InfoRetica - RhB

rhb.ch

InfoRetica - RhB

Nr. 2 / Juni 2012

InfoRetica

Mitarbeiterzeitung der Rhätischen Bahn

Periodico della Ferrovia retica

Periodica da la Viafier retica

Damals, vor über 100 Jahren.

Gramper der

Rhätischen Bahn

am Lej Nair


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In dieser Ausgabe

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Editorial/Editoriale

Die Stimme der Direktion

La Voce della direzione

Adieu Thomas Baumgartner

1000 Stunden angeregte Diskussionen

RhB schliesst anspruchsvolles Jahr positiv ab

Webwandern

Gemeinsam für ein Top-Produkt

Marktbearbeitung

100 Jahre Chur – Disentis: Auftakt mit Jubilok

Interview mit Thomas Heim

Impressionen zur 100-Jahr-Feier

Verkauf 2015

100 Jahre Billettfahrkartenpresse

Bahnprojekte in der Surselva

Relaunch Intranet

Bahnmuseum Albula hat seine Fahrt aufgenommen

Geschäftsbereich Produktion

Bahnhof Davos Dorf

Bahnhof Davos Platz

RhB-Gleisbau und Zwergenland

Interview mit Thomas Poltera

Umbau des Portalkrans in Thusis

In einem Schub die Albularampe hinauf

Führerstandsfahrt

Mit 65 Jahren …

Medienbahn

Damals, vor 30 Jahren

Damals 1912

Neues in Kürze

PeKo

Pensionskasse

Café Bernina

Stage in Disentis

Pensioniertenfeier 2012

Bahnhofbesichtigung Chur

Personalchronik

Spontan

Herausgeber: Geschäftsleitung der Rhätischen Bahn

7002 Chur

Redaktion: Peider Härtli (hä), p.haertli@rhb.ch

Sandra Beeli (sb), s.beeli@rhb.ch

Seraina Hartmann (sh), s.hartmann@rhb.ch

Frontbild: «Damals, vor über 100 Jahren»

Bildsammlung Felix Huonder, Disentis

Nächster Redaktionsschluss: 17. August 2012

Auflage: 3200 Exemplare, 4-farbig

Abonnement: Inland: Fr. 50.– / Ausland: Fr. 60.–

© by RhB: Weiterverwendung und Nachdruck erwünscht, jedoch nur unter Quellenangabe

Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier

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Editorial/Editoriale

Von Sandra Beeli

Liebe Mitarbeitende

Was dem Bündner sein Bär, ist dem Solothurner sein

Panther. In der letzten Zeit gab es viel Wirbel um die

beiden Exoten. Vor allem musste unser M13 zünftig einstecken,

kam es doch am 30. April 2012 zu einer Kollision

mit einem RhB-Zug im Engadin. Ich denke mal, ein

Schock für beide Beteiligten, den Lokführer und den Bär

– und ein riesiges mediales Thema!

So oder so, müssen unsere Lokführer sich mit einigen

aussergewöhnlichen Situationen auseinandersetzen.

Nebst dem Bär sind auch immer wieder Wild oder Vieh

und zuweilen sogar unvorsichtige RhB-Fans auf den

Gleisen, die ihnen den Job ziemlich erschweren. So hat

jede und jeder bei der RhB sein Rucksäcklein zu tragen.

Zusätzlich gab es wieder etwas zu feiern, nämlich 100

Jahre Chur – Disentis/Mustér und an dieser Stelle danken

wir allen Mitarbeitenden für den tollen Einsatz über

das ganze Jahr und für die zusätzliche Organisation und

Durchführung solcher Grossanlässe!

Zurück zum Bär … Nachdem es in den Medien hiess, dass

der Bär soweit wohl auf sei, fehlte jede Spur von ihm,

wie auch vom Panther in Solothurn, der offensichtlich

gar nicht existiert. Doch kürzlich vernahm ich dann im

Radio, dass er nun nach Italien übergelaufen ist. Entweder

ist er uns nicht mehr gut gesinnt oder er macht es

wie viele von uns und geht im Sommer in den Süden.

Hoffen wir, dass es dem Bär gut geht und auf möglichst

keine weiteren Zusammenstösse mit unserem RhB-

Steinbock.

Cari collaboratori

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

L’orso sta al grigionese come la pantera all‘abitante di

Soletta. Ultimamente entrambi gli animali esotici sono

stati nel vortice degli eventi. Per di più ci si è messo in

mezzo come si deve il nostro orso M13, visto che purtroppo

il 30 aprile 2012 nell’Engadina ha provocato una

collissione con un convoglio della Ferrovia retica. Penso

sia stato uno shock per entrambi i soggetti coinvolti, il

macchinista e l‘orso; di fatti si è trattato di un grande

evento mediatico!

In un modo o nell’altro, i nostri macchinisti dovranno

far fronte ad alcune situazioni eccezionali. Oltre all’orso

sui binari si vedono sempre più spesso animali selvaggi

o capi di bestiame e di tanto in tanto anche qualche

sprovveduto fan della Ferrovia retica, tanto per complicare

un po‘ il loro lavoro. Quindi ognuno ha la propria

croce.

Inoltre abbiamo avuto di nuovo altri importanti eventi

da festeggiare, e cioè i 100 anni della linea Coira – Disentis/Mustér

e a questo punto non possiamo che ringraziare

tutti i collaboratori per il grande impegno che

hanno dimostrato quest’anno e per il loro contributo

all’organizzazione e alla realizzazione di questi grandi

eventi!

Tornando a parlare dell’orso … Dopo che nei media si

diceva che l’orso fosse ancora in circolazione, tuttavia

non si è vista più nessuna traccia della sua presenza,

come anche della pantera di Soletta, che evidentemente

non esiste affatto. Tuttavia recentemente per radio ho

sentito che ora è scappata in Italia. O non è più ben

intenzionato nei nostri confronti oppure come molti di

noi fanno, vuole trascorrere l‘estate al sud.

Speriamo che l’orso stia bene e che possibilmente non

vada più a scontrarsi di nuovo con il nostro «Stambecco»

della Ferrovia retica.

Sandra Beeli

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Die Stimme der Direktion

Von Thomas Baumgartner

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Treffen Bähnlerinnen und Bähnler in ungezwungenem

Rahmen zusammen, dann reden sie oft über Erlebnisse

aus vergangenen Zeiten. Sie erzählen von damals, als

in Filisur noch eine Fernsteuerung war, lachen über

die unangemeldeten Besuche des Betriebsinspektors,

scherzen über das damalige Tun, berichten über unmögliche

Situationen, wie etwa jene, als auf einem Bahnhof

mit zwei Gleisen plötzlich vier Züge standen. Sie machen

das nicht mit Wehmut oder weil sie diesen Zeiten nachtrauern,

sondern weil sie selber aktiv am Wandel beteiligt

waren und erlebten, wie sich die faszinierendste,

leistungsstärkste und vielseitigste Meterspurbahn in

den Alpen entwickelte.

Diese Entwicklung prägte auch die vergangenen 6½

Jahre, während derer ich als Mitglied der Geschäftsleitung

den Bereich Produktion führen durfte. Aus dem

ursprünglichen Geschäftsbereich Verkehr wurden drei

professionelle Bereiche: die Produktion, der Vertrieb

und der Güterverkehr. Aus den damals acht Regionen

sind deren drei geworden; die Zahl der Fernsteuerzentren

halbierte sich. Zahlreiche Bahnhöfe wurden automatisiert

und sind nun betrieblich unbedient. Berufe

wie der Fahrdienstleiter Fernsteuerung oder die künftige

Intervention ersetzen den selbst von mir erlernten

Beruf des klassischen Betriebsdisponenten. Das alles

wissen wir Bähnlerinnen und Bähnler. Und darüber

werden wir auch dereinst an einem Mitarbeiterfest reden,

damals «....».

Und unsere Kundinnen und Kunden? Was spürten sie in

den vergangenen Jahren? Sie profitieren jetzt von einem

ganzjährigen Fahrplan. Der Nichtsaisonfahrplan wurde

aufgehoben und brachte spürbare Angebotsverbesserungen

im Prättigau und in der Landschaft Davos, im

Unterengadin und auf der Engadinerlinie. Verschiedene

Früh- oder Spätverbindungen, etwa ins Domleschg, in

die Surselva und ins Unterengadin, wurden in den Fahr-

plan aufgenommen. Pendler aus dem Engadin erreichen

jetzt Chur bereits weit vor den Ladenöffnungszeiten.

Am Bernina verkehrt nun jede Stunde ein Zug. An

Billettautomaten können Tickets in die ganze Schweiz

gekauft und mit zeitgemässen Zahlungsmitteln bezahlt

werden. Und am KIS kann der Kunde direkt mit dem Rail

Control Center Kontakt aufnehmen und sich über die aktuelle

Zugslage informieren. Die Pünktlichkeit hat sich

spürbar verbessert, der Bahnbetrieb hat deutlich an

Stabilität und Verlässlichkeit gewonnen. Das sind die

wahren Errungenschaften!

Es sind die Errungenschaften von Ihnen allen. Sie, liebe

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, tragen mit Ihrem zuverlässigen

und professionellen Wirken täglich zum erfolgreichen

Produkt RhB bei. Es ist Ihr Verdienst, dass

frühmorgens die Post rechtzeitig im Engadin eintrifft,

dass bei Wind und Wetter auch der Spätzug rechtzeitig

über den Bernina fährt und die Gäste des Glacier Express

die Fahrt geniessen können. Sie erfüllen Ihre Aufgabe

mit sehr hoher Selbständigkeit, hohem Verantwortungs-

und Pflichtbewusstsein und Engagement. Als Leiter

Produktion war ich auf diese Eigenschaften besonders

angewiesen, ansonsten wäre dieser äusserst stark dezentrale

Geschäftsbereich gar nicht führbar gewesen.

Dafür danke ich Ihnen herzlichst; Ihr Engagement wusste

ich stets zu schätzen!

Es bleibt zu danken. Dem Verwaltungsrat danke ich für

das entgegen gebrachte Vertrauen, der Kollegin und den

Kollegen aus der Geschäftsleitung für die intensive Zusammenarbeit,

den höheren und mittleren Kader aus

der Produktion für die tatkräftige Unterstützung und allen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an der Front für

den täglichen, unermüdlichen Einsatz für unsere RhB.

Das Produkt RhB ist für den Kunden aber nur dank der

Zusammenarbeit mit den andern Bereichen Stab, HR,

Infrastruktur, Rollmaterial, Finanzen, Güterverkehr, Vertrieb

und mit dem Caterer Rail Gourmino wirkungsvoll.


La voce della direzione

Di Thomas Baumgartner

Ich wünsche Ihnen allen weiterhin viel Erfolg, Freude

und Spass. Behalten Sie die Werte der Bündner Bahn -

die letztlich unvergessliche Erlebnisse bietet - im scharfen

Auge. Seien Sie sich immer wieder bewusst, dass

diese RhB die Surselva, das Prättigau, die Landschaft

Davos, das Schanfigg, das Churer Rheintal, das Domleschg

und das Albulatal, das Unterengadin, das Oberengadin

und natürlich das Puschlav und das italienische

Tirano erschliesst und damit diese Einzigartigkeit in den

drei Sprachräumen, in der Kultur- und Welterbelandschaft

Albula/Bernina an 365 Tagen zuverlässig, sicher,

pünktlich und zuvorkommend bedient.

Quando i ferrovieri si radunano in modo informale,

spesso cominciano a raccontare di esperienze passate.

Con i ricordi tornano indietro nel tempo, all’epoca dei

sistemi di comando a distanza installati a Filisur o si

scambiano battute divertenti sulle visite ispettive compiute

a sorpresa, scherzano su fatti accaduti e narrano di

situazioni surreali, come quella di una stazione a doppio

binario in cui improvvisamente si fermano quattro

treni.

Non lo fanno per nostalgia o rimpianto dei tempi passati,

ma perché hanno contribuito in prima persona al

cambiamento e allo sviluppo della linea ferroviaria a

scartamento metrico più affascinante, efficiente ed

estesa dell’arco alpino.

Lo stato attuale della nostra ferrovia è il risultato di conquiste.

Delle conquiste di tutti voi, cari collaboratori e

collaboratrici che contribuite ogni giorno con coscienziosità

e competenza professionale al successo del prodotto

ferrovia.

Queste qualità, senza le quali non sarebbe stato possibile

gestire un’area di competenza così fortemente decentralizzata,

sono state un elemento essenziale

nell’esercizio delle mie mansioni come responsabile di

produzione.

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

È stato per me un grande piacere poter apprezzare il

vostro entusiasmo e per questo vi ringrazio di cuore.

I miei ringraziamenti vanno anche al Consiglio di amministrazione

per la fiducia riposta, ai colleghi e alle colleghe

della direzione per la proficua collaborazione, ai

quadri alti e medi della produzione per il forte sostegno

accordato e a tutti i collaboratori e le collaboratrici impegnati

in prima fila tutti i giorni con il loro instancabile

operato a favore della nostra FR.

L’elevata efficienza del prodotto ferrovia a vantaggio dei

clienti è possibile tuttavia solo grazie alla collaborazione

di tutti gli altri settori, come lo staff, le HR, l’infrastruttura,

il materiale rotabile, le finanze, il trasporto merci,

la distribuzione e il Caterer Rail Gourmino.

Auguro a tutti voi un percorso di successo, di felicità e di

gioia.

Non perdete di vista i valori della ferrovia grigionese,

che offre esperienze indimenticabili.

Siate consapevoli che questa FR rende possibile la scoperta

di aree geografiche come la Surselva, la Prettigovia,

il paesaggio di Davos, lo Schanfigg, la valle del Reno di

Coira, il Domleschg e la valle dell’Albula, l’Engadina Inferiore

e Superiore e ovviamente Poschiavo e l’italiana

Tirano. Dopotutto è questa la straordinarietà del servizio,

che collega tre aree linguistiche incluse nella lista del

Patrimonio Mondiale dell’Umanità come paesaggio culturale,

365 giorni all’anno, in modo affidabile, sicuro,

puntuale e affabile.

Arrivederci, Arrevair, uf Wiederluaga!

Thomas Baumgartner

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Adieu Thomas Baumgartner

Von Hans Amacker

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Lieber Thomas

Am 5. September 2005 hat der Verwaltungsrat der RhB

dich zum Leiter Verkehr und Mitglied der Geschäftsleitung

gewählt. Somit konntest du als Vizedirektor zu

deinen beruflichen Wurzeln zurückkehren, durftest du

doch deine Berufslehre zum Bahnbetriebsdisponent bei

der RhB absolvieren und so deine öV-Karriere starten.

Bereits anfangs Oktober 2005 nahmst du deine Arbeit

als Leiter Verkehr auf. Im Zuge der Umsetzung der Dualstrategie

hat der Verwaltungsrat entschieden, den

Vertrieb und das Marketing von den betrieblichen Tä -

tig keiten zu trennen. Aufgrund deines beruflichen

Werde gangs, deinen fundierten öV-Erfahrungen und

deiner Nähe zum Betrieb warst du prädestiniert ab 2007

die Führung des neuen Geschäftsbereichs Produktion zu

übernehmen.

Während deiner Tätigkeit in der Geschäftsleitung hast

auch du massgeblich zur Umsetzung der vom Verwaltungsrat

verabschiedeten Strategie beigetragen und die

Qualität sowie Produktivität im Bahnbetrieb erhöht.

Unter deiner Leitung wurde das Fahrplanangebot auf

dem Netz der RhB schrittweise ausgebaut. Im Rahmen

der Strategieumsetzung wurden Effizienzsteigerungen

erzielt und die Zentralisierung der Betriebsführung sowie

die Professionalisierung der Zugverkehrsleitung wesentlich

weiterentwickelt. Auch die Pünktlichkeit der

Züge hat sich in den letzten Jahren stark verbessert.

Dass du deinen Abschied in Alp Grüm gebührend gefeiert

hast, ist bei deiner ausgeprägten Zuneigung zum

Puschlav und dem Berninagebiet keine Überraschung

gewesen. In deiner Funktion ist es dir auch gelungen,

das Führungsteam auch im Süden unseres Streckennetzes

spürbar zu machen. Hierfür und für den tollen

Abschiedsanlass in Alp Grüm danken wir dir bestens.

Das Führungsteam hat Verständnis dafür, dass du als Direktor

bei den Appenzeller Bahnen eine neue berufliche

Herausforderung annimmst. Wir danken dir für deinen

grossen Einsatz und deine vorbildliche Präsenz im Betrieb.

Wir wünschen dir für die neue berufliche Herausforderung

bei den Appenzeller Bahnen alles Gute und

viel Erfolg und Befriedigung. Wir freuen uns auf einen

Besuch deinerseits, sei es im Puschlav oder sonst auf

unserem Netz.


1000 Stunden angeregte Disussionen

Von Stephanie Rielle La Bella

Im Januar haben bereits die ersten Umsetzungsworkshops

betreffend der Mitarbeiterumfrage in den einzelnen

Geschäftsbereichen statt ge funden. Anschliessend

wurden in den Fach- und Dienstbereichen ebenfalls

Workshops, Sitzungen oder Team-Meetings durchgeführt,

um mit den Mitarbeitenden «ihr» Umfrageergebnis

zu reflektieren und Massnahmen zu definieren.

Bis zum Drucktermin der vorliegenden InfoRetica sind bereits

über 1000 Stunden von Mitarbeitenden, Vorgesetzten,

sowie Dienst- und Fachbereichsleitern in dieses Projekt investiert

worden. Es wurden angeregte Diskussionen geführt,

Ideen geboren, Alternativen aufgezeigt (und wieder

verworfen), Lösungsansätze gefunden und festgehalten.

Diesem Prozess hat sich auch das Führungsteam angeschlossen

und die Ergebnisse auf Ebene Gesamtunternehmung

analysiert und drei Fokusthemen für Massnahmen

definiert:

n Die Werte werden mit dem Ziel einer besseren Verständlichkeit

verdichtet, in die Verhaltens- und Führungsgrundsätze

des neuen MAG integriert und

anschaulicher visualisiert.

n Die Anforderungen an Führung und Führungskompetenzen

werden formuliert, die Führungskräfteentwicklung

wird überarbeitet.

n Die bereichsübergreifende Zusammenarbeit wird mit

geeigneten Massnahmen gefördert und das Bewusstsein

für die Zusammenarbeit im Unternehmen wird

geschärft.

Jedes Mitglied des Führungsteams arbeitet an einem der

drei Themen. Der Prozess wird durch HR begleitet, um

auch die Verknüpfung mit den übrigen HR-Instrumenten

(z. B. neues Mitarbeitergespräch/MAG) und Prozessen

sicherzustellen.

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

In den Geschäftsbereichen werden die definierten

Massnahmen regelmässig überprüft und auch monatlich

an den einzelnen Sitzungen rapportiert. Es wurden

schon erste Massnahmen umgesetzt:

So sind z. B. bei den grösseren Stationsumbauten wie

Davos Platz oder St. Moritz die Sicherheitsleitung an externe

Spezialisten vergeben worden, um die Sicherheit

bei den Bauarbeiten zu erhöhen.

Im Bereich Vertrieb endet jede Begleitfahrt neu mit einem

Feedback, welches schriftlich in einem strukturierten

Formular festgehalten wird.

Auch der diesjährige Junibummel nach Bergün ins neue

Bahnmuseum Albula wurde von V-GRS initiiert, um die

Zusammenarbeit und den Dialog zwischen den Fachbereichen

zu verbessern. Ganz nach dem Motto – etwas

gemeinsam kennenlernen! Wer sich persönlich kennt,

geht auch im Berufsalltag schneller aufeinander zu. So

könnte man noch viele Beispiele nennen.

Es sind unternehmensweit unter Einbezug der Mitarbeitenden

Themen der Zusammenarbeit, Führung, Arbeitsinhalte

und -abläufe, organisatorische Themen,

Kommunikation und Einbindung der Mitarbeitenden

thematisiert und angegangen worden. Daneben gibt es

auch Themen, die von HR mit den einzelnen Bereichen

aufgegriffen werden. Der gesamte Prozess wurde von

den Führungskräften, den Mitarbeitenden und der Personalkommission

mit viel Engagement, Begeisterung,

konstruktiver Kritik, kritisch, aber immer sachlich geführt.

Alle Beteiligten sind mit grossem Engagement und

Eifer dabei Bestehendes zu hinterfragen, Verbesserungen

einzuleiten und Massnahmen umzusetzen. Ein Prozess

der uns auch weiterhin noch beschäftigen wird. Ein

Dankeschön seitens HR und Führungsteam an alle!

Intensive Workshops. Reflektion der Ergebnisse: Rico Wenk und Stephanie Rielle La Bella.

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RhB schliesst anspruchsvolles Jahr positiv ab

Von Peider Härtli

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Die Rhätische Bahn weist im Jahr 2011 einen Gewinn

von 52 000 Franken aus. Das Jahresergebnis ist geprägt

von anspruchsvollen Marktbedingungen im gesamten

Schweizer Tourismus. Auch das Geschäftsjahr 2011 der

RhB war von der globalen wirtschaftlichen Situation

stark beeinflusst. Mit frühzeitig eingeleiteten Sparmassnahmen

und einer Zusatzabgeltung des Bundes aus

dem Konjunkturprogramm «Frankenstärke» erreichte

die RhB ein ausgeglichenes Jahresergebnis. Die Investitionstätigkeit

blieb mit rund 150 Millionen Franken

weiterhin hoch und ermöglichte den Substanzerhalt der

bestehenden Anlagen sowie weitere wichtige Optimierungen

für den öffentlichen Verkehr.

Im Personenverkehr wurden 92,5 Mio. Franken erwirtschaftet,

1,1 Mio. Franken weniger als im Vorjahr. Im

Güterverkehr wurden die Vorjahreseinnahmen um

3,4 % übertroffen.

Das Ergebnis in der Sparte Personenverkehr war durch

einen Ertragsrückgang aufgrund der anhaltenden Frankenstärke

geprägt. Die RhB hat auf den Ertragsrückgang

frühzeitig reagiert und wirksam Sparmassnahmen eingeleitet.

Der Bund zahlte aus dem Konjunkturprogramm

«Frankenstärke» eine Zusatzabgeltung von 3,8 Mio.

Franken. Dieser Sondereffekt und die effizient umgesetzten

Sparmassnahmen erlaubten, die erforderlichen

Rückstellungen zu bilden, und führten zu einem Gewinn

von 52 000 Franken.

2011 hat die RhB Abgeltungszahlungen für ungedeckte

Betriebskosten von insgesamt 151,5 Mio. Franken von

Bund und Kanton erhalten. Davon wurden 65,4 Mio.

Franken für die Finanzierung des Personenverkehrs und

5 Mio. Franken für den Güterverkehr aufgewendet. Auf

die Infrastruktur entfiel eine Abgeltung von 81,0 Mio.

Franken. Nebst diesen Beiträgen wurden der RhB zur

Bewältigung des überdurchschnittlichen Investitionsbedarfes

für die Substanzerhaltung der Infrastruktur zusätzliche

Darlehen von 59 Mio. Franken ausgerichtet.

Aufgrund der weiterhin hohen Investitionstätigkeit in allen

Sparten sowie ausserordentlicher Wertberichtigungen

in der Infrastruktur war im Berichtsjahr eine Kostensteigerung

von 1,5 % gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.

Kosten im Griff

n Die Verkehrserträge im Personenverkehr betrugen

92,5 Mio. Franken. Gegenüber dem Vorjahr resultierte

eine Abnahme von 1,2 %.

n Im Autoreiseverkehr wurde ein Verkehrsertrag von

13,8 Mio. Franken erzielt, womit leicht über den bereits

hohen Vorjahreswerten abgeschlossen wurde.

n Der Ertrag im Güterverkehr lag mit 19,8 Mio. Franken

um 3,4 % über dem Vorjahr.

n Der Personalaufwand konnte bei 140,4 Mio. Franken

stabilisiert werden.

n Sowohl die Unterhalts- als auch die Sachaufwände lagen

tiefer als geplant. Die eingeleiteten Kostensenkungsmassnahmen

zeigten Wirkung.

Investitionen für Substanzerhalt

Die Investitionstätigkeit war mit 149 Mio. Franken hoch

und im Wesentlichen eine Folge des Erneuerungsbedarfs.

n In der Infrastruktur wurden Investitionen von 97,5 Mio.

Franken getätigt. Die Mittel wurden in den Substanzerhalt

der Strecken, in Kunstbauten sowie in Stationsum-

und -ausbauten investiert. Die Anpassung der

Bahnübergänge an neue gesetzliche Vorschriften hat

ebenfalls zur hohen Investitionstätigkeit beigetragen.

Martin Gredig. Leichte Abnahme im Personenverkehr. Güterverkehr: Ertrag leicht über dem Vorjahr.


n Im Bereich Verkehr wurde in die Erneuerung der Rollmaterialflotte

investiert. Zusätzlich zu diesen Beschaffungsvorhaben

wurden 52 Mio. Franken für Refitprogramme

und für die Erneuerung der Güterwagenflotte

eingesetzt.

Die Finanzierung der Infrastruktur wurde durch Bund

und Kanton in der Leistungsvereinbarung 2011 und

2012 zugesichert. Die Finanzierung des Rollmaterials erfolgte

aus eingener Kraft, unter anderem durch die erstmalige

Beanspruchung des Kapitalmarkts. Die RhB hat

erfolgreich 25 Mio. Franken zu günstigen Konditionen

als privatplatziertes 10-jähriges Darlehen aufgenommen.

Ausblick – Herausforderndes Jahr 2012

Per Ende März liegen die Gesamterträge der RhB über

den Vorjahresergebnissen und auf Budgetkurs. Die RhB

profitierte in den Wintermonaten von guten Schneeverhältnissen

und dem damit verbundenen Ausflugsverkehr.

Die Buchungsstände von europäischen Gästen auf

den touristischen Angeboten Glacier und Bernina Express

sind zurzeit verhalten und bestätigen somit das

schwierige touristische Umfeld. Auch im Güterverkehr

wird es sich weisen, inwiefern sich die Frankenstärke

auf das Ertragspotenzial auswirkt.

Entsprechend der soliden finanziellen Planung erwarten

die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat trotz anspruchsvollen

Rahmenbedingungen eine stabile Geschäftsentwicklung.

Die intensive Marktbearbeitung

und -ausweitung wird fortgesetzt und auf der Kostenseite

werden die Massnahmen weitergeführt, um einer

negativen Ergebnisentwicklung gegensteuern zu können.

Die RhB geht zurzeit davon aus, dass die finanziellen

Ziele 2012 erreicht werden.

Premiumzug Glacier Express:

Buchungsstände verhalten.

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Auch im 2012 wird der Fokus bei den Investitionen auf

den Substanzerhalt der Infrastruktur sowie die Flottenerneuerung

beibehalten. Es stehen weitere wichtige Planungsarbeiten

zur Realisierung des neuen Albulatunnels

an. Zudem werden im laufenden Geschäftsjahr die ersten

neuen Stammnetz-Triebzüge für den Agglomerationsverkehr

im Grossraum Chur in Betrieb genommen.

Erfolgsrechnung 2011 für die Periode vom 1. Januar

bis 31. Dezember

Grosse Investitionen in den Substanzerhalt. Auch der Bernina Express spürt die Frankenstärke.

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Wandern mit den Steinböcken Gian und Giachen

Von Vera Stiffler

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Graubünden hat mit dem Steinbock eine eigenständige,

authentische und charmante Werbeikone. Der Steinbock

steht für die Berge, den wichtigsten Treiber für Ferien in

Graubünden. Gleichzeitig sehen sich die Bündnerinnen

und Bündner vom Steinbock repräsentiert. Er ist Teil des

Kantonswappens und verkörpert Stolz, Authentizität

und eine gesunde Portion Eigensinn. Aber wie vermarktet

man einen Steinbock? «Enavant Grischun», so lautet

seit 2008 die Kommunikationsoffensive von Graubünden

Ferien und deren Partnern.

Im letzten Jahr hat die RhB entschieden, eine überraschende,

nachhaltige Kampagne zu konzipieren, die ein

breites Publikum begeistert und gleichzeitig konkrete

Angebote transportieren kann. Mit diesen hohen Anforderungen

war es rasch klar, dass es ein Webprojekt wird.

Das Webwandern war geboren. Konkret heisst das:

n Die Bündner Steinböcke Gian und Giachen haben die

Wanderungen der Via Albula/Bernina entlang der

Bahnstrecke abgewandert und gefilmt. Daraus entstand

mit 36 Stunden der längste Wanderfilm der Welt.

Die aussergewöhnliche Strecke kann nun virtuell abgewandert

werden: www.webwandern.ch

n Ziel der Plattform ist es, Wanderer – und natürlich

auch jene, die es noch werden möchten – für eine

reale Wanderung auf der Via Albula/Bernina zu begeistern.

n 10 Etappen auf 131 Kilometer, entlang dem UNESCO

Welterbe. Ein Traum für Wanderer. Insgesamt 100 Hotspots

mit Hintergrundinfos für Neugierige: Solisvia-

Übergabe der Wettbewerbspreise. Bar Rimini.

10

dukt, Landwasserviadukt, Palpuognasee, St. Moritz,

Gletschergarten Cavaglia u.v.m.

n Jeder Zeitpunkt der Wanderung sowie alle Hotspots

können über zahlreiche Social Media Kanäle geteilt

werden.

n Gekoppelt an die Lancierung ist ein Gewinnspiel, bei

dem insgesamt 50 RhB UNESCO Welterbe Pässe der

2. Klasse sowie als Hauptpreis eine Führerstandsfahrt

verlost werden. Weitere Aktionen sind für 2013 und

2014 geplant.

n Da es eine Webkampagne ist, können wir jeden Schritt

- gemäss definierten Zielen - messen.

Seit dem 10. Mai sind wir mit der Webwanderplattform

www.webwandern.ch live. Der Auftakt präsentierte sich

in Zürich mit einer Medienkonferenz zusammen mit

Graubünden Ferien. Am Abend läuteten die beiden

Partner dann bei herrlichem, sommerlichem Wetter in

der hippen Rimini Bar in Zürich den Bündner Bergsommer

ein: Grilladen mit Schlangenbrot und Minicervelats,

die Gäste in Wandertenue und trendige Hintergrundmusik

mit dem Churer Musiker Luca Siseras stimmten die

Gäste für Graubünden ein. Danach ging es mit Wanderleitern

zu Fuss die 800 Meter entlang dem Schanzengraben

zum Restaurant und Eventlokal Reithalle. Dort erwarteten

die Gäste Essinseln mit Bündner Spezialitäten,

riesige Bildschirme mit dem Webwanderfilm, Feldblumen

als Dekoration, trendige Musik und eine überraschende

Laudatio von 10vor10-Moderator Stephan

Klapproth – ein Liebesgedicht an Graubünden.


Gemeinsam für ein Top-Produkt

Von Peider Härtli und Eugen Cantieni

Aufgeteilt auf vier mal zwei Tage wurden insgesamt

120 Glacier Express-Gästebetreuer und -Betreuerinnen

der Rhätischen Bahn, der Matterhorn Gotthard

Bahn (MGB) und von Railgourmino SwissAlps (RGSA) im

Umgang mit fremden Kulturen an Bord des Panoramazuges

geschult. Die Ausbildung fand in Disentis/Mustér

– an der Übergangsstelle von der RhB zur MGB – statt.

Die Hintergründe der Weiterbildung sind einerseits die

hohen Erwartungen der Glacier Express-Kunden an

den persönlichen Service an Bord und andererseits die

herausfordernde Wirtschaftslage. Um der weiterhin

schwierigen Situation aktiv zu begegnen, bearbeiten

RhB, MGB und RGSA mit vereinten Kräften intensiv

neue Märkte. Voraussetzung für die optimale Betreuung

von Gästen aus diesen fernen und zum Teil auch

neuen Märkten ist das Verständnis für deren Bedürfnisse

und Erwartungen. Besonders der Glacier Express

mit einem Gästeanteil von rund 40 % aus dem asiatischen

Raum erfordert von den Gastgebern eine

besondere Sensibilisierung im Umgang, in der Betreuung

und im Verständnis für diese Kulturkreise. Dabei

Einführung in die indische Kultur mit

Pradeepa Anton.

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

ist keineswegs geplant, den Zugbegleitern und den

Gastro-Serviceverantwortlichen die indische oder japanische

Sprache beizubringen, sondern vielmehr fundamentale

Regeln für die tägliche Arbeit an Bord dieses

weltbekannten Panoramazuges zu erlernen. Die indischstämmige

Pradeepa Anton führte die Glacier Express-Mannschaft

in die Geheimnisse der indischen

(Reise-) Kultur ein. Als Ziel dieser Schulung sollten sich

die Glacier Express-Gastgeberinnen und -Gastgeber

bewusst werden, mit welchen Erwartungen beispielsweise

Inder die Schweiz als Reiseland wählen. Das Vermeiden

von Missverständnissen aufgrund der besonderen

indischen Verhaltensweise war ebenfalls Teil der

Übungen.

In einem zweiten wichtigen Kursteil wurde unter Leitung

des Samaritervereins Disentis/Mustér das richtige

Verhalten in einem Notfall trainiert. Unter Mitwirkung

von Figuranten setzten sich die Kursteilnehmer mit

möglichen Ereignissen auseinander und übten möglichst

realitätsnah Erste Hilfe, Evakuation, Betreuung

und Kundeninformation unter Stress.

Richtiges Verhalten … … im Notfall.

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Martin Sturzenegger berät am

Workshop in Prag potenzielle

Kunden.

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Stärkere Präsenz in neuen Märkten

Von Piotr Caviezel

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Das Vertriebsteam der RhB hat die Weichen gestellt: Mit

der neuen Strategie und erhöhtem Budget will die RhB

neue Märkte wie Indien und Österreich erschliessen

sowie Aktivitäten in aufstrebenden Ländern wie China,

Korea, Japan, Tschechien und Polen stärken. Das Ziel ist

klar: die Abhängigkeit von den Europäischen Märkten

reduzieren und damit das Euro-Klumpenrisiko minimieren.

Drei neue Gesichter sorgen seit kurzem für mehr Fahrt

im Marktbearbeitungsteam: Vinita Vasu vertritt die RhB

neu in Mumbai (Indien), Jacky Zhu in Shanghai (China)

und Patricia Huber verstärkt das Märkteteam in Chur.

Die stärkere Präsenz in neuen Märkten entspricht der

Strategie, die Abhängigkeit von den Euro-Ländern zu

verringern. Das vom Geschäftsbereich Vertrieb erarbeitete

Konzept wurde noch 2011 von der Geschäftsleitung

und dem Verwaltungsrat verabschiedet.

«Mit gezielten Massnahmen wollen wir unsere Aktivitäten

diversifizieren sowie die Erschliessung neuer

Märkte in Angriff nehmen – und damit am Wachstum

von aufstrebenden Märkten partizipieren», sagt Martin

Sturzenegger, Leiter Vertrieb und Marketing. «Gemeinsam

mit unseren Partnern Davos Klosters Tourismus

und Engadin St. Moritz Tourismus wollen wir in einem

weiteren Schritt die Angebote der RhB und die Feriendestination

Graubünden in Wachstumsregionen bekannter

machen.»

Lehrjahr 2011

2011 hielt der schwache Euro viele Gäste aus den ausländischen

Hauptmärkten Deutschland und Italien von

den RhB-Schienen fern. Der starke Franken verteuerte

Ferien in der Schweiz. Allerdings verzeichneten bei-

Das neue Gesicht bei Marktbearbei -

tung Schweiz/International: Patricia

Huber im Verkaufsgespräch mit einer

Ein käu ferin von einem tschechischen

Reiseveranstalter.

spielsweise die Jungfraubahnen im selben Jahr einen

Besucherrekord – vor allem dank den asiatischen Gästen.

Nach einer sorgfältigen Analyse des Marktumfelds

erarbeitete die RhB darum eine neue Strategie, um im

Ausland neue Märkte zu erschliessen und bestehende

auszubauen. «Der Einsatz der neuen Sales Repräsentanten

in Indien und China ist dabei nur eine Massnahme,

um die gesteckten Ziele zu erreichen», sagt Sturzenegger.

Netzwerk pflegen: Zwei konkrete Aktivitäten

Workshop in Prag

Über 65 Reiseveranstalter aus ganz Tschechien trafen

sich am 16. Mai in Prag für einen Workshop von Schweiz

Tourismus. Bei persönlichen Gesprächen knüpften Patricia

Huber, Martin Sturzenegger und Piotr Caviezel Kontakte

und tauschten Informationen aus. Im Anschluss an

den Workshop begrüssten die Veranstalter der Swiss

Business Party Unternehmer und weitere Vertreterinnen

und Vertreter der Schweizer Handelskammer.

Asia Pacific Workshop

Rund 120 Reisefachleute aus Asien, Australien und Neuseeland

trafen sich vom 19. bis 21. Mai 2012 am Asia

Pacific Workshop (APW) in Zürich. Den Anlass hatte

Schweiz Tourismus organisiert. Um die Angebote der Rhätischen

Bahn und von Graubünden besser kennenzulernen,

reiste eine Gruppe aus Beijing vor dem APW nach

St. Moritz und via Tirano bis Lugano. Eine zweite Gruppe

aus Hong Kong benutzte den Bernina Express von St. Moritz

nach Tirano und wieder zurück. Eine weitere Delegation

aus Japan und Korea erlebte zudem im Anschluss an

den Workshop eine Fahrt mit dem Glacier Express.

Reto Rostetter wirbt um neue

Fahr gäste aus den aufstrebenden

asia tischen Märkten.

Die neuen Sales Repräsentanten

Vinita Vasu aus Indien und Jacky

Zhu aus China, unterwegs mit

dem Bernina Express.


100 Jahre Chur – Disentis: Auftakt mit Jubilok

Von Peider Härtli

Am 16. und 17. Juni 2012 feierte die Rhätische Bahn

das 100-jährige Bestehen der Strecke Chur – Disentis/

Mustér – und mit ihr die ganze Surselva. Zum Auftakt

des Jubiläumsfestes präsentierte die RhB gemeinsam

mit dem bekannten Publizisten aus der Surselva, Iso Camartin,

die speziell bemalte Jubiläumslok, welche im

ganzen Kanton auf diesen Anlass aufmerksam machte.

Regionale Organisationskomitees planten entlang der

Strecke originelle Veranstaltungen für die Besucherinnen

und Besucher und die RhB lockte mit «Einfach für Retour»

zum Fest.

Lok 630 lockt im Jubilook

Für den Jubiläumsanlass hat die RhB die Lokomotive Ge

4/4 II 630 «Trun» mit dem Jubiläumslogo «100 Jahre

Chur – Disentis»/«100 onns Cuera – Mustér» versehen.

Die Jubilok wurde am 23. Mai 2012 erstmals der Öffentlichkeit

präsentiert. Für die kleine Feier in Chur konnte

mit Iso Camartin ein weit über die Kantonsgrenze hinaus

bekannter Bündner mit Surselva-Wurzeln gewonnen

werden. Camartin und Leiter Vertrieb und Marketing

der RhB, Martin Sturzenegger entliessen die Lok in Chur

als Werbeträgerin aufs Bündner Schienennetz. Sturzenegger:

«Mit ihrer Präsenz wird sie im ganzen Kanton auf

das Fest aufmerksam machen und am 16. und 17. Juni

2012 möglichst viele Besucherinnen und Besucher in die

Surselva locken».

Ein Fest für und mit der Bevölkerung

Zu Recht, denn an diesem Wochenende wurde zwischen

Chur und Disentis/Mustér ein attraktives Programm geboten.

Regionale Organisationskomitees überraschten

die Gäste mit originellen Festen an ihren Bahnhöfen.

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Abenteurer kamen ebenso auf ihre Rechnung wie Familien

und Geniesser von Kulinarik und Unterhaltung.

Grosse Beachtung durften Marie Louise Werth und ihre

17 Musiker erfahren, als sie auf der «Rollende Konzertbühne»

an den verschiedenen Bahnhöfen eine halbe

Stunde ihre Hits zum Besten gaben. Verschiedene Erlebniszüge

entführten die Besucherinnen und Besucher

von einem Fest zum anderen. Auf ganz besonderes Interesse

stiess die erstmalige Beleuchtung der einzigartigen

Rheinschlucht bei Versam am Samstagabend.

Einfach für Retour

An den Festtagen galt das Motto «Einfach für Retour» für

Fahrten ab allen Bahnhöfen der RhB nach Chur oder/

und Reichenau-Tamins. Das Spezialbillet für 10 Franken

(Basis Halbtax) galt an den Festtagen als «Generalabonnenment»

auf der ganzen Strecke zwischen Chur und

Disentis/Mustér in allen Regel- und Extrazügen (ausgenommen

Glacier Express). Kinder bis 16 Jahren mit Juniorkarte

und in Begleitung eines Eltern- oder Grosselternteils

fuhren gratis mit.

Geni Rohner und Vera Stiffler. Martin Sturzenegger, Iso Camartin und

Peider Härtli (v.l.n.r.).

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Interview mit Pyrokünstler Thomas Heim

Von Eugen Rohner

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Zur 100-Jahrfeier der Strecke Chur–Disentis/Mustér hat

die Rhätische Bahn am 15. und 16. Juni die Ruinaulta

bei Versam in ein besonderes Licht gerückt. Verantwortlich

für die Inszenierung war der bekannte Pyrokünstler

Thomas Heim der Firma Hamberger. Geni Rohner hat im

Vorfeld des Jubiläums mit ihm gesprochen.

Eugen Rohner (ER): Die Beleuchtung der Rheinschlucht

ist ja eine besondere Herausforderung.

Wo liegen die Tücken?

Thomas Heim (TH): Das Besondere an dieser Inszenierung

ist die Montage der Effekte im sehr steilen Gelände,

welches nur schwer zugänglich ist. Da wir bis zu 15 Positionen

haben, welche mit Effekten bestückt werden,

müssen wir auch per Boot über den Rhein setzen, um zu

den vorgesehenen Standorten zu gelangen.

ER: Wie viele Personen stehen am Samstagabend im

Einsatz? Welche Aufgaben hat jeder?

TH: Es werden 8 Personen im Einsatz stehen. Wobei am

Abend selbst braucht es nur zwei Personen, welche die

Projektionen sowie das Fernauslösen der Beleuchtung

bedienen.

ER: Ist die Brandgefahr in einem Naturschutzpark

ein Thema? Welche Sicherheitsmassnahmen wurden

ein geleitet?

TH: Die Brandgefahr ist nicht unbedingt ein Thema. Wir

waren bereits ein Jahr vorher vor Ort und haben die

Umgebung aufgenommen und die möglichen Standorte

bereits so beurteilen können wie wir es dann Mitte Juni

auch effektiv antreffen werden. Nun ist es aber so, dass

wir keine Effekte einsetzen, welche vom Boden in die

Höhe weggeschossen werden und somit fast nicht kontrollierbar

wären. Alle Effekte werden am Boden auf felsigem

Untergrund mit entsprechender Sicherheitsdistanz

zu brennbaren Materialien fixiert. Es werden zum

Teil mit Spaten kleinere Furchen gemacht, damit beim

Abbrand die zum Teil entstehende Schlacke aufgefangen

wird. Es entstehen keine Abfälle und wir bringen kein

Material in den Park resp. in den Fluss ein. Nach der

Beleuchtung wird das gesamte Restmaterial wie die

Empfänger und Halterungen wieder eingesammelt.

ER: Wird das bengalische Licht bei der Firma

Ham berger präpariert?

TH: Alle eingesetzten Effekte sind aus unserem Haus resp.

werden bei uns grösstenteils noch selber hergestellt.

ER: Wie viele Mitarbeiter hat die Firma Hamberger?

Seit wann gibt es die Firma?

TH: Wir sind zur Zeit 23 festangestellte Mitarbeiter; zudem

haben wir eine permanente Zusammenarbeit mit

einem regionalen Behindertenheim sowie 6 bis 8 Heimarbeitern.

Die Firma gibt es seit 1863 und interessanterweise

begann alles mit Beleuchtungen wie z. B. den

Giessbachfällen in der Nähe bei uns am Brienzersee.

Übrigens machen wir genau diese Beleuchtungen nun

wieder seit zwei Jahren am selben Ort wie anno 1863 …

ER: Stammt das Material aus China? Werden Feuerwerkskörper

in der Schweiz individuell (gemäss

Kundenwunsch) zusammen gestellt?

TH: Wie bereits erwähnt, ist das Material welches in der

Schlucht von Versam eingesetzt wird, alles made by

Hamberger. Als Feuerwerksfirma haben wir natürlich

(wie jede in dieser Branche tätige Firma) aber auch unsere

Lieferanten in China, welche für uns die speziellen

Effekte, wie man sie an Seenachtsfesten und dergleichen

Feuerwerken sieht, herstellen. Da wir aber als Hersteller

auch selber über das nötige Knowhow verfügen,

stellen wir viele Effekte auch selbst her. Somit können

wir für praktisch alle Anlässe auch massgeschneiderte

Lösungen anbieten.

ER: Welches war bisher die grösste Herausforderung?

TH: Es gab schon sehr viele Projekte welche uns vor Herausforderungen

stellten. Sei es im Hochgebirge (Jung-

Thomas Heim.


fraujoch/Schilthorn bei den Dreharbeiten zu 007 usw.),

auf den Seen für die ganz grossen Feuerwerke wie früher

das Fête de Genève oder das Zürifäscht. In letzter Vergangenheit

waren es aber auch Anlässe wie ein Schaffusia,

wo wir eine Eisenbahnbrücke auf einer Länge von

ca. 80 Meter mit einem grossen Silberwasserfall bestückten,

welcher dann bis auf das Wasser runter fiel.

Für die Eröffnung des Nationalstadions in Bern haben

wir Tage zum voraus die Linien des Spielfelds mit kleinen

Blinklichtern bestückt und auf einen Schlag über

2000 Blinker gezündet, welche das Spielfeld nachgezeichnet

haben. Aber auch kleinere Anfragen sind für

uns manchmal schwierig umzusetzen, da der Kunde

zum Teil auch Wünsche einbringt, die wir unter Berücksichtigung

der Sicherheit versuchen entsprechend umzusetzen.

ER: Welches war das schönste Feuerwerk? Gibt

es Bilder davon? Wie lange dauerte das längste

Feuerwerk?

TH: Es gibt viele schöne Feuerwerke die wir im Verlaufe

der letzten Jahre gemacht haben. Je nach Szenario des

Ortes oder des Platzes wirken die Feuerwerke sehr unterschiedlich.

Wenn wir auf dem Wasser schiessen, dann

hat man oftmals Spiegelungen vom Effekt im Wasser,

was natürlich zusätzlich für schöne Stimmung sorgt. Wir

haben eine Vielzahl von Bildern und produzieren auch

jedes Jahr einen schönen Feuerwerkskalender mit den

aktuellsten Feuerwerksbildern. Das längste Feuerwerk,

das wir geschossen haben, dauerte ca. 40 Minuten Aber

für das Publikum sind solch lange Feuerwerke relativ

anstrengend zum Zuschauen. In der Regel dauern die

ganz grossen Feuerwerke nicht länger als 30 Minuten.

ER: Die Technik verbessert sich ja laufend. Welche

Entwicklung gab es bei den Feuerwerken? Was wird

in den nächsten Jahren noch umgesetzt?

TH: Seitens der Technik gibt es grosse Fortschritte im

Bereich des Zündmaterials d. h. mit den modernen

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Funkzündanlagen ist man in der Lage, aus weiter Distanz

die Effekte auszulösen ohne Kabelverbindungen

herstellen zu müssen. Auf der Seite der Pyrotechnik

gibt es noch gewisse Wünsche, welche man versucht zu

erfüllen.

ER: Gab es schon Unfälle?

TH: Unfälle von professionellen Feuerwerken gab es in

den letzten Jahren in der Schweiz zum Glück keine. Unfälle

aus Fabriken in China gibt es trotz den erhöhten

Sicherheitsstandards und Qualitätskontrollen immer

wieder (im Schnitt alle zwei Jahre).

Unfälle mit herkömmlichen Kleinfeuerwerksartikeln gibt

es aber öfters, da die Leute oftmals die Sicherheitshinweise

nicht beachten oder irgendwelche Böller oder

ähnliches selber herstellen wollen.

ER: Welchen Tipp gibt es vom Fachmann für den

Besuch eines Feuerwerks? Wo sind die besten Standorte?

Was sollte sonst noch beachtet werden?

TH: Es gibt für jedes Feuerwerk einen Mindestabstand,

den der Feuerwerker gegenüber dem Zuschauer einhalten

muss. Ich empfehle jedem Zuschauer mindestens

400 Meter weit weg zu stehen, um das Feuerwerk aus

Sicht eines Weitwinkelobjektivs betrachten zu können.

Erst aus dieser Perspektive kann man die Gesamtheit eines

Feuerwerks erfassen und geniessen. Wenn ein Feuerwerk

alljährlich stattfindet, dann empfehle ich auch

den Standort zum Zuschauen mal zu wechseln, d. h.

vielleicht aus einer grösseren Entfernung auf einem erhöhten

Standort das Feuerwerk zu schauen etc.

ER: Licht und Feuerwerk, ist das die neue Formel?

In der Rheinschlucht sind ja auch Licht-Projektionen

geplant.

TH: Für uns im Speziellen werden wir vermehrt mit Pyrotechnik

und Projektionen arbeiten, weil wir ein zusätzliches

Element einbringen können welches eine schöne

Kombination darstellt.

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Impressionen 100 Jahre Chur–Disentis

Bilder von Andy Mettler, swiss-image und diverse

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

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Verkauf 2015

Von Jolanda Picenoni und Victor Zindel

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Seit 2011 erarbeitet eine Arbeitsgruppe des Vertriebs

unter dem Projekttitel «RhB – Verkauf 2015» Ziele und

Massnahmen, um die Performance der Verkaufsmitarbeitenden

zu steigern. Dabei wurden als erstes unsere

Vision wie auch die RhB Leitsätze erarbeitet. InfoRetica

Nr. 3/2011 hat darüber berichtet. In der Fläche wurde

seither viel trainiert. An Verkaufsschulungen konnten

sich die Mitarbeitenden das Rüstzeug erarbeiten.

Vision:

«Die Rhätische Bahn hat im 2015 das beste Verkaufsteam

aller Schweizer Bahnen und begeistert mit Verkaufsstärke,

Kompetenz und Enthusiasmus».

Das Projekt Verkauf 2015 – ist nach der letztjährigen

Einwärmphase nun definitiv im Startdrittel. Folgende

Schwerpunkte sind für 2012 gelegt:

Neuer Verkaufsschulungspartner – NeumannZanetti &

Partner (NZP)

NeumannZanetti & Partner wurde von der RhB als neuer

Schulungspartner für Verkaufsschulungen und -support

bestimmt. Mit NZP haben wir einen starken Partner

an unserer Seite und gemeinsam wurden spezifische

RhB Verkaufsschulungsinhalte definiert.

Im 2012 absolvieren nun alle RhB Verkaufsmitarbeitende

zwei Verkaufskurse (1. Teil: sympathisch verkaufen/2.

Teil: clever verkaufen, um Schweizermeister zu

werden!). Vor, zwischen und nach den Schulungen haben

die Verkaufsmitarbeitenden den Auftrag, das erlernte

Wissen täglich in ihren Berufsalltag einfliessen

zu lassen. Die beiden Verkaufsprofis von NZP, Philip Eicher

und Adrian Stalder, haben ein grosses «Knowhow»

bzw. «Do-how» und geben viele hilfsreiche

Anregungen und Tipps, wie profimässig Bahndienstleistungen

zu verkaufen sind.

Unsere Leiter Verkauf bzw. Leiter Bahnhöfe haben im

März mit Unterstützung von NZP, eine eigene RhB Verkaufstorte

«gebacken». Sie umfasst vier Stockwerke

und ist mit sämtlichen Verkaufszutaten bestückt (siehe

Abbildung). Dank dieser Verkaufstorte entwickeln nun

alle Verkaufsmitarbeitenden das gleiche Verkaufsverständnis

und können ihre eigene Leistung besser einstufen.

Trainings on the Job

Mit «training on the job» stärken wir die Verkaufsleistung

jedes einzelnen Verkaufsmitarbeiters. Der jeweilige

Vorgesetzte schult seine Mitarbeitenden mehrmals

pro Jahr und führt mehrere Verkaufsgespräche mit den

Mitarbeitenden durch. Als Auswertungstool steht ihm/

ihr dabei der «training on the Job Bewertungsraster»

zur Verfügung. Stetes Training steigert die eigene

Verkaufsleistung. Und bekanntlich trainieren auch gestandene

Profis täglich (wie z. B. Roger Federer, HCD

oder Shakira)!

Infoportal, 3. Spalte

Im Juni wird auf dem Infoportal (online Portal) die

«3. Spalte» eingeführt. Ein Meilenstein. Dank diesem

Hilfsmittel verfügen die Bahnhöfe neu über eine zentrale

Ablage, wo sämtliche Informationen zu einem

Produkt/Angebot abrufbar sind. Neu sind 40 Produktebeschriebe

verfügbar, zusätzlich sind alle Kreisschreiben

(KAT), alle PM-Weisungen und weitere Informationen

an einem Ort schnell und aktuell abrufbar. Patricia

Breitenmoser, Leiterin Railservice, hat dies zusammen

mit Thomas Glükler, Produkt Management, koordiniert

und diverse Schritte unternommen um dies möglich zu

machen.

Philip Eicher, NeumannZanetti & Partner. Marco Caviezel und Urs Mader, Ilanz.


Kennzahlen Cockpit Vertriebsleistungen

Die Bahnhöfe verfügen heute über kein Kennzahlen

Cockpit Vertriebsleistungen. Einzig umsatzrelevante

Daten werden erfasst und ausgewertet. Dem wird jetzt

Abhilfe geschaffen. Zur Zeit ist V-GR mit Unterstützung

von F-RW-V/P an der Erarbeitung eines Kennzahlen

Cockpits. In wenigen Wochen liegt dieses vor. Dadurch

wir die Messbarkeit der einzelnen Bahnhöfe gewährleistet

und ein Vergleich unter allen Bahnhöfen wird

möglich.

Rekofahrten Glacier und Bernina Express

Wer die eigenen Produkte selber erlebt hat, kann sie

kompetent und sicher verkaufen. Die Verkaufsmitarbeiter

sind aufgefordert unsere beiden Premiumzüge

selber zu erkundschaften. Ein attraktives Angebot steht

ihnen zur Verfügung. Nun gilt es einfach diese Chance

zu nutzen.

Stellenbeschriebe

Die Stellenbeschriebe für alle Verkaufsmitarbeiter und

deren Führungskräfte sind überarbeitet und angepasst.

«Verkauf 2015»-Anforderungen sind ebenfalls eingeflossen.

Die neuen Stellenbeschriebe sind Bestandteil

des neuen Mitarbeitergesprächs (MAG).

Leitsätze leben

Ob alle Beteiligten die Leitsätze zukünftig richtig einsetzen

und leben, werden uns unsere Kunden aufzeigen.

Denn sie sind davon betroffen. Unsere Mitarbeitenden

sollen lernen, die ihnen zur Verfügung

stehenden Leitsätze richtig einzusetzen und dadurch

unsere Gäste und Kunden zu überraschen. Es sind die

kleinen Dinge im Leben, welche zukünftig das PLUS

ausmachen. Erfolg haben werden all jene Mitarbeiten-

Leiter Verkauf Bahnhof am

Multiplikatorentag.

Multi plikatorentag in Klosters.

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

den, welchen es gelingt, den Kunden ihre Leidenschaft

und Freude am Tun zu übermitteln und so dem Gast

einen Mehrwert zu schaffen.

Wenn es uns gelingt, in der kurzen Zeit, in welcher unser

Kunde am Schalter steht, zu begeistern und wenn

möglich Mehrwert zu schaffen, sind wir bereits einen

grossen Schritt weiter auf dem Weg zum Schweizermeister

Titel.

Mystery Testing Railplus 2012

Noch ist es ein langer Weg zum Schweizermeister Titel.

Eine Bewährungsprobe steht bereits ab August vor uns.

Zwischen August und Oktober 2012 findet erneut ein

Mystery Testing von Railplus statt, an welchem wir

ebenfalls wieder teilnehmen. Nachdem wir vor 2 Jahren

den Schlussrang belegt haben, wollen wir bei diesem

Testing punkten, und zwar richtig.

«Das Unmögliche ist oft das,

was noch niemand versucht hat.»

(Johann Wolfgang von Goethe)

Unmöglich ist es nicht, erfolgreich sein zu wollen –

aber der Wille und die Leidenschaft erfolgreich zu verkaufen,

ist der Weg zum Erfolg und so zum Schweizermeister

mit Verkauf 2015.

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100 Jahre Billettpresse – 20 Jahre Kinderbillette

Von Giusep Collenberg

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Gemäss Protokoll der Direktion vom 26. September

1911 wurde damals der Antrag gestellt, die einfache

Billettdruckmaschine mit Handbetrieb aufgrund des

gesteigerten Bedarfs an Billetten durch eine neuere

Maschine zu ersetzen. Die vorhandene einfache Handmaschine

sollte als Reserve behalten werden.

In der Ausgabe des 25. Geschäftsberichts der Rhätischen

Bahn, Ausgabe 1912, ist unter den Betriebsausgaben

die Anschaffung einer neuen Billettdruckmaschine

aufgeführt. Somit ist die Rhätische Bahn seit

100 Jahren im Besitz der Fahrkartendruckpresse (Goebel

Darmstadt).

Wenn das nicht einmal ein Grund für etwas Besonderes

ist, dachte ich mir. Ich bin Giusep Collenberg, seit 1991

Billettdrucker im Verwaltungskeller der Rhätischen

Bahn und Leiter der Hausdruckerei.

Geschichtliches zum Billettwesen

Früher wurden die Zugbillette auf einen Zettel oder auf

einen Karton in Form einer Quittung geschrieben. Die Abrechnung

war schwierig und mühsam.

Thomas Edmondson (1792–1851) wurde 1836 Stationsvorsteher

der kleinen Station Milton an der neu eröffneten

Eisenbahnlinie Newcastle – Carlisle in England. Er

nummerierte den geschnittenen Karton und reihte diesen

gemäss den verschiedenen Bestimmungen im Fahrkartenschrank

ein. Die Abrechnung war somit einfacher

und die Billettausgabe verlief rascher. So entstand das

Billett-Kastensystem, wie wir es heute noch kennen.

Edmondson ist auch der Erfinder des nach ihm benannten

und bis in die 1980er Jahre überall verbreiteten

Fahrkartensystems und der Edmondsonschen Fahrkartendruckpressen.

Seit 1912 werden die Edmondsonschen Kartonbillette

bei der RhB auf unserer Jubilarin, der Billettdruckpresse

Der Drucker und der Künstler:

Giusep Collenberg und Jörg Binggeli.

Goebel Darmstadt, gedruckt. Deren Stundenleistung beträgt

zwischen 6 000 und 8 000 Billette, je nach Karton

und Text. Der Jahresdurchschnitt betrug bis 2007 zwischen

500 000–750 000 Kartonbillette.

Die Chronik der Edmondsonschen Billette

Seit dem 10. Dezember 2006 dürfen die Edmondsonschen

Billette für den direkten Verkehr, gemäss einem

Schreiben des Billettwesens SBB Bern, nicht mehr gedruckt

werden.

Seit dem 9. Dezember 2007 dürfen keine Edmondsonschen

Billette mehr im direkten Verkehr verkauft werden.

Seit dem 9. Januar 2008 werden die Edmondsonschen

Billette im direkten Verkehr bei den SBB, der Post und bei

fremden Bahnen nicht mehr als Fahrausweis anerkannt.

Bei der Rhätischen Bahn sind sie im internen Verkehr

noch immer gültig.

Einzelne Verkaufsstellen sind noch mit gewöhnlichen

Edmondsonschen Billetten ausgerüstet. Z. B. mit Schlittelbilletten,

Spezialbilletten und Kinderbilletten.

Die Edmondsonschen Billette wurden durch die 90 neuen

Billettautomaten abgelöst; bei den Verkaufsstellen

durch die elektronischen Fahrkartendrucker Prisma2.

Die Billettdruckerei der Rhätischen Bahn in Chur ist seit

2000 mit zwei Thermo/Direktfahrkartendruckern ausgerüstet

und kann somit fast alle Spezialbillette in den

Formaten Mehrfahrtenkarte kurz, Mehrfahrtenkarte lang

und Abo-Format produzieren. Bei den Kunden sogar je

nach Grösse und Qualität mit eigenem Logo.

Somit ist die Ära der Fahrkartendruckpresse nicht ganz

vorbei; doch auch bei der RhB bestimmt die elektronische

und digitale Zeit die Zukunft des Billettwesens.

20 Jahre Edmondsonsche Kinderbillette

Auf Anregung und Wunsch von Agnes Grünenfelder,

100 Jahre Billettpresse. 80 Jahre …


habe ich 1992 die ersten Kinderbillette entworfen. Ich

habe verschiedene Symbole, Motive, Lokis, ja sogar ein

altes RhB Briefkopf-Klischee zurecht gefräst und angepasst.

Die Höhe muss genau eine Schrifthöhe von 16 2 /3

Cicero (Typografisches Mass 23.5–24 mm) haben, damit

man es Drucken kann.

Seit 1992 sind mehr als 2 Millionen Kinderbillette in den

Zügen und am Billettschalter an unsere zukünftigen Kunden

verteilt worden. Da Jubiläen immer etwas Spezielles

sind, habe ich immer mit dem Gedanken gespielt, auf

diese zwei 100-jährigen Jubiläen im Jahr 2012 hin etwas

Aussergewöhnliches herzustellen.

Ich habe mit dem Lokführer Jörg Binggeli (Künstlername

Jöbi) Kontakt aufgenommen und ihm meine Vision geschildert;

denn ich wusste, dass er ein sehr guter Zeichner

ist. Er hat die vier Zeichnungen in Originalgrösse A4 Format

gemalt.

Nachher konnten wir vier Kunststoffklischees bei der Firma

Aeschbacher in Worb produzieren lassen, die für uns

ferner die verschiedenen bunten Billettkarton herstellen.

Am Jubiläumsfest vom 16. und 17. Juni 100 Jahre Chur –

Disentis in Ilanz gelangten die neuen Kinderbillette zum

ersten Mal zum Einsatz.

Wir haben uns schliesslich, nach einer ausgiebigen Absprache

für folgende vier Zeichnungen entschieden: Vier

Jahreszeiten und mögliche Aktivitäten für Familien mit

der RhB. Die besondere Herausforderung war, die Zeichnungen

so einfach wie möglich zu gestalten, damit sie

auf der Billettgrösse von 2,5 × 3 cm verkleinert auch

noch gut sichtbar sind. Dies ist gut gelungen. So hoffe

ich, dass viele Kinder in Zukunft Freude an diesen Billetten

haben und damit schöne Erinnerungen an die RhB

mit nach Hause nehmen.

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Thomas Edmondson (1792–1851) war der Erfinder des

nach ihm benannten und bis in die 1980er Jahre überall

verbreiteten Fahrkartensystems, der Edmondsonschen

Fahrkarte, fälschlicherweise auch oft Edmonsonsche

Fahrkarte genannt. Die damals übliche Ausgabe von

kleinen Zetteln als Fahrausweise, von der Postkutschenzeit

übernommen, befriedigte ihn nicht und er begann

ein neues Fahrkartensystem zu entwickeln.

Fahrkartenschrank im DB-Museum in Nürnberg

Um eine bessere Kontrolle, Abrechnung und Prüfung der

verkauften Fahrscheine zu haben, baute er eine Maschine

zusammen, welche kleine Pappkartone mit dem Format

30,5 mm × 57 mm (1 3 /16“ × 2¼“) und ca. 580 g/m²

Gewicht bedrucken und nummerieren konnte. Daneben

einen Kasten, in welchen die Billette aufbewahrt wurden

und eine Datumspresse, mit welcher die Fahrscheine

datiert werden konnten. Schon bald übernahmen

einige andere Stationen auf seiner Linie dieses System.

Auch Captain Law, der leitende Direktor der Manchester

und Leeds Railway erkannte die Möglichkeiten dieses

revolutionären Systems und stellte darauf Thomas Edmondson

als Direktor an. Dieser führte sein System auf

allen Stationen dieser Bahn ein.

Die Bauart des Fahrkartenautomaten und der Datumpresse

war von Anfang an gelungen, nur die sehr komplizierten

Maschinen für Druck und fortschreitende

Nummerierung der Billette waren erst das Ergebnis

allmählicher Verbesserungen. Heute werden Edmondsonsche

Fahrkarten fast nur noch von Museumsbahnen

verwendet.

…Kinderbillette. Und sie funktioniert.

Giusep Collenberg mit seinem Stand am

Jubiläum «100 Jahre Chur–Disentis».

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Bahnprojekte in der Surselva

Von Gian Brüngger

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Die Lukmanierbahn

Mit dem Bau und der Eröffnung der Eisenbahnlinie Rorschach

– Chur im Jahre 1858 bestand bereits das Vorhaben,

diese über Chur hinaus und dem Lukmanier Richtung

Süden nach Italien zu verlängern. Ja selbst die

Linie Rüti ZH – Rapperswil – Uznach – Sargans ist mit

dieser Absicht gebaut worden. Die als Normalspurbahn

projektierte Linie wäre durch die Ruinaulta über Ilanz

bis Disentis mehrheitlich der heutigen RhB-Linie gefolgt

und dann links Richtung Lukmanierpass abgeschwenkt.

Bei der Vision einer Eisenbahnverbindung über die Alpen

hatten die Bündner die Nase vorn: 1845 legte Richard

La Nicca ein erstes Projekt vor und beantragte

eine Konzession für den Bau einer Eisenbahn durch

den Kanton Graubünden über den Lukmanier. 1847

unterzeichneten die Schweizer Kantone St. Gallen,

Graubünden und Tessin einen Staatsvertrag mit dem

Königreich Sardinien, der den Bau der Lukmanierbahn

zum Ziel hatte. Doch sowohl dieser wie auch allen anderen

Bündner Varianten (San Bernardino und Splügen)

war kein Erfolg beschieden.

Der Bündner Ingenieur Richard La Nicca arbeitete in

den folgenden Jahren unermüdlich weiter für das Lukmanier-Projekt.

Insbesondere wollte er, dass die Südostbahn-Gesellschaft,

welche als Vorgängerin der Vereinigten

Schweizerbahnen die Linie von Rorschach

nach Chur baute, sich verpflichtete, die Konzession der

Lukmanier-Bahn bis zur Grenze gegen den Kanton Tessin

zu übernehmen, damit die Lukmanier-Bahn nicht

zerrissen werde. Im Jahre 1853 entschied der Grosse

Rat des Kantons Graubünden gegen La Nicca. Dies hinderte

ihn nicht, die Kammer des Königreiches Sardinien

noch im gleichen Jahr für die Lukmanier-Bahn zu

gewinnen und so kam durch den Beitritt des Kantons

Tessin die Konzession der Südost-Lukmanier-Gesellschaft

bis zum Herbst 1853 dennoch zustande.

Wie schon erwähnt, führte diese nicht zum Erfolg,

da überwiegende gesamtschweizerische Interessen

schliesslich in den Jahren 1869 und 1871 den Ausschlag

zu Gunsten des Gotthards gegeben haben. Der

Gotthard war erst im Jahre 1852 mit dem Lukmanier in

Konkurrenz getreten. Auch das in letzter Stunde von La

Nicca vorgeschlagene Fusionsprojekt Amsteg – Disentis

– Biasca vermochte die Niederlage nicht aufzuhalten.

Die Linie Reichenau – Disentis

Nach dieser Absage war es dann lange still mit Eisenbahnprojekten

in der Surselva. Drei Vorstösse in den

Jahren 1874, 1883 und 1889 scheiterten immer wieder

im Grossen Rat. Am 5. April 1890 reichte der Ingenieur

Marchion aus Valendas ein Konzessionsgesuch für die

Linie Reichenau – Ilanz beim Bundesrat ein. Er hatte für

die Linien keine genaueren Pläne ausgearbeitet, liess es

offen ob Normal- oder Schmalspur und schlug vier Varianten

vor:

1. Führung grösstenteils dem Rhein entlang, 19 km,

3,1 Mio. Franken

2. Rechtsrheinisch über Versam und Valendas, 22,5 km,

3,4 Mio. Franken

3. Linksrheinisch über Reichenau – Trin Mulin – Sagogn

– Schluein, 25,3 km, 4,3 Mio. Franken

4. Ähnliche Linienführung wie 3, aber mit weniger Stationen,

Reichenau – Con – Ilanz, 24 km, 4 Mio. Franken

Der Initiant favorisierte die Rheinlinie, da diese für einen

Dampfbetrieb eine Steigung von lediglich 7 ‰ aufwies.

Eine Fortsetzung bis Disentis sah er auch vor, was

vor allem der Kleine Rat (Regierung) sehr begrüsste. Der

Kleine Rat schrieb dem Eisenbahndepartement, er möge

aus strategischen Gründen und im Hinblick auf eine

Normalspurbahn, auf eine Linie von mehr als 27 ‰ verzichten.

Mitte des Jahres 1894 war Marchion im Besitze

einer Konzession für eine Bahnlinie Reichenau – Disentis.

Nachdem im Jahre 1896 die RhB-Linie Landquart –

Chur – Thusis als Schmalspurbahn in Betrieb kam, trat

Marchion seine Konzession der RhB ab.


Relaunch Intranet

Von Simon Rageth

Das Intranet der RhB ist nun achtjährig und in die Jahre

gekommen. Die Umsetzung eines neuen Intranetauftritts

ist unterdessen in vollem Gang. Die Vorbereitungsarbeiten

und die Planung laufen bereits seit längerem.

Noch im Herbst 2012 soll das neue Intranet der RhB aufgeschaltet

werden. Alle Geschäftsbereiche sind in das

Projekt «Relaunch Intranet» eng eingebunden. Ziele

sind unter anderem, die Kommunikationsplattform Intranet

zu stärken, Dokumente einfacher auffindbar zu

machen, die Menüstruktur zu vereinheitlichen und den

Redak tionsprozess klar zu definieren.

2011 wurde RhB-intern eine Umfrage zum bestehenden

Intranet gemacht. Sehr geschätzt am bisherigen

Auftritt werden insbesondere die aktuellen Newsbeiträge

sowie das schnelle Auffinden der Geschäftsbereiche.

Als nicht gut beurteilt wurden unter anderem die

Dokumentsuche sowie die uneinheitliche Gestaltung

der Unterseiten. Das neue Intranet soll nicht alles Bisherige

auf den Kopf stellen, sondern die positiven

Punkte des bestehenden Auftritts beibehalten und

punktuell einige Verbesserungen herbeiführen.

Neue Dokumentsuche und mehr News

Das aktuelle Intranet hat die Schwäche, dass Dokumente

nur gefunden werden können, wenn der Mitarbeitende

weiss, wo sie abgelegt wurden. Neu wird das Intranet

zusätzlich eine Dokumentsuche enthalten, mit

welcher nach inhaltlichen, formalen und organisatorischen

Kriterien die Dokumente gefunden werden können.

Die zweite wichtige Anpassung umfasst die News. Der

bestehende Bereich «Aktuell» bleibt vorhanden. Ergänzt

wird dieser aber mit Neuigkeiten aus den Geschäftsbe-

Florian Ambauen (vorne) und Simon Rageth.

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

reichen. Grundsätzlich jeder Mitarbeitende wird die

Möglichkeit haben, selbst Neuigkeiten zu verfassen.

Neuigkeiten zu Projekten, Veranstaltungen und so weiter.

Diese News wiederum können kommentiert werden.

Damit wird dem Anspruch ans Intranet, dass Informationen

zum Nutzer kommen und nicht umgekehrt, Rechnung

getragen.

Die dritte wichtige Anpassung betrifft den Redaktionsprozess.

Heute ist häufig nicht mehr klar definiert, wer

für die Aktualisierung welcher Inhalte zuständig ist. Resultat

daraus ist, dass einige Informationen im Intranet

veraltet, nicht mehr gültig oder doppelt vorhanden sind.

Der gesamte Redaktionsprozess wird deshalb neu klar

definiert und das Redaktionsteam für Seiteninhalte verkleinert.

Telefonbuch bleibt vorerst

Das bestehende Telefonbuch wird vorerst übernommen.

Das Projekt «Stammdaten» wird derzeit vorangetrieben.

Sobald die Stammdaten bereinigt sind, wird ein Tool gebaut,

welches die Informationen der Mitarbeitenden

direkt im Intranet abbildet. Ziel ist es auch, Porträtfotos

der Mitarbeitenden zu integrieren.

Kleinere Anpassungen

Des Weiteren erhält das Intranet auch kleinere Anpassungen.

Zum Beispiel:

n Neues Design

n Neues Schwarzes Brett

n Zentralisierung der Personaleintritte

n Direktzugriffe auf wichtige Inhalte

Die Evolution des Intranets. (Quelle: namics)

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Bahnmuseum Albula hat Fahrt aufgenommen

Von Nora Hauswirth und Peider Härtli, Bilder: Victor Zindel

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Am Wochenende vom 1. bis 3. Juni hat das Bahnmuseum

Albula in Bergün offiziell seine Türen geöffnet und

den ersten Ansturm überstanden. Über 2000 Besucher

vertieften sich in die Ausstellung mit ihren interaktiven

und multimedialen Inszenierungen, während unzählige

Gäste draussen auf dem Platz der Bahnfreunde bei bestem

Wetter Musik, Speis und Trank und zahlreiche Vergnügungen

genossen.

Nach der Generalversammlung begrüsste Andreas Dürst,

Projektleiter und VRP der Bahnmuseum Albula AG, die

gut 500 geladenen Gäste, unter ihnen Vertreter der RhB,

angeführt von Direktor Hans Amacker und des Kantons

Graubünden sowie des Vereins historic RhB und des

Hauptsponsors Graubündner Kantonalbank, zahlreiche

Gönner und Sponsoren, Unternehmer und als besondere

Gäste Peter Füglistaler, Direktor des Bundesamtes für

Verkehr und Mr. Vinay Mittal, Vorsitzender des Railway

Board, Ministry of Railways India. Die Kalka-Shimla-

Bahn in Nordindien, ebenfalls auf der Liste der UNESCO

Weltkulturerbe, ist Objekt der aktuellen Sonderausstellung

im Bahnmuseum. Am Abend trafen sich die geladenen

Gäste im Kurhaus, wo bei einem feinen Dinner

angeregte Diskussionen und launige Reden zu beobachten

und zu hören waren.

Die indische Delegation um Chairman Vinay Mittal zog

weiter auf der UNESCO Welterbestrecke nach St. Moritz,

wo sie am Samstag in Genuss eines Heilkopterfluges

über die Bernina- und Albulastrecke kam, fach- und

streckenkundig begleitet durch Direktor Amacker. Hans

Amacker, Marco Lüthi, Gion Caprez und dem Schreibenden

fiel zudem die Ehre zu, die indischen Gäste, begleitet

durch ihre Familienangehörigen, abends im Engadin

im Rahmen eines Diners zu betreuen.

Gion Caprez.

Am Samstag und Sonntag fand das Volksfest zur Eröffnung

statt. An über einem Dutzend Marktstände boten

lokale Hersteller ihre Produkte an und präsentierten die

Region von ihrer besten Seite. Zu Speis und Trank gab es

Musik und Tanz mit den Bands Schtärneföifi, The Leave it

all Behinders und Tomazobi – und als Höhepunkt rissen

die Sepplis da Bravuegn mit ihrer lüpfigen Musik die

Festgemeinde buchstäblich von den Bänken. Über 2000

Besucher verzeichnete das Museum bereits – am Eröffnungswochenende

wurden sie in Gruppen durch die

Ausstellung geführt. Die Verantwortlichen des Museums

um VRP Andreas Dürst sind erfreut über die positiven

Reaktionen der Bahnfreunde und der Bevölkerung und

sie sind überzeugt, dass diese Institution langfristig Impulse

für die Region und über die Region hinaus liefern

wird.

Über das Bahnmuseum Albula

Das Bahnmuseum Albula steht für die einmaligen kulturellen

und historischen Werte der wohl spektakulärsten Alpenbahn

Europas. Natur, Kultur, Architektur und Museum haben ein

enormes gemeinsames Potenzial, das wir sinnstiftend und

öffentlichkeitswirksam nutzen wollen – mit direktem Einbezug

der täglich erfahrbaren, zum UNESCO Welterbe RhB zählenden

Landschaft Albula/Bernina, der tüchtigen Bevölkerung und des

aktiven Tourismus. Das Museum verleiht dem UNESCO Welterbe

RhB einen weiteren Akzent: Es erzählt und vertieft Geschichten

und Fakten, die auf der UNESCO Welterbe RhB Weitwanderung

mit inhaltlichen Inszenierungen und örtlichen Informationsstelen

angesprochen werden und schafft damit einen

zusätzlichen Attraktionspunkt. Der inszenierte Wanderweg

zwischen Filisur und Preda bildet quasi den Aus senraum des

Museums: Themen, die im Museum vermittelt werden, können

in natura erfahren werden. Bahnlehrpfad und UNESCO Welterbe

RhB Weitwanderung münden auf den Platz der Bahnfreunde

und laden gemeinsam zum Museumsbesuch ein.

Weitere Infos unter www.bahnmuseum-albula.ch


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

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Geschäftsbereich Produktion neu aufgestellt

Von Patricia Demarmels

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Per 1. April wurden aus vier Regionen drei. Dies nicht

wegen Sparmassnahmen wie bereits vermutet wurde,

sondern aus rein logischen und zukunftsorientierten

Gründen. Dass der bisherige Regionenleiter Engadin,

Eric Wyss, im Bereich Personal (HR) eine neue Herausforderung

als Projektleiter übernommen hat, war mit Anlass,

dass die Geschäftsleitung die Strukturen der Regionen

überprüfte und entschied, die Regionen nach

betrieblichen Kriterien neu zu strukturieren: Zugläufe,

Linienverantwortung, Güterverkehrsknoten aus einer

Verantwortung sowie Sicherheits- und Rettungsorganisation

Vereina unter einer Führung.

Das Fernsteuerzeitalter hält weiter Einzug:

n Bereits per 10. Dezember 2011 wurde Thusis bekannterweise

dem RCC angeschlossen, respektive produktionsseitig

die gesamte Zuglenkung übernommen. Der

Betrieb vor Ort wird durch die Betriebsangestellten natürlich

weiterhin sichergestellt. Der Bahnhof wird als

Verkaufspunkt durch den GB Vertrieb geführt.

n Auf den 1. Juni 2012 wurde die Fernsteuerung Oberengadin/Bernina,

welche in Samedan stationiert war, ins

RCC Landquart integriert. Das Ortsstellwerk Samedan

wird nach Abschluss der Umbauten ebenfalls von Landquart

aus bedient. In Samedan verbleiben weiterhin

personelle Ressourcen aus dem Bereich Produktion für

die Leitung, die örtliche Planung und die Unterstützung

der noch anstehenden Umbauten im Oberengadin.

n Bergün feierte am 10. Dezember 2011 die Eröffnung des

Dienstleistungszentrums und des Bahnhofs (GB Vertrieb).

Die Eröffnung des Bahnmuseums Albula fand am

2. Juni 2012 statt.

Die Namensgebung war keine einfache Sache. Im Unterschied

zum Vertrieb, der eigentlich innerhalb von Grau-

bünden nur noch zwei Regionen beinhaltet (Süd und

Nord) ist die Produktionsregion Bernina weiterhin eigenständig

aufgestellt (Gleichstrom und spezielle örtliche

Begebenheiten etc.) und deshalb war die Benennung

analog den Vetriebsregionen nicht möglich und

hätte wohl Verwirrung gestiftet.

So existieren neu drei Produktionsregionen. Weitere

Details sind auch im Organigramm auf dem Intranet ersichtlich.

Die Kommunikation und Zusammenarbeit mit den anderen

Geschäftsbereichen sollte keine grossen Veränderungen

mit sich bringen. Speziell der Informationsaustausch

mit dem GB Vertrieb ist bereits umgesetzt, so

wurden die regionalen Vertriebssitzungen (RVS) in den

personellen Zusammensetzungen angepasst. Dadurch

können die regionalen Kadersitzungen (pro GB und Region)

jeweils zu den gewohnten Zeiten durchgeführt

werden. Eine Lösung die schlussendlich allen dient.

Die grössten Veränderungen betreffen die ehemalige

Region Engadin (ENG) mit den Zuteilungen von Scuol

und Zernez zur Region Ost, Pontresina zur Region Bernina

sowie Samedan und St. Moritz neu zur Region West.

Der Betrieb Albulatal wurde dem Leiter Betrieb Landquart

unterstellt (Reichenau-Tamins und Thusis bereits

per 10.12.2011). Die Anpassung der personellen Unterstellungen

konnten aus Sicht Produktion sinnvoll durchgeführt

und zeitgerecht allen Betroffenen kommuniziert

werden.

Nun geht es darum, den Kulturwandel zu vollziehen. Die

Mitarbeiter sollen sich mit der neuen Region identifizieren

und integriert werden. Die Regionenleiter Paolo

Sterli, Aldo Bellasi und Patricia Demarmels freuen sich

darauf und sind schon tatkräftig am Umsetzen!

Paolo Sterli, Region Bernina. Patricia Demarmels, Region West. Aldo Bellasi, Region Ost.


Gastfreundliches und modernes Bistro-Angebot

Text von Simon Rageth, Bilder von Andreas Brot

Am Freitag, 13. Januar 2012 öffnete der neue avec.-

Shop am Bahnhof Davos Dorf seine Türen. Damit kann

am für die RhB wichtigen Standort Davos Dorf ein moderner,

den Kundenbedürfnissen entsprechender treffpunkt

angeboten werden. Die Gäste profitieren neu an

365 Tagen im Jahr vom gros sen Frischesortiment und

den langen Öffnungszeiten. Die Partnerschaft mit Valora

wird damit gestärkt.

Davos Dorf ist für die RhB ein wichtiger Bahnhof mit

grossem Personenaufkommen. Nachdem im vergangenen

Jahr gemeinsam mit der Gemeinde Davos bereits

die ebenerdige, behindertengerechten WC-Anlagen in

Betrieb genommen wurde, erhält der Bahnhof Davos

Dorf nun Dank dem neuen avec.-Shop eine weitere Aufwertung.

Die RhB greift dabei auf ein sehr erfolgreiches

und von den Bahnreisenden geschätztes Konzept zurück,

sind doch auch die beiden Bahnhöfe Landquart

und Samedan mit einem avec.-Shop ausgestattet. Die

RhB stärkt damit die Partnerschaft mit Valora – netzweit

sind nun 16 Bahnhöfe mit einem k kiosk und drei Bahnhöfe

mit einem avec.-Shop ausgerüstet.

Qualitativ hochwertiges Angebot

Der erste avec.-Shop in Davos besticht durch das Frischesortiment,

die Qualität des Angebots und die Gastfreundschaft

der Mitarbeitenden. Frische steht im Vordergrund:

Die Kunden finden von früh morgens bis spät

abends ofenfrische Brotwaren und Süssgebäck bis hin zu

frischem Gemüse und Obst. Lebensmittel, Milch- und

Fleischprodukte, Artikel für den täglichen Bedarf sowie

Presse- und Tabakartikel ergänzen das Sortiment. Eine

Alternative zu den Markenprodukten bilden die Artikel

der preisgünstigen Eigenmarke ok.-.

Neu kommen die Kunden am Bahnhof Davos Dorf in den

Genuss des attraktiven Bistro-Angebots. Dazu zählen

Andreas Brot.

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

die täglich frisch von Hand zubereiteten Sandwiches,

die beliebten Hot Dogs und Curry Würste wie auch warme

Snacks. Der Bistrobereich mit Tischchen lädt zum

Verweilen ein.

Der avec.-Shop am RhB-Bahnhof in Davos Dorf ist für

Valora die elfte Filiale, die im überarbeiteten Konzept

und mit modernem Logo gestaltet wurde. Der Slogan

«c’est la vie» beschreibt die Neuausrichtung: Der gastfreundliche

Convenience-Treffpunkt deckt die Bedürfnisse

des täglichen Lebens aller mobilen Menschen ab.

Zahlen und Fakten avec.-Shop Davos Dorf

Ort Bahnhofstrasse 8, 7260 Davos Dorf

Franchisenehmerin Esther Schwitter

Team 13 Mitarbeitende

Verkaufsfläche 142 m 2

Öffnungszeiten Mo.–Fr. 5.00–22.00 Uhr

Sa.+So. 6.00–22.00 Uhr

Zahlen und Fakten Valora

- Valora ist ein Handelsunternehmen für Konsumgüter, spezialisiert

auf den kleinflächigen Einzelhandel und in ausgewählten

Nischenmärkten tätig (www.valora.com).

- Die Division Valora Retail betreibt europaweit Kioske und andere

kleinflächige Ladenkonzepte an Hochfrequenzlagen (www.

valoraretail.com)

- Zu Valora Retail zählen in den Märkten Schweiz, Deutschland

und Luxemburg 1430 Kioske, Convenience-Verkaufsstellen und

Gastronomie-Betriebe.

- In der Schweiz ist Valora Retail Marktführer im klein- und

kleinstflächigen Einzelhandel, an Hochfrequenzlagen und mit

standardisierten Formaten.

- Valora Retail Schweiz betreibt folgende Verkaufsstellen:

- 930 k kiosk

- 103 avec.-Shops (Eigenstellen und Franchisenehmer)

- 15 Convenience-Shops (z. B. Tamoil Service Stationen)

- 18 Press & Books

- 41 Gastronomie-Betriebe (30 Caffè Spettacolo, 11 espresso)

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Totalumbau eines alten Bahnhofs

Von Peider Härtli

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Bahnhof Davos Platz heute: 1 Million Fahrgäste …

Der Bahnhof Davos Platz spielt eine wichtige Rolle als

Verkehrsknoten- und Umsteigepunkt zwischen RhB,

PostAuto und den Verkehrsbetrieben Davos. Mit jährlich

rund einer Million Fahrgästen gehört er zu den frequenzstärksten

Bahnhöfen auf dem Bündner Bahnnetz.

Die Bedeutung des Bahnhofs Davos Platz als touristische

Drehscheibe untermauern die zwei weltbekannten Panoramazüge

Glacier Express und Bernina Express, welche

während den Sommermonaten von rund 40 000

Gästen frequentiert werden.

…ungenügende Infrastruktur …

Zahlreiche Anlageteile haben ihre technische Lebenserwartung

klar überschritten und entsprechen den heutigen

Kundenbedürfnissen und -erwartungen in keiner

Weise. So ist beispielsweise der Zugang zum Mittelperron

nur über Treppen möglich, behindertengerechte Zugänge

fehlen gänzlich. Die Kundenbereiche im Bahnhofsgebäude

sind veraltet und auch das Bahnhofbuffet entspricht

nicht den heutigen Standards einer modernen Bahngastronomie.

… und veraltete Sicherungsanlagen

Die Sicherungsanlage stammt aus dem Jahr 1959 und ist

daher technisch völlig überaltert. Zudem weist sie auch

erhebliche Sicherheitslücken auf. Zahlreiche Weichen

werden heute noch per Hand gesteuert und lassen keine

gesicherten Rangierfahrten zu.

Bahnhof Davos Platz morgen: 40 Millionen in neue,

moderne Anlagen

Die geplante Erneuerung des Bahnhofgebäudes entspricht

der RhB-Strategie 2012 in Bezug auf Modernität

und Tourismus. Die Verbesserungen der Bahnanlagen

mit entsprechenden Perronerhöhungen, Rampenaufgängen,

schützenden Perrondächern, Personenunterführung

zur Jakobshornbahn werden dem Fahrgast

deutlich mehr Komfort bieten. Die geplanten Umbauten

der Schalteranlagen und Kunden-Aufenthaltsbereiche

sollen dem Besucher ein angenehmes Gefühl vermitteln

und zu einer deutlichen Verbesserung der Arbeitsplatzqualität

für das RhB-Personal führen. «Bahnhöfe und

Züge sind die Visitenkarte einer Bahn. Mit dem Umbau

des Bahnhofs Davos Platz wollen wir die hohen Ansprüche

des heutigen Fahrgastes an Qualität, Kundenfreundlichkeit

und Sicherheit erfüllen», betonte Stefan Engler

anlässlich des Spatenstichs. Und Landrat Reto Dürst unterstreicht

die Bedeutung eines modernen Bahnhofs für

die Gemeinde Davos: «Davos als Tourismusstadt mit

weltweiter Ausstrahlung ist auf einen modernen Bahnhof

angewiesen».

Die geplante Erneuerung und Modernisierung der Sicherungs-

und Gleisanlagen führen zu einer deutlich höheren

Sicherheit im Zugs- und Rangierbetrieb und entsprechend

auch zu einer massgeblichen Entlastung des

Personals. Aus technischer Sicht erlaubt das Sicherungssystem,

die Zugs- und Rangierbewegungen im Bahnhof

Davos Platz grundsätzlich vom Fernsteuerzentrum Klosters

aus zu steuern.

Auftakt zum Umbau des Bahnhofs Davos Platz bildete

der offizielle Spatenstich vom 18. April 2012. Die Ausführung

der Arbeiten ist hauptsächlich in den Jahren

2012 bis 2014 vorgesehen. In der Zeitspanne vom 2. April

bis 28. Juni 2013 muss die Strecke Davos Platz – Klosters

wegen der umfassenden Sanierung des Klostersertunnels

gesperrt werden. Die RhB plant, diese

Unterbruchszeit intensiv zu nutzen und die wichtigsten

Arbeiten an der Personenunterführung, an den Perronkanten

und an der Fahrleitung auszuführen.

Die Gesamtkosten des Totalumbaus des Bahnhofs Davos

Platz betragen rund 40 Millionen Franken. Über 32 Millionen

Franken entfallen auf den Bereich Bahntechnik,

rund 7 Millionen Franken auf den Umbau des Bahnhofgebäudes.


RhB-Gleisbau und Zwergenland

Von Elisabeth Bardill

Richard Grünenfelder in Versam Arezen arbeitete während

46 Jahren und 3 Monaten als Gleismonteur bei der

Rhätischen Bahn. Er pflegt ein beson deres Hobby: Am

steilen Wiesenhang entstand das Zwergenland.

Als fünftes von neun Kindern erblickte Richard im Jahr

1949 das Licht der Welt in seinem Elternhaus, «der

Mühle» in Arezen. In diesem Weiler erlebte er auch seine

Kindheit und Schulzeit. Während der schulfreien

Sommermonate war er schon früh, wie damals üblich,

als kleiner Knecht im Einsatz. Er habe es mit den Leuten

immer gut getroffen und gerne fremdes Brot gegessen.

Da hätte es immer passende Arbeiten gegeben, bei denen

er mitgeholfen und etwas gelernt habe: Futter für

die Schweine kochen, Heu ernten, gebrauchte Nägel gerade

hämmern, Vieh hüten und zur Alp treiben oder

verschiedene Ausbesserungen vornehmen. In der Schule

sei er ein Lausbube gewesen, besonders in jener Zeit,

als von den neun Schülern fünf aus seiner Familie

gleichzeitig in der Gesamtschule gewesen seien. Lehrer

Giovanoli habe jedoch ein gewisses Verständnis für ihn

gehabt.

Berufsleben im romanischen Sprachgebiet

Nach dem Schulabschluss konnte Richard Grünenfelder

als Bahnarbeiter bei der RhB einsteigen. Bei dieser gut

organisierten Unternehmung arbeitete er durchgehend

bis zur Pensionierung. «Seine Bahnlinie» feierte im Juni

das hundertjährige Jubiläum. Richard war während 46

Jahren mitverantwortlich bei der Tauglichkeit der Strecke.

Aus dem Hilfsarbeiter wurde ein erfahrener Gleismonteur

an der Bahnlinie zwischen Reichenau und Disentis.

Der Dienst hat ihm gefallen und mit seiner

angeborenen Fröhlichkeit und Geselligkeit wurde er ein

guter Kamerad unter seinen Kollegen. So wuchs er fast

unmerklich in die romanische Sprache hinein. Diese ist

und bleibt für ihn die Sprache der «Bähnler», der

Gleisbauer. Richard Grünenfelder in Versam Arezen.

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Freundschaften. Richard Grünenfelder konnte immer

zuhause in Arezen wohnen. Anfänglich fuhr er mit dem

Moped zur Arbeit, später mit dem eigenen Auto. Auch

das Generalabonnement zu haben, bedeutet ihm viel.

Er besucht Ausstellungen wie die BEA, HIGA, GELA, Mustermesse,

Autosalon … Im Theaterverein Versam Arezen

ist er heute Ehrenmitglied. Als er noch aktiv war, wurden

ihm meistens die Narrenrollen zugeteilt, die er erfolgreich

spielte.

Zwergenland am Wiesenhang

Eigentlich fing alles mit einigen geschenkten Zwergen

bei Richards Mutter, Julia Grünenfelder, an. Da sie grosse

Freude daran hatte, wurden es immer mehr. Ihr Leben

war alles andere als leicht. Das anwachsende Zwergenvolk

im Grünen vor dem Haus konnte sie oft von

ihren Sorgen und arbeitsreichen Tagen ablenken. Ihr

unverheirateter Sohn Richard übernahm mehr und mehr

die Pflege des Zwergenlandes, sodass seine hoch betagte

Mutter und seine behinderte Schwester Anneli dieses

jetzt vom Balkon aus betrachten können. Der steile Hang

neben dem Haus lässt die Zwerge gut in Erscheinung

treten. Vor dem Winter werden alle im Haus untergebracht

und restauriert, um dann im Frühling wieder fest

im Boden verankert zu werden. Das Erscheinen der

Zwerge am Eingang ins Safiental ist wie der Kuckucksruf

das Zeichen des Frühlings. Bei Gelegenheit machen die

Postautochauffeure sogar ihre Fahrgäste auf das Märchenland

aufmerksam. Für Richard Grünenfelder wurden

der Blumenschmuck am Haus und das Zwergenland

zum Hobby und Ausgleich. Er kümmert sich neben seinen

Ausflügen zu Kollegen oder ins Land hinaus um

Mutter und Schwester. Er hat nie aufgehört, zu dieser,

seiner Familien- und Hausgemeinschaft zu gehören. Die

unzähligen Wichtel, die alle als Geschenke ins Haus kamen,

sind Teil von Richard Grünenfelders Lebensgeschichte.

46 Jahre und 3 Monate Gleismonteur.

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Interview mit Thomas Poltera

Von Peider Härtli

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Der Bahnhof Landquart blickt auf eine spannende

Geschichte zurück: 1858 wurde die Strecke Sargans –

Chur eröffnet und 31 Jahre später die älteste Strecke

der RhB, Landquart – Davos. Damit ist Landquart auch

der älteste Gemeinschaftsbahnhof von SBB und RhB in

Graubünden. Seit 2007 ist Thomas Poltera (54) für die

komplexe Rangierabwicklung in diesem Bahnhof

zuständig. Im nachfolgenden Gespräch hat uns Thomas

Poltera einen kleinen Einblick in seine vielfältigen Aufgaben

ermöglicht.

Peider Härtli (PH): Thomas Poltera, kann man dich als

Bahnhofsvorstand Landquart bezeichnen?

Thomas Poltera (TP): Die Bezeichnung Bahnhofsvorstand

gibt es schon seit längerer Zeit nicht mehr. Es wäre auch

die falsche Bezeichnung. Ich stehe nicht mit dem roten

Hut am Perron und fertige mit der Abfahrtskelle die Züge

ab. Ich bin Leiter für das Rangierpersonal des Bahnhofs.

Dazu kommt noch die Führung des Rangierpersonals der

Bahnhöfe Reichenau, Tamins und Thusis. Zu meiner Leitungsaufgabe

gehört auch die Betreuung der 3 Mitarbeitenden

im Kundendienst im Domleschg und Albulatal.

Zusätzlich habe ich noch die ehrenvolle Aufgabe, die

Stellvertretung für die Region P-REW zu übernehmen.

PH: Beeindruckend, da wird dir die Arbeit ja nicht

so schnell ausgehen. Bleiben wir doch bei deiner

Hauptaufgabe als Leiter Betrieb Landquart. Wieviele

Leute führst du? Und aus welchen Bereichen?

Und: Wer ist dein Stellvertreter?

TP: Ja, die Arbeit wird mir schon nicht ausgehen, das

denke ich auch. In Landquart sind es 3 Rangiermeister,

3 Vorarbeiter, 12 Betriebsangestellte und ein Güterwagendienst.

Dazu kommen noch 1 Rangiermeister in Thusis

und 4 Betriebsangestellte sowie 3 Mkd’s in der

Re gion zwischen Reichenau-Tamins und Bergün/Bravuogn.

Mein Stellvertreter ist der Leiter Bahnhof Ilanz, Ueli

Nyffenegger.

PH: Also gehört der kommerzielle Bereich wie

beispielsweise der Billettverkauf und Reisedienst

nicht zu deinen Aufgaben?

TP: Damit habe ich tatsächlich nichts zu tun. Mir ist die

Wichtigkeit dieser Aufgaben aber sehr bewusst.

PH: Für den Laien präsentiert sich der Bahnhof

Landquart als ein riesiges Wirrwarr von Gleisen,

Weichen und Signalen. Zudem rangieren hier die

normalspurige SBB und die schmalspurige RhB

auf engstem Raum – da sind doch Konflikte programmiert.

Wer macht was? Wie teilen sich SBB und RhB

die Aufgaben?

TP: Mit dem Kommunikationsmittel Funk und Signale

sind die komplexen Rangierabläufe zwischen SBB und

RhB gut geregelt und gut zu meistern. Die Aufgabenteilung

SBB und RhB ist klar definiert. Dazu gibt es Betriebsabläufe

und Vorschriften.

PH: Um da einen reibungslosen und unfallfreien

Rangierablauf zu gewährleisten muss der Teamgeist

beispielhaft sein. Und wie hast du die Übersicht?

Hast du dein Büro in einem «Tower» mit Blick auf

das Gleisfeld?

TP: Da braucht es tatsächlich einen guten Teamgeist.

Dieser ist in Landquart sehr ausgeprägt. Die Mannschaft


weiss, was sie zu tun hat. Mein Büro liegt ganz dem

Gleisfeld abgewandt. Dafür habe ich den Coopparkplatz

voll im Griff. Will ich einen Überblick über das Gleisfeld,

begebe ich mich auf die neu gebaute Terrasse des Aufenthaltsraums,

trinke dort einen guten Café, höre die

Funksprüche ab und habe den vollen Überblick über

den Personenbahnhof. Nein im Ernst, brauche ich einen

Überblick, fahre ich mit dem Rangier mit oder schreite

das Gleisfeld ab.

PH: Durch wen werden die Rangierfahrstrassen und

die Weichen und Signale gestellt? Sind auch noch

Handweichen zu bedienen?

TP: Der zentralisierte Bereich wird vom RCC aus gesteuert. In

Landquart gibt es leider noch sehr viele Handweichen. Vor

allem im Umlad und zum Teil auch im Personenbahnhof.

PH: Da muss eine klare Kommunikation zwischen

deinen Leuten und dem RCC von zentraler Bedeutung

sein …

TP: Das ist eine klare Voraussetzung für einen reibungslosen

und sicheren Rangierablauf. Die Rangierarbeiter

kommunizieren mit dem Fahrdienstleiter und der Wagendisposition

ausschliesslich per Funk.

PH: Betrifft dein Bereich auch die fahrdienstlichen

Anlagen im Güterumschlagszentrum GUZ?

TP: Die fahrdienstlichen Anlagen reichen bis ins GUZ und

in jedes der vielen Anschlussgeleise, die in Landquart

vorhanden sind.

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

PH: Zum Schluss: Bezeichne doch kurz das besonders

Motivierende an deinem Job.

TP: Mein Job ist sehr abwechslungsreich. Der Umgang

mit dem Personal, die Planungen und die verschiedenen

Kontakte, auch geschäftsübergreifend, motivieren

mich immer wieder aufs Neue.

Und da ich eine gute und kompetente Vorgesetzte habe,

ist sogar die Stellvertretung der Region West eine Motivation.

PH: Und: gibt es da auch eine Kehrseite der Medaille?

TP: Da jede Medaille auch eine Kehrseite hat, gibt es die

natürlich auch. Die ist aber so klein, dass es sich nicht

lohnt, sie hier zu erwähnen.

Thomas Poltera, herzlichen Dank für deine erklärenden

Einblicke in die faszinierende und komplexe Rangierabwicklung

im Bahnhof Landquart. Wir wünschen dir und

deinem Team viel Freude und Genugtuung an der Arbeit

und keine Unfälle.

Wichtig: der Teamgeist.

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Umbau des Portalkrans in Thusis

Von Wiro Capol und Fredy Bärtsch

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Der bestehende Portalkran in Thusis hat schon viel

erlebt. Der Kran aus dem Herstellungsjahr 1987 war von

der RhB im Juni 1995 für das neue Güterumschlagszentrum

in Campocologno vorgesehen. In Absprache mit

der Firma Casty Transport AG, Cinous-chel-Brail wurde

dann jedoch vom Güterverkehr RhB entschieden, denn

Kran nicht in Campocologno sondern in St. Moritz aufzustellen.

Die Firma Casty hat dann diesen Portalkran

in Beringen gekauft und zusammen mit der Rhätischen

Bahn am Bahnhof St. Moritz als Kranersatz eines älteren

Models aufgestellt. Dort wurde er für den Umschlag

der ersten Wechselbehälter von Coop im Engadin eingesetzt.

Umzug nach Thusis

Nach dem Bau des Güterumschlagszentrums Samedan

im Jahr 1999 fiel der Kran das erste Mal in einen «Dornröschenschlaf».

Die Rhätische Bahn kaufte den Portalkran

der Firma Casty ab, um ihn nach Poschiavo zu versetzen.

Weil er dort jedoch aufgrund seiner Höhe nicht

an den vorgesehenen Platz gestellt werden konnte,

musste eine Alternative gesucht werden. Der damalige

Kran in Thusis begann schon Schrauben zu verlieren und

musste ebenfalls ersetzt werden. Weil die Finanzierung

für den Umzug nach Poschiavo schon geregelt war und

die Firma STAG Maienfeld in Thusis einen Platz am Bahnhof

zurück gegeben hat, war der neue Standort schon

festgelegt. Im Jahr 2003 wurde der Portalkran ohne

gros se Kostenfolge von Poschiavo nach Thusis verlegt.

Gleisverlängerung unter

Krananlage Thusis (Jahr 2005).

Mit Aldi aus dem «Dornröschenschlaf» erweckt

Am 4. Februar 2008 wurde die erste Filiale von Aldi in

Cho d’Punt, Samedan eröffnet. Ab dem 17. Dezember

2008 wurden dann sämtliche Strassentransporte aus

dem Unterland nach Samedan durch eine kombinierte

Lösung Strasse-Schiene abgelöst. Und hier konnte der

Portalkran Thusis wieder voll zum Einsatz kommen.

Denn die Transportkette sah vor, die Wechselbehälter in

Thusis vom LKW auf die Bahn oder umgekehrt zu kranen.

Danach wurden täglich bis zu 8 Kranungen (voll/leer)

vorgenommen. Im März 2011 stellte der Transporteur

von Aldi die Transportkette um und beförderte die

Wechselbehälter per LKW nur noch bis ins Güterumschlagszentrum

Landquart. Zu diesem Zeitpunkt wurde

der Kran Thusis zum zweiten Mal in den «Dornröschenschlaf»

versetzt.

Aufrüstung des Portalkrans Thusis

Der Portalkran in Thusis hat eine Tragkraft von 32 Brutto-

Tonnen. Mit dem notwendigen Krangehänge verbleibt

jedoch eine Netto-Traglast von 30 Tonnen. Dies wäre

zwar ausreichend für den Umschlag der Silocontainer

mit Strassensalz, denn die eingesetzten Container haben

ein Bruttogewicht von maximal 29 Tonnen. Jedoch wurde

im Verlauf der Abklärungen festgestellt, dass sowohl

die Struppen als auch die Traverse nicht auf ein solches

Traggewicht ausgelegt sind. Ausserdem sind die Aufnahmehaken

an den Traversen falsch positioniert, um einen

Silocontainer ohne Schrägzug umladen zu können. Nach

Probekranung eines Pellets-

Silocontainer der Firma Josias

Gasser Baumaterialien AG.


Abklärungen mit verschiedenen Anbietern wurde entschieden,

die Traverse zur Prüfung für einen allfälligen

Umbau zur Firma Donatsch in Landquart zu senden. Die

Spezialisten der Firma haben die Traverse geprüft und

für einen Umbau als untauglich befunden. Aus diesem

Grund wurde entschieden, eine neue Traverse herzustellen.

Diese hat dann auch die entsprechenden

Hängevorrichtungen, um einen Silocontainer von 29

Tonnen gefahrlos vom Bahnwagen auf den LKW umzukranen.

Kran Thusis ist wieder «aufgewacht»

Seit Mitte Mai 2012 steht der Kran Thusis wieder für den

kombinierten Verkehr bereit. Die Salztransporte der

Frühjahresfüllung für das Tiefbauamt Thusis wie auch

für San Bernardino können in Silocontainern erfolgen.

Der Güterverkehr RhB möchte sich bei allen Beteiligten

für die rasche Umrüstung herzlich bedanken.

Umlad ab LKW eines Salzcontainers

der Firma Hans Fischer

Logistik AG.

Ablad Strassensalz durch Firma

Hans Fischer Logistik AG.

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Daten und Fakten des Portalkrans in Thusis

Baujahr 1987

Hersteller

(swisscrane)

Bachmann AG, Beringen

Tragkraft

(ohne Tragjoch)

4 × 8 000 kg = 32 000 kg

Spannweite 9 x 9 m

Hakenweg 6 m

Hubgeschwindigkeit 3,1 m/0,5 Minuten

Katzfahrgeschwindigkeit 5 m/20 Minuten

Bemerkungen

- Bedienung über frei fahrbare Steuerflasche (Steuerelement)

- Ausrüstung mit DEMAG-Bauteilen bestehend aus vier Elektro-

Seilzügen mit integrierter Überlastsicherung, eine Schutzsteuerung

in separatem Steuerschrank sowie notwendige Endschalter

und Sicherheitseinrichtungen.

- Tragjoch speziell für Bockkran ausgelegt und wahlweise auf

20-, 30- und 40-Fuss-Container einstellbar.

Krantaufe auf den Namen

«Griffli».

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34

In einem Schub die Albularampe hinauf

Von David Wiegratz

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Im Dezember 2010, sozusagen als letzte Amtshandlung

des scheidenden Direktors, bestellte die RhB bei Stadler

Rail sieben sechsteilige Albula-Gliederzüge, kurz

AGZ genannt. Ein AGZ besteht dabei aus sechs kurzgekuppelten,

betrieblich nicht trennbaren Gliedwagen

ohne eigene Traktionseinheit, welche durch Triebfahrzeuge

gezogen werden. Die genauere Beschreibung der

AGZ kann in der InfoRetica Nr. 1/2011 nachgelesen

werden.

Im Zusammenhang mit den AGZ wird auch geprüft, ob

die AGZ verpendelt, sprich mit einem Steuerwagen

ausgerüstet werden könnten. Durch dieses neue Betriebskonzept

würde das Umfahren des AGZ durch das

Triebfahrzeug in St. Moritz entfallen und es wären

Kurzwendungen möglich. Allerdings würde dies auch

bedeuten, dass die AGZ, und allfällig eingereihte Zusatzwagen,

die Albularampe durch das Triebfahrzeug

nicht hoch gezogen würden, sondern hinauf geschoben.

Das Engineering des Geschäftbereichs Rollmaterial erhielt

den Auftrag, die technische Machbarkeit des

Schiebebetrieb AGZ für die Albulalinie zu untersuchen.

Vor allem sollte die Frage geklärt werden, ob und unter

welchen Bedingungen, welche und wie viele Wagen

zusätzlich vor den AGZ eingereiht und durch welche

Triebfahrzeuge die Albula-Süd- und Nordrampen hinauf

geschoben werden können.

Berechnung AGZ-Schiebebetrieb Albula

Die Berechnungsergebnisse lagen im Juli 2011 vor und

führten hinsichtlich der technischen Machbarkeit der

AGZ-Verpendelung für die Albulalinie unter anderem zu

folgenden Erkenntnissen:

n Der Schiebebetrieb auf der Albulalinie ist, unter Einhaltung

bestimmter Vorgaben, möglich

n Mit den untersuchten Triebfahrzeugen Ge 4/4II, Ge

4/4III und ZTZ

n Die maximal mögliche Anhängelast ist auch die maximal

möglich Schiebelast. Das heisst, mit einer Ge 4/4III

oder einem ZTZ können z. B. 300 t die Albularampe

hoch geschoben werden

n Alle eingereihten und geschobenen Wagen, aber auch

alle schiebenden Triebfahrzeuge, müssen zwingend

mit Nylatronplatten auf dem Hülsenpuffer ausgerüstet

sein! Sofern sie nicht kurzgekuppelt oder mit einer automatischen

Kupplung ausgerüstet sind

n Beim Einsatz von Nylatronplatten sind sowohl Entgleisungs-

wie auch Kippsicherheit gewährleistet

n Die maximale Schiebekraft darf nicht mehr als 200 kN

betragen. Beim Einsatz vom ZTZ als Schiebefahrzeug

muss die Stosskraft also auf diesen Wert begrenzt werden

n Kein vor dem Triebfahrzeug eingereihter Wagen darf

leichter sein als ein EWII oder längere Abmessungen

als ein EWII aufweisen

n Der Umbau auf die automatische Kupplung ist nicht

notwendig

Messkonzept

Seitens BAV wurde Ende September 2011 anlässlich

einer Besprechung verlangt, die Berechnungsergebnisse

mit Messfahrten auf der Albulalinie zu verifizieren.

Das mit dem BAV abgestimmte Messkonzept sah Verifizierungsfahrten

mit einem EWII-Personenwagen vor. Im

geschobenen Zustand ist der kritischste Wagen jener,

welcher sich direkt vor der Schiebelok befindet. Gemäss

Verpendelungskonzept sind die RhB-Personenwagen

EWII die leichtesten und längsten Wagen (und darum

die kritischsten), welche zusammen mit einem AGZ geschoben

werden könnten.

Grafik Messkonzept. Messradsatz mit angeflanschter

Telemetrie-Tube.


Das Messkonzept sah vor, an über 40 Messstellen, die

meisten davon am EWII-Prüfling, die verschiedensten

Messgrössen wie Fahrweg, Geschwindigkeit, Kupplungskraft,

Zug- und Bremskräfte, Radführungskräfte, vertikale

Radkräfte, vertikale primäre und sekundäre Federwege,

Querwege der Federung, Puffer-Relativwege,

Kupplungswinkel sowie die Temperaturen der Nylatronplatten,

zu erfassen und aufzuzeichnen.

Zur Messung der verschiedenen Radkräfte wurden die

zwei Messradsätze «Mindener Bauart», welche erstmals

2003 im Rahmen des F+E Projektes «Lärmsanierung» für

fahrtechnische Untersuchungen auf dem Netz der RhB

eingesetzt wurden, wieder belebt. Bei diesen Messradsätzen

handelt es sich um Radsätze, bei welchen auf der

Radscheibe und der Achswelle an diversen Stellen

Dehnmessstreifen appliziert wurden. Über diese Messstreifen

werden die dehnenden Verformungen des Radsatzes

bei Belastung erfasst und über die Änderung des

elektrischen Widerstandes an die Messtechnik übermittelt.

Die Messradsätze mussten dazu durch die DB Systemtechnik

Minden für die Messfahrten umgebaut und

kalibriert werden.

Aufrüstung des Portalkrans Thusis

Der Portalkran in Thusis hat eine Tragkraft von 32 Brutto-

Tonnen. Mit dem notwendigen Krangehänge verbleibt

jedoch eine Netto-Traglast von 30 Tonnen. Dies wäre

zwar ausreichen für den Umschlag der Silocontainer mit

Strassensalz, denn die eingesetzten Container haben ein

Bruttogewicht von maximal 29 Tonnen. Jedoch wurde

im Verlauf der Abklärungen festgestellt, dass sowohl die

Struppen als auch die Traverse nicht auf ein solches

Traggewicht ausgelegt sind. Ausserdem sind die Aufnahmehaken

an den Traversen falsch positioniert, um einen

Silocontainer ohne Schrägzug umladen zu können. Nach

Messzug in Bergün.

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Abklärungen mit verschiedenen Anbietern wurde entschieden,

die Traverse zur Prüfung für einen allfälligen

Umbau zur Firma Donatsch in Landquart zu senden. Die

Spezialisten der Firma haben die Traverse geprüft und

für einen Umbau als untauglich befunden. Aus diesem

Grund wurde entschieden, eine neue Traverse herzustellen.

Diese hat dann auch die entsprechenden Hängevorrichtungen,

um einen Silocontainer von 29 Tonnen

gefahrlos vom Bahnwagen auf den LKW umzukranen.

Kran Thusis ist wieder «aufgewacht»

Seit Mitte Mai 2012 steht der Kran Thusis wieder für den

kombinierten Verkehr bereit. Die Salztransporte der

Frühjahresfüllung für das Tiefbauamt Thusis wie auch

für San Bernardino können in Silocontainern erfolgen.

Der Güterverkehr RhB möchte sich bei allen Beteiligten

für die rasche Umrüstung herzlich bedanken.

Verifikationsmessfahrten AGZ-Schiebebetrieb Albula

Nach umfangreichen Planungs- und Vorbereitungsarbeiten

konnten die Messfahrten nach Ostern 2012 in

Angriff genommen werden. Bedingung waren trockene

Schienenverhältnisse. Deshalb wurde für die Messfahrten

ein Zeitfenster von zwei Wochen eingeplant.

Der Messzug setzte sich wie folgt zusammen:

Ge 4/4III (Schiebelok) + EWII-Prüfling+Messwageneinheit

Xak 9371-71+Ge 4/4III (Bremslok)

Der Einbau der Messgeräte durch die beauftragte Prüfstelle

TÜV SÜD Rail GmbH in den EWII-Prüfling A1270,

die Messwageneinheit Xak 9371–72 und die beiden

Lokomotiven Ge 4/4III 650–651 erfolgte in der Woche

nach Ostern.

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Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Die eigentlichen Messfahrten konnten dann, mehrheitlich

trockener Witterung sei Dank, in der Zeit vom 17.–

21. April 2012 unter Teilnahme vom BAV Vertreter gemäss

folgenden Programm durchgeführt werden:

n Referenzfahrt Klosters – Wolfgang, geschoben, mit 5

Personenwagen anstelle Bremslok. Die Referenzfahrten

waren zur Ermittlung eines streckenabhängigen

Fahrprofils für die Hauptversuche auf der Albulastrecke

notwendig

n Referenzfahrt Klosters – Wolfgang, geschoben, mit

Bremslok, ohne die 5 zusätzlichen Personenwagen

n Annäherungsfahrten Bergün – Preda mit jeweils 60

und 80 % der Schiebekraft von 200 kN. Aus Sicherheitsgründen

begannen die Messfahrten mit reduzierter

Schiebekraft, welche dann kontinuierlich erhöht

wurde

n Messfahrten Bergün – Preda, geschoben, 100 %-Schiebekraft,

Nylatron-Nylatron, jeweils mit vor- und

nachlaufendem Messdrehgestell, mit zulässiger Streckengeschwindigkeit

n Messfahrten Bergün – Preda, geschoben, 100 %-Schiebekraft,

Stahl-Nylatron

n Messfahrt Bergün – Preda, geschoben, 100 %-Schiebekraft,

Nylatron-Nylatron, +5 km/h über zulässiger

Streckengeschwindigkeit

n Messfahrt Bergün – Preda, gezogen, Fahrkomfort-Vergleich

zum geschobenen Zustand

n Messfahrten Bever – Spinas, geschoben, 100 %-Schiebekraft,

Nylatron-Nylatron, mit Langsamfahrt durch

Kurvenradius R100 m Ausgangs Bever.

n Langsamfahrten unterhalb Preda, geschoben, 100 %-

Schiebekraft, Nylatron-Nylatron, Kurvenfolge ab KM83

(vor Zuondratunnel) bis KM84.5 (Kurvenfolge R95-

R96m)

n Messfahrt Thusis – Rhäzüns, geschoben, 100 %-Schiebekraft,

Nylatron-Nylatron. Hier wurde der Kurvenradius

bei KM32.1 vor Rhäzüns genauer unter die Lupe

genommen.

Ivo Hutter, Leiter Rollmaterial, lässt sich die Messtechnik erklären.

n Messfahrt Küblis – Klosters – Wolfgang, geschoben,

100 %-Schiebekraft, Steigung 43 ‰, inklusive Befahren

Ein- und Ausfahrweichen in Saas.

Auswertung und Resultate

Die Online-Darstellungen der wichtigsten Messgrössen

haben schon während den Verifikationsfahrten erste

Einblicke in die zu erwartenden Ergebnisse gewährt. Die

Auswertung der umfangreichen Messrohdaten durch

den beauftragten Ingenieur Christoph Wiesener ist Mitte

Mai angelaufen und dauert 6 Wochen. Die Resultate

werden der RhB Ende Juni 2012 präsentiert und in Form

eines Berichtes abgegeben.

Eine erste Vor-Auswertung und Einschätzung zeigt, dass

die AGZ-Verpendelung gemäss vorgesehenem Konzept

unter Berücksichtigung von gewissen Vorgaben und mit

gewissen Einschränkungen wahrscheinlich möglich ist.

Das Rollmaterial-Engineering klärt zurzeit bereits erste

Fragen ab, welche sich aus der Vor-Auswertung ergeben

haben (zum Beispiel: Wie sieht es mit dem Prud’Homme

Grenzwert aus, einem Kriterium zur Beurteilung des Querverschiebewiderstands

des Gleises). Für eine sichere Aussage

zur technischen Machbarkeit müssen auf jeden Fall

noch die definitiven Auswertungen abgewartet werden.

Zum Abschluss noch der Hinweis auf eine «scheinbar

unscheinbare» Komponente: ein wichtiges Element für

die Realisierung der Verpendelung ist die Nylatronplatte.

Dabei handelt es sich um eine 20 mm dicke Kunststoffplatte,

welche auf die Hülsen-Pufferplatte aller geschobenen

und schiebenden Fahrzeuge aufgeschraubt werden

muss. Nur damit können die Reibungskräfte

zwischen den Pufferplatten im geschobenen Zustand so

klein gehalten werden, dass die Entgleisungs- und

Kippsicherheit gewährleistet ist. Die Kombination Stahlpufferplatte

auf Nylatronplatte ist, aufgrund des höheren

Reibwertes, im geschobenen Zustand schon nicht

mehr möglich, ganz zu Schweigen von der Kombination

Stahlpufferplatte auf Stahlpufferplatte.

Hülsenpuffer mit angeschraubter Nylatronplatte.


Führerstandsfahrt

Von Isabella Paiano

Dieser Bericht über die Führerstandsfahrt ist sehr subjektiv

und persönlich. Es sind meine Eindrücke und Erinnerungen,

Wahrnehmungen und Erfahrungen. So ein

Bericht kann nur subjektiv sein. Ich bedanke mich

herzlich für die Möglichkeit, die mir dank Jon Andri

Dorta und Thomas Baumgartner geboten wurde und

die tolle Organisation durch Moreno Beti.

Der Termin für meine Führerstandsfahrt steht fest und

meine Vorfreude ist riesig! Dann kommen die beiden

typischen Fragen einer Frau: was ziehe ich an? Und was

tue ich, wenn ich unterwegs mal muss?

Der Tag kommt näher und ich stehe in festen Schuhen

und in Schichten gekleidet am Bahnhof Chur. Der Zugführer

steht bereit und gibt den Fahrgästen Auskunft

und ein anderer Herr in der schicken Uniform leistet

ihm Gesellschaft. Auf meine Frage, wer er sei und was

seine Aufgabe sei, grinst er: «Ich bin der Bimbo vom

Dienst». Er verbringt die Zeit am Bahnhof in Bereitschaft,

um Einzuspringen, wo nötig. Aha, dass es diese

Funktion auch gibt, wusste ich nicht.

Der Lokführer ist noch nicht da, ich bin einiges zu früh.

Ich frage mich, wie «sie» wohl sind, diese Lokführer.

Diese Typen, die stundenlang allein im Führerstand

sitzen und durch Graubünden fahren. Um so zu arbeiten,

muss man doch bestimmt ein bisschen schrullig

sein! Dann kommt mein erster persönlicher Lokführer

für heute, Marcel. Er ist der letzte, der noch von der BLS

«ausgemietet» wurde und freut sich, dass er Gesellschaft

auf der Lok hat.

Und schon geht es los. In einer «richtigen» Lok, nicht

einem Triebwagen. Ich frage Marcel, wie er zu den

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

neuen ALLEGRA-Triebzügen steht. Das seien halt nicht

mehr richtige Lokomotiven, das sei ja schon fast wie

Tram fahren, ist seine Aussage. Er bevorzugt die Lokomotiven,

das ist für ihn das richtige Lok-Feeling. Deshalb

liebt er es auch, Güterzüge zu führen.

Er erklärt mir die Signale, die alle paar Meter auf zutauchen

scheinen: Geschwindigkeits anzeigen-Vorwarnung,

definitive Geschwindigkeitsanzeige, Ende

Geschwindigkeits begrenzung, Übergang voraus und,

und, und – mir schwirrt bald der Kopf, während ich

versuche, die vielen Signale rechtzeitig zu sehen.

Die Zeit vergeht wie im Zug – äh – Flug – und wir erreichen

schon meinen ersten Zwischenhalt: St. Moritz.

Mittagessen, ein kleiner Spaziergang, und dann treffe

ich den zweiten Lokführer, der meine Begleitung

erhält: Adriano. Mit ihm fahre ich bis Tirano und von

dort wieder zurück nach Poschiavo.

Auch Adriano frage ich, ob er Vorlieben hat, was Züge

oder Lokomotiven betrifft. Er verneint. Ob ihm der

ALLEGRA-Zug gefalle, will ich genauer wissen. Adriano

meint, am Anfang sei es gewöhnungsbedürftig gewesen,

dass einem die Leute über die Schulter schauen.

Aber er habe sich daran gewöhnt. Ist doch schön für

die Fahrgäste, wenn sie zuschauen können! Und die

Faszination ist gross!

Lust auf den ganzen Bericht?

Aus redaktionellen Gründen ist es leider nicht möglich, den

ganzen Bericht in der InfoRetica zu publizieren. Wer den ganzen

Bericht lesen möchte kann dies im Intranet unter Produktion/

Lokpersonal gerne machen.

Isabella Paiano und Moreno Beti. Isabella Paiano mit Luzi Oberer.

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Mit 65 Jahren …

Text von Peider Härtli, Bilder von Caspar Frey, Peter Specker und photopress

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Die Lokomotive «Bernina» des Typs Ge 4/4 I der RhB mit

Jahrgang 1947 verliess am 7. März 2012 die Werkstätten

Landquart in Richtung Luzern. Dort macht sie vom

4. April bis 21. Oktober 2012 als Blickfang die Besucherinnen

und Besucher des Verkehrshauses auf die Sonderausstellung

«Sonne bewegt» aufmerksam. Die «Bernina»

wurde dem Verkehrshaus als Leihgabe für 5 Jahre

übergeben.

«Kosmetische» Eingriffe

Die «Bernina» war eine wohl bekannte und beliebte

Lokomotive auf dem Bündner Schienennetz. Zwischen

1947 und 1953 beschaffte die RhB 10 solcher Lokomotiven

des Typs Ge 4/4 I mit den Serienummern 601 bis

610. Diese damals sehr modernen Lokomotiven dominierten

während Jahrzehnten das Bild der Traktionsfahrzeuge

und verstärkten den durch die legendären

Krokodilloks aus den 20er Jahren geprägten Fuhrpark

der RhB.

Während ihrem Einsatz auf dem Stammnetz der RhB

(ganzes Netz mit Ausnahme der Berninalinie), mussten

sich die «Damen» verschiedenen Liftings unterziehen.

Die auffälligsten «kosmetischen» Eingriffe betrafen

dabei die Modernisierung und den Ersatz der alten

Führerstände durch eine auch optisch völlig neue

Frontpartie. Nicht minder für Aufmerksamkeit sorgte

der Farbwechsel von grün auf rot zum 100-jährigen

Bestehen der RhB 1989.

8 Mal zum Mond – und zurück

Im Lauf ihres Loklebens hat die «Bernina» eine Strecke

von über 6 Millionen Kilometer abgespult. Oder noch

anschaulicher: Dies entspricht einer Strecke von sage

und schreibe 8 Mal zum Mond und zurück oder 150

Weltumrundungen! Nach 65 Jahren Einsatz bei Sonne,

Wind und Schnee ist ihre Zeit abgelaufen. Mit dem heute

erforderlichen Tempo kann sie nicht mehr mithalten

und – wen wundert’s – ihre Grundkonstitution ist nicht

mehr die beste. Zudem wurde sie durch neue, moderne

und noch kräftigere Züge ersetzt. Mit anderen Worten:

bald wird die gute alte Ge 4/4 I ausgemustert und ganz

von den Bündner Schienen verschwinden. Ein Exemplar,

die «Badus» mit der Serienummer 603, wird dem Bahnpark

Augsburg übergeben und die 602 «Bernina» wird

noch einige Jahre im Verkehrshaus Luzern zu bewundern

sein. Vorerst wird sie jedoch während der Sonderausstellung

«Sonne bewegt» mächtig Eindruck machen.

Unter anderem wird dem Besucher am Beispiel der

«Bernina» auf sprichwörtlich spannende Weise erklärt,

wie es sich mit Elektroantrieb fährt und seit wann man

überhaupt elektrisch fährt. Mit Sicherheit 65 Jahre und

mehr …

Einige technische Daten zur Lokreihe Ge 4/4 I

Anzahl Lokomotiven 10 (Reihe 601–610)

Achsfolge Bo’Bo’

Länge über Puffer 12 100 mm

Anzahl Motoren 4

Stundenleistung am Rad 1600 PS/1184 kW

Gewicht 47 Tonnen

Vmax 80 km/h

Die Sonderausstellung «Sonne bewegt»

Vom 4. April bis 21. Oktober 2012 legt das Verkehrshaus

der Schweiz mit der Sonderausstellung «Sonne bewegt»

den Fokus auf nachhaltige Mobilität – vom Elektrofahrzeug

oder Solarmobil bis hin zu wendigen Segways.

Überraschende Objekte, wie zum Beispiel auch ein

Segelboot oder ein Segelflugzeug, schaffen für die Besucher

Denkanstösse und veranschaulichen die Rolle der

Sonne als vielseitige Energiespenderin.


Medienbahn

AIR, ROAD & SEA

AIR, ROAD & SEA

AIR, ROAD & SEA

Die Rhätische Bahn

Die

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Eröffnung des Bahnmuseums Albula in Bergün.

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Die RhB bewegt jährlich mit rund 1400 Mitarbeitenden

über 10 Millionen Reisende und rund 700’000 Tonnen

Die Güter RhB über bewegt 384 jährlich Kilometer mit hochalpines rund 1400 Mitarbeitenden

Streckennetz.

Die über Mit RhB ihren 10 bewegt Millionen einzigartigen jährlich Reisende mit Gebirgsstrecken, rund und rund 1400 700’000 Mitarbeitenden wie Tonnen zum

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Damals, vor 30 Jahren

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012


Damals 1912

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Neues in Kürze

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Was beobachtet Matthias Tscharner?

Von Fredy Bärtsch

Mit verwegenem Blick beobachtet Leiter Güterverkehr

Matthias Tscharner das Geschehen. Was ist sein Auftrag?

Wohin schweift sein Blick? Was schreibt er auf? Wo befindet

er sich?

Die Lösung ist einfach: Er beobachtet den Schwerverkehr

bei der Autobahn Chur Süd und schreibt alle Lastwagen

auf. Dies ist Teil der Feldforschung beim Güterverkehr. In

unregelmässigen Abständen erfassen die Mitarbeiter von

G die vorbeifahrenden Lastwagen, einmal in Davos (Abzweigung

Flüelapass), einmal am Julier und diesmal bei

den Autobahnausfahrten Chur Süd und Chur Nord. Unter

anderem erkennt G mit dieser Methode Transportpotentiale

für die Bündner Güterbahn.

Amber UAN è in pensione!

Von Paolo Sterli

Gigi Fancoli dopo 41 anni dedicati al Trenino rosso, lo

scorso 26 febbraio, è entrato a far parte della schiera dei

pensionati.

Si dice che nessuno è insostituibile, che tutti siamo preziosi

e nessuno è indispensabile. Ma Gigi, con le sue bizze

e le sue capacità, con il suo carattere e le sue focose

idee, è un vulcano di cui certamente sentiremo una

grande mancanza.

A nome di tutti i colleghi gli auguro di tutto cuore di godersi

a lungo la meritata pensione con tutta la sua famiglia

e di potersi dedicare ai suoi hobby preferiti.

Ein nichttaugliches Depot

Von Hans Amacker

Originell, aber nicht in Übereinstimmung mit unserer

Hausordnung ist dieses, im Bahnhof Campocologno,

aufgestöberte Versteck. Wie unsere Mitarbeitenden sind

auch Züge, Bahnhöfe und Bahninfrastrukturobjekte in

gewisser Weise Visitenkarten gegenüber unseren Kunden.


Teamevent an der Eisgala Davos

Von Markus Brunner

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

An zwei Tagen im Februar trafen sich die Mitarbeitenden

der ehemaligen Region V und P Davos/Klosters, um gemeinsam

die Eisgala 2012 zu geniessen. Nach einem

«speziellen» Apéro in der ehemaligen Kappelle im

Alexan derhaus begab sich unsere Festgesellschaft zur

nächsten kulinarisch-sportlichen Station: dem Fondueplausch

im Restaurant «Time Out». Die Verköstigung bestand

aus einem gluschtigen Schweizer Käsenationalgericht

und vorzüglichem Wein. Anschliessend begann in

der Vaillant Arena ein Spektakel der Superlative. Christa

Rigozzi führte mit viel Charme und Witz durch die atemberaubende

Show in welcher Eiskunstkomiker, nationale

sowie internationale Stars und auch der Nachwuchs sich

mit unglaublichen Kunststücken immer wieder überboten.

Wenn Zug 1276 auf Bär M13 trifft …

Text von Peider Härtli

Am 13. Mai 2012 ereignete sich bei Ftan-Baraigla ein

Zwischenfall, welcher in seiner Art (hoffentlich) einmalig

sein und auch bleiben wird: Der eingewanderte Bär M13

wurde abends um 21.45 Uhr von Zug 1276 erfasst und

weggeschleudert. Die nachfolgenden Suchaktionen der

Wildhut hatten – dank GPS-Ortung – Erfolg: M13 wurde

nur rund 300 Meter von der Crash-Stelle gefunden. Angeschlagen

und deutlich ramponiert, aber nach ersten

Erkenntnissen nicht lebensgefährlich verletzt hat er die

unliebsame Begegnung mit dem Nachtzug überlebt.

Und das ist doch eine gute Nachricht! Der Cartoon wurde

uns von Markus Brunner zugeschickt.

Einweihung der neuen Diensträume Samedan

Von Jolanda Lombardi-Mettler

Am 20. April 2012 konnten im Depot und Mehrzweckgebäude

am Bahnhof Samedan die neuen Aufenthaltsräume,

Garderoben, Ruhe- und Übernachtungszimmer

mit einer Schlüsselübergabe eingeweiht werden.

Ein Dank gebührt allen Beteiligten am Standort für ihr

Verständnis während der Umbauarbeiten. Besonders

verdankenswert haben sich Jon Andri Dorta (P-LP) und

Danilo Del Simone (V-ZP) für die Interessen vor Ort und

Hans-Jörg Vils (F-IM-PU) und das Architekturbüro Wolf

für die Planung und Begleitung der Umbauarbeiten eingesetzt.

Einen schönen und erholsamen Aufenthalt in den neuen

Räumlichkeiten wünscht das Projektteam Sanierung

Diensträume.

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Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Rückblick Auditserie Auffahrtswoche

Von Roli Hofmann

Feuerwehrübung

Am 12. Mai hat die Stützpunktfeuerwehr eine Übung

zum Thema «Personenrettung Bahn/Gefahrgut Bahn»

durchgeführt. Seitens RhB waren ein ausrangierter Reisezugwagen

und die Übungszisterne ANU im Einsatz. Ziel

der Übung war die Zusammenarbeit Feuerwehr/Bahn,

die Personenrettung sowie der Umgang mit Gefahrgut.

Bei den RhB-Themen waren die Stichworte «Zusammenarbeit

mit dem RCC», «Verhalten im Gleisbereich»

und «Gefahren des elektrischen Stromes» im Fokus.

Auditierung

In der Auffahrtswoche haben drei Aufsichtsbehörden/

-institutionen die RhB auditiert – das BAV, die SQS und

die SUVA. Bei den total 60 Auditsequenzen haben die

Auditoren eine gut aufgestellte und fitte RhB und motivierte

Mitarbeitende angetroffen. Die Ergebnisse der

durchgeführten Audits haben aber auch dargelegt, dass

beim Dokumentenmanagement und dem Handling der

Auflagen, wie auch bei einer konsequenteren Umsetzung

von Vorgaben und Vorschriften in Zusammenhang

mit der Arbeitssicherheit, noch weiterer Optimierungsbedarf

besteht.

Premiere: die Schweizer Armee kombiniert

Von Conti Blumenthal

Auch die Schweizer Armee will im Rahmen von allfälligen

Varianten auf den Zug «Kombiverkehr» aufspringen.

Zu diesem Zweck hat sie erstmals mit einem ihrer zahlreichen

Wechselbehälter (WB) einen Probetransport

durchgeführt. Und wen hat sie sich als Partner ausgesucht?

Klar, die RhB, den schweizweiten Spezialisten für

Kombitransporte. Unsere Güterbahn führte die Kombipremiere

unter Teilnahme des Bereichs Verkehr und

Transporte LBA am 24. April 2012 auf der Strecke Landquart

– Schnaus – Landquart durch. Fazit: «Kombiverkehr»

bringt der Armee mehr Unabhängigkeit vom Strassenverkehr,

Treibstoffeinsparungen, Flexibilität bei

einem Engpass an Motorfahrern und mehr Handlungsfreiheit

bei Gütertransporten.


RhB-Mitarbeiter vor der Kamera

Von Enzo Schäffeler

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Erich Cadonau, Stellvertreter Leiter Bahnhof Disentis, vor

seinem alterwürdigen ehemaligen «Heimatbahnhof» –

Waltensburg/Vuorz. Der Mitarbeitende der RhB wurde

von RTR interviewt – Thema 100 Jahre Jubiläum Chur -

Disentis.

Der Film kann unter www.rtr.ch (Dossier: 100 onns viafier

en Surselva) angesehen werden.

Buch auf drei DVDs

Von Gian Brüngger und Wolfgang Finke

Über die Reisezugwagen der Rhätischen Bahn, Stand April

2012 zum Preis pro DVD für das Personal von CHF 30.50.

Spektakulärer Wagentransport

Von Erika Bärtsch

Am Donnerstag, 24. Mai 2012, wurde der historische

Bahnwagen WS 3902 in einer spektakulären Aktion mit

Hilfe eines Mobilkrans auf einen Lastwagen gehoben.

Anschliessend wurde der Wagen aufs Streckengleis zur

Überfuhr nach Stugl/Stuls gesetzt.

Zuwachs an der Bahnhofstrasse

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Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Von Roland Maron

Kaum ausgebrütet

im Nest noch wohlbehütet

doch dreht der Hausmeister seine Runden

wird selbst das im RhB-Park gefunden

Viadukt Mulin da Cuas

Text: Karl Baumann und Peider Härtli

Bild: Bernhard Schlegel

Da lockt die Jubilok im Jubilook locker auf dem wunderschönen

Viadukt. Der Viadukt Mulin da Cuas in Sumvitg

wurde rechtzeitig, gerade für das Jubiläum, fertig gestellt.

Infrastruktur-Tag vom 8. Juni 2012

Von Reto Sidler

Anfang Sommer findet immer ein Infrastruktur Mitarbeiter

Anlass statt. Dieser Mitarbeiteranlass soll Zeit für einen

regen Austausch über die Bereiche hinaus bieten.

Turnusmässig findet dieser in den Regionen statt, wobei

dieses Jahr der Bereich elektrotechnische Anlagen in

Landquart für die Organisation des Anlasses auserkoren

war.

Der Start um 13:30 vor dem Direktionsgebäude der RhB in

Chur nützte Hans Amacker um einige motivierende Worte

an die Teilnehmer zu richten. Im Anschluss begaben sich

4 Gruppen auf eine 1 1/2 stündige Stadtführung in der

Churer Altstadt. Während dieser Zeit wurden diverse interessante

Hintergründe zu Gebäuden und Plätzen spannend

erzählt. Schnell ging der kurzweilige Rundgang vorüber

und die Gruppen begaben sich mit dem Zug von

Chur nach Landquart. Im Fahrleitungswerkhof empfing

man danach die «Infrastrukturler» mit einem Apéro.

Nach einer kurzen humorvollen Ansprache von Christian

Florin konnte der stetig wachsende Hunger mit Grilladen

und Salaten gestillt werden. Als Abschluss gab es noch

einen feinen Dessert. Um ca. 23:00 fand der erfolgreiche

Anlass mit dem Löschen des Lichts seinen Abschluss.

Wir freuen uns jetzt schon auf das nächsten Infrastruktur

Tag!


PeKo Unternehmung trifft PeKo Fläche

Von Roger Tschirky

Am 30. April traf sich die PeKo Unternehmung mit der

PeKo Fläche zur ersten von zwei gemeinsamen Sitzungen,

die wir im Jahr zusammen durchführen. Wir konnten

als Gäste Roald Hofmann, Leiter Risk/Sicherheit,

Stefan Ackermann, Leiter ME, Rico Wenk, Bereichspersonalleiter

und Eric Wyss, Projektleiter HR, für die Sitzung

gewinnen. Es war ein interessanter Tag. Roald Hofmann

instruierte uns in Sachen der integrierten Sicherheit.

Was bisher alles geschah, wie die PeKo im Nachhinein

integriert wurde, welche Aufgaben die PeKo mitgestaltet

hat. Wir konnten bei der Umfrage dabei sein, wir hatten

ein Treffen mit den SUVA-Verantwortlichen, wir werden

miteinbezogen. Danach stellte er uns kurz die drei Sicherheitsbeauftragten

von der RhB vor.

Stefan Ackermann erklärte uns den Prozess der Arbeitsgruppe

Dienstkleider, welcher ein langer und aufwendiger

Prozess ist. Die PeKo war im Prozess immer eingebunden.

Zusammen wurden die Kleider-Codes definiert.

Die DV 004 und die Punktestruktur werden auch überarbeitet.

Die ME hat jährlich 800 000 Franken zur Verfügung.

Die ME beinhaltet und umfasst ein riesiges Spektrum,

was wohl nicht allen bewusst ist. Aus diesem

Grund sind wir bestrebt, viel Informationen und Hintergrundinformationen

sowie das Kleidersortiment aufs

Intranet aufzuschalten. Die PeKo und der Leiter ME treffen

sich vier Mal pro Jahr zu einem Austausch. Falls euch

etwas stört, fehlt, ihr unzufrieden oder zufrieden seid,

Änderungswünsche habt, lasst es uns wissen und wir

können es in unser Gespräch einfliessen lassen.

Eric Wyss erklärte uns seine neue Aufgabe, er ist neu

zuständig für die PeKo und darf unsere Anliegen verfol-

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

gen und betreuen. Eric ist an einer guten Zusammenarbeit

interessiert, er setzt sich für die PeKo-Anliegen, soweit

er kann, ein. Eric wird bei unseren Treffen mit der

Leiterin HR Stephanie Rielle dabei sein und ein Protokoll

führen.

Die Gäste standen uns noch für Fragen zur Verfügung,

diese Chance wurde rege genutzt. Die Türen bei der ME,

beim Leiter Risk/Sicherheit und bei Eric Wyss stehen jederzeit

offen.

Der Tag war ein grosser Schritt in die richtige Richtung.

Wir werden von den meisten Kategorien und Vorgesetzten

ernst genommen und als gleichwertigen Partner

angeschaut. Wir hoffen nun, dass die Restlichen noch

folgen.

Zum Schluss haben wir die Pendenzenliste abgearbeitet,

die Treffen mit der Leiterin HR besprochen und stellten

unsere weiteren Anträge vor. Danach durfte jeder noch

mitteilen, wo es bei ihm und seiner Kategorie brennt

und was wir in der PeKo-Unternehmung besser machen

können. Am Ende des Tages wurde Claudio Föhn verabschiedet,

welcher bei der RhB und der PeKo seinen letzten

Arbeitstag hatte. An seiner Stelle wurde Heinz Zwicky

als Vertreter der Mitarbeitenden Produktion, ohne Lokpersonal,

in die PeKo gewählt. Es war ein interessanter,

lehrreicher und kurzweiliger Tag.

Wir sind motiviert und überzeugt, dass wir mit Eurer

Mithilfe noch viel erreichen werden.

Mit kollegialen Grüssen

Eure PeKo

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Geschäftsbericht Pensionskasse 2011

Von Urs Brunett

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Einmal mehr wurde auch im Geschäftsjahr 2011 die für

die Pensionskasse notwendige Sollrendite nicht erreicht.

Seit 2002 konnte am Kapitalmarkt nur in fünf von zehn

Jahren die erforderliche Rendite übertroffen werden.

Auf die zukünftigen reglementarischen Leistungsversprechen

wirken sich die fehlenden Erträge negativ aus.

Die in den Jahren 2002 bis 2011 erreichte durchschnittliche

Rendite von 2.71 % und die für die nächsten

10 Jahre bekannten Erträge (10-jährige Bundesobligationen)

reichen nicht aus, um das heutige Leistungsniveau

zu finanzieren. Mit einer Jahresperformance von 0.59 %

erzielten wir im Quervergleich mit den übrigen Pensionskassen

jedoch ein vergleichsweise zufriedenstellendes

Ergebnis.

Das abgelaufene Geschäftsjahr war geprägt von heftigen

Marktturbulenzen. Unter der europäischen und amerikanischen

Schuldenkrise haben die Aktienmärkte arg

gelitten. Die Renditen der Obligationen, Hypotheken

Wichtigste Kennzahlen 2011

Urs Brunett.

und Immobilien konnten die Schwäche der Aktienmärkte

nur teilweise ausgleichen. Die beinahe panikartige

Flucht in den Schweizer Franken hatte zur Folge, dass

wir zusätzliche Kursverluste in Anlagen in Fremdwährungen

in Kauf nehmen mussten.

Erzielte Performance in den Jahren 2002 bis 2011

In der Zeit von 2002 bis 2011 konnte die erforderliche

Sollrendite nicht erreicht werden. Die durchschnittliche

Rendite von 2.71 % reichte nicht aus, um die notwendigen

Rückstellungen zu bilden.

Deckungsgrad

Der Deckungsgrad einer Pensionskasse kann – nebst anderen

Faktoren – ein Indiz ihrer finanziellen Sicherheit

sein. Er ist für Versicherte eine zentrale Kennziffer. Der

Deckungsgrad ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen

den Verpflichtungen einer Pensionskasse und dem vorhandenen

Vermögen. Ein Deckungsgrad von über 100

Prozent weist darauf hin, dass Sanierungsmassnahmen

nicht notwendig sind.

Internet

Für weitere Informationen empfehlen wir Ihnen die

Internet Plattform http://www.pkrhb.ch.

31.12.2011 31.12.2010 Abweichung

Bilanzsumme 512 566 699.– 515 430 326.– - 0.56 %

Vorsorgekapitalien und technische Rückstellungen 493 205 067.– 482 658 662.– 2.19 %

Rendite auf Anlagevermögen 0.59 % 3.19 % - 2.60

Nettoergebnis aus Vermögensanlagen 2 931 541.– 15 760 458.– - 81.40 %

Deckungsgrad der Kasse 100.19 % 103.00 % - 2.81

Wertschwankungsreserve 920 027.– 14 486 881.– - 93.65 %

Wertschwankungsreserve in % 0.18 % 2.82 % - 2.64

Anzahl aktive Versicherte 1 365 1 363 0.15 %

Anzahl Rentner 926 935 - 0.96 %


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Anzahl Rentner 926 935 - 0.96 %

9

4

-1

-6

-11

0.8

5.4

Performance der Pensionskasse von 2002 bis 2011

(geometrisches Mittel 2.71 Prozent)

3.4

8.8

4.75

1.54

-9.05

9.96

3.19

0.59

2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011

Der Deckungsgrad hat sich in den vergangenen Jahren wie folgt entwickelt:

Der Deckungsgrad hat sich in den vergangenen Jahren wie folgt entwickelt:

110%

110%

108%

108%

106%

106%

104%

104%

102%

102%

100%

100%

98%

98%

96%

96%

94%

94%

92%

92%

102.80%

100.80%

100.80%

Deckungsgrad der Pensionskasse in den Jahren 2002 bis 2011

102.80%

106.86%

108.12%

106.83%

94.82%

94.82%

102.27%

102.27%

103.00% 103.00%

100.19%

100.19%

2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011

2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011

Rendite in %

Deckungsgrad

Deckungsgrad

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Café Bernina

Von Elisabeth Erber

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Vorgeschichte

Letzthin hab ich mich in Alp Grüm in den Regionalzug

gesetzt – und Schmarrn … wieder habe ich vergessen,

mir ein Fläschli Wasser zu kaufen. Und wieder habe ich

bis Poschiavo keine Chance was zu trinken zu bekommen

– so kann ich die Fahrt bis Tirano durstig «geniessen».

Aber es sind nur 40 Minuten – das überlebe ich

unbeschadet.

Problematik

Leider ergeht es nicht nur mir so, viele Bahnkunden, die

in Pontresina in den Regionalzug steigen und dann bis

Poschiavo oder Tirano durchfahren haben keine Möglichkeit,

sich ein Getränk zu besorgen. Diese Strecke

dauert zwei Stunden. Bist du schon einmal zwei Stunden

durstig im Zug gesessen? Das Wasser in der Toilette

ist ebenfalls angeschrieben mit «Kein Trinkwasser».

Zum Glück gibt es eure zuvorkommenden Kondukteure,

an die sich die Kunden wenden können, wenn sie durstig

und hungrig sind – und diese rufen bei uns an, um

für die Gäste Getränke oder auch einmal ein Brötli zu

bestellen.

Manche Gäste laufen in den zwei Minuten, in denen der

Zug hält, schnell zu uns ins Restaurant, um ein Fläschli,

ein Sandwich oder ein Glace zu bekommen – mit dem

Risiko, dass sie den Zug verpassen. Aber was macht man

nicht alles, um die quälenden durstigen Kinder zu

beruhi gen?

Wenn das mit dem Kiosk geklappt hätte, hätten die

Gäste diese Kleinigkeiten schnell beim Kiosk kaufen

können. Zwar schaffe ich diese Lauferei ins Restaurant

noch, doch es muss eine andere Lösung her.

Elisabeth Erber (links).

Lösung

Alp Grüm bietet offiziell einen «Lieferservice» in/an den

Zug unter dem Namen «Café Bernina». Wie McDonald's

oder die Pizzeria mit Lieferservice – nur origineller –

denn schliesslich sind wir nicht irgendwer – sondern die

Rhäti sche Bahn.

Die Idee eines Lieferservices gibt es schon lange und

wird von uns bereits für Kunden und Reiseleiter angeboten.

Nur wenige Kunden wissen davon, deshalb wird

das Angebot nicht oder nur selten genutzt. Weiter kennen

die Kunden die Telefonnummer und die Preise

nicht. Wer kauft schon gerne etwas in der Schweiz, ohne

vorher die Preise zu kennen?

Konkurrenz

Mit unserem Lieferservice machen wir niemandem Konkurrenz

und niemand macht uns Konkurrenz. Es gibt

den Gourmino – aber der verkehrt von Chur nach St. Moritz.

Es gibt im Bernina Express den «Railbarservice». Von

diesem nehmen wir Abstand, indem wir immer klar und

deutlich anführen, dass unser Lieferservice nicht für den

Bernina Express gültig ist, sondern eben nur für Regionalzüge.

Kosten für RhB

Für die Rhätische Bahn entstehen keine zusätzlichen

Kosten.

Kosten für Alp Grüm

Zusätzliche Personalkosten, weil ein Mitarbeiter für den

Dienst immer zur Verfügung stehen muss.

Für diese zusätzlichen Aufwände kommt Alp Grüm auf.


Nutzen für Alp Grüm

Zusätzliche Einnahmequelle für Alp Grüm, wenn auch

nur kleine Beträge.

Guter Werbeeffekt, Alp Grüm wird für diesen Teilbereich

den Namen «Café Bernina» bekommen – das einzige

Café mit Lieferservice in/an den Zug! Alp Grüm zeichnet

sich wieder durch Innovation, Flexibilität und Kundenservice

aus.

Nutzen für RhB

Guter Werbeeffekt; weil: Guter Service, tolle aussergewöhnliche

Dienstleistung, die im Regionalzug von Pontresina

nach Poschiavo und umgekehrt angeboten wird.

Faires Preis-Leistungsverhältnis, das den Kunden zu

Gute kommt.

Angebot

Wir bieten neben warmen Getränken in entsprechender

Qualität, kühle Getränke in der praktischen Pet-Flasche.

Je eine Sorte Bier, Rot- und Weisswein mit praktischem

Plastikbecher und einfache Sandwiches mit Puschlaver

Brot. Weiter auch Misolta, Käseteller und Puschlaver Teller.

Als Süssigkeit gibt es Engadiner Nusstorte und 2 Sorten

Eis. Das Angebot ist nicht das «übliche» wie man es

überall bekommt.

Probleme, die entstehen können:

a) Die Gäste könnten die Züge schmutzig machen

Lösung: Die warmen Getränke werden im Thermobecher

mit Deckel und Trinköffnung abgefüllt. Die kalten

Getränke werden im Fläschli serviert, aus denen

die Gäste direkt trinken können oder in einem mit

praktischen Plastikbecher

b) Müllproblem:

Es bleibt Müll im Zug liegen

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Lösung: Zu jeder Bestellung geben wir ein weisses

Plastiksäckli mit. Damit kann der ganze Abfall gesammelt,

verschlossen und beim nächsten Halt oder

beim Ausstieg in die Mülleimer am Bahnhof geworfen

werden.

Risiko

Für Alp Grüm: keine Bestellungen oder zu viele Bestellungen.

Mit beidem können wir gut umgehen.

Für RhB: kein Risiko

Vermarktung

Über Kunden und über Mitarbeiter der Rhätischen Bahn

– auf «freiwilliger» Basis. Wenn Zeit, Möglichkeit und Bedarf

herrscht.

Facebook Fanseite RhB – keine zusätzlichen Kosten

Facebook Fanseite Alp Grüm – keine zusätzlichen Kosten

Newsletter RhB – keine zusätzlichen Kosten

Newsletter Alp Grüm – keine zusätzlichen Kosten

Beitrag in der InfoRetica – keine zusätzlichen Kosten

Eintrag auf unserer Homepage – keine zusätzlichen Kosten

Eintrag auf der Homepage der RhB – keine zusätzlichen

Kosten

Mund zu Mund Propaganda – keine zusätzlichen Kosten

Kosten für Flyer (siehe beiliegende Anlage) – Druck und

Grafikkosten übernimmt Alp Grüm

Albergo Ristorante Alp Grüm

CH–7710 Alp Grüm

+ 41 (0) 81 844 03 18

alpgruem@bluewin.ch, www.alpgruem.ch.vu

Alp Grüm: Jetzt auch auf Facebook und Twitter

http://www.facebook.com/Alpgruem

http://twitter.com/alpgruem

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Was macht ein Tiranese* zuoberst im Oberland?

Von Enzo Schäffeler

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Antwort: Arbeiten und lernen …

Vom 1. März bis Ende April durften wir in Disentis einen

Sprach-, Kultur- und Mentalitäts-Austausch geniessen.

Marco Ruggiu, normalerweise in Tirano stationiert, verbrachte

zwei Monate bei uns, quasi als Stage. Der Fokus

lag dabei auf der Verbesserung seiner Deutschkenntnisse.

Wer jetzt spottet: Was, in Disentis Deutsch lernen? Dem

sei gesagt, dass wir sogar im Büro in dieser Zeit schriftdeutsch

gesprochen haben!

Marco und wir durften feststellen, das die Mentalitätsunterschiede

zwischen dem Val Poschiavo und dem

Bündner Oberland gar nicht so gross sind. Nach ein paar

Tagen hatten wir, auch wegen Marcos grossem Interesse,

das Gefühl, er sei schon viel länger bei uns. Auch in Ilanz

wurde er für einzelne Tage gerne willkommen geheissen,

eine zusätzliche Herausforderung für Marco.

Jeder Bahnhof hat seine Spezialitäten. Und auch wenn

Tirano und Disentis Endbahnhöfe der RhB sind und beide

über Expresszüge, die Paradepferde der RhB, verfügen,

war es sicher eine Bereicherung, die verschiedenen

lokalen Verhältnisse vergleichen zu können.

Ich denke für uns alle, Marco selber, die Teams in Disentis

und in Ilanz, war sein Einsatz eine interessante und

spannende Erfahrung. Wir alle konnten vom gegenseitigen

Know-how und den Erfahrungen profitieren. Ich bin

mir sicher (oder weiss …), dass Marco auch in Zukunft ab

und zu in Disentis anzutreffen ist.

Danke, grazie Marco!

*Tiranese = in Tirano wohnhaft, meist italienischer Staatsangehöriger,

Gazetta dello Sport (ihr wisst schon, die rosafarbene Zeitung unter

dem Arm) – genüsslich in der Sonne sitzend Kaffee geniessend …

Una fantastica esperienza

Von Marco Ruggiu

L’inverno scorso avevo chiesto la possibilità di lavorare

presso un’altra stazione per poter migliorare il mio tedesco

ma devo dire che ho avuto la fortuna di ottenere

molto, molto di piu’ che un semplice «Stage».

Dopo pochi giorni dal mio arrivo a Disentis mi sono subito

ambientato molto bene soprattutto grazie ai colleghi

che hanno dimostrato nei miei confronti disponibilità,

pazienza e voglia di insegnare.

Grazie a questa esperienza ho avuto l’opportunità di conoscere

nuove mentalità, nuove culture, la nostra ferrovia

nella zona dell’Oberland, i collegamenti con la MGB,

altri biglietti internazionali, il Glacier Express, un po’ di

romancio ma soprattutto nuove persone e nuovi colleghi

che purtroppo non si ha mai l’opportunità di sentire o

vedere.

Consiglio a tutti di avere la possibilità di fare questa esperienza

in futuro e di poter avere la mia stessa fortuna

nel trovare dei Team come a Disentis ed Ilanz.

Ringrazio chi ha permesso il mio trasferimento ma soprattutto

tutte le persone (ufficio, manovra, pulitori,

etc …) che ho avuto il piacere di conoscere e che mi

hanno sopportato per questi due mesi …

Grazie mille!!

PS: per chi sosta a Disentis posso confermare che ci sono

degli ottimi locali per passare tranquille serate (chiedere

a Pablo) mentre per chi sosta ad Ilanz consiglio di

chiedere in Stazione (Marco, Felix o Urs) per poter giocare

a Jorkyball …

Marco Ruggiu in Disentis/Mustér. Marco Ruggiu in Tirano.


Pensioniertenfeier 2012

Von Caspar Frey

Jahr für Jahr werden bei der RhB zahlreiche verdienstvolle

Mitarbeitende in ihren wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Auf dem diesjährigen Ausflug ins Valposchiavo

– natürlich mit dem hauseigenen Transportmittel

– konnte man sich nochmals austauschen und Anekdoten

teilen. Der traditionelle Anlass wurde von den diesjährigen

Teilnehmern als «nicht selbstverständlich» erachtet

und auch darum gelobt; dieses Lob gilt vor allem der Personalabteilung

(HR) für die Organisation und dem Führungsteam

der RhB.

Dem Slogan «von den Gletschern zu den Palmen» wurde

die Berninalinie vollends gerecht. Nachdem im oberen

Albulatal noch Schnee fiel, musste man sich am Ospizio

seines Pullovers entledigen.

Freundlich empfing die RhB-Musik den Salonwagen und

dessen Insassen in Poschiavo, was Elisabeth Fischer-

Sigrist und Gion Peder Mark zu einem Tänzchen bewegte.

Im Hotel Albrici, der ältesten Herberge von Poschiavo,

wurde anschliessend ein erstklassiges einheimisches

Menü serviert. Zum Tiramisù trat erneut die RhB-Musik

auf, bevor der offizielle Teil des Tages folgte. Direktor

Hans Amacker blickte in seiner Rede auf das vergangene

Jahr zurück und griff einige markante Punkte der RhB-

Geschichte auf. Daneben brachte er die ehemaligen Mitarbeitenden

auf den aktuellen Stand der RhB – Themen

wurden vorgestellt und ein Blick in die Zukunft gewagt.

Als Ausdruck der Wertschätzung erhielten die im Jahr

2011 Pensionierten ein Abschiedsgeschenk überreicht.

Besonders eindrücklich sind die Zahlen, die die Pensionierten

zusammen bringen: Die Summe der Dienstjahre

beträgt knappe 569 Dienstjahre, das ergibt einen Durchschnitt

von rund 33,5. «Spitzenreiter» ist Richard Grünenfelder

aus Versam (46 Dienstjahre, 3 Monate, 28 Tage).

Er arbeitete zuletzt als Gleismonteur in Ilanz. Auch sonst

waren einige «geschichtsträchtige» ehemalige Mitarbei-

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2012

tende anwesend: Urs Peter Maurhofer konnte die Entstehung

beinahe jeden Signals der Berninalinie erklären, er

war schliesslich Fachmeister der Sicherungsanlagen auf

dieser Strecke. Und Karl Meile war der erste gelernte

Spritzlackierer der RhB.

Der Nachmittag stand im Zeichen von Poschiavo. Maria

Olgiati führte durch die Strassen des heute schön hergerichteten

Dorfes, das noch 1987 durch ein schweres Unwetter

verwüstet wurde. Sowohl beim Gang durchs Dorf

als auch in der Casa Tomé konnte von Renzo Isepponis

(seinerzeit Chefmonteur in Poschiavo) Wissen profitiert

werden. Die Rückfahrt im Salonwagen bot dann wieder

Zeit für Gespräche über die vergangenen Arbeitsjahre und

über die Zeit im Pen sio nierten-Dasein.

Folgende Personen wurden im Jahr 2011 pensioniert

und nahmen an der Pensioniertenfeier 2012 teil:

Brunner Peter, Lokführer, Landquart;

Cabernard Balzer, Mitarbeiter, Landquart;

Cortesi Giulio, Gruppenleiter Stellvertreter, Poschiavo;

Fausch Christian, Reiseleiter, Landquart;

Fischer-Sigrist Elisabeth, Kunden- und Reiseberaterin,

Domat/Ems;

Grünenfelder Richard, Gleismonteur, Ilanz;

Isepponi Renzo, Chefmonteur, Poschiavo;

Köhle Armando, Zugführer, Chur;

Maissen Verena, Raumpflegerin, Untervaz;

Mark Gion Peder, Betriebsdisponent, Thusis;

Maurhofer Urs Peter, Fachmeister, Samedan;

Meile Karl, Spezialhandwerker, Poschiavo;

Pfister Peter, Mitarbeiter, Samedan;

Rinaldi Achille, Leiter Bahnhof, Campocologno;

Wiesendanger Hans, Lokführer, Landquart

Abwesend waren:

Biäsch Hansjörg, Wagenreiniger, Davos Platz;

Odermatt Erna, Sekretärin, Landquart

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Bahnhofbesichtigung Chur

Von Laurene Kröpfli

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Kinder lieben Züge und Bahnhöfe! Wer war als Kind

nicht gerne mit dem Zug unterwegs? Die erste und

zweite Primarklasse aus Cazis wollten die vielen Tätigkeiten

im und um den Bahnhof genauer kennen lernen.

Herr Jörg, Klassenlehrer einer Klasse, fragte bei

login Berufsbildung an, ob eine Bahnhofbesichtigung

am 12. April 2012 in Chur möglich sei. Bei der Organisation

war zu berücksichtigen, dass es sich bei den

Teilnehmenden um 30 sieben- bis achtjährige Kinder

handelte. Doch dank einer sehr guten Zusammenarbeit

mit der RhB und den SBB verlief die Besichtigung problemlos.

Ein paar Monate vor dem 12. April begannen die Vorbereitungen.

Der Klassenlehrer teilte uns seine Wünsche

mit, zusammen mit der RhB konnten wir weitere

Ideen sammeln. Nach Absprache mit dem Klassenlehrer

konnte der Ablauf des Informationsanlasses definitiv

geplant werden.

Die Fachpersonen, welche an den «Posten» die Kinder

empfingen und ihr Wissen weitergaben, mussten angefragt

werden. Für den Posten «Lokbesichtigung»

wurde Markus Putzi, Lokführer der RhB, vorgeschlagen.

Ich war mit diesem Vorschlag von Daniel Hänni, Leiter

Lokführer bei der RhB, mehr als zufrieden. Die Vorbereitungen

mit Markus Putzi waren besonders angenehm

und ich war mir sicher, dass die Lokbesichtigung

ein Erfolg sein würde.

Für die Besichtigung des Fachbereiches Logistik hatte

ich selbst schon von Anfang an eine Idee: hierzu eignete

sich Gino Linto, Logistiker SBB, sehr gut. Seine

lustige, freundliche Art war einfach perfekt für eine

solche Besichtigung. Zur Vorstellung des KV-Bereiches

wollte ich unbedingt Lernende einsetzen. Der 12. April

war ein Donnerstag, viele Lernende haben an diesem

Wochentag Schulunterricht. Zum Glück konnten wir

Hinterste Reihe v.l.n.r.: Jova Dimic, Laurene

Kröpfli und Herr Buchli, Mitte Lehrer Jörg.

eine motivierte, sehr kompetente Lernende aus dem

SBB-Reisebüro, nämlich Jovana Dimic, für uns gewinnen.

Herr Hänni organisierte uns auch noch die benötigten

Warnwesten, welche ich einen Tag vor dem Anlass bei

Marcel Gruber in der Materialwirtschaft der RhB abholen

konnte. Am Tag der Veranstaltung fuhren Herr Jörg,

Herr Buchli und die zwei Klassen mit dem RegioExpress

von Cazis nach Chur. Um ca. neun Uhr traf der Zug in

Chur ein. Jovana Dimic, Kauffrau im ersten Lehrjahr;

Kamer Ibrovic, Logistiker im dritten Lehrjahr und ich

warteten schwer beladen mit Werbegeschenken schon

unten in der Bahnhofsunterführung auf die zwei Klassen.

Bei Ankunft hörten wir von der Bahnhofunterführung

aus bereits die Vorfreunde der Kinder, sie schrien

und rannten herum.

Da wir mit dem Wetter Glück hatten, konnten wir beim

«Gleis d» die geplante Einführung machen. Wir stellten

uns vor und gaben ein paar Sicherheitshinweise. Die

Kinder wurden in drei Gruppen eingeteilt. Herr Jörg

und seine Begleitperson Herr Buchli übernahmen jeweils

je eine Gruppe, Kamer Ibrovic und ich übernahmen

die letzte Gruppe.

In den zwei Stunden die wir Zeit hatten, konnte jede

Gruppe alle drei Posten besuchen. Pro Posten hatten die

Fachpersonen zwanzig Minuten Zeit, den Kindern alles

über ihren Bereich zu erzählen. Danach wurden die

Posten gewechselt, dies durfte nicht länger als fünf Minuten

dauern. Auch wenn die Posten teilweise weit weg

von einander lagen, funktionierte der Wechsel super.

Der erste Posten meiner Gruppe war die Lokbesichtigung.

Gespannt warteten wir beim Treffpunkt auf Markus

Putzi. Weil die Einführung schneller als geplant ging,

waren wir zu früh. Dank der Spontanität von Kamer

Ibrovic wurde es aber nicht langweilig. Pünktlich er-

Logistikposten Gleis 5 Gino Linto.


schien Markus Putzi zum Treffpunkt, er hatte noch einen

Kollegen dabei. Die beiden Lokführer begleiteten uns

zum Lokdepot der RhB. Die acht Kinder in meiner Gruppen

überquerten die Gleise mit ihren leuchtenden

Warnwesten. Markus fragte: «Kinder, dörf ma eifach so

as Gleis überquera?» Ganz dynamisch antworteten die

Kinder «Nai, dörf ma nid! Etz aber schu will miar a

cooli orangi Jacka trägen».

Im Depot angekommen stand die login-Lokomotive der

RhB für uns bereit. Markus hatte zudem sogar eine

zweite Lok organisiert! Meine Gruppe wurde in zwei

Kleingruppen aufgeteilt, danach ging es nach einer kurzen

Einführung in die Lokomotive hinein. Markus zeigte

meiner Mädchen-Gruppe wie man eine «sieben-

Elefanten»-schwere Lokomotive bedient. Die Kinder

durften die Lokomotive auch selbst fahren, dies natürlich

auf einem kurzen und dafür abgesperrten Gleisbereich!

Die Zeit ging sehr schnell um, schon war es Zeit,

zum nächsten Posten zu gehen. Zum Schluss gab es noch

RhB-Geschenke. Wir verabschiedeten uns von den Profis

und gingen zum nächsten Posten.

Jovana wartete schon auf uns vor dem Billettschalter. Sie

zeigte uns zuerst die Broschüren die beim Eingang in

Regalen stehen. Danach ging es im hinteren Bereich

weiter, in welchem das abgegebene Gepäck der Kunden

aufbewahrt wird. Die KV-Lernende informierte uns über

die Gepäck-Etiketten und schilderte uns den Ablauf der

Gepäckannahme am Schalter. Das Reisebüro und den

Schalter durften wir auch aus Sicht des Verkäufers sehen.

Als Abschluss wurde das Gelernte spielerisch abgefragt.

Der letzte Posten für meine Gruppe war die Logistik. Wir

trafen uns mit Gino Linto auf dem Gleis 5. Martin Eggenberger,

auch Logistiker der SBB, war als Unterstützung

dabei. Wir sahen von weitem ein paar kleine Miniaturmenschen

mit übergrossen Warnwesten – die zweite

Lokdepot RhB Markus Putzi.

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2012

Gruppe war bei der Logistik noch nicht fertig. Meine

Gruppe erzählte der anderen Gruppe aufgeregt was sie

schon alles gesehen hatten. «I han a Lokomotiva könna

fahra!», «I han hinter em Schalter könna sitza!», hörte

ich von allen Seiten. Zwei Minuten später gab uns Gino

ein paar Sicherheitshinweise bevor wir in die Rangierlokomotive

einsteigen durften. Gino hatte eine besonders

gute Art mit den Kindern umzugehen, meine Kids

fanden ihn sehr sympathisch. Sie stellten Fragen und

hörten gut zu. Uns wurde auch eine Rangiersicherheitsausrüstung

präsentiert.

Um 10.45 Uhr trafen sich alle Gruppen wieder beim unteren

Bahnhofkiosk. Trotz der Morgenkälte von nur 5° C

kamen alle gut gelaunt und mit einem Grinsen im Gesicht

zum Schlusstreffpunkt. Bei allen drei Gruppen hatte die

Besichtigung super geklappt und wir hatten die Zeit eingehalten.

Wir machten ein Gruppenfoto, Jovana verteilte

Süssigkeiten und auch von mir gab es login-Geschenke.

Die Warnwesten wollten die Kinder am liebsten behalten.

Und schon war es Zeit, nach Hause zu fahren. Wie geplant

konnten die Klassen pünktlich um 10.58 Uhr in den Zug

nach Cazis einsteigen und ich war froh, den Anlass so gut

über die Bühne gebracht zu haben.

Die Posten mit den Fachpersonen waren sehr interessant

und unglaublich spannend und die Organisation zusammen

mit SBB und RhB fantastisch. Dank dieser tollen

Zusammenarbeit konnten wir den zwei Klassen aus

Cazis eine gute Bahnhofbesichtigung anbieten und die

zwei Lehrer zufriedenstellen.

Ich möchte mich bei allen beteiligten Personen der RhB,

den SBB und von login ganz herzlich bedanken.

Die Kinder hatten ein unvergessliches Erlebnis und die

Begeisterung für den öffentlichen Verkehr wird bei

Ihnen sicher anhalten. Der Anlass war ein voller Erfolg!

Schalter SBB und RhB Jovana Dimic.

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56

Personalchronik

vom 2. März – 1. Juni 2012

Eintritte

Austritte

Markus Barth als Leiter Produktion, Chur

Mario Beck als Projektleiter, Landquart

Rudolf Caviezel als Lokführer, Landquart

Roman Derungs als Gleismonteur/Verkehrswegbauer, Ilanz

Patricia Huber als Marktverantwortliche, Chur

Tamara Krebs als Personalfachfrau, Chur

Jürg Merz als Lokführer, Landquart

Elias Müller als Polymechaniker, Landquart

Patricia Tschenett als Hostess, Samedan

H E R Z L I C H W I L L K O M M E N !

Marcel Aebersold als Lokführer, Scuol-Tarasp

Zeki Balta als Betriebsangestellter, Klosters

Thomas Baumgartner als Leiter Produktion, Chur

Silvio Briccola als Leiter Finanzen, Chur

Corsin Caviezel als Spezialhandwerker, Landquart

Bertram Dietsch als Leiter Dienstbereich, Landquart

Claudio Föhn als Kunden- und Reiseberater, Bergün

Ursina Heldstab als Betriebsdisponentin, Untervaz

Ursina Lareida als Kondukteuse, Samedan

Armando Luzi als Gleismonteur, Davos Platz

Christian Müller als Lokführer, Chur

Lisbeth Roner-Rölli als Hostess, Samedan

Markus Scherer als Kunden- und Reiseberater, Arosa

René Schläppi als Gleismonter/Verkehrswegbauer, Thusis

Marcus Anton Schneller als Leiter Applikationsmanagement, Chur

Rafael Stutz als Betriebsangestellter, Landquart

Manuela Zuber als Fahrdienstleiterin, Samedan

A L L E S G U T E F Ü R D I E Z U K U N F T !

Pensionierungen Bernhard Bösch, Bahnmeister Davos

A L L E S G U T E I M R U H E S T A N D !


Dienstjubiläen

Ulrich Brunner

Kunden- und Reiseberater

Klosters

Markus Lipp

Leiter Kundendienst

Chur

RhB in-team

25 Dienstjahre

Jose Carlos Antunez Callejo, Spezialhandwerker, Landquart

Matias Filli, Mitarbeiter Kundendienst, Scuol-Tarasp

Hanspeter Hannemann, Spezialhandwerker, Landquart

Daniel Hänni, Leiter Lokführer, Chur

Juan Lopez Valcarcel, Wagenreiniger, Samedan

Thomas Mengelt, Lokführer, Landquart

Luzius Oberer, Zugführer, Samedan

Alice Oberteufer, Kaufmännische Mitarbeiterin, Chur

Kurt Riederer, Lokführer, Landquart

Guido Schwarz, Fachmeister, Landquart

Limphone Vongrathsavay, Spezialhandwerker, Landquart

40 Dienstjahre

Giordano Crameri

Lokführer

Pontresina

Arthur Schmid

Lokführer

Landquart

Agnes Grünenfelder

PM S-Bahn

Chur

Christian Wellinger

Mitarbeiter Kundendienst

Davos Platz

H E R Z L I C H E N G L Ü C K W U N S C H !

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Silvio Hermann

Leiter Vorsorge

Pensionskasse, Chur

Luca Zanolari

Zugführer

Chur

Die Redaktion informiert Sie an dieser Stelle, dass die Rubrik RhB in-team in Zukunft

nicht mehr weitergeführt wird. Der Grund dafür, liegt in der Schwierigkeit, alle und

vor allem richtig zu erfassen. Wir hoffen auf Ihr Verständnis.

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Benno Burtscher

Verwaltungsrat

Spontan

Bärenstark, unser Zug 1276!

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

IHRE SPONTANE MEINUNG …

… zur Kollision von Bär M13 mit Zug 1276?

… zum Schwimmprojekt «Blaues Wunder, Rhein 2012» von Ernst Bromeis?

Eine gute Idee, die beweist, dass für

ihre erfolgreiche Umsetzung eine

grosse mediale Inszenierung nicht

genügt.

… zur InfoRetica?

Rundum gelungen!

Mit wem würden Sie gerne ein feines Menu im Gourmino geniessen?

Mit Bundesrätin und Verkehrsministerin

Doris Leuthard, die ich viel

fragen möchte und der ich auch was

zu sagen hätte.

Und mit wem nicht?

Mit Fifa-Präsident Sepp Blatter, weil

ich von einer demokratischen und

transparenten Führung eines Weltverbandes

eine ganz andere Vorstellung

habe.

Hans Amacker

Direktor

Ungewollte Werbung für die RhB.

Habe sogar eine Rückmeldung aus

Malaysia erhalten.

Ein R(h)einfall.

Vorfreude ist die schönste Freude.

Achille Schucan, dem ersten RhB-

Direktor und ihm die heutige RhB

zeigen.

Ein feines Essen ist nur dann

ungemütlich, wenn man alleine ist.

Ich bin offen.

Christian Florin

Stellvertretender Direktor

Der arme Kerl … hoffe nur er ist nicht

nachtragend und zeigt sich mal

wieder als Touristenattraktion an

der RhB-Strecke.

Eine unglaubliche Leistung … aber

wie ist er eigentlich den Rheinfall

runter geschwommen?

Spannend, unterhaltsam,

infor mativ – beste Werbung in

eigener Sache!

Am liebsten mit unserer Bundesrätin

Doris Leuthard während einer Fahrt

durch den «neuen» Albulatunnel.

Mit dem Bär.


ten Sie …

Wussten Sie …

aterial aus welchem Ihr neues kleika-Produkt

urde, während der … Renovation dass das Material im Jahr aus 2009 welchem das Ihr neues kleika-Produkt

iadukt umkleidete? hergestellt wurde, während der Renovation im Jahr 2009 das

Landwasserviadukt umkleidete?

das Viadukt in «neuem Glanz» – schon gesehen?

nnen wir Ihnen eine Seither Reise grüsst auf das der UNESCO Viadukt Welt- in «neuem Glanz» – schon gesehen?

wischen Thusis und Falls Tirano nicht, (I) können nur empfehlen. wir Ihnen eine Reise auf der UNESCO Welter

bestrecke zwischen Thusis und Tirano (I) nur empfehlen.

Reservation

hn, Railservice Information / Reservation

288 65 65 Rhätische Bahn, Railservice

hb.ch

Tel +41 (0)81 288 65 65

railservice@rhb.ch

www.rhb.ch

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Mehr dazu finden Sie unter www.kleika.ch

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