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reisen EXCLUSIV Frühjahr 2024

“Das Weite suchen" Mittelmeer Hotels Asien Kreuzfahrt Skandinavien Istanbul und vieles mehr

“Das Weite suchen"

Mittelmeer
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Asien
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<strong>Frühjahr</strong> <strong>2024</strong><br />

Deutschland € 7,90 · Schweiz SFR 13,50 · Österreich € 9,00<br />

D A S<br />

Weite<br />

S U C H E N<br />

MITTELMEER<br />

HOTELS<br />

ASIEN<br />

KREUZFAHRT<br />

SKANDINAVIEN<br />

ISTANBUL


DER GRÖSSTE LUXUS UNSERER ZEIT<br />

IST IHRE ZEIT.<br />

Belohnen Sie sich mit einem unvergesslichen Reiseerlebnis<br />

voll luxuriöser Entschleunigung – mit den ersten 6-Sterne-Slow-Luxury-Cruises<br />

auf den schönsten Flüssen Europas.<br />

info@riverside-cruises.com, www.riverside-cruises.com


EDITORIAL<br />

EIN LEBEN AUF GROSSEM FUSS<br />

Malte, der Mann an meiner Seite, ist lustig. Von Berufs wegen meist absichtlich,<br />

aber privat durchaus mal ungewollt (verraten wir ihm aber nicht).<br />

Eine unserer ersten Reisen führte in ein sogenanntes Barfuß-Hotel. Für<br />

mich war es nicht die erste Erfahrung, tagelang mit nackten Füßen über<br />

Sand zu spazieren. Für ihn schon. Und er hat sich echauffiert. Barfuß – das klang für<br />

ihn wie Zwang. Dabei soll es doch das Gegenteil symbolisieren: Freiheit.<br />

Allerdings war er der Erste, der innerhalb einer Minute seine Vorurteile ablegte und<br />

wie selbstverständlich bei Ankunft seine Schuhe in einen Beutel zwang, der viel zu<br />

klein war. Denn er hat Schuhgröße 49.<br />

Und mit dieser Schuhgröße kommen Probleme. Schnorcheln, beispielsweise, ist<br />

schwierig. Kaum ein Hotel verleiht Flossen in dieser Größe. Völlig undenkbar in einem<br />

asiatischen Land. Wer auf so großem Fuß lebt, muss sein Equipment eben mitbringen.<br />

Verstehe ich, nur ist der Koffer dann schnell voll. Ein Paar Wanderstiefel von ihm einzupacken,<br />

bedeutet eine sehr eingeschränkte Kofferhälfte, die übrig bleibt. Schuhgepäck<br />

muss wohlüberlegt sein. Oder extra verpackt.<br />

Als wir zu unserem letzten Winterurlaub aufbrachen, hat er die Sondertasche Schuhe<br />

in Köln vergessen. Also seine wie meine. Nur dass ich in jeden Schuhladen dieser Welt<br />

spazieren kann, um mir ein paar Ersatzstiefel zu kaufen. Bei seiner seltenen Größe ist<br />

das schier unmöglich. Also stapfte er zehn Tage lang mit Sneakern durch den wadenhohen<br />

Schnee. Und nassen Füßen.<br />

Foto: Julia Breuer/juliaslieblinge; Illustration: Crazy nook/Shutterstock.com<br />

Und bei den üblichen Annehmlichkeiten im Hotel – eben den Frotteeschlappen – über<br />

die wir Normalfüßler uns so freuen, kann er nur müde lächeln. Ein besonders hübsches<br />

Exemplar hatten wir einmal in Kyoto. Seine Schlappen reichten bis zur Mitte seines<br />

Fußes – oder wie der Arzt es so schön beschreibt: »Die Fußwurzel ist damit noch nicht<br />

verpackt.« Aber nur mit eben diesen formschönen Schluffen durfte das Spa betreten<br />

werden. Und der Riesenfuß, der muss dann draußen bleiben oder mit viel Mühe erklären,<br />

dass der Schuh nur nicht passt und sein Auftreten in mitgebrachten Gummischlappen<br />

keine Respektlosigkeit ist, sondern Rettung in der Not. Aber in Japan gilt:<br />

Geht nicht, gibt es nicht. Und so meinte die Spa-Mitarbeiterin liebevoll, während sie<br />

versuchte, die kleinen Sandalen an seinen Fuß zu drücken: »Ahhh, will fit someday.«<br />

Was soll er machen? Er nimmt es mit Humor. Das kann er. Schon allein von Berufs<br />

wegen.<br />

Jennifer Latuperisa-Andresen<br />

Instagram @fraumuksch<br />

frühjahr <strong>2024</strong><br />

3


»Reisen ist wie ein Baum:<br />

Es zählt nicht, wie hoch er ist,<br />

sondern wie tief die Wurzeln<br />

gehen.«<br />

OLLER, JE DOLLER<br />

Dieser Finca wurde neues, frisches Leben eingehaucht.<br />

The Lodge auf Mallorca ist ein Hideaway<br />

60JE<br />

für Hipster und alle, die sich so fühlen wollen.<br />

Inhalt<br />

80<br />

TÄUSCHUNGSMANÖVER<br />

Nein, es geht bei der Reportage nicht um die grandiosen<br />

Bauten in Singapur, sondern um die großen und köstlichen<br />

Portionen auf den dort servierten Tellern.


96<br />

MITTELMEER<br />

SKANDINAVIEN<br />

Fotos: The Lodge, Kirill Petropavlov, Jennifer Latuperisa-Andresen<br />

30 Hübsche Übertreibung<br />

Lust, in eine Welt voller Luxus und Erholung<br />

einzutauchen? Das Fünf-Sterne-Resort Sani<br />

auf der griechischen Halbinsel Kassandra erfüllt<br />

alle Träume. Vor Ort und in der Umgebung.<br />

36 Heiter hyper<br />

Es ist laut. Es ist wild. Und das ganze Leben<br />

im Ushuaïa Ibiza Beach Hotel eine Party.<br />

Mitfeiern und Ibiza-Tipps abstauben!<br />

42 Blaumachen<br />

Italiens zweitgrößte Insel Sardinien ist bekannt<br />

für die beeindruckende Farbe des Meeres.<br />

Reporterin Simone hat nachgesehen und Tipps<br />

für die Insel mitgeliefert.<br />

48 Mittelmeerreife<br />

In der Bucht von Neapel lockt Capri. Reporter<br />

Harald kam, staunte und schwitzte. Wir profitieren<br />

von seinen hart erarbeiteten Empfehlungen.<br />

54 Paradebeispiel<br />

Die Mittelalterstadt Dubrovnik an der Adria lockt<br />

mit Sehenswertem, Köstlichem und Romantischem.<br />

60 Gemachtes Nest<br />

Willkommen in The Lodge auf Mallorca. Doch<br />

passender wäre The Land, denn das private<br />

Naturschutzgebiet überzeugt vor allem mit Weite<br />

und Ruhe. Wir haben trotzdem Mallorca-Insider<br />

gesammelt.<br />

SCHIPPERN INS GLÜCK<br />

Mit der MS Europa 2 durch<br />

die Fjorde Norwegens.<br />

ASIEN<br />

70 Gestatten, Dickhäuter<br />

Auf Spurensuche im Yala-Nationalpark<br />

hat sich Reporterin Bianca in Sri Lanka<br />

begeben. Elefanten, check! Eisvogel,<br />

check! Leopard?<br />

80 Futterneid<br />

Chin-chin mit Singapore Sling. Reporter<br />

Martin hat sich durch Singapur probiert.<br />

Und Kostproben aufgeschrieben.<br />

88 Fisch for compliments<br />

Die Region Okinawa in Japan kann mehr<br />

als Sushi. Viel mehr!<br />

lifestyle<br />

66 Tragweite<br />

Lass die Sonne in dein Herz – und in<br />

deinen Kleiderschrank<br />

96 Fjordbildung<br />

Verliebt, verlobt, verheiratet – so könnte<br />

die Reportage auch heißen. Wer wissen<br />

will, wie eine Kreuzfahrt mit der<br />

MS Europa 2 dieses Credo hervorbringt,<br />

muss lesen!<br />

104 Architektour<br />

Kopenhagen ist bis Ende 2025 Welthauptstadt<br />

der Architektur. Wir haben<br />

nachgemessen und unsere Tipps sind auf<br />

den Punkt.<br />

110 Herzensangelegenheit<br />

Heartland ist das allerschönste Festival<br />

der Welt. Also nach Fünen in Dänemark<br />

fahren und sich dieses Erlebnis auf<br />

multiplen Ebenen gönnen.<br />

STANDARDS<br />

03 Editorial<br />

06 Reisenews<br />

08 Take away<br />

09 Da wollen wir hin<br />

10 Esskalation<br />

12 Für kleine Weltenbummler<br />

14 Nachgelesen<br />

16 Städtetipp Istanbul<br />

18 Events<br />

20 Was gibt’s Altes, Herr Bender?<br />

21 Vorfreude<br />

28 Autorinnen<br />

68 Gewinnspiel Eurohike<br />

114 Gewinnspiel & Impressum<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

5


eisenews<br />

6<br />

Das ist das dritte<br />

WHITE<br />

LOTUS<br />

HOTEL<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

The White Lotus. Die Hotelserie schlechthin, sagt<br />

euch hoffentlich etwas. Immerhin ist sie einer der<br />

größten TV-Hits der letzten Jahre mit 14 Emmys<br />

und zwei Golden Globes. Der Schöpfer Mike White<br />

hat nicht nur Schauspielerin Jennifer Coolidge auf<br />

den Hollywood-Olymp gehoben, sondern auch den<br />

Four Seasons Hotels einen zusätzlichen Glamour<br />

verliehen.<br />

Die Miniserie, bei uns bei WOW zu sehen, handelt<br />

von den fiktiven White-Lotus-Resorts und ihren<br />

eigenartigen Gästen. Neben den atemberaubenden<br />

Drehorten, die im Grunde genommen als Werbung<br />

für die Reiseziele dienen (die Serie ist mitverantwortlich<br />

dafür, dass »Set-Jetting« zu einem Reisetrend<br />

wurde), sind natürlich auch die Hotels wahre<br />

Hauptdarsteller.<br />

So spielte die erste Staffel im tropischen Traumresort<br />

Four Seasons Resort Maui at Wailea auf<br />

Hawaii. Tolles Haus, schöner Vibe, als Zuschauer<br />

wollte man gerne hin. Doch das wurde in der zweiten<br />

Staffel noch besser. Denn da hieß die Location<br />

San Domenico Palace, Taormina, A Four Seasons<br />

Hotel auf Sizilien. Ein Luxushotel in einem Kloster<br />

aus dem 15. Jahrhundert mit einem ikonischen Infinity-Pool,<br />

der auch in der Serie häufig zu sehen war.<br />

Dementsprechend ist die Spannung groß, wo denn<br />

die nächste Staffel spielt.<br />

Mike White blieb der Hotel-Company treu und dreht<br />

im Four Seasons Koh Samui. Es befindet sich auf<br />

einer friedlichen privaten Halbinsel an der Nordostküste<br />

der Insel und ist das perfekte Urlaubsdomizil.<br />

Wir sind gespannt. Allerdings wird die Staffel wohl<br />

erst 2025 ausgestrahlt.<br />

frühjahr <strong>2024</strong>


Sind wir nicht alle ein<br />

bisschen Luna?<br />

Unser Lieblingskanadier Drake hat in Los Angeles einen alten Freizeitpark<br />

zu einem Künstlervergnügungspark umgewandelt, der im Dezember 2023<br />

eröffnete. »Luna Luna« stellt wie vor 36 Jahren Fahrgeschäfte und Attraktionen<br />

vor, die einst von berühmten Künstlern erdacht wurden. Darunter<br />

ein Karussell von Keith Haring, ein Waldpavillon von David Hockney, ein<br />

verspiegeltes Funhouse von Salvador Dalí und ein Riesenrad von Jean-<br />

Michel Basquiat. www.lunaluna.com<br />

Fotos: Four Seasons Koh Samui (2), 2023 Jeff McLane Studio, Disneyland Hotel<br />

Achtung! Kitschig! Aber<br />

so kitschig, dass es ein<br />

Happening wird. Echte<br />

Disney-Fans können sich<br />

freuen: Das klassische<br />

Disneyland-Hotel in Paris<br />

hat sich neu herausgeputzt.<br />

Elegant ist es, modern<br />

und von kreativem,<br />

königlichem Storytelling<br />

geprägt. Die Royal Suite<br />

ist »cool as ice«. Gäste<br />

wohnen hier nämlich wie<br />

in Elsas Eispalast. Nur<br />

dass der Ausblick auf den<br />

Park und das legendäre<br />

Dornröschenschloss zusätzlich<br />

verzaubert.<br />

Dorn<br />

röschen<br />

schlaf<br />

7


takeaway<br />

ACH, FLACH!.<br />

Der Flachmann wurde neu erfunden.<br />

Die Memobottle kommt aus<br />

Australien und ist der perfekte<br />

Begleiter auf Reisen. Mit ihrer<br />

Form findet die Design-Wasserflasche<br />

stets noch ein Plätzchen<br />

im Handgepäck. Und die bunten<br />

Silikonhüllen schützen sie bei<br />

allen Abenteuern. 750-ml-Flasche,<br />

ab € 37, Silikonschutzhülle ab<br />

€ 23<br />

DAS WAHRE FÜR HAARE.<br />

Wir schwören drauf! Diese Minis sind die besten<br />

Reisebegleiter, denn sie zaubern phänomenales<br />

Haar – ob es nun stürmt, schneit oder die<br />

Sonne vom Himmel lacht. In flugtauglicher Größe<br />

kommen Shampoo, Conditioner, Wunderbalsam<br />

und Primer überallhin mit. Luxuriöses<br />

Haarpflege-Set »Discover something wonderful«<br />

von Percy & Reed, € 36<br />

FÜR FLINKE ODER.<br />

SCHMINKE.<br />

Zugegeben: Der Name der Pouch »AB 126«<br />

von PB 0110 geht nicht ganz so leicht über die<br />

Lippen, dafür trägt sie sich umso leichter. Aus<br />

natürlichem, weichem italienischem Leinen<br />

und pflanzlich gegerbtem Leder ist sie flach<br />

gearbeitet, sodass sich das Leinen dem Inhalt<br />

anpasst. Hier passt all das rein, was einfach<br />

immer mit muss. Handgefertigt in Deutschland,<br />

25 x 20 cm, € 69<br />

BESTE TRAGE,.<br />

KEINE FRAGE.<br />

In schöne Hotels checken wir<br />

nur mit schönem Gepäck ein.<br />

Beispielsweise mit diesem Weekender<br />

aus robustem Canvas.<br />

Velours sorgt innen zusätzlich<br />

dafür, dass die Reisekleidung<br />

geschont wird. Die Tasche avanciert<br />

nach dem ersten Wochenendtrip<br />

bereits zum liebsten<br />

Reisebegleiter. Reisetasche<br />

»Porto Cervo« mit abnehmbaren<br />

Schultergurt, um € 1.390,<br />

über Bethge<br />

AMORE MACHT.<br />

FURORE.<br />

Das Schuhlabel »Collaboration<br />

030« kommt<br />

nicht nur aus Berlin,<br />

sondern ist auch eine<br />

Hommage an die junge<br />

Berliner Kunstszene.<br />

Denn die Gründer<br />

Lorraine Laternser und<br />

Florian Tonner lassen<br />

klassische Loafer von<br />

jungen Berliner Künstlern<br />

designen. Sophia<br />

Novosel gestaltete<br />

dieses wunderschöne<br />

Exemplar »Amor Shoe«,<br />

€ 295<br />

Fotos: PR (5), Olff Appold/www.olffappold.com<br />

8<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

frühjahr <strong>2024</strong>


da wollen wir hin<br />

AMANYARA Turks- und Caicosinseln<br />

Man kann sich kaum einen Ort vorstellen, der abgelegener und<br />

friedlicher – und atemberaubender – ist als Amanyara. Das Ultra-<br />

Luxus-Resort befindet sich auf Providenciales, einer der acht<br />

bewohnten Inseln der Turks- und Caicosinseln. In einer von Felsen<br />

gerahmten Bucht gelegen, umgeben von üppiger, tropischer<br />

Vegetation und mit Blick auf das türkisfarbene Wasser des Point<br />

Marine National Park, betten sich die 36 frei stehenden Luxuspavillions<br />

und 20 Villen in die Natur.<br />

Aman-Hotels stehen für Luxus in puristischer und schnörkelloser<br />

Form. Sie bieten aufmerksamen Service und befinden sich allesamt<br />

in einzigartigen, ja gar besonderen Locations, die sich als<br />

Oasen der Ruhe und Schlichtheit bezeichnen lassen. Stets werden<br />

die Kultur und die Umgebung des jeweiligen Orts in die Architektur<br />

miteinbezogen. So auch im Amanyara. Die Villen und<br />

Pavillons von Jean-Michel Gathy sind im klassischen Aman-Stil<br />

entworfenen: mit hohen Decken und honigfarbenem, dunklem<br />

Holz beschattet von tropischer Natur. Die meisten Wände sind<br />

verglast und lassen sich komplett öffnen, sodass der Übergang<br />

zwischen außen und innen fließend ist. So ist der private Pool<br />

oder der direkte Zugang zur eigenen Minibucht immer nur wenige<br />

Schritte entfernt.<br />

Fotos: Steve Passmore (2), Aman Resorts<br />

Ein großartiger Spa-Bereich, ein Pilates- und Yoga-Studio und<br />

jede Menge Abenteuer auf und im Wasser warten auf die Gäste<br />

– von Kajakfahren über Segeln bis hin zum Schnorcheln und<br />

Tauchen. Wer lieber festen Boden unter den Füßen hat, bucht<br />

eine Wanderung über die Insel und lässt sich mehr über die Flora<br />

und Fauna erzählen. Oder man reitet über den einsamen Strand<br />

in den Sonnenuntergang, denn auch ein Pferdestall gehört zum<br />

Resort. Und dann überkommt es einen: das viel beschriebene<br />

Aman-Gefühl! Und ab jetzt heißt es: einmal Aman, immer Aman!<br />

www.aman.com/resorts/amanyara<br />

frühjahr <strong>2024</strong><br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

9


esskalation<br />

Hier braut sich<br />

WAS ZUSAMMEN<br />

Wenn Hobby und Leidenschaft zum<br />

Beruf werden: Hinter der Kaffeemarke<br />

»August 63« steckt Ken. Eine One-Man-<br />

Show für exzellenten Kaffee. Seine<br />

hochwertigen Bohnen vertreibt er über<br />

seinen Onlineshop, in Berliner Cafés<br />

und auf Wochenmärkten. Er möchte<br />

jedem Kaffee-Herkunftsland eine<br />

Plattform bieten, um zu zeigen, wie<br />

facettenreich Kaffee sein kann – von<br />

floral und süß über schokoladig-nussig<br />

bis hin zu fruchtig mit Zitrusnoten. Wer<br />

sich durchprobieren möchte, für den ist<br />

die Discovery-Box mit vier verschiedenen<br />

Sorten à 100 Gramm das Richtige.<br />

Die bunten, inspirierenden Designs auf<br />

den Kaffee-Packungen macht Kens<br />

Freundin selbst. Discovery-Box, € 36,<br />

https://august63.de<br />

Einer GEHT NOCH<br />

Whiskyfans aufgepasst: In Barcelona hat die La Whiskeria – Whisky &<br />

Cocktail Bar eröffnet. Eine der coolsten neuen Bars der Stadt mit dem<br />

längsten Bartresen Barcelonas. Er misst elf Meter und wenn man dort<br />

alle Whiskyflaschen der Barliste aufreihen würde, passten immerhin 800<br />

der insgesamt 1.300 Flaschen auf den Tresen. Die Bar ist mit Mahagoni-,<br />

Eichen- und Nussbaummöbeln aus dem 19. und 20. Jahrhundert eingerichtet,<br />

die die Besitzer, der Schotte Kris Cowan und der Argentinier<br />

Ezequiel Meta, in verschiedenen Antiquitätengeschäften in Barcelona<br />

erworben haben. Neben der Sammlung der besten Whiskys der Welt<br />

kommen auch Cocktailliebhaber auf ihre Kosten.<br />

www.lawhiskeria.es<br />

SchüsselMOMENT<br />

Friedrich der Große gründete 1763 die<br />

Königliche Porzellan-Manufaktur in<br />

Berlin. Neben Porzellan liebte er auch<br />

seine sieben Windhunde. Künstlerin<br />

und Comiczeichnerin Anna Haifisch<br />

kombinierte Friedrichs Faibles auf<br />

diesen besonderen Bowls. So springen,<br />

spielen und jagen seine Hunde<br />

in zarten blauen Linien auf weißem<br />

Grund. Bowl-Set von KPM + Anna<br />

Haifisch »Friedrichs Hunde«, € 185,<br />

www.kpm-berlin.com<br />

Fotos: Neal Gruer, La Whiskeria – Whisky & Cocktail Bar, Sascha Gerritzen, Johannes Graf, Uwe Köhn, The Dry Gin & Beef Club, Cloud 22<br />

10 <strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

frühjahr <strong>2024</strong>


estauranttipps<br />

PfundGRUBE<br />

Blättern und sich im Kopf nach<br />

Südtirol träumen: Der Genussführer<br />

»Südtirol. Eine kulinarische Reise«<br />

nimmt mit zu Landwirtinnen, Winzern,<br />

Imkern und Kräutergärtnerinnen,<br />

die in Südtirol hochwertige regionale<br />

Produkte erzeugen. Und uns ihre<br />

Geschichten erzählen, wie sie in ihren<br />

Betrieben die kulinarische Tradition<br />

aufrechterhalten. Mit zahlreichen<br />

Anregungen für die eigene Reise,<br />

wunderschönen Landschaftsaufnahmen<br />

und köstlichen Rezepten aus der<br />

Region. Karin Lochner und Peter von<br />

Felbert, Knesebeck, 224 Seiten mit<br />

220 farbigen Abbildungen, € 38<br />

Mit FEUEREIFER<br />

Pizza wie in Neapel oder Rom, aber<br />

ohne den heimischen Balkon zu verlassen?<br />

Der Pizzaofen Arc ahmt mit<br />

seiner wogenden Gasflamme das<br />

Holzfeuer nach und erzeugt eine<br />

gleichmäßige Hitze. Die exakte Temperatur<br />

des Steonbodens wird angezeigt,<br />

sodass es die perfekte Pizza wird. Und<br />

eine gute Figur macht er zudem. Da<br />

sind wir doch Feuer und Flamme! In<br />

zwei Größen erhältlich. Von Gozney,<br />

Arc XL (16“ Pizzakapazität), um € 800,<br />

Arc (14“ Pizzakapazität), um € 700,<br />

https://de.gozney.com<br />

Cloud 22, DUBAI<br />

Über den Wolken muss der<br />

Genuss wohl grenzenlos sein. Zumindest<br />

wenn man die Karte des<br />

Cloud 22 studiert. Der 22. Stock<br />

des Nobelhotels Atlantis The Royal<br />

in Dubai lässt mit Infinitypool<br />

in 96 Metern Höhe, fantastischer<br />

Aussicht auf den Arabischen Golf<br />

sowie exquisiter mediterraner<br />

Küche keine Wünsche offen. Wer<br />

es privat mag, bucht eine der<br />

elf privaten Cabanas oder die<br />

zweistöckige VIP-Cabana mit<br />

Privatpool und schwebendem<br />

Tauchbecken. Bisher den Gästen<br />

vorbehalten steht das Erholungsparadies<br />

nun allen Reisenden<br />

offen – für einen Tagespreis ab<br />

112 Euro. www.atlantis.com/dubai/<br />

dining/cloud22<br />

Silberstreif, SÜDHARZ<br />

Die ganze Vielfalt des südlichen Harz<br />

auf die Teller – das verspricht das<br />

im Februar neu eröffnete Gourmetrestaurant<br />

Silberstreif im Naturresort<br />

Schindelbruch. Dafür beschäftigt sich<br />

Küchenchef Eric Jadischke intensiv<br />

mit der Kräuter- und Pflanzenwelt<br />

in der Region. Das Menü glänzt<br />

mit Feinheiten wie Lachsforelle mit<br />

Petersilienwurzel, Grünkohl und<br />

Räucherfischsud oder Havelberger<br />

Wagyu mit Pilz, Spitzkohl, Zwiebeln<br />

und Äpfeln. 18 Personen finden im<br />

Restaurant mit seinem edlen<br />

Ambiente Platz, das Sechs-Gänge-<br />

Menü startet bei 135 Euro.<br />

www.silberstreif-restaurant.de<br />

e Dr Gin Beef Club<br />

BERLIN<br />

Freunde britischer Lebensart aufgepasst, die<br />

Hauptstadt hat einen neuen Hotspot. Im The<br />

Dry Gin & Beef Club ist der Name Programm.<br />

Mit äußerst eleganter Einrichtung – viel Holz<br />

mit Schwarz- und Grüntönen – im Quartier Am<br />

Tacheles untergebracht, landet in dem Nobelrestaurant<br />

nur allerfeinstes Rindfleisch vom<br />

Bodensee auf den Tellern. Küchenchef Mauricio<br />

Acosta kann dabei mehr als »nur« Steak in Reinform,<br />

das saftige Fleisch steht aber immer im<br />

Mittelpunkt. Dieses Rampenlicht muss sich das<br />

Beef nur mit der mehr als 600 Sorten zählenden<br />

Gin-Auswahl teilen. www.berlin-gin-beef-club.de<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong> 11


kleine weltenbummler<br />

SEHR GUTE WA(H)L<br />

Auf dem Rücken eines Wals die sieben Weltmeere<br />

durschwimmen und jede Menge Abenteuer erleben –<br />

und das im Kinderzimmer. Mit dem Schaukelwal »ba«<br />

sind der kindlichen Fantasie keine Grenzen gesetzt. Zum<br />

Schaukeln, Balanceüben, Kuscheln und Wegträumen!<br />

Zudem schmückt er als stylishes Möbelstück das<br />

Kinderzimmer. € 395, www.badaandbou.com<br />

Bauchentscheidung<br />

Perfekter Begleiter für kleine Abenteurer und Entdecker, denn<br />

die hübsche Bauchtasche mit fröhlicher Stickerei steckt einiges<br />

weg – und ein. So ist das Nötigste immer griffbereit. Ob auf<br />

dem Weg zu Ausflügen oder in den Kindergarten.<br />

Von Lässig, aus Cord, um € 20, www.laessig-fashion.de<br />

12 <strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong> frühjahr <strong>2024</strong>


HIER STEHT<br />

BAYERN KOPF<br />

Ein Museum, aus dem Kinder und Jugendliche gar nicht mehr<br />

wegwollen? Dann auf nach München! Im neu eröffneten<br />

Magic Bavaria zeigt sich das Bundesland Bayern von einer<br />

ganz neuen und verspielten Seite – und ist die neueste Instagram-Trend-Location<br />

der bayerischen Metropole. Dutzende<br />

kunterbunte Fotomotive stellen die berühmtesten Orte im<br />

Freistaat dar. Da stehen die pittoreske Alpenfelswand oder das<br />

urige Innenleben einer typischen Almhütte Kopf. An anderer<br />

Stelle wartet ein durch und durch verspiegelter Eiskristall-Infinity-<br />

Room auf das nächste Selfie. Auf einer imaginären Slackline<br />

balanciert man hoch oben über dem Marienplatz. Oder taucht<br />

im Eibsee ab, der kurzerhand in ein Bällebad verwandelt worden<br />

ist. Ein Museum, das richtig Spaß macht.<br />

www.magicbavaria.com<br />

Um Augenblicke festzuhalten oder die<br />

Liebe zur Fotografie zu entdecken, ist man<br />

nie zu jung. Mit der Hoppstar-Kinderkamera<br />

können sich Kinder schon früh kreativ austoben.<br />

Und wer weiß, vielleicht wächst hier<br />

eine neue Annie Leibovitz oder ein Peter<br />

Lindbergh heran. Leicht zu handhaben und<br />

bruchsicher durch die niedliche, abnehmbare<br />

Silikonhülle. Um € 70,<br />

www.hoppstar.com<br />

Fotos: PR (5), Magic Bavaria<br />

Ob durch Jetlag oder sehr<br />

aufregende Urlaubstage:<br />

Wenn das Einschlafen mal<br />

schwerer fällt, hilft das<br />

originelle Sachbuch »Alles<br />

übers Schlafen« für Kinder<br />

ab sieben Jahren. Mit<br />

witzigen Infografiken und<br />

Illustrationen führt eine<br />

niedliche Katze durchs<br />

Buch und erzählt spannende<br />

und verblüffende Fakten<br />

rund ums Schlafen und<br />

Träumen. Und gibt Tipps,<br />

wie und in welcher Position<br />

man leichter einschläft.<br />

Süße Träume! Dorling<br />

Kindersley, Vicky Woodgate,<br />

72 Seiten, € 12,95<br />

Für Lerchen<br />

und Nachteulen<br />

BORGEN VERTREIBT<br />

KUMMER UND SORGEN<br />

Eine Kinderausstattung kostet sehr viel Geld. Was<br />

man da nicht alles braucht – von Kindersitzen<br />

über -wagen bis hin zu Laufrädern oder Fahrrädern<br />

für die Größeren. Warum immer gleich<br />

kaufen, wenn man auch mieten kann. Strollme ist<br />

ein Mietservice speziell für Kinderequipment – und<br />

eine sehr nachhaltige Alternative. Und flexibel.<br />

Nach einer Mindestmietdauer von drei Monaten<br />

kann das Abo monatlich gekündigt werden. Oder<br />

ein anderes Produkt oder eine andere Größe<br />

gemietet werden. Wenn mal etwas kaputtgeht, ist<br />

der Service inklusive. https://strollme.de<br />

13


nach gelesen<br />

Bei der Reiseplanung gibt es<br />

ja viele Ansätze. Die einen<br />

suchen sich ihr Urlaubsziel<br />

nach Schönheit des Strands<br />

aus, andere wollen kulinarische<br />

Erlebnisse satt und<br />

manche suchen vielleicht<br />

atemberaubende Grenzerfahrungen.<br />

Eine weitere Möglichkeit<br />

ist, in die Fußstapfen<br />

einer berühmten Person zu<br />

treten und einen Ort durch<br />

deren Augen kennenzulernen.<br />

Genau das macht dieser<br />

Reiseführer, und zwar mit<br />

Bravour. 57 deutsche Städte<br />

und mit ihnen verbundene<br />

Persönlichkeiten werden<br />

vorgestellt. Einige Einträge<br />

sind dabei recht erwartbar:<br />

Thomas Mann in Travemünde,<br />

die Brüder Grimm in Kassel<br />

oder Walter Benjamin in<br />

Berlin. Aber was haben<br />

Hannah Arendt in Marburg<br />

oder Bertolt Brecht in Augsburg<br />

erlebt?<br />

Anschaulich bebildert und<br />

gleichzeitig informativ, ohne<br />

dabei ins Akademische zu<br />

rutschen, eröffnet das Buch<br />

einen ungewöhnlichen Blick<br />

auf manch vermeintlich<br />

»verschlafenes« Städtchen.<br />

Es muss nicht immer die<br />

Fernreise sein.<br />

Wie wäre es, durch<br />

Wolfenbüttel auf<br />

den Spuren von<br />

Wilhelm Busch zu<br />

spazieren?<br />

Text: Konrad Bender; Fotos: HJPrieß Hans Müller-Hanel, Sina Ettmer Photography/Shutterstock.com<br />

Secret Places Deutschland.<br />

Berühmte Menschen – unbekannte<br />

Orte. 57 inspirierende Ziele, 192<br />

Seiten, gebunden, erschienen bei<br />

Bruckmann, € 32,99<br />

www.verlagshaus24.de/bruckmann<br />

14 <strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

frühjahr <strong>2024</strong>


Deine<br />

Traumreise<br />

beginnt<br />

hier!<br />

twa 250 Hotels besuchen wir in einem Jahr. Die besten haben wir für dieses Buch<br />

usammengestellt. Denn ein richtig gutes Hotel ist das A und O eines gelungenen<br />

rlaubs oder Städtetrips. Stimmt etwas mit dem Hotel nicht, wird die schönste Zeit<br />

es Jahres sabotiert. Ist das Haus aber ein Wohlfühlort, stellt sich Entspannung prakisch<br />

von alleine ein.<br />

ie Redakteur*innen von <strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong>, dem führenden Travel-Magazin für<br />

eise und Lifestyle, erkunden die Welt der Hotellerie und lassen euch wissen, wo es<br />

ich lohnt, einzuchecken. Damit ihr in den schönsten Nächten des Jahres auch richtig<br />

iegt: unsere Lieblingshotels.<br />

it vielen Bildern und klar gegliedert: Wie ist der Wellnessfaktor? Ist das Hotel gut<br />

ürs Bauchgefühl? Wer wohnt hier? Gut geschlafen? Und immer: drei gute Gründe,<br />

ort zu buchen.<br />

LIEBLINGSHOTELS DIE SCHÖNSTEN HOTELS DER WELT Band 1<br />

LIEBLINGS<br />

HOTELS<br />

DIE SCHÖNSTEN<br />

HOTELS DER WELT<br />

ISBN: 978-3-9824822-0-0<br />

Band 1<br />

Hier bestellen: https://auf.reise/hotelbuch<br />

15


städtetipp<br />

ISTANBUL<br />

ÜBER ISTANBULS JAHRHUNDERTEALTE<br />

UND SO EINZIGARTIGE SCHÄTZE<br />

HABEN SCHON VIELE GESCHRIEBEN:<br />

ÜBER DIE HAGIA SOPHIA, DIE NUN<br />

WIEDER MOSCHEE IST, ÜBER DEN<br />

TOPKAPI-PALAST MIT ALL SEINEN<br />

RELIQUIEN, ÜBER DIE BLAUE<br />

MOSCHEE, DIE IN ISTANBUL<br />

SULTAN-AHMED-MOSCHEE<br />

GENANNT WIRD, UND ÜBER<br />

DIE CISTERNA BASILICA,<br />

DIESES UNTERIRDISCHE<br />

EHEMALIGE WASSER-<br />

RESERVOIRE. ISTANBUL<br />

KANN ABER AUCH<br />

ANDERS. NÄMLICH:<br />

MODERN, BUNT UND<br />

FANTASIEVOLL.<br />

NEUES LEVEL<br />

Licht und Leichtigkeit. Eleganz und Einfachheit. Der italienische Stararchitekt Renzo Piano hat<br />

der zeitgenössischen Kunst des Landes mit dem Istanbul Modern ein Zuhause gebaut. Das lichte<br />

Bauwerk am Wasser ist nicht nur Aushängeschild, es ist auch und vor allem das erste Haus<br />

des Landes für Contemporary Art. Der Titel eines Werks des dänisch-isländischen Künstlers<br />

Ólafur Elíasson, die im Treppenhaus alle Blicke auf sich zieht, bringt es auf den Punkt:<br />

»Your unexpected Journey« hat er sein Werk genannt.<br />

16 <strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

frühjahr <strong>2024</strong>


DUFTE SACHE<br />

Der Duft der großen weiten Welt ist auch der Duft Istanbuls.<br />

Aber wonach duftet diese Stadt? Und was macht den Duft<br />

dieser Metropole aus? Im Atelier Rebul hat man die Antwort<br />

gefunden. Istanbul duftet nach schimmernder Bergamotte,<br />

luxuriösem Zimt, nach Safran und Nelken, verführerischen<br />

Blumennoten, nach Vanille, Amber, Holz und dem bezaubernden<br />

Oud-Baum. Ob als Eau de Cologne, Eau de Parfum, als<br />

Duftkerze, Seife oder Duschgel – der Duft Istanbuls kitzelt<br />

auch zurück zu Hause noch das Näschen, und das Verpackungsdesign<br />

im Retrostil schmückt das heimische Bad. Das<br />

perfekte Mitbringsel für sich oder andere.<br />

www.atelierrebul.be/de<br />

DAMPF ABLASSEN!<br />

Der Besuch eines traditionellen Hamams, eines türkischen<br />

Dampfbads, sollte, nein muss (!), unbedingt zum Besuch<br />

der Stadt der zwei Kontinente dazugehören. Der Cağaloğlu<br />

Hamam überzeugt mit seinem Angebot und seiner Geschichte,<br />

die bis ins Jahr 1741 zurückreicht, als der Hamam<br />

erbaut wurde. Die eine oder andere Celebrity ließ sich in<br />

den marmornen Gewölben schon die Haut samtweich<br />

schrubben. Wer das war? Cameron Diaz war schon hier,<br />

Oprah Winfrey und John Travolta auch.<br />

www.cagalogluhamami.com.tr/en/<br />

Text: Simone Sever; Fotos: Erman Gunes/Shutterstock.com, Rabizo Anatolii/Shutterstock.com, Malicki M. Beser,<br />

Attica/Shutterstock.com, okanozdemir/Shutterstock.com<br />

GROSSE GEFÜHLE<br />

Genug Museen besucht? Nun, eines muss noch sein. Ein ungewöhnliches,<br />

eines das 2014 den Europäischen Museumspreis<br />

gewann. Eines, das aus der fiktiven Erzählung des türkischen<br />

Literaturnobelpreisträgers Orhan Pamuks entstand und sich<br />

dann seine eigene museale Wahrheit erschuf: Hereinspaziert<br />

ins Museum der Unschuld! Einen kurzen Spaziergang vom<br />

Istanbul Modern, den Hügel im Stadtteil Çukurcuma hoch,<br />

vorbei an coolen Cafés, veganen Restaurants und lokalen<br />

Kunst- und Interieurshops hat sich, einmal rechts abgebogen,<br />

das Museum der Unschuld in einem dreigeschossigen rostroten<br />

Stadthaus sozusagen selbst erfunden. Was zu sehen<br />

ist? Kunstvoll drapierte Gegenstände, die der Protagonist im<br />

Laufe der erzählten Geschichte<br />

seiner verflossenen<br />

Liebe Stück für Stück<br />

entwendet. Da finden sich<br />

etwa 4.213 Zigarettenstummel,<br />

die die Angebetete<br />

Füsun geraucht<br />

hat und die er, Kemal,<br />

aufsammelte. Es ist sinnvoll,<br />

das Buch vorher zu<br />

lesen, wenngleich das in<br />

Szene gesetzte Sammelsurium<br />

der entwendeten<br />

Gegenstände genügend<br />

Neugierde entfacht, das<br />

Buch sogleich im Shop zu<br />

kaufen.<br />

www.masumiyetmuzesi.org<br />

BESTER SÜSSKRAM<br />

Bei den zuckersüßen türkischen Süßigkeiten, die man gerne<br />

in Istanbul nascht, gehen idie Geschmäcker sicherlich auseinander.<br />

Wobei Einheimische und Besucher das unbestritten<br />

beste Baklava der Welt – so wird gern erzählt – im<br />

Stadtteil Karaköy bei Karaköy Güllüoğlu finden. Der Besuch<br />

kommt einer echten Versuchung gleich. Himmlisch. Wer<br />

es lieber luxuriöser mag, der lässt sich den Afternoon-Tea<br />

im Çırağan-Palast, einem opulenten osmanischen Palast in<br />

vorderster Linie am Bosporus, servieren. Auch diese zuckersüßen<br />

Verführungen sind zum Niederknien.<br />

www.kempinski.com<br />

Kaiseki<br />

17


events<br />

Ja, sind wir denn schon in Rio oder noch in Oberfranken?<br />

Jedes Jahr im Juli steht Coburg Kopf. Das Städtchen, das<br />

eher bekannt ist für Wurst, Bier und fränkische Lebensfreude<br />

statt temperamentvollen Samba.<br />

Es wird getrommelt, getanzt und gelacht bis tief in die Nacht. Wallende<br />

Federkostüme, mitreißende Trommelrhythmen und Hüften, die in scheinbar<br />

völligem Widerspruch zum menschlichen Bewegungsrepertoire hin- und<br />

herschwingen, bevölkern die Straßen des Städtchens. Beim alljährlichen<br />

Samba-Festival zieht brasilianisches Lebensgefühl in Coburg ein. Tatsächlich<br />

steht das beschauliche Fachwerkstädtchen – mit Schloss und Veste<br />

auch sonst einen Ausflug wert – bereits seit 1992 einmal im Jahr ganz im<br />

grün-blau-gelben Zeichen des brasilianischen Nationaltanzes. Und hat sich<br />

in dieser Zeit zum Gastgeber des weltweit größten Samba-Festivals außerhalb<br />

Brasiliens gemausert. Drei Tage lang tanzen und trommeln sich an die<br />

100 Gruppen – Vereine, Bands und Samba-Schulen – durch die fränkische<br />

Stadt. Und spätestens wenn die amtierende Königin des Samba aus Rio de<br />

Janeiro eigens fürs Festival eingeflogen wird, gibt es in Sachen Tanzfieber<br />

kein Halten mehr. Wichtig: rechtzeitig um die Unterkunft kümmern. Laut<br />

Veranstalter besuchen um die 200.000 Tanzwütige das Festival und damit<br />

ist die Stadt bis aufs letzte WG-Zimmer ausgebucht.<br />

Samba-Festival Coburg, 12.–14.07.<strong>2024</strong>, www.samba-festival.de<br />

Text: Konrad Bender; Fotos: Franziska Böhm/Herzenszauber, Tantse Manton/Shutterstock.com<br />

COBURG CABANA.<br />

18<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

frühjahr <strong>2024</strong>


OM AM ROTEN MEER.<br />

Es ist ein Event, das Happiness verspricht. Und<br />

Wohlbefinden. Sowie die Chance, zu sich zu finden.<br />

Eben das, was wir alle gerade brauchen.<br />

Im Lotus auf einer Yogamatte sitzend atme ich ein und aus. Die<br />

Sonnenstrahlen wärmen meine Haut, der Boden ist weich, schließlich<br />

liegt meine Matte auf einem Teppich und dieser wurde auf dem<br />

Sand platziert. Ich befinde mich auf dem Solasi Festival. Ein Wellbeing-<br />

und Yogaevent im Soma Bay, am Roten Meer in Ägypten.<br />

Mit dabei: 200 Yogafans aus aller Welt.<br />

Das Programm ist abwechslungsreich und reicht von klassischen<br />

Yoga-Flows über Meditation, Massagen und Pilates bis zu außergewöhnlichen<br />

Kursen wie Acro Yoga oder Dance your Vinyasa. Wer<br />

Sport treiben will, kommt hier ebenso auf seine Kosten wie eher<br />

spirituelle Geister. Und wer mit Meditation und Atemübungen nichts<br />

am Hut haben will, wird hier vielleicht eines Besseren belehrt – denn<br />

die Location, der Wind im Haar, Sand unter den Füßen und blaues<br />

Meer, so weit das Auge reicht, polen Körper und Geist von selbst<br />

auf Entspannung und auch das Abschalten und Meditieren fällt auf<br />

einmal ganz leicht.<br />

Solasi findet drei Tage lang im September statt. Soma Bay ist eine<br />

touristische Region mit insgesamt fünf renommierten Hotels und<br />

Resorts – wer zum Festival kommt, kann sich eine der schönen<br />

Unterkünfte aussuchen. Wenn drei Tage zu viel sind: Das Festival<br />

lässt sich auch nur für einen Tag buchen.<br />

Im Kid’s Camp finden kleine Besucher ihren Spaß und wenn die<br />

Sonne majestätisch hinter den Bergen untergegangen ist, gibt es<br />

Musik und Tanz am Lagerfeuer.<br />

Kurzum: Solasi ist ein Sonnengruß mit einem breiten und entspannten<br />

Grinsen im Gesicht. www.somabay.com/de/<br />

Text: Julia Paul; Fotos: Solasi Festival (2)<br />

frühling 2016<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

19


KOLUMNE | Historische Dönekes<br />

Das erste Hotel der Welt<br />

Unser Redaktionshistoriker Konrad sammelt auf Tour<br />

zwangsläufig allerhand Geschichten. Die lassen sich leider –<br />

Anweisung der Chefredaktion – nicht immer in einer Reportage<br />

unterbringen. Auf dieser hart erkämpften Seite darf er dafür seine<br />

liebsten historischen Anekdoten zum Besten geben. Dönekes halt.<br />

Was gibt’s Altes,<br />

Herr Bender?!<br />

Covent Garden<br />

King Street 43<br />

In vielerlei Hinsicht war 1774 ein ereignisreiches<br />

Jahr. In Greifswald erblickte<br />

mit Caspar David Friedrich ein Ausnahmemaler<br />

das Licht der Welt, auf der<br />

Leipziger Buchmesse veröffentlichte ein 25-<br />

jähriger Goethe stürmend und drängend die<br />

Erstfassung von »Die Leiden des jungen Werthers«.<br />

Und in Versailles wurde Ludwig VI.<br />

zum König von Frankreich gekrönt. Ein Titel,<br />

den er knapp 20 Jahre später mitsamt Kopf<br />

eher unfreiwillig wieder abgeben sollte.<br />

1774 war aber auch das Jahr, in dem ein<br />

pfiffiger und risikofreudiger Londoner Friseur<br />

und Perückenmacher namens David Low eine<br />

bahnbrechende Geschäftsidee verwirklichte.<br />

In einem Ende des 1. Jahrhunderts errichteten<br />

Haus in der King Street 43 in Covent<br />

Garden eröffnete Low am 2.Januar das – wie<br />

man sich heute in Fachk<strong>reisen</strong> einig ist – erste<br />

Hotel der Welt. Unter dem simplen und doch<br />

klingenden Namen »Grand Hotel«.<br />

Ein kurzer, historischer Abriss der (west-<br />

lichen) Gastlichkeit ist vonnöten. Anderswo<br />

übernachtet wurde schon immer. Fern<strong>reisen</strong><br />

waren aber bis weit in die Neuzeit nicht ungefährlich<br />

und wurden selten ohne guten Grund<br />

getätigt (Handel, Pilgerfahrt, Besuch der<br />

Schwiegereltern). Die häufigste Form im Gastgewerbe<br />

war das Gasthaus, oft an wichtigen<br />

Handelsstraßen und auch in größeren Städten<br />

zu finden. Die Unterbringung war sehr einfach,<br />

oft auf Strohsäcken und im Schlafsaal.<br />

Von Zimmerservice konnte keine Rede sein<br />

und auch beim Thema Privatsphäre war nicht<br />

viel zu erwarten.<br />

Der Adel und die feine Gesellschaft hinge-<br />

gen kamen auf Reisen bei nicht minder gut<br />

betuchten Freunden oder der Verwandtschaft<br />

unter. Manche unterhielten sogar ein eigenes<br />

Stadtpalais – im Französischen auch als »Htel<br />

particulier« bekannt. Und das war für viele<br />

Städter der Inbegriff von luxuriösem Wohnen.<br />

David Low wusste also ziemlich genau, welche<br />

Assoziationen er mit dem Namen »Grand<br />

Hotel« wachrief. Unbegründet waren die nicht:<br />

im Winter vorgeheizte Betten, ein eigener<br />

Waschzuber, schicke Dekorelemente und bald<br />

nach Eröffnung ein hauseigener Kaffeesalon.<br />

Das ganze Pipapo. Bei der feinen Reisegesellschaft<br />

besonders beliebt: das mitgebuchte Recht,<br />

auf den besten Bänken in der örtlichen Kirche<br />

Platz zu nehmen. Sehen und gesehen werden.<br />

Doch damals wie heute hatte das schöne<br />

Leben seinen gepfefferten Preis. Die Nacht in<br />

der Zwei-Zimmer-Suite schlug mit stolzen<br />

1 Schilling zu Buche. Zum Vergleich Die<br />

Miete für einen einfach möblierten Raum<br />

in London betrug in der Zeit ungefähr zwei<br />

Schilling pro Woche. Auf die heutige Zeit umgerechnet<br />

würde die Suite knapp 1.30 Euro<br />

kosten. Pro Nacht. Keine Frage, ein exklusives<br />

Angebot.<br />

Doch trotz des durchschlagenden Erfolgs<br />

seiner Idee und baldiger Nachahmer ging es<br />

für David Low rasch bergab. Bald nach Eröffnung<br />

musste er Hypotheken aufnehmen,<br />

1786 war er bankrott und musste verkaufen.<br />

Das Gebäude wurde noch bis 1880 teilweise<br />

als Hotel betrieben. Das Hotel und insbesondere<br />

das Grandhotel als Konzept jedoch traten<br />

einen Siegeszug sondergleichen an. Und wer<br />

weiß: Vielleicht hätte auch der junge Werther<br />

bei einem luxuriösen Hotelaufenthalt seine<br />

Lotte vergessen können.<br />

Fotos: Jerome Robbins Dance Division/The New York Public Library, Ollie Day, The Trustees of the British Museum; Illustration: Anastasiia Yurevych/Shutterstock.com<br />

20


VORFREUDE<br />

Wer abgeklärt auf diese Welt blickt, hat vergessen, sich die Kuriositäten der<br />

Natur genauer anzusehen. Diese Welt ist gespickt von kleinen Wundern.<br />

Von massiven Schönheiten und Landstrichen, die in Bewegung sind.<br />

Unser Vorsatz: genauer hinsehen. Darauf freuen wir uns …<br />

KLARE KANTE<br />

Foto: Madha Shesharam<br />

El Capitan und Half Dome sind die zwei Hauptdarsteller<br />

im Yosemite Nationalpark in Kalifornien. Zwei<br />

Granitberge, die wie Riesen über den bildschönen<br />

Park wachen, der noch andere Giganten beheimatet.<br />

Die Rede ist von den Sequoia-Mammutbäumen.<br />

Naturwunder par excellence. Sie werden 100 Meter<br />

hoch und über 1.500 Jahre alt. Die ältesten Mammutbäume<br />

sollen so alt sein wie die ägyptischen Pyramiden,<br />

also mehr als 3.000 Jahre. Doch nicht genug mit<br />

Superlativen. Da wären noch die Yosemite Falls. Die<br />

Wassermassen stürzen sich aus 739 Metern Höhe<br />

in die Tiefe. Zum Vergleich: Die Niagarafälle sind<br />

51 Meter hoch. Sagen wir doch: Der Yosemite<br />

Nationalpark zeigt bombastische Natur auf über<br />

3.000 Quadratkilometern.<br />

Unser neuer Podcast DAHIN!, überall wo es Podcasts<br />

gibt, hat auch eine Folge über Yosemite.<br />

frühjahr <strong>2024</strong><br />

21


VORFREUDE | Afrika<br />

22<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong> frühjahr <strong>2024</strong>


MITBEWOHNER<br />

Die meisten Urlauber <strong>reisen</strong> nach Afrika, um<br />

auf Safari die Big Five zu beobachten. Doch wer<br />

blickt dabei schon auf den kleinen Madenhacker?<br />

Zugegeben, der Name ist nicht gerade anziehend.<br />

Doch es lohnt sich, Ausschau nach den<br />

geselligen Vögeln zu halten. Dieser bastelt sich<br />

seinen eigenen Vergnügungspark, in dem er sich<br />

von großen Wildtieren herumtragen lässt. Wie<br />

beispielweise auf dieser Giraffe in Botswana. Sie<br />

suchen unter anderem das Fell der Tiere nach ihrer<br />

Leibspeise ab – Insekten, Larven und Zecken. Aber<br />

der Madenhacker ist nicht bloß Trittbrettfahrer<br />

und Parasitenbefreier, sondern erfüllt auch eine<br />

weitere, wichtige Funktion: Er ist das persönliche<br />

Alarmsystem für die großen Tiere und warnt<br />

vor ihren größten Feinden. Deswegen heißen sie<br />

auf Kisuaheli »Akari wa Kifaru«, was auf Deutsch<br />

»Wächter des Nashorns« bedeutet. Nashörner sind<br />

vom Aussterben bedroht und können jede Hilfe<br />

gebrauchen.<br />

Foto: Birger Strahl<br />

23


Wenn man Fischland-Darß-Zingst in Mecklenburg-Vorpommern<br />

besucht, ist ein Ausflug zum Darßer Ort mit seinem Leuchtturm<br />

ein Muss. Die wildromantische Landspitze erlaubt einen beeindruckenden<br />

Blick in die Werkstatt der Natur. Hier entsteht täglich<br />

neues Land. Was die Wellen der Ostsee am Weststrand abtragen,<br />

lagern sie oben am Darßer Ort wieder an. So wächst die Halbinsel<br />

stetig nach Norden. Ein Wunder der Natur!<br />

24<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong>


VORFREUDE | Fischland-Darß-Zingst<br />

MEER DAVON<br />

Foto: TMV/Gänsicke<br />

frühjahr <strong>2024</strong><br />

25


5<br />

Mauritius<br />

Fünf Gründe für den<br />

perfekten Urlaub mit Sunlife auf<br />

Wie genau sieht denn euer perfekter Urlaub aus? Der hat viele Gesichter,<br />

könnte man meinen. Doch eigentlich gibt es eine Formel, die unschlagbar ist.<br />

Man nehme Sonne plus Strand plus Meer – und das Ergebnis ist ein gelungener<br />

Urlaub. Wir praktisch, dass die drei Traumhotels von Sunlife an ausgezeichneten<br />

Naturstränden liegen. Doch es gibt noch mehr Gründe, seinen Urlaub auf Mauritius<br />

und in den Sunlife-Häusern Long Beach, La Pirogue und Sugar Beach zu verbringen.<br />

26<br />

frühling 2016


ANZEIGE<br />

Viel Sand am Meer!<br />

Es gibt Strände, die sind ganz schön, und dann gibt es<br />

Strände, die sind unglaublich. Zu schön, um wahr zu sein.<br />

Und genau an dieser Art Strand, nämlich dem Flic en Flac<br />

in Mauritius, liegen die Hotels Sugar Beach und La Pirogue<br />

an der Westküste. Das moderne Fünfsternehotel Long<br />

Beach legt noch, wie der Name es schon andeutet, eine<br />

Schippe Sand drauf. Denn das liegt am endlos langen,<br />

weißen Sandstrand von Belle Mare im Osten der Insel.<br />

Hinzu kommt, dass Long-Beach-Gäste auch Zugang zu<br />

der wunderschönen Île aux Cerfs für eine Runde Golf auf<br />

dem Championship-Golfplatz von Bernard Langer haben<br />

oder dort einfach nur einen entspannten Tag am Strand<br />

mit unvergesslichem Lunch im La Filibuste verbringen<br />

können.<br />

UNSER TIPP: Dort den köstlichen Palmherzen-Salat<br />

mit frisch gegrilltem Fisch bestellen. It’s heaven on<br />

earth! Nicht mehr und nicht weniger.<br />

Tu dir Gutes!<br />

Ach, Wellness. Das ist mehr als nur sanfte Streicheleinheiten.<br />

Hier muss eines stimmen: das Wohlgefühl und<br />

dafür braucht es einfach ein richtig gutes Personal. Das<br />

Spa- und Wellness-Team der Sunlife-Hotels lebt Wellness.<br />

Dabei liegt der Fokus nicht nur auf dem Rücken,<br />

sondern der gesamte Mensch steht im Mittelpunkt. Das<br />

beginnt bei der perfekten Beratung für die passenden Anwendungen<br />

bis hin zu Tipps für gesünderen Schlaf und<br />

ausgewogene Ernährung. Egal ob nur 20 Minuten oder ein<br />

ganzer Tag mit dem Wellness-Team, bei Sunlife findet<br />

jeder wieder die innere Mitte.<br />

UNSER TIPP: Schon vor der Anreise einen Termin beim<br />

ayurvedischen Arzt Vishal Panchoo vereinbaren. Es kann<br />

für die Gesundheit ein wichtiges Gespräch werden.<br />

Platz da!<br />

Offenheit und Weite gehören ebenfalls zu einem gelungenen<br />

Urlaub. Schließlich möchte man auch Privatsphäre<br />

im Traumurlaub. Alle drei Hotels haben eine weitläufige<br />

Gartenanlage. Hier ist Entspannung garantiert. Auch die<br />

Zimmer sind großzügig gestaltet und die Poolanlagen<br />

gleichen kleinen Lagunen, die sich durch die Gartenlandschaften<br />

ziehen. Viel Platz zum Sein und Entspannen.<br />

UNSER TIPP: Die beiden Sunlife-Hotels Sugar Beach<br />

und La Pirogue sind direkte Nachbarn und Gäste können<br />

sowohl die Restaurants als auch die Anlagen des<br />

jeweiligen anderen Hotels mit benutzen.<br />

Das schmeckt!<br />

Gutes Essen und auch fantastische Drinks gehören zum<br />

Urlaub. Genial gut die Long Beach Hasu Fusion Kitchen<br />

und das gleichermaßen überzeugende Chopsticks mit<br />

sagenhaftem Sushi und leichter, Thai-inspirierter Küche.<br />

Einzigartig auch das Coconut Cafe mit mauretanischem<br />

Streetfood-Style im Hotel La Pirogue. Tea-Time mit tropischen<br />

Süßigkeiten wird im Sugar Beach serviert und am<br />

Abend gibt es im gleichen Hotel den besten Sundowner-<br />

Spot der Insel in der Buddha-Bar Beach am Strand von<br />

Flic en Flac.<br />

UNSER TIPP: Cocktails oder Mocktail? Die Frage lässt<br />

sich nicht einmal vor Ort in der Buddha-Bar Beach<br />

im Sugar Beach entscheiden. Aber man kann ja beides<br />

versuchen.<br />

Erleben!<br />

Erlebnisse schaffen und Neues kennenlernen gehört zum<br />

Urlaub und die Sunlife-Hotels haben das verinnerlicht und<br />

die Come Alive Collection ins Leben gerufen. Das heißt, in<br />

jedem Hotel können besondere Erlebnisse gebucht werden.<br />

Wie wäre es mit einem Kräuterspaziergang mit dem Küchenchef?<br />

Sportlich werden beim Crazy Croquet? Der Natur Gutes<br />

tun beim Korallenzüchten? Oder sein eigenes Parfüm<br />

kreieren? Dufte Sache!<br />

UNSER TIPP: Im Urlaub mal etwas für andere tun und<br />

im »Open Air Energy Gym« in die Pedale der recycelten<br />

Fahrräder treten, um Strom für die Beleuchtung der<br />

weitläufigen Gartenanlage der Sunlife-Resorts zu erzeugen.<br />

INFO<br />

www.yoursunlife.com<br />

frühling 2016<br />

27


AUTORINNEN<br />

Marie Tysiak<br />

Bianca Klement<br />

Reporterin Bianca liebt es, wilde<br />

Tiere in freier Wildbahn zu beobachten.<br />

Deswegen haben wir sie<br />

in den Yala-Nationalpark nach Sri<br />

Lanka geschickt, wo es Bären, Elefanten<br />

und Leoparden gibt. Ob sie<br />

welche gefunden hat? Bianca ist<br />

promovierte Kulturwissenschaftlerin<br />

und hat – Überraschung –<br />

ein großes Faible für das Meer,<br />

fremde Welten und die Natur.<br />

»Ich liebe es, mitten in der Natur zu<br />

sein – ohne Mauern, ohne Zäune<br />

und am liebsten ganz weit weg von<br />

der Zivilisation. Jeder Moment ist ein<br />

Abenteuer, denn man kann die Natur<br />

nicht kontrollieren und weiß nie, was<br />

als nächstes passiert. Aber mit ein<br />

bisschen Geduld wird man jedes Mal<br />

belohnt.«<br />

Jennifer Latuperisa-Andresen<br />

Chefredakteurin Jenny ist viel unterwegs<br />

und erfühlt ein Hotelzimmer<br />

innerhalb einer Minute. Dabei<br />

misst sich ihre Kritik selten an der<br />

Blaulichtlampe oder dem Staubfinger<br />

– natürlich ist Reinlichkeit<br />

durchaus wichtig –, sondern<br />

eher nach Gefühl, Ausstrahlung<br />

und Geschmack. Wenn sie sagt,<br />

das Hotel ist schön, dann haben<br />

ihre Freunde schon die Maus am<br />

Drücker und wurden bisher nicht<br />

enttäuscht. Eine Erfahrung, die<br />

wir in der Redaktion teilen, auch<br />

unsere Bucketlist wird länger. Nur<br />

schreiben brauchen wir dann nicht<br />

immer, denn Jenny war ja bereits<br />

dort.<br />

»Ich brauche oft Raum. Nein. Eher<br />

Freiraum. Also Platz. Ich mag, wenn<br />

es um mich herum einsam ist. Wenn<br />

die Natur in ihrer vollen Blüte steht<br />

und der Mensch darin nur eine<br />

Nebenrolle innehat. Diese Kriterien<br />

erfüllt The Lodge. Das Hotel mit dem<br />

englischen Namen in der Pampa<br />

Mallorcas. Das Areal ist riesig. Richtig,<br />

richtig schön. Und innen ist es<br />

ein Interior-Traum. Ich würde sagen<br />

eine 10 von 10!«<br />

Unsere Redakteurin Marie liebt<br />

Japan – sie war nun schon zum<br />

dritten Mal im Land der aufgehenden<br />

Sonne unterwegs. Doch<br />

diesmal hat sie nicht die Klassiker<br />

wie die Megacity Tokio oder das<br />

kulturelle Zentrum Kyoto auf der<br />

Hauptinsel Honshu besucht.<br />

»Ich bin über die Insel Okinawa ganz<br />

im Süden von Japan gereist. Man ist<br />

hier Tausende Kilometer von Tokio<br />

entfernt mitten im Pazifik. Tropisches<br />

Inselfeeling kombiniert mit japanischem<br />

Perfektionismus ist eine<br />

wahnsinnig gute Kombination. Die<br />

Strände und Regenwälder in Okinawa<br />

sind traumhaft, aber es gibt eben<br />

auch unglaublich viel Kulturelles<br />

zu bestaunen. Von Ruinen aus der<br />

Königszeit hin zu historischen Schauplätzen<br />

des Zweiten Weltkriegs –<br />

oder einem Besuch bei den ältesten<br />

Menschen der Welt. Okinawa ist<br />

nicht das klassische Japan, aber unbedingt<br />

eine Reise wert. Nur Sushi,<br />

das findet man hier schwer. Dafür<br />

ganz viel exotisches Gemüse, das ich<br />

so noch nie gegessen habe.«<br />

Instagram @marie.worldwild<br />

Instagram @seamorenature<br />

Instagram @fraumuksch<br />

Fotos: privat<br />

28<br />

frühjahr <strong>2024</strong>


MITTELMEER<br />

ANTÖRNEND<br />

Vom Meer aus Kroatien entdecken? Mit The<br />

Moorings nun auch ab Dubrovnik möglich.<br />

Ab Juni <strong>2024</strong> wird es hier einen Heimathafen<br />

des Charter-Experten geben, dessen Yachten<br />

überall da kreuzen, wo es schön ist – Karibik,<br />

Bahamas, Tahiti, Seychellen, Thailand,<br />

Griechenland oder Italien. Nun auch der Ort,<br />

der nicht erst seit »Game of Thrones« ein<br />

Touristenmagnet ist. Auf einer modernen<br />

Drei-Kabinen-Motoryacht samt Crew entdecken<br />

Seefeste die mystische kroatische Inselwelt,<br />

genießen den Komfort der luxuriösen Yacht und<br />

das Umsorgtwerden durch die Crew. Auf geht<br />

der Törn! www.moorings.com/de<br />

SCHLAG-<br />

ABTAUSCH<br />

Auch im Urlaub aufschlagen?<br />

Warum eigentlich nicht! Mit der<br />

Schlägertasche von Brunello<br />

Cucinelli lässt sich der Tennisschläger<br />

ganz easy und stilecht<br />

mit nach Monaco nehmen, wo<br />

man dann beherzt den eigenen<br />

Schläger schwingen kann. Um<br />

€ 1.500,<br />

www.brunellocucinelli.com<br />

Fotos: The Moorings (2), PR (2)<br />

TIEFSINN<br />

Eine Liebeserklärung an das<br />

Mittelmeer. An seine idyllischen<br />

Küstenstädtchen. An<br />

lange glückliche Strandtage.<br />

An ausgedehnte Spaziergänge<br />

durch duftende Pinienwälder.<br />

Ans Treibenlassen auf dem Meer<br />

und ans Abtauchen. Davon<br />

erzählt das All-Age-Bilderbuch<br />

»Mittelmeer« und zeigt mit<br />

wunderbaren Illustrationen, wie<br />

vielseitig diese Region ist – über<br />

wie unter Wasser. Nicht nur als<br />

Urlaubsort, sondern auch als<br />

Ort mit Geschichte und Kultur.<br />

Ein superinformatives Buch, das<br />

Fernweh weckt. Von Katharina<br />

Vlcek, Haupt Verlag, 80 Seiten,<br />

€ 22<br />

frühjahr <strong>2024</strong><br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

29


MITTELMEER | Sani Dunes<br />

So geht<br />

Tiefenent<br />

B text<br />

Simone Sever<br />

Ganz still ist es, dabei liege ich direkt<br />

am Kinderbecken. Früh am<br />

Morgen, als ich die ersten Sonnenstrahlen<br />

einfangen wollte,<br />

war hier noch keine Kinderseele.<br />

Nun planschen und turnen Mamis<br />

und Papis mit ihren Kleinen<br />

nur eine Liegenlänge entfernt.<br />

Ich zögere kurz, ob ich mir einen neuen Platz suchen<br />

soll. Aber wozu? Geschrei ist hier nicht zu hören, höchstens<br />

wohliges Gurren. Was für schöne Geräusche. Ich<br />

bleibe liegen. Zum Dinner am Abend füllen sich die<br />

Tische um mich herum langsam mit Familien. »Oh je«,<br />

denk ich erneut, doch wieder bleibt alles ruhig. Genauso<br />

am nächsten Morgen beim opulenten Frühstücksbuffet<br />

ohne Kinderhände an der Käseauswahl. Keine Angst,<br />

ich mag Kinder. Sehr sogar. Es ist auch nicht schlimm,<br />

wenn sie weinen, mir tun in solchen Momenten lediglich<br />

die Eltern leid, wenn bei denen der Stresslevel ansteigt<br />

wie bei einer Springflut. Im Sani Resort auf Kassandra<br />

in Chalkidiki sind weder Springflut noch Stresslevel<br />

spürbar, hier strahlt nicht nur die Ägäis tiefenentspannt.<br />

30


LUST IN EINE WELT VOLLER LUXUS UND ERHOLUNG EINZUTAUCHEN?<br />

REISEN <strong>EXCLUSIV</strong>-REPORTERIN SIMONE SEVER FAND, EINE KNAPPE STUNDE<br />

FAHRT VOM FLUGHAFEN THESSALONIKI ENTFERNT, DAS PERFEKTE<br />

REISEZIEL FÜR ENTSPANNUNG, GENUSS UND AKTIVITÄTEN. WILLKOMMEN<br />

IM FÜNF-STERNE-LUXUS-RESORT SANI DUNES AUF DER GRIECHISCHEN<br />

HALBINSEL KASSANDRA INMITTEN EINER TRAUMKULISSE DER ÄGÄIS.<br />

spannung!<br />

frühjahr <strong>2024</strong><br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

31


MITTELMEER | Sani Dunes<br />

Zeit für einen Spaziergang durch das Resort, das wie ein<br />

ganzes Dorf anmutet. Ein Dorf inmitten von Pinienwäldern<br />

und eingebettet in ein 1.000 Hektar großes Naturschutzgebiet,<br />

das bereits vom ersten Moment mit Weitläufigkeit<br />

und viel Abwechslung überzeugt. Fünf preisgekrönte Fünf-<br />

Sterne-Strandhotels mit knapp 1.000 Zimmern in den unterschiedlichsten<br />

Kategorien, 27 Restaurants, 13 Bars, fünf<br />

Spas, Infinity- und Lagunenpools, eine eigene Marina mit<br />

Luxusyachten, Shoppingmöglichkeiten und kilometerweite<br />

Wanderwege … Das muss man erleben.<br />

Ich schlendere an einer Yogagruppe vorbei, die unter<br />

dem Dach der Pinien den Sonnengruß zelebriert. Hügel<br />

rauf, Hügel runter. Die Natur hier ist schön. Oleander,<br />

Aloe, Palmen und Oliven. Ich lustwandle durch einen<br />

kleinen Kräutergarten und kann die Nase gar nicht voll<br />

kriegen vom Rosmarin, Thymian und sonstigen Düften.<br />

Den Strand entlang, die Füße im Meer. Tiefenentspannt.<br />

Weiter geht’s. Im Rafa-Nadal-Tenniscenter stehen schon<br />

die ersten auf dem Platz. Hier können sowohl Anfänger<br />

als auch Tennisprofis die Schläger schwingen. Ich suche<br />

die Bear Grylls Survival Academy, bei der extreme Überlebenstechniken<br />

sowie Spurenlesen auf dem Plan stehen,<br />

doch die scheinen bereits unterwegs zu sein. »Goal«,<br />

»Tor« höre ich ein paar Kinderstimmen jubeln, die Kids<br />

lernen gerade den richtigen Kick in der Chelsea Football<br />

Academy. Der nächste Hügel wartet und zwar mit dem<br />

Treetop Adventure. Etwas für Mutige. Soll ich? Oder lieber<br />

Mountainbiken beim Sani Bike Experience Segeln,<br />

Tauchen, Stand-up-Paddling? Oder lege ich mich einfach<br />

mit einem Buch an den Strand, diese herrlichen Sandstrände<br />

sind ja so verlockend.<br />

Und dann finde ich den Sani Beach, der wie für mich<br />

gemacht scheint. Das Wasser ist so seicht, es kommt einer<br />

Umarmung gleich. Die Farbe der Welt scheint sich<br />

auf die Farben Hellas’ zu reduzieren. Strahlend blau<br />

der Himmel, weiß die Bousoulas Beach Bar, ein echter<br />

Happy Place vor der Kulisse des Bergs Olymp. Auf den<br />

weißen Strandliegen unter den weißen Strandschirmen<br />

liegt es sich so ruhig und … genau: tiefenentspannt. An<br />

der Bar eine Virgin Piña Colada in der Hand, die dem<br />

Farbkonzept geschuldet ist, empfiehlt mir die junge Kellnerin<br />

mittwochabends unbedingt die White Nights mit<br />

Musik-Acts und Artisten und dem Dresscode »Ganz in<br />

Weiß«. Da bin ich dabei.<br />

Herausragend:<br />

Hinter jeder Ecke<br />

der fröhlichbunten<br />

Altstadtgassen von<br />

Pamplona wartet<br />

eine neue Überraschung.<br />

Gegessen wird, was auf den Tisch<br />

kommt? Im Sani Dunes kommt man<br />

dieser Aufforderung nur zu gerne nach.<br />

32<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong>


Bitte einbläuen: Wenn man am Morgen<br />

die Augen aufschlägt und direkt aufs<br />

blaue Meer schaut, kann es nur ein<br />

guter Tag werden.<br />

Fotos: Sani Resort (2), Philip Lee Harvey, Heinz Troll<br />

Wer Urlaub im Sani Resort macht, der hat erst einmal die<br />

ual der Wahl, denn alle fünf Hotels des Sani Resorts sind<br />

Fünf-Sterne-Hotels. Insofern kommt es auf die Bedürfnisse<br />

an, für welches Dach über dem Kopf man sich entscheidet.<br />

Eltern mit Kleinkindern sind etwa im Porto Sani mit<br />

Kinderclub und Kinderhort bestens aufgehoben. Im Sani<br />

Beach, direkt am Strand rund um das Sani Kap, sind Kinderpools<br />

und Kinderspielplatz für Familien ein wichtiger<br />

Aspekt. Paare, die eher Ruhe und Zweisamkeit suchen, die<br />

wird das Sani Dunes mit Eleganz und modernem architektonischen<br />

Stil an der Sani Marina ganz sicher überzeugen.<br />

Noch eleganter und luxuriöser geht es im Sani Asterias,<br />

dem Boutiue-Hotel mit personalisiertem Service, zu.<br />

Ich komme im Sani Club unter. Dieser liegt am äußersten<br />

Ende des Resorts, umgeben von knorrigen Olivenbäumen<br />

und mit Blick auf das Meer und das Resort. Mein Deluxe<br />

Double Room Private Garden ist groß genug für eine<br />

dreiköpfige Familie mit einem Kind bis zwölf Jahren. Aber<br />

ich genieße die 40 uadratmeter gern allein. Das Farbkonzept<br />

ist typisch griechisch, wobei das Blau der Wände<br />

und des Sofas eher an ein Auarellblau erinnert. Kurz vor<br />

Sonnenuntergang, wenn sich der Himmel in eben jenes<br />

sanfte Hellblau färbt, dann liegt es sich auf dem lässig<br />

beuemen Loungemöbel auf dem Balkon direkt vor dem<br />

Zimmer in einer Art Zwischenwelt, denn die Farbgrenzen<br />

sind fließend. Der Blick vom Balkon schweift hinüber zur<br />

Landzunge, auf der erhaben der Wachtturm Stavronikita<br />

aus dem 1. Jahrhundert thront. Im Sommer findet rund<br />

um den Watchtower ein Kunstfestival mit Folk- und Popkonzerten<br />

statt. Letztes Jahr standen Tom Odell, Sarah<br />

Brightman und Bonnie Tyler auf der Bühne. Jetzt sehe<br />

ich unten auf dem Meer einen Segler kreuzen. Die Sunset-Tour<br />

kann ich an der Marina buchen.<br />

Die Sonne ist bereits ins Meer geplumpst. Der Himmel<br />

hat sein Blau in ein Aegan-Spritz-Orange eingetauscht.<br />

Ich muss ein wenig warten, mein Tisch fürs Dinner<br />

im Restaurant Cabana ist noch belegt. Kein Problem,<br />

so lausche ich mit Blick auf die See den Sounds des DJs,<br />

der chillige Loungemusik spielt, und fühle, wie die Tiefenentspannung<br />

an Fahrt aufnimmt.<br />

INFO<br />

Sani Dunes, Teil des Sani Resort, Sani 630 77, Griechenland,<br />

https://sani-resort.com/de/unsere-hotels/sani-dunes<br />

Zimmerpreis für ein Deluxe Double Room Private Garden<br />

ab € 266 die Nacht.<br />

frühjahr <strong>2024</strong><br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

33


TIPPS THESSALONIKI<br />

Straßenkunst<br />

Griechenlands zweitgrößte Stadt Thessaloniki<br />

gilt als Street-Art-Hochburg.<br />

Das verwundert wenig, denn wer offenen<br />

Auges auf eigene Faust oder bei einer<br />

geführten Street-Art-Tour durch die Stadt<br />

spaziert, der wird das leicht erkennen.<br />

Murals schmücken kunterbunt Hauswände<br />

und verleihen dadurch den Gebäuden<br />

einen ganz eigenen Charakter. Werke ganz<br />

wild und wunderbar. Genug von historischen<br />

Stätten aus byzantinischer und<br />

römischer Vergangenheit gesehen und<br />

lieber dem Hier und Jetzt der Kulturhauptstadt<br />

Griechenlands begegnen? An der<br />

Street-Art der lebendigen Stadt hat man<br />

ganz sicher seine Freude.<br />

Wusstet ihr ...<br />

Auf dem östlichsten der drei Finger Chalkidikis<br />

liegt der Berg Athos, eine orthodoxe Mönchsrepublik<br />

mit autonomem Status unter griechischer<br />

Souveränität. Der heilige Berg Athos wird<br />

auch »Garten Marias« genannt, weil die Heilige<br />

Mutter Gottes hier geruht haben soll. Ein Besuch<br />

dieses Orts ist nur mit dem Boot möglich, da<br />

die Mönchsrepublik vom Festland abgetrennt<br />

ist. Besucher weiblichen Geschlechts müssen<br />

leider draußen bleiben, denn der Zutritt ist nur<br />

Männern erlaubt. Wie bitte? Im 21. Jahrhundert?<br />

Ja! Frauen ist es strikt untersagt, die Insel zu betreten,<br />

weil Mann hier die Jungfrau Maria ehren<br />

will. Ja gibt’s denn sowas!<br />

34<br />

frühjahr <strong>2024</strong>


MITTELMEER | Thessaloniki<br />

Wie aus der Zeit gefallen, vergessen, verlassen: Lost<br />

Places. Von diesen geheimnisumwobenen Orten gibt es<br />

auch in und um Thessaloniki einige zu entdecken. Etwa ein<br />

Schiffswrack an der ägäischen Küste nahe des Potamos<br />

Beach. Wer die Schnorchelausrüstung mitnimmt, kann um<br />

das Wrack herumtauchen. Ein weiterer vergessener Ort ist<br />

der Eisenbahnfriedhof von Thessaloniki, auf dem seit den<br />

80er-Jahren das nationale Bahnunternehmen ausgediente<br />

Züge aufs Abstellgleis stellt. Die rosten nun bei Wind und<br />

Wetter langsam vor sich hin. Ein traurig-schönes Bild.<br />

Happy Happen<br />

Angst vor Hunden? Dann ist der Pub Bulldogs and the Beast eventuell<br />

nicht das Richtige. Alle anderen werden sich an den lustigen<br />

Vierbeinern, den Bulldoggen Swell und Rum erfreuen, und nebenbei<br />

bombastisch gute Burger, saftige Club-Sandwiches, coole Cocktails<br />

und angesagtes Craftbier ordern. An Wochenenden gibt es auch<br />

mal Livemusik.<br />

Vergissmeinnicht<br />

1957 durch einen Zufall während der Internationalen Messe<br />

Thessaloniki erfunden ist der Café frappé heute aus dem<br />

Alltagsbild Griechenlands und speziell des griechischen Sommers<br />

nicht mehr wegzudenken. Wer einen wirklich guten Café<br />

frappé trinken möchte, dem sei Achilleion auf der Leoforos Nikis,<br />

direkt mit Panoramablick aufs Meer, empfohlen. Es heißt, hier<br />

schmeckt der Café frappé gleich noch einmal so gut.<br />

Nationalgetränk<br />

Fotos: PR (2), George Tasios, Simone Sever, Bill Moum, GiannakisPhoto/Shutterstock.com<br />

Museumsbesuch anders<br />

Ob im Bällebad, mit Engelsflügeln oder als echtes Kunststück.<br />

Ob »Pretty in Pink«, im unendlichen Lichterglanz, unter der<br />

kunterbunten Friseurhaube oder im knallgelben Einkaufswagen<br />

… Wovon ist hier die Rede? Von den perfekten Selfiespots und<br />

die findet ihr im Selfie Museum, Thessaloniki. Also nichts wie<br />

los. Auf zum Museumsbesuch der etwas anderen Art. Wir sind<br />

uns sicher, dieses Museum wird nicht nur Familien mit Kindern<br />

und Teenagern gefallen, denn seien wir mal ehrlich, so ein<br />

richtig gutes Selfie, das lieben wir doch alle. Smile!<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

35


MITTELMEER | Ibiza<br />

PARTY<br />

B text<br />

Simone Sever<br />

HOCHBURG<br />

USHUAÏA<br />

ES IST LAUT. ES IST WILD UND ALLES SO SCHÖN BUNT HIER.<br />

WILLKOMMEN IM USHUAÏA IBIZA BEACH HOTEL, EINEM FÜNF-STERNE-HAUS<br />

MIT DEFINITIVER PARTYGARANTIE. REPORTERIN SIMONE SEVER<br />

HAT SICH INS GETÜMMEL DER PARTYPEOPLE GESTÜRZT.<br />

36<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

frühjahr <strong>2024</strong>


IBIZA<br />

Die Bässe dröhnen schon beim Eintritt in die<br />

Lobby des Fünf-Sterne-Hauses Ushuaïa Ibiza<br />

Beach Hotel bis tief ins Mark. Der Beat ist mitreißend.<br />

Das Ambiente ein roter Wahnsinn<br />

mit stylishen Sitzecken, tierischen Skulpturen<br />

und knallbunten Videoinstallationen<br />

an der Rezeption. Irgendwo leuchtet in Neonrot<br />

das Motto für die nächsten Tage und auch Nächte<br />

»Don’t be shy, everybody is watching you!«, »Sei nicht<br />

schüchtern, alle beobachten dich!« Na, dann. Lächeln! Die<br />

Ushuaïa-Experience beginnt genau jetzt. »Let’s get the party<br />

started!« Denn wenn nicht hier, wo denn bitte sonst!<br />

37


MITTELMEER | Ibiza<br />

Als Zimmerschlüssel dient ein cooles Armband, das<br />

sogleich das Handgelenk ziert und neben einer ungeahnten<br />

Dazugehörigkeit zu den internationalen Partypeople<br />

Zutritt zum Lift und zu einem der insgesamt 415<br />

Zimmer und Suiten erlaubt. Clean erscheinen die Räumlichkeiten.<br />

In strahlendem Weiß. Betten und Abstellflächen<br />

wie aus einem Guss. Dazu viel Spiegel und Licht.<br />

Also alles, was es braucht, um das Outfit im Spiegel der<br />

Eitelkeiten zu betrachten und – hoffentlich – zu liken. Für<br />

die Einstimmung in rauschende Nächte steht auf der gegenüberliegenden<br />

Seite des Betts ein Bataillon an Flaschen<br />

Spalier, die in keinem Club fehlen sollten. Echtes Flexmaterial:<br />

Moët, Belvedere, Sipsmith, Glenmorangie … dazu<br />

Ushuaïa-Boxen mit Partyaccessoires wie »The Glamorous<br />

Face Mask« fürs verführerische Auftreten, »The Glam Kit<br />

by Anouk Matton«, falls das eigene Make-up-Styling Lücken<br />

aufweist und last, but not least »The EXXXeptional<br />

Pleasure Kit«, eine kleine und besonders feine »Spielkiste«<br />

für Erwachsene, falls man nach der Party noch »Lust« verspürt.<br />

Andere Hotels haben Minibars. Das Ushuaïa Ibiza<br />

Beach Hotel hat eine Maxibar. Und die lässt kaum Träume<br />

unerfüllt. Nun aber fix ins Beachoutfit. Der Begrüßungskeks<br />

auf dem Bett erinnert erneut »Don’t be shy, everybody<br />

is watching you!« Na, dann schaut mal!<br />

Sehen und gesehen werden, darum geht es auch am<br />

Pool. Die Liegen sind fast alle belegt. Kühlkübel mit Champagner.<br />

Gläser mit Eis. Das Entertainment kommt in knappen<br />

Outfits und auf langen Beinen und Heels und zieht am<br />

Pool bei einer gewagten Tanzeinlage alle Blicke auf sich.<br />

Drum herum bemalte Haut, gestählte Muskeln, Lippen<br />

prall, Botox, falsche Wimpern, Braids, Neon auf Nägeln,<br />

Bikinis und Badehosen. Viel knapp und knapper. Immer<br />

schön zeigen, was man hat. Bloß keine falsche Schüchternheit.<br />

Die besseren Poolpositions erlauben mehr Überblick<br />

in privaterer Atmosphäre. Kleine Gruppen haben sich hier<br />

eingemietet und versprechen einen Mindestumsatz von<br />

2.500 Euro. Es wird gefeiert: Geburtstage, das Ende des<br />

Junggesellendaseins oder es wird schlicht nur »die Sau<br />

rausgelassen«. Dann Prost Noch mehr Exklusivität findet<br />

auf höherem Niveau, die Treppe rauf statt. Dort sind<br />

die privaten Bereiche üppiger, die privaten Pools größer<br />

und der Neidfaktor der anderen schießt ganz sicher noch<br />

mal exponentiell himmelwärts. »Ist das nicht dieser Megafussballer,<br />

der von dem angesagten spanischen Club? Das<br />

ist er doch – oder?« Aber im Ushuaïa Ibiza Beach Hotel<br />

sehen sowieso alle aus wie Stars.<br />

Das Starappeal des Abends funkelt und glitzert mit<br />

Strass, Pailletten und sonstigem Bling-Bling. Je schriller,<br />

desto auffallender. Je knapper, desto »Ohh«, denn am<br />

Platja d’en Bossa im Ushuaïa Ibiza Beach Hotel ist erlaubt,<br />

was gefällt. Die Auswahl der Restaurants, die sich<br />

mindestens so vielfältig wie die Tattoomotive auf den<br />

Oberschenkeln der Gästeschar zeigt, ist international.<br />

An der »Oyster und Caviar Bar« direkt am Pool ist der<br />

Name Programm. Hier werden Austern geschlürft, man<br />

löffelt Kaviar und ordert den Schampus gleich flaschenweise.<br />

Das »Minami« verwöhnt die Gaumen mit Sushi,<br />

Sashimi, Teppanyaki und anderen japanischen Köstlichkeiten.<br />

Fleischlust wird im »Montauk Steakhouse«<br />

etwa mit Nebraska Black Angus Prime oder mit einem<br />

300-Gramm-Burger befriedigt.<br />

Und dann kommt sie, ganz plötzlich: die Nacht. Die<br />

Stars der Elektromusik bringen die Massen in Stimmung.<br />

Die Turntables der DJ-Götter drehen sich. Wer sich im<br />

Ushuaïa Club, etwa im »Pioner DJ«, im »Front Row«, im<br />

»Ay Caramba« oder im »The Oh my God«, eingemietet hat,<br />

der genießt echtes VIP-Feeling und kann direkt in vorderster<br />

Reihe mittanzen, grenzen die Veranden schließlich<br />

unmittelbar an den Dancefloor. Mehr geht kaum. Ein<br />

bisschen mehr Abstand und einen Blick aus der Vogelperspektive<br />

auf das wild zappelnde Partytreiben schenken<br />

die »Anything Can Happen Suite« oder die »I’m Top<br />

of the World Suite« im Ushuaïa Tower. Aber egal für welche<br />

Zimmerkategorie sich entschieden wird – mit Dancefloorblick<br />

oder ohne –, dem Partytreiben kann und will<br />

sich im Ushuaïa Ibiza Beach Hotel niemand entziehen.<br />

Morgens um neun, die meisten schlafen noch, ist es<br />

ruhig, zumindest dann, wenn kein Flieger am nahe gelegenen<br />

Flughafen startet oder landet. Man könnte sogar<br />

das Rauschen der Wellen hören, doch man konzentriert<br />

sich besser auf die Stimme der Frühstückseinweisung.<br />

Freundlich und bestens gelaunt nimmt sie Frühaufstehende<br />

der »Unexpected Breakfast Experience« an die<br />

Hand und führt sie mit in ein wahr gewordenes Schlaraffenland<br />

mit Donut-Karussell, einem Riesenrad für<br />

Lollipops, einer Popcornmaschine, Cava-Bar, Serranoschinken-Station,<br />

einem English-Breakfast-Buffetwagen,<br />

Livecooking, Brotstation, Joghurtmaschine, Eis, Obst …<br />

Wer hier nur einen Espresso trinkt und ein bisschen frische<br />

Mango nascht, der hat zwar einen flachen Bauch,<br />

aber hey, dieses Frühstück darf man sich genauso wenig<br />

entgehen lassen wie die Ushuaïa-Partynächte – zumindest<br />

»once in a lifetime«, einmal im Leben!<br />

INFO<br />

Ushuaïa Ibiza Beach Hotel. Playa d’en Bossa 10,<br />

07817 Sant Jordi Ses Salines, Ibiza, Spanien<br />

www.theushuaiaexperience.com<br />

Superior DZ im Ushuaia Tower ab ca. € 235<br />

pro Nacht für zwei Personen inklusive Frühstück.<br />

Unser Tipp: Wer sich für Palladium Rewards anmeldet,<br />

spart auf den Zimmerpreis und in den Bars und<br />

Restaurants.<br />

Fotos: The Ushuaïa Experience (2), Roberto Castano (2)<br />

38 <strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

frühjahr <strong>2024</strong>


USHUAÏA<br />

Im Ushuaïa Beach Hotel ist jeden Tag die<br />

Party des Jahres. Für Feierwütige, Partylöwen<br />

und Spaß-haben-Woller ein Paradies.<br />

39


TIPPSIBIZA<br />

Wusstet ihr ...<br />

Es ranken sich Mythen und Legenden um<br />

den wohl berühmtesten Felsen Es Vedra,<br />

der 400 Meter in den Himmel vor der Baleareninsel<br />

aus dem Meer ragt. Ufos wären<br />

hier gelandet, sagen die einen. Es sei der<br />

letzte sichtbare Teil der versunken Stadt<br />

Atlantis, erzählen andere. Von einem Magnetfeld<br />

ist auch die Rede. Was auch immer<br />

und woran auch immer man glaubt. Fakt ist:<br />

Es Vedra ist magisch! Am besten fühlt man<br />

das zum Sonnenuntergang.<br />

Natur pur<br />

Wer bei all den Partydates auf Ibiza auch<br />

mal etwas Natur erleben mag und auf bunte<br />

Vögel nicht verzichten möchte, dem sei ein<br />

Ausflug in den Parc Natural de ses Salines<br />

d’Eivissa empfohlen. Das Naturschutzgebiet<br />

überzeugt mit weitläufigen Lagunen, wo<br />

Flamingos, Schildkröten und hier und da ein<br />

sonnenanbetender Leguan daherspazieren.<br />

40<br />

frühjahr <strong>2024</strong>


MITTELMEER | Ibiza<br />

Zu shoppen gibt es auf den Märkten Ibizas natürlich alles<br />

Mögliche, ein kleines, aber dennoch besonderes und lokales<br />

Mitbringsel für zu Hause ist das ibizenkische Sal de Ibiza,<br />

das ausschließlich im Naturschutzgebiet Parc Natural de ses<br />

Salines d’Eivissa gewonnen wird. Das Salz kommt außerdem<br />

in einer sehr hübschen Verpackung daher.<br />

Lokales Mitbringsel<br />

... shopping<br />

Lust auf Körperbemalung? Wie klingt Henna auf der Haut? Auf<br />

dem Hippiemarkt von Punta Arabi in Es Canar im Nordosten der<br />

Insel bieten Kunsthandwerker und Künstler von April bis Oktober<br />

jeden Mittwoch allerlei Kreatives feil. Ob Fashion im typischen<br />

Ibiza-Style, Lederwaren, Naturkosmetik, Schmuck, Antiquitäten …<br />

irgendetwas findet man immer.<br />

Malerisches<br />

Markttreiben<br />

Fotos: lunamarina/Shutterstock.com, David Holderbach/Shutterstock.com, Cande Marrero/Shutterstock.com, Artesia Wells/Shutterstock.com, Simone Sever, Party people Studio/Shutterstock.com<br />

Strandlage<br />

Am Rand der Stadt Sant Josep de Sa Talaia erreicht man die<br />

Cala Conta mit einer zauberhaften Chiringuito, einer kleinen<br />

Strandbar. Über in den Fels gehauene Stufen führt der Weg<br />

direkt an die rustikale Cala Escondida. Zum Sonnenuntergang<br />

und natürlich auch sonst unbedingt eine der legendären<br />

Margaritas probieren und sich von den hölzernen Lebensweisheiten<br />

»All you need is sex« oder »Food is good, wine is better«<br />

inspirieren lassen. Ach, und wer gerne ohne Bekleidung im<br />

Meer schwimmt und auf Bikini und Badehosenstreifen freiwillig<br />

verzichtet, hier können FKK-Anhänger die Hüllen fallen lassen!<br />

And the Beat goes on!<br />

Noch mehr Clubbing, noch mehr Dancemoves, noch mehr auf<br />

die Ohren? Dann lockt das Hï Ibiza nur wenige Schritte vom<br />

Ushuaïa entfernt. Ein Elektro-Tanztempel, in dem alles, was<br />

in der Szene Rang und Namen hat, auflegt und die Massen in<br />

Ekstase versetzt.<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

41


BlauB text<br />

Simone Sever<br />

machen<br />

ITALIENS ZWEITGRÖSSTE INSEL SARDINIEN IST<br />

BEKANNT FÜR DIE BEEINDRUCKENDE FARBE DES<br />

MEERES. DAS WOLLTE REPORTERIN SIMONE SEVER<br />

MIT EIGENEN AUGEN SEHEN. VOLLER NEUGIER UND<br />

RIESENGROSSER VORFREUDE FLOG SIE DER SONNE<br />

ENTGEGEN INS FALKENSTEINER RESORT CAPO BOI<br />

IM SÜDOSTEN DER INSEL.<br />

42 <strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

frühjahr <strong>2024</strong>


MITTELMEER | Sardinien<br />

SARDINIEN<br />

43


MITTELMEER | Sardinien<br />

as Meer kann ich nicht sehen. Die Nacht ist tiefschwarz,<br />

doch das Rauschen der Wellen ist deutlich, wenngleich<br />

sanft zu vernehmen. Dennoch bleibt mir lediglich eine<br />

Ahnung, wo die Wellen auf den Strand treffen. Außer der<br />

imposant erleuchteten Fassade des Capo Boi, einem Falkensteiner<br />

Resort, und der gemütlich anmutenden Lobby<br />

sehe ich, dass ich nichts sehe. Vor allem nicht das sagenumwobene<br />

azurfarbene Meer. Meine Kernkompetenz<br />

Geduld ist wohl gefragt.<br />

Doch das Meer ist nicht der einzige Grund, hierherzu<strong>reisen</strong>.<br />

Die charmante Begrüßung an der Rezeption<br />

macht das Ankommen des Gasts einfach und bringt es<br />

auf den Punkt: »Welcome Home im Falkensteiner Resort<br />

Capo Boi.«<br />

Das Zuhause-Gefühl des Fünf-Sterne-Resorts lebt<br />

auch in den 122 Zimmern und Suiten, die sich vor allem<br />

im Blick auf das Meer unterscheiden. Sandfarbene gedeckte<br />

Töne schmeicheln dem Auge und verwöhnen mit<br />

exotisch inspirierten Details, etwa sardischer Handwerkskunst,<br />

die sich in den Holzintarsien gern in schönstem<br />

Azur und strahlendem Perlmutt präsentiert. Geschnitzte<br />

Headpieces – imposante Kopfteile der Betten – sind wunderschöne<br />

Hingucker und werden umschmeichelt von<br />

Stoffen des sardischen Design-Labels Mariantonia Urru.<br />

Auch in den Bädern wird das Farbspiel von Sand und Natur<br />

weitergezeichnet. Mediterranes Flair trifft hier wie<br />

überall im Resort auf schlichte Eleganz.<br />

Inmitten der üppigen Natur des Meeresschutzgebiets<br />

Capo Carbonara zwischen Granitbergen und weißen<br />

Sandstränden strahlt am nächsten Morgen das Falkensteiner<br />

Resort Capo Boi mit der aufgehenden Sonne um die<br />

Wette. Ein weißer Palast im maurischen Stil mit klaren<br />

Linien und dennoch verspielter Leidenschaft. Ein Fleckchen<br />

Paradies in einer privaten Bucht. Ruhe, Entspannung<br />

und echtes Urlaubsfeeling sind sofort spürbar. Das<br />

Meer liegt einem hier buchstäblich zu Füßen. Das Wasser<br />

ist glasklar. Und scheint wie glatt gebügelt. Wer einen<br />

Moment in Ruhe verharrt, der hat schon bald das Gefühl,<br />

im Aquarium zu stehen. Schnorcheln muss hier keiner,<br />

denn die Fische sind mit bloßem Auge auch aus der Vogelperspektive<br />

erkennbar. Nur, die Wasserfarbe, die hat<br />

noch nicht diesen legendären türkis-smaragd-azurfarbenen<br />

Farbton. Ist etwa das sardische Mittelmeer doch nur<br />

eine Photoshop-Illusion und am Ende so farblos wie das<br />

Hamburger Leitungswasser? Meine Suche beginnt.<br />

Im Kento Bay Restaurant & Lookout lässt der Blick auf die<br />

Bucht zur Mittagszeit langsam die Farbspiele des Meeres<br />

erahnen. Ein perfekter Platz für einen lockeren Lunch mit<br />

fangfrischem Fisch. Am Abend übernimmt hier übrigens<br />

Küchenchef Theodor Falser, dann steht die preisgekrönte<br />

Idee der panasiatischen Küche im Fokus des Kento.<br />

Kento heißt übrigens übersetzt Gesundheit. Da passen<br />

Ceviche vom Thunfisch mit grünem Gemüse, Leche de<br />

Tigre und Tintenfisch mit gebratenen Frühlingszwiebeln,<br />

Yuzu-Creme und asiatischem Pesto bestens auf die Karte.<br />

Es ist ein kulinarisches Vergnügen.<br />

Auch das Meer macht mittlerweile Spaß. Ich schwimme,<br />

und inzwischen schimmert es leuchtend grün. Ich<br />

wandere einen kleinen Hügel hoch, die Küste des Falkensteiner<br />

Resort Capo Boi entlang, und schaue von oben<br />

herab auf die Bucht. Eine Farbpalette von Türkis bis Smaragd<br />

belohnt für die Anstrengung. Unter Schatten spendenden<br />

Pinien, den Duft von Eukalyptus, Bougainvillea<br />

und Oleander in der Nase, streckt sich eine Gruppe nach<br />

den Vorgaben des Yoga dem blauen Himmel entgegen.<br />

In der Marina di Villasimius kann man Boote in verschiedenen<br />

Klassen und Größen mieten. Der Kapitän des<br />

Katamarans Bali nimmt Kurs auf den Spiaggia di Porto<br />

Giunco. Bereits auf dem Weg – und herum um eine Landspitze<br />

– zeigt sich das Meer in seiner schönsten Farbenpracht.<br />

Das Azur, durch das wir gleiten, ist in den Tiefen<br />

betörend intensiv. In Strandnähe des Spiaggia di Porto<br />

Giunco wird das dunkle Blau vom schönsten Smaragdgrün<br />

begleitet und gibt sich schließlich mit einem leuchtenden<br />

Türkis dem Klischee und meiner Traumvorstellung<br />

hin. Mein Smartphone läuft heiß. Wie viele Wasserfotos<br />

kann man eigentlich schießen Der Anblick ist beinahe<br />

zu schön, um wahr zu sein. Ist aber wahr. Die Realität<br />

des Meers rund um Sardinien braucht kein Photoshop.<br />

Meine Empfehlung: kopfüber rein ins Klischee.<br />

Zurück zum Falkensteiner Resort Capo Boi. Die Sonne<br />

verabschiedet sich in einem Kaleidoskop von warmen<br />

Rot- und Orangetönen und setzt dabei den Himmel in<br />

Flammen. Der maurische Palast wirkt wie ein Märchenschloss,<br />

wie er vom Sonnenlicht angestrahlt und von<br />

Palmen und Pinien umsäumt stolz in seine »Gemächer«<br />

einlädt. Auf der Terrasse spielt Livemusik. »Don’t speak«<br />

von No Doubt haucht der junge Mann ins Mikrofon.<br />

Nein, in diesem Moment muss keiner reden. Einfach nur<br />

genießen. Den Abendhimmel, die Farben des Meeres, die<br />

hier so einzigartig sind, die Brise, die Entspannung, den<br />

Moment und den Luxus des Fünf-Sterne-Resorts. Genau<br />

so geht Urlaub im Falkensteiner Resort Capo Boi. Farbintensiv.<br />

Schön. Einfach unvergessen.<br />

Fotos: Falkensteiner Hotels & residences (2), Walter Luttenberger Photography<br />

44 <strong>reisen</strong><br />

frühjahr frühling <strong>2024</strong><br />

<strong>EXCLUSIV</strong>


Schöne Träume! In gedeckten<br />

Tönen und mit<br />

sardischer Handwerkskunst<br />

versehen, steckt<br />

auch in den Zimmern<br />

die Liebe zum Detail.<br />

INFO<br />

Falkensteiner Resort Capo Boi,<br />

SP17, 09049 Villasimius CA, Italien,<br />

www.falkensteiner.com<br />

Zimmer ab € 311 pro Nacht,<br />

inklusive Halbpension<br />

45


TIPPS SARDINIEN<br />

Wusstet ihr ...<br />

Was haben Loma Linda in den Vereinigten Staaten von<br />

Amerika, Nicoya in Costa Rica, Okinawa in Japan, Ikaria<br />

in Griechenland und Italiens zweitgrößte Insel Sardinien<br />

gemeinsam? Nun, all diese Orte sind sogenannte<br />

Blue Zones, Orte in denen die Menschen gesünder und<br />

länger leben, in denen die Anzahl der Menschen, die<br />

das Alter von 100 überschritten haben, deutlich höher<br />

als im Rest der Welt ist. Wer also einen Trip nach<br />

Sardinien plant, dem sei die Netflixserie »Wie wird man<br />

100 Jahre alt? – Die Geheimnisse der Blauen Zonen«<br />

auch über die sardischen Hundertjährigen wärmstens<br />

ans Herz gelegt. Wirklich sehr inspirierend.<br />

Zeitreise<br />

Im 9. Jahrhundert vor Christus gegründet,<br />

gilt die antike Stadt Nora am Stadtrand<br />

von Pula in der Region Cagliari als<br />

älteste Siedlung Sardiniens. Bei einer<br />

Besichtigung der Stätte, die entweder<br />

auf eigene Faust oder bei einer geführten<br />

Tour erlebt werden kann, wandelt<br />

man auf alten Römerstraßen vorbei an<br />

den Überresten der Stadt, die erst 1889<br />

von einer Springflut freigelegt wurde. Ein<br />

bisschen Geschichte schadet nicht.<br />

46<br />

frühjahr <strong>2024</strong>


MITTELMEER | Sardinien<br />

Mit Vierradantrieb und dem Touranbieter Serpeddi 4x4<br />

durch die Natur Sardiniens. Abseits der befestigten<br />

Küstenstraße wartet das Hinterland der Insel mit einer<br />

einzigartigen Flora und Fauna und viel Macchia darauf,<br />

erkundet zu werden. Schotterpisten, Berge, Naturparks<br />

und ein Gefängnis aus dem 19. Jahrhundert, das wie eine<br />

Geisterstadt wirkt. Wer mehr möchte, als nur in der Sonne<br />

zu liegen, für den ist das Offroad-Abenteuer mit Aussichten<br />

auf die atemberaubend schöne Küste der Insel genau<br />

das Richtige. Ein spannender Tagesausflug abseits der<br />

sardischen Traumstrände.<br />

Fahrvergnügen<br />

Lido Tamatete heißt die Bar, die am südlichen Ende des Strands<br />

von Cala Sinzias zu finden ist. Das Meer ist hier so weich, man<br />

mag gar nicht mehr aus dem Wasser kommen. Kann man aber<br />

und dann legt man sich am besten unter einen der Schirme auf<br />

die Liege, schlemmt nach Herzenslust und genießt das karibisch<br />

anmutenden Strandfeeling. Wer in den Sommermonaten vor Ort<br />

ist, kommt eventuell in den Genuss von abendlicher Livemusik.<br />

Mehr »Life is a beach« geht kaum.<br />

Beachlife<br />

Fotos: PR (2), Simone Sever, Clark Douglas, Torruzzlo/Sutterstock.com<br />

Zuckersüß<br />

Lust auf Süßes? Dann ist die Dulcis Pasticceria in Cagliari<br />

definitiv die richtige Adresse. Das Angebot an Kuchen,<br />

Keksen und klasse Torten ist so kunterbunt wie zuckerlastig.<br />

Aber sei’s drum, manchmal braucht es einfach was Zuckersüßes.<br />

Unbedingt probieren sollte man die Baisers mit frischer<br />

Schlagsahne oder auch die beerigen Miniküchlein. Bei diesen<br />

Pausensnacks läuft einem schnell das Wasser im Mund<br />

zusammen.<br />

Essen wie bei Nonna<br />

Authentisch italienisch. Einfach, aber gut – das gibt es im Sa<br />

Tankitta in Villasimius. Richtig gut sind neben der Pizza auch<br />

die Spaghetti Vongole. Acht Autominuten vom Hotel entfernt.<br />

Wer mag, kann sich auch auf einen Spaziergang dort hin<br />

begeben. Eine gute Stunde braucht es bis zum Dorf. Dann hat<br />

man sich die Nudeln redlich verdient.<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

47


MITTELMEER | Capri<br />

B text<br />

Harald Braun<br />

BELLA,<br />

BELLA,<br />

BELLA<br />

MARIE<br />

TRAUMZIEL CAPRI<br />

GANZ IM SÜDEN ITALIENS IN DER BUCHT VON NEAPEL LOCKT EINE INSEL,<br />

DIE ALS TRAUMZIEL FÜR ANSPRUCHSVOLLE URLAUBER AUF DER GANZEN<br />

WELT GILT. REPORTER HARALD BRAUN KAM, STAUNTE UND SCHWITZTE.<br />

48<br />

frühjahr <strong>2024</strong>


Spieglein,<br />

Spieglein an<br />

der Wand ...<br />

Der Capri Tiberio<br />

Palace gehört<br />

zweifelsohne zu<br />

den schönsten<br />

Hotels im ganzen<br />

Land.<br />

Auf der zentralen Plaza<br />

del Castillo finden sich Alt und<br />

einer improvisierten zusammen.<br />

49


Wäre ich ein spöttischer Mensch, würde ich sagen Eine<br />

Reise nach Capri dürfte für Senioren über 0 Jahren das<br />

sein, was sportliche 30-Jährige sich von einem Trek ins<br />

Basislager des Mount Everest versprechen. Eine mentale<br />

und körperliche Herausforderung nämlich, die sich aber<br />

umso mehr auszahlt, wenn man die Mühsal eines solchen<br />

Trips erst einmal bewältigt hat. Natürlich übertreibe ich<br />

ein wenig, was Capri angeht, aber hey Das machen doch<br />

schließlich alle. Dafür, dass die Felseninsel aus Kalkstein<br />

an der Amalfiküste nur knapp 10, uadratkilometer<br />

groß ist, wird ganz schön Heckmeck um sie gemacht. Vor<br />

allem von allerlei Literaten und sonstigen Bewahrern der<br />

abendländischen Kultur. »Capri treibt geheimnisvoll auf<br />

den durchsichtigen Wassern«, raunte etwa Andre Gide,<br />

ein französischer Literaturnobelpreisträger. Der englische<br />

Romancier und später auch Maler D. H. Lawrence<br />

adelte Capri gleich zu »einem der schönsten Orte der<br />

Welt«. Da mochte Jahrzehnte später auch der deutsche<br />

Schlagersänger Rudi Schuricke nicht zurückstehen. Mit<br />

dem Hit »Capri Fischer« sicherte sich der Musikant aus<br />

Brandenburg an der Havel ab 194 ein solides Auskommen<br />

auf deutschen Tanzbühnen, unvergessen bis heute<br />

die berühmte Zeile »Wenn bei Capri die rote Sonne im<br />

Meer versinkt«. Refrain »Bella, bella, bella, Marie«<br />

Mein erster Eindruck von Capri allerdings ist nicht<br />

rot, sondern pink. Das schweinchenfarbene Cabrio-Taxi,<br />

das mich an der Marina Grande nach knapp einstündiger<br />

Fahrt mit der Fähre einlädt, wirkt auf gut gelaunte Weise<br />

so albern wie das Gefährt einer Horde Junggesellen auf<br />

der Hamburger Reeperbahn. Am Hafen selbst brodelt es.<br />

Überall Tagesgäste, die entweder ab<strong>reisen</strong>, ankommen<br />

oder nicht so genau zu wissen scheinen, in welche Richtung<br />

sie eigentlich wollen. Kunterbuntes Durcheinander<br />

wäre untertrieben. Capri mag ein besonders mondäner<br />

Ort sein und viele seiner Übernachtungsgäste überwiegend<br />

distinguiert, aber wir reden hier immer noch von<br />

Italien. Da gehört Chaos halt mit zum Straßenbild. Was<br />

bei der Fahrt vom Hafen hoch hinauf zu Capri-Stadt folgt,<br />

sind Nahtodmomente im 30-Sekunden-Rhythmus. So<br />

lange dauert es auf den engen Gassen, von einer schlecht<br />

einsehbaren Kurve zur anderen zu gelangen und dabei<br />

nicht mit dem Gegenverkehr zu kollidieren. Mein Taxi<br />

ist nicht nur pink und ohne Dach, sondern auch eigentümlich<br />

lang gezogen. Die bizarre Stretchlimo hat gleich<br />

zwei Rückbänke. So sehen Autos auf dem Festland nicht<br />

aus. Der Grund Auf der ,3 Kilometer langen und nur<br />

2, Kilometer breiten Insel werden Fiat Scudos oder Nissan<br />

Evalias in einer zweckdienlich umgebauten Variante<br />

genutzt. Es geht schließlich darum, die kuriosen Kisten<br />

möglichst effektiv zu besetzen. Autoverkehr ist auf Capri<br />

eine Disziplin für Lenkradkünstler mit Geduld. Kommt<br />

auf der Fahrt einer der kurios geschrumpften Inselbusse<br />

entgegen, ist Millimeterarbeit in Schrittgeschwindigkeit<br />

gefragt. Für Menschen, die zu Nervenzusammenbrüchen<br />

neigen, empfehle ich stattdessen die Fahrt mit der Funicolare.<br />

Das ist die Seilbahn auf Capri. Die verbindet den<br />

Hafen mit der Piazza Umberto I im Zentrum von Capri-<br />

Stadt. Die Option, die Strecke vom Hafen zur Stadt zu<br />

Fuß zu gehen, ist theoretisch zwar auch möglich. Wäre<br />

aber sehr verrückt, gleich aus zwei Gründen Zu steil. Zu<br />

eng. Sucht euch was aus.<br />

Der Eindruck, dass es sich bei Capri um eine sehr<br />

kleine, sehr enge und sehr steile Insel handelt, dürfte bereits<br />

vermittelt worden sein. Das hat zwei Effekte. Zum<br />

einen genießt man schon nach kurzer Fahrt grandiose<br />

Aussichten auf die abwechslungsreiche Amalfiküste. Zu<br />

den gängigen Capri-Motiven gehören ja bekanntlich die<br />

bunten, in Terrassen angelegten Häuser, die sehr eng an<br />

steilen Bergen kleben – aber eben auch diese Fotos vom<br />

tiefblauen Thyrrhenischen Meer in den Buchten Capris<br />

am felsigen Strand. Dass Capri auch die »blaue Insel« genannt<br />

wird, hängt also nicht nur mit der »Blauen Grotte«<br />

zusammen. Wobei die Grotte wohl die beliebteste Sehenswürdigkeit<br />

Capris sein dürfte.<br />

Kleiner historischer Einschub Der Dichter und Maler<br />

August Kopisch entdeckte die berühmte Höhle, die man<br />

nur schwimmend oder mit dem Boot erreichen kann, am<br />

1. August 12. Er notierte seine Begeisterung über die<br />

»himmelblaue Grotte« noch am selben Tag im Gästebuch<br />

seiner Pension, veröffentlichte eine Reportage darüber<br />

allerdings erst Jahre später. Fun Fact Die Höhle hieß bei<br />

den Einheimischen zuerst noch »Teufelshöhle«, bevor sie<br />

zur »Blauen Grotte« wurde. Warum das Ganz einfach<br />

– der römische Kaiser Tiberius soll zu seiner Zeit darin<br />

seine Sklavinnen eingekerkert haben. Jedenfalls löste Kopischs<br />

schwärmerische Reportage einen Touristenboom<br />

auf Capri aus. Alle wollten diesen Ort, der ȟber die Far-<br />

50<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

frühjahr <strong>2024</strong>


MITTELMEER | Capri<br />

Kurvenwunder: Über die Via<br />

Krupp geht es hoch hinaus.<br />

Oder rasant bergab – je nach<br />

Perspektive. Die berühmte<br />

Serpentinenstraße von 1902<br />

war einst ein Geschenk von<br />

Friedrich Alfred Krupp.<br />

GRANDIOSE<br />

AUSSICHTEN<br />

AUF DIE<br />

AMALFIKÜSTE<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

51


Mustermix trifft auf Glamour. Wenn Capri<br />

ansonsten eher eine ruhige Insel ist, sorgt das<br />

Capri Tiberio Palace für Aufregung.<br />

MANGIA BENE, RIDI SPESSO, AMA MOLTO.<br />

52


MITTELMEER | Capri<br />

Fotos: Stefano Scatà/Capri Tiberio Palace (4), Dave Z./Shutterstock.com, Will Truettner, Gary Along<br />

ben aller Edelsteine verfügte«, mit eigenen Augen sehen.<br />

Erst kamen die Maler, dann die Schriftsteller und mit ihnen<br />

der Rest der Welt – bis heute.<br />

Der zweite Effekt, der sich schon nach wenigen Stunden<br />

auf Capri einstellt, ist Kurzatmigkeit. Jedenfalls bei<br />

Menschen, die nicht täglich für einen Triathlon trainieren.<br />

Wer auf Capri ein paar Minuten zu Fuß geht – und<br />

das muss man, weil das Zentrum Capris mit seinen<br />

verwinkelten Gassen viel zu eng für den Autoverkehr<br />

wird –, dürfte gehörig ins Schwitzen kommen. Und das<br />

hat nichts mit dem mediterranen Klima und den 300<br />

Sonnentagen im Jahr zu tun, mit denen man auf Capri<br />

rechnen darf. Spaziergänge auf der dicht bebauten Insel<br />

werden schnell zu Treppenmärschen. Dabei lohnen sich<br />

diese Exkursionen. Capri ist voller Sehenswürdigkeiten,<br />

die sich aufgrund der überschaubaren räumlichen Möglichkeiten<br />

meist recht nah beieinander befinden. Man<br />

muss halt Treppensteigen mögen. Allerdings haben die<br />

italienischen Behörden Sinn für Humor An einigen der<br />

anstrengendsten Anhöhen haben sie Defibrillatoren gut<br />

einsehbar am Wegesrand installiert. Nur für den Fall. Zu<br />

den Orten, die man trotz anstrengender Wegstrecken unbedingt<br />

anschauen sollte, gehört der reizende Giardini<br />

di Augusto – ein botanischer Garten, von dem aus man<br />

einen wundervollen Blick über die üppigen Landschaften<br />

Capris genießt. Bekannt ist der Ort auch unter dem<br />

Begriff »Krupp Garden« – angelegt wurde er nämlich um<br />

1900 herum vom Essener Waffenfabrikanten Friedrich<br />

Alfred Krupp. Jener floh auf Capri häufig vor seinen familiären<br />

Pflichten im Ruhrpott, weil er seine homosexuellen<br />

Neigungen in Italien – und wie man hört, grandios<br />

ausschweifend – ausleben konnte.<br />

Krupp war kein Einzelfall. Capri entwickelte sich im<br />

Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts zu einem beliebten<br />

Schauplatz von Kultur, Glamour und Hochfinanz. Eine<br />

Schlenderei durch die engen Gassen Capris spricht Bände<br />

Juweliere und Modeboutiuen der edleren Art reihen<br />

sich hier Tür an Tür. Tagesausflügler, die auf Capri den<br />

überwiegenden Anteil der Besucher ausmachen, dürften<br />

über die kreativen Preisideen der internationalen Nobelläden<br />

staunen. Dementsprechend mondän stellt sich<br />

auch der größere Teil der hiesigen Hotellerie auf. Platz<br />

ist Mangelware auf Capri und dementsprechend teuer.<br />

Ich steige für zwei Nächte im Capri Tiberio Palace ab.<br />

Das Hotel liegt nur zwei Fußminuten von der berühmten<br />

Piazzetta entfernt – oder wie sie oziell heißt, der<br />

Piazza Umberto I. Es verfügt über 4 individuell eingerichtete<br />

Zimmer und repräsentiert mit seiner gediegenen<br />

Old-Money-Noblesse das Gros der Premiumhotels<br />

auf der Insel. Hoteldirektor Oliver Hutten erklärt, dass<br />

ihn anonymer Luxus nicht interessiert. Er möchte sein<br />

Haus zwar komfortabel, aber lässig. Elegant, aber unaufdringlich<br />

und subtil »Das Capri Tiberio Palace soll den<br />

Eindruck machen, als habe ein kultivierter Mensch die<br />

ganze Welt bereist und von überallher einige kostbare,<br />

charmante Erinnerungsstücke mit zurück nach Hause<br />

gebracht.« Dass der Globus in all seinen kunstvollen<br />

Formen und Farben ein zentrales Dekoelement ist und<br />

darüber hinaus elegante Hollywoodmotive der 190erund<br />

0er-Jahre beim kulturanen Publikum für Beifall<br />

bürgen, dürfte bei dieser Konzeption nicht verwundern.<br />

Das Capri Tiberio Palace hat Stil und Persönlichkeit, ohne<br />

sich wichtig zu machen. Wer seinen Capri-Besuch von<br />

charmanter Herzlichkeit einrahmen lassen möchte, kann<br />

hier unbesorgt einchecken. Er sollte allerdings nicht einmal<br />

einen Gedanken an den Zimmerpreis verschwenden<br />

müssen. Ein Tipp, der auch für vergleichbare Hotels auf<br />

der Insel gilt.<br />

Gut, Capri ist mondän, exklusiv und teuer. Es verlangt<br />

vom durchweg mittelalten Publikum – denn für<br />

Familien mit Kindern ist der Besuch wohl genauso mühsam<br />

wie für Senioren mit Energiedefiziten – durch sein<br />

stetes landschaftliches Auf und Ab einen gewissen sportlichen<br />

Ehrgeiz. Aber Capri belohnt Besucher dafür auch<br />

mit magischen Orten wie der »Blauen Grotte«, dem Blick<br />

auf die Steilküste an der Piccolo Marina. Auch schön sind<br />

die skulpturalen Faraglioni-Felsen, die knapp 100 Meter<br />

aus dem Meer ragen und zu den signifikantesten Motiven<br />

Capris gehören. Allein in der noblen Via Vittorio Emanuele<br />

und der nicht minder extravaganten Via Camerelle<br />

werden täglich Umsätze generiert, über die sich Berliner<br />

Einkaufszentrum freuen würde. Auf dem Weg von Capri<br />

nach Anacapri den einzigen beiden Orten auf der Insel<br />

liegt zudem die Villa San Michele, eine weiße Villa im<br />

sarazenisch-romanischen Stil. Sie gehörte einst dem Leibarzt<br />

der Königin von Schweden und ist heute als Museum<br />

eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der<br />

Insel. Allein die Lage der Villa an der Steilküste ist einen<br />

Besuch wert. Auch hier bietet sich wieder einer der<br />

spektakulären Panoramablicke, mit denen Capri so verschwenderisch<br />

hausiert. Beneidenswert, das alles, klar.<br />

Dass Capri aber dank des römischen Kaisers Tiberius von<br />

2 bis 3 n. Chr. elf Jahre lang der ozielle Mittelpunkt<br />

der Welt gewesen sein soll, erstaunt dann doch ein wenig.<br />

Ernsthaft Eine zehn uadratkilometer große, zugegeben<br />

recht schicke Insel das Zentrum der westlichen<br />

Welt Wäre ich ein spöttischer Mensch, würde ich sagen<br />

Die spinnen, diese römischen Kaiser.<br />

INFO<br />

ANREISE Capri ist ausschließlich mit der Fähre erreichbar.<br />

Das ganze Jahr über gibt es mehrere Verbindungen ab<br />

Neapel, Sorrent, der Amalfiküste und Ischia.<br />

Capri Tiberio Palace, Via Croce 11-15, 80073 Capri.<br />

Eine Nacht für zwei Personen ab € 635.<br />

www.capritiberiopalace.it<br />

frühjahr <strong>2024</strong><br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

53


VIP-Pass?<br />

Au ja!<br />

B text<br />

Marie Tysiak<br />

Meine Augen sind geschlossen,<br />

die Gedanken<br />

schweifen. Das<br />

herzliche Lachen der<br />

Kinder, die im seichten<br />

Wasser planschen,<br />

wird zu einem meditativen Hintergrundgeräusch.<br />

Ich spüre den warmen Sonnenschein<br />

auf meinen nackten Beinen, meine Haare<br />

umspielen im Sommerwind meine Nase.<br />

Zwangsläufig muss ich weggedöst sein, denn<br />

als ich die Lider wieder öffne, steht die Sonne<br />

tiefer. Ein eleganter Einmaster gleitet im<br />

goldenen Licht zurück in den Hafen. Diese<br />

Szenerie – seit meinen Urlauben als Kind am<br />

Mittelmeer warm eingebrannt – scheint seit<br />

drei Jahrzehnten angenehm unverändert.<br />

54<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong>


MITTELMEER | Dubrovnik<br />

URLAUB AN DER ADRIA IST SCHÖN. DAS WEISS REDAKTEURIN<br />

MARIE TYSIAK BEREITS SEIT IHRER KINDHEIT. DOCH IM VALAMAR<br />

LACROMA HEBT SIE DIESE ERFAHRUNG AUF EINE NEUE STUFE.<br />

VIP-LEVEL SOZUSAGEN. AUCH DAS DARF MAL SEIN.<br />

Urlaubsglück pur: Das Valamar Lacroma<br />

liegt malerisch auf der Halbinsel Babin<br />

Kuk direkt vor Dubrovnik – mit herrlichem<br />

Ausblick auf den Sonnenuntergang über<br />

der Adria.<br />

frühjahr <strong>2024</strong><br />

55


MITTELMEER | Dubrovnik<br />

THE LODGE<br />

56<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong>


Fotos: Valamar (4)<br />

Zeit, ins Hotel zurückzukehren und sich fürs Abendessen<br />

aufzufrischen. Ich sammle meine sieben Sachen vom Bali-Bett<br />

am Strand. Die Deluxe-Liege steht den Gästen des<br />

V-Levels exklusiv zur Verfügung. Kieselsteine knirschen<br />

unter meinen Füßen, als ich mich vom kleinen Strand<br />

President die paar Fußminuten durch die weitläufige Anlage<br />

des gleichnamigen Valamar-Hotels in meine Herberge<br />

für die nächsten Tage aufmache: das Valamar Lacroma.<br />

Herausragend: Hinter jeder Ecke der fröhlichbunten<br />

Altstadtgassen von Pamplona<br />

Moment mal. Genau, die kroatische Hotelmarke Valamar<br />

besitzt gleich mehrere Properties auf der Halbinsel Babin<br />

Kuk vor Dubrovnik. Hinter dem Fünf-Sterne-Haus<br />

wartet eine neue Überraschung.<br />

President von Valamar Collection liegt etwas erhöht das<br />

neu renovierte Vier-Sterne-Hotel Valamar Lacroma – das<br />

Gäste mit dem erwähnten V-Level-Status auf besondere<br />

Weise verwöhnt.<br />

So spaziere ich gerade am großen Pool vorbei, an dem<br />

ein paar Hotelgäste die letzten Sonnenstrahlen auskosten,<br />

als ich etwas verträumt im Augenwinkel das Schild<br />

zur V-Level-Lounge registriere. Ein Glas Sekt lockt. Und<br />

ein paar frische Früchte. Also mache ich es mir schnell<br />

noch zum Sonnenuntergang auf einer der Liegen im<br />

VIP-Bereich am Pool damit gemütlich. Ist schließlich Urlaub.<br />

Das spektakuläre Farbenspiel, mit dem sich der rote<br />

Feuerball hinter dem Meer für diesen Tag verabschiedet,<br />

fühlt sich wie eine geliebte Vertraute an, die niemals<br />

langweilig wird.<br />

Die kulinarischen Möglichkeiten im Valamar Lacroma<br />

versprechen, dass man hier gut ein, zwei Wochen Sommerurlaub<br />

verbringen kann, ohne sich beim Essen zu<br />

langweilen. Als V-Level-Gast kann man ebenfalls in den<br />

Restaurants des Schwesterhotels President schlemmen.<br />

Für den ersten Abend bleibe ich im Lacroma und besuche<br />

das neu eröffnete Restaurant Momenti, das wunderschön<br />

in den Hang gebaut mit seiner weitläufigen Terrasse den<br />

Blick auf die mit Palmen bewachsene Anlage freigibt. Dahinter<br />

das ruhige Meer und die Bucht gerahmt von seichten,<br />

grünen Hügeln, die sich wie dunkle Schatten vom<br />

Himmel abheben. Die Blaue Stunde zeigt sich von ihrer<br />

intensivsten Seite. Der Sommerabend leuchtet, die Zikaden<br />

zirpen und der Kellner führt mich zu meinem Tisch<br />

ganz vorne an der Brüstung, den besten Blick inklusive.<br />

Das Restaurant Momenti ist nur den Gästen mit<br />

V-Level vorbehalten. Das Tuna Tataki mit Sesam, Ingwer<br />

und Frühlingszwiebeln harmoniert perfekt im ersten<br />

Gang, gefolgt von der zweiten Strophe in Form von<br />

gegrilltem Oktopus. Die nächsten Verse berühren nicht<br />

minder: Dorade im Ganzen, verfeinert mit Fenchel und<br />

Safran. Das Metrum gibt der begleitende Wein an, im<br />

stetigen Rhythmus werden die besten kroatischen Tropfen<br />

aufgetischt. Nur beim Dessert bin ich mit dem hausgemachten<br />

Zitronensorbet ohne Drink zufrieden. Ein<br />

simpler, guter Abschluss. Glücklich erhebe ich mich. So<br />

poetisch ist also Mittelmeer-Urlaub. Vielleicht unternehme<br />

ich noch einen kleinen Verdauungsspaziergang zum<br />

Strand und stecke die Zehen ins Wasser. Der Vollmond<br />

prangt am klaren Himmel.<br />

Das Valamar Lacroma ist hochmodern. Die Eingangshalle<br />

ist gigantisch und verzückt, schon allein, weil meine<br />

Lieblingsdesignerlampe von Petite Friture in mehrfacher<br />

Ausführung hoch über den Köpfen schwebt. Viele<br />

V-Level-Zimmer sind ganz frisch renoviert und haben<br />

Balkone mit gläsernem Blick aufs Meer. Hinzu kommt ein<br />

Spa-Bereich, der zu verwöhnen weiß. Und für die Kinder,<br />

die wie ich auch Kindheitserinnerungen an diesem<br />

Ort machen werden, sind die Voraussetzungen anders<br />

als bei mir. Auf 1.800 Quadratmetern verteilt sich der<br />

größte Kids Club der Adria. Bei den unzähligen analogen<br />

und digitalen Spielen hat die ganze Familie stundenlang<br />

Freude.<br />

Auch schön an einem Urlaub im Valamar Lacroma<br />

mit V-Level-Status ist neben dem VIP-Feeling, dass man<br />

die Auszeit am Meer perfekt mit einem Städtetrip nach<br />

Dubrovnik verbinden kann. Zweifelsohne, die Altstadt<br />

der einst berüchtigten Handelsstadt und Hauptstadt der<br />

Republik Ragusa ist beeindruckend. Gleich auf den Felsen<br />

am azurblauen Mittelmeer gebaut, mit einer Stadtmauer<br />

umgeben, die als wunderbare Promenade mit<br />

Panoramaausblick zu beiden Seiten dient. Dazu all die alten<br />

Geschichten der Gemäuer, denen man am besten bei<br />

einer Stadtführung lauscht. Doch Dubrovnik schlaucht<br />

auch, all die Menschenmassen, die Hitze, die schon im<br />

Juni erbarmungslos von den glatten Steinen der Stadt reflektiert<br />

wird.<br />

Und am Ende eines Dubrovnik-Tags wartet dann wieder<br />

das zeitlose Luxushotel, das der Seele richtig guttut.<br />

Einfach zurücklehnen, entspannen und den Augenblick<br />

genießen. Und sich dabei, ganz nebenbei, ein bisschen<br />

wie ein VIP fühlen.<br />

INFO<br />

Valamar Lacroma Dubrovnik Hotel, Iva Dulčića 34,<br />

20000, Dubrovnik, Kroatien, www.valamar.com/en/<br />

hotels-dubrovnik/valamar-lacroma-dubrovnik-hotel<br />

Eine Nacht im V-Level Zimmer mit Meerblick für zwei<br />

Personen zur Hochsaison (Juli, August) mit Frühstück<br />

€ 504, mit Halbpension € 594<br />

frühjahr <strong>2024</strong><br />

57


TIPPS DUBROVNIK<br />

Was für ein Ausblick!<br />

Allerdings ist dies ein<br />

altes Bild. Mittlerweile<br />

müssen Touristen den<br />

Blick auf Dubrovnik<br />

hinter der Absperrung<br />

genießen.<br />

Rundumblick<br />

Um die ganze Schönheit der Altstadt<br />

Dubrovniks mitsamt ihren Stadtmauern<br />

gleich am Meer zu genießen, fährt man<br />

am besten mit der Seilbahn auf den<br />

Hügel Srđ. Hier wartet nicht nur ein<br />

phänomenaler Ausblick, sondern auch<br />

das Restaurant Panorama, das mit traditionellen<br />

Gerichten auf höchstem Niveau<br />

verwöhnt und hübsch in Terrassen im<br />

Hang angelegt ist. Tipp: unbedingt reservieren<br />

und am besten zum spektakulären<br />

Sonnenuntergang hier dinieren!<br />

Wusstet ihr ...<br />

dass Dubrovnik einst eine eigene<br />

Republik war? Bei all dem Touristen-<br />

Trubel in der Altstadt und den vielen<br />

Drehorten von Game of Thrones<br />

vergisst man schnell um die einstige<br />

Bedeutung der Stadt im Mittelalter<br />

als 300-jähriger Sitz der Seerepublik<br />

Ragusa.<br />

58<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

frühjahr <strong>2024</strong>


MITTELMEER | Dubrovnik<br />

Dalmatien im Süden Kroatiens bringt, dank des mediterranen<br />

Klimas mit heißen, trockenen Sommern und milden Wintern, ausgezeichnete<br />

Weine hervor! Nicht zuletzt haben die steilen Hänge<br />

perfekten Nährboden und die roten Weinreben von hier, Plavac<br />

Mali Crni, sind international bekannt. Ein Besuch auf einem<br />

Weingut der Familie Miloš in der Stadt Ponikve auf der Halbinsel<br />

Pelješac inklusive Tasting sei empfohlen.<br />

Chin-Chin<br />

Die sanften Töne des traditionellen Streichinstruments Lijerica, dazu<br />

eine große Gruppe Tänzerinnen und Tänzer, die sich in K<strong>reisen</strong> und<br />

Paaren rhythmisch über die Bühne bewegen: Rund um Dubrovnik<br />

erfreut sich der Lindo-Tanz großer Beliebtheit, nicht nur bei Feierlichkeiten.<br />

Wer sich das Tanzspektakel live ansehen möchte, der hat<br />

Dienstag- und Freitagabend dazu Gelegenheit, wenn die vorrangig<br />

jungen Tanzenden des Lindo Folklore Ensembles auftreten! Die Location<br />

im ehemaligen Lazarett der Altstadt ist ebenso spektakulär.<br />

Showtime ... shopping<br />

Fotos: Marie Tysiak (4), Kevin Charit, Anna Lurye/Shutterstock.com<br />

Salz, Salz, Salz<br />

In den Salzgärten von Ston, etwa eine Autostunde nördlich von<br />

Dubrovnik, liegt der einstige Reichtum der Region. Um die Anlagen<br />

zu schützen, baute man um 1500 die längte Festungsmauer<br />

Europas einmal über die gesamte Halbinsel Pelješac. Zudem<br />

ist die kleine Altstadt von Ston ein echter Hingucker. Nur einen<br />

Katzensprung weiter wartet Mali Ston, ein historischer Hafenort.<br />

Dank der guten Wasserqualität gedeihen hier Austern – an Leinen<br />

im Mittelmeer! Der perfekte Ausflug: Mit einem Boot zur Austernzucht<br />

schippern, die Meeresfrüchte direkt auf der Plattform<br />

schlürfen, dazu ein Glas Wein.<br />

Flower Power<br />

18 Kilometer die Küstenstraße gen Norden und man erreicht<br />

das zauberhafte Arboretum von Trsteno. Hier findet<br />

sich die älteste Sammlung exotischer Bäume und Pflanzen<br />

des Landes, wunderschön angelegt am Hang, Meerblick<br />

inklusive. Im 15. Jahrhundert pflanzte man auf dem Gelände<br />

der Sommerresidenz der Adelsfamilie Gučetić die heute<br />

riesigen Platanen. Ein magischer, ruhiger Ort, der zum<br />

Verweilen einlädt.<br />

59


EINFACH<br />

VERWEILEN<br />

IN EINEM PRIVATEN NATURSCHUTZGEBIET HAT HOTELVISIONÄR PAU GUARDANS<br />

LETZTES JAHR EIN WEITERES HOTELPROJEKT ERÖFFNET. DER NAME: THE LODGE.<br />

PASSENDER WÄRE JEDOCH THE LAND – DENN DAS AREAL ÜBERZEUGT VOR<br />

ALLEM MIT WEITE UND RUHE. IDEALER ORT ALSO, UM ZU SICH ZU FINDEN.<br />

60<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong>


MITTELMEER | Mallorca<br />

MALLORCA<br />

B text<br />

Jennifer Latuperisa-Andresen<br />

Die Morgensonne lacht durch den grob gewebten<br />

Stoff meines Vorhangs in das Refugium<br />

meiner Wahl. Ich befinde mich in The Lodge.<br />

Ein neues Hotel im Herzen der Sierra de Tramuntana.<br />

Also auf Mallorca. Eine Insel, die<br />

ich liebe.<br />

Eingebettet in die mediterrane Natur, oder besser gesagt<br />

in ein 1 Hektar großes privates Naturschutzgebiet,<br />

könnte das Hotelprojekt auch ein Megaresort sein.<br />

Stattdessen aber sind es während meines Besuchs nur 24<br />

Zimmer. Es sollen ein paar mehr werden. Aber unerheblich<br />

in Anbetracht der Größe. Und weil Deutsche gerne<br />

in Fußballfeldern rechnen, reden wir von einer Landmasse,<br />

die größer als 1 Fußballfelder ist. Ja, genau riesig.<br />

Die Natur ist hier reichhaltig. Umgeben vom größten<br />

Lavendelfeld Mallorcas reihen sich auch zahlreiche<br />

Mandel-, Johannisbrot- und Olivenbäume in die Riege<br />

der Hotelsehenswürdigkeiten ein. Auch der ein oder an-<br />

dere Obstbaum trägt fleißig Früchte, die auch gerne beim<br />

Frühstück serviert werden. Apropos. Es ist also Zeit, aufzustehen.<br />

Sich auf den Weg zum Frühstück zu machen.<br />

Das ist nämlich wirklich ausgezeichnet.<br />

Doch das Bett auch. Ich drehe mich noch einmal in<br />

dem weichen Kingsizebett um und plane im Kopf meinen<br />

Tag. Tendenziell bewege ich mich gerne über die Insel.<br />

Gehe wandern, mache Ausflüge oder shoppe mich uer<br />

durch Palma. Heute ist mir nicht danach. Ich möchte so<br />

gern verweilen. Hier im Hotel. Doch dazu muss ich erst<br />

einmal dieses Fomo»fear of missing out«, diese »Angst,<br />

etwas zu verpassen«-Gefühl abschütteln. Eine Berufskrankheit,<br />

nehme ich an.<br />

»Ich interessiere mich für den schlichten Luxus, für<br />

Dinge, die gut gemacht sind – ohne doppelten Boden.<br />

Auf der zentralen Plaza<br />

Mit diesem neuen Projekt bieten wir ein ganzheitliches<br />

del Castillo finden sich Alt und<br />

Erlebnis. Ein Erlebnis, das darauf basiert, die Ruhe zu genießen,<br />

diesen Frieden, den man auf Mallorca das<br />

einer improvisierten zusammen.<br />

ganze<br />

frühjahr <strong>2024</strong><br />

61


MITTELMEER | Mallorca<br />

Jahr über findet. Einen Raum, in dem wir wir selbst sein<br />

können«, sagt Pau Guardans, Inhaber der nico Hotels,<br />

zu denen The Lodge gehört. Pau ist spanischer Hotelier<br />

mit wunderbaren Häusern und gilt als bedeutender Visionär<br />

der Branche.<br />

Ich selbst sein. Genau danach suche ich hier. Und das<br />

wird von der wunderschönen Natur und auch von dem<br />

minimalistischen Design nur gefördert. Denn ja, The<br />

Lodge ist puristisch. Aber dennoch ein elegantes Domizil<br />

mit einer warmen sthetik. Dafür sorgen die natürlichen<br />

und organischen Materialien. Sanfte Erdtöne bestimmen<br />

die Ausstattung. Und das wiederum schafft eine Atmosphäre<br />

der Ruhe. Einklang finden. Das gelingt.<br />

Mit einem Panorama auf die malloruinische Landschaft<br />

wird das Frühstück auf der Terrasse serviert. Diese<br />

thront oberhalb des hübschen Infinitypools, der wiederum<br />

oberhalb der weiten Felder liegt. Vögel ziehen<br />

zwitschernd ihre Kreise. Die Pergola spendet Schatten,<br />

wenn gewünscht, während der Kaffee so ausgezeichnet<br />

schmeckt, dass man sofort weiß Hier wird Wert auf ualität<br />

gelegt.<br />

Das bestätigt sich auch beim malloruinischen<br />

Buffett. Okay, für die echten Malloruiner fällt das Frühstück<br />

meist spärlich aus. Davon rede ich nicht. Ich meine eine<br />

Auslage mit Spezialitäten der Insel und der eigenen<br />

Hotelgruppe. So treffen der hauseigene Honig und das<br />

exzellente Olivenöl des Schwesternhotels Finca Serena<br />

auf die üblichen Leckereien wie Ensaimadas, Sobrasada,<br />

Schinken – halt das, was wir Touristen so gerne essen,<br />

wenn wir uns auf der Baleareninsel befinden. Und daran<br />

ist auch nichts verwerflich. Und neben den Leckereien<br />

am Büfett gibt es Köstlichkeiten la carte. Stilvolle<br />

Entspannung am Morgen vertreibt einfach Kummer und<br />

Sorgen.<br />

Und wo wir beim Thema stilvoll sind, werfe ich – ganz<br />

unauffällig – mal einen Blick auf die anderen Gäste. Die<br />

sind trendy und cool. Hier werden keine Labels zur Schau<br />

getragen und auch die dicken Klunker an Finger oder<br />

Hals sucht man vergebens. Man legt Wert auf Modernität.<br />

Aber zurückhaltend. Viele kommen aus den USA. Ich<br />

habe munkeln gehört, dass Kelly Reilly, die US-Schauspielerin,<br />

die die Rolle der Beth bei der Serie Yellowstone<br />

spielt, hier auch schon ein paar Tage verbracht hat. Denn<br />

Mallorca ist in. Besonders an der US-Ostküste. Schließlich<br />

gibt es eine Nonstop-Flugverbindung von Palma nach<br />

New York. Und die Amerikaner sind wohl auch eine begehrenswerte<br />

Zielgruppe für den Hotelier Pau Guardans.<br />

Nicht umsonst heißt dieses Refugium wohl The Lodge.<br />

Wobei The Lodge einmal aus dem Haupthaus besteht,<br />

in dem sich neben der Lobby, dem Restaurant und einem<br />

THE LODGE<br />

62 <strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong>


Einst ein Landgut, begeistert das Fünf-Sterne-<br />

Hotel heute mit seinem mallorquinischen<br />

Einrichtungsstil und modernem Minimalismus.<br />

Auf der zentralen Plaza del Castillo<br />

finden sich Alt und Jung an lauen<br />

Choreografie zusammen.<br />

Fotos: The Lodge Mallorca (3), Jennifer Latuperisa-Andresen<br />

Wellnessraum auch ein paar Zimmer befinden. Die restlichen<br />

Suiten – nennen wir sie mal – Häuschen, liegen<br />

über das Terrain verteilt. Immer ein paar nebeneinander.<br />

Aber so weit voneinander entfernt, dass es ein privater,<br />

zurückgezogener Urlaub bleibt.<br />

Schön auch, damit der Gast nicht für jeden Poolbesuch<br />

das gesamte Areal durchstreifen muss, gibt es einen<br />

zweiten Infinity-Pool. Praktisch und angenehm zugleich.<br />

Und zu den geplanten Ausbauplänen gehört neben den<br />

zusätzlichen Suiten auch ein Spa. Perfekte Lage, so abgelegen<br />

in der Natur.<br />

Natürlich war das Haupthaus einst eine Finca. Und<br />

die ursprünglich genutzte riesige Olivenölpresse, die<br />

man beim Kauf des Anwesens und Hauses im Keller fand,<br />

wurde restauriert, eine Etage nach oben gehoben und ist<br />

heute Schmuckstück der Lobby. Und ein respektvoller<br />

Zeitzeuge der Vergangenheit. Auch diese Kleinigkeiten<br />

lassen vermuten, dass eine Säule des Konzepts eben auf<br />

Respekt beruht. Das macht die hiesige Atmosphäre und<br />

den Charme zu etwas ganz Besonderem.<br />

Auch die Küche arbeitet mit der Zutat Respekt. Im<br />

Restaurant Singular wird die einzigartige »La Cocina del<br />

Fuego« zelebriert. Das ist ein mediterranes gastronomisches<br />

Fooderlebnis, bei dem, wie der Name es schon sagt,<br />

Feuer eine zentrale Rolle spielt. Es gibt keine Tellerkreationen.<br />

Man bestellt die Zutaten einzeln. Also »Singular«.<br />

Fleisch, Fisch und Gemüse werden auf Holz unterschiedlicher<br />

Bäume gegrillt, die so ihre eigenen, einzigartigen<br />

Aromen abgeben. Ein Tipp die gegrillte Rote Bete bestellen<br />

Die ist sensationell. Was man auch wissen muss<br />

Dadurch, dass alles gegrillt wird, handelt es sich meist<br />

um fettdurchwachsene Fleischstücke. Ich meine, bei den<br />

Mitgästen war dies ein Thema. Deswegen ist gut, wenn<br />

das vorher bekannt ist. Dann macht das Abenteuer für<br />

den Gaumen nämlich doppelt Spaß.<br />

Spaß macht es in The Lodge sowieso. Und obwohl sie<br />

ein wenig abgelegen liegt, ist man flugs an den schönsten<br />

Stränden der Insel oder in den zauberhaften rtchen wie<br />

Pollensa, Sa Pobla und Campanet. Doch das brauche ich<br />

alles nicht. Ich will ja zu mir finden. Also lege ich mich<br />

an den Pool. Mit einem guten Buch ... Und dann halte ich<br />

aus, dass ich einfach verweile. Im The Now. In The Lodge.<br />

INFO<br />

The Lodge Mallorca, Vía de servicio a Pollensa<br />

Km1 Salida 37, Ma-13, 07420 Sa Pobla, Balearen,<br />

Spanien<br />

Übernachtung ab € 252 in der Lodge-Suite mit<br />

Frühstück. www.thelodgemallorca.com<br />

frühjahr <strong>2024</strong><br />

63


TIPPS<br />

MALLORCA<br />

Shoppingfreude<br />

Shopping in Palma ist tatsächlich eine Freude. Auf dem<br />

Paseo del Borne finden Reisende edle Boutiquen. Unser<br />

Tipp jedoch ist ein Concept-Store namens Rialto, ein<br />

Luxus-Lifestyle-Laden, der sich in der Nähe des El Borne<br />

in Palma befindet. Das Geschäft ist in einem ikonischen<br />

Palast aus dem 15. Jahrhundert untergebracht, in dem<br />

auf über 1.400 Quadratmetern Mode, Möbel, Kunst und<br />

Geschenke angeboten werden. Und wer eine Auszeit<br />

braucht, setzt sich für einen Café con leche ins dazugehörige<br />

Café.<br />

Wusstet ihr ...<br />

Das Design ist oft ausgefallen. Der<br />

Komfort meist sehr gemütlich. Die<br />

Rede ist von Camper-Schuhen, deren<br />

Geburtsstätte tatsächlich auf Mallorca<br />

ist. Heute gibt es gleich mehrere<br />

Shops in Palma oder auch am Airport,<br />

die locken. In Inca gibt es ein Outlet.<br />

64<br />

frühjahr <strong>2024</strong>


MITTELMEER | Mallorca<br />

Einer der bedeutendsten und ältesten Märkte auf Mallorca ist der<br />

in der historischen Stadt Sineu. Und ein Besuch lohnt sich. Der<br />

Markt findet jeden Mittwochvormittag statt und hat Tradition,<br />

denn er wurde bereits 1306 von König Jaime II. ins Leben gerufen.<br />

Produkte, die man hier findet, sind Obst, Gemüse, Fleisch und<br />

Fisch, aber auch Kunsthandwerk sowie Kleidung und Schuhe.<br />

Und mit etwas Glück ertönt auch Livemusik.<br />

Markttag<br />

... shopping<br />

Die Route unseres Vertrauens führt von Manacor nach Artà. Die Strecke<br />

ist etwa 30 Kilometer lang und ein Tagesmarsch. Der Weg ist der<br />

sogenannte Vía Verde – eine ehemalige Bahntrasse, die als Rad- und<br />

Wanderweg wiederbelebt wurde. Der Name ist Programm, die Strecke<br />

ist sattgrün, der ein oder andere Esel steht tatsächlich am Wegesrand<br />

und der Pfad ist nicht anspruchsvoll. Gut für Familien geeignet. Und<br />

wer mag, kann die Strecke auch mit dem Rad bewältigen.<br />

Wanderlust<br />

Fotos: Pär Olsson (2), Jennifer Latuperisa-Andresen, Report/Shhutterstock.com, John Gomez/Shutterstock.com, Jodie Morgan, Peter Bocklandt/Shutterstock.com<br />

Mitbringsünde<br />

Das Turrón oder auch Mandelnougat ist immer eine süße<br />

Verführung. Vor Ort wird es gern zu Weihnachten gegessen.<br />

Doch wir finden, dass der Geschmack der aromatischen und<br />

knackigen Mandeln auch bei uns daheim besonders gut zur<br />

Geltung kommt. Mandeln gehören ja auch durch ihren hohen<br />

Vitamin-B-Gehalt und weiteren sehr gesunden Inhaltsstoffen<br />

zum Superfood. Nun gut, das gilt wohl dank Honig und Zucker<br />

nicht für das Mandelnougat. Dennoch lohnt sich das Mitbringen<br />

ganz bestimmt. Gut kann man Turrón beispielsweise in<br />

Klöstern kaufen. Beispielsweise in der Santuari de Nostra<br />

Senyora de Cura.<br />

Weintastisch<br />

Der Winzer Henri Fink hatte eine blendende Idee. Viele Fincabesitzer<br />

haben ein Stückchen Erde, aber dafür keine Verwendung. Fink macht<br />

aus genau diesen Erdfleckchen kleine, professionelle Qualitätsweinfelder.<br />

Daraus entstehen Weine mit eigenem Etikett in sehr begrenzten<br />

Mengen. Oft sind es nur ein paar Hundert Flaschen eines Jahrgangs.<br />

Jede einzelne Flasche wird mit hoher Qualität in liebevoller<br />

Handarbeit produziert und stellt eine ganz besondere Rarität dar.<br />

Angeboten zum Probieren und zum Verkauf werden die Weine im<br />

Chateau Vino de la Isla, direkt an der MA15 in Manacor.<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

65


Lass die Sonne<br />

in dein Herz<br />

oder in deinen Kleiderschrank<br />

4<br />

1<br />

3<br />

2<br />

5<br />

1 | DIE PAAR KRÖTEN. Sonnenbrille in Schildkrötengrün<br />

ist perfekt für jede Lebenslage. Von Chloé, um € 350<br />

2 | AUF DIE LEICHTE SCHULTER. Der asymmetrische<br />

Badeanzug von Molly Bracken zieht alle Blicke auf sich –<br />

ob am Strand oder Pool. Um € 45<br />

3 | AUF DER TRENDWELLE SURFEN. Das Hawaiihemd<br />

feiert seit mehreren Sommern sein Revival. Verständlich, wenn es<br />

so leger daherkommt wie das Hemd von Gant. Um € 140<br />

4 | JUMP IN, JUMP OUT. Der Einteiler von Lili Sidnonio verströmt<br />

mit seinem tropischen Print pure Lebensfreude. Um € 69<br />

6<br />

5 | DAS IST MAL 'NE ANSAGE. Dieser Sommer wird der Hit:<br />

der »Kilburn II« wiegt lediglich 2,5 Kilogramm und begeistert<br />

draußen wie drinnen mit seinem Sound. Von Marshall, € 299<br />

6 | DRÜCK AUF DIE TUBE. Ein getöntes, feuchtigkeitsspendendes<br />

Sonnencremegel für das Gesicht mit Lichtschutzfaktor 30<br />

für sensible Haut. Von Korres, 40 ml, um € 24<br />

66


LIFESTYLE<br />

7 | AUF DIE PALME. Das Hawaiihemd<br />

von Strellson punktet mit<br />

dezenter Farbe und Fernweh-Prints.<br />

Da möchte man sich sofort in den<br />

nächsten Flieger setzen, um in<br />

tropischen Gefi lden zu surfen.<br />

Um € 100<br />

7<br />

8 | GEH BADEN. Ob mit einem<br />

Gin Tonic in der Hand und den<br />

Füßen im Sand oder am nächstgelegenen<br />

See: Die Badehose von<br />

Barts schreit nach Sommer und<br />

Strand. Um € 50<br />

9 | STECKT JEDEN IN DIE<br />

TASCHE. Perfekter sommerlicher<br />

Begleiter für einen Altstadtbummel<br />

in Palma oder auch<br />

einen Strandtag auf den Philippinen.<br />

Tasche von Pepe, um € 75<br />

8<br />

10 | COMFORT-ZONE.<br />

Weite Schnitte sind auch <strong>2024</strong><br />

wieder angesagt. Zum Glück!<br />

Die lockere Stoffhose kombiniert<br />

mit passender, cooler<br />

Bluse ist der Sommerlook. Von<br />

Fox’s Mode, Bluse, um € 129,<br />

Hose, um € 179<br />

Fotos: PR (11); Illustrationen: Bulgakova Christina/shutterstock<br />

9<br />

10<br />

11 | LASS MAL LUFT<br />

RAUS. Wenn man mal ins<br />

Schwitzen kommt: nachfüllbares<br />

Deo von Soeder. Mit<br />

natürlichen Inhaltsstoffen, frei<br />

von Aluminium, Silber und<br />

Zink. 100 ml, € 31<br />

11<br />

frühjahr <strong>2024</strong><br />

67


GEWINN<br />

SPIEL<br />

Der Rheinsteig von<br />

Rüdesheim zur Loreley<br />

Burgen, Weinberge und kulinarische Genüsse zu gewinnen<br />

Höhenzüge mit sagenhaften Ausblicken auf den Rhein,<br />

Weinberge, so weit das Auge reicht, unzählige Burgen<br />

und Schlösser, bezauberndes Fachwerk: Das alles und<br />

so viel mehr entdeckt ihr auf euren Wandertagen zwischen<br />

Rüdesheim und St. Goarshausen. Der Rheingau<br />

mit seinen idyllischen Weinlagen und den vielen Straußenwirtschaften<br />

lädt zur Verkostung des herrlichen<br />

Rieslings ein. In der Unesco-Weltkulturerbe-Region<br />

Mittelrheingau wandelt ihr entlang der herrschaftlich<br />

auf Felsvorsprüngen aufgereihten Höhenburgen auf<br />

den Spuren echter Rheinromantik, die bereits Heinrich<br />

Heine zur Dichtung seines Loreleylieds inspirierte. Unglaubliche<br />

landschaftliche Schönheit und Kultur – nicht<br />

umsonst wurde der Rheinsteig zum schönsten Wanderweg<br />

Deutschlands gewählt. Schlichtweg Wandern<br />

auf hohem Niveau, im wahrsten Sinne des Wortes.<br />

Wir verlosen eine 5-tägige Wanderreise für 2 Personen<br />

zusammen mit Eurohike, dem europäischen Wanderspezialisten.<br />

Auf der 5-Tages-Tour erleben die Gäste 3<br />

traumhafte Wanderetappen auf gepflegten Winzerwegen<br />

und vorbei an urigen Schenken. Am zweiten Tag<br />

führt er von Rüdesheim nach Lorch, am dritten Tag von<br />

Lorch nach Dörscheid/Kaub und am vierten Tag dann<br />

von Kaub nach St. Goarshausen/Umgebung. Der Reisegewinn<br />

beinhaltet 4 x Übernachtung mit Frühstück,<br />

Gepäcktransfer, eine Weinverkostung, ausführliche Reiseunterlagen,<br />

Navigations-App und die persönliche<br />

Betreuung vor Ort. www.eurohike.at<br />

Für die Teilnahme am Gewinnspiel beantwortet<br />

bitte eine Frage unter<br />

http://auf.reise/eurohike-gewinnspiel<br />

Einsendeschluss ist der 15.05.<strong>2024</strong><br />

Fotos: eurohike<br />

68<br />

frühjahr <strong>2024</strong>


ASIEN<br />

WUNDERTÜTE<br />

Inmitten der höchsten Berge des kleinen Himalaya-Königreichs<br />

Bhutan findet alljährlich im Oktober das Royal Highland<br />

Festival statt. Dann verwandelt sich das Hochplateau<br />

oberhalb des Dorfs Laya in einen fröhlichen Tummelplatz.<br />

Solch religiöse Feste sind ein wesentlicher Bestandteil der<br />

bhutanischen Kultur. Sie sind großartige gesellschaftliche<br />

Ereignisse und haben auch eine enorme spirituelle<br />

Bedeutung. Für Außenstehende ist es die Chance, die<br />

faszinierende Kultur in all ihrer Pracht zu erleben und<br />

Zeuge einer Explosion von Farben, Musik und Lebensfreude<br />

zu werden. Das Royal Highland Festival ist eine einzigartige<br />

Mischung aus Pferderennen, Musik und Yak-Schönheitswettbewerben<br />

und zählt definitiv zu den<br />

Höhepunkten im Jahr. www.bhutan.travel<br />

KOHLDAMPF<br />

Kimchi führt die Liste der verwirrendsten Gerichte<br />

an, mit fast einer Million jährlichen Suchanfragen.<br />

Dabei ist Kimchi ein leicht zu erklärendes Gericht,<br />

das in Korea als Beilage gereicht wird. Es besteht<br />

aus gesalzenem und fermentiertem Gemüse –<br />

üblicherweise koreanischer Rettich oder Kohl, der<br />

mit einer Würzpaste aus Chilischoten, Knoblauch,<br />

Ingwer und einer Vielzahl von weiteren Gewürzen<br />

eingerieben wird. Mit dem würzigen Gericht lässt<br />

sich alles verfeinern, von Salaten und Fleischgerichten<br />

bis hin zu Suppen und Eintöpfen – und<br />

obwohl Kimchi seinen Ursprung in Korea hat, ist<br />

es mittlerweile in Supermärkten auf der ganzen<br />

Welt zu finden.<br />

Fotos: Department of Tourism Bhutan (2), Anantara Hotels & Resorts, Portugese Gravity<br />

PENDLERPAUSCHALE<br />

Sattgrüne Landschaften und scheinbar endlosen<br />

Reisfelder rauschen vorüber, während Reisende es<br />

sich im wohl luxuriösesten Zug Vietnams bequem<br />

machen. The Vietage by Anantara bringt Gäste<br />

der Anantara Resorts auf sehr komfortable Art<br />

vom Anantara Hoi An Resort nahe der Küstenstadt<br />

Da Nang nach Quy Nhon, wo sich die Anantara<br />

Quy Nhon Villas befinden. Ab Mai <strong>2024</strong> fährt der<br />

Zug noch weiter südlich bis zum Urlaubsort Nha<br />

Trang mit seinen Bilderbuchstränden. Die Fahrt?<br />

Vergeht wie im Flug oder eher im Zug – auf einem<br />

der zwölf Sitzplätze, an der Bar oder auf Massagestühlen.<br />

Zwischendurch gibt es ein Fünf-Gang-<br />

Menü und feine Drinks. www.thevietagetrain.com<br />

frühjahr <strong>2024</strong><br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

69


Oh Panther,<br />

where art thou?<br />

SRI LANKA KANN MEHR ALS ENDLOSE STRÄNDE UND TÜRKISBLAUES MEER.<br />

IM YALA-NATIONALPARK LOCKT DIE WILDNIS MIT GUTEN CHANCEN,<br />

ELEFANTEN, WASSERBÜFFEL UND VIELLEICHT SOGAR LEOPARDEN ZU SICHTEN.<br />

ALSO AUGEN AUF!<br />

B text<br />

Bianca Klement<br />

70 <strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

frühjahr <strong>2024</strong>


ASIEN | Sri Lanka<br />

SAFARI-ABENTEUER<br />

AUF SRI LANKA<br />

Während der Regenzeit<br />

graben die Wassermassen<br />

tiefe Furchen in die Straßen.<br />

Ohne Geländejeep geht im<br />

Yala-Nationalpark nichts.<br />

71


ASIEN | Sri Lanka<br />

»Leopard!«, ruft Praneeth und zeigt auf einen etwa tennisballgroßen<br />

Tatzenabdruck im rot-braunen Lehmboden<br />

im Yala-Nationalpark. Mit knapp 979 Quadratkilometern<br />

Fläche ist Yala der zweitgrößte und beliebteste Nationalpark<br />

Sri Lankas. Touristen und Einheimische pilgern gleichermaßen<br />

hierher, um Krokodile, Wasserbüffel, Stachelschweine,<br />

Lippenbären und Elefanten zu beobachten.<br />

Nirgendwo sonst in Sri Lanka stehen die Chancen besser,<br />

das größte Raubtier der Insel zu sichten: Sri-Lanka-Leoparden.<br />

Noch geschätzte 00 Exemplare der gefleckten<br />

Raubkatze leben auf der grünen Insel im Indischen Ozean<br />

und im Yala-Nationalpark ist die Leopardendichte besonders<br />

hoch.<br />

Mitte Januar ist der Nationalpark im Südosten des Landes<br />

ein leuchtend grünes Labyrinth aus dichtem Buschwerk.<br />

Jetzt, gegen Ende der Regenzeit, ist es schwieriger,<br />

Wildtiere aufzuspüren, als während der vegetationskargen<br />

Trockenzeit. Dafür ist die Landschaft selbst eine<br />

Attraktion Das saftige Grün der Pflanzen bildet einen<br />

leuchtenden Kontrast zum blauem Himmel und der roten<br />

Erde. Überall zirpt und zwitschert es. Knallblaue<br />

Eisvögel ruhen im Schatten und Bienenfresser machen<br />

Jagd auf Insekten. Die Regenfälle während des Monsuns<br />

haben tiefe Furchen in die Straßen gegraben und hier und<br />

da haben sich kleine und große Wasserbecken gebildet,<br />

in denen die Tiere ihren Durst stillen. Dank des Wassers<br />

pulsiert das Leben in Yala, obgleich das dichte Grün es<br />

zu einer Herausforderung macht, Wildtiere zu erspähen.<br />

Der feuchte Boden hat einen Vorteil: Spuren, wie die des<br />

Leoparden, sind gut und lange sichtbar. »Die Fährte ist<br />

etwa einen Tag alt«, sagt Praneeth und wirft einen kritischen<br />

Blick auf den Tatzenabdruck. Dann gibt er dem<br />

Fahrer das Zeichen zum Weiterfahren. Rumpelnd setzt<br />

sich der Safari-Jeep in Bewegung.<br />

Praneeth Alwis arbeitet als Ranger für das neue Hilton<br />

Yala Resort, eines der wenigen Hotels, die sich mitten<br />

im Nationalpark befinden und in denen man auf dem<br />

Weg zum Frühstück schon mal einem Elefanten begegnen<br />

kann. Als besonderen Service stellt das Hotel seinen<br />

Gästen einen Ranger zur Seite, der über die Fauna und<br />

Flora des Nationalparks aufklärt.<br />

Praneeth hat über zehn Jahre Erfahrung als Ranger<br />

und Safari-Guide im Yala-Nationalpark. Er weiß genau,<br />

wie er den Busch lesen muss. Seit 05:30 Uhr, noch vor<br />

Sonnenaufgang, sind wir auf Safari. Leoparden sind gerne<br />

in der Dämmerung unterwegs. Trotzdem stehen laut<br />

Praneeth die Zeichen nicht schlecht, auch am helllichten<br />

Tag eine der majestätischen Katzen zu erspähen. »Leoparden<br />

stehen an der Spitze der Nahrungskette. Deshalb<br />

spazieren sie auch mal tagsüber umher. Oft verbringen<br />

sie allerdings den Tag irgendwo auf einem Baum und ruhen<br />

sich aus.« Unsere Augen sind gebannt auf die Natur<br />

um uns herum gerichtet. Wir passieren Waldstücke, Grasflächen<br />

und Wasserlöcher, in denen Ibisse und Buntstörche<br />

auf der Suche nach Fröschen, Schlangen und kleinen<br />

Fischen durch das Wasser waten. In braun-grünen Tümpeln<br />

dösen Dutzende Wasserbüffel friedlich im kühlen<br />

Nass. Nur der Kopf der Tiere schaut heraus. Zwischendurch<br />

können wir einen Blick auf den Indischen Ozean<br />

erhaschen. Hier und da springen weiß gefleckte Axishirsche<br />

durch das Dickicht. Ein gut eineinhalb Meter großer<br />

Waran sonnt sich auf einem Granitfelsen, die überall im<br />

Park zu finden sind.<br />

Fast schon vertraut ertönt aus dem Busch der klagende<br />

Ruf eines Pfaus. Der Ton erinnert an das laute Maunzen<br />

einer Katze. Die prächtigen Vögel sind auf Sri Lanka<br />

heimisch. »Pfauen haben praktisch keine Feinde«, erklärt<br />

Praneeth. »Sie haben zu viele Federn. Das schmeckt Beutejägern<br />

nicht.« Als wir um eine Ecke biegen, wird der<br />

Ruf des Pfaus lauter. Und dann sehen wir ihn. Wie eine<br />

Diva hat er sich auf einem Granitfelsen in Szene gesetzt.<br />

Seine tiefblauen Kopffedern schimmern in der Sonne und<br />

seine meterlangen Schwanzfedern fallen wie eine Schleppe<br />

wohl drapiert hinter ihm herab. Wir halten an und<br />

beobachten ihn. Praneeth erklärt, dass der Pfauenhahn<br />

– nur die Männchen haben die langen Schwanzfedern –<br />

sich nicht zufällig in Szene gesetzt hat, er will Weibchen<br />

beeindrucken. Er weiß genau, wie er sich positionieren<br />

muss, um besonders gut auszusehen. Und er weiß, dass<br />

seine schönen Federn in der Sonne schillern. Als hätte er<br />

auf ein Zeichen gewartet, reckt der Pfau elegant den Kopf<br />

und steigt langsam von seinem kleinen Podest herunter.<br />

Dann spaziert er ein paar Meter auf einen sonnendurchfluteten<br />

Platz, als betrete er eine Bühne und schlägt sein<br />

Rad aus türkisblauen und grünen Federn. Dann beginnt<br />

die Show. Selbstbewusst dreht sich der große Vogel um<br />

die eigene Achse. Dabei wackelt er rhythmisch mit dem<br />

Hintern. Seine Darbietung ist sensationell. Doch alles<br />

umsonst. »Weibliche Pfauen sind sehr schwer zu beeindrucken«,<br />

sagt Praneeth. Der Pfau gibt alles. Fasziniert<br />

schauen wir ihm minutenlang bei seinem Tanz zu, doch<br />

kein Weibchen weit und breit. Vielleicht liegt es an uns?<br />

Wir wollen ihm nicht die Tour vermasseln und fahren<br />

langsam weiter.<br />

Ein weißer Kothaufen am Wegesrand erregt Praneeths<br />

Aufmerksamkeit. »Das ist von einem Leoparden. Sie fressen<br />

die Knochen mit, deshalb ist der Kot weiß.« Doch<br />

außer der Hinterlassenschaft ist nichts von der Raubkatze<br />

zu sehen. Langweilig wird es trotzdem nicht. Hinter<br />

jeder Kurve entdecken wir Tiere oder kuriose Pflanzen<br />

wie den Euphorbia-Baum, ein Wolfsmilchgewächs, das<br />

aussieht, als hätten ein Kaktus und ein Laubbaum ein<br />

72 <strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong>


Weite wilde Welt: Praneeth Alwis weiß Spuren und Geräusche im Busch zu deuten. Er spürt beispielsweise<br />

Pfauenmännchen mit strahlendem Federkleid und Elefanten auf. Aber Vorsicht: Tiere haben immer Vorfahrt.<br />

frühjahr <strong>2024</strong><br />

73


74<br />

frühjahr <strong>2024</strong>


ASIEN | Sri Lanka<br />

Im Yala-Nationalpark stehen die Chancen<br />

gut, an einem einzigen Safari-Tag eine<br />

unglaubliche Vielfalt an wilden und<br />

seltenen Tieren zu Gesicht zu bekommen.<br />

Nebenbei tauchen heilige Orte wie der<br />

Sithulpawwa Tempel auf.<br />

Baby. Plötzlich bleibt der Jeep abrupt stehen. Nur wenige<br />

Schritte neben der Straße sind Elefanten im Busch. Es ist<br />

eine kleine Herde aus Weibchen mit Kälbern. Die riesigen<br />

Tiere sind in dem Gestrüpp beinahe unsichtbar. Entspannt<br />

trinken die Dickhäuter aus einem Wasserloch und<br />

grasen emsig. Nach und nach treten einige Elefanten auf<br />

den Sandweg vor uns. Binnen weniger Minuten kommen<br />

weitere Jeeps an. Elefanten sind eine Attraktion. Viele<br />

Besucher kommen nur ihretwegen nach Yala. Werden die<br />

grauen Riesen im Park entdeckt, verständigen sich die<br />

Fahrer untereinander. Nach fünf Minuten stehen mindestens<br />

zehn weitere Jeeps mit ausgeschaltetem Motor<br />

auf der Straße. Weiterfahren geht nicht, denn niemand<br />

will die Herde trennen. Eine junge Elefantenkuh stürmt<br />

plötzlich über den Weg und verschwindet laut trompetend<br />

im Busch. Ein anderes Weibchen macht derweil ein<br />

kleines Päuschen und schmiegt ihren Kopf an einen der<br />

Jeeps. Die Menschen stören sie offenbar nicht. Die Elefanten<br />

sehen harmlos aus, doch das friedliche Äußere<br />

sollte man niemals unterschätzen. Auf einmal lehnt sich<br />

im Jeep vor uns eine Touristin weit aus dem Wagen und<br />

versucht, ein Selfie mit dem Elefanten zu machen. Mit<br />

Handzeichen und so geräuschlos wie möglich signalisiert<br />

Praneeth ihr, sich sofort zurückzuziehen. Widerwillig<br />

setzt die Frau sich auf ihren Platz. »Die Leute verstehen<br />

nicht, wie gefährlich so ein Verhalten ist. Diese Elefanten<br />

sind wilde Tiere. Dies ist ihr Lebensraum.«<br />

Ich blicke mich um und sehe, wie sich nun auch ein<br />

Kalb aus dem Schatten wagt. Zielstrebig stapft es Richtung<br />

Wasserloch und spritzt sich mit seinem kleinen<br />

Rüssel Wasser ins Maul. Ich betrachte das Kleinen interessiert.<br />

Das Elefantenbaby ist vielleicht ein Jahr alt, es<br />

wirkt gesund, vielleicht ein bisschen dünn.<br />

Ein Gespräch vom Vorabend kommt mir in den Sinn.<br />

Sajith Withanage, der leitende Ranger des Hilton Yala,<br />

zeigte sich besorgt, was die Elefantenpopulation Sri Lankas<br />

betrifft. Er berichtete, dass jedes zweite neugeborene<br />

Kalb in Yala nicht überlebt. Von Menschen gezogene<br />

Zäune im Umland des Nationalparks erschweren die<br />

Nahrungssuche für die umherwandernden Tiere und behindern<br />

den Zugang zu vertrauten Weideflächen. »In der<br />

Trockenzeit wird nichts angebaut. Aber auf dem Ackerland<br />

wächst dann frisches Gras. Die Elefanten waren es<br />

lange gewohnt, dieses Gras zu fressen. Doch nun halten<br />

sie die Zäune ab. Das ist ein Problem«, so Sajith. Aber es<br />

gibt Hoffnung. Sajith arbeitet gemeinsam mit Hilton und<br />

führenden Elefantenforschern an einer Lösung. Der Plan:<br />

Wenn die Farmer während der Trockenzeit ihre Zäune<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

75


ASIEN | Sri Lanka<br />

abnehmen, werden große Hotels wie Hilton im Gegenzug<br />

die Ernte während der fruchtbaren Monate zu einem<br />

guten Preis abnehmen. Eine Win-win–Lösung für Farmer<br />

und Elefanten.<br />

Als wir sicher sind, die Elefantenherde mit unserer<br />

Weiterfahrt nicht zu trennen, setzen wir uns wieder in<br />

Bewegung. Die Sonne steht bereits hoch am Himmel und<br />

es ist heiß.<br />

Ein schrilles Bellen, der Alarmruf eines Axishirschs,<br />

lässt Praneeth aufhorchen. »Vermutlich ist ein Leopard in<br />

der Nähe«, flüstert er. »Die Hirsche geben den Alarmruf<br />

ab, solange sie die Gefahr wittern oder sehen.« Unter<br />

die Warnrufe mischt sich nun auch noch das aufgeregte<br />

Klicken von Eichhörnchen. Auch sie spüren Gefahr. Wir<br />

beschließen, zu warten. Vielleicht haben wir Glück und<br />

der Leopard zeigt sich. Nach 20 Minuten konzentriertem<br />

Lauschen, aber ohne Raubkatze, treten wir die Rückfahrt<br />

an. Vermutlich hat sich die große Katze schlafen gelegt.<br />

Gegen 12 Uhr mittags schließt der Nationalpark für<br />

zwei Stunden. Wir haben Glück. Als Gäste des Hilton<br />

müssen wir den Nationalpark nicht verlassen. Das Hotel<br />

befindet sich in der sogenannten Pufferzone, am Rande<br />

des Schutzgebiets. Der Yala-Nationalpark grenzt an<br />

den Indischen Ozean. Und obwohl ich von der Terrasse<br />

meines Zimmers die Brandung höre und das Meer sehe,<br />

kommt es nicht infrage, gemütlich ein paar Stunden am<br />

Strand zu liegen. Ohne Begleitung eines Rangers ist die<br />

Küste tabu. Zu gefährlich. Wasserbüffel und Elefanten<br />

nutzen die vegetationsfreie Zone als Korridor und in unmittelbarer<br />

Entfernung tummeln sich Krokodile in einem<br />

kleinen See. Wer im Yala Urlaub macht, kommt wegen<br />

der Wildnis und nicht wegen des Strands. Ich lausche<br />

den Wellen und schaue einer Gruppe Hanuman-Languren<br />

zu, die sich durch die Palu-Bäume hangeln. Die grazilen<br />

Affen mit den schwarzen Gesichtern beäugen mich<br />

skeptisch und huschen dann eilig davon.<br />

Am nächsten Morgen breche ich erneut noch vor<br />

Sonnenaufgang auf. Wieder geht es mit dem Safari-Jeep<br />

in das Herz des Nationalparks. Doch dieses Mal sind<br />

nicht die tierischen Dschungelbewohner Ziel der Exkursion.<br />

In den Tiefen des Buschs versteckt sich ein kulturelles<br />

Highlight: die Tempelanlage Sithulpawwa, ein<br />

buddhistisches Kloster. Vor mehr als 2.00 Jahren bewirtschafteten<br />

buddhistische Mönche große Gebiete im<br />

Yala-Nationalpark. Die früheren Felder hat sich die Natur<br />

schon vor Jahrhunderten zurückerobert. Doch die Gebetstempel<br />

sind geblieben und bis heute ein heiliger Ort,<br />

an den täglich Buddhisten pilgern. Nach gut eineinhalb<br />

Stunden Fahrt durch den Busch ragen vor uns dicht bewachsene<br />

Granitberge hervor. Chef-Ranger Sajith, der<br />

uns an diesem Tag begleitet, erzählt, dass die Ursprünge<br />

der Felsenanlage bis in die Zeit der sri-lankischen Könige<br />

zurückreichen. Es ist ein magischer Ort. »Der Name Sithulpawwa<br />

bedeutet so viel wie: Berg des ruhigen Geists«,<br />

erklärt Sajith, als er uns langsam den Fels hinaufführt.<br />

Hier und da entdecken wir Buddha-Statuen und jahrtausendealte<br />

Inschriften in Felsüberhängen, vor denen<br />

noch heute Gläubige meditieren und inneren Frieden<br />

suchen. Nur wenige Menschen sind an diesem Morgen<br />

unterwegs. Die Mönche, die uns begegnen, grüßen lächelnd.<br />

Eine Gruppe Kinder fragt, ob sie ein Foto mit<br />

uns machen dürfen. Sithulpawwa ist noch ein echter<br />

Geheimtipp. Trotz der Bedeutsamkeit und Schönheit der<br />

Tempelanlage verirren sich nur selten Touristen hierher.<br />

Oben auf der Spitze des Bergs thront das weiße Heiligtum,<br />

dem man sich nur barfuß und ohne Kopfbedeckung<br />

nähern darf. Es ist ein friedlicher Ort und die Aussicht<br />

ist schlichtweg atemberaubend. Kilometerweit erstreckt<br />

sich der dichte grüne Busch unter uns in alle Himmelsrichtungen.<br />

Weiße Ibisse gleiten lautlos über das Blätterdach<br />

und in dem See zu Füßen des Bergs kreuzen Krokodile.<br />

Im Yala-Nationalpark regiert die Wildnis und die<br />

Menschen respektieren das.<br />

Die Rückfahrt zum Hotel wird zur Safari. Mangusten<br />

huschen vor uns über die Straße. Uns begegnen Wildschweine,<br />

Wasserbüffel und immer wieder Pfaue. Ein Rudel<br />

Hirsche passiert unseren Weg und oft sehen wir frischen<br />

Elefantendung. Aber die Natur gibt an diesem Tag<br />

nicht alle ihre Geheimnisse preis: Die Leoparden bleiben<br />

unsichtbar. Doch in Yala-Nationalpark stehen die Chancen<br />

gut, dem König des Dschungels früher oder später zu<br />

begegnen.<br />

INFO<br />

Hilton Yala Resort. Palatupana, Yala 95000,<br />

Sri Lanka. Eine Nacht ab € 520 pro Person,<br />

http://auf.reise/hilton-yala<br />

In dem erst 2023 eröffneten Hilton Yala Resort<br />

erwartet Gäste der ultimative Safari-Urlaub, denn<br />

das moderne Luxus-Hotel befindet sich mitten im<br />

Yala-Nationalpark. Der Stil der Anlage ist puristisch.<br />

Die rechteckigen Gebäude des Resorts sind<br />

in der dichten Vegetation beinahe unsichtbar.<br />

Insgesamt gibt es 42 Zimmer, die je nach Kategorie<br />

mit Outdoor-Jacuzzi oder privatem Plunge-Pool<br />

ausgestattet sind. Bodentiefe Fenster geben den<br />

Blick auf den Ozean und die umliegende Natur frei.<br />

Das Jurrassic-Park-Feeling ist gewollt. Weder Zäune<br />

noch Mauern hindern Wildtiere daran, das Gelände<br />

zu passieren, denn es ist ihre Heimat. Das Hotel<br />

arrangiert für Gäste Safaris und geführte Buschwanderungen.<br />

Fotos: Bianca Klement (10), Adam Bruzzone (4); Illustration: Muhammad Javed Ghafoor/Shutterstock.com<br />

76<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong>


Das Hilton Yala Resort ist eine moderne Insel mitten im Busch. Es ermöglicht Besuchern den ultimativen Safari-Urlaub.<br />

Und einzigartige Erlebnisse wie ein romantisches Dinner mit Weinbegleitung unter freiem Himmel.<br />

frühjahr <strong>2024</strong><br />

77


TRAUMURLAUB<br />

MIT TIEFGANG<br />

Urlaub auf den Malediven ist schon ein Traum. Im The Westin Maldives Miriandhoo<br />

Resort wird es noch traumhafter. Denn dieses Luxusresort ist nicht nur eine<br />

Augenweide über dem Meeresspiegel, sondern auch darunter.<br />

78<br />

frühling 2016


ANZEIGE<br />

Fotos: Marriott International (4), Ishan Seefromthesky, TOOTEN<br />

The Westin Maldives Miriandhoo Resort ist für sich genommen<br />

bereits ein wunderschönes Luxusreiseziel. Das Wellness-Angebot<br />

ist top, das Essen ist fantastisch und das Personal unfassbar<br />

reizend. Aber on top ist es ein Resort, das kaum besser<br />

gelegen sein könnte. Es befindet sich nämlich mitten im einzigen<br />

Unesco-Biosphärenreservats der Malediven, dem Baa-<br />

Atoll. Nur 18 Kilometer vom Resort entfernt liegt eine der bekanntesten<br />

und buntesten Buchten der Malediven, die Hanifaru-Bucht.<br />

Grazil, elegant und gleichzeitig majestätisch – so schweben<br />

die beinahe mystischen Riffmantas in der Bucht durch das<br />

türkisblaue Wasser des Indischen Ozeans. Mit den sanften Bewegungen<br />

der Flossen, beinahe wie ein Flügelschlag, wirkt es,<br />

als seien die Tiere nicht von dieser Welt. Und doch kann man<br />

sie aus nächster Nähe beobachten. Zwischen Mai und Oktober<br />

ist die Planktondichte in der Bucht derart hoch, dass sich<br />

Hunderte der bedrohten Tiere hier versammeln. Dazu gesellen<br />

sich, je nach Jahreszeit, Walhaie, Schildkröten, Meeresschnecken<br />

und unzählige weitere faszinierende Meeresbewohner.<br />

Gäste des The Westin Maldives Miriandhoo Resort haben dann<br />

mehrmals die Woche die Möglichkeit, an Schnorchel-Ausflügen<br />

zur Hanifaru-Bucht teilzunehmen. Mit an Bord ist immer<br />

mindestens ein Experte, der alle meeresbiologischen Fragen<br />

beantworten kann und sein Hintergrundwissen mit den Schnorchlern<br />

teilt.<br />

Wer das Meer liebt, ist hier goldrichtig. Denn auch das hauseigene<br />

Riff ist ein wahres Schnorchelerlebnis. Es gibt romantische<br />

Sunset-Cruises, um Delfine zu beobachten, allerlei aufregenden<br />

Wassersport und natürlich weiße Traumstrände.<br />

Unser Tipp: Wer Vollpension bucht, urlaubt nicht nur sorglos,<br />

sondern erhält auch Schnorchelausrüstung und Kajaks im<br />

Paket dazu.<br />

Und ja, wer von einem Traumurlaub schwärmt, sollte im The<br />

Westin Maldives Miriandhoo Resort einchecken.<br />

INFO<br />

www.westin-maldives.com<br />

frühjahr <strong>2024</strong> <strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong> 79


ASIEN | Singapur<br />

80<br />

frühjahr <strong>2024</strong>


SlingTime<br />

text<br />

Martin Häußermann<br />

B<br />

DER SINGAPORE SLING<br />

IST DAS NATIONAL-<br />

GETRÄNK SINGAPURS –<br />

ABER BEI WEITEM NICHT<br />

DAS EINZIGE, WAS MAN<br />

HIER GENIESSEN KANN.<br />

UND SO SCHLEMMEN<br />

WIR UNS DURCH DIESEN<br />

SCHMELZTIEGEL DER<br />

NATIONALITÄTEN UND<br />

KOCHKÜNSTE.<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

81


M<br />

Man nehme: 30 ml Gin, 15 ml Kirschlikör, 120 ml Ananassaft,<br />

15 ml Zitronensaft, 7,5 ml Cointreau, 7,5 ml Bénédictine,<br />

10 ml Grenadine und einen Spritzer Angosturabitter.<br />

So lautet das Originalrezept des Singapore Sling. Dieser rosarote<br />

Cocktail, meist dekoriert mit einer Ananasscheibe<br />

und eine Kirsche, ist das Nationalgetränk des südostasiatischen<br />

Stadtstaats und eine Reminiszenz an die Kolonialzeit.<br />

Als die Briten hier noch das Sagen hatten, galt es für<br />

Damen als unschicklich, in der ffentlichkeit Alkohol zu<br />

trinken. So ersann ein gewisser Ngiam Tong Boon, Barkeeper<br />

im ehrwürdigen Raes Hotel, einen Drink, der<br />

aussieht wie ein Mix aus Fruchtsäften und sich auch genauso<br />

trinkt. Sehr süg und damit auch sehr gefährlich,<br />

denn er hat es –siehe oben – in sich. Als Nationalgetränk<br />

ist er längst nicht mehr nur in der Long Bar im Raes<br />

zu haben, sondern eigentlich in jeder Bar der Stadt, die<br />

etwas auf sich hält.<br />

Dazu gehört auch die Florette Bar in unserem Hotel,<br />

dem Pan Pacific Orchard. Das Haus liegt ganz nahe der<br />

Luxus-Shoppingmeile Orchard Road und hat architektonisch<br />

einiges zu bieten. Es ist keiner der üblichen Betonklötze,<br />

sondern ein Gebäude, das sich durch seine originelle,<br />

luftige Architektur und jede Menge subtropischen<br />

Grüns im Außenbereich auszeichnet. Es soll als Oase<br />

wahrgenommen werden, sagt uns Teresa Koh, die Pressesprecherin<br />

des Hauses, als Oase in einer Betonwüste. Das<br />

mit der Betonwüste sagt Teresa, die mit einem Österreicher<br />

verheiratet ist, nicht, aber sie wird es sich schon mal<br />

gedacht haben, denn sie schätzt die Heimat ihres Gatten<br />

sehr. Teresa begleitet uns auch in die Florette Bar. Dort<br />

suchen wir vergeblich den Singapore Sling auf der Karte.<br />

Ob des fragenden Blicks des Gasts erklärt Teresa freundlich<br />

lächelnd, man müsse nur nett fragen. Klar! Barkeeper<br />

in Singapur, die keinen Sling mixen können, haben schlicht<br />

ihren Beruf verfehlt.<br />

Und dieser Sling wird noch mit einem Gin aus Singapur<br />

gemixt. »Lange war es so, dass keine einzige Zutat<br />

des Singapore Sling aus Singapur stammte«, sagt Bradley<br />

Young. Der gebürtige Australier ist General Manager von<br />

Tanglin Gin. Diese Destillerie wurde 2019 von vier Freunden<br />

aus Australien, dem Vereinigten Königreich und den<br />

Niederlanden aus der Taufe gehoben. Der Start sei etwas<br />

holprig verlaufen, berichtet Bradley, was weniger an den<br />

Gründern als an der öffentlichen Verwaltung gelegen haben<br />

soll. Schließlich sind dieser Verwaltung Branchen,<br />

die nichts mit Elektronik oder Anlagegeschäften zu tun<br />

haben, eher unbekannt. Aber die vier Freunde haben es<br />

durchgestanden und sind nun ein Aushängeschild des<br />

neuen »Made in Singapore«. Bradley legt Wert auf die<br />

Feststellung: »Wir machen keinen Badewannen-Gin.«<br />

Darunter versteht der Spirituosenspezialist, dass man<br />

eine undefinierte Menge an Wacholderbeeren in Wodka<br />

ansetzt und dann lieblos durch die Destille jagt.<br />

Bei Tanglin Gin, dessen Destilliere auf einem ehema-<br />

ligen britischen Kasernengelände ansässig ist, zeigt man<br />

sich kreativer. Bei unserer Führung stellt Bradley uns zum<br />

Beweis eine ganze Menge Gläschen vor die Nase, an denen<br />

wir schnuppern dürfen, um zu raten, welches Botanical<br />

Richtig feine Tropfen gibt es bei Tanglin<br />

Gin, Singapurs erster Gin-Destillerie.<br />

Geschäftsführer Bradley Young zeigt, mit<br />

welch kreativen Botanicals Gin verfeinert<br />

werden kann.<br />

82<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong>


ASIEN | Singapur<br />

Kühe fliegen lassen? Die Street Art in Little India ist ebenso bunt und fesselnd wie das Viertel selbst – und ein absolutes<br />

Kontrastprogramm zu den ultramodernern Wolkenkratzern der Marina. Gewürzhändler, Schmuckgeschäfte und bunte Saris<br />

finden sich in den kleinen Gassen. Ebenso wie das schrille Tan Teng Niah House.<br />

frühling <strong>2024</strong> <strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong> 83


ASIEN | Singapur<br />

denn hier drin ist. Für den Begriff Botanical gibt es keine<br />

adäquate Übersetzung, es handelt sich hier um Kräuter,<br />

Gewürze, Beeren, Blätter, Wurzeln und alles, was sonst<br />

so in den Ansatz reinkommt, um einen Gin besonders<br />

schmackhaft werden zu lassen. Unsere Erfolgsquote beim<br />

Geruchsuiz ist mager. Koriander, Pfeffer und Zitronenschalen<br />

können wir noch einigermaßen identifizieren.<br />

Aber sonst? Egal, meint Bradley, das sei doch schon gar<br />

nicht mal so schlecht. Zur Belohnung stellt er uns sechs<br />

verschiedene Produkte des Hauses zur Verkostung hin.<br />

Bestseller ist der Orchid-Gin. »Mit ihm feiern wir Singapur«,<br />

sagt Bradley und serviert uns zum Abschluss noch<br />

einen Gin Tonic mit unserem Favoriten aus der Verkostung.<br />

Es ist der »Black Powder«, der perfekt mit dem Tonic<br />

»Fever Tree Aromatic« harmoniert. Der muss in die<br />

heimische Bar.<br />

Zum Glück haben wir zuvor gut gegessen. Etwas selbst<br />

Gekochtes übrigens. Nicht weit vom Botanischen Garten<br />

bietet Ruxana Vasanwala in ihrem eigenen Heim Kochkurse<br />

für Touristen an. Eigentlich ist die Frau mit indischen<br />

Wurzeln studierte Maschinenbauingenieurin. Das<br />

Kochen war lange lediglich eine Leidenschaft und kurse gab sie nur Freunden. »Als mein Arbeitgeber 2001<br />

Kochdas<br />

Unternehmen zumachte, beschloss ich, die Kochkurse<br />

zu professionalisieren«, erzählt die lebenslustige Mittfünfzigerin,<br />

während wir in ihrer Küche auf der überdachten<br />

Terrasse Gemüse schnippeln. Daraus entstand ihre<br />

eigene kleine Firma Cookery Magic, die seither Kochkurse<br />

in den verschiedensten Formen anbietet. Ruqxana berichtet,<br />

dass gerade junge Paare – viele aus Europa – ihr<br />

Angebot schätzen.<br />

Für uns steht ein Drei-Gänge-Menü auf dem Plan. Als<br />

Vorspeise soll es »Otak Otak« geben, eine würzige Fischpaste,<br />

die später in Bananenblätter gewickelt gegrillt wird.<br />

Basis hierfür ist eine Gewürzpaste. Unter anderem müssen<br />

hierzu frische Chilischoten, Zitronengras, Knoblauch,<br />

Schalotten und mehr fein geschnitten und dann<br />

mit einem Mörser zu einer feinen Paste verarbeitet werden.<br />

Halbe Sachen duldet Ruxana nicht. Beim Mörsern<br />

ist mehrfach Nacharbeit gefragt. Nicht zur Strafe, nur zur<br />

Übung dürfen wir für das Hauptgericht nochmals eine<br />

Würzpaste schnippeln und mörsern. Gebratene Nudeln –<br />

»Mee Goreng« – stehen auf dem Plan und werden im Wok<br />

zubereitet. Obwohl wir hnliches auch schon zu Hause<br />

gemacht haben, ist das Geschmackserlebnis ein besonderes.<br />

Was sicher an Ruqxanas Rezept, aber auch den frischen<br />

Zutaten liegt. Dazu fährt sie mehrmals die Woche<br />

mit ihrem VW Käfer, der schon mehr als 50 Jahre auf<br />

dem Buckel hat, zum Einkaufen. Dann kauft sie, was ihr<br />

gerade in den Sinn kommt. Weshalb auch das Menü stets<br />

variiert. Rund 130 Singapur-Dollar pro Nase muss man<br />

für einen solchen Kochkurs anlegen. Angesichts dessen,<br />

84<br />

frühjahr <strong>2024</strong>


Von einem Kochkurs bei Ruqxana Vasanwala über eine Stadtrundfahrt<br />

im Beiwagen einer Vespa bis hin zur luxuriösen Atlas Bar mit<br />

einem Gin-Schrank bis zur Decke – Singapur hat viele Facetten.<br />

was wir gebotenen bekommen und des Preisniveaus in<br />

den Restaurants halten wir das für absolut angemessen.<br />

Wer es eher distinguiert mag und gerne mal über den<br />

Dingen sitzt, reserviert bei 1-Arden einen Tisch im angesagten<br />

Restaurant Kaarla. Dazu bringt uns der Aufzug in<br />

die 51. Etage in ein Restaurant mit einem schönen Ausblick<br />

über Marina Bay. Das Essen ist hervorragend, die Atmosphäre<br />

allerdings eher etwas kühl, die Temperaturen auch.<br />

Obwohl es draußen immer noch deutlich über 20 Grad hat,<br />

braucht man hier drin ein Jackett oder einen Pullover. Der<br />

Rundblick über die Bucht ist abends und besonders von der<br />

Terrasse der Rooftopbar wirklich eindrucksvoll. Besonders<br />

ins Auge sticht das Marina Bay Sands Hotel, diese Beton<br />

gewordene Luxusyacht, die 200 Meter über der Bucht auf<br />

drei Türmen ruht – und längst zum inoziellen Wahrzeichen<br />

der Stadt geworden ist.<br />

Oben – im Bug des Betonboots – gibt es auch eine<br />

Rooftopbar, die für die Allgemeinheit zugänglich ist und<br />

beeindruckende Ausblicke liefert – und auf Wunsch natürlich<br />

einen Singapore Sling. Am Abend versteht sich.<br />

Wir fahren zur Abwechslung in den frühen Morgenstunden<br />

in den . Stock und landen im Heck der Plattform,<br />

wo das Marina Bay Sands zum Sunset-Yoga einlädt. Morgens<br />

um sieben ist hier die Welt noch in Ordnung – und<br />

die Menschen sind schon sehr aktiv. Unter den rund 30<br />

Yogajüngern sind gerade mal vier Männer, einer davon<br />

der Yogalehrer. Der gibt über sein Headset in sanftem Ton<br />

seine Bewegungsanweisungen – auf Englisch übrigens.<br />

Die Frühaufsteher folgen ihm konzentriert, während der<br />

Himmel sich zusehends von Blau über Pink in ein zartes<br />

Orange verfärbt. Die Sonne geht auf, alle machen im<br />

Anschluss an die Stunde ein paar Fotos und wir starten<br />

entspannt in den Tag.<br />

Heute steht Little India auf dem Programm – Kultur<br />

und Architektur bilden einen Kontrast zu all den modernen<br />

Hochhaussiedlungen um die Bucht herum. Dieses<br />

Viertel atmet Geschichte, da wird die britische Kolonialzeit<br />

lebendig. Die Briten brachten die Inder nach Singapur,<br />

zwischen 1820 und 1920 wuchs dieser Stadtteil, der<br />

heute weitgehend unter Denkmalschutz steht. In den<br />

Gassen, die von indischer Kultur und Küche bestimmt<br />

werden, pulsiert das Leben. Auf unserem Spaziergang genießen<br />

wir den typischen Teh Tarik, einen stark gesüßten<br />

Schwarztee mit viel Milch. Wer sich in Singapur – und<br />

über Singapur – einen Überblick verschaffen will, muss<br />

immer mal wieder hoch hinaus. Das gilt auch in Little<br />

India. Unser Tourguide verrät uns einen Geheimtipp und<br />

bringt uns zu einem Hochhaus am Rand des Viertels. Das<br />

heißt ganz schlicht Block . Mit einem öffentlich zugänglichen<br />

Fahrstuhl erreichen wir die 13. Etage dieses<br />

Gebäudes und schauen auf die Dächer von Little India.<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

85


ASIEN | Sri Lanka<br />

Die Architekturikonen<br />

der beeindruckenden<br />

Skyline Singapurs auf<br />

einen Blick. Unangefochtener<br />

Blickfänger<br />

ist das Marina Bay<br />

Sands mit dem großen<br />

Infinitypool auf dem<br />

langgezogenen Dach.<br />

Fotos: Martin Häußermann (7), Trong Nguyen/Shutterstock.com, Getty Images, Charles Postiaux<br />

86


ASIEN | Singapur<br />

Offenbar bereiten sich gerade fast alle auf Diwali, das hinduistische<br />

Lichterfest, vor. Das mehrtägige Fest kommt<br />

unserer Bedeutung von Weihnachten sehr nahe. Die Menschen<br />

kaufen bunte Festkleidung, gerne auch Schmuck aus<br />

Silber und Gold. Entsprechend schieben sich die Menschenmassen<br />

durch einschlägige Märkte und Geschäfte.<br />

Ursprünglich wurden Straßen und Fenster mit Öllampen<br />

erleuchtet, heute sind es riesige elektrische Lichterketten,<br />

die sich hier auch über mehrspurige Straßen spannen.<br />

Wir erleben das auf einer abendlichen Runde im Beiwagen<br />

einer Vespa. Singapore Sidecar hat eine Touristenattraktion<br />

aus Rom für seine Stadt adaptiert, was besonders<br />

am Abend eine große Freude ist. Unser Pilot heißt<br />

Mahir, war einige Monate in einem Hotel in Füssen tätig<br />

und kann daher ein paar Brocken Deutsch. »Holla, die<br />

Waldfee«, ruft er, wenn er den Gashahn aufdreht, was<br />

aber alles andere als eine Beschleunigungsorgie ist. Das<br />

macht aber gar nichts, im Gegenteil. Diese abwechslungsreiche<br />

Rundfahrt eignet sich selbst für ängstliche Gemüter.<br />

Nur ein wenig Beweglichkeit ist gefragt, um sich an<br />

den Zwischenstopps aus dem engen Beiwagen zu schälen<br />

und anschließend wieder hinein. Mit einem Servus verabschiedet<br />

uns Mahir vor der Atlas Bar, die nach eigenem<br />

Bekunden über die größte Gin-Auswahl der Welt verfügt.<br />

Sie ist zu diesem Zeitpunkt aber brechend voll und wir<br />

haben nicht reserviert. Das wird heute nichts mit einem<br />

Gin Tonic oder einem Singapore Sling. Dann eben ein Feierabendbier<br />

bei Brewerkz, der jungen Craftbierbrauerei.<br />

INFO<br />

LAND Singapur ist mit rund 735 Quadratkilometern<br />

der kleinste Staat Südostasiens. Hier leben etwa<br />

sechs Millionen Menschen, verschiedenster Ethnien<br />

friedlich zusammen, teilweise auch nebeneinander.<br />

Der Schmelztiegel der Kulturen, der hier auf engem<br />

Raum erlebbar ist, macht den Besuch spannend.<br />

Viele europäische Touristen nutzen den Flughafen<br />

Singapore Changi nur als Stopover auf Reisen nach<br />

Australien oder Neuseeland. Das ist schade. Aber<br />

wenn man das schon tut, sollte man für Singapur<br />

einige Tage einplanen.<br />

www.visitsingapore.com/de_de/<br />

ANREISE Lufthansa und Singapore Airlines bieten<br />

Direktflüge von Frankfurt a. M. und München aus an.<br />

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frühjahr <strong>2024</strong><br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

87


DAS ANDERE<br />

text & fotos<br />

BMarie Tysiak<br />

SÜDLICH VON JAPANS HAUPTINSELN REIHEN SICH DIE HUNDERTEN GROSSEN<br />

UND KLEINEN EILANDE DER RYŪKYŪ-INSELN IN EINEM BOGEN BIS VOR DIE KÜSTE<br />

TAIWANS IM PAZIFISCHEN OZEAN. DIE JAPANISCHE PRÄFEKTUR OKINAWA LIEGT<br />

NICHT NUR GEOGRAFISCH WEIT VON TOKIO ENTFERNT, AUCH KULTURELL GIBT<br />

ES DISTANZ ZUM REST DES LANDES. ZU BESUCH IM HAWAII ASIENS, WO STRÄNDE<br />

UND REGENWÄLDER DIE BERGIGEN VULKANINSELN BEDECKEN, DIE ÄLTESTEN<br />

MENSCHEN DER WELT LEBEN, KARATE ERFUNDEN WURDE – UND DIE UHREN<br />

BIS HEUTE IHREM EIGENEN RHYTHMUS FOLGEN.<br />

88 <strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

frühjahr <strong>2024</strong>


ASIEN | Okinawa<br />

JAPAN<br />

Foto: Dreamsky/Shutterstock.com<br />

OKINAWA<br />

D<br />

Die Arme hoch erhoben, grinsende Gesichter und bunte<br />

Blumenhemden. Mein Empfang am Flughafen in Naha,<br />

dem Verwaltungssitz der Präfektur Okinawa, ist herzlich,<br />

für Japan überraschend dynamisch. Die synchrone, tiefe<br />

Verbeugung des Dreiergespanns verrät dann doch die<br />

Etikette, die ich aus meinen vergangenen Besuchen im<br />

Land der aufgehenden Sonne eindrucksvoll in Erinnerung<br />

habe. Die Japanerinnen Ai und Yoko und der Japaner<br />

Nobuo werden mich und meine Gruppe die kommenden<br />

Tage über die Hauptinsel Okinawas, Okinawa Hont,<br />

führen und tiefe Einblicke in diesen südlichen Teil des<br />

Landes gewähren. Es ist Mitte September, die Luftfeuchtigkeit<br />

ist hoch, die Sonne brennt. Die inländische Flugdauer<br />

von drei Stunden hat es schon erahnen lassen: Wir<br />

haben das verregnete Tokio weit hinter uns gelassen. In<br />

Okinawa, bis zu 2.000 Kilometer südlich der Hauptstadt,<br />

erwartet uns ein anderes Japan.<br />

Der Eindruck bestätigt sich schon beim ersten Bummel<br />

über die Leuchtreklamemeile Kokusai-dori mitten in<br />

Naha, die mit gut 300.000 Einwohnern quasi eine Kleinstadt<br />

im japanischen Vergleich ist. Die Blumenhemden –<br />

in Okinawa Kariyushi genannt –gehören hier zur Alltagsmode,<br />

wobei man sie offensichtlich sowohl leger als auch<br />

zum Businessoutfit kombinieren kann. Palmen säumen<br />

den Bürgersteig, über den Touristen wie Einheimische<br />

89


ASIEN | Okinawa<br />

schlendern. Souvenirshops präsentieren ihre bunte wie<br />

kuriose Auslage. In den letzten Jahren sind die subtropischen<br />

Inseln mit ihren Traumstränden und Tauchspots<br />

ein Paradies für japanische und chinesische Urlauber geworden.<br />

In den vielen Bars ist schon am frühen Abend<br />

fast jeder Platz besetzt und Orion, das Premiumlagerbier<br />

Okinawas, geht mitsamt ein paar frischen Fischhappen<br />

im Akkord für wenige Hundert Yen über die Theke. Tropisches<br />

Inselfeeling kombiniert mit japanischer Excellence<br />

ist jetzt schon eine wahnsinnig gute Kombination.<br />

Ich schwitze und bin heilfroh um die Klimaanlage,<br />

die unseren Minibus auf ertragbare 20 Grad herunterkühlt.<br />

Ai, in der ich einen wahrlich geduldigen und wissenden<br />

Schatz gefunden habe, sitzt ganz vorne und erklärt<br />

uns mithilfe ihres Wunder-Ordners die Geschichte<br />

Okinawas. Dabei fährt ihr Finger über die feinsäuberlich<br />

ausgedruckten und in Klarsichtfolie verpackten Din-A4-<br />

Blätter und zeigt an, wo wir uns aktuell befinden. Sowohl<br />

geografisch auf der etwa 100 Kilometer langen und 2<br />

Kilometer schmalen Insel als auch geschichtlich.<br />

Denn gerade haben wir die Burgruinen Nakijin keine<br />

zwei Stunden nördlich von Naha etwa mittig der lang gezogenen<br />

Insel erklommen – bei 30 Grad Celsius zur Mittagszeit<br />

– und fahren nun weiter gen Norden. Die Ruinen<br />

gehören gemeinsam mit anderen Relikten des Königreichs<br />

Ryky auf Okinawa zum Unesco-Welterbe. Denn tatsächlich<br />

waren die Inseln Jahrhunderte ein unabhängiges<br />

Königreich mit Beziehungen zu China, das vor allem dank<br />

des regen Seehandels im Mittelalter zu Reichtum gelangte<br />

– Okinawa liegt strategisch sehr günstig im Pazifischen<br />

Ozean. Bis 19 Japan das Territorium einnahm, die Königsfamilie<br />

vertrieb oder umsiedelte und Okinawa eine der<br />

47 Präfekturen des Landes wurde. So weit weg von den<br />

anderen Inseln, dass üblicherweise in den Landkarten die<br />

Inselkette gesondert dargestellt wird. Heute sprechen fast<br />

nur noch die älteren Menschen die Ryky-Sprachen.<br />

Das traumhaft türkise Meer bleibt fast die ganze<br />

Zeit zu meiner Linken kleben. Mit einem E-Bike mache<br />

ich mich heute von der Honeymoon-Insel Kouri weiter<br />

nach Norden auf, um so der Natur und den Menschen<br />

von Okinawa Hont näher zu kommen. Schroff und dicht<br />

bewachsen erheben sich die Hügel im Inland; ich ganz<br />

links am Straßenrand, hinter der Balustrade klatschen<br />

die Wellen an die Felsen. In Japan herrscht Linksverkehr.<br />

Nur selten überholt ein eckiger Toyota unseren Trupp<br />

und wir haben meist die geschwungene Straße, die uns<br />

auf Brücken über Yagaji Island und Miyagi leitet, für uns.<br />

Von einer der Brücken erkenne ich im glasklaren Wasser<br />

unter mir eine Schildkröte<br />

»Hier biegen wir rechts in den Wald ab. Schaltet am<br />

besten in den Turbogang, es geht bergauf«, höre ich die<br />

90<br />

Stimme unseres Fahrradguides Moriken in brüchigem<br />

Englisch in meinem Helm. Topmodern sind wir alle per<br />

Mikrofon miteinander verbunden – was ich tatsächlich<br />

zwischendrin komplett vergessen hatte. Erst als ein anderes<br />

Gruppenmitglied außerhalb meiner Sichtweite demonstrativ<br />

in die Melodie einstieg, bemerkte ich, dass<br />

ich vor lauter Zufriedenheit angefangen hatte, vor mich<br />

hinzusummen. Der Weg nach gimi im bergigen Inland<br />

führt quer durch den Yanbaru Forest – ein subtropischer<br />

Regenwald, der bis ans Kap Hedo ganz im Norden der<br />

Insel reicht und vor Kurzem zum Weltnaturerbe erklärt<br />

wurde. Meterhohe Farne ragen zu beiden Seiten der menschenleeren<br />

Straße. Übrigens wird mehr als ein Drittel<br />

der Fläche Okinawas als Nationalpark geschützt.<br />

Ich richte meinen Blick also aufmerksam auf die Straße,<br />

um keine der bedrohten Tierarten, wie zum Beispiel<br />

den endemischen und flugunfähigen Vogel Okinawaralle,<br />

zu überfahren. Gar nicht so leicht bei der atemberaubenden<br />

Aussicht, die sich Hügel um Hügel vor mir ausbreitet.<br />

Zum Glück hat mein Bike den Turbo-Gang, der mich<br />

mühelos die Berge hinaufträgt. Ein schönes Holzschild<br />

kennzeichnet mein Pausenziel. »Cafe«, der Rest der japanischen<br />

Lettern verwehrt mir die Bedeutung. Ein Dalmatiner<br />

heißt mich schwanzwedelnd willkommen. Schuhe<br />

ganz nach japanischer Etikette am Eingang abgestreift<br />

tapse ich auf Socken über das hölzerne Patio und lasse<br />

mich in einen Schaukelstuhl fallen. Eine junge Frau<br />

reicht mir mit einem freundlichen Nicken eine frische<br />

Limonade vom Tablett. Da erst nehme ich meine Umgebung<br />

wahr. Was. Ein. Wundervoller. Ort. Vor mir breitet<br />

sich dichtes, tropisches Grün über die Berge aus. In dem<br />

kleinen Kräutergarten schwirren Libellen, ich höre das<br />

Zirpen unzähliger Grillen, das Klackern von Vögeln und<br />

eine Schaukel an einem knorrigen Baumriesen schwingt<br />

leicht im Wind. Bunte Blüten duften intensiv, aber nicht<br />

zu aufdringlich. Ich nehme einen tiefen Schluck der flüssigen<br />

Früchte in meinem Glas. Wenn es ein Paradies gibt,<br />

dann stelle ich es mir genauso vor.<br />

Die Besitzerin ist nicht weniger entzückend. Ich bin<br />

sehr froh um Ais Übersetzungskünste, denn ohne diese<br />

fällt es in Japan oft schwer, hinter die Kulisse zu blicken.<br />

Doch für manches braucht es keine Sprache: Emiko ist<br />

eine wahre Lady. Ihre innere Zufriedenheit strahlt Weisheit,<br />

vollkommene Schönheit und ewige Jugend aus. »Von<br />

ihrer Farm, etwas den Berg hinab im Dorf, konnte sie<br />

dieses Fleckchen Land sehen. Vor 18 Jahren verwirklichte<br />

sie dann ihr persönliches Abenteuer und baute dieses<br />

Haus, um ein Caf zu eröffnen«, erklärt Ai. »Sie möchte<br />

mit diesem Ort die Schönheit der hiesigen Natur mit<br />

Touristen teilen und einen perfekten Platz zum tanken<br />

Energie-<br />

schaffen.«<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong>


Mitten im Yanbaru Forest betreibt Emiko ein Café zum Träumen – und serviert Pizza, belegt aus dem eigenen Kräutergarten.<br />

Viel Gemüse und brauner Reise sind ein Grund, warum die Menschen hier so lange leben. Oder gebührt der Dank Shisa, dem<br />

löwenähnlichen Beschützer der Inseln?<br />

frühjahr <strong>2024</strong> <strong>2024</strong>


ASIEN | Singapur<br />

Das Hawaii Japans: Auf den tropischen Inseln, wo Blumenhemden zur Alltagskleidung gehören, geht es entspannt zu – mit dem ein oder<br />

anderen Gläschen Habu-Sake. Besonders in Kin Town, wo es wegen der amerikanischen Militärbasen besonders viele Bars gibt.<br />

92<br />

frühjahr <strong>2024</strong>


ASIEN | Okinawa<br />

Mission inmitten des Yanbaru Forest erfüllt. Serviert<br />

wird: Pizza Margherita. Kein Scherz, an einem der abgelegensten<br />

Orte in Japan, aus dem eigenen Holzkohleofen.<br />

Das sei einfacher vorzubereiten, nennt Emiko einen<br />

simplen Grund, denn sie führt das Restaurant an manchen<br />

Tagen allein. Heute helfen allerdings ihre Töchter<br />

und ihre Schwiegertochter. Die Pizza schmeckt köstlich –<br />

alle Zutaten kommen gleich hier aus dem Kräutergarten<br />

von Emikos Farm. Als besonderes Topping kommt noch<br />

etwas Fuchiba on top. Bei uns Beifuß genannt, ist in Okinawa<br />

sehr beliebt. Sowieso: Wildkräuter und Gemüse<br />

spielen eine zentrale Rolle in der Kulinarik der Inseln<br />

und fast in jedem Garten wuchert ein natürlicher Kräuter-<br />

und Gemüsegarten, der Hauptbestandteil der hiesigen<br />

Küche. Ein Schlüssel für das lange Leben, das die<br />

Menschen in Okinawa führen. Lange winken uns die vier<br />

Frauen hinterher, als wir uns wieder auf unsere Räder<br />

schwingen. Noch Kilometer später denke ich an die Begegnung<br />

mit Emiko und diese wunderschöne Oase, die<br />

sie erschaffen hat.<br />

In Okinawa werden die Menschen so alt wie kaum<br />

anderswo auf der Welt. Fünf solcher als »Blue Zones«<br />

deklarierten Gebiete verteilen sich auf der ganzen Welt.<br />

Und hier in den Dörfern im einsamen Norden von Okinawa<br />

Hont leben besonders viele Menschen überdurchschnittlich<br />

lang, Frauen über 87 Jahre – im Durchschnitt!<br />

Für die kommenden Tage habe ich die Ehre, in einem<br />

kleinen Dorf zwischen Hügeln und Meer in einem wunderschönen<br />

traditionellen Holzhaus mit den Mitgliedern<br />

des Dorfs zu residieren. Beim Kochen mitzuerleben, wie<br />

besonders und gemüsereich die Küche hier ist. Pflanzen<br />

zu schnippeln und zu probieren, die ich noch nie gehört<br />

habe. Zum Sonnenaufgang am Strand Achtzigjährige<br />

beim Joggen zu treffen. Auf Tatami-Matten zu schlafen.<br />

Der täglichen gemeinsamen morgendlichen Stretchroutine<br />

auf dem Gemeindeplatz beizuwohnen, die ein weiterer<br />

Grund für das lange Leben der Menschen in Okinawa<br />

sein soll.<br />

Auch nach den Tagen kann ich nicht sicher sagen,<br />

dass das Glück des langen Lebens der hiesigen Menschen<br />

ausschließlich in der Ernährung, der umgebenden Natur,<br />

der Bewegung und der sozialen Integration liegt. Der<br />

Wald, die Hügel und das Meer im Norden von Okinawa<br />

Hont strahlen eine Ruhe und Genügsamkeit aus, wie ich<br />

sie noch nirgends sonst gespürt habe.<br />

Die Zeit im Yanbaru Forest hat mich beseelt. Fast bin<br />

ich nicht bereit, wieder in die Stadt zurückzukehren. Und<br />

dann gleich mit einem brutalen Kontrastprogramm konfrontiert<br />

zu werden: Wir sind zurück im Süden der Insel,<br />

in Kin Town, und brechen auf zu einer Kneipentour. Als<br />

unser Guide Ritsuko uns nach dem Dinner – okinawanisches<br />

Agu-Schwein in Shabu-Shabu-Style, dem geselligen<br />

japanischen Feuertopf –mit hörbar amerikanischem<br />

Akzent zur Bar-Tour motiviert und meint, dass Kin Town<br />

»very different« sei, »youll see«, war klar, dass das Ausgehen<br />

in Kin Town ebenso nicht der typischen Japan-Erfahrung<br />

gleichkommt.<br />

Wir betreten den ersten Pub durch eine Saloon-<br />

Schwingtür, wie man sie aus amerikanischen Western<br />

kennt. Ritsukos Mutter hat sie vor Jahrzehnten eröffnet.<br />

Mir fällt die Kinnlade herunter: Mitten in der Bar, in der<br />

sich ausschließlich jugendliche Amerikaner tummeln,<br />

steht ein Rodeo-Bulle. Ein kahl rasierter junger Typ mit<br />

Cowboyhut hält sich laut grölend mit einer Hand an den<br />

Hörnern fest, in der anderen ein Bier. Tosender Beifall<br />

ertönt auf die absehbare Bierdusche, als er schließlich<br />

beim nächsten Level in das Luftkissen plumpst. Es folgt<br />

ein Countrysong, die Boots der Anwesenden setzen zum<br />

Linedance an, der den Boden beben lässt.<br />

Es dauert keine fünf Minuten und ich habe ein frisch<br />

gezapftes Bud Light in der Hand und bin schon mitten<br />

im Gespräch. Schnell erfahre ich In Kin Town befindet<br />

sich das Camp Hansen, eine der 33 amerikanischen Militärbasen<br />

auf Okinawa, das über die Hälfte des Stadtgebiets<br />

einnimmt. Zehntausende amerikanische Soldaten<br />

sind hier stationiert. Fast 20 Prozent der Fläche Okinawas<br />

werden als US-Militärbasen genutzt. In Kin Town befinden<br />

sich die frisch rekrutierten Marines, die hier ihre Laufbahn<br />

beginnen. Hailey aus Texas, die vor allem Militärfahrzeuge<br />

fährt, hat erst vor Kurzem ihren Highschool-Abschluss<br />

gemacht. Okinawa und Kin Town seien »alright«,<br />

aber hier in der Bar The Saloon kann sie eben so richtig<br />

abschalten und sich ein bisschen wie zu Hause fühlen.<br />

Durchschnittlich drei bis vier Jahre bleiben die meisten<br />

Army-Mitglieder in Okinawa, danach geht es für sie<br />

zu anderen Militärbasen. In der Bar wird mit Dollar bezahlt.<br />

Auch in der nächsten Bar und in der danach treffen<br />

wir ausschließlich Amerikaner, bis auf die Bedienungen.<br />

Diese begrüßen uns herzlichen mit perfektem amerikanischem<br />

Englisch und scheinen auf den ersten Blick kein<br />

Problem mit den jungen Amerikanern zu haben, die ihre<br />

Woche feuchtfröhlich ausklingen lassen. Und wie es so<br />

kommt, werde ich schließlich auf einen Schnaps eingeladen.<br />

Nicht irgendeinen, sondern Habushu – den okinawanischen<br />

Schlangenreiswein aus der Habu-Schlange.<br />

Sie füllt fast das ganze Glas aus, der Mund weit geöffnet.<br />

»Keine Sorge«, Nobuo beruhigt mich und grinst breit.<br />

»Der Alkohol des Sake hat das Gift aufgelöst.« Und zack,<br />

ist sein klarer Schnaps geleert. Brian, ein junger Marinesoldat<br />

neben ihm, tut es ihm gleich. Man ist nur einmal<br />

hier, sage ich mir, und ohne großes Nachdenken ist auch<br />

mein Habu-Sake heruntergeschluckt.<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

93


ASIEN | Okinawa<br />

Geballt: Die Wiege des<br />

Kampfsports Karate<br />

liegt in Okinawa. Beim<br />

Besuch im Dojo der<br />

Kobayashi-ryu-Kensei-<br />

Vereinigung in Naha<br />

lernt man vom Sensei<br />

die Basics.<br />

Der amerikanische Einfluss in Okinawa ist keinesfalls Zufall.<br />

Tatsächlich war Okinawa Hont einer der schaurigsten<br />

Kriegsplätze gegen Ende des Zweiten Weltkriegs.<br />

Hier versuchten die Amerikaner, Japan in einer Offensive<br />

im Pazifik einzunehmen und so zur Kapitulation zu<br />

bewegen. In der Schlacht um Okinawa in den rund 90<br />

Tagen vom 1. April bis 30. Juni 1945 kamen mehrere<br />

Hunderttausende Soldaten und Zivilisten um, vor allem<br />

aus Okinawa und Japan – etwa ein Drittel der gesamten<br />

Bewohner der Insel starb bei den erbitterten Kämpfen.<br />

Ein Ort, der besonders eindrucksvoll zeigt, wie grausam<br />

und kompromisslos diese monatelange Schlacht geführt<br />

wurde, ist das ehemalige japanische Navy Underground<br />

Headquarter im Kaigungo Park nahe der Hauptstadt Naha.<br />

In dieser Bunkeranlage verschanzten sich 4.000 Menschen,<br />

als die größten Teile Okinawas bereits eingenommen<br />

waren. Umringt von den amerikanischen Soldaten<br />

verharrten die Menschen stehend in den engen Gängen,<br />

kaum Luft, zwischen Leichen und Kot. Die meisten verhungerten<br />

oder erkrankten bitterlich. Kurz vor der Kapitulation<br />

erschossen sich im Befehlsraum der leitende<br />

Ozier Minora ta mit seinen Kommandanten. Ergeben<br />

war keine Option. Kurz darauf fiel Okinawa an die Amerikaner,<br />

die Kommandanten beider Seiten bereits tot, doch<br />

erst der Abwurf der Atombomben in Nagasaki und Hiroshima<br />

über einen Monat später sollte Japan dann wirklich<br />

zur Kapitulation zwingen.<br />

Die Folge: Die Amerikaner besetzten das gesamte<br />

Land. 1952 gaben sie gemäß dem Friedensvertrag von<br />

San Francisco große Teile der Inseln wieder als unabhängiges<br />

Japan frei. Nur Okinawa nicht. Artikel 3 des Vertrags<br />

sah eine Treuhandverwaltung in Form der »United<br />

States Civil Administration of the Ryukyu Islands« vor.<br />

Erst 1972 wurde Okinawa demnach wieder unter japanische<br />

Souveränität gestellt – und man behält sich laut den<br />

Verträgen eben die heutigen Militärgebiete vor.<br />

Kaum vorzustellen, welche Tragik sich hier abgespielt<br />

hat, wenn man heute im warmen Sonnenschein vor dem<br />

Eingang zur Bunkeranlage steht und auf die moderne<br />

Stadt und das tieftürkisfarbene Chinesische Meer blickt.<br />

Doch das Museum und die kleinen Teile der unterirdischen<br />

Anlage, die restauriert und für Besucher geöffnet<br />

sind, geben einen Eindruck, wie furchtbar die Zeit hier<br />

gewesen sein muss. Nachdem die Anlage lange verlassen<br />

war, wird heute in den Tunneln gegraben und gesucht,<br />

was man noch finden kann. Just als wir mit unserer Führung<br />

an einer Ausgrabung vorbeilaufen, ruft einer der<br />

Arbeiter uns aufgeregt her. Er hat gerade etwas gefunden.<br />

Wir umk<strong>reisen</strong> ihn. Yoko, die diese Reise vor allem<br />

aus dem Hintergrund liebevoll und akribisch organisiert,<br />

übersetzt für uns. Sein Lichtkegel auf dem Arbeiterhelm<br />

fällt auf eine verrostete Munitionshülse und eine alte<br />

Zahnbürste. Ich bekomme Gänsehaut.<br />

Ich bin zurück in Naha, meine eindrucksvolle Reise<br />

neigt sich dem Ende zu. Morgen möchte ich noch einen<br />

Karatemeister im Dj besuchen – schließlich kommt der<br />

Kampfsport hier aus Okinawa. Vermutlich verschmolzen<br />

im 19. Jahrhundert okinawanische und chinesische Traditionen<br />

– ein neuer Sport war geboren, gelangte aufs Festland<br />

und von dort hinaus in die Welt. Zum letzten Dinner<br />

für heute habe ich mich in ein zartrosafarbenes Blumenhemd,<br />

die an der Rezeption zur Ausleihe stehen,<br />

geschmissen. Schließlich hat so alles begonnen. Wir<br />

besuchen zum Abschluss ein traditionelles Restaurant,<br />

in dem wir typisch tief auf dem Boden sitzend kulinarische<br />

Highlights Okinawas aufgetischt bekommen – von<br />

dem mir bereits vertrauten Champur mit Bittermelone<br />

über das weich geschmorte Schweinegericht Rafte hin zu<br />

frisch gegrilltem Fisch. Natürlich Okinawa-typisch mit<br />

einem Orion-Bier. Dazu bekommen wir auf einer Bühne<br />

okinawanische Tänze präsentiert. Ich treffe Ai, Yoko und<br />

Nobuo in der Hotellobby, alle ebenso im Blumenhemd.<br />

Wie dankbar ich ihnen für diesen berührenden Einblick<br />

in ihre Welt bin. So nah habe ich mich Japan noch nie<br />

gefühlt. Okinawa ist berührend anders.<br />

INFO Mehr Informationen zur Präfektur Okinawa gibt es<br />

beim Fremdenverkehrsamt von Okinawa unter:<br />

https://visitokinawajapan.com<br />

Mehr Informationen zu Japan im Allgemeinen liefert<br />

die Japan National Tourism Organization unter:<br />

www.japan.travel/de<br />

Guide Ai Munakata und ihr Reisebüro Tour Designers<br />

mit Sitz in Okinawa bietet maßgeschneiderte Rundtouren<br />

durch Okinawa an – und die Möglichkeit, mit<br />

den Menschen in der Blue Zone gemeinsam im Dorf<br />

zu nächtigen. https://tourdesigners.co.jp/en/<br />

94


SKANDINAVIEN<br />

Saimaa in der finnischen Region Lakeland ist ein Hotspot für Feinschmecker und wurde mit dem Preis<br />

»European Region of Gastronomy« ausgezeichnet. Dieses Engagement spiegelt sich in den beliebten<br />

Produkten der Region wider, die in den Wäldern angebaut oder fangfrisch aus einem der größten Seen<br />

Europas, dem Saimaa, gewonnen werden. Die Küche basiert auf saisonalen und regionalen Produkten wie<br />

Wild, Pilzen und Beeren, einheimischem Barsch und Maränen, während Erzeuger wie das Weingut Ollinmäki<br />

die Flagge für Finnlands aufstrebende Weinindustrie hochhalten. Also nichts wie hin!<br />

ZUM<br />

REINBEISSEN<br />

GUT!<br />

Fotos: Getty Images, Apelöga, PR<br />

WAS AN DER ANGEL?<br />

Erlebnisse in Schmuck zu verwandeln, ist<br />

eine große Kunst. Sofia Lynggaard Normann<br />

beherrscht diese. Ihre Schmuckstücke sind<br />

inspiriert von ihren Erlebnissen eines Tauchurlaubs<br />

in Australien und heißen »The Young<br />

Fish« und »Under the sea«. Sie strahlen pure<br />

Lebensfreude und Fernweh aus. Damit tritt<br />

die junge Designerin in die Fußstapfen ihrer<br />

bekannten Mutter Charlotte Lynggaard, ebenfalls<br />

Schmuckdesignerin und Stilikone. Mit<br />

ihrer eigenen Linie wird die dritte Generation<br />

des dänischen Familienbetriebs Ole Lynggaard<br />

eingeläutet. www.olelynggaard.com<br />

VORSICHT IST DIE<br />

MUTTER DER KERAMIKKISTE<br />

Helena Andersson Sarmiento stellt knapp 30 Kilometer südöstlich<br />

von Malmö wunderschöne Keramik her. Die Tassen, Becher, Töpfe,<br />

Teller und Kerzenständer aus Steingut, das sie aus der Region Österlen<br />

bezieht, möchte man am liebsten allesamt ins Reisegepäck packen.<br />

Wer mag, kann sogar seine eigenen Schätze fertigen. Helena bietet<br />

Workshops an der Drehscheibe an. Die selbstgemachten Stücke ihrer<br />

Besucher brennt sie und glasiert sie anschließend, sodass das eigene<br />

Keramikwerk made in Schweden bei Rückkehr daheim stolz präsentiert<br />

werden kann. https://helenaandersson.com<br />

frühjahr <strong>2024</strong><br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

95


Fjordbildung<br />

auf dem schönsten<br />

aller Schiffe<br />

DURCH DIE MAJESTÄTISCHEN FJORDE NORWEGENS GLEITEN.<br />

GLEICH AUF ZWEI JUBILÄEN BEI EINER REISE ANSTOSSEN.<br />

UND DIE FRAGE, DARF ES HEUTE MEERESFRÜCHTE MIT<br />

ZITRONENGRAS ODER DITALINI CON ARAGOSTA MARINATA<br />

ALLO ZAFFERANO SEIN? ES GIBT VIELE GRÜNDE FÜR EINE<br />

FAHRT MIT DER MS EUROPA 2. AUCH PERSÖNLICHE.<br />

text<br />

Jennifer Latuperisa-Andresen<br />

96<br />

frühjahr <strong>2024</strong>


SKANDINAVIEN | MS Europa 2<br />

KOPENHAGEN<br />

Auf der zentralen Plaza<br />

del Castillo finden sich Alt und<br />

einer improvisierten zusammen.<br />

97


SKANDINAVIEN | MS Europa 2<br />

Mein Mann erzählt die Geschichte immer<br />

gerne mit einem süsanten Unterton.<br />

Wahrscheinlich, weil ich darin nicht gerade<br />

gut wegkomme. Denn bei unserer<br />

allerersten Begegnung 2013 in Athen<br />

war ich ihm schrecklich unsympathisch.<br />

»Und nicht nur ihm«, würde er jetzt sagen. Denn angeblich<br />

haben Passagiere des damals neuen Kreuzfahrtschiffs<br />

MS Europa 2 Schlange gestanden, um ihr Gepäck am Flughafen<br />

an die Mitarbeitenden der Reederei abzugeben und<br />

ich bin, unbewusst natürlich, an den wartenden Mit<strong>reisen</strong>den<br />

mit meinem Trolley vorbeigezogen und habe »dem<br />

verdutzten Mitarbeiter« Zitat meines Mannes meinen<br />

Koffer kommentarlos in die Hand gedrückt und wäre davongeschritten.<br />

Davon habe ich nichts mitbekommen.<br />

Leider. So rücksichtslos wollte und will ich nicht sein.<br />

Und der erste Eindruck Ja, der ist so wichtig.<br />

Bevor damals das Schiffssignal zur Abfahrt ertönte,<br />

habe ich voller Vorfreude mit meiner ID- und Keykarte,<br />

die jeder Gast an Bord bekommt, meine Ocean-Suite-Kabine<br />

geöffnet. Auf dem Fernseher prangte in großen Lettern<br />

mein Name. Doch ich war nicht allein in meinem<br />

Urlaubsgemach. Ein großer Mann stand in meiner Kabine<br />

und packte seinen Koffer aus. »Ich wollte Nägel mit Köpfen<br />

machen«, erklärt er seitdem immer, »schließlich hatte<br />

ich ein wenig Angst, dass ich das Schiff wieder verlassen<br />

muss.« Dementsprechend war er auch nicht begeistert,<br />

dass ausgerechnet die unverschämte Frau vom Flughafen,<br />

die an ihm und den anderen wartenden Menschen<br />

vorbeigerauscht ist, nun mitten in der hübschen Suite<br />

stand und behauptete, das wäre ihr Zimmer. Ich mache<br />

es kurz. Ja, der große blonde Mann ist heute mein Ehemann.<br />

Und auch wenn wir uns die Kabine nicht teilen<br />

mussten, haben wir uns eben durch dieses Ereignis kennengelernt.<br />

Hapag-Lloyd Cruises sei Dank. Ein schicksalhafter<br />

Zufall. Ein Geschenk des Universums.<br />

Nun, zehn Jahre später, feiert nicht nur die MS Europa 2<br />

zehnjährigen Geburtstag, sondern auch wir. Also haben<br />

wir uns zu diesem Jubiläum eine Kreuzfahrt geschenkt.<br />

In den Norden Europas soll es gehen. Dorthin, wo man<br />

die sensationelle Natur am besten von der Wasserseite<br />

aus beobachten kann. Wir schippern durch die Fjorde<br />

Norwegens. Im September. Just auch der Monat, in dem<br />

wir uns vor zehn Jahren getroffen haben.<br />

In der letzten Dekade wollten wir es immer wieder<br />

tun. Noch einmal aufs Schiff. Denn die MS Europa 2 ist<br />

nicht irgendein Kreuzfahrtschiff. Es ist eine Yacht mit<br />

maximal 00 Gästen. Das ist weniger als ein Zehntel der<br />

Passagierzahl des größten Schiffs der Welt. Klein, aber<br />

fein bedeutet hier, dass es sich um eines der schönsten<br />

Kreuzfahrterlebnisse handelt.<br />

Wir beziehen in Kiel unsere Suite-Kabine, jede hat<br />

selbstverständlich eine große Veranda. Schon in den ersten<br />

Minuten kommt ein vertrautes Gefühl hoch. Glück.<br />

Vorfreude. Wärme. Es ist schön, wieder hier zu sein. Die<br />

Kabine kommt uns kleiner vor als in unserer Erinnerung.<br />

Wobei klein relativ ist für den Kreuzfahrtschiffmarkt.<br />

Wir sprechen hier von 2 uadratmetern mit zusätzli-<br />

Ist hier noch frei?<br />

»Im Gegensatz zur letzten<br />

Reise haben wir dieses<br />

Mal absichtlich beide<br />

in einer Kabine eingecheckt.«<br />

28 Quadratmeter<br />

lichtdurchflutetes Heim<br />

auf hoher See.<br />

98 <strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong>


Glück. Vorfreude.<br />

Wärme. Es ist schön,<br />

wieder hier zu sein.<br />

frühjahr <strong>2024</strong><br />

99


Erster Stopp:<br />

Oslo. Die norwegische<br />

Hauptstadt wird durch ein Meer<br />

aus kleinen Inselchen angefahren,<br />

von denen ich jede Einzelne gerne<br />

besitzen würde.<br />

Das neue Munch-Museum<br />

in Oslo ist nicht nur von<br />

außen der letzte Schrei.<br />

100


SKANDINAVIEN | MS Europa 2<br />

Luxus wartet auf der MS<br />

Europa 2 in allen Ecken.<br />

Egal ob im Sonnenschein<br />

an Deck oder mit Austern<br />

satt im Restaurant.<br />

chen sieben für die Veranda und sehr viel Licht. Wir haben<br />

eine Couch, einen Schreibtisch, ein King-Size-Bett,<br />

ein großes Bad und ein separates WC. Sowie einen großen<br />

Kleiderschrank, denn wenn etwas wichtig ist auf einer<br />

Kreuzfahrt, dann Ordnung halten. Sonst endet das<br />

schnell im Chaos.<br />

Das Verlassen des Hafens möchten wir live erleben.<br />

Wir gehen auf Deck acht zur Sansibar. Am Heck. Blick<br />

auf die Frachter, die im Kieler Hafen liegen. Die Planken<br />

sind aus Teakholz, die Passagiere stehen an der Reling<br />

und genießen diesen feierlichen Moment.<br />

Ich bin ehrlich Wir genießen nicht nur, wir begießen<br />

den Moment auch. Gerne mit Gin Tonic. Als wir 2013 mit<br />

der Europa 2 in der gäis kreuzten, war Gin der angesagteste<br />

Drink der Welt. Und die MS Europa 2 hatte die<br />

größte Auswahl in der Schiffsbranche. Jetzt lernen wir,<br />

Gin ist out. Wein ist in. Macht aber nichts, wir möchten<br />

an alten Gewohnheiten festhalten. Zumindest am ersten<br />

Abend. Der überaus freundliche Kellner spürt gleich,<br />

dass wir besondere Beweggründe haben, diese Reise anzutreten.<br />

Er macht ein Foto von uns. Und weiß in den<br />

nächsten Tagen unseren Namen. Dieser exzellente Service<br />

allein macht dieses Schiff so einzigartig.<br />

Die Europa 2 ist gut gebucht. Die Altersklasse der<br />

Mit<strong>reisen</strong>den ist nicht, wie das Vorurteil besagt geriatrisch,<br />

sondern erfrischend gemischt. Auch Kinder sind<br />

an Bord, die man immer wieder fröhlich und mit ihren<br />

neuen Freunden über das Schiff streifen sieht.<br />

Die wichtigste Mahlzeit für die Kinder, und eventuell<br />

für mich, ist die Waffelstunde auf dem Sonnendeck. Immerhin<br />

ist die MS Europa 2 ein deutsches Schiff und was<br />

lieben fast alle Deutschen Genau Waffeln Also gibt es<br />

jeden Tag um 1 Uhr frisch gebackene Waffeln mit allerlei<br />

Toppings an der Poolbar.<br />

Doch zurück zum Gin Tonic. Zum ersten Abend. Wir<br />

genießen die Abendsonne und bemerken, dass das 22<br />

Meter lange Schiff durch den Nord-Ostsee-Kanal gleitet.<br />

Über uns klappern die Teller. Ja, es ist Abendessenzeit.<br />

Und jeder weiß, das Wichtigste auf einer Kreuzfahrt sind<br />

die Mahlzeiten. Das Restaurant Yacht Club auf Deck<br />

neun ist ein Buffetrestaurant. Jeden Tag werden hier<br />

frische Meeresfrüchte serviert, Hummer, Krebse und<br />

Shrimps. Ab und an auch Austern. Und zwar so viel das<br />

Herz begehrt. Zugegeben, das hat auch uns angelockt.<br />

Und damit sind wir ganz typische Gäste der MS Europa<br />

2, denn die kommen, so erklärt uns General Manager<br />

Frank Neumann, am ersten Abend gerne hierher. Nachsehen,<br />

ob wirklich genug da ist. Die ualität testen und<br />

eben die sündhaft teuren Lebensmittel.<br />

Der Klassenkampf der Kreuzfahrtschiffe wird hier<br />

nicht gefochten. Es gibt zwar keine festen Tischzeiten und<br />

klassische Platzordnung, aber eine begrenzte Anzahl an<br />

Tischen in den jeweiligen Spezialitätenrestaurants. Dementsprechend<br />

wird um frühe Reservierung gebeten. Am<br />

besten schon vor Antritt der Reise, sonst ist alles ausgebucht.<br />

Denn die kulinarische Weltreise bei so einem Törn<br />

ist mindestens so wichtig wie die Aussicht auf Norwegens<br />

Prachtlandschaft. Und die Auswahl ist enorm, insbesondere<br />

für ein Schiff dieser Größe. Es gibt insgesamt sieben<br />

Themenrestaurants und bis auf das Hauptrestaurant<br />

Weltmeere mit großem Speisesaal und den Yacht Club ist<br />

Reservieren Pflicht. Spontaneität ist hier keine Tugend.<br />

Dafür muss sich nicht dringend in Schale geworfen werden.<br />

Sich hübsch machen ist im Trend, allerdings braucht<br />

es keinen Smoking oder das feine Abendkleid. Sneaker<br />

dürfen auch getragen werden. Hier muss keiner über die<br />

Schiffsflure in High Heels stolpern.<br />

Doch natürlich sind nicht die Annehmlichkeiten an<br />

Bord der alleinige Grund für eine Reise. Das Schiff ist<br />

wichtig, doch die Ziele sind wichtiger. Also erster Stopp<br />

Oslo. Die norwegische Hauptstadt wird durch ein Meer<br />

aus kleinen Inselchen angefahren, von denen ich jede Einzelne<br />

gerne besitzen würde. Kleine rote Häuser ziehen<br />

vorbei. Ab und an ein Leuchttürmchen. Mein Gott, was<br />

für eine Idylle. In Oslo selbst lohnt es sich, das meistparodierteste<br />

Gemälde der Welt anzusehen. Ich meine das<br />

gespenstische Gesicht mit dem klaffenden Mund und den<br />

hohlen Augen, das nicht nur das Filmplakat zu »Kevin<br />

– Allein zu Haus« inspirierte, sondern auch Horrorfilme<br />

und sogar ein Emoji.<br />

In natura verschwindet all dieses Popkulturrauschen,<br />

während man von der geuälten Kraft des Bilds ergriffen<br />

wird. Das neue, durchaus spektakuläre Munch-Museum in<br />

Oslo präsentiert drei Versionen von »Der Schrei« das Gemälde,<br />

eine Zeichnung und einen lithografischen Druck<br />

in einem schwach beleuchteten Raum. Dieser dunkle Kokon<br />

ist nicht dazu gedacht, Gefühle der Existenzangst zu<br />

kultivieren, sondern es ist ein Nebeneffekt der Bedingungen,<br />

die notwendig sind, um die Kunst zu erhalten.<br />

»Munch malte auf Karton und verwendete Pigmente<br />

mit sehr wenig l, um eine flache, matte Oberfläche<br />

frühjahr <strong>2024</strong><br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

101


Kurvenreich. »Nein, damit sind nicht<br />

wir gemeint, sondern die Trollstigen –<br />

Norwegens aufregendste Straße, die<br />

sich zart hinter uns andeutet.« Ach ja,<br />

weiter links ist Jay-Zs feiner Tropfen.<br />

Nach dem Genuss bekommt Seegang<br />

eine zusätzliche Bedeutung.<br />

zu erhalten«, erklärt der Leiter der Konservierung des<br />

Museums, Kasper Teglgaard Koch. »Das macht das Gemälde<br />

besonders empfindlich. Basierend auf dem Grad<br />

der sichtbaren Farbveränderung, den wir über einen Zeitraum<br />

von 100 Jahren akzeptieren können, haben wir berechnet,<br />

dass die gemalte Version zur Sicherheit des Erhalts<br />

nur zwei Stunden pro Tag ausgestellt werden kann.«<br />

Jede Stunde wird eine andere Version von »Der<br />

Schrei« gezeigt, wobei Schiebetüren die ruhenden Werke<br />

in sanfter Dämmerung abschließen, um sie zu schützen.<br />

Die meisten Besucher kommen in der Hoffnung, das Gemälde<br />

zu sehen, aber das Museum vermeidet es, die Zeiten<br />

bekannt zu geben, zu denen es ausgestellt wird. Und<br />

so verschiebt sich der Zeitplan täglich, sodass die Besucher<br />

keine Möglichkeit haben, zu wissen, welche Version<br />

sie sehen werden.<br />

Das Glück wurde uns nicht zuteil. Doch das Schiff ist<br />

auch reich mit Kunst bestückt. 90 Exponate warten an<br />

Bord. Darunter tatsächlich Werke von Gerhard Richter<br />

und Damien Hirst. Munch ist schon ein hochkarätiger<br />

Anfang für eine Reise, auf der ein Highlight das nächste<br />

jagt.<br />

Unser nächster Hafen ist die idyllische Küstenstadt<br />

Stavanger im Südwesten Norwegens. Es ist ein Ort mit<br />

weitem Himmel und weißen Holzhäuschen, die sich die<br />

Hügel hochziehen. Wir machen eine Tour auf dem bildschönen<br />

Lysefjord. Ich stehe glücklich an der Reling des<br />

kleinen Ausflugsboots und bewundere die hohen Felswände,<br />

die majestätisch in den Himmel ragen. Ein Wermutstropfen<br />

ist nur, dass ich den berühmten Preikestolen<br />

nur aus der Wasserperspektive erleben darf. Das Felsplateau<br />

liegt 04 Meter über dem Lysefjord und garantiert<br />

dadurch eine phänomenale Aussicht. Denn Norwegen<br />

zeigt sich hier von seiner besten Seite. Berge und Fjorde.<br />

So weit das Auge reicht.<br />

300.000 Menschen besuchen jährlich den Briksdalsbreen.<br />

Das Eis hat die Felsen über die Jahrtausende glatt<br />

geputzt. Sie glitzern im Sonnenschein, der just, als wir<br />

direkt davorstehen, hinter den Wolken hervorlugt. Die<br />

Gletscherwand fällt hier imposant in die Tiefe. 1.200 beeindruckende<br />

Höhenmeter. Beim Spaziergang zum Gletscher<br />

konnte man anhand der markierten Jahreszahlen<br />

schon erkennen, wie rasant schnell und erschreckend<br />

sich der Gletscher über die vergangenen Jahre zurückgezogen<br />

hat. Das klare Gletscherwasser sammelt sich<br />

am Fuß der Zunge im Schmelzwassersee Briksdalsvatn.<br />

Normalerweise wandert man hier hinauf. Doch es regnet<br />

in Strömen und deshalb haben wir uns für den drei Kilometer<br />

langen Wanderweg eine Trolleyfahrt gegönnt und<br />

haben die Steigung motorisiert überwunden. Eingehüllt<br />

in Ponchos. Wer also nicht mehr gut zu Fuß ist, kann sich<br />

hochfahren lassen, wobei eine kleine Wanderung bis zur<br />

Aussicht auf den Gletscher auch dann noch überwunden<br />

werden muss. Aber es lohnt sich.<br />

So wie sich alles an dieser Reise lohnt. Norwegen ist<br />

bildschön und das Schiff steht dem Ziel in keiner Weise<br />

nach. Wer einen Tag auf See verbringt, kann im Pool baden,<br />

im Jacuzzi einen Cocktail schlürfen, sich im Shuffleboard<br />

üben oder eine der angebotenen Sportklassen<br />

besuchen. Pilates mit Blick auf die dicht bewachsenen<br />

Berge. Oder man gönnt sich einen Saunagang in dem<br />

1.000 uadratmeter großen Spa oder, mein persönliches<br />

Highlight, ein Champagner-Tasting im Grand Reserve.<br />

Fünf Champagner, zehn Gläser in einer Stunde. Das<br />

macht beschwipst. Und es sind teure Tropfen dabei. Louis<br />

Roederer 201 Ros Vintage oder 200 Bollinger R.D.<br />

Extra Brut das war einer meiner Favoriten. Der Champagner<br />

des Rappers Jay-Z namens Armand de Brignac in<br />

der goldenen Flasche wird in US-Clubs – so lerne ich –<br />

gerne mal aus der 30-Liter-Flasche ja, kein Tippfehler<br />

getrunken. Stolzer Preis über 34.000 Dollar. Einziger<br />

Grund – jeder im Club kann es sehen. Ich lerne. Ich genieße.<br />

Im Anschluss dürfen wir, das heißt ich und die<br />

anderen vier Teilnehmer, die Flaschen leeren. Ich halte<br />

mich mal besser zurück. Schließlich möchte ich nicht als<br />

unverschämt gelten. Wobei, den Mann meines Lebens<br />

habe ich ja dennoch gefunden.<br />

INFO<br />

MS Europa 2 Fjordreise, beispielsweise 27.06.-<br />

06.07.<strong>2024</strong>, neun Tage ab € 5.290 pro Person von<br />

Hamburg nach Kiel, www.hl-cruises.de<br />

Fotos: Jennifer Latuperisa-Andresen (10), Christian Wyrwa (2), Hapag Lloyd Cruises<br />

102<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

frühjar <strong>2024</strong>


SKANDINAVIEN | MS Europa 2<br />

Berge und Fjorde.<br />

So weit das Auge reicht.<br />

Der Lysefjord ist wunderhübsch. Und zwar<br />

aus jeder Perspektive. Die einen schauen von<br />

unten nach oben. Die anderen beispielsweise<br />

vom Preikestolen von oben nach unten.<br />

herbst 2020<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

103


SKANDINAVIEN | Kopenhagen<br />

TADT DER<br />

UKUNFT<br />

KOPENHAGEN WURDE 2023 FÜR DREI JAHRE DIE NEUE WELTHAUPTSTADT<br />

DER ARCHITEKTUR. DIESER TITEL WIRD VON DER UNESCO UND DER<br />

INTERNATIONAL UNION OF ARCHITECTS (UIA) VERLIEHEN. NEBEN<br />

ARCHITEKTURSCHÖNHEITEN LOCKEN BIS ENDE 2025 SPANNENDE<br />

AUSSTELLUNGEN UND EVENTS RUND UM DAS THEMA ARCHITEKTUR IN<br />

DIE DÄNISCHE HAUPTSTADT. NATÜRLICH DARF DAS PASSENDE HOTEL<br />

FÜR ARCHITEKTURFANS NICHT FEHLEN. WIR WAREN ZU BESUCH IM NH<br />

COLLECTION COPENHAGEN. WILLKOMMEN IN DER STADT DER ZUKUNFT!<br />

B text<br />

Marie Tysiak<br />

Der Flug von Düsseldorf verging so schnell,<br />

dass es sich fast anfühlt, als sei ich nach<br />

der Arbeit mal eben hierhergependelt.<br />

Schließlich bin ich vom Büro nicht mehr<br />

nach Hause und sitze nun um 20 Uhr<br />

beim abendlichen Sommertreiben am Kanal<br />

in Christianshavn mitten in Kopenhagen. Es ist ein<br />

langes Wochenende im Juni. Die U-Bahn vom Flughafen<br />

braucht zehn Minuten auf die künstliche Insel gleich südlich<br />

der Innenstadt – das schafft kein Taxi.<br />

Mit dem alkoholfreien Craftbier vom Kiosk in der<br />

Hand füge ich mich perfekt ins Bild der Hipstergesellschaft<br />

um mich herum. Am Ufer sitzen schöne junge<br />

Menschen auf den Stegen zwischen Fahrrädern. Man<br />

Buns und abrasierte Haare zeigen, wie kollektiv man hier<br />

versucht, die Rollenklischees zu durchbrechen. Zigaretten<br />

werden gedreht, plötzlich springt jemand mit lautem<br />

Geschrei ins Wasser, in voller Montur. Doch beim genaueren<br />

Hinsehen fallen mir auch ein paar Frauen mit Kopf-<br />

tuch auf, die Kinderwagen vor sich herschieben. Ein paar<br />

Teenies in Poloshirts fahren mit einem Boot und lauter<br />

Rap-Musik vorbei. Christianshavn ist noch nicht ganz so<br />

gentrifiziert wie andere Viertel in der Innenstadt Kopenhagens.<br />

Hier finden sich neben bunten Shops mit hippen<br />

und nachhaltigen Klamotten-Labels noch türkische Gemüsehändler.<br />

Der Hotdogstand auf dem Platz verkauft<br />

seine Würstchen nicht vegan, dafür ganz klassisch und<br />

noch bezahlbar. Und doch findet sich wenige Meter weiter<br />

der »Freistaat Christiania«, eine autonome Künstlerund<br />

Hippiegemeinde innerhalb Kopenhagens.<br />

Mein Drink ist leer und ich schlendere die letzten<br />

Meter bis zu meiner Unterkunft – dem NH Collection<br />

Copenhagen gleich am Hafenbecken. Ein eindrucksvoller,<br />

klarer Bau mit geraden Linien, der 1962 als Hauptsitz<br />

eines großen dänischen Schiffbauunternehmens seine<br />

Geschichte begann. Hinter der Drehtür fährt eine Rolltreppe<br />

in den ersten Stock, vorbei an funkelnden Kronleuchtern<br />

und moderner Kunst. Zwischen der eleganten<br />

104<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

frühjahr <strong>2024</strong>


KOPENHAGEN<br />

105


SKANDINAVIEN | Kopenhagen<br />

Einrichtung entdecke ich immer wieder Referenzen zur<br />

einstigen Werft. Wie zum Beispiel die Installation der dänischen<br />

Künstlerin Anna Bak über der Eingangstür in der<br />

weitläufigen Lobby, die abstrakt den Rumpf eines Schiffs<br />

darstellt. Zugegeben Ich erkenne es nicht gleich – und<br />

verstehe, warum man das Kunstwerk im Hotel liebevoll<br />

»Fish Bone« nennt.<br />

Das Gebäude wurde vor der Eröffnung als Hotel im<br />

Jahr 2021 komplett renoviert – und das nach allerhöchsten<br />

Nachhaltigkeitsstandards, wie verschiedene Zertifizierungen<br />

beweisen. Unter anderem die deutsche DNGB-<br />

»Gold«-Zertifizierung. Das ist die höchste Auszeichnung<br />

dieser Art, die ein Gebäude bekommen kann. Das Hotel<br />

wird mit Meerwasser gekühlt, das man aus dem Hafenbecken<br />

durch die Wände leitet. Auch Teil des Nachhaltigkeitskonzepts<br />

Das Haus muss für die Menschen der Stadt<br />

offen sein. Und so treffe ich beim Ankommen nicht nur<br />

auf den freundlichen Rezeptionisten, sondern höre auch<br />

schon das angenehme Plaudern der Kopenhagener im<br />

Restaurant und der Bar neben der Lobby. Im NH Collection<br />

Copenhagen merkt man sofort: Man ist mittendrin<br />

und doch entspannt.<br />

Mein Zimmer zeigt nach Norden. Mein Blick schweift<br />

den Kanal entlang und fällt auf die im Abendlicht leuchtende,<br />

erstaunlich niedrige Skyline. Nur die Türme der<br />

Kirchen und parlamentarischen Gebäude überragen die<br />

modernen Neubauten am Hafen. Das Zimmer ist in<br />

einem elegant-minimalistischen Skandi-Stil, teils mit<br />

dunklen Farben, viel Holz, gehalten. Das Kingsize-Bett ist<br />

kuschelig und lockt mit einer großen Kissenauswahl. In<br />

allen NH-Collection-Hotels auf der ganzen Welt schläft<br />

man übrigens auf dem gleichen Matratzentyp – weil sie<br />

einfach so perfekt gemütlich sind. Mein Highlight: die<br />

Kaffeeanrichte. Nicht nur weil mir mein morgendlicher<br />

Kaffee – am liebsten gleich nach dem Aufwachen im Bett<br />

– heilig ist, sondern weil die Kommode mit den dunklen<br />

Holztüren, zierlichen Goldkanten und der hellen Marmorplatte<br />

besonders hübsch ist.<br />

Doch ich lege nur kurz meine Sachen ab, denn das<br />

Restaurant in der Lobby ist der perfekte Ort, um sich<br />

nach der Ankunft noch ein bisschen unter die Leute zu<br />

mischen – und den Reisehunger gebührend mit einem<br />

deftigen Burger, Steak oder einem Drei-Gänge-Menü zu<br />

stillen. Ganz neu hat das Gourmetrestaurant »Plates«<br />

gleich an der Wasserkante geöffnet. Kopenhagen-Erfahrene<br />

wissen In der dänischen Hauptstadt sind die Möglichkeiten<br />

an kulinarischen Höhepunkten unerschöpflich.<br />

Nicht umsonst gilt Kopenhagen als DER Food-Spot Europas<br />

– von erstklassigen Food-Märkten hin zum besten<br />

(und teuersten) Restaurant der Welt.<br />

Am nächsten Tag nehme ich mir eines der Fahrräder,<br />

die das NH Collection Copenhagen den Gästen bereitstellt.<br />

Denn schließlich gilt die Hauptstadt Dänemarks<br />

als eine der fahrradfreundlichsten Städte der Welt. Das<br />

muss ich als begnadete Radfahrerin gleich testen. Es fällt<br />

sofort auf, wie zentral das Hotel liegt – und während ich<br />

das Hafenbecken entlangradele, bemerke ich außerdem:<br />

Das NH Collection Copenhagen ist mit seiner tiefen<br />

Überzeugung, dem historischen Hafen mit modernster<br />

Technik und höchsten Nachhaltigkeitsstandards ein<br />

neues, zeitgemäßes Leben einzuhauchen, nicht allein. Es<br />

kommt mir absurd lebenswert vor, wie ich hier so über die<br />

moderne Fahrradbrücke Lille Langebro auf die Glasfassade<br />

des Danish Architecture Center zufahre. Daneben das<br />

Black Diamond, in dem sich die Dänische Königliche Bibliothek<br />

befindet und in dem man vom konzentrierten<br />

Eifer der Studierenden im Inneren gleich angesteckt<br />

wird. Kopenhagen kommt mir vor wie die Stadt der Zukunft,<br />

solch eine urbane Weitsicht überrascht mich – obwohl<br />

ich natürlich um den grünen Ruf der Stadt wusste.<br />

Und so stehe ich am Ende des Wochenendes auf der<br />

Dachterrasse des NH Collection Copenhagen names Roof.<br />

Die Stadt, auf die ich blicke, hat mich die letzten Tage<br />

tief beeindruckt. Mit ihrer sommerlichen Lebenslust, mit<br />

ihren kulinarischen Selbstverständlichkeiten – und eben<br />

mit ihrer Architektur, die für die Menschen der Stadt gemacht<br />

ist. Die multifunktional nutzbar ist, die Ästhetik<br />

und Nutzen vereint. Am Horizont sehe ich Rauch aus<br />

dem Turm des CopenHill aufsteigen. Die Müllverbrennungsanlage<br />

macht das noch einmal deutlich: Die Herausforderungen<br />

der Stadt sind nachhaltig lösbar – und<br />

können sie sogar, wie im Fall des CopenHill als Skihügel<br />

und Wandergebiet, gleichzeitig bereichern. Denn in einer<br />

Stadt der Zukunft löst man natürlich auch etwas Unvermeidbares<br />

wie die Müllverbrennung nachhaltig, ezient<br />

– und eben superstylish und innovativ. Und genau in dieses<br />

Narrativ passt auch das NH Collection Copenhagen,<br />

das einzige Fünfsternehaus der Stadt, das ganzheitlich<br />

nachhaltig operiert. Architektur als Lösung, nicht als Problem.<br />

Und das eben mittendrin und ganz entspannt.<br />

INFO<br />

NH Collection Copenhagen,<br />

Strandgage 7, 1401 Kopenhagen, Dänemark<br />

Das Fünf-Sterne-Hotel mit 394 Zimmern und<br />

Suiten liegt zentral am Hafenbecken im Viertel<br />

Christianshavn. Das Superior-Doppelzimmer inkl.<br />

Frühstücksbuffet für 2 Personen kostet um € 230.<br />

www.nh-collection.com<br />

Mehr Infos zu Kopenhagen gibt es unter:<br />

www.wonderfulcopenhagen.com<br />

DAHIN-Podcast über das Thema Architektur in<br />

Kopenhagen, überall wo es Podcast gibt.<br />

Fotos: Minor Hotels (4)<br />

106 <strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong>


NH COLLECTION<br />

Hier ticken die Uhren anders – nämlich viel entspannter. Das NH Collection<br />

Copenhagen ist eine stilvolle Ruheoase mitten in der Stadt.<br />

frühjahr <strong>2024</strong><br />

107


TIPPS<br />

KOPENHAGEN<br />

Sehenswert<br />

Louisiana ist nicht nur eine einzigartige Erfahrung moderner und zeitgenössischer<br />

Kunst, sondern auch ein beeindruckendes Zusammenspiel von Kunst,<br />

Architektur und Landschaft. Der Park ums Museum ist perfekt für Kunstentdecker.<br />

Hier wird die beeindruckende Sammlung zeitgenössischer Skulpturen<br />

präsentiert. Gleichzeitig dienen die markanten Museumsgebäude aus den Jahren<br />

1958 bis 1998 als faszinierender Hintergrund für die Dauerausstellung der<br />

Kunstwerke des 20. Jahrhunderts. Doch Louisiana ist mehr als Bühne der<br />

abwechslungsreichen Kunst. Es ist Restaurant (unbedingt mit Hunger kommen!)<br />

mit einem traumhaften Außenbereich, es ist Inspiration in allen Ecken und<br />

Verführer im Museumsshop der Extraklasse. Die S-Bahn-Fahrt hinaus zum<br />

Weltklassemuseum lohnt sich, auch der 15-minütige Fußmarsch.<br />

Wusstet ihr ...<br />

dass Leopold Mozart, also Wolfgangs Vater, eine<br />

Jagdsinfonie geschrieben hat, die von bellen-<br />

den Hunden begleitet wird? 2023 wurde<br />

das Stück inklusive Hundegebell in<br />

Kopenhagen aufgeführt. Dafür wurden<br />

tatsächlich Vierbeiner gecastet und<br />

am Ende hat Chefdirigent Adam<br />

Fischer mit Cookie, Sophus und Sica<br />

die Sinfonie aufgeführt. Tierisch gut!<br />

108<br />

frühjahr <strong>2024</strong>


SKANDINAVIEN | Kopenhagen<br />

Fotos: Lousiana Museum of Modern Art (2), Gorlov Alexander/Shutterstock.com, Sergio Rojo/Shutterstock.com, PabloGF85/Shutterstock.com, 5 second Studio/Shutterstock.com, Marie Tysiak<br />

Kaufrausch<br />

Das gute alte Kaufhaus ist leider etwas aus der Mode gekommen.<br />

Völlig zu Unrecht. Das beweist das Magasin du Nord. Der geschmackvolle<br />

Konsumtempel hat nicht nur Tradition, sondern<br />

auch eine gelungene Auswahl an Schönheiten in den Bereichen<br />

Mode und Interieur. Scandi chic at its best. Wer gerne Vintage<br />

shoppt, der ist hier wahrscheinlich besser aufgehoben als in<br />

Berlin. Eine gute Anlaufstelle (übrigens auch für Mode und Home)<br />

sind die Røde Kors Shops, die sich über die Stadt verteilen.<br />

Lecker<br />

Man mag es nicht glauben, aber eine der besten Pizzen<br />

der Welt wird in Dänemarks Hauptstadt serviert. Christian<br />

Puglisi ist Koch, mit Station im berühmten Noma, und hat<br />

sich darauf konzentriert, eine fantastische neapolitanische<br />

Pizza zu kreieren. Diese soll nur die besten Zutaten<br />

haben, deshalb macht er sie allesamt selbst. Mozzarella,<br />

Burrata sowie Wurst und Schinken. Diese Liebe zum Detail<br />

schmeckt man. Netterweise hat das Bæst im angesagten<br />

Viertel Nørrebro auch zum Brunch auf.<br />

Glück<br />

Für die allerbeste Zimtschnecke<br />

müsst ihr leider mittwochs<br />

in der Stadt sein, denn<br />

nur dann hat die Skt. Peders<br />

Bageri die beliebte Köstlichkeit<br />

im Angebot. In der traditionellen<br />

Bäckerei in der Sankt Peders<br />

Stræde 29 in der Altstadt gehen<br />

die Onsdags Snegl (Mittwochsschnecke)<br />

mit Zimt, Zucker und Zuckerguss wie<br />

warme Semmeln über den Tresen. Früh<br />

kommen lohnt sich deswegen. Probieren<br />

sowieso!<br />

Ahoi<br />

Bei einem Besuch in Kopenhagen ist eine Bootsfahrt ein<br />

absolutes Muss. Allein schon für das Urlaubsgefühl. Eine<br />

typische Tour dauert etwa eine Stunde und führt unter<br />

anderem durch Christianshavn, an den Børsen und am<br />

Parlament vorbei. Allerdings sind die Touristenboote<br />

ziemlich groß. Deshalb gibt es folgenden Tipp: Lasst<br />

die typischen Touri-Boote links liegen und schippert mit<br />

dem Tourenanbieter Hey Captain. Auf diesen Booten<br />

finden maximal zwölf Personen Platz. Wonach steht euch<br />

also der Sinn? Neben einer einstündigen Tour zu den<br />

bekannten Sehenswürdigkeiten gibt es nämlich auch<br />

eine zweistündige Tour zu weniger bekannten Orten in<br />

Kopenhagen.<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong><br />

109


MEIN HERZ<br />

SCHLÄGT<br />

FÜR<br />

B text<br />

Jennifer Latuperisa-Andresen<br />

ES IST DAS ALLERSCHÖNSTE<br />

FESTIVAL DER WELT. EHRLICH.<br />

UND ES LOHNT, SICH<br />

DIESE ERFAHRUNG<br />

AUF MULTIPLEN EBENEN<br />

ZU GÖNNEN. DAS HEARTLAND<br />

FESTIVAL AUF DER DÄNISCHEN<br />

INSEL FÜNEN IST NOCH<br />

EIN GEHEIMTIPP, DEN IHR<br />

NICHT VERPASSEN SOLLTET.<br />

110<br />

<strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong>


SKANDINAVIEN | Heartland<br />

Mein Mann arbeitet beim Radio. Er würde<br />

sagen, er wäre Ansager. In Wahrheit<br />

ist er aber Moderator einer der<br />

größten Morning-Shows in Deutschland.<br />

Und hat somit immer ein Ohr<br />

für neue Musik. Dabei schlägt sein<br />

Herz für Altrocker wie Bruce Springsteen.<br />

Und ich. Ich bin irgendwie kleben geblieben zwischen<br />

Grunge und Hip-Hop und gleichzeitig wahnsinnig<br />

interessiert an neuer Musik. Genreübergreifend. Hauptsache,<br />

nicht zu krachig. Und ich liebe Festivals. Ich mag<br />

das einfach, wenn Menschen zusammen feiern. Wenn<br />

Musik Emotionen weckt und dadurch ein magisches Zusammengehörigkeitsgefühl<br />

kreiert.<br />

Deshalb könnte man sagen, dass wir es schwer hatten,<br />

das perfekte Musikfestival für unsere Geschmäcker zu finden.<br />

Doch 2019 hatten wir schon das Glück, auf die richtige<br />

Lösung gestoßen zu sein. 2023 sind wir zurückgekehrt.<br />

Die Lösung heißt Heartland. Ein Musikfestival, das im<br />

Juni auf der Insel Fünen in Dänemark stattfindet und einfach<br />

aus der Reihe tanzt. Und zwar auf so vielen Ebenen.<br />

Das fängt schon damit an, dass das Festival an einem<br />

sensationellen Ort stattfindet. Vergesst Acker und Matschwiesen.<br />

Hier wartet das Schloss Egeskov. Es gilt als die<br />

größte historische Gartenanlage Dänemarks. Kein Wunder<br />

also, dass dort ein Labyrinth wartet. Und weite Wiesen.<br />

Seen und verwunschene Ecken neben Schatten spendenden<br />

Bäume. 20.000 Gäste finden sich hier an den drei<br />

Tagen ein. Und das Beisammensein könnte nicht friedlicher<br />

sein.<br />

Es geht weiter mit einem Programm, das sich nicht in<br />

eine Schublade stecken lässt. Es lässt sich nicht nur auf<br />

das Thema Musik begrenzen. Heartland ist eine Kombination<br />

aus kulinarischen Erlebnissen, aus Kunst und Kultur<br />

und gleichzeitig auch eine Form, um gesellschaftlich<br />

relevante Themen zu diskutieren. Und zwar mit berühmten<br />

Meinungsmachern. Salman Rushdie war hier. Bret<br />

Easton Ellis auch und Vivienne Westwood.<br />

HEARTLAND<br />

Schloss Egeskov ist auch ohne<br />

Festival ein Hingucker. Doch während<br />

des Heartlands trifft hier Kunst auf<br />

noch mehr Kunst.<br />

frühjahr <strong>2024</strong><br />

111


Auf der zentralen Plaza del Castillo<br />

finden sich Alt und Jung an lauen<br />

Choreografie zusammen.<br />

IM PUBLIKUM TREFFEN<br />

JUNG UND ALT<br />

AUFEINANDER. HIER IST<br />

JEDER WILLKOMMEN.<br />

WIRKLICH JEDER.<br />

112 <strong>reisen</strong> <strong>EXCLUSIV</strong>


SKANDINAVIEN | Heartland<br />

Fotos: Maja Kongegaard Bramm, Kristian Holm, Tobias Staehr, Mathias Bak Larsen, Peter Kirkegaard, Erik Cheng, Mikkel Karstad, Nicolaj Niebuhr, Hannes Camper<br />

Auch in der Musikszene spricht sich herum, dass ein<br />

Auftritt beim Heartland-Festival zwar nicht die Massen<br />

bewegt, wie ein Stadionkonzert, dafür aber das Herz. Van<br />

Morrison war begeistert. Patti Smith auch. Und Robbie<br />

Williams konnte es auch nicht fassen, dass im Publikum<br />

Jung und Alt aufeinandertrafen. Hier ist jeder willkommen.<br />

Wirklich jeder.<br />

Ganz nebenbei finden vor der Wasserburg noch Yogaklassen<br />

statt, kurz nachdem sich eine enthusiastische<br />

Gemeinschaft vor einer Bühne mit einem Songbook von<br />

Klassikern warm gesungen hat (ich habe es geliebt!). Ja,<br />

das klingt abgefahren. Eine Mischung aus Woodstock,<br />

Retreat und Coachella (nur ohne Riesenrad!).<br />

Graf Michael Ahlefeldt-Laurvig-Bille hat 1994 die Verantwortung<br />

für das Schloss übernommen und hat irgendwann<br />

gesehen, dass sich das Gelände so wunderbar für<br />

ein dreitägiges Kulturereignis der Extraklasse eignen würde.<br />

Und seine Kreativität und vor allem seine Liebe zum<br />

Projekt, die spürt man hier in jedem Winkel. »Ich werde<br />

glücklich, wenn ich das sehe«, sagte Graf Michael Ahlefeldt.<br />

»Überall fröhliche, lächelnde, küssende Menschen.«<br />

Was das Festival außerdem besonders macht? Es giert<br />

nicht nach internationalem Erfolg. Die meisten Besucher<br />

kommen aus Dänemark. Das bedeutet auch, dass die Tickets,<br />

die Wegweiser oder auch die Essensmenüs in dänischer<br />

Sprache verfasst sind. Kann einen stören. Muss es<br />

aber nicht. Es macht es so schön authentisch. Und irgendwie<br />

auch so unfassbar freundlich.<br />

Denn auch Geschubse sucht man vergeblich. Hier<br />

dürfen noch Weinflaschen samt Gläser mit auf die Wiese<br />

wandern. Es liegt auch kaum Müll herum. Es ist das<br />

friedlichste, herzlichste und überraschendste Festival<br />

der Welt. Die Besucher sind Alt-Hippies oder Alt-Popper.<br />

Hipster treffen auf etablierte Kulturmenschen. Die<br />

Jugend auf erfahrene Festivalgänger. Das Heartland ist<br />

aber nicht nur eine Spielwiese für Erwachsene. Kinder<br />

sind willkommen. Es gibt extra ein Hjerteland. Ein eigenes<br />

Kinderfestival mit reichlich Abenteuer- und Spielmöglichkeiten.<br />

Und wer mit den Kleinen vor der Bühne<br />

tanzen will, muss sich nicht sorgen. Hier geht es nämlich<br />

gesittet zu. Alkohol ja, aber in Maßen. Drogen – ich habe<br />

nichts gerochen und nichts gesehen.<br />

Etwas körperlicher wurde es beim Auftritt von JJ Paulo.<br />

JJ Paulo wurde in Tansania geboren, wo Musik und<br />

Tanz oft eine kollektive Angelegenheit sind, an der ein jeder<br />

teilnimmt. JJ Paulo stand auf der kleinsten Bühne des<br />

Festivals, die sicherlich nicht größer ist als ein Kinderplanschbecken.<br />

Doch afrikanische Rhythmen zusammen<br />

mit seiner unermüdlichen Energie haben beim Publikum<br />

nicht nur für die allerbeste Laune gesorgt, sondern auch<br />

für reichlich Bewegung und eine beeindruckende Zusammengehörigkeit,<br />

die richtig schön berührend war.<br />

Und genau das macht dieses Festival aus. Es berührt.<br />

Wer morgens über den Zeltplatz spaziert, um sich ein<br />

Frühstück zu besorgen, muss Geduld mitbringen. Klar.<br />

Aber er findet auch eine Bäckerei in einem umgebauten<br />

Stall, in der frisches Brot und Leckereien gebacken<br />

werden. Von einem der besten Bäcker Dänemarks. Und<br />

die Wartezeit wird mit einer Tanzeinlage versüßt. Eine<br />

Person tanzt vor und sicherlich 40 Menschen ahmen<br />

angeordnet im Kreis Schritte und Bewegungen nach. Es<br />

hat was Esoterisches. Aber cool. Mitmachen erwünscht.<br />

Kein Muss. Niemand lacht. Niemand lästert. Alle sind im<br />

Heartland-Modus.<br />

Bei unserem ersten Aufenthalt waren wir in einem Hotel.<br />

Diesmal waren wir schlauer und haben uns bei Hannes<br />

Camper ein komfortables Wohnmobil geliehen. Innen<br />

richtig schön ausgestattet, auch eine Toilette an Bord, und<br />

unsere Rückzugsinsel auf dem Festivalgelände. Den ganzen<br />

schicken Schnickschnack, den das Wohnmobil mitbringt,<br />

wie Campingstühle, Tisch oder Markise, brauchten<br />

wir nicht, weil wir ihn tatsächlich nur als superkomfortables<br />

Hotel auf Rädern nutzen und ab und an, um uns<br />

frisch zu machen. Essen sollte man nicht im Camper. Nein,<br />

nicht weil das die Ausstattung nicht hergibt, sondern weil<br />

das Festival so reich an Köstlichkeiten ist, dass man sich<br />

am Ende der Tage auf die Waage stellt und tatsächlich zugenommen<br />

hat. Und nicht vom Alkohol.<br />

Wie zauberhaft es ist, kann auch Punk-Ikone Patti<br />

Smith bestätigen. Während des Konzerts schwärmte sie,<br />

dass sie nach dem Frühstück bei einem Spaziergang durch<br />

den Schlossgarten einen Pfau traf. Man müsse sich vorstellen,<br />

dass auch er mal klein, nass und hässlich aus seinem<br />

Ei geschlüpft ist – ohne eine Ahnung, wie prachtvoll<br />

er mal werden würde. Deshalb widme sie ihm das nächste<br />

Lied. Ihm und »allen anderen Pfauen im Publikum«.<br />

Dieses Jahr kommen The The, Keane, Rick Astley und<br />

Kasabian. Mehr Künstler werden im Laufe des Jahres bekannt<br />

gegeben. Nehmt euch die Zeit zwischen dem 13.<br />

und dem 15. Juni. Fasst euch ein Herz fürs Heartland. Ihr<br />

werdet es garantiert nicht bereuen.<br />

INFO<br />

Getreu dem Motto »Miete.Meer.Freiheit« steht<br />

Hannes Camper für eine unkomplizierte Anmietung<br />

von über 100 Reisemobilen an acht Standorten<br />

in Deutschland. Die Flotte umfasst hauptsächlich<br />

Kastenwagen der beliebten Sechs-Meter-Klasse und<br />

bietet damit die ideale Kombination aus Komfort<br />

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€ 80 pro Fahrzeug und Tag in der Nebensaison<br />

und ab € 100 in der Hauptsaison – komplettes<br />

Campingzubehör und Endreinigung inklusive.<br />

www.hannes-camper.de<br />

Heartland-Festival-Ticket für drei Tage kostet<br />

2.740 DKK, ca. € 370 pro Person, der Platz<br />

für ein Wohnmobil für zwei Personen<br />

inklusive Strom 3.040 DKK, ca. € 410.<br />

www.heartlandfestival.dk<br />

frühjahr <strong>2024</strong> 113


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Tel.: 02233 460 15-0<br />

Fax: 02233 460 15-24<br />

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Für die Teilnahme am Gewinnspiel beantwortet bitte eine Frage unter:<br />

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Einsendeschluss ist der 03.05.<strong>2024</strong>.<br />

Chefredakteurin<br />

Jennifer Latuperisa-Andresen<br />

Art Director<br />

Alessandro Riggio<br />

Redaktion<br />

Ulrike Herder, Konrad Bender,<br />

Jasmin Faust, Marie Tysiak,<br />

Frank Störbrauck, Julia Paul<br />

Reporter:innen dieser Ausgabe<br />

Jan Malte Andresen<br />

Harald Braun<br />

Martin Häußermann<br />

Bianca Klement<br />

Alina-Sophia Riemann<br />

Simone Sever<br />

Anzeigenleitung<br />

Susanne Gorny, sg@ella-verlag.com<br />

Anzeigen<br />

Andrea Vogel, av@ella-verlag.com<br />

Marketing & Kooperationen<br />

Claudia Scholz, cs@ella-verlag.com<br />

Korrekturen<br />

Bärbel Philipp, textperlen.de<br />

Dokumentation Alexandra Lattek<br />

Titelbild Faisal Sultan<br />

Druck Bonifatius, Paderborn<br />

Vertrieb<br />

VU Verlagsunion KG, Hamburg<br />

Beilage dieser Ausgabe<br />

Kanada ist Luxus – Das Magazin von<br />

Destination Canada<br />

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