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E_1934_Zeitung_Nr.051

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20 AUTOMOBIL-REVUE 1034

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Seltsame Schicksalswege einer schönen Frau Auf der schottischen Insel Hoy lebte seit Jahren eine Gemeindehirtin, die sich jetzt als die einst gefeierte Marion Taberkoff entpuppte, die vor Jahren die Gattin eines Hofjuweliers des Zaren und eine der gefeiertesten Frauen Petersburgs war. Marion Taberkoff begann ihre Laufbahn im berühmten russischen Hofballett zu St. Petersburg. Als 17jährige Elevin erregte sie im Jahre 1912 die Aufmerksamkeit des Hofjuweliers Alexander Michailowitsch Taberkoff. Der wesentlich ältere Mann verliebte sich auf den ersten Blick in das gertenschlanke Geschöpf mit dem schneeweissen Teint und dem herrlichen roten Haar. Seine vollendeten Umgangsformen und die taktvolle Art seiner Werbung verfehlten ihre Wirkung nicht: die junge Tänzerin wurde Taberkoffs Frau. Sie bewegte sich jetzt in den- vornehmesten Kreisen Russlands, denn ihr Gatte verfügte nicht nur über grosse Reichtümer, sondern auch über gute Beziehungen. Die Zarin liess sich von ihm die kostbarsten Stücke besorgen, und Taberkoff unternahm in ihrem Auftrag oft weite Reisen. Von diesen Fahrten brachte er auch seiner jungen Frau unvergleichlich schöne Steine mit, die bei den Hofbällen nicht weniger Bewunderung erregten als die Schönheit der jungen Frau. Die « rote Marion» durfte sich manches erlauben, was man einer anderen Frau in Petersburg kaum verziehen hätte. Trotzdem sie viel umschwärmt wurde, blieb sie immer eine treue und liebende Gattin. Als sie einmal auf einer glänzenden gesellschaftlichen Veranstaltung zur Königin des Festes gewählt wurde, nahm sich ein Grossifürst und naher Verwandter des Zaren gegen sie einige Freiheiten heraus, die Marion im stillen ärgerten. Als der Grossfürst schliesslich wagte, sie um ein SteUdichein zu bitten, schlug sie ihm vor der ganzen Gesellschaft ins Gesicht. Es kam zu einem Skandal, und der schönen Marion wäre es übel ergangen, wenn ihr Gatte nicht über so gute Beziehungen verfügt hätte. Es war die Zarin selber, die an dem Mut und der Treue der jungen Frau Gefallen fand und sie vor weiteren Unannehmlichkeiten schützte. Marion konnte also ihre gesellschaftliche Rolle weiterspielen. Man nannte sie allgemein die « russische Juno », und der berühmte Maler Tadema verewigte ihre Schönheit in einem Bild, das heute im Madrider Prado hängt. Die bolschewistische Revolution wurde auch der russischen Juno zum Verhängnis. Wenige Tage nach ihrem Ausbruch wurde Alexander Taberkoff erschossen und seine ganzen Besitztümer geplündert. Marion konnte von ihrem ganzen Vermögen nur einen Hundertrubelschein retten. Sie schlug sich zu Fuss, als Bäuerin verkleidet, bis nach Riga durch und fuhr von hier aus auf einem einfachen Frachtdamofer nach England. Trotz ihres Elends blieb sie auch dort die stolze und tugendhafte Frau, die es vorzog, lieber zu hungern, als aus ihrer Schönheit Kapital zu schlagen. Einige Versuche, sich eine bescheidene Existenz zu gründen, scheiterten, und schliesslich wurde Marion Taberkoff auf eine kleine schottische Insel verschlagen. So lange ihre Kräfte reichten, konnte sie bei den armen Bauern als Magd ihr Auskommen finden. Dann aber kam sie körperlich immer mehr herunter, so dass sie schliesslich nur noch die Ziegen und Schafe der Dorfbewohner hüten konnte. Zehn Jahre dieses Lebens zerstörten ihren zarten Körper, und aus der einstigen gefeierten Schönheit wurde eine vergrämte, alte Frau. Der bekannte Professor Jenkins, der, zufällig von ihrem Schicksal hörte, nahm sich Marions in selbstloser Weise an. Er liess sie in eine Londoner Klinik brineen und versuchte, ihre zerrüttete Gesundheit wieder herzustellen. Jahre des Hungern* und der Entbehrungen hatten aber ihren Organismus so geschwächt, dass sie dieser Tage in dem Krankenhaus gestorben ist. Schuhe, die sich selbst putzen. Endlich ist es gelungen, Schuhe herzustellen, die sich selbsttätig glänzend machen. Diese den Männern wie den Hausfrauen willkommene Neuerung stammt von Gelehrten des Mellon-Institutes in Pittsburg, die eine Methode gefunden haben, Schuhleder herzustellen, bei dem die Lederfasern mit einem Material imprägniert werden, das als. Puerta del sol Johannes blickt sich um. Der Mensch neben ihm war wieder eingeschlafen, und sein Antlitz ist unklar und zerquält, friedlich und weit. — Da steht Johannes auf, leise, um ihn nicht zu wecken, und geht durch den warmen Wald davon. Ihm ist, als hätte er eine wenig klare, aber ihn tief berührende Geschichte vernommen, unzusammenhängend zwar, aber doch eine Geschichte. Ihm ist als hätte er der Historie eines Lebens gelauscht. Der Tages film Schmiermittel dient und die Abnutzung zwischen den Fasern verringert. Dieses Leder hat die Eigenschaft, sich ständig selbst zu polieren, so dass man nur mit einem Tuch darüberzufahren braucht. Neuerlich wurden Versuche angestellt, um zu bestimmen, wie sich dieses Leder im Vergleich zu gewöhnlichem Leder verhält. Vor dem Versuch mussten die Ledersorten, wie bei gewöhnlicher Beanspruchung rauh und schmutzig gemacht werden. Zu diesem Behufe wurden die verschiedenen Muster in eine Rotationstrommel gebracht, durch die loser Sand glitt und lief. Die Muster machten etwa 20.000 Drehungen mit — was einem Marsch von 15 km über einen sandigen Strand gleichkommt. Das neue Leder erhielt 95 Punkte; andere Normalleder 75 his hinunter zu 30 Punkten. Es wurde festgestellt, dass man diese Schuhe nach drei Monaten nicht einmal mehr mit einem Tuch bearbeiten muss, da sie sich durch die Reibung selbst polieren. Wie schmecken Filmküsse ? Die Frage, was die Sterne des Filmhimmels und besonders die weiblichen beim Küssen im Film empfinden, ist wieder einmal von einem amerikanischen Filmblatt gestellt und von den berühmten Filmdiven der Neuen Welt beantwortet worden. Sie gehen davon aus, dass die Blütezeit der Filmküsse eigentlich vorüber sei. Das war die Epoche der «Vampir-Dramen», ia denen man nicht genug von dämonischer Verführungskunst zeigen konnte. Damals dauerten die Filmküsse unendlich lange und standen im Mittelpunkt der Handlung. Heute hat man den Filmkuss rationiert. Man kommt zwar ohne ihn nicht aus, da er nun einmal auch im wirklichen Leben eine Rolle spielt, aber es darf nicht mehr so viel und so lange geküsst werden. Die Bekenntnisse der Fümdiven sind verschiedenartig ausgefallen. Die einen meinen, der Filmkuss sei eine « geschäftliche Angelegenheit», bei der weder Herz noch Sinne beteiligt sind, andere wieder halten ihre Erwiderung in unbestimmten Ausdrücken und meinen, es gebe verschiedenartige Küsse im Film, solche, die man gleichgültig gibt und solche, bei denen man warm empfinde. Das Ende der venetlanischen Gondel. 19 der berühmten Gondelbauer Venedigs, die Panceras, Casals, Pensos und die Fassis und andere, alles Künstler ihres Faches, haben bereits den Gondelbau stillegen müssen. Eine Gondel, die aus ihrer Hand hervorging, machte den Besitzer glücklich und stolz. Die Eigentümer solcher Privatgondeln, die im Gegensatz zu den schwarzgestrichenen des öffentlichen Verkehrs reich und farbig geschmückt waren, setzten ihren Ehrgeiz darein, die schönste Gondel Venedigs zu besitzen. Jetzt sind von dem Dutzend der einst berühmten Gondelbauer nur zwei oder drei übriggeblieben. Der eine baute vor zehn Jahren noch durchschnittlich dreissig Gondeln im Jahr. Seither aber ist die Produktion ständig zurückgegangen. 1932 konnte er nur noch eine Gondel vom Stapel lassen und in diesem Jahre ist überhaupt noch kein Auftrag eingegangen. Diejenigen, die heute noch der Gondel vor dem nüchternen Motorboot den Vorzug geben, bescheiden sich mit den alten Booten, die sie aus zweiter Hand kaufen. So sind für die Gondeln und die Gondoliere Venedigs hoffnungslose Zeiten angebrochen. Ein Essigfluss. Der Essigfluss (El Rio Vinagre) befindet sich in Kolumbien in der Nähe des noch tätigen Vulkans Purace. Er ist eigentlich ein Teil des Caucaflusses, der im südlichen Teil des Landes in der Nähe von Ecuador entspringt, und fliesst 680 Meilen nordwärts zum Magdalenenstrom Der hohe Säuregehalt des Flusses wird zum Teil auf die Nähe des Vulkans zurückgeführt. Er enthält 11 Promille Schwefelsäure und 9 Promille Salzsäure und ist so sauer, dass kein Fisch darin leben kann.

1934 AUTOMOBIL-REVUE Der fliegende Heuwender. Heitere Kurzgeschichte von Hermann Ryser. (Fortsptznna ans dem HnnplhlHtt ) kämpen immer taten, und trat händereibend Somit blieb Felixen nichts übrig, als seinem Adler die Flügel zu stutzen, eine Aen- auf den Gehilfen zu. Nannte dieses und jenes deruns, die in knapp drei Wochen geschafft war. Vom Augenblick an. wo das Flugzeug draussen stand, bezeichnete Felix seine Werkhütte zeitgemäss nur noch als Hangar. Ausserdem befestigte er auf dem Dach eine weissgestrichene Stange und hiesste seine selbstentworfene Hausflagge, die einen geflügelten Löwen darstellte und in der obern Ecke das Schweizerkreuz trug. Seine Maschine machte unbestritten einen recht vertrauenerweckenden Eindruck, wenigstens insoweit die Festigkeit in Frage stand. Sie war ziemlich schwer, denn Felix hatte beim Bau auf tüchtige Stützen und Verstrebungen gehalten. Er wusste warum ! Wie so viele andere Modelle waren schon bei der ersten Landung unheilbar zusammengeknickt ! Bei ihm sollte das nicht vorkommen. Trotz der augenfälligen Starkknochigkeit des Felix'schen Vogels musste immerhin grösste Sorgfalt aufgewendet werden, um ihn beim Handmanöver nicht zu beschädigen, d-enn wo man ihn auch anfasste, st'ess man sich an geheimnisvollen Spann- und Zugdrähten. Aber endlich -war alles zum Probeflug bereit. Felix kletterte behutsam in seinen luftigen Sitz und befestigte in bequemer Reichweite einen Strauss roter Nelken, den er über dem Bundesplatz, wo sich vermutlich das meiste Volk in staunender Bewunderung ansammeln würde, abwerfen wollte. Nun nahm der Gärtner seinen Platz ein und harrte des Winkes, um die Schraube anzuwerfen. Von seiner Warte aus konnte Felix das vor ihm liegende Gelände schön überblicken. Zwar kam ihm jetzt die Anlaufbahn etwas kurz vor, aber eingedenk dessen, dass er durch haarscharfe Berechnungen seinem Vogel eine noch nie erlebte Steigfähigkeit verliehen hatte, drängte er seine anfänglichen Zweifel brüsk zurück. Vor zwei Tagen war auf seine Veranlassung auch noch der Platz gemäht worden, aber ungeschickterweise lag das Heu immer noch verstreut herum und wollte nicht trocknen. Felix vergewisserte sich nochmals, dass seine gehäkelte Sturzhaube festsass, zog an einem Drahtende und befahl: Los ! Der Gehilfe drehte den Propeller etwas rückwärts und warf ihn mit voller Kraft nach der andern Seite. Schon nach etwa fünfzehn weiteren Versuchen begann dann der Motor tatsächlich unter wüstem Toben seiner Aufgabe innezuwerden und der Gärtner brachte sich durch einen Seitensprung in Sicherheit, worauf Felixens Kiste auf und davon ging. Genau gesagt : nur davon. Denn « auf» kam er ja nicht, obwohl der Pilot verzweifelt an seinem Stellwerk riss. Auch.nicht eine Handbreit brachte er die geflügelte Ueberlandkutsche vom Boden weg. Aber ein fesselndes unerwartetes Schauspiel entschädigte den Flieger für seinen unverdienten Misserfolg. Der Propeller wendete nämlich das Heu. Er zog es gierig an und schleuderte es so hoch in die Luft, dass es fast trocken wieder herunter kam (wie Felixens nachherige Untersuchung ergab). Der Weg des Flugzeuges glich sozusagen einem Triumphzug durch eine Unmenge sich langsam senkender Heufahnen. Nachdem Felix einen Bogen geschüttelt hatte, fuhr er nochmals den Weg zurück, drehte wieder und nahm eine andere Heuzeile in Arbeit. Als er sich an dieser landwirtschaftlichen Tätigkeit genügend ergötzt hatte, nahm er das Gas weg und vertiefte sich in das Wesen des neuzeitlichen Heuwendens. Für eine volle Viertelstunde vergass er sogar seine luftigen Pläne. Der bewusste göttliche Funke, die Zündung für die geistige Kraftentfaltung war nämlich in seinem Gehirn aufgeblitzt. Wie, wenn er seinen Vogel als richtigen Heuwender ausbaute ! Vielleicht mit einer Doppelschraube, oder hinten und vorn je eine, wenn nicht vielleicht gar je zwei! Das musste doch in der Landwirtschaft die reine Umwälzung bewirken, wenn er die grösste Heufläche nur so im Handunidrehen wendete, wo sich sonst ganze Sippschaften tagelang abquälen mussten! So ein tüchtiger Heuflieger musste es ja leicht fertigbringen, an einem einzigen Tage ganze Landschaften zu bedienen! Wie wäre es mit Genossenschafts-Heufüegern ? Und liesse sich das Aussäen und vieles andere nicht auch fliegerisch lösen ? Und konnte er, Felix, wenn einmal wohlbesta'lter Heuflieger, nicht noch weit besser seine uie Uli hohen Ziele als Sportpilot erreichen ? Er wollte sich das gründlich überlegen. Felix winkte dem Gärtner, Hess anwerfen und rutschte zum Hangar hin. Aus dem Gestänge geklettert, stellte er erst mal den Gitterschwanz hoch, wie es die damaligen Luft- als abänderungsbedürftig und erklärte, dass der Apparat seine erste Probe glänzend bestanden habe. Er fügte bei, dass es sich heute ausschliesslich um die Fahrprüfung gehandelt hätte. Die Heusache berührte er dabei mit keinem Wort. Erfincterblitze behielt man besser für sich, sonst würden sie von Unberufenen aufgeschnappt und als Eigengewächs ausgegeben. Felix hatte übrigens auch rein anatomisch gesprochen einen etwas zu grossen Mund. Dass er unablässig ein Priemchen wälzte, war nicht zu übersehen, schnalzte er es doch während des Spreahens ununterbrochen vom einen Backensack zum andern. Ungefähr mit diesem Flugtag traf für Felixen eine gewisse Geldknappheit zusammen. Nun aber hatte er von der tröstlichen Möglichkeit gelesen, dass sich vor allem die Presse für die Fliegerei weitherzig einsetze und gegebenenfalls ernsthafte Unternehmen unterstütze; insbesondere stammten fast alle nennenswerten Preisstiftungen von Zeitungen her. Also borgte sich Felix von seinem botanischen Mechaniker ein sauberes Hemd und begann die Schriftleitungen um ermunternde Zuschüsse abzuklopfen. Aber ganz gegen alle Erwartung machte er auf seinem Rundgang die merkwürdige Erfahrung, dass die Presseleute für die Fliegerei wohl eine Menge moralischer Zusprüche bereithielten, aber durchaus kein Geld. Sicher hätte Felix seine Bemühungen, den Luftraum zu beherrschen, schon jetzt begraben müssen, wenn er sich nicht rechtzeitig auf eine ebenso bejahrte wie begüterte Dame besonnen haben würde. Er hatte sie im Zusammenhang mit seinen Ikarusnudeln kennengelernt und er wusste, dass es ihr heissester Wunsch war, Fliegerbraut zu werden. Felix suchte sie also ungesäumt auf, brachte ihr die selige Kunde, dass nun die Stunde für das gemeinsame Lufterleben dicht herangerückt sei und entwarf einen Kostenvoranschlag für die Verwirklichung ihrer Wünsche. Alsdann Hess die Dame auf den kommenden Ruhm hin ein paar Lappen flattern und der überglückliche Felix bekam Luft. Schon nach kurzer Zeit war für die zweite Probe alles bereit. Der Eindecker stand neben seinem Stall und war vom Sqhwanz aus mit einem langen Tau an der Erde festgepflöckt. Felix überwachte priemchenschiebend den Gehilfen, der am Sitz einen neuen Blumenstrauss festband. Es schien übrigens dem Piloten an einem Priemchen nicht mehr genug zu sein, hatte er sich doch in den letzten Tagen daran gewöhnt, auch noch ein Streichholz zu kauen. Gleichgültig ob er sprach oder nicht, schob er das Hölzchen zwischen den weitentlegenen Mundwinkeln hin und her, und es deutete sicher auf eine gewisse Begabung hin, dass er Priemchen und Hölzchen übers Kreuz wechseln konnte, ohne dass einmal beide die gleiche Gesichtshälfte beherrschten. Auch in flugtechnischer Hinsicht war etwas neues hinzugekommen : die Anlaufbahn war nämlich ganz bedeutend verbessert worden. Gerade hier offenbarte sich Felixens Fähigkeit, ausgetretene Pfade zu meiden und die kitzligsten Probleme dank einfachster Ueberlegung zu meistern. So hatte er in einiger Entfernung ein Sprungbrett errichten lassen, das ihm die Schwerkraft seiner Luftkutsche überwinden helfen sollte. Er hatte mit dieser Einrichtung nichts Geringeres vor, als den Naturgesetzgeber ein bisschen zu übertölpeln. Denn alle Fliegerkunst hing doch bloss davon ab, die Maschine von der Erde wegreissen zu können ! Nun wurde der Motor angeworfen und der «Mechaniker» eilte nach hinten, um den Ankerpflock zu beseitigen. Aber er kam schon zu spät, denn die vordrängende Maschine tat das schon selbst und schoss davon, das Pflocktau wie eine Nabelschnur nachschleppend. Felix riss an der Steuerung, dass es nur so quietschte, aber leider verfehlte er den Sprunghügel. Und weiter draussen schlug die Kutsche unbegreiflicherweise einen scharfen Haken, um sich nach wenigen Augenblicken unter Stöhnen und Aechzen am Waldrand in den Abzugsgraben zu legen. Wieder auf die Räder gestellt, zeigten sich an der Maschine einige kleine Brüche und Verkrümmungen, und es dauerte eine volle Woche, bis alles wieder ins Reine gebracht war. Bei der dritten Probe musste nun der Flug gelingen! Das sollte der Hauptflug werden! Felix sah sich das Münster umkreisen und genoss im voraus das unbeschreibliche Gefühl, die Stadt vor Begeisterung in Raserei versetzt zu haben. Und der knickerigen Presse wollte er durch diese Grosstat schön eins auswischen! (Fortsetzung siehe Seite 25.) Im Auto durch die Ostschweiz Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich In O. R. Wagners CHI Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. AM BODENSEE Romanshorn !± n 5 0 o f B Spezialitäten aus Küche und Keller. Höflich empfiehlt sich F. Bagqenstoss. 1120m Ü.M. HOTEL und KURHAUS in prachtvoller Lage, direkt am Hochwald. Massige Preise. Autogarage. Telephon 2.65 Buchs (St. G.) bei HALLAU an der Durchgangsstr. naoh Zürich. Bestbekannt f. 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