baustoff- oder Bauprodukthersteller

stellen ihre Produktinformationen,

Ausschreibungstexte, CAD-Details oder

BIM-Objekte inzwischen digital auf den eigenen

Webseiten bereit. Wer sich im Zeitalter

der modellorientierten Planung hersteller-

und produktübergreifend informieren

und auch BIM-Objekte und Produktdaten

herunterladen will, findet in einer wachsenden

Zahl an BIM-Datenbanken die passenden

Adressen. Was man wo am besten findet,

hängt davon ab, was man genau sucht

und wofür man es braucht.

Digitale Produktordner versprechen eine schnellere Bauproduktrecherche,

auch von BIM-Objekten. © BIM&CO

BIM-Bauproduktdaten vom Hersteller

Welches Produktspektrum und welche neuen

Produkte bietet der Hersteller? Welche

Produkt-, Ausführungs- oder Leistungsvarianten

gibt es? Was muss man bei der

Planung, Montage und Wartung beachten?

Auf diese und weitere Fragen erhält man

auf der Webpräsenz von Herstellern meist

eine zuverlässige Auskunft aus erster Hand.

Für Planer oder Handwerker zugeschnittene

Service-Seiten bieten neben allgemeinen

Produktinformationen auch LV-Texte,

technische Datenblätter, Planungs-, Montage-

oder Verarbeitungshinweise, Zertifikate,

CAD-Details und immer häufiger

auch BIM-Objekte. Allerdings sind Umfänge,

Bedienungskonzepte, Präsentationen und

Qualitäten der Inhalte sehr unterschiedlich.

Teilweise fehlen Vorschaubilder für eine

schnelle, visuelle Suche und die Strukturierung

der Daten handhabt jeder Hersteller

anders. Auch die Anzahl und Art der downloadbaren

Datenstrukturen und Datenformate

sind sehr unterschiedlich. Bei vielen

Herstellern fehlt auch eine Vergleichsmöglichkeit

zwischen mehreren Produkten innerhalb

einer Produktfamilie. Dafür bieten

andere Hersteller mehr oder weniger nützlichen

Zusatzservice, beispielsweise in Form

von CAD-Planungstools für Detailschnitte

oder Konfigurationstools für das Zusammenstellen

individueller Produktvarianten.

Um diesen Service nutzen zu können, muss

man sich allerdings manchmal einmalig registrieren

und danach jedes Mal einloggen,

was die persönliche Passwort-Merkliste

noch länger macht. Lästig ist auch, dass

man die für Planer bestimmte Produktrubrik

erst umständlich suchen muss, weil jede

Hersteller-Webseite ihre eigene Menü-Logik

und Ordnungsstruktur hat. Deshalb kommt

man per Suchmaschine und den passenden

Suchbegriffen, z.B.: [Herstellername],

[Produktbezeichnung], BIM-Objekt häufig

schneller zum Ziel.

Herstellerübergreifende

Produktdatenbanken

Ausschreibungs- und Bauprodukt-Datenbanken

wie AIS online, ausschreiben.de,

Heinze-Ausschreibungstexte, Sirados-Baudaten

ermöglichen eine herstellerübergreifende

Produktsuche und -auswahl (architektur

05/2019: Besser ausschreiben).

Darüber hinaus gibt es auch spezialisierte

Datenbanken, wie den auf nachhaltige

Bauprodukte fokussierte DGNB Navigator,

Ököbaudat oder Wecobis. Über eine identische

Suchmaske und Ordnungsstruktur

findet man in einer mehr oder weniger

umfangreichen Datenbank mit Produkten

unterschiedlicher Hersteller das Passende

schnell und zuverlässig. Damit man sich

zurechtfindet, sind die Inhalte nach Gewerken,

Herstellern, Begriffen oder Standards

sortiert. Auch eine Volltextsuche, Suchvorschläge

für artverwandte Begriffe oder eine

Ähnlichkeitssuche, die Tippfehler toleriert,

vereinfachen die Suche. Ergebnisfilter sor-


www.architektur-online.com

119

edv

Direkt vom Hersteller erhält man Bauproduktdaten aus

erster Hand. © Schörghuber

In BIM-Objekten stecken erhebliche Rationalisierungs-, aber auch Marketingpotenziale,

weshalb sie immer mehr Bauprodukthersteller anbieten. © BIM&CO

gen dafür, dass man sich auch bei vielen

Suchtreffern zurechtfindet.

Inhaltlich bieten Bauproduktdatenbanken

ähnliches wie die Produktrubriken der

Hersteller – von technischen Datenblättern,

über LV-Texte bis hin zu CAD-Symbolen

und BIM-Bauteilen. Neue Wege geht

die Produktdatenbank Plan.One, die unter

anderem einen Vergleich ausgewählter

Bauprodukte ermöglicht. Damit kann

der Planer Bauprodukte über einen Webbrowser

oder über ein Plugin direkt in der

BIM-Planungssoftware (derzeit Revit und

ArchiCAD) anschauen und technische oder

gestalterische Eigenschaften vergleichen,

beispielsweise Abmessungen, Gewichte,

Materialien oder Farben. Detaillierte herstellerspezifische

Produkteigenschaften

lassen sich nicht vergleichen, dafür aber

über die Volltextsuche recherchieren.

BIM-Objektdatenbanken

BIM-Objekte sind virtuelle 3D-Modelle von

realen Bauprodukten und sollen für Planer

die Konstruktion, Berechnung und Ausschreibung,

für Handwerker die Bestellung,

Lieferung und Montage von Produkten und

für Facility Manager die Instandhaltung,

Wartung und Pflege vereinfachen (architektur

02/2016: BIM-Objekte).

Immer mehr Bauprodukthersteller stellen

smarte, parametrisierbare, konfigurierbare

und mit Produktattributen versehene

BIM-Objekte, entweder im BIM-Standardformat

IFC oder in proprietären CAD-Datenformaten

zum Download bereit. Während

die meisten Datenbanken ein breites,

gewerkübergreifendes Produktangebot für

alle Gewerke offerieren, haben sich andere

auf bestimmte Inhalte spezialisiert, wie etwa

Architekturobjekte, Möbel und Accessoires

oder TGA-Bauteile. Mit den BIM-Objekten

verknüpft sind auch wichtige Objektinformationen

wie Abmessungen, Materialien,

Ausführungen, Kosten, technische Spezifikationen,

Richtlinien, Zertifizierungen,

Brandschutz-, Schallschutz- und bauphysikalische

Daten oder Wartungshinweise, sodass

man sie für die Planung, Ausschreibung,

Montage und Wartung/Instandhaltung nutzen

kann. Teilweise kann man sie auch separat

herunterladen und mit eigenen, selbst

erstellten BIM-Bauteilen verknüpfen, sodass

man sich eine eigene BIM-Bauteildatenbank

mit individueller Detailtiefe aufbauen

kann. Die Produktsuche funktioniert ähnlich

wie bei den Bauprodukt- oder Ausschreibungsdatenbanken

per Stichworteingabe

oder über nach Bauteilen, Materialien oder

Herstellern sortierten Inhaltsangaben. Über

kostenlose API-Schnittstellen oder Plugins

können Planer auch direkt in ihrer jeweiligen

CAD- oder BIM-Software auf die Inhalte

zugreifen, ohne BIM-Objekte umständlich

manuell herunterladen, im Projektordner

ablegen und anschließend in die CAD-Datei

laden zu müssen. Das macht die Einbindung

digitaler Bauprodukte unterschiedlicher

Hersteller in das jeweilige BIM-Projekt einfacher

und komfortabler. Entsprechende

Möglichkeiten bieten beispielsweise BIMcatalogs.net,

BIMobject oder Plan.One. Auch

Hersteller haben von BIM-Objektdatenbanken

Vorteile: Bauprodukte können mehrsprachig

unter Berücksichtigung nationaler

Besonderheiten (rechtliche, technische

Vorgaben, Richtlinien, Standards etc.) über

eine Datenbank international präsentiert

werden. Über die detaillierten 3D-Objekte

lassen sich Bauprodukte dreidimensional,

interaktiv und auch innerhalb virtueller oder

erweiterter Realitäten per VR- oder AR-Brille

präsentieren.


architektur FACHMAGAZIN

120

edv

Plugins machen die Einbindung digitaler Bauprodukte unterschiedlicher

Hersteller in das jeweilige BIM-Projekt einfacher und komfortabler.

© Plan.One

Wie unterscheiden sich

BIM-Datenbanken?

Den für Nutzer wichtigsten Unterschied

macht die in der Datenbank abrufbare Anzahl

an Gewerken oder Herstellen, Produkten

oder Artikeln aus. Wie groß das Angebot

ist, kann man am besten anhand von Suchtreffern

zu bestimmten Begriffen abschätzen,

beispielsweise zu den Themen Sanitär,

Heizung, Klima, Lüftung, Brandschutz oder

Gebäudeautomation. Sind die Suchtreffer

gering, lohnt sich unter Umständen eher eine

Recherche direkt bei den Herstellern. Ist die

Ausbeute groß, sollten Filterfunktionen die

Sichtung der Suchtreffer vereinfachen, etwa

nach Relevanz, Gewerk, Hersteller, Aktualität

(Datum), Abmessungen, Material, Varianten,

Vertriebsländern etc. Auch die Suche selbst

sollte sowohl nach unterschiedlichen Kategorien

(Gewerke, Hersteller, Begriffe) als

auch eine Volltextsuche möglich sein, wobei

Suchvorschläge und eine Ähnlichkeitssuche

die Suche erleichtern.

Zu den Besonderheiten von BIM-Datenbanken

gehört die Objektvorschau. BIM-Objekte

lassen sich wahlweise zwei- oder dreidimensional,

als Isometrie oder Perspektive,

Drahtmodell, Schnitt, als schattiertes Objekt

oder als Animation betrachten. Mit

der Maus lässt sich das Objekt interaktiv

drehen, bewegen oder zoomen. Teilweise

lassen sich die Objekte auch per VR- oder

AR-Brille im virtuellen Raum erleben. Die

BIM-Objektdaten beschreiben in der Regel

ein reales Produkt, teilweise lassen sich

aber auch produktneutrale Objektdaten

ohne Herstellerangabe herunterladen. Auch

Sowohl geometrische als auch alphanumerische BIM-Objektdaten können

in verschiedenen Formaten heruntergeladen werden.

© Stabiplan

die alphanumerischen BIM-Objektdaten

lassen sich teilweise separat vom BIM-Modell

herunterladen. Die geometrische und

alphanumerische Informationstiefe kann

man in der Regel passend zur jeweiligen

Planungsphase über wählbare Level of Detail

(LOD) oder Level of Information (LOI)

einstellen. Teilweise können Nutzer auch eigene

BIM-Objekte hochladen und anderen

Nutzern verfügbar machen. Einige BIM-Datenbanken

halten neben dem BIM-Modell

auch produktspezifische oder produktneutrale

LV-Texte als Kurztext oder Langtext,

ferner Preise, Fotos, PDF-Datenblätter,

Normen, Zertifikate und sonstige Dokumente

bereit. Zu den weiteren Funktionen

zählen Produktvergleiche. Dabei kann eine

Auswahl von Produkten in vom Anwender

wählbaren Kategorien verglichen werden.

Die Anzeige ähnlicher Produkte vereinfacht

die Suche. CAD-Plugins ermöglichen

den direkten BIM-Objektdownload in das

Gebäudemodell des CAD-Programms. Zu

den Download-Formaten zählen neben verschiedenen

Textformaten auch PDF, DXF,

DWG, XLS und IFC. Meist lassen sich auch

native CAD-Datenformate der Programme

herunterladen, beispielsweise Revit, Tekla

oder MicroStation. ISO 16757-konforme

BIM-Objektdaten ermöglichen einen umfassenden

Austausch von TGA-Produkten,

das COBie-Datenformat eine Anbindung an

Digitales Rechnungswesen von A bis Z:

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121

edv

Facility Management-Systeme. Entscheidend

für die Aktualität und Gültigkeit der

Daten ist eine regelmäßige Aktualisierung,

die meist kontinuierlich durch den Hersteller

erfolgt. BIM-Datenbanken sind für Anwender

meist kostenfrei.

Fazit: Zu viele Details,

zu wenig Struktur

Die Suche nach dem passenden Bauprodukt

ist dank Internet zwar einfacher geworden,

aber auch die digitale Produktsuche kostet

viel Zeit und bringt nicht immer die gewünschten

Ergebnisse. Das liegt zum einen

am Überangebot an Bauprodukten, zum anderen

an fehlenden einheitlichen Strukturen

und Standards: Jeder Hersteller verwendet

eigene Produktbezeichnungen, -beschreibungen

und -gliederungen in unterschiedlichen

Detailtiefen, was Recherchen – und

erst recht Produktvergleiche erschwert.

Hersteller und Verbände wie building-

SMART e.V., der Fachverband Bauprodukte

digital und viele andere Interessensverbände

arbeiten deshalb intensiv an der (Weiter-)Entwicklung

von Richtlinien. Am praktischen

Einsatz von BIM-Objekten hapert

es allerdings noch aus unterschiedlichen

Gründen: So sind die Detaillierungsgrade

und Informationstiefen von herstellerspezifischen

BIM-Objekten meist aus Marketinggründen

viel zu groß und die Detaillierungstiefen

(LOD, LOI) teilweise nicht wählbar.

Einige BIM-Anwender erstellen sich deshalb

einfache Platzhalter, die individuell mit den

gewünschten Bauteilinformationen angereichert

werden. Einige Bauprodukthersteller

und BIM-Objektdatenbankanbieter haben

dieses Problem erkannt und arbeiten an

entsprechenden Lösungen. Bis es soweit

ist, werden Planer allerdings weiterhin ihre

wertvolle Zeit mit dem Stöbern in digitalen

Produktordnern vergeuden müssen.

Sind die Objektdaten im BIM-Modell eingebunden, kann man auf alle relevanten Produkt-,

Service- und Wartungsinformationen zugreifen. © Lamilux

BIM-Datenbanken und Anbieter*

BIM.archiproducts (https://bim.archiproducts.com), BIM&CO (www.bimandco.com),

BIMcatalogs.net (www.bimcatalogs.net), bimobject (www.bimobject.com),

buildup. (https://de.buildup.group), Heinze BIM (www.heinze.de/bim),

MagiCAD Cloud (www.magicloud.com), MEP content (www.mepcontent.eu),

NBS National BIM Library (www.nationalbimlibrary.com), Plan.One (www.plan.one),

Polantis (www.polantis.com), SYNCRONIA (www.syncronia.com)

Literatur und Links *

Ernst & Sohn (Hrsg.): Bauprodukte digital 2018, 2019, 2020, Ernst & Sohn Verlag, Berlin

Westphal, T: Die Zukunft ist Open - BIM-Objekte für den Bauprozess, aus: Build-Ing

3/2019, Huss-Medien, Berlin

Winkler, J.: „Jede Tür ist anders“, aus: Build-Ing. 3/2019, Huss-Medien, Berlin

www.bv-bausysteme.de - Bundesverband Bausysteme

www.productsforbim.com - Fachverband BIM-Objektdaten

* Ohne Anspruch auf Vollständigkeit


www.architektur-online.com

122

edv

Neuer Elementkatalog

Der Elementkatalog ABK-BIM-AVA ist der erste intelligente

Standardelementkatalog für BIM und nach

der ÖNORM B 1801-1 Baugliederung aufgebaut. Rund

2.000 Elemente und über 36.000 Positionen wurden

darin verarbeitet.

Ein wesentlicher Schritt beim Aufbau eines Elementkataloges

ist die Zuordnung der richtigen Leistungspositionen

aus den entsprechenden Leistungsbeschreibungen

zu den Elementen. Diese Elemente

sind zum Großteil mit Bedingungen auf Positionsebene

versehen (z.B. Bedingung der Dicke, Höhe, Betongüte).

Solche Elemente stellen somit „Intelligente

Elemente“ dar, welche mit Kennwerten ein definiertes

Leistungsbild ergeben.

Durch die Verbindung von modellorientierten Eigenschaften,

welche über IFC-File eingelesen und

verarbeitet werden können, bietet der Elementkatalog

ABK-BIM-AVA nun folgende Möglichkeit: Die

Verknüpfung von Modellinformationen und ABK-Elementen

mittels Abfragen und Bedingungen - welche

im Standardkatalog eingearbeitet wurden - ermöglicht

eine automatisierte Positionsauswahl auf Basis

der Abfragekomponenten (Kennwerte) sowie eine

modellbasierte Mengenermittlung.

Eine Auswertung nach der Leistungsgliederung der

ÖNORM B 1801-1 ist möglich, da diese Gliederungsstruktur

zusätzlich hinterlegt ist und in den hinterlegten

Positionen jeweils die Kostenarten zugeordnet

sind. Das ermöglicht eine automatische Umschlüsselung

von der Baugliederung auf die Leistungsgliederung

und umgeht den sogenannten „Systembruch“.

Der Gesamtkatalog ist für die Bereiche Hochbau (KB

1, 2,4, 6, 7) und Haustechnik (KB 3) in unterschiedlichen

Ausgaben erhältlich.

ib-data GmbH

T +43 (0)1 492 5570-0

abkinfo@abk.at

www.abk.at

Teamarbeit neu gedacht

Archicad 24, die BIM-Software von GRAPHISOFT, zeigt

die Zukunft in der Zusammenarbeit von Architekten

und Fachplanern und rückt den ganzheitlichen und

fachübergreifenden Planungsprozess in den Fokus.

Viele Architekten oder Planer setzen bereits auf

eine eigene BIMcloud-Lösung mit einer zentralen

Projektdatei, auf die alle Nutzer parallel und standortunabhängig

zugreifen. Mit Archicad 24 wird das

Teamwork nun nochmals verbessert: GRAPHISOFT

stellt z. B. mit BIMcloud as a Service eine vorkonfigurierte

Cloudlösung im Netz bereit, die der Kunde

direkt und ohne eigenen BIM-Server nutzt. Er spart

so z.B. die Kosten für IT, Administration und Wartung

sowie wichtige Projekt-Backups. Zudem verbessert

die neue Version den Workflow zwischen Architekten

und Tragwerksplaner: Archicad 24 unterstützt beide

Partner mit einem alltagstauglichen Prozess, bei

dem das aufwendige Nachmodellieren des Architekturmodells

für die Tragwerksberechnung zukünftig

entfällt. Ergänzend zu den zwei vorgenannten Punkten

gibt es noch eine Fülle von Entwicklungen und

Neuerungen, die in Archicad 24 eingeflossen sind.

Einen Gesamtüberblick gibt es im Internet unter:

www.graphisoft.de/archicad.

GRAPHISOFT

Deutschland GmbH

Vertrieb Österreich

mail@graphisoft.at

www.archicad.at


BENEDICT MARGINTER / MARGINTER ARCHITEKTEN MÖDLING

PLÄNE DIREKT AUS DEM

3D-SCHNITT –

EIN RIESENVORTEIL.

WIR-

STEIGEN-

UM.AT

Büros wie Marginter Architekten wechseln zu Archicad.

Benedict Marginter, Architekt und Gründer: „Durchgängiges

3D-Arbeiten auch mit komplexen Formen – Archicad ist in hohem

Maße darauf ausgerichtet.“ Florian Amri, Büroleitung Bautechnik:

„Direkt aus dem 3D-Schnitt kann man Grafiken und Pläne erzeugen,

das ist für uns ein Riesenvorteil.“

Sehen Sie den Film dazu

unter wir-steigen-um.at


RAY

Chefsessel.

Für alle.

www.selmer.at

Exklusiver Partner der Brunner Group für Österreich

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