17.06.2021 Aufrufe

ocean7 4/2021

Eye of the Wind. Kreuzfahrten wie zu Urgroßvaters Zeiten sind heute noch gut möglich, wie ein 100-jähriger Schoner zeigt. Ewiger Frühling. Familie Mandl verbrachte ein Jahr in „Selbst­quarantäne“ an Bord ihrer Segelyacht Inaya auf den Kanaren. Flottillensegeln. Von geführten Törns für Einsteiger bis zu ausgedehnten „Explorer­“-Rundreisen. Quallen. Harmlos oder gefährlich? Eine Übersicht der faszinierenden Nesseltiere. Excess 12. Testschlag mit dem Missing Link zwischen Ein-­ und Mehrrümpfern. Bavaria C38. Die erfrischendste Neuerscheinung im heiß begehrten 11­-Meter-­Segment. Cranchi E26 Rider. Den noblen Daycruiser gibt es jetzt auch mit Roadster­-Feeling.

Eye of the Wind. Kreuzfahrten wie zu Urgroßvaters Zeiten sind heute noch gut möglich, wie ein 100-jähriger Schoner zeigt.
Ewiger Frühling. Familie Mandl verbrachte ein Jahr in „Selbst­quarantäne“ an Bord ihrer Segelyacht Inaya auf den Kanaren.
Flottillensegeln. Von geführten Törns für Einsteiger bis zu ausgedehnten „Explorer­“-Rundreisen.
Quallen. Harmlos oder gefährlich? Eine Übersicht der faszinierenden Nesseltiere.
Excess 12. Testschlag mit dem Missing Link zwischen Ein-­ und Mehrrümpfern.
Bavaria C38. Die erfrischendste Neuerscheinung im heiß begehrten 11­-Meter-­Segment.
Cranchi E26 Rider. Den noblen Daycruiser gibt es jetzt auch mit Roadster­-Feeling.

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YACHTING, REISEN UND MEER

4/2021 Juli/August € 4,90

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ÖKO-TÖRNS

Kreuzfahrten wie zu Urgroßvaters Zeiten sind heute noch gut

möglich, wie die EYE OF THE WIND zeigt. Neben Wind- braucht

es aber auch viel Willenskraft, um umweltfreundlich zu cruisen.

QUALLEN

Achtung,

Brandgefahr

Vom Leben und

Wirken der Medusen.

CRANCHI E26

Hüllen

fallen lassen

Die offene Version

eines Klassikers.

BAVARIA C38

Segeln im

hohen C

Kleine Segelyacht mit

großen Ambitionen.

Mit News der österreichischen

Verbände YCA und MSVÖ


www.frauscherboats.com

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Editorial

FOTO: SHUTTERSTOCK

Endlich

Sommer

Verständlich der Unmut vieler Yachties

und Eigner, die heuer schon wieder viel

zu spät in die Saison starten durften.

Die gute Nachricht für 2021 ist:

Der Sommer wird lang!

TAHSIN ÖZEN

Journalist, Segler und

Liebhaber aller Reviere

und Yachten, Skipper,

Chefredakteur.

redaktion@ocean7.at

Der Nachholbedarf ist groß,

viele konnten ihre Yachten

erst jetzt wieder auf Vordermann

bringen und zu Wasser lassen.

Charterer, die fleißig frühgebucht

haben, mussten ebenfalls

da und dort noch nachjustieren,

um ihren Urlaubstörn passend

unter Dach und Fach zu bringen.

Sie dürfen sich jetzt aber zu den

Glücklichen schätzen – sie sind

in sicheren Häfen. Wer jetzt nach

den späten Öffnungsschritten

nach seiner Traumyacht in seinem

Lieblingsrevier sucht, hat es hingegen

nicht mehr ganz so leicht:

Nicht zuletzt aufgrund des Rückstaus

im Zuge der vergangenen

Lockdowns sind die meisten Charteryachten

in den „naheliegenden“

Destinationen bis weit in den

Herbst ausgebucht, sodass man

nun eine gehörige Portion Kompromiss-

bzw. Reisebereitschaft an

den Tag legen muss, um noch nach

Wunsch aufs Wasser zu kommen.

Vielleicht eine gute Gelegenheit,

um aus dem gewohnten Umfeld

aus- und zu neuen Ufern aufzubrechen?

Alle namhaften Charteragenturen

haben ihr Portfolio

entsprechend erweitert und sind

aufgrund der Pandemie nolens

volens zu Reiserestriktions-Experten

– ja sogar zu lautstarken Interessensvertretungen

der Chartergemeinde

avanciert. Das sehr zum

Vorteil der Yachties, muss man sich

doch nicht mehr selbst mühsam alles

heraussuchen, studieren und im

Auge behalten. Darüber informiert

Sie nun stets aktuell die Agentur

Ihres Vertrauens.

Also warum nicht einmal Atlantik

statt Mittelmeer? Ein Segeltörn

auf den Kanaren beispielsweise ist

definitiv ein einzigartiges Erlebnis.

Für manche sogar so faszinierend,

dass man mit Kind und Kegel

gleich für längere Zeit bleiben

möchte. Wie der Salzburger

Skipper Mathias, der mit seiner

Frau und den beiden Töchtern fast

ein ganzes (Lockdown-)Jahr in

diesem Archipel an Bord einer

Sun Odyssey 37 verbracht hat

(nachzulesen ab Seite 30).

Ich wünsche auch Ihnen einen

langen Sommer und eine schöne

Zeit am und auf dem Wasser, die

wir Ihnen mit dieser Ausgabe

hoffentlich unterhaltsam ausschmücken

dürfen.

4/2021 3


4SEA.COM

FASHION

ON A

MISSION

THE SEA IN MIND


Cartoon

Freunde ...

ILLUSTRATION: INGA BEITZ, WWW.INGABEITZ.JIMDO.COM

... bilden Fahrgemeinschaften.

4/2021 5


Inhalt 4/2021

IM TEST: BAVARIA C38. Mit Ecken und Kanten wie V-Bug und Chines am 68Heck folgt die jüngste Giebelstädterin dem Erfolgskurs der großen Schwester C42.

FOTOS: NILS BERGMANN, CONNY MANDL, COURTESY CRANCHI

30

74

DAS FAMILIENJAHR AN BORD. Ein Rückblick in Briefen: Familie Mandl verbrachte

die Zeit der Lockdowns an Bord ihrer 11-Meter-Segelyacht Inaya auf den Kanaren.

VON DER QUALITÄT DES FAHRTWINDES. Cranchi hat seinem Bestseller das Dach

weggenommen: Herausgekommen ist die E26 Rider, ein Luxus-Daycruiser mit Frischluft-Garantie.


Mit News der österreichischen

Verbände YCA und MSVÖ

Rubrik

8 SCHAUFENSTER

Inseln des ewigen Frühlings.

67 IMPRESSUM

Kolumnen

10 BOBBY SCHENK

Wenn der Traum von der perfekten

Yacht zum Albtraum wird.

16 OCEAN WOMAN

Kochen bei Sturm. Und wie man

mit der Zeit darin besser wird.

43 GOTTFRIED RIESER

Die sechs wichtigsten Knoten

auf der Yacht.

60 SKIPPER’S DIARIES

Jeder Klabautermann fängt

einmal als Jungspund an.

82 SAILING POETRY

Mit Vergil im Porto di Roma.

Reisen

26 FLOTTILLEN FÜR

FORTSCHREITENDE

Von geführten Törns für Einsteiger bis

zu den ausgedehnten Explorer-Reisen

von Yachtcharter Müller.

30 KANARISCHE INSELN

Familie Mandl und ihr Jahr in „Selbstquarantäne“

an Bord ihrer Segelyacht

Inaya auf den Kanaren.

36 COUCHSAILING

Timo Peters ist als Rookie per Anhalter

über den Atlantik gesegelt und hat

seine Erfahrungen zu Papier gebracht.

38 PAPUA-NEUGUINEA

Raue Sitten im Paradies: Wolfgang

Hausners Tipps, um unbeschadet

durchs Bismarck-Archipel zu segeln.

Features

18 GUTER STOFF

Nachhaltige Segelmode aus recycelten

Fischernetzen: Wie die neue Marke

4SEA den Ozeanen helfen will.

24 KLASSISCHES SCHUHWERK

Die Segelschuhe der irischen Tradi ­

tions marke Dubarry. Mit Gewinnspiel.

44 LEBEN AN BORD

Tipps zum Kauf und zum wohnlichen

Herrichten einer gebrauchten Yacht.

48 TÖRNS AUF DEM GROSSSEGLER

Möglichst authentisch und umwelt ­

schonend: Segeln auf dem 110 Jahre

alten Windjammer Eye of the Wind.

52 WELCHE QUALLEN QUÄLEN?

Von harmlos bis sehr gefährlich:

eine Übersicht der faszinierenden

Nesseltiere.

58 CHARTER-COMEBACK

Interview mit Andrea Barbera, der

Grande Dame der Charterbranche.

Yachten

62 EXCESS 12

Testschlag mit dem Missing Link

zwischen Ein- und Mehrrümpfern.

68 BAVARIA C38

Die spannendste Neuerscheinung im

heiß begehrten 11-Meter-Segment.

74 CRANCHI E26 RIDER

Den noblen Daycruiser gibt es jetzt

auch mit Roadster-Feeling.

Im Verband

76 MOTORBOOTSPORT UND SEEFAHRTS

VERBAND ÖSTERREICH

78 YACHT CLUB AUSTRIA

YACHTCHARTER

UND KREUZFAHRTEN

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Grenzschließung

Verbot der Freizeitschifffahrt

Österreichische Post AG | MZ 12Z039473 M | ocean7, Feschnigstraße 232, 9020 Klagenfurt

QUALLEN

Achtung,

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Kreuzfahrten wie zu Urgroßvaters Zeiten sind heute noch gut

möglich, wie die EYE OF THE WIND zeigt. Neben Wind- braucht

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Segeln im

hohen C

Kleine Segelyacht mit

großen Ambitionen.

Naturnah Cruisen an

Bord eines 110 Jahre

alten Windjammers –

Bericht ab Seite 48.

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Schaufenster

Freiraum

Text TAHSIN ÖZEN

Unterschiedlicher die sieben

Kanarischen Inseln landschaftlich

nicht sein könnten

(im Bild ein Katamaran vor Anker

am La Tejta-Strand auf Teneriffa),

gemeinsam sind ihnen die ganz ­

jährig milden Temperaturen, viel

Sonnenschein und Passatwinde,

die das Seglerherz höher schlagen

lassen. Kein Wunder also, dass viele

Weltumsegler und Atlantik-Crosser

hier erst einmal „hängen bleiben“,

manche sogar für viele Monate

(nachzulesen ab Seite 30). Natürlich

sind auch Chartergäste auf den „Inseln

des ewigen Frühlings“ herzlich

willkommen – das Flottenangebot

ist groß, die Preise im Herbst klein.

Argos Yachtcharter hat auf

seiner Homepage sehr detaillierte

Törnvorschläge vom „kurzen Entdeckertörn“

über „Segeln und

Sightseeing auf den Kanaren“ bis

hin zum „Kanaren-Segeltörn für

anspruchsvolle Segler“ aufbereitet.

Interessant auch die Oneway-Angebote

– will man z. B. von Teneriffa

nach Lanzarote, ist eine Oceanis 41

bereits ab € 2.200,– zu haben.

è www.argos-yachtcharter.de

8 4/2021


FOTO: SHUTTERSTOCK


In den Wind gesprochen

Wie manche Segler ihr

einziges Kapital vernichten

Der Traum von der perfekten Yacht für die Weltumsegelung ist für viele nur im

Rahmen der „Selbst ver wirklichung“ zu erfüllen. Einige schaffen es bis an ihr

Lebensende nicht einmal an den Start.

Teil 1

Er war eine traurige Gestalt

in diesem belgischen Hafen.

Und jeder kannte ihn, nämlich

Heinz und seine Story. Sie hatte

nach seinem Leben gegriffen. „Da

kommst du in Düsseldorf auf die

Bootsmesse, denkst an Palmen und

Südsee und die Realität lautet dann:

,Liegeplatz vor einem europäischen

Industrie-Bahnhof!‘ “ Morgens

strich Heinz durch die Marina und

erzählte jedem seine Geschichte, die

mit einem Traum von einer Superyacht

begonnen hatte und mit dem

Verlust seines Vermögens und dem

Besitz eines in jeder Hinsicht untauglichen

Schiffs endete.

Bei Robert (alle Namen aus diesen

wahren Begebenheiten sind geändert)

war es ähnlich, wobei der

tragische Ausgang umso mehr verwundert,

als dass es sich bei Robert

um einen blitzgescheiten, realitätsnahen

Selfmademan gehandelt hat,

der es mit eigener Tüchtigkeit zu einer

Fabrik gebracht hatte. Als es an

den Schiffskauf für den ersehnten

„Ruhestand“ (selbstverständlich mit

Weltumsegelung) ging, schien den

Erfolgsmenschen aber der Verstand

verlassen zu haben.

Statt irgendeine Millionenyacht

von einer Erfolgswerft zu ordern,

wollte Robert unbedingt all seine

Ideen von einer Superyacht in seinem

„perfekten Schiff “ realisieren.

Das ging bis zu einem Tauchkompressor

als Backup für die Druckluftversorgung

des Kreiselkompasses.

Der Werft wollte er einreden,

die gesamte Elektrik nach seinen

Vorstellungen anders zu fertigen,

als sie es bei ihren hunderten von

(zum Teil berühmten) Bauten gewohnt

war.

Das ging schief. Es ging ungefähr

alles schief, auch finan ziell. Schließlich

entführte Robert „seine“ Yacht

vom Werftgelände und brachte sie

nach England, wo eine Universität

beauftragt wurde, ein Gutachten zu

diesem Bau zu fertigen. Dieses war

vernichtend. Auch für Robert, für

ihn brach eine Welt zusammen.

Das Schiff wurde dann gerade noch

nach Mallorca geskippert. Das war’s.

Robert starb kurze Zeit später –

völlig verarmt.

DIE YACHT ALS SARGNAGEL

Markus wollte seine Yacht, die ihm

wegen seiner originellen Ideen keine

Werft gut genug gebaut hätte,

selbst fertigen. Nach acht Jahren

Arbeits-, Energie- und Geldverschwendung

war sie halbfertig –

und musste verschenkt werden.

In Holland baute der Amerikaner

Toni seine 42-Fuß-Schale auf dem

Werftgelände aus, wo er die Schale

gekauft hatte. Seine Freundin Ines

zog zu ihm aufs Schiff, um die Sache

zu beschleunigen. Dann wurde das

Geld knapp, aber Toni wollte das

tollste Schiff auf Erden, und so wurde

ein Kredit aufgenommen, um

Segel-Rollanlagen zu bestellen – sie

konnten nie mehr ausgelöst werden.

Ines musste sich einer Augenope ration

unterziehen, was dem Un ternehmen

„Weltumsegelung“ finanziell

den letzten Rest gab.

Segelkameraden sorgten dafür,

dass im Winter zumindest das Gas

zum Heizen der „Blechhütte“ nicht

ausging. Ines flüchtete von Bord,

Toni, ohnehin schon herzkrank,

überlebte das nicht mehr.

Georg hatte zehn Jahre an seinem

Traumschiff für eine Weltumsegelung

gebaut. In seiner Garage stand

das gesamte Zubehör, liebevoll und

über Jahre sorgfältig ausgesucht.

Wieder einmal sollte es die perfekte

Weltumsegler-Yacht werden. Nach

vielen Jahren, die Yacht bei weitem

noch nicht fertig, schlug das Alter

zu: Georg starb. In seinem Testament

vermachte er den Rohbau

mit Zubehör einem Segelclub.

Warum überschätzen sich

Menschen wie in den Beispielen

derart? Segler, die im Berufsleben

doch sehr erfolgreich waren? Meine

Antwort darauf darf ich Ihnen in

der nächsten Ausgabe geben.

Bobby Schenk live

auf der Interboot 2021

BOBBY SCHENK

ist Weltumsegler,

Navigations-Experte

und Buchautor.

kolumne@ocean7.at

Astro-Seminar

Samstag, 18., und Sonntag, 19. September.

Teilnehmer ohne jegliche Vorkenntnisse erfahren von

Bobby Schenk, wie sie auf hoher See nur mit Hilfe des

Sextanten und Gestirnen (Sonne, Mond, Planeten) ihren

Standort bestimmen. Teilnahmegebühr inkl. Verpflegung

und Eintrittskarten für die Interboot pro Person € 390,–

(Partnerticket € 290,–).

18. Blauwasserseminar

Samstag, 25., und Sonntag, 26. September.

Mit hochkarätigem Programm für Weltumsegler in spe,

Fahrtensegler, Träumer und Blauwassersegler. Teilnahmegebühr

inkl. Verpflegung und Eintrittskarten für

die Interboot pro Person € 210,– (€ 170,– für eine Begleitperson).

Limitierte Teilnehmerzahl, Reservierung

unbedingt erforderlich! Die Seminare im Detail, alle Infos

und Anmeldemöglichkeiten unter

è www.bobbyschenk.de

10 4/2021


Aufrumpfen

ELEKTRO-KAT. Mit der Präsentation

der TimeSquare 20 ist der Frauscher

Bootswerft eine ziemliche

Überraschung gelungen. Zum einen

haben die Oberösterreicher in den

letzten Jahren bei ihren Neuvorstellungen

sportlichere und luxuriösere

Modelle bevorzugt. Zum anderen

ist das Konzept der eher gemütlich

orientierten TimeSquare 20 wirklich

neu: Ein kleiner Katamaran mit je

einem Elektroaußenbordmotor am

Rumpf!

Vorteile des Designs: Geringere

Verdrängung (und damit geringerer

Energiebedarf und höhere

Reichweite), bessere Manövrierbarkeit

und mehr Platz

als bei einem Einrumpfboot

vergleichbarer Größe.

Die Nutzfläche beträgt

20 m 2 , die sich sieben Passagiere

teilen können. Bei der Motorisierung

stehen Außenbordmotoren

von Torqeedo mit bis zu 2 x 10 kW

Leistung und 30 kWh Batteriekapazität

zur Ver fügung. Die Fahrleistungen

sollen jener der Frauscher 740

Mirage Air ähneln – mit deutlich reduziertem

Energieaufwand.

è www.frauscherboats.com

TimeSquare 20 von

vorne. In der Heckansicht

würde man die beiden

E-Motoren sehen.

Vom Atter- zum Wörthersee

VERTRETUNG. Boote Schmalzl

hat für die Kärntner Seen den Vertrieb

und Service der Daysailer von

A-Yachts übernommen. Angeboten

werden nicht nur die drei Modelle der

Werft vom Attersee – a27, a33 und

a39 –, sondern auch alle Dienstleistungen

für den unbeschwerten Segelgenuss,

also Kranen, Vorbereiten, Lagern,

Liegeplatz bis zum Winterlager

und Reparaturservice. Beste Chancen

auf Kärntner Käufer räumt man dem

Einstiegsmodell a27 ein, dieses wird

auch beim Sommerfest der Bootswerft

Schmalzl von 6.–7. August zum

Besichtigen und Testen bereitstehen.

è www.boote-schmalzl.at

è www.a-yachts.info

a27 mit geschmalzenem Service.


PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

Cranchi, öffne dich!

LUXUS-TENDER. Vor eineinhalb

Jahren als A44 vorgestellt, scheint

Cranchis Luxus-Tender nun als

A46 tatsächlich verwirklicht worden

zu sein – die Plätze auf den Messen in

Cannes und Genua sind jedenfalls gebucht,

Testfahrten seit Juni möglich.

Geändert hat sich an den wichtigen

Daten nichts: 46 Fuß Gesamtlänge,

14 Fuß Breite, Standardmotorisierung

zwei Volvo Penta IPS 650 mit jeweils

480 PS. Sehr offenes Design vom

Steuerstand bis zur Sonnenlounge im

Heck, die durch abklappbare Bordwände

erheblich vergrößert werden

kann. Unter dem Sonnendeck befindet

sich eine Garage, in der ein kleines

Boot mit einer Länge von bis zu

zwei Metern untergebracht werden

kann – ein Tender für den den Tender!

Sehr flexibel präsentiert sich

auch die Dinette unter Deck, die sich

in eine Kabine verwandeln lässt, damit

hätte man mit der Eignerkabine

vier Schlafplätze zur Verfügung.

è www.topyacht.eu

Offen für alles: Cranchi

A46 Luxury Tender.

Neue Mitte

13-M-KAT. Mit dem ab Jänner 2022

ausgelieferten Bali 4.4 räumt der

französische Katamaranhersteller

sein Modellprogramm im heiß umgekämpften

Segment der Kats von

11 bis 15 Metern Länge etwas auf.

Die Neuentwicklung ersetzt den

Bali 4.3 und 4.5 und schafft zum

4.2 und 4.8 einen größeren Abstand.

Wie alle Bali Cats besitzt auch der

Bali 4.4 das verglaste Schwingtor, mit

dem man den Außenbereich achtern

wie einen Wintergarten verschließen

kann. Das beliebte Vorschiffscockpit

mit den Durchgang vom Salon aus ist

natürlich ebenfalls vorhanden. Der

Baum ist im Vergleich zu den größeren

Modellen niedriger angeschlagen.

Dies verringert zwar die Stehhöhe auf

der Sonnenliege, vergrößert aber die

Segelfläche. Zur Auswahl stehen eine

luxuriöse Eignerversion mit drei Kabinen

und eine Vier-Kabinenversion,

die auch über vier Nasszellen verfügt.

Skipperkabine und separate Nasszelle

für den Skipper stehen optional ebenfalls

zur Verfügung.

è www.trend-travel-yachting.com

Bali 4.4 auf gutem

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Tel.: 0732 / 65 10 05 · sail@yachtcharter-mueller.at · www.yachtcharter-mueller.at

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Zeit für Tokio

UHR-IKONE. Omega, der offizielle Zeitnehmer

der Olympischen Spiele 2020 in Tokio, die voraussichtlich

2021 stattfinden werden, hat mit der

Seamaster Diver 300M Tokyo 2020 eine Uhr präsentiert,

deren Farbkonzept vom Emblem eben

dieser Veranstaltung inspiriert worden ist. Das

42-mm-Gehäuse ist aus

Edelstahl gefertigt

Wasserdicht bis

in 300 Meter Tiefe.

und verfügt über einen

Lünetten-Ring

aus blauer Keramik

und eine Taucher-

Skala aus weißem

Email. UVP:

€ 5.500,–.

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Einfach.

Wirksam.

„ Das Meer ist der letzte

freie Ort auf der Welt.“

Ernest Hemingway (1899–1961), US-Reporter, Schriftsteller

Markensammler

HÄNDLER. Mit den Motorkatamaranen von Fountaine

Pajot und den Motorbooten von De Antonio

Yachts hat Baotic Yachting zwei neue Marken

im Portfolio. Als offizieller Vertragshändler werden

die französischen Katamarane in Kroatien,

Slowenien, Bosnien und Herzegowina und zwei

deutschen Bundesländern vertrieben; De Antonio

Yachts wird in Österreich, Deutschland, Kroatien

und Slowenien vertreten. Dank der eigenen Marina

Baotić in Seget Donji bei Trogir kann man

s ogar einen besonderen Service anbieten: Eine

Fountaine Pajot MY6 und eine De Antonio D42

Open stehen ebendort für Testfahrten bereit.

è www.baotic-yachting.com

Fountaine Pajot MY4.S, jetzt bei Baotić.

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PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

Versichern vereinfacht

CHARTER-VERSICHERUNG. Nette

Details hält die Hamburger Yacht-

Versicherung Schomacker in seinen

neuen Charter-Versicherungen parat.

So gibt es nun eine Skipper-Haftpflicht-Versicherung

für Kurztörns –

der 3-Tage-Tarif wird je nach gewünschter

Versicherungssumme

schon ab 49,50 Euro angeboten.

Ganz einfach abzuschließen sind

Kautionsversicherungen. Kautionen

bis 8.000 Euro lassen sich online ab ­

sichern, auf Anfrage auch bis zu

10.000 Euro. Auf Wunsch kann sogar

das Regattarisiko eingeschlossen werden.

Auch eine Reiserücktritts kosten-

Versicherung lässt sich bis zu einer

Höhe von 10.000 Euro einfach online

abschließen und muss mit

der Buchung des Törns

bzw. maximal 14 Tage danach

abgeschlossen werden.

Die Reiserücktrittskosten-Versicherung

zahlt

den Ausfall des gesamten

Charters, wenn der Skipper

oder seine engsten Angehörigen

erkranken oder

verstorben sind, bei Arbeitslosigkeit

oder bei An­

Regattarisiko? Kann man auch absichern.

tritt eines neues Jobs. Aus aktuellen

Gründen interessant: Mitversichert ist

auch ausdrücklich eine Erkrankung

an Covid-19, nicht jedoch der Gang

in Quarantäne ohne Erkrankung.

è www.schomacker.de

FOTO: SHUTTERSTOCK

Öko-Olympia

Die auf der Isle of Man beheimatete

Werft The Ultimate Boat

Company (UBC) hat mit der

Olympia 32 eine vollständig

recycelbare Rennyacht vorgestellt,

die ein Kandidat für die

noch diskutierte Mixed Offshore

Disziplin der Olympischen Spiele

2024 in Paris sein soll. Basis des

nachhaltigen Projekts ist der

firmeneigene Verbundwerkstoff

DANU, der aus recyclingfähigem

Harz und einer Naturfaser besteht,

über die sich UBC aus patentrechtlichen

Gründen noch

nicht öffentlich geäußert hat.

UBC hat schon eine Reihe von

aus DANU hergestellten Motorbooten

im Programm und arbeitet

nicht nur an der olympischen

Rennyacht, sondern auch an einem

neuen 10-Meter- Segelkat.

è www.ultimate-boats.com

Aller guten Dinge sind vier

WELTUMSEGLUNG. Norbert Sedlacek

will es mit seinem Ant ArCtic

Lab-Projekt ein viertes Mal probieren.

Nach technischen Schwierigkeiten

in den Jahren 2018 und 2019 und

nachdem die Nordwestpassage letztes

Jahr von der kanadischen Regierung

wegen der Corona-Pandemie für

Durchfahrten gesperrt worden war

(und er sich außerdem einer Krebsoperation

unterziehen musste), plant

der Wiener Weltumsegler (2006–

2008) und Vendée Globe­ Finisher

(2008/2009) mit seiner Innovation

Yachts Mitte August seine spektakuläre

Weltumseglung zu starten.

Zur Erinnerung: Sedlacek möchte

mit seiner modifizierten Open 60

die Arktis und Antarktis einhand

und nonstop umsegeln und dabei

neue Materialien testen. Rumpf und

Deck des Seglers sind aus Vulkan ­

faser, einem Kern aus Balsakopfholz

und einem biologisch abbaubaren

Epoxidharz gefertigt und sollen sich

komplett recyceln lassen. Die Nordwestpassage

ist freilich immer noch

geschlossen, deshalb musste Sedlacek

seine ursprüngliche Route ändern.

Der neue Plan sieht so aus: Start

am 15. August in Les Sables-d‘Olonne

und Umrundung von Spitzbergen auf

ca. 80° N, dann den Atlantik hinunter

in das Südpolarmeer, von dort ostwärts

um den Globus bis Kap Hoorn

und dann zurück nach Les Sablesd‘Olonne.

Gesamtdistanz: mind.

32.000 Seemeilen. Und der Rekordversuch

durch die Nordwestpassage?

Will Sedlacek später versuchen,

wenn Covid unter Kontrolle ist

und die Kanadier die Route

wieder geöffnet haben.

è www.ant-arctic-lab.com

Norbert Sedlacek will mit seiner

Open60AAL einmal um die ganze Welt.

14 4/2021


Blaues Wunder

Nerea NY 24 „Bit of Blue“.

LUXUSTENDER. Auf dem Anfang

Juni abgehaltenen Salone Nautico

Venezia hat Nerea eine „Bit of

Blue“-Sonderedition seiner NY 24

vorgestellt. Der Name ist Programm:

Der luxuriöse Daycruiser schimmert

in diversen Blau-Schattierungen,

die besonders fein zum Farbton des

Teakholzes passen, mit dem die

Lauf stege verkleidet sind. Für die

Kabine der Sonderedition wurde

ein neuer Materialmix aus Leder

und Oltremateria gewählt. Letzteres

ist ein Beschichtungsmaterial auf Ölbasis,

das aber recycelbar sein soll.

è www.nereayacht.com

Zweite Haut

NEOPREN-TOP. Der australische Wassersport-Spezialist

Zhik rühmt sich, mit dem

Z-Skin-Top einen der dünnsten Neopren-

Oberteile entwickelt zu haben. Das Top besteht

aus einem 0,8 mm dünnen Neopren

für den Oberkörperbereich und atmungsaktivem

sowie wasserabweisendem 4-Wege-Stretch-Gewebe

in den Schultern und

Ärmeln mit hochelastischen Flatlock-Nähten.

Die Kombination ermöglicht ein hohes

Maß an Beweglichkeit und bietet UPF 50+

Sonnenschutz. Das Top kann mit einem

Neoprenanzug, Leggings oder Boardshorts

kombiniert werden. Erhältlich in schwarz,

Männergrößen M–XXL, UVP: € 169,95.

è www.zhik.com

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Schatzi-Suche für Betuchte

FOTO: SHUTTERSTOCK

DATING-WEBSITE. Die teuerste Dating-Website

der Welt hat den maritimen

Markt entdeckt: Lusso Dating

möchte Yachteignern, Kapitänen und

vermögenden Skippern passende

Partner für gehobene Aktivitäten vermitteln.

Die Fotos und Kommuni kation

sind nur für VIP-Mitglieder freigeschaltet,

wobei die VIP-Plätze pro

Land/Geschlecht limitiert sind und

bis zu 1.000 USD pro Monat kosten.

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Ocean Woman

Kochen für Kinder

bei Sturm

Heute

sag ich jaja, man wächst hinein in das Blauwassersegeln,

wird abgehärtet, tapfer, cooler. Keine Rede davon bei unserem

ersten Sturm im Atlantik auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln.

Starkwind“ meinte mein Skipper.

OMG! Das war immerhin

der große Atlantik, die

Wellen waren riesig, die Wolken

grau und dick und unheimlich.

Zuvor im Internetcafe war keine

Rede davon. Ach, dieses Wetter!

„Hunger!“ Das war Finn. Dem

war es egal, was da draußen passierte.

Egal, welche Wellen, egal, welches

Tiefdruckgebiet, egal, welche Störungen

derselben. Mist. Seekrank

wird bei uns keiner. Das ist ein Vorteil,

kenne ich doch genug Crews,

die zu diesem fortgeschrittenen

Gewackel im Gleichton reierten.

„Hunger!“ Ok. Es war ja schon

der zweite Sturmtag. Am ersten hatte

ich vorgesorgt. Krautfleckerl noch

im Hafen gemacht. Und Chips mit

Dips und Brot gebacken. Am zweiten

Tag stand der Gusto an Bord

nach etwas anderem. Pasta. Basta.

Es gab wieder was mit Nudeln. Ich

klemmte mich in die Kombüse der

Risho Maru. Erhöhte Schiffsbewegungen.

Heißt, das Schiff bewegt

sich vorwärts, was gut ist, aber eben

durch die Wellen auch seitwärts und

auf und ab. Der Deckel des Spaghetti ­

topfs knallte auf meinen Zeh. Aua!

Egal. Auf den Monoyachten muss es

ALEXANDRA SCHÖLER

ist Weltumseglerin,

Sängerin, Regisseurin,

Buchautorin und seit

2010 Ocean Woman.

kolumne@ocean7.at

FOTO: STEFAN HARING

noch schlimmer sein, weil Schräglage.

Aber ich denke, im Grunde ist es

auf jedem Schiff bei solch einem

Wetter grenzwertig. Außer vielleicht

auf einer Fähre oder einem Kreuzer.

Aber da war ich nicht. Leider. Zwiebel

schneiden. Gut, dass unsere

Kombüse klein ist. Ich klemmte

mich zwischen Niedergangsleiter

und Küchenbankerl, drückte Halt

suchend die Zwiebel aufs rutschende

Brett und schnipselte.

Viel Olivenöl in den Topf. Was

noch? Vor mir Kapern. Rein damit,

Oliven ohne Kerne, rein damit, eine

salzige Sardelle, rein damit. Und

Knoblauch, wenn ich es bis zu ihm

schaffe. Bumm! Kopf angehauen am

Querbalken. Gut, die Küchenorganisation

war damals noch bescheiden.

Würde mich da in den folgenden

Segeljahren sehr verbessern.

Eine Knoblauchzehe landete im

Topf, der Rest hinter dem Ofen.

Mach ich später sauber, heißt in

Lanzarote – sollten wir da je ankommen

– heißt in vier Tagen. Da

könnte ich den Knoblauch wahrscheinlich

getrocknet verwenden.

Platsch! Wasserspritzer von oben.

Blöde Welle. Boden feucht. Mist.

Wo sind die Bodenfetzen? Irgendwann,

viel später, würde ich dann

Zeitungspapier auf den Boden legen,

das saugt super und man entsorgt

es schnell und es stinkt nicht

wie ein alter Hund. Aber das würde

erst in Tonga sein, zwei Jahre später.

Ja, Seefrau werden ist nicht schwer,

aber sein dagegen sehr ...

4,5 JAHRE URLAUB?!

Chili. Rein in die Pfanne und dann

eine Dose Tomaten aus der nassen

Bilge. In Neuseeland werde ich so

weit gereift sein, dass für die jeweilig

berechnete Überfahrtszeit alles

handlich bereitsteht, mit Speiseplan,

aber im Augenblick suchte ich den

Dosenöffner. Hatte die billigen Tomatendosen

ohne integrierte Öffnungsschlaufe

gekauft. Schöner

Mist bei 25 Knoten Wind. Wo war

die Stauliste, um dieses Manko zu

vermerken? Ach, pfeif drauf.

„Hunger!“ Finn muss ein Affront

für seekranke Menschen sein, kopfüber

hing er in seiner Koje und las

Asterix!

So, Nudeln rein, kochen, kochen.

Kosten, kochen. Passt. Jetzt das

Meisterstück: heißes Wasser abseihen,

die Schiffsbewegungen berücksichtigend.

Dabei immer be­

Sohn Finn, das hungrige

Seemonster an Bord.

Palatschinken à la Risho Maru

Zutaten: 150 g Mehl, 2 Eier, 250 ml Milch, 125 ml Wasser.

Zubereitung: Alle Zutaten mit dem Schneebesen glattrühren, in einer Pfanne mit etwas Öl von beiden

Seiten goldgelb ausbacken. Füllung: Schokocreme à la Nuetella gibt es von Kroatien bis Papete …

Tipps: Eier: Einzeln aufschlagen – ich habe oft Eier auf Inseln

in kleinen Supermärkten oder von Einheimischen direkt

gekauft. Die Frische lässt sich da oft nicht nachvoll ­

ziehen und ein stinkendes Ei an Bord ist wirklich

grauenhaft und verdirbt das ganze Gericht sofort!

Milchpulver: Das beste Milchpulver habe ich in

Neuseeland gekauft. Lange bin ich mit Haltbarmilchtetrapacks

ge segelt, aber Milchpulver ist leichter zu

stauen und kann sparsamer verwendet werden.

FOTO: SHUTTERSTOCK

16 4/2021


kleidet sein. Damals auf

dem Atlantik sowieso, es war

saukalt. Aber in den Tropen

würde ich schon mal im Bikini

dastehen und das könnte

böse enden. Ok, Nudeln fertig,

Tomatensoße dazu, Parmesan

drüber, Blechteller, Gabel.

Essen fertig! Die Männer

futterten. Ich war total erledigt.

Seekrank war ich nicht,

aber hungrig auch nicht mehr.

Ich würde dann später während

der Nacht wache meine

Portion essen.

Fünf Jahre später fragte mich

bei einer unserer Multivisionsshows

eine pikierte Dame, wie

es denn so sei, viereinhalb Jahre

Urlaub zu machen. Urlaub!

Ich geh dann mal Abwaschen.

Muss sein, lieber gleich, weil

sonst das Chaos morgen noch

schlimmer ist. Außerdem hab

ich nur zwei Töpfe, mehr passen

nicht in die Küche.

Und warum diese traditionelle

Rollenverteilung an Bord?

Kann nicht Peter kochen oder

abwaschen? Der navigiert. Und

da wird mir richtig schlecht.

Da koch ich lieber. Peter liest

und empfängt die Wetterfaxe,

wartet, starrt, versucht, sich zu

konzentrieren und auch sein

Appetit hält sich in Grenzen.

Aber wie immer lobte er die

Küche!

Nur Finn aß immer begeistert.

Wollte noch eine Portion.

Fiel dann wieder in seine Koje

und verlangte Nachspeise. Ich

schmiss ihm einen Schokoriegel

auf den Kopf. So, die Küche

ist geschlossen, Seemonster!

Da Sturmspaghetti in Wirklichkeit

einfach aus dem gemacht

werden, was gerade in

der Kombüse herumliegt, gibt

es dazu kein Rezept, aber dafür

ein „all time favorite“ für

hungrige SeglerInnen von

1–99: Nutella-Palatschinken!

Gib Gummi!

PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

Urlaub auf Holz

SPEED-RIB. Die Pirelli 35 entstand in

Zusammenarbeit des italienischen Luxus­

RIB-Spezialisten TecnoRib mit dem

schwedischen Mannerfelt Designstudio.

Der Reifenmulti selbst spendet nur den

Markennamen, dürfte aber mit dem Ergebnis

der Kooperation – wie schon bei

der Pirelli 42 – zufrieden sein.

Das 11-Meter-Walkaround-Boot besitzt

einen zweistufigen Rumpf, der für Stabilität,

Sicherheit und ordentlich Leistung

sorgt – TecnoRib verspricht eine Höchstgeschwindigkeit

von über 50 Knoten. Die

Pirelli 35 ist sowohl mit Außenborder als

Viel Holz, viel Platz, viele Ziele:

Urlaub auf einer klassischen Gulet.

GULET-TÖRN. Jeder Türkei-Urlauber

kennt sie: Gulets, jene zwei- oder dreimastigen

Segelyachten, die klassischerweise

aus Holz gebaut werden. Auch wenn

diese Schiffe von außen traditionell aussehen,

verbirgt sich im Inneren zeitgemäßer

Komfort: geräumige Kabinen, gut ausgestattete

Kochecken und moderne Bäder.

Hot-Spot der Gulets ist die südwestliche

türkische Küste, Globesailor vermittelt

die Holzschiffe aber auch in Griechenland,

Kroatien und Italien. Ein Gulet zu mieten

ist eine gute Wahl für größere Gruppen

wegen des großen, luxuriösen Platzangebots

sowohl auf als auch unter Deck. Zudem

besitzt die Crew immer einen Koch.

Die Preise richten sich natürlich nach

der Saison und nach der Größe der Segelschiffe,

ab Trogir z. B. ist eine Gulet für

zehn Personen für eine Woche Mitte

September schon ab € 6.460,– zu buchen.

è www.globesailor.de

auch mit Z-Antrieb erhältlich und kann

mit Motoren von 600 bis 700 PS ausgerüstet

werden.

è www.tecnorib.it

den

Wörthersee mit dem boot erleben

bootsvermietung

segelschule

Werzer’s Segelschule · Pörtschach

F. A. Kuzmanic · Tel. +43 664 1550661


Marine Fashion

Des Meeres li

18 4/2021


ebste Kleider

Bekleidung für den Yachtsport wird immer funktioneller –

und natürlich will man darin auch eine gute Figur machen.

Mit seiner neuen Mode-Marke 4SEA hat sich Christian

Kilger ein noch viel höheres Ziel gesetzt: Der passionierte

Segler will mit ihr auch die Ozeane in Schutz nehmen.

Wie, erläutert er im Interview.

Text STEFAN DETJEN | Fotos 4SEA/DANIELE BARACCO

Dress Pope, € 89,–.


Marine Fashion

Jacket Pope, € 229,–.

Für was steht 4SEA?

4SEA macht innovative Segelbekleidung.

Wir sind anders, denn

wir erfüllen Ansprüche, die bisher

vernachlässigt wurden: Mode und

innovative Nachhaltigkeit, soweit

es derzeit für uns als kleines Unternehmen

möglich ist.

Warum ist das so schwierig?

Einfache Gegenfrage: Sehen Sie

selbst nach, wie und woraus Ihr

Sporthemd gemacht wurde? Der

Kunde muss besser aufgeklärt werden.

Bekleidung belastet die Meere.

Die typische Segelmode ist Gift für

die Ozeane, mehr noch als gewöhnliche

Mode. Bei der Herstellung

werden Polyester oder Polyamid

(Nylon) als Grundstoffe der meisten

Marine-Fashion-Teile verwendet.

Das sind Chemikalien, die aus Erdöl

hergestellt werden. Einmal ins

Meer eingetragen, verrotten die

Grundstoffe quasi nie.

Allein das Waschen unserer alltäglichen

Wäsche setzt pro Jahr

500.000 Tonnen Mikrofasern ins

Meer frei, das sind 50 Milliarden

Plastikflaschen! 50 Prozent des Mikroplastiks

im Meer stammen von

Textilien. Zudem gibt es Entwicklungen

wie „Fast Fashion“ – da ist

billig und austauschbar gefragt.

Die Belastungsfaktoren auf unsere

Meere sind gewaltig, wachsende

Bevölkerung, Fast Fashion, hoher

Wasserverbrauch, CO 2 -Emissionen,

Chemikalien, Mikroplastik.

Firmen prahlen damit, wie wasserdicht

ihre Jacken sind. Wassersäule

nennt man dieses Maß. Man

nimmt dabei perfluorierte und polyfluorierte

Chemikalien (PFC). Das

ist toxisch. Paraffine, Silikone, Polyurethane

oder Dendrimeren werden

auch verwendet. Wer eine Yacht hat,

will auch technisch anspruchsvolle

Textilien.

Die Bekleidung muss heute verschiedene

Wünsche erfüllen, sie

muss schnell trocknen, wasserdicht

oder wasserabweisend sein, warmhalten,

4-Wege-Stretch haben und

20 4/2021


4SEA Ashirt Short Sleeve Sea Spirit,

€ 89,–; Bermuda Porto Cervo, € 129,–.

Sie: Tank Amaru, € 79,–, Legging

Amaru, € 89,–. Er: Ashirt 4SEA,

€ 69,–, Bermuda Porto Cervo, € 129,–.

Tank Amaru, € 79,–,

Shorts Marinella, € 129,–.

supercool aussehen. Wir entwickeln

daher derzeit wasserdichte Segelbekleidung,

die sowohl aus recycelten

Materialien besteht als auch mit einer

biologisch verträglichen Substanz

wasserdicht gemacht wird.

Nach dem Gebrauch können diese

Bekleidungsstücke aber nicht einfach

in den Müll. Sie verrotten

nicht. Das gilt auch für die meisten

modernen Tennishemden – leider.

Ich bin Segler, aber auch Genetiker

und als solcher Naturwissenschaftler.

Das Problem interessierte

mich. Es ist ein scheinbares Conundrum

– sustainable or technical –

beautiful or bio? Ich glaube, wir

müssen versuchen, all das zu erzielen.

Unser Planet ist in Gefahr,

Wegschauen ist keine Option.

4SEA ist „Fashion on a Mission“.

Welche Herausforderungen kommen

„ Unser Planet ist in Gefahr,

Wegschauen ist keine Option.“

bei der Herstellung auf Sie zu?

Die Anforderungen sind unterschiedlich.

Ein Kunde hat eine 40­

Meter-Yacht, ein anderer segelt eine

49er. Für die Olympiasegler Ubert

Marine Mode,

neu und nach haltig

interpretiert

Der Gründer von 4SEA, Christian

Kilger, wurde in den USA geboren

und wuchs sowohl in Deutschland

als auch in den USA auf. Er arbeitet

heute als Patentanwalt und ist mit

Kanzleien in Deutschland und Argentinien

vertreten. Der leidenschaftliche Segler kreuzt

mit seiner Solaris-Yacht Tango am liebsten zwischen

Korsika und Sardinien.

Mit seinem Label 4SEA trifft er den Zeitgeist, die großen

Marken schielen bereits auf seine Anfangserfolge. Mit

dem Yacht Club de Monaco hat er bereits strategische

Partnerschaften etabliert.

è www.chkilger.com

CHRISTIAN KILGER

4SEA Founder

4/2021 21


Marine Fashion

„The sea in mind.“

Er: T-Shirt Porto Cervo, € 59,–,

Bermuda Porto Cervo, € 129,–.

Sie: Dress Pope, € 89,–.

Crivelli und Leonardo Chistè

habe wir Rashguards entwickelt,

die UV-50-Sonnenschutz haben,

aber aus recycelten Fischernetzen

stammen. Diese beiden Seglertypen

wollen jedoch unterschiedliche

Produkte. Die Herausforderungen

sind deshalb immens. Wer 49er

segelt, braucht einen Neoprenanzug.

Das ist kein sonderlich naturver ­

trägliches Zeug. Aber auch dafür

gibt es Lösungen.

Derzeit sind wir noch viel zu klein

für diese Produktsparte. Im kommenden

Jahr werden wir Offshore-

Jacken präsentieren. Das ist eine

große Investition, das Sourcing

ist immens schwierig für einen

kleinen Betrieb.

Gerne würden wir mehr reine

Naturprodukte anbieten, wir haben

ganz spannende Produkte in der

Entwicklung. Ich frage mich oft,

wieviele Yachtbesitzer Jacken brauchen,

mit den man die Vendée Globe

im Südatlantik bestreiten könnte.

Für 4SEA kommen ausschließlich

hochwertige und nachhaltige Materialien

wie beispielsweise Econyl® –

Recyclate aus alten Fischernetzen

und Plastikflaschen – in Frage.

Das Langfristziel wären biologisch

abbaubare Materialien, die ihren

Ursprung nicht im Erdöl haben.

Als Patentanwalt habe ich viele

Erfindungen mit Lactat als Ersatz

für Plastik betreut. Die Bakterien

wachsen in großen Fermentern

und stellen das Lactat, also den

Rohstoff für die Einkaufstüte, her.

Prinzipiell kommt das auch bei

Textilien irgendwann.

Fällt die Ästhetik bei

Sustainable nicht hinten runter?

Ja, das ist eine gute Frage. Zara produziert

im Jahr 24 unterschiedliche

Kollektionen, habe ich gelesen. Wir

sourcen und produzieren in Europa,

Slow Fashion sozusagen. Für jedes

einzelne Produkt suchen wir eine

22 4/2021


nachhaltige Lösung. Das heißt,

dass wir manchmal eben nicht

zehn Farben anbieten können.

In der Marine Fashion ist wenig

passiert in den letzten 20 Jahren,

wir müssen aber endlich weg von

den hässlichen Plastikjacken.

Unsere nachhaltige Damenkollektion

ist in der Mode zuhause:

feminine Tank-Tops und Leggings

in seidenweichen Materialien mit

schmeichelnden, figurbetonten Silhouetten

– Luxus, den man fühlt

und sieht, immer und überall, wo

Frau sich am und auf dem Meer bewegt.

Bei 4SEA haben wir uns Gedanken

gemacht, wie wir besonders

für Frauen schöne Marine Fashion

machen können. Innovation ist das

Stichwort.

Wie setzen Sie Innovation ein?

Für Farbvariation entwickeln wir

gezielt Materialkombinationen, die

bis dato keiner so genutzt hat. Unsere

4SEA-Jacken „La Maddalena“

und bei den Damen „Pope“ sind in

Farben wie Türkisblau, Mintgrün

oder Orange zu haben. Sowohl der

Innen- als auch der Außenstoff sind

aus recycelten Fischernetzen. Unsere

Fabrik verbindet diese Materialien

dann thermisch. Auf diese Weise

kombinieren wir Design mit Nachhaltigkeit.

Das steckt viel mühsame

Entwicklungsarbeit darin.

Als Patentanwalt habe ich ja

täglich mit Erfindungen zu tun.

Es passiert in der Textilindustrie

zu wenig. Das mag aber auch am

Kunden liegen. Kleidung sollte ein

geschätztes Luxusprodukt sein.

Mir scheint, zu oft geht es nur um

günstig. Was ich am Körper trage,

sollte mir aber wichtig sein. Als

Yachtie sollte ich auch das Meer

am Herzen tragen.

Welche Player spielen

denn hier eine Rolle?

Die Wertschöpfungskette ist lang.

Da sind die Hersteller der Rohware,

der Garne, die Hersteller der Stoffe

und die Hersteller der eigentlichen

Bekleidung – wie 4SEA. Alles aber

3 Fragen an Guillermo Parada

Azzurra TP52-Skipper und Markenbotschafter von 4SEA.

Warum engagieren Sie sich für 4SEA?

Die Modeindustrie trägt wesentlich

zur Plastikverschmutzung der

Meere bei. Natürlich ist Segelbekleidung

nur ein kleiner Teil des

Pro blems, aber hier können wir

als Profi-Segler ein Statement machen:

„Setzt ein Zeichen und kauft

nachhaltige Segelbekleidung.“ In

unserem kommenden Club Swan

50 Team Tango, welches durch

4SEA gesponsert wird, peilen wir

mit Unterstützung von 4SEA an,

nur nachhaltige Segelbekleidung

einzusetzen. Unsere Rash Guards

bestehen aus Materialien, die von

alten recycelten Fischernetzen

stammen, ebenso unsere Shorts.

beginnt am Anfang. Rohware und

Garne spielen die größte Rolle. Sowohl

was die Chancen, als auch die Risken

anbelangt.

Firmen wie Aquafil in Italien haben

Technologien entwickelt, mit denen

es möglich ist, aus Fischernetzen und

Plastikmüll Garne herzustellen, da

macht Giulio Bonazzi, der Präsident

von Aquafil, eine tolle Arbeit. Dazu

gehört Risikobereitschaft und eine

Vision.

Jedes Glied in der Kette braucht

aber einen Ansporn, „sustainable“

zu werden. Der Kunde muss diese

Produkte einfordern. Die Eigner großer

Yachten sind wichtig. Einige melden

sich bei uns wollen für Ihre Crew

nachhaltige Bekleidung. Yachtbauer

kommen nun auch schon auf uns zu

im Dienste ihrer Kunden.

Leistungssportler wie die in der Vendée

Globe haben eine Vorbildfunktion,

wenn es z. B. um Plastik im Meer geht.

Wir haben bei der diesjährigen Vendée

Globe Didac Costa unterstützt, um auf

das Thema aufmerksam zu machen.

Yachtclubs sind auch wichtig. Der

Yachtclub Costa Smeralda hat mit der

Klappt das auch offshore?

Wir werden die neuen offshore-

Jacken von 4SEA im Herbst

testen. Da kommen spannende

nachhaltige Produkte. Es geht ja

nicht nur um die Kombination

aus Außenhaut und Futter, es

geht auch um die Wahl der

Beschichtungen.

Was sind Ihre Pläne jetzt, wo

die Azzurra-Ära zu Ende ist?

Mein Plan ist es, weiter auf höchstem

Niveau zu segeln, und da

freue ich mich auf das kommende

Club Swan 50 Team Tango ebenso

wie auf die J70-Saison. Ich bin ja

auch offen für alles Neue.

„One Ocean Foundation“ eine Orga nisation

gegründet, die gegen die Verschmutzung

der Meere kämpft. Sie

haben sich auch die Probleme in der

Textilindustrie angesehen und kürzlich

den „Business for ocean sustainability

focus – fashion industry“ publiziert.

Das sind wichtige Beiträge.

Wie geht es nach der

ersten Kollektion weiter?

In diesem Jahr haben wir in Porto

Rotondo auf Sardinien unseren ersten

Laden eröffnet. Wir sind stolz darauf,

dass sich einige sehr pres tigeträchtige

Yachtclubs für 4SEA entschieden haben.

Das ermöglicht uns, in diesen

Partnerschaften über neue Produkte

nachzudenken. Unsere Offshore-Kollektion

kommt nächstes Jahr auf den

Markt – da haben wir noch viel vor.

Warum 4SEA?

Damit definieren wir eine völlig neue

Form von Marine Fashion: fürs Auge,

für die Seele, fürs gute Gefühl, für die

Zufriedenheit auf allen Ebenen – „the

sea in mind“ sagen wir.

è www.4sea.com

GUILLERMO PARADA

ist Argentinier und Sieger

der Coppa del Rey

(2007, 2009 und 2010)

sowie Weltmeister

und Gewinner der TP52

Superseries (2012, 2015

und 2019). Er hat auch

an den Olympischen

Spielen 1988 teilgenommen

(470) und war insgesamt

zehn Jahre lang

Azzurra TP52-Skipper.

4/2021 23


Sportswear

FOTO: SHUTTERSTOCK

Fuß fassen

Von ausgesprochen klassisch bis überaus

sportlich: Dubarry weiß seit über 80 Jahren,

was des Seglers Füße schmeichelt.

Text WOLFGANG GEMÜND

Dubarry klingt irgendwie nach

altenglischem Landadel – damit

ist man aber auf der ganz

falschen Fährte! Gegründet wurde

das Unternehmen nämlich 1937 an

der irischen Westküste als Kooperative,

die den Menschen in der Region

Arbeit geben sollte. Es kommt

aus englischer Sicht noch schlimmer:

Benannt hat man die Marke,

um ihr einen europäischen Klang

zu verleihen, nach Madame du Barry,

der berühmten Mätresse des

verlost unter allen Teilnehmern zwei Paar

Dubarry-Schuhe – 1 x Modell Palma und 1 x Modell

Dungarvan. Einfach eine E-Mail mit Betreffzeile „Palma“

oder „Dungarvan“ (je nach Wahl) an gewinnen@ocean7.at

senden und mit etwas Glück gewinnen! Das Modell

Palma gibt es für Damen und Herren, das Modell

Dungarvan nur für Herren. Bitte Ihre Wunschfarbe und

-größe in der E-Mail bekanntgeben – Informationen darüber finden

Sie auf der Dubarry-Homepage www.dubarry.com. Teilnahmeschluss

ist der 26. Juli 2021, die Gewinner werden per E-Mail verständigt.

Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich ein verstanden, den -

News letter (jederzeit kündbar) per E-Mail zu er halten. Ihre Daten werden

in keiner Form an Dritte weiter gegeben. Eine Bar ablöse des Gewinns ist

nicht möglich. Rechtsweg ausgeschlossen.

Must have

Redaktions-

Tipp

französischen Königs Ludwig XV.

Segelschuhe gehörten sehr bald

zur Produktpalette der Iren, später

kamen noch Stiefel für See und Jagd

dazu. Das Motto der Kooperative

hätte lauten können „Wir machen es

ordentlich oder gar nicht“, die Qualität

des Schuhwerks war jedenfalls

von Beginn an legendär.

An die traditionell handgefertigten

Leder-Mokassins der ersten

Jahrzehnte erinnert das aktuelle

Modell Dungarvan. Unter der klassischen

Nubuk-Haut stecken allerdings

einige sehr schlaue Features,

die das Leben an Bord angenehm

machen. So etwa die extrem rutschfeste

und nicht abfärbende Sohle,

eine leichte EVA-Zwischensohle

und ein wasserabweisendes Finish.

Wer einer segelsportlicheren

Optik den Vorzug gibt, halte sich

an das Modell Palma. Das extra

weiche Obermaterial und die

Schnürung sorgen für eine

präzise Passform. Dazu kommen

ein einzigartiges Fußbett,

das sich der Form des

Fußes anpasst, sowie eine

stoßdämpfende EVA-Zwischensohle.

Das Fußbett ist zum

einfachen Waschen herausnehmbar,

das Obermaterial besteht aus

schnelltrocknenden,

atmungsaktiven

und antimikrobiellen

Stoffen.

Die Sohle? „Non

Slip-NonMarking“,

so wie es sich gehört

an Bord.


è www.dubarry.com/eu/de

24 4/2021


ÜBER

JAHRE

FOTO: SHUTTERSTOCK

Grandezza

Neu: die Bavaria C38

Ghost in Kroatien

und die Basis an

der Amalfiküste in

Italien.

Bildunterschrift

SERVICE IST TRUMPF. Als Spezialist

im Segelrevier Kroatien (15 Basen) hat

sich Pitter Yachtcharter mit Sitz in Österreich

etabliert. Entsprechend groß, aber

auch hochwertig ist die Flotte. So ist die

nagelneue Bavaria C38 (ausführliche

Modellvorstellung ab Seite 68) zurzeit

nur bei Pitter verfügbar. „Weitere haben

wir bereits für 2022 bestellt, um der

großen Nachfrage gerecht zu werden“,

sagt Klaus Pitter – vielleicht findet eine

davon auch ihren Weg nach Italien,

wo Pitter jetzt neu an der Amalfiküste

mit einer kleinen, aber feinen Charter-

Partner-Basis zu finden ist.

In Summe ist Pitter in sieben Ländern

vertreten, eine enorme Herausforderung

in Zeiten unterschiedlichster Reiserestriktionen.

Im Dienste des Kunden hat

man sich daher auch auf diesem Gebiet

zum Top-Experten-Team gemausert,

das über aktuelle Bestimmungen nicht

nur laufend informiert, sondern im Fall

der Fälle auch schnell und kundenfreundlich

agiert und berät.

è www.pitter-yachting.com

Segelrunde

GEMEINSAME TÖRNS. Der Flottillen-

Spezialist Sunsail hat zwei weitere

Kroatien-Törns und exklusive Genuss-

Reisen in sein Programm aufgenommen.

Neu ist die Brač-Flottille ab

Marina Agana, auf der die Gäste

Kroatien rund um die Insel mit dem

berühmten Strand „Goldenes Horn“

ganz ursprünglich erleben können.

Die beliebte Hvar-Flottille an der

Dalmatinischen Küste folgt einer

neuen Route mit kurzen Inselhops

und Option zum Wracktauchen.

Intensiv mit der kulinarischen

Seite der jeweiligen Destination

setzen sich Sunsails vier Wein- und

Genuss-Flottillen auseinander, beispielsweise

ab Portorosa entlang der sizilianischen

Küste und zu den Äolischen

Inseln. Während der siebentägigen

Segelurlaube für Gourmets liegt der

Fokus auf einheimischer Küche und

regionalen Weinen. Neben Weinver ­

kostungen werden besondere Restaurants

entlang der Route besucht.

Kultur & Mythen

Segeln in Griechenland

Törnvorschlag ab Athen:

Familientörn im

Saronischen Golf

www.argos-yachtcharter.de/s/tva

Urlaubsflotte an der Leine.

+49 (0) 611 - 66 05 1

mail@argos-yachtcharter.de

www.argos-yachtcharter.de


Flottillensegeln

26 4/2021

Mitte der 1970er-Jahre

starteten die ersten von

Agenturen organisierten

Flottillen-Chartertörns.


Flottillen für

Fortschreitende

Geführte Törns sind der ideale Urlaubsmodus für Skipper mit wenig (Revier-)Kenntnissen oder

Familien mit Kindern. Flottillen können aber auch genutzt werden, um erfahrenen Skippern

Segelspaß in der Gemeinschaft zu bieten. Yachtcharter Müller nennt seine z. B. Explorer-Törns ...

Text WOLFGANG GEMÜND

FOTOS: SHUTTERSTOCK (2), GERNOT WEILER (1)

Die Idee ist so simpel und

gut, dass es nicht lange

brauchte, bis jemand den

entsprechenden Geistesblitz

hatte. Ende der 1960er-Jahre

entwickelte sich der Segelcharter

langsam zum Massenphänomen,

und schon Mitte der 70er-Jahre

starteten die ersten von Agenturen

organisierten Flottillen, um synchron

die Anker zu lichten. Sunsail

zum Beispiel, anfangs nur eine Segelschule

im Saronischen Golf, fing

1975 an, mit kleinen Segelflotten

die griechische Ägäis zu bereisen.

Lieber gemeinsam als einsam zu

segeln erwies sich als so durchschlagender

Erfolg, dass sich aus

der kleinen Segelschule eines der

weltweit größten Charterunternehmen

entwickelte.

Vor allem Segelnovizen sprach

und spricht das Konzept des Flottillensegelns

an. Man segelt auf

der eigenen Charteryacht in einer

Gruppe von – meist sind es zwischen

fünf und 15 – Yachten. Angeführt

wird die Flottille von einer

Begleityacht, die mit einer professionellen

Crew besetzt ist, immer

mit einem revierkundigen Skipper

und einem Mechaniker, meist auch

mit einem Arzt. Großer Vorteil

beim Segel urlaub in einer Flottille:

Es ist für alles gesorgt – reservierte

Anlegeplätze, volle Diesel- und

Wassertanks, organisierte Veranstaltungen,

bis hin zur Auswahl

der schönsten Badebuchten und

einladendsten Strandrestaurants.

Statt sich mit Behördengängen,

Landesgesetzen, Schiffstechnik,

Wind und Wetter oder dem Einkauf

von Proviant zu beschäftigen,

kann man sich auf die schönen

Seiten des Segelns konzentrieren.

Und für viele frischgebackene

Skipper mit noch wenig Erfahrung

sorgt allein die Tatsache, dass ein

erfahrener Skipper immer in der

Nähe ist und bei Bedarf jederzeit

Unterstützung geben kann, für

einen ordentlichen Schub Selbstvertrauen.

DIE ENTENFAMILIE

Neben Segeleinsteigern sind Familien

mit Kindern die größte Klientel

von Flottillenanbietern, finden

die Kids doch beim gemeinsamen

Baden in den Buchten oder Landgängen

auf den anderen Booten

sehr leicht gleichaltrigen Umgang.

Die beiden Zielgruppen haben

gemeinsam mit Törns mit vielleicht

etwas allzu stringenter Organisation

allerdings dazu geführt, dass

Flottillensegeln bei erfahrenen

Skippern den Hautgout von Entenfamilien

bekam: Vorneweg die Entenmamma

(= Führungsboot), dahinter

eine diszipliniert aufgefädelte

Formation von schnatternden

Küken (= Kunden).

Namhafte Flottillen-Anbieter wie

etwa Yachtcharter Müller mit Sitz

in Linz bemühen sich sehr, dieses

Bild aus den Köpfen ihrer Kundschaft

zu bringen und betonen,

dass man als Mitsegler sehr wohl

aus der Reihe tanzen darf.

Für Thomas Hickersberger,

Geschäftsführer von Yachtcharter

Müller, bot das Flottillen-Image als

einer in Reih und Glied segelnden

Karawane die Möglichkeit, die

Grundidee des gemeinsamen

Segelns aufzunehmen und ihr

einen anderen Spin zu geben.

THOMAS HICKERSBERGER

ist Geschäftsführer von

Yachtcharter Müller mit

Sitz in Linz.

Neben Segeleinsteigern

sind Familien mit Kindern

die größte Klientel

von Flottillenanbietern.

4/2021 27


Flottillensegeln

ERFOLGREICHE NISCHE

Hickersberger erinnert sich, wie

ihm um das Jahr 2000 die Idee seiner

Explorer-Törns kam – Gruppentörns

in exotischen Revieren im

losen Verband, bei dem jede Yachtcrew

tun und lassen kann, wonach

ihr ist. „Die Gruppe soll Sicherheit

vermitteln, gleichzeitig soll aber

auch die Individualität eines Segeltörns

nicht verloren gehen“, erklärt

Hickersberger sein Konzept. „Bei

der Törnplanung wird besonders

darauf geachtet, dass man sich

leicht von der Route aus- und wieder

einklinken kann. Der Törnverlauf

soll zu vielen Sehenswürdigkeiten

führen, aber es soll auch

genug Freiraum zum Schwimmen

und Schnorcheln bleiben.“

„2003 war es dann soweit und

unser erster Karibik-Explorer

konnte starten“, erzählt Hickersberger.

Zuerst wurden Crewtreffen,

Route, Flüge, Transfer und

Insel rundfahrten von uns organisiert

und bestellt und im Mai legten

wir mit fünf Katamaranen und

Yachten in Martinique ab. Meine

Führungsyacht war besetzt mit

einem Arzt und einem Einheimischen

als Skipper, Techniker und

Guide, der uns über die lokalen

Gepflogenheiten, Highlights,

nautischen Besonderheiten, aber

auch über die besten Cocktails

Auskunft geben konnte.

Jeden Morgen trafen sich die

Skipper bei mir auf dem Kat oder

an Land und wir besprachen gemeinsam

die Tagesroute und vereinbarten

einen Treffpunkt für die

Nacht, wo gegebenenfalls ein Lokal

oder eine Marina für unsere Explorer

reserviert wurde. Für untertags

gab es Tipps über die besten

„ Die Gruppe soll Sicherheit

vermitteln, gleichzeitig soll

aber auch die Individualität

eines Segeltörns nicht

verloren gehen.“

Badebuchten oder Schnorchel plätze,

die jede Crew nach Lust und Laune

aufsuchen konnte.“

Nach der gelungenen Premiere

folgten fortan weitere Explorer-

Törns, jedes Jahr in einem anderen

Revier. Nach der Karibik waren

Mittelmeer-Destinationen an der

Reihe, 2017 folgte dann mit den

Seychellen der Sprung in den

Indischen Ozean.

DER CLUB ALS FLOTTILLE

Der große Organisationsaufwand

bei jedem Törn lässt für Yachtcharter

Müller nicht die große Kasse

klingeln, dafür aber gewinnt man

Stammkunden für spätere Alleinfahrten

oder weitere geführte

Törns. „Es haben uns aber auch

schon zahlreiche Segelvereine kontaktiert,

für die wir tolle Clubtörns

erarbeitet und deren Mitglieder

wir in die ausgefallensten Reviere

der Welt entführt haben“, erzählt

Thomas Hickersberger. „Besonders

erwähnenswert ist hier der Yachtclub

Austria, mit dem wir gemeinsam

eine Langstrecke von den

Azoren nach Madeira und mit

Crewwechsel wieder zurück als

fixen Bestandteil der FB4-Ausbildung

implementieren konnten.“

Die nächste reguläre Explorer-

Reise hätte eigentlich schon stattfinden

sollen. 2020 stand Thailand

auf dem Programm, das wegen Corona

zuerst auf 2021 und dann auf

2022 verschoben werden musste.

„Aber Vorfreude ist die schönste

Freude“, so der stets optimistische

Geschäftsführer und leidenschaftliche

Segler. Er freut sich gemeinsam

mit den schon eingebuchten Crews

auf die Andamanensee mit ihren

exotischen Inseln.

Viele weitere Reviere stehen auf

seiner To-Do-Liste. „Die fertigen

Konzepte für Kuba und Malta liegen

bereits in meiner Schublade,

aber auch Französisch-Polynesien

mit der Insel Raiatea reizen mich

sehr und warten schon auf die

Ausschreibung.“


Von der Organisation im Vorfeld bis

zur täglichen Skipperbesprechung:

Thomas Hickersberger hat alles im Griff.

Kein Gruppenzwang, aber Spaß in der

Gruppe – das ist Flottillensegeln.

FOTOS: SHUTTERSTOCK (3), YACHTCHARTER MÜLLER (3)

28 4/2021


YACHT HAVEN MARINA 1

Phang Nga

K. Nakha Yai

K. Nakha Noi

Phuket

K. Rang Yai

K. Sire

K. Racha Yai

Im Verband segelnd in Thailand, hier in

Phuket vor Anker an einem Sandstrand.

Im Verband segeln seit 1993

8

K. Phing Kan

K. Hong

K. Yao Noi

K. Yao Yai

K. Phak Bia

2

Andamanensee

K. Yung

Phi Phi Don

Phi Phi Leh

Krabi

AO NANG BEACH

3 RAI LEH BEACH

Tradition verpflichtet. Yachtcharter Müller wurde 1980 als erste Charteragentur Österreichs

gegründet. Mit dem „1. Austria Holiday Cup“ ging 1993 der erste geführte Törn

über die Bühne und war so ein Erfolg, dass sogar im TV darüber berichtet wurde. 2003

startete Thomas Hickersberger seinen ersten „Explorer“-Flottillentörn in der Karibik.

2022 steht der „Thailand Explorer“ (Andamanensee, siehe Karte) auf dem Programm.

è www.yachtcharter-mueller.at

4

K. Sriboya

K. Pu

K. Mai Phai

K. Rok Noi

K. Lanta

K. Talabeng

K. Por

Kantiang Bay

5

K. Rok Yai

7

K. Ngai

K. Kradan

K. Muk

6

WEIL DU

DAS NOCH

DEINEN

ENKEL-

KINDERN

ERZÄHLEN

WILLST

Vereint segeln: Hier mit Skippern des

Yacht Club Austria im hohen Norden.

Die Flottille bringt nicht nur Sicherheit,

sondern auch viele neue Freunde.

Der nächste Explorer

von Yachtcharter Müller

startet 2022 in Thailand.

TAUSEND GRÜNDE,

EIN PARTNER


Sabbatical

We are

sailin‘ Family

Für viele war das vergangene Jahr ein Fiasko, für wenige ein Vergnügen. Zu den Glücklichen darf sich Familie Mandl

zählen. Sie beschloss, sich nach dem ersten Lockdown für fast ein Jahr „in Selbstquarantäne“ zu begeben. Und zwar

auf ihrem Segelschiff Inaya, das sie nach den ersten Grenzöffnungen im Juli 2020 von Sardinien auf die Kanaren

überführten, um dort an Bord zu leben. Im Juni 2021 hieß es dann wieder „Koffer packen“ – und das vergangene Jahr

noch einmal Revue passieren lassen: War das Familienjahr an Bord wirklich eine gute Idee von Skipper Mathias (39)

gewesen? Hatte Ehefrau Conny (38) keine Zweifel, als sie sich auf dieses Abenteuer einließ? Ist Tochter Emilia (10)

niemals seekrank gewesen und wie kam deren Schwester Leona (8) mit der fremden Sprache zurecht? Jedes

Familienmitglied hat für sich seine Gefühle und Erfahrungen noch an Bord in Wort und Bild zu Papier gebracht.

Und dies auch

zur Inspiration angehender Langzeit-Segler zukommen lassen.

30 4/2021


Meine liebe Conny,

jetzt sitze ich hier in unserem Cockpit und schreibe ein Resümee über unsere Zeit.

Normalerweise würde ich über so etwas gar nicht nachdenken. So gut waren wir schon darin,

im Moment zu leben und einfach nur die Zeit zu genießen. Nach vorne schauten wir, wenn

wir auf See waren, und jetzt am Ende zurückblickend kann ich nur sagen: Es war die

schönste Zeit meines Lebens!

Damals im November 2019 war es ein unspektakulärer Moment, als wir in unserer Küche

standen und nach einer gemeinsamen Entscheidung suchten. Viele Dinge würden anstehen,

wenn wir so eine große Veränderung wagen wollen, Wohnung aufgeben usw., dann hab ich

einfach gesagt: Ja, wagen wir das, jetzt oder nie!“

Danke, dass du damals mitgemacht hast, es war ja immer meine Spinnerei. Beim Plaudern

darüber bei Freunden und Familie hab ich natürlich gemerkt, dass, wenn hier was schief

geht und auch nur eines meiner drei Mädels irgendwie Schaden nehmen sollte, alle Schuld

auf mir lasten würde. Das war schon eine Bürde, aber zum Glück ist nichts passiert.

Es war sicher hundert mal schwerer für dich, alles zurückzulassen, als für mich.

Aber wie immer war es ein Leichtes für dich, auch während unserer Zeit an Bord

viele neue Freunde zu f inden.

Als sich der Bug der Inaya nach Gibraltar in Richtung Atlantik gerichtet hat,

hast du gesagt: Jetzt hast du es geschafft, uns hierher zu bringen - mit vielen Frage zeichen

und Zweifeln in deiner Stimme. Mittlerweile kennst du the ugly side about sailing nur zu

gut, und trotzdem weiß und freue ich mich, dass dir unser Leben an Bord gefallen hat.

Wenn ich bei langen Passagen völlig ausgepowert war, hast du dich immer um unsere Mädels

gekümmert. Klar waren das anstrengende Momente, die aber das Ankommen umso schöner

machten. Und schön haben wir es die meiste Zeit über gehabt!

Ich habe die Zeit mit euch so sehr genossen. Wir waren immer draußen in der Natur und

auch den Mädls tat das richtig gut. Ja, sie waren hier weit weg von dem gewohnten Komfort

in Österreich. Aber sie haben neben deiner Schule an Bord auch die Geschwindigkeit

der Natur kennengelernt, gesehen, wie es um unsere Umwelt steht, wie der Ozean atmet,

Sterne und Sonne und tausende Eindrücke erlebt, die sie wohl niemals vergessen werden.

Wenn die Leona in einem fremden Land im Restaurant einfach aufsteht und auf

Englisch Sojasauce nachbestellt oder Emilia dich fragt, wie Häkeln geht, und ein paar

Tage danach Großbestellungen an selbstgehäkelten Hauben abarbeitet, sich selbst lernt,

Kuchen zu backen, oder am Ankerplatz mit dem SUP kurz mal weg ist, um andere

Boote zu besuchen, zeigt mir das, was auch die vielen Freunde, die wir auf den

Kanaren kennen und lieben gelernt haben, mir sagten: Du kannst so stolz sein auf

deine Mädels. Und das bin ich auch!

Ich bin gespannt, ob sie später einmal stolz von dieser Reise erzählen.

Wenn ja, würde mich das überglücklich machen.

Und nein, die ganze Zeit zu viert auf so engem Raum zu leben hat

mich nie gestört. Im Gegenteil, ich genoss die Zeit mit euch so nah um

mich, da lebe ich auch gerne in einfachen Verhältnissen. Von mir aus

hätten wir noch gut ein weiteres Jahr anhängen können, aber ein

neues Kapitel wird aufgeschlagen ...

Ob es das letzte Jahr toppen kann? Wir werden sehen :-)

Papa Mathias


„Sie haben die Geschwindigkeit der Natur

kennengelernt, gesehen, wie es um unsere

Umwelt steht, wie der Ozean atmet, Sterne

und Sonne und tausende Eindrücke erlebt,

die sie wohl niemals vergessen werden.“

Sailin‘ Canaries – ein Jahr, ein Boot, eine Familie

Juli 2020:

Aufbruch aus dem Winterlager in Arbatax, Sardinien

August und September: Spanien/Balearen

Oktober:

Überfahrt von Gibraltar zu den Kanaren – La Graciosa

Bis 15. Juni 2021: Insel-Hopping zwischen allen sieben kanarischen Inseln

Seemeilen insgesamt: rd. 3.000 nm

Motorstunden / Diesel: rd. 350 h/424 l

è www.sailing-inaya.com

Die Inaya war fast ein Jahr lang

das Zuhause für Conny, Emilia,

Leona und Mathias auf den Kanaren.

Die Segelyacht

Modell/Baujahr Sun Odyssey 37/2000

Länge

Breite

Tiefgang

11,4 m

3,7 m

1,5 m

Kabinen 3

4/2021 33


xxxxx xxxx

Leona, mit 8 Jahren das jüngste

Familienmitglied, schickte uns

dieses Bild als ihre Erinnerung

an das eine Jahr an Bord auf

den Kanaren.

„ Bis jetzt, finde ich, waren die tollsten

Er leb nisse, Delfine und Wale zu sehen,

mein Tauchkurs, das Surfen, unsere

Ausflüge an Land und das Reiten.“

34 4/2021

Im letzten Jahr habe ich auf einem 11 Meter langen

Segelboot gelebt.Wir sind in Sardinien gestartet und

über die Balearen nach Gibraltar gesegelt. Von Gibraltar

aus sind wir dann hierher auf die Kanaren gesegelt.

Auf unserer Reise haben wir Delfine, Wale, Schildkröten,

viele Fische und ganz viele verschiedene Orte gesehen.

An einem Segeltag setzten wir je nach Wind die Segel. Ich

machte es mir am Boden mit Decken und Pölstern gemütlich.

Meistens hörte ich dann Geschichten oder häkelte etwas.

Das Tolle am Segeln war, dass wir viele verschiedene Orte

entdecken konnten.Nicht so toll fand ich es, wenn die Wellen zu

hoch waren und das Boot wild schaukelte. Dann freute ich mich

immer, wenn wir in der Marina ankamen.

Bis jetzt finde ich waren die tollsten Erlebnisse Delfine und Wale

zu sehen, mein Tauchkurs, das Surfen, unsere Ausflüge an Land

und das Reiten.

Ganz viel vermisst habe ich meine Familie und Freunde, aber auch

meine Nähmaschine und Omas riesige Küche - damit ich noch

mehr backen kann.

Ich werde die Menschen, die wir hier kennengelernt haben, vermissen.

Emilia


Yachtcharter – Yachtverkauf

Einhand-Veteran

ERINNERUNGEN. Seit über 50 Jahren segelt

der Autor Wilfried Erdmann auf den

Weltmeeren und schreibt darüber. Z. B.

über seine Einhand-Weltumseglung in

den 1960er-Jahren als erster Deutscher

überhaupt. Sein aktuelles Buch mit dem

schönen Titel „Ich bin auf See“ ist ein

kleiner, aber feiner Bildband, randvoll

mit Fotos seiner Reisen. Fotos, die bislang

zum Teil nicht veröffentlicht wurden,

dazu Reflektionen

und Gedanken

über sein Leben auf

dem Wasser.

Wilfried Erdmann:

Ich bin auf See.

Delius Klasing Verlag,

272 Seiten, 180 Fotos,

€ 45,–.

è www.delius-klasing.de

Gönn Dir eine

Auszeit, setz die

Segel und sei eins

mit der Natur

Bahnenzähler

SMARTWATCH. Die TAG Heuer Connected ist

eine Luxus-Smartwatch (ab € 1.700,–), die auch

über verschiedene Fitnessfunktionen verfügt.

Obwohl wasserdicht, unterstützte die Software der

Uhr bislang leider keine Schwimm einheiten. Mit dem

neuesten Update der hauseigenen Sport-App ist dieses

Manko jetzt behoben. Sehr fein: Die Uhr zählt

automatisch Bahnen. Nicht so fein: Die Herzfrequenzmessung

funktioniert unter Wasser nicht.

è www.tagheuer.com

Kompakter hören

EINSTIEGSRADIO. Das neue MS-RA60

ist das bisher effizienteste Marine-Radio

von Fusion Entertainment, einer Marke

von Garmin.

Entwickelt im kompakten Design

und mit integriertem DAB+-Empfänger

eignet sich das MS-RA60 insbesondere

als Einstiegsmodell für alle, die sich trotz

beschränktem Platz am Steuerstand gutes

Entertainment an Bord wünschen.

Selbstverständlich können Klang, Lautstärke

und Balance für selbstdefinierte

Audio-Zonen an Bord je nach Bedarf

angepasst werden.

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Restwochen-Angebote für Juli/

August und tolle Herbst-Angebote!

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„ Still folg‘ ich meinem Stern beflissen;

Das Segel wird vom Sturm zerrissen,

Doch rettet es den Steuermann.“

Victor Hugo (1802–1885), französischer Schriftsteller

Vertragshändler für

offi ce@trend-travel-yachting.com

Tel. +43(0)5332/74291

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Segel-Tramper

Couchsailing

Timo Peters ist – seglerisch noch ziemlich

grün hinter den Ohren – per Anhalter über

den Atlantik gesegelt. Seine Abenteuer unter

Seglern hat er nun in einem Buch veröffentlicht.

Wir baten zum Interview.

Was treibt einen Nichtsegler in ein so waghalsiges

30-Tage-Abenteuer auf hoher See?

Vor der Atlantiküberquerung war ich vor

allem leidenschaftlicher Reisender und

Tramper. Auf einer Reise per Anhalter

fand ich mich plötzlich in Südportugal auf

einem Segelboot wieder – und von da an

träumte ich davon, so mal einen Ozean zu

überqueren. Zur Vorbereitung bin ich

dann auf ein paar Wochenendtörns auf der

Ostsee mitgesegelt und habe parallel den

Sportbootführerschein See gemacht. Und

dann ging es auch schon los: Als ich zur

ersten Etappe in Richtung Kanaren ablegte,

war ich echt noch blutiger Segel-Anfänger.

Insgesamt war ich übrigens vier Monate

unterwegs, davon 30 Tage auf See.

Von wo bist du gestartet, auf welcher Yacht

hattest du deine erste Mitfahrgelegenheit?

Bei meiner Vorbereitung auf das Abenteuer

war ich auf Gibraltar als günstigen Ausgangspunkt

gestoßen. Dort landete ich

dann auf einer amerikanischen MacGregor

65 – eine sehr gut ausgerüstete Yacht, lang,

schmal und sehr sportlich. In der Spitze

segelten wir mit fast 15 Knoten über den

Atlantik, das hat schon echt Spaß gemacht.

36 4/2021


Wie ging es weiter?

Mein nächstes Boot war das komplette

Gegenteil: eine behäbige,

dicke Stahlketsch. Langsam, aber

sehr sicher. Auch die Crewzusammensetzung

hätte kaum unterschiedlicher

sein können: Auf der

ersten Etappe war ich noch der einzige

Mitsegler. Der Kapitän hatte

den Atlantik einhand überquert und

mich auf der Rücktour nur für das

Teilstück bis zu den Kanaren mitgenommen,

weil ihm die Geschichten

über marokkanische Fischerboote

ohne Beleuchtung Respekt eingeflößt

hatten. Weiter ging es dann

mit einer vierköpfigen Crew aus

drei Ländern – über mangelnde

Abwechslung kann man sich nicht

beklagen, wenn man so von Boot

zu Boot hüpft!

Hattest du auf dem Atlantik jemals

Zweifel an deinem Unterfangen?

Die größten Zweifel hatte ich zu

Beginn der Reise. Als ich einem

Hafenmeister in Málaga von meinem

Plan erzählte, schaute der

mich nur verdutzt an und meinte,

dass hier keiner über den Atlantik

wolle. Da hatte ich kurz Sorgen,

dass das Ganze vielleicht doch eine

Schnapsidee war. Unterwegs dann

gab es eine etwas brenzlige Situa ­

tion mit viel Bruch am Boot. Da

habe ich mich schon kurz gefragt,

ob das gut geht und wieso ich mir

sowas überhaupt antue.

Du warst viel unter Weltumseglern,

eine besondere Erfahrung für dich?

Ich habe diese Community als sehr

buntes Völkchen mit ganz unterschiedlichen

Menschen aus aller

Herren Länder kennengelernt. Alle

gemein haben sie, dass sie es nicht

beim Träumen belassen, sondern

Dinge anpacken. Wie diese Leute

ihre Träume in die Tat umsetzen

und dabei auch Rückschläge und

Entbehrungen in Kauf nehmen und

Herausforderungen annehmen –

das hat mich begeistert. Auch die

verschiedenen Lebensmodelle der

Weltumsegler finde ich spannend:

Rentner auf dem großen Abenteuer

ihres Lebens, junge Paare und sogar

Familien, die sich gleich für mehrere

Jahre eine Auszeit nehmen.

Ist dein Buch eine Anleitung zum

Segel-Trampen?

Couchsailing ist mein Abenteuerbericht

von hoher See. Wer eine Anleitung

sucht, wie er so ein Abenteuer

als Mitsegler angehen soll, dem gebe

ich Tipps auf meinem Blog. Dort

findet man auch ein kleines E-Paper

„Mitsegeln“ mit praktischen Tipps

zur Ozeanüberquerung per Anhalter

auf einem Blick.

Fühlst du dich fit für eine eigene Yacht?

Als richtiger Segler oder Skipper

fühle ich mich ehrlich gesagt noch

immer nicht. Irgendwann einmal

will ich aber unbedingt in der Südsee

segeln. Ob ich den Pazifik als

stolzer Yacht-Eigner oder wieder

per Anhalter überquere, muss ich

noch herausfinden.

„Couchsailing – wie ich per An halter

über den Atlantik reiste“ von Timo

Peters ist im Verlag Kiepen heuer &

Witsch erschienen und als Taschenbuch

oder E-Book erhältlich.

è www.kiwi-verlag.de

verlost unter allen Teilnehmern drei Exemplare des Buches

„Couchsailing“! Einfach eine E-Mail mit Betreffzeile „Couchsailing“ an

gewinnen@ocean7. at senden und mit etwas Glück gewinnen! Teilnahmeschluss

ist der 26. Juli 2021, die Gewinner werden per E-Mail verständigt.

Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich einverstanden, den

- News letter

(jederzeit kündbar) per E-Mail zu er halten. Ihre Daten werden in keiner Form an

Dritte weiter gegeben. Eine Bar ablöse des Gewinns ist nicht möglich. Rechtsweg

ausgeschlossen.

Per Anhalter über den

Atlantik. Wie das geht,

verrät Tramper Timo

Peters auf seinem Blog:

è www.bruderleicht

fuss.com

4/2021 37


Papua-Neuguinea

Wenn man auf New Britain nicht jeden Ankerplatz-Tipp ernst nimmt, genug Tauschwaren an

Bord hat und nachts den Aufenthalt in den Vergnügungsvierteln sowie unliebsamen Besuch

an Bord vermeiden kann, ist es durchaus möglich, in diesem landschaftlich beeindruckenden

Revier schöne Erfahrungen zu machen. Zumindest kurzfristig.

Text und Fotos WOLFGANG HAUSNER

Unerfreuliche

Begegnungen

38 4/2021


FOTOS: SHUTTERSTOCK (2)

Essen fassen!

Taboo III segelte über die

Solomon Sea, alles war

bestens, nur die Baumstämme,

die wir während

der letzten zwei Tage regelmäßig

gesichtet hatten, waren etwas nervend

und zwangen uns zu ständigen

Ausweichmanövern. Am späten

Nachmittag gelangten wir in

die Nähe der Marshall-Bennet­

Inseln, die zu Papua-Neuguinea

gehören, und wollten bei Kwaiawata

ankern. Niemand an Bord

hatte Lust auf eine weitere mondlose

Nacht zwischen den riesigen,

hölzernen Hindernissen.

Während wir in Lee der Insel

entlangglitten, kam uns ein alter

Mann zügig entgegengepaddelt,

der uns partout den einzigen tauglichen

Ankerplatz zeigen wollte.

Dort angelangt sahen wir mit

dem letzten Licht gerade noch die

Korallenköpfe knapp unter der

Wasseroberfläche, machten einen

schnellen Rückzieher und ließen

den Anker weiter draußen auf

gut 35 Meter fallen. Für weitere

Aufregung oder Gedanken waren

wir einfach zu müde.

Am nächsten Morgen sah die

Welt schon besser aus. Unter einer

strahlenden Sonne hakten wir die

26 Seemeilen bis zum Egum-Atoll

ab, segelten durch die North Western

Entrance und ankerten vor einem

langen Sandstrand. Ein paar

hundert Meter weiter war eine malerische

Ansammlung von Hütten

zu sehen, deren Dächer fast bis

zum Boden reichten.

Es dauerte nicht lange, bis die

ersten Kanus zu Besuch kamen.

Die Männer brachten Tauschwaren

mit: Trinknüsse, Schneckenund

Muschelschalen oder Schnitzereien

aus Ebenholz. Wir waren

schließlich in einer Gegend, wo

Der Lonely Planet beschreibt

die Willaumez-Halbinsel an der

Nordküste von New Britain als

abgelegen und wild romantisch.

4/2021 39


4° 12‘ S

Bismarcksee

152° 10‘ E

RABAUL

Willaumez Taure Kwaiawata

Südpazifik

Papua-Neuguinea

Neubritannien

Salomonensee

Marshall

Bennett-Inseln

PORT MORESBY

Egum-Atoll

diese Art von Handel nicht nur

gang und gäbe ist, sondern auch

von jedem Schiff erwartet wird,

das sich in die Lagune verirrt –

uns inbegriffen.

Bargeld hat keinen besonderen

Wert und war daher kein Thema.

Vor noch nicht allzu langer Zeit

wurde noch Muschelgeld verwendet:

kleine, aus roten Schneckenschalen

hergestellte Scheiben, die

dann aufgefädelt und per Zoll gehandelt

wurden. Doch heute waren

Taschenlampenbatterien, Seife,

Baumwolltuch, Angelhaken, Fischleinen

und dergleichen gefragt.

Nachdem wir einige Dinge getauscht

hatten, saßen wir noch eine

Weile auf dem Achterdeck und

plauderten. Da zog ein Bursche

eine spitze Bambusnadel aus seinem

krausen Haar und stocherte

damit in einer eitrigen Wunde auf

seinem Bein herum. Diese unappetitliche

Betätigung wurde bald von

Erfolg gekrönt: Mit Grunztönen

der Befriedigung harpunierte er

eine fette Made, schnippte sie weg

und deponierte die Nadel dann

wieder in seinem Haar.

Danach kam ein Boot von Egum

Island auf Besuch. Sofort begannen

die jungen Männer über das nahe

Dorf zu schimpfen, die Leute würden

lügen, stehlen und obendrein

nicht einmal ihre Kanus richtig dekorieren.

Auf ihrer Insel wäre alles

besser und wir sollten doch unbedingt

dorthin kommen. Doch ich

hielt nicht viel von der Route, die

sie mir einreden wollten. Laut Seekarte

war sie schon zu erreichen,

aber nicht auf dem von ihnen angegebenen

Weg.

Sie versuchten dieselbe Masche

wie der alte Mann auf Kwaiawata,

der auch über die Bewohner ringsum

geschimpft hatte und uns danach

zielstrebig zum Anker- sprich

„Schiffbruch“-Platz – gelotst hatte.

SPRINTER BEI NACHT

Eigentlich hatten wir in Erwägung

gezogen, zu besagter Insel zu segeln,

aber jetzt war uns die Lust

vergangen. Stattdessen machten

wir uns auf den Weg nach Rabaul

und fanden bald, dass diese Stadt

auch ihre Eigenheiten hat.

Tagsüber ist alles in Ordnung,

die Leute sind freundlich und geben

bereitwillig Auskunft, nur nach

Einbruch der Dunkelheit sollte

man als Fremder nicht mehr auf

der Straße sein. Ab dann ist die allgemeine

Lethargie verflogen und

man ist oft das Ziel unerwünschter

Aufmerksamkeit. Aber als flotter

Sprinter kann man sich in Sicherheit

bringen, wie wir von Pancho,

dem kroatischen Kapitän des

Thuna-Fängers Galea erfuhren.

Erst zwei Tage zuvor wurde er

nach Verlassen der Disco von einem

dutzend aggressiver Männer

provoziert, die ihm dann wie ein

Rattenschwanz folgten, als er wieder

ins Hotel zurückhetzte. Von

dort forderte er telefonisch Polizeischutz

an, um heil zum Pier zu

kommen. Das war um zwei Uhr

morgens. Keine drei Stunden später

pochten dieselben Männer an

seiner Kabinentür. Als sie kein heimisches

Mädchen in seiner Koje

fanden, fauchten sie ihn an, das

nächste Mal Bier und Geld bereitzuhalten.

WIDERSTAND ZWECKLOS

Als wir Pancho trafen, zeigte er

uns das Schiff, angefangen von der

Brücke bis zu den tiefgekühlten

Salzlaugenbehältern, in denen die

Thunfische hineingekippt und in

Sekundenschnelle tiefgefroren

werden. Anschließend wurden zu

den Klängen von Musik saftige

Steaks an Deck gegrillt, während

die Sonne gerade hinter einem der

Vulkane unterging.

Einzig störend waren später die

drei Polizisten, die am Abend unangemeldet

an Bord kletterten, mit

einer Schrotflinte herumfuchtelten

und vier einheimische Mädchen

lautstark vom Schiff scheuchten.

Als diese verbalen Widerstand leisteten,

wurde dieser mit Ohrfeigen

rasch gebrochen.

Pancho kochte vor Wut, protestierte,

war aber machtlos. Er könnte

WOLFGANG HAUSNER

ist Weltumsegler,

Schriftsteller und

ocean7-Autor. Derzeit

weilt er mit seiner

Taboo III, einem

18-Meter-Katamaran,

auf den Philippinen

und bietet individuelle

Mitsegel gelegenheiten

an.

wolfgang-hausner.com

FOTOS: SHUTTERSTOCK (2)

40 4/2021


Mount Tavuruvur, ein aktiver

Vulkan in der Nähe von Rabaul.

CRUISE

CRUISE

CRUISE

WITHOUT

WITHOUT

LIMITS

LIMITS

Das Egum-Atoll mit den Baumstämmen,

die auf See eine große Gefahr darstellen.

Einbäume sind die gängigsten Verkehrsund

Transportmittel in Papua-Neuguinea.

sich zwar gegen diese Behandlung wehren,

sagte er, aber dann würden die Polizisten

das nächste Mal Rauschgift mitbringen,

es gleichzeitig finden und das

Schiff an die Kette legen. Dreimal schon

kamen sie mitten in der Nacht an Bord,

suchten nach Mädchen und wollten Bier

trinken. Nach unseren letzten Einkäufen

am nächsten Tag verließen wir Rabaul

und suchten neue Reviere auf.

DIEBESGUT AUS DEM GARTEN

Die Willaumez-Halbinsel an der Nordküste

von New Britain ist im Lonely-Planet-Handbuch

über Papua-Neuguinea so

positiv beschrieben, dass wir unbedingt

dorthin wollten, um ja nichts zu versäumen.

Geplant war, mindestens eine Woche

in dieser Gegend zu bleiben, die als

„abgelegen und wild romantisch“ beschrieben

wird. Beides traf zu, nur das

„romantisch“ hätte ich weggelassen.

Als wir am Abend ankamen und auf

30 Meter in der Tauwali-Bucht ankerten,

empfahlen uns Einheimische einen anderen

Ankerplatz, doch wir verließen

uns lieber auf unsere Erfahrung. Mit

Eine ganze Bucht für uns allein.

Recht, wie sich am nächsten Morgen herausstellte,

als wir genau an der empfohlenen

Stelle brechende Wellen sahen –

die einzigen weit und breit. Das passierte

jetzt zum dritten Mal, an Zufall konnte

ich nicht mehr glauben.

Mittags ankerten wir bei den kleinen

Taure-Inseln, wo uns ein Mann einen

Korb voller Gemüse und Obst brachte,

das wir gerne für gewünschte Sachen

eintauschten. Erst später, als der Besitzer

der Insel auftauchte, erfuhren wir, dass

unser Lieferant alles aus dessen Garten

gestohlen hatte.

UNTER HOCHSPANNUNG

Kurz vor dem Dunkelwerden hatten wir

dann erneut Besuch. Wir hörten das Gehuste

eines größeren Außenborders. Als

ich an Deck kam, versuchte gerade ein

behäbiger Mann an Bord zu klettern. Ein

riesiger Einbaum mit weiteren zehn oder

zwölf Personen lag längsseits.

Taboo III ist nicht leicht zu entern, was

nicht von ungefähr kommt. Als ich den

Kat entwarf, legte ich bewusst keinen

Wert auf einen achterlichen Treppenauf­

„ Bargeld hat keinen besonderen Wert

und war daher kein Thema.“

WITHOUT

DER NEUE AXIOM+

SMARTER, DER LIMITS

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SMARTER, NOCH HELLER ROBUSTER

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jetzt noch besser. Die Geräte der

Axiom+ jetzt noch Serie besser. sind Die mit Geräte einer High- der

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dem Quad-Core-Prozessor, dem

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raymarine.com

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Papua-Neuguinea

So klein und schon auf See.

Die Großen trauen sich weit hinaus.

„ Ein Aufentern hätte ich um jeden Preis verhindert, notfalls mit Hilfe

der griffbereiten Keule, mit der ich sonst nur große Fische besänftige.“

gang, der selbst Schwimmern ein

leichtes und lautloses An-Bord-

Kommen ermöglicht. Auch an den

Außenseiten der Rümpfe kann

man nicht hoch, da das runde

Kajütdach keinen Halt bietet. Das

Vorschiff ist bereits zu hoch über

der Wasserlinie und das achterliche,

unter Spannung stehende

Trampolin zwischen den Rümpfen,

eignet sich nur für kleine Fahrzeuge.

Also bleibt für ein größeres

Gefährt nur die letzte, achterliche

Decksfläche jedes Rumpfes.

Dort ist normalerweise auf der

Backbordseite eine solide Bordleiter

eingehängt, aber die war bereits

verstaut. Ein sportlicher Mensch

kann sich ohne weiteres von einem

Boot aufs Deck schwingen, aber

unser dicker Besucher schaffte das

nicht beim ersten Versuch, beim

zweiten stand ich bereits abwehrend

im Weg.

„Haben Sie Erlaubnis hier zu

sein?“ schnauzte er mich durch seine

Alkoholfahne an. Sich in Papua-

Neuguinea mit Besoffenen rumschlagen

zu müssen, ist schon in

Städten gefährlich, in dieser spärlich

besiedelten Gegend ohne Polizei

umso mehr. Aber soweit war

es noch nicht. Die beiden Männer

hielten sich zwar an der Bordkante

fest, konnten jedoch nicht hoch.

Das hätte ich auch um jeden

Preis verhindert, notfalls mit Hilfe

der griffbereiten Keule, mit der ich

sonst nur große Fische besänftige.

Seine Frage bejahte ich, ließ ihn

aber auch wissen, dass eine Erlaubnis

nicht notwendig sei und

es außerdem keine Zeit für einen

Besuch war, was nur ein blödes

„Warum nicht?“ zur Folge hatte.

So ging es für einige Minuten hin

und her, bis ich ihnen dringend nahelegte,

abzuhauen. Daraufhin forderte

der Rädelsführer Angelhaken

und Benzin, was natürlich nicht in

Frage kam. Ein Nachgeben würde

sofort als Schwäche ausgelegt werden,

was die Situation verschärft

hätte. Fluchend legten sie kurz darauf

ab und brausten unter Vollgas

die Küste entlang, wahrscheinlich

zu dem Dorf, wo man uns zuvor

schon auf das Riff lotsen wollte.

Eines war klar: Nur weil die

Männer nicht gleich an Bord gelangen

konnten, kam es zu keiner kritischen

Situation. Andererseits ist

es aber auch nicht so, dass man

sich vor der gesamten Bevölkerung

fürchten muss, wir hatten in anderen

Gebieten sehr gute, freundschaftliche

Erfahrungen mit den

Einheimischen gemacht.

LEICHTER ABSCHIED

Während ich am nächsten Vormittag

den Bereich des „Weidezaunes“

auf das besagte Achterdeck erweiterte,

hatten wir ein Gespräch mit

einem immens dicken, aber offensichtlich

freundlich gesinnten

Mann. Er riet uns, den Platz baldigst

zu verlassen, denn jedes

Fahrzeug, das die Küste entlangfährt,

steuert die Inseln an.

Die Bevölkerung der Halbinsel

wusste bereits, dass wir hier ankerten,

wir konnten also sehr bald

mit einem nächtlichen Besuch

und Troubles rechnen. Ich verschwieg

die 7.000 Volt, den ver ­

riegelten Kajütniedergang und

das griffbereite Schnellfeuer ­

gewehr. Dennoch war sein Hinweis

sehr nett.

Auch vor Talasea, einer kleinen

Stadt 15 Seemeilen weiter südlich,

warnte er uns ausdrücklich. Dort

gäbe es ein großes „rascal problem“

und nicht einmal er würde

sich für seine Einkäufe hinwagen.

Damit hatten wir endgültig genug

von der romantischen Willaumez-

Halbinsel und verließen sie noch

in derselben Nacht.

Wohin war noch nicht klar, aber

momentan war absegeln wichtiger

als irgendwo ankommen.

42 4/2021


Wissen und Meer

Knoten sind nicht nur

zum Durchschlagen da

Frei nach Gordion und Alexander – immerhin hat sich der phrygische König Gordion im 9. Jahrhundert

v. Chr. mit diesem Thema auseinandergesetzt und Alexander der Große hat 333 v. Chr. den Knoten mit

Brachialgewalt gelöst – so kann man es natürlich auch machen. In den tausendjährigen Erfahrungen

der Seefahrt hat sich aber die Anwendung von Knoten etwas verfeinert.

Immer wieder erlebe ich diese

oder ähnliche Situationen: Man

liegt gemütlich in der Marina in

der Box, schlürft seinen Sundowner,

plötzlich kommt Bewegung in

die Beschaulichkeit: Eine Yacht will

den Platz neben dir anlaufen, der

Wind drückt den Bug nach Lee auf

deine Yacht – verflixt, der Fender

ist weiß-Gott-wo, sh… – ich bringe

den Knoten nicht auf, zum Teufel –

wer hat denn da einen Schuster-

Knopf gebunden anstelle eines

Fenderknotens?

Zur guten Seemannschaft gehört

auch der richtige Umgang mit

Knoten. Jeder Knoten hat seinen

Sinn und seine Berechtigung. Die

Bezeichnungen selbst sind nicht so

wichtig. Die Bergsteiger sagen Bulinknoten

zum Palstek, Mastwurf

zum Webeleinstek und Prusik zum

Stopperstek. In der Literatur werden

tausende Knoten beschrieben,

in der Knotenbibel von Ashley findet

man um die 3.900 Varianten.

FÜR UNS SEELEUTE REICHEN

SECHS KNOTEN ALLEMAL

Da ist einmal der Achtknoten.

Er wird am Ende einer Leine angebracht

und verhindert dadurch das

Ausrauschen durch die Klemme

oder das Verschwinden der Schot

unter die Abdeckung einer modern

gestylten Yacht.

Der Webeleinstek, das ist der

Knoten fürs Festmachen an Pfählen,

Dalben oder Pollern. Und in Abwandlung

mit Slipstek der ideale

Fenderknoten. Und zum Festbändseln

aller möglichen Leinen.

GOTTFRIED

TITZL RIESER

ist Ausbildungs referent

des Yacht Club Austria,

dem größten Yachtclub

Österreichs. Er ist passionierter

Fahrtensegler

und hat insgesamt so

um die 20.000 See -

meilen in seinen Log -

büchern dokumentiert.

Sein Motto: „Die See ist

der beste Lehrmeister!“

kolumne@ocean7.at

Einer der einfachsten Knoten ist der

Klampenschlag – oder doch nicht?

Einer der einfachsten Knoten ist

der Klampenschlag, allerdings

wird er in den seltensten Fällen

auch richtig gelegt: Die Engländer

haben dafür eine Eselsbrücke, nämlich

O – X – O! Die Leine kommt

im spitzen Winkel zur Klampe, einmal

um den Fuß der Klampe (= O),

dann folgt das Überkreuzen (= X)

und mit einem kleinen O wird der

Klampenschlag geschlossen. Klingt

einfach, gelingt aber nicht immer

auf Anhieb.

Für den eineinhalb-Rundtörns

mit-zwei-halben-Schlägen habe

ich keinen klingenden Namen parat,

er heißt eben so. Diesen Knoten

braucht man, wenn es beim Anle gen

schnell gehen soll und das Schiff

gegen den Wind oder gegen die

Strömung gehalten werden muss.

Jetzt kommt noch der Schotstek.

In den Lehrbüchern findet man

immer noch den „einfachen

Schotstek“. Die p. t. Leserschaft

möge bitte diesen aus dem Gedächtnis

streichen, er taugt nichts.

Ich empfehle den doppelten

Schotstek zum Verknüpfen zweier

Enden, besonders wenn die zwei

Leinen unterschiedlich stark sind.

Zum Schluss darf ich den Königsknoten,

nämlich den Palstek erwähnen.

Ich nehme an, jeder kennt

den Spruch „Das Krokodil kommt

aus dem Teich, kriecht um den

Baum herum und springt wieder in

den Teich zurück“, diese Anleitung

zum Knüpfen findet in fast jeder

Segelschule Anwendung.

Der Pal stek wird am meisten gebraucht,

für mich ist er der wichtigste

Knoten, nicht nur an Bord. Er

hält unter jeder Belastung, ist leicht

zu lösen und slippt nicht. Ich verwende

ihn fast immer dort, wo ich

Schlingen brauche, wenn ich zwei

Leinen verbinden möchte – wie

gesagt, für mich der zuverlässigste

und vielseitigste Knoten.

Abschließend und für den Eintrag

ins Stammbuch sei gesagt, Übung

macht den Meister und Knoten

müssen sitzen. Es muss halt manchmal

schnell gehen, und dann sollte

man nicht mehr überlegen müssen:

„Wie war das doch gleich mit

Krokodil, Baum und Teich?“

FOTO: SHUTTERSTOCK

4/2021 43


Leben an Bord

Keine Angst vor

alten Booten

Holger Peterson ist vom Festland auf seine Stahlyacht

umgezogen. In seinem Buch „Mein Boot ist

mein Zuhause“ gibt er praktische Tipps rund um

den Lebensraum „Boot“ – hier eine Leseprobe.

Wann ist eigentlich der ideale

Zeitpunkt für den Kauf

eines Bootes? Eindeutig

im Herbst. Angebote können zu

diesem Zeitpunkt besonders attraktiv

sein. Viele Eigner entscheiden

sich während der Segelsaison zum

Bootswechsel. Kauft man das Boot

im September, wird es vielleicht

noch im Wasser liegen.

So erhält man bei einem Probeschlag

die besten Eindrücke: Ist das

Boot dicht? Schließen die Seeventile?

Funktionieren die Winschen

oder die Rollfockanlage auch unter

Last? Läuft der Motor zuverlässig?

Lassen sich Türen noch öffnen,

wenn mit 30 Grad Lage gesegelt

wird oder verzieht sich der Rumpf?

Ich gebe zu, dass ich auch schon

Boote ohne Probefahrt gekauft

habe. Aber ratsam ist das nicht.

Beim Krantermin sollte man auf

jeden Fall dabei sein. Frühzeitig offenbaren

sich „Wahrheiten“ über

den Zustand des Unterwasserschiffs.

Besteht nur der geringste Verdacht,

dass sich ein Schaden unter der Anti ­

foulingschicht verbirgt, kommt unser

Spezialwerkzeug zum Einsatz:

eine Ziehklinge, im Katalog meist

„Farbschaber“ genannt.

Hat man es mit einem ehrlichen

Eigner zu tun, wird er nichts dagegen

haben, das Antifouling über der

verdächtigen Stelle abzuziehen. Es

dauert ja kaum eine Minute und das

Unterwasserschiff benötigt für das

nächste Frühjahr ohnehin einen

neuen Anstrich. Am besten ist es,

der Eigner nimmt den Farbschaber

und macht das selbst. So bleibt man

haftungstechnisch auf der sicheren

Seite, falls der Farbschaber „unerklärlicherweise“

bis ins Innere des

Bootes vorstoßen sollte …

Der Kauf im Herbst hat einen

weiteren Vorteil: Bis zur nächsten

Saison hat man noch ein halbes

Jahr, um das Boot richtig kennenzulernen.

Die See ist wie eine wunderbare

Geliebte, verzeiht aber keine

Fehler. So benötige ich ein halbes

Jahr, um bei Bastelarbeiten auch die

letzte Ecke im Boot zu entdecken.

Erst dann bilde ich mit dem Schiff

eine „seetaugliche Einheit“. Und die

ist unabdingbar für gutes Segeln.

Ein sehr kostengünstiges Boot

wird vermutlich einige Mängel

HOLGER PETERSON

ist Wassersport-

Journalist und lebt

ganzjährig auf seiner

Stahlyacht Fuchur.

44 4/2021


Der beste Zeitpunkt für den Kauf eines

gebrauchten Bootes ist im Herbst.

haben. Vielleicht wurde es seit Jahren

nicht mehr gesegelt. Innen riecht es

muffig. Hinter den Verkleidungen hat

sich das eine oder andere Schimmelnest

ausgebreitet. Der Lack ist stumpf.

Der Motor „schwitzt“. Unter der

Wasserpumpe gibt es verdächtige

Rosttropfen. Die Kraftstoffleitung

riecht nach Diesel. Eine Stelle am

Unterwasserschiff ist nach Wochen

immer noch feucht. All diese Mängel

erklären den günstigen Preis, müssen

aber behoben werden.

Die Arbeiten können umfangreich

sein, selbst wenn man beim Kauf alles

gründlich geprüft hat. Das passiert

auch bei Booten, die nicht billig waren.

So war es bei unserer ersten Hai

710. Ein Auszug aus der Liste der Arbeiten,

die ich im Winter 1994/1995

durchführte, illustriert den Aufwand,

den ein gebrauchtes Boot machen

kann (siehe Kasten rechts).

Ich würde es jedoch bedauern,

wenn Sie nach dem Lesen kein eigenes

Schiff mehr haben wollten, denn

diese Arbeiten sind nicht sonderlich

kompliziert und auch nicht teuer. Im

Gegenteil: Erfolgreiche Reparaturen

verbinden uns mit dem Boot umso

mehr. Sie lassen uns die letzten Ecken

erkunden und sie machen uns fit für

eventuelle Reparaturen auf See, denn

nun weiß man, wo jedes Schräubchen

sitzt. Ein Segler wächst an seinen

Aufgaben. Und das Schiff wird dem

Eigner wahrlich „zu eigen“.

Aus Kostengründen stelle ich meine

Boote im Winter nie in einer Halle

ab. Wenn ich verfolge, wie häufig in

Hallen Brände mit enormen Schadenssummen

ausbrechen, schlafe ich

ruhiger, wenn mein Boot im Freien

steht. Besonders bei Stahlschiffen

oder Staubverbreitung wäre eine

Hallennutzung auch nicht ratsam.

Denn nach Schleifarbeiten müsste

ich damit rechnen, von den Nachbarskippern

gelyncht zu werden.

Das würde nicht am selben Tag,

aber nach ungefähr zwei Wochen

passieren, wenn die dabei abgeschliffenen

Rostpartikel auf ihren Booten

erblühen. Freunden ist zum Ende des

Schleifens der Staubsauger explodiert

– blauer Antifouling-Staub verunzierte

mehrere Boote und sie selbst

sahen aus wie Schlümpfe.

Bei Arbeiten auf dem Freigelände

richte ich mich nach der Witterung.

Das ist eigentlich logisch. Trotzdem

wundere ich mich, wie viele Eigner

im Frühjahr klagen, dass sie wegen

„schlechten Wetters“ ihre Lackier ­

arbeiten nicht schaffen. Erst Anfang

April oder Mai den Gemeinschaftskran

bestellen? Nach meinem Verständnis

ist die kostbare Saison dann

schon bald vorbei. Segel werden im

März gesetzt. Spätestens.

To-Do-Liste: Überholung einer Hai 710

• Polster mit atmungsaktiven Matten gegen Schwitzwasser

unterlegt (Gisatex).

• Automatische Lenzpumpe mit Schwimmerschalter eingebaut.

• Dieselgewebeschläuche stinken. Neue Leitungen eingebaut.

• Kunststoffdieseltank im Vorschiff stinkt. Tank ausgebaut und

mehrfach mit Alufolie umwickelt. Stinkt nicht mehr.

• Wassertank aus Kunststoff lag neben dem Dieseltank.

Trinkwasser stinkt nach Diesel. Neuen Trinkwassertank

aus Niro anfertigen lassen.

• Das Abdeckbrett über dem Dieselkunststofftank stinkt.

Neues Sperrholzbrett eingepasst.

• Winterklar: Frostschutzmittel in den Seewasserfilter gefüllt

und Motor durchlaufen lassen.

• Motoröl gewechselt, Ventilspiel (0,2 mm) einmal im Jahr

geprüft, Lichtmaschine durchgemessen.

• Echolotgeber leckt. Mit Sikaflex gedichtet und Öl aufgefüllt.

• Kontakte der Positionslampen gereinigt. Zwei Stecker auf

Deck neben dem Mast von Kupferwurm befallen. Stecker

erneuert.

• Windex und UKW-Funkantenne auf Maststopp installiert.

• UKW-Funkgerät gekauft und eingebaut. Heißt jetzt „Delta

Juliet 4298“. „Juliet“ klingt nicht unbedingt nach beinhartem

Skipper. Aber immerhin habe ich zwar eine richtige Seefunkstelle,

kann sie aber nicht ausprobieren, da ich mich am Rand

der Lüneburger Heide befinde. Leider weit und breit kein

Funkkontakt. Ich gebe alles. 25 Watt Sendeleistung –

keiner antwortet …

• Licht in Motorraum gelegt.

• Diverse Holzteile abgezogen und im warmen Haus mit Klarlack

neu lackiert.

• Ruderskeg weist eine feuchte Stelle auf. Geöffnet. Aus dem

Holzkern tropft Wasser. Mit Bohrer den Skeg durchlöchert

und bis zum Frühjahr trocknen lassen. Dann mit Epoxidharz

neu laminiert.

• Ruderkopfbeschlag mit passenderen Schrauben fixiert. Kein

Spiel mehr.

• Schadhafte Segelnähte mithilfe der Familie ausgebessert.

• Spiritusdruckkocher erhält neue Dichtungen und Düsen.

• Heizungsanlage nicht mehr zu reparieren. Entsorgt.

• Auto hängt bei angehängtem Trailer achtern durch. Stützlast

mit „Feingewicht-Personenwaage“ gemessen. Waage völlig

zerstört. LUKTHOR beim Bootsbauer mit Gurten durch Gabelstapler

angehoben. Dabei auch das Schwert gereinigt und

lackiert. Boot auf dem Trailer nach hinten versetzt. Neue

Personenwaage zeigt 70 Kilo Stützlast und hält durch.

4/2021 45


Leben an Bord

„ Aus Kostengründen stelle

ich meine Boote im Winter

nie in einer Halle ab.“

Die Montage

des Spiegels,

der Schiffsuhr

(um 1900) etc.

ist für Peterson

eine Winterarbeit.

BEI TEE UND KUCHEN

Der goldene Oktober hält trockene

Tage bereit. Die Außenarbeiten

kommen darum zuerst dran, bevor

im November die dunkle und kalte

Jahreszeit beginnt. Bei zwei Booten

zog ich das Antifouling am Unterwasserschiff

mit der Ziehklinge ab.

Über-Kopf-Arbeiten sind nicht

leicht – das Abziehen eines Unterwasserschiffes

ist die schlimmste

Arbeit, die ein Boot bereiten kann.

Doch danach konnte ich sicher sein,

keine verborgenen Haarrisse im

Laminat zu haben.

Innerhalb des Bootes gibt es Bastelarbeiten,

die große Freude bereiten,

wenn draußen tiefer Schnee

liegt. Dazu ein heißer Tee vom

Bootskocher und ein Stück Kuchen

auf dem Tisch – auch der Winter

hält für den Bootseigner Freuden

bereit. Ich habe ein kleines Navigationsregal

selbst gebaut. Es wartet nur

noch darauf, am Schott angebracht

zu werden. In einer Kiste horte ich

eine Reihe schöner Dinge für die

Winterarbeiten. Darunter befand

sich einmal eine Schiffsuhr aus der

Jahrhundertwende von 1900. Dann

eine selbst gebaute Messinghalterung

für eine historische Eisenbahnerlampe

mit weißen, roten und

grünen Glaseinsätzen, die so maritim

wirkte. Auf einem Flohmarkt

hatte ich einen Messingspiegel entdeckt.

Am Spiegel befanden sich

zwei Kerzenhalter. Nur waren die

Tropfschalen viel zu klein. Passende

Schalen entdeckte ich später in einem

Secondhand-Laden. Ich freute

mich wie ein kleines Kind, als ich

sie einbaute. Dieser Spiegel hing auf

Boot Nummer zwei und ist auch

heute noch an Bord von Fuchur.

Über die Jahre habe ich von allen

Booten, die ich besaß, einige Dinge

behalten, die besonders praktisch

oder schön waren. Darunter ist die

schwarze Pütz mit der kunstvoll

gespleißten Leine von Lukthor 1.

Oder die nautischen Tassen von

46 4/2021


Das Backbordfenster hat

den letzten Buchstaben des

Bootsnamens gefressen.

Bad mit Wanne an Bord –

Herz, was willst du mehr?

Kauft man ein Boot im September,

wird es vielleicht noch im Wasser liegen.

Leviathan. Es ist eine besondere

Freude, für Dinge, an denen man

hängt, wieder einen Platz im neuen

Boot zu finden.

Die schönste Arbeit folgt zum

Schluss. Bevor das Boot ins Wasser

kommt, wird der neue Schiffsname

angebracht. Über den Winter hatten

wir genug Zeit, uns in diesem Punkt

einig zu werden. Als ich im Jänner

2014 die Buchstaben Fuchur aufklebte,

lag noch die Winterpersenning

auf dem Boot und das Nachbarboot

ließ mir keinen Platz zum

Peilen. Trotz Ausmessens sind die

Aufkleber unterschiedlich weit vom

Bug entfernt. Das sehe ich jetzt auch

an den neuen Bordfenstern: Das

Loch für das Backbordfenster hat

den letzten Buchstaben des Bootsnamens

gefressen. Ich lasse es so;

es sieht lustig aus und erinnert mich

stets daran: „Bedenke, du bist nicht

unfehlbar.“


Auch ein Boot

kann im Winter

ein kuscheliges

Zuhause sein.

verlost unter allen Teilnehmern drei Exemplare von „Mein Boot ist mein

Zuhause“! Einfach eine E-Mail mit Betreffzeile „Peterson“ an gewinnen@ocean7. at

senden und mit etwas Glück gewinnen! Teilnahmeschluss ist der

26. Juli 2021, die Gewinner werden per E-Mail verständigt.

Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich einverstanden, den -

News letter (jederzeit kündbar) per E-Mail zu er halten. Ihre Daten

werden in keiner Form an Dritte weiter gegeben. Eine Bar ablöse

ist nicht möglich, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

„Mein Boot ist mein Zuhause“ von Holger Peterson

ist in 4. Auflage im Verlag millemari. erschienen.

Erhältlich als eBook oder Taschenbuch ab € 19,99.

è www.millemari.de

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Öko-Charter

Segeln wie zu

Urgroßvaters

Zeiten

Die Eye of the Wind bietet eine bewegend

authentische Möglichkeit, Chartertörns auf

einem historischen Großsegler zu verbringen.

Aber wie sehr lässt sich ein 110 Jahre alter

Windjammer, der auf zeitgemäßen Komfort

wert legt, auch umweltfreundlich betreiben?

Wir haben nachgeschaut.

Text WOLFGANG GEMÜND | Fotos HANS PETER BLECK

Die Brigg hat ein spannendes

Leben hinter sich.

1911 in der deutschen

Lühring-Werft vom Stapel

gelassen, dient der Gaffelschoner

zunächst unter dem Namen Friedrich,

dann Sam und schließlich

Merry als Frachtschiff.

1955 die erste Katastrophe: Das

Schiff strandet in einem schweren

Orkan an der schwedischen Westküste.

Das Wrack wird geborgen,

repariert und als Rose Marie erneut

in Fahrt gebracht, zeitweise in der

Heringsfischerei vor Island. 1970

die zweite Katastrophe: Ein Feuer

vernichtet das gesamte Achterschiff

und den Maschinenraum.

Dann die wundersame Auferstehung:

1973 erwirbt eine Gruppe

von Schiffsliebhabern das Wrack

und beginnt damit, das Schiff als

Brigantine aufzuriggen. Fast vier

Jahre dauert die Restaurierung auf

der Werft in Faversham/England.

In den ehemaligen Laderäumen

entstehen ein Salon sowie Unterkünfte

für Crew und Passagiere.

Ab 1976 fährt der Zweimaster

unter seinem neuen Namen Eye of

the Wind großen Abenteuern entgegen:

Eine Weltreise mit Stationen

in Australien, der Südsee und einer

Umrundung des Kap Hoorn, dann

als Flaggschiff die Führung der

„Operation Drake“, einer zwei ­

48 4/2021


jährigen Expeditionsreise auf den

Spuren des berühmten Seefahrers

Sir Francis Drake.

Schließlich entdeckt Hollywood

das edle Segelschiffsjuwel: In dem

Abenteuerstreifen „Die Blaue

Lagune“ (1980), dem Piratenfilm

„Savage Islands/Die Insel der Piraten“

(1983), „Tai-Pan“ (1986)

und „White Squall/Reißende Strömung“

(1996) dient das Schiff als

Filmkulisse.

TÖRNS IN DIE VERGANGENHEIT

Seit gut elf Jahren in Besitz eines

deutschen Medienunternehmens,

wird die Eye of the Wind nun für

Urlaubstörns, Segelcharter und

Führungskräftetrainings eingesetzt.

Die Passagiere – maximal zwölf in

sechs Kabinen – begeben sich auf

dem 110 Jahre alten Windjammer

auf eine gemütliche Reise in die

Vergangenheit, sind dabei aber sehr

komfortabel und zeitgemäß unter­

FOTO: HANS PETER BLECK

gebracht. Neben WC, Dusche und

Klimaanlage sind in jeder Kabine

Standardstromanschlüsse mit 230

Volt vorhanden; Frühstück, Mittagessen

und Abendessen werden im

Salon auf dem Oberdeck serviert.

Der Segelbetrieb wird auf traditionelle

Weise in Handarbeit ausgeführt,

auf Knopfdruck funktioniert

an Deck der Eye of the Wind nichts.

Die Passagiere können der Crew bei

den Segelmanövern helfen. Man

darf das Schiff nach Anweisung und

Kompass auch mal selbst steuern.

Andere Tätigkeiten wie Ausguck

und Ankerwache können übernommen

werden, für das Aufentern in

den Mast stehen Klettergurte an

Bord zur Verfügung.

Wenn gar kein Wind geht, muss

leider der 600-PS-Diesel den 240-

Tonnen-Verdränger schieben. „Wir

fahren aber so oft und so lange es

geht unter Segel. Das ist in der

Großsegler-Szene durchaus nicht

selbstverständlich“, erklärt Kapitän

Moritz Hannoschoeck.

RECYCLING-SCHIFF

Auch wenn die Atmosphäre der einer

110 Jahre alten Brigg entspricht,

mit dem genuinen Segelschiff aus

dem Jahr 1911 hat die Eye of the

Wind nicht mehr so viel gemeinsam.

Original erhalten ist zum Beispiel

der genietete Stahlrumpf. Eine

wesentliche Modifikation war natürlich

der Einbau des Caterpillar-

Motors Mitte der 1970er-Jahre, der

die Sicherheit und den Komfort

massiv verbesserte mit dem Makel,

dass die Brigg nicht immer so sauber

unterwegs sein kann wie damals

vor 100 Jahren.

Die umfassende Renovierung vor

45 Jahren aber wurde dennoch als

großes Recycling-Projekt aufgezogen:

Die Deckshäuser entstanden

aus dem Teakholz eines ehemaligen

Tanzbodens. In den Salons wurden

alte Kirchenbänke eingebaut. Als

Ballast im Schiffsrumpf dienten

Pflastersteine, Granitsplit und

Teile von Eisenbahnschienen vom

Schrottplatz. Viele Holzverkleidun­

4/2021 49


FOTO: FORUM TRAIN & SAIL

gen im Innenraum stammen aus

einem Londoner Bankgebäude,

das kurz vor dem Abriss stand.

Die beiden Masten wurden zuvor

als Gestänge zum Auskleiden von

Bohrlöchern bei der Erdölförderung

verwendet. Sogar das Steuerrad kam

secondhand als Geschenk an Bord:

Die Ruderanlage ist von 1906 und

somit sogar fünf Jahre älter als das

Schiff selbst.

Zu den Materialien an Deck kann

man sagen: „ökologisch eher nein,

nachhaltig ja“, so Moritz Hannoschoeck.

„Beispielsweise besteht das

Tauwerk nicht wie früher aus Naturhanf,

sondern aus Polypropylen.

Das klingt erstmal nicht sehr umweltfreundlich,

aber es besitzt eine

deutlich längere Lebensdauer, muss

demzufolge seltener ausgetauscht

werden und produziert weniger

Müll. Zudem ist es deutlich reißfester

als Naturtauwerk und somit unter

dem Sicherheitsaspekt absolut

notwendig.“

Auch das Segeltuch hat einen hohen

Kunstfaseranteil, mit der gleichen

Begründung: längere Lebensdauer,

längerer Herstellungszyklus,

weniger Müll.

Und die Erhaltung des Schiffs?

Die Werftarbeiten werden in

Deutschland oder in Holland und

demnach unter höchsten Umweltstandards

durchgeführt. Trotzdem

ist es unvermeidbar, dass bei der

Konservierung eines Stahlschiffs

mit viel Holz auch große Mengen

an Lack, Farben, Härtern, Ölen

etc. zum Einsatz kommen.

ÖKOLOGISCH IM DETAIL

Authentisch und umweltfreundlich,

Segeln wie vor 100 Jahren ist

also selbst auf der vorbildlichen Eye

of the Wind nicht hundertprozentig

möglich. Aber man arbeitet im Detail

laufend daran, ohne Abstriche

beim Komfort für die Gäste hinnehmen

zu müssen. So wurde letzten

Winter eine Schwarzwasser-Behandlungsanlage

installiert, die wie

ein kleines Klärwerk funktioniert.

Das Abwasser wird gefiltert, bis

da raus fast wieder Seewasser wird,

das abgepumpt werden darf. Es

verbleibt eine kleine Menge an

Klärschlamm im System, der im

nächsten Hafen entsorgt wird.

Und in der Kombüse ist man

schon längst umweltbewusst unterwegs.

Echtes Geschirr und Besteck,

Mehrweg-Getränkeflaschen –

Küchenabfälle und sonstiger Müll

werden nur im Hafen entsorgt, wo

vor allem auch frische Lebensmittel

und regionale Erzeugnisse eingekauft

werden. Das freut übrigens

alle Chartergäste, denn die Bordküche

erhält in Umfragen zur Kundenzufriedenheit

stets Bestnoten.

Segeln wie damals: Eye of the Wind

Baujahr 1911

Werft

Länge ü. a.

Breite

Tiefgang

Takelagetyp

C. H. Lühring Werft, Brake, Deutschland

40,23 m

7,01 m

2,70 m

Brigg

Segelfläche 750 m 2

Maschine

Geschwindigkeit

Schiffsrumpf

Deck

Passagier-Kabinen

Crew-Kabinen

Caterpillar-Diesel, 600 PS

ca. 8 Knoten

Stahl

Teak

6 (12 Kojen)

4 (10 Kojen)

Charter: Neben Kojen- und Kabinencharter ist auch die

Buchung der gesamten Brigg tage- oder wochenweise

möglich. Alle Angebote inkl.Törnplan 2021–2022 unter

è www.eyeofthewind.net

Nachhaltig: Das Steuerrad

der Eye of the

Wind kam secondhand

an Bord, das Tauwerk

ist zwar nicht aus Hanf,

aber langlebig. Die

Kombüse setzt auf

frische Lebensmittel

und echtes Geschirr.

SKIPPER MORITZ

HANNOSCHOECK

ist Kaptän auf der Eye

of the Wind und sucht

gelegentlich Verstärkung

für seine Crew.

è info@

eyeofthewind.net

50 4/2021


GREEN MILE

Tipps, Trends & Neuheiten

Megagrün?

LUXUSSEGLER. Das Designstudio

Nuvolari Lenard präsentierte

Anfang Juni auf der Bootsmesse in

Venedig mit dem Vento-Projekt das

Konzept einer umweltfreundlichen

100-Meter-Megayacht.

Extremer Leichtbau (Rumpf aus

Aluminium, Aufbauten und Mast

aus Verbundmaterialien) und ein

Rigg mit neu designtem Flügelsegel

(Segelfläche: 2.100 m 2 ) sind zwei der

sehr teuren Basics für das Projekt.

Als zusätzlicher Antrieb ist eine

hybride Diesel-Elektrik-Maschine

angedacht. Die Ausstattung (sechs

VIP-Kabinen für Gäste, eine groß ­

zügige Master-Suite mit privater

Terrasse, SPA, Beach Club, etc.) geht

so sehr Richtung Luxus, dass man

gespannt sein darf, wie sich – falls

das Konzept jemals realisiert werden

sollte – ein wirklich nachhaltiger

Betrieb ausgehen kann.

è www.nuvolari-lenard.com

Eine realistische Rückkehr zum

nachhaltigen Segeln. Sagt Nuvolari Lenard.

Nicht die Segel gestrichen

REGATTA-ERSATZ. Die schlechte

Nachricht: Die 65. Auflage der

Tall Ships Races, der bedeutendsten

Regatta für historische Großsegler

und Traditionsschiffe, musste

Tall Ships Show in Stettin.

aufgrund der anhaltend unsicheren

Pandemielage abgesagt werden.

Die gute Nachricht: Die polnische

Ostseemetropole Stettin, in der das

große Finale der Regatta hätte stattfinden

sollen, plant als Ersatzevent

vom 30. Juli bis 1. August auf den Inseln

Łasztownia und Wyspa Grodzka

die „Żagle.2021“ (Segel.2021). Die

Veranstalter rechnen mit einer Vielzahl

der für die Tall Ships Races gemeldeten

Großsegler.

Geplant sind ein kleines Ersatz ­

rennen auf der Ostsee sowie eine

Segelparade mit anschließender

Bootsbesichtigung in Stettin. Be ­

gleitet soll das Spektakel auf dem

Wasser mit einem Fest am Land

werden, bei dem eine Kirmes, Food-

Truck-Zone, Craft-Beer-Zone und

Showbühnen für Unterhaltung und

Stärkung sorgen werden.

è www.zagle2021.szczecin.eu

Silent im Port Adriano

OFFICE. Seine weltweite Marktführung

in der Fertigung von rein elektrisch

betriebenen Motorkatamaranen

baut Silent Yachts mit einer

neuen Niederlassung weiter aus. Im

Port Adriano auf Mallorca hat das

vom Kärntner Michael Köhler gegründete

Unternehmen einen weiteren

Hafen für aktuell eine Silent 55

und eine Silent 64 gefunden. Im

Spätsommer sollen eine Silent 60

und eine Silent 80 folgen. Diese

stehen für Besichtigungen und

Probefahrten bereit. Im modernen

Office mit Schauraum kann man sich

dann vom Profiteam individuell beraten

lassen – bei der Wahl des Interieurs,

der Farben und Materialien

bis hin zum Sonderzubehör.

è www.silent-yachts.com

Silent Yachts neues

Office auf Mallorca.

4/2021 51


Quallen

Achtung, Bran

FOTO: SHUTTERSTOCK

52 4/2021


Von feurigen Begegnungen und

falschem Alarm. Denn nicht alles,

was einer Qualle ähnlich sieht, ist

auch eine. Und nicht alle Quallenarten

sind gefährlich.

Text und Fotos REINHARD KIKINGER

dgefahr!Die Sommerferien stehen vor

der Tür und damit auch die

lang ersehnte Gelegenheit

zur Ausübung von Wassersport

aller Art. Sonne, Meer, Wind

und Strand erfreuen Körper und

Geist, das Eintauchen in die warmen

Fluten des Meeres vermittelt Freiheit

und Schwerelosigkeit. Wenn wir Pech

haben, gehören aber auch andere

Empfindungen dazu, nämlich plötzlicher

und brennender Schmerz …,

wir sind mit einer Qualle in Berührung

gekommen. Das kann eine eher

harmlose Nesselung oder, vor allem

in tropischen Meeren, lebensbedrohlich

sein.

Wer jemals schlechte Erfahrungen

mit diesen Nesseltieren gemacht hat,

wird um jede Qualle, oder was dafür

gehalten wird, einen weiten Bogen

machen. Aber nicht alles, was einer

Qualle ähnlich sieht, ist auch eine.

Und nicht alle Quallenarten sind gefährlich.

Pelagia noctiluca, der Kontakt mit ihr ist für uns schmerzhaft und brennt wie Feuer.

Ihr Name ist aus dem Griechischen hergeleitet. Pelagós, das Meer und noctiluca, die in

der Nacht Leuchtende. Ihr Schirm ist etwa 10 Zentimeter groß, blass-rosa bis bräunlich

gefärbt und kann in der Nacht durch Biolumineszenz schwach leuchten. Die dünnen,

kontrahierbaren Tentakel am Schirmrand werden etwa 1 Meter lang, sind leicht zu übersehen

und nesseln heftig. Umgangssprachlich wird Pelagia Leucht- oder Feuerqualle

genannt. Sie ist im Mittelmeer hauptverantwortlich für Nesselungen beim Wassersport.

DIE HARMLOSEN

Das sind die sogenannten Wurzelmundquallen

(Ordnung Rhizostomeae).

Wie der Name sagt haben sie

reich verzweigte Mundarme, die an

ein dichtes Wurzelsystem erinnern.

Damit wird Kleinplankton als Nahrung

gewonnen. Dafür brauchen sie

weder lange Tentakel, noch ein starkes

Nesselgift.

Es sind große Quallen, einige Arten

können mehrere Dezimeter Schirmdurchmesser

erreichen und die meisten

sind kräftige Schwimmer. Die

Ausnahme von der Regel sind die

Mangrovenquallen der Gattung

Cassiopea. Sie besitzen ein stärkeres

Nesselgift als die anderen Wurzel­

4/2021 53


Quallen

Feuerqualle der kälteren Regionen. Cyanea capillata ist in kalten und gemäßigten

Zonen verbreitet und kann Schirmdurchmesser von über einen Meter erreichen. Die

zahlreichen Tentakel werden bis 30 Meter lang und sind sehr stark nesselnd. Ihr deutscher

Name ist Feuer- oder Haarqualle, „Lion‘s mane“ ist ihre englische Bezeichnung.

Der Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle beschreibt in einem seiner Sherlock-Holmes-

Romane den Tod eines Schwimmers durch den Kontakt mit der „Lion‘s mane“.

„ Kommt man in Kontakt, dann erfolgt innerhalb von Millisekunden

ein gewaltiges Feuerwerk von Entladungen der Nesselkapseln.“

mundquallen, sind semi-sessil und

liegen upside-down am Meeresgrund.

Wir kommen daher mit

ihnen beim Schwimmen nicht in

Berührung.

DIE UNANGENEHMEN

Sie zählen vorwiegend zu den Fahnenquallen

(Ordnung Semaeostomeae).

Sie besitzen fahnenartig ausgezogene

Mundarme und am

Schirmrand Tentakel, die einen Meter

und länger werden können. Die

dünnen Tentakel sind leicht zu

übersehen und können schmerzhaft

nesseln. Der umgangssprach liche

Trivialname „Feuerqualle“ bezieht

sich auf Vertreter dieser Gruppe.

Im Mittelmeer ist es vor allem

die Leuchtqualle Pelagia noctiluca,

die saisonal in großen Schwärmen

vorkommen kann und den Badebetrieb

massiv beeinträchtigt. Die

Ursachen und das lokale Auftreten

solcher Quallenplagen sind schwer

auszumachen, da diese Tiere einen

komplizierten Entwicklungszyklus

durchlaufen und als Planktonorganismen

von Strömungen weit

verdriftet werden.

DIE GEFÄHRLICHEN

Das sind eindeutig die Würfelquallen

(Klasse Cubozoa). Der deutsche

Name Würfelqualle und die englische

Bezeichnung box-jellyfish

beschreiben ihre Körperform sehr

gut. Ihr Schirm ist fast würfelförmig

und trägt an seinen vier Ecken je einen

oder ein Büschel von Tentakeln.

Die Schirmgöße ist artspezifisch

und reicht von einem bis 30 Zentimeter.

Diese Medusen sind transparent

und daher leicht zu übersehen.

Die retraktilen Tentakel sind mit

extrem potenten Nesselzellen besetzt.

Besonders schmerzhaft sind Begegnungen

mit Würfelquallen der

„Irukandji-Gruppe“. Die oft nur

Fingernagel-großen Medusen sorgen

an Australiens Küstengewässern

zeitweise für striktes Badeverbot.

Hauptverbreitungsgebiet

der Würfelquallen sind tropische

Meere. Durch die Erwärmung

des Mittelmeeres und wegen der

Möglichkeit der Einwanderung

durch den Sueskanal werden sie

in Zukunft wohl auch hier häufiger

anzutreffen sein.

Neben den Würfelquallen besitzen

auch einige Staatsquallen (Ordnung

Siphonophorae) sehr starkes

Nesselgift. Staatsquallen sind freischwimmende

Kolonien hochspezialisierter

Polypen. Ein bekanntes

Beispiel ist die Portugiesische Galeere,

die an der Meeresoberfläche

treibt und deren Tentakel mehrere

Meter tief hinabreichen.

Der Auftriebskörper, Pneumatophor

genannt, behält auch seine

Form, wenn die Kolonie an Land

gespült wird. Wegen ihrer blauen

Färbung und des bojenartigen

Pneumatophor haben diese Quallen

den englischen Namen Blue bottles.

FOTOS: SHUTTERSTOCK (3)

54 4/2021


Die Sternhimmel-Qualle

Phyllorhiza punctata

(harmlos) erkennt man an ihren

zahlreichen weißen Punkten

an der Schirmoberfläche.

In den letzten Jahrzehnten ist

sie aus tropischen Meeren in

das Mittelmeer eingewandert.

Die harmlose Lungen-Qualle Rhizostoma pulmo ist im Mittelmeer häufig anzutreffen und pulsiert kontinuierlich mit

ihrem großen Schirm. Ihre bevorzugte Schwimmlage ist mit horizontaler Körperachse. Achtung: Auch harmlose Quallen

scheiden bei Berührung Nesselkapseln mit ihrem Mucus ab. Wenn der auf den Fingern haftet und wir damit Gesicht, Augen

oder andere empfindliche Stellen berühren, kann das zu Reizungen führen. Daher auch harmlose Quallen nicht anfassen.

Nicht ganz harmlos. Die Mangrovenquallen der Gattung Cassiopea liegen upsidedown

am Meeresgrund im flachen Wasser. Für Wurzelmundquallen haben sie relativ

starkes Nesselgift. Auch sie sind neue Zuwanderer im Mittelmeer.

Harmlos. Die Spiegeleiqualle Cotylorhiza tuberculata

ist in ruhigem Wasser oft direkt an der

Wasseroberfläche anzutreffen. Sie ist im Mittelmeer

die häufigste Wurzelmundqualle.

Auch gestrandete Exemplare nicht

berühren, sie nesseln immer noch!

DIE HÄUFIGSTEN

IM MITTELMEER

Von den harmlosen Wurzelmundquallen

sind die Spiegelei-Qualle

Cotylorhiza tuberculata, die Lungen-Qualle

Rhizostoma pulmo und

die aus den Tropen eingewanderte

Sternhimmel-Qualle Phyllorhiza

punctata am häufigsten. Das sind

große, schön gefärbte Medusen, alle

sind in diesem Artikel abgebildet.

Lokal kann auch eine Fahnenqualle,

die milchig-weiße Ohrenqualle

Aurelia aurita massenhaft

Chrysaora hysoscella,

die Kompass-Qualle

oder „Sea nettle“ verdankt

ihren umgangssprachlichen

Namen

der Zeichnung ihres

Schirmes bzw. ihrer

starken Nesselwirkung.

Sie kommt neben Atlantik,

Nord- und Ostsee

auch im Mittelmeer vor.

Ihr Schirm wird bis zu

20 Zentimeter groß, ihre

Tentakel werden etwa

zwei Meter lang.

auftreten. Auch sie nesselt nur ganz

schwach. Dagegen ist ihre stark

nesselnde Verwandte, die blass-rötlich

gefärbte Leuchtqualle Pelagia

noctiluca, für die meisten Nesselungen

im Mittelmeer verantwortlich.

Auch die Portugiesische Galeere

Physalia physalis tritt lokal gelegentlich

massenhaft auf und ist

dann wegen ihrer starken Nesselkraft

ein ernstes Problem für Tourismus

und Fischereiwirtschaft.

DIE BRANDBEKÄMPFUNG

Generell ist zu beachten, dass alle

Vertreter des Tierstammes Cnidaria,

der Nesseltiere, Nesselzellen

besitzen. Hier gilt daher ganz besonders:

nicht berühren! Kommt

man trotzdem in Kontakt, dann erfolgt

innerhalb von Millisekunden

ein Feuerwerk von Entladungen der

Nesselkapseln.

Die Folgen für das Opfer hängen

von vielen Faktoren ab: von der

Quallenart und der Stärke ihres

Nesselgiftes. Wurde man an einer

empfindlichen Hautstelle genesselt?

Wie großflächig war der Kontakt

und wie empfindlich oder allergisch

ist die individuelle Reaktion? Die

schmerzhaftesten und gefährlichsten

Nesselungen erfolgen durch

Würfelquallen, auch Seewespen

Harmlos. Klein in der

Größe, groß in der Zahl.

Mastigias papua hat

durch ihre Häufigkeit

und durch tagesperiodische

Wanderungen den

„Jellyfish lake“ im pazifischen

Palau berühmt

gemacht.

4/2021 55


Quallen

REINHARD KIKINGER

ist Meeresbiologe und

langjähriger Kursleiter

an der Universität Wien,

an Feldstationen im

Mittelmeer und auf den

Malediven.

FOTO: PRIVAT

genannt. Ihr Gift ist hochgradig

hämolytisch und kardiotoxisch.

Ein Allheilmittel gegen den Giftcocktail

der verschiedenen Quallenarten

gibt es leider nicht. Literaturtipps

sind zwar zahlreich, oft

aber auch widersprüchlich. In jedem

Fall empfiehlt es sich, anhaftende

Tentakelreste vorsichtig zu

entfernen und auf der Haut verbliebene

Nesselkapseln zu immobilisieren.

Dafür wird häufig Essig

empfohlen.

Für die Nachbehandlung bewähren

sich Antihistamin-Salben. Bei

schweren Nesselungen (Schockzustand,

Kreislaufbeschwerden,

unerträgliche Schmerzen) ist ärztliche

Hilfe nötig.

DIE VERKANNTEN

Das sogenannte gelatinöse Megaplankton

sind Tiere oder Tierkolonien,

die als Anpassung an ihre

ozeanische, frei driftende Lebensweise

gemeinsame Merkmale aufweisen,

wie hohen Wassergehalt

und fehlende harte Skelettstrukturen.

Dazu gehören neben Quallen

z. B. auch Vertreter der Manteltiere

(Stamm Tunicata) und Rippenquallen

(Stamm Ctenophora).

Sie besitzen keine Nesselzellen

und sind für uns absolut ungefährlich,

werden aber sehr oft irrtümlich

für Quallen gehalten. Hat man

die Verkannten als Taucher oder

Schnorchler erst mal richtig eingeordnet,

dann steht ihrer genauen

Betrachtung nichts mehr im Wege:

Sie gehören zu den fragilsten, elegantesten

und faszinierendsten

Meeresbewohnern.

Auch die großen Wurzelmundquallen

sind interessante Meerestiere.

Ihre Farben, ihr Schwimmverhalten,

ihre rhythmischen

Pulsationen und die oftmalige

Assoziation mit Jungfischen sind

Lebensbedrohlich! Die Würfelquallen der Gattungen Chironex und Chiropsalmus

haben das stärkste Gift aller Cubomedusen. Sie besitzen jeweils ein Büschel von Tentakeln

an den vier Ecken ihres Schirms, sind in tropischen Meeren auch im Flachwasser anzutreffen

und können wegen ihrer Transparenz leicht übersehen werden.

Gefährlich! Die portugiesische

Galeere Physalia physalis ist

eine Staatsqualle. Sie besteht

aus einer Kolonie spezialisierter

Polypen, die an der Meeresoberfläche

treiben. Die sehr stark

nesselnden Tentakel reichen

viele Meter in die Tiefe.

gefahrlos zu beobachten. Wir

können uns dabei auch bewusst

machen, dass wir ein ausgesprochenes

Erfolgsmodell der Evolution

vor uns haben: Quallen gab es

lange vor den Dinosauriern und

es wird sie wohl lange nach uns

noch geben. Sie gehören zu den

Quellen

Giftiges Strandgut. Auch

angeschwemmte Exemplare

der Portugiesischen Galeere

(im Englischen „Blue bottle“)

können noch nesseln.

Heeger, T. (1998). Quallen, gefährliche Schönheiten. Wissenschaftliche

Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart. 358 S. ISBN 3-8047-1487-0

è www.alertdiver.eu/de_DE/artikel/staatsquallen-alarm-im-mittelmeer

Das ist keine Qualle, sondern eine Kolonie von Manteltieren

(Tunicata). Salpen sind frei schwimmende Meerestiere,

die sich von Plankton ernähren und ketten- oder

ringförmige Kolonien bilden können. Auch im Mittelmeer

sind diese besonderen Begegnungen möglich. Zu den Salpen

gehören auch die Feuerwalzen. Das sind zylindrischhohle

Kolonien, die durch Bakterien blaugrün leuchten.

Organismen, die mit den Veränderungen

des marinen Milieus am

besten zurechtkommen werden.

„ In jedem Fall empfiehlt es sich, anhaftende Tentakelreste vorsichtig

zu entfernen und auf der Haut verbliebene Nesselkapseln

zu immo bilisieren. Dafür wird häufig Essig empfohlen.“

FOTOS: SHUTTERSTOCK (2)

56 4/2021


Kleines Boot,

großes Abenteuer

INSEL

HOPPING

REISEBERICHT. Eigentlich waren Franz X. Priester

und seine Gattin mit ihrer K30 auf dem Attersee

daheim. 2003 und 2004 nahm sich das Paar ein

Herz und segelte mit dem Boot von Linz die Donau

hinunter ins Schwarze Meer und durch den

Bosporus nach Istanbul. Und von dort durch das

Mittelmeer nach Triest. Der Reisebericht ist im

Eigenverlag erschienen, Herr Priester versendet

auf Anfrage gerne seine Restexemplare.

Franz X. Priester: Von Linz nach Istanbul in

30 Tagen. Eigenverlag € 35,–, bestellbar bei

è franz@priester.at

Hafenführer Ägäis

NEUAUFLAGE. Der Salzburger Axel

Kramer veröffentlicht im eigenen

Verlag seine Hafenführer für das

Mittelmeer. Bislang sind es acht,

wobei es zahlreiche aktualisierte

Neuauflagen gibt.

Die neueste, diesen Mai erschienene,

betrifft den Zentralraum der Ägäis

samt Kykladen. Die Informationen sind

aktuell, die Texte kurz und prägnant,

die Aufmachung praktisch (Spiralbindung,

kräftiges Papier,

Beschreibung

und Plan auf einer

Doppelseite).

Axel Kramer:

Hafenführer Ägäis.

Zentralraum und

Kykladen. 8. Auflage,

See-Verlag.

159 Seiten, € 37,–.

è www.hafenführer.at

€ 22,90 € 22,90 [D] [D] • ISBN • ISBN 978-3-667-11935-3

Dieser kulinarische Reiseführer

führt Sie Sie zu zu den den besten Restaurants

entlang der der Adriaküste

von von Kroatien. Alle Alle vorgestellten

Lokale sind sind vom vom Wasser aus aus gut gut

zu zu erreichen und und bieten typisch

kroatische Gerichte und und Spezialitäten.

Mit Mit einer kleinen kulinarischen

Kroatisch-Deutsch-

Wörterliste.

ku-

Von Split nach Tahiti

REISEBERICHT. Die einen fliegen in

der Pension nach Mallorca. Die anderen

suchen sich weiter entfernte Ziele.

So auch Martin Tscherny.

Der Tullner Optiker

erwarb 2017 mit 67 Jahren

eine 17 Jahre alte Bavaria

40 und segelte mit

ihr zweieinhalb Jahre

von Split bis nach Tahiti.

Bis Sardinien noch

alleine segelnd, suchte

sich Tscherny für die

weiteren Etappen über das Internet

Mitreisende und fand sie auch. Das

aus der Reise entstandene Buch ist im

Eigenverlag erschienen

und kann bei Martin

Tscherny erworben

werden.

Martin Tscherny: Mit

dem Segelboot von Split

bis Tahiti. Eigenverlag.

108 Seiten, € 15,–,

Zu bestellen unter

è www.martinsegeln.at

Satz Satz 7: Venedig-Drvenik 7: V. V. Satz Satz 8: Žirje 8: Žirje - Bar - Bar

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978-3-667-12144-8

978-3-667-12146-2

www.delius-klasing.de


Charter

FOTO: CHRISTIAN LENDL

Nach 30 Jahren in der Branche nahm sich Andrea Barbera

eine Auszeit – nun ist die Grande Dame im Charter-Business

voller Elan wieder da. Und mit welchem Plan? Das verriet

uns die Powerfrau im Interview.

Jedem seine Insel

ANDREA BARBERA

ist Geschäftsführerin

und Charterbranchenkennerin

seit 30 Jahren.

è www.barberayachting.de

Nach deinem Sabbatical bist du wieder

in die Charterwelt zurückgekehrt. Was

hat dich dazu bewogen?

Es geht eben doch nicht ohne. Ich

bin davon überzeugt, dass man

nach 30 Jahren Power einmal eine

Auszeit benötigt, um zu überlegen,

ob der Weg, auf dem man geht,

noch der richtige ist. Da habe ich

festgestellt, dass das Charterbusiness

doch mehr ist als nur eine Arbeit.

Es ist meine Passion. Die Idee,

meinen Kunden einen Urlaub „auf

der eigenen Insel“ zu ermöglichen,

das treibt mich jeden Morgen wieder

aufs Neue an.

Der Name „Barbera Yachting“ ist neu,

deine Werte sind die alten geblieben?

Der Name Bar bera ist bekannt in

der Branche und gar nicht so neu.

Seit mehr als 30 Jahren stehe ich

für den persönlichen Kontakt zu

unseren Kunden, für die hohe

Qualität der Yachten von unseren

Vercharterern vor Ort und für unsere

Verlässlichkeit, im Übrigen

auch in diesen schwierigen Zeiten.

Das sind Werte, die ich schon 30

Jahre lang vertrete und lebe. Dafür

steht auch – wie der Name schon

sagt – meine eigene Agentur Barbera

Yachting, die ich gemeinsam

mit meinem Sohn Max Barbera

führe.

Ende Oktober 2020, also mitten im

zweiten Lockdown, an den Start zu

gehen, war schon ein mutiger Schritt …

Niemand wusste ja, dass wir so lange

mit der Pandemie zu kämpfen

haben. Wir waren bereits im Sommer

in Vorbereitung, wollten das

Business für die Saison 2021 mitnehmen.

Daraus wird nun eher ein

Last-Minute­ Geschäft, das einher

geht mit den Länderöffnungen und

den sich täglich ändernden Gegebenheiten.

Aber wir sehen eine erfreuliche

Entwicklung, auch noch

für das Jahr 2021. Im nächsten und

in den folgenden Jahren – so schätzen

wir – werden alle urlaubshungrig

sein und buchen, buchen. Eine

der sichersten Urlaubsdestinationen

ist dabei ganz klar die Segelyacht

oder der Katamaran.

Noch ist die Angst vor Corona nicht

ausgestanden, was könnt ihr da euren

Kunden bieten?

Neben der Einhaltung aller erforderlichen

Hygienevorschriften ist

das Testen vor der Rückreise für

viele eine große organisatorische

Hürde. Denn jeder möchte seinen

– erfahrungsgemäß doch meist nur

einwöchigen – Yachturlaub bis zum

„ Ich selbst finde das Ionische Meer

wunderschön und letztlich kann man

keine Yachten vermitteln, wenn man

seinen Beruf nicht liebt und lebt!“

58 4/2021


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letzten Augenblick auskosten. Die

Terminvereinbarung und das Aufsuchen

von Teststationen sind da

ein Wermutstropfen. Seit Neuestem

bieten wir deswegen einen Antigen-Schnelltest

an Bord an. Die

Kunden verbinden sich mit einer

digitalen Teststation, lassen ihre

Daten vom Ausweis per Video­

Ident verifizieren, machen den

Schnelltest live und erhalten dann

das Ergebnis ihres Tests per E-Mail,

das gleichsam durch unser Siegel

für die Rückreise gültig ist. Unsere

Kunden benötigen dazu lediglich

einen eigenen Schnelltest um fünf

Euro und eine Termin vereinbarung

beim digitalen Testzentrum um

zehn Euro.

Wie sieht dein Fahrplan für die

nächste Zeit aus?

Wir hoffen doch, dass sich die

Gesamt situation im nächsten Jahr

wieder nor malisiert, damit wir

eine stärkere Planungssicherheit

bekommen. Das heißt, dass die

Kunden schon zu den üblichen

Buchungszeiten im Herbst ans

kommende Jahr denken und ihren

Törn buchen. So gehen wir grundsätzlich

davon aus, dass es im

nächsten Jahr einen großen Run

auf Charterboote geben wird. Das

Mittelmeer wird sehr gefragt sein.

Die Bootsmesse in Düsseldorf als

Seismograf der Branche wird ja

ebenfalls wieder im Jänner nächsten

Jahres stattfinden. Für uns

heißt das auch, dass wir uns dort

offiziell präsentieren und Barbera

Yachting repräsentativ in der

Branche etablieren können.

Volles Programm – geht sich da

noch ein privater Segeltörn aus?

Mindestens einmal im Jahr muss

das sein. Derzeit – wohl auch, weil

Antigen-Schnelltest bequem an Bord? Unter Einsatz digitaler Hilfsmittel ist

das behördenkonform möglich, Barbera Yachting hilft dabei.

die Lage es erlaubt – favorisiere ich

Griechenland. Max war zur Saisoneröffnung

am 15. Mai dort segeln,

seinen Bericht gibt es auf unserem

Blog. Ich selbst finde das Ionische

Meer wunderschön und letztlich

kann man keine Yachten vermitteln,

wenn man seinen Beruf nicht

liebt und lebt!

LEBE DEN EXCESS!

Die hochkarätigen Katamarane von Excess

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Skipper‘s Diaries

Der Sohn des

Klabautermanns

In die Fußstapfen des Schreckgespensts aller Seefahrer zu treten

ist keine leichte Aufgabe. Aber Übung macht den Meister, das

gilt auch für kleine Klabautermänner.

Kapitän Meyers schwang wie

gewohnt seine Beine aus der

Koje und wollte in seine hohen,

braunen Lederstiefel, die vor

seinem Bett standen, schlüpfen.

Doch da waren keine Stiefel, sondern

nur die ausgetretenen, weißen

Pantoffel des Schiffskochs.

Da bemerkte der Kapitän das aufgeregte

Hin- und Herlaufen auf dem

Oberdeck. Barfuß ging er hinauf

und musste schmunzeln. Die gesamte

Mannschaft war damit beschäftigt,

die jeweils richtigen Schuhe

zum richtigen Mann zu finden. Der

Koch kam mit den Kapitänsstiefeln

vorbei. Meyers schnappte sich sein

Schuhwerk und donnerte mit brummiger

Stimme los: „Wem bei allen

Stürmen dieser Weltmeere ist denn

dieser Unfug eingefallen?“ Betretenes

Schweigen der Mannschaft.

„Statt eurer Arbeit nachzugehen

habt ihr Halunken nichts Besseres

im Sinn, als Streiche zu spielen!“

Nachdem sich kein Verantwortlicher

finden ließ, ging der Kapitän

auf die Brücke, um dort nach dem

Rechten zu sehen. Wie üblich stand

gleich neben dem Kartentisch eine

Schale duftenden Kaffees, ohne

den Meyers in der Früh besonders

brummig war.

Nach zwei Löffeln Zucker nahm

er den ersten Schluck, stürmte mit

einem lauten „Hrpff “ zur Seereling,

spuckte das salzige Gebräu ins Meer

und warf die Schale gleich hinterher.

Irgendjemand hatte in seine geliebte

Zuckerdose Salz eingefüllt!

Wer war so dreist, ihm solche

Streiche zu spielen? Da fielen ihm

die Begebenheiten der letzten Tage

ein. Der verlegte Kartenzirkel, die

plötzlich leere Tabaksdose, der Mittagstisch

ohne Besteck. Wer konnte

der Täter sein?

Am nächsten Morgen kam er an

Deck und es fiel ihm sofort auf, dass

seine Männer ihm schweigsam auswichen.

Als er einen Blick in den

Himmel warf, traute er seinen Augen

nicht. Die Vorsegel waren gelb,

die Großsegel rot und die Besansegel

blau angemalt! Wie eine bunte Kuh

zog sein Schiff über das Meer. Das

schlug dem Fass den Boden aus!

Sofort gab er Befehl, die Segel zu

bergen und zu reinigen. Später in

seiner Kajüte fasste er einen Plan.

EINE MÜNZE UNTERM MAST

Am Abend rollte der Kapitän seine

Kleider zusammen, so dass man

durch das Bullauge blickend glauben

konnte, er läge in seiner Koje. Meyers

setzte sich aber gleich hinter die

Tür und hielt Wache. Die Stunden

vergingen, da öffnete sich plötzlich

leise der Eingang. Mit seinen riesigen

Händen packte Meyers zu und

schnappte eine kleine, grünliche Gestalt

mit blauen, zotteligen Haaren.

„Wer bist du, und was fällt dir ein,

hier herumzuschleichen und Unfug

zu treiben?“, fragte er.

Zerknirscht, aber auch trotzig

antwortete der kleine Wicht: „Ich

bin der jüngste Sohn des Klabautermanns

und schon seit Tagen hier

an Bord, um zu üben, wie man

Seeleuten Streiche spielt.“

„Aber ich habe dich erwischt“,

spottete Meyers, „und morgen früh

Illustration aus dem Buch „Zur See“, Henk Verlagsanstalt

und Druckerei, Hamburg, 1885.

werde ich dich der Mannschaft vorführen.

Die werden sich freuen, dich

in die Finger zu kriegen.“

Da begann der Sohn des Klabautermanns

zu betteln und zu weinen:

„Mein Vater wird sehr böse sein, es

ist nämlich die größte Schande für

einen Klabautermann, erwischt zu

werden! Kannst du nicht ein Auge

zudrücken und mich freilassen?“

Der Kapitän, der im Innersten ein

weiches Herz hatte, nahm dem

Wicht das Versprechen ab, dass er

zukünftig alle Schiffe, auf denen er

das Kommando haben sollte, verschonen

würde. Er begleitete den

Sohn des Klabautermanns noch zur

Reling und sah zu, wie dieser in den

Tiefen des Meeres verschwand. Zurück

in seiner Kajüte fand der Kapitän

auf seinem Polster einen Zettel,

auf dem in krakeliger Schrift stand:

Weil du im Herzen ein guter

Mensch bist, verrate ich dir das große

Klabauter-Geheimnis. Wenn du

willst, dass dein Schiff von uns in

Ruhe gelassen werden soll, so lege

eine kleine Münze unter den Mast,

wo jeder Klabautermann zuerst

nachschaut. Das ist für uns das Zeichen,

dass du ein Eingeweihter bist.

Dein Klabautermann


THOMAS PERNSTEINER

ist Skipper, allgemein

beeideter und gerichtlich

zertifizierter

Sachverständiger für

Schifffahrt und Wasserfahrzeuge.

kolumne@ocean7.at

60 3/2021


f

Alles Alu

BLAUWASSERYACHT. Die Ovni 370 des

französischen Aluminiumyacht-Spezialisten

Alubat soll Ende September bei

der Grand Pavois in La Rochelle Premiere

feiern. Die kleine Schwester der vor

zwei Jahren vorgestellten Ovni 400 wird

ebenfalls blauwasser-, ja sogar eismeertauglich

sein. Neu sind z. B. die Rumpfform

mit dem abgerundeten, voluminösen

Bug, das zweite Steuerrad und das

Panoramadach. Das fürs Einhandsegeln

ausgelegte Boot ist in einer klassischen

Kompakter Kat

So klein und

schon ein Kat:

Broadblue 346.

Traum in Türkis

Version (Mittelsalon) oder einer Decksalon-Version

(Salon an Steuerbord)

erhältlich.

è www.alubat.fr

SEGELKATAMARAN. Viele langstreckentaugliche

Segelkats unter zwölf Metern

gibt es ja nicht. Mit seiner 10,2 Meter langen

346 stellt der englische (aber inzwischen

auch schon in Polen bauen lassende)

Hersteller Broadblue Catamarans

eine der wenigen Ausnahmen. Highlights:

4,85 Meter Breite, Tiefgang 1 Meter, Zertifizierung

A für Hochsee, ausgelegt für

maximal sechs Personen in zwei Doppelkabinen

achtern und zwei Einzelkabinen

in den Bugräumen, festes Vorschiff, hochwertige

Materialien und viele Möglichkeiten

zur Personalisierung.

è www.broadblue.com

CUSTOMIZING. Taiwans Premiumwerft

Hylas baut Semi-Custom-Hochseeyachten,

deren Innenräume von ihren

Käufern sehr individuell ausgestattet

werden können. Die Ausstaffierung von

Rumpf Nr. 3 der Hylas H57 wurde z. B.

in die bewährten Hände des italienischen

Designstudios Hot Lab gelegt. Herausgekommen

ist ein Traum in Türkis, das jeder

Mailänder Luxussuite gut zu Gesicht

stehen würde. Doch damit nicht genug:

Hylas ließ sich von der Kolorierung inspirieren

und stimmte Riggs, Hardtop

und Rumpf auf die Farbpalette der Hot-

Lab-Innenausstattung ab.

è www.hylasyachts.com

Mit Alu ins Blaue: Ovni 370.

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YACHT-POOL Schweiz

Tel.: +41/44 941 49 57

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Hylas H57 auf Mailänder Art.


Di

Kom

Excess 12

62 4/2021


e Kunst des

promisses

Mit der neuen Marke Excess will die Beneteau-Gruppe bei den Katamaranen den Spagat

zwischen Sport und Komfort schaffen. Die eben erst mit hohem Fun-Faktor aufgefrischte

Excess 12 zeigt, dass der Mittelweg für viele Eigner tatsächlich der goldene sein könnte.

Text AREK REJS | Fotos WERFT

4/2021 63


Excess 12

Keine Flybridge, dafür aber mehr Segelfläche und achtern angeordnete

Steuerstände. Die Modellpflege brachte der Excess 12 vorschiffs eine

neue Leiter, die das Dach zum leicht enterbaren Sonnendeck macht.

Der Katamaranmarkt wird von

Modellen dominiert, die ihren

Eignern in erster Linie

viel Platz und Komfort auf

zwei Rümpfen bieten sollen. Eine zweite,

wesentlich kleinere Gruppe von

Kats hat sich dem Hochleistungssegeln

verschrieben.

Die Marktforscher der Beneteau-

Gruppe glauben, dass es eine Lücke

zwischen den beiden Arten von Multihulls

gibt, die groß genug ist, um mit

einer eigenen Kategorie von Kats gefüllt

zu werden. So entstand die Idee,

die Marke Excess zu schaffen, deren

Modelle sich leistungsmäßig den

Sportyachten annähern, ohne Abstriche

beim gewohnten Komfort

einstecken zu müssen.

Die ersten präsentierten Modelle

waren 2019 die Excess 12 und 15. Letztes

Jahr wurde die Excess 11 vorgestellt

und heuer, ziemlich unerwartet, eine

aufgefrischte Version der 12, die wir

probesegeln konnten. So flotte Modell-

Updates sind in der Branche eigentlich

nicht üblich. In der Werft betont man,

dass hier ein neues Konzept der Zusammenarbeit

von Werft und Kunden

verwirklicht werde.

Die Struktur des Kats selbst, seine

Linien oder die Segel wurden nicht

verändert, aber mehr als 25 Änderungen,

die von Eignern oder Crews vorgeschlagen

wurden, seien umgesetzt

worden. Meist handelt es sich um

Detailmodifikationen wie etwa ver ­

größerte und absenkbare Esstische,

eine ver längerte Couch oder ein

adaptierter Schreibtisch.

Eine bemerkenswerte Änderung

fand vorschiffs statt: Hier befindet sich

nun eine klappbare Leiter, über die

man auf das Dach klettern kann. Die

Treppe soll nicht nur für mehr Sicherheit

für die Crew sorgen, die beim Setzen

oder Einholen der Segel hilft, sondern

auch sonnenhungrigen Gästen

den Weg aufs Dach erleichtern. Es

wurde ein neues Sonnendeck gewonnen,

auf dem spezielle Matratzen ausgelegt

werden können.

64 4/2021


„ Modellpflege mit ganz feinem Pinsel: Die 25 Änderungen wurden von

den Eignern und Crews der Excess 12 vorgeschlagen.“

NO FLYBRIDGE

Prinzipiell wurzelt die Excess 12 auf

Beneteaus zweiter Katamaranmarke

Lagoon. Bei der Excess 11, dem

ersten Modell der Marke, der ohne

Anleihen von Lagoon ent wickelt

wurde, ist dies nicht mehr sichtbar.

Allen Excess-Modellen gemeinsam

ist das Grunddesign: eine außergewöhnlich

flache und niedrige

Deckslinie, der Aufbau ohne Fly ­

bridge und die weit achtern, am

Ende der Rümpfe, angeordneten

Steuerstände. Typische Lösungen

für traditionelle Einrumpfyachten,

aber sehr selten für Katamarane.

Dank der nicht vorhandenen

Flybridge war es möglich, den

Mast nach hinten zu versetzen,

den Baum zu senken und damit

eine größere Segelfläche zu erhalten.

Durch die Verlegung des

Steuer standes nach achtern hat

der Skipper ständigen Kontakt mit

seiner Crew und ist nicht durch ein

Deck oder eine hohe Treppe von

seinen Gästen getrennt. Zudem hat

er eine viel bessere Kontrolle über

das Geschehen an Bord.

KAT OF THE ART

Die Möglichkeiten zum Verstauen

und das Platzangebot innen und

außen, die Ausstattung und das

freundliche Ambiente unter Deck –

alles State of the Art, man merkt,

dass hier routinierte Katamaranbauer

am Werk waren.

Die Tür vom Cockpit in den Salon

ist vielleicht ein wenig schmal

ausgefallen. Und die Stützen des

nach hinten verlegten Mastes gleich

Excess 12

Länge ü. a.

Länge

Breite

Großmast

Tiefgang

Verdrängung Leerschiff

11,74 m

11,46 m

6,73 m

18,27 m

1,35 m

10,3 t

Kojen 6–12

Frischwasser

Grauwasser

Kraftstofftank

Motoren

300 l

160–320 l

2 x 200 l

2 x 29 PS bis 2 x 45 PS

Segel

Großsegel 50 m 2

Selbstwendefock 32 m 2

Code 0 (optional) 67 m 2

Segelfläche am Wind 88,5 m 2

Basispreis netto ab € 292.000,–

Händler: Ortner Boote, 9500 Villach; Kontakt:

Ing. Hans Ortner, Tel. +43 4242 / 413 10.

è www.ortner-boote.com

4/2021 65


Helle Farben, große Fensterflächen, viel Stauraum: Schon rein optisch gehört die

Excess 12 nicht zu den barocken Kats, sondern zu den sportlich-fitten.

hinter dem Eingang, direkt neben

dem Kombüsenschrank, stehen

etwas im Weg.

Im Backbordrumpf wurde

die Eignerkabine mit einem Schlafraum,

einer Sitzecke und einem Bad

im Bugbereich gestaltet, während

sich im Steuerbordrumpf zwei Gästekabinen

und ein Bad mit Dusche

dazwischen befinden. In den Zimmern

herrscht Stehhöhe und viel

natürliches Licht. Eine Variante mit

vier Kabinen ist auch erhältlich,

wird aber seltener bestellt – die

meisten Kunden sind Privateigner

und keine Charterfirmen.

LET’S SAIL!

Bei den Tests überraschte die Excess

12 mit leichter Manövrierbarkeit

und guter Performance. Für eine

komfortable Steuerung sorgen zwei

Steuerräder, die direkt an der Ruderblattsäule

montiert sind. Das

macht die Steuerung extrem effizient.

Die Yacht reagierte während

der Manöver fantastisch auf das Ruder.

Das Wenden? Wie ein Manöver

auf einer Einrumpfyacht!

Die Basisfock ist selbstwendend,

was es besonders einfach macht,

allein oder mit unerfahrener Crew

zu segeln. Die Fock und andere Vorsegel

werden zu Winschen im hinteren

Cockpit und die Großschot

durch ein System von Blöcken am

Heckspiegel geführt.

Trotz der Lage des Steuerstandes

ziemlich tief hinter den Aufbauten

gibt es auf der Excess 12 freie Sicht

in alle Richtungen. Große Fenster

rund um die Aufbauten ermöglichen

es, auch das Vorschiff gut im

Auge zu behalten. Optional können

zwei Kameras am Bug bestellt werden,

die für mehr Sicherheit bei der

Schiffsführung unter Segel sorgen.

LET’S SAIL!

Eine gelungene Sym biose zwischen

Komfort und Raumangebot eines

Katamarans und dem Segelspaß

sowie der Sportlichkeit eines Einrümpfers.

Obwohl die Excess 12

noch die DNA der Schwesternmarke

Lagoon besitzt (was man z. B. an

der fast quadratischen Form des

Aufbaus bemerkt), geht die Rechnung,

etwas Raum (Flybridge) zu

opfern, um mehr Performance zu

erhalten, sehr gut auf. Man darf gespannt

sein, wie die zukünftigen

Modelle von Excess diesen Ansatz

noch weiter verfeinern werden.

„ Die gelungene Symbiose

zwischen dem Komfort

eines Kats und dem

Segelspaß eines

Einrümpfers.“

66 4/2021


Tragbarer Wassersport

PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

DACHSYSTEME. Früher brauchte man

für den Autotransport für Surfbretter einen

Bus, einen Anhänger oder ein sehr

durchdachtes Schnürsystem für den

Dachträger. Dank moderner Trägersysteme

ist man heute flexibler und sicherer

unterwegs. Weltmarktführer Thule z. B.

stellt mit dem Board Shuttle einen Surfboard-

und SUP-Träger her, der sich ideal

für den Transport von ein oder zwei

Boards auf einem beliebigen Dachträger

eignet. Gute Nachrichten für Kajak- und

Kanubesitzer: Auch hier gibt es inzwischen

flexible Trägersysteme.

Erhältlich z. B. online bei

Rameder.

è www.thule.com

è www.kupplung.at

Board Shuttle

von Thule.

Breitband übers All

SATELLITENEMPFANG. Die neue v45C­

Antenne von Intellian ist einer der Gründe,

warum Internetverbindungen über Satellitennetzwerke

immer kompakter werden und

effektiver zu betreiben sind. Bislang brauchte

man, um das FlexMaritime-Netzwerk des

Satellitenkommunikationsdienstes Intelsat

nutzen zu können, Antennen mit mindestens

60 cm Durchmesser. Nun hat Intelsat sein für

Freizeit-, Fischerei- und kommerzielle Seeschiffe

gedachtes Netzwerk auch für die kleineren

45-cm-Antennen freigegeben. Die 23 kg

schwere v45C als eine der ersten Antennen der

neuen Klasse soll den globalen Internet-Empfang

auch für kleinere Schiffe ermöglichen.

è www.intelliantech.com

Glänzende Aussichten

LACKPFLEGE. Das deutsche Unternehmen

Nobelclean hat sich auf Lackpflege

von Flugzeugen und Luxuslimousinen

spezialisiert, darf aber auch zahlreiche

Superyachten zur Kundschaft zählen.

Das selbst entwickelte Reinigungs- und

Poliersystem nennt sich Diamonding und

ist eine Methode der Lackbehandlung, die

zwar mit den üblichen Poliermaschinen

funktioniert, aber anstatt Lammfell und

Schwämme zu verwenden, arbeiten die

Nobelclean-Teams mit „Nobelpads“ aus

Baumwolle oder Mikrofaser. Vorteile:

Die Methode ist umweltfreundlich, benötigt

kein Wasser, verursacht keinen

Lärm oder Schmutz und ist viel billiger

und schneller als ein Neuanstrich.

è www.nobelclean.com

Diamondingen

statt polieren.

IMPRESSUM

MEDIENINHABER: Satz- und Druck-Team GmbH,

Feschnig straße 232, 9020 Klagenfurt, +43 463/461 9025,

www.ocean7.at, redaktion@ocean7.at, office@ocean7.at,

Firmenbuchnummer 105347 y, Landes gericht Klagenfurt,

UID ATU 25773801 · ANWENDBARE VOR-

SCHRIFT: Österreichische Gewerbeordnung, Mediengesetz

(www.ris.bka.gv.at) · GESCHÄFTS FÜHRER:

Wolfgang Forobosko · CHEF REDAKTION: Tahsin Özen,

1180 Wien, redaktion@ocean7.at · ART-DIREKTION:

Catharina Pichler · GRAFISCHES KONZEPT: Thomas

Frik, www.viertelbogen.at · MIT ARBEITER DIESER

AUSGABE: Daniele Baracco, Inga Beitz, Hans Peter

Bleck, Stefan Detjen, Mag. Wolfgang Gemünd,

Wolfgang Hausner, Bernd Hofstätter, Detlef Jens, Dr.

Reinhard Kikinger, Familie Mandl, Thomas Pernsteiner,

Holger Peterson, Arek Rejs, Gottfried Titzl Rieser, Dr.

Bobby Schenk, Alexandra Schöler-Haring, Dr. Alfred

Zellinger · PRODUKTION UND DRUCK: Satz- und

Druck-Team GmbH · ANZEIGEN: Bernd Hofstätter

+43 664/ 552 09 32, b.hof staetter@ocean7.at · EINZEL-

VERKAUFSPREIS: Österreich € 4,90 · ABO-PREISE:

Bezugs preis Inland für sechs Ausgaben: € 29,– · ABO-

BE STELLUNG: abo@ocean7.at, www.ocean7.at · VER-

TRIEB: Presse Großvertrieb Austria Trunk GmbH, St. Leonharder

Straße 10, 5081 Anif/Salzburg · Diese Zeitschrift

und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen

sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung

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des MSVÖ: Motor bootsport und Seefahrts Verband

Österreich, Forchheimergasse 34/118, 1230 Wien,

www.msvoe.at

JURY

DANIELE BARACCO

4/2021 67


Bavaria C38

68 4/2021


Das

C-Gefühl

Die Bavaria C38 vereint überraschend sportliche

Segeleigenschaften, einfachstes Handling und ein

erstaunliches Raumangebot unter Deck. Möglich

wird das dank innovativer Design-Merkmale

wie V-Bug und Chines am Heck. Dank dieser

wurde das C-Feeling zuvor schon auf der

größeren Schwester C42 erlebbar gemacht.

Die C38 macht es jetzt erschwinglicher.

Text DETLEF JENS | Fotos BAVA R I A YACH TS

4/2021 69


Bavaria C38

Die Lübecker Bucht zeigte

sich am Testtag von ihrer

ruppigen Seite. Schiefergraues

Wasser mit einzelnen

Gischtstreifen darin, ein kurzer,

aber harter Seegang und viel Wind

aus tiefhängenden, schnell ziehenden

Wolken. Ideale Bedingungen

also, um die neue Bavaria C38 unter

Segel so richtig zu testen.

Unter zunächst vollem Großsegel

und der Selbstwendefock gehen wir

hart an den Wind, der mit fünf

Beaufort, in Böen deutlich mehr,

weht. Die Bavaria C38 lässt sich davon

nicht aus der Bahn werfen. Die

große Breite und der Chines, der

ausgeprägte Knickspant im Rumpf,

sowie der 2,05 m tiefe Kiel mit 2,2

Tonnen Ballast sorgen dafür, dass

die Yacht nicht zu stark krängt und

den Druck im Rigg direkt in Fahrt

umsetzt. Bis zu sieben Knoten stehen

auf der Logge. Dazu wirkt das

tiefe Ruder sehr effektiv und sorgt

dafür, dass die C38 immer entspannt

kontrollierbar bleibt.

Noch etwas fällt sogleich auf:

Trotz des rauen Seegangs segelt das

Schiff erstaunlich trocken, Spritzwasser

gelangt so gut wie nie bis ins

Cockpit. Auch das eine Folge des bis

in den Bug reichenden Chines. Denn

auch das ist bei der Bavaria C38,

ebenso wie bei der größeren C42,

bemerkenswert. Über Wasser ist das

Vorschiff voluminös, bietet viel Auftrieb

beim Segeln und viel Platz unter

Deck – doch in der Wasserlinie

wird es durch den Chines schmal

und ausgeprägt V-förmig.

Nach einer Weile beschließen wir

dennoch, das Großsegel zu reffen,

denn der Wind ist noch böiger geworden.

Das ist, wie sich zeigt, eine

unkomplizierte Sache von wenigen

Minuten, wobei das komplette Reffmanöver

vom Niedergang aus

durchgeführt werden kann: Groß­

fall und Reffleinen sind zu den

Winschen und Fallstoppern bei ­

derseits des Niedergangs geführt,

eine saubere und vor allem sichere

Sache. Nass werden muss man

beim Reffen hier an Bord normalerweise

nicht, ganz gleich, wie hoch

der Seegang sein mag!

Auch die Großschot wird in der

von uns gesegelten Version hier gefahren.

Damit ist sie nicht in direkter

Reichweite der Person am Ruder,

dafür hat das Arrangement andere

Vorteile. In jedem Fall wird die

Schot über Fußblöcke auf dem Kabinendach

direkt vor der Sprayhood

gefahren. Hier hat sie auf Wunsch

zwei holende Parten, was vor allem

beim Feintrimm des immerhin 46

Quadratmeter messenden Groß ­

segels von Vorteil ist.

Das Luv-Ende der Großschot bestimmt

den Anstellwinkel des Baumes,

das Lee-Ende aber zieht den

Baum nach unten, mit direkter Auswirkung

auf das Segelprofil und das

Achterliek. Und zwar präziser und

einfacher, als es mit dem üblichen

Baumniederholer geht – was natürlich

auch möglich ist.

Sollen die Schoten in Griffweite

der Steuerpositionen gefahren werden,

gibt es die Möglichkeit, zwei

zusätzliche Winschen direkt neben

den Rädern zu bestellen. Hier werden

dann die Schot der selbstwendenden

Fock und die Großschot

gefahren. Auch eine sehr praktische

und komfortable Lösung.

Damit wäre auch das Cockpit vor

den zwei Steuer rädern komplett befreit

vom „Segelbetrieb“, sofern

nicht gerade Segel gesetzt, geborgen

oder gerefft werden sollen. Der

Rudergänger hat dank der Doppelruderanlage

und der großen Breite

des Hecks vom Platz am besten jeweils

in Luv immer eine gute Sicht –

auf das Geschehen ringsum ebenso

wie auf das Vorliek und die Trimmfäden

in der Fock.

HECK-TERRASSE

Die Instrumente sind ebenfalls bei

den Steuerständen angebracht und

gut lesbar, ohne dass diese hier von

Mitseglern verdeckt werden könnten.

Die Motorschaltung und der Auto ­

pilot befinden sich an Steuerbord,

ein Kartenplotter unter der Hinterkante

des Cockpittisches. Auch dies

eine mittlerweile bewährte und

gute Lösung.

Das Cockpit vor den Steuerrädern

bietet trotz des großen, zentralen

Klapptisches viel Bewegungsfreiheit

und genügend Sitzplätze. Auf unserem

Probeschlag mit fünf Erwachsenen

an Bord hat man sich zu keiner

Zeit im Cockpit eingeengt gefühlt.

Dieses Gefühl der Weite und Großzügigkeit

verstärkt sich noch einmal

dramatisch, sobald man im Hafen

mit dem Heck zum Steg anlegt oder

in einer schönen Bucht ankert. Dann

nämlich verwandelt sich die große

Klappe im Heck mit wenigen Handgriffen

zu einer ausladenden Terrasse

„ Über Wasser ist das Vorschiff voluminös, bietet viel Auftrieb beim

Segeln und viel Platz unter Deck – doch in der Wasserlinie wird es

durch den Chines schmal und ausgeprägt V-förmig.“

70 4/2021


über dem Wasser. Perfekt zum

Baden, zum Anlanden mit dem

Dingi und auch zum An-Bord-

Gehen, ganz ohne Turnerei und

Verrenkungen vom Steg aus.

Hier im Heck befindet sich noch

ein großer Stauraum unter dem

Cockpitboden, zusätzlich zu zwei

Backskisten und einem weiteren

Stauraum im Vorschiff. Dort ist

auch die Ankerwinde unter der Luke

angebracht. Ein halbhohes Schott

trennt hier den Ketten kasten von

einem weiteren tiefen Stauraum für

Fender, Leinen oder zusätzliche

Downwind-Segel.

TISCH UND BETT

Der Niedergang ist sicher und komfortabel

zu begehen, dank des fehlenden

Brückendecks und einer sehr

4/2021 71


Bavaria C38

breiten, nicht besonders steilen

Treppe in den Salon. Die markanten

Rumpflinien mit dem durchgehenden

Chines und der großen Breite

kommen nicht nur den Segeleigenschaften

zugute, sondern sorgen

auch für viel Raum unter Deck.

Zwei große Achterkabinen mit ausgewachsenen

Betten von 1,5 mal

zwei Metern sind sozusagen der beeindruckende

Anfang von hinten.

Auch der WC- und Duschraum

weist „erwachsene“ Maße auf und

die Küche – das Wort „Pantry“

würde diesem Bereich wirklich

nicht mehr gerecht werden – ist

ein erstaunliches Raumwunder.

Mittschiffs der Salon, mit einem

Zweisitzer-Sofa an Backbord und einem

kleinen Navigationstisch am

vorderen Schott. Gegenüber befindet

sich die Messe, ein U-Sofa rund

um einen großen Tisch, der sich

ausklappen lässt, um den Zweisitzer

mit in die Tafelrunde aufzunehmen.

Der sich aber auch absenken lässt,

um aus dem Esstisch eine Liegefläche

zu machen. Alles mit viel Luft

und Licht, dank der Rumpffenster,

der Fenster im Kajütaufbau und

gleich mehrerer Luken im Deck.

Kommen wir zum vielleicht Besten

am Schluss – der Eignerkabine

im Bug. Nämlich, dass man sich

hier trotz Kingsize-Bett von 1,73

mal zwei Meter Größe inklusive

Ausblick von der Matratze durch

die Rumpffenster nach draußen,

„ Die C38 lässt sich gerne auch mal sportlich segeln,

denn das Potenzial dazu hat sie.“

dazu viel Ablage- und Stauraum

und Platz, auch bei geschlossener

Salontür frei bewegen kann. Bemerkenswert

für eine 38-Fuß-Yacht!

WOHNEN AUF DEM WASSER

Insgesamt bleibt der positive Eindruck,

dass die neue Bavaria C38

eine aufregende, vor allem aber vielseitige

Yacht ist. Sie ließe sich gerne

auch mal sportlich segeln, denn das

Potenzial dazu hat sie. Selbst wenn

eine Familiencrew etwas entspannter

zur See fährt, wird sie nicht langsam,

aber vermutlich immer gut zu

handeln und zu beherrschen sein.

Ihre andere ganz große Stärke

spielt sie im Hafen oder vor Anker

aus, wo der überdurchschnittlich

hohe Wohnkomfort so richtig zum

Tragen kommt. Sei es durch die großen

Kabinen und Betten, den hellen

Salon, die üppige Küche oder auch

das großzügige Leben an Deck, im

breiten Cockpit mitsamt der Badeterrasse.



Bavaria C38

Gesamtlänge (inkl. Bugspriet) 11,38 m (11,90 m)

Länge Rumpf

Länge Wasserlinie

Gesamtbreite

Tiefgang Standard Gusseisenkiel

Tiefgang Option Gusseisenkiel als Flachkiel

Ballast Standard Gusseisenkiel

Ballast Option Gusseisenkiel als Flachkiel

Verdrängung Standard Gusseisenkiel

Verdrängung Option Gusseisenkiel als Flachkiel

Motor (Standard)

Treibstofftank

10,99 m

10,28 m

3,98 m

2,05 m

1,65 m

2.205 kg

2.460 kg

9.070 kg

9.320 kg

21,3 kW (29,3 PS)

210 l

Wassertank 210 l (150 l)

Segelfläche 79,3 m 2

Großsegel (Standard) 46,0 m 2

Großsegel (Rollsystem) 42,8 m 2

Fock (selbstwendend) 29,3 m 2

Genua / Gennaker / Code 0 35 / 130 / 70 m 2

CE-Kategorie A-8 / B - 12 / C - 14 A - 8 / B - 12 / C - 14

Design

Cossutti Yacht Design / Bavaria Yachts Design Team

Basispreis netto ab € 134.300,–

Händler: Yachten Meltl,

D–83233 Bernau am Chiemsee,

Tel. +49 8051/965 53-0

è www.yachten-meltl.de

72 4/2021


Mehr Licht!

MOTORYACHTEN

Tipps, Trends & Neuheiten

EXPRESS CRUISER. Mit der GT 45

wird Beneteau im September das

neue Topmodell seiner Gran Turismo-

Reihe auf den Markt bringen. Was gegenüber

dem Vorgänger GT 46 sofort

auffällt: Die Neue verfügt über deutlich

mehr Fensterflächen. So wurde

z. B. das neue, elektrisch verstellbare

Hardtop verglast. Bestimmendes Element

im Cockpit ist eine U-förmige

Sitzbank gegenüber der Wetbar. Der

Salon im Unterdeck kann auch durch

eine dritte Kabine mit zwei Etagenbetten

ersetzt werden. Angetrieben wird

die GT 45 entweder von einem Volvo

Z-Drive D6 mit 2 x 380 PS oder einem

Volvo D6-IPS 600 mit 2 x 440 PS.

è www.masteryachting.com

Fast 15 Meter Sport und Geselligkeit: GT 45.

Springinkerl

EINSTEIGERBOOT. Die Invictus SX

200 ist das erste Modell der neuen Capoforte-Kollektion

und auch das neue

Einsteigerboot der italienischen Edelmarke.

Sowohl der Bug- als auch der

Heckbereich lassen sich als Liege- oder

Wohnbereich einrichten. Praktisch: Die

6,10 Meter italienische Eleganz.

dezentrale Steuerkonsole, die einen direkten

Übergang zwischen Heck und

Bug schafft. Angetrieben wird die kleine

Invictus von einem Außenborder mit

maximal 150 PS, der für eine Höchstgeschwindigkeit

von 30 Knoten gut ist.

è www.invictus-boote.de

Maßgeschneiderte Gemütlichkeit

SUPERYACHT. Die 42 Meter lange

M/Y Crowbridge war letztes Jahr die

erste Yacht, die nach dem Covid-

19-Lockdown von der auf Explorer

spezialisierten Werft Cantiere

delle Marche zu Wasser gelassen

wurde. Entworfen wurde der Verdränger

von Designer Tommaso Spadolini,

der für die Eignerfamilie im Unterdeck

sechs großzügige Gästekabinen

mit eigenem Bad sowie vier Crewkabinen

und auf dem Hauptdeck eine große

Küche als zentralen Wohnbereich

unterbringen musste. Zwei Caterpillar-Diesel

mit jeweils 1.300 PS sorgen

für eine Höchstgeschwindigkeit von

15 Knoten.

è www.cantieredellemarche.it

42 Meter langer Familiencruiser.

FOTO: GIOVANNI MALGARINI

Rasender Tender

SPORTVERSION. Dass man nicht nur

Luxus, sondern auch Sport kann, will

Wally mit seiner neuen 43wallytender

X beweisen.

Die Außenborder-Version des Daycruisers

ist standardmäßig mit drei

300 PS starken Mercury Verados ausgestattet,

die eine Höchstgeschwindigkeit

von 40 Knoten erreichen. Man

kann sich aber auch für die drei mal

450 PS starke Version und 50 Knoten

entscheiden. Die Joystick-Bedienung

und das Autopilot-System sollen die

Handhabung des Schiffes zu einem

Kinderspiel machen.

è www.wally.com/wallytender

13,20 Meter bis zu 50 Knoten schnell.

4/2021 73


Locker vom

xxxxx xxxx

Vom Feinsten:

die Lounge vorschiffs.

Höhenverstell- und um 360 Grad

drehbare Cockpit-Bestuhlung.

Mit der E26 Rider präsentiert Cranchi die offene

Version des Kassen schlagers E26 Classic. Der flotte

Rumpf ist gleich geblieben, das Design von Christian

Grande ist der neue Trumpf.

Text TAHSIN ÖZEN | Fotos COURTESY CRANCHI

Nach dem durchschlagenden

Erfolg der geschlossenen

Version war die Modellerweiterung

in Form eines

Bowriders mit Außenbordmotor nur

eine Frage der Zeit. „Mehr als 220

Einheiten der E26 Classic wurden seit

der Einführung vor drei Jahren verkauft,

die neue Rider hat mindestens

ebensoviel Potenzial“, so der Österreich-Importeur

Bernhard Prillinger,

Geschäftsführer von TopYacht mit

Sitz in Linz.

Die Werft am Comer See hat sich

jedenfalls nicht lumpen und mit

Christan Grande einen Top-Designer

Hand anlegen lassen, um ihren hoch

74 4/2021


Hochwertige

Verarbeitung.

Viele Farben zur Auswahl bei

Speziallack und Polsterung.

Zwei Chaiselongues oder acht

Sitzplätze im Salonbereich.

Wasserdichter Sound.

Edler Steuerstand.

Die Cranchi E26 Rider

ist voll trailerbar.

Hocker an die Bar

gesetzten Ansprüchen an den

neuen „Luxury Day Tender“ ohne

wenn und aber gerecht zu werden.

Der nahm die Herausforderung an

und interpretierte den Klassiker

kurzerhand neu.

SALON-BAR-LOUNGE

So ist der Einstieg über das Heck

mit Außenborder-Rahmen, der

auch die wasserdichten Lautsprecher

trägt, nicht nur leicht und sicher,

sondern schon erhabend. Nur

zwei Stufen trennen das Heck vom

Salon mit seinen zwei gegenüberliegenden

Chaiselongues, der

abends auch ein edles Ambiente als

Bar für bis zu acht Personen bietet.

Die großzügig dimensionierten

Cockpit-Stühle dürften spätestens

ab dem Sundowner als Barhocker

Einsatz finden, sind sie doch höhenverstell-

und um 360 Grad

drehbar und somit absolut salonfähig.

Fast im völligen Kontrast zu

diesen steht der Steuerstand mit

seinen filigranen Instrumenten.

Links neben der Steuerkonsole

haben auch ein Waschbecken und

ein Toilettenraum Platz gefunden.

Üppig bemessen wurde der Raum

dafür zwar nicht – aber in Anbetracht

der Tatsache, dass man auf

vielen Daycruisern in der Regel

„ohne“ auskommen muss, dennoch

ein Gefühl von Luxus – spätestens

wenn man muss …

Ohne lästige Stufen gelangt man

schließlich in das Herzstück des

Bowriders: in die Lounge im Bug ­

bereich mit zwei weiteren Chaiselongues,

wo man sich den Fahrtwind

durchs Haar rauschen lassen kann.

EASY RIDER

„Fahrtechnisch gibt es auch in der

Außenbordversion nichts zu beanstanden

– sie lässt sich präzise,

leicht und jederzeit kontrolliert

steuern, kommt sofort ins Gleiten

und vermittelt in jeder Lage ein

sicheres Gefühl“, sagt Prillinger.

Die Cranchi E26 Rider ist für

eine Motorisierung mit bis zu

350 PS ausgelegt, serienmäßig hat

man die Wahl zwischen einem

Mercury-F300- oder F350-Verado-

Außenborder.


Cranchi E26 Rider

Design

Art Director

Rumpf

Rumpflänge

Länge inkl. Außenborder

Max. Breite

Verdrängung

Treibstofftank

Wassertank

CE-Kategorie

Motor

Centro Studi Ricerche Cranchi

Christian Grande

Aldo Cranchi

7,80 m

8,10 m

2,49 m

2.000 kg

270 l

70 l

Mercury Verado (300 / 350 PS)

Basispreis netto mit 300 / 350-PS-Motor ab € 113.750,– / €116.500,–

Händler: TopYacht, 4020 Linz; Kontakt: GF Bernhard Prillinger, Tel. +43 / 732 770 581.

è www.topyacht.eu

B

4/2021 75


M

V

S

Ö

MOTORBOOTSPORT UND SEEFAHRTS VERBAND ÖSTERREICH

News Juli/August 2021

Am Ende des FB4-

Prüfungstörns

wartete bereits die

Giuardia Costiera

im Porto San

Rocco, Muggia.

Tender to Vogel

So heißt das Dingi, das im Rahmen eines MSVÖ-Praxisprüfungstörns für das FB4-Patent

einsam und verlassen aus ruppiger See geborgen wurde. Als sich dann auch noch die

Guardia Costiera einklinkte, wurde die Prüfung auf der Segelyacht Compañera zum

Ernstfall, wie Prüfer Mike Hecker berichtet.

Eine FB4-Prüfung ist für mich

als Prüfer immer eine spannende

Geschichte, weil man

doch einige Tage mit erfahrenen

Skippern mindestens 200 Seemeilen

gemeinsam in zumindest drei Tagen

absolviert. So lief ich also mit sechs

Prüflingen auf der SY Compañera,

einer Hanse 455, von Porto San

Rocco in Muggia aus. Der Eigner

Christian Hofer hat sich mit seinem

Sohn und weiteren Segelfreunden

zum FB4 entschieden und nun

ging es ins Finale.

Eine Eigneryacht ist natürlich oft

viel besser ausgerüstet als eine herkömmliche

Charteryacht. So ist

Radar neben neuester Bordelektronik

nicht nur an Bord, sondern

wird auch dementsprechend eingesetzt.

Das erste Ziel wird von mir

mit Porto Garibaldi definiert und

völlig unspektakulär steuern die erfahrenen

Seefahrer bei 25–30 Kn

Wind in die Nacht hinein. Selten

gehe ich bei einer Nachtfahrt ruhig

in die Koje, aber da hatte ich vollstes

Vertrauen in die Männer. Genau

nach Wachplan wurden die

Positionen besetzt und gekonnt gemeistert.

Aus- und Einreffen wurden

ohne Hektik und Aufregung

erledigt. Niemals hatte ich das Gefühl,

dass die diensthabenden

Männer nicht wussten, was sie tun.

Die Strecke führte über das Po-

Delta und dann nach Chioggia, wo

wir einmal anlegten und Essen gingen,

da dies in Italien wieder möglich

war. Am dritten und letzten Tag

legten wir um 2.00 Uhr ab, da ja

noch einige Nachtansteuerungen

zu absolvieren waren. Kurz vor

Sonnenaufgang hatten wir auch

die letzte Ansteuerung auf Porto

Lido geschafft, als krönenden Abschluss

legten wir in Venedig an.

Kaffee war um diese Uhrzeit nirgends

zu bekommen, also fuhren

wir weiter. Gleich nach Moses wurden

wieder die Segel gesetzt, mit

dem Heimathafen als Ziel. Der

Wind wurde kontinuierlich stärker,

aber die Kandidaten, die ihre Ausbildung

bei der YCA-Crew Steiermark

gemacht hatten, ließen sich

selbst bei der Astronavigation nicht

aus der Ruhe bringen.

Während dieser wurde ein unbemanntes

Beiboot gesichtet. Erst im

vierten Anlauf gelang es, das Boot

an Bord zu hieven. Darin fanden

wir zwei Wasserflaschen kroati­

MICHAEL HECKER

ist MSVÖ-Referent für

Küste und Hochsee

msvoe@msvoe.at

76 4/2021


Nachrichten für die

Schifffahrt der OSB

schen Mineralwassers, 2 Drybags, ein

iPhone 11+, eine Schwimmweste, einen

Schlafsack sowie ein Faltpütz.

Das Dingi mit der Aufschrift „Tender

to Vogel“ hatte einen festen GFK-

Rumpf, die Ruder waren angeschlagen,

kein Motor. Wir informierten

die italienische Küstenwache per

Funk (Kanal 16) über unseren Fund

und verständigten uns auf ein Treffen

im Porto San Rocco in Muggia.

Vor dem Einlaufen hatten sie uns

schon auf ihrem Schirm, ich wurde

das erste Mal in meinem Leben von

der VTS (Vessel Traffic Service) von

vor Anker liegender Großschifffahrt

gewarnt. In Muggia kam ein Offizier

der Coast Guard an Bord, nahm sich

eine Kopie der Schiffspapiere, fotografierte

das MSVÖ-Prüfungslogbuch

und das Dingi, das Handy

nahm er mit. Kurz nach unserer Abreise

wurde auch das Dingi abgeholt.

Wir wissen nicht, was mit dem

„Tender to Vogel“ passiert ist – als

Treibgut würde es eigentlich der

Crew der Compañera zustehen. Falls

also jemand das Motor- oder Segelboot

Vogel kennt, würde ich mich

über eine Nachricht freuen.

Die FB4-Prüfung wird mir noch

lange in Erinnerung bleiben, da ich

den Törn auf der Compañera sehr

genossen habe und der Zusammenhalt

der Crew vorbildlich war. Alle

Kandidaten haben die Prüfung bestanden

– ich wünsche ihnen alles

Gute auf ihrem weiteren seemännischen

Kurs!

Links die

sechs FB4-Anwärter

(ganz

links Prüfer

Mike Hecker),

rechts die

Bergung des

gefundenen

Beiboots.

KIESVERLADUNG

Krems, Donau, Strom-km 1982.6 bis 1983.0

– Beschränkungen 7. Juni bis 17. September

2021, Mo–Fr, 6–20 Uhr: Sog- und Wellenschlag

vermeiden, besondere Vorsicht. Arbeiten

bei Strom-km 1982,8, rechtes Ufer. Arbeits ­

gerät und -bereiche sind entsprechend der

WVO mit Tag- und Nachtbezeichnungen gekennzeichnet.

Donau, Strom-km 1914.0 bis 1920.4 – Beschränkung

bis 23. Dezember 2021, Mo–Do,

6–18 Uhr: Besondere Vorsicht. Kiesverladung

im Bereich Strom-km 1920,162 bis 1920,400,

linker Fahrbahnrand. Verklappt wird im Bereich

Strom-km 1914,000 bis 1920,000 über

die gesamte Strombreite. Arbeitsgeräte und

-bereich sind entsprechend der WVO mit

Schifffahrtszeichen (Tag- und Nachtbezeichnung)

gekennzeichnet. Ergänzende Informationen

über UKW-Kanal 10 bei MS Krems

oder MS Linz.

ARBEITEN

Donau, Strom-km 1916.0 bis 1934.0 – Beschränkung

bis 30. Juli 2021: Verzögerung

höchstens 1 Stunde. Zusätzliche Meldepflicht

über UKW-Kanal 10, Polizei Wien (Talfahrer

bei Strom-km 1934, Bergfahrer bei Strom-km

1916 – gilt auch für Talfahrer aus dem Donaukanal,

die einen Grenzübertritt zur Slowakei

vorhaben. Passagier- und Besatzungs listen

(Excel-Format) zu Gunsten der Kontrollzeit

vorweg per E-Mail an PI-W-02-Handelskai-

Wasserpolizei@polizei.gv.at. Ergänzende Informationen:

http://nts.doris.bmk.gv.at/Down

load?attachement=2006000510000000363

Brandstatt, Sportboothafen, Donau-km

2157.1 – Beschränkung bis 31. Dezember

2021 durchgehend: Teilweise nur eine Tiefe

von 1 Meter verlaufend bis gegen 0 Meter gegeben.

Eine Stromgrundaufnahme steht als Anlage

zur Verfügung. Ergänzende Informationen:

http://nts.doris.bmk.gv.at/Download?

attachement=2006000510000000342

Donau, Strom-km 1978.0 bis 1979.0 –

Beschränkung bis 31. August 2021

durchgehend: Ankerverbot.

Altenwörth, Wartelände, Unterwasser,

Donau-km 1979.1 im linken Bereich –

Beschränkung bis 31. August 2021 durchgehend:

Sperre. Im angegebenen Bereich ist ein

Saugrohr verankert.

BAUARBEITEN

Linz – Obere Donaulände, Strom-km

2136.5 bis 2136.7 – Beschränkung bis

31. Dezember 2021 durchgehend:

Sperre des rechten Ufers.

Donau, Strom-km 1999.4 bis 2003.1 – Beschränkung

bis 31. Dezember 2021, 6–20

Uhr: Sog und Wellenschlag vermeiden, besondere

Vorsicht. Eingesetzte Geräte: Baggerstelzenponton

F802, Ponton F601, MS Grafenau,

MS Greifenstein, MS Emma, MS Theresa, SL

F 101, F102, F103, F104, F105, F106, F106,

F107, F122, F121, F135, F132, F133, F134

REPARATURARBEITEN

Neue Donau, Liegestelle Tanklände,

Donau, Strom-km 1917.3 bis 1917.2 – Beschränkung

bis 31. Dezember 2021 durchgehend:

Sperre rechtes Ufer, Donau km 1917.1.

Stein-Mautern Strassenbrücke, Donau-km

2003.5 – Beschränkung bis 29. Oktober

2021, Mo–Do, 7–17 Uhr, Fr, 7–13 Uhr:

Besondere Vorsicht. Prüfungs- und Erhaltungsarbeiten

(Hängegerüst) mit eingeschränkter

Durchfahrtshöhe von 2,25 m. Finden

diese Arbeiten in den Feldern 1, 2, 4 statt,

werden diese Joche während den Arbeitszeiten

mit Schifffahrtszeichen gesperrt, bei Arbeiten

im empfohlenen Durchfahrtsjoch (Feld

3) werden diese von der Schifffahrtsaufsicht

überwacht und der Schiffsverkehr vor Ort geregelt.

Schifffahrt ist grundsätzlich nicht behindert,

kurze Verzögerungen möglich.

AUSGLEICHSMASSNAHMEN

(polizeiliche Kontrollen im

grenzüberschreitenden Verkehr)

Donau, Strom-km 1916.0 bis 1932.0 ab

17. Juni 2020. Ergänzende Informationen:

http://nts.doris.bmk.gv.at/Download?

attachement=2006000510000000244

SEICHTSTELLEN

Donau, Strom-km 1872.8 bis 2035.0:

Minimale Tiefe. Informationen über Seichtstellen

in der Wachau und im Bereich östlich

von Wien (einschließlich Einfahrten zu den

Wiener Häfen) werden laufend im Internet

veröffentlicht. Ergänzende Informationen:

http://www.doris.bmvit.gv.at/

fahrwasserinformation/seichtstellen

4/2021 77


YACHT CLUB AUSTRIA

News Juli/August 2021

YCA-CLUBLEBEN

Generalversammlung

Schwere Zeiten: harter Lockdown, keine Treffen mit Freunden, keine Ausbildungen, keine Törns – und ja,

auch keine Generalversammlung, wie wir es gewohnt sind. Sie fand letztlich doch statt, allerdings haben

wir uns virtuell getroffen.

Text GOTTFRIED RIESER, AUSBILDUNGSLEITER YCA

Via Zoom fanden sich über

60 Teilnehmer ein, die den

Berichten unseres Commodore,

des Schatzmeisters, des Ausbildungsleiters

und der Crew-Commander

lauschten, hinterfragten

und wertvolle Anregungen gaben.

Wir haben tatsächlich trotz aller

Umstände viel weitergebracht im

letzten Jahr: Der Umbau von einem

„Generalsekretariat“ hin zu einem

„Nautischen Kompetenz-Zentrum“

ist so gut wie abgeschlossen. Unser

Büro hat sich zur Drehscheibe für

Kommunikation, Information und

Organisation entwickelt – und unsere

Mitglieder nutzen auch dieses

einzigartige Serviceangebot: Wir

haben im Vorjahr trotz aller Covid-

Einschränkungen über 50 Veranstaltungen

registriert und rund

3.100 Rechnungen ausgestellt –

bei über 2.400 Mitgliedern eine

beachtliche Dichte.

Apropos Mitglieder: Wir konnten

auch 2020 einen Mitglieder-Zuwachs

von verzeichnen, wobei die

Crew Steiermark mit + 6,5 % den

größten Zuwachs verzeichnen

konnte.

In der Ausbildung wurde der erste

Teil unseres OE-Prozesses abgeschlossen,

wir haben unsere Ausund

Weiterbildungsformate unter

Dach und Fach. Der nächste Schritt

ist nun, unsere Angebote und Leistungen

auch entsprechend darzustellen

– die p. t. Leserschaft wird im

-Magazin laufend darüber

informiert.

In den Crews ist es 2020 Covid-19-

bedingt rundgegangen: Absagen

von Ausbildungen, Trainings- und

Prüfungstörns, die Hochsee-Regatten,

die Clubtörns und Clubabende,

all das haben die ehrenamtlichen

Funktionäre grandios gemeistert –

ein herzlicher Dank an dieser Stelle

für diese großartige Kameradschaft

im Yacht Club Austria.

OHNE GELD KA MUSI

Finanziell steht der Yacht Club

Austria auf gesunden Beinen, unser

neuer Schatzmeister legte eine ausgeglichene

Bilanz vor, die Generalversammlung

konnte den Vorstand

entlasten. Lediglich bei den Satzungen

gab es Diskussionsbedarf,

das Thema wird aber in einer

außerordentlichen Generalversammlung

noch abgehandelt.

Auch wenn die Zoom-Konferenz

gut organisiert war (großes Lob an

Wolfgang Hurch vom YCA-Kompetenz-Zentrum),

war der einhellige

Tenor der Teilnehmer: Wir freuen

uns auf die nächste Generalversammlung,

zu der wir uns wieder

persönlich einfinden können. Immerhin

feiern wir nächstes Jahr

unser 50-jähriges Jubiläum!

78 2/2021 4/2021


YCA-AUSBILDUNG

Bildungsausschuss

Seit zwei Jahren arbeitet

der YCA-Bildungsausschuss

auf Hochtouren

und das erste Kapitel

wurde erfolgreich abgeschlossen:

Das Aus- und

Weiterbildungssystem wurde

auf neue Beine gestellt,

YCA-Bildungsausschuss – alle

Crew-Commander, alle Ausbildungsreferenten.

die Organisation und die

Formate entrümpelt und

übersichtlicher gemacht.

Die nautische Bildung

wird von allen Landesorganisationen

mitgetragen und

hat sich zu einem Think-

Tank im YCA entwickelt.

YCA-Events und -Veranstaltungen

2. Juli Attersee/Weyregg Clubyacht Schiffseinweisung

10. Juli Holland Mit Plattbodenschiff auf historischen Pfaden, 8 Tage

23. Juli Solent Gezeiten- und Stromrevier erleben, 8 Tage

24. Juli Kroatien Jugendtörn 2021, Crew OÖ, 8 Tage

7. August Rosenberg-Krumau Moldau, Fluss-Wandern, 1 Tag

21. August Izola, Slowenien Competent Crew, Theorie und Praxis

21. August Schottland Hebriden mit Oban, Isle of Skye, Loch Alsh, 8 Tage

21. August Ludersdorf SRC Short Range Certificate, 1 Tag

28. August Ebensee Sicherheitstraining World Sailing, Christian Kargl, 2 Tage

29. August Ebensee Sicherheitstraining World Sailing, Christian Kargl, 1 Tag

4. September Linz Radausflug, Crew OÖ, Linz–Aschach, 1 Tag

11. September Laufnitzdorf Clubwanderung im Grazer Bergland, 1 Tag

11. September Kaštela Big Boat-Training auf der 60 ft Austria One, 8 Tage

19. September Portsmouth Tidal Training – Solent

25. September Biograd OSYC vs YCA, Freundschafts-Regatta, 8 Tage

26. September Portsmouth Channel Crossing RYA-Yachtmaster

3. Oktober Punat 14. Alpe Adria Sailing Week, Regatta 2021, 5 Tage

20. November Kapverden ab Mindelo auf São Vicente, 16 Tage

Allfällige Änderungen vorbehalten.

Clubabende

Sämtliche YCA-Clubabende (online oder real), Aus- und

Weiterbildungs-Möglichkeiten tagesaktuell abrufbar unter

è www.yca.at/vereinonline

Crew Kärnten: Clubabende 14-tägig, siehe

è www.yca-crew-ktn.at

Gäste und Freunde sind an den YCA-Clubabenden ebenfalls willkommen!

YCA-FOTO-WETTBEWERB

Bis 31. August 2021: Auf die schönsten Boots-Aufnahmen warten

wieder tolle Preise! Einsendungen bitte an marketing@yca.at

YCA-Services und -Vorteilspartner

Wir bauen laufend unser Netzwerk zu

starken Partnern aus. Damit können wir

unseren YCA-Mitgliedern attraktivste

Konditionen in vielen Bereichen anbieten,

siehe unsere Service/Vorteilspartner

auf è www.yca.at

Marinas: Sondertarif für Tages- bzw.

Jahres-Liegeplätze. Italien: Marina Certosa

(Venedig), Marina Aprilia Marittima

(Lignano*). Kroa tien: Marina Vrsar, Marina

Funtana, Marina Punat, Marina Frapa

in Rogoznica und Dubrovnik. Spanien:

Marine Project Iberia (Barcelona).

* In Kooperation mit der Agenzia Adrianautica und Agenzia Immobiliare-Nautica & Yachting San Marco.

Charter: Wir Müller Yachtcharter, konnten das ganze Pitter

Yachtcharter, My Jahr SeaTime 2020 Yachtcharter

über keinen

d.o.o. (Kroa tien), einzigen Ionian Charter Trainingstörn (Griechenland),

durchführen, four seasons geschweige yachting GmbH denn

(Deutschland).

YCA-Mitglieder profitieren

einen Prüfungstörn. Und im

von Vergünstigungen in

Service: Herbst MEC-Energietechnik, kam es dann noch SeaHelp, einmal

knüppeldick, Thomas zum Pernstei-

Start der

vielen Marinas.

Seemannsladen.at,

ner, Schiffs-Sachverständiger, Ausbildungssaison mussten ocean7- Interessierten Sponsoren und Partnern

bieten wir gerne attraktivste

wir

Magazin. auch die Theoriekurse absagen.

Kooperations formen und Möglichkeiten

Versicherung: Haben wir Pantaenius. im Frühjahr 2020 noch für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

YCA-Stützpunkte: unsere themenbezogenen Alle Marinas wie Webina­ links Wir freuen uns auf Ihre Anfragen und

angeführt + Ionian Charter.

Vorschläge: è marketing@yca.at

FOTO: SHUTTERSTOCK

4/2021 79


YACHT CLUB AUSTRIA

News Juli/August 2021

YCA-AUSBILDUNG

FB4-Praxisprüfung

Nach mehreren Anläufen fand vom 1. bis 4. Mai 2021

die FB4-Praxisprüfung trotz Corona in Izola statt.

Text und Fotos GABI MONZ

Sie begann mit Starkwind über

35 Knoten, starkem Regen

und Wellen bis 2 Meter Höhe.

So segelten wir in die Nacht hinein.

Die erste Ansteuerung war der

Stadthafen von Grado, gefolgt von

Venedig. Ruhig, fast menschenleer

und unnahbar – eine Stadt, die sonst

von Touristen heillos überlaufen ist.

Ein Blick auf den Markusplatz, San

Giorgio Maggiore und Santa Maria

della Salute entschädigte uns für

die stürmische Überfahrt. Ohne in

Venedig anzulegen (Corona-bedingt!)

segelten wir durch die Kanäle

der Lagune über Chioggia bis hi ­

nunter nach Punta della Maestra

und zurück nach Izola. 240 durchgesegelte

Seemeilen in nur drei Tagen!

Auf gute Seemannschaft, Astronavigation

und BOB-Manöver wurde

größter Wert gelegt. Unserem Prüfer

Gottfried Rieser ist es gelungen, die

richtige Mitte zwischen freundlicher

Atmosphäre und professioneller Abwicklung

zu finden. Herbert Achleitner,

Frowalt Hickersberger, Andreas

Reinbold, Christian Sperner (alle

Crew Oberösterreich) und Michael

Monz (Crew Salzburg) sind die

Glücklichen, die nach dieser anstrengenden

Prüfung ihre Urkunde

in den Händen hielten. Herzliche

Gratulation nochmals an alle Beteiligten

und die Organisation!

FB4-Crew: Gottfried,

Frowalt, Andreas,

Herbert, Michael und

Christian.

FB2-Prüfungstörn trotz Corona

Dank Trainer Harald Neumayer konnte die Trainingswoche planmäßig kurz vor Ostern

ab 3. April 2021 starten, obwohl knapp vor Beginn ganz Slowenien im Lockdown versank.

Text und Fotos GABRIELE SKACEL

Im kroatischen Pula in der Marina

Veruda konnte eine kesse Bavaria

46 Cruiser namens SchickiMicki

organisiert werden.

Allem wetterbedingtem Ungemach

zum Trotz – wie Bora, 35 Knoten

Schneesturm und Kälte wurde die

großartige Seemannschaft beim

An- und Ablegen für die Azubis

FB2-Crew:Christian, Gabi, Thomas,

Harald, Gottfried, Nina und Marianne.

Marianne, Nina, Gabi, Christian und

Thomas immer mehr zur täglichen

Routine. Trainer Harald nützte die

Wetterkapriolen aber auch an Land

für intensive Schulungen. Die Nachtfahrten

wurden im Laufe der Trainings

ebenso zur Routine wie das

An- und Ablegen in der engen Marina.

Ein kräftiger Jugo war kein Hindernis

mehr für die segelbegeisterten

Trainees. Für den bewährten Prüfer

Gottfried Rieser zeigten sich alle Teilnehmer

von ihrer besten Seite. Am

Tag der Prüfung begannen Militärübungen

vor der Marina Veruda,

wobei eine Ein- und Ausfahrt nur

zeitlich beschränkt möglich war.

Ein Kurs nach Süden war unmöglich.

Beim Kurs nach Norden über

Brijuni wurden bei steifer Brise die

praktischen Segelkenntnisse u. a.

beim „Boje über Bord“-Manöver

(BOB) geprüft. Die Nachtansteuerungen

nach Pula, nach Fažana

und Brijuni erfolgten reibungslos,

da der Wind nachgelassen hatte.

Herzliche Gratulation an alle

TeilnehmerInnen zum Erwerb des

FB2-Scheins – aber auch der höchst

motivierten YCA-Organisation!

80 4/2021


YCA-AUSBILDUNG

20-m-Schiffsführerpatent

Der YCA bietet seit etlichen Jahren eine umfassende praktische und theoretische

Ausbildung für das „Schiffsführerpatent – 20 m“ im Linzer Winterhafen und

hat bisher bereits über 40 YCA-Mitglieder zu ihrem Patent geführt.

Text PATRICK KINDSTHALER | Fotos PAUL SCHÜRZ

YACHT CLUB AUSTRIA

GENERALSEKRETARIAT

Estermannstraße 6, 4020 Linz

+43(0)732 781086, office@yca.at

www.yca.at

COMMODORE

Christian Schifter

+43(0)664 5315353

cschifter@yca.at

Dieses Schiffsführerpatent

20 m ist national, d. h. in

Österreich gültig. Es gibt

aber die Möglichkeit, zusätzlich

ein entsprechendes internationales

Zertifikat zu bean tragen. Damit

darf man dann zum Beispiel auch

auf dem Gardasee, Po, Ebro, Lipno

Stauseen und allen anderen Wasserstraßen

in Europa – wie der

Donau bis zum Schwarzen Meer –

fahren. Man lernt dabei, mit zwei

Maschinen auf einem Stecknadelkopf

zu wenden, wie man sich den

Radeffekt zunutze macht, wie man

im Strom sicher anlegt und Schleusenfahrten

routiniert bewältigt.

Die erforderliche Praxis wird

auf unserer Clubyacht Esperanza

absolviert. Sie hat zwei Motoren

mit je 150 PS, eine Länge von

13,81 Meter, einen Tiefgang von

0,85 Meter und eine Verdrängung

von 16 Tonnen.

Die Donau verläuft über 320

Kilometer durch Österreich und

bietet auf dieser Strecke eine Vielzahl

von großartigen Ausflugs ­

möglichkeiten. Seitenarme und

Zuflüsse, Sportboothäfen, Sehens ­

würdig keiten, Badeplätze, Schleusen

oder einfach nur schöne Landschaften,

die es zu entdecken gilt.

Eine der Voraussetzungen, dieses

Angebot als Skipper auch nutzen

zu können, ist ein entsprechendes

Schiffsführerpatent.

Es ist immer wieder erstaunlich,

welche Fülle an wunderbaren Möglichkeiten

sich auf der Donau auftun,

wenn man sich auf den Strom

einlässt. Sei es bei einer Fahrt mit

einer Zille des Zillenbauers Witti,

eine Fährfahrt mit dem Donaubus

durch die Schlögener Schlinge, ein

schneller Ausflug mit dem Twin

City Liner von Wien nach Bratis ­

lava oder eben am Steuer des eigenen

oder gecharterten Bootes.

Viele fleißige Hände des Linzer

Esperanza-Teams waren unter der

Leitung von Patrick und Paul am

Werk, um das Boot im Linzer

Winter hafen wieder in Schuss zu

bringen. Unter penibler Einhaltung

der Corona-Bedingungen konnten

im April wieder Ausbildungsfahrten

durchgeführt werden. Bald

dürfen wir 18 frisch gebackene

„Donaukapitäne“ begrüßen.

Weitere 20-m-Interessenten

wenden sich bitte an:

è wolfgang.hurch@yca.at

Dummy Over Bord-

Manöver: Wolfgang

Hurch und Patrick

Kindsthaler.

Schleusenfahrt: Stefan

Illwitzer, Peter Hofstätter

und Titzl Rieser.

CREW WIEN, NÖ, BURGENLAND

Crew-Commander

Günther Holzinger

+43(0)664 2108020

guenther.holzinger@yca.at

CREW SALZBURG

Crew-Commander

Hubert Kraft

+43(0)664 9645011

hubert.kraft@yca.at

CREW OBERÖSTERREICH

Crew-Commander,

Generalsekretär

Thomas Hickersberger

+43(0)676 3067224

thomas.hickersberger@yca.at

CREW TIROL UND VORARLBERG

Crew-Commander

Johannes Lindig

+43(0)660 5208136

j.lindig@tsn.at

CREW KÄRNTEN

Crew-Commander

Fritz Abl

+43(0)664 2436871

office@yca-crew-ktn.at

www.yca-crew-ktn.at

CREW STEIERMARK

Crew-Commander

Mike Hecker

+43/(0)0676 6086035

mike.hecker@yca.at

AUSBILDUNG

YCA-Ausbildungsleiter

Gottfried „Titzl“ Rieser

+43(0)664 3706027

gottfried.rieser@yca.at

NAUTISCHES

KOMPETENZ-ZENTRUM

Wolfgang Hurch

+43 (0)732 781086

wolfgang.hurch@yca.at

4/2021 81


Sailing Poetry

Vergil im Porto di Roma

In der Marina di Porto di Roma, unter den Arkaden beim Yachtclub, treffen wir auf Vergil

und danken ihm für die „Aeneis“, mit der er uns das Abendland begründet hat.

Neben Homers Odyssee führe

ich auch Vergils Aeneis mit

an Bord, die man die römische

Odyssee nennt: die Verbindung

des alten Griechenlands mit

Rom, des Orients mit dem Occident,

Asiens mit dem Römischen

Reich. Eine Ironie der Geschichte:

das erste, vereinte Europa, gegründet

von einer Dynastie aus dem

kleinasiatischen Troja. Ein erstmals

weitgehend friedliches Europa

übrigens, bedenkt man die letztlich

200 Jahre lang dauernde „Pax

Romana“.

Auf dem Seeweg von Rapallo

nach Triest, rund um Italien, etwa

1.200 Meilen, auf Kursen die jene

des Odysseus vielfach kreuzen sollten,

laufen wir mit der Katawa vor

einem Unwetter in die Marina di

Porto di Roma ein, halten durch

zwischen den beiden gabelförmigen

Wellenbrechern, bei einigem

Wind und Kreuzseen, vor denen

schon das Handbuch warnt.

Circe arbeitet dieses Jahr nicht

mehr in der Rezeption der Marina,

wo wir sie einst kennenlernten;

sie soll jetzt Direttore sein in der

Marina di Capraia an der Küste

von Cinqueterre.

Unter den Arkaden, nah beim

Yachtclub, stoße ich auf den großen

Dichter der augusteischen Zeit, der

Homers Epen fortgesetzt, die römische

Odyssee geschrieben und den

Grundstein gelegt hat für ein römisches

Zeitalter. „Vergil, I presume?“

eröffne ich mit einer klassischen

Formel und er erlaubt, dass ich

mich setze.

Hier, südlich der Mündung des

Tiber, hebe ich an, liegt das Ufer,

das Aeneas gewinnt, nach Gefahren,

Nöten, Irrfahrten und Stürmen.

Hier treibt er strandwärts die

Kiele/rollt die Segel zusammen/der

Anker fällt vom Verdeck/es liegen

die Kiele am Ufer.

Vergil blickt sinnend hin zur

Einfahrt der Marina mit den beiden

Leuchttürmen und hinaus

aufs offene Meer, sagt dann:

Singen wollt ich von Kämpfen/

und von dem Mann/der von Trojas

Gestade/vom Schicksal verbannt/

nach Italien kam/der viel in Kriegen

erlitt/bis er die Stadt gegründet/ein

neues Troja/von dem das

Haus des Aeneas/die Länder der

Erde beherrschen würde …

Zehn Jahre lang haben Sie an der

Aeneis geschrieben, fahre ich fort,

das hohe Lied von Rom als Fortsetzung

Ilions und seiner weltgeschichtlichen

Sendung. Kurz vor

Ihrem Tod in Brindisium dachten

Sie daran, das Werk, das Sie für ungenügend

hielten, zu verbrennen,

was Augustus, mit dessen Segelgeschwader

Sie, vom Fieber bereits

hingestreckt, von Athen geholt

worden waren und der Sie am

Krankenlager aufsuchte, zum Glück

verhinderte. Ich danke Ihnen,

Dichter, denn Sie haben uns die

Idee des Abendlandes begründet!

EIN LEBEN, WIE ES

NOCH WERDEN KÖNNTE

Worauf wir anstoßen mit einem

Glas sabinischen Weins. Beatus

ille … sagt Vergil launig, mit einem

Wort aus den Epoden beginnend,

die Geschichte prophezeien, nachdem

sie stattgefunden hat …

Vergils Grabepigramm in Neapel

lautet: „Mantua brachte mich hervor,

Kalabrien raffte mich hinweg,

nun birgt mich Neapel. Ich besang

Weiden, Felder und Herrscher.“

Schöne Bescheidenheit: Im letzten

Wort des Epigramms wird auf sein

Yachtclub di Roma.

Unter den Arkaden im Porto di Roma.

großes Werk hingewiesen, in dem

er die Regierung des Augustus und

die Bestimmung Roms zur Herrschaft

über ein Europa feierte, das

einst auch den Maghreb, Kleinasien

und das Schwarze Meer umfasste.

Die Aufgabe, meine Damen und

Herren, egal wie alt oder jung sie

sind, ihr Grabepigramm zu formulieren,

habe ich Ihnen schon einmal

gestellt: es könnte Ihnen den Weg

weisen zu einem Leben, wie es

noch werden könnte …

Im nächsten Sailing Poetry, meine

Damen und Herren, begegnen wir

einem König der Antike: Gilgamesch

von Uruk, der auf der Suche nach

dem ewigen Leben ist und dabei –

das Segel erfindet.

ALFRED ZELLINGER

ist Schriftsteller und

erlernte das Segeln in

der O-Jolle des Vaters

auf dem Traunsee. Dort

segelt er heute einen

30er-Schärenkreuzer,

auf dem Meer eine 46er

Grand Soleil.

kolumne@ocean7.at

82 4/2021


YACHTING, REISEN UND MEER

Keine Ausgabe

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