Karriere im Technikland Vorarlberg #3

technikland

Karriere im

TECHNIKLAND

Vorarlberg

#

03

Das Magazin der V.E.M., Vorarlberger

Elektro- und Metallindustrie.

Auch online unter www.technikland.at

WIE ERFOLG ERFOLGT

Wie führt man junge Menschen zu einem gelingenden Leben? Was macht beruflich und

persönlich Sinn? Erfolg erfolgt nach einer guten Bildungswahl und einer verantwortungsvollen

Begleitung und „wenn du den eigenen Weg erkennst und lernst, ihn zu gehen“,

sagen die Technikerinnen und Techniker der Vorarlberger Elektro- und Metallindustrie.


2 | 3

INHALT

LEADERSHIP 04

GANZHEITLICHE

LEHRLINGSAUSBILDUNG 14

POLYTECHNISCHE

SCHULE 24

Zertifikat

Ausbildercoach

ZUR JUGEND STEHEN, STATT GROSS REDEN

KEINE HALBE SACHE: DIE LEHRE DER TECHNIK

ORIENTIEREN. LERNEN. REIFEN.

Sich gemeinsam weiterentwickeln:

Markus Geiger wird bei Doppelmayr

täglich gefordert und gefördert. 06

Lernen, sich selbst zu motivieren:

Drei Techniker von Hilti berichten

über Gründe zur Eigeninitiative. 08

Erfolg ist Teamsache: Bei Blum

ist man überzeugt, dass „Teamplayer“

motivierter und zufriedener sind. 10

Mit der Führung auf Augenhöhe:

Mit einem wertschätzenden „DU“ wird

bei Schelling zwischen Lehrling und

Geschäftsführung kommuniziert. 12

Die Herausforderung, selbstständig zu

sein: Bei Zumtobel lernen, „die Dinge

selber in die Hand zu nehmen“. 16

Den Blick für Neues öffnen: Hirschmann

Automotive ermöglicht Lehrlingen andere

Länder und Kulturen kennenzulernen. 18

Weit mehr als ein Ausflug: Beim

„Feel Well Programm“ bei S.I.E geht es

um das Wohlfühlen im Unternehmen. 20

Gemeinsam ins Abenteuer Lehre: Das

Meusburger Ausbilderteam begleitet

die Lehrlinge ins Erwachsenen-Leben. 22

Die Schule zur Eigenverantwortung:

Clemens Müller, Lehrling bei Liebherr,

konnte nach dem PTS-Jahr seine Berufswahl

bewusst und fundiert treffen. 26

Ein gutes Jahr: TechnikerInnen

von Bachmann electronic blicken gerne

auf ihre Zeit in der PTS zurück. 28

LUST AUF TECHNIK 30

VON ERFOLGREICHEN TECHNIKER / INNEN

Die Freude, ein Rätsel zu lösen:

Neugier ist die Mutter aller Erfahrungen.

Das ist für die drei TechnikerInnen von

Diem-Werke ganz natürlich. 32

Musik hat System, die Chemie auch:

Nina Holzer, heute Schichtführerin bei

Collini, entdeckte Gemeinsamkeiten vom

Klavierspiel und Verfahrenstechnik. 34

Vom Lehrling zum Master mit Auszeichnung:

Marcel Haltmeier, MSc und

gefragter Spezialist bei Siemens Bregenz

startete seine Karriere mit einer Lehre. 36

Vom Spielzeug zur eigenen Erfindung:

Die Geschichte von Roman Beer, der die

Krantechnik beim Lego spielen für sich

entdeckte. 38

HTL UND

FH VORARLBERG 40

1.725

SCHÜLER / INNEN

HTL

2010

ohne Fachschule

+ 32 PROZENT

2.278

SCHÜLER / INNEN

HTL

STUDIERENDE

FH VORARLBERG

BACHELOR 279

MASTER 59

BESTE ADRESSEN FÜR DEN

KARRIERESTART

2015

+ 57 PROZENT

STUDIERENDE

FH VORARLBERG

43 % TECHNIK STUDIERENDE

BACHELOR 398

MASTER 138

2015

TECHNIKBOOM IN DER HTL UND IN

DER FH VORARLBERG

Zukunftsweisend im wahrsten Sinne des

Wortes: Mentoren der V.E.M. begleiten HTL-

SchülerInnen vom Start bis zur Matura. 42

Die Kraft der Jugend für die Energie der

Zukunft: illwerke vkw fördert Lehre,

Weiterbildung und Studium. 44

Gewinn für beide Seiten: Die erfolgreiche

Partnerschaft zwischen der FH Vorarlberg

und ThyssenKrupp. 46

CHANCENSURFEN IM TECHNIKLAND

VORARLBERG

2010

48

50

Impressum

Herausgeber V.E.M. Vorarlberger Elektro- und

Metallindustrie, Wirtschaftskammer Vorarlberg

Sparte Industrie, Wichnergasse 9,

6800 Feldkirch, T: +43 5522 305-225, E-Mail:

kempf.mario@wkv.at, www.technikland.at,

www.vem.at Redaktion und Gestaltung die3,

Agentur für Werbung und Kommunikation,

www.die3.eu Fotos (Seite) Michael Gunz (Titel,

4, 6, 7, 8, 9, 16, 17, 18, 19, 22, 23, 26, 27, 28, 29,

32, 33, 34, 35, 36, 38, 39, 42, 43, 44, 45, 47), Wirtschaftskammer

Vorarlberg (3), Shutter stock

(2, 5, 8, 10, 19, 25, 30, 31), Corbis (2, 15),

Doppelmayr (7), Julius Blum (10, 11),

Schelling (12, 13), Angela Kostial (20, 21),

Meusburger (22, 23), Siemens/Donau Universität:

Andrea Reischer (37), Künz (39), Alpla (42),

illwerke vkw (45), ThyssenKrupp Aufzüge (46)

Druck VVA – Vorarlberger Verlagsanstalt

GmbH Offenlegung nach §25 Mediengesetz

TECHNIKLAND Vorarlberg erscheint einmal

jährlich in einer Auflage von 9.000 Stück in

Deutsch Hinweis Im Magazin TECHNIKLAND

Vorarlberg der V.E.M. ist die weibliche Sprachform

der männlichen gleichgestellt; lediglich aus

Gründen der Vereinfachung von Inhalten wird

manchmal nur die männliche Form verwendet.

© 2015 Nachdruck, auch auszugsweise, nur

mit Genehmigung. Druck- und Satzfehler vorbehalten.


Liebe Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler,

liebe Leserinnen und Leser!

Mag. Mario Kempf,

im Namen der Unternehmen

der V.E.M. und der Wirtschaftskammer

Vorarlberg

Sparte Industrie

Noch nie hatten es Jugendliche und deren Eltern so schwer, den idealen Bildungs- und

Berufsweg zu finden. Es gibt viele Fragen, eine unüberschaubare Menge an Möglichkeiten

und es ist nicht einfach, eindeutige Antworten zu finden. Wissen Sie, was in der Bildungs-

und Berufswahl für Ihr Kind auf lange Sicht wirklich wichtig ist? Ist es das sichere

Einkommen, sind es die Zukunfts- und Karrierechancen und die damit verbundene Anerkennung,

das Talent, das Interesse, die Individualität ... oder von allem etwas? Mit diesen

Fragen sind 14-jährige Mädchen und Burschen überfordert und wenn Erwachsene ehrlich

sind, sind sie es auch.

GUTE BILDUNGSWAHL

Wenn Sie als Eltern Rat suchen, wem sollen sie Glauben

schenken? Will nicht jede Schule ihre Klassen füllen, sucht

nicht jede Universität gute Studentinnen und Studenten, will

nicht jedes Unternehmen die erfolgversprechendsten Lehrlinge

für sich gewinnen? Da ist sicher was dran und auch wir in der

Vorarlberger Elektro- und Metallindustrie stehen nicht über

diesen Dingen, denn es geht um die Zukunft unserer Unternehmen.

Was wir aber für uns in Anspruch nehmen ist: In den

Unternehmen der V.E.M. sind erfolgreiche Absolventen der

Lehre, der HTL und anderer Schulen, der Fachhochschule und

der Universitäten tätig – hauptsächlich als Technikerinnen und

Techniker, aber auch in vielen anderen Berufen. Was den Bildungsweg

betrifft sind wir also neutral und empfehlen jungen

Menschen die Lehre genauso wie die HTL, die Fachhochschule

oder Universität. Wir wissen aus jahrzehntelanger Erfahrung,

dass alle diese Wege wertvoll sind und es ausschließlich darauf

ankommt, die Potenziale eines jungen Menschen zu erkennen

und diese zu fördern. Unsere MitarbeiterInnen sind noch sehr

lange nach ihrer Ausbildung bei uns. Wir können und wollen

also nicht übertreiben, denn unsere MitarbeiterInnen sagen

uns sehr klar, was gut und was weniger gut ist, ob ihre Wahl

richtig war und wie zufrieden sie in ihrem Beruf sind.

VERANTWORTUNGSVOLLE BEGLEITUNG

Jugendliche auf ihrem Weg zu begleiten, bedeutet für uns, sie

partnerschaftlich zu führen, als Coach verantwortungs- und respektvoll

auf sie einzugehen, um ihre Persönlichkeit zu entwickeln.

Genauso sehen das unsere Partner in den Vorarlberger

HTLs, der FH Vorarlberg, in den Polytechnischen Schulen und

den Berufsschulen. Es ist, um ein Beispiel zu nennen, in unserer

Gesellschaft viel die Rede von Individualität, auch das Wort

Selbstverwirklichung ist groß in Mode. Was aber geschieht ist,

dass sich viele junge Menschen alleine gelassen fühlen, sich

in einer Lebensphase um sich selbst kümmern müssen, in der

das gar nicht möglich ist. Was sie mehr denn je brauchen, sind

Bildungs- und Ausbildungsverantwortliche, die sie als Person

wahrnehmen und mit ihnen täglich daran arbeiten, sich selbst

und die Welt rundum zu begreifen und sich in ihr sinn- und

wertvoll zu bewegen. Das schafft Selbstbewusstsein, vertrauensvolle

Beziehungen und gemeinsames Streben und es ist

viel besser, als ein Gefühl der Verlorenheit, das so viele junge

Menschen plagt.

HILFREICHE ANTWORTEN

Die FH Vorarlberg anschauen, die Tage der offenen Türe in

Schulen besuchen, an den Berufspraktischen Tagen in den

Unternehmen teilnehmen, sich auf der BIFO-Messe testen

oder auch vom BIFO beraten lassen – alles sind sehr wertvolle

Gelegenheiten, auf alle Möglichkeiten Antworten zu finden.

DI Christoph Hinteregger, Mitglied des Arbeitgeberkomitees

der V.E.M. und Geschäftsleitungsmitglied bei Doppelmayr

betont: „Wir haben noch nie jemanden überredet, Technikerin

oder Techniker zu werden, das wäre verantwortungslos. Wenn

aber die Burschen und Mädchen erst einmal sehen, was es da

alles an technischen Bildungswegen gibt und wie spannend

die Berufsinhalte sind, kommen sie von selbst darauf. Das ist

auch ganz wichtig, denn nur dann können sie mit Beruf und

Karriere glücklich werden.“

Ihr

ALLES IM ÜBERBLICK

Informationen zur V.E.M., ihre Unternehmen

und Kontakte sowie Termine

zur Berufserkundung finden Sie auf den

Serviceseiten 48 – 52.


4 | 5

LEADERSHIP

ZUR JUGEND

STEHEN, STATT

GROSS ZU REDEN

ERFOLG ERFOLGT,

wenn UnternehmerInnen und Führungskräfte

gemeinsam mit den jungen Leuten die

Verantwortung für die Zukunft übernehmen.

Schon vor Jahren hat Egon Blum, einer der Mitbegründer der

heutigen V.E.M. gemeint, „niemand dürfe junge Menschen durch

Manipulation zu etwas ,motivieren‘ , was sie nicht wollen und

können“. Er nannte das „Motipulation“ und erarbeitete mit seinen

Kollegen vom Arbeitskreis Lehrlingsausbildung gegenteilige,

noch heute wirksame Grundsätze. Zum Beispiel: Sich den Anliegen

der Lehrlinge, Schülerinnen und Schüler persönlich und ehrlich

zu stellen, sie aber auch offen mit den Anforderungen des Lebens,

der Bildung und der Arbeitswelt zu konfrontieren. Das geht

allerdings nur, wenn alle Verantwortung übernehmen – von

UnternehmerInnen über die Führungskräfte bis zu den Ausbildungsverantwortlichen

und Lehrpersonen.

ANTWORTEN MIT VERANTWORTUNG UNTER:

ZUKUNFTISTCHEFSACHE.VEM.AT

Für die V.E.M. gilt „Zukunft ist Chefsache“. Stellen Sie Fragen an

eine Unternehmensleitung, Personal- und Ausbildungsverantwortliche

oder auch an AbsolventInnen der Lehre, HTL oder FH Vorarlberg/Uni.


AUSBILDUNGSVERANTWORTLICHE WERDEN ZU „COACHES“ UND FÜHRUNGSKRÄFTE ZU „LEADERN“

Die V.E.M. zählt weit über hundert Firmen. Viele haben eigene Akademien, um ihre Ausbildungsverantwortlichen

und Führungskräfte fachlich, aber auch pädagogisch weiterzubilden. Gleichzeitig bieten die

Unternehmen gemeinsame Lehrgänge wie „Train the Trainer“ und den „Ausbildercoach“. Erst vor Kurzem

hat ein weiterer einjähriger Lehrgang namens „V.E.M.-Leadership“ begonnen, in dem junge Führungskräfte

lernen, wie Zusammenarbeit von Mensch zu Mensch wertvoll gestaltet werden kann.


6 | 7

LEADERSHIP

SICH GEMEINSAM

WEITERENTWICKELN

Markus Geiger ist 24 Jahre alt. Er wird von seinem Chef Alexander Klimmer täglich

gefordert und gefördert. Die beiden und ihr Team verbindet vieles. Unter anderem die

faszinierenden Herausforderungen des Seilbahnbaus für Doppelmayr.

Markus Geiger findet seine Aufgaben in der Projektierung von

Seilbahnen „extrem spannend“. Aktuell ist er als Projektleiter für

vier neue Sesselbahnen in China verantwortlich. Wie das geht,

wenn man erst 24 ist? Mit Wissen, Lernbereitschaft und hohem

Engagement. In einem Team, in dem jeder für den anderen da ist.

Und mit einem Chef, der seine 38 Mit arbeiterinnen und Mitarbeiter

führen kann, ihre Potenziale und ihre Verantwortungsbereitschaft

weckt, ihnen vertraut und ihnen dadurch Sicherheit gibt.

VON DER LEHRE ZUM STUDIUM

Die Bildungswege von Markus Geiger und seinem 46-jährigen Vorgesetzten

Alexander Klimmer sind einander nicht unähnlich. Beide

haben eine technische Lehre absolviert, Alexander Klimmer sogar

zwei – als Maschinenschlosser und Technischer Zeichner. Danach hat

der heutige Prokurist und Leiter der Exportabteilung von Doppelmayr

am Technikum Vorarlberg Fertigungs- und Automatisierungstechnik

studiert und später mehrere Managementausbildungen genossen.

Mit Wissen, Lernbereitschaft und hohem Engagement meistert der 24-jährige

Markus Geiger die Projektierung von Seilbahnen weltweit.

Als „ausgezeichnet“ bezeichnet Ing. Alexander Klimmer die Zusammenarbeit mit

Markus Geiger.

So weit ist Markus Geiger noch nicht, aber er hat ja noch Zeit und die

nützt er wie kaum ein anderer. Auch er beschreitet den Weg von der

Technik zum technischen Management. Nach der Lehre als Elektroanlagentechniker

besuchte er den Aufbaulehrgang Automatisierungstechnik

an der HTL-Bregenz. Derzeit studiert er berufsbegleitend

Wirtschaftsingenieurwesen. Dieses gemeinsame Interesse an Technik

und Wirtschaft erklärt vielleicht die gute Zusammenarbeit zwischen

Alexander und Markus, sie erklärt aber noch nicht das hervorragende

Klima im ganzen großen Team mit 38 MitarbeiterInnen.

WEITERENTWICKLUNG ALS AUFGABE FÜR JEDEN

Alexander Klimmer findet einleuchtende Antworten für den

Zusammen halt in seiner Abteilung: „Ich habe selbst in meiner Berufslaufbahn

viele Förderer gehabt. Ohne sie wäre ich nicht da, wo ich

jetzt bin. Ich sehe es als meine Verantwortung als Führungskraft junge

Talente weiterzuentwickeln – sie sollen die gleiche Chance bekommen,

die ich bekommen habe.“ Den anderen Teil der Verantwortung, meint

der zweifache Familienvater aus Wolfurt, trägt jeder Mitarbeiter

selbst. Das sieht auch Markus Geiger so: „Wir wissen, dass Alexander


von uns allen gleichermaßen Leistungsbereitschaft, Ehrlichkeit,

Verlässlichkeit, Fachkompetenz und Teamfähigkeit fordert. Dafür

bekommen wir aber auch jede Unterstützung, die wir brauchen.“

GEGENSEITIGER RESPEKT IST SELBSTVERSTÄNDLICH

Doppelmayr Seilbahnen fahren auf allen Kontinenten. Dafür verantwortlich

ist, neben vielen anderen, auch die Abteilung Export

von Alexander Klimmer. Um eine Seilbahn in China oder Afrika

zu projektieren und zu errichten, braucht es Mitarbeiter in vielen

Berufen mit unterschiedlicher Ausbildung. Jede und jeder von ihnen

weiß, dass der andere ebenso wichtig und notwendig für das Ganze

ist, wie er selbst. Da spielt es, sagt Alexander Klimmer, „keine Rolle,

ob du einen Lehrabschluss oder einen Uni-Abschluss hast. Wichtig

ist, was du tatsächlich leistest und daraus folgt ganz selbstverständlich

die gegenseitige Akzeptanz.“

Markus Geiger ist für

den Seilbahnbau auf allen

Kontinenten unterwegs.

DER JUNGE UND SEIN MENTOR

Fünf Fragen, die die Beziehung zwischen

Mitarbeiter und Vorgesetzten näher beleuchten.

MARKUS GEIGER

Projektierung Export

ING. ALEXANDER KLIMMER

Prokurist und Verkaufsleiter Export

Wie erleben Sie Ihren Vorgesetzten Alexander Klimmer?

Sehr umgänglich. Wir wissen beide, dass unser Job viel abverlangt

und gerade deshalb eine gute Kommunikation notwendig ist.

Alexanders Führungsstil ist angenehm. Er verliert nie seine Ziele aus

den Augen und hat den absoluten Überblick aller Projekte unserer

Abteilung und die Wechselwirkungen mit den anderen Abteilungen

im Unternehmen.

Wodurch fühlen Sie sich besonders unterstützt?

Das Anvertrauen von Projekten mit speziel len Heraus forderungen

motiviert mich sehr. Und sollten einmal Schwierigkeiten auftre ten, ist

Alexander zur Stelle und gemeinsam finden wir immer eine Lösung.

Dadurch habe ich auch gelernt, selber meinen Kollegen weiterzuhelfen,

wenn ich kann.

Was schätzen Sie an ihm, was fällt Ihnen auf?

Alexander lässt seinen Worten Taten folgen.

Was erwarten Sie von Ihrem Vorgesetzten?

Das Wichtigste ist Vertrauen in mein Können und meine Einsatzbereitschaft,

so dass ich Projekte selbstständig organisieren kann.

Ich bin aber auch froh über Tipps und Verbesserungsvorschläge – ich

möchte von meinem Chef ja etwas lernen. Dazu gehört natürlich,

dass ich von mir aus aktiv und offen bin.

Führen Sie ein jährliches Mitarbeitergespräch?

Das „Mitarbeitergespräch“ läuft bei uns etwas anders ab als gewohnt.

Wir verbringen viel Zeit miteinander, zum Beispiel auf gemeinsamen

Geschäftsreisen im Flugzeug oder auf gemeinsamen Baustellenbesuchen.

Diese Zeit nutzen wir ganz intensiv um alles anzusprechen, was

uns bewegt.

Wie sehen Sie die Zusammenarbeit mit Markus?

Markus ist ein junger, sehr engagierter Mitarbeiter mit sehr großem

Poten zial, die Zusammenarbeit ist ausgezeichnet.

Wie unterstützen Sie ihn und andere junge MitarbeiterInnen?

Ich führe ihn gezielt in schwierige Themen bereiche ein und unterstütze

ihn bei den Herausforderungen, die auf ihn zukommen. Markus

ist sehr wissbegierig und dadurch sehr leicht für eine Sache zu motivieren.

Was schätzen Sie an ihm, was fällt Ihnen auf?

Markus hat eine offene, vertrauenswürdige und nette Art. Er ist ein

Teamplayer. Ich habe von Markus noch nie gehört, dass er etwas – aus

welchen Gründen auch immer – nicht machen kann.

Was erwarten Sie von Markus?

Ich erwarte mir, dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter, gemessen

am persönlichen Potenzial, das Beste für unser Unter nehmen

gibt.

Führen Sie ein jährliches Mitarbeitergespräch?

Ich habe die Methode der standardisierten Mitarbeiter gespräche

jahre lang praktiziert, war aber nie wirklich glücklich damit. Mittlerweile

habe ich meine eigene Vorgehensweise, ich bin oft und regelmäßig

in engem Kontakt mit den Mitarbeitern, um ihre und unsere

Themen zeitnah zu erkennen und zu besprechen.


8 | 9

LEADERSHIP

LERNEN, SICH SELBST

ZU MOTIVIEREN

Eigeninitiative ist gefragt. Aber wie kommen junge Leute dazu, sich selbst

zu außer ordentlichen Leistungen anzuspornen und ihr Leben, Beruf und

Karriere selbst in die Hand zu nehmen? Drei Techniker von Hilti berichten

von möglichen Gründen.

Hannes Stoss, Manuel Bergmann und Manfred Schallert haben vieles gemeinsam: Sie arbeiten bei Hilti, haben dort ihre Lehre abgeschlossen und danach das HTL-Kolleg

für Maschinenbau und Automationstechnik mit HTL-Matura absolviert. Wie sie dazu kamen, erzählen sie hier: „Durch ein motivierendes Umfeld, Zielstrebigkeit, dem

hohen Interesse an den Themen ihres Berufes und dem Reiz am Neuen.“

„LOVE IT, LEAVE IT OR CHANGE IT.“

2001 begann Hannes Stoss seine Karriere

mit einer Lehre zum Maschinenmechaniker.

Nach der Lehre verfolgte

er den Wunsch, seine beruflichen

Entwicklungsmöglich keiten mit einer

zusätzlichen Ausbildung zu erweitern.

Also absolvierte er den HTL-Aufbaulehrgang

und das Kolleg für Maschinenbau

und Automatisierungstechnik. Als

Produktions engineer arbeitet er heute

erfolgreich in bereichsüber greifenden

Teams an der Optimierung von Fertigungs

verfahren sowie der laufenden

Verbesserung der Qualitätsstandards und der

Werksproduktivität.

„MICH REIZT MEINE ARBEIT.“

Manuel Bergmann ist Qualitätsmanager. Er

trägt die Verantwortung für die Lieferantenentwicklung

und die Qualität von zugekauften

Komponenten in den Neuprodukten. Manuel

führt Lieferanten-Audits in verschiedenen

Ländern durch und betreut Produkte von der

Entwicklung bis zur Serienreife. Er lernt ständig

neue Materialien und Fertigungstechnologien

kennen und arbeitet in einem multikulturellen

Umfeld. Das Interesse daran war ein Grund,

warum er nach der Lehre das HTL-Kolleg für

Maschinenbau und Automatisierungstechnik

absolviert hat.

„DIE BESTE ENTSCHEIDUNG.“

Manfred Schallert ist Projektleiter und Experte

für neue Technologien und Wert stromanalysen.

Auch er absolvierte nach der Lehre

zum Maschinenmechaniker das HTL-Kolleg

für Maschinenbau und Automatisierungstechnik.

Er hat schon während der Lehrzeit

einen guten Bezug zum Werkstoff Metall

entwickelt. Für ihn war die Weiter bildung an

der HTL „die beste Entscheidung“.


HANNES STOSS

Produktionsengineer

MANUEL BERGMANN

Qualitätsmanager

MANFRED SCHALLERT

Projektleiter Technologie

WER HAT IN

ENTSCHEIDENDEN

MOMENTEN DEN

ANSTOSS FÜR

DEINE WEITER-

ENTWICKLUNG

GEGEBEN?

Ich war immer schon an Neuem

interessiert.

Ich denke, es ist unser dynamisches

Arbeitsumfeld. Stillstand empfinden

wir als Rückschritt.

Mit diesem Gedanken habe ich schon

während der Lehre gespielt, als uns eine

Parallelausbildung (Lehre plus Weiterbildung

am Abend und am Wochenende)

vorgestellt wurde. Das war mir aber

mit 17 Jahren dann doch zu viel. Als ich

dann die Lehre sowie den Zivildienst

abgeschlossen hatte, dachte ich, es wird

Zeit etwas Neues anzufangen.

WER ODER WAS HAT

DICH MOTIVIERT ZU

LERNEN?

Ich selbst, es ist meine Lebenseinstellung.

Ich habe die Lehre als tollen Grundstock

erlebt und Freude am Lernen

entwickelt. Danach wollte ich noch

mehr Möglichkeiten ausschöpfen.

Ich konnte mich sehr gut selber

motivieren. Wer einmal gearbeitet

hat und die Schule aus dem eigenen

Sack finanzieren muss, der will

die Ausbildung schnellstmöglich

abschließen und sein Erlerntes unter

Beweis stellen.

HATTEST DU

VORBILDER?

Mein Vater hat unter anderem

gesagt: „Love it, leave it or change

it.“ Vielleicht kommt daher mein

Gefühl, selbst für mein Leben verantwortlich

zu sein und es gestalten

zu können.

Nein, aber Vorbilder wirken ja wohl

eher unbewusst. Ein Antrieb

ist aber sicher die Neugierde.

Vielleicht mein Opa. Er hat mir im

Kindesalter den Umgang mit Werkzeugen

gezeigt.

WIE ERLEBST DU

DIE BEZIEHUNG ZU

DEINEN VOR-

GESETZTEN?

Wir haben ein hervorragendes

Verhältnis, ich werde unterstützt

und gecoacht, wenn ich selber nicht

mehr weiter weiß.

Wir haben ein gutes Klima. Der

Begriff Fairness drückt es wohl am

besten aus.

Ich genieße großes Vertrauen.

Durch die offene Feedbackkultur

befinden wir uns fast täglich im

Austausch. Dies ist ein sehr gutes

Instrument, um Missverständnisse

und Erwartungen zu diskutieren.

Als Techno logie-Projektleiter bin

ich ja auch selber Vorgesetzter, muss

Leute aus allen Bereichen zu einem

Team zusammenfügen. Hier helfen

mir das Shop Floor Management

und diverse Teamevents während

der Projektphasen.

WIE BIST DU MIT

KONFLIKTEN IN

DER LEHRE, DER

HTL UND IM JOB

UMGEGANGEN?

Konflikte sind Probleme, jedes Problem

hat eine Lösung und die finde

ich meistens sehr pragmatisch.

Durch offene Gespräche. Jeder

Beteiligte erläutert seinen Standpunkt

ohne Schuld zuweisungen, ist bereit

für Kompromisse und eine gemeinsame

Lösungsfindung.

Konflikte gehören zum Leben.

Meine Devise ist: Sei offen, ehrlich

und konstruktiv und stell dich dem

Konflikt – besser heute als morgen.


10 | 11 LEADERSHIP

ERFOLG IST

Beim Höchster Beschlägehersteller Blum ist man überzeugt, dass Arbeiten im Team

nicht nur erfolgversprechender ist, sondern auch Spaß macht. „Teamplayer“ sind im

Berufsalltag motivierter und zufriedener.

Sitzungen sind bei Blum eine Plattform zum engagierten Austausch im Team.


„Die gute Mischung macht’s!“ Das gilt bei erfolgreichen Fußballmannschaften

ebenso wie beim Gewürzmix für ein feines Essen.

Und es gilt auch für die Teamzusammensetzung im Berufsleben.

Werden die passenden Mitarbeiter zu einem Team zusammengefügt,

so kann jede und jeder Einzelne ihr bzw. sein Potenzial

optimal einbringen. Die unterschiedlichen Charaktere, Fähigkeiten

und Talente ergänzen und beflügeln einander. Miteinander ein

Ziel verfolgen, Fehler als Lernpotenzial nutzen, Erfolge gemeinsam

feiern – das sind die wichtigen Faktoren, die neben Erfolg

auch Spaß im Arbeitsalltag bringen. Erfolgreiche Unternehmen

setzen schon lange auf den richtigen Mix und nutzen die Möglichkeiten

buntgemischter Gruppen jeden Tag und das in großer

Vielfalt.

AUSWAHL DER „RICHTIGEN“

„Neben der fachlichen Qualifikation sind bei uns in der Personalauswahl

sogenannte Softskills und die Persönlichkeit sehr wichtig.

Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist essentiell, dass der/

die Kandidat(in) ins Team und zur Unternehmenskultur passt“,

beschreibt Johannes Berger (Personalverantwortlicher bei Blum)

wichtige Auswahlkriterien bei Blum. Bei 6.600 Mitarbeitern weltweit

macht diese Überlegung durchaus Sinn. Denn in der Belegschaft

schlummern viele Talente und Fähigkeiten, die tagtäglich optimal

genutzt werden müssen. Die Herausforderung dabei: die passenden

Mitarbeiter nicht nur fachlich sondern auch hinsichtlich ihrer Einstellung

gegenüber Kollegen zu finden und im Unternehmen an der

passenden Stelle im richtigen Umfeld – sprich: Team – zu positionieren.

Johannes Berger

Personalverantwortlicher

bei Blum

JUNG UND ALT – DAS FUNKTIONIERT!

Den Teamgedanken nachhaltig im Unternehmen zu etablieren ist bei

Blum eine wichtige Sache. Dabei hilft es, dass man beim Höchster

Beschlägehersteller in allen Bereichen auf Nachhaltigkeit setzt, also

auch bei den Mitarbeitern. Viele langjährige Mitarbeiter belegen dies

eindrücklich. Doch erst der richtige Mix zwischen Jung und Alt wirkt

sich auf die Arbeit im Team erfolgreich aus. Neueintretende Kollegen

haben aktuellste, theoretische Informationen und können dieses

fachliche Wissen ins Unternehmen einbringen. Langjährige Mitarbeiter

begleiten sie bei ihren ersten Schritten in die Blum-Beschlagswelt,

stehen ihnen mit ihrem großen Wissen um Produkte und Unternehmen

mit Rat und Tat zur Seite. Die Jungen bringen frischen Wind und

neue Ideen ins Team. Sie hinterfragen bestehende Abläufe und bringen

ihre eigenen Sichtweisen ein.

WOHER KOMMST DU? WAS KANNST DU?

Auch die Vorbildung der Teammitglieder prägt und beeinflusst die

Arbeit in der Gruppe maßgeblich. Egal, ob nach dem Studium oder

nach der technischen Ausbildung an einer HTL oder nach der Lehre im

Höchster Familienunternehmen – alle Absolventen bringen spezielle

Voraussetzungen mit, um ihren eigenen, individuellen Beitrag zum

Unternehmenserfolg leisten zu können. Auch das weiß man bei Blum

und so wirbt der Beschlägespezialist aus Höchst um Mitarbeiter mit

unterschiedlichsten Vorkenntnissen und Qualifikationen. Die richtige

Zusammensetzung der Teams ist ein wichtiger Erfolgsfaktor, der richtige

Mix die Voraussetzung.

Jung und Alt arbeiten beim Höchster Beschlägehersteller eng zusammen.


12 | 13 LEADERSHIP

MIT DER FÜHRUNG

AUF AUGENHÖHE

Bei Schelling Anlagenbau haben Lehrlinge regelmäßigen Kontakt mit der Geschäftsführung.

Die Kommunikation ist geprägt von einem persönlichen, wertschätzenden „DU“,

statt althergebrachten, distanzierenden Formeln.

Die Ausbildung ist praxisnah und umfassend und bietet die Basis um in Zukunft im Unternehmen Karriere zu machen.

Die Zukunft bei Schelling ist nur mit exzellent ausgebildeten und

motivierten MitarbeiterInnen möglich. Ein zentrales Thema dabei

ist daher die Ausbildung von jungen Menschen. Aufgrund der

großen Bedeutung für die weitere Entwicklung des Unternehmens,

ist der Kontakt von der Führungsebene zu den Lehrlingen sehr

direkt und außerordentlich persönlich.

DIE STÄRKEN ERKENNEN

„Genau hinschauen, erkennen und entwickeln, was in einem jungen

Menschen steckt“, ist eine Devise bei Schelling Anlagenbau in

Schwarzach. So werden die Lehrlinge regelmäßig zu Gesprächen mit

der Geschäftsführung eingeladen, die sich den Fragen der Auszubildenden

gerne stellt. Die Lehrlingsausbildung ist direkt dem Leiter der

Unternehmensentwicklung unterstellt. In persönlichen Gesprächen

werden mit dem HR-Management bereits frühzeitig Präferenzen und

Wünsche der Lehrlinge erfragt, um sie nach Abschluss als Gesellen

dort einzusetzen, wo sie ihre Stärken ausspielen können. Dabei gibt

es keine kommunikativen Schranken. Die Lehrlinge sind auf Augenhöhe

und daher mit ihren Chefs „per DU“!


DIE LEHRE BEI SCHELLING

Zerspanungstechnikerin Elektrotechnik-Anlagenbetriebstechniker Konstrukteurin Maschinenbautechniker

EHEMALIGE LEHRLINGE IN FÜHRUNGSPOSITIONEN

Bei Schelling lernen Lehrlinge, was sie schon immer interessiert hat.

Dieses fachliche Wissen, aber auch das Wissen über Prozesse und

Abläufe in einem Sondermaschinenbauunternehmen, ist Grundlage

für ihre spätere Karriere im Unternehmen.Viele Mitarbeiter des

Schwarzacher Unternehmens haben über die Lehrausbildung den

Weg in Schlüssel- und Führungsfunktionen gefunden. Bereits mit

jungen Jahren als Teamleiter in der Montage, oder später mit entsprechender

Erfahrung bis auf die Bereichsleiterebene als Leiter

Unternehmensentwicklung, Leiter Service, Leiter Supply Chain.

Auch den Schritt in den Vertrieb haben ehemalige Lehrlinge schon

gemacht, zum Beispiel als Key-Account-Manager. Es besteht aber

auch die Möglichkeit in die weite Welt zu gehen und dort Führungsund

Schlüsselfunktionen wahrzunehmen. So wurden Absolventen

der Lehre zum Geschäftsführer einer Vertriebsniederlassung in

Europa oder zum Servicekoordinator in Singapur.

die Schnittpläne abgearbeitet. Als besonders hilfreich stellten sich die

automatisch generierten Etiketten heraus, die jedes gesägte Teil exakt

definieren. So können sich die Lehrlinge rasch an den Zusammenbau

der Möbel machen, die – eine besondere Herausforderung – mit gesägten

Nuten, also weder Leim noch Schrauben, zusammenzubauen sind.

Daraus entstehen Werkstücke, die die Lehrlinge nun selbst verwenden

können.

LERNEN, WIE EIN KUNDE ZU DENKEN

Schelling Anlagenbau ist ein Metall verarbeitender Betrieb, der anspruchsvolle

Sägen für verschiedene Branchen und Materialien, unter

anderem auch für die Möbelindustrie und das Holzhandwerk herstellt.

Daraus ergibt sich die Herausforderung, dass Lehrlinge zwar in Metallbearbeitung

ausgebildet werden, aber vom Alltag ihrer Kunden in

den Bereichen Holz und Kunststoff eventuell nichts mitbekommen

würden. Durch „Anwendertage“ lernen Lehrlinge die Bedürfnisse des

Kunden kennen. Diese sind ein wichtiger Baustein für eine zukünftige

Karriere. Dabei geht es darum, die Sägetechnologie so einzusetzen, wie

es Kunden tun. Ein einfaches Möbelstück wird entworfen und zusammengebaut.

Dazu wird auf Papier geplant, dann geht es zur Schnittplanoptimierung

mit der selbst entwickelten Software.

In einem weiteren Schritt geht es an die Umsetzung. Auf einer Plattenaufteilsäge

für Holzwerkstoffe im semiindustriellen Bereich, werden

„Wichtig ist, dass jeder Mitarbeiter eine klare Vorstellung davon hat, wie Kunden

auf unseren Maschinen arbeiten!“ Deshalb lernen bei Schelling bereits die Lehrlinge,

wie ihre Sägen verwendet werden. Das Hightech-Unternehmen bildet laufend bis

zu 45 Lehrlinge aus.

AUF GEHT’S IN DIE GROSSE WEITE WELT

Die Internationalisierung schreitet voran. Schelling ist weltweit aktiv

und besitzt neben dem Standort Österreich neun Niederlassung in Italien,

England, Russland, den USA, der Slowakei, Polen, Singapur und

China. Lehrlinge haben die Möglichkeit, ihre Koffer zu packen und

raus in die Welt zu gehen. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sind für

die weitere Entwicklung und Karriere ein wichtiger Baustein. Daher

werden derartige Ausbildungsdetails finanziell von der Geschäftsführung

unterstützt, denn sie sind die Grundlage für die Schlüssel- und

Führungskräfte von morgen.


14 | 15

GANZHEITLICHE

LEHRLINGS-

AUSBILDUNG

KEINE HALBE SACHE:

DIE LEHRE DER TECHNIK

ERFOLG ERFOLGT,

wenn Technikerinnen und Techniker nicht

nur fachlich kompetent sind, sondern ihr

Leben souverän gestalten können.

Nur weil etwas klug ist, ist es noch lange nicht gut. Die Ausbildung

junger Menschen in den Unternehmen der Vorarlberger Elektro- und

Metallindustrie und den technischen Berufsschulen baut auf drei

wichtige Säulen: der Fachkompetenz, der Selbstkompetenz und der

Sozialkompetenz.

Kurz gesagt, die Mädchen und Burschen lernen nicht nur ihren

technischen Beruf und andere wissensorientierte Inhalte wie zum

Beispiel Deutsch, Englisch, Mathematik, Wirtschaftswissen und

politische Bildung. Sie lernen ihre Persönlichkeit zu entwickeln und

sich selbst zu „managen“. Sie erleben, mit sich und anderen auch

in schwierigen Situationen bewusst, sinnvoll und wertschätzend

umzugehen, nach ethischen Grundsätzen zu handeln und zu

kommunizieren. Dazu gehören auch Sport, Spiel und Gesundheitsthemen,

um den ganzen Menschen zu bilden.

FAKTEN ZUR TECHNISCHEN LEHRE

Ein Drittel aller Lehrlinge lernt derzeit einen technischen

Lehrberuf in der Industrie oder im Gewerbe

Technische Lehrberufe stehen bei Jugendlichen in

Vorarlberg ab 13 Jahren weitaus an erster Stelle

Die Lehrberufe mit den meisten Zuwächsen 2014:

Metalltechnik, Elektronik, Elektrotechnik

Metalltechnik ist bereits auf Platz fünf der Top Ten

Lehrberufe bei Mädchen

Es braucht Zeit, Raum und viel Miteinander. Es braucht durchdachte

Programme in den Unternehmen und entsprechende Fächer in den

Berufsschulen. Deren Qualität und das große Engagement der Lehrpersonen

ist weit über Vorarlberg hinaus ein Vorbild, ebenso wie die

enge Zusammenarbeit mit den Ausbildungsverantwortlichen in den

Unternehmen.

Gute Gründe, weshalb die V.E.M. Innovation und Engagement unterstützt,

wie zum Beispiel einzelne LEAD-Projekte von Ausbildungsunternehmen.


Technische Fertigkeiten,

theoretisches Wissen ...

Selbstvertrauen, Eigenverantwortung,

Offenheit,

Allgemeinwissen ...

Fachkompetenz

Selbstkompetenz

Sozialkompetenz

Kommunikations- und

Konfliktfähigkeit, Beziehungs-

und Teamfähigkeit,

gegenseitiger Respekt,

Wertschätzung ...

DIE REALITÄT SPRICHT FÜR SICH

Technikerinnen und Techniker scheinen eine besondere „Art“ Mensch zu sein. Vielleicht liegt es daran, dass sie

gelernt haben, die „Dinge“ zu durchschauen und wissen, was wirklich zählt. So gibt es im Gegensatz zu manchen

anderen Berufen keine Standesdünkel. Absolventinnen und Absolventen der technischen Lehrberufe, der HTL,

der FH Vorarlberg und der Uni bilden Teams und unabhängig vom Bildungsweg und Geschlecht kann eine oder

einer von ihnen das Team leiten und entweder in Spezialisten- oder Führungspositionen gute Karriere machen.


16 | 17

GANZHEITLICHE

LEHRLINGS-

AUSBILDUNG

DIE HERAUSFORDERUNG,

SELBSTSTÄNDIG ZU SEIN

Im LEAD-Kompetenztraining von Zumtobel lernen schon die Jüngsten „die Dinge selber

in die Hand zu nehmen“.

Wenn Felix Stecher, der Leiter der Lehrlingsausbildung bei

Zumtobel vom LEAD-Programm erzählt, ist die Begeisterung für

seine Schützlinge in jedem Satz herauszuhören: „Wir haben derzeit

95 Lehrlinge. Sie alle absolvieren im Rahmen ihrer Ausbildung

unser LEAD-Programm. Es ist großartig, welche Potenziale die

jungen Leute entwickeln, wenn wir es schaffen, sie zu berühren.“

DIE MODERNE (ARBEITS-)WELT BRAUCHT EIGENVERANTWORTUNG

Felix Stecher hat Projekt- und Prozessmanagement studiert. Er ist

Mitglied im V.E.M.-Arbeitskreis Lehrlingsausbildung und der Ausbilderakademie.

Wie sehr sich die Arbeitswelt verändert hat und welche

Kompetenzen sie von den jungen Leuten verlangt, weiß er aus seiner

langjährigen Erfahrung in der Organisationsentwicklung: „Früher

bekam ein Mitarbeiter einen einzelnen, überschaubaren Arbeitsauftrag,

dann den nächsten und so fort. Heute sind die Prozesse viel vernetzter,

schneller und komplexer, verlangen selbstmotivierte, selbstdenkende

und unternehmerisch handelnde Mitarbeiter“.

SELBSTERFAHRUNG STATT NACHAHMUNG

Alte Ausbildungsmethoden wie „Vorzeigen, Nachmachen, Üben“,

genügen der Anforderung der Zeit nicht mehr. Deshalb hat Zumtobel

gemeinsam mit Sola-Messwerkzeuge in Götzis das LEAD-Programm

ins Leben gerufen. Den Lehrlingen werden emotions- und motivationsaktivierende

Aufgaben gestellt, die sie selbst lösen müssen. Von der

kreativen Idee bis zur Umsetzung werden sie von Mentoren begleitet, die

komplette Verantwortung liegt aber bei ihnen, zum Beispiel für Teambildung,

Projektantrag, Kosten und Präsentation. Das Schwierigste, aber

Wichtigste daran: Die Ausbilder greifen selbst dann nicht ein, wenn ein

Projekt zu scheitern droht.

Felix Stecher

Leiter der Lehrlingsausbildung

bei Zumtobel

Generalprobe vor dem großen Auftritt: Die drei Lehrlinge holen sich noch

das letzte Feedback von ihrem „Mentor“ Felix Stecher ein.

„SCHULCRASHER“ PRÄSENTIEREN SICH UND IHRE BERUFE

Im Rahmen des LEAD-Trainings schlugen drei Lehrlinge des ersten

Lehrjahres vor, ihre technische Ausbildung bei Zumtobel in einer Mittelschule

vorzustellen. Von der Organisation der Inhalte, der Termine

und Absprachen mit der Schule bis zur Durchführung haben Cathleen

Mangeng, Ayse Aktas und Simon Lukas Grabherr alles selbst ausgeführt.

Im Besonderen haben sie ihre Veranstaltung auch gleich kritisch von

den Schülern und Lehrern bewerten lassen. Wir haben sie nach ihren

Erfahrungen befragt.


5%

Note 3

44%

Note 2

51%

Note 1

Bestnoten: Die Schülerinnen

und Schüler der

VMS Schwarzach bewerteten

die Präsentation

der „Schulcrasher“.

Das Projektteam „Schulcrasher“: Cathleen Mangeng, 1. Lehrjahr Kunststofftechnik, Ayse Aktas, 1. Lehrjahr

Produktionstechnik, Simon Lukas Grabherr, 1. Lehrjahr Maschinenbautechnik.

Ihr habt Schulstunden an der Mittelschule

Schwarzach gestaltet? Wie habt ihr euch als

„Verkäufer der technischen Lehre“ gefühlt?

Es war richtig cool die Stunden zu gestalten.

Wir waren sehr stolz, unsere Firma und den

Lehrberuf vorzustellen.

Wie seid ihr auf eure Projektidee gekommen?

Wir haben uns an unsere Zeit als Schüler

zurückerinnert und festgestellt, dass es nicht so

einfach ist, sich mit 14, 15 Jahren für eine bestimmte

Schule oder Lehrstelle zu entscheiden.

Wir haben dafür eine besondere Idee gesucht

und sind auf das „Schulcrashen“ gekommen.

Was bedeutet „Schulcrasher“?

Wir wollten einfach den üblichen Rahmen sprengen,

nicht das tun, was alle machen und dadurch

die Schüler für eine Lehre bei uns begeistern.

Wurdet ihr von den Schülern ernst

genommen?

Sie fanden es gut, dass wir es ein bisschen

lockerer angingen, aber trotzdem wichtige Infos

vorgetragen haben. Wir konnten ihnen von

unseren Erfahrungen berichten, damit sie auch

wissen, was in einem technischen Lehrberuf auf

sie zukommt. Da wir selber Jugendliche sind,

waren sie nicht schüchtern und haben viele

Fragen gestellt.

Welches Feedback habt ihr von den Lehrpersonen

bekommen?

Die Lehrpersonen haben uns gelobt, weil wir die

Zeit nicht nur irgendwie „easy“ herumgebracht

haben, sondern ein Ziel und ein Programm

hatten.

Wie habt ihr euer LEAD-Projekt erarbeitet?

Zuerst haben wir einen groben Ablaufplan

gemacht. Dann haben wir unsere Präsentation

fertiggemacht, Telefonate mit den Direktoren

verschiedener Schulen geführt und einen Termin

fixiert. Als wir dann in der Schule anfingen von

der Lehre zu erzählen, kamen bald die ersten

Fragen. Wir zeigten den Schülern viele Fotos

und Werkstücke, die wir selber gemacht haben.

Dazu erklärten wir Inhalte und Aufgaben der

einzelnen Lehrberufe. Schließlich kamen wir

zum Thema „Wie bewerbe ich mich richtig?“

Zuletzt präsentierten wir einen Film, den Lehrlingen

des 2. Lehrjahres gestaltet hatten.

Wie war eure Zusammenarbeit?

Das Schwierigste war, sich in der kompletten

Runde zu treffen, da wir alle einen anderen Beruf

haben und unterschiedliche Berufsschulzeiten.

Trotzdem hat es super funktioniert, weil wir

uns schon von anderen Workshops im LEAD-

Programm kennen und meistens einer Meinung

sind.

Was war das größte Highlight für euch?

Ayse: Die tollen Feedbacks der Schüler und

Lehrpersonen.

Cathleen: Die Begeisterung der Schüler.

Simon: Die Präsentation vor den Klassen.

Was hat euch das Kompetenztraining

gebracht?

Simon: Mir hat es geholfen, Veranstaltungen

und Termine besser zu planen.

Ayse: Selbstbewusstsein und das freie Sprechen

vor Publikum, das Lernen von Körpersprache

und Körperhaltung.

Cathleen: Selbstbewusstsein und das Gestalten

von Präsentationen.

Ein Schlagwort, das euch dazu einfällt?

Cathleen Mangeng

Genial!

Wir sind

alle LEADer!

Fresh!

Simon Lukas Grabherr

Ayse Aktas


18 | 19

GANZHEITLICHE

LEHRLINGS-

AUSBILDUNG

DEN BLICK FÜR

NEUES ÖFFNEN

Lehrlinge bei Hirschmann Automotive lernen andere Länder und Kulturen

nicht nur aus Büchern sondern aus eigener Erfahrung kennen.

Ein ganz besonderes Highlight für die jungen Technikerinnen und Techniker in der Lehrzeit sind mehrwöchige

Auslandsaufenthalte in Hirschmann Werken in Tschechien, Rumänien und Marokko. Dort vertiefen die Lehrlinge

nicht nur ihre Englisch-Kenntnisse, die Zusammenarbeit mit Menschen anderer Kulturen fördert ihr Selbstbewusstsein,

ihre Selbstständigkeit und das Verständnis für andere Denkweisen. Erfahren Sie mehr in den persönlichen

Berichten.

RAPHAEL HOOR, 21: „ICH HABE HEUTE NOCH KONTAKT ZU

DEN KOLLEGEN IM AUSLAND.“

„Wer noch nie in Rumänien oder Marokko war, hat vielleicht keine

oder eventuell eine falsche Vorstellung von beiden Ländern.

Die Gastfreundlichkeit und Aufgeschlossenheit ist unglaublich.

Da wie dort wurden wir nach der Arbeit von den Einheimischen

nach Hause eingeladen. Wir haben unsere Freizeit mit den Kollegen

und ihren Familien verbracht, sie haben uns alles gezeigt und

viel über ihre Kultur erzählt. In den Werken gab es auch internationale

Meetings von obersten Führungskräften wie Global Account

Manager und Projektleiter. Wir haben schön gestaunt, als

die uns bemerkten, einfach so zum Abendessen mitnahmen und

mit uns Lehrlingen redeten, als wären wir selber schon auf ihrem

Stand an Wissen und Erfahrung. Hilfreich war, dass wir vor dem

Aufenthalt in Marokko ein interkulturelles Training absolviert

hatten und wichtige Regeln der islamisch geprägten Kultur wussten.

Am meisten gelernt habe ich Eigenverantwortlichkeit.“

ANDREAS FITZ, 18: „MAROKKO IST SUPERSCHÖN.“

„Wenn man bei uns an Marokko denkt, hat man vielleicht

Casablanca im Kopf oder Marrakesch, die Wüste, Moscheen,

Strände und Palmen. Aber es gibt auch große Industriegebiete.

In einem von ihnen, in der Hafenstadt Kenitra befindet

sich unser Werk. Als wir dort ankamen, wurden wir mit

offenen Armen empfangen – vielleicht auch deshalb, weil es

in Marokko keine Lehrlingsausbildung gibt und wir sozusagen

Exoten sind – für die Einheimischen sehr jung, aber doch

schon irgendwie erfahren. Die staunen immer wieder, was

wir schon alles können. Toll war für mich, meine Englisch-

Kenntnisse zu erweitern, denn wir haben während der Arbeit

und in der Freizeit ausschließlich Englisch kommuniziert.“


VON RANKWEIL NACH MAROKKO,

RUMÄNIEN UND TSCHECHIEN.

Reinhard Prasch ist Leiter Lehrlingswesen

von Hirschmann Automotive.

Er findet die Auslandsrotation

von Lehrlingen einen wichtigen

Aspekt der Persönlichkeitsbildung,

nennt aber noch viele andere

Maßnahmen, die der Selbst- und

Sozialkompetenz von Jugendlichen

dienen. Die Lehrlinge werden in

Rankweil von gezielten persönlichkeitsbildenden

Prozessen begleitet.

So führen die Ausbilder zusätzlich

zum täglichen Kontakt bis zu zehn

ausführlichen Mitarbeitergespräche

mit jedem Lehrling pro Jahr und das

sind, sagt Reinhard Prasch, „keine

Einbahn-Gespräche, da lernt jeder

vom anderen, um gemeinsam das

Beste zu machen.“ Höhepunkte

eines Lehrjahres sind Workshops zu

Themen wie: „Der Erfolg beginnt in

mir“, „Ohne Mut kein Fortschritt“,

oder „Vom Schüler zum Profi“.

Reinhard Prasch, Leiter Lehrlingswesen

von Hirschmann Automotive

CHRISTOF BREUSS, 24: „IN TSCHECHIEN BIN ICH SELBST-

STÄNDIGER GEWORDEN.“

„Ich habe mich damals sehr gefreut, wegen meinen guten Leistungen

in der Berufsschule und im Betrieb nach Tschechien gehen zu

dürfen. Natürlich war ich gespannt darauf, was in unserem Werk in

Vsetín so abgeht. Die Stadt kennt bei uns keiner, sie ist auch nicht

sehr groß, aber sehr schön, mit Bergen und Wäldern in der Nähe, fast

wie daheim. Der Arbeitsalltag unterscheidet sich kaum von unserem,

aber die Methoden teilweise schon und ich habe eine Weile gebraucht,

bis ich mich da hineingefunden habe. Ich musste einfach lernen,

selbstständig zu arbeiten und zu improvisieren. Sehr gerne erinnere

ich mich an die Abende mit den Kollegen, wo wir viel über unsere

Zusammenarbeit und die Unterschiede der Menschen da und dort

geredet haben.“

Vor allem: „Ganzheitliche Lehrlingsausbildung

beginnt schon bei der

Auswahl und Ausbildung unserer

Lehrlingsausbilder. Sie sind ja die

Coaches unserer jungen Techniker.

Sie müssen souveräne und gleichzeitig

einfühlsame Persönlichkeiten

sein – echte Vorbilder, die mit jungen

Menschen klar, aber auch verständnisvoll

umgehen können. Das

lernen sie unter anderem im zweijährigen

Future Kolleg der V.E.M.,

in unserer eigenen Hirschmann

Akademie und in der Akademie für

Lehrlingsausbilder, die ebenfalls von

der V.E.M. initiiert wurde.“


20 | 21

GANZHEITLICHE

LEHRLINGS-

AUSBILDUNG

WEIT MEHR

ALS EIN AUSFLUG

Das „Feel Well Programm“ bei S.I.E hat nichts mit einem Wellness-Urlaub zu tun. Und

dennoch geht es um das Wohlfühlen der Lehrlinge und Mitarbeiter in „ihrem“ Unternehmen.

Sinnvoller Spaß: Im

Rahmen des Feel

Well Programms sind

Lehrlinge zum Teil

selbst für die Planung

ihrer Ausflüge, Ski- und

Rodeltage sowie anderer

Events verantwortlich.

Die Mitarbeiteraktivitäten

abseits des Alltags

beinhalten erkenntnisreiche

Selbst- und

Gruppenerfahrung.

Selbstbewusste Menschen haben eine Meinung. Die

muss nicht immer mit der Meinung anderer übereinstimmen.

Je mehr Menschen zusammenleben und

miteinander arbeiten, noch dazu aus unterschiedlichen

Kulturen und in mehreren Ländern, desto öfter werden

unterschiedliche Werte und Standpunkte vertreten.

„Wenn diese Sichtweisen wertschätzend und konstruktiv

vertreten und gehört werden, entsteht eine wunderbar

lebendige, kreative Atmosphäre. Dazu dient auch unser

Feel Well Porgramm“, erzählen Doris Filzmaier und

Burkhardt Alfter von System Industrie Electronic.

NUR WER „SICH TRAUT“, KANN INNOVATIV SEIN

Die S.I.E ist ein schnelles, innovatives Unternehmen. Eine Voraussetzung dafür

sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die fachlich kompetent sind, kreativ sind,

und noch dazu das Selbstvertrauen haben, ihre Ideen und Meinungen zu äußern.

Die zweite Voraussetzung ist das Vertrauen darin, dass andere Mitarbeiter im

Unternehmen die Ideen und Meinungen interessiert hören und verarbeiten.

„Kommunikation ist der Schlüssel zu allem“, meint Lehrlingsbeauftragter

Burkhardt Alfter, „sie hat als Teil der Selbst- und Sozialkompetenz höchsten

Stellenwert in unserer Lehrlingsausbildung.“ Die Kommunikation zwischen den

Mitarbeitern inklusive den Lehrlingen zu fördern, ist auch das Ziel des seit 2011

bestehenden Feel Well Programms. Wir haben Projektleiterin Doris Filzmaier

und Burkhardt Alfter zum Thema „Ganzheitliche Lehrlingsausbildung“ befragt.


Im Interview: Lehrlingsbeauftragter Burkhardt Alfter und Projektleiterin des Feel Well Programms

Doris Filzmaier bei S.I.E in Lustenau.

Was verstehen Sie unter Sozialkompetenz?

Doris: Eine Vielzahl von Fähigkeiten, die

Beziehungen im sozialen Umfeld möglich

und fruchtbar machen. Es klingt fast banal,

aber wer kann heute noch einem anderen

wirklich zuhören? Und wer das nicht kann,

muss von Teamfähigkeit erst gar nicht reden.

Burkhardt: Wenn man es schafft, Menschen

aus unterschiedlichen Kulturen und mit unterschiedlichen

Denk- und Herangehensweisen

so zusammenzubringen, dass am Ende

ein für alle begeisterndes Ergebnis entsteht,

dann verstehe ich unter sozialer Kompetenz

die Fähigkeit, Türen zu öffnen und offen zu

halten.

Weshalb ist neben der fachlichen Ausbildung

die Vermittlung von Selbst- und

Sozialkompetenz so wichtig?

Doris: Weil beides im Beruf aber auch im

privaten und öffentlichen Leben eine große

Rolle spielt.

Burkhardt: In unserem Unternehmen gibt

es keine Jobs ohne Kontakt zu anderen

Menschen. Egal ob das Partner, Kunden oder

Lieferanten sind, Mitarbeiter aus anderen

Niederlassungen oder Abteilungen – alles

läuft in der Kommunikation zusammen.

Hier entstehen unweigerlich Zielkonflikte

und Meinungsverschiedenheiten. Lernen

sinnvoll damit umzugehen, heißt lernen fürs

Leben.

Was verstehen Sie unter Selbstkompetenz?

Doris: Unter anderem, eigene Begabungen

zu entfalten und fortzuentwickeln. Aber auch

Selbstvertrauen, Selbstständigkeit, Selbstorganisation,

Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein

zu stärken.

Burkhardt: Ich denke, ein wesentlicher

Grundbaustein der Selbstkompetenz ist das

Erkennen der eigenen Wertvorstellungen

und Einstellungen – nur das führt zu autonomen

Denken und Handeln. Und niemand

wird wirklich kreativ, zuverlässig, loyal oder

entscheidungsfreudig sein, wenn er die Aufgabe

und das Ziel nicht mit seinen Werten

abstimmen kann.

Wie werden den Lehrlingen diese beiden

Kompetenzen vermittelt?

Doris: Durch gemeinsames Arbeiten im

Team und in verschiedenen Kursen.

Burkhardt: Über Training-on-the-Job durch

Rotation zwischen den Fachbereichen und

in spezifischen Lehrlingsprojekten, in denen

Lehrlinge die Rolle eines Teammitglieds und

eines Projektleiters einnehmen müssen. Ein

weiterer Bestandteil sind externe Ausbildungen,

zum Beispiel in Rhetorik. Die Lehrlinge

sind aber auch in ihren täglichen Arbeiten in

Unternehmensprojekte eingebunden.

„FEEL WELL“ FÜHLT SICH GUT AN

Bruno Pajic und Emre Demir sind im ersten beziehungsweise dritten

Lehrjahr. Beide schätzen an den „Feel Well“ Aktivitäten das leichte

und natürliche Kennenlernen anderer Mitarbeiter aus allen möglichen

Abteilungen. Die 23-jährige Vanessa Riedmann hat die Lehre

schon hinter sich, erinnert sich aber genau daran, was sie „ganz

nebenbei“ gelernt hat, indem sie den Lehrlingsausflug mit ihren

Kollegen selbst organisieren durfte. Im zweiten Lehrjahr befindet

sich Edita Husic. Sie findet es besonders wertvoll, dass bei einigen

Feel Well Aktivitäten die Familien der Mitglieder miteingebunden

sind: „Es ist schön und es macht mich irgendwie stolz, wenn meine

Familie mich hier gemeinsam mit meinen Kollegen erleben kann

und umgekehrt.“ Auf ihre Ausbildung angesprochen meint Edita:

„Ich fühle mich reifer, selbstbewusster und ich kann Verantwortung

übernehmen.“ Vanessa Riedmann bestätigt das und erwähnt ein

Projekt zum Thema Energieverbrauch, das sie als Lehrling im Team

mit anderen Lehrlingen selbstständig erarbeitet hat: „In dem Projekt

und durch das Übernehmen von neuen Aufgaben habe ich gemerkt,

wie mein Selbstvertrauen gestiegen ist.“

Vanessa Riedmann

Edita Husic

Emre Demir

Aslihan Dogan

Samira Oberreither

Bruno Pajic


22 | 23

GANZHEITLICHE

LEHRLINGS-

AUSBILDUNG

GEMEINSAM INS

ABENTEUER LEHRE

Dominik Köb und das Ausbilderteam bei Meusburger freuen sich jedes Jahr auf ihre

Aufgabe, die neuen Lehrlinge ins Erwachsenen-Leben zu begleiten.

Am 1. September, um 7 Uhr 30 werden

bis zu 35 junge Menschen bei Meusburger

empfangen, um ihre Ausbildung in einem

der technischen Lehrberufe zu beginnen.

Ihnen zur Seite stehen vom ersten Tag an

die vier Ausbilder des ersten Lehrjahres.

Sie alle sind bestens geschult, ihre Lehrlinge

in einer sensiblen Lebensphase zu

führen und ihre Entwicklung bestmöglich

zu fördern.

Ausbilder wie Dominik Köb und seine Kolleginnen und Kollegen sehen

in den Jugendlichen vom ersten Tag an die künftigen Meister.

„Der Erfolg in der Ausbildung, im Beruf

und vermutlich in jeder Themenstellung des

Lebens, hängt von den Gedanken ab, mit

denen wir unsere Aufgaben angehen“, meint

Dominik Köb. Er ist Zerspanungstechniker

mit Meisterprüfung und Ausbilder im

Bereich Metall für die Lehrlinge des ersten

Lehrjahres. Dominik Köb fasst mit diesem

Satz zusammen, mit welcher Verantwortungsbereitschaft

er und sein Team am ersten

Tag auf ihre neuen Schützlinge warten.

„Es ist eine Freude“, erzählt der 28-Jährige,

„die Lehrlinge frühmorgens am Empfang

zu sehen – wie neugierig und motiviert sie

sind und nur darauf warten, dass es endlich

losgeht.“ Der erste Tag ist auch für den erfahrenen

Ausbilder noch immer aufregend: „Wir

kennen zwar die Lehrlinge und ihre Eltern

von den Schnuppertagen und den Einstellungsgesprächen,

aber jetzt erst beginnt das

gemeinsame Abenteuer des ersten Lehrjahres.“

„Wir sehen“, meint er, „jeden unserer

neuen Lehrlinge so wie er oder sie gerade ist

und gleichzeitig sehen wir die zukünftigen

Meister in ihnen und wissen was gemeinsam

zu tun ist, um dieses Ziel zu erreichen.“


Kennenlerntage, Workshops zur Persönlichkeitsbildung,

Elternabende, Betriebsbesichtigungen oder auch ein Grillabend

zählen zu dem breit gefächerten Lehrlingsprogramm.

VON ANFANG AN GEZIELT BEGLEITET

Wie bei den meisten Unternehmen der V.E.M., wird auch die Lehre

bei Meusburger von regelmäßigen, die Entwicklung des Einzelnen

und des Teams gezielt unterstützenden „Events“ begleitet. Einer davon

findet gleich am zweiten und dritten Tag der Lehre statt – das gegenseitige

Kennenlernen der Neuankömmlinge auf der Sonnalp in Bezau.

Hier werden die Voraussetzungen für den eigentlichen Start der

Lehre geschaffen. Die Jugendlichen lernen sich in unterschiedlichen

Gruppenarbeiten von verschiedenen Seiten kennen, es werden das

gegenseitige Vertrauen und der Zusammenhalt im gesamten Team

gefördert und die Regeln des gemeinsamen Lernens und Arbeitens

definiert. „Die Themen bei den Kennenlerntagen und in Folge über

das gesamte erste Lehrjahr sind breit gefächert. Sie gehen von disziplinären

Arbeitsgrundsätzen wie Sorgfalt, Zuverlässigkeit über Themen

wie Chancen und Risiko der neuen Medien bis hin zum Stellenwert

der Berufsschule und der Umgang mit Lehrpersonen und Mitschülern“,

so Dominik zum Programm. „Denn mit dem Wandel der Wirtschaft

und Arbeitswelt steigern und ändern sich die Anforderungen

an Lehrlinge. Neben der fachlichen Qualifikation wird der Anspruch

an die Persönlichkeit höher.“ Bei Meusburger wird jeder Lehrling

mit dieser Anforderung nicht überrumpelt und überfordert, sondern

gezielt begleitet und gestärkt.

ZEIT UND RAUM FÜR PERSÖNLICHE KOMMUNIKATION

„Wenn ein Lehrling ein Anliegen oder ein Problem hat, ist es durch

das Aussprechen im persönlichen Kontakt meistens schon fast gelöst“,

sagt Dominik Köb. „Ein Bedürfnis wird ja erst dann zum Problem,

wenn ein junger Mensch nicht weiß, wohin er damit gehen kann,

an wen er sich ganz selbstverständlich wenden kann.“ Bewusste,

lösungsorientierte und wertschätzende Kommunikation ist daher bei

Meusburger groß geschrieben und die Ausbilder müssen sich fundiert

darauf vorbereiten. Dominik Köb zum Beispiel absolviert derzeit das

zweijährige „Future Kolleg“ der V.E.M., er hat aber schon eine ganze

Reihe interner und externer Schulungen hinter sich, um den pädagogischen

Anforderungen der Ausbildung gewachsen zu sein. „Wir

wollen“, sagt Dominik „für unsere Lehrlinge da sein, was auch immer

ihnen am Herzen liegt und wir sind auch für die Eltern jederzeit

ansprechbar – auch abseits von unseren Veranstaltungen wie den

Elternabenden.“

Lehrwerkstatt-Blog: Für Dominik Köb und seine Ausbildungskollegin Ramona

Schwinger ist das gemeinsame „Bloggen“ mit den Lehrlingen Teil der ganzheitlichen

Lehrlingsausbildung.

Dominik Köb steht seinen Lehrlingen jederzeit bei fachlichen sowie persönlichen

Anliegen zur Seite.

EINBLICK IN DEN „ALLTAG“

Was während des „Abenteuers Lehre“ – im ersten und den weiteren

Lehrjahren passiert, kann im Web miterlebt werden. Im Blog berichten

Ausbilder und Lehrlinge von ihrem „Alltag“. Es sind Porträts und

Berichte zu sehen, alles in Wort und Bild oder auch mit Videos. „Das

ist keineswegs nur Werbung in eigener Sache“, meint Dominik Köb,

es dient der Persönlichkeitsentwicklung, wenn ein Lehrling sich und

sein Tun reflektiert, darüber berichtet und weiß, dass es sehr viele

Menschen ansehen können.“ Der Blog der Meusburger-Lehrwerkstatt

wird von Ausbildern und Lehrlingen gestaltet. Er wird so zum Teil der

ganzheitlichen Ausbildung.


24 | 25

POLYTECHNISCHE

SCHULE

ORIENTIEREN.

LERNEN.

REIFEN.

PTS Bregenz

PTS Lauterach

PTS

Dornbirn

PTS Rankweil

PTS

Bezau

PTS Kleinwalsertal

PTS Hittisau

ERFOLG ERFOLGT,

weil das Jahr in der Polytechnischen

Schule intensiv genutzt wird.

Die Polytechnische Schule ist eine moderne, zukunftsorientierte Bildungseinrichtung.

Die Vorarlberger Polytechnischen Schulen zählen

zu den besten in Österreich. Sie finden in der Wirtschaft, die den

Schülerinnen und Schülern Ausbildungsplätze und Karrierechancen

bietet, große Anerkennung. Sie baut auf dem Wissen, das in den

Vorarlberger Mittelschulen und AHS-Unterstufen erlernt wird, auf.

Der einjährige Unterricht wird intensiv genutzt, um Jugendlichen die

Chance zu geben, sich zu orientieren, zu lernen und zu reifen.

PTS Feldkirch

PTS Thüringen

PTS Bludenz

PTS Montafon

Die PTS baut die Brücke zu weiteren Bildungswegen wie zur Dualen

Ausbildung mit ihren vielen Karrierechancen und der Möglichkeit

zur Berufsreifeprüfung und zu den Fachschulen und Berufsbildenden

Höheren Schulen. Die Lehrpersonen der PTS sind nicht nur

hervorragende Pädagogen, sie sind auch Experten in der Bildungsberatung

und Berufsorientierung. Sie sind über die aktuellen Entwicklungen

in der Wirtschaft, über alle Berufe und die damit verbundenen

Aussichten gut informiert.

Eine zukunftsweisende Sicht von „Karriere“ stellt den Menschen

und sein Lebensglück in den Mittelpunkt. Die größte Chance darauf

haben Jugendliche, die das lernen, was ihren Talenten entspricht, was

ihnen Freude macht und was noch dazu gefragt ist. Ein großer Teil

des Unterrichts in den Vorarlberger Polytechnischen Schulen dient

dazu, diese Chance auf persönlichen Erfolg zu erhöhen. Die Schülerinnen

und Schüler analysieren und erproben gemeinsam mit ihren

Lehrpersonen ihre Eignungen und Neigungen. Die Jugendlichen

erkennen ihre eigenen Talente und Interessen, sie lernen sich selbst

besser einzuschätzen und können sich besser orientieren.


26 | 27

POLYTECHNISCHE

SCHULE

DIE SCHULE ZUR

EIGENVERANTWORTUNG

Clemens Müller hat gerade die Polytechnische Schule in Feldkirch absolviert und eine

Lehre als Maschinenbautechniker bei Liebherr begonnen. Seine Wahl hat er – nach

einem Jahr fundierter Orientierung – ganz bewusst getroffen.

Das Ende ist der Anfang: Nach einem erfüllten Schuljahr in der PTS Feldkirch startet Clemens Müller bei Liebherr in die Lehre.

Im Gespräch mit Clemens Müller und seinem Vater Klaus, mit

Gerd Sauerwein, dem Direktor der PTS-Feldkirch und mit Ausbildungsleiter

Otmar Meyer von Liebherr haben wir erfahren, wie die

Bildungs- und Berufswahl bestmöglich gelingen kann. Die Voraussetzung

dafür ist ihrer Meinung nach die „selbstverantwortliche,

reife und fundierte Entscheidung des jungen Menschen.“

„ES WAR NICHT EINFACH, HERAUSZUFINDEN, WAS ZU MIR PASST.“

Klaus Müller arbeitet beim erfolgreichen Holzbaubetrieb Berchtold in

Wolfurt und auch zu Hause im Keller der Familie steht eine Werkbank.

Dort und „bei Papa in der Firma“ hat Clemens schon als Bub liebend

gern gewerkelt und Sachen aus Holz gebaut. Als praktisch orientierter

Mensch hat er sich nach der Mittelschule für einen handwerklichen

Beruf interessiert. „Aber welchen Beruf “, erzählt Clemens, „das wusste

ich noch nicht und deshalb ging ich in die PTS.“ In dem Jahr in Feldkirch

hat der angehende Techniker sein Wissen aus der Mittelschule

gefestigt und erweitert. Dazu hat er viele Erfahrungen gesammelt,

war in Unternehmen und Berufen schnuppern – bei den Berufspraktischen

Tagen. „Das alleine“, erzählt PTS-Direktor Gerd Sauerwein

„wäre aber nicht ausreichend, um zu einer reifen Entscheidung zu gelangen.

Wir arbeiten mit unseren Schülerinnen und Schülern intensiv

daran, ihre Persönlichkeit zu entdecken und zu bilden, sodass sie sich

am Ende des Jahres selbst Antworten auf entscheidende Fragen geben


Klaus Müller

Kalkulation Bauleitung/Abrechnung

bei Berchtold Holzbau, Vater von Clemens

VATER

Clemens Müller

Lehrling im ersten Lehrjahr Maschinenbautechnik

beim Liebherr-Werk Nenzing

LEHRLING

Gerd Sauerwein

Direktor der Polytechnischen

Schule Feldkirch

DIREKTOR

Otmar Meyer

Leiter Lehrlingsausbildung

beim Liebherr-Werk Nenzing

AUSBILDER

können wie: Was kann ich? Was will ich? Was muss ich? Es ist wichtig,

einem jungen Menschen zu vermitteln, dass das Arbeitsleben beziehungsweise

das Leben überhaupt Wahlmöglichkeiten bietet, aber eben

auch Verantwortung von ihm abverlangt – im Sinne der Bereitschaft

und den Fähigkeiten, das Leben zu gestalten.“

EIN GROSSER SCHRITT

Die Entwicklung seines Sohnes in der Polytechnischen Schule nennt

Vater Klaus einen Sprung in die Selbstständigkeit: „Meine Frau und

ich haben irgendwann bemerkt, dass wir uns nicht darum kümmern

müssen, ob Clemens seine Hausaufgaben macht und wie er sie

macht. Er war immer voll beschäftigt, hatte ein straffes Programm

zu erledigen, mit klaren Plänen und Abschlussterminen. Er hat

nicht nur getan was er musste, sondern auch etwas daraus gemacht.“

Dass Clemens sich im Laufe des Schuljahres für die Metalltechnik

entschieden hat, ist für den Holzbauer Klaus Müller nur ein kleiner

Wermutstropfen: „Das Thema Holz wäre auch schön gewesen, aber

viel wichtiger ist, dass er seinen eigenen Weg gefunden hat und dass er

großes Vertrauen in sich und seine Entscheidung hat.“ Klaus Müller

hat selbst vor vielen Jahren die PTS absolviert und sieht in ihrem

Beitrag zur Reife junger Menschen den größten Vorteil: „Es gibt viele

und auch ältere Jugendliche inklusive Maturanten und Studenten, die

nicht wissen, was sie mit sich und dem Leben anfangen sollen.“

GELINGENDES MITEINANDER

Direktor Gerd Sauerwein legt wie seine Lehrerkollegen großen

Wert auf die Kommunikation mit Schülern und Eltern, aber auch

mit anderen Schulen und den lehrlingsausbildenden Unternehmen.

„Wir pflegen gute Beziehungen zur Wirtschaft, bleiben aber auch

kritisch und schauen sehr genau hin, welche Betriebe in welcher

Qualität Lehrlinge ausbilden.“ Diese konstruktive Zusammenarbeit

schätzt auch Otmar Meyer: „Es sind immer Menschen, die hinter den

Prozessen und Entscheidungen stehen. Wenn du diesen Menschen

vertrauen kannst, ist es leicht voneinander zu lernen und einander

zu unterstützen. Die PTS kennt unsere Ziele in der Ausbildung

und unseren Auswahlprozess. Umgekehrt kennen auch wir unsere

Verantwortung und wissen, welche Ansprüche die Schule im Sinne

ihrer Schüler an uns Unternehmen stellt.“ Wie sich diese Zusammenarbeit

nicht nur in Gremien und Arbeitsgruppen, sondern auf

ganz persönlicher Ebene auswirkt, hat Clemens Müller im Frühjahr

dieses Jahres erlebt. Nachdem er bei Liebherr geschnuppert hatte, rief

Ausbildungsleiter Otmar Meyer bei seinem Klassenvorstand an und

erzählte ihm, dass Clemens aus seiner Sicht beste Voraussetzungen

für den Lehrberuf Metall- und Maschinenbautechnik hätte. Der Klassenvorstand

empfahl Clemens, neben seinen anderen Möglichkeiten

auch diese Alternative zu prüfen. Das hat Clemens getan und sich bei

Liebherr beworben.

„99,8 PROZENT DER LEHRANFÄNGER SCHLIESSEN IHRE LEHRE AB.“

Otmar Meyer freut sich sehr, dass Clemens die Lehre bei Liebherr

macht. Noch mehr aber freut er sich darüber, wie es dazu kam. „Wir

wissen aus Erfahrung, dass Clemens sich in der Polytechnischen

Schule auf seine Entscheidung gut vorbereitet hat, ein Großteil unserer

Lehrlinge kommt ja aus der PTS. Wir haben schon 700 Lehrlinge

bei Liebherr ausgebildet und in all den Jahren haben nur vierzehn die

Lehre abgebrochen, dazu hat auch die PTS ihren Beitrag geleistet.“

„Was die Zukunft bringt, kann niemand voraussagen“, meint Gerd

Sauerwein zum Abschluss, „aber es ist wunderbar zu sehen, wie

unsere SchülerInnen beginnen, ihr Leben in die Hand zu nehmen.“

Wie sich die nächsten dreieinhalb Jahre in der Lehre entwickeln,

weiß auch Clemens Müller noch nicht. In den wenigen Wochen hat

er schon erfahren, dass es viel zu tun und zu lernen gibt: „Wir sind

jeden Tag gefordert. Aber ich habe auch bemerkt, dass die Ausbilder

so wie die Lehrpersonen in der PTS für uns da sind, wenn wir etwas

brauchen.“


28 | 29

POLYTECHNISCHE

SCHULE

EIN GUTES JAHR

Zwei Technikerinnen und ein Techniker von Bachmann electronic in Feldkirch blicken

gerne auf ihre Zeit in der Polytechnischen Schule zurück.

Für Rebecca, Andreas und Tatjana, alle drei bei Bachmann electronic in Feldkirch beschäftigt, war das 9. Schuljahr in der Polytechnischen Schule wegweisend.

„Ein gutes Jahr“ ist ein Hollywood-Blockbuster mit Russell Crowe

in der Hauptrolle. Im Film braucht er genau solange, um herauszufinden,

was im Leben wirklich zählt. Tatjana, Andreas und

Rebecca von Bachmann electronic wussten es schon früher – sie

haben das 9. Schuljahr in der PTS als Chance genützt.

Bei Bachmann electronic sind Abolventinnen und Absolventen

der Polytechnischen Schule als Lehrlinge mehr als willkommen:

„Jährlich starten bei uns fünf bis sechs Jungs und Mädels eine

Lehre. Mit vertieftem Wissen und klaren Vorstellungen werden

sie von den Polytechnischen Schulen bestens für das Berufsleben

vorbereitet“, so Personalreferentin Sabrina Schöch.

WER EIN ZIEL HAT, FINDET AUCH DEN WEG

Rebecca Latzer ist 29 Jahre und leitet das „Materials Management“

bei Bachmann electronic. Sie studiert Internationale Betriebswirtschaft

an der FH Vorarlberg, hat eine Lehre als Elektronikerin und

die Berufsreifeprüfung absolviert. Das möchten der 18-jährige

Andreas Ehe und die 19-jährige Tatjana Adlassnigg auch einmal

machen. Andreas ist derzeit Elektronik-Lehrling, Tatjana hat ihre

Lehre als Lagerlogistikerin schon erfolgreich abgeschlossen. Alle drei

erinnern sich gerne an die Polytechnische Schule, an die engagierte

Unterstützung der Lehrpersonen, um das persönliche Ziel zu finden,

an das gemeinsame Lernen und den Beginn von Freundschaften, die

heute noch andauern.


REBECCA LATZER

Managerin Materials

Management,

29 Jahre

ANDREAS EHE

Elektronik-Lehrling,

18 Jahre

TATJANA ADLASSNIGG

Lagerlogistikerin,

19 Jahre

BILDUNGS- UND

BERUFSWEG

BIS HEUTE

Volksschule Göfis,

Vorarlberger Mittelschule Satteins,

Polytechnische Schule Feldkirch,

Elektronik-Lehre bei Bachmann/

Berufsschule Feldkirch, Berufsreifeprüfung,

seit 2013 Studium FH Vorarlberg

(berufsbegleitend).

Volksschule Montfort in Rankweil,

Vorarlberger Mittelschule Rankweil Ost,

Polytechnische Schule Rankweil,

Elektronik-Lehre bei Bachmann/

Berufsschule Feldkirch.

Volksschule Satteins,

Vorarlberger Mittelschule Satteins,

Polytechnische Schule Feldkirch,

Lagerlogistik-Lehre bei Bachmann/

Berufsschule Dornbirn.

WARUM EINE

TECHNISCHE

LEHRE?

Ich wollte mein eigenes Geld verdienen.

Da mir Physik und Mathematik

sehr gut gefallen haben, habe ich mir

alle Möglichkeiten in diese Richtung angesehen.

Die endgültige Entscheidung

eine Lehre zu starten, habe ich nach den

Schnuppertagen getroffen.

Ich war schon als Kind an Technik aller

Art interessiert. Deshalb habe ich nach

der Mittelschule den Elektronik-Zweig

in der PTS gewählt. Für die Lehre

als Elektroniker bei Bachmann habe

ich mich entschieden, weil mich die

Berufsinhalte faszinieren und mir die

Firma gefällt.

In der 4. Klasse der Mittelschule hat

mich die Aussicht noch ein paar Jahre

in einer Schule zu sitzen gar nicht begeistert.

Dann hat mich eine Lehrerin

auf die Möglichkeiten der Lehre

aufmerksam gemacht. Ich habe es mir

angesehen und sofort gewusst, dass ich

hier hingehöre.

WARUM

POLYTECHNISCHE

SCHULE?

Weil die Schüler Zeit bekommen, um

sich ein Bild von Berufen zu machen,

die ihnen wirklich entsprechen. Und

weil sie lernen, eigenverantwortlich zu

denken.

Ich ging in die PTS, weil ich wusste,

dass ich dort – unter anderem – konkrete

Einblicke in viele Berufswege

bekomme und so war es dann auch.

Ich wollte das 9. Schuljahr nicht irgendwie

herumbringen, sondern etwas

für meine Zukunft tun. Das habe ich

mithilfe der Lehrer in der PTS auch

gemacht.

ERFAHRUNGEN

IN DER PTS?

In der PTS und bei der BIFO-Beratung

habe ich gelernt, mich selber kritisch zu

fragen, was ich wirklich will. Ich wusste

dann ganz sicher, dass Elektronik mein

Weg ist.

Ich habe das Schuljahr in der PTS sehr

positiv erlebt. Ich konnte – abgesehen

von den üblichen Fächern – Fähigkeiten

lernen, die ich in der Lehre und im

Beruf gut brauchen kann. Begeistert hat

mich die Kameradschaft in der Klasse

und in der ganzen Schule und dass wir

eine schuleigene Fußballmannschaft

hatten.

Ich konnte mein Wissen aus der

Mittelschule vertiefen, viel dazulernen

und mich auf das Arbeitsleben vorbereiten

– zum Beispiel auf die Zusammenarbeit

mit anderen. Super waren

die Schnuppertage bei Firmen, die

Unterstützung bei der Suche nach einer

tollen Lehrstelle und die gemeinsame

Salzburg-Woche.

ZUKUNFTSPLÄNE

Berufsbegleitend studiere ich Betriebswirtschaft

an der FH Vorarlberg und

überlege ein Masterstudium anzuhängen.

In der Firma leite ich eine Abteilung

mit sechs MitarbeiterInnen. Das ist

eine sehr spannende Aufgabe, die mir

sehr gut gefällt.

Zuerst möchte ich einen super Lehrabschluss

machen. Dann mache ich

entweder noch einen zweiten Lehrabschluss

als IT-Techniker oder die

Matura. Beide Möglichkeiten finde ich

sehr spannend.

Jetzt genieße ich meinen Lehrabschluss.

Lagerlogistik ist ein großes Thema,

darin möchte ich mich weiterbilden und

dazu die Matura machen. Ich möchte

viel reisen und meine Fähigkeiten in

anderen Ländern weiterentwickeln.


30 | 31

LUST AUF TECHNIK

VON ERFOLGREICHEN

TECHNIKER / INNEN

ERFOLG ERFOLGT,

wenn man der Erfahrung mehr glaubt, als

irgendwelchen Vorurteilen.

Es gibt nicht einen technischen Beruf, es gibt sehr viele und jeder

von ihnen stellt unterschiedliche Anforderungen an den Menschen.

Maschinenbau ist etwas anders als Elektronik, eine Konstrukteurin

braucht andere Talente als ein Kunststofftechniker oder eine Mechatronikerin

– es ist eine unendliche Geschichte mit fast unendlichen

Möglichkeiten.

Es ist erstaunlich, was Menschen alles glauben: Wenn ein Mädchen

gerne „Frau Doktor“ spielt, sagt Oma gleich „sie hat Talent zur

Ärztin“. Wenn ein Bub keine Lust hat, mit Bauklötzen zu spielen,

sondern lieber auf Töpfen trommelt, wird er nach Opas Meinung

eben Schlagzeuger, aber „nie im Leben Ingenieur“. Dazu gibt es

das Phänomen der selbsterfüllenden Prophezeiung: Weil jemand

Wichtiger in der Familie sagt, das Kind sei für den Beruf X begabt,

muss es genau das werden, es strengt sich an und wird es deshalb

auch – womöglich gegen den eigenen Willen und zum eigenen

Unglück. Ein anderes Phänomen ist die Momentaufnahme, die für

allgemeingültig erachtet wird: Eine einzige Note – besonders gut

oder schlecht – und schon meinen manche Eltern, ihr Kind sei für

das eine Fach gut und das andere gar nicht geeignet. Die Erfahrung

zeigt: Die Potenziale und Motive der Kinder sind viel größer und

ver wobener, als im flüchtigen Moment erkennbar. So erzählen HTL-

Lehr kräfte und Lehrlingsverantwortliche immer wieder von Jugendlichen

mit kreativer oder musikalischer Begabung, denen nachgesagt

wurde, sie hätten kein Talent für Technik.

ANSCHAUEN, AUSPROBIEREN

BIFO-Messe 2015, Berufe zum Anfassen

18. bis 21. November 2015 im WIFI Hohenems

Berufserkundung und Berufspraktische Tage in den

Unternehmen der V.E.M.

Oktober 2015 bis Ende Februar 2016

Alle Termine unter www.technikland.at

Und dann stehen diese Jugendlichen an Tagen der offenen Tür zum

ersten Mal vor einer großen, laufenden Maschinen und sind extrem

fasziniert. Solche Erfahrungen gilt es immer wieder zu suchen, sie

eröffnen den Jugendlichen Wahlmöglichkeiten – und genau darum

geht es.


VIELE BILDUNGSWEGE

FÜHREN ZU TECHNISCHEN KARRIEREN

Karriere im

Unternehmen

Lehre nach der Matura

UNI / FH

Spezialist im

Unternehmen

HTL

Lehre mit Matura

Aufbaulehrgang

HTL

Lehre / Duale

Ausbildung

AHS-Oberstufe /

BORG / Andere

Pflichtschule

(VMS, PTS, AHS-Unterstufe)

ZEIT NEHMEN UND GEBEN

Fördern Sie alle Interessen Ihrer Kinder, auch wenn

sie manchmal nur kurz auftauchen und wieder verschwinden.

Glauben Sie nie von vornherein, Ihr Kind

könne etwas nicht – lassen Sie es ausprobieren, lernen,

etwas angehen und auch wieder verwerfen. Die Zeit

der Kindheit ist kurz und mit 14 oder 15 ist es früh

genug, erste Entscheidungen zu treffen. Und selbst

diese müssen Dank unseres offenen Bildungssystems

nicht endgültig sein.


32 | 33

LUST AUF

TECHNIK

DIE FREUDE,

EIN RÄTSEL ZU LÖSEN

Neugier ist die Mutter aller Erfahrungen und durch nichts lernt ein Mensch mehr, als

durch seine Erfahrungen. Das ist bei Kindern ganz natürlich. Und bei Erwachsenen auch.

Genau Maß nehmen, um

zu erkennen was ist, um

Neues zu konstruieren

und bauen ... die Welt

von Andreas, Kilian

und Daniel ist voller

Spannung und Herausforderung.

Wer einen Beruf ausübt, der seinen Interessen entspricht, hat

Glück. Er ist täglich mit Aufgaben beschäftigt, die seine Neugier

wecken und macht immer wieder die erfüllende Erfahrung, ein

Rätsel zu lösen. Das meinen die Techniker Andreas Maringgele,

Daniel Steurer und Kilian Kemter von Diem-Werke in Hörbranz.

VOM SPIEL IM FAMILIENKREIS ZUR ARBEIT IN FAMILIÄRER

ATMOSPHÄRE

Bei Diem-Werke arbeiten 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die

meisten von ihnen sind Techniker und Technikerinnen. Sie konstruieren

und bauen Maschinen und Anlagen. Und wie bei allen Unternehmen

der V.E.M. herrscht, unabhängig von ihrer Größe, ein besonderes

Klima. Es ist für Besucher spürbar, aber als „Nicht-Eingeweihte“

schwer nachzuvollziehen. Wie kommt es, dass die Technikerinnen und

Techniker, die hier werken, fast immer gut drauf sind? Und das trotz

des Zeit- und Leistungsdrucks, trotz höchster Ansprüche an Präzision

und Qualität und der Herausforderung, immer wieder Probleme lösen

zu müssen? Die Antwort: Es ist für sie erfüllend, ihre Aufgaben zu

lösen. Es ist umso erfüllender, weil sie es gemeinsam tun – ähnlich wie

damals, „als meine Eltern mit uns Spieleabende mit kreativen Spielen

machten“, erzählt Andreas Maringgele. Er ist mittlerweile selbst

Familienvater und auch so etwas wie der „Vater“ der Abteilung

Zerspanungstechnik und der Lehrlingsausbildung bei Diem-Werke.

Wir haben ihn, Daniel Steurer und Kilian Kemter nach ihrer „Lust an

der Technik“ befragt.


ANDREAS MARINGGELE, 39

Abteilungsleiter Zerspanungstechnik,

Leiter Lehrlingsausbildung

verheiratet, 2 Kinder

Schul- und Berufsweg: VMS Lochau,

PTS Bregenz, Lehre als Maschinenschlosser/Berufsschule

Bregenz, Geselle,

Vorarbeiter, Abteilungsleiter bei Diem-

Werke

DANIEL STEURER, 31

Konstrukteur

Schul- und Berufsweg:

VMS Hittisau, PTS Hittisau,

Lehre als Maschinenschlosser/Berufsschule

Bregenz, Aufbaulehrgang Automatisierungstechnik

HTL-Bregenz,

Matura, Präzisionsschweißer im Stahlbau,

Auslandsmontage, Konstrukteur

bei Doppelmayr, seit sechs Monaten

Konstrukteur bei Diem-Werke

KILIAN KEMTER, 17

Lehrling Metalltechnik-Maschinenbau

Schul- und Berufsweg: VMS Hörbranz,

BSBZ Hohenems, Fachrichtung Landwirtschaft

u. Landschaftspflege, Lehre

Metalltechnik-Maschinenbau/Berufsschule

Bregenz bei Diem-Werke

Kollegiales Verhältnis: Lehrling Kilian und sein

Ausbilder Andreas.

Wann hast du begonnen, dich mit Technik

zu beschäftigen?

Andreas: Ich war sechs Jahre alt, vielleicht

schon früher.

Daniel: Im Kindergartenalter.

Kilian: Als kleines Kind.

Mit welcher Art von Technik hast du dich

beschäftigt?

Andreas: Matador und Lego.

Daniel: Mit Spielzeugen die man selber

zusammenbauen musste.

Kilian: Lego und Landmaschinen.

Hat dich jemand zu diesen Spielen

animiert?

Andreas: Meine Eltern machten oft Spieleabende

mit Lego, Matador oder kreativen

Spielen.

Daniel: Das Interesse kam mehr oder weniger

von alleine.

Kilian: Mein Vater und mein Onkel.

Sind dir in der Schule die naturwissenschaftlichen

Fächer leicht gefallen?

Andreas: Ein perfekter Schüler war ich nicht,

meine Freizeit war mir ab und zu wichtiger.

Daniel: Es gab auch mal schlechte Noten,

aber generell hatte ich keine Probleme.

Kilian: Ich lernte soviel ich musste.

Welche Eigenschaften sind für eine

technische Ausbildung hilfreich?

Andreas: Genauigkeit, Ehrgeiz etwas perfekt

zu machen, Innovation, Ideenreichtum.

Daniel: Logisches Denken und ein gesunder

Hausverstand. Die Realität gibt im Prinzip

alles vor. Als Konstrukteur ist es ein Vorteil,

wenn du ein gutes Vorstellungsvermögen

hast.

Kilian: Neugier, Ehrgeiz, Teamfähigkeit,

Geschick.

Warum hast du dich damals für den

Bildungsweg Lehre entschieden?

Andreas: Weil ich mit meinen Händen geschickt

und von Technik begeistert war.

Daniel: Um zu wissen, wie grundlegende Prozesse

funktionieren, ist eine handwerkliche

Ausbildung sehr von Vorteil. Das kommt mir

heute sehr zugute.

Kilian: Ich habe nach der Mittelschule die

BSBZ Hohenems absolviert, genauer gesagt

die Fachrichtung Landwirtschaft und Landschaftspflege.

Das beinhaltet auch die Landmaschinen

und deren Technik. Danach wollte

ich nicht weiter in die Schule gehen, sondern

mein Wissen in der Praxis vertiefen.

Was fasziniert dich an der Technik und an

deinem Beruf?

Andreas: Die Vielseitigkeit der Teile und die

Tätigkeit. Als Abteilungsleiter und Ausbilder

ist es die Zusammenarbeit in meinem Team

und zu sehen, wie mein Einsatz neue Fachkräfte

wachsen lässt.

Daniel: Für mich ist eine Neukonstruktion

wie ein Rätsel, das gelöst werden muss. Zu

versuchen, dieses Rätsel zu lösen, macht mir

jedes Mal wieder Freude.

Kilian: Der Umgang mit den Maschinen. Der

Weg vom Roheisen zur fertigen Maschine.

Unkomplizierte, familiäre Zusammenarbeit:

Konstrukteur Daniel und Leiter der Zerspanungstechnik

Andreas.

Wie empfindet ihr euer Arbeitsklima?

Andreas: Sehr familiär. Einige Mitarbeiter

sind schon über 20 Jahre bei uns.

Kilian: Kollegial.

Daniel: Unkompliziert.

Andreas, was liegt dir als Leiter der

Zerspanung und der Lehrlingsausbildung

besonders am Herzen?

Dass jeder sieht, er wird gebraucht und dass

jeder für jeden einsteht. Alle sollen spüren,

dass wir ein Team sind und ich will mit gutem

Beispiel vorangehen. Wir müssen Termine

einhalten, es ist daher wichtig für mich, Stress

durch vorausschauende Auftragsfertigung zu

vermeiden, aber auch dadurch, Mitarbeiter

nach ihren Fähigkeiten einzusetzen und Probleme

immer gleich zu lösen.

Daniel, du hast nach der Lehre den HTL-

Aufbaulehrgang Automatisierungstechnik

absolviert und warst auch im Ausland.

Was waren deine Erfahrungen?

Ich bin in die HTL gegangen, weil ich die Konstruktionen

die ich gebaut habe, besser verstehen

wollte und auch einmal selber eine

Kon struktion von Grund auf erschaffen wollte.

Später war ich beruflich in den USA. Durch

den Umstand, dass ich alleine dort war, habe

ich sehr viel über mich gelernt. Ich musste

mich schnell anpassen und trotzdem die Kontrolle

über das Projekt behalten. Es hat mich

selbstsicherer, weitsichtiger und verantwortungsbewusster

gemacht. Vermutlich war das

die beste Schule die ich je gemacht habe.


34 | 35

LUST AUF

TECHNIK

MUSIK HAT SYSTEM,

DIE CHEMIE AUCH

Schon von klein auf spielt Nina Holzer leidenschaftlich gerne Klavier und ist fasziniert

von chemischer Verfahrenstechnik. Abgesehen davon ist die 21-jährige Oberflächentechnikerin

bereits Schichtführerin bei Collini.

Nicht nur am Klavier sondern auch im Beruf talentiert: In ihrer Lehrzeit belegte Nina den dritten Platz bei den österreichischen Nachwuchsmeisterschaften der

Arbeitsgemeinschaft Oberflächentechnik.


Ein gutes Auge und viel Gespür: Ninas hervorragender Sinn für komplexe

Zusammenhänge veranlasste Guntram Obwegeser, Leiter der Lehrlingsausbildung

bei Collini, ihr den Beruf der Oberflächentechnik zu zeigen.

MIT DEN HERAUSFORDERUNGEN WACHSEN, DAS IST SPANNEND

Aus dem Interesse wurde Faszination und mittlerweile nutzt Nina ihr

Talent in vielen Bereichen. Ihr Gespür für Beziehungen zwischen den

Teilen eines Systems und das Erkennen von Prozessen hilft ihr in der

chemischen Verfahrenstechnik genauso wie im Aufbau von Schichtplänen

und Produktionsabläufen. Ihre Karriere bringt es mit sich, dass

sie sich nun auch mit dem „System“ eines Teams auseinandersetzen

muss, dem Führen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und dem

Gestalten ihrer Zusammenarbeit. „Das ist“ meint Nina, „momentan

die größte Herausforderung, aber es klappt schon ganz gut.“ Wenn

Nina bescheiden „ganz gut“ sagt, kann man davon ausgehen, dass es

sehr gut klappt. Schon in ihrer Lehrzeit hat sie durch ihre Leistungen

überzeugt und war unter anderem Dritte bei den österreichischen

Nachwuchsmeisterschaften der Arbeitsgemeinschaft Oberflächentechnik.

Und so gewinnt sie trotz ihrer Jugend auch das Vertrauen ihrer

Kollegen durch ihre Kompetenz und ihren empathischen Charakter.

ZUM GLÜCK DIE OBERFLÄCHENTECHNIK KENNENGELERNT

Nach der Volksschule und der Unterstufe im Gymnasium hat sich die

Lustenauerin Nina Holzer für die Praxis entschieden. Sie besuchte

die Polytechnische Schule in Dornbirn und bewarb sich danach für

eine Lehrstelle als Industriekauffrau bei Collini. Grund dafür war

unter anderem ihr Talent und Interesse an Sprachen. „Ich dachte, als

Industrie kauffrau in einem internationalen Unternehmen kann ich

dieses Talent gut brauchen.“ Das ist auch so, aber Guntram Obwegeser,

der Leiter der Lehrlingsausbildung bei Collini, sah noch viele weitere

Talente in Nina, beziehungsweise eines, das allen anderen zugrunde

liegt. Deshalb zeigte er ihr auch die Alternative eines technischen

Lehrberufs. Guntram Obwegeser: „Im Gespräch mit ihr dachte ich,

dass sie einen hervorragenden Sinn für komplexe Zusammenhänge

hat. Das ist in der Musik so, in der Sprache und eben auch in der

Oberflächentechnik. Also habe ich ihr den Beruf gezeigt und er hat ihr

Interesse geweckt.“

NINAS TIPP: NEUGIERIG SEIN, ALLES ANSCHAUEN

Aus ihrer eigenen Erfahrung heraus rät Nina Holzer allen jungen Leuten,

sich vor ihrer Entscheidung für eine Schule oder einen Lehrberuf

alle Alternativen anzuschauen und viel zu schnuppern. Und noch eine

Erfahrung möchte sie weitergeben: „Für meine Eltern war es natürlich

eine Überraschung, dass ich mich nicht für die Lehre als Industriekauffrau,

sondern für die Oberflächentechnik entschieden hatte, aber

sie haben mich voll unterstützt.“ Ihr Sprachtalent kann Nina Holzer

übrigens auch in ihrem technischen Beruf sehr gut brauchen und

auch auf ihren privaten Reisen nützt sie es intensiv. Ihr Wunsch, alles

anschauen zu wollen, führte Nina schon weit über Europa hinaus bis

nach Australien, Neuseeland, USA und die Südsee.


36 | 37

LUST AUF

TECHNIK

VOM LEHRLING

ZUM MASTER MIT

AUSZEIC

Marcel Haltmeier hat 1997 seine Lehre in Elektrotechnik abgeschlossen. Heute ist er

Master of Science und Spezialist für Brandmeldetechnik bei Siemens Bregenz.

Enormes Wissen und hohe Beziehungsqualität: Das Engagement und der Lerneifer von MSc Marcel Haltmeier (links) wird von DI Bernd Spratler in vielen Hinsichten unterstützt.

Karrieren wie die von Marcel Haltmeier sind außergewöhnlich und

vorbildlich. Sie kommen in der V.E.M. öfter vor, als man meinen

könnte. Ein Grund dafür ist die große Leidenschaft der TechnikerInnen

an ihrem Fachgebiet und ihrer Arbeit, verbunden mit dem

Wunsch, „immer up to date“ zu sein. Einen anderen Grund nennt

der Vorstand von Siemens Bregenz, DI Bernd Spratler: „Uns liegt

sehr viel daran, dass sich unsere Mitarbeiter weiterbilden. Wir

fördern ihre Bildung mit Lernurlauben, Rücksichtnahme in der Arbeitszeitgestaltung

und anderem mehr. Das schafft enormes Wissen

im Unternehmen und eine hohe Beziehungsqualität, denn es verbindet

uns auf lange Sicht mit unseren Mitarbeitern und umgekehrt.“

DER ERSTE COMPUTER: „EINE ENTSCHEIDENDE ERFAHRUNG“

Heute ist es kaum mehr zu glauben, aber 1990, als Marcel Haltmeier

im Alter von zehn Jahren seinen ersten Computer bekam, war er

eines von ganz wenigen Kindern, die so ein „Wunderding“ hatten.

Damals gab es kein Internet, kein Smartphone und auch in Marcels

Volksschule in Höchst stand kein PC. „Mein Computer“, erinnert

sich Marcel, „war nicht vergleichbar mit einem heutigen, aber es

war großartig, damit die ersten Erfahrungen im Programmieren zu

machen. Dank dieses Geschenks meiner Eltern hatte ich die ersten

Berührungspunkte mit der Technik. Das hat mein Leben bis heute

geprägt.“


HNUNG

LERNEN UND ARBEITEN „MIT KOPF UND HAND“

Auf die Frage, wie er zur Lehre als Elektrotechniker kam, meint

Marcel: „Ich fand es spannender, vier Tage in der Woche an Bauteilen

zu arbeiten und einen Tag in der Schule zu lernen, als fünf Tage in

die Schule zu gehen und ein paar Stunden pro Woche irgendetwas

Praktisches zu tun. Ich habe also in ein paar Berufe und Firmen

hineingeschnuppert. Die Elektrotechnik hat mich fasziniert, weil

sie unglaublich vielseitig ist und mir unendlich viele Möglichkeiten

bietet. Es gibt ja kaum etwas, das ohne Elektrotechnik funktioniert.“

JEDES JAHR EIN GUTES STÜCK MEHR WISSEN

Seit seinem Lehrabschluss hat Marcel jedes Jahr mindestens ein oder

zwei Seminare bzw. Weiterbildungskurse absolviert. Für den dreifachen

Familienvater klingt das so selbstverständlich wie für andere,

jährlich auf Urlaub zu fahren. Und manchmal, wie bei seinem Studium

braucht es auch Lernurlaub und noch viele Lernwochenenden dazu,

um es zu schaffen. Marcel erzählt: „Bei der Entscheidung berufsbegleitend

zu studieren war es ganz wichtig, die Familie mit einzubinden.

Ohne das Verständnis und die Unterstützung meiner Frau und

unserer Kinder wäre es nicht möglich gewesen, soviel Zeit und Einsatz

aufzuwenden.“

GEFRAGTER EXPERTE IN BRANDMELDETECHNIK

Bei Siemens in Bregenz arbeiten rund 100 hochqualifizierte Mitarbeiter.

Etwa die Hälfte davon sind in der Division „Building Technologies“

– der Technologie für ein nachhaltiges Gebäudeequipment tätig

Marcel Haltmeier erinnert sich, wie er zu seinem Spezialgebiet kam:

„Wie so oft im Leben macht der Zufall eine Tür auf und du musst

einfach nur durchgehen. Wir wurden damals vor neue und spezielle

Fragen zum Thema Brandmeldetechnik gestellt. Das hat mich brennend

interessiert und ich bin Schritt für Schritt hineingewachsen.“

Einen Riesenschritt in puncto Weiterbildung brachte das Studium

an der Donauuniversität Krems und schließlich die ausgezeichnete

Masterarbeit. Marcel Haltmeier erforschte, wie sich „Täuschungsalarme“

verringern lassen. Seither ersparen sich Feuerwehren im ganzen

Land und weit darüberhinaus viele Ausrückungen aufgrund von

falschen Alarmen.

LEBEN IST VERÄNDERUNG

„Im Berufs- und im Privatleben“, sagt Marcel Haltmeier „gibt es

ständige Veränderungen, ob du willst oder nicht. Es ist wichtig, dazuzulernen,

Stillstand zu vermeiden und dich gut mit deinem Umfeld

abzustimmen.“ Bei Siemens arbeitet Marcel im Vertriebsteam, berät

als Experte Kunden in der Planung von Brandschutz und Sicherheitsanlagen.

In dieser Tätigkeit hat er viel mit Menschen innerhalb und

außerhalb des Unternehmens zu tun. Und obwohl Marcel Haltmeier

auch in diesem Teil seines Berufs schon viel Vorbildung und fundierte

Erfahrung hat, beginnt er dieser Tage eine weitere Ausbildung

in „Systemischem Leadership“ – vielleicht die höchste Schule in der

Kommunikation von Mensch zu Mensch.

Für seine Master-Thesis

„Täuschungsalarme reduzieren“

erhielt Marcel eine

Auszeichnung – im Bild

mit Peter Toncar, Siemens

Building Technologies.


38 | 39

LUST AUF

TECHNIK

VOM SPIELZEUG ZUR

EIGENEN ERFINDUNG

Die faszinierende Lebensgeschichte eines Technikers, der die Krantechnik beim

Lego spielen für sich entdeckte und heute selber konstruiert.

Soeben hat die Hans Künz GmbH eine seiner Ideen zum Patent angemeldet. Dabei ist Roman Beer erst 28 Jahre alt. Den Grundstein für

seine Karriere hat zwanzig Jahre vorher sein Göte gelegt. Er war, sagt Roman, „mein Hauptsponsor in Sachen Lego-Technik. Das war ein

teures Spielzeug, aber meine große Leidenschaft“. Mittlerweile hat der junge Mann aus Au im Bregenzerwald die HTL-Elektrotechnik

absolviert und an der FH Vorarlberg Mechatronik studiert. Er arbeitet bei Künz und macht „ganz nebenbei“ seinen Master in Energietechnik.

Ganz schön viel könnte man meinen. „Aber“ sagt Roman, „es geht gut, wenn man – wie ich – von der Freundin, der Familie und

dem Arbeitgeber unterstützt wird.“

Vom Kindheitstraum

zur Realität: Heute

konstruiert Roman Beer

selbst Krane.


Auf seine Erfindung und

das Mitwirken am Projekt

„Van Berkel“ ist Roman Beer

sichtlich stolz.

LAUFEN LERNT MAN VOM HINFALLEN

Bei so einem Lebenslauf ist man versucht, Roman zu fragen, ob er in der

Schule auch einmal schlechte Noten hatte und ob er in der Arbeit auch

einmal Fehler macht. Die Antwort darauf kommt mit einem Lachen:

„Natürlich war da der eine oder andere Reinfall dabei und natürlich

mache ich Fehler oder glaube verbissen, dass etwas so oder so funktionieren

muss. Dann komme ich – oder jemand im Team darauf, dass es

so gar nicht gehen kann. Als Techniker macht man aber die Erfahrung,

dass Fehler dazugehören und wichtig sind, um Neues zu entdecken.“

Was wir Roman noch gefragt haben, lesen Sie hier im Interview:

Welche Eigenschaften zeichnen eine Technikerin bzw. einen Techniker

aus? „Das hängt vom jeweiligen Beruf ab. Bei meinem Thema

würde ich sagen Neugier, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen – die

Neugier etwas zu verstehen, den Ehrgeiz es besser zu machen und das

Durchhaltevermögen, wenn man nicht gleich weiterkommt.“

Muss man ein Musterschüler in Mathematik und Physik sein, um

Techniker zu werden? „Es gibt ja die berühmte Geschichte von Albert

Einstein und seinen Fünfern in Mathematik und Physik. Er war aber

in einer Schweizer Schule und dort ist es die zweitbeste Note. Es ist

also schon hilfreich, wenn einen die Fächer nicht zu sehr plagen.

Für viele technische Berufe ist aber schlicht und einfach der gesunde

Hausverstand entscheidend.“

Ist Technik kreativ? „Na klar – Kreativität heißt ja nichts anderes als

fantasievolles und gestalterisches Denken. Das kannst du schon bei

Kindern beobachten, bei Lehrlingen, HTL-Schülern und bei gestandenen

Technikern – die tüfteln immer an etwas herum. Das ist ja das

Großartige!“

Was machst du bei Künz Kranbau, wann und wie bist du zu Künz

gekommen? „Ich bin seit sechs Jahren im Unternehmen, habe aber

schon während der HTL ein Praktikum bei Künz gemacht und im

Studium Projekte mit Künz. 2013 hat mir meine Firma ermöglicht,

75 Prozent zu arbeiten und berufsbegleitend den Master zu machen.

Ich bin in der Entwicklung Konstruktion tätig. Mein Aufgabengebiet

ist sehr vielfältig – von der Projektierung von neuen Kranen bis zu

Messungen auf der Baustelle.“

Wie ist eure Arbeitskultur bei Künz?

„Auch wenn das jetzt nach Werbung klingt: Es ist sehr angenehm.

Wir haben eine respektvolle „Du-Kultur“ – vom Geschäftsführer bis

zum Lehrling. Mein Team setzt sich aus „Stahlwasserbauern“ und

„Kranbauern“ zusammen. Die unterschiedlichen Wissensgebiete ergeben

eine spannende Symbiose. Das führte auch zu unserer Erfindung,

einer ganz neuen Trägergeometrie für Krananlagen. Die erste davon

wird gerade in Holland gebaut – da sind wir schon ein wenig stolz

drauf.“

1987

Geboren in Au/

Bregenzerwald

1993 – 2001

Volksschule und

Hauptschule Au

2006

Matura Elektrotechnik

an der

HTL-Bregenz

2009

Start bei Künz

Entwicklung

Konstruktion

2011

Beginn Bachelorstudium

Mechatronik

an der

FH Vorarlberg

2013

Abschluss Bachelor-Studium,

Beginn Masterstudium

Energietechnik an der

FH Vorarlberg


40 | 41

HTL UND

FH VORARLBERG

TECHNIKBOOM IN

DEN HTL UND DER

FH VORARLBERG

ERFOLG ERFOLGT,

durch ein einzigartiges Lernklima,

Forschung und Praxisorientierung.

Die drei Vorarlberger HTL, die FH Vorarlberg und die lehrlingsausbildenden

Unternehmen sind jene Orte, aus denen die Pioniere

des Techniklandes Vorarlberg kommen. Und wie die technischen

Lehrberufe boomen auch die HTL und die FH Vorarlberg – erkennbar

an den stark steigenden Zahlen der Schüler/innen und

Studierenden.

HÖHERE TECHNISCHE LEHRANSTALTEN:

SCHULE ALS MITEINANDER

Es ist ein sehr konzentriertes, aber doch gelassenes Miteinander, in

dem Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer ihren Alltag

in den HTL gestalten. Täglich herrscht Abwechslung zwischen Theorie

im Klassenzimmer und Praxis in den Werkstätten und Labors.

Und selbst in den Pausen kann man die angehenden Technikerinnen

und Techniker neugierig miteinander diskutieren sehen. Vielleicht

ist es diese Neugierde, die Schüler und Lehrer über die Jahre bis zur

Matura und oft ein ganzes Leben lang verbindet.

FH VORARLBERG:

UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCES

1989 entstand das „Technikum Vorarlberg“ und der Grundstein

für die erste Fachhochschule Österreichs war gelegt. Heute ist die

FH Vorarlberg eine Vorzeige-Hochschule, eine der größten technischen

Bildungsstätten der Region, ein führendes Forschungszentrum

und ein wichtiger Partner der Wirtschaft, ganz besonders der

Vorarlberger Elektro- und Metallindustrie. Wie in den HTL sind

die Unternehmen in der FH Vorarlberg stets präsent, nutzen die

Forschungseinrichtungen und die Kompetenzen der FH Vorarlberg,

vergeben Diplomarbeiten und Praktikumsplätze und kooperieren,

um gemeinsame Projekte auf die Beine zu stellen. So haben die

Studierenden intensiven Kontakt zu den Unternehmen, in denen sie

nach Studienabschluss Karriere machen.


1.725

SCHÜLER / INNEN

HTL

+ 32 PROZENT

2.278

SCHÜLER / INNEN

HTL

2010

ohne Fachschule

2015

STUDIERENDE

FH VORARLBERG

BACHELOR 279

MASTER 59

+ 57 PROZENT

STUDIERENDE

FH VORARLBERG

43 % TECHNIK STUDIERENDE

BACHELOR 398

MASTER 138

HTL BREGENZ

Fachrichtungen:

• Maschinenbau – Automatisierungstechnik (5-jährig)

• Maschinenbau – Kunststofftechnik (5-jährig)

• Elektrotechnik (5-jährig)

• Fachschule Maschinenbau (4-jährig)

• Fachschule Elektrotechnik (4-jährig)

Alle Infos: www.htl-bregenz.ac.at

HTL DORNBIRN

Fachrichtungen:

• Wirtschaftsingenieurwesen (5-jährig)

Informatik, Logistik, Maschinenwesen

• Textiltechnik (5-jährig)

Bekleidungstechnik, Textiltechnik, Mode

• Fachschule Informationstechnik (3,5-jährig)

Bekleidungstechnik (3-jährig)

Maschinenstickerei (3-jährig)

Fachschule Textilchemie (3-jährig)

• Chemieingenieurwesen (5-jährig)

Textilchemie, Chemische Betriebs- & Umwelttechnik

Alle Infos: www.htldornbirn.at

2010

2015

BA/MA Studiengänge Technik

FH VORARLBERG

Bachelor-Studiengänge:

• Elektrotechnik Dual

• Informatik – Software and Information Engineering

• Mechatronik

• Mechatronik-Machinenbau

• Wirtschaftsingenieurwesen (berufsbegleitend)

Master-Studiengänge:

• Energietechnik und Energiewirtschaft

• Informatik

• Mechatronics

Alle Infos:

www.fhv.at

www.youtube.com/fhvorarlberg

www.facebook.com/fhvorarlberg

HTL RANKWEIL

Fachrichtungen:

• Elektronik und technische Informatik (5-jährig)

• Bautechnik (5-jährig)

• Fachschule für Elektronik (4-jährig)

Alle Infos: www.htl-rankweil.at


42 | 43

HTL UND

FH VORARLBERG

ZUKUNFTSWEISEND IM

WAHRSTEN SINNE DES WORTES

Im Rahmen des neuen Klassenmentorings bekommen die Klassen der HTL in Bregenz,

Dornbirn und Rankweil ein oder mehrere Vorarlberger Unternehmen als Mentor.

Die Mentoren begleiten die Schülerinnen und Schüler vom Start bis zur Matura.

Wenn die „Erstklässler“ ihre Schullaufbahn in den HTL beginnen,

machen sie nicht nur Bekanntschaft mit ihren neuen Lehrkräften

und Unterrichtsfächern. Sie lernen auch bald ihre Mentoren

kennen und haben so schon früh persön lichen Kontakt zu den

Unternehmen der Vorarlberger Industrie.

WERTVOLLE ERFAHRUNGEN FÜR DIE SCHÜLER

Schon seit Jahrzehnten sind die Höheren Technischen Schulen des

Landes eng mit der Vorarlberger Wirtschaft verbunden. Im Schuljahr

2014/15 wurde die Partnerschaft dank der Initiative eines Projektteams

der V.E.M. weiter vertieft. In gemeinsamer Vorarbeit mit den

Schulleitungen und den Klassenvorständen wurde das „HTL-Klassenmentoring“

ins Leben gerufen. Das Mentoring- Programm bietet

den Schülerinnen und Schülern während der fünf Jahre zusätzliche

Erfahrungs möglich keiten, wie Seminare zu den Themen Lernenlernen,

Projektmanagement, Teamwork und Bewerbungstrainings.

In Workshops, aber auch auf Exkursionen in Unter nehmen und bei

Outdooraktivitäten lernen die Schülerinnen und Schüler früh Theorie

und Praxis zu verknüpfen, bilden Netzwerke in die Firmen und

haben persönliche Ansprechpartner für ihre im Verlauf der Schulzeit

notwendigen Prak tika. Die individuelle Abstimmung zwischen den

Klassenvor ständen und den Mentoring-Unternehmen sorgt dafür,

dass das Programm den Anforderungen des jeweiligen Lehrgangs

entspricht und die schulischen Inhalte sinnvoll ergänzt.

VON ANFANG AN EIN ERFOLGSMODELL

Schon beim Start im vergangenen Jahr haben sich elf V.E.M.-Unter -

nehmen am HTL-Klassenmentoring beteiligt und die finanziellen

sowie personellen Ressourcen bereitgestellt. Die finanziellen Beiträge

erreichen eine Höhe von etwa 2.000 Euro pro Schuljahr und Klasse,

also 10.000 Euro bis zur Matura. Im aktuellen Schuljahr 2015/16

kamen weitere Unternehmen der V.E.M. hinzu. Nicht in Zahlen

gemessen werden kann der Aufwand der Klassenvorstände und der

Unternehmensmitarbeiter, dank deren Einsatz die Durchführung des

Mentoring-Programms erst möglich wurde. Die positiven Erfahrungen

bestärken laut V.E.M.-Geschäfts führer Mario Kempf, „alle

Beteiligten darin, das HTL-Klassenmento ring fortzuführen und

weiter auszubauen.“

DIE MENTORING-UNTERNEHMEN DER HTL-KLASSEN

Seit dem Schuljahr 2014/15:

Alpla, Bachmann, Blum, Doppelmayr, Grass, Hirschmann,

Künz, Liebherr, illwerke vkw, Meusburger, Zumtobel

Neue Mentoren seit dem Schuljahr 2015/16:

S.I.E, WolfVision, SAPA Nenzing

„Das HTL-Klassenmentoring ermöglicht

unseren Schülerinnen und Schülern schon

früh persönliche Beziehungen zu den Unternehmen.

Neben vielen anderen Vorteilen

dieser Netzwerkbildung erkennen sie, wofür

sie lernen, erfahren die Wertschätzung der

Wirtschaft und werden dadurch zusätzlich

motiviert.“

MMag. Claudia Vögel,

Schulleiterin HTL Bregenz

„Das Neue am HTL-Klassenmentoring ist

unsere persönliche Zusammenarbeit mit den

Klassenvorständen und der langjährige Kontakt

zu den Schülerinnen und Schülern. Wir

arbeiten miteinander, lernen voneinander und

profitieren von den erst durch diesen direkten

Kontakt möglich gewordenen Erfahrungen.“

Uwe Breuder, Alpla, gemeinsam mit der Firma

Meusburger Mentoring-Unternehmen der

1HK-Kunststofftechnik


Exkursion und

Berufserlebnisse

sammeln

2

HTL

KLASSEN

MENTORING

VON ANFANG AN

STARK BEGLEITET

3

1

Teamwork und

Kommunikation

Bewerbungstraining

Projektmanagement

4

5

Projektvorstellung

und Lernen neu

gedacht

Karriere im

TECHNIKLAND

Vorarlberg

Mit dem Klassenmentoring bringt die Vorarlberger

Elektro- und Metallindustrie HTL-Schulen und Unternehmen

zusammen. Vom ersten Jahr bis zum Abschluss

begleiten bis zu zwei Unternehmen je eine Klasse. Das

bringt Theorie und Praxis näher zusammen und bietet

Raum für viele neue Erfahrungen. Mehr dazu online

unter www.technikland.at

DAS HTL-KLASSENMENTORING

IM ÜBERBLICK

1. Schuljahr: Projektvorstellung

und „Lernen neu gedacht“

• Abstimmung Unternehmen

und Klasse

• Gemeinsamer Kick-off

• Seminar „Lernen neu gedacht“

2. Schuljahr: Bewusstseinsbildung

• Ganztägige Exkursion

in Unternehmen

• Wie läuft’s im Unternehmen?

Dos and Don’ts, Rollenbilder

3. Schuljahr: Projektmanagement

• Bearbeitung eines Projekts,

Projekttage

• Projektmanagement-Tools

• Ergebnispräsentation

4. Schuljahr: Bewerbungstraining

• Simulation Bewerbung

• Lebenslauf

• Anschreiben

• Bewerbungsgespräch

5. Schuljahr: Teamwork

• Planspiel oder

Outdoor-Aktivität

• Abschlussveranstaltung

Unternehmen und Klasse

Zusätzlich dazu individuelle

Aktivitäten pro Klasse /

Mentoring-Unternehmen

„Ich fand schon das erste Seminar ,Lernen

neu gedacht‘ sehr spannend und hilfreich.

Ich freue mich auf die Exkursionen im kommenden

Schuljahr.“

Felix Martin,

Schüler HTL Bregenz,

1HK-Kunststofftechnik

„Die HTL ist eine Schule, die Theorie und

Praxis gezielt verbindet. Durch die Partnerschaft

mit den Vorarlberger Unternehmen

können wir diese erfolgreiche Ausrichtung

weiter vertiefen und ausbauen.“

Jörg Maninger,

Klassenvorstand HTL Bregenz,

1HK-Kunststofftechnik


44 | 45

HTL UND

FH VORARLBERG

DIE KRAFT DER JUGEND FÜR

DIE ENERGIE DER ZUKUNFT

Ob in der Lehrlingsausbildung oder als Partner der HTL und der FH Vorarlberg,

illwerke vkw fördert die Jugend auf vielfältige Weise.

„Investitionen in die Bildung sind Investi tionen

in die Zukunft jedes Einzelnen, unseres

Unternehmens und unserer Gesellschaft“,

meint Bernadette Schapler. Als ehemalige

Studentin der FH Vorarlberg weiß sie aus Erfahrung,

wie gut es tut, „schon im Studium

persönliche Ansprechpartner in der Wirtschaft

zu haben, bei interessanten Aufgaben

mitzuwirken und das Gelernte praktisch

umzusetzen.“ Bernadette Schapler ist im

Bereich Personal bei illwerke vkw tätig und

immer initiativ, um die Jugend nach dem

Motto „mittendrin statt nur dabei“ zu

fördern – so wie die Partnerschaften von

illwerke vkw mit der FH Vorarlberg.

Gemeinsam für und an der Zukunft arbeiten: Für Mag. (FH) Bernadette Schapler MSc, Bereich Personal bei

vkw illwerke, ist das Miteinander und der Teamgedanke mit den Werkstudenten und Praktikanten sehr wichtig.

„Die Kooperation mit der Wirtschaft und insbesondere

mit illwerke vkw ist für den Studiengang

Energietechnik und Energie wirtschaft von

zentraler Bedeutung. Einer seits werden im Studium

jene Kompetenzen ver mittelt, die Absolventen

bei ihren zukünftigen Arbeitgebern in

der Wirtschaft benötigen. Andererseits bieten

unsere Wirt schaftspartner Jobs für berufsbegleitende

Studierende, Themen für Projekte und

Master arbeiten sowie Mit arbeiter, die aus der

Praxis heraus unterrichten.“ Dr. Klaus Rheinberger,

Studiengangsleiter für Energietechnik

und Energiewirtschaft an der FH Vorarlberg

HEUTE AN MORGEN ARBEITEN, TALENTE

FRÜHZEITIG ERKENNEN

„Wir beschäftigen zur Zeit rund 120 Praktikanten

und zwölf Werkstudenten. Elf davon

studieren an der FH Vorarlberg und können

über eine Teilzeitbeschäftigung ihr Wissen

bei uns im Unternehmen vertiefen. Wir arbeiten

aber auch aktiv an der Gestaltung von

Studien gängen wie Energietechnik und

Energie wirtschaft mit, bieten Studienplätze

für die dualen Studiengänge Elektrotechnik

und Wirtschafts ingenieurwesen an und wir

konnten bereits erste Studienabgänger übernehmen.

Auch nutzen einige unserer Mitarbeiter

die FH Vorarlberg zur Weiterbildung.“

Stefan Hartmann BA MAS MSc,

Produktmanager für Elektromobilität

bei illwerke vkw

GEMEINSAME FORSCHUNG IM DIENST

EINER NACHHALTIGEN ENTWICKLUNG

„Die langfristige Zusammenarbeit mit illwerke

vkw ist für uns ein echter Glücksfall. Das

Unternehmen leistet die Grundfinanzierung

für unsere Stiftungsprofessur Energieeffizienz

und liefert uns wichtige Impulse und Fragestellungen.

Aktuell untersuchen wir, wie Solarund

Windstrom, also nachhaltige, aber stark

schwankende Energiequellen, effizienter in die

Energieinfrastruktur eingebunden werden

können und wie Materialien, wie zum Beispiel

Dämm stoffe, für nachhaltige Energietechnologien

verbessert werden können.“

Dr. Jörg Petrasch, Stiftungsprofessor für

Energieeffizienz an der FH Vorarlberg


KURZE FRAGEN, KURZE ANTWORTEN: DREI WERKSTUDENTEN DER ILLWERKE VKW

Ihr Bachelorstudium haben sie schon lange hinter sich, arbeiten erfolgreich bei illwerke vkw und

absolvieren berufsbegleitend das Masterstudium Energietechnik und Energiewirtschaft an der

FH Vorarlberg.

FLORIAN GSTREIN

27 Jahre, wohnhaft in Nüziders,

Bereich Erzeugung

MARIA THERESA TONINI

26 Jahre, wohnhaft in Dornbirn,

Bereich Energieeffizienz/Mobilität

und Kundenservice

THOMAS VOGEL

30 Jahre, wohnhaft in Dornbirn,

Bereich Energieeffizienz/Mobilität

und Kundenservice

WAS SIND DEINE

AUFGABEN?

• SAP/PM Unterstützung bei

der Modulbetreuung

• Betreuung der Konzernstrukturverwaltung,

Erstellung von Raumbüchern

• Verknüpfung der technischen Objekte

mit dem Archivierungs system

• Erhebung und Erstellung

spezifischer Kraftwerksunterlagen

• Organisation von Projekten

(z. B. e-Gastro)

• Kundenberatung

(Wie funk tioniert ein Elektroauto?

Welche Förderungen gibt es?)

• Präsentationen, Recherchen

und Marktanalysen zum Thema

Elektromobilität

• Betreuung von Energiecockpit-

Anlagen bei Kunden

• Datenerhebung, Vorbereitung

von Energieaudits

• Produktentwicklung für

Messdienstleistungen

• Integration der innerbetrieblichen

Anlagen im Energiecockpit

ARBEITEN UND

STUDIEREN

GLEICHZEITIG?

• Hervorragend, super Chance,

echter Mehrwert

• Aufwertung des Studiums durch

Praxis

• Kann viel Erfahrung sammeln

• Arbeits- und Studienthemen

ergänzen einander perfekt

• Kann das Gelernte sofort „live“

anwenden

• Zusammenarbeit ist ausgezeichnet,

bester Beweis: Werkstudenten,

die in Teilzeit bei illwerke vkw

arbeiten oder Festangestellte, die

die FH Vorarlberg zur Weiterbildung

nutzen.

• Tätigkeiten im Unternehmen sind

für die Vorlesungen hilfreich,

ermöglichen einen schnelleren

Einstieg in die Thematik

• Eingliederung der Studenten in

den Arbeitsalltag war/ist sehr

problemlos

WAS STEHT ALS

NÄCHSTES AN?

Die Masterarbeit, auch im Zuge

meiner Tätigkeit als Werkstudent

Forschen und Masterarbeit zum

Thema „Intelligente Regelung von

Batteriespeichern“ schreiben

Vorgesehen ist eine Masterarbeit

rund um das Thema „Dezentrale

Brauchwarmwasserversorgung“

Werkstudentin

Maria Tonini wird

von ihrem illwerke

vkw-Betreuer Stefan

Hartmann in der

Beratung zur Elektromobilität

geschult.


46 | 47

HTL UND

FH VORARLBERG

GEWINN FÜR BEI

Mit einem erfolgreichen Praxisprojekt startete die neue Partnerschaft zwischen der

FH Vorarlberg und ThyssenKrupp Aufzüge in Dornbirn.

Die Projektgruppe der FH Vorarlberg:

Alexander Geuze, Anna Hirtreiter, Cino Jovanovic,

Alexander Wachter und Christopher Wiener mit

ThyssenKrupp-Aufzüge-Niederlassungleiter

Christian Rehmann.

Ein hervorragendes Beispiel für die

Zusammenarbeit von Bildungsinstitutionen

und Unternehmen imTechnikland

Vorarlberg“ sind die vielen Kooperationen

der FH Vorarlberg. Seit Anfang des Jahres

ist auch die Niederlassung Vorarlberg der

ThyssenKrupp Aufzüge GmbH offiziell ein

Partnerunternehmen. Als Premiere für die

Kooperation diente im Sommersemester

2015 ein Praxisprojekt mit einem Studententeam

des Studiengangs Internationale

Betriebswirtschaft, das erfolgreich abgeschlossen

wurde und bis Ende diesen Jahres

zur Umsetzung kommt.

OPTIMIERTE SERVICELOGISTIK

ThyssenKrupp Aufzüge gehört zu den

führenden Technologie- und Service Unternehmen

in der Gebäudemobilität und

die Unternehmenstätigkeit umfasst: Bau,

Modernisierung und Wartung von Personen-

und Lastenaufzügen, Fahrtreppen und

Fahrsteigen, automatischen Türen und Tore

sowie Fassadenbefahranlangen. Das alles

erfordert ausgeklügelte Lager- und Logistikprozesse

– diese zu optimieren war das Ziel

des Praxisprojektes mit dem Studententeam

der FH Vorarlberg. „Wir sind stolz auf

diese Zusammenarbeit, von der beide Seiten


DE SEITEN

Das neue Lagerkonzept optimiert

die Servicelogistik von

ThyssenKrupp Aufzüge.

profitieren: wir als Vorarlberger Unternehmen

durch frischen, lokalen Input – und die

zukünftigen Fachkräfte Vorarlbergs, die an

der FH Vorarlberg mit mehr Praxisnähe studieren

können“, erklärt Christian Rehmann

von ThyssenKrupp Aufzüge. Der gebürtige

Vorarlberger ist seit 2014 Niederlassungsleiter

am Standort Dornbirn. Die Studierenden um

ihren Projektleiter Alexander Geuze waren

beim Praxisprojekt hautnah am Geschehen:

Im Sommersemester wurden vor Ort und

bei „laufendem Betrieb“ die Lager- und

Logistikprozesse der ThyssenKrupp Aufzüge

Niederlassung Vorarlberg analysiert. Zum

Abschluss legte das Team ein Konzept mit

Optimierungsvorschlägen und Maßnahmen

zur Effizienzsteigerung vor, darunter ein

neues Layout des Niederlassungslagers in den

ehemaligen Dornbirner Postbus-Garagen

sowie eine erweiterte Einbindung der Teilebestückung

der Kundendienstfahrzeuge in die

Lagerprozesse.

Christian Rehmann, Leiter der Niederlassung

Vorarlberg von ThyssenKrupp Aufzüge in Dornbirn

SCHNELLIGKEIT UND EFFIZIENZ

Logistik ist ein bedeutendes Thema – in der

Industrie im Allgemeinen – und speziell

im Service-Geschäft von ThyssenKrupp

Aufzüge: „Für unsere Kunden warten,

reparieren und modernisieren wir herstellerunabhängig

sämtliche Typen und Fabrikate

von Auf zügen und Fahrtreppen – eine rasche

Ersatzteilversorgung und die schnellstmögliche

Verfügbarkeit an der Anlage sind hier

das Um und Auf “, erklärt Niederlassungsleiter

Rehmann. Er ist überzeugt, dass sein

Unternehmen mit den Erfahrungen aus dem

Praxisprojekt mit der FH Vorarlberg die Servicequalität

für die Kunden weiter steigern

kann. „Jede Minute und jeder Handgriff,

die wir uns auf diesem Gebiet ersparen,

kommen direkt unseren Kunden und deren

Anlagen zugute“, so Rehmann. Für Niederlassungsleiter

Rehmann steht fest, dass man

auch in Zukunft die Zusammenarbeit mit

der FH Vorarlberg suchen wird: „Wir freuen

uns schon auf das nächste Projekt.“

WISSEN MIT PRAXIS VERBUNDEN

Für die Studentin Anna Hirtreiter war das

Projekt „eine spannende Herausforderung,

bei dem wir viel Freiraum für unsere Analyse

hatten.“ Ihre zwei Studien- und Projektkollegen,

Alexander Wachter und Cino Jovanovic,

fanden besonders eindrucksvoll, „dass in der

Theorie vieles sehr einfach erscheint, sich

dann in der Praxis aufgrund der Vorgaben

und Gegebenheiten aber als sehr komplex

Alexander Geuze, Projektleiter des FH Vorarlberg-

Studententeams

erweist.“ Ein weiterer Student der Gruppe,

Christoph Wiener ergänzt: „Darauf waren

wir aber gut vorbereitet und dank der

Zusammenarbeit mit unseren Dozenten

und dem Team von ThyssenKrupp Aufzüge

konnten wir trotz der Komplexität des

Themas kreativ erarbeiten.“ Das Projekt war

für uns die ideale Gelegenheit, Praxisluft zu

schnuppern und uns selbst weiterzuentwickeln“,

fasst Projektleiter Alexander Geuze

für die Gruppe zusammen.

Markus Becker, Dozent Logistik-Bereich an der

FH Vorarlberg

PRAXIS IST EIN GUTER LEHRMEISTER

Markus Becker, Dozent im Logistik-Bereich

an der FH Vorarlberg, zeigt sich mit der

Premiere zufrieden: „Das Team hat nicht nur

Struktur oder Layout des Lagers bearbeitet,

sondern den gesamten Prozess dahinter betrachtet:

von der Planung und Warenannahme

über sämtliche Aktivitäten im Lager bis

hin zur Verwendung der Teile beim Kunden.“

Becker: „Nirgends lernt man besser als direkt

in der Praxis. Wenn es diese Möglichkeit bei

namhaften Unternehmen gibt, freut mich

das sehr. Und wenn der Auftraggeber die

erarbeiteten Lösungen umsetzt und sich mit

den Ergebnissen zufrieden zeigt, ist es auch

für das Team eine schöne Anerkennung.“


48 | 49

TECHNIKLAND

VORARLBERG

BESTE

ADRESSEN

FÜR DEN

KARRIERE-

START

Die Vorarlberger Elektro- und Metallindustrie

eröffnet jungen Technikerinnen und Technikern

beste Berufs- und Karriere-Aussichten: in über

50 Lehrberufen, zahl reichen Praktikums- und

Ferialstellen, spannenden Themen für Abschlussarbeiten

sowie tollen Berufseinstiegschancen für

SchülerInnen und Studierende.

Die Unternehmen der Vorarlberger Elektro- und Metallindustrie sind in

Vielerlei führend: als Innovatoren von Produkten, als Antreiber einer immer

noch höher entwickelten Produktion, als Pionier der wissenschaftlichen und

gesellschaftlichen Entwicklung der Region.

INNOVATIVE ARBEITGEBER

Über 100 Unternehmen in ganz Vorarlberg sind moderne Arbeitgeber, die wissen,

dass der weltweite Erfolg ihres Unternehmens nur mit engagierten und gut

ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möglich ist. Deshalb arbeiten die

Unternehmen der V.E.M. jeden Tag daran, die Arbeitswelt so zu gestalten, dass

Innovation und Leistung möglich sind.

BEZIRK DORNBIRN

Alge Electronic, Lustenau, www.alge.at

Collini Group, Hohenems, www.collini.eu

Emil Bröll, Dornbirn, www.broell.com

FULTERER, Lustenau, www.fulterer.com

GatesAir Austria, Dornbirn,

www.harris.com

Hagn Leone, Dornbirn, www.hagn-leone.at

HELLA Sonnen- und Wetterschutztechnik,

Dornbirn, www.hella.info

Huber Creativ, Dornbirn, www.hubercreativ.at

LEDON Lamp, Lustenau, www.ledon-lamp.com

Leitz, Dornbirn, www.leitz.org

MAN Truck & Bus Center, Lustenau,

www.mantruckandbus.at

Mobilitätszentrum – Carello Elektrofahrzeuge,

Dornbirn, www.graf-carello.com

Otis Gesellschaft, Dornbirn, www.otis.com

Ribe-Subcon, Dornbirn, www.ribe-subcon.at

SCHRACK SECONET, Dornbirn,

www.schrack-seconet.com

System Industrie Electronic (S.I.E),

Lustenau, www.sie.at

THIEN eDrives, Lustenau,

www.thien-edrives.com

ThyssenKrupp Aufzüge, Dornbirn,

www.thyssenkrupp-aufzuege.at

Tridonic, Dornbirn, www.tridonic.com

Walter Bösch, Lustenau, www.boesch.at

Zimm Maschinenelemente, Lustenau,

www.zimm-hubgetriebe.at

Zumtobel Lighting, Dornbirn,

www.zumtobel.com

z-werkzeugbau, Dornbirn,

www.z-werkzeugbau.com

BEZIRK FELDKIRCH

Armstrong Metalldecken, Rankweil, www.gema.biz

Bachmann electronic, Feldkirch,

www.bachmann.info

calimax Energietechnik, Altach, www.calimax.com

C.D. Wälzholz, Götzis, www.at.cdw.de

Eisbär Trockentechnik, Götzis, www.eisbaer.at

ENDER Klimatechnik, Altach, www.ender-klima.com

Erne Fittings, Schlins, www.ernefittings.com

GANTNER Seilbahnbau, Sulz,

www.gantner-cableways.com

GRASS, Götzis, www.grass.at

Hirschmann Automotive, Rankweil,

www.hirschmann-automotive.com

Jobarid Metallbau, Röthis, www.jobarid.at

Kaufmann, Göfis, www.kaufmann-goefis.at

Lercher Werkzeugbau, Klaus, www.lercher.at

Lingenhöle Technologie, Feldkirch,

www.lingenhoele.at

Lorünser Austria, Schlins,

www.loruenser-substations.com

Mahle König, Rankweil, www.koenig-kg.at

Nesensohn, Rankweil, www.nesensohn.com

ÖBB-Lehrwerkstätte, Feldkirch, www.oebb.at

Peko-Atelier Markus Kohlhaupt, Altach,

www.peko-werbung.at

stürmsfs, Klaus, www.stuermsfs.at

Speedline Aluminium Gießerei, Schlins,

www.speedline-alu.com

Wiegel Feldkirch Feuerverzinken, Feldkirch,

www.wiegel.de

Wilhelm Schwarzmüller, Mäder,

www.schwarzmueller.com

WolfVision, Klaus, www.wolfvision.com


23

Unternehmen

(Bezirk Dornbirn)

24

Unternehmen

(Bezirk Feldkirch)

BEZIRK BLUDENZ

B. & H. Handels- und Produktionsges.m.b.H.,

Braz, www.bundh.at

Collini Group, Bludesch, www.collini.eu

ELB-Form, Vandans, www.formgroup.eu

Gassner Stahlbau, Bürs, www.gassnerstahlbau.at

Heinrich Manahl, Bludenz-Bings, www.manahl.at

Heller Metall, Bartholomäberg, www.snowstop.at

Hermann Köberl, Bürs, www.gassnerstahlbau.at

Hilti, Thüringen, www.hilti.at

illwerke vkw, Schruns, www.illwerkevkw.at

Ivoclar Vivadent, Bürs, www.ivoclarvivadent.com

Josef Bertsch, Bludenz, www.bertsch.at

Köberl Kabinentechnik, Bürs,

www.gassnerstahlbau.at

41

Unternehmen

(Bezirk Bregenz)

17

Unternehmen

(Bezirk Bludenz)

Liebherr Werk Nenzing, Nenzing,

www.liebherr.com

Rexam Beverage Can Enzesfeld, Ludesch,

www.rexam.com

Roth & Co. Metall- und Garagentorbau, Braz,

www.roth-torsysteme.at

Sapa Extrusion Nenzing, Nenzing,

www.sapagroup.com

Sapa Komponenten Nenzing, Nenzing,

www.sapagroup.com

BEZIRK BREGENZ

ABS Transportbahnen, Wolfurt,

www.transportbahnen.at

Alpla Werke, Hard / Fußach, www.alpla.com

Cofely Kältetechnik, Lauterach, www.cofely.info

Diem-Werke, Hörbranz, www.diemwerke.com

Dietrich Luft + Klima, Lauterach, www.luft-klima.com

Doppelmayr Seilbahnen, Wolfurt,

www.doppelmayr.com

Doppelmayr Transport Technology, Wolfurt,

www.doppelmayr-mts.com

Eberhard Hoeckle, Langenegg, www.hoeckle.com

Faurecia Angell-Demmel, Kennelbach,

www.faurecia.de

FINTES Handels, Hittisau, www.fintes.at

Forgacs, Hard

Gerola Metalltechnik, Langenegg

Gesig Gesellschaft für Signalanlagen, Bregenz,

www.gesig.at

GRASS, Höchst, www.grass.at

Haberkorn, Wolfurt, www.haberkorn.com

Hans Künz, Hard, www.kuenz.com

illwerke vkw, Bregenz, www.illwerkevkw.at

iPEK Spezial TV, Hirschegg, www.ipek.at

Julius Blum, Höchst, www.blum.com

Kirsten, Hittisau, www.kirsten-group.com

LASCRIPT Lasertechnologie, Hörbranz,

www.laserbeschriftung.at

LTW Intralogistics, Wolfurt, www.ltw.at

mageba, Fußach, www.mageba.at

MERSEN Österreich Hittisau, Hittisau,

www.mersen.com

Meusburger Georg, Wolfurt, www.meusburger.co

Photinus, Lochau, www.photinus-lighting.at

Schelling Anlagenbau, Schwarzach, www.schelling.at

Schiffswerft Fußach Klaus, Fußach,

www.werft-fussach.at

Schindler Aufzüge und Fahrtreppen, Wolfurt,

www.schindler.com

Siemens Österreich, Bregenz, www.siemens.com

Skyglide Projektmanagement, Wolfurt,

www.doppelmayr.com

Sonderhoff Engineering, Hörbranz,

www.sonderhoff.com

SPIN and MILL Metallverarbeitung, Schwarzach,

www.spinandmill.com

Stanztech, Höchst, www.stanztech.at

Steurer Bauelemente, Hard, www.steurer.at

stürmsfs, Klaus, www.stuermsfs.at

Viessmann Holzheizsysteme, Hard,

www.viessmann.com

Viessmann Holzheizsysteme, Wolfurt,

www.viessmann.com

VOLTA Edelstahl, Lauterach, www.volta.at

Zargen Bösch, Schwarzach,

www.zargen-boesch.com

Zündel Kunststofftechnik, Bizau, www.zkt.at


50 | 51

TECHNIKLAND

VORARLBERG

CHANCENSURFEN IM TEC

Mit einem Informationsangebot, das von Eltern,

Schülerinnen und Schülern sowie Studentinnen und

Studenten gewünscht wurde, präsentiert sich die V.E.M.

neu im Web unter www.technikland.at

Vor dem Start des neuen Auftritts wurde das bestehende Informationsangebot sowie

Design von Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden unter die Lupe

genommen. Das positive Feedback sowie Anregungen und Wünsche wurden aufgenommen

und so weit wie möglich umgesetzt. Ein herzliches Dankeschön an dieser

Stelle an alle Mitwirkenden.

UNI / FH

Karriere im

Unternehmen

Lehre / Duale

Ausbildung

HTL

Technische

und Ausbil

Technische Bildungsund

Ausbildungswege

Die Wege zu einer technischen

Karriere sind vielseitig und so

arbeiten in der V.E.M. Menschen

mit ganz unterschiedlichen Berufen

zusammen. Welcher Weg ist deiner?

Finde es hier heraus.

Arbeiten im Technikland

Vorarlberg

Wussten Sie, dass das kleine Land

Vorarlberg eine der erfolgreichsten

Wirtschaftsregionen in Europa und

in der Welt ist? Einen großen Anteil

daran hat die V.E.M., die Vorarlberger

Elektro- und Metallindustrie.

FACEBOOK

Gerne teilen wir auch Neuigkeiten

aus dem Technikland Vorarlberg über

www.facebook.com/technikland


HNIKLAND VORARLBERG

ZUKUNFT

IST

CHEFSACHE.

Für die Jugend,

ohne Wenn und Aber

Bildung, Ausbildung und Erfolg junger

Menschen, dafür stehen über 100

Unternehmen der V.E.M. Fragen Sie

verantwortungsvolle Menschen, Sie

bekommen hilfreiche Antworten.

Initiativen, News

und Termine

Bildungsdungswege

Arbeiten im Technikland

Vorarlberg

Initiativen, News

und Termine

Interessantes:

BIFO-Messe

Mi., 18.11. bis Sa., 21.11.2015 im WIFI Hohenems.

Die Messe bietet einen tollen,

Aktuelles:

Von Anfang an stark begleitet.

V.E.M. Klassenmentoring. Die HTL und V.E.M.

Termine:

V.E.M.-Leadership

startet im Juni 2016 mit einem neuen Lehrgang.

Alle Informationen gibt es am 17. April

INITIATIVEN, NEWS UND TERMINE

Was die V.E.M. alles macht,

welche Neuigkeiten es gibt und

welche Veranstaltungen zur Berufsorientierung

und Weiterbildung

angeboten werden.

YOUTUBE

Hier sind viele Porträts von Technikerinnen

und Technikern über den

Lehrbeginn in der V.E.M.

www.youtube.com/technikland


52 | MF

Technikland Vorarlberg auf der BIFO-Messe 2015

Eltern sind in der Berufsentscheidung ihrer Kinder wichtige Begleiter und Bezugspersonen.

Ein gemeinsamer Messebesuch mit Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn ist eine ideale Möglichkeit,

sich über neueste Trends und Entwicklungen in der Berufswelt zu informieren.

Wir freuen uns auf Sie!

TECHNIK ZUM ANFASSEN

Gemeinsam mit dem Metall-Elektro-Technik-Gewerbe und der Vorarlberger Kunststofftechnik

präsentiert die V.E.M., Vorarlberger Elektro- und Metallindustrie ihre technischen Lehrberufe

– praxisnah und anschaulich. Ausbildungsverantwortliche, Lehrlinge und Lehrpersonen stehen

für Information und Beratung für Sie zur Verfügung.

Technikland Vorarlberg auf der BIFO-Messe – Erleben Sie mit Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn

Technik zum Anfassen.

HOCH HINAUF

Technische Lehrberufe live erleben.

BIFO-Messe 2015: Mittwoch, 18. 11. bis Samstag,

21. 11. im WIFI Hohenems/Dachgeschoß

Öffnungszeiten:

Mi-Fr: 8.30 bis 12.15 Uhr und 13.15 bis 18.00 Uhr

Sa: 8.30 bis 13 Uhr

www.technikland.at

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine