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SaarLorLux ...c'est savoir vivre Herbst/Winter Edition 2019

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Herbst/Winter Edition III/2019/2020

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art&cultur Herbst-Winter-Edition III/2019/2020 ROLAND KUNZ … KÜNSTLER MIT VIELEN FACETTEN Sein Motto: „Musikvermittlung ohne Leidenschaft…. geht gar nicht !! “ Der Sänger, Komponist und Moderator Roland Kunz, wurde 1960 in Saarlouis geboren. In Saarbrücken studierte er Musikwissenschaft, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft sowie Gesang in Holland und Frankfurt. Viele Jahre lang sang er in internationalen Ensembles. Seit 1983 arbeitet als Autor, Musikprogrammgestalter und Moderator für SR 2 KulturRadio. Bundesweit sehr beachtet (und auf 5 DVDs erhältlich) sind seine Schülerkonzerte mit der Deutschen Radio Philharmonie, bei denen er Klassik auf unterhaltsame und anschauliche Weise vermittelt. Darüber hinaus arbeitet er regelmäßig als Moderator und Autor für verschiedene ARD-Häuser, WDR, SWR, BR und wurde 2011 für den renommierten „Europäischen Radiopreis“ nominiert. 1995 und 2012 erhielt er den Kulturpreis der Stadt und des Landkreises Saarlouis. In vielen seiner außergewöhnlichen Projekte versucht der Saarländer die künstlichen Grenzen zwischen Klassik und Moderne zu überwinden. In der langjährigen Zusammenarbeit mit Countertenor Andreas Scholl entstanden sinfonisch arrangierte Countertenor-Duette und spektakuläre Lichtsinfonien. Mit seiner ORLANDO-Band – und mittlerweile 18 Alben – ist Roland Kunz international als Musiker bekannt. 2010 erhielt er vom Bayerischen Rundfunk – Studio Franken den Kompositionsauftrag zu dem Oratorium „Der Seele Ruh" nach Worten von Meister Eckhart. Das abendfüllende Werk wurde mehrfach – an historisch bedeutenden Orten wie Dresden Frauenkirche / Nürnberg St. Sebald / Speyerer Dom aufgeführt - der Liedzyklus „nine-and-fifty-swans” wurde für den „Preis der 54 | SaarLorLux ...c›est savoir vivre Roland Kunz als Sänger und Pianist Deutschen Schallplattenkritik" nominiert. Das 2018 uraufgeführte Friedens-Oratorium „PAX!" war eines der großen Hauptwerke des Katholikentages in Münster und wurde mittlerweile u.a. auch in Mexiko und Guadeloupe aufgeführt. 2020 und 2021 stehen weitere Uraufführungen großer Werke an. Viviane Shabanzadeh hat Roland Kunz für „SaarLorLux… c’est savoir vivre“ interviewt: Roland, warst du schon als Kind musikalisch begabt? Oh ja! Als Kind war ich regelrecht „angezogen“ von Musik. Ich bekam schon als Siebenjähriger Klavierunterricht, aber richtig „geflasht“ hat mich der Anfangs-Akkord der „Pathetique“-Sonate von Beethoven im Radio. Da war ich zwölf und wollte von da an DIESE Musik spielen, aber auch Genesis, Supertramp und Pink- Floyd haben mich irgendwie geprägt. Musik war also immer dein ganz großer Lebens-Traum? Ja!! Ich wollte Pianist werden, aber dazu hat es definitiv nicht gereicht. Mein Studien- und Lebensweg hat mir dann mehrere Möglichkeiten gleichzeitig geschenkt (Radio, Singen, Komponie- PR-Anzeigen Photos: © Rich Serra

Herbst-Winter-Edition III/2019/2020 art&cultur ren, Spielen). Ich bin inzwischen sehr dankbar, dass das alles so gekommen ist. Natürlich ist es für eine „große Karriere“ immer besser, wenn man sich spezialisiert und nur auf EINEM Gebiet „groß“ ist. Aber bei mir setzt sich nun mal der „Musik-Roland“ aus vielen unterschiedlichen Welten zusammen. Mir gefällt das sehr… Wann hast du selber festgestellt dass du auch eine Countertenor-Stimme hast? Das war relativ spät – erst mit 25. Ich hatte damals einen tollen Jugendchor und habe beim Einstudieren alle Stimmen – von Bass bis Sopran – mitgejodelt. Da wurde mir irgendwann klar, dass die oberen Stimm-Regionen sich gut anfühlen und dass ich das intensiver lernen wollte. So hab' ich mit Gesangs-Countertenor-Unterricht begonnen und bin relativ bald in internationalen Gesangsensembles gelandet, die bis heute mein künstlerisches Leben unglaublich bereichert haben. Was hat dich am Komponieren gereizt bzw. wie wird man Komponist? Ich hatte während meines Musikwissenschaftsstudium einige Grundlagen in Tonsatz usw. gelernt, aber das Komponieren kam autodidaktisch: Zuerst waren es Songs, dann Chorsätze, dann ausgefeiltere Stücke und schließlich größere Werke – ich bin also auch da „hinein gewachsen“. Zum Komponieren braucht es vielerlei, und es gibt die begnadeten, die „ALLES“ beherrschen. Ich glaube, bei mir ist es eine gute Gabe, Melodien und größere Strukturen zu entwickeln. Allerdings weiß ich auch ganz genau, was ich im nächsten Leben alles NOCH lernen möchte! Möchtest du in Zukunft mehr komponieren als singen? So lange es klappt, würde ich gerne noch singen, denn es ist gut für Herz und Seele. Das Komponieren möchte ich allerdings auch sehr gerne intensivieren, vor allem das Komponieren für Stimmen Schülerkonzert mit der DRP Roland Kunz als Beethoven bei einem und Orchester - ein Riesenkosmos! Hast du noch Träume? Ich lebe einige Träume, aber da bleibt doch noch soooo viel …! Der größte Traum ist, dass die Welt sich besinnt – von daher ist mein Friedensoratorium PAX! nicht „mal so“ entstanden, sondern es ist ein echtes Anliegen! Wenn mir jemand noch ein kleines Wunderhorn an „Zeit“ schenken würde, Zeit, die ich zum Ruhen, Reisen, Erleben und Komponieren nutzen könnte, dann wäre ich auch sehr glücklich. Ein ganz großer Traum von mir wäre noch, dass meine Musik den hässlichen und zerrissenen Seiten/Saiten der Welt Harmonie entgegensetzen könnte… Vielen Dank für dieses nette Gespräch …mögen all deine Wünsche in Erfüllung gehen! Roland Kunz Oratorium „Der Seele Ruh“ - Aufführung in der Frauenkirche Dresden PR-Anzeigen SaarLorLux ...c›est savoir vivre | 55