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travel. one<br />

das Magazin für Reiseprofis<br />

Ausgabe eins 10. Januar 2014<br />

Specials in<br />

dieser Ausgabe:<br />

Nordische Länder<br />

Kroatien<br />

Ein Herz für<br />

Kataloge<br />

Branchenweit sinken<br />

die Auflagen. Ein<br />

Auslaufmodell sind die<br />

Kataloge aber noch<br />

lange nicht. Ab Seite 10<br />

Interview<br />

Myra Sekgororoane,<br />

CEO Botswana Tourism<br />

Über Tourismus, Naturschutz<br />

und Spannungsfelder. Seite 8


ubrik.thema<br />

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2


ausgabe eins.editorial<br />

Das Glas ist<br />

halb voll<br />

So viel Optimismus war schon lange nicht mehr. Nahezu alle<br />

Wirtschaftsverbände sind optimistisch, das Konsumklima<br />

bewegt sich nach allgemeiner Einschätzung auf Kaufrausch-<br />

Niveau. Und weil die Zinsen vorerst äußerst niedrig bleiben<br />

und an den Börsen Unsicherheit herrscht, ob die jüngsten<br />

Kursanstiege vieler Papiere nicht vielleicht schon zu viel<br />

des Guten waren, ist auch nicht damit zu rechnen, dass die<br />

Deutschen ihr Geld 2014 massenhaft auf die hohe Kante<br />

legen, statt es zu verprassen. Und vielleicht wirken sich 2014<br />

(außer in der Touristik und im Mediensektor) auch ein paar<br />

Lohnabschlüsse, die mal über der Inflationsrate liegen,<br />

positiv auf die Gesamtnachfrage aus.<br />

Christian Schmicke<br />

Chefredakteur<br />

Natürlich geböte es die journalistische Sorgfaltspflicht, an<br />

dieser Stelle mahnend auf die drohende Gewerbesteuer für<br />

Hotelkapazitäten und diverse Brüsseler Spitzen hinzuweisen,<br />

die die Branche in diesem Jahr heimsuchen können. Und<br />

weil dieses ein Fußball-WM-Jahr ist, wird früher oder später<br />

ein banger Blick auf all jene fallen, die sich von Mitte Juni<br />

bis Mitte Juli lieber vor dem Fernseher und auf heimischen<br />

Partymeilen herumtreiben als an Stränden, die nicht gerade<br />

Copacabana heißen. Aber lassen wir das. Um den trüben<br />

Januartagen stimmungsmäßig zu trotzen, kann es nicht<br />

schaden, sich vorerst auf die positiven Signale zu<br />

konzentrieren.<br />

Mailen Sie uns Ihre Meinung.<br />

c.schmicke@travel-one.net<br />

travel.one 10.1.2014 3


ausgabe eins.2014<br />

Inhalt<br />

18<br />

titelthema <br />

10 Kataloge in der Krise.<br />

Ist der klassische Reisekatalog ein Auslaufmodell?<br />

<strong>Travel</strong> One hat bei Reisebüros,<br />

Veranstaltern und Endkunden nachgefragt.<br />

Titelbild: AGorohov/Shutterstock<br />

puls<br />

6 Türkei-Veranstalter. Vural Öger und Tunc Özler sind zurück.<br />

32<br />

© Christian Weiß © Renatour<br />

11 Interview. Botswanas Tourismuschefin Myra Sekgororoane<br />

erklärt, warum Naturschutz eine zentrale Rolle spielen muss.<br />

produkt<br />

18 Artenschutz. Touristiker engagieren sich in einem Projekt<br />

der Bundesregierung zum Thema Biodiversität.<br />

22 Airlines/Airports. TAP fliegt öfter nach MUC und BER +++<br />

Wöhrl will Cityjet kaufen und Strecken ausbauen +++ British<br />

Airways investiert hohe Summen in die Flotte.<br />

sales<br />

26 Dertour Academy. 580 Reiseprofis vertiefen bei Eiseskälte<br />

im kanadischen Alberta ihr Wissen.<br />

28 FTI. Der Veranstalter lädt Top-Partner nach Abu Dhabi ein.<br />

destination<br />

42<br />

32 Kroatien. Zagreb entführt Besucher mit einer<br />

»Zeitmaschine« in die k.u.k.-Epoche.<br />

36 Nachfrage. Immer mehr Deutsche wollen nach Kroatien.<br />

42 Nordische Länder. Fjordnorwegen zählt zu den<br />

beliebtesten Tourismusdestinationen in Norwegen.<br />

© Finn Loftesnes/Aurland og Lærdal Reiselivslag<br />

exit<br />

46 Peps. Schnäppchen für Touristiker.<br />

47 TV-Tipps.<br />

48 Leute. Wybcke Meier leitet nun Windrose und OFT.<br />

49 Leserbriefe. Impressum.<br />

50 Persönlich. Jörgen Bongartz von DER Touristik.<br />

4


thema.rubrik<br />

travel.one 10.1.2014 5


ubrik.thema<br />

puls<br />

© Öger Tours<br />

Comeback: Vural Öger (links) will wieder richtig mitmischen. Tunc Özler (rechts) will nach der Pleite seines Arbeitgebers GTI auf eigenen Füßen stehen<br />

Gründerzeit<br />

Vural Öger und Tunc Özler wollen neue Marken im Veranstaltergeschäft etablieren.<br />

Bis auf ihre türkischen Wurzeln und<br />

die Tatsache, dass ihre Nachnamen<br />

mit »ö« beginnen und auf »er« enden,<br />

haben die beiden Männer nicht furchtbar<br />

viele Gemeinsamkeiten. Nun haben<br />

sie allerdings eine weitere: Vural Öger<br />

und Tunc Özler gehen erneut mit eigenen<br />

Unternehmen an den Start und<br />

gründeten jeweils einen neuen Veranstalter.<br />

V. Ö. Tours heißt das neue Baby des<br />

Pioniers im deutschen Türkei-Tourismus,<br />

der seinen Veranstalter Öger Tours<br />

vor drei Jahren an Thomas Cook verkauft<br />

hat. Noch in diesem Monat soll<br />

ein Katalog erscheinen, der sich auf Angebote<br />

an der Türkischen Riviera und<br />

der Ägäis konzentriert. Später könnten<br />

auch weitere Ziele hinzukommen, deutet<br />

Öger an. Touristikchef des zunächst<br />

14-köpfigen Unternehmens ist Ali Dogan,<br />

Öger selbst will sich nach der Startphase<br />

eher aus dem Tagesgeschäft heraushalten<br />

und die strategischen Fäden<br />

ziehen. Bei der Anreise und im Zielgebiet<br />

sorgt Ögers Incoming-Agentur Holiday<br />

Plan für das Handling, der hauseigene<br />

Fluganbieter Öger Türk Tur steuert<br />

die Flüge bei. Dass Ögers Hotelkette<br />

Majesty ebenso ein wichtiger Angebotsbestandteil<br />

wird, liegt auf der Hand.<br />

Ohne Katalog, dafür aber mit einer<br />

breiteren Zielgebietspalette, will sich<br />

Özlers Marke For You <strong>Travel</strong> in der Veranstalterlandschaft<br />

etablieren. Der frühere<br />

Vertriebschef von GTI <strong>Travel</strong> betreibt<br />

seinen sechs Mitarbeiter starken<br />

Veranstalter von Büroräumen in der<br />

Düsseldorfer Fußball-Arena aus. 29 Ziele<br />

habe er bereits im Programm, berichtet<br />

Özler, darunter Spanien, Portugal,<br />

die Türkei, Bulgarien und Ägypten.<br />

Beide Anbieter planen, mit Reisebüros<br />

zusammenzuarbeiten – Öger, der<br />

sich bei einer Tagung in Istanbul im vergangenen<br />

Jahr skeptisch zur Zukunft der<br />

Reisebüros geäußert hatte, legte einem<br />

Schreiben an den Vertrieb gleich einen<br />

Agenturvertrag bei, in dem er Provisionssätze<br />

zwischen neun und 13,5 Prozent<br />

anbietet. Özler sagt, er habe bereits<br />

mit einigen Reisebüroorganisationen<br />

Rahmenvereinbarungen getroffen.<br />

Im Marketing setzt Öger auf seine eigene<br />

Popularität. Der Reisebranche fehle<br />

es an »persönlich geführten Unternehmen,<br />

die auf konkrete Vorstellungen<br />

und Wünsche der Kunden vertrauensvoll<br />

eingehen«, meint er. Diese Lücke<br />

wolle er mit einer Mischung aus »Erfahrung<br />

und Neugier, Tradition und Innovation«<br />

schließen. Persönliche Ansprache<br />

wird auch bei Özler ein wichtiges Instrument.<br />

Jedenfalls wirbt er auf seiner<br />

Website mit dem Slogan: »So persönlich<br />

war pauschal noch nie.«<br />

So unterschiedlich die Voraussetzungen<br />

der beiden Firmengründer auch<br />

sind – eine gemeinsame Herausforderung<br />

verbindet sie. Denn – gute Beziehungen<br />

hin, Individualitätsanspruch her<br />

– eine Marktlücke zu besetzen, kann ein<br />

Anbieter im Warmwassersegment schon<br />

seit Ewigkeiten nicht mehr für sich reklamieren.<br />

Welche Qualitäten ihnen eine<br />

Existenzberechtigung verschaffen, werden<br />

sie dem Vertrieb und ihren Kunden<br />

überzeugend erklären müssen. CS<br />

© Stelling<br />

6<br />

10.1.2014 travel.one


thema.rubrik<br />

© MSC Kreuzfahrten<br />

Erstmals nach Australien<br />

n Der australische<br />

Markt wird<br />

für die Kreuzfahrtreedereien<br />

immer wichtiger.<br />

Nun zieht offenbar<br />

auch MSC<br />

Crociere Konsequenzen<br />

daraus<br />

und nimmt<br />

im Februar 2015<br />

erstmals Kurs auf<br />

Australien.<br />

Start der Reise<br />

der MSC Orchestra<br />

soll am 21. Februar nächsten Jahres in Dubai sein. Als Stationen<br />

auf der Route zum Fünften Kontinent sind unter anderem Mumbai und<br />

Cochin in Indien, Colombo auf Sri Lanka, das malaysische Langkawi und<br />

Singapur, hier bleibt das Schiff über Nacht, vorgesehen. In Australien<br />

soll die Orchestra in Cairns, Brisbane, Sydney, Melbourne und Adelaide<br />

stoppen, bevor nach 33 Tagen dann der Zielort Fremantle bei Perth erreicht<br />

wird. Im Rahmen der »Grand Voyage« sind drei Pakete zu Ausflügen,<br />

Getränken und Spa im Reisepreis enthalten.<br />

© Anja Upmeier<br />

Auch Dresden erhebt von Februar an eine<br />

Gebühr für Touristen und Geschäftsleute<br />

Großstädte<br />

kassieren<br />

n Die Bettensteuer wird in diesem Jahr<br />

viele Städteurlaube in Deutschland verteuern.<br />

Seit dem 1. Januar bitten etwa Berlin,<br />

Freiburg und Hamburg ihre Gäste zur Kasse.<br />

Besucher müssen in Berlin und Freiburg<br />

eine Steuer von fünf Prozent des Nettoübernachtungspreises<br />

zahlen, in Hamburg<br />

kommen ein Euro bei einem Übernachtungspreis<br />

von 50 Euro hinzu. In Dresden<br />

werden vom 1. Februar an 1,30 Euro pro<br />

Übernachtung fällig – auch für Geschäftsreisende,<br />

die in Berlin, Freiburg und Hamburg<br />

dagegen von der Steuer befreit sind.<br />

Eine aktuelle Übersicht zum Thema gibt<br />

es auf www.dehoga-bundesverband.de/<br />

branchenthemen/bettensteuer/<br />

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travel.one 10.1.2014 7


interview.puls<br />

Verträgt Botswana mehr Besucher,<br />

Frau Sekgororoane?<br />

Das Interview führte Petra Hirschel.<br />

Botswana organisierte jetzt erstmals im eigenen Land eine<br />

Informationsveranstaltung für europäische Reiseveranstalter,<br />

um mehr Besucher zu gewinnen. Wie lässt sich das mit<br />

Ihrer Tourismus-Strategie vereinbaren? Bislang stand das<br />

Land für einen hochwertigen Tourismus für wenige Gäste.<br />

Sekgororoane: Wir werden die Kapazitäten in den bekannten<br />

touristischen Zielen auf keinen Fall erhöhen. Wenn jemand<br />

kommt und sagt, er möchte ein 100-Betten-Hotel im Okavango-Delta<br />

bauen, denke ich nicht einmal über diese Idee nach.<br />

Meine Antwort lautet sofort »Nein«. Und auch am Chobe wollen<br />

wir kein Wachstum. Wenn dort im Nationalpark plötzlich<br />

nicht mehr ein, sondern fünf Fahrzeuge neben einem Löwen<br />

stehen, ist das kein exklusives Naturerlebnis mehr, sondern<br />

Massentourismus. In anderen Landesteilen aber würde ich<br />

eine Investition sehr begrüßen. Unser Ziel ist die Erweiterung<br />

des bestehenden touristischen Produkts.<br />

© <strong>Travel</strong> One<br />

Was verstehen Sie darunter?<br />

Wir wollen im Tourismus durch neue Ziele und neue Produkte<br />

für Wachstum sorgen. In den Städten, in der Nähe von kulturellen<br />

Sehenswürdigkeiten oder auch in der Kalahari. Vor ein<br />

paar Jahren konnte man in der Kalahari nur zelten, heute gibt<br />

es dort Luxuslodges. Ein anderes Beispiel ist ein Projekt in der<br />

Moremi-Schlucht (Anmerkung der Redaktion: Bei Palapya im<br />

Südosten wurden ein Wanderweg in eine heilige Schlucht erschlossen,<br />

Campingplätze und Ferienwohnungen gebaut).<br />

Dort geht es nicht um die Tierwelt, sondern um unser kulturelles<br />

Erbe. Wir können also durchaus die Besucherzahlen erhöhen.<br />

Deshalb wollen wir ja internationale Direktflüge. Es<br />

dauert momentan einfach zu lange, bis man etwa von Europa<br />

in Botswana ist. Es sind zu viele Stopps.<br />

Wie realistisch ist es, dass irgendwann eine Airline<br />

Botswana auf der Fernstrecke bedient?<br />

Johannesburg wird im südlichen Afrika immer ein wichtiges<br />

Drehkreuz bleiben. Doch man braucht auch Alternativen. Wir<br />

wünschen uns sehr ein paar Direktflüge. Und wenn ich wählen<br />

dürfte: aus Europa, den USA und vielleicht aus Asien.<br />

Was unternehmen Sie, damit sich dieser Wunsch erfüllt?<br />

Botswana hat vor einem Jahr angekündigt, den Luftraum für<br />

internationale Fluggesellschaften zu öffnen. Botswana Tourism<br />

diskutiert mit der Regierung seit rund vier Jahren über<br />

dieses Thema. Wir mussten viel Überzeugungsarbeit leisten.<br />

Air Botswana hat nun kein Monopol mehr. Doch muss die Luftfahrtbehörde<br />

Interessenten, die nach Botswana fliegen wollen,<br />

erst eine Lizenz erteilen.<br />

Gibt es überhaupt Interessenten?<br />

Während des gesamten Prozesses haben wir parallel mit Ländern<br />

gesprochen, die für uns strategisch wichtig sind. Ich<br />

freue mich, dass wir bilaterale Abkommen mit Qatar Airways,<br />

Emirates, Ethiopian Airlines und Air Mauritius schließen<br />

Myra Sekgororoane leitet als CEO Botswana Tourism. Die Managerin setzt sich von ihrem Büro<br />

in Botswanas Haupstadt Gaborone aus für einen nachhaltigen Tourismus ein. Das Ziel des Staates<br />

Das Interview im südlichen führte Afrika ist, die artenreiche Natur zu erhalten.<br />

xxxxxxxxxxxxxx xxxxxx.<br />

8<br />

10.1.2014 travel.one


»Wir wollen<br />

im Tourismus<br />

durch neue Ziele<br />

und neue Produkte<br />

für Wachstum<br />

sorgen.«<br />

konnten. Das heißt nicht unbedingt, dass sie tatsächlich<br />

nach Botswana fliegen werden. Aber die Türen wurden geöffnet.<br />

Uns ist klar, dass die Fluggesellschaften vor allem<br />

Profit machen wollen. Botswana hat nur zwei Millionen<br />

Einwohner. Und selbst wenn man die Besucher hinzurechnet,<br />

ist die Zahl der Passagiere recht gering. Für einige Carrier,<br />

die wir hier gerne sehen würden, ist Botswana deshalb<br />

nicht interessant. Die Direktflüge benötigen wir übrigens<br />

auch wegen der Diamanten (Anmerkung der Redaktion:<br />

Botswana zählt zu den größten Produzenten von Naturdiamanten<br />

der Welt). Die Diamond Trading Company ist<br />

Ende vergangenen Jahres von London nach Gaborone gezogen,<br />

sodass hier nun Auktionen stattfinden, zu denen<br />

Händler aus der ganzen Welt kommen. Diese Leute wollen<br />

mehr Fünf-Sterne-Hotels in Gaborone, einen Limousinenservice<br />

und gute<br />

Restaurants. Und<br />

ganz oben auf ihrer<br />

Wunschliste<br />

stehen Direktflüge,<br />

aus den USA,<br />

Europa und Indien.<br />

Ein anderes Projekt<br />

ist die Kavango-Zambezi<br />

Transfrontier<br />

Conservation Area (Kaza). Botswana plant gemeinsam<br />

mit Angola, Namibia, Sambia und Simbabwe ein<br />

riesiges, grenzüberschreitendes Schutzgebiet für Wildtiere.<br />

Wie weit sind Sie mit diesem Vorhaben?<br />

Das ist ein sehr sehr komplexes Thema. Die fünf Länder haben<br />

eine Vereinbarung unterschrieben. Doch bis es zur Unterzeichnung<br />

eines bindenden Vertrages kommt, werden<br />

noch Jahre vergehen. Monat für Monat gibt es Treffen.<br />

Was macht die Sache so schwierig?<br />

Sehen wir uns doch nur mal Botswana und Namibia am<br />

Grenzfluss Chobe an. Wir schließen den Chobe Nationalpark<br />

um 18 Uhr, auf der anderen Seite brennen danach<br />

noch Lichter. Wir erlauben auf dem Chobe keine Hausboote,<br />

Namibia aber sehr wohl. Wir fischen nicht im Chobe,<br />

doch die Namibier schon – und drei Minuten später<br />

(lacht) kommen sie herüber und verkaufen uns den Fisch.<br />

Ich spreche nur von zwei Ländern. Und nun kommen drei<br />

weitere mit all ihren Ministerien und Gesetzen hinzu.<br />

Manchmal habe ich Bedenken, ob sich Kaza realisieren<br />

lässt. Stimmen wir mit unseren Ansichten überhaupt<br />

überein? Ist der Tourismus überall nachhaltig? Wir alle<br />

werden vieles überdenken müssen. Wie gesagt, das Thema<br />

ist sehr komplex.<br />

<strong>Travel</strong> & Tourism Expo:<br />

Positive Bilanz<br />

Zufriedene Gesichter bei allen Parteien: Zum ersten Mal<br />

lud Botswana im Dezember Reiseveranstalter zu einem<br />

Destinationsworkshop ein. Sowohl die Organisatoren<br />

vom Fremdenverkehrsamt des Landes als auch die beteiligten<br />

70 heimischen Reiseunternehmen sowie die<br />

aus Europa angereisten 80 Reiseprofis zogen eine positive<br />

Bilanz der <strong>Travel</strong> & Tourism Expo 2013. »Äußerst effektiv,<br />

ich konnte viele neue Kontakte knüpfen«, meint<br />

Brett McDonald, Chef der Incoming-Agentur Flame of<br />

Africa. »Sehr informativ und umfassend«, sagt Stefanie<br />

Behacker, bei Studiosus als Einkäuferin für das südliche<br />

Afrika zuständig.<br />

Sämtliche Teilnehmer trafen sich für zweieinhalb Tage<br />

in Kasane, einem Ort am Chobe im Norden Botswanas.<br />

In Vorträgen vermittelten ihnen Wissenschaftler, Reiseleiter<br />

und Touristiker Know-how über die wichtigsten<br />

Reiseziele des Landes und ihre Besonderheiten. Um das<br />

touristische Produkt ging es bei einer Messe, bei der<br />

sich Leistungsträger und Veranstalter austauschten. Vor<br />

und nach der Veranstaltung in Kasane reisten die Gäste<br />

in Gruppen aufgeteilt mehrere Tage durch das Land.<br />

Die gute Resonanz lässt Myra Sekgororoane, CEO von<br />

Botswana Tourism, über eine Wiederholung der <strong>Travel</strong><br />

& Tourism Expo nachdenken. Sie will die Veranstaltung<br />

als feste Größe etablieren. Möglicherweise sollen nächsten<br />

November erneut Veranstalter in Botswana geschult<br />

werden. »Vielleicht laden wir dann auch Partner aus den<br />

USA und Großbritannien ein«, so Sekgororoane. Bei der<br />

Premiere hatte sich das Fremdenverkehrsamt auf Kontinentaleuropa,<br />

dem wichtigsten Überseemarkt Botswanas,<br />

beschränkt. Die Mehrheit der Teilnehmer kam aus<br />

Deutschland.<br />

Botswana ist in erster Linie als Ziel für Safari-Urlauber<br />

bekannt (rund 270.000 Besucher im Jahr). Rund 40 Prozent<br />

des Landes stehen unter Naturschutz. Seit Beginn<br />

dieses Jahres ist die Jagd in staatlichen Gebieten verboten.<br />

Grund ist der drastisch abnehmende Tierbestand.<br />

Lediglich die Elefantenpopulation, die größte Afrikas,<br />

wächst weiter.<br />

© <strong>Travel</strong> One<br />

travel.one 10.1.2014 9


produkt.thema<br />

Klassiker<br />

in der Krise?<br />

Die Katalogauflagen der großen Veranstalter sinken. Sind die<br />

Druckerzeugnisse ein Auslaufmodell? <strong>Travel</strong> One hat Veranstalter,<br />

Reisebüros und Kunden nach ihrer Einschätzung gefragt.<br />

10 <br />

10.1.2014 travel.one


kataloge.titelthema<br />

Die Meinung der Veranstalter<br />

Die Gesamtmenge der gedruckten<br />

Kataloge wird bei uns innerhalb<br />

von drei Jahren um 40 Prozent sinken«,<br />

kündigte TUI-Deutschland-Chef<br />

Christian Clemens im Oktober an.<br />

Ein ehrgeiziges Projekt. Denn ein Abschmelzen<br />

des Katalogbergs in dieser<br />

Größenordnung ginge weit über das<br />

hinaus, was durch eine verringerte<br />

Zahl an Vertriebsstellen und veränderte<br />

Kundenbedürfnisse sozusagen<br />

als »organischer« Schrumpfungsprozess<br />

bezeichnet werden könnte.<br />

Beim Marktführer ist man offenbar<br />

überzeugt, dass sich mit einer zunehmenden<br />

Bedeutung elektronischer<br />

Informationskanäle der Bedarf an<br />

gedrucktem Material verringert.<br />

Wie hoch die aktuelle Katalogauflage<br />

und die damit verbundenen Kosten<br />

sind, dazu hüllt sich der Marktführer,<br />

wie andere Anbieter auch, in<br />

Schweigen. Zuverlässige Daten sind<br />

zu diesem Thema nicht zu erhalten.<br />

Im vergangenen Jahr sorgte TUI<br />

mit einem neuen Katalogkonzept<br />

für Furore, das sich in den Beschreibungen<br />

auf sogenannte Bullet Points<br />

konzentrierte und so den Informationsgehalt<br />

der gedruckten Kataloge<br />

reduzierte. Nach deutlicher Kritik aus<br />

den Reisebüros ruderte der Konzern<br />

ein Stück zurück. Gegenüber den Katalogen<br />

für den vergangenen Sommer<br />

bieten die aktuellen Druckwerke<br />

nun wieder genauere Infos zu Hotels,<br />

ihrer Lage und den Zimmertypen.<br />

Weniger kann mehr sein.<br />

Der gedruckte Katalog sei bei TUI<br />

keineswegs ein Auslaufmodell, versichert<br />

Stefanie Schulze zur Wiesch,<br />

Leiterin Marketing, Konzepthotels<br />

und Qualitätsmanagement. Aber sie<br />

macht auch deutlich, dass die Bedeutung<br />

der Kataloge als Beratungsinstrument<br />

in dem Maße abnimmt, in<br />

dem die Attraktivität anderer Informationsmedien<br />

steigt. »80 Prozent<br />

unserer Kunden informieren sich im<br />

Internet«, sagt sie. Der Katalog sei vor<br />

allem als Übersichtsmedium im Zusammenspiel<br />

mit weiteren Angeboten<br />

wie dem TUI-eigenen Buchungsund<br />

Beratungssystem Iris plus von<br />

Bedeutung. Überhaupt greife die<br />

Frage nach der Katalogstrategie zu<br />

kurz, so Schulze zur Wiesch: »Es geht<br />

um die Content-Strategie in ihrer Gesamtheit.«<br />

Dafür habe sich TUI ehrgeizige<br />

Ziele gesteckt. Mit Bildern,<br />

Videos und 360-Grad-Rundgängen<br />

will der Marktführer vor allem für die<br />

Präsentation der wichtigen »differen-<br />

Julia Klomann, 28, Bensheim<br />

© Shutterstock/Smit<br />

Julia Klomann bucht in erster Linie Städtetrips im Reisebüro. Die einschlägigen<br />

Kataloge empfindet sie als klar strukturiert. Auch die Angaben zu den Hotels gefallen<br />

ihr. Sie vermittelten einen ausreichenden Eindruck. »Besonders gut finde ich,<br />

dass direkt neben den Bildern von den Hotels auch die Sonderpreise und Aktionen<br />

stehen. Da spart man sich das lange Suchen in den Preisteilen«, sagt die 28-Jährige.<br />

travel.one 10.1.2014 11


titelthema.kataloge<br />

P. Braun*, 40, Wiesbaden<br />

Braun aus Wiesbaden<br />

P. geht nur gelegentlich ins<br />

Reisebüro. Erst seit sie zwei<br />

Kinder hat, nimmt sie den<br />

Service häufiger in Anspruch.<br />

»Vor allem, wenn wir ein Land<br />

nicht kennen und es nicht<br />

einschätzen können, holen<br />

wir uns die Informationen aus<br />

dem Reisebüro«, sagt sie. Und<br />

wenn aus der vorausgegangenen<br />

Internetrecherche hervorgehe,<br />

dass ein bestimmtes<br />

Hotel nur über einen Reiseveranstalter<br />

buchbar sei.<br />

Kataloge zieht die 40-Jährige<br />

bei ihrer Suche nach dem idealen<br />

Urlaubsziel nur ungern<br />

zu Rate. Wenig aussagekräftig<br />

und zu kompliziert was die<br />

Preisfindung angeht,<br />

bemängelt sie die Produktinfos<br />

der Veranstalter. »Bis<br />

auf die Kataloge der Studienreiseveranstalter<br />

sehen alle<br />

gleich aus.« Wenn Braun einen<br />

Katalog in der Hand hält,<br />

blättert sie nur schnell durch,<br />

um sich einen Überblick zu<br />

verschaffen. »Finde ich ein<br />

Hotel, das mir gefällt, lese ich<br />

eventuell nach, ob es dort<br />

Familienzimmer gibt. Dann<br />

gehe ich meistens ins Internet,<br />

um mehr Informationen<br />

zu erhalten«, beschreibt sie<br />

ihr Suchsystem.<br />

*Name ist der Redaktion bekannt<br />

Die Meinung der Veranstalter<br />

zierten Produkte« das gesamte Spektrum<br />

der technischen Möglichkeiten nutzen.<br />

Mit weniger Katalogen mehr Reisen<br />

verkaufen, lautet das Ziel von Thomas<br />

Cook. Im Sommer hatte Vertriebschef Georg<br />

Welbers ein Projekt vorgestellt, das<br />

Reisebüropartner für sparsamen Katalogeinsatz<br />

belohnen soll. Er rechnete vor,<br />

dass eine Agentur im Schnitt 13 Kataloge<br />

pro Buchung benötige. In den schlimmsten<br />

Fällen liege die Zahl bei 20 und in den<br />

besten bei acht. Selbst acht Kataloge pro<br />

Buchung seien erschreckend viel, erklärte<br />

Welbers. Ein sorgsamerer Umgang mit<br />

dem Infomaterial könnte den Ressourcen-<br />

und Geldverbrauch für den Veranstalter<br />

verringern; am Erfolg sollten die<br />

Reisebüros über ein Incentive beteiligt<br />

werden. Ein entsprechendes Pilotprojekt<br />

mit Reisebüropartnern läuft.<br />

Vollständige Infos sind Pflicht.<br />

Weniger Kataloge als früher werden heute<br />

auch bei Studiosus gedruckt. Innerhalb<br />

von zehn Jahren sei das Volumen um rund<br />

20 Prozent geschrumpft, sagt Vertriebschef<br />

Guido Wiegand. Der Studienreisespezialist<br />

vollzieht damit eine ähnliche<br />

Entwicklung wie andere Veranstalter – allerdings<br />

mit gebremstem Tempo.<br />

»Mindestens bis zum Ende des Jahrzehnts<br />

werden gedruckte Kataloge noch<br />

eine wichtige Rolle spielen«, ist Wiegand<br />

überzeugt. Bei Studienreisen gebe es eine<br />

Menge zu lesen – über die Reiseziele ebenso<br />

wie über Reiserouten und Inhalte. »Dafür<br />

ist Papier nach wie vor das geeignete<br />

Medium«, unterstreicht er. Gleichwohl<br />

gebe es mittlerweile durchaus Kunden, die<br />

sich ausschließlich online informierten.<br />

Auch für Studiosus wachse die Bedeutung<br />

12 <br />

10.1.2014 travel.one


kataloge.titelthema<br />

© iStock<br />

multimedialer Informationsvermittlung.<br />

Der Katalog müsse vollständige und verbindliche<br />

Basisinformationen liefern. Aktualisierungen,<br />

Bilder und Filme könnten<br />

dagegen besser über elektronische Medien<br />

transportiert werden.<br />

Für die Menge bedruckten Papieres<br />

gebe es durchaus weitere Einsparungspotenziale,<br />

so der Studiosus-Vertriebschef.<br />

Denn auch diejenigen Kunden, die bedrucktem<br />

Papier weiterhin den Vorzug geben,<br />

benötigten keineswegs immer einen<br />

kompletten Katalog. Studiosus sei heute<br />

in der Lage, Kunden einen genau auf ihre<br />

Wünsche abgestimmten Katalog zusammenzustellen<br />

– unter Einbindung der Reisebüros,<br />

wie er betont. Dass die Reisebüros<br />

ihrerseits künftig in großem Stil »Kataloge<br />

on demand« produzieren, glaubt Wiegand<br />

dagegen nicht. Dies sei schließlich<br />

mit einigem technischen und finanziellen<br />

Aufwand verbunden – und gerade in Zeiten<br />

der Diskussion um die Vergütung von<br />

Mehraufwand ein sensibles Thema.<br />

In der Summe werde die Zahl gedruckter<br />

Kataloge weiter abnehmen, glaubt<br />

auch Kevin Keogh, Vertriebs- und Marketingchef<br />

DER Touristik. Diese Entwicklung<br />

werde von der Optimierung einzelner Auflagen,<br />

einer Zunahme von Ganzjahreskatalogen<br />

und der zunehmenden Digitalisierung<br />

von Informationen vorangetrieben.<br />

FTI-Vertriebschef Ralph Schiller sieht<br />

neben einer weiter voranschreitenden<br />

Auflagenreduzierung einen Trend zur<br />

stärkeren Orientierung des Titelportfolios<br />

an den Urlaubsmotiven und Anforderungen<br />

der Kunden. So könnte die Bedeutung<br />

der Kataloge in einzelnen Marktsegmenten<br />

sogar wachsen, vermutet Keogh.<br />

Denn bei Rund- und Studienreisen<br />

sowie besonders hochwertigen Arrangements<br />

steht neben der Information die<br />

emotionale Ansprache der Kundschaft im<br />

Mittelpunkt. Wenn man die erreichen will,<br />

darf man nicht knausern – darin sind sich<br />

die Veranstalter einig. Der Rotstift wird<br />

daher vor allem bei 08/15-Angeboten angesetzt.<br />

Denn bei denen reicht es notfalls<br />

auch, wenn sie ausschließlich in den Systemen<br />

verfügbar sind.<br />

<br />

Christian Schmicke<br />

Katrin Bischl, 49, Schwetzingen<br />

Katrin Bischl unterscheidet klar: »Gruppenreisen, wie zum<br />

Beispiel eine Wanderreise, buche ich im Internet, den<br />

Rest im Reisebüro.« Mit den Katalogen steht sie auf Kriegsfuß.<br />

Mühsam sei es, sich durch die Preisteile zu wurschteln.<br />

»Sie sind furchtbar unübersichtlich. Wie man den richtigen<br />

Preis für den passenden Zeitraum finden soll, ist kaum<br />

nachvollziehbar«, sagt die 49-Jährige. Auch die Katalogsprache<br />

bereitet ihr manches Mal Kopfzerbrechen: »Hotelbeschreibungen<br />

sind oft schwer einzuschätzen«, meint Bischl.<br />

Trotz der Einwände darf der Katalog bei der Urlaubsvorbereitung<br />

nicht fehlen. »Ein paar brauchbare Informationen<br />

findet man immer.« Weniger nützlich seien die Zielgebietsinfos.<br />

»Da würde ich mir mehr wünschen«, sagt sie. Andererseits,<br />

gibt Bischl zu Bedenken, sei es verständlich, dass<br />

die Veranstalter in erster Linie ihre Hotels bewerben. Au-<br />

ßerdem seien Kataloge wichtig für die Kundenbindung. Die<br />

Idee, Katalog und Internet miteinander zu verknüpfen, findet<br />

sie gut. Gerne würde sie weiterführende und zielgerichtete<br />

Informationen via Link aus dem Internet erhalten. »Das<br />

ist besser als einen Katalog über das gesamte Winterprogramm<br />

in die Hand gedrückt zu bekommen, wenn ich im<br />

Grunde nur Infos über die Kanaren brauche«, so Bischl.<br />

Für Bischl hat die Katalogproblematik noch eine andere Dimension.<br />

Die Rolle der Reisebüros sei in diesem Zusammenhang<br />

schwierig. Zu oft sei es ihr passiert, dass sie nach einem<br />

Besuch im Reisebüro zwar mit einem Haufen Kataloge<br />

aber ohne passendes Angebot nach Hause gegangen sei.<br />

»Das ist für mich keine Dienstleistung. Wenn ich sage, ich<br />

möchte gerne nach La Gomera in den Urlaub fahren, dann<br />

möchte ich nicht den Katalog in die Hand gedrückt bekommen,<br />

damit ich mir selbst etwas aussuchen kann. Ich möchte<br />

einen Vorschlag hören. Aus diesem Grund gehe ich in ein<br />

Geschäft. Weil ich beraten werden möchte.«<br />

travel.one 10.1.2014 13


titelthema.kataloge<br />

Die Meinung der Reisebüros<br />

Von Jahr zu Jahr dünner werdende<br />

Kataloge mit reduziertem Hotelportfolio,<br />

kaum Fotos und eine wenig<br />

ansprechende Optik: Eine Entwicklung,<br />

die Reisebüros äußerst kritisch<br />

betrachten. Auch wenn die Papierprogramme<br />

bei der Beratung für Reiseprofis<br />

zunehmend weniger wichtig<br />

werden und bei vielen in der Agentur<br />

optisch weniger präsent sind: Viele<br />

Kunden schätzen sie als unterstützendes<br />

Medium, so die Erfahrung der<br />

Expedienten. »Sie brauchen etwas zum<br />

Blättern«, sagt Ute Marx, Inhaberin des<br />

Reisebüros Knauss-Reisen in Schorndorf,<br />

rund 20 Kilometer von Stuttgart.<br />

»Viele Kunden wollen stöbern und gucken«,<br />

ergänzt Susanne Güntner vom<br />

TUI <strong>Travel</strong>star Reisebüro Kubutsch in<br />

Hamm.<br />

Auch wenn die Kunden immer<br />

technikaffiner werden, ist es für viele<br />

wichtig, zur Ideenfindung zuhause<br />

und im Nachgang der Beratung im<br />

Katalog ihr Hotel betrachten zu können.<br />

»Sozusagen als Untermalung«,<br />

erläutert Claudia Biesen-Hüser, Teamleiterin<br />

bei Artz-Reisen in Kamp-Lintfort.<br />

»Unerlässlich«, findet Güntner<br />

deshalb gerade auch mit Blick auf<br />

ältere Kunden die Papierprogramme.<br />

Für viele sei das eine Erinnerungshilfe.<br />

Und auch die »Ritualkatalogleser«<br />

seien zwar eine immer kleiner werdende,<br />

aber eben doch noch relevante<br />

Gruppe. »Ich finde nicht, dass Kataloge<br />

überflüssig sind, auch wenn wir<br />

mittlerweile notgedrungen viel aus<br />

dem System ausdrucken«, sagt Britta<br />

Meloth, Inhaberin des TUI Reisecenters<br />

in Oppenheim.<br />

Wunsch nach guten Katalogen.<br />

Alle Agenturen legen mit Blick auf den<br />

Verbraucher Wert auf gut gemachte Kataloge.<br />

Und genau darin liegt die Crux.<br />

Gerade bei der Ideenfindung seien<br />

ansprechende, informative Kataloge<br />

wichtig, findet Klaus Frank vom Reisebüro<br />

Frank und Mettendorf in Zweibrücken.<br />

Emotionale Ansprache sei<br />

gefragt, die Kataloge sollten Lust auf<br />

Urlaub wecken, sagt der Inhaber von<br />

fünf Reisebüros in der Saarland-Pfalz-<br />

Region. Viele ausgedünnte Programme<br />

aber seien das Ergebnis von Kostensenkungsmaßnahmen,<br />

Innovation<br />

bleibe da auf der Strecke. Da sparten<br />

viele am falschen Ende, so sein Urteil.<br />

Der 53-Jährige wünscht sich deshalb<br />

»kluge Köpfe« bei Veranstaltern, die<br />

sich Gedanken machen, wie sich aus<br />

marketingtechnischen Gründen die<br />

Programme besser gestalten lassen.<br />

Gerade weil Kataloge von Kunden als<br />

Entscheidungshilfe für die Buchung<br />

verwendet werden, ärgern sich Reisebüros,<br />

wenn nicht alle Hotels, und diese<br />

auch noch lückenhaft, beschrieben<br />

werden. Besonders in der Kritik stehen<br />

die großen Anbieter. An vorderster<br />

Front: TUI und die Schwester 1-2-Fly.<br />

© TUI<br />

Marion Schirmer bucht regelmäßig im Reisebüro. In den Katalogen der<br />

Reiseveranstalter blättert sie gerne. Sie zieht das Druckwerk dem Netz<br />

vor. »Im Internet verliert man zu viel Zeit«, sagt die 71-Jährige. »Im Reisebüro<br />

übernehmen die Mitarbeiter die Suche und zeigen einem die Hotels.«<br />

Bis auf wenige Ausnahmen könne man sich dann im Katalog auch ein gutes<br />

Bild von der Lage und dem Angebot des Hotels machen. »Manchmal<br />

könnten mehr Fotos abgebildet sein«, regt Schirmer an. Nach der Buchung<br />

zusätzliche Informationen über die Unterkunft und das Ziel zu erhalten,<br />

findet sie gut. »Aber es darf nicht zu lang sein. Vor allem die Informationen<br />

zum Reiseziel. Da packe ich lieber einen Reiseführer ein.«<br />

Marion Schirmer, 71,<br />

Wiesbaden<br />

14 <br />

10.1.2014 travel.one


kataloge.titelthema<br />

Apollonia und Bernward Hölting,<br />

79 und 83, Mainz<br />

»Das sind keine Kataloge mehr«, sagt<br />

Reisebürofrau Marx. Regelrecht geschockt<br />

seien die Kunden anfangs gewesen,<br />

mittlerweile habe ein Gewöhnungsprozess<br />

eingesetzt. Auch TUI-Fan<br />

Meloth klagt über die »abgespeckten«<br />

Kataloge. »Da hat TUI nicht die besten<br />

Karten«, seufzt sie, »das macht die Sache<br />

für uns nicht gerade einfacher.« Ihr<br />

Urteil in Sachen 1-2-Fly ist eindeutig:<br />

»Die braucht kein Mensch.« Und auch<br />

Reisebürochefin Marx ist überzeugt:<br />

»1-2-Fly wird bei uns sicher schlechter<br />

verkauft, weil der Katalog qualitativ so<br />

minderwertig daherkommt.«<br />

Not macht erfinderisch: »Manchmal<br />

gebe ich sogar andere Kataloge mit,<br />

wenn der Kunde Informationen über<br />

das gewünschte Hotel mit nach Hause<br />

nehmen will, auch wenn ich natürlich<br />

immer versuche, im Verkauf auf TUI<br />

zu steuern«, sagt Meloth. Dass es auch<br />

bei den Generalisten anders geht, beweisen<br />

Schauinsland Reisen und FTI,<br />

die bei den Agenturen durch die Bank<br />

Lob einheimsen. Auch die Präsentati-<br />

Wer Apollonia Hölting und ihren<br />

Mann Bernward in der Kundenkartei<br />

stehen hat, darf sich freuen. Beide<br />

sind treue Reisebürokunden und fahren<br />

mindestens sechs Mal im Jahr in den Urlaub.<br />

Einen Katalog von ihrem Urlaubsziel<br />

wollen sie immer haben. Zwar nicht, um<br />

nach passenden Angeboten zu suchen –<br />

das erledigt das Reisebüro – jedoch um<br />

zusätzliche Informationen zu erhalten.<br />

»Wenn ich eine Flussreise buche, erfahre<br />

ich im Katalog mehr über das Schiff und<br />

die Städte«, begründet Apollonia Hölting<br />

ihre Motivation und nennt ein weiteres<br />

Beispiel. »Wir fahren seit Jahren in<br />

Aldiana-Clubs. Trotzdem schauen wir uns<br />

immer den neuen Katalog an. Es gibt ja<br />

immer wieder neue Ausflüge und Anregungen.«<br />

Sie findet die Broschüren aussagekräftig.<br />

Auch seien sie gut lesbar und<br />

ausreichend bestückt. »Wenn ich noch<br />

eine Frage habe, wende ich mich an mein<br />

Reisebüro«, sagt die 79-Jährige. Zusätzliche<br />

Informationen über einen Link oder<br />

eine E-Mail aus dem Netz zu erhalten,<br />

ist für sie keine Option – auch wenn das<br />

Ehepaar Hölting über einen Internetanschluss<br />

verfügt. »Ich sehe das nicht ein.<br />

Ich ärgere mich, wenn ich auf einen solchen<br />

Verweis stoße.«<br />

travel.one 10.1.2014 15


titelthema.kataloge<br />

Die Meinung der Reisebüros<br />

© istock<br />

on der aufs gehobene Segment spezialisierten<br />

Anbieter findet Zuspruch:<br />

»Was wir immer gerne in die Hand<br />

nehmen, ist ein Airtours- oder ein<br />

Dertour-Deluxe-Katalog«, sagt Marx.<br />

Den Frankfurtern stellt sie generell<br />

ein gutes Zeugnis aus. »Die Programme<br />

sind zwar klein geschrieben, aber<br />

alles Notwendige ist vorhanden.« An<br />

den Katalogen der Spezialisten gibt es<br />

ohnehin keine Kritik. Als gelungene<br />

Beispiele werden Olimar, Attika Reisen<br />

und Oscar Reisen genannt.<br />

Nun könnte der Verweis auf die Bedeutung<br />

der Kataloge nahelegen, Reisebüros<br />

nutzten ihre technischen Möglichkeiten<br />

nicht ausreichend. Das Gegenteil ist der<br />

Fall: Weil es den Reiseprofis so wichtig ist,<br />

im Beratungsgespräch ihr eigenes Zielgebietswissen<br />

und ihre Kompetenz einzubringen,<br />

nutzen sie in der Regel ausschließlich<br />

die ihnen via Rechner zur Verfügung<br />

stehenden Recherchemöglichkeiten. »Wir<br />

wollen Kunden schließlich nicht mit einem<br />

Katalog abspeisen, sondern sie sollen da<br />

bleiben und unsere Beratung in Anspruch<br />

nehmen«, sagt Melanie Schad vom DER Reisebüro<br />

in Neu-Isenburg. Und Technik pfiffig<br />

zu verwenden, beeindruckt die Kunden: »Es<br />

ist einfach klasse, wie wir Kunden in Bistro<br />

und LM Plus die Hotels zeigen können«,<br />

sagt etwa Reisebürofrau Güntner.<br />

»Ich berate zu 90 Prozent ohne Kataloge«,<br />

sagt auch Biesen-Hüser, die sich<br />

selbst als technikbegeistert beschreibt. Die<br />

46-Jährige greift in der Beratung gerne auf<br />

die Möglichkeiten von Heliview zu und<br />

fliegt mit ihren Kunden am Counter schon<br />

mal virtuell über den Urlaubsort und das<br />

Hotel. Und auch Asja Traumüller vom TUI<br />

Reisecenter Oppenheim ist von den technischen<br />

Möglichkeiten angetan. Die 42-Jährige<br />

schwärmt von der von Pax Connect<br />

angebotenen <strong>Travel</strong>ers Lounge, mit deren<br />

Hilfe auf Kunden zugeschnittene Angebote<br />

erstellt und diesen per Mail zugesandt<br />

werden können – in der Kopfzeile Reisebüro<br />

und Beraterin. »Das ist wie ein personalisierter<br />

Katalog für die Kunden«, sagt sie,<br />

»einfach toll.«<br />

Und trotzdem sind Papierkataloge nach<br />

wie vor ein wichtiges Medium. Dabei ist es<br />

Typsache – sowohl bei Kunden als auch bei<br />

Reisebüros – wie wichtig für sie persönlich<br />

Kataloge sind. Das liegt häufig auch am Alter,<br />

aber eben nicht nur. »Ich finde gut gemachte<br />

Kataloge einfach schön«, befindet<br />

etwa Reisebürofrau Schad. »Ich bin in meiner<br />

Familie mit Katalogen aufgewachsen<br />

und fand es schon als Kind toll, darin zu<br />

blättern«, sagt sie.<br />

Tanja Franke<br />

16 <br />

10.1.2014 travel.one


Unsere Themen/Our Topics 2014<br />

Die Themen von Januar bis Mai. Mehr unter www.travel-one.net<br />

Themenplan. Schedule of topics.<br />

Themenplan. Schedule of topics.<br />

Monat<br />

month<br />

Januar<br />

January<br />

Februar<br />

February<br />

März<br />

March<br />

April<br />

April<br />

Mai<br />

May<br />

Ausgabe<br />

issue<br />

Juni<br />

June<br />

Juli<br />

July<br />

August<br />

August<br />

ET<br />

PD<br />

Anzeigenschluss<br />

copy deadline<br />

1 10.01. 20.12.2013<br />

2 24.01. 08.01.2014<br />

3 07.02. 22.01.2014<br />

4 21.02. 05.02.2014<br />

5<br />

ITB<br />

Wir freuen uns<br />

auf Ihren Anruf.<br />

Kerstin Grimm<br />

k.grimm@travel-one.net<br />

+49 (0)6151/3 90 79 27<br />

Michaela Lettow<br />

m.lettow@travel-one.net<br />

+49 (0)6151/3 90 79 31<br />

September<br />

September<br />

Ute-Marie Weis<br />

u.weis@travel-one.net<br />

+49 (0)6151/3 90 79 25<br />

Oktober<br />

October<br />

November<br />

November<br />

Dezember<br />

December<br />

05.03. 14.02.2014<br />

6 21.03. 05.03.2014<br />

7 04.04. 19.03.2014<br />

8 18.04. 02.04.2014<br />

9 02.05. 16.04.2014<br />

10 16.05. 30.04.2014<br />

11 30.05. 14.05.2014<br />

12 13.06. 28.05.2014<br />

13 27.06. 11.06.2014<br />

14 18.07. 02.07.2014<br />

15 08.08. 23.07.2014<br />

16 29.08. 13.08.2014<br />

17<br />

Kompass<br />

12.09. 27.08.2014<br />

18 26.09. 10.09.2014<br />

19 10.10. 24.09.2014<br />

20 24.10. 08.10.2014<br />

21<br />

DRV<br />

07.11. 22.10.2014<br />

22 28.11. 12.11.2014<br />

23 12.12. 26.11.2014<br />

Third special topic on request<br />

Sonderthemen / Special topics Drittes Thema auf Anfrage<br />

Nordische Länder I Kroatien<br />

Nordic Countries I Croatia<br />

Flusskreuzfahrten I Karibik<br />

River Cruises I Caribbean<br />

Airlines/Airports I Großbritannien/Irland<br />

Airlines/Airports I Great Britain/Ireland<br />

Studien-/Erlebnisreisen I Türkei<br />

Study Tours I Turkey<br />

Kreuzfahrten I Fähren I Spanien/Kanaren I Destinationsreport<br />

Cruises I Ferries I Spain/Canary Islands I Destination Report<br />

Familienurlaub I Asien<br />

Family Holidays I Asia<br />

Versicherungen I Tunesien/Marokko<br />

Insurance I Tunisia/Morocco<br />

Bahnreisen/Erdgebundenes Reisen I Portugal<br />

Tourism by Train/Earthbound Trips I Portugal<br />

Airlines/Airports I USA/Kanada<br />

Airlines/Airports I USA/Canada<br />

Ketten/Kooperationen I Osteuropa<br />

Chains/Co-operations I Eastern Europe<br />

Autovermieter I Golfstaaten<br />

Rental Cars I Gulf States<br />

Cluburlaub/Hotels I Südliches Afrika<br />

Club Holidays/Hotels I Southern Africa<br />

Golfreisen I Asien<br />

Golf Tours I Asia<br />

Highlights Winterkataloge I Kreuzfahrten I Karibik<br />

Highlights Winter Catalogues I Cruises I Caribbean<br />

Sport- /Aktivreisen I Mittelmeer<br />

Sports- & Activity Holidays I Mediterranean Sea<br />

Städtereisen I Australien/Neuseeland<br />

City Trips I Australia/New Zealand<br />

Ketten/Kooperationen I Türkei<br />

Chains/Co-operations I Turkey<br />

Wellness I USA/Kanada<br />

Wellness I USA/Canada<br />

Airlines/Airports I Ägypten<br />

Airlines/Airports I Egypt<br />

Versicherungen I Südliches Afrika<br />

Insurance I Southern Africa<br />

Nachhaltiges Reisen I Kreuzfahrten I Fähren I Golfstaaten<br />

Sustainable <strong>Travel</strong>ling I Cruises I Ferries I Gulf States<br />

Highlights Sommerkataloge I Studien-/Erlebnisreisen I Tauchziele<br />

Highlights Summer Catalogues I Study Tours I Diving Destinations<br />

Messen I Asien<br />

Trade Fairs I Asia<br />

travel ọne<br />

das Magazin für Reiseprofis<br />

HOTEL<br />

CHECK<br />

Ausgabe achtzehn 27. September 2013<br />

Specials in<br />

dieser Ausgabe:<br />

Ketten/Kooperationen<br />

USA/Kanada<br />

Spanien<br />

Wie CRS und Veranstalter<br />

an die Informationen für<br />

Bewertungen gelangen.<br />

Ab Seite 10<br />

travel ọne<br />

das Magazin für Reiseprofis<br />

Immer mehr Airlines nehmen immer mehr<br />

Leistungen aus ihren Basistarifen heraus.<br />

Worauf Reisebüros und Kunden achten müssen.<br />

Ab Seite 10<br />

Tarifkonzepte<br />

Interview<br />

RCI-Chef<br />

Adam Goldstein<br />

Über Folgen des Costa-Unglücks<br />

und neue Quellmärkte. Seite 8<br />

Interview<br />

Menschenrechtsexpertin<br />

Antje Monshausen<br />

Wie ein touristischer<br />

Roundtable das Thema<br />

voranbringen soll. Seite 8<br />

TO1813_01bis19.indd 1 23.09.2013 19:36:10<br />

Ausgabe neunzehn 11. Oktober 2013<br />

Specials in<br />

dieser Ausgabe:<br />

Airlines/Airports<br />

Australien<br />

Südsee<br />

TO19 13_titel_213x280.indd 1 07.10.2013 18:03: 4<br />

travel ọne<br />

das Magazin für Reiseprofis<br />

BASTELSTUNDE<br />

Kofferanhänger ausschneiden, Papierberge drucken und dann<br />

alles schön verpacken – was Reisebüros und Veranstalter über<br />

das Thema Mehraufwand denken. Seite 10<br />

Ausgabe zwanzig 25. Oktober 2013<br />

Interview<br />

DRV-Präsident<br />

Jürgen Büchy<br />

Specials in<br />

dieser Ausgabe:<br />

Versicherungen<br />

Ägypten<br />

Über seine Pläne für<br />

eine neue Amtszeit. Seite 8<br />

TO2013_01bis15.indd 1 21.10.2013 17:09:31


produkt.thema<br />

Vielfalt im<br />

Eine Gruppe von Touristikern<br />

will den Artenschutz in der<br />

Reisebranche fest verankern. Sie<br />

engagieren sich in einem Projekt<br />

der Bundesregierung, das jetzt<br />

in die zweite Phase geht.<br />

Zusammenhänge spielerisch erklären: Der Veranstalter Renatour<br />

versucht bei Kindern, Interesse für die Natur zu wecken<br />

© Renatour<br />

Bio-, was? Dass das merkwürdige Wort<br />

mit der eigenen Arbeit zu tun haben<br />

könnte – zu Beginn der Schulung<br />

glaubte das niemand in der Runde. Am<br />

Ende aber waren die Hoteleinkäufer komplett<br />

anderer Meinung, erinnert sich Antje<br />

Becker. »Man muss die Thematik Stück für<br />

Stück auf das touristische Geschäft übertragen«,<br />

sagt sie. »Der Begriff Biodiversität<br />

klingt ansonsten viel zu kryptisch.«<br />

Wie kann die Touristik dazu beitragen,<br />

dass die Vielfalt der Arten nicht weiter abnimmt,<br />

nicht noch mehr Tiere und Pflanzen<br />

unwiederbringlich verschwinden? Seit zwei<br />

Jahren beschäftigt eine kleine Gruppe von<br />

Touristikern diese Frage. Das Bundesamt<br />

für Naturschutz (BfN) und seine Partner<br />

holten Antje Becker, die in der Nachhaltigkeitsabteilung<br />

von DER Touristik arbeitet,<br />

sowie Vertreter von fünf weiteren Unternehmen<br />

und Verbänden an einen Tisch. Im<br />

Dezember ging das Projekt »Biodiversität<br />

all-inclusive« nun in die zweite Phase. Mit<br />

mehr Teilnehmern und dem Ziel, das Thema<br />

noch stärker in der Reisebranche zu<br />

verankern.<br />

WWF und NIT im Boot.<br />

Wie in der ersten Runde sollen die Touristiker<br />

auch dieses Mal zum Schluss konkrete<br />

Ergebnisse vorlegen. So wie DER-<br />

Managerin Becker, die vor rund einem Jahr<br />

eine Schulung für Hoteleinkäufer aus dem<br />

Segment Autoreisen organisierte, um ihre<br />

Kollegen für die Auswirkungen des Artenschwunds<br />

auf den Tourismus zu sensibili-<br />

18 <br />

10.1.2014 travel.one


nachhaltigkeit.produkt<br />

Sinn<br />

sieren. Und erneut sollen neben den Initiatoren<br />

BfN und Bundesumweltministerium<br />

die Umweltorganisation WWF und das Institut<br />

für Tourismus- und Bäderforschung<br />

in Nordeuropa (NIT) den Teilnehmern das<br />

fachliche Hintergrundwissen liefern und<br />

ihnen beratend zur Seite stehen.<br />

Wirtschaft einbinden.<br />

Vor rund sechs Jahren schrieb sich die damalige<br />

Bundesregierung den Schutz der<br />

biologischen Vielfalt auf die Fahnen. Seither<br />

versuchen Bundesumweltministerium<br />

und BfN Unternehmen zum Mitmachen zu<br />

animieren. »Wenn wir in der Masse etwas<br />

erreichen wollen, müssen wir die Wirtschaft<br />

einbinden«, weiß Barbara Engels,<br />

wissenschaftliche Mitarbeiterin beim BfN.<br />

Ende 2011 fiel der Startschuss für das<br />

erste nationale, rein touristische Projekt.<br />

Die Teilnehmer: Deutschlands zweitgrößter<br />

Reiseveranstalter, die DER Touristik, der<br />

sieben Mitarbeiter zählende Familienreiseveranstalter<br />

Renatour, der kleine regionale<br />

Ausflugsanbieter Spreescouts, der Hotelkonzern<br />

Accor sowie Aventerra – der Verein<br />

organisiert Freizeiten und Klassenfahrten<br />

– und der Dachverband der Nationalen<br />

Naturlandschaften, Europarc Deutschland.<br />

»Wir haben gezielt unterschiedliche Kandidaten<br />

angesprochen«, sagt Martina Kohl,<br />

die als Tourismusexpertin des WWF den<br />

Dialog gemeinsam mit dem NIT im Auftrag<br />

des BfN leitet.<br />

Die bunte Truppe traf sich regelmäßig.<br />

»Ich habe den Austausch sehr geschätzt«,<br />

betont Roland Streicher, Inhaber von Renatour.<br />

»Es war interessant zu sehen, wie die<br />

Großen arbeiten«, ergänzt Jana Eitner, bei<br />

Spreescouts für die Geschäftsbereiche Business<br />

und Tourismus zuständig. Schließlich<br />

haben diese eine andere Marktmacht und<br />

dadurch andere Handlungsspielräume, wie<br />

DER-Managerin Becker unterstreicht.<br />

Individuelle Lösungen.<br />

So unterschiedlich wie die Teilnehmer waren<br />

dann auch deren Ideen. Die Initiatoren<br />

machten ihnen keine konkreten Vorgaben,<br />

sondern setzten auf deren Kreativität. »Wir<br />

achteten aber darauf, dass kein Greenwashing<br />

entsteht und alle Ergebnisse transparent<br />

nachvollziehbar sind«, so WWF-Expertin<br />

Kohl. Jedes Unternehmen sollte seinen<br />

© Brian J. Skerry/National Geographic Stock WWF<br />

Bewusst einkaufen: Die Hotelkette<br />

Accor streicht bedrohte Fischarten<br />

von der Speisekarte<br />

Stichwort Biodiversität<br />

Biodiversität oder ökologische Vielfalt bezeichnet das<br />

gesamte Spektrum des Lebens auf der Erde. Sie umfasst<br />

laut Bundesamt für Naturschutz drei Ebenen: die Vielfalt<br />

der Ökosysteme (dazu gehören Lebensgemeinschaften,<br />

Lebensräume und Landschaften), die Artenvielfalt (Tiere,<br />

Pflanzen, Mikroorganismen und Pilze) und die genetische<br />

Vielfalt innerhalb der Arten.<br />

Die Zerstörung von Lebensräumen führt seit einigen Jahrzehnten<br />

zu einem dramatischen Artenschwund. Auf der<br />

UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio de<br />

Janeiro 1992 wurde daher ein Übereinkommen über die<br />

biologische Vielfalt unterzeichnet – auch aus der Erkenntnis<br />

heraus, dass Wirtschaft und Gesellschaft auf die Nutzung<br />

von Natur und Landschaft angewiesen sind. Das<br />

deutsche Bundeskabinett beschloss im November 2007<br />

eine nationale Strategie zur biologischen Vielfalt.<br />

Die Ergebnisse der ersten Phase des Projekts »Biodiversität<br />

all-inclusive« sind in der Broschüre »Reisen in die Vielfalt«<br />

zusammengefasst. Sie führt in die Thematik ein und<br />

erklärt die Praxisbeispiele der Touristik. <strong>Download</strong>:<br />

www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/themen/sport<br />

undtourismus/WWF_Tourismus_fuer_barrierefrei.pdf<br />

travel.one 10.1.2014 19


produkt.nachhaltigkeit<br />

eigenen Weg gehen. »Auch weil einige<br />

weiter sind als andere«, erklärt BfN-<br />

Mitarbeiterin Engels.<br />

Renatour zum Beispiel ist Gründungsmitglied<br />

des Forums Anders<br />

Reisen. »Unsere Kunden erwarten,<br />

dass unsere Reisen nachhaltig sind«,<br />

sagt Inhaber Streicher. Sein Team<br />

veränderte daher nicht das Produkt,<br />

sondern entwarf für Kinder Forscherblätter.<br />

Mit den Reiseunterlagen erhalten<br />

Familien nun Beschreibungen<br />

der Tier- und Pflanzenwelt von Korfu<br />

und vier Zielen in Deutschland.<br />

Ausflüge in die Natur.<br />

Auch der Anbieter Spreescouts ist Mitglied<br />

des Forums Anders Reisen und<br />

hat sich dem ökologischen Tourismus<br />

verschrieben. Sein Beitrag: Er ergänzte<br />

seine Touren im Biosphärenreservat<br />

Spreewald und in der Lausitz um<br />

eine Exkursion sowie ein fünftägiges<br />

Camp für Schüler zum Thema Artenvielfalt.<br />

Zudem bringen die Scouts<br />

nun Gäste mit einem Geländewagen<br />

in die Lieberoser Heide, einem Naturschutzgebiet,<br />

das einst Truppenübungsplatz<br />

war und in dem heute<br />

Wölfe leben. »Das finden unsere Kunden<br />

spannend«, sagt Spreescouts-<br />

Managerin Eitner. Ein Wort nehmen<br />

die Scouts bei ihren Erklärungen der<br />

biologischen Zusammenhänge jedoch<br />

nie in den Mund: Biodiversität. »Für<br />

einen Aha-Effekt reicht es, zum Beispiel<br />

von der Biene als Nutztier Nummer<br />

eins zu sprechen«, weiß Eitner.<br />

Dass man mit dem komplizierten<br />

Begriff eher für Stirnrunzeln sorgt,<br />

erfuhr auch DER-Nachhaltigkeitsexpertin<br />

Becker. Die Hoteleinkäufer<br />

stutzten erst, nachdem sie und ihre<br />

Projektpartner ihnen erläuterten,<br />

Mit dem Geländewagen in die Lieberoser Heide: Der Anbieter Spreescouts<br />

zeigt den Wandel des einstigen Truppenübungsplatzes zum Biotop<br />

»Für einen Aha-Effekt reicht es, von der Biene<br />

als Nutztier Nummer eins zu sprechen.«<br />

Spreescouts-Managerin Jana Eitner<br />

© Spreescouts/Florian Bröcker<br />

dass mit der Zerstörung von Landschaften<br />

oder dem Aussterben von Tieren dem<br />

Tourismus sein Fundament entzogen<br />

wird. Bewusst hatte sich Becker im ersten<br />

Schritt nicht an die Kunden der sechs DER-<br />

Veranstalter gewandt, sondern innerhalb<br />

des eigenen Unternehmens angesetzt. »Wir<br />

möchten kein ökologisches Nischenprodukt<br />

anbieten, sondern grundlegende Strukturen<br />

verändern«, meint sie. Ein Stück ist sie<br />

ihrem Ziel bereits näher gekommen: Die<br />

Schulung führte dazu, dass die Einkäufer<br />

bei der Auswahl von Hotels nun auch den<br />

Naturschutz im Blick haben wollen.<br />

Speisekarte ohne bedrohten Fisch.<br />

Nachhaltig einzukaufen – nach diesem Credo<br />

handelt verstärkt auch Accor. Der Hotelkonzern<br />

will weltweit bis 2015 bedrohte<br />

Fischarten von den Speisekarten seiner<br />

Res taurants streichen. 83 Prozent der Häuser<br />

verbannten gefährdete Meerestiere<br />

schon 2012 von den Tellern.<br />

Die Initiative ist Teil eines umfassenden<br />

Nachhaltigkeitsprogramms. Wie es damit<br />

weitergeht, erfahren die Teilnehmer von<br />

»Biodiversität all-inclusive« künftig nicht<br />

bei ihren Treffen. Accor ist bei der zweiten<br />

Runde nicht mehr dabei – keinesfalls wegen<br />

mangelnden Interesses, sondern auf<br />

Grund personeller Umstrukturierungen innerhalb<br />

des Unternehmens, heißt es.<br />

Doch das Projekt hat zwei neue Mitstreiter:<br />

Vamos Eltern-Kind-Reisen und Wikinger<br />

Reisen. »Unsere Gäste interessieren sich<br />

zunehmend für das Thema Artenvielfalt«,<br />

sagt Christian Schröder, Nachhaltigkeitsbeauftragter<br />

des Spezialisten für Wanderreisen.<br />

Er denkt daher über eine Schulung der<br />

Reiseleiter in Sachen Biodiversität nach.<br />

Welche Maßnahmen die Teilnehmer in<br />

den nächsten Monaten ergreifen, steht im<br />

Detail noch nicht fest. Im April, beim nächsten<br />

Treffen, soll die Entscheidung fallen.<br />

Vielleicht ist die Gruppe bis dahin sogar<br />

größer. Denn wer mitmachen will, kann<br />

noch hinzustoßen.<br />

Petra Hirschel<br />

20 <br />

10.1.2014 travel.one


mix.produkt<br />

Das Aus für<br />

Flusskreuzfahrten<br />

Luxor wird von Mai an dienstags direkt angeflogen, die Nilkreuzfahrten sind darauf abgestimmt<br />

Mehr Flüge nach Ägypten<br />

n Für den neuen Katalog<br />

»Kultur & Baden« haben<br />

die Verantwortlichen bei<br />

Oft Reisen das Flugangebot<br />

nach Ägypten deutlich<br />

erweitert. Wieder im Programm<br />

sind in diesem Jahr<br />

Direktflüge mit Sunexpress<br />

nach Luxor (dienstags) und<br />

Scharm El-Scheich (samstags),<br />

jeweils ab acht deutschen<br />

Flughäfen. Die Abfahrten<br />

des Nilkreuzfahrtschiffs<br />

Royal La Terrasse<br />

updates<br />

Bei Snow Trex können nun Reisen<br />

für die Wintersaison 2014/15<br />

online gebucht werden. Der Veranstalter<br />

will täglich neue Ziele freigeben.<br />

www.snowtrex.de<br />

Vtours bietet von Juni an im<br />

Sporthotel Kogler im österreichischen<br />

Mittersill und im Hotel<br />

Palia Sa Coma Playa auf Mallorca<br />

Vfamily Clubs mit Kinderbetreuung<br />

ab zwei Jahren an.<br />

Explorer Fernreisen hat den<br />

Katalog »Romantic Holidays« um<br />

und die Segelkreuzfahrten,<br />

ab Mai, starten in Luxor jeweils<br />

dienstags.<br />

Aufgestockt hat Oft-<br />

Reisen-Chefin Ursula Reinert<br />

auch die Auswahl an<br />

Hotels in Ägypten. In Kairo<br />

sind das Golden Tulip Flamenco<br />

und das Le Meridien<br />

Pyramids neu dabei, in<br />

Soma Bay das Shams Safag<br />

und südlich von Marsa<br />

Alam in Hamata das Zabargad<br />

Berenice Resort.<br />

In Israel sind nun auch von<br />

Tel Aviv aus bei einem siebentägigen<br />

Aufenthalt Tagesausflüge<br />

buchbar. Sie<br />

führen unter anderem<br />

nach Caesarea und Akko.<br />

Für die Zielgruppe<br />

»55plus« gibt es über die<br />

gesamte Saison hinweg in<br />

70 Prozent der Hotels eine<br />

Ermäßigung von 20 Prozent.<br />

Im Preisteil des Katalogs<br />

sind 55plus-Zimmercodes<br />

angegeben.<br />

die Bahamas und die Kreuzfahrten<br />

von Star Clippers erweitert.<br />

Der Fernbusanbieter City2city<br />

hat alle Busse mit einem GPS-Trackingsystem<br />

ausgestattet. So können<br />

Kunden per SMS oder E-Mail<br />

über Verspätungen informiert werden.<br />

www.city2city.de<br />

Landal Green Parks verfügt<br />

über drei neue Anlagen in Friesland,<br />

der niederländischen Provinz<br />

Utrecht und Lenzerheide in der<br />

Schweiz.<br />

© Oft Reisen<br />

n Sea Cloud Cruises steigt nach<br />

dem Ende der Saison 2014 aus<br />

dem Flusskreuzfahrtengeschäft<br />

aus. Das Flussschiff River Cloud II<br />

ist bereits verkauft, die geplanten<br />

Fahrten für 2014 finden aber statt.<br />

Als Grund für das Aus führt die<br />

Reederei den zunehmenden Wettbewerb<br />

bei Flusskreuzfahrten und<br />

die daraus resultierenden Probleme<br />

bei der Vermarktung der River<br />

Cloud II an. Nun wolle man sich<br />

mit der Sea Cloud I und II auf das<br />

Hochseegeschäft konzentrieren.<br />

Von Wolkenkratzer<br />

zu Wolkenkratzer<br />

n Eine neu konzipierte Weltumrundung<br />

hat Tischler Reisen ins<br />

Programm genommen. Die Tour<br />

»Metropolen mit besten Aussichten«<br />

hat eine Länge von 31 Tagen<br />

und macht Station in London, Chicago,<br />

Las Vegas, Auckland, Tokio,<br />

Schanghai und Dubai.<br />

Besuche der weltweit höchsten<br />

Gebäude stehen auf dem Reiseplan.<br />

Den Abschluss bildet das<br />

Burj Khalifa, das mit 828 Metern<br />

höchste Gebäude der Welt. Die<br />

Reise wird in zwei ausgearbeiteten<br />

Routen angeboten, kann aber<br />

auch individuell erstellt werden.<br />

Vom Stratosphere Tower erleben<br />

die Reisenden Las Vegas von oben<br />

© Tischler Reisen<br />

travel.one 10.1.2014 21


airlines.airports<br />

Dauerthema<br />

Flugzeiten<br />

Neue Urteile zu Flugzeiten änderungen<br />

bei Pauschalreisen setzen die Veranstalter<br />

unter Zugzwang.<br />

Clemens: Kunden müssen<br />

bei geringerer Flexibilität<br />

mit steigenden Kosten<br />

rechnen<br />

Zwei aktuelle Gerichtsurteile zum<br />

Thema Flugzeitenänderungen werden<br />

die deutsche Touristik im neuen<br />

Jahr intensiv beschäftigen. Das Thema ist<br />

keineswegs neu, aber in vielerlei Hinsicht<br />

brisant: Müssen Reiseveranstalter bei der<br />

Buchung einer Reise Flugzeiten angeben?<br />

Und wie eng ist der Anbieter letztlich an<br />

die Einhaltung der angegebenen Flugzeit<br />

gebunden?<br />

Nicht nur zwischen Verbraucherschützern<br />

und Touristikern, sondern auch innerhalb<br />

der Branche prallen die Meinungen<br />

dazu aufeinander. Die Verbraucherschützer<br />

argumentieren, der Kunde habe ein<br />

Anrecht darauf, seine Flugzeit bei der Buchung<br />

verbindlich zu erfahren. Schließlich<br />

könne die Frage, ob ein Flug morgens oder<br />

abends stattfindet, durchaus ausschlaggebend<br />

für die Kaufentscheidung sein.<br />

Die Veranstalter führen dagegen an,<br />

dass Flexibilität bei der Planung von Charterflügen<br />

notwendig sei, um günstige Preise<br />

anbieten zu können. Wären sie zu einer<br />

frühzeitigen Nennung fixer Flugzeiten<br />

verpflichtet und müssten ihren Kunden<br />

bei Flugzeitenänderungen Entschädigung<br />

zahlen, würde dies zu einer erheblichen<br />

Kostensteigerung führen.<br />

In den Reisebüros herrscht zwar überwiegend<br />

Verständnis für die wirtschaftlichen<br />

Zwänge des Veranstaltergeschäfts.<br />

Doch jeder Reiseprofi kennt auch Fälle,<br />

in denen aus einem morgendlichen Hinflug<br />

und einem abendlichen Rückflug ein<br />

abendlicher Hinflug und ein morgendlicher<br />

Rückflug geworden sind. Das Ergebnis:<br />

Zwei Tage weniger Urlaub, jede Menge Erklärungsbedarf,<br />

viel Arbeit und unzufriedene<br />

Kunden. Daher stehen viele im Vertrieb<br />

auf dem Standpunkt, der Gesetzgeber<br />

müsse zumindest den Auswüchsen bei<br />

Flugzeitenänderungen Einhalt gebieten.<br />

Keine vagen Angaben.<br />

Das Urteil des Bundesgerichtshofes zu<br />

dieser Frage und eine zuvor getroffene<br />

Entscheidung des Düsseldorfer Oberlandesgerichts<br />

weisen in unterschiedliche<br />

Richtungen, ohne einander ausdrücklich zu<br />

22 <br />

10.1.2014 travel.one


© Fraport AG/Andreas Meinhardt<br />

widersprechen. Der Bundesgerichtshof<br />

(BGH) hat entschieden, dass eine Klausel<br />

in den allgemeinen Reisebedingungen<br />

von TUI rechtswidrig ist, nach der<br />

die »endgültige Festlegung der Flugzeiten<br />

dem Veranstalter obliegt« (Az. X ZR<br />

24/13). Die Informationen über Flugzeiten<br />

durch Reisebüros seien unverbindlich,<br />

heißt es in der vom BGH kassierten<br />

Klausel zudem.<br />

In einer ersten Erläuterung des Urteils<br />

stellt der BGH fest, dass »voraussichtliche<br />

Flugzeiten zwar nicht unter<br />

allen Umständen exakt einzuhalten«<br />

seien. Die Kunden dürften aber »berechtigterweise<br />

erwarten, dass die Reisezeiten<br />

nicht ohne sachlichen Grund<br />

geändert werden und dass der aus<br />

den vorläufigen Angaben ersichtliche<br />

Zeitrahmen nicht vollständig aufgegeben<br />

wird«. Dass ein Veranstalter sich<br />

das Recht einräume, »Flugzeiten beliebig<br />

und unabhängig davon zu ändern,<br />

ob ein sachlicher Grund dafür vorliegt«,<br />

sei dem Reisenden, der »berechtigterweise<br />

Sicherheit in der zeitlichen Planung<br />

erwartet, auch bei Beachtung der<br />

berechtigten Interessen des Reiseveranstalters,<br />

..., nicht zuzumuten«.<br />

Das Urteil ist nun rechtskräftig. Es<br />

betrifft ausschließlich Flugpauschalreisen.<br />

Nicht nur die entsprechenden<br />

Klauseln von TUI sind davon betroffen,<br />

sondern alle gleichen oder ähnlichen<br />

AGB-Klauseln von Reiseveranstaltern.<br />

Das Urteil des Oberlandesgerichts<br />

Düsseldorf (Az. I-7 U 271/12) in einem<br />

Verfahren, das der Bundesverband der<br />

Verbraucherzentralen gegen Schauinsland<br />

Reisen angestrengt hat, gewährt<br />

dem Veranstalter dagegen das Recht,<br />

Verträge ohne die Angabe von Flugzeiten<br />

abzuschließen, wenn diese noch<br />

nicht feststehen.<br />

Sofern der Reisende vor seiner Buchung<br />

wisse, dass zwar der Reisetag,<br />

nicht aber die Tageszeit feststehe, sei<br />

dagegen nichts einzuwenden. In diesem<br />

Fall gelte die Regelung in §8 Abs.<br />

1 Nr. 1 BGB-InfoV, nach der der Veranstalter<br />

seine Kunden »rechtzeitig vor<br />

Beginn der Reise über Abfahrt und Ankunftszeiten<br />

zu unterrichten« habe.<br />

Bringt man die beiden voneinander<br />

unabhängigen Urteile auf einen Nenner,<br />

lässt sich daraus ableiten: Wenn<br />

Flugzeiten für eine Reise bekannt sind,<br />

müssen sie angegeben werden und<br />

sind verbindlich. Dass dies den Veranstaltern<br />

nicht schmeckt, liegt auf der<br />

Hand. TUI-Deutschland-Chef Christian<br />

Clemens etwa rechnet mit »negativen<br />

Folgen für die gesamte Reisebranche«,<br />

da die Flexibilität bei der Planung von<br />

Charterflügen drastisch sinke. »Wir<br />

können aufgrund der zu erwartenden<br />

Kostensteigerungen künftig nur noch<br />

sehr eingeschränkt auf kurzfristige<br />

Nachfrageschwankungen reagieren<br />

– zum Beispiel in Krisensituationen«,<br />

sagt er. Den Reiseveranstaltern werde<br />

nun »vermutlich keine andere Wahl<br />

bleiben, als die steigenden Kosten zumindest<br />

in Teilen an die Verbraucher<br />

weiterzugeben«. Christian Schmicke<br />

travel.one 10.1.2014 23


produkt.thema<br />

airlines.airports<br />

Mehr Flüge nach MUC und BER<br />

TAP Portugal erhöht die Frequenzen von Lissabon nach Deutschland.<br />

© Werner Hennies/Flughafen München GmbH<br />

n TAP Portugal fliegt von Juli an häufiger<br />

zwischen Lissabon und Berlin sowie<br />

München. Die Zahl der Flüge von<br />

Berlin-Schönefeld erhöht sich von derzeit<br />

sieben auf zwölf pro Woche, von<br />

München aus startet die Airline dann 19<br />

statt wie bisher 14 Mal. Außerdem verstärkt<br />

TAP Portugal die Frequenzen zwischen<br />

Lissabon und Kopenhagen, London-Gatwick,<br />

Luxemburg, Manchester,<br />

Oslo, Rom, Venedig und Wien.<br />

Zum Jahreswechsel hat die portugiesische<br />

Fluggesellschaft außerdem<br />

die Grenzen für Freigepäck auf den<br />

Strecken zwischen Europa und Afrika<br />

vereinheitlicht. Auch nach Luanda, Maputo,<br />

auf die Kapverden und nach São<br />

Tomé können Executive-Class-Passagiere<br />

nun zwei Gepäckstücke à 32 Kilo<br />

München steht von Juli an<br />

häufiger im Flugplan von TAP Portugal<br />

mitnehmen; bislang waren es 40 Kilo.<br />

Economy-Class-Passagiere dürfen zwei,<br />

jeweils bis zu 23 Kilo schwere Gepäckstücke<br />

ohne Aufpreis befördern lassen,<br />

zuvor waren maximal 30 Kilo im Ticketpreis<br />

enthalten.<br />

Für Verbindungen innerhalb Portugals<br />

und Europas gilt nach wie vor die<br />

Regelung, dass Passagiere der Executive<br />

Class zwei Gepäckstücke mit jeweils<br />

maximal 32 Kilogramm Gewicht ohne<br />

Aufpreis befördern lassen können. In<br />

der Economy Class ist es ein Gepäckstück,<br />

das bis zu 23 Kilo wiegen darf.<br />

Übergepäck wird je nach Gewicht und<br />

Route separat in Rechnung gestellt.<br />

Details zu den Freigepäckregelungen<br />

von TAP Portugal finden Reiseprofis<br />

unter www.flytap.com<br />

updates<br />

RAK Airways aus Ras Al<br />

Khaimah hat den Flugbetrieb<br />

eingestellt. Die Airline<br />

flog zuletzt von Ras<br />

Al Khaimah nach Doha,<br />

Peschawar, Islamabad, Lahore,<br />

Jeddah, Riyadh, Calicut<br />

und Kathmandu.<br />

Lufthansa will das Vielfliegerprogramm<br />

Miles &<br />

More künftig in einer eigenständigen<br />

Gesellschaft<br />

führen. So soll die Zahl der<br />

Geschäftspartner außerhalb<br />

des Fluggeschäfts erhöht<br />

und Umsatz und Gewinn<br />

gesteigert werden,<br />

heißt es. Ein Verkauf des<br />

Vielfliegerprogramms sei<br />

nicht geplant.<br />

Sun Express fliegt für<br />

FTI ab Mitte Januar nur<br />

noch von Frankfurt und<br />

Leipzig/Halle auf die Kanareninseln<br />

Lanzarote und La<br />

Palma. Die geplanten Verbindungen<br />

von Düsseldorf,<br />

München und Stuttgart<br />

entfallen. Die Flüge von<br />

Köln/Bonn wurden bereits<br />

eingestellt.<br />

Tiara Air aus Aruba hat<br />

Gläubigerschutz beantragt.<br />

Hauptgrund für die finanzielle<br />

Schieflage seien ausstehende<br />

Zahlungen aus<br />

Venezuela, heißt es.<br />

Im Rahmen eines<br />

Codeshare-Abkommens<br />

mit Garuda Indonesia können<br />

Passagiere von All<br />

Nippon Airways (ANA)<br />

künftig von Jakarta aus bis<br />

zu zehn Strecken innerhalb<br />

Indonesiens unter ANA-<br />

Flugnummer buchen.<br />

Wizz Air fliegt von April<br />

an zweimal wöchentlich,<br />

am Montag und Freitag,<br />

von Köln nach Skopje.<br />

Germanwings fliegt<br />

vom 30. März an zwischen<br />

Karlsruhe/Baden-Baden<br />

und Hamburg.<br />

24 <br />

10.1.2014 travel.one


thema.produkt<br />

Wöhrl will regionale Strecken ausweiten<br />

n »Regionalverbindungen für Geschäftsleute abseits der großen Wirtschaftszentren<br />

in Europa« will der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl nach der<br />

Übernahme der Air France/KLM-Tochter Cityjet und ihrer Verschmelzung<br />

mit seiner Linie Intersky auf die Beine stellen. Wöhrl stand bei Redaktionsschluss<br />

nach eigener Aussage unmittelbar vor dem Abschluss des Kaufs. Der<br />

Zusammenschluss solle groß genug sein, um nicht von den Großen wie Lufthansa<br />

verdrängt zu werden, erklärt Wöhrl. Cityjet hat eine Flotte von 32 Flugzeugen,<br />

unter der Marke Intersky sind fünf Maschinen unterwegs.<br />

Air France/KLM plant, auch nach dem Abschluss des Kaufs weiter mit<br />

Cityjet zu kooperieren. Mit dem Beginn des Sommerflugplans Ende März<br />

streicht Cityjet die Verbindungen von London-City nach Münster-Osnabrück,<br />

Paderborn-Lippstadt und Nürnberg. Die drei Strecken waren erst 2013 ins Liniennetz<br />

aufgenommen worden.<br />

Neue Langstrecken<br />

ab Frankfurt<br />

n Condor fliegt im nächsten Sommer<br />

von Frankfurt nach Minneapolis<br />

im US-Bundesstaat Minnesota.<br />

Die Flüge starten vom 26. Juni bis<br />

11. September montags und donnerstags,<br />

zum Einsatz kommt eine<br />

Boeing 767-300 mit Economy, Premium<br />

Economy und Comfort Class.<br />

Neben Minneapolis bedient Condor<br />

in Nordamerika Baltimore/Washington,<br />

Fort Lauderdale, Las Vegas, Seattle,<br />

Anchorage, Calgary, Fairbanks,<br />

Halifax, Toronto, Vancouver und<br />

Whitehorse. Bereits eröffnet wurde<br />

eine neue Verbindung von Frankfurt<br />

nach Bangkok.<br />

Air Europa fliegt<br />

nach Santiago<br />

n Die spanische Fluggesellschaft<br />

Air Europa fliegt ab Ende März<br />

dreimal wöchentlich von Madrid<br />

via Salvador in Brasilien nach Santiago<br />

de Chile. Zudem werden die<br />

Frequenzen nach Salvador von<br />

vier auf fünf erhöht, ursprünglich<br />

waren tägliche Flüge geplant. Air<br />

Europa startet Ende März zwei tägliche<br />

Flüge von Frankfurt nach Madrid,<br />

Anfang Mai kommen Verbindungen<br />

ab München hinzu.<br />

Der A380 fliegt bald für BA nach Johannesburg<br />

British Airways investiert kräftig<br />

© British Airways<br />

© Air Europa<br />

n British Airways will in den nächsten<br />

Jahren rund sechs Milliarden Euro in die<br />

Flottenerneuerung investieren. Kernpunkt<br />

des Programms ist der Ausbau der Langstreckenflotte,<br />

vor allem mit Boeing 787<br />

und Airbus A380. Auf einigen Fernstrecken<br />

kommen neue Flottenzugänge beider Flugzeugtypen<br />

bereits in diesem Jahr zum Einsatz.<br />

So fliegt Boeings Dreamliner ab Ende<br />

März von London nach Hyderabad in Pakistan<br />

und vom 1. Mai an nach Chengdu<br />

in China. Im Juni startet die 787 nach Philadelphia<br />

und von Juli an nach Calgary. Der<br />

A-380 fliegt von Februar an auch zwischen<br />

London und Johannesburg sowie von September<br />

an in die US-Hauptstadt Washington.<br />

Zudem baut BA die Frequenzen nach<br />

Tokio-Haneda und Mexiko City aus.<br />

Ab Mai kommt auf der Strecke von Düsseldorf<br />

zum London City Airport eine 98-sitzige<br />

Embraer E-190 zum Einsatz. Sie ersetzt<br />

die 50-sitzigen Saab S-2000.<br />

travel.one 10.1.2014 25


sales.schulung<br />

»Akademiker« in<br />

den Rockies<br />

Bei Eisestemperaturen lernten die Reiseprofis<br />

das Dertour-Programm und Alberta kennen.<br />

01<br />

Fotos © <strong>Travel</strong> One (01, 02, 04-07); Dertour/Jürgen Termer (03, 08, 09)<br />

Die tief verschneiten Rockies, knackig kalte Temperaturen<br />

und ein kurzweiliges Programm der kanadischen<br />

Gastgeber von <strong>Travel</strong> Alberta und den lokalen Partnern<br />

bildeten für rund 580 Expedienten den Rahmen der Dertour<br />

Academy 2013 Anfang Dezember im Wintersportort Banff. Zu<br />

Beginn der zwei Umläufe von jeweils fünf Tagen Länge stand<br />

nach den Vorreisen innerhalb Albertas und durch andere<br />

Provinzen Kanadas ein Besuch der Calgary Stampede an. Auf<br />

dem Gelände der weltgrößten Rodeoveranstaltung erhielten<br />

die Teilnehmer mit einer Extra-Vorstellung im Bullenreiten<br />

einen Einblick in die Traditionen im Westen Kanadas.<br />

Bevor in Banff dann der Schulungsteil losgehen konnte,<br />

erkundeten die Reiseprofis in den Rockies bei eisigen Temperaturen<br />

von unter minus 20 Grad Celsius den Banff National<br />

Park, fuhren Ski in Lake Louise, wanderten in Schneeschuhen<br />

oder glitten im Pferdeschlitten durch die winterliche Landschaft.<br />

Bei einer Fahrt durch den Nationalpark bot sich im<br />

Johnston Canyon mit den vereisten Wasserfällen ein besonderes<br />

Naturschauspiel.<br />

Produktinfos in spielerischer Form.<br />

Schauplatz für die zwölf Themen-Workshops und 30 Round-<br />

Table-Talks mit Partnern von Flug-, Hotel- und Bahnunternehmen<br />

sowie von Fremdenverkehrsämtern, war an den<br />

Tagen drei und vier der Academy das vom Panorama der Rockies<br />

umgebene schlossähnliche Banff Springs Hotel. In Form<br />

von Quiz-, Memory- oder Brettspielen erhielten die in Teams<br />

aufgeteilten Reiseprofis Infos zum neuen Dertour-Programm<br />

sowie den Neuigkeiten der Veranstaltungspartner. Dabei<br />

konnten sie Punkte für die vier Einzel- und vier Teampreise<br />

sammeln. Die Mannschaftssieger reisen dann in diesem Jahr<br />

auf Einladung der Canadian Tourism Commission im Rahmen<br />

der Fachstudienreise »Erlebnis Eisbären« nach Toronto und<br />

durch die Provinz Manitoba.<br />

26 <br />

10.1.2014 travel.one


schulung.sales<br />

02<br />

03<br />

Buchungsschub für die Destination.<br />

Mit der Resonanz der Teilnehmer und der Partner sehr<br />

zufrieden zeigt sich Kevin Keogh, Senior Vice President<br />

Sales & Marketing der DER Touristik. »Das 2010 neu gestartete<br />

Konzept mit Workshops und Round-Table-Talks<br />

wird von den Reiseprofis gut angenommen. Es gelingt<br />

uns damit, den Austausch zwischen den Reisebüros und<br />

den Produktmanagern zu fördern«, sagt er. Das Dertour-<br />

Produktteam hat das Angebot für die kanadische Provinz<br />

deutlich ausgebaut. Per Illian, Leiter Nordamerika<br />

bei Dertour, ist sicher, dass auf die Dertour Academy in<br />

diesem Jahr ein positiver Nachfrageeffekt folgt. Denn<br />

die meisten der Teilnehmer hatten diesen Teil Kanadas<br />

zuvor noch nie besucht.<br />

»Die jeweilige Destination wird bereits vor der Academy<br />

gut verkauft, und wir können anschließend ein<br />

Wachstum über drei Jahre feststellen, das in einigen Jahren<br />

eine Rate von bis zu 70 Prozent aufgewiesen hat«,<br />

ergänzt Keogh und hofft natürlich auf einen ähnlichen<br />

Effekt für Alberta.<br />

Ein Thema, das für Keogh in diesem Jahr neben der<br />

Produktschulung ganz oben auf der Liste stand, war die<br />

kürzlich von DER Touristik gestartete Stiftung »Der Welt<br />

verpflichtet«, mit dem das Unternehmen Schulprojekte<br />

rund um die Welt unterstützt und aufbaut. »Unser Ziel<br />

ist es, nachhaltig zu helfen. Wir wollen auch Reisebüros<br />

dafür gewinnen. Mit Spenden von Kunden können wir<br />

über die zehn Projekte der DER Touristik hinaus zusätzliche<br />

Projekte unterstützen.« Bislang gebe es eine extrem<br />

gute Resonanz. »Werden Sie Teil dieser Stiftung«,<br />

lautet daher sein Appell an die Vertriebspartner.<br />

In diesem Jahr findet die Dertour Academy wieder in<br />

Europa statt. 2014 geht es nach Fjord- und Nordnorwegen.<br />

<br />

Wolfram Marx<br />

Weitere Fotos finden Sie in unserer Online-Galerie<br />

unter www.travel-one.net/bildergalerie<br />

08<br />

04<br />

07<br />

05<br />

06<br />

09<br />

01 Zu Beginn wurden die Teilnehmer als Calgarians vereidigt 02<br />

Kevin Keogh, Nadine Lehmann, Leiterin Verkaufsförderung und<br />

Schulung, und Norbert Fiebig, CEO DER Touristik, fühlen sich in<br />

Alberta zuhause 03 Bullenreiten: Einblick in das Leben im Westen<br />

Kanadas 04–06 Workshops und Round-Table-Talks bildeten das<br />

Schulungsprogramm 07 Das Banff Springs Hotel war der<br />

Austragungsort der Academy 2013 08–09 Die Winterwelt der<br />

Rockies als passendes Ambiente<br />

travel.one 10.1.2014 27


sales.schulung<br />

Belohnung<br />

auf Arabisch<br />

Anlässlich des 30-jährigen Firmenjubiläums<br />

belohnte FTI die besten Vertriebspartner mit<br />

einem Kurztrip nach Abu Dhabi.<br />

Fotos © FTI (01, 02, 05); <strong>Travel</strong> One (03, 04)<br />

01 Luden nach Abu Dhabi ein: FTI-Firmengründer Dietmar Gunz, Detlef<br />

Haner, Country Manager Deutschland der Abu Dhabi Tourism Authority, FTI-<br />

Vertriebschef Richard Reindl und Ralph Schiller, Geschäftsführer von FTI (v.l.)<br />

01<br />

Eine Fahrt in der schnellsten<br />

Achterbahn der Welt, Übernachtungen<br />

in einem verglasten<br />

Turm, ein Ausflug in den<br />

größten Wasserpark der Vereinigten<br />

Arabischen Emirate, Mittagessen<br />

an der Formel-1-Rennstrecke<br />

und ein Besuch der weltweit<br />

drittgrößten Moschee: So sah in<br />

Kurzform das straff gebündelte<br />

Programm der Incentive-Reise<br />

»Meine Belohnung der Extraklasse«<br />

von FTI aus.<br />

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens<br />

lud der Münchner Veranstalter<br />

150 seiner Top-Partner aus<br />

Deutschland, Österreich und der<br />

Schweiz nach Abu Dhabi ein. In<br />

der Wüstenmetropole sollten die<br />

Reiseprofis nicht nur die Vorzüge<br />

des Emirates kennenlernen, sondern<br />

auch neues Wissen mitnehmen.<br />

Zum Beispiel aus den verschiedenen<br />

Workshops, in denen<br />

neben FTI auch wichtige Partner<br />

des Veranstalters – etwa Etihad<br />

Airways, Rixos, Bahia Principe<br />

und Orascom – über Angebotsvielfalt<br />

und Neuheiten des Reisesommers<br />

2014 informierten. Mit<br />

28 <br />

10.1.2014 travel.one


schulung.sales<br />

03<br />

02<br />

dieser »schönen Mischung aus<br />

Information, Land, Leuten und<br />

Networking«, wie FTI-Geschäftsführer<br />

Ralph Schiller es nannte,<br />

wollte der Veranstalter in erster<br />

Linie ein Dankeschön in Richtung<br />

Vertrieb senden. Schließlich<br />

sei FTI im Veranstaltergeschäft<br />

allein im vergangenen Jahr um<br />

14 Prozent gewachsen – das sei<br />

ein Ergebnis der guten Zusammenarbeit<br />

mit dem Vertrieb,<br />

schlussfolgert Schiller.<br />

Damit das auch in Zukunft<br />

so bleibt, verspricht sein Kollege<br />

Richard Reindl, Direktor Verkauf<br />

und Marketing, auch im nächsten<br />

Geschäftsjahr ein »faires, transparentes<br />

und planungssicheres<br />

Gruppen-Modell« für die stationären<br />

Vertriebspartner beizubehalten.<br />

Wachstum für Abu Dhabi.<br />

Dass sich FTI für Abu Dhabi als<br />

Gastgeberland entschieden hat,<br />

liegt für Firmengründer Dietmar<br />

Gunz nahe: »Wir können für<br />

das abgelaufene Geschäftsjahr<br />

bei den Emirate-Buchungen ein<br />

zweistelliges Wachstum verzeichnen«,<br />

verrät er. Und auch<br />

für die Zukunft hat Gunz mit<br />

den Ländern auf der Arabischen<br />

Halbinsel, in denen er nach wie<br />

vor großes Potenzial sieht, viele<br />

Pläne. »Wir werden hier die<br />

nächsten Jahre weiter zweistellig<br />

wachsen und auch unser<br />

Nonstop-Flugangebot stärker optimieren«,<br />

erläutert der Firmenchef.<br />

Dazu sollen den FTI-Kunden<br />

die Emirate künftig als ganzjährige<br />

Alternative, etwa zur Türkei,<br />

in allen Preisklassen schmackhaft<br />

gemacht werden.<br />

Ein Plan, der vor allem Detlef<br />

Haner, der als Country Manager<br />

bei der Abu Dhabi Tourism<br />

Authority für Deutschland, Österreich<br />

und die Schweiz verantwortlich<br />

ist, gefallen dürfte.<br />

Immerhin reisten im vergangenen<br />

Geschäftsjahr rund 95.000<br />

Gäste aus Deutschland nach Abu<br />

Dhabi, erzählt er während der<br />

Reise. Bis Anfang 2014 rechnet<br />

der Landeswerber deshalb mit<br />

insgesamt 25 Prozent mehr Gästen<br />

als im Vorjahr. Kendra Mietke<br />

04<br />

05<br />

02 Romantische Kulisse beim Gala-Dinner auf der Terrasse<br />

des Emirates Palace 03 Blick auf die Skyline von Abu Dhabi<br />

04 Hatten Spaß während der Präsentation der Highlights<br />

des Reisesommers 2014: Richard Reindl, Ralph Schiller<br />

und Dietmar Gunz 05 Mittagspause im Yas Viceroy an der<br />

Formel-1-Rennstrecke von Abu Dhabi<br />

travel.one 10.1.2014 29


sales.mix<br />

© Bundeskartellamt<br />

Bestpreisklausel untersagt<br />

Kartellamtspräsident<br />

Mundt<br />

will eine<br />

Beeinträchtigung<br />

des<br />

Wettbewerbs<br />

verhindern<br />

Tagesoptionen<br />

auf Flex-Preise<br />

n Costa Kreuzfahrten bietet künftig<br />

bei Angeboten zu tagesaktuellen,<br />

sogenannten Flex-Preisen eine Tagesoption<br />

an. Kunden, die ihre Kreuzfahrt<br />

zu diesem Tarif buchen wollen,<br />

können die Reise für einen Tag reservieren.<br />

Die Option läuft bis zum<br />

Abend, dann wird aus der unverbindlichen<br />

Anfrage automatisch eine feste<br />

Buchung. Auf den regulären Katalogpreis<br />

bietet Costa weiterhin Drei-<br />

Tages-Optionen an.<br />

n Das Bundeskartellamt<br />

hat die Bestpreisklausel<br />

von HRS als Verstoß gegen<br />

das Kartellrecht eingestuft<br />

und den weiteren Einsatz<br />

untersagt. Das Hotelportal<br />

muss die Klausel nun bis<br />

zum 1. März aus den Verträgen<br />

mit Hotels und den<br />

AGB entfernen.<br />

Durch diesen Vertragsbestandteil<br />

sind die Hotels<br />

verpflichtet, den jeweils<br />

niedrigsten Zimmerpreis<br />

sowie die günstigsten Buchungs-<br />

und Stornobedingungen<br />

über HRS anzubieten.<br />

Seit 2012 sieht die Klausel<br />

vor, dass die Hotels selbst<br />

bei Buchungen direkt an der<br />

Rezeption keine besseren<br />

Konditionen bieten dürfen.<br />

»Letztlich verhindern die<br />

Klauseln, dass an anderer<br />

Stelle niedrigere Hotelpreise<br />

angeboten werden können.<br />

Damit beeinträchtigen<br />

Bestpreisklauseln den Wettbewerb<br />

zwischen bestehenden<br />

Portalen«, begründet<br />

Kartellamtspräsident Andre<br />

as Mundt den Schritt. Da<br />

ihre Verträge ähnliche Klauseln<br />

enthalten, laufen nun<br />

auch Verfahren gegen Expedia<br />

und Booking.<br />

© Costa Crociere<br />

updates<br />

Amadeus hat den Hotel-IT-Anbieter<br />

Newmarket International<br />

übernommen. Das Unternehmen<br />

entwickelt cloudbasierte Gruppenund<br />

Event-IT-Lösungen.<br />

Nach im Voraus bezahltem Gepäck<br />

sind bei Finnair nun auch im<br />

Voraus bezahlte Sitzplätze über<br />

Sabre buchbar. Sie sind im Sitzplan<br />

entsprechend gekennzeichnet.<br />

Die Agenturen der TVG erzielten<br />

im abgelaufenen Geschäftsjahr<br />

ein Umsatzplus von elf Prozent. Die<br />

Sonnenklar-Büros lagen 20 Prozent<br />

über dem Vorjahr. Die Zahl der Büros<br />

nahm um 65 zu.<br />

<strong>Travel</strong>-IT hat ins Preisvergleichssystem<br />

LM Plus Bilder, Videos und<br />

Panoramen von Vianido integriert.<br />

Das Modul kostet einen Aufpreis<br />

von fünf Euro. Weitere Infos unter<br />

Tel.: 0208/30 99 66 20.<br />

Go East Reisen hat den neuen<br />

Internetauftritt mit einer Buchungsmaschine<br />

für Endkunden<br />

und Reisebüros freigeschaltet.<br />

Luftbilder<br />

durch Heliview<br />

n Sonnenklar TV greift nun auf den<br />

Service Heliview von Traffics zurück.<br />

Das Buchungstool der Berliner Softwarefirma<br />

zeigt anhand von Hubschrauberaufnahmen<br />

aktuelle Bilder<br />

aus den jeweiligen Urlaubsregionen.<br />

Für den Reiseshopping-Sender stelle<br />

dies eine »optimale Ergänzung zu den<br />

selbstproduzierten Hotelfilmen dar«,<br />

wie Geschäftsführer Andreas Eickelkamp<br />

sagt. So erhalte der Kunde ein<br />

Maximum an Informationen. Heliview<br />

ermöglicht bislang virtuelle Rundflüge<br />

über Spanien, Portugal und die Türkei.<br />

Auch Bilder von Korfu sind seit Kurzem<br />

aus der Luftperspektive zu sehen.<br />

30 <br />

10.1.2014 travel.one


HEUTE SCHON WISSEN,<br />

WAS SIE MORGEN<br />

WISSEN MÜSSEN.<br />

5. – 8. März 2014 · itb-kongress.de<br />

thema.sales<br />

Sechs Reisebüros können am ITB-Stand von JT verkaufen<br />

© JT Touristik<br />

Messeverkauf am JT-Stand<br />

n JT Touristik räumt sechs<br />

Reisebüros eine Verkaufsmöglichkeit<br />

auf der diesjährigen<br />

ITB ein. Jeweils drei Agenturen<br />

können an den beiden Publikumstagen<br />

8. und 9. März am<br />

Stand des Veranstalters Reisen<br />

von JT Touristik verkaufen. Die<br />

Umsätze werden der Agenturnummer<br />

gutgeschrieben, JT-<br />

Chefin Jasmin Taylor verspricht<br />

volle Provision. Die Reiseprofis<br />

erhalten zehn Tagestickets für<br />

die Weitergabe an Kunden.<br />

Voraussetzung für die Teilnahme<br />

sind ein Agenturvertrag<br />

mit JT und ein Mindestumsatz<br />

von 15.000 Euro im<br />

vergangenen Geschäftsjahr.<br />

Bewerbungen sind bis zum 31.<br />

Januar unter agentur@jt.de<br />

möglich.<br />

Start für Hub 2.0<br />

n Peakwork hat die Player-Hub-Technologie mit<br />

dem Hub 2.0 ausgestattet. Zu den neuen Systemelementen<br />

gehört nun eine Anpassung an die Abfragelogik<br />

des DRV, die die Anforderungen diverser<br />

Veranstalter und Marktteilnehmer berücksichtigt.<br />

Die Betreiber des Hubs haben nun die Wahl zwischen<br />

dem Webservice des DRV oder von Peakwork,<br />

können aber auch beide parallel einsetzen.<br />

Bei den Global Types wurden die Reisearten um<br />

Kriterien wie Strandurlaub, Städte, Designhotels<br />

oder auch Party & Event erweitert. Sie sollen damit<br />

eine gezieltere Suche für ausgewählte Zielgruppen<br />

ermöglichen.<br />

ITB Berlin Kongress<br />

Der weltweit größte Fachkongress der Reiseindustrie hat sich<br />

als Ihre zentrale Wissensplattform etabliert. Freuen Sie sich auf<br />

hochkarätige Vorträge zu globalen Tourismustrends, die Ihnen<br />

einen wertvollen Wissensvorsprung verschaffen.<br />

Denn Sie erfahren das Wichtigste als Erster.<br />

travel.one 10.1.2014 31


destination.kroatien<br />

Wie anno dazumal<br />

Zagreb lässt historische<br />

Figuren auferstehen. Eine<br />

Journalistin, Kohleverkäufer<br />

und k.u.k.-Offiziere zeigen<br />

Besuchern ihre Stadt – mit<br />

dem Ziel, der Metropole<br />

mehr Gäste zu bescheren.<br />

01<br />

© Christian Weiß<br />

Mit Schwung schiebt der Soldat<br />

den schweren Säbel zurück<br />

in sein Futteral. Es ist<br />

Wachwechsel. 20 junge Männer in den<br />

Uniformen der früheren kroatischen<br />

Garde sind auf dem Markusplatz in<br />

der Zagreber Altstadt angetreten. Jeder<br />

von ihnen trägt das berühmte<br />

rote Halstuch, das später als Krawatte<br />

bekannt wurde. Sie paradieren im<br />

Rhythmus der Trommeln. Unruhig<br />

trippeln die Pferde auf dem Kopfsteinpflaster,<br />

während der Offizier die Parade<br />

abnimmt: Vor dem kroatischen<br />

Parlament, wo tagsüber Abgeordnete<br />

in dunklen Anzügen ein- und ausgehen,<br />

wird zumindest am Wochenende<br />

die österreichisch-ungarische Geschichte<br />

des Landes wieder lebendig.<br />

Nicht weit davon entfernt schmettert<br />

in Seide und Brokat gekleidet<br />

Barbara Suttodolčan eine Opernarie.<br />

Die 19-jährige Studentin der Zagreber<br />

Hochschule für Musik – deren größter<br />

Traum es wäre, in der Metropolitan<br />

Opera in New York zu singen – ist in<br />

die Rolle einer Opernsängerin des<br />

Kroatischen Nationaltheaters aus<br />

dem 19. Jahrhundert geschlüpft.<br />

»Wir wollen bekannte und unbekannte<br />

Zagreber Personen wieder<br />

auferstehen lassen«, erklärt Marlisa<br />

Fasaić vom Touristenbüro der Haupt-<br />

32 <br />

10.1.2014 travel.one


kroatien.destination<br />

stadt Kroatiens den Hintergrund dieser<br />

»Zagreber Zeitmaschine«. Schwerpunkt<br />

sind dabei die Jahre, in denen die Stadt Teil<br />

der österreichisch-ungarischen Monarchie<br />

war. 15 verschiedene Charaktere vom Kohlenverkäufer<br />

bis zum k.u.k.-Offizier treten<br />

am Wochenende abends auf und lassen die<br />

Besucher an der Geschichte zwischen 1867<br />

und 1918 teilhaben. Personen aus der Nachkriegszeit<br />

kommen noch nicht zu Wort.<br />

»Das ist noch zu jung«, sagt Fasaić.<br />

Lange hatte Zagreb im Gegensatz zu<br />

den bei Touristen beliebten Orten und<br />

Stränden an der Adriaküste eher ein Schattendasein<br />

geführt. Doch inzwischen ist die<br />

Hauptstadt im Hinterland selbstbewusster<br />

geworden und wirbt mit verschiedenen<br />

Konzepten um Besucher – im Sommer mit<br />

der Zeitmaschine, im Winter mit dem Programm<br />

»Zagreb im Advent«, bei dem auf<br />

mehreren Bühnen über die Stadt verteilt<br />

Bands auftreten und an vielen verschiedenen<br />

Weihnachtsmärkten innerhalb der<br />

Altstadt kroatische Winterspezialitäten angeboten<br />

werden. Die Aktionen zahlen sich<br />

aus: Allein im Oktober kamen 79.320 Besucher<br />

– 15 Prozent mehr als noch 2012.<br />

Historie und urbanes Leben.<br />

Auf dem Markusplatz hat inzwischen Sanja<br />

Pandurić ihre Tageskleidung – Jeans<br />

und T-Shirt – gegen ein mit Rüschen und<br />

Bordüren verziertes langes Kleid aus dem<br />

19. Jahrhundert getauscht. So angezogen<br />

berichtet sie Gästen von der berühmten<br />

Zagreber Journalistin und Feministin Marija<br />

Jurić Zagorka. Sie wird dabei begleitet<br />

von einem ebenfalls historisch gekleideten<br />

Zeitungsjungen, der lautstark die neuesten<br />

Nachrichten anpreist. »Zagorka war Anfang<br />

des 20. Jahrhunderts die erste Journalistin<br />

in Zagreb und kämpfte gegen die gesellschaftliche<br />

Unterdrückung der Frauen<br />

und für ihre Rechte«, erzählt Pandurić. Sie<br />

kennt die Rolle der Journalistin gut. Denn<br />

tagsüber arbeitet die Kroatin bei einem Radiosender<br />

selbst in diesem Beruf.<br />

© Christian Weiß<br />

02<br />

01 Sanja Pandurić schlüpft regelmäßig<br />

in die Rolle der Journalis tin<br />

Marija Jurić Zagorka<br />

02 Die Kneipenstraße Tkalčićeva<br />

ist sowohl tagsüber als auch abends<br />

ein beliebter Treffpunkt<br />

Während die Touristen mit der Zeitmaschine<br />

in die vergangenen Jahrhunderte<br />

zurückversetzt werden, pulsiert in der Innenstadt<br />

das Leben. In den Cafés und Bars<br />

der Zagreber Kneipenstraße Tkalčićeva<br />

trifft man sich tagsüber wie abends auf<br />

einen Kaffee oder einen Drink. Diese Kaffeepause<br />

gehört in Kroatien zum täglichen<br />

Leben. Hier werden Freundschaften gepflegt,<br />

aber auch mit Geschäftsfreunden<br />

der nächste Vertrag besprochen. Zagreb<br />

hat sich das gewisse Etwas der ehemaligen<br />

k.u.k.-Monarchie bewahrt, in der die Uhren<br />

etwas langsamer, gemütlicher gingen.<br />

Große Teile der Altstadt sind in der Zuckerbäcker-Architektur<br />

der österreichischungarischen<br />

Monarchie – zu ihr gehörte<br />

Kroatien bis Ende des Ersten Weltkrieges<br />

– erhalten. In den vergangenen Jahren liebevoll<br />

restauriert, geben die Gebäude aus<br />

der Gründer- und Jugendstilzeit heute der<br />

Stadt an der Save ein einzigartiges Flair,<br />

das an vielen Stellen an die große Schwesterstadt<br />

Wien erinnert.<br />

Restaurant-<br />

Tipps<br />

Fischrestaurant »Korčula«,<br />

eines der besten Fischrestaurants<br />

der Stadt,<br />

Teslina 17,<br />

Tel. 00385-1-4 87 21 59<br />

Spezialitätenrestaurant<br />

»Ivica i Marica«<br />

(Deutsch: Hänsel und Gretel),<br />

serviert auch vegetarische<br />

Gerichte,<br />

Tkalčićeva 70,<br />

Tel. 00385-1-4 82 89 99<br />

Brauerei »Medvedgrad«,<br />

kleines Restaurant mit selbstgebrautem<br />

Bier und typisch<br />

regionalen Gerichten,<br />

Tkalčićeva 36,<br />

Tel. 00385-1-4 92 96 13<br />

travel.one 10.1.2014 33


destination.kroatien<br />

Museen<br />

in Zagreb<br />

Museum für<br />

kroatische Geschichte,<br />

Matoševa 9,<br />

www.hismus.hr<br />

1846 eröffnet, bewahrt und präsentiert<br />

das Museum das geschichtliche<br />

Erbe Kroatiens.<br />

Galerie-Zentrum<br />

Museum Mimara,<br />

Rooseveltov trg 5,<br />

www.mimara.hr<br />

Den Fundus des Museums<br />

machen rund 3.750 Kunstwerke<br />

unterschiedlicher<br />

Kunstrichtungen, Materialien<br />

und Kulturkreise aus.<br />

Museum der zerbrochenen<br />

Beziehungen,<br />

Ćirilometodska 2,<br />

www.brokenships.com<br />

Das Museum zeigt, was nach<br />

beendeten Beziehungen von<br />

diesen noch übriggeblieben ist<br />

– vom Hochzeitskleid bis hin<br />

zum Sexspielzeug.<br />

Sanja Pandurić hat sich erneut umgezogen.<br />

In einem grauen Seidenkleid moderiert sie<br />

nun im Park Zrinjevac ein Promenadenkonzert.<br />

Wie ein grünes »U« ziehen sich<br />

die Parkanlagen, zu denen der Zrinjevac<br />

gehört, rund um die Altstadt. Hier befinden<br />

sich die meisten repräsentativen Gebäude<br />

aus dem 19. Jahrhundert, wie das Nationaltheater<br />

oder der Kunstpavillon. In diesen<br />

Parks treffen sich junge Pärchen zum<br />

Stelldichein, aber auch Bekannte, die in der<br />

Mittagspause Neuigkeiten austauschen,<br />

oder Musikliebhaber, um im alten Pavillon<br />

Konzerten zu lauschen.<br />

Radtour durch Neu-Zagreb.<br />

Heute moderiert Pandurić im alten Musikpavillon<br />

ein Folklorekonzert des Zrinjevac.<br />

Unter die Zuschauer haben sich wieder<br />

Schauspieler der Zagreber Zeitmaschine<br />

in Kostümen aus dem 19. Jahrhundert gemischt.<br />

Offiziere in Uniformen der kaiserlichen<br />

Armee flanieren durch die Parkanlagen,<br />

während am Rande des Platzes ein<br />

Zagreber Fotograf sein Stativ aufgebaut<br />

hat. Wer möchte, kann sich von ihm als<br />

Souvenir in historischer Kleidung fotografieren<br />

lassen. Gleich daneben bietet ein alter<br />

Kutscher mit seinem Fiaker Rundfahrten<br />

um den Park an.<br />

Der Park Zrinjevac ist auch eine der<br />

Stationen, die die 44-jährige Alina Mezić<br />

bei ihren Fahrradtouren anfährt. Seit drei<br />

Jahren bietet sie mit ihrem Partner unter<br />

dem Namen Bluebike geführte Radtouren<br />

durch Zagreb an: »Es ist dumm, zu laufen,<br />

wenn man doch mit dem Fahrrad fahren<br />

kann«, sagt die Designerin und lächelt, »ich<br />

habe dies zum ersten Mal in Buenos Aires<br />

gesehen.« Und ihr Entschluss stand damals<br />

schnell fest: Mit dem Fahrrad lässt sich die<br />

kroatische Hauptstadt am besten und am<br />

schnellsten erkunden.<br />

In ihrem Programm führt sie jedoch<br />

nicht nur Touren durch das historische<br />

Zagreb, sondern auch in den modernen<br />

Stadtteil Novi Zagreb auf der anderen Seite<br />

der Save. »Viele haben so eine Architektur<br />

noch nie gesehen«, weiß Mezić. Hier sind in<br />

den vergangenen Jahrzehnten Wohnsiedlungen<br />

mit realsozialistischer Architektur<br />

in Fertigteilbauweise entstanden. Dazu<br />

gehört das Messezentrum genauso wie die<br />

Trabantenstadt rund um den Park Bundek.<br />

Der Charme ist spröde – Betonbauten reihen<br />

sich aneinander, mit Cafés und Läden<br />

in den Erdgeschossen.<br />

Doch die meisten Bewohner hängen an<br />

ihrer modernen Umgebung, weiß Mezić.<br />

Denn jeder dieser Häuserblocks ist eine<br />

Stadt im Kleinen, die im Laufe der Jahre<br />

ihre ganz eigene Atmosphäre entwickelt<br />

hat. Und die Bewohner stehen trotz der Anonymität<br />

der Großstadt zusammen, helfen<br />

einander oder grillen gemeinsam am Wochenende<br />

die berühmten Ćevapčići oder zu<br />

besonderen Gelegenheiten auch mal ein<br />

Spanferkel.<br />

34 <br />

10.1.2014 travel.one


kroatien.destination<br />

Wenn man nicht stattdessen gemeinsam<br />

abends in die Innenstadt geht, um in den<br />

Cafés und Bars der Tkalčićeva Freunde zu<br />

treffen oder durch die Straßen zu promenieren<br />

und den Musikern zuzuhören. Denn<br />

das Nachtleben spielt sich meist auf der<br />

© xbrchx/Shutterstock.com<br />

Der zentrale Platz der<br />

kroatischen Hauptstadt:<br />

Ban-Jelačić<br />

Straße ab. Hier wird auch dann noch weitergefeiert,<br />

wenn der alte Lampenanzünder<br />

in der historischen Altstadt längst wieder<br />

seine Gaslaternen gelöscht hat. Und Zagreb<br />

macht sich bereit, für einen neuen Tag mit<br />

der Zagreber Zeitmaschine. Christian Weiß<br />

Führungen<br />

durch Zagreb<br />

Tourist Info Zagreb<br />

informiert über Termine und<br />

Treffpunkte der »Zeitmaschine«.<br />

Die kostenlosen Führungen<br />

finden von Mitte April an<br />

immer samstags statt.<br />

Trg bana J. Jelacica 11<br />

www.zagreb-touristinfo.hr<br />

info@zagreb-touristinfo.hr<br />

Tel. 00385-1-4 81 40 51<br />

Bluebike Zagreb<br />

bietet Fahrradtouren<br />

durch die Stadt an.<br />

Ban Josip Jelacic Trg 15<br />

www.zagrebbybike.com<br />

info@zagrebbybike.com<br />

Tel. 00385-98-1 88 33 44<br />

travel.one 10.1.2014 35


destination.kroatien<br />

Liebling<br />

an der Adria<br />

Veranstalter reagieren auf die steigende Nachfrage nach Kroatien-Urlaub.<br />

Malerische Fischerdörfchen,<br />

zahlreiche<br />

Strände, eine von<br />

der EU bescheinigte hervorragende<br />

Badequalität,<br />

gastfreundliche Bewohner,<br />

eine vielerorts unberührte<br />

Inselwelt: Die Liste der Argumente,<br />

warum Urlauber<br />

die schönste Zeit im Jahr in<br />

Kroatien verbringen sollten,<br />

ist lang. Dabei sind nicht nur<br />

die Tourismuswerber bemüht,<br />

ihrem Land, das seit<br />

Sommer 2013 auch Mitglied<br />

der Europäischen Union ist,<br />

das richtige Image zu verpassen.<br />

Auch Reiseveranstalter<br />

wollen die Vorzüge<br />

Kroatiens in Szene setzen,<br />

schließlich ist das Land der<br />

Mittelmeerverkaufsschlager<br />

der vergangenen zwei Jahre<br />

gewesen. Ein Trend, der<br />

sich auch durch dieses Jahr<br />

ziehen kann. Nach zwei aufeinanderfolgenden<br />

»Rekordjahren«,<br />

wie es in der Kroatischen<br />

Zentrale für Tourismus<br />

mit Sitz in Frankfurt heißt,<br />

sind die Aussichten gut, dass<br />

die Einreisezahl von zwei<br />

Millionen deutschen Gästen<br />

im vergangenen Jahr in 2014<br />

übertroffen wird.<br />

Angebote ausgebaut.<br />

Das Gros der Veranstalter<br />

reagiert auf die steigende<br />

Nachfrage nach Kroatien-<br />

Urlaub und stockt das Portfolio<br />

immer mehr auf. Mit<br />

den Programmen wachsen<br />

auch die Erwartungen für<br />

die neue Saison. Kroatien-<br />

© Croatian National Tourist Board<br />

Spezialist Riva Tours beispielsweise<br />

rechnet nach<br />

einem guten Buchungsstart<br />

für den Sommer mit erneuten<br />

Zuwächsen. »Wir haben<br />

das Angebot noch einmal<br />

überarbeitet und selektiert«,<br />

Kleine Paradiese finden Urlauber an der<br />

Kvarner Bucht, etwa in Lubenice<br />

36 <br />

10.1.2014 travel.one


kroatien.destination<br />

I.D. RIVA Tours<br />

2014<br />

Villen, Ferienhäuser und<br />

-wohnungen, Pensionen, Kreuzfahrten<br />

auf Motorseglern und<br />

-yachten, Hotels, Ferienanlagen,<br />

Mobilheime, Themenreisen,<br />

u.v.m.<br />

KROATIEN<br />

KREUZFAHRTEN ZWISCHEN TAUSEND INSELN 2014<br />

BLAUE REISE<br />

kroatien<br />

Ferienhäuser | Villen | Ferienwohnungen | Pensionen<br />

2014<br />

Die Unescogeschützte<br />

Altstadt<br />

von Dubrovnik ist ein<br />

starker Besuchermagnet<br />

BADEN<br />

RADFAHREN<br />

WANDERN<br />

CHARTER<br />

KROATIEN2014<br />

KROATIEN<br />

MOBILHEIME AUF CAMPINGPLÄTZEN<br />

2014<br />

erklärt Geschäftsführer Selimir<br />

Ognjenovic. Er wolle künftig<br />

stärker die Qualität in den<br />

Fokus rücken und »auf Klasse<br />

statt Masse« setzen. Auch bei<br />

FTI hat sich Kroatien in der<br />

vergangenen Sommersaison<br />

© Croatian National Tourist Board<br />

als »eine der beliebtesten<br />

Reisedestinationen« etabliert,<br />

berichtet Luca Picone,<br />

der bei den Münchnern für<br />

Kroatien verantwortlich ist.<br />

Mit einem, wie er sagt, hohen<br />

zweistelligen Gäste- und<br />

Umsatzplus im Rücken stehe<br />

einem kontinuierlichen Ausbau<br />

des Programms nichts<br />

im Wege. »Wir planen eine<br />

Weiterentwicklung. Der<br />

Schwerpunkt wird dabei auf<br />

hochwertigen Drei- und Vier-<br />

Sterne-Hotels liegen«, verrät<br />

Picone. Bereits zum Sommer<br />

2014 ist die Auswahl bei FTI<br />

um 14 Prozent gewachsen,<br />

neu für Kroatien buchbar<br />

sind nun zum Beispiel auch<br />

die markeneigenen Produkte<br />

Sportiv, Wellness, 2sam und<br />

Urlaub mit Charme.<br />

Gleiches gilt für Konkurrent<br />

Neckermann Reisen. Der<br />

Veranstalter expandiert mit<br />

seinen Konzepthotelmarken<br />

Sentido, Smartline und Sunconnect<br />

nach Kroatien und<br />

erweitert damit die Zahl der<br />

Exklusivunterkünfte. Damit<br />

und durch neue Konzepte –<br />

Sunconnect etwa geht dieses<br />

Jahr an den Start – rechnet<br />

Produktmanagerin Daniela<br />

Köhler 2014 ebenfalls mit einem<br />

Buchungsplus.<br />

Ameropa mischt mit.<br />

Mit Ameropa wird zudem ein<br />

neuer Kroatien-Anbieter in<br />

das Geschäft einsteigen und<br />

2014 ebenfalls Urlauber an<br />

die Adria schicken. »Kroatien<br />

ist für uns ein gut erreichbares<br />

Reiseziel mit einer idealen<br />

Kombination aus Kultur<br />

und Natur«, erklärt Susanne<br />

Schlung, Bereichsleiterin<br />

Touristik und Marketing bei<br />

Ameropa. Die eingetroffenen<br />

Buchungen für die kommende<br />

Saison seien bereits »vielversprechend«,<br />

sagt sie und<br />

blickt nach der »gut gestarteten<br />

Saison« optimistisch<br />

in die Zukunft. Als Kroatien-<br />

Neuling will sich die Bahn-<br />

Tochter zunächst auf die<br />

Lieblingsregionen der Deut-<br />

10% Provision ab der<br />

ersten Buchung<br />

persönliche Ansprechpartner<br />

in der Zentrale in München<br />

über 70 Mitarbeiter<br />

direkt vor Ort<br />

Kompetenz und<br />

Erfahrung seit 1994<br />

Buchbar über:<br />

START, MERLIN, BistroPortal, Traffics<br />

<strong>Travel</strong>tainment, Tourmanager, Telefon,<br />

Fax & Internet<br />

Veranstaltercode: RIVA<br />

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travel.one 10.1.2014 37<br />

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KREUZFAHRTEN<br />

AUTO | BUS | FLUG<br />

AGENTURANTRAG & KATALOGBESTELLUNG:<br />

agenturservice@idriva.de<br />

I.D. RIVA Tours GmbH<br />

Neuhauser Str. 27<br />

80331 München<br />

Tel.: 089 / 23 11 000


destination.kroatien<br />

schen konzentrieren. Dazu zählen Istrien,<br />

Dalmatien und die Kvarner Bucht.<br />

Istrien allerdings gilt dabei nach wie<br />

vor als Urlaubers Liebling, wie die Anbieter<br />

wissen. Auf der Halbinsel an der<br />

nördlichen Adria steche die Nachfrage<br />

deutlich hervor, sagt FTI-Mann Picone.<br />

Von Istrien als »eindeutigem Spitzenreiter«<br />

des Landes, spricht auch Arlett<br />

Walleck, zuständig für das Zielgebiet<br />

bei der Luxusmarke Thomas Cook Selection.<br />

Dort sei das Hotelangebot am<br />

hochwertigsten, unterstreicht die Touristikerin.<br />

Kritik an Hotellerie.<br />

Ginge es nach den Veranstaltern, müsste<br />

die Zahl der Unterkünfte im Land<br />

aber noch weiter wachsen. Besonders<br />

in der Hochsaison gebe es Engpässe.<br />

Und auch die Zusammenarbeit mit einigen<br />

Hoteliers sei verbesserungswürdig,<br />

findet Riva-Tours-Chef Ognjenovic.<br />

Er wünscht sich »mehr Fairplay«, wie er<br />

sagt. Viele Hotelpartner begriffen nicht,<br />

dass es der Veranstalter sei, der über einen<br />

Großteil der Saison die Häuser gut<br />

fülle, und nicht der Hotelier. Zudem sei<br />

es völlig überzogen, für ein renoviertes<br />

und von drei auf vier Sterne aufgewertetes<br />

Hotel einen um 60 Prozent höheren<br />

Preis zu verlangen. »Eine deutliche<br />

Verbesserung der Qualität sollte mit einer<br />

moderaten Preiserhöhung vereinbar<br />

sein«, fordert deshalb der Kroatien-<br />

Experte.<br />

Ein weiterer Kritikpunkt: Die Landeswerber<br />

müssten stärker am touristischen<br />

Image des Landes feilen, erklären<br />

Veranstalter. Oftmals wüssten<br />

Kunden nicht um die Vielseitigkeit der<br />

Destination. »Wir hören von Gästen vor<br />

Ort häufig die Aussage, dass sie positiv<br />

überrascht seien. Das führt mich zu der<br />

Frage: Was haben Sie erwartet?«, führt<br />

Riva-Tours-Chef Ognjenovic an. Zwar<br />

habe Kroatien in der Vergangenheit<br />

viel in Infrastruktur, Service und Hotellerie<br />

investiert, und auch die Zusammenarbeit<br />

mit der Fremdenverkehrszentrale<br />

funktioniere sehr gut. Aber<br />

in der öffentlichen Wahrnehmung, so<br />

meint FTI-Manager Picone, werde das<br />

Land noch immer nicht als Ziel für<br />

»junge und aktive Urlauber gesehen,<br />

das auch außerhalb der Hochsaison<br />

viel zu bieten hat«. In Sachen Image<br />

und Bekanntheitsgrad gebe es deshalb<br />

noch viel Luft nach oben.<br />

<br />

Kendra Mietke<br />

© Croatian National Tourist Board<br />

Die Insel Hvar ist<br />

ein beliebtes Ziel<br />

vor der Dalmatischen<br />

Küste<br />

38 <br />

10.1.2014 travel.one


kroatien.destination<br />

Positive Bilanz für 2013 – der kroatische Nationalcarrier muss aber weiter kräftig sparen<br />

© Croatia Airlines<br />

Jetzt Sommerurlaub 2014<br />

buchen!<br />

Rückflug in die<br />

schwarzen Zahlen<br />

Mit guten Ergebnissen verabschiedete sich Croatia Airlines<br />

aus dem Jahr 2013, dennoch hat die Airline weiter zu kämpfen.<br />

n Es ist noch gar nicht lange her, da<br />

brodelte es in der Gerüchteküche um<br />

Croatia Airlines gewaltig: Der kroatische<br />

Nationalcarrier stehe kurz vor<br />

der Insolvenz, hieß es im Mai. Immer<br />

wieder rote Zahlen, dazu vier bestellte,<br />

aber angeblich nicht mehr bezahlbare<br />

Airbus befeuerten die Diskussion weiter.<br />

Das Personal begann zu streiken.<br />

Kroatischen Medien zufolge soll die<br />

Regierung zu diesem Zeitpunkt bereits<br />

überlegt haben, die Fluggesellschaft in<br />

die Insolvenz laufen zu lassen und anschließend<br />

schuldenfrei erneut aus der<br />

Taufe zu heben.<br />

Doch nun scheint es für die krisengebeutelte<br />

Airline wieder ein wenig<br />

bergauf zu gehen. Denn der wirtschaftlich<br />

schwierigen Lage zum Trotz<br />

konnte Croatia Airlines mit einem<br />

gezielten Maßnahmenpaket im abgelaufenen<br />

Geschäftsjahr aus den roten<br />

Zahlen fliegen und einen Nettogewinn<br />

von 20,3 Millionen Kuna, das sind rund<br />

2,6 Millionen Euro, verzeichnen. Der<br />

operative Gewinn stieg auf 28,8 Millionen<br />

Kuna (3,7 Millionen Euro). Damit<br />

hätten sich die Bemühungen um eine<br />

Kostensenkung, etwa durch die Umstrukturierung<br />

der Flugzeiten, Streckenstreichungen,<br />

eine Anpassung der<br />

Arbeitsprozesse und neue Werbeaktionen,<br />

rentiert, so die Airline. Nun solle<br />

die Kostensenkung eine »fortdauernde<br />

Aufgabe« innerhalb des Unternehmens<br />

werden, heißt es.<br />

Ungeachtet dessen hält die kroatische<br />

Regierung weiterhin an ihren Plänen<br />

fest, die Fluggesellschaft teilweise<br />

zu privatisieren. Bis Ende November<br />

2013 standen 49 Prozent der Anteile<br />

von Croatia Airlines bereits zum Verkauf,<br />

allerdings hat sich bis zum Ablauf<br />

der Frist kein Käufer gefunden. Nun<br />

hofft die Regierung, in einer zweiten<br />

Verkaufsrunde und mit Blick auf die<br />

positiven Bilanzzahlen, einen Investor<br />

zu finden. <br />

KM<br />

© travelpeter/Fotolia.com<br />

Europa ganz nah.<br />

Der neue Ameropa-Reisen Katalog mit<br />

traumhaften Reisezielen für Ihre Kunden.<br />

NEU: Kroatien und Polen<br />

Ferienhotels und ‐wohnungen in Österreich,<br />

der Schweiz, Italien, Frankreich inklusive<br />

Korsika, Niederlande, Belgien, Tschechien<br />

Attraktive Sparangebote und Frühbuchervorteile<br />

Tipp: Kroatien<br />

• Istrien, Kvarner Bucht, Mittel- und<br />

Süddalmatien<br />

• 40 Hotels (2 bis 5 Sterne) in 25 Zielorten<br />

• 2 Motorsegler Rundreisen:<br />

z. B. 1 Woche „Malediven-Feeling“ mit<br />

Halbpension ab 629 €<br />

Katalogbestellung unter www.infox.de<br />

Wir sind für Sie da ‒ Service, Auskunft,<br />

Aktuelles unter www.ameropa-infonet.de<br />

Ameropa-Reisen GmbH • Hewlett-Packard-Straße 4 •<br />

61352 Bad Homburg<br />

travel.one 10.1.2014 39


destination.kroatien<br />

Dubrovnik zählt zu den Zielen im Kroatien-Programm von Ameropa<br />

Ameropa nimmt Kroatien auf<br />

n Kroatien ist in diesem Jahr ein neues<br />

Reiseziel im Portfolio von Ameropa. Der<br />

Veranstalter bietet Kunden im Katalog<br />

»Europa ganz nah« 40 Hotels im Zweiund<br />

Fünf-Sterne-Bereich auf der Halbinsel<br />

Istrien sowie rund um die Kvarner<br />

Bucht und Dalmatien an. Hinzu kommen<br />

die zwei Motorsegler-Rundreisen »Die<br />

schönsten Inseln Süddalmatiens« und<br />

»Erlebnis Norddalmatien«.<br />

Um Counterkräften die neuen Angebote<br />

näher zu bringen, veranstaltet<br />

Ameropa auch eine 45-minütige Online-<br />

Schulung für maximal 24 Teilnehmer. In<br />

dem virtuellen Training erläutert Produktmanager<br />

Mehdi Langanke nützliche Infos<br />

und Verkaufstipps rund um das neue<br />

Ameropa-Ziel. In diesem Monat können<br />

Expedienten noch jeden Dienstag und<br />

Donnerstag von 8:15 Uhr bis 9 Uhr an der<br />

Schulung teilnehmen.<br />

Anmeldungen erfolgen auf:<br />

www.ameropa-infonet.de/info/<br />

online-schulung-kroatien2<br />

© Ameropa<br />

Neue Schiffe,<br />

neue Routen<br />

n Im Kreuzfahrten-Katalog 2014<br />

von ID Riva Tours finden Reisebüros<br />

neben den drei mit 18 Kabinen<br />

bestückten Neuzugängen Vita,<br />

Princess Aloha (beide ab Zadar und<br />

Dubrovnik) und Atlantic (ab Rijeka)<br />

auch fünf neue Routen. Die »Perlen<br />

Dalmatiens« von Zadar nach Dubrovnik<br />

und eine Route ab Trogir<br />

durch Mittel- und Süddalmatien ergänzen<br />

nun das Programm. Außerdem<br />

bietet Riva Tours nun kostenlose<br />

Stadtführungen an. Kataloge<br />

können über info@idriva.de bestellt<br />

werden.<br />

© Riva Tours<br />

updates<br />

Vom 24. Juni bis zum 30.<br />

August fliegt Easyjet während<br />

des Sommers zweimal<br />

pro Woche von Hamburg aus<br />

nach Split, bis zum 18. Oktober<br />

wird die Strecke noch<br />

einmal pro Woche bedient.<br />

Interchalet hat das Angebot<br />

für Kroatien weiter ausgebaut.<br />

Neue Unterkünfte<br />

sind in Istrien und Dalmatien<br />

und an der Kvarner Bucht zu<br />

finden.<br />

In Dubrovnik wollen die<br />

Hotelgruppen Jadranski<br />

Luksuzni Hoteli und Riviera<br />

Adria rund 60 Millionen Euro<br />

in die dort bestehenden Anlagen<br />

investieren.<br />

ITS hat Kroatien als neues<br />

Ziel in den Katalog für Familienreisen<br />

aufgenommen.<br />

Für Kinder gibt es im Katalog<br />

auch einen aufklappbaren<br />

Teil mit einer kleinen Knotenkunde<br />

zum Thema Segeln.<br />

Alltours bietet im Sommer<br />

erstmals Flüge nach Rijeka<br />

und Zadar an. Zudem<br />

hat der Veranstalter das Angebot<br />

an Unterkünften in<br />

der Kvarner Bucht und in<br />

Norddalmatien ausgebaut.<br />

Im neuen Katalog von<br />

Misir Sonnenlandreisen<br />

sind nun auch Mobilheime<br />

buchbar. Fünf verschiedene<br />

Camps im Drei- bis Vier-Sterne-Segment<br />

hat der Veranstalter<br />

in Istrien, Dalmatien,<br />

Dubrovnik und der Kvarner<br />

Bucht aufgenommen. Der<br />

Katalog ist online abrufbar:<br />

www.kroatien-misir.de/<br />

katalog-2014<br />

Mitte Mai eröffnet der Dalmacija<br />

Aquapark. Rund 20<br />

Minuten von Split entfernt in<br />

Süd-Dugopolje wartet er auf<br />

120.000 Quadratmetern mit<br />

mehreren Pools und einem<br />

See auf.<br />

40 <br />

10.1.2014 travel.one


kroatien.destination<br />

Mehr Sterne<br />

n Die kroatische Hotelkette Valamar<br />

Hotels & Resorts hat für 2014 in die<br />

Aufwertung einiger Anlagen investiert.<br />

So wurde etwa das Argosy Hotel in Dubrovnik<br />

mit einem neuen Outdoorpool<br />

und einem Wellnessbereich ausgestattet,<br />

nun wirbt es mit vier statt<br />

drei Sternen. Auch das Zagreb Hotel<br />

in Poreč bietet mittlerweile Vier-Sterne-Komfort<br />

sowie behindertengerechte<br />

Zimmer und neue Spielplätze. Als<br />

Prestigeobjekt der Hotelgruppe wird<br />

zudem im Juni das Fünf-Sterne-Haus<br />

Valamar Dubrovnik President mit 113<br />

neuen Zimmern wieder eröffnet.<br />

© Valamar Hotels & Resorts<br />

Moderne Einrichtung<br />

und neuer Poolbereich<br />

im Argosy Hotel<br />

NEU ab Sommer 2014 – SunConnect Resorts<br />

Urlaubshotels für die ganze Familie, um in Verbindung zu bleiben und neue Kontakte zu knüpfen<br />

be connected – im Resort<br />

ConnectWLAN<br />

Familienfreundliche Zimmer<br />

ConnectBar am Pool mit Docking Stationen<br />

ConnectTeen Lounge mit Chill-out-Bereich<br />

Egal, ob im familienfreundlichen Zimmer, in der Lobby, beim Sonnenbaden am Pool oder in der<br />

ConnectTeen Lounge mit Chill-out-Bereich – jedes unserer SunConnect Resorts bietet kostenloses<br />

ConnectWLAN, damit alle Gäste mit Ihren Freunden in Verbindung bleiben.<br />

be connected – mit neuen Freunden<br />

ConnectTables im Restaurant (8er-Tische)<br />

Kids Club und ConnectFun, Action für Groß & Klein (z. B. Geocaching und Xbox Kinect)<br />

Ein Abendessen an ConnectTables im Restaurant genießen (8er-Tische), an Aktivitäten für Groß<br />

und Klein teilnehmen oder einfach an der ConnectBar chillen – überall bieten wir Ihren Kunden<br />

die Möglichkeit, Gleichgesinnte kennenzulernen.<br />

be connected – mit uns<br />

ConnectScout als Ansprechpartner<br />

Die SunConnect Resorts sind der Zukunft einen Schritt voraus: Viele Tipps und Hinweise finden<br />

Ihre Kunden auf unserer Website – so können sie ihre Aktivitäten schon vor ihrer Abreise planen.<br />

Vor Ort erhalten alle Gäste von unserem ConnectScout weitere wertvolle Infos über die digitalen<br />

Möglichkeiten.<br />

4 x in der Türkei, 3 x in Spanien, 1 x in Kroatien, 1 x in Tunesien, 1 x auf Zypern<br />

Mehr Infos<br />

finden Sie unter<br />

www.tc-infonet.de<br />

travel.one 10.1.2014 41


destination.nordische länder<br />

© Frithjof Fure<br />

Landschaft pur<br />

Nicht umsonst gilt Fjordnorwegen als beliebtestes Urlaubsziel des Landes.<br />

Die Natur zeigt sich in der Region von ihrer schönsten Seite.<br />

Wie aus dem Bilderbuch: Der<br />

Aurlandsfjord (oben)ist ein<br />

Seitenarm des Sognefjords<br />

Als hätten sie es gewusst, sind sie an<br />

diesem Abend nicht im Tal geblieben,<br />

sondern auf den Gipfel gekommen.<br />

Nun liegen die Schafe wiederkäuend<br />

in der Sonne und es scheint, als würden<br />

auch sie das Naturschauspiel verfolgen:<br />

Unter ihnen wabern Wolken. Sie ziehen<br />

von Nord nach Süd, über Bergrücken hinweg<br />

und verschmelzen über dem Meer mit<br />

einer dicken Wolkenschicht.<br />

Das Vestkapp gilt als Wetterscheide.<br />

Wer sich auf den westlichsten Festlandspunkt<br />

Norwegens begibt, erlebt Petrus'<br />

Launen und steht mal im dicken Nebel,<br />

mal in der Sonne. An diesem Tag haben<br />

Mensch und Tier von ihrem Logenplatz<br />

aus freie Sicht auf die bekannteste Region<br />

des Landes. Der nördliche Teil Fjordnorwegens<br />

– das Jugendstilstädtchen ålesund<br />

und der berühmte Geirangerfjord – versteckt<br />

sich jedoch unter Wolken, nur ein<br />

paar Bergspitzen lugen aus dem Weiß<br />

heraus. Der etwas südlicher gelegene Gletscher<br />

Jostedalsbreen dagegen glitzert in<br />

der Sonne. Und in der Ferne sind die Berge<br />

zu sehen, die den imposanten Sognefjord<br />

einrahmen.<br />

Fjordnorwegen ist die größte und<br />

beliebteste Tourismusdestination des<br />

skandinavischen Staates. Sowohl Norweger<br />

als auch Ausländer verbringen gerne<br />

ihren Urlaub zwischen der Ölmetropole<br />

Stavanger und dem Hafenstädtchen Kristiansund.<br />

Allein ein Drittel der Übernach-<br />

42 <br />

10.1.2014 travel.one


nordische länder.destination<br />

tungen internationaler Gäste fällt auf die<br />

Region. Kein Wunder: Fjordnorwegen wartet<br />

mit einer Landschaft auf, die in Europa<br />

ihresgleichen sucht. Unzählige Meeresarme<br />

winden sich ins Landesinnere, Berge<br />

steigen steil aus dem Wasser empor. Hinzu<br />

kommen Gletscher, Wasserfälle, Seen. Das<br />

begeistert nicht nur Naturliebhaber, die in<br />

der rauen Einsamkeit wandern oder in den<br />

Fjorden paddeln. Viele Besucher kommen<br />

schlichtweg zum Schauen – ob als Teilnehmer<br />

einer Busrundreise, Passagier eines<br />

Kreuzfahrtschiffes oder Selbstfahrer.<br />

Enge Fjorde.<br />

In Kaupanger, etliche Kilometer südöstlich<br />

vom Vestkapp, fahren neben mehreren<br />

Autos zwei Busse auf die Fähre. Japanische<br />

und spanische Touristen steigen aus und<br />

drängen sich in den nächsten zwei Stunden<br />

an der Reeling. Denn die Passage nach Gudvangen<br />

ist keineswegs nur eine schnelle<br />

und bequeme Alternative zur Straße.<br />

Das Schiff überquert den Sognefjord<br />

und biegt dann in einen schmalen Seitenarm<br />

ab. Im Aurlandsfjord sowie in dem<br />

später abzweigenden Nærøfjord rücken die<br />

Felswände rechts und links immer näher.<br />

Kameras lichten schroffe Klippen ab, Finger<br />

deuten auf hoch gelegene, schwer zugängliche<br />

Bauernhöfe.<br />

Der Sognefjord ist der längste Fjord<br />

der Welt. 204 Kilometer schlängelt er sich<br />

von der Nordsee bis in die Jotunheimen,<br />

dem höchsten Gebirge Skandinaviens und<br />

beliebten Wandergebiet. Touristen zieht<br />

meist die zweite Hälfte des Meeresarmes<br />

an. Er ist hier an einem Punkt 1.380 Meter<br />

tief, die Berge ragen zum Teil 1.000 Meter<br />

aus dem Wasser.<br />

Doch den landschaftlich größten Reiz<br />

haben die Nebenarme. Zum Beispiel der<br />

Aurlandsfjord, an dessen Ende Flåm liegt<br />

– in dem Touristenörtchen startet die<br />

Flåmsbahn, die sich auf einer Strecke von<br />

20 Kilometern vom Meeresspiegel auf 865<br />

Meter hochschraubt und ihre Fahrgäste<br />

an den Rand des Hochplateaus Hardangervidda<br />

bringt. Oder der Nærøfjord, der<br />

an einer Stelle nur 250 Meter breit ist und<br />

als schmalster Fjord der Welt bezeichnet<br />

wird. Er zählt neben dem Geirangerfjord<br />

seit knapp neun Jahren zum Unesco-Weltnaturerbe.<br />

Der Geirangerfjord kann sich ohne<br />

Wenn und Aber als der bekannteste Fjord<br />

Norwegens bezeichnen. Fotos des gewaltigen<br />

Meeresarmes schmücken zahlreiche<br />

Norwegen-Broschüren und -Kataloge. Er<br />

befindet sich nördlich des Sognefjords. Wer<br />

von dort mit dem Auto oder Wohnmobil<br />

anreist, muss den riesigen Plateaugletscher<br />

Jostedalsbreen umfahren. Schiffspassagiere<br />

gelangen von ålesund aus über den Storfjord<br />

und den Sunnylvsfjord in das rund 15<br />

Kilometer lange Naturerbe. Jede Reederei,<br />

die Kreuzfahrten vor Norwegens Küste anbietet,<br />

schippert durch den Fjord und steuert<br />

Geiranger an. Gäste der Postschiffe von<br />

Hurtigruten gehen in dem Ort nicht unbedingt<br />

wieder an Bord. Sie fahren stattdessen<br />

mit dem Bus gen Norden nach Molde<br />

und schiffen erst dort wieder ein – um den<br />

Trollstigen kennenzulernen. Die eindrucksvolle<br />

Serpentinenstraße schlängelt sich in<br />

elf Kehren in eine Schlucht hinunter.<br />

© Sverre Hjørnevik/Fjord Norge AS/Fjord Norway<br />

In Kürze<br />

Fjordnorwegen zählte<br />

2012 rund 7,6 Millionen<br />

Übernachtungen. Knapp<br />

2,5 Millionen fielen auf Gäste<br />

aus dem Ausland. Die<br />

Zahl der deutschen Übernachtungen<br />

betrug rund<br />

545.200.<br />

In Fjordnorwegen gibt es<br />

zahlreiche Unterkünfte –<br />

Hotels, Pensionen, Ferienhäuser,<br />

Hütten und Campingplätze<br />

(sie verfügen<br />

meist über Hütten). Jeder<br />

Veranstalter mit Norwegen-<br />

Programm bietet eine große<br />

Auswahl an.<br />

Infos unter<br />

www.fjordnorway.com<br />

Ein Paradies für Wanderer: Gut<br />

markierte Wege durchziehen die<br />

Region im Westen Norwegens<br />

travel.one 10.1.2014 43


destination.nordische länder<br />

Eindrucksvolle Perspektive:<br />

Eine Plattform schwebt über der<br />

Serpentinenstraße Trollstigen<br />

Landschaftsrouten bringen<br />

Besucher zu besonderen Orten<br />

© www.flatearth.no © Per Kollstadt<br />

Die »Leiter der Trolle« ist Bestandteil einer<br />

sogenannten Landschaftsroute. Norwegen<br />

kreiert seit ein paar Jahren Strecken zu besonderen<br />

Plätzen und errichtet dort architektonisch<br />

ungewöhnliche Aussichtspunkte,<br />

Toilettengebäude und Parkplätze. Allein<br />

zehn der 18 Routen liegen in Fjordnorwegen.<br />

Das jüngste Projekt ist »Geiranger-<br />

Trollstigen«. Die Aussichtsplattformen dort<br />

schweben über der Zick-Zack-Straße.<br />

Blütenmeer.<br />

Eine andere Route erschließt Besuchern<br />

die Gegend um den Hardangerfjord, mit<br />

180 Kilometern der zweitlängste des Landes.<br />

Der Meeresarm östlich der Hansestadt<br />

Bergen und seine Nebenfjorde Eid und Sør<br />

sind lieblicher als etwa der Sognefjord. Tausende<br />

Obstbäume blühen im Frühling und<br />

Frühsommer an den Hängen. Und im Sommer<br />

und Herbst locken überall kleine Stände<br />

mit Kirschen und Äpfeln.<br />

Von den Ufern des Eid- sowie des Sørfjords<br />

ist es nicht weit in das weitgehend<br />

menschenleere Wanderparadies Hardangervidda.<br />

Auch eine der meistbesuchten<br />

Natursehenswürdigkeiten Norwegens<br />

befindet sich in der Nähe: Der Låtefoss.<br />

Unzählige Autos, Busse und Motorräder<br />

drängen sich vor dem Wasserfall, der unter<br />

Naturschutz steht. Er ist ein beliebtes Fotomotiv,<br />

weil er sich in zwei Läufe teilt.<br />

Wenige Touristen verirren sich dagegen<br />

an das Vestkapp. Der 497 Meter hohe Berg<br />

auf der Halbinsel Stadlandet liegt abseits<br />

der üblichen Routen. So genießen an dem<br />

sonnigen Abend lediglich eine Handvoll<br />

Besucher und ein paar Schafe den Panoramablick<br />

auf Fjordnorwegen. Petra Hirschel<br />

Auf dem Wasser aktiv:<br />

Paddeln auf dem Eidfjord<br />

44 <br />

10.1.2014 travel.one


nordische länder.destination<br />

updates<br />

Rucksack Reisen organisiert im<br />

Februar und März 13-tägige Reisen<br />

für Langläufer. Die Teilnehmer lernen<br />

in Idre in Schweden die Skate-Technik.<br />

Das Paket enthält neben<br />

dem Skikurs die Busanreise ab<br />

Hamburg und die Übernachtung<br />

im Ferienhaus oder Doppelzimmer.<br />

www.rucksack-reisen.de<br />

Vom 15. bis 31. August geben in<br />

Helsinki Künstler den Ton an. In<br />

den Straßen und auf den Plätzen<br />

der finnischen Hauptstadt sind<br />

während der Festwochen klassische<br />

Musik und Pop zu hören. Zudem<br />

stehen Theater- und Tanzaufführungen<br />

auf dem Programm.<br />

In die Landschaft integriert: Der<br />

geplante Museumskomplex<br />

Malmö Aviation verbindet vom<br />

18. April bis 11. Mai Berlin mit<br />

Umeå in Schweden. Der Flug dauert<br />

zweieinhalb Stunden und soll<br />

jeden Freitag und Sonntag angeboten<br />

werden. Umeå ist dieses Jahr<br />

europäische Kulturhauptstadt. Daher<br />

finden dort in den nächsten<br />

Monaten zahlreiche kulturelle Veranstaltungen<br />

statt.<br />

www.malmoaviation.se<br />

Novasol geht mit einem erweiterten<br />

Angebot an Ferienhäusern<br />

in das neue Jahr. An der dänischen<br />

Westküste um Nymindegab und<br />

Bjerregaard sind 100 Unterkünfte<br />

hinzugekommen. Das Unternehmen<br />

hat in Dänemark rund 6.200<br />

Häuser im Programm.<br />

www.novasol.de<br />

Dancenter stellt im Dänemark-<br />

Katalog für 2014 rund 5.000 Ferienhäuser<br />

vor. Zum Angebot des Unternehmens<br />

zählen zudem rund<br />

2.000 Ferienwohnungen in 27 Danland-Ferienparks.<br />

www.dancenter.de<br />

© Visit Denmark<br />

Neues Museum<br />

in Süddänemark<br />

n An der süddänischen Nordseeküste<br />

entsteht ein neues Museum.<br />

Es ist als Erweiterung des Museums<br />

im Tirpitz-Bunker in Blavand<br />

geplant und soll voraussichtlich<br />

Ende 2016 eröffnen.<br />

Die Ausstellung im Tirpitz-<br />

Bunker widmet sich der Geschichte<br />

des Atlantikwalls während des<br />

Zweiten Weltkriegs. Im neuen<br />

Komplex soll es um Westjütland<br />

gehen. Die Räume sollen im Gegensatz<br />

zum geschlossenen Betonbunker<br />

lichtdurchflutet sein<br />

und über unterirdische Gänge mit<br />

diesem verbunden werden.<br />

Übers Meer in die<br />

Stadt mit Color Line<br />

n Städtereisen nach Oslo, das ist ein<br />

immer stabileres Standbein für Color<br />

Line, berichtet Geschäftsführer Dr.<br />

Jörg Rudolph (Foto). Im vergangenen<br />

Jahr reisten 65.000 Gäste aus Deutschland<br />

mit der Reederei auf einer Mini-<br />

Kreuzfahrt in die norwegische Hauptstadt.<br />

»Das ist eine sehr gute Entwicklung.<br />

Wir wollen darauf aufbauen und<br />

hoffen auf ein Plus von 15 Prozent«,<br />

lautet Rudolphs Zielsetzung.<br />

Dabei setzt er auf den weiteren<br />

Ausbau des Hotelprogramms, das<br />

mittlerweile 40 Hotels in und um Oslo<br />

umfasst. »Wir haben sie auf unterschiedliche<br />

Stadtviertel verteilt, zwei<br />

befinden sich beispielsweise am Holmenkollen.«<br />

Ein zweiter Ansatzpunkt<br />

ist der weitere Ausbau der Themenreisen.<br />

»Die ersten zum Oslo Marathon<br />

und mit dem Thema Jazz haben<br />

sich sehr gut etabliert. Nun wollen<br />

wir diese Produktschiene durch mehr<br />

Vielfalt weiter aufwerten.« Darüber<br />

hinaus will Rudolph die Reederei weiter<br />

als Anbieter auch für das gesamte<br />

Land Norwegen etablieren, wichtig<br />

sind ihm aber auch der Verkauf der<br />

Fährüberfahrten von Hirtshals aus.<br />

Hier lautet sein Wunsch, wie auch bei<br />

den Themen- und Städtereisen: Ein<br />

starker Verkauf durch den stationären<br />

Vertrieb.<br />

© Color Line<br />

travel.one 10.1.2014 45


ubrik.thema<br />

peps<br />

Weitere Angebote unter www.travel-one.net/peps<br />

fernweh<br />

SATA-Tickets kostenlos<br />

© SATA Internacional<br />

SATA Internacional macht Expedienten zum Jahresstart ein attraktives Angebot:<br />

Sie können kostenlose Flugtickets erwerben und müssen lediglich die<br />

gesetzlichen Steuern und Gebühren zahlen. Der Pep gilt für Flüge bis zum 30.<br />

März von Frankfurt nach Ponta Delgada auf den Azoren sowie von München<br />

nach Porto und Ponta Delgada. E-Mail: info@flysata.de, www.flysata.de<br />

0 Euro zuzüglich Steuern und Gebühren (rund 150 Euro)<br />

Kreta zum Frühbucherpreis<br />

Das TUI-Portal Meinpep.de hat eine Vielzahl von Frühbucher-Peps für 2014<br />

zur Buchung freigegeben. Auch für Ferienzeiten und Brückentage ist die Auswahl<br />

groß und ein Rabatt bis zu 60 Prozent möglich. Zum Angebot gehört<br />

unter anderem eine Woche in der Vier-Sterne-plus-Anlage Sensimar Minos<br />

Palace auf Kreta. Das Hotel liegt direkt am Strand. www.meinpep.de<br />

ab 159 Euro im Doppelzimmer inklusive Halbpension<br />

© Sensimar<br />

Eine Woche Barbados genießen<br />

© Elite Island Resorts<br />

Der Club Barbados Resort & Spa bietet Reisebüromitarbeitern einen einwöchigen<br />

Aufenthalt zum ermäßigten Preis. Die Vier-Sterne-Anlage befindet sich<br />

an der Westküste der zu den Kleinen Antillen gehörenden Insel. Übernachtet<br />

wird in einem Garden-View-Zimmer. Der Pep-Tarif ist gültig bis 2. Januar 2015.<br />

Verlängerungsnächte kosten jeweils 97 Euro. www.sunpromotions.com<br />

ab 692 Euro pro Person, all-inclusive<br />

Fjorde und Polarlicht-Zauber<br />

Am 16. März startet Ambiente Kreuzfahrten eine Reise zum Polarlicht. Die<br />

Fahrt mit dem Schiff Azores dauert zwei Wochen, Abfahrt ist in Bremerhaven.<br />

Die Route führt über Bergen, Åndalsnes, Narvik, Alta (overnight), TromsØ, Ålesund<br />

und Flam. Der Preis beinhaltet Trinkgelder und eine Auswahl nicht-alkoholischer<br />

Getränke an Bord. Buchung über vas@vacationatsea.de<br />

ab 1.069 Euro pro Person<br />

© Ambiente Kreuzfahrten<br />

46 <br />

10.1.2014 travel.one


im fernsehen<br />

SA 11.1. l Dschungel am Fuß der Anden, 12:25<br />

Uhr, Hessen l Venedig im Winter, 12:45 Uhr, NDR l<br />

Im Herzen Venezuelas, 16:00 Uhr, ARD l La Réunion,<br />

16:15 Uhr, 3sat.<br />

So 12.1. l Australiens Nationalparks. Thementag<br />

»Naturparadiese« auf ZDFinfo, 13:30 Uhr,<br />

ZDFinfo l Pilgerpfad zum Nordkap, 16:00 Uhr,<br />

3sat l Iran, 16:15 Uhr, ARD l Der Pakt von Andermatt.<br />

Vom Alpendorf zum Luxusresort, 21:45 Uhr,<br />

3sat.<br />

Mo 13.1. l Das andere Ende der Welt – Winterreise<br />

durch Neuseeland, 9:00 Uhr, ZDFinfo l Der Große<br />

Himalaya Trail – weitweitweg, 14:00 Uhr, 3sat l Dänemark,<br />

14:45 Uhr, SWR l Mit Huskies über den<br />

Arc tic Trail – weitweitweg, 14:45 Uhr, 3sat l WISO.<br />

WISO-Tipp: Frühbuchen – für wen lohnt es sich?,<br />

19:25 Uhr, ZDF.<br />

Di 14.1. l Reisen bildet. In Ägypten, Simbabwe<br />

und Sansibar, 13:20 Uhr, 3sat l Highway durch die<br />

Prärie, 15:15 Uhr, Hessen l La Palma, 18:50 Uhr,<br />

Hessen.<br />

mi 15.1. l Luftige Höhen – Wien von oben, 12:25<br />

Uhr, 3sat l Im Herzen Niederbayerns, 14:15 Uhr,<br />

NDR l betrifft: Risiko Billigflieger, 20:15 Uhr, SWR l<br />

Zu Gast bei unseren Nachbarn: Tschechien, 21:45<br />

Uhr, Hessen.<br />

Do 16.1. l Schottland – Kampf, Clan und Königin,<br />

13:05, Arte l Aachen – Eupen – Maastricht,<br />

14:45 Uhr, SWR l Chinas Schätze, 17:00 Uhr, 3sat.<br />

Fr 17.1. l Schloss Linderhof 14:15 Uhr, NDR l<br />

Nordseeinsel Föhr, 14:45 Uhr, SWR l Meine Traumreise<br />

auf den Kilimandscharo, 15:00 Uhr, 3sat l<br />

mareTV. Die Karibikinsel St. Lucia, 15:15 Uhr, NDR l<br />

Mauritius, 15:30 Uhr, 3sat.<br />

SA 18.1. l Winterreise durch Lappland, 12:00 Uhr,<br />

MDR l Reisewege Frankreich. Cortina d’Ampezzo,<br />

12:45 Uhr, NDR l Traumziel USA. Die Route 66,<br />

14:30 Uhr, 3sat l Iran, 16:45 Uhr, BR alpha.<br />

So 19.1. l Feuer & Eis: Islands Südwesten im<br />

Winter, 12:15 Uhr, Hessen l Generation Erde –<br />

Grenzenlos unterwegs, 16:05 Uhr, N24 l Balkan mit<br />

und ohne Schluchten, 16:15 Uhr, BR l Die Andamanen<br />

– unentdecktes Paradies, 16:30 Uhr, MDR l Meine<br />

Traumreise nach Indien, 16:45 Uhr, SWR.<br />

Mo 20.1. l Usedom und Wollin, 14:15 Uhr, NDR l<br />

Schlesische Bäderreise, 17:45 Uhr, 3sat l Mit dem<br />

Zug durch ... Brasiliens Süden, 18:25 Uhr, Arte l<br />

Australiens Nationalparks, 19:30 Uhr, Arte.<br />

Di 21.1. l Wintertraum Norwegen, 11:00 Uhr, BR<br />

alpha l Der Harz, 13:15 Uhr, 3sat l Die Ostsee –<br />

Sanftes Meer im Norden, 14:00 Uhr, 3sat l Borkum,<br />

14:15 Uhr, NDR l Unterwegs an Schwedens Westküs<br />

te, 15:15 Uhr, NDR l Neufundland, 18:50 Uhr,<br />

Hessen l Die Australischen Alpen, 19:30 Uhr, Arte.<br />

mi 22.1. l Landträume. Lombardei, 12:00 Uhr,<br />

Arte l Eine Reise durch Europas Kleinstaaten: Andorra,<br />

Vatikan, San Marino, Liechtenstein und Monaco,<br />

14:00 Uhr, 3sat l Serengeti – Kein Platz für<br />

Menschen?, 15:15 Uhr, Hessen l Wandern in Patagonien,<br />

15:15 Uhr, NDR l betrifft: Im Dschungel der<br />

Warentester – Reiseportale, 20:15 Uhr, SWR.<br />

Do 23.1. l Landträume. Rhône-Alpes, 12:00 Uhr,<br />

Arte l Wildes Polen. Tatra, Ostsee und Masuren,<br />

15:15 Uhr, Hessen.<br />

Fr 24.1. l Dänemark – Kopenhagen, 14:15 Uhr,<br />

NDR l Der Arlberg. Das verborgene Paradies, 15:15<br />

Uhr, Hessen l Neuseeland, 15:20 Uhr, 3sat l Mit<br />

dem Zug von Berlin nach Bagdad, 20:15 Uhr, 3sat.<br />

travel.one 10.1.2014<br />

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ubrik.thema<br />

leute<br />

Wibke geht,<br />

Wybcke kommt<br />

OFT-Chefin Wibke Bachor (l.) verlässt die<br />

Touristik, Wybcke Meier leitet in Personalunion<br />

Windrose und OFT<br />

n Wibke Bachor verlässt zum 1. Februar die Geschäftsführung<br />

der Otto Freizeit und Touristik-Gruppe (OFT). Sie werde<br />

dem Unternehmen aber als Mitglied des Beirates verbunden<br />

bleiben, heißt es. Ihre Nachfolge tritt Wybcke Meier an. Die<br />

Geschäftsführerin von Windrose <strong>Travel</strong> soll dann beide Unternehmen<br />

in Personalunion führen. OFT mit Sitz in Hamburg und<br />

der Veranstalter Windrose mit Sitz in Berlin gehören beide zur<br />

VR Meine Raiffeisenbank eG in Altötting, deren Chef Wolfgang<br />

Altmüller große Stücke auf Meier hält. Auf Dauer sei es wahrscheinlich<br />

keine Option, die Positionen parallel auszuüben,<br />

glaubt Meier. Aber für eine Übergangszeit von einigen Monaten<br />

»ist das überhaupt kein Thema«.<br />

Bachor, die bei OFT für die 370 Reiseland-Filialen, den gesamten<br />

stationären Vertrieb und die Online-Portale verantwortlich<br />

war, wird laut OFT künftig einen Job außerhalb der<br />

Touristik ausüben.<br />

01 02 03 04<br />

01 Stefan Berg leitet bei<br />

<strong>Travel</strong>tainment als Teamleiter<br />

Sales & Account Management<br />

TT-Bistro Portal<br />

das Vertriebsteam des Buchungsportals.<br />

Er war zuvor<br />

als Head of Sales bei<br />

Holiday Autos tätig.<br />

Silke Brehl ist zur Sales<br />

Managerin bei Lux Resorts<br />

aufgestiegen.<br />

02 Hilka Schneider übernimmt<br />

vom 1. März an<br />

den Posten des General<br />

Counsel innerhalb der TUI<br />

AG. Hilke folgt auf Andreas<br />

Göhmann und leitet<br />

künftig die Bereiche<br />

Konzern-Recht, Governance<br />

und Risk & Compliance.<br />

Sie ist damit auch<br />

Mitglied des TUI Management<br />

Boards.<br />

03 Nikki Hellyer verantwortet<br />

bei Rocky Mountaineer<br />

als Director of Global<br />

Marketing nun die strategischen<br />

Marketingmaßnahmen<br />

in Nordamerika und<br />

weltweit.<br />

Philipp Vossen ist bei hotel.de<br />

Director Human Resources,<br />

Dr. Thomas Kloubert<br />

neuer Marketingchef.<br />

04 Götz Ahmelmann, europaweit<br />

zuständig für Sales<br />

& Services bei der Lufthansa,<br />

übernimmt im Sommer<br />

den Posten als Chief<br />

Commercial Officer (CCO)<br />

bei Air Berlin.<br />

Kevin Hiatt ist zum Senior<br />

Vice President Safety and<br />

Flight Operations bei IATA<br />

ernannt worden.<br />

48 <br />

10.1.2014 travel.one


Name baErcil<br />

ilissit landio od et<br />

vel eu feuissequate<br />

ver se doloreet<br />

Heering startet<br />

bei Aerticket<br />

n Innerhalb der Aerticket AG werden nun alle Aktivitäten im<br />

Consolidator-Bereich von Hartmut Heering gesteuert. Der<br />

ehemalige Chef von TUI 4U ist Geschäftsführer der neu gegründeten<br />

Consolidator Holding GmbH.<br />

Kretzschmar verlässt Comvel<br />

n Alexander Kretzschmar hat auf eigenen Wunsch die Geschäftsführung<br />

der Comvel AG – dazu zählen unter anderem<br />

die Portale trip.me und fly24.de – abgegeben. Seine Aufgaben<br />

übernimmt übergangsweise Norbert Rom.<br />

Piwonski leitet<br />

URV-Vertrieb<br />

n Alexander Piwonski ist neuer<br />

Leiter Vertrieb bei der URV<br />

in Kiel. Er ist damit Nachfolger<br />

von Ulrich Schwanbeck, der<br />

zum Jahreswechsel in den Ruhestand<br />

gegangen ist. Schwanbeck<br />

hatte diesen Posten seit<br />

der URV-Gründung 2001 inne.<br />

Piwonski ist seit 2010 bei der<br />

Versicherung und hat dort<br />

bislang die Abteilung »Vertriebsintensivierung«<br />

geleitet.<br />

www.travel-one.net<br />

T&M Media GmbH & Co. KG<br />

Postfach 10 07 51, 64207 Darmstadt<br />

Hilpertstraße 3, 64295 Darmstadt<br />

Telefon: 06151/39 07-0<br />

Fax: 06151/39 07-939<br />

Redaktion<br />

Telefon: 06151/39 07-930<br />

Fax: 06151/39 07-939<br />

E-Mail: redaktion@travel-one.net<br />

Chefredakteur<br />

Christian Schmicke<br />

Redaktion<br />

Yannick Fiedler, Tanja Franke,<br />

Klaus Göddert, Petra Hirschel,<br />

Wolfram Marx, Kendra Mietke<br />

Redaktionsassistenz<br />

Martina Zang<br />

Anzeigen<br />

Telefon: 06151/39 07-920<br />

Fax: 06151/39 07-929<br />

E-Mail: anzeigen@travel-one.net<br />

Anzeigenverkaufsleitung<br />

Ute-Marie Weis<br />

Michaela Lettow<br />

Marketingassistenz<br />

Kerstin Grimm<br />

Anzeigenservice<br />

Ayse Dönmez, Vanessa Schütz<br />

leserbriefe redaktion@travel-one.net<br />

»Wer will das kontrollieren«<br />

<strong>Travel</strong> One Morning News, 10. Dezember<br />

2013, »EU: Handys dürfen im ›Flugmodus‹ an<br />

bleiben«<br />

Wie kann man denn kontrollieren, ob<br />

jemand im Sendemodus ist oder nicht? Man<br />

kann ja nicht jeden ansprechen, der sein Handy<br />

in der Hand hat ... Das wird noch Probleme<br />

nach sich ziehen!<br />

Birgit Schweizer, Reisebüro Schweizer, Waldenbuch<br />

»Rechtsprechung macht es sich leicht«<br />

<strong>Travel</strong> One Online, 10. Dezember 2013, »BGH:<br />

Veranstalter müssen verbindliche Flugzeiten<br />

angeben«<br />

Gerichtliche Reglementierungen gestalten<br />

sich immer absurder: Schon das Urteil<br />

gegen die Bahn, die auch bei höherer Gewalt<br />

(Schnee, Unwetter) zur Kasse gebeten werden<br />

soll, ist ein Hohn. Änderungen von Flugzeiten<br />

sind seit Langem schon gang und gäbe, allein<br />

schon durch Überlastungen der Slots – und<br />

können nicht wirklich den Airlines allein angelastet<br />

werden. Hier wären Airports mit<br />

ihrer Gier nach Gewinnmaximierung gefordert:<br />

Wer viel fliegt, weiß das längst – kaum<br />

ein Flug ist überhaupt in time. Die Rechtsprechung<br />

macht es sich sehr einfach, indem sie<br />

Veranstalter für etwas haftbar macht, das<br />

nur bedingt in ihrer Macht steht. Ich sehe nur<br />

die Möglichkeit, die An- und Abreise zum<br />

Zielort aus dem Reisepaket wieder herauszunehmen<br />

und gesondert in Rechnung zu<br />

stellen.<br />

Bernd Havenstein, Zeitreisen, Frankfurt<br />

»Arme Internetbucher«<br />

<strong>Travel</strong> One Morning News, 4. Dezember 2013,<br />

»DER Touristik und Cook erlauben 20 Kilo bei<br />

Tuifly«<br />

Mich würde interessieren, warum die beiden<br />

Veranstalter nun zurückrudern. Ich für<br />

meinen Teil versuche, seit Bekanntgabe der<br />

15-Kilo-Regelung, nur noch Veranstalter und<br />

Airlines mit mindestens 20 Kilo zu verkaufen.<br />

Dies wird auch trotz eventueller Mehrkosten<br />

bei den Kunden sehr begrüßt. Vielleicht haben<br />

ja DER und Thomas Cook bereits an den aktuellen<br />

Buchungen einen Einbruch des Tuifly-<br />

Verkaufs bemerkt. Sollte es etwa möglich sein,<br />

trotz »riesigem« Onlinemarkt, dass die Buchungen<br />

der stationären Büros doch stark ins<br />

Gewicht fallen? ... Mir tun nur die armen Internetbucher<br />

leid, die im Sommer mit vollgepacktem<br />

20-Kilo-Koffer am Flughafen stehen<br />

und dort erst von den 15 Kilo erfahren.<br />

<br />

Christina Umland, ROK Touristik, Rockenhausen<br />

VERTRIEB<br />

Telefon: 06151/39 07-941<br />

Fax: 06151/39 07-949<br />

E-Mail: vertrieb@travel-one.net<br />

Leserservice<br />

Beatrix Kwetkus<br />

Grafik<br />

Uta Seubert (verantw.),<br />

Silke Oray, Ulrike Schreiner<br />

Geschäftsführer<br />

Richard Redling<br />

Martin Weber<br />

Druck<br />

L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG<br />

DruckMedien, 47608 Geldern<br />

<strong>Travel</strong> One erscheint 14-tägig freitags<br />

Zurzeit gilt Anzeigenpreisliste Nr. 47<br />

gültig ab Januar 2014<br />

Abonnementpreis Inland 23,36 Euro<br />

pro Jahr inkl. Porto, zzgl. 7% MwSt.<br />

Einzelheft 2 Euro<br />

Abonnementpreis Ausland<br />

48 Euro pro Jahr inkl. Porto<br />

(innerhalb der EU zzgl. MwSt. bei<br />

fehlender UID/VAT-Nr.)<br />

Die Mitglieder des AJT e.V.<br />

erhalten die Zeitschrift im Rahmen<br />

ihrer Mitgliedschaft.<br />

(EDA: Empfängerdatei-Analyse)<br />

Nachdruck, auch auszugsweise,<br />

nur mit Genehmigung des Verlages.<br />

Für unverlangt eingesandte<br />

Manuskripte und Fotos wird keine<br />

Gewähr übernommen.<br />

<strong>Travel</strong> One ist eine Aktivität der<br />

DVV Media Group GmbH, Hamburg<br />

travel.one 10.1.2014 49


ubrik.thema<br />

leute.persönlich<br />

DER-Touristik-Manager<br />

Jörgen Bongartz<br />

Was hat Sie in die Reisebranche verschlagen?<br />

Mein Ex-Chef.<br />

Ihr Traumberuf als Kind?<br />

Hoteltester.<br />

Jörgen Bongartz, 52, Sternzeichen<br />

Wassermann, leitet den<br />

Flugeinkauf bei DER Touristik<br />

Köln. Der leidenschaftliche FC-<br />

Köln-Fan ist verheiratet. Gemeinsam<br />

mit seiner Frau Gabi<br />

hat er zwei Söhne, Tobias (19)<br />

und Benedikt (16).<br />

Bongartz beginnt seine berufliche<br />

Karriere 1979 mit einer<br />

Ausbildung zum Bürokaufmann<br />

bei der Kaufhof AG. Fliegen<br />

und Reisen sind schon immer<br />

sein Steckenpferd – sogar<br />

der ITS-Ferienflieger »Bongi1«<br />

wurde nach ihm benannt. Und<br />

so nutzt der sportinteressierte<br />

Kaufmann nach Ende der Ausbildung<br />

die Chance und wechselt<br />

zur Kaufhof-Tochter ITS<br />

Reisen. Bongartz landet in der<br />

Flugbeförderung und bleibt<br />

dort in verschiedenen Positionen<br />

bis 1993. Seit 1994 hat der<br />

Manager die Leitung der Abteilung<br />

Flugbeförderung inne und<br />

ist für den Flugeinkauf sowie<br />

die Abwicklung zuständig. Die<br />

Verantwortung für die Flüge<br />

sämtlicher Kölner DER-Marken<br />

kommt 2001 hinzu. In seiner<br />

Freizeit spielt Bongartz gerne<br />

Golf, wenn auch nicht so gut,<br />

wie er verrät. »Ich bin aber<br />

auch gerne mal als Couch- oder<br />

Gartenstuhl-Potato aktiv.«<br />

Ihr liebstes Möbelstück?<br />

Ein Köln-Bild im Wohnzimmer. Ein Geschenk<br />

von Freunden zum 50. Geburtstag.<br />

Wo haben Sie Ihren vergangenen Urlaub verbracht?<br />

Ibiza.<br />

Welches Souvenir haben Sie sich mitgebracht?<br />

Ohrenschmerzen.<br />

Wofür geben Sie garantiert kein Geld aus?<br />

Für einen Tanzkurs.<br />

Was würden Sie gerne können?<br />

Tanzen.<br />

Was sammeln Sie?<br />

Flugzeugmodelle.<br />

Ihre Lieblingsseite auf Facebook?<br />

Ich glaube nicht, dass Facebook sich durchsetzen wird.<br />

Ihre heimliche Leidenschaft?<br />

FC, FC, FC, FC ...<br />

Ihre Lieblingsfernsehsendung?<br />

Pastewka.<br />

Ihr Lieblingsessen?<br />

Pfefferkornsteak.<br />

Was würden Sie nicht noch einmal tun?<br />

In Düsseldorf auf eine Karnevalssitzung gehen.<br />

Was wollten Sie immer schon einmal tun, haben es sich aber nie getraut?<br />

Meinen Putter ins Wasserhindernis werfen.<br />

Wen würden Sie gerne einmal treffen?<br />

Den richtigen Zeitpunkt, nach Hause zu gehen.<br />

50 <br />

10.1.2014 travel.one


thema.rubrik<br />

Jobs mit Fernweh<br />

www.touristikcareer.de


ubrik.thema<br />

1.364<br />

Reiseprofis haben abgestimmt. Wir sagen<br />

DANKE<br />

dafür, dass Sie uns auf einen hervorragenden<br />

2. Platz in der diesjährigen <strong>Travel</strong> One Barometer<br />

Umfrage gewählt haben! Unser Telefonservice<br />

der Reservierung und Agenturbetreuung hinsichtlich<br />

Erreichbarkeit, Kompetenz und Reaktionsgeschwindigkeit<br />

hat Sie überzeugt und Ihre Wahl<br />

ist unser Ansporn, uns noch weiter zu verbessern.<br />

Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen!<br />

Ihr Team von Schauinsland-Reisen

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