Cruiser im Juni 2012

cruisermagazin

CRUISER Edition June 2012

This magazine is gay

Zurich Pride Festval 2012, Wiener Lifeball, Brüssel, Donna Summer, Johannes Sieber,

Barack Obama, Alessandro Wenger, Callboy Leon, Outdoor-Cruising


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CRUISER Edition Juni 2012

Inhalt

Editorial

Das Titelbild und die Fotostrecke in dieser Ausgabe mögen etwas irritieren. Als «Kriminelle» präsentieren

sich die «Zurich Pride Festival»-Präsidentin und weitere Persönlichkeiten. Mit dem Motto

«Welcome to reality» wollen sie anlässlich der diesjährigen Pride darauf hinweisen, dass noch in

etlichen Ländern Homosexualität als «criminal» gilt. Die Pride ist Schwerpunkt dieser Ausgabe.

Aber auch über das Outdoor-Cruising berichten wir, über Brüssel, Obama, Donna Summer, den

Wiener Lifeball, das GayBasel Schiff und wir lassen einen Luxus-Callboy zu Worte kommen.

Martin Ender, Verleger

6

Welcome To Reality

Das Zurich Pride Festival

14

Schiff Ahoi!

Das GayBasel­Schiff sticht in See

20

Ein Bett im Kornfeld

Der Juni­Outdoor­Cruising­Report

28

Brüssel

Eine Stadt mit tausend Gesichtern

32

Yes, I Do

Barack Obama spricht sich für die Gay­Ehe aus

38

Donna Summer

Tod einer Disco­Königin

News 4 • Prominent 10 • Schweizer News 13 • Szene 16 • Alessandro Wenger 19

Wiener Life Ball 22 • Fotostrecke 23 • Branko trifft… 30 • kultur 34 • Buch 36

Kolumne 39 • Musik 40 • Hot 4 You 41 • Pia 42 • Dr. Gay 43 • Agenda 44

3


News CRUISER Edition Juni 2012

Internationale

News

4

Melbourne

Adventisten schliessen Schulen

nach Streit um Homo-Ehe

Die Kirche der Adventisten des 7. Tags hat eine

Sprachschule für Migranten und Flüchtlinge

in Melbourne geschlossen, nachdem sich der

Schulleiter auf seiner Facebook-Seite für die Legalisierung

der Ehe für Homosexuelle in Australien

ausgesprochen hatte. Johnny Wong, ein

Elder der Kirche, habe in einer E-Mail an Schulleiter

Keith Paulusse die «biblische Sichtweise»

betont, nach der die Ehe ausschliesslich zwischen

Mann und Frau erlaubt sei. Der 60-jährige,

offen schwule Paulusse seinerseits warf den

Adventisten vor, eine Verleumdungskampagne

gegen ihn gestartet zu haben. Ein Vertreter

der Kirche habe ihn gegenüber einigen seiner

Freunde als Pädophilen bezeichnet, sagte der

pensionierte Psychologe.

Dresden

Flaggenverbot am Rathaus

Zum CSD werden in Dresden erneut keine Regenbogenfahnen

am Rathaus wehen. Im vergangenen

Jahr begründete Bürgermeister Hartmut

Vorjohann (CDU) das Flaggenverbot mit

«Bauarbeiten» am Rathaus. Da diese inzwischen

abgeschlossen sind, musste in diesem Jahr die

«Flaggenverordnung» für die Ablehnung herhalten.

Diese lasse eine Rathausbeflaggung nur bei

politischen Veranstaltungen zu und der CSD sei

nicht als solche einzustufen. Die Absurdität des

Vorgangs belegt der Umstand, dass Oberbürgermeisterin

Helma Orosz die Schirmherrschaft

über den CSD übernommen hat und in einem

Grusswort den CSD als eine «eindrucksvolle politische

Demonstration – für Vielfalt und Toleranz,

gegen Vorurteile und Diskriminierung»

preist.

Paris: Frankreich

sagt Oui

Der Wahlsieg von François Hollande hat auch

für die Gay Community Frankreichs grosse

Auswirkungen. Erstmals wird ein Politiker

Staatspräsident, der ein ausgewiesener Befürworter

der Homo-Ehe ist. Er wolle die Homo-

Ehe bis Mitte 2013 durchsetzen, hatte der Sozialist

im Wahlkampf versprochen. Welche

Versprechungen des von wirtschaftspolitischen

Themen dominierten Wahlkampfs Hollande

jedoch umsetzen kann, wird sehr stark

vom Ausgang der Parlamentswahlen im Juni

abhängen. Sollte die Sozialistische Partei auch

bei den Parlamentswahlen triumphieren, hätte

Hollande freie Bahn für sein Oui zur Homo-

Ehe. Hollandes abgewählter Amtsvorgänger

Nikolas Sarkozy hatte die Homo-Ehe strikt

abgelehnt.

London

Homo-Preis für Hillary

Kommt sie? Oder kommt sie nicht? Das ist die

meist diskutierteste Frage in dieser Gay-Pride-

Saison in London. Die US-Aussenministerin Hillary

Clinton wird für ihr langes und entschiedenes

Engagement für Lesben und Schwule mit

dem «World LGBT Award» ausgezeichnet. Aber

es ist noch offen, ob Clinton nach London kommen

und den Preis auf einer Benefiz-Dinnergala

1in einem Fünf-Sterne-Hotel persönlich entgegennehmen

kann. Konkret wird Clinton für

ihre Rede über die Rechte von Schwulen, Lesben

und Transsexuellen im vergangenen Dezember

vor den Vereinten Nationen geehrt werden. Darin

hatte Clinton die Staaten der Welt aufgefordert,

sich «auf die richtige Seite der Geschichte»

zu stellen.

Phuket

Toleranz auf Ferieninsel

Phuket steht Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen

offen und tolerant gegenüber. Drei

Viertel der von der Phuket Gazette befragten Leser

sagten, Phuket sei «tolerant» oder gar «sehr

tolerant» gegenüber der Gay Community. Mit 46

Prozent bildeten diejenigen, die «sehr tolerant»

angekreuzt hatten, den grössten Einzelblock.

Allerdings wurden auch demographische Unterschiede

deutlich. 49 Prozent der Touristen

und 46 Prozent der auf der thailändischen Ferieninsel

dauerhaft lebenden Ausländer fanden

Phuket gegenüber Schwulen «sehr tolerant».

Hingegen nur 33 Prozent der Thais gaben «sehr

tolerant» als Antwort. Die thailändische Gesellschaft

ist gegenüber sexuellen Minderheiten

konservativer eingestellt, als es die vielen Bars

in den bei Ausländern beliebten Destinationen

Phuket, Pattaya oder Bangkok vermuten lassen.

Melbourne

Tausende demonstrieren für

Homo-Ehe

Tausende haben Mitte Mai in den grossen Städten

Australiens an Kundgebungen für die Einführung

der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare

teilgenommen. Der Grünenpolitiker Adam

Bandt, der im Parlament eine Gesetzesinitiative

zur Legalisierung der Homo-Ehe eingebracht

hat, sei bei der Kundgebung in Melbourne wie

«ein Rockstar» gefeiert worden, meldeten australische

Medien. Bandt habe das Ja-Wort zur

Homo-Ehe durch US-Präsident Barack Obama


CRUISER Edition Juni 2012

News

gepriesen und gesagt: «Wenn das gut genug ist

für den Führer der freien Welt, dann sollte es

auch gut genug sein für die führenden Politiker

der Parteien hier in Australien.» Australiens

Parlament wird voraussichtlich noch in diesem

Jahr über die insgesamt drei vorliegenden Gesetzesinitiativen

zur Legalisierung der Ehe für

Schwule und Lesben entscheiden.

Manila/Sydney

Gemischte Reaktionen auf

Obama

Das Ja-Wort von US-Präsident Barack Obama hat

bis in die asiatisch-pazifische Region Wellen geschlagen.

Die einflussreiche Australian Christian

Lobby (ACL) hat den Vorstoss von Obama

entschieden zurückgewiesen. Der US-Präsident

mache sich «lächerlich», wenn er annehme, dass

die Einführung der Homo-Ehe nicht die Tür zur

Legalisierung von «Polygamie« öffne. In Australien

berät das Parlament derzeit mehrere Gesetzesinitiativen

zur Legalisierung der Ehe zwischen

gleichgeschlechtlichen Paaren. Schwulenaktivisten

auf den mehrheitlich katholischen Philippinen

lobten Obama für seinen Mut, sich im

Wahlkampf für die Homo-Ehe stark zu machen.

Jedoch betonte die Homosexuellengruppe ProGay

gegenüber philippinischen Medien, dass für sie

die Forderung nach gesetzlichen Massnahmen

gegen die Diskriminierung und Gewalt gegen

Homo- und Transsexuelle Vorrang vor der rechtlichen

Gleichstellung homosexueller Paare habe.

Rom

Römischer Aberglaube

Für den Vizerektor der Päpstlichen Universität

Gregoriana in Rom ist die Sache klar.

Schwule vergehen sich eher an Kindern als

Heteros. Nicht jeder Schwule sei ein Kinderschänder,

sagte der deutsche Professor und

Jesuit Hans Zollner in einem Interview mit

einer polnischen Zeitung. Es gebe auch keinen

«direkten kausalen Zusammenhang»

zwischen Homosexualität und Kindesmissbrauch.

Aber trotzdem gehe von Schwulen

ein «höheres Risiko» aus, Kinder sexuell zu

belästigen. Eine im Auftrag der katholischen

Bischofskonferenz der USA durchgeführte

Studie war im vergangenen Jahr allerdings zu

einem anderen Ergebnis gekommen. Schwule

hätten nicht in einem höheren Ausmass Sex

mit Kindern.

Tokio

Samurais für Schwulenrechte

Tausende haben in Tokio an der japanischen

Gay Pride Parade teilgenommen. Die japanischen

Schwulen und Lesben zogen Ende April

mit Regenbogenfahnen und Transparenten

durch Tokios Einkaufsviertel Shibuya. Zu

sehen waren auch bunte Kostüme und manche

verliehen ihrer Entschlossenheit, für

die schwul-lesbische Gleichberechtigung zu

kämpfen, durch das Tragen des Outfits von

Samurai-Kriegern Nachdruck. Mehr als 2500

Menschen hatten an der ersten Gay Pride Parade

in der Geschichte Tokios teilgenommen. Die

Veranstalter des Tokyo Rainbow Pride zeigten

sich aber überzeugt, dass die Parade in spätestens

fünf Jahren 50 000 Teilnehmer haben

wird. Bisher findet die grösste Gay Pride Parade

Asiens jedes Jahr im Herbst in Taiwans Hauptstadt

Taipeh statt.

Washington

Rechte schiesst schwulen

Romney-Sprecher ab

Richard Grenell war nur zwei Wochen aussenpolitischer

Sprecher des republikanischen US-

Präsidentschaftkandidaten Mitt Romney, als er

schon wieder kündigte. Der 45 Jahre alte, offen

schwule Republikaner war von konservativen

republikanischen Kreisen wegen seiner Homosexualität

gemobbt worden. Die einflussreiche

christliche Rechte machte aus ihrer Freude über

den erfolgreichen Abschuss Grenells keinen

Hehl. «Mitt Romney wird nie mehr einen homosexuellen

Aktivisten für eine wichtige Position

seiner Kampagne einstellen», jubelte Bryan Fischer,

Radiomoderator der ultra-rechten American

Family Association. Bürgerrechtsorganisationen

warfen Romney jedoch die Kapitulation

vor den Forderungen extremistischer Anti-Homosexuellen-Gruppen

vor.

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5


Pride CRUISER Edition Juni 2012

Welcome To Reality

Das Zurich Pride Festival will mit diesem Motto aufwecken

Von Martin Ender

Chriss Kling, Vorstandsmitglied und Mediensprecher des Zurich Pride Festival.

6


CRUISER Edition Juni 2012

Pride

Das diesjährige Zurich

Pride Festival startet am

8. Juni mit der Zürich

Pride Week und dauert bis

zum 17. Juni 2012. Das

Motto weist darauf hin,

dass wir in der Schweiz in

der Schwulenpolitik viel

erreicht haben, aber noch

nicht genug. Weltweit gesehen,

gibt es erst recht

noch viel zu tun. CR sprach

mit Chriss Kling, Vorstandsmitglied

und Mediensprecher

des Zurich Pride Festival.

CR: Chriss, vorab ein paar persönliche Fragen. Wie lange engagierst

du dich denn schon für die Community?

CHRiSS: Wenn ich die Zeit in Deutschland mit einrechne, sind es rund 14

Jahre.

CR: Aus welcher Gegend in Deutschland kommst du?

CHRiSS: Ursprünglich aus dem Ruhrgebiet in der Nähe von Düsseldorf. Ich

bin aber recht früh nach Köln gezogen.

CR: Das sind ja zwei Welten, Düsseldorf und Köln, obwohl die Städte

nicht weit auseinander liegen.

CHRiSS: Ja genau, ich habe mich in Köln auch wesentlich wohler gefühlt. Für

mich – ich war gerade im Outing – war Köln der Glanzpunkt der schwulen

Welt. Alles ging nach Köln. Mit 18 bin ich dann in einen Kölner Vorort

gezogen. Von da aus engagierte ich mich für die Szene in Bonn, konkret

für das schwullesbische Sommerfest. Da gehöre ich zur Gründer-Gruppe.

Ein guter Freund hat das Fest ins Leben gerufen und ich bin eingestiegen

und habe eine Zeit lang mitgemacht. Danach engagierte ich mich für die

Cologne Pride – damals wars noch der «Kölner CSD». Später bin ich in die

Schweiz gekommen und wollte erst mal etwas Pause machen mit meinem

Engagement für die Szene.

CR: Wann bist du in die Schweiz gekommen?

CHRiSS: Das war im Jahr 2004. Die Pause war wohl eine Illusion. Ich bin

recht schnell wieder aktiv geworden. Mir hat etwas gefehlt... ich musste

irgendwas machen... Erst bin ich zum Radio Queertunes gestossen... dann

kam die EuroPride. In der Zeit war ich Vorsitzender beim Radio. Wir hatten

das recht gross aufgezogen. Grosses Areal, grosse Räumlichkeiten. Es

war finanziell aber sehr mühsam, parallel zur EuroPride Sponsoren zu

finden. Es kam noch die Finanzkrise dazu. Das Radio ging danach zurück

an den ursprünglichen Betreiber. Ich habe nicht weitergemacht, weil ich

bereits im Vorbereitungsteam der Pride dabei war. Seit die grosse Umstellung

mit der Namensänderung an der Generalversammlung des ehemaligen

CSD-Vereins vollzogen wurde, war ich von Anfang an bei der Pride

dabei. Also seit 2009.

So habe ich mich wiederum – wie damals in Bonn und Köln – für die

Pride eingesetzt. Das ist mein Leben, ich muss da mitmachen, weil mir

das sehr viel bedeutet und am Herzen liegt.

CR: Nun stehen wir vor der Pride 2012. «Welcome To Reality». Was will

das Motto ausdrücken? Leben wir denn 2012 in einer Traumwelt? Uns

geht es doch relativ gut.

CHRiSS: Ja, uns geht es recht gut. «Willkommen in der Realität» will darauf

hinweisen, dass es weltweit, oder auch nur schon europaweit gesehen,

unterschiedlichste Realitäten zum Thema Akzeptanz, Toleranz gegenüber

Homosexuellen gibt. Wir haben hier in der Schweiz in den letzten

40 Jahren unglaubliche Erfolge erzielt. Eben fand der Anlass «Der Kreis»

statt, ein Empfang, an dem ein grossartiges Projekt vorgestellt wurde.

Man sieht die heutige Schweiz danach mit andern Augen. Ich fand das megainteressant,

weil es eigentlich eine der Ur-Institutionen in Europa ist,

was die Schwulenbewegung angeht. Ja, es ist eine tolle Realität, in der wir

leben, wir sitzen gerade zusammen in einem Strassencafé. Du kannst als

Mann mit deinem Freund, als Frau mit deiner Freundin draussen sitzen

und Arm in Arm durch die Strasse gehen. Vielleicht kassierst du schiefe

Blicke, aber du kannst dich frei bewegen.

Tun wir dasselbe in Moskau, in Belgrad, in Tiflis, so haben wir eine ganz

andere Realität. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht verprügelt werden.

Global gesehen, haben wir immer noch 79 Staaten, in denen es harte Gefängnisstrafen

bis hin zur Todesstrafe auf Homosexualität oder homosexuelle

Handlungen gibt.

Darum unser Motto: Willkommen in der Realität. Hier in der Schweiz

müssen wir uns noch da und dort anstrengen, bis wir volle Gleichberechtigung

haben... sei’s im Adioptionsrecht, sei’s in Sachen Mobbing und Bullying,

was es in vielen Bereichen immer noch gibt, oder denken wir an

die Spitzensportler, die befürchten müssen, dass Sponsoren abspringen,

wenn sie sich outen. Oder dass sie aus Mannschaften rausfliegen – alles

natürlich inoffiziell.

CR: Wenn wir jetzt die Schweiz mit Deutschland vergleichen, in der

Schweiz war Homosexualität nie verboten wie in Deutschland. Sie

war auch relativ akzeptiert.

Deutschland hat uns mit der Gesetzgebung irgendwann überholt...

CHRiSS: ...ja, das war 2001

CR: Wie siehst du heute die Situation: Sind wir in der Gleichstellung

etwa gleich ausgewogen, gleich fortschrittlich? Oder hinken wir in

der Schweiz hinterher.

CHRiSS: Wenn ich mir die Anfänge in Deutschland vor Augen führe, so war

das unter der damaligen Regierung ein schöner Erfolg, dass das Gesetz

zustande kam.

Es hatte leichte Fehler. Es ging um die Eintragung der Partnerschaft –

wie in der Schweiz – es war nicht die Ehe. Und es wurde den Ländern

überlassen, wie sie den Akt der Eintragung handhaben wollen. Ich als

Nordrhein-Westfale hatte Glück. Da wurde die Zeremonie auf dem Standesamt

abgehalten.

CR: ...In Bayern aber nicht...

CHRiSS: In Bayern – man halte sich fest – wurde die Eintragung der Partnerschaft

auf dem Friedhofsamt abgehalten. In der Nebenhalle war womöglich

gerade eine Aufbahrung, und Schwule und Lesben durften daneben

heiraten. Nebst solchen «Fehlern» gab’s auch noch andere. Aber das ist

inzwischen ausgemerzt. In der Schweiz war so etwas gar kein Thema, als

das Gesetz 2005 kam. Man konnte überall auf die Gemeinde gehen und

sich eintragen lassen. Die Zeremonie wird heute unterschiedlich abgehalten.

Mal ist es eher eine einfache Vertragsunterzeichnung, in vielen

Gemeinden wird aber auch eine Zeremonie abgehalten. Die Schweiz ist

im Grossen und Ganzen, würde ich sagen, fast besser dran.

CR: Ein grosses offenes Thema ist die Adoption. Die wurde gerade mal

politisch aufgegleist. Und noch gibt es weitere Anliegen, die der Lösung

harren in der Schweiz. Wie wichtig ist es für dich, auch über die

Landesgrenzen hinauszuschauen.

CHRiSS: Ja, die Adoption ist unterwegs, es wurde bereits viel Arbeit geleistet,

aber eine Menge liegt noch vor uns. Zum zweiten Punkt: Andere Länder

nicht aus den Augen zu lassen, das ist wichtig. Und die Schweiz ist ein

gutes Vorbild, sei’s für andere Länder in Europa oder weltweit. Wir zeigen

offen, wir haben das Partnerschaftsgesetz, wir leben schon so. Die

Gesellschaft funktioniert trotzdem, keiner muss tot umfallen, wenn er

sieht, dass sich zwei Männer küssen... man muss einfach den Horizont

7


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Zurich Pride. Expect the hottest guys and the best music in town

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CRUISER Edition Juni 2012

Pride

im Kopf weiter aufmachen. Darum ist dieses Vormachen sehr wichtig. Es

gibt einen Satz im Interview mit Kasha Nabagesera aus Uganda, der mir

seht gut gefällt: «Ihr verdient es, ausgiebig zu feiern. Ihr habt so hart gearbeitet,

um an den Punkt zu kommen, an dem Ihr jetzt seid. (...) Menschen

wie Ihr, die uns unterstützen, geben uns Mut.»

CR: Kasha Nabagesera wurde von Queeramnesty eingeladen. Das Interview

mit ihr, aus dem der eben erwähnte Satz stammt, ist in dem

Zurich-Pride-Festival-Magazin nachzulesen. Die Uganderin wird

auch auf dem Helvetiaplatz als Auftakt zum Demonstrationsumzug

zur Community sprechen...

CHRiSS: Genau. Und noch etwas liegt mir ganz besonders am Herzen. Im

Rahmen der Zurich Pride Week findet am Donnerstagabend die Podiumsdiskussion

in der Bäckeranlage mit Kasha Nabagesera statt. Es ist ein politisches

Highlight und eine wirklich einmalige Gelegenheit, hautnah zu

erfahren, was derzeit in Uganda an Homo-Feindlichkeit abläuft.

CR: Der Pride-Samstag, als CSD-Tag, ist immer noch in den Köpfen fest

verankert «Zurich Pride Week». Nehmen das die Leute überhaupt wahr?

CHRiSS: Doch, ja. Wir veranstalten die Woche nun zum zweiten Mal. Im letzen

Jahr wars ein echter Erfolg. Es wurde immer wieder gewünscht, dass

nebst Party-Feeling auch kulturelle oder sportliche Anlässe möglich sein

sollten. Wir als Vorstand haben daher die Plattform Zurich Pride Week ins

Leben gerufen. Wir planen dabei kein Programm, das machen Vereine

und Organisationen selber und füllen es so aus.

Gaysport bietet beispielsweise Kurse an, an denen man hingehen und

schnuppern kann. Es gibt auch einen kulturellen Teil. Im Zentrum Karl der

Grosse findet «Auftritt, bitte» statt. Das ist eine Veranstaltung mit einer offenen

Bühne, wo jeder auftreten, Musik machen oder singen kann. Und unter

anderm gibt es in dieser Woche eben die erwähnte Podiumsdiskussion.

CR: Mit Simonetta Sommaruga haben die Veranstalter eine prominente

Rednerin gewinnen können. Nun rechnet man mit einer grossen

Zuhörerschaft, und der im Programmheft angekündigte Werdmühleplatz

ist wohl zu klein. Wo findet jetzt dieser politische Höhepunkt

der Pride statt? Auf dem Turbinenplatz??

CHRiSS: Ja, Simonetta Sommaruga wird gegen Abend (um 17.45 Uhr) nach

der Demo auf der Hauptbühne sprechen.

Nathalie Schaltegger, Präsidentin ZHPF wird auf dem Helvetiaplatz den

politischen Demonstrationsumzug eröffnen. Ebenfalls auf dem Helvetiaplatz

werden die bereits erwähnte Kasha Nabagesera aus Uganda und

Alicia Parel, die designierte Geschäftsführerin von PinkCross, sprechen.

CR: Was sagst du den Politikverdrossenen, damit auch sie an der

Demonstration teilnehmen und unserer Bundesrätin zuhören?

CHRiSS: Politik ist ein schwieriges Thema für die Jugend. Auch ausserhalb

der Schwulenpolitik. Es herrscht weit verbreitet die Meinung: «Die machen

sowieso, was sie wollen» und vielen geht Politik am Arsch vorbei. Es

ist schade, denn nur über die Politik können wir rechtlich etwas verändern

und Gesetze machen. Zum Beispiel das Antidiskriminierungsgesetz,

das in der Schweiz noch fehlt. Da braucht es schon Leute, die dahinter stehen.

Ich bin froh, dass es Leute gibt, die sich politisch engagieren. Es sind

aber noch nicht genügend. Ehrenamtliche Kräfte braucht es immer, in

allen Bereichen. Ich kann mir nur wünschen, dass die Leute die politische

Message der Pride verstehen und sehen, dass sie sehr wohl was bewegen

können, wenn sie wählen gehen und an Abstimmungen teilnehmen.

CR: Chriss, du weisst ja, das CR-Magazin widmet sich gerne der Politik,

dennoch feiern auch wir gerne. Was gibt’s denn da für Highlights, wo

finden die grossen Parties statt? Kannst du mir ein paar wenige Highlights

nennen?

CHRiSS: Also bitte, wenig Highlights haben wir nicht (lacht) Wir haben ganz

viele...

Die Parties sind vielfältig und sehr bunt gemischt. Ein Highlight ist sicher

Wonderworld im Palais X-Tra. Ein zweiter Knaller ist die Circuit-Jungle-

Party im Escherwyss Club. Dann in der alten Kaserne Sexy Attacks Queer

Beats, ein neues Label. Es gibt zudem eine Women Only Party mit DJ Tatana.

Des Weiteren eine 30+ Party im Aubrey Club, und die Ride im Club Pfingstweid.

Nicht zu vergessen, am Freitagabend die grosse Kooperationsparty «we

are Zürich» mit mehreren Labels im Exil Club.

CR: Chriss, vielen Dank für dein engagiertes Gespräch. Auf eine tolle

Zurich Pride Week und eine stolze Zurich Pride 2012!

Zurich Pride Festival

Das 9-tägige Zurich Pride Festival dauert vom 08.- 17. Juni 2012 und beinhaltet

die Zurich Pride Week, eine Eröffnungs- sowie Abschlussparty, ein

zweitägiges Strassenfest mit Bars, Essensständen, grosse Bühnenshows,

lesbischwule Parties, LGBT orientierte Conventions, kulturelle wie cineastische

Darbietungen sowie ein politisch motivierter Demonstrationsumzug

durch die Innenstadt.

Der Pride-Samstag

Zurich Pride Demonstration 13.00 - 16.00 Uhr, Helvetiaplatz, Zürich

Politische Reden Beginn: 13.50 Uhr, mit Ansprachen zum Zurich Pride

Festival von Menschenrechtsaktivistin Kasha J. Nabagesera und

Alicia Parel, Politische Rede der Bundesrätin Simonetta Sommaruga,

Beginn: 17.45 Uhr auf dem Turbinenplatz, Zürich

Detailinformationen und Aktualisierungen unter

www.zurichpridefestival.ch

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9


Prominent CRUISER Edition Juni 2012

John Travolta

Sandra

Die Pop-Ikone der 80er Jahre, die niemals Maria

Magdalena sein wollte, verdankt derselbigen ihren

grössten Hit. Noch heute darf diese Single

auf keiner 80er-Party fehlen. Eine erfolgreiche

Desperate

Housewives

Die beliebten TV-Hausfrauen gehen in Rente.

Die Serie lief im Mai in den Staaten aus, bei

uns diesen Herbst auf SF2. Dabei sehen die vier

Protagonistinnen jünger aus, als in der ersten

Saison. Doch nach 180 Folgen gingen die Ideen

aus. Produzent Marc Cherry verkündete schon

vor Jahren, dass mit Staffel 8 das Ende an der

Schon immer war Hollywoodstar John Travolta

den Gerüchten um seine angebliche Homosexualität

ausgesetzt, er verneinte dies jeweils mit einem

Lächeln. Dies dürfte nun vorbei sein, denn

die Gerüchte werden konkret. Wie US-Medien

berichten, wird John Travolta von diversen Masseuren

wegen sexueller Belästigung verklagt.

Der erste vermeintliche Übergriff habe sich im

Beverly Hills Hotel ereignet. John Travolta soll

sich dort ein Bungalow inklusive Ganzkörpermassage

von einem Masseur aus dem Internet

gebucht haben. Doch wie der Kläger nun behauptet,

verlief die Massage keineswegs rein

«medizinisch». So soll sich John Travolta ausgezogen

haben (bei einer Ganzkörpermassage eigentlich

logisch) und sein Penis wäre «halb erigiert»

gewesen. Danach habe Travolta das Bein

seines Masseurs gestreichelt und gesagt haben:

«Komm schon mein Freund, ich hole dir einen

runter!». Funktioniert hat diese Anmache nicht

im Geringsten. Weswegen John Travolta eben

selbst Hand anlegte und danach das doppelte

Honorar gezahlt habe. John Travolta bestreitet

dies natürlich. Zum besagten Zeitpunkt wäre

er nicht in der Stadt gewesen. Der Kläger jedoch

konterte mit einigen intimen Details. So sei der

Penis von John Travolta «ca. 20 cm gross und umringt

von langem, drahtigen Schamhaar». Diesem

Desaster folgten nun zwei weitere Klagen in

ähnlicher Form. Auch dies bestreitet das Lager

Travolta. Markant: Dahinter steckt derselbe Anwalt.

Mittlerweile zog der erste Klient seine Klage

zurück. Es steht nun Aussage gegen Aussage:

Travolta steht entweder (auch) auf Männer oder

es handelt sich um einen gezielt organisierten

Rufmord. Ebenfalls in den US-Medien war zu

lesen, dass John Travoltas Religion Scientology

dahinter stecken könnte. Travolta soll seit dem

Tod seines Sohnes über den Austritt nachdenken.

(dd)

10

Karriere folgte, welche Sandra Lauer, spätere

Cretu und dann wieder Ex-Cretu um die ganze

Welt brachte. Dann folgte eine Auszeit in Ibiza,

die Geburt der Zwillinge und eine zweite Hochzeit.

Später veröffentlichte sie weiterhin munter

Alben abseits der Top Ten. Doch wie Sandra

einst gegenüber der Presse mitteilte, «mache

sie ihre Musik nicht mehr des Geldes wegen».

Nun erfüllt die Sängerin ihren Fans einen langersehnten

Wunsch. Mit den Produzenten der

so8os [soeighties] Serie, Blank & Jones, liess sie

ihre Hits digital aufmotzen und fand auch einige

«Raritäten», welche nun auf einem Doppelalbum

rege verkauft werden. Wirklich spannend

ist das nicht. Als interessanter erweist sich

die brandneue Single «Maybe Tonight», welche

das Album begleitet. Diese wurde ganz in der

Tradition ihrer ersten Hits gehalten und soll

Sandra wieder einen Hit bescheren. Aber auch

diesmal nicht des Geldes wegen. Sandra verzichtet

auf grosse Promotion. Was vielleicht auch

besser so ist. Bei jüngeren Live-Auftritten, zu

sehen auf YouTube, krächzt Sandra aus vollem

Herzen. Der Marlboro-Mann könnte es nicht

besser. (dd)

Wisteria Lane eingeläutet werde. Und wie zu

Beginn des Serien-Hits wurden auch diesmal

wieder Zickenkriege aus den Studios vermeldet.

Geben sich Terry Hatcher, Eva Longoria, Marcia

Cross und Felicity Huffman vor der Kamera wie

beste Freundinnen, ist dies hinter den Kulissen

laut US-Medien nicht der Fall. Als böse Fee gilt

Terry Hatcher. In der Serie die liebenswürdige

Susan, soll sie ansonsten nicht gerade das

Herz des Teams gewonnen haben. Auf einem

Abschiedsgruss der Schauspielerinnen an die

Crew waren sämtliche Unterschriften der Damen

zu lesen. Nur die von Terry Hatcher fehlte.

Was an Ex-Kollegin Nicole Sheridan erinnerte,

welche Terry Hatcher einst in einem Interview

als «gemeinste Frau der Welt» bezeichnete. Was

wiederum für die so Gescholtene spricht. Ein

wahres Schauspieltalent. (dd)


CRUISER Edition Juni 2012

Prominent

Schwarzer Panther

Man kann noch so raffinierte Fallen stellen,

manches lässt sich schlicht nicht einfangen:

Ein Schweizer Sieg beim Eurovision Song Contest,

ein schwuler Fussballer im Panini-Album,

ein schwarzer Panther in den Wäldern von Solothurn.

Als Stories im Boulevard-Zoo finden

dann aber alle ihren naturnahen Lebensraum.

Da gibt es auch die bedrohte Gattung der Miss

Züri zu bestaunen, die wilden Kerle der Mister

Schweiz-Wahl, zahm frisiert, gern betrachtet

durch das schwule Auge. Die «Lieblinge der

Schwulen», sind das dann Pink Panther? Nebenan

im Streichelzoo finden wir Patricia Boser,

Publikumsliebling des diesjährigen Prix

Walo. In ihrer Kuppelshow hat sie hin und wieder

versucht, Gays zusammenzubringen, die

allerdings an 15 Minuten Ruhm mehr interessiert

waren als an der Liebe fürs Leben. Besonders

süss wie immer der frisch geschlüpfte

Nachwuchs: Luca Hänni. Deutschland hat den

Superstar gesucht und ist im Berner Oberland

fündig geworden. Viel Spass im Haifischbecken,

lieber Luca! Der Panther bleibt ein Phantom, die

Promi-Pinguinparade watschelt vor sich hin,

doch dann, gerade rechtzeitig, wird im Zoo

ein echtes Volksstück aufgeführt: «Der Besuch

der jungen Dame». Anina S., Millionen-Erbin

von Walter Roderer, stellt Illnau auf den Kopf

Mark Ronson

Carla Bruni

und stösst die Blick-Leser vor denselben. An der

Trauerfeier als Diva verkleidet, erinnert sie gefangen

hinter ihrem Schleier an den Panther

in Rilkes Gedicht. Und wenn wir schon bei der

Literatur sind: Simon Froehling, der mit «Lange

Nächte Tag», seinem Roman über die Zürcher

Gay-Szene, für Aufsehen sorgte, wurde zur Verleihung

des renommierten Bachmann-Preises

in Klagenfurt eingeladen. Keine Miss Züri, die

Millionen erbt und in einer Castingshow einen

schwulen Panther dressiert, aber sicher auch

eine Meldung wert. (rg)

«Süss, aber sicher gay», dachte Lily Allen, als sie

im Londoner Club YOYO Mark begegnete. Süss

ja, schwul nein, doch die Liaison sollte ohnehin

geschäftlich werden. Er produzierte ihr Durchbruch-Album,

wandte sich nach brotlosen Jahren

als Hip Hop-Pruduzent dem Pop zu und landete

bald einen weiteren Coup, dem ebenfalls

eine Zufallsbekanntschaft zugrunde lag. Eine

gewisse Amy erzählte ihm, ihr Vater wolle sie

in die Reha stecken, aber sie denke da «No, no,

no». Ronson versuchte in diesem Moment, den

verständnisvollen Kumpel zu markieren, konnte

aber an nichts anderes denken als daran, wie

das als Song klingen würde. Der Rest ist Legende.

Kürzlich hat er Rufus Wainwright unter die

Fittiche genommen, der nächste Hit steht in den

Startlöchern: «Anywhere in the World», Soundtrack

zur Coca Cola-Olympiakampagne. Neun

Monate lang reiste er um die Welt, um Geräusche

verschiedener Sportarten wie Bogenschiessen

oder Hürdenlauf einzufangen und daraus

einen Song zu samplen. Anywhere in the Promi-

World ist er inzwischen auch als DJ gefragt, legt

an P. Diddys Privatsausen auf und an Familienfeiern

im Hause Cruise. In seiner Wahlheimat

New York ist die Gästeliste einer angesagten Party

erst vollständig, wenn Ronson draufsteht. Es

muss nicht immer Mark sein, seine Schwestern

Charlotte und Samantha sind weniger bekannt,

aber ebenso einflussreich. Sam machte als Liebhaberin

von Lindsay Lohan Schlagzeilen, aktuell

soll sie mit der Tochter von David Foster

liiert sein, einem der erfolgreichsten Pop-Komponisten

überhaupt. Ihre Zwillingsschwester

Charlotte gilt in den USA als eine der vielversprechendsten

Jungdesignerinnen. Wenn man

für die nächste Party drei Wünsche offen hat,

ist der Fall also klar: Eine Zufallsbekanntschaft

mir Mark! Und mit Charlotte! Und mit Sam! (rg)

Da verliessen sie den Elysée-Palast, der abgewählte

Präsident der Grande Nation und seine

Première Dame. Sarkozy lächelte bemüht, Bruni

strahlte. Dieses Grinsekatze-Gesicht, nein, es

kann nicht nur das Resultat von Botox-Injektionen

sein. Es ist der Blick in die Zukunft einer

Frau mit Vergangenheit. 1976 wurde sie in Turin

geboren, als kleine Schwester der Schauspielerin

Valeria Bruni Tedeschi. Sie besuchte ein

Internat in der Schweiz, wurde in den 1990ern

eines der bestbezahlten Models. L’Oréal, Dior,

Galliano… Bald konnte sie sich vor Aufträgen

kaum retten, verabschiedete sich dennoch aus

der Modewelt, um sich dem Chanson zu widmen.

Auch an Liebhabern mangelte es nicht.

Mick Jagger, Donald Trump, Kevin Costner, Raphaël

Enthoven, schliesslich Nicolas Sarkozy.

Beruflich und privat nahm sich Bruni, was sie

wollte. Als First Lady vermied sie Skandale und

Fettnäpfchen, mal abgesehen vom Lied, in dem

sie einen Lover mit kolumbianischem Kokain

verglich, woraufhin sofort eine staatliche

Pressekonferenz einberufen werden musste. Sie

stand zurückhaltend an der Seite des Präsidenten,

ohne eigene Projekte ganz zu vernachlässigen.

2008 wurde sie Botschafterin im Kampf

gegen HIV. Eine Herzensangelegenheit, ihr

schwuler Bruder Virginio starb 2006 an Aids.

Et maintenant? Le petit Nicolas verlässt die Manege,

la grande Carla steckt mitten in den Vorbereitungen

für ihre nächste Nummer. Im Herbst

soll ihr neues Album erscheinen. Darauf ein

Song für ihren Mann und einer gegen Journalisten.

Warum nicht umgekehrt? Wir lassen ihr

Zeit, schliesslich muss sie sich wieder daran gewöhnen,

statt Ballerinas bei Staatsempfängen

glamouröse High Heels auf der Bühne tragen

zu dürfen. (rg)

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CRUISER Edition Juni 2012

News Schweiz

Heilsarmee feuert Lesbe

Die Heilsarmee kündigte einer Heimleiterin

die Stelle, weil diese mit einer Mitarbeiterin

eine Beziehung führt. LOS reagiert.

Wie die «NZZ am Sonntag» publik machte, brillierte die Heilsarmee jüngst

nicht mit Nächstenliebe. Die Wohltätigkeitsorganisation hat im April der

Leiterin einer Behinderteneinrichtung im Kanton Zürich die Stelle gekündigt.

Als Grund gilt eine «intime» Beziehung zu einer Mitarbeiterin.

«Die Heilsarmee toleriere keine ausserehelichen und gleichgeschlechtlichen

Verbindungen von Führungskräften mit Mitarbeitenden», hiess

es in einer internen Mitteilung. Schliesslich müsse an den biblischen

Grundsätzen nach Interpretation der Heilsarmee festgehalten werden.

LOS-Geschäftsführerin Eveline Mugier zeigte sich darüber schockiert,

aber nicht überrascht. Gegenüber der Presse erklärte sie: «Es stört mich,

wenn sich bei der Partnerwahl nicht alle so verhalten können, wie es für

sie stimmt». Zudem sei dies eine äusserst strenge Regel in einer Organisation,

die ansonsten gute Arbeit leiste, so Mugier.

Erwähntes Behindertenheim wird von Steuergeldern mitfinanziert. Regierungsrätin

Regine Aeppli (SP) von der Bildungsdirektion zeigt demnach

kein Verständnis für das Vorgehen der Heilsarmee. Leider gibt es keine

rechtlichen Möglichkeiten, um gegen diese Kündigung vorzugehen.

Zahlreiche neue HIV-Diagnosen

erwartet

Die Kampagne «Break The Chain» führte im

Mai eine schweizweite Gratis-Test-Aktion

durch. Nun wird vermehrt mit neuen HIV-

Diagnosen gerechnet.

So sinnvoll auch das viele Testen ist, es bedeutet automatisch auch neue

HIV-Diagnosen. Die betroffenen schwulen Männer werden erstmals mit

der HIV- Diagnose konfrontiert. Gut zu wissen, dass es Plattformen wie

www.house34.ch gibt, die als anonyme Anlaufstellen Hilfe leisten können.

Die Betroffenen erhalten dort Unterstützung im Umgang mit der

Diagnose und für das tägliche Leben mit HIV.

Die Kommunikationsplattform house34.ch bietet im Moment eines positiven

Testresultats Unterstützung. Im house34.ch können sich Betroffene

anonym informieren. In den verschiedenen Räumen des virtuellen

Hauses sind Informationen und Tipps für den Alltag mit HIV zu finden:

zur Bedeutung der Diagnose, zu den verschiedenen Therapiemöglichkeiten

sowie zu psychologischen, rechtlichen und medizinischen Themen.

Gleichzeitig besteht auf house34.ch die Möglichkeit, sich mit anderen

Betroffenen persönlich auszutauschen oder an monatlichen Chat Events

mit Experten aus Medizin, Psychologie, Ernährung und Recht teilzunehmen.

Gerade bei einer Neudiagnose ist die fachliche und gleichzeitig anonyme

Unterstützung wesentlich.

www.house34.ch

Oben-ohne verboten!

Heterosexuelle gegen schwitzende schwule

Männerkörper. Der Stairs Club in Zürich verbietet

ab sofort das Oben-ohne-Tanzen.

Der After-Hour-Club-Stairs in Zürich wird oft von Schwulen besucht, besonders,

seit das Labyrinth geschlossen wurde. Und wie eben im «Laby»

lassen es sich nun dort die Schwulen gut gehen. Dazu gehört auch das

Zeigen des trainierten Oberkörpers. Da das Stairs nun aber mehrheitlich

von Heteros besucht wird, hagelte es immer wieder Kritik. Stein des

Anstosses ist weniger der Anblick nackten Fleisches, sondern der ganze

Schweiss, welcher den Heterobesuchern an den gebügelten Hemdchen

und Kleidchen und Haaren hängen bleibt.

Stairs-Mitbetreiber Beat Herren gegenüber 20min.ch: «Wir haben das

bislang toleriert, doch jetzt ist Schluss damit». Schwulenfeindlich sei das

Stairs nun aber nicht. Doch eine gewisse Etikette muss sein. «Nightlife-

Experte» Alex Flach betonte im selben Artikel von 20min.ch, dass ausschliesslich

in der Gay-Szene oft auf das T-Shirt verzichtet werde, da dort

ja sowieso «quasi jeder Schwule ein Jäger ist.»

Verlosung Raskin App!

Die Zukunft des Desktops hat begonnen:

CR-Magazin und Raskin_Beyond Desktop

verlosen zehn Raskin Apps!

In der Mai-Ausgabe des CR-Magazins berichtete Branko B. Gabriel über

das Schweizer Start-up-Unternehmen Raskin Software LLC mit Sitz in

Zürich. Dieses entwickelte – inspiriert von Macintosh-Urvater und Spezialist

für grafische Benutzeroberflächen Jef Raskin – die revolutionäre

Anwendung «Raskin». Die Software funktioniert sozusagen wie «Google

Earth» für die Dateien auf dem Computer und nutzt dabei das räumliche

Erinnerungsvermögen des Benutzers. Mit der Maus oder – von Notebook-

Besitzern besonders geschätzt – die von iPhone und iPad bekannte und beliebte

Steuerung mittels Gesten auf dem Multi-Touch Trackpad lässt sich

die Anwendung intuitiv bedienen. Insbesondere in der kreativen Umsetzung

von visuellen Inhalten erhöht der Einsatz von Raskin die Effizienz.

Mach mit und gewinne zehn Raskin Apps!

Die Verlosung findet bis Ende Juni statt unter :

raskinformac.com/cruiser.

Weitere Infos unter:

raskinformac.com

facebook.com/RaskinSoftware

twitter.com/raskinformac

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Basel CRUISER Edition Juni 2012

Schiff Ahoi!

Eine Woche nach der Zürcher

Pride sticht das GayBasel-

Schiff in See.

Von Daniel Diriwächter

Basel ist immer eine Reise

wert. Besonders dann, wenn

Ende Juni das GayBasel-

Schiff seine Anker auswirft.

Die «Galionsfigur» der Basler

Gay-Szene, Johannes Sieber,

verspricht eine Party bis Sonnenaufgang.

Das CR-Magazin

sprach mit Johannes Sieber

über die Sause am Rhein.

CR: Am 23. Juni ist es soweit, das GayBasel-

Schiff setzt die Segel. Wann begann die Vorbereitung

dafür?

JOHANNES SiEBER: Das war im März. Wir trafen die

Crew vom Schiff, die in die Produktion stark

eingebunden ist, und besprachen den groben

Rahmen, die Aufgaben und den Deal. Anfangs

April luden wir die Labels, Organisationen und

Aktivisten zur Teilnahme ein.

CR: Darf man von DEM Gay-Event in Basel

schlechthin sprechen?

Galionsfigur der Basler Gay-Szene: Johannes Sieber / pd

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CRUISER Edition Juni 2012

Basel

Man darf. Es tummeln sich um die Tausend

Gäste auf den drei Decks des alten Exposchiffs.

Es ist nicht nur die grösste Gay-Veranstaltung

am Dreiländereck, sondern auch die vielseitigste.

Das Programm beginnt bereits um 19

Uhr und dauert bis zum Sonnenaufgang am

andern Tag. Der Vergleich mit dem CSD ist aber

vor allem auf den Charakter der Veranstaltung

bezogen: Sämtliche Organisationen, Labels

und Aktivisten vom lesbisch/schwulen Basel

sind an Bord – eine Veranstaltung mit Symbolcharakter:

«Wir sitzen alle im selben Boot».

CR: Das GayBasel-Schiff entstand mehr zufällig

als geplant – wie dürfen wir uns das vorstellen?

Das GayBasel-Schiff ist ein Potpourri. Wir setzen

das Programm nicht «top to bottom» – organisationstheoretisch

gemeint (lacht)» –, sondern

versuchen, die Beiträge der Mitwirkenden in

von Basler Organisationen informieren über

ihre Aktivitäten. Später öffnen wir das Mitteldeck,

wo der «Sprachbefall» eine szenische Lesung

abhält. Sprachbefall ist eine Plattform für

junge Schreibende in Basel und mit einer Spezialausgabe

an Bord; einem glamourösen Dreier

mit Benjamin Teske, Steffen Siebenhüner und

Michael Ernst Gräber. Sie schreiben und performen:

«Somewhere under the Rainbow»!

CR: Und wann steigt die Party?

Der Partybetrieb beginnt um 22 Uhr auf dem

Mitteldeck und im Club. Die DJs von Game

Boys, Queer Planet, Isola Club und Rainbow

sowie das Gastlabel SchwuLesDance aus Freiburg

und Boyah kasha aus Zürich stehen an den

Desks. Um Mitternacht spielt der erste Live-Act:

«Speed’n’Tender Hooligans» sind Nick Nobody (David

Max & The Sons Of The Void) und Diskomurder

(Zaber Riders). Gitarre und Gesang treffen auf

CR: Du selbst bist tonangebend in der Gay-Szene

Basel. Wie kam es zu deinem Engagement?

Alles, was ich für die Gay-Szene in Basel tue, ist,

ihr mit GayBasel.ch und dem GayBasel-Schiff

eine Plattform bieten. All die Initiativen und

Aktivitäten werden von andern ergriffen und

realisiert. Aber ja, durch die Plattform hat sich

die lesbisch/schwule Kultur am Dreiländereck

entwickelt. Wir haben heute einige Partylabels

und Organisationen mehr als vor sieben Jahren.

CR: Wie ist es, quasi als «öffentliche» Person

für das schwule Basel zu stehen?

Das habe ich noch nie so gesehen. Ich bin auch

mehrheitlich mit Projekten beschäftigt, die

nicht im lesbisch/schwulen Kontext angesiedelt

sind. Und das ist gut so.

CR: Du bist der Bruder von Lovebugs Sänger

Adrian Sieber – die Lovebugs könnten doch

auch mal ein Konzert auf dem GayBasel-

Schiff geben?

Das wäre mal eine gute Idee…;)

CR: Basel ist im Vergleich zu Zürich übersichtlich

und doch sehr international. Wie unterscheidet

sich die Gay Community in Basel

von Zürich?

Sie ist kleiner und es gibt weniger «Berufsschwule»,

die vor lauter Leben in der Szene jeglichen

Horizont verloren haben. Und – ein genereller

Unterschied zwischen den beiden Städten – Basel

ist nicht derart hochtourig. Zürich kommt

mir manchmal vor, wie ein Trabi auf der dritten

Überholspur einer deutschen Autobahn, der

sich – links blinkend – mit einem Audi S8 oder

einem Mercedes Benz SL AMG verwechselt. Wir

sind hier eher Bentleys.

CR: Wie machst du den Touristen «dein» Basel

schmackhaft?

Gar nicht. Die kommen auch so!

CR: Johannes, vielen Dank!

© Brigitte Fässler

eine möglichst sinnvolle Dramaturgie zu setzen.

Das Resultat ist quasi die Summe aller einzelnen

Beiträge: Ein buntes Treiben auf einem

Schiff. Zeitweise etwas chaotisch. Wir arbeiten

ganz nach dem Motto: Das Resultat ist das Ziel.

CR: Wie viele «Passagiere» dürfen auf das

Schiff?

Die drei Decks des alten Exposchiffs haben zusammen

eine Kapazität von 1200 Personen.

CR: Was für ein Programm erwartet die Passagiere?

Dieses Jahr eröffnen wir um 19 Uhr auf dem

Oberdeck mit einem Network-Apéro an der mobilen

Zischbar. L&G-Sport lädt zum Mini-Badminton-Tournier

und der schwule Fanclub vom

FC Basel zum Torwandschiessen. Diverse Stände

elektronische Beats. Anschliessend spielt meine

Lieblingsband einen «Secret Gig», den Mann und

Frau keinesfalls verpassen sollte! Den Namen der

Band kann ich leider nicht nennen, weil sonst die

Gage zu teuer gewesen wäre. Es wird getanzt bis

die Sonne auf geht am andern Tag.

CR: Mit an Bord sind viele Organisationen –

ist die Zusammenarbeit innerhalb der Community

in Basel vorbildlich?

Am und auf dem GayBasel-Schiff wirken fast

alle Basler Organisationen und Aktivisten in

der einen oder anderen Form mit. Besonders

freut mich, dass auch Parteien, die sich das Jahr

über teilweise konkurrenzieren, den Weg aufs

Schiff und zur gemeinsamen Sause finden. Das

ist durchaus vorbildlich.

Das GayBasel-Schiff

Was in andern Städten der Christopher Street

Day oder die Gay Pride ist, ist in Basel das Gay-

Basel-Schiff: Einmal im Jahr treffen sich die

Macherinnen und Macher der lesbisch/schwulen

Kultur Basels auf dem Schiff im Rheinhafen.

Mehr zufällig als geplant, entsteht ein buntes

Programm für Jung und Alt mit Darbietungen,

Infoständen, Konzerten und DJs. Von den frühen

Abendstunden bis tief in die Nacht: Ein buntes

Treiben auf einem Boot. Ein- und Ausstieg

jederzeit möglich.

Programm:

Samstag, 23. Juni 2012, 19 Uhr bis 05 Uhr

19.00 Uhr, Apéro Network an mobiler Zischbar

21.30 Uhr, Sprachbefall auf dem Mitteldeck

22.00 Uhr, Türöffnung Clubbetrieb

00.00 Uhr, Live: Sweet’n’Tender Hooligans

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Szene CRUISER Edition Juni 2012

Parties und

Events

Club Aaah!

Relab

Einmal im Monat wird das Aaah! zum Labor

für moderne Musik, welche das Beste aus Underground

und Subkultur zusammenbringt.

Die Local Heroes Garçon Sauvage und Thomi B

präsentieren an diesem Abend das Neueste,

was es in den Stilrichtungen Progressive und

TechHouse im Moment zu hören gibt. Beide

DJs haben schon in praktisch allen Gay Clubs

der Schweiz aufgelegt und verfügen über eine

besonders feine Nase, wenn es darum geht, die

neusten Trends und Tracks aufzuspüren. Und

natürlich auch über das geschulte Ohr, um herauszufiltern,

was davon wirklich gut genug ist,

um an der Relab gespielt zu werden.

Relab im AAAH! Samstag, 9. Juni 2012

AAAH!, Marktgasse 14, 8001 Zürich

ab 22.30 Uhr

Gay-Festival, welches diesen Sommer sein 5-jähriges

Jubiläum feiert in Barcelona.

DJ Antoine909 (Circuit & Jungle Resident) wird

extra aus London eingeflogen, er trifft auf den

super sexy Römer DJ Phil Romano (Circuit Resident,

Push Club), um den EscherWyss Club

zu rocken. Unser National DJ Juiceppe von Jack

und Freakboutique wird schon ab 22 Uhr hinter

den Plattentellern für «happy Sound» sorgen.

Gespannt darf man auch auf die brandheissen

Circuit-Gogo-Boys sein, die den Club zusätzlich

zum Kochen bringen werden. Ganz speziell für

diese einmalige Party wird im Escherwyss Club

eine gemütliche Open-Air-Aera mit Food-Zelt,

Outside-Bar und Smokers-Lounge aufgestellt.

Dazu gibt’s im Vorverkauf einen günstigen Eintrittspreis,

damit jeder Partygast das Fest so

richtig geniessen und sich die ganze Nacht lang

vergnügen kann.

16

Jungle/Circuit

The Pride Party

Circuit Festival, Jungle & die Arosa Gay Skiweek

präsentieren heisse Jungs und Girls mit den

berühmtesten Circuit DJs aus Europa für eine

einmalige Pride Party.

Am Pride-Samstag findet die Circuit «one-off»

in Zürich im Rahmen des Zurich Pride Festival

statt. Der Halt im Zürcher EscherWyss Club ist

die offizielle Schweizer Pre-Party und bietet einen

Vorgeschmack auf das legendäre spanische

schwul-lesbische Sommerfestival der Matinee

Group. Beheimatet ist das grösste europäische

Tickets:

CHF 25.– im VVK oder CHF 35.– Abendkasse

Vorverkauf: Zürich: Cranberry, Männerzone,

Barfüsser, Sauna Moustache

Genf: Le Phare, Sauna Bains de l’Est

Lausanne: Sauna Pink Beach,

Trixx @ MAD club

Bern: Sauna Sun Deck

Basel: Sauna Sunnyday

Online www.ticketino.ch

Jungle/Circuit

Samstag, 16. Juni, 2012, 22.00 Uhr – 6.00 Uhr

Escherwyss Club, Hardstrasse 305, 8005 Zurich

www.gay-party.com

www.zhpf.ch

www.escherwyss.ch


CRUISER Edition Juni 2012

Szene

Jack

The Pride Issue

Jack setzt mit Jodie Harsh, Londons amtierender

Königin der Nacht, sowohl musikalisch als auch

politisch ein Zeichen. Von Nord bis Süd, von Fashion

Week bis MTV, von East End bis Big Apple

– Jodie Harsh steht am Plattenteller, brilliert

und polarisiert allein schon durch ihr Erscheinungsbild.

Ihr Look, irgendwo zwischen Cindy

Lauper und Marilyn Manson, ist lediglich visueller

Blickfang für das, was sie an politischem

Engagement zu bieten hat.

Für die aktuelle Stonewall US-Kampagne

«it gets better» ermutigt sie auf Youtube Schwule

und Lesben, sich in einem oftmals noch immer

ziemlich harrschen Umfeld für ihr Anliegen

einzusetzen. Ein sehr persönlich gefärbter

Clip, der – durch eine äusserst sympathisch

und authentisch wirkende Jodie Harsh – seine

Wirkung auch bei einem breiten Publikum zu

entfalten weiss.

Musikalisch liefert Jodie, mit Beats von Electro

bis House, den Soundtrack für eine Londoner

Partygarde, die es gar nicht erst nötig hat,

mit aufgesetzter Coolness zu kokettieren. Die

prominenten Partygäste an ihrer legendären

«Circus», welche London jeden Freitag in eine

obskure Manege verwandelt, sind keine Geringeren

als Roisin Murphy, Peaches oder George

Michael. Terry Vietheer packt auf vielseitigen

Wunsch hin erneut seine Plattenkoffer. Der gutaussehende

Globetrotter und zugleich musikalisches

Wunderkind, wird sich auch an diesem

Samstag von seiner flockigsten Seite zeigen und

so den Saal einmal mehr in eine wildgewordene,

stampfende Männerhorde verwandeln. DJ

Juiceppe ist und bleibt Jack’s Wonneproppen.

Wie kein anderer bildet er den musikalischen

Kontrapunkt.

Jack – The Pride Issue

Samstag, 9. Juni 2012, Ab 23.00 Uhr

Festsaal, Pelikanplatz, 8001 Zürich

www.jackcompany.com

www.twitter.com/jackcompany

Frigay Night

Christopher S. rockt den Loft

Dance Club

Vor den Sommerferien sorgen die Macher der

Frigay Night nochmals für ein Stimmungshoch!

Im Juni stehen gleich zwei Sausen auf dem Programm.

Mitte Juni steht eine reguläre Frigay Night auf

dem Programm. Frigay steht für Partylaune

total: Homos und Heteros vermischen sich zu

einer wilden Partymeute. Es wird gelacht, geflirtet

und natürlich getanzt – schliesslich haben

DJ C-Side und DJ Pra-Vos ihren Ruf als Hitmaschinen

zu verteidigen. Alltag vergessen und

Spass haben!

Hous-Sound der Superlative mit Christopher S.

Die zweite Frigay Night des Monats widmet sich

voll und ganz dem Special-Guest. Und was für

einem: Kein Geringerer als der angesagte House

DJ Christopher S amtet hinter den Turntables.

Zusammen mit MC Jamayl Maleek bringt er die

Frigay zum Kochen. Wenn das mal kein Vorgeschmack

auf die Sommerferien auf Ibiza und

Co. ist. Let’s Party.

Frigay Night, Freitag, 15. Juni 2012

Frigay Night – Special, Freitag, 29. Juni 2012

Je von 22.00 – 5.00 Uhr,

The Loft Dance Club, Haldenstr. 21, 6006 Luzern

Wonderworld

Offizielle Zürich Pride Festival

Party

Auf drei Ebenen entführen nationale und internationale

Zauberer an den DJ-Pulten die Partygäste

ins musikalische Wonderworld.

Ein ganz besonderer Stargast ist der Geiger

Dylan Naylor aus Köln Er spielt auch an der

Kölner Oper und hat auch schon bei diversen

Events durch sein Live-Spiel für Furore gesorgt.

Ausserdem sieht er ziemlich gut aus…

Auf dem Mainfloor verzaubern DJ Ajaxx, Fabio

White und The Oli mit satten Housebeats. Als

Opener wird Ajaxx erst dafür sorgen, den Hexenkessel

auf dem Dancefloor zum Kochen zu

bringen. Er wird dann an Fabio White aus Rom

übergeben, der auch schon in Miami bei der

White Party 40 000 Leute ins musikalische Oz

gebeamt hat. Während seines Sets wird auf der

zauberhaften Bühne ein Special parat gehalten.

Und wer glaubt, mehr geht nicht, bekommt von

London noch einen Underground Star DJ dazu:

The Oli wird dann noch das Letzte aus den Tanzenden

rausholen.

Der zweite Floor ist progressiver. Eigens aus

Amsterdam wird DJRW mit seinem KLM-

7000-Besen eingeflogen. Aber auch hier reicht

ein Zauberer allein natürlich nicht. Aus dem

französischen Teil des herrlichen Auenlandes

wird Vasco anwandern und Ajaxx, der sich ja bis

dahin schon mächtig heiss gezaubert hat, rundet

das magische Trio ab. Damit ist man perfekt

eingestimmt, wenn es dann zum Weiterflug ins

nahe gelegene Bagatelle93 kommt. Dort wird

sich zu Vasco, DJRW und Ajaxx der Oltener Elf

Willi P. dazu gesellen.

Im Popkessel wird man dank DJ Wollana mit

einem bunten Mix aus 80s, Schlagern, Pop und

Disco dann vollends auf Wolke 7 in der Wonderworld

gehoben.

Präsentiert wird die absehbar unvergessliche

Nacht von den Veranstaltern der Flexx und der

Selection-Reihen. Beide Namen stehen für geilsten

Sound und die besten Parties in und um Zürich

im Gaybereich.

Die anschliessende Wonderworld Afterhour-

Party ist nur 5 Gehminuten vom X-Tra entfernt:

Bagatelle93 an der Langstrasse 93. An den Decks

stehen Ajaxx, DJRW, Vasco und dann noch extra

dazugebucht: Willi P. Versprochen wird eine

Afterhour-Glückseligkeit auf zwei Floors!

Vorverkauf Wonderworld Party und Kombiticket:

www.ticketcorner.ch

Wonderworld

Samstag, 16. Juni, ab 22.99 Uhr

X-Tra, Limmatstrasse 118, 8031 Zürich,

www.x-tra.ch

We Are Zurich!

Mehrere Zürcher Gay-Partylabels

vereint

Bereits zum zweiten Mal findet im Exil Klub Zürich,

direkt neben dem Turbinenplatz, die We

Are Zurich! Party statt. Nach dem grossen Erfolg

im letzten Jahr steigt die grandiose Sause wieder

am Freitag am Pride Weekend. Dabei sind dieses

Mal die Zürcher Gay-Partylabels: Jack, Behave,

Boyahkasha, Büsi Enterprise, Flexx, Loge 70,

Tribute2Life, Männerzone und Revolution. An

den Plattentellern legen DJ Nikolai Semenov

(RUS), Jan Fischer(D) und DJ Ajaxx auf. Kurz

nach Mitternacht gibt es ein cooles Showcase

der Zürcher Underground, Band Powerplay. Sie

spielen exklusiv ihren neusten Song! Da an der

letzten Party akuter Platzmangel herrschte,

17


Szene CRUISER Edition Juni 2012

werden die Besucher gebeten, früh zu erscheinen,

um sicher Einlass zu erhalten.

We Are Zurich!

Freitag, 15. Juni 2012, ab 23.00 Uhr

Exil Klub, Hardstrasse 245, 8005 Zürich.

www.facebook.com/we are zurich 2012

Pride Klubnacht

Mit Miss Delicious

Seit jeher steht die Klubnacht im T&M für internationale

DJs. Miss Delicious aus Köln ist allerdings

weit mehr als nur DJ. Vielmehr ist sie DJ,

Drag Queen, Performerin, und Produzentin in

einem. Ursprünglich aus Brasilien, gehört Miss

Delicious in ihrer Wahlheimat Köln zum festen

Inventar und zählt deutschlandweit zu den angesagtesten

Acts. Unterstützt wird sie auf dem

Mainfloor von Zör Gollin, den man ja bestens

von den Boyaksha!-Parties her kennt. Auf dem

AAAH! Floor legen die beiden bekannten Zücher

DJs Charles Meyer und Nick Harvey auf.

Auch an diesem speziellen Tag gilt: Gratis-Eintritt

vor 22.30 Uhr. Und weil Pride ist, gibt’s

sogar gratis einen Welcome Drink für alle, die

frühzeitig kommen.

Pride Klubnacht

Samstag, 16.Juni 2012, ab 21.30 Uhr

T&M, Marktgasse 14, 8001 Zürich

Uncut Friday

Neues Label im T&M

Uncut Friday heisst das neue Label im T&M. Es

bringt jeweils am letzten Freitag des Monats

die gute alte Housemusik zurück ins T&M. DJ

Gaetano spielt an diesem Abend nicht nur Klassiker

des Vocal-House und Deep-House, sondern

auch aktuelle Tracks des wiedererwachenden

House-Genres. Nachdem die House-Musik in

den letzten Jahren eher etwas von der Bidlfläche

verschwand und in den Clubs vor allem Tech-

House und Electro gespielt wurde, setzen namhafte

DJs und Clubs heute wieder vermehrt auf

souligen, bassgetriebenen und oft von Vocals

begleiteten House.

Aber auch die Liebhaber des Pop kommen an

diesem Abend nicht zu kurz: Im AAAH! Floor

bringt DJ Marc S unter dem Motto «Pop on Top»

nämlich das Beste aus den Bereichen Clubhits,

Dancepop und Charts auf den Plattenteller.

Uncut Friday

Freitag, 29 Juni 2012, ab 21.30 Uhr

T&M, Marktgasse 14, 8001 Zürich

www.tundm.ch

Patrick Mettraux

Fotograf Patrick Mettraux

präsentiert im Zürcher Platzhirsch

farbenfrohe und detailintensive

Collagen.

Der in Zürich lebende Fotograf Patrick Mettraux

ist ein begehrter Künstler in der Gay-Szene.

Sein Auge für homoerotische Männefotografie

verschönerte schon so manchen Flyer als auch

Titelbilder. Auch dem CR-Leser sollte Patrick

Mettraux ein Begriff sein. Die September-Edition

aus dem Jahr 2010 stellte den Fotograf mit

einer Auswahl an Fotos in der Bildstrecke vor.

Patrick Mettraux kreiert aber auch farbenfrohe

und detailintensive Collagen, welche etwas an

Pierre et Gilles erinnern, allerdings mit etwas

mehr Spass und Realität. Einige dieser Collagen

stellt der Fotograf nun in der Platzhirsch-

Bar vor.

Vernissage: Donnerstag, 14. Juni, 20 Uhr

Platzhirsch Bar Zürich, Spitalgasse 3

8001 Zürich

www.patrickmettraux.com

www.meinplatzhirsch.ch

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SPEZIELLES ANGEBOT FÜR DEN MONAT JUNI 2012

• Lass dich coachen: Ganztagesseminar für Einzelpersonen oder Paare inklusive Hypnose-Therapie Fr. 799.– anstatt Fr. 1500.–

• 5 x Hypnose-Sitzung zur z.B. Rauchentwöhnung für Fr. 299.– anstatt Fr. 750.–

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Die Angebote sind nur mit diesem Gutschein gültig.

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CRUISER Edition Juni 2012

Interview

«Bigger is better»

Der neue Organisator der

MrGay-Wahlen irritiert die

Gay-Medien.

Von Daniel Diriwächter

Der 18-jährige Alessandro

Wenger will mit seiner Firma,

der A WENGER International,

die MrGay-Switzerland-Wahlen

retten. Die hiesigen Gay-

Medien reagierten verhalten

auf die entsprechende Medienmitteilung.

Alessandro

Wenger liess kein gutes Haar

an den bisherigen Events. Er

will eine neue Ära einläuten.

«Schludrig» sollen sie gewesen sein, die bisherigen

MrGay-Switzerland-Wahlen. Von einem

«Schweinestall» war gar die Rede. Alessandro

Wenger redet und schreibt Klartext, wenn es

um sein Vorhaben geht, dem Event neues Leben

einzuhauchen. Ein dankbares Fressen für die

Gay-Medien. Das CR-Magazin wollte es genau

wissen und stellte dem jungen Firmeneigentümer

dazu einige Fragen.

CR: In deiner Pressemitteilung findest du harte

Worte betreffend die MrGay-Wahlen. Du

verwendest Wörter wie «Schweinestall», weshalb?

ALESSANDRO WENGER: Ich will mit dieser Aussage in

keiner Weise etwas gegen die alte Organisation

sagen. Jedoch ist es kein grosses

Geheimnis, dass erwähnte Organisation

einige Fehler machte. Dies wurde

mir von verschiedenen Seiten

gesagt. Darunter auch, dass nach

Untergang der alten Organisation

Stephan Bitterlin ohne Hilfe dastand.

Auch wurden bei der Wahl

einige Dinge missachtet. Es sind

Fehler aufgetreten, jedoch will

ich mit der Aussage «Schweinestall»

niemals Oliver Eschler

und sein Ex-Team beleidigen.

CR-Magazin: Das Display-Magazin

reagierte – zu Recht – etwas

befremdet auf diese Aussagen.

ALESSANDRO WENGER: Der Artikel im

Display ist meiner Meinung nach zu

persönlich geschrieben. Der Journalist

redet den Event schon im Vornherein

tot. Ich bin zwar erst 18 Jahre alt,

aber dies soll nicht heissen, dass

ich nichts kann oder weiss.

Wer sagt denn, dass Organisatoren

immer 30, 40

oder älter sein müssen?

CR-Magazin: Hast

du deine Firma

A WENGER

International

extra

für

die

MrGay-Wahlen

gegründet?

ALESSANDRO WENGER: Die Firma A WENGER International

wurde nicht exklusiv auf die Wahl hin

eröffnet. Im letzten Jahr durfte ich das Konzept

einer Firma übernehmen. Aus diesem Konzept

wurde im November ein Projekt und Anfang

Januar eröffnete ich die Firma. Der Handelsregistereintrag

folgte spät, da ich erst abwarten

wollte, wie sich das Ganze entwickelt.

CR-Magazin: Was willst du also an den MrGay-

Switzerland-Wahlen anders machen?

ALESSANDRO WENGER: Die Wahl wird anders organisiert

als in den letzten Jahren. «Bigger is better»

ist nicht nur eine Redewendung, sondern wird

auch am Event selbst umgesetzt. Das heisst, der

Ex-Mister wird mehr im Mittelpunkt stehen.

Da weiter ein Mister Gay eine Vorbildfunktion

übernimmt, werden die Kandidaten auf Herz

und Niere geprüft. Egal, ob mit Schulungen

oder Lagern, der neue Mister wird die homosexuelle

Community in allem vertreten können

– wie bisher auch! Zudem werden nicht nur die

grösseren Deutschschweizer Städte in das Vorhaben

eingebunden, sondern auch das Tessin

und Wallis werden involviert.

CR-Magazin: Hast du auch Kontakt zu Stephan

Bitterlin oder einem früheren Gewinner?

ALESSANDRO WENGER: Stephan Bitterlin hat sich ehrenamtlich

verpflichten lassen.

Als Repräsentant des Toleranz-Gala-Abends,

wird

er sein letztes halbes

Jahr einläuten.

Mehr kann ich dir

jedoch zu diesem

Zeitpunkt nicht

sagen. Fakt ist,

Stephan Bitterlin

ist zu 100 Prozent

im Team. Die

anderen Mr.

Gays werden

zum jetzigen

Zeitpunkt angefragt.

Alessandro Wenger

19


Dossier CRUISER Edition Juni 2012

Ein Bett im

Kornfeld

Überrasch mich unten ohne

im Busch!

Von Lola Sara Arnold-Korf

20

Outdoor-Cruising? Ist das denn

nicht völlig antiquiert und ein

Relikt der restriktiven 1970er-

Jahre, wo die Schwulettchen

es sich draussen noch gegenseitig

– vorzugsweise im Dunkeln

machen mussten? Mitnichten!

Denn auch 2012 ist

immer ein Bett im Kornfeld frei!

Und wie im wahren Leben gilt:

Überrasch mich unten ohne

im Busch! Spätestens im Juni

wird die Ernte eingefahren –

ohne schlechtes Gewissen.

Spätestens im Juni ist die Outdoor-Crusing-

Saison wieder eröffnet! Und spätestens nach

Sonnenuntergang laden nun wieder Parks, Autobahnraststätten

und Badestellen ein zu Sex

ohne grosse Anlaufzeit, ohne grossartiges Gequatsche

– jenseits teurer Drinks in Bars oder

der romantischen Welt von Kitsch an der Seite

traumtänzerischer Liebe. Ein kurzer Blick des

CR-Magazins in die Outdoor-Cruiser-Szene beweisst:

Auch 2012 ist Cruising der All-Time-Klassiker.

Aber worin liegt eigentlich der Reiz beim

Outdoor-Cruising? Für Steve, Betreiber der Zürcher

Erotikfactory, ist klar: «Ob George Michael

oder Michael George, Outdoor-Cruising ist für

jeden Mann! Denn es ist spannend. Du weisst

nie, was auf dich zukommt. Es ist anonym, ohne

grosse Anlaufzeit und ohne das oft peinliche

Frühstück danach.»

Auch für den mittlerweile in die Jahre gekommenen,

aber dennoch keineswegs inaktiven

Zürcher Unternehmer Markus Ebner ist Outdoor-Cruising

nach wie vor zeitgemäss und

auch tischfein: «Schwules Cruising gibt es seit

Jahrhunderten und wird es wohl immer geben.

Man treibt es an Orten, wo man üblicherweise

keinen Sex macht. Dazu kommt der nicht zu

verachtende Reiz, vielleicht erwischt zu werden.»

Zumindest was das Outdoor-Cruising angeht,

kann Ebner auch keine grossartigen Unterschiede

zu seiner Jugendzeit in den 70er- und

80er-Jahren feststellen – abgesehen von lokalen

Verschiebungen der Treffpunkte. «In den 70er-

Jahren gab es allerdings noch ein regeres Outdoor-Sex-Leben

an vielen Orten Zürichs. Man

traf sich unter anderem in Klappen, z.B. im

«Café Hubmann». Stadtberühmt war auch die

Klappe am Kreuzplatz oder an der Ecke Zweierstrasse/Badenerstrasse.

Wer bei einem Drink im

Café Odeon nichts aufgabelte, ging rüber an den

Bürkliplatz oder weiter ins Arboretum mit dem

alten Baumbestand am Zürichsee.»

Die Zeiten der Klappen sind leider vorbei –

Mann cruist fast ausschliesslich outdoors

Die goldenen Zeiten der Klappen, der öffentlichen

Sextreff-Toiletten, sind im Jahr 2012 allerdings

leider vorbei: zu hell ausgeleuchtet,

zu schick, zu gut überwacht, ohne Löcher zwischen

den Wänden wie einst und schliesslich

auch deutlich zu unbequem, weil die Kabinen

aus wirtschaftlichen Gründen immer kleiner

werden. Schliesslich ist jeder Quadratmeter Immobilie

in Zürich pures Geld. Hinzu kommt:

Welcher Gutbürger wohnt schon gerne direkt

neben einer öffentlichen Toilette mit Sex-Amüsement?

Das mindert den Wert jeder Immobilie

gewaltig. Da treibt man es in gutbürgerlichen

Männerhaushalten doch lieber hinter blickdichten

Vorhängen – in der hauseigenen Dunkelkammer

mit stabilen Spreiz-Apparaturen aus

der Landtierklinik.

Und dennoch gibt es noch Cruiser: «Heute trifft

man sich in Zürich gerne am Seebecken in Richtung

Bahnhof Enge. Da begegnet sich Alt und

Jung. Die Lederkerle treffen sich eher im Park

am Waffenplatz. Auch sehr schön sind die Rastplätze

in Zürich-Altstetten, wenn man vom Aargau

her kommt. Für die Pendler aus der Ostschweiz

war und ist auch der Rastplatz Büsisee

bei Zürich-Affoltern ein Insidertipp. Und bei

Beginn der Badesaison ist es natürlich auch die

Werdinsel», weiss Markus Ebner erstaunlich detailreich

zu berichten.

Ein Blick ins Internet verrät, die Werdinsel mit

Nacktbaden und Cruisen findet sich in nahezu

jedem Reisetipp auf schwulen Trip-Advisor-

Seiten – im Ausland auch jenseits der Ozeane.


CRUISER Edition Juni 2012

Dossier

Obwohl 2006 eine breit angelegte städtische

Plakatkampagne unter dem erschütternden

Slogan: «Auf der Werdinsel gibts keinen öffentlichen

Verkehr!» gestartet wurde, wird hier eifrig

Sex getrieben – so wie in jedem Kornfeld,

egal, ob Hetero oder Schwul bestellt. Vor allem

im kleinen Wäldchen auf der Werdinsel streunen

nicht nur nach Sonnenuntergang nackte

Schwule durch die zahlreichen verschlungenen

Pfade – und sind nicht auf der Suche nach

Schmetterlingen oder gar Pilzen. Dann schon

eher nach frischem, jungem, pflückreifem Gemüse.

Guten Appetit!

Die heissesten Cruising-Areas im Internet

Bei so vielen Informationen fällt es dem geneigten

Outdoor-Cruiser schwer, den Überblick zu

behalten. Abhilfe schafft zu unser aller Gück

das Internet. Man muss lediglich «gay cruising

Leckerbissen auch für vermeintliche Heteros.

Wobei das Modell des Autos keine Rolle spielt,

was das Herz der Autorin höher schlagen lässt.

«Hier triffst du neben Schwulen vor allem auch

die verkappten schwulen Familienväter. Es liegt

ja auf der Hand, dass Rast- und Parkplätze anonymer

sind als schwule Bars», so Sex-Guru Steve.

Nur Methode – und Nudisten-Non-Dress

führt zum Erfolg

Einmal angekommen, ob im Haselnussstrauch

oder im schaurig-schummrigen Licht der Raststätten-Laterne

stellt sich zwangsläufig die Frage,

wie man am besten an die Sache, den Braten,

herangeht? Gibt es da etwa einen bestimmten

Dress-Code, geheime Zeichen oder einen Geruchs-Code,

um zum Ziel der Begierde zu gelangen,

es im wahrsten Sinne zu erschnüffeln?

Markus Ebner hat in seiner jahrzehntelangen

Erfahrung zwei Methoden zum Outdoor-Erfolg

ausgemacht: «Die eine Methode ist abwartend.

Du stellst dich mit nacktem Oberkörper hin

und wartest bis dich jemand anspricht. Wichtig

ist der Augenkontakt.» Eindeutiger Gewinner

für ihn jedoch: «Du sitzt nackt auf deinem Fahrrad

und die Kleider sind auf dem Gepäckträger

verstaut.» Diese Variante – aus eigener Erfahrung

– will allerdings geübt sein.

Nach Ebner unterscheiden Cruiser überdies

zwischen zwei Varianten des Outdoor-Cruising.

«Entweder du triffst einen Einzelnen im Gebüsch

oder gleich zwei bis drei Kerle. In diesem

Fall bringst du dich am besten elegant ins Geschehen

ein. Bei einem Einzelnen ist die Hose

schnell runter oder offen – ohne Gegenwehr.

Und wenn du gleich auf mehrere Kerle triffst,

dann sind die in der Regel so rattenscharf, dass

sie keinen Neuzugang ablehnen.» Wer aktiv

oder passiv ist? – Diese Frage stellt sich bei Outdoor-Cruisern

nicht. Gross geredet wird ohnehin

kaum und die Körpersprache macht die

Sache schnell klar. Niemand hat hier wirklich

die Absicht, sich zu verlieben. Und ein Schild

mit «Podiumsdiskussion» stellt auch keiner auf.

Ausnahmen kann es aber auch hier geben. So

hat Cruiser Ebner seinen Freund, mit dem er

seit über 10 Jahren zusammenlebt, beim Outdoor-Cruising

kennengelernt. «Das Ganze war

so nicht beabsichtigt. Aber vor allem in der kühleren

Jahreszeit kann es dir schon mal passieren,

dass du mit dem Kerl lieber nach Hause

gehst, bevor dir das Ding abfriert oder der andere

womöglich noch vor Kälte schlapp macht.

Darin steckt das Risiko. Wobei ich mich heute

natürlich nicht beklagen will. Schliesslich hat

es sich ja gelohnt, eine Ausnahme von der Regel

zu machen.» Spätestens hier wird der Autorin

warm ums Herz.

schweiz» bei Google eingeben und stösst automatisch

auf zwei aussagekräftige Links. Besonders

interessant dabei: die «Erste Gay Cruising

Karte der Schweiz». User Alec_Orion auf boyswold.ch.,

der Macher besagter Karte, verweist

nicht nur auf seine langjährigen Recherchen

vor Ort, sondern ermutigt auch andere schwule

Cruiser die Karte durch tatkräftiges Zuarbeiten

permanent auf qualitatives Höchstniveau

zu bringen. Auf pinkmap.com findet man zudem

vor allem Rastplätze für Outdoor Cruiser

– vorzugsweise mit fahrbarem Untersatz. Ein

Szenebild aus dem Film «Cruising» mit Al Pacino aus dem Jahre 1980

No risk – no fun!

Apropos Risiko. Neben dem üblichen Geschwätz

zum Thema öffentliche Ordnung und Reinheit,

Schutz vor frigiden Heteros und, wenn

gar nichts mehr hilft, vor Kindern, gibt es freilich

auch wirkliche Risiken: Thema Aids und

Gewalt. Braucht es ein Survival-Set mit Pfefferspray

und möglichst eine Nahkampfausbildung?

«Das ist Quatsch. In jedem Erotikladen

bekommst du von jedem Anbieter ein kombiniertes

Package aus Kondom und Gleitgel. Safer

Sex ist ein absolutes Muss. Wenn jemand

sich nicht daran hält, wäre dies spätestens für

mich der Zeitpunkt, verbal zu werden und deutlich

,Nein’ zu sagen», so Ebner. Und was ist mit

Sex-Toys? «Ich kann mir nicht vorstellen, dass

jemand seinen Butt Plug mitnimmt und aufstellt.»

Das leuchtet ein. Und was ist mit dem

erhöhten Risiko, Opfer von Gewalt zu werden?

Steve, Markus und die Autorin sind sich dabei

einig: Es kann beim Cruising keinen hundertprozentigen

Schutz vor Wahnsinnigen und anderen

Saubermännern geben. Wichtig ist vor

allem eine gewisse Ortskenntnis. Denn: Nicht

jede Strasse, jeder Park, jeder Platz, jede Alp

oder jede Ortschaft innerhalb der pittoresken

Schweiz eignet sich als schwule Outdoor-Wellness-Cruising-Area.

Und wem das Angst macht,

dem bleibt ja immer noch der nichtöffentliche

Crusing-Bereich in Darkrooms, in Sexkinos

oder Sex-Kabinen mit Löchern zwischen

den Séparées wie beispielsweise im Aaah! oder

in der Erotikfactory – die sind innen wie aussen

jedoch nicht unbedingt für Rammböcke

geeignet.

21


Gesellschaft CRUISER Edition Juni 2012

20 Jahre Life Ball

Der grösste HIV-Charity-Event

der Welt hatte Geburtstag

Von Daniel Diriwächter

Bombastisch, glamourös und

etwas zu routiniert. Die grösste

Aids-Charity-Gala der Welt

lockte Mitte Mai wiederum

viele Promis und unzählige

Paradiesvögel nach Wien.

Milla Jovovich am Ende auch. Wie praktisch,

dass die Schauspielerin auch ihre neue Single

«Electric Sky» präsentieren durfte. Gleichzeitig

stellte sie sich als Botschafterin der Stiftung AM-

FAR dar (The American Foundation for AIDS Research).

Brigitte – «ich finde alles so toll» – Nielsens

Anwesenheit war erfrischend, aber nicht

umwerfend. Dolly Buster und Amanda Lepore

waren ebenfalls mit ihren Brüsten zugegen.

Viel zu kurz der Auftritt von Bill Clinton, versteckt

auf einer VIP-Bühne der Hollywood-Haudegen

Sean Penn. Umso rührender die Verleihung

des mit 100 000 Euro dotierten «Crystal of

Hope» Awards an Jackie Branfield, Gründerin

des Projekt «Operation Bobbi Bear», das sich um

vergewaltigte und auch mit HIV-infizierte Kinder

in der südafrikanischen Provinz Kwa-Zulu

Natal kümmert.

Singende Muse

Life Ball 2012: Sehen und gesehen werden für die gute Sache / pd

Die österreichische Presse feierte den 20. Life

Ball als den bedeutendsten Glamour-Event des

Jahres. Die Wiener Bevölkerung platzte vor

Stolz. Nach zwanzig Jahren hat der von Gery

Keszler ins Leben gerufene Ball eine Dimension

erreicht, von welchem andere Benefiz-Veranstaltungen

ihrer Art nur träumen. War der Life

Ball früher eine Art «Präventionsabend» mit

Disco, so ist der Anlass heute eine bombastische

Gala mit gigantischer Party – im altehrwürdigen

Wiener Ratshaus.

An wohl keinem anderen Tag im Jahr geben

sich die Wiener so freizügig wie am Life Ball,

dessen Tickets zu ergattern übrigens eine reine

Glückssache war – jedenfalls für Normalsterbliche.

VIPs oder zahlungskräftige Menschen hingegen

haben Ehrenplätze. So ist der Life Ball in

erster Linie ein grosses Geschäft zugunsten der

Aids-Prävention. Die Absicht ehrenhaft und das

Ergebnis beachtlich.

Allerdings ist nicht zu leugnen, dass dem 20. Life

Ball etwas die Luft ausging. Überaus routiniert

ging der Event von statten, die Prominenten

blieben unter sich, während das teilweise halbnackte

Party-Volk das Ratshaus unsicher machte.

Heuer wesentlich gesitteter als auch schon.

Prominenz und Brüste

Die Prominenz am Jubiläums-Ball war glamourös,

wenn auch ein gewisser «B-Geschmack» vorhanden

war. Antonia Banderas darf selbstverständlich

als Hollywood-Star angesehen werden,

Ein echtes Highlight war die finale Modenschau,

welche die vergangenen 20 Jahre repräsentieren

sollte. Der Königin des Catwalks, Naomi Campbell,

folgten unzählige Models in vergangener,

aber noch immer betörender Haute Couture.

Aufgepeppt wurde diese Show durch eine erstaunlich

junge Dagmar Koller, der bärtigen

Conchita Wurst, der singenden Lagerfeld-Muse

Baptiste Giabiconi, sowie den hinreissenden

Scissor Sisters.

Zum Nachdenken selbst regte Organisator Gery

Keszler in doppelter Hinsicht an. «Aids berührt

nicht nur den Körper, es berührt auch die Seele»,

sagte Keszler. Und weiter: «Es betrifft uns alle, ob

alt oder jung, ob arm oder reich». Das Publikum

reagierte trotzdem befremdlich, als sich Gery

Keszler immer wieder für das Thema «Aids» entschuldigte.

Dies hinterliess den Eindruck von starker

Kritik an seiner Person hinter den Kulissen.

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CRUISER Edition Juni 2012

Fotostrecke

Nathalie

Schaltegger,

Präsidentin

Zurich Pride

Festival – eine

Kriminelle?

Mit der diesjährigen Fotokampagne stellt das

Zurich Pride Festival Menschen aus der LGBT-

Community vor, die in der Szene etwas bewegen

sowie aktiv an der Basis tätig sind. Das Motto

«Welcome to Reality» sagt unter anderem aus,

dass heute noch in gewissen Ländern Homosexualität

strafbar ist, in manchen droht sogar

die Todesstrafe.

In der Schweiz ist die gleichgeschlechtliche

Liebe salonfähig geworden, jedoch gibt es noch

viele Lebensbereiche, in denen Homosexualität

tabu ist. Oftmals ist auch die angebliche Akzeptanz

nur oberflächlich vorhanden. So genannte

«Hate-Crimes» nehmen jährlich zu. Auch das Cyber-Bullying

ist mittlerweile ein grosses Problem

geworden. Teenager werden von Klassenkameraden

online auf Social Medias blossgestellt

und geoutet, was auch schon zu Selbstmord der

Betroffenen geführt hat.

Aus diesem Grunde haben sich verschiedene Persönlichkeiten

als «Kriminelle» ablichten lassen.

Mit dieser Kampagne stehen sie auf. Wenn Homosexualität

ein Verbrechen sein soll, dann

wollen sie dieser «Kriminalität» gerne ein Gesicht

geben.

Photos by: Shpend F. Salihu & Gianni-Massimo

Jiamée Esposito

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Reisen CRUISER Edition Juni 2012

Brüssel

Eine Stadt mit tausend Gesichtern

Von Branko B. Gabriel

28


CRUISER Edition Juni 2012

Reisen

Europas Hauptstadt zieht

nicht nur Politiker und Parlamentarier

an, sondern

– und das erstaunt – viele

Gays aus der ganzen europäischen

Union. Das Leben

im bunt zusammengewürfelten

Gay-Village ist vielfältig,

spannend und erfrischend.

Brüssel geniesst ja nicht gerade den Ruf einer typischen Gay-Destination.

Brüssel ist eher bekannt als Sitz der Europäischen Union und der Nato.

Allerdings weit gefehlt, denn die kleine belgische Metropole hat in der

quirligen City ein pulsierendes und ein äusserst aktives Gaylife zu bieten.

Da ich geschäftlich in der Nähe von Brüssel zu tun habe, fahren wir mit

dem Auto ins Zentrum hinein. Mit der Bahn dauert die Reise nach Brüssel

rund sieben Stunden, der Flug, beispielsweise mit Swiss, 70 Minuten.

Mit dem Auto muss man, ohne Frage, Nerven aus Stahl haben, Traffic

überall und immer. Dementsprechend leer sind die ÖVs dann auch. In

Brüssel wird gebaut, aufgerissen, abgerissen und umgeleitet. Und Vorsicht,

in Brüssel fährt man wie in Neapel! Hier wird gehupt, gedrängelt,

weggedrängt und stehengelassen. Im Stau hat man dann auch richtig

schön Zeit, all die bunten Sexshops zu bestaunen und zu studieren. Und

von denen gibt es in Brüssel reichlich. Kein Wunder, bei so vielen Parlamentariern.

Heruntergekommen, aber auch herausgeputzt

Die City ist an einigen Orten, man kann es nicht anders sagen, ziemlich

heruntergekommen. Alles, was sich in Touristen- und in EU-Nähe befindet,

ist schön herausgeputzt, weiter hinten hinterlässt die City einen schalen

Nachgeschmack, ramponierte Strassen, massenhaft leere Geschäfte,

gammlige Wohnhäuser und leider auch viele Obdachlose und Bettler.

Dann und wann sieht man wieder tolle moderne Wolkenkratzer um die

Wette glitzern, natürlich finanziert von der EU. Aber genau das macht

den Charme und das Flair dieser Stadt aus. Prunkvolle Euro-Paläste neben

abgefackelten Plattenbauten, Kebabstände und Sexshops. Herrlich

trashig und unerhört faszinierend. Die echten Bewohner sind authentisch,

schlecht gekleidet und nicht wirklich en vogue, trotzdem bieten

sie den vielen Tausend Mitarbeitern der EU Paroli und das ist auch gut so!

Am Wochenende und an Feiertagen trennt sich dann der Spreu vom Weizen

und man sieht tatsächlich das wahre Gesicht einer Stadt, die leider

ihre Identität gegen Macht und Geld eingetauscht und so fast ihre Seele

verkauft hat. Trotzdem, oder besser gesagt genau deshalb, habe ich mich

in diese wunderbare Stadt verliebt. Einen Besuch im so genannten Gay

Village rund um den Grote Markt ist absolut sehenswert und verspricht

eine Reise der herzlichen Art zu werden. Hier reihen sich verschiedene

Gaybars, Restaurants und Klubs aneinander, und man findet sich in einem

skurrilen und sympathischen Mikrokosmos wieder.

Hier spielt sich dann auch das ganze Brüsseler Gaylife ab. Für jeden Geschmack

ist was dabei. Im Le Belgica treffen sich die Hipsters und die Alternativen,

im Duquesnoy die Ledertypen, in der Christobar die Schicken

der Nacht und im Le Can Can wird nach Herzenslust Karaoke gesungen!

Kultur

Neben einem wirklich grossen und vielfältigen Gaylife bietet Brüssel aber

auch eine gewaltige Kulturszene. Es gibt eine Vielzahl von Museen wie z.B.

das Comic-Museum (Belgisch Stripcentrum), den Palast der Künste (Bozar),

das jüdische Museum oder das Magritt-Museum. Ein Besuch im 92 Hektar

grossen botanischen Garten (etwas ausserhalb von Brüssel) lohnt sich

ebenfalls. Hier kann man in der Orangerie herrlich entspannen und dem

hektischen Treiben der Grossstadt entfliehen. Ein absolutes Muss ist natürlich

auch das Atomium, ein Überbleibsel der zweiten Weltausstellung von

1958. Mode-Liebhaber sind in der Rue Antoine Danseart anzutreffen, Antiquitäten

und sonstigen Krimskrams findet man rund um die Rue Blases.

Besonders gut gefallen haben mir in Brüssel auch die vielen kleinen versteckten

Parks, die schöne Altstadt und die verschiedenen Paläste aus

unterschiedlichen Zeitepochen. Disney lässt grüssen!

Multikulti-Gay-Community

Trotz relativ kleiner Einwohnerzahl – es sind nur rund 150 000 – bietet

Brüssel den Gays eine äusserst grosse, lebendige und kreative Szene. Im

Umkreis von etwa einem Kilometer gibt es rund 26 Bars und rund 17 Restaurants!

In den kleinen verwinkelten Gassen rund um den Grote Markt

befinden sich aber auch kleine Designerlabels, schnuckelige Cafés, süsse

Confisserien (mit dem weltberühmten belgischen Konfekt) sowie Architektur

und Kultur vom Feinsten. Auch für das erotische Wohl ist man besorgt,

denn es stehen nicht weniger als fünf Saunas zur Verfügung, mitunter

eine der grössten Europas, die Spades4our! Bereits ab Donnerstag

kann man in den verschiedenen Klubs, wie z.B. im Hunkut oder X-Nice

wild feiern, und dafür sind die Belgier ja bestens bekannt. Besonders beliebt

ist auch der Gay-T-Dance (sonntags). Flirtfaktor hoch zehn!

In der Multikulti-Gay-Community ist man schnell angekommen und

man lernt ohne grosse Umschweife auch Leute kennen (siehe Seite Branko

trifft...). Sehr ehrlich, rustikal und echt, ohne grosses Blabla und doofes

Gezicke. Hier kann man also getrost seine Designer-Garderobe zu Hause

lassen und sich leger und unbekümmert ins Nachtleben stürzen!

Fazit

Brüssel eignet sich bestens für ein verlängertes Wochenende. Die Gayszene

ist gross und sehr zentral gelegen. Hier trifft sich die Community in

den zahlreichen Bars und Restaurants in der Altstadt. Das multikulturelle

Flair ist authentisch und sehr sympathisch. Ein kleiner, liebenswürdiger

und frecher Mikrokosmos inmitten einer pulsierenden Grossstadt.

Hier schert sich dann auch niemand um Political Correctness und lässt

es stattdessen ordentlich krachen!

Infos:

www.brusselsgay.be, www.thewarning.info, www.brusselsmuseum.be

www.hotelbloom.com,

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Nachgefragt CRUISER Edition Juni 2012

Branko B. Gabriel

trifft...

Leon*, Luxus Callboy, Brüssel

30

Sightseeing in Brüssel kann

ganz schön in die Knochen

gehen. Da eine Bar, dort ein

Café... irgendwann landete

Branko B. Gabriel im La Reserve

und bestellte sich ein typisches

belgisches Bier. Der

Kellner guckte etwas verdutzt,

stellte es aber doch hin. «Pfui

Deibel»! Was für eine Pfütze.

Da steht plötzlich so ein Typ

vor ihm, lächelt ihn an und bestellt

nochmals ein Bier. Was

für ein Adonis! Branko ist perplex

und fällt fast vom Hocker,

findet aber schnell die Sprache

wieder...

Symbolbild

Leon: (lacht) Du musst dieses Bier trinken, das andere

ist für Diplomaten-Fuzzis! Na, du kommst

wohl aus der Schweiz?

BRANko: Ja, sieht man mir das an? Und wieso

ist das ein Diplomaten-Bier?

LEON: Glaube mir, ich kenne mich da aus. Ich

kenne viele Politiker, Parlamentarier und eben

auch Diplomaten.

BRANko: Aha, du arbeitest bei der EU? Was

arbeitest du da?

Leon: Ich arbeite indirekt für die EU... nicht so,

wie du denkst. (Aha, jetzt wird es spannend.

Woher will der denn wissen, was ich denke. Vielleicht

ist er aber auch ein Presseattaché oder ein

einfacher Bürogummi...)

BRANko: Ok, du arbeitest für die Nato.

Leon: Nein, ich bin Callboy und ficke die Herren

im EU-Parlament.

BRANko: Das ist ein Scherz!? Und wie kommt

man dazu, Callboy zu werden?

Leon: Ich komme aus einem Kaff in der Provinz,

namens Nieuwpoort. Da gibt es nichts. Deshalb

wollte ich mein Glück in Brüssel versuchen.

Nach dem Gymnasium studierte ich internationale

Beziehungen, Politik hat mich schon

immer interessiert. Da ich kein Geld hatte, fing

ich an, anzuschaffen. Ich sehe ziemlich o.k. aus

(er sieht aus wie ein CK Model!) und so bin ich

da reingerutscht, in die sogenannten internationalen

Beziehungen (schmunzelt)....

BRANko: Und wie lange machst du das schon?

Kann man sich die Kunden aussuchen?

Leon: Na ja, ich mache das seit rund drei Jahren.

Ich habe im Schnitt vielleicht drei bis vier Kunden

in der Woche. Die Kunden kann ich mir

auslesen, sonst würde ich den Job nicht machen.

Ich habe ja auch eine ausgesuchte Klientel. Keine

ungepflegten alten Säcke. Ich koste ja auch

wirklich was.

BRANko: Wie viel pro Stunde?

LEON: Fuck, müssen wir über Geld reden? – So

ab 300 Euro.

BRANko: Das interessiert mich jetzt schon. Du

sagst, eine bessere Kundschaft, also auch

Politiker und Parlamentarier? Kennt man da

welche, sind die auch offen schwul?

Leon: Die sind niemals im Leben offen schwul!

Die haben Familien irgendwo in Europa. Ich

bin nur ihr Toyboy in Brüssel. Bei mir lassen

sie Druck ab... Den einen oder anderen kennst

du bestimmt. Namen werde ich dir nicht geben,

das verstehst du sicher. Die bezahlen mich,

sonst stehe ich ohne Kohle da.

BRANko: Dann vögelst du in den höchsten politischen

Kreisen rum? Werden da die Politiker

nicht erpressbar?

Leon: Da bringst du mich auf eine gute Idee (lacht).

Nein, Scherz beiseite, ich würde niemals jemanden

erpressen, dazu ist mein Honorar viel zu

gut. Schau, ich vögle gerne und gut, also warum

soll ich kein Geld damit verdienen. Ob es nun

Politiker, Bauern oder Banker sind, spielt für

mich keine Rolle. Nur gepflegt müssen sie sein.

BRANko: Sexparties, Drogen und sonstige

krummen Sachen – gehört das auch dazu?

LEON: Ja, das habe ich auch schon gemacht. Ist

aber nicht so mein Ding. Drogen organisiere

ich nur für die Kunden. Ich nehme keine. Ich

will beim ficken die Kontrolle behalten. Wenn

du diesen Job machst, musst du dir klare Regeln

aufstellen. Sonst gehst du kaputt daran.

BRANko: Macht es dir auch wirklich Spass?

Was ist der Kick daran?

Leon: Ich weiss, welch «hohes Tier» ich gerade ficke.

Das ist sicher ein Kick. Spass naja, es ist halt

mein Job. Wenn du willst, kann ich dir gerne ein

paar Typen vorstellen (lacht).

*Name der Redaktion bekannt


Politik CRUISER Edition Juni 2012

Yes, I Do

Als erster US-Präsident

spricht sich Obama für die

Gay-Ehe aus

Von René Gerber

Einmal mehr schreibt Barack

Obama Geschichte. In einem

Aufsehen erregenden Interview

sprach er sich für die Öffnung

der Ehe für homosexuelle

Paare aus. Wer profitiert, ist

ungewiss: Schwule und Lesben

in den USA? Obama bei

den Wahlen oder doch seine

konservativen Gegner?

Mitten im amerikanischen Präsidentschafts-

Wahlkampf ist es passiert, im Frühstücksfernsehen.

Am 10. Mai stimmte North Carolina

dafür, die gleichgeschlechtliche Ehe per Verfassungsartikel

zu verbieten. Obama bedauerte

das Abstimmungsresultat öffentlich, verstrickte

sich damit in Widersprüche, weil er

bis anhin gegen eine komplette juristische

Gleichsetzung von Homo-Ehen plädierte. Wenige

Tage darauf schuf er im TV-Interview

Klarheit, wagte den Schritt nach vorn: «Ich

denke, gleichgeschlechtliche Paare sollten

die Möglichkeit haben, zu heiraten.» Überraschend,

doch nicht ganz ohne Zugzwang:

Nach dem Abstimmungsergebnis in North

Carolina und einer ähnlichen Aussage seines

Vizepräsidenten Joe Biden warteten viele auf

eine unmissverständliche Positionierung aus

dem Weissen Haus.

«Danke Präsident Obama!»

Schon Bill Clinton und der frühere Vizepräsident

Dick Cheney setzten sich für eine Ehe-

Öffnung ein, betonten aber stets, die Institution

zwischen Mann und Frau nicht antasten

zu wollen. Obamas Kurswechsel wurde in den

USA sofort zum Thema Nummer eins. Das

Newsweek-Magazin zeigte den «ersten schwulen

Präsidenten der USA» auf der Titelseite mit

einem Regenbogen-Heiligenschein. Aus konservativen

Kreisen hagelte es Kritik, der republikanische

Präsidentschafts-Kandidat Mitt

Romney hat wohl zahlreiche Stimmen gewonnen.

Und einige einflussreiche verloren. Der offen

schwule Bill White etwa, ein schwerreicher

Unterstützer Romneys, verlangte seine Spenden

zurück und will nun Obama unterstützen.

«Sie haben sich dazu entschieden, auf der

falschen Seite der Geschichte zu stehen», soll

er gemäss CNN an Romney geschrieben haben.

Justin Timberlake twitterte: «Barack Obama

inspiriert mich mal wieder. Wahre Führungskraft

ist, wenn man bereit ist, seine Macht

zu riskieren, damit ALLE unsere Stimmen gehört

werden können», Ellen de Generes: «Danke

Präsident Obama für Ihre wunderschönen

und mutigen Worte. Ich bin überwältigt.» Will

Smith gibt sich auf seiner internationalen Promo-Tour

zum neusten Men in Black-Streifen politisch

und unterstützt ebenfalls Obamas Mut

und Toleranz. Derweil wurden Gerüchte laut,

Mitt Romney habe während seiner Schulzeit

einen schwulen Kollegen gemobbt. So ist das

Gay-Issue plötzlich zum grossen Wahlkampf-

Thema geworden.

«Das schwächt Familien nicht»

Obamas Statement ist mutig, und kommt zu

einem überraschenden Zeitpunkt. Schon vor

vier Jahren setzten homosexuelle Wähler hohe

Erwartungen in ihn. Zum übermenschlichen

Hoffnungsträger hochstilisiert, konnte er

zwangsläufig nicht alle Wahlversprechen einlösen.

Was die LGBT-Rechte betrifft, hat er die

Erwartungen übertroffen. «Yes, We Can» sagte

er. «Yes, I Do» sollen sich Homo-Paare bald

sagen dürfen. Wie gross Obamas Schritt für

die amerikanischen Gays tatsächlich ausfällt,

wird sich allerdings zeigen müssen. Politische

und juristische Relevanz hat sein Bekenntnis

vorerst nicht. Eine breit abgestützte konservative

Front steht im Weg. Gesetzesentwürfe, die

Homosexualität aus Schulbüchern verbannen

wollen, haben vor dem Volk gute Chancen. Die

umfangreichen und prominent unterstützen

«It Gets Better»-Kampagnen gegen Mobbing an

schwulen und lesbischen Jugendlichen haben

Aufmerksamkeit gewonnen, konnten gegen

tief verankerte Vorurteile aber wenig ausrichten.

Wie verheissungsvoll die Statements und Slogans

auch klingen: It’s a long way to go. Dass

es Obama ernst meint mit diesem Weg, hat er

bereits bewiesen: Wenige Tage nach dem Bekenntnis

im TV trat er als Gastredner bei einem

Anlass der New Yorker LGBT-Vereinigung auf

und sagte da: «Wir lagen noch nie falsch, wenn

wir die Rechte und Verantwortlichkeiten von

Menschen ausgedehnt haben. Das schwächt Familien

nicht, das stärkt Familien.» Yes, We Can.

32


Live...

Sweet ‘n’

Tender Hooligans

Samstag, 23 Juni 2012

Tickets und Programm:

www.GayBasel.ch

Das Schiff, Basel

zu Gast...

SchwuLesDance

ab 19h...

Late Night

Surprise Act...

Aids-Hilfe beider Basel, Anyway, Arcados, Boyahkasha, Elle et Lui, Game Boys, Habs, Isola Club, Klangfieber,

L&G Sport Basel, Les Gareçons, Network, Queer Planet, Queer University Basel, Queerpass, Rainbow, Sprachbefall,

SwissQueer WeddingDays, Tarzan, Zischbar


Kultur CRUISER Edition Juni 2012

Zürcher Festspiele

100 Veranstaltungen zum

Motto «Wandern – Wege

und Irrwege» stehen bei den

Zürcher Festspielen auf dem

Programm. Das furiose Finale

einer grandiosen Saison.

Das Ziel der diesjährigen Festspiele ist ein Fest

aller Künste für Zürich. Unter dem Motto «Wandern

– Wege und Irrwege» soll das Zusammenrücken

im Mittelpunkt stehen. Viele der Veranstaltungen

weisen in der Tat viel Gemeinsames

auf. Allerdings bieten die Organisatoren auch

anderen Themen Platz.

In Love With

Barbarella

Eine Openair-Vorstellung der

ausserirdischen Art beehrt

Basel: Barbarella landet und

stellt sich – nicht nur – einer

Lustmaschine.

Das Gute ist blond, schön und freizügig: Eine

Heldin fällt vom Himmel. Sie heilt die gebrochenen

Flügel eines blinden Engels. Gemeinsam

küssen sie mit «love love love» und entsprechenden

Songs eine finstere Gegend wach,

siegen so über das Böse. Im Raumschiff kommt

sie angeflogen und das Böse haust hinter einem

Schutzschild und seine schlimmste Waffe ist

eine Lustmaschine.

Das ist ein wilder Mix aus poetischen Ikonen

und Technik-Utopien, der popkulturelle Traum

des 20. Jahrhunderts. Aus Flower Power, freier

Liebe, pornografischem Witz, ironisch-vollbusigem

Frauenbild, Science-Fiction-Trash,

Freiheits ideal, Technik-Utopie und kultureller

Revolte entsteht ein Comic-Mythos. Ist Erlösung

heute noch möglich?

Et si on vivait tous

ensemble?

Während Jane Fondas Alter

Ego in Basel vom Himmel

stürzt, spielt die echte an der

Seite von Daniel Brühl in einer

französischen Komödie.

Eine Alters-WG ist der Traum vieler Menschen.

Aber bitte in keinem Altersheim. Der französische

Regisseur Stéphan Robelin nahm sich

dieses Themas an und eine Riege namhafter

Schauspieler folgte ihm. Claudes (Claude Rich)

ist ein alternder Frauenheld, dessen Gesundheit

nicht mehr die allerbeste ist. Grund genug, den

Papa ins Altersheim zu schicken, denkt sein

Sohn. Doch er hat nicht mit den Freunden von

Claudes gerechnet.

© Zürcher Festspiele

Eröffnet werden die Festspiele am 15. Juni im

Opernhaus Zürich. Der Festivalpreis wird an

diesem Abend an Heinz Spoerli verliehen. Eine

Hommage an das Wirken des scheidenden Direktors

und Chef-Choreografen des Zürcher Balletts.

Das Eröffnungsfest selbst findet einen Tag

später in der Gessnerallee statt. Eine sechsstündige

Performance der britischen Compagnie

«Forced Entertainment» soll Besucher anlocken.

Zu den vielen Highlights gehören u.a. die Premiere

von Paul Hindemiths Oper «Mathis der

Maler». Das Werk erzählt das Leben des grossen

Vertreters der deutschen Renaissance, Matthias

Grünewald. Ein weiterer «Sommernachtstraum»

wird zu sehen sein: Barbara Weber und

Rafael Sanchez inszenieren Shakespeares Klassiker

mit echten Handwerkern im Neumarkt.

Im Theater Rigiblick wird sich Schauspieler Bruno

Ganz die Ehre geben. Seine Lesung «Wanderungen

mit Robert Walser» wird mit Spannung

erwartet.

Im letzten Jahr verzeichneten die Festspiele mit

87 000 Eintritten einen Besucherrekord. Das

neue Programm könnte diese Zahl mühelos

toppen.

Zürich, 15. Juni bis 8. Juli 2012

www.zuercher-festspiele.ch

34

© pd

Das blonde Fräuleinwunder Barbarella landet

mitten in Basel, zwischen Kirche und Theater –

und verbreitet ihre Lust-Botschaft. Petra Barcal

(«Die neun Wahrheiten über John Lennon», «Der

Knight Rider oder David forever!») inszeniert die

Openair-Vorstellung.

Der gleichnamige Film mit Jane Fonda aus dem

Jahre 1968 gilt als Trash-Perle schlechthin.

Nichts in diesem Film von Roger Vadim macht

auch nur ansatzweise Sinn. Weswegen der Kult

ungebrochen ist.

Basel, Theater Basel, Premiere: 9. Juni

www.theater-basel.ch

© pd

Da wäre einmal Jeanne (Jane Fonda), welche den

Traum einer Alters-WG träumt und damit von

ihrer Krebsdiagnose ablenken will. Sie sieht in

der WG auch einen alternativen Lebensabend

für ihren an beginnender Demenz leidenden

Mann Albert (Pierre Richard). Wie passend, dass

die Freunde Annie (Geraldine Chaplin) und Jean

(Guy Bedos) eine hübsche Villa am Pariser Stadtrand

haben.

Neben den Altstars fügt sich der Deutsche Daniel

Brühl wunderbar in die Szenerie ein. Als

Hunde- und Seniorensitter sorgt er in der WG

für einigen Wirbel. Ein sehenswerter Film, typisch

französisch in seinem Mix aus Komödie

und Drama.

Kinostart: 7. Juni


CRUISER Edition Juni 2012

Kultur

Jeff Koons

Der blanke heterosexuelle

Wahnsinn: Die Fondation

Beyeler zeigt die erste

Ausstellung des amerikanischen

Künstlers Jeff Koons

in einem Schweizer Museum.

Beauty

Der Film aus Südafrika und

Gewinner des «CANNES –

Queer Palm Award – Bester

Spielfilm» war gleichzeitig nominiert

als «Bester fremdsprachiger

Film» bei den Oscars.

Jetzt auf DVD.

CSD Berlin

Er gilt als «der CSD schlechthin»:

Die Berliner Variante.

In Berlin ist beinahe jeden

Tag CSD, am 23. Juni jedoch

trägt die Siegessäule die

Regenbogen-Flagge.

Mehr als eine halbe Million Menschen machen

jährlich bei der CSD-Parade in Berlin mit. Laut

Angaben der Organisatoren ist es eine vielfältige

Gruppe: Männer und Frauen, hetero und

homo, jung und alt, aus Berlin und aus der ganzen

Welt. Auch viele VIPs zeigen sich solidarisch

mit dem CSD und sind mit dabei. Die CSD-Parade

soll aber auch eine politische Demonstration

sein. Jedes Jahr gibt es ein Motto, und eine Liste

mit Forderungen nach Gleichberechtigung und

Akzeptanz der LGBT-Community. Schön und

gut, die meisten Besucher interessieren sich jedoch

für etwas ganz anderes: die Party an sich.

Und natürlich ist die Parade auch ein willkommener

Anlass, den schwulen Feiertag auf den

Strassen von Berlin lautstark zu begehen. Da

sind Dance Beats, bunte Kostüme, aufwändig

dekorierte Wagen und zuhauf gestählte Männerkörper.

© Fondation Beyeler

Der wohl bekannteste lebende Künstler sorgt

mit seinen unverkennbaren, die Populär- und

Hochkultur verbindenden Kunstwerken seit

Jahrzehnten für grosses Aufsehen. Die Ausstellung

widmet sich in einer umfangreichen Präsentation

drei zentralen Werkgruppen – The

New, Banality und Celebration –, die entscheidende

Etappen in Koons’ künstlerischer Entwicklung

markieren und mitten ins Schaffen

und Denken des Künstlers führen.

The New umfasst die readymade-artigen Reinigungsgeräte

aus der frühen Zeit, Sinnbilder des

Neuen und Reinen. Zu Banality gehören jene in

traditionellem Handwerk gefertigten Skulpturen

aus Porzellan und Holz, die zu (post-)modernen

Ikonen geworden sind. In der Serie Celebration,

an der Koons seit bald zwanzig Jahren

arbeitet, treten schliesslich die in ihrer materiellen

Perfektion unverwechselbaren, hochglänzenden

Stahlplastiken und grossformatigen

Gemälde auf, in denen der Künstler in geradezu

barocker Weise die Kindheit feiert.

Natürlich fehlen auch die Werke mit Illona Staller

nicht, die sich als «Ciccolina» einen Namen

machte. Aus schwuler Sicht sind die Arbeiten

von Jeff Koons der blanke heterosexuelle Wahnsinn.

Aber Geschmacklosigkeit ist meist sehenswert.

Basel, Fondation Beyeler, noch bis 2. September

www.fondationbeyeler.ch

© pd

Francois hat alles, was man sich wünschen

kann. Doch emotional ist er völlig abgestumpft

– gegenüber seiner Frau, sich selbst und seiner

seit Jahren unterdrückten Homosexualität.

Gelegentlich «befreit» er sich davon in derben

Sextreffen mit Gleichgesinnten. Auf der Hochzeit

seiner Tochter trifft er zum ersten Mal den

zwanzig Jahre jüngeren Christian. Seine Blicke

bleiben an dem gutaussehenden Junganwalt

aus Kapstadt haften. Er beginnt ihm nachzustellen

und verstrickt sich dabei immer tiefer in

eine bedrohliche Spirale aus grobschlächtiger

Lust und verdrängter Leidenschaft. «Beauty»

von Oliver Hermanus ist spannendes, radikales,

hochkarätiges Kino. Die präzise Bildsprache vermittelt

dem Betrachter deutlich, dass es unter

der Oberfläche nur so brodelt und erinnert an

Meisterwerke wie «Die Klavierspielerin» oder

«Funny Games». Regisseur Oliver Hermanus

kreiert einen Protagonisten, der nach dem Schönen

strebt und dabei Grässliches auslöst. Ausgezeichnet

mit dem «Queer Palm»-Filmpreis des

Filmfestivals von Cannes und nominiert bei

den Oscars.

Jetzt auf DVD

© pd

Der CSD in Berlin bedient jedes Klischee und jeden

Mann. Und weshalb nicht damit angeben?

Der Parade gehen vielerlei Events voraus, welche

bereits am 26. Mai starten. Berlin fordert –

und gibt viel zurück.

CSD Berlin, 23. Juni

www.csd-berlin.de

35


Buch CRUISER Edition Juni 2012

Gay Lives

80 Lebensgeschichten, die

jeden Rahmen sprengen

und doch zwischen zwei

Buchdeckel passen.

Von René Gerber

Von der ägyptischen Antike

bis zur kubanischen Gegenwart,

von Japan bis nach

Finnland: Robert Aldrichs

Sammlung homosexueller Biografien

ist eine faszinierende

Fundgrube, eine Reise in die

Geschichte und zu sich selbst,

eine unterhaltsame Wundertüte

und ein wunderbar tiefgründiges

Buch.

Der brasilianische Fotograf Alair Gomes hat

170 000 Negative hinterlassen, die englische

Schriftstellerin Katherine Philips zahlreiche

Gedichte, das Universalgenie Michelangelo

Buonarroti einige der bedeutendsten Kunstwerke

überhaupt. Richard Schultz, 1889 als Sohn

eines Schuhmachers geboren, hinterliess keine

Kunst, aber er war ein Lebenskünstler, reiste

durch die Welt und erfüllte sich mit einer Stelle

als Kellner im Claridge’s seinen persönlichen

Traum. Allen gemeinsam: ihre Homosexualität.

Der australische Historiker Robert Aldrich

erzählt ihre Biografien in «Gay Lives», neben

vielen anderen.

Von Sappho zum Sexualforscher

«Das Liebesleben der Berühmten (und weniger

Berühmten) erregt immer wieder die Neugier

der anderen», schreibt er in der Einleitung. Sex

sei nie eine reine Privatangelegenheit. Was in

der aktuellen Promi-Presse täglich belegt wird,

weitet der Autor hier auf eine Reise durch die

Jahrhunderte aus. Er beginnt vor 2500 Jahren,

mit einer intimen Männerbeziehung im alten

Ägypten. Nicht streng chronologisch, sondern

thematisch gegliedert, führt er den Leser vorbei

an einer Porträtgalerie berühmter und einflussreicher

Schwulen und Lesben. Die antike

Ikone Sappho, Sexualforscher Magnus Hirschfeld,

Yves Saint Laurent, Annemarie Schwarzenbach,

Oscar Wilde. Doch das Interesse liegt

nicht nur auf bekannten Grössen, ebenso viel

Raum erhalten etwa der polnische Komponist

Karol Szymanowski, der finnische Maler

Magnus Enckell, der eingangs erwähnte Richard

Schultz, der die Homohetze des Nationalsozialismus

nicht als prominentes Opfer,

sondern als unauffälliger Überlebender durchmachte.

Mit Reinaldo Arenas beschliesst Aldrich

seine Sammlung queerer Lebensgeschichten.

Dieser kubanische Revolutionär wurde

– von seinen eigenen Idealen gefressen – zum

Zwangsarbeiter auf einer Zuckerrohrplantage.

Fremde und vertraute Welten

Aldrich, Professor für europäische Geschichte

an der Universität Sydney, hat mit «Gleich und

Anders – eine globale Geschichte der Homosexualität»

bereits 2006 ein beeindruckendes Standardwerk

der Queer Studies vorgelegt. Mit «Gay

Lives» legt er den Fokus nun auf einzelne Persönlichkeiten,

schreibt packend und anschaulich,

detailliert und doch nie ausschweifend. Sorgfältig

recherchiert und reich bebildert, verfallen

seine Porträts nie dem Voyeurismus, beleuchten

auch den komplexen Kontext, den grossen Lauf

der Geschichte, in der sich die einzelnen Lebensgeschichten

einbetten. Es gibt ein Kapitel über

Frauen, die Frauen liebten, eines über die Verwicklungen

von Sex und Politik, ein anderes über

Japonismus. Gemeinsam erzählen die losen Biografien

eine Geschichte von Unterdrückung und

Selbstverwirklichung, von Stolz und Vorurteil.

Auf wenigen Seiten taucht man ein in fremde und

allzu vertraute Welten, wird mit der Überschrift

zum nächsten Abschnitt viel zu schnell wieder

herausgerissen. Jedes hier umrissene Leben bietet

Stoff für einen eigenen Roman oder Dokumentarfilm.

Shi Pei Pus (1938-2009) Geschichte gibt es als

preisgekröntes Musical «M. Butterfly». Der chinesische

Schauspieler gab sich als Frau aus, bandelte

mit einem französischen Diplomaten an, was in

einer Mischung aus Spionagekrimi und persönlicher

Tragödie endete. Das Musical über Michael

Sweerts (1618-1664) muss erst noch geschrieben

werden. Der Dreissigjährige Krieg, der Papst als

Förderer, die Missionarsreise nach Goa: Kulissen

wären vorhanden.

Ob gross inszeniert oder gut versteckt: Jeder

und jede der von Aldrich Porträtierten hat auf

der Bühne der Weltgeschichte seine Fussstapfen

hinterlassen. Sein Buch ist ein wertvolles

Museum, und bei jedem Besuch entdeckt man

etwas Neues. Jeder Ausflug in die Vergangenheit

erweitert den Horizont der Gegenwart, und jeder

Blick auf eine der Lebensgeschichten stellt

die eigene in ein neues Licht.

Robert Aldrich Gay Lives – Lebensgeschichten,

Dumont, Auch als eBook erhältlich

36


ZURICH PLACES // gaycity.ch

15

11

4

13

PLATZSPITZ

SEEBAHNSTRASSE

STAUFFACHERSTRASSE

KALKBREITENSTRASSE

12

BÄCKERANLAGE

ENGELSTRASSE

13

BADENERSTRASSE

HOHLSTRASSE

LANGSTRASSE

BIRMENSDORFERSTRASSE

14

LANGSTRASSE

HELVETIAPLATZ

STAUFFACHERSTRASSE

MILITÄRSTRASSE

KASERNENAREAL

Rudolf-Brun-

Brücke

Stauffacherbrücke

LAGERSTRASSE

KASERNENSTR.

Sihlbrücke

Sihl

GESSNERALLEE

MUSEUMSSTRASSE

15

9 14

2 3

8

9 14

2 3

8

9 14

STAUFFACHER

2 3 9 14

8

8

3 14 3 14

2 9

HAUPTBAHNHOF

13

BAHNHOFSTRASSE

PARADEPLATZ

2 9 6 7

8 13 11

3 14

13

LINDENHOF

Walche-Brücke

4

13

Bahnhofbrücke

Rathausbrücke

1

Münsterbrücke

4

15

LIMMATQUAI

4

15

2

10

4

15

CENTRAL

4 3 5 6

15 7 10

NIEDERDORFSTRASSE

9

5 7

6

8

SEILERGRABEN

4 3

BAHNHOFSTRASSE

Limmat

8 13

BELLEVUE

4 15 5

2 9 8 11

A1

2 9 8

Quaibrücke

12 Moustache

DIE SAUnA FÜR MÄnnER

Engelstrasse 4

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1 Rathaus caFÉ

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2 cRanbeRRy

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8 Macho

CITY SHoP

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Nachruf CRUISER Edition Juni 2012

Donna Summer

Tod einer Disco-Königin

Von Daniel Diriwächter

Mitte Mai erlag die «Queen

of Disco» Donna Summer mit

nur 63 Jahren einem Krebsleiden.

Die streng religiöse Sängerin

war bekannt für erotische

Nummern wie «Love To

Love You Baby». Ihre vermeintliche

Aussage über HIV sorgte

für negative Schlagzeilen.

Auch wenn Donna Summer aus Boston stammte,

die Geburt ihres Erfolges fand in München

statt. Hit-Produzent Giorgio Moroder schneiderte

der jungen Sängerin den Song «Love To Love

You Baby» auf den Leib. Damals nannte sie sich

noch Gloria Gaines, den Namen Summer brachte

ihr die Kurzehe mit dem österreichischen

Schauspieler Helmut Sommer ein.

«Love To Love You Baby» war eindeutig inspiriert

von «Je t’aime (Moi non plus)» von Serge Gainsbourg

und kletterte weltweit die Charts hinauf.

Das «Time-Magazin» bezeichnete die Nummer

als «Marathon von 22 Orgasmen». Da der Hit jedoch

nur drei Minuten lang war, sahen sich die

Produzenten gezwungen, eine längere Version

der Stöhn-Orgie zu produzieren. Es war die Geburtstunde

der klassischen Maxi-Version.

Ein gleichnamiges Album folgte und Donna

Summer wurde als «Queen of Disco» aufgebaut,

einer schwarzen Schönheit mit gefährlichem

Sex-Appeal. Dies verwunderte, da Donna Summer

streng religiös aufgewachsen war und auch

damals in der Presse verlauten liess, dass sie jede

Nacht bete und sich selbst als völlig unerotisch

ansehe.

Trotzdem sang sie 1977 «I Feel Love», ein Meilenstein

der Disco-Szene. Der Song wurde ausschliesslich

mit Synthesizer- und Drummachine-Klängen

produziert. Dem folgten Hits wie

«Hot Stuff» oder «She Works Hard for the Money».

Donna Summer beherrschte die Tanzflächen

ihrer Zeit. Gloria Gaynor oder Diana Ross verblassten

in ihrer Gegenwart. Nicht zuletzt dank

einer grossartigen Stimme, welche Donna Summer

sogar in einem Duett mit Barbara Streisand

einsetzen konnte («No More Tears»).

«Aids ist die Strafe Gottes»

Die private Donna Summer aber haderte mit

Depressionen, wie es der Autobiografie «Ordinary

Girl» zu entnehmen war. Sie wandte sich

daher verstärkt dem Glauben zu. Als zu Beginn

der 1980er Jahre Donna Summer bei einem

Konzert gesagt haben soll, Aids sei eine Strafe

Gottes, reagierten ihre homosexuellen Fans

entsetzt und liessen die Sängerin fallen. Noch

Jahre später bestritt Donna Summer diese Aussage

und entschuldigte sich für den Schmerz

des Zitates. Doch ihre Karriere war am Wendepunkt.

Längst waren andere Sängerinnen wie Cindy

Lauper oder Madonna auf dem Vormarsch. Was

Donna Summer nicht davon abhielt weiterhin

Alben zu veröffentlichen. 1987 landete sie einen

veritablen Erfolg mit dem von Stock-Aitken-

Waterman produzierten Song «I Don’t Wanne

Get Hurt». Das Team brachte damals Kylie Minogue

gross raus. Ihr letztes Album mit dem Titel

«Crayons» erschien 2008 und konnte Kritiker

wie Fans begeistern, wenn auch ein toller Platz

in den Charts ausblieb.

Am 17. Mai erlag Donna Summer, deren richtiger

Name LaDonna Adrian Gaines lautete, mit

nur 63 Jahren in Naples, Florida einem Krebsleiden.

Sie hinterlässt drei erwachsende Kinder.

38


CRUISER Edition Juni 2012

Kolumne

«Der After ist kein

Geschlechtsorgan!»

Von Michi Rüegg

Bevor wir der Diskussion über die im Titel rubrizierte

Aussage aus dem Weg gehen, möchte ich

kurz deren Urheber vorstellen: Es ist Mittwochabend

und auf einem österreichischen Privatsender

hat gerade eine Talkrunde zum allseits

beliebten Thema «Homosexualität» begonnen.

Mit dabei Alfons Haider, Österreichs bislang einziger

schwuler Promi, sowie ein Kandidat der

Show «Bauer sucht Frau», der allerdings einen

Mann sucht. Angesichts dieser Aufstellung darf

auf der anderen Seite der Typus des politisch

aktiven Superchristen nicht fehlen. Ihn findet

man überall. Und in jeder Ecke der Welt trägt er

eine hässliche Frisur und eine Brechreiz erzeugende

Krawatte. (Ausser in den USA, dort tragen

diese furchtbaren Leute stets feines Tuch). Der

Mann, der uns Gottes Worte – sowie diejenigen

des Papstes und natürlich seine eigenen – näher

bringen will, heisst sinnigerweise Herr Adam.

Und wie könnte es anders sein, einer seiner ersten

Sätze betrifft die Analregion: «Der After ist

kein Geschlechtsorgan!».

Wieso nur versteifen sich Männer wie er immer

auf Arschrosetten? Die Themen waren Liebe, Zusammenleben,

anders fühlen, Verantwortung

für einander übernehmen, eine Partnerschaft

aufbauen – doch alles, was Herr Adam vor sich

sah, waren die vielen After, in die Penisse tagtäglich

eindringen.

Wie um Himmels Willen wischt sich jemand

wie Herr Adam auf dem Klo den Hintern, wenn

er seine zittrige Hand in die Nähe seines ganz

persönlichen Höllenschlundes führen muss?

Was tut er, wenn ihm sein Arzt Zäpfchen verschreibt?

Liegt er nachts wach, wenn ihm Gott

mit weissem Gewand und Bart erscheint und

mit grollender Stimme die mahnenden Worte

zuruft: «Der Penis gehört in die Vagina, alles andere

ist eine Sünde!». «Ja Herr!», wird Adam sagen,

«ich werde Deine Worte verkünden, oh Gott.»

Und so steht er da, Herr Adam, spricht über die

schwule Weltverschwörung, mit Hilfe derer die

Schwulen ihresgleichen in katholische Seminarien

schleusen, um unschuldige junge Männer

umzupolen. Er habe nichts gegen Homosexuelle,

sagt er, solange sie ihn nicht anfassen

würden. Und wiederum kann man sich schwer

vorstellen, dass irgendjemand diesen sechzigjährigen

Herrn anfassen wollte, nicht einmal

seine Frau dürfte sich mehr dazu herablassen.

Ob er sich einen schwulen Bundeskanzler vorstellen

könne, wird er gefragt. «Das finde ich

widerlich», so seine Antwort.

Dann werden die Resultate einer Live-Zuschauerumfrage

publiziert. Die grosse Mehrheit hat

mit einem schwulen Chef oder einer lesbischen

Chefin der Regierung überhaupt kein Problem.

Mehr noch, die meisten wünschen sich, dass

auch unsereins Kinder adoptieren dürfen.

Es ist viel passiert in unserem östlichen Nachbarland.

Noch vor fünfzehn Jahre kannte es

diskriminierende antischwule Gesetze. Gay-

Vereine waren lange verboten. Das Sexualstrafrecht

unterschied streng zwischen gemischtund

gleichgeschlechtlichem Verkehr. Die einst

so konservative Bevölkerung hat Schwule von

der Liste ihrer Probleme gestrichen. Einzig ein

paar Wackere unter der Ägide jenes Herrn Adam

lassen sich nicht beirren. Sie kämpfen für den

vaginalen Sex. Daran ändert auch nichts, dass

Haider in die Diskussion einwirft, rund 50 Prozent

der Hetero-Paare würden ebenfalls anal

verkehren. Es geht ja schliesslich um Prinzipien,

nicht um Realitäten.

Freuen wir uns doch über Leute wie Adam. Sie

gehören zu einer aussterbenden Spezies. Und

als langjährig diskriminierte Minderheit sollten

gerade wir irgendwie Verständnis für Randgruppen

aufbringen, deren Liebe zu Gott der

Furcht vor dem eigenen Arschloch entspringt.

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Musik CRUISER Edition Juni 2012

Beach House

Bloom

*****

«Eine Blüte ist vergänglich, eine

flüchtige Vision des Lebens in aller

Intensität und Farbenpracht,

wunderschön – wenn auch nur für

einen Moment.» So erklärt Victoria

Legrand den Albumtitel. Zusammen

mit Alex Scally an der Gitarre und am

Keyboard hat die Sängerin zehn Momente in

blühende Musik gegossen.

Ein Strauss ohne welke Blätter, ein Meisterwerk vom Glockenschlag im

ersten Takt bis zum letzten Decrescendo. «Myth» setzt den Massstab mit

Melodie und Melancholie, mit Akkorden und Akzenten von einer anderen

Welt. «Other People» bestätigt die Regel der Ausnahme: Ein wunderschöner

Song, weit weg schwebend und doch ganz nah pulsierend. Die Texte

allein: ein mythisches Gedicht. Der Sound allein: eine moderne Sinfonie.

2006 veröffentlichte das Duo aus Baltimore sein Debut ohne grossen Erfolg.

Mit dem Zweitling wurde es zum Liebling von Kritikern und Musikkennern,

«Teen Dream» festigte 2010 diesen Ruf. Im Dschungel der unzähligen

Genre-Bezeichnungen reihte man Beach House unter «Dream Pop»

ein, jener Stilrichtung des Indie-Rocks, die auf treibende Gitarren-Riffs

verzichtet und ganz auf betörende Frauenstimmen und ätherische Texturen

setzt. Mazzy Star, Walkabouts und – Beach House. Für einmal passt

die Schublade. Was, falls nicht «Dream Pop» ist es, wenn sich Rhythmen

hypnotisierend in die Gehörgänge schleichen, wenn Victorias Stimme

wahr macht, was nicht sein kann?

Beach House errichten ihr Strandhäuschen fernab der Partymeile. Von

Dingen, die man sich immer wünschte singen sie in «New Year», von Visionen

eines Gefühls, von Fussabdrücken am Strand, vom Warten der Ge-

danken in Schwarzweiss und allem, das dann in voller Farbe als Treibgut

um die Füsse gespült wird. Die Aussicht aus dem Beach House: Ein Sonnenuntergang,

schöner als im Traum. Das Meer an den Füssen zu kalt, der

Himmel über dem Kopf zu weit oben. Der Moment blüht. (rg)

Sub Pop

Regina Spektor

*****

What we saw from the cheap

Seats

«All the Rowboats», die erste Vorab-Single zum

sechsten Studioalbum der russisch-amerikanischen

Sängerin, hat das Spektrum bereits markiert:

Aussergewöhnliche Stimme, faszinierender

Song, harte Kanten, sanfte Zwischentöne.

Die zweite Auskopplung aus dem von Mike Elizondo

(Eminem, Fiona Apple) produzierten

Werk macht definitiv Lust auf mehr. «Don’t leave

me» ist tragisch und komisch, süss und gross. Jedes

Lied zeigt neue Facetten, ohne zu sehr von Regina,

ihrer Stimme und ihrem Pianospiel abzulenken.

Elizondo sagt über die Zusammenarbeit:

«Sie ist eine dieser äusserst seltenen Künstlerinnen,

die dich immer wieder aufs Neue überraschen.

Gerade wenn du zu wissen glaubst, wie

sie tickt, passiert irgendetwas völlig anderes.

Das macht die Energie des

Albums aus.» Dem ist auch

von den billigen Plätzen aus

nichts hinzuzufügen. (rg)

Sire Records

40

Berry *****

Les Passagers

Ein Sommerabend auf dem Stadt-Balkon, der

auch eine Terrasse im Bungalow mit Strandanstoss

sein könnte. Im Glas der Sekt vom

Discounter um die Ecke, der auch edler Champagner

aus Frankreich sein könnte. Auf dem

Plattenteller Berry, die Chansons haucht und

vielleicht auch Rockerin hätte werden können.

Mal erinnert sie an Carla Bruni, mal an

Coralie Clément. Hinter den Liedern ein süsses

Garnichts, vor ihrer Gitarre manchmal

ein E-. «Si souvent» hat sie gesagt «je t‘aime»,

darum sagt sie diesmal gar nichts. Sie besingt

blonde Frauen und weisse Taschentücher,

schnippt und summt. «Et puis la nuit so lovely.»

Kein Gewitter, kein Feuerwerk, nur eine

Brise. Berry vertont die unerträgliche Leichtigkeit

des Seins. Für die Ewigkeit ein flaues

Wölkchen, für den wolkenlosen lauen Sommerabend

nichts anderes als perfekt. Merci,

Berry. (rg)

Casablanca Records

Marina & The

Diamonds *****

Electra Heart

In Monmouthshire wuchs sie auf, Marina Diamandis,

die Tochter eines Griechen und einer

Waliserin. Früh entdeckte sie ihr musikalisches

Talent, es zog sie aus dem Zungenbrecher-Kaff

in die weite Welt hinaus. Zurück

in London sang sie für Rollen in Musicals wie

«The Lion King» vor. Erfolglos, glücklicherweise.

Von ihrer ersten selbstgebrannten CD

verkaufte sie gerade mal 70 Exemplare. Dann

aber wurden Talent-Scouts auf sie aufmerksam,

kurz darauf stand sie auf der BBC-Liste

der vielversprechendsten Newcomerinnen auf

Platz zwei. Das zweite Album zeigt nun: zu

Recht! Zwischen Lady Gaga und Florence & the

Machine hat sie zwar ihren eigenen Platz noch

nicht ganz gefunden, doch der Girlie-Poprock

mit elektronischem Kern bewegt. Immer die

Füsse, und manchmal auch

das Herz. In England hat

sie‘s damit an die Spitze der

Charts geschafft. (rg)

Warner


CRUISER Edition Juni 2012

Lifestyle

HOT 4 YOU!

1Schöner Tisch

Was macht man, wenn man keinen passenden Beistelltisch findet? Man entwirft

sich einfach einen, so wie die Fotografin Gisela Gerspach. Mit einem Team

von Handwerkern entwickelte sie den raffinierten und doch sehr einfachen Plexiglas-Beistelltisch.

Natürlich werden die Tische mit Fotografien der Künstlerin bedruckt.

Per Foliendruck wird das Plexiglas mit einem beliebigem Bild unterlegt –

und fertig ist der Design Tisch. Höhe 45cm, Breite 36cm, Länge am Boden 70cm.

Preis auf Anfrage, gesehen unter: www.ggdesignplex.com

2Neuer Schnitt

Ein New Yorker in Zürich. Starfriseur Pedro Sanchez, direkt aus dem Big Apple, eröffnete letzten

Monat seine erste Coiffure Boutique in der Zürcher Altstadt. Natürlich an schönster Lage, unmittelbar

an der Limmat, nahe dem Münsterhof. Der gebürtige Venezolaner war lange Zeit in der

Megacity zu Hause und lernte sein Handwerk bei den besten Mentoren der Stadt. 2008 wurde die

New York Fashion Week auf ihn aufmerksam und verpflichtete ihn für einige Jahre und unzählige

Shows. Nebenbei beherrscht der sympathische Stylist auch die Airbrush-Make-Up-Technik

(ganz Hollywood schwört darauf!). Die neue Coiffure Boutique Pedro Sanchez Ny glänzt mit einer

hellen, naturbelassenen Einrichtung, einem Touch Design und Produkten von Paul Mitchell.

Pedro Sanchez Ny, Kämbelgasse 4, 8001 Zürich, www.pedrosanchez.ch

3Praktische Linda

Ein guter Koch braucht seine Kochuntensilien ständig griffbereit. Das Problem

dabei: Entweder muss er sie ständig suchen oder sie liegen ständig

im Weg rum. Jetzt gibt es «Lazy Linda». Die praktische und drehbare Aufbewahrungshilfe

verstaut mühelos sämtlichen Küchen-Kleinkram

wie Zahnstocher, Schwingbesen, Kellen, Korkenzieher oder diverse Gewürze.

Das Gefäss kommt in weisser oder dunkler Keramik-Optik daher

und lässt sich leicht mit Wasser abwaschen. Gesehen bei Royal VKB.

Weitere Infos unter: www.royalvkb.com

4Bunte Manschettenknöpfe

Die Ex von Phil Collins sieht nicht nur toll aus, sie hat auch einen

kreativen Kopf. Das beweist sie nicht nur mit ihrer Little Dream

Foundation (erfüllt Kinderwünsche), sondern auch mit ihrer

schönen Schmucklinie für Männer. Besonders die Manschettenknöpfe-Kollektion

besticht durch ein kraftvolles und formvollendetes

Design. Die OC Jewellery Collection vereint eine Vielzahl von

Halbedelsteinen, Metallen, Formen und Farben. Jedes Modell bezaubert

durch ein ganz eigenes Charisma. Die raffinierten Manschettenknöpfe

sind das Must Have der Saison! Ab CHF 1922.40

www.oriannecollins.com

41


Gesundheit CRUISER Edition Juni 2012

Pia

Ich möchte endlich

mal einfach an der

Sonne sitzen

Ehrlich gesagt, ich hab‘s langsam ein bisschen

gesehen mit der Prävention. Mehr noch, es geht

mir mittlerweile sogar dezidiert auf den Sack,

andauernd mit dieser schlimmen Krankheit

konfrontiert zu werden. Jedes Jahr wieder, als

hätten wir es noch immer nicht begriffen, immer

die gleiche Leier – ich kann‘s echt nicht

mehr hören. Ich möchte mir einfach mal eine

Flasche Sonnenmilch kaufen können, ohne jedes

Mal diesen ganzen edukativen Hautkrebsscheiss

als Bonus Track zu bekommen. Ich

möchte endlich mal einfach an der Sonne sitzen,

ohne dass gleich irgendwo ein aufgestellter

Mitarbeiter der Krebsliga im orangen T-Shirt

auftaucht und mir eine Tube Daylong schenkt.

Oder ein Käppli. Und eine Broschüre, wie ich

meine Pigmentflecken untersuchen kann. Und

selbstverständlich bin ich auch schon genervt,

wenn ich wieder den orangen Bus vor dem Globus

stehen sehe, das «Sonnenmobil». In Wahrheit

ist es das Krebsmobil, aber natürlich würden

die Leute eher ins Raumschiff von Darth

Vader einsteigen, um ihre Pigmentflecken zu

zeigen, als in ein «Krebsmobil». Wie viel Prävention

mag‘s leiden, bis die Sättigung erreicht ist

und es Richtung «Graus» geht?

Schlimmer ist es nur noch in der Szene. Da

kommst du auch in keine Bar, an keine Party

mehr, ohne dass sich sogleich der Shirt-Mob von

«Break-the-Chain» manifestiert, und mit jedem

Eintritt kriegst du noch den Wegweiser zum Syphilis

Test und den Hinweis, dass auch Tripper

und Chlamydien heute wieder mit dabei sind.

Ich will nur eins trinken gehen. Primoinfekt!

Ich möchte wie jeder normale Mensch am Wochenende

in einem Klub abhängen. Hepatitis,

HIV, Gleitmittel und Gutschein für Schnelltests!

Ich bin auf der Suche nach Sex. «Sali, häsch scho

Gummis?». Achtung Drogen! Ja gern, wo? Risikosituation

«herabgesetzte Hemmschwelle»!

Gefahr hinter jedem begehrlichen Blick, hinter

jedem herausfordernden Zwinkern. Manchmal

habe ich das Gefühl, wir Gays kriegen sofort

eine Geschlechtskrankheit, sobald wir die

Hose aufmachen, schlimmstenfalls schon beim

Drandenken. Wann werden die ersten schwulen

Männer wieder bewusst Heteroklubs aufsuchen,

um der Präventionsschleuse zu entgehen?

Super oder? Ich hab gedacht, ich mach mal was

Selbstkritisches. Nicht dass ihr meint, ich wäre

eine unreflektierte Person. Mir ist die Nervkomponente

durchaus bewusst. Aber leider kann

ich darauf keine Rücksicht nehmen. Nicht nur

weil ich dem Erbe meiner Tante verpflichtet bin,

sondern weil ihr mir einfach alle zu viel wert

seid. Wenn ich die Szene in Zürich sehe, dann

bin ich stolz auf euch. Wir haben viel erreicht.

Nämlich dass die Prävention zum schwulen Leben

einfach dazugehört und so allgegenwärtig

ist. Kann nerven, kann man aber auch einfach

als modernes Leben sehen. Immerhin sind wir

früher auch alle in den Jeans Ski gefahren und

auf dem Töffli brauchte man keinen Helm. Heute

muss man da keine Arena mehr drüber machen.

Ist einfach normal, mein Gott.

Kurzum: Männer, ich weiss, dass alles zwei Seiten

hat. Aber ihr macht es gut und ich möchte

euch auffordern, dran zu bleiben. Die Regel, die

jeder für sich im Kopf haben sollte:

Dringend wieder Spass am Sex haben und ein

Mal im Jahr die Big Five testen. Mit «Big Five»

meine ich natürlich nicht Büffel, Löwe, Elefant,

Nashorn und Leopard – bin ja kein Grosswildjäger

–, sondern eben die, die euch ständig um

die Ohren gehauen werden: HIV, Hepatitis, Syphilis,

Tripper und Chlamydien. Ein Mal im

Jahr, so wie man zur Dentalhygiene geht, auf

ein Bier mit dem Vater oder zum Abgastest.

Oder an die Pride, gell. Dieses Jahr vom 15.-17.

Juni, auf dem Turbinenplatz und in den angrenzenden

Klubs. Ich wünsche euch grausam viel

Spass! Das Motto lautet «Welcome To Reality»

– was mich übrigens daran erinnert, dass ich

neulich beim Kauf von zwei Mövenpick-Glacés

einen Regenschirm geschenkt bekam. Gab es

da nicht jeweils einen Wasserball? Oder einen

Sonnenschirm?… welcome im Zürisommer und

bis bald.

Eure Pia

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42


CRUISER Edition Juni 2012

Gesundheit

denkst nicht zu weit. Du kannst dich ihm auch Schritt für Schritt öffnen.

So wird langsam eine Vertrauensbasis geschaffen und du bist dabei nicht

so exponiert, wie wenn du das Thema «Schwul» gleich zur Sprache bringst.

Alles Gute, Dr. Gay

Komisches Gefühl

Verliebt in den Kumpel

Hallo Dr. Gay

Ich habe mich in einen aus meiner Klasse verliebt. Aber ich weiss nicht,

ob und wie ich es ihm sagen soll. Er ist immer nett. Vor allem zu mir, aber

wir sind keine besten Freunde, er ist erst seit ein paar Monaten sehr fürsorglich.

Ich weiss nicht, ob ich ihm sagen soll dass ich ihn mehr als gern

habe. Was soll ich tun?

Gruss, Ivan, 17

Hallo Ivan

Wenn du dich in einen Kollegen aus der Klasse verliebt hast und wissen

möchtest, ob er auch an dir interessiert ist, kann es vielleicht hilfreich

sein, wenn du erst mal von deiner Seite aus Interesse zeigst. Sprich mehr

mit ihm und versuche, gemeinsame Interessen herauszufinden, damit du

mehr mit ihm unternehmen kannst. So findest du grundsätzlich mehr

über ihn heraus und ihr lernt euch besser kennen. Zudem kannst du dann

auch mal nachfragen, wenn ein persönliches Thema kommt. Vielleicht

ergibt sich noch mehr, ohne dass du dir jetzt schon zu viele Gedanken machen

musst. Wenn die Gelegenheit passt, kannst du ihm auch einfach mal

ein bisschen länger als üblich in die Augen schauen und lächeln. Du solltest

aber nichts erzwingen. Am besten, du lässt es langsam anlaufen und

Hallo Dr. Gay

Gestern hatte ich das erste Mal Oralsex mit einem Mann. Es ging nicht lange,

maximal zehn Minuten vielleicht. Gekommen ist er nicht. Ich habe ihn

später gefragt ob er gesund ist. Er sagte ja. Trotzdem hab ich ein komisches

Gefühl. Was kann ich dagegen tun? Danke schon mal für deine Antwort.

Gruss, Carsten, 29

Hallo Carsten

Wenn ihr die Safer-Sex-Regeln befolgt habt und er nicht in deinem Mund

gekommen ist, brauchst du dir wegen HIV keine Sorgen zu machen. Gegen

andere sexuell übertragbaren Krankheiten ist Safer Sex ein guter,

aber nicht vollkommener Schutz. Achte darum auf deinen Körper. Wenn

du eine Veränderung feststellst oder Beschwerden hast, z.B. ein Brennen

beim Pinkeln, ein Jucken oder weisser Ausfluss, gehe sofort zum Arzt.

Rechtzeitig erkannt, können die meisten Geschlechtskrankheiten gut

behandelt werden. Solltest du zukünftig mehr sexuelle Kontakte haben,

ist es empfehlenswert, dich regelmässig (alle 6 bis 12 Monate) auf sexuell

übertragbare Krankheiten testen zu lassen. In Zürich und Umgebung ist

der Checkpoint für Beratungen und Tests eine empfehlenswerte Adresse:

www.checkpoint-zh.ch

Weitere Informationen über sexuell übertragbare Infektionen (STIs) findest

du hier: www.gay-box.ch

Alles Gute, Dr. Gay

Hey Junge!

Bei uns

kommst

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43


Agenda CRUISER Edition Juni 2012

FR 25. Mai

Zürich

19.30 G a yM ig s: schwule Migranten Treff im

HAZ-Centro, Sihlquai 67

21.30 T&M Disco:

Marktgasse 14. Uncut Fridays. DJ Gaetano

22.00 Lollipop Party: mit 3 Tanzpisten! Lollipop

Floor: Schlager, Schweizerhits, Mallorca,

Klassiker & Canzoni; Wannabe Floor:

80er/90er Party Hits; Après Suisse Floor:

Die grössten Pistenheuler und Hitparaden

Knaller. Plus Karaoke Lounge. X-Tra, Limmatstr.

118. Infos www.lollipopparty.ch

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren Cruising

unlimited

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Pop on Top! DJ Marc S

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter

Dresscode Friday naked

SA 26. Mai

Baden

20.30 Royal feat. Eurovision:

The straight gay flush. Dance, Win & Enjoy.

Welcomedrink und kostenloser Eintritt ins

Spielcasino inkl. Fr. 10.- Startkapital. Ab 21h

Live Eurovision Song Contest 2012 danach

Hot Party mit DJs. Grand Casino Baden,

Haselstr. 2. Infos www.gayroyal.ch

Zürich

07.30 HAZ Outdoor: Pfingstwander-Wochenende

im Tessin. Genaue Infos & Anmeldung über

www.haz.ch/outdooraktuell

16.00 GayAqua: Hertistr. 24, Wallisellen. U-30

Special. Youngster haben reduzierten

Eintritt zu Fr. 9.–. Über 30 Jahre normaler

Eintritt von Fr. 30.–

19.05 Gay­Schiff auf dem Zürichsee: Chillen,

tanzen, Nachtessen, feiern. DJ Q Bass. Der

schwullesbische Event. Fr. 34.- Schifffahrt

inkl. Fr. 6.- Getränke-Gutschein. Ticket-

Vorverkauf 044 487 13 33, www.zsg.ch

20.00 Platzhirsch: Spitalgasse 3. Warmup Boyahkasha!

DJ Loyce mit Clubhits, Dance & RnB

21.30 T&M Disco:

Marktgasse 14. G-Dance. DJ Loyce

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren smaxx

fetish project. Kein Dresscode

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Balearic Gay Vibe.

DJs Charles Meyer & José Parra

23.00 (Mis)behave Special: anything but

straight. Specialparty in Friedas Büxe, Fieddauerstr.

23

23.00 Sector c; Fetish Club:

Strikter Dresscode-Anlass smaxx fetish

project. Full fetish only!

SO 27. Mai

Basel

21.00 Untragbar!: Die heterofreundliche Homobar

am Sonntag im Keller des Restaurants

Hirscheneck, Lindenberg 23 Pfingsten.

DJ High Heels on Speed - Lollipop Disco

Lausanne

22.00 Jungle Gay Party ­ I love Disco: Im MAD,

Route de Genève 23. Level 00: Mirror-Ball

Hall DJ Murray Mint. Disco Stage Show The

LuvBug Boogie Nights. Special Guest DJ

Kenny Carpenter. Level -01: Unterground

Playroom, Cruising Bar, Cinema XXX.

Level +1: Golden Lounge. Level +2: Restaurant.

Level +3 Zapoff Gallery, DJs Antoine999,

David Armada & Lucca G. Fr. 20.– vor

24h, danach Fr. 30.–. Vorverkauf Fr. 20.– z.B.

Bern im Sundeck. Infos www.gay-party.com

Zürich

20.00 Ladies Night im Adagio: Gotthardstr. 5

(Kongresshaus). Heute zum letzten mal.

Abschlussparty mit DJ Partice

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Memory Show

mit den Wonder Girls & Aftershow-Party

mit DJ Marc S

22.00 Boyahkasha!: Fierce mit DJ Sandra Love

(Madrid, live), Sascha Fierce, Gaetano,

Polabdul & Zör Gollin. Hostess; Afrodita

Ismajli. Plaza, Badenerstrasse 109.

Infos www.boyahkasha.ch

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren.

Pfingst-Freistoss! Seak attack

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end

Pfingstweekend. DJ Qbass

23.00 Homoblok - die Zweite: Elektronisches

vom Feinsten. DJs Jennifer Cardini, Jestics

& Miro Lopasso. Im Blok, Schiffbaustrasse 3.

Fr. 20.–

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13, Schlieren.

Pfingst-Freistoss! Sportswear & Sneaks only!

MO 28. Mai

Zürich

17.00 Hommage an Rainer Werner Fassbinder:

im Kino Xenix, Kanzleistr. 52. 17h Die Sehnsucht

der Veronika Voss, 19h Lili Marleen,

21.15h Lola. Auch 29. & 30.5. gleiche Zeiten

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. MondAAAH!y

DJ Groovemaster

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ONLINE

PRINT 24

die onlinedrucker

44


CRUISER Edition Juni 2012

DI 29. Mai

Zürich

19.00 Lesbentreff Zürich-Wiedikon:

Trinken, essen, kennenlernen.

Im Huusmaa, Badenerstr. 138

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Duplexx DJ Garçon Sauvage

MI 30. Mai

Bern

20.00 Homosexuelle Arbeitsgruppen Bern:

(HAB) Bibliothek/Videothek in der Villa

Stucki, Seftigenstr. 11 Abendessen und

Schwubliothek

Zürich

20.00 Schwule Väter: Väterstamm im Café

Rathaus, Limmatquai

20.00 Heldenbar@Provitreff:

Sihlquai 240 DJ Split - stretch your disco

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Treffpunkt DJ Upspace

DO 31. Mai

Zürich

19.30 Queer-Waves: für Lesben, Schwule,

Bisexuelle, Tansgender und Intersexuelle.

Tanze deinen Tanz! 5-Rhythemtanz für

Queres. Eine Wohltat für Körper, Geist

und Seele. Keine Vorkenntnisse nötig.

Mitbringen: bequeme Kleidung und etwas

zu trinken. Getanzt wird barfuss oder in

leichten Tanzschuhen. Gemeindezentrum

Hottingen, Gemeindestr. 54. Fr. 25.–. Info

www.ibp-institut.ch, 052 319 40 44,

fischer.b1@bluewin.ch

20.00 Trash-Porno-Lesung: Garantiert unerotische

schwule Erotikliteratur. Es lesen

Olivier Senn, Simon Schmid, Urs Müller,

Stanislas Nanchen, Andy Niederberger und

Samuel Zinsli. Im T&M, Marktgasse 14

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Prêt à danser.

DJ Mad House

Juni 2012

FR 01. Juni

Zürich

20.00 Platzhirsch: Spitalgasse 3. Hirsch meets

Disco. DJ Evita von Tesa. Discohits,

70ies & 80ies, leckere Drinks

20.30 Die Queeren Filmtage: 1. bis 3. Juni

präsentiert vom Traumschicht Kollektiv.

20.30h Amazing Queer Films Part 1, nach

Pause um 22h Part 2, ab 23h Bar. Ab 19h

Essen in der Vokü. Im Autonomen Beauty

Salon, Hohlstrasse 481. Infos & Programm

www.traumschichtkollektiv.ch

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Chartstation.

DJ Qbass

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren Bad Boyz Friday

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Blackout.

DJ Nick Harvey

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter

Dresscode sportsLAB. Sportswear only!

SA 02. Juni

Basel

22.00 Isola Club@Club: en Vogue Clarastr. 45.

Oldies but Goldies 80er & 90er Jahre.

DJ Mary & Friends

Luzern

22.00 United – The Second Party: für Gays,

Lesbians & Friends mit DJs Ajaxx, Peeza,

Groovemaster & Dynam!ke. 2 Dancefloors

& Smokers Lounge. Fr. 20.-, ab 18 Jahre. Im

Tunnel Club, Inseliquai 12c (hinter HB).

Thurgau

19.30 HOT: Spezialanlass im HOT, Wilerstr. 5,

9545 Wängi BBQ in der Waldhütte

Heidelberg in Aadorf (Nähe Freibad). Die

Hütte und der Grill ist ab 16h offen. Salate,

Kartoffeln, Gemüsespiesse, Brot, Saucen

und Dessert. Fr. 15.-. Grillgut (Fleisch etc.)

bitte selber mitbringen. Getränke auch

alkoholische sind vorhanden und werden

günstig abgegeben. Anmeldung bitte auf

anmeldung@hot-tg.ch oder 077 401 31 76

Zürich

14.00 Die Queeren Filmtage: 1. bis 3. Juni

präsentiert vom Traumschicht Kollektiv.

14h - 17h Workshops, Ab 15h Programm 1,

ab 17h Programm 2, ab 19h Vokü.

Ab 20.30h Amazing Queer Films Part 3

nach Pause ab 22h Part 4. Ab 23.30h steigt

die Party. Im Autonomen Beauty Salon,

Hohlstrasse 481

20.00 z&h Schwule Studis an Uni & ETH:

Semesterendparty im Waldhüsli am Zürichberg.

Infos www.zundh.uzh.ch

20.00 Platzhirsch: Spitalgasse 3. NachtHirsch.

All around the World-House

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. G-Dance.

DJ Alan T (Sydney)

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren

Cruising unlimited

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Embassy of House.

DJ Gaetano

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-

Anlass X-treme Leather & Rubber

SO 03. Juni

Zürich

12.00 Die Queeren Filmtage: 1. bis 3. Juni

präsentiert vom Traumschicht Kollektiv.

12h Bring was mit zum Brunch ab 14h

Programm 3. Im Autonomen Beauty Salon,

Hohlstrasse 481

19.00 Tanzleila@Exil: Party von Frauen für

Frauen. Ab 19h Salsa-Special, ab 21h

DJ N.Cole, ab 23h DJ Sabaka

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end DJ Qbass

MO 04. Juni

Zürich

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. MondAAAH!y

DJ Groovemaster

DI 05. Juni

Bern

20.00 Uncut - warme Filme am Dienstag: im

Kino der Reitschule. «Nôtre Paradis», F 2011,

digital, 100 Min. F/d. Bar ab 20h, Film um

20.30h. Infos www.gaybern.ch/uncut

Zürich

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Duplexx DJ La Luna

MI 06. Juni

Bern

19.30 3gang in der Villa Stucki: Seftigenstrasse 11.

Essen und Kultur Apéro-Bar neu ab 18.30h.

Sommerliches Pastabuffet: Fr. 30.–. Zudem

Schwubliothek und Lesbenstammtisch

Agenda

Zürich

20.00 Heldenbar@Provitreff: Sihlquai 240

DJs siehe www.heldenbar.ch

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Treffpunkt

DJ Upspace

DO 07. Juni

Winterthur

19.30 Badgasse 8: LesBiGay & Friends Treff im

Lokal Badgasse 8

Zürich

19.00 Bi-Treffpunkt: offener Treff für bisexuelle

Männer und Frauen 19h Treff im Café Rathaus,

Limmatquai 61 zum Apéro, dann ab

20.15h im HAZ-Centro, Sihlquai 67 zu geleiteten

Gesprächen zum Thema Bi-Sexualität

und Polyamory

20.00 Sector c; Fetish Club: Wagistrasse 13,

Schlieren. Mega Nackt-Party Neu jeden

1. Donnerstag im Monat

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Prêt à danser. DJ Mad House

FR 08. Juni

Zürich

19.30 H A Z - C ent ro: Sihlquai 67. Freitags-Centro

mit speziellem kulinarischem Angebot

präsentiert von Franz

20.00 gay: my way: Schwule Männer im

Coming-out Treff im HAZ-Centro, Sihlquai 67.

Coming-out Gespräche in Kleingruppen

20.00 LMZ - der Schwule Schweizer Motorradclub:

Stamm im Restaurant Moléson,

Grüngasse 7, 8004 Zürich

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Chartstation.

DJ Groovemaster

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren Cruising

unlimited

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Progressive Locals.

DJ La Luna

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13.

Strikter Dresscode Piss-off

SA 09. Juni

Basel

23.00 QueerPlanet Party: The hot house &

electro house party for gays, lesbians and

friends. DJs Taylor Cruz & Mary. Die letzte

Party vor der Sommerpause. Im Singerhaus,

Marktplatz 34. Infos www.queerplanet.ch

Winterthur

17.00 WILSCH: Winterthurer Lesben und Schwule

We are family! Essen, Geniesserabend für

die LesBiSchwule Community im Lokal

Badgasse 8 Anmeldung über

www.badgasse8.ch

Zürich

19.00 come together: Lesbian & Gay Party 30+.

Ab 19h Kulturbar; Speed-Dating mit Apiyo

Amolo (Radiomoderatorin LORA).

Ab 21h Party mit DJ Matteo. Marquee Club,

Weinbergstrasse 68 (Tram 7 & 15, N6, Sonneggstrasse).

Infos www.party4lesandgay.ch

20.00 Platzhirsch: Spitalgasse 3. NachtHirsch.

All around the World-House

21.30 T&M Disco:

Marktgasse 14. G-Dance. DJ Qbass

22.00 En Vogue: Clubbers Night im Club Vior,

Löwenstrasse 2. Zwei Dancefloors. Main

Floor: Vocal & Club House. Black Floor: Hip-

Hop & RnB. Diverse DJs. Gute Cocktails, Gogo

Girls & Boys. Please dress outstanding! Vorverkauf

benutzen in den En Vogue-Filialen

45


Agenda CRUISER Edition Juni 2012

22.00 Zurich Pride 2012: CD Taufe Juiceppe pres.

Stereo Fish feat. Official Criminal «Welcome

2 Reality» CD Release Party.

DJs Juiceppe, Ambient P. & Friends. Gogo

Dancers & Special Animation.

Alte Kaserne, Kanonengasse 16. Friendlist

nur Fr. 10.– über pride@altekaserne.ch

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren Cruising

unlimited

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Relab. DJs Garçon

Sauvage & Thomi B

23.00 Jack: Party Be Proud! We are! DJs Jodie

Harsh, Terry Vietheer, Juiceppe. Im Festsaal

(Kaufleuten), Pelikanplatz.

Infos www.jackcompany.com

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-

Anlass Underwear, Jocks, Beachwear

SO 10. Juni

Zürich

08.00 Gay Bikers Zürich: Aargau Tour.

Infos über www.gaybikers.ch

19.00 Auftritt bitte!: Die legendäre Offene Bühne

mit Annamaria Enk und Oliver Fritz.

Zentrum Karl der Grosse, Kirchgasse 14

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Week2end DJ Marc S

MO 11. Juni

Zürich

19.00 40 Jahre HAZ: präsentieren einen

GLBT-Poetry-Slam im Huusmaa, Badenerstrasse

138

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

MondAAAH!y DJ Groovemaster

DI 12. Juni

Bern

20.00 Uncut - warme Filme am Dienstag: im

Kino der Reitschule. «Mommy is coming»,

D 2012, digital, 65 Min. Bar ab 20h, Film

um 20.30h. Infos www.gaybern.ch/uncut

Zürich

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Duplexx DJ Upspace

MI 13. Juni

Bern

19.30 3gang in der Villa Stucki:

Seftigenstrasse 11. Essen und Kultur Apéro-

Bar ab 18.30h. Ab 19.30h 3gang-Themenabend

mit dem Trans-Pionier Christian, der

im Jahre 1963 mit 12 Jahren sein Leben

selbst in die Hand nahm. Moderation

Daniel Frey

Winterthur

19.30 Badgasse 8: Lesbenbar

Zürich

20.00 Heldenbar@Provitreff: Sihlquai 240

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Treffpunkt DJ Garçon Sauvage

DO 14. Juni

Zürich

19.30 Queeramnesty: Podiumsdiskussion

«Welcome to Reality» mit Kasha Jacqueline

Nabagesera, Menschenrechtsaktivistin aus

Uganda, Margret Kiener-Nellen, Nationalrätin

& Juristin, Stella Jegher, Amnesty

International. Einleitende Grussadresse von

Stadtpräsidentin Corine Mauch. Quartierzentrum

Aussersihl, Hohlstr. 67. Freier Eintritt,

Kollekte für LGBTI-Arbeit in Uganda

20.00 Platzhirsch: Spitalgasse 3. Vernissage.

Farbenfrohe und detailintensive Collagen

von Patrick Mettraux.

Infos patrickmettraux.com

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Prêt à danser.

DJ Mad House

FR 15. Juni

Luzern

22.00 Frigay Night: happy sound for happy

people@The Loft Haldenstr. 21 DJs C-Side &

Pra-Vos

Zürich

17.00 Zurich Pride Festival 2012 – Welcome to

Reality: Eröffnung des Festivals auf dem

Turbinenplatz. Moderation Jolanda Orlando,

Luca Stefano Papini Jr. & Alf Heller.

DJs Wollana, Luca Papini, Beatween.

Zudem Konzerte von Open Artist Movement,

Jill Wick, Leon Klein, Offical &

Electric Acoustic by Sam & Eddy G.

Infos www.zhpf.ch

20.00 Gay Bikers Zürich: Höck an der Gay Pride

Zürich auf dem Turbinenplatz

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14.

Chartstation. DJ Marc S

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren

Kick-off! Sports & Sneaks

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. DJ José Parra

23.00 We are Zurich: DJs Nikolai Semenov,

Jan Fischer & Ajaxx. Live act: Powerplay.

Organisiert von Behave, Boyahkasha, Büsi

Enterprise, Flexx, Jack, Loge70, Männerzone,

Tribute2Life & Revolution. Exil Club,

Hardstr. 245

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter

Dresscode Kick off! Sports & Sneaks only!

SA 16. Juni

Zürich

07.30 HAZ Outdoor: Bergwanderung Surenenpass.

Genaue Infos & Anmeldung über

www.haz.ch/outdoor/aktuell

13.00 Zurich Pride Festival 2012 – Welcome

to Reality!: Ab 13h Warm-up zum Umzug,

14h Start Umzug vom Helvetiaplatz durch

die Innenstadt über die Bahnhofstrasse

zum Werdmühlepatz. Dort Reden von

Bundesrätin Simonetta Sommaruga, Kasha

Jacqueline Nabagesera (LGBTI-Aktivistin

aus Uganda) und Alicia Parel (Designierte

Geschäftsführerin PinkCross)

14.00 Zurich Pride Festival 2012 – Welcome

to Reality: Turbinenplatz. Moderation

Jolanda Orlando, Luca Stefano Papini Jr. &

Alf Heller. DJs Alan Tubey Mäx Varano, The

Dramaqueens. Konzerte von Ivan Modoni,

Open Artist Movement, Schweizer Jungstars,

Meg, Jam Janiro, Fiorious ft. Scoula

Furano & Juiceppe ft. Offical. Infos www.

zhpf.ch

16.00 Platzhirsch: Spitalgasse 3. Break after

Parade. Kaffee- und Kuchenklatsch

20.00 Platzhirsch: Spitalgasse 3. NachtHirsch.

All around the World-House

21.30 Pride: Klubnacht Main Floor: DJs Miss

Delicious & Zör Gollin. Upper Floor:

DJs Nick Harvey & Charles Meyer. Party auf

2 Floors. Infos: www.g-colors.ch. G-Colors

(T&M & AAAH!), Marktgasse 14, 8001

Zürich

22.00 come together@Pride Festival: im Aubrey

Club, Schiffbaustrasse 10. She DJs Eve, Jasmin

& Mary. Infos www.party4lesandgay.ch

22.00 Wonderworld: Offical Zurich Pride Festival

Party. DJs Fabio White, The Oli, RW, Ajaxx,

Vasco, Wollana & Willi P. 3 Dancefloors,

Smoking Aeras, Specials. Im Club X-Tra,

Limmatstr. 118. Afterhour ab 05 im Bagatelle93.

Vorverkauf über www.ticketcorner.ch

Fr. 35.–, Kombi inkl. Afterhour Fr. 50.–.

Abendkasse Party Fr. 40.–, Afterhour Fr. 20.–.

Infos www.wonderworld-party.ch

22.00 Circuit – The Pride Party: presented by

Jungle. DJs Phil Romano, Antoine909,

Juiceppe. Hot Circuit Gogos. Fierce Drag

Divas. Openair aera, Food, Bar & Smoking

Lounge. Escherwyss Club, Hardstrasse 305.

Fr. 35.–. Vorverkauf Fr. 25.– im Moustache,

Männerzone, Barfüsser & Cranberry

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren Pide-up!

Cruise Party

23.00 Pride: Ladies Night Women only Party mit

DJs Mary, Ambient P & Tatana. Acanto Club,

Pfingstweidstrasse 6

23.00 Sexy Attacks: Queer Beats Zurich Pride

Week Party. DJs Rony, Pink Lady Deejay,

José Parra & Ambiente P. Vocal by Diva Sua

Amoa. Alte Kaserne, Zeughaus 5, Kanonengasse

16

23.00 Ride: Prideparty im Club Pfingstweide,

Pfingstweidestr. 12.

Infos www.zhpf.ch & www.pfingstweide.ch

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter

Dresscode-Anlass Fetish-Pride. Full Fetish

SO 17. Juni

Ganze Schweiz

10.30 Les lacets roses: Auf den Spuren des

Gaunerkönigs Bernard Matter im Seetal.

Nur bei guter Witterung. Treffpunkt

10.30h Bahnhof Lenzburg. Infos Werber &

Otto 062 892 05 09

Zürich

05.00 Wonderworld: Afterhour@Bagatelle93

Langstrasse 93. DJs Ajaxx, RW, Vasco &

Willi P. Vorverkauf über

www.ticketcorner.ch. Kombi inkl. Party im

X-Tra Fr. 50.–. Abendkasse Afterhour Fr. 20.–

10.00 Offizieller Pride-Sonntagsbrunch:

organisiert von den HAZ (Homosexuellen

Arbeitsgruppen Zürich) im Restaurant

Zeughaus, im Kasernenareal, Kanonengasse/Militärstrasse.

Fr. 5.– Café und Gipfeli

oder Fr. 25.– für Buffet inkl. Cüpli. Bei schönem

Wetter auch vor dem Restaurant

14.00 Ökumenischer Gottesdienst: in der

Kirche St. Peter und Paul, Werdgässchen 15

mit anschliessendem Apéro

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Week2end DJ Marc S

MO 18. Juni

Zürich

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. MondAAAH!y

DJ Groovemaster

DI 19. Juni

Aarau

20.00 Aa rglo s: Lesbengruppe Treff Abendspaziergang

mit Apéro. Details folgen nach

Anmeldung bis 5.6. bei pkamer@hotmail.com

Zürich

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Duplexx

DJ Upspace

MI 20. Juni

Zürich

20.00 Heldenbar@Provitreff: Sihlquai 240

46


CRUISER Edition Juni 2012

Agenda

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Treffpunkt DJ La Luna

DO 21. Juni

Zürich

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Prêt à danser. DJ Mad House

FR 22. Juni

Zürich

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14.

Chartstation. DJ Marc S

22.00 Queer Beats: LGBT & Friends House Party.

Zürich SexyFriday. Alte Kaserne / Zeughaus,

Kanonengasse 20. DJs on Rotation: Ambient

P, Angy Dee, Gaetano, Juiceppe & Mary.

Zudem Special Guest DJ Pink Lady DeeJay.

Gogos & sexy Dancers. Fr. 20.- Vorverkauf

über Starticket

22.00 Rage: Wagistr. 13,

Schlieren Erection. Cruise Party

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Progressive Locals. DJ La Luna

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13.

Strikter Dresscode Erection - Ful Fetish

SA 23. Juni

Basel

19.00 GayBasel: Schiff Ab 19h Apéro Network an

mobilier Zischbar. Nachtessen im Bord-

Restaurant Treibgut (Reservation

061 631 42 40). Ab 21.30h Sprachbefall auf

dem Mitteldeck. Szenische Lesungen. Ab 22h

Clubbetrieb im Mittel- und Clubdeck mit

diversen DJs. 24h Livekonzert mit Sweet n

Tender Hooligans. Gitarre und Gesang treffen

auf elektronische Beats.

Das Schiff, Westquaistr. 19.

Infos www.gaybasel.ch/schiff.

Vorverkauf Fr. 25.–, Benefizticket

Fr. 35.– über Starticket, Fotopresto & Zischbar

Lausanne

21.00 Naked Bastards: Nackte Sexparty im

Trafick Sex Club, Avenue de Tivoli 22 (gegenüber

Pink Beach). Strikter Dresscode: Nackt!

Nur die Schuhe kannst du anbehalten.

Fr. 20.– (inkl. 1 Getränk). Einlass nur bis 23h.

Ab 01h ist auch die Sauna Pink Beach offen.

Infos www.gayromeo.com/naked_bastards

Winterthur

21.00 WILSCH-tanze: Ü18 Party für LesBiGay

& Friends. Winti Pride. DJs SBajra & Red

Fashion. Lightfire, Harzachstr. 2, 8404

Winterthur (Fussweg vom Bahnhof Seen,

Gratisparkplätze)

Zürich

08.00 LMZ - der Schwule Schweizer Motorradclub:

Gourmet-Weekend nach Montrevel

en Bresse. Genaue Infos & Anmeldung siehe

www.lmz.ch

20.00 Platzhirsch: Spitalgasse 3. Nachthirsch.

All around the World-House

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. G-Dance.

DJ Loyce

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren Cruising

unlimited

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Balearic Gay Vibe.

DJs Charles Meyer & José Parra

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-

Anlass Ultrarubber. Bierpass 3 für 2

SO 24. Juni

Thurgau

15.00 G O !:GayOstschweiz! Stilvoller Grill-Plausch

im Zelt beim GO! Lokal, Frauenfelderstrasse

100, 9548 Matzingen. Fr. 30.- für Mitglieder,

sonst Fr. 35.-. Anmeldung bis 21.6. unter

info@go-club.ch oder 052 366 00 17

Zürich

08.00 HAZ Outdoor: Gemütliche Velotour. Obersee-Rundfahrt.

Genaue Infos & Anmeldung

über www.haz.ch/outdoor/aktuell

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end DJ Marc S

MO 25. Juni

Zürich

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. MondAAAH!y

DJ Groovemaster

DI 26. Juni

Bern

20.00 Uncut - warme Filme am Dienstag:

im Kino der Reitschule. «Plein Sud», F 2009,

digital, 87 Min., F/d. Bar ab 20h, Film um

20.30h. Infos www.gaybern.ch/uncut

Zürich

19.00 Lesbentreff Zürich-Wiedikon: Trinken, essen,

kennenlernen. Im Huusmaa, Badenerstr. 138

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Duplexx DJ La Luna

MI 27. Juni

Zürich

20.00 Schwule Väter: Väterstamm im Café

Rathaus, Limmatquai

20.00 Heldenbar@Provitreff: Sihlquai 240

22.30 AAAH!:

Marktgasse 14. Treffpunkt Garçon Sauvage

DO 28. Juni

Zürich

19.30 z&h Schwule Studis an Uni & ETH:

z&h Nachtessen bei schönem Wetter im

Freien sonst im HAZ-Centro, Sihlquai 67.

Infos www.zundh.uzh.ch

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Prêt à danser.

DJ Mad House

FR 29. Juni

Delémont

21.30 Pride Jura 2012: Austauschen und Verändern

Der Film «Milk» im Schlosshof. Bei

schlechtem Wetter in der Schlosshalle. Detaillierte

Infos und Programm www.pridejura.ch

Winterthur

18.00 W I L S C H: Winterthurer Lesben und

Schwule ist am Albanifest in Winterthur.

Festwirtschaft und Barbetrieb, Kuchenbuffet

und marokkanisches Menu. Im und vor

dem Lokal Badgasse 8

Zürich

19.30 G a yM ig s: schwule Migranten Treff im

HAZ-Centro, Sihlquai 67

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Uncut Friday.

DJ Gaetano mit Vocal-, 90ies und Deep

House

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren XXL Naked Party

Supersize! Fr. 39.– alles inklusive Garderobe und

Getränke (excl. Spirituosen). Einlass nur nackt

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Pop on Top. DJ Marc S

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter

Dresscode XXL Naked Party Supersize!

SA 30. Juni

Aarau

08.00 Aa rglo s: Lesbengruppe Weindegustation

in Losone. Weitere Infos nach Anmeldung

bis 15.6. bei brigitte.salewski@bs-ag.ch

Delémont

12.00 Pride Jura 2012: Austauschen und

Verändern Ab 12h Empfang am Bahnhof

durch die Theatergruppe Cours de Miracles.

Village in der Altstadt und im Schlosshof.

13.45h Urban Poetry vor Rathaus. Ab 14h

Ansprachen vor dem Rathaus von Elisabeth

Baume-Schneider, Damien Chappuis,

Barbara Lanthemann, Niels Rebetez, Chatty

Ecoffey & Maëlle, ab 15h Umzug mit Wagen,

Musik etc. ab Rathaus über Bahnhofquartier

zurück zum Rathaus. Diverse Konzerte

mit The Brats, Catherine d Oex, Schwubs,

Gallavin, Ismael Schneider etc. Konzert von

Charlotte Parfois in der Schlosshalle um

21h, ab 23.15 Disco Fr. 25.– für Konzert und

Disco, nur Disco Fr. 15.–. Afterparty 03h -

06h im Ozzed Club, Rue Saint-Maurice 3.

Fr. 10.–. Detaillierte Infos www.pridejura.ch

Winterthur

16.00 W I L S C H: Winterthurer Lesben und

Schwule ist am Albanifest in Winterthur.

Festwirtschaft und Barbetrieb, Kuchenbuffet

und marokkanisches Menu. Im und

vor dem Lokal Badgasse 8

Zürich

20.00 Platzhirsch: Spitalgasse 3. Nachthirsch.

All around the World-House

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. G-Dance.

DJ Groovemaster

22.00 Women only!: Diverse DJs & Special Live

Act. Alte Kaserne, Zeughaus 5,

Kanonengasse 16. www.colors-night.ch &

www.swisslesbians.ch

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren Cruising

unlimited

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Men only night. DJs

Garçon Sauvage & Gil Everest

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-

Anlass Open Sector. Kein Dresscode

Impressum

Herausgeber und Verleger: AfM-Publikationen, Martin Ender

Redaktion und Verlagsadresse: AfM-Publikationen, Martin Ender, Mühlebachstrasse 174, Postfach, 8034 Zürich, Tel. 044 388 41 54, Fax 044 388 41 56, info@cruiser.ch

Infos für die Agenda: agenda@cruiser.ch | Infos an die Redaktion: redaktion@cruiser.ch

Redaktionelle Mitarbeit: Lola Sara Arnold-Korf, Thomas Borgmann, Charly Büchi, Andreas Candinas, Daniel Diriwächter, Martin Ender, Branko B. Gabriel,

René Gerber, Oliver Hölcke, Mark-Philip Ingenhoff, Hanspeter Künzler, Michael Lenz, Alex Rudolf, Stefan Schüpbach

Grafik / Layout: Deny Fousek, Bertastrasse 1, 8003 Zürich Litho: Beni Roffler, Letzigraben 114a, 8047 Zürich

Inserate: AfM-Publikationen, Martin Ender, Postfach, 8034 Zürich, Tel. 044 388 41 54, Fax 044 388 41 56, anzeigen@cruiser.ch

Fachberater: Pierre André Rosselet, Rechtsanwalt

Druck: Neue Luzerner Zeitung AG, Cruiser Auflage: 15 000 Exemplare, 10 Ausgaben jährlich

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