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SPORTaktiv Februar 2018

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FEB/MÄRZ <strong>2018</strong><br />

ÖSTERREICHS GRÖSSTES AKTIVSPORT-MAGAZIN<br />

WEITER ALS INS ZIEL<br />

KILIAN<br />

JORNET<br />

DER<br />

WEG ZUM<br />

FLOW<br />

SCHWIMMEN<br />

IM VERKEHR<br />

LAWINENUNGLÜCK<br />

ZURÜCK<br />

INS LEBEN<br />

3... 2...1...<br />

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FOTO: ON-RUNNING, ÖSTERREICHISCHE POST AG, MZ 03Z034992M, RETOUREN AN POSTFACH 100, 1350 WIEN<br />

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IM SOMMER<br />

Unsere Antwort auf jede Jahreszeit.<br />

Der intelligente i-ACTIV Allradantrieb.<br />

M{ZD{ CX-5<br />

UND M{ZD{ CX-3<br />

2 <strong>SPORTaktiv</strong><br />

Verbrauchswerte: 4,0 — 7,1 l/100 km, CO 2 -Emissionen: 105 —162 g/km. Symbolfoto.


IM WINTER<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

3


Marco Buehler’s Mountopia –<br />

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Concept and Design Pascher+Heinz, Photo KME Studios – Michael Müller


EDITORIAL<br />

KLAUS MOLIDOR<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-Chefredakteur<br />

klaus.molidor@styria.com<br />

ALLES<br />

FLIESST<br />

Coverfoto: ON-Running; Foto: Thomas Polzer<br />

Ob Heraklit von Ephesos ein begeisterter Läufer war, ist nicht überliefert.<br />

Überliefert dagegen ist seine berühmte Erkenntnis: Panta rhei – alles<br />

fließt. Und so ist auch <strong>2018</strong> alles im Fluss. Wie der berühmte Philosoph<br />

denkt auch mein geschätzter Kollege Christof Domenig, der mir mit<br />

Jahreswechsel das Staffelholz als Chefredakteur in die Hand gegeben hat,<br />

um sich wieder verstärkt seiner Leidenschaft, dem Schreiben und Geschichtenerzählen,<br />

zu widmen. Seine Expertise und sein kritischer Geist<br />

tragen weiterhin Sorge dafür, dass <strong>SPORTaktiv</strong> auch künftig auf höchstem<br />

Niveau agiert.<br />

In der ersten Ausgabe des Jahres heißt es bei uns aber auch diesmal wieder:<br />

Alles läuft. Im Lauf-Special widmen wir uns dem wichtigsten Aspekt<br />

dieses Sports: dem Fuß. Wir bitten außergewöhnliche Menschen vor den<br />

Vorhang, versuchen die wichtigsten Fragen der Läufer zu beantworten<br />

und laufen auch selbst. Von zu Hause ins Büro, auf Schnee und Eis, zur<br />

Vorbereitung, zum Fitwerden, zum Spaß, durch die Wüste.<br />

Aber nicht nur wir sind im Fluss, in Veränderung. Auch die Leute ändern<br />

sich, die wir mit unserem Magazin dazu animieren wollen, rauszugehen,<br />

Sport zu machen und Österreich einen Schritt weiter von der „Schnitzelund<br />

Spritzernation“, wie es Felix Gottwald bemerkt hat, in Richtung einer<br />

Sportnation zu bringen. Darum starten wir in dieser Ausgabe auch eine<br />

große Leserumfrage, um unser journalistisches Angebot feinzutunen. Sag<br />

uns, was dir an <strong>SPORTaktiv</strong> gefällt und was wir besser machen können.<br />

Gib uns einen Einblick in dein Sportverhalten und beeinflusse selbst ein<br />

wenig mit, wonach wir den Kompass in unseren Ausgaben künftig ausrichten.<br />

Als Dank für die Mitarbeit warten (siehe Seite 8) tolle sportliche<br />

Preise. Du kommst damit vielleicht nicht bis Ephesos, aber dem Satz<br />

näher, der unser Motto ist: Bleib fit, Euer Klaus<br />

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INHALT<br />

TOP-STORY<br />

FIT<br />

20 KILIAN JORNET ÜBER ... WEGE<br />

Interview mit dem Ausnahme-Ausdauersportler<br />

36 STREBEN NACH DEM FLOW<br />

Was Österreicher zum Breitensport motiviert<br />

40 DER RICHTIGE TREIBSTOFF FÜR DEN SPORT<br />

Wie weit man mit natürlicher Ernährung kommt<br />

50 „TASTY“: DAS SPORTLICHE REZEPT<br />

Diesmal: Zucchini-Porridge mit Beeren<br />

POWERED BY RUNTASTIC<br />

21. Wachau<br />

MARATHON<br />

23. September <strong>2018</strong><br />

Jetzt registrieren unter<br />

www.wachaumarathon.com<br />

RUN-SPECIAL<br />

54 DER LÄUFER, DER SEGLER UND DIE RATTE<br />

Dauerläufer Christian Schiester segelt um die Welt<br />

58 THE SPEED PROJECT<br />

Zehn Österreicher laufen von L. A. nach Las Vegas<br />

62 WARUM VERDAMMT SIND DIE SO SCHNELL?<br />

Ex-Leichtathlet ist dem Geheimnis der Kenianer auf der Spur<br />

68 LÄNGER, SCHNELLER, BESSER<br />

Antworten auf die 12 wichtigsten Läuferfragen<br />

80 HIGH HEELS ODER FLACHE FERSE?<br />

Sprengung, Dämpfung und der Einfluss auf das Laufgefühl<br />

88 DER SIEGE-TEILER<br />

Warum Gerald Fister oft auf den Einzelsieg verzichtet<br />

102 WARUM JUNGE FRAUEN LAUFEN<br />

Laufen wird weiblicher. Was Social Media damit zu tun hat<br />

116 HUPF IN GATSCH ...<br />

Sportpsychologe Alois Kogler über die Faszination Fun-Run<br />

124 THE GRAND ADVENTURE<br />

Leser Willi Schneeberger beim „Grand2Grand“ in den USA<br />

132


Mit dem<br />

WIFI Steiermark<br />

zum Traumjob<br />

Fotos: Jordi Saragossa, Thomas Polzer<br />

BIKE<br />

132 DER MIT DEM VERKEHR SCHWIMMT<br />

Ein Tag im Sattel mit dem Fahrradboten Lukas Kienreich<br />

142 NOCH MEHR ÖL IM FEUER<br />

Hohe Dunkelziffer beim Manipulieren von E-Bike-Motoren<br />

146 TECHNIKSERIE: FEDERGABELPUMPE<br />

So stellst du den Luftdruck in der Federgabel richtig ein<br />

TRIATHLON<br />

OUTDOOR<br />

20<br />

166 2 PROZENT UND 2 PROTHESEN<br />

Erich Artner ist Ironman-Finisher ohne Unterschenkel<br />

170 KAISER FRANZ UND DAS SKIFAHREN<br />

Profi-Blicke auf den Winter-Freizeitsport Nummer 1<br />

176 KONFLIKTEN AUS DEM WEG GEHEN<br />

Immer noch schwelt der Streit ums Pistentourengehen<br />

182 IM HIER UND JETZT<br />

Wie Lawinenopfer Dietmar Scherjau zurück ins Leben fand<br />

194 VON ÜBERALL NACH OSTTIROL<br />

<strong>SPORTaktiv</strong> in doppelter Besetzung beim Dolomitenlauf<br />

Mit ausführlicher Beschreibung unseres Angebots:<br />

• Diplomlehrgang Schwimmtrainer<br />

• Diplomlehrgang Entspannungs- und Achtsamkeitstrainer<br />

• Diplomlehrgang Fitnesstrainer<br />

• Diplomlehrgänge Mentales Training<br />

• Grundlehrgang Gesundheit & Sport<br />

• Diplomlehrgang Kindergesundheitstrainer<br />

• Diplomlehrgang Wirbelsäulen- & Beckenbodentrainer<br />

• Diplomlehrgang Pilatestrainer<br />

• Diplomlehrgang Seniorenaktivtrainer<br />

• Grundlehrgang Weight Management<br />

• Mentale Stärke und Regeneration | EFT<br />

• Sporternährung<br />

Broschüre kostenlos anfordern:<br />

0316 602-1234<br />

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LESERUMFRAGE <strong>2018</strong><br />

JETZT BIST DU<br />

GEFRAGT ...<br />

... denn für dich probieren wir Dinge aus,<br />

sprechen mit Experten, suchen interessante<br />

Menschen und Veranstaltungen,<br />

schreiben Geschichten, die dich zum<br />

Sport bewegen sollen. Damit der Streuverlust<br />

unseres sportlichen und journalistischen<br />

Einsatzes gering bleibt, starten<br />

wir eine große Leserumfrage.<br />

Die Teilnahme lohnt sich: Unter allen Einsendungen<br />

verlosen wir attraktive Preise<br />

(siehe Kasten rechts).<br />

Und so geht’s: Fragebogen ausfüllen,<br />

ausschneiden und bis 5. April <strong>2018</strong> an<br />

Top Times Medien GmbH, <strong>SPORTaktiv</strong>,<br />

Gadollaplatz 1, 8010 Graz schicken, oder<br />

online auf www.sportaktiv.com ausfüllen.<br />

GEWINNE:<br />

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im Wert von 5299,– Euro<br />

• 1 Abus-Radhelm<br />

• 1 Rucksack von Lowe Alpin<br />

• plus <strong>SPORTaktiv</strong>-Goodies<br />

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Foto: Blindtext<br />

Foto: Bärenbike<br />

8 <strong>SPORTaktiv</strong>


1<br />

Wie groß ist dein Interesse an folgenden Themen?<br />

(Skala 1 sehr groß bis 4 kein Interesse)<br />

___ Fitnesstraining<br />

___ Mentaltraining<br />

___ Ernährung<br />

___ Laufen (Straße)<br />

___ Trailrunning<br />

___ MTB<br />

___ Rennrad<br />

___ Trekkingbike<br />

___ E-Bike<br />

___ Wandern<br />

___ Klettern<br />

___ Klettersteig<br />

___ Skifahren<br />

___ Skitouren<br />

___ Langlaufen<br />

___ Sportreisen<br />

___ Events<br />

___ Wassersport<br />

___ Ballsport<br />

___ Triathlon<br />

___ Schwimmen<br />

___ Sonstiges:<br />

2<br />

Worüber möchtest du sonst noch gerne in <strong>SPORTaktiv</strong> lesen?<br />

3<br />

Welche Sportarten betreibst du selbst?<br />

4<br />

Welche Art von Geschichten möchtest du lesen?<br />

(Bitte ankreuzen)<br />

Trainingsgeschichten<br />

Service (Tourentipps etc.)<br />

Ratgeber<br />

Menschen (Porträts)<br />

Event-Reportagen<br />

Ernährung<br />

Materialvorstellungen<br />

Produkttests<br />

Sonstiges:<br />

5<br />

Wie viel Sport betreibst du im Schnitt?<br />

Bis zu 3 Stunden/Woche<br />

3 bis 5 Stunden/Woche<br />

6 bis 9 Stunden/Woche<br />

10 und mehr Stunden/Woche<br />

DU KANNST DIE<br />

UMFRAGE AUCH<br />

ONLINE<br />

AUSFÜLLEN AUF<br />

www.sportaktiv.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

9


6<br />

a<br />

b<br />

c<br />

Drei Fragen zu deinen Trainingsumfängen:<br />

Wieviele km fährst du pro Jahr mit dem Rad? ___<br />

Wie viele km läufst du pro Jahr? ___<br />

Wie oft gehst du pro Jahr in die Berge? ___<br />

(Wandern, Klettern, Skitouren etc)<br />

12 Wo holst du dir normalerweise das<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-Magazin?<br />

Sporthandel<br />

Abo<br />

Trafik<br />

Events<br />

Sonstiges:<br />

7 a Wie oft nimmst du aktiv an Sportbewerben teil?<br />

Nie<br />

1–2 Bewerbe pro Jahr<br />

3–5 Bewerbe pro Jahr<br />

6 und mehr<br />

b Die bevorzugte Sportart, in der du aktiv teilnimmst:<br />

8 a Kennst Du die <strong>SPORTaktiv</strong>-Camps?<br />

Ja<br />

Nein<br />

b<br />

Wenn Ja, hast Du schon an einem teilgenommen?<br />

Ja<br />

Nein<br />

13<br />

14<br />

Das <strong>SPORTaktiv</strong> Magazin ...<br />

bekomme ich immer<br />

ist oft vergriffen<br />

15 a Persönliche Angaben<br />

Männlich<br />

Weiblich<br />

b<br />

Welche digitalen Kanäle von <strong>SPORTaktiv</strong> nutzt du?<br />

Facebook<br />

Newsletter<br />

Website<br />

Wohnort:<br />

c<br />

An welchem würdest du gerne teilnehmen?<br />

c<br />

Deine Altersgruppe:<br />

9<br />

Wie oft machst du pro Jahr einen Aktivurlaub<br />

(2 Tage bis 2 Wochen)?<br />

Einmal<br />

Zweimal<br />

Dreimal<br />

Öfter<br />

d<br />

15–29<br />

30–45<br />

45–60<br />

60+<br />

Monatliches Haushaltseinkommen (Netto):<br />

bis 2000<br />

2001–3500<br />

3501–6000<br />

Mehr als 6000<br />

10 Wo verbringst du deinen Aktivurlaub am liebsten?<br />

Österreich<br />

Ausland<br />

WER AM GEWINNSPIEL TEILNEHMEN MÖCHTE,<br />

BITTE NAME UND ADRESSE BEKANNTGEBEN:<br />

Bevorzugte Region:<br />

Bevorzugtes Land:<br />

11<br />

Wie konsumierst du <strong>SPORTaktiv</strong>?<br />

Printmagazin<br />

Online<br />

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Genau die Arbeitskraft, die Sie brauchen: Der Crafter verfügt über einen kraftvollen Heckantrieb,<br />

einen vielseitigen Allradantrieb 4MOTION und erstmals auch über Frontantrieb. Alle Antriebsarten<br />

lassen sich mit dem einzigartigen 8-Gang-Automatikgetriebe kombinieren – womit der<br />

Crafter die größte Antriebsvielfalt seiner Klasse hat. Zudem ist er sparsam und komfortabel wie<br />

nie zuvor. Erleben Sie den Besten seiner Klasse bei Ihrem Volkswagen Nutzfahrzeuge Partner.<br />

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reicht. 2) Bei Kauf erhalten Sie bis zu EUR 3.000,– Unternehmerbonus (bei Crafter 35 Kasten L5H3 130 kW/177 PS TDI 4MOTION) für Unternehmer mit gültiger<br />

UID-Nummer bei Kauf bis 29. 06. <strong>2018</strong> bzw. solange der Vorrat reicht. Boni sind inkl. MwSt. und NoVA und werden vom unverb. empf. Listenpreis abgezogen. Nähere<br />

<strong>SPORTaktiv</strong> 11<br />

Infos bei teilnehmenden VW Betrieben. Symbolfoto.<br />

Verbrauch: 7,2 – 9,1 l/100 km, CO 2-Emission: 187 – 237 g/km (vorläufige Werte).


12 <strong>SPORTaktiv</strong>


VON DER CITY<br />

AUF DEN<br />

GLETSCHER<br />

Der Start erfolgt in der Olympiastadt<br />

Innsbruck, das Ziel<br />

befindet sich am Stubaier<br />

Gletscher. Dazwischen liegt<br />

beim Stubai Ultratrail die<br />

ultimative Herausforderung für<br />

Trailrunner mit dem passenden<br />

Motto: „Urban2Glacier“.<br />

Am 30. Juni <strong>2018</strong> geht der<br />

Event in die zweite Runde. Auf<br />

der Gesamtstrecke sind mehr als<br />

60 km zu bewältigen, mit 5075<br />

Bergauf- und 2512 Bergab-<br />

Höhenmetern. Etwa auf halbem<br />

Weg, in Neustift, startet der<br />

Stubai Basictrail mit 28,7 km<br />

(2525 hm im Aufstieg und 381<br />

bergab).<br />

„Nur bergauf“ geht es bei der<br />

neuen Disziplin, dem Stubai<br />

Gletschertrail: einem 8 km langen<br />

Berglauf, der von der<br />

Talstation der Gletscherbahn<br />

über steile Serpentinen in wahrlich<br />

eisige Höhen führt. Das<br />

Ziel liegt 3150 m hoch ...<br />

www.stubai-ultratrail.at<br />

Foto: wisthaler.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

13


14 <strong>SPORTaktiv</strong>


DIE<br />

PERFEKTE<br />

WELLE<br />

Wenn der Frühling gerade Fahrt<br />

aufnimmt, können Sportbegeisterte<br />

schon die Vorfreude auf<br />

den Sommer schüren und sich<br />

voll dem Abenteuer Wassersport<br />

hingeben. Im Format XXL –<br />

oder besser: Cinemascope. Die<br />

International Ocean Filmtour<br />

bringt grandiose Meeresabenteuer<br />

und Wassersportfilme auf<br />

heimische Kinoleinwände.<br />

Das exklusive Programm der<br />

Filmtour setzt sich aus sechs<br />

bildgewaltigen Dokus zusammen.<br />

Vom Kinosessel aus kann<br />

man in die Tiefen der Weltmeere<br />

abtauchen, allein um die Welt<br />

segeln oder einen der aktuell<br />

talentiertesten und vielseitigsten<br />

Surfer bestaunen: Kay Lenny im<br />

Film „Paradigm Lost“ (Bild).<br />

Ab 5. April gastiert die International<br />

Ocean Filmtour in Wien,<br />

Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt<br />

und Graz. Genaue Termine und<br />

alle Infos unter:<br />

www.oceanfilmtour.com<br />

Foto: International Ocean Filmtour<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

15


SO WIRD DER<br />

WINTERURLAUB<br />

PERFEKT<br />

Wer den Winter von seiner<br />

schönsten Seite auskosten<br />

will, der taucht in Sankt Johann-Alpendorf<br />

in den Snow<br />

Space Salzburg ein. Dieses<br />

neue zusammenhängende<br />

Skigebiet lockt mit 120 km<br />

bestens präparierten Pisten<br />

und 44 modernen Liftanlagen.<br />

Anfänger und fortgeschrittene<br />

Skibegeisterte fühlen sich<br />

hier auf Anhieb wohl, von<br />

breiten Familienpisten bis zu<br />

anspruchsvollen Abfahrten<br />

wird alles geboten. Durch<br />

hochmoderne Beschneiungsanlagen<br />

wird eine 100-prozentige<br />

Schneesicherheit geboten.<br />

Auch für den Skiverbund Ski<br />

amadé ist Sankt Johann, 60<br />

km südlich der Stadt Salzburg,<br />

der ideale Startpunkt.<br />

Den vielen Schnee nutzt man<br />

am besten zum Early Bird<br />

Skiing vor allen anderen<br />

Skifahrern, ein deftiges<br />

Almfrühstück beendet diesen<br />

frühen Genuss auf den noch<br />

leeren Pisten. Abseits der<br />

Piste entdecken Winterurlauber<br />

in Sankt Johann den<br />

Eislaufplatz, Rodelbahnen,<br />

Langlaufmöglichkeiten<br />

und romantische<br />

Winterwanderwege.<br />

www.sanktjohann.com<br />

Foto: St. Johann/Mirja Geh<br />

16 <strong>SPORTaktiv</strong>


<strong>SPORTaktiv</strong><br />

17


SONNIGE<br />

AUSSICHTEN<br />

FÜR SPORTLER<br />

Klagenfurt, Österreichs<br />

südlichste Landeshauptstadt,<br />

begeht <strong>2018</strong> ihr 500-Jahr-<br />

Jubiläum. Und der Ironman<br />

Austria lockt am 1. Juli<br />

zum 20. Mal Sportler aus<br />

aller Welt in die<br />

Stadt am Wörthersee.<br />

Ein doppeltes Jubiläum, das<br />

Vorfreude schürt. Gerade<br />

Triathleten und<br />

Rennradfahrer finden in und<br />

um Klagenfurt perfekte<br />

Trainingsbedingungen vor.<br />

Neben der Ironman-Strecke<br />

laden viele abwechslungsreiche<br />

Touren ein.<br />

Tipp: Das Triathlon-Camp<br />

vom 27. April bis 1. Mai, das<br />

für Einsteiger wie<br />

Fortgeschrittene passt.<br />

www.visitklagenfurt.at<br />

Foto: Franz Gerdl<br />

18 <strong>SPORTaktiv</strong>


<strong>SPORTaktiv</strong><br />

19


KILIAN JORNET BURGADA<br />

Foto: Blindtext<br />

20 <strong>SPORTaktiv</strong>


ÜBER<br />

WEGE<br />

ER HAT DIE HÄRTESTEN<br />

ULTRALÄUFE GEWONNEN, IN<br />

REKORDZEIT DIE HÖCHSTEN GIPFEL<br />

BESTIEGEN. WIE KILIAN JORNET SO<br />

WEIT GEKOMMEN IST? INDEM ER<br />

NACH WEGEN GESUCHT HAT,<br />

DIE IHN WEITER BRINGEN –<br />

ALS NUR BIS ANS ZIEL.<br />

INTERVIEW: AXEL RABENSTEIN<br />

Kilian, als du 18 Monate alt warst, haben<br />

dich deine Eltern mit in die Pyrenäen genommen,<br />

wo du auf einer Berghütte aufgewachsen<br />

bist. Welche Erinnerungen hast du an<br />

diese Zeit?<br />

Seitdem ich mich erinnern kann, waren die<br />

Berge mein natürliches Umfeld. Als Kind waren<br />

ein paar Tage am Meer oder in einer Stadt<br />

wie ein Trip in eine andere Welt für mich.<br />

Foto: Salomon/Jordi Saragossa<br />

Gab es einen Moment oder eine Zeit, in der<br />

du das Gefühl hattest, eine besondere Verbindung<br />

zu den Bergen zu entwickeln?<br />

Überhaupt nicht, eben weil ich dort aufgewachsen<br />

bin. Mein Vater arbeitete als Bergführer<br />

und bewirtschaftete die Hütte, ich bewegte<br />

mich jeden Tag dort draußen in der Natur. Im<br />

Schnee zu spielen oder durch die Wälder zu<br />

streunen, war für mich so normal wie zu essen<br />

und zu schlafen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

21


Auf die Frage nach deiner Lieblingsstrecke<br />

hast du im britischen „Guardian“<br />

einmal geantwortet, der schönste<br />

Platz zum Laufen sei der „Ort des<br />

nächsten Tages“. Warum ist es<br />

für dich so wichtig, neue Orte zu<br />

entdecken?<br />

Für mich geht es darum, nicht der Vergangenheit<br />

nachzuhängen, nicht darüber<br />

nachzudenken, was ich irgendwann getan<br />

habe. Entscheidend ist doch, was ich<br />

tun möchte und tun werde. Es ist richtig<br />

und wichtig, Erfahrungen zu sammeln.<br />

Aber mindestens genauso wichtig ist es,<br />

immer wieder mit Begeisterung in einen<br />

neuen Tag zu starten. Ob ich eine neue<br />

Region erkunde, einen Gipfel besteige,<br />

ein aufregendes Rennen absolviere oder<br />

einfach nur einen harten Trainingstag<br />

auf einem Trail bei mir zu Hause einlege<br />

– keiner dieser Tage ist größer oder<br />

besonderer als einer der anderen.<br />

Was du auch tust, es ist meistens<br />

anstrengend. Macht dir das wirklich<br />

Spaß?<br />

Das Gefühl sportlicher Anstrengung genieße<br />

ich definitiv. Es tut gut, seine eigene<br />

Leistungsfähigkeit zu spüren. Außerdem<br />

weiß ich, dass ich meine Ziele ohne<br />

Anstrengung nicht erreichen werde.<br />

Wer sich dauerhaft in der Komfortzone<br />

aufhält, wird nichts Neues entdecken.<br />

Das Verausgaben macht mich besser. Es<br />

verschafft mir neue Möglichkeiten, zeigt<br />

mir Wege und bringt mich an Orte, die<br />

vorher vielleicht nicht erreichbar für<br />

mich waren. Orte, an denen ich etwas<br />

erlebe, was ich bis dahin nicht kannte,<br />

nicht gespürt oder nicht gesehen habe.<br />

Um das zu finden, nimmst du viel auf<br />

dich. Was war dein bis heute längster<br />

Lauf?<br />

Was die Distanz angeht, war das der<br />

Tahoe Rim Trail, ich denke, das sind<br />

knapp 270 Kilometer. Und dann waren<br />

da noch einige längere Touren in den<br />

Alpen, auf denen ich etwa 100 Stunden<br />

am Stück unterwegs war.<br />

Warum macht man das?<br />

Ganz einfach – weil ich es tun möchte!<br />

Ich bin der festen Überzeugung, dass es<br />

nicht unser Lebensinhalt sein sollte, den<br />

Pfaden anderer zu folgen. Ich möchte<br />

Wege beschreiten, die mich dem entgegenbringen,<br />

was ich liebe, was mich<br />

anzieht und bereichert.<br />

Und wenn es dabei mal richtig weh<br />

tut?<br />

Dann führe ich mir vor Augen, dass<br />

es meine freie Entscheidung ist, genau<br />

hier zu sein. Natürlich wäre ich manchmal<br />

gerne stehengeblieben. Immer<br />

wieder hatte ich dort draußen aber gar<br />

keine andere Option, als einfach weiterzulaufen.<br />

ICH BIN DER FESTEN<br />

ÜBERZEUGUNG,<br />

DASS ES NICHT<br />

UNSER LEBENS-<br />

INHALT SEIN SOLLTE,<br />

DEN PFADEN<br />

ANDERER ZU<br />

FOLGEN<br />

Welcher Moment war besonders hart?<br />

Da denke ich an den Western State Endurance<br />

Run, einen Ultramarathon in<br />

der kalifornischen Sierra Nevada über<br />

100 Meilen. Die letzten 30 Kilometer<br />

des Rennens hatte ich Krämpfe am ganzen<br />

Körper und bin alle fünf Minuten<br />

hingefallen. Bis heute war es aber immer<br />

so, dass aus Momenten der Schwäche<br />

positive Gefühle entstanden sind,<br />

die mich gestärkt und weitergebracht<br />

haben.<br />

Was würdest du anderen Sportlern<br />

empfehlen, die besser werden möchten.<br />

Solche Momente der Schwäche<br />

gezielt herbeizuführen, um sie zu<br />

überwinden?<br />

Natürlich ist es wichtig, immer wieder<br />

an seine Grenzen zu gehen. Mir fällt<br />

aber auf, dass viele Sportler sich das<br />

Ziel setzen, nach zwei oder drei Jahren<br />

Training erfolgreich zu sein. Das kann<br />

ein zu ambitioniertes Ziel sein. Um<br />

wirklich besser zu werden, musst du<br />

viel trainieren, du brauchst die richtige<br />

Technik und natürlich auch Wettkampferfahrung.<br />

Du musst dich auf<br />

eine Reise begeben, von der du nicht<br />

genau weißt, wie lange sie dauern wird.<br />

Deshalb solltest du sie genießen. Du<br />

wirst unterwegs mal die Form verlieren.<br />

Schlechte Ergebnisse erzielen. Nach ein<br />

paar Jahren wirst du die Früchte deiner<br />

Arbeit ernten. Aber das kann dauern.<br />

Was du als Ausdauersportler brauchst,<br />

ist Motivation, Konstanz und Geduld.<br />

Du hältst den Rekord für den schnellsten<br />

Auf- und Abstieg am Matterhorn,<br />

Montblanc, Denali und Mount Everest.<br />

Welcher Gipfel soll der nächste sein?<br />

Schwer zu sagen! Wenn ich einen Gipfel<br />

bestiegen habe, sehe ich mich um und<br />

sehe Berge um mich herum, an denen<br />

sich so viele Sachen anstellen ließen!<br />

Die Liste der Dinge, die ich gerne tun<br />

möchte, wächst viel schneller, als dass<br />

ich die Chance hätte, hinterherzukommen.<br />

Deshalb werde ich das ziemlich<br />

22 <strong>SPORTaktiv</strong>


DER GIPFELJÄGER<br />

Kilian Jornet Burgada wurde am 27. Oktober 1987 in<br />

Sabadell (Spanien) geboren. Er ist 7-facher Weltmeister<br />

im Skibergsteigen und 6-facher Sieger des Gesamtweltcups<br />

im Skyrunning. Er gewann dreimal den<br />

Ultra-Trail du Mont-Blanc (2008, 2009, 2011) über 168<br />

Kilometer und 9000 Höhenmeter, siegte beim Western<br />

States Endurance Run (2011/161 km) und beim Grand<br />

Raid auf La Réunion (2010, 2012/162 km).<br />

Zuletzt stellte er Rekorde bei Speed-Begehungen auf,<br />

u.a. am Matterhorn, Montblanc und Denali (Mount<br />

McKinley). 2017 bestieg er (ohne künstlichen Sauerstoff)<br />

in Rekordzeit den Mount Everest: vom Basislager<br />

(5100 m) bis zum Gipfel (8848 m) in 26 Stunden.<br />

Der Ausnahmeathlet (1,71 m/58 kg) hat einen Ruhepuls<br />

von 34 und einen Maximalpuls von 205 Schlägen.<br />

Jornet ist mit der schwedischen Ultraläuferin Emelie<br />

Forsberg liiert und lebt in Måndalen (Norwegen).<br />

www.kilianjornet.cat<br />

spontan entscheiden. Immer wieder,<br />

wenn ich auf einem Gipfel angekommen<br />

bin.<br />

So wird jeder Gipfel gleichzeitig<br />

wieder zum Ausgangspunkt?<br />

Natürlich, es geht immer weiter. Außerdem<br />

ist ein Gipfel für mich viel mehr als<br />

ein geografischer Punkt oder ein Ziel,<br />

das in einer bestimmten Zeit erreicht<br />

werden soll. Jeder Gipfel ist Erinnerung.<br />

Er steht für die Emotionen, die wir auf<br />

dem Weg zu ihm gesammelt haben. Für<br />

die Menschen, die uns begleitet haben –<br />

oder unten im Tal auf uns warten.<br />

Foto: Scott Markewitz Photography<br />

Nach all diesen Gipfeln, Rekorden,<br />

einzigartigen Leistungen: Was hältst<br />

du bis heute für deinen größten Erfolg?<br />

Meine größte Errungenschaft ist, dass<br />

ich Tag für Tag die Berge genieße.<br />

Und was war der Lauf deines Lebens?<br />

Mein Leben! So wie es bislang gelaufen<br />

ist.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

23


3. BIS 4. MÄRZ<br />

GANGHOFERLAUF<br />

Der Volkslanglauf in Leutasch in Tirol (Region<br />

Seefeld) zählt zur Euroloppet-Serie. Am<br />

Samstag, 3. März, können klassische Langläufer<br />

zwischen 25 und 50 km Streckenlänge<br />

wählen, am Sonntag, 4. März, wird auf einer<br />

20 oder 42 km langen Schleife geskatet.<br />

www.ganghoferlauf.at<br />

TOP<br />

EVENTS<br />

FEBRUAR | MÄRZ | APRIL<br />

14. APRIL<br />

GAMSLEITEN-KRITERIUM<br />

Österreichs größte Schatzsuche<br />

im Schnee: In der atemberaubend<br />

steilen Gamsleiten-<br />

2- Piste in Obertauern (S) sind<br />

30 Schatzkisten versteckt.<br />

Attraktive Preise winken,<br />

darunter ein BMW X3.<br />

www.obertauern.com<br />

25. BIS 28. MÄRZ<br />

KÄRNTEN LÄUFT-CAMP<br />

Mit Laufexperten trainieren, wertvolle<br />

Ernährungstipps abholen<br />

und das Werzer’s Hotel Resort****<br />

direkt am Wörthersee genießen:<br />

Das ermöglicht das Kärnten<br />

Läuft-Trainingscamp ab € 499,–<br />

für vier Tage/drei Nächte.<br />

www.mjk-sportmarketing.com<br />

AB 5. APRIL<br />

OCEAN FILMTOUR<br />

Abenteuer, Action, Wasserwelten:<br />

Die Ocean Filmtour bringt spannende<br />

sportliche Geschichten auf<br />

und unter Wasser auf die Leinwände.<br />

Ab 5. April in sechs Shows<br />

in Wien, Salzburg, Innsbruck,<br />

Klagenfurt, Graz und Linz.<br />

www.oceanfilmtour.com<br />

18. MÄRZ<br />

WELSER HALBMARATHON<br />

Gleich zum Saisonauftakt erwartet<br />

Läufer in Wels (OÖ) der Halbmarathon<br />

auf einer der schnellsten<br />

Strecken Europas. Als erster Testrun<br />

des Jahres eignen sich auch der 7-<br />

km-Powerrun und der 5 km lange<br />

Frauenlauf sehr gut.<br />

www.wels-halbmarathon.at<br />

24 <strong>SPORTaktiv</strong>


7. APRILI<br />

RADIO STEIERMARK LAUFI<br />

Der 16. ORF-Radio-Steiermark<br />

Lauf führt 12 km durch die<br />

steirische 2-Thermenregion und<br />

gehört zum Thermenland-Steiermark-Laufcup.<br />

Einsteigerlauf,<br />

NW (je 4 km) und die Juniormeile<br />

runden das Programm ab.<br />

www.badwaltersdorf.com<br />

25. FEBRUAR<br />

ACHENSEE-3-TÄLER-LAUF<br />

Einer der schönsten<br />

Volkslang läufe Österreichs<br />

bringt Profis und Hobbylangläufer<br />

an den Tiroler Achensee.<br />

Beim 3-Täler-Lauf kann<br />

geskatet (30 oder 15 km) oder<br />

im klassischen Stil (33 oder<br />

11 km) mitgelaufen werden.<br />

www.achensee.com/<br />

3-taeler-lauf<br />

23. MÄRZ BIS 3. APRILI<br />

OSTERKURS DERI<br />

SNOWSPORTS ACADEMYI<br />

In 10 Tagen wird man in diesem<br />

Kurs in Kaprun/Kitzsteinhorn (S)<br />

der Wiener Snowsports Academy<br />

zum Ski- oder Snowboardlehrer-Anwärter.<br />

Nach der abschließenden<br />

Prüfung kann man schon<br />

in Skischulen arbeiten. Ideal für<br />

Schüler, Lehrer und Studenten.<br />

www.snowsports.at<br />

Fotos: Veranstalter<br />

24. UND 25. MÄRZI<br />

KAMPTAL-KLASSIK-TROPHYI<br />

Seit 1991 geht die Internationale<br />

Kamptal-Klassik-Trophy am Heiligenstein<br />

in Zöbing (NÖ) über<br />

die Bühne. Das XC-Rennen zählt<br />

zur MTB-Liga Austria und brachte<br />

im Vorjahr 550 Biker aus 18<br />

Nationen an den Start.<br />

www.kamptal-klassik-trophy.at<br />

10. MÄRZ<br />

DER GLOCKNER – DAS RENNEN<br />

50 Jahre nachdem der letzte waghalsige<br />

Rennläufer vom Glockner abgefahren<br />

ist, geht dieser neue Bewerb<br />

im Skigebiet Heiligenblut am Großglockner<br />

über die Bühne. Das Rennen<br />

ist für Zweier-Teams konzipiert,<br />

skifahrerisches Können und taktisches<br />

Geschick sind gefragt.<br />

www.derglocknerdasrennen.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

25


2800 AUSSTELLER, 84.000 BESUCHER<br />

AUS 120 LÄNDERN. UND SPORTAKTIV<br />

MITTENDRIN. DIE ISPO <strong>2018</strong> GING ENDE<br />

JÄNNER WIEDER ALS WELTGRÖSSTE<br />

FACHMESSE DER SPORTBRANCHE ÜBER<br />

DIE BÜHNE. SOZUSAGEN EIN SCHLARAF-<br />

FENLAND FÜR JEDEN SPORTBEGEISTER-<br />

TEN. TRENDS, AUS UNZÄHLIGEN<br />

EINDRÜCKEN HERAUSGEFILTERT.<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

FAIR, LEICHT<br />

SPEKTAKULÄR<br />

Vorweg gesagt: Zwei Tage auf der<br />

weltgrößten Leitmesse des Sportbusiness<br />

flashen ganz schön. Und<br />

sind auch vom sportlichen Wert nicht<br />

zu unterschätzen: Stichwort „zurückgelegte<br />

Kilometer“. Klar ist auch: Bei<br />

2800 weltweiten Ausstellern, die in<br />

acht Bereichen ihre Produktneuheiten<br />

fürs kommende Jahr präsentieren,<br />

können die Eindrücke immer nur<br />

punktuell sein. Und auch subjektiv.<br />

Dennoch lassen sich einige deutliche<br />

Trends herausfiltern.<br />

DER WINTER IM FOKUS: Sicher auch<br />

dem bisherigen Winter 2017/18 geschuldet,<br />

war das Interesse an den Neuheiten<br />

für <strong>2018</strong>/19 richtig groß. Die Hersteller<br />

spielen mit, Leichtbau, gepaart mit innovativen<br />

Materialkombinationen für<br />

verbesserte Fahrbarkeit ist nur ein auffälliger<br />

Trend. Viele eigene Kollektionen für<br />

Skifahrerinnen ein anderer.<br />

ÖKOLOGIE UND FAIRE PRODUKTION:<br />

Im Outdoorsegment kommt kein Anbieter<br />

mehr am Thema Nachhaltigkeit<br />

vorbei. Erfreulicherweise herrscht auch<br />

zunehmend stärkere Transparenz. Eine<br />

für Endverbraucher nur schwer nachprüfbare<br />

Zertifizierung reicht vielen<br />

Marken heute nicht mehr. Zahlreiche<br />

gute Ideen auf dem Weg zur wirklich<br />

grünen und fairen Branche waren anzutreffen<br />

– Beispiele: PFC-Freiheit,<br />

recycelte und regenerierte Materialien,<br />

Transperancy Reports zur öffentlichen<br />

Einsicht, Produktion im Mutterland.<br />

Oder ganze Fertigungsstätten als<br />

Sozialprojekt.<br />

Fotos: ISPO<br />

26 <strong>SPORTaktiv</strong>


Auch viele Profis und<br />

Sportlegenden ließen<br />

sich auf der ISPO blicken.<br />

Bild oben: Felix<br />

Neureuther, der seine<br />

Beteiligung beim Lawinenairbag-Produzenten<br />

ABS bekanntgab.<br />

MATERIALIEN: Nahtfreie Fertigung und<br />

das Bodymapping-Prinzip wachsen zusammen.<br />

Schon länger geht der Trend zu<br />

Hybrid-Bekleidung, die an unterschiedlichen<br />

Körperzonen punktgenau die<br />

benötigte Funktion erfüllt. Solche Teile<br />

sind nun immer öfter aus einem Stück<br />

gefertigt. Auch im Trend: Funktionelle<br />

Naturmaterialien und Strickfertigung.<br />

Und die Kombination aus Leichtigkeit,<br />

angenehmem Tragekomfort und starker<br />

Funktionalität (Isolierung, Abriebfestigkeit<br />

usw.) klappt immer besser.<br />

SPORTLICHKEIT TRIFFT URBAN STYLE:<br />

Funktionelle Outdoor- und Skibekleidung,<br />

die nicht mehr wie solche<br />

ausschaut, sondern die von Stilbewussten<br />

jederzeit auch im urbanen Winter<br />

getragen werden kann: Diese Kombination<br />

wird immer stärker gewünscht, die<br />

entsprechend feschen Teile werden von<br />

immer mehr Herstellern bereitgestellt.<br />

SMARTE TECHNOLOGIEN UND DIGI-<br />

TALISIERUNG: Helme mit integriertem<br />

GPS, Westen mit Airbag, Apps und<br />

Wearables als Begleiter für Skifahrer<br />

und vieles mehr: Die smarte und digitale<br />

Gegenwart hinterließ auf der ISPO<br />

deutliche Spuren und ermöglichte auch<br />

manchen Blick in die Zukunft.Erstmals<br />

gab es auf der ISPO eine eigene<br />

„Digitize Area“.<br />

DIE AUSGEZEICHNETEN: Alle diese<br />

Trends spiegeln sich in den mit einem<br />

ISPO Award prämierten Produkten<br />

wider. Wie auch in jenen Highlights, die<br />

wir auf den folgenden Seiten zeigen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

27


AUFGEFALLEN UND<br />

AUSGEZEICHNET<br />

DIESE PRODUKTE WURDEN<br />

ENTWEDER MIT EINEM ISPO<br />

AWARD PRÄMIERT ODER SIND<br />

UNS BEIM MESSERUNDGANG<br />

SONST ALS HIGHLIGHTS INS AUGE<br />

GESTOCHEN. IN DEN HANDEL<br />

KOMMEN DIE MEISTEN<br />

DAVON IM HERBST <strong>2018</strong>.<br />

TECNICA FORGE S<br />

Fußbett und die orangen Teile des<br />

Obermaterials lassen sich in 20 Minuten<br />

passgenau an den Fuß modellieren.<br />

Der erste voll anpassbare Wanderschuh<br />

wurde schon letzten Sommer vorgestellt,<br />

bekam aber auf der ISPO <strong>2018</strong> einen<br />

Award als „Product oft the Year“.<br />

www.tecnicasports.com<br />

VAUDE TRAIL SPACER 8<br />

Der kleine Rucksack passt<br />

für mehrere Sportarten:<br />

Schnelles Wandern, Trailrunning,<br />

Mountainbiken. Die Innovation<br />

ist der Rückenteil aus einer<br />

3D-Strickkonstruktion. Bringt<br />

höchsten Tragekomfort – und Vaude<br />

einen Gold-Award.<br />

www.vaude.com<br />

BERGANS STRANDA DOWN<br />

HYBRID JACKET<br />

Die nachhaltige Hybrid-Daunenjacke<br />

besteht zu 100 % aus recyceltem<br />

Polyester und ist mit recycelten<br />

Daunen („Re:Down“) gefüllt. Die<br />

prämierte Bergans-Jacke ist außerdem<br />

ein Beispiel von vielen neuen<br />

Produkten, die sportliche Funktion mit<br />

citytauglichem Style verbinden.<br />

www.bergans.com<br />

Fotos: Hersteller<br />

28 <strong>SPORTaktiv</strong>


LEKI NORDIC TUNE<br />

SHARK BOA<br />

Leki setzt nicht nur bei diesem Langlauf-<br />

Handschuh, sondern auch bei mehreren<br />

Alpinhandschuhen auf die Anpassung<br />

mittels Boa-Drehrad. Damit funktioniert die<br />

„Trigger S“-Verbindung zwischen Stock und<br />

Handschuh noch besser.<br />

www.leki.com<br />

ICAROS HOME<br />

Mit dem Trainingsgerät und<br />

Virtual-Reality-System wird man<br />

buchstäblich fliegend fit. Bislang nur<br />

Studiogerät, gibt es den Icaros nun<br />

als Home-Variante. Mehrere Games<br />

sind für das muskelstabilisierende<br />

Fitnessgerät erhältlich. Kosten: 2000<br />

Euro, allerdings noch ohne VR-<br />

System und Mehrwertsteuer.<br />

www.icaros.com<br />

PÁRAMO VELEZ<br />

EVOLUTION<br />

Optik, Funktion, Ökologie und<br />

soziales Engagement vereint in<br />

einem Produkt. Die Gold-Awardprämierte<br />

Páramo Velez ist absolut<br />

umweltfreundlich imprägniert.<br />

Nikwax-Erfinder Nick Brown<br />

hilft mit Páramo benachteiligten<br />

Frauen in Kolumbien zum<br />

selbstbestimmten Leben.<br />

www.paramo-clothing.com<br />

LIVALL BH51M<br />

HELMETPHONE<br />

In der Kategorie Urban schaffte der Livall<br />

BH51M Helmetphone als „Product<br />

of the Year“ die höchste vergebene<br />

Auszeichnung. Der Cityradler kann mit<br />

dem Bikehelm telefonieren und Musik<br />

hören, ohne die Hände vom Lenker<br />

zu nehmen. LED-Leuchten zeigen<br />

Nachkommenden die Abbiegerichtung an.<br />

www.livall.com<br />

DYNAFIT HOJI|<br />

PRO TOUR|<br />

Hier komfortabler<br />

Tourenskischuh mit 60<br />

Grad Schaftbeweglichkeit<br />

– dort Skischuh mit<br />

Alpinperformance und 11<br />

Grad Vorlage: Dynafits neuer<br />

Hoji ist beides in einem.<br />

Das Umschalten funktioniert<br />

mit einem raschen<br />

Handgriff.<br />

www.dynafit.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

29


CEP ORTHO PRONATION<br />

CONTROL SOCKS<br />

Die erste Socke mit aktiver<br />

Pronationskontrolle hat beim<br />

ISPO Award überzeugt.<br />

Verantwortlich ist ein integriertes<br />

Tape. Die Kompressionssocken<br />

gefielen der Jury aber auch<br />

durch ihre Klimaregulierung.<br />

www.cepsports.com<br />

ORTOVOX SWISS<br />

WOOL TEC STRETCH<br />

ZEBRU JACKET<br />

Mit der Kombination aus<br />

Isolierung, kleinem Gewicht und<br />

minimalem Packmaß punktet die<br />

Midlayer-Jacke. Stretchkanäle<br />

machen das Swisswool-Futter<br />

extrem elastisch. Folge: Ein Gold-<br />

Award von der ISPO-Jury.<br />

www.ortovox.com<br />

KOMPERDELL CARBON<br />

AIRFRAME 25<br />

Intensive Forschung und langjährige<br />

Erfahrung haben sich ausgezahlt: Der<br />

einzigartige Carbon-Schneeschuh von<br />

Komperdell aus Oberösterreich ist mit<br />

600 Gramm der leichteste<br />

Schneeschuh der Welt.<br />

www.komperdell.com<br />

DACHSTEIN OCEAN<br />

Die Ocean-Modelle gehören<br />

zu Dachsteins Urban Footwear-<br />

Kollektion und verarbeiten „Econyl“<br />

– regeneriertes Nylon, das zu großen<br />

Teilen aus im Meer gesammelten<br />

Fischernetzen besteht. Die Stiefel<br />

gefallen aber auch durch die Verbindung<br />

von citytauglichem Design und Funktion.<br />

www.dachsteinschuhe.com<br />

CRAFT FUSEKNIT COMFORT<br />

Nahtloses Strickmaterial sorgt für ein<br />

richtiges Wohlgefühl auf der Haut.<br />

Die mit einem ISPO Gold-Award<br />

ausgezeichnete Skiunterwäsche<br />

passt durch attraktive Schnitte auch<br />

fürs Après-Ski. Craft bringt <strong>2018</strong>/19<br />

jeweils mehrere Modelle und Farben<br />

für Damen und Herren auf den Markt.<br />

www.craft-sports.de<br />

Fotos: Hersteller<br />

30 <strong>SPORTaktiv</strong>


DIE SPORTAKTIV<br />

LESERCAMPS<br />

FREERIDEN VERSPRICHT<br />

NATURERLEBNISSE<br />

ABSEITS DER MASSEN.<br />

UND DAS KANN MAN<br />

LERNEN, WIE HIER BEI<br />

UNSEREM FREERIDE-<br />

CAMP AM NASSFELD,<br />

DAS AM 22. MÄRZ<br />

WIEDER STATTFINDET.<br />

EBENFALLS TOLLE<br />

ERLEBNISSE VERSPRE-<br />

CHEN UNSER<br />

SKITOUREN-CAMP IM<br />

KARAWANKENHOF<br />

(22.–25. FEBRUAR,<br />

1.–4. BZW. 8.-11. MÄRZ)<br />

SOWIE DAS NATIONAL-<br />

PARK-WINTERCAMP<br />

IN OSTTIROL VON<br />

1.–4. MÄRZ.<br />

DIE ANMELDEPHASE LÄUFT BEIM ...<br />

TRAILRUNNING-CAMP<br />

18.–20. MAI<br />

im Hotel Krallerhof in Leogang.<br />

Mehr dazu: Seite 86/87<br />

OUTDOOR-CAMP HEILIGENBLUT<br />

21.–24. JUNI<br />

in der Region Nationalpark Hohe Tauern in Kärnten.<br />

Mehr dazu: Seite 198/199<br />

LADIES BIKE-CAMP<br />

17.–20. MAI<br />

im Naturpark Weissensee.<br />

Mehr dazu: Seite 160<br />

LADIES E-MTB-CAMP<br />

24.–27. MAI<br />

im Narzissenhotel in Bad Aussee.<br />

Mehr dazu: Seite 156/157<br />

STERZING FUN CAMP<br />

24.–27. MAI BZW. 14.–17. JUNI<br />

Im Sporthotel Zoll bei Sterzing bzw. im<br />

Hotel Bergblick im Ratschingstal.<br />

Mehr dazu: Seite 186/187<br />

ALLE INFOS UNTER<br />

www.sportaktiv.com<br />

Foto: Nassfeld<br />

32 <strong>SPORTaktiv</strong>


BORN RACE-READY<br />

RACEBORG die perfekte Wettkampfmaschine, race-ready.<br />

Leichte und elastische Plastikmaterialien verschmelzen mit unverwüstlicher Carbon-Faser.<br />

Der neue CavoBike Lever Pro Mechanismus entlastet vollkommen den Schuhkragen für<br />

maximale Bewegungsfreiheit. Die S4 Insert Platte vorne erleichtert das Einsteigen<br />

in die Bindung um keine Sekunde beim Wettkampf zu verlieren.<br />

RACEBORG: BORN RACE-READY.


VOLLTREFFER|<br />

FÜR DIE|<br />

HOBBYSPORTLER|<br />

DAS ERSTE SPORTAKTIV BIATHLON- UND<br />

WINTERAKTIV-CAMP MITTE DEZEMBER IN<br />

HOCHFILZEN WAR EIN VOLLER ERFOLG.<br />

TVB PillerseeTal –<br />

Kitzbüheler Alpen<br />

Dorfplatz 1<br />

6391 Fieberbrunn<br />

T. +43 5354/56 304 22<br />

info@pillerseetal.at<br />

Dreimal war Hochfilzen schon Austragungsort<br />

der Biathlon-Weltmeisterschaft<br />

– wo sonst hätte das 1. <strong>SPORTaktiv</strong><br />

Biathlon- und Winteraktiv-Camp also stattfinden<br />

sollen. Zudem haben die Teilnehmer<br />

im fairhotel Hochfilzen im PillerseeTal<br />

gewohnt. Dort, wo sonst die weltbesten<br />

Biathleten bei Weltcup und WM untergebracht<br />

sind.<br />

Optimale Voraussetzungen also. Mit<br />

Trainern der nordic academy Hochfilzen<br />

wurde dann von 14. bis 17. Dezember an<br />

der Lauftechnik gefeilt und zusammen mit<br />

Fischer Sports auch das neueste Langlaufmaterial<br />

ausgiebig getestet. Eines der Highlights<br />

war aber natürlich das Schießtraining<br />

am WM-Schießstand unter professioneller<br />

Anleitung unseres <strong>SPORTaktiv</strong>-Kolumnisten<br />

Christoph Sumann, der selbst zweimal<br />

Vize-Weltmeister war und bei Olympia<br />

2010 in Vancouver zweimal Silber gewonnen<br />

hat.<br />

Wiederholung garantiert<br />

Besonders praktisch: Vom fairhotel, einem<br />

klassifizierten Langlaufbetrieb, ging es<br />

direkt auf die Loipe und bei einem Meet &<br />

Greet mit OK-Chef Franz Berger konnten<br />

alle Teilnehmer Fragen zu Weltcup und<br />

WM stellen.<br />

Die Rückmeldungen der Hobbysportler,<br />

die sich eine Woche nach dem Weltcup-Bewerben<br />

in Hochfilzen in der Loipe und am<br />

Schießstand versucht haben, sind so positiv<br />

ausgefallen, dass es weitere derartige Trainingscamps<br />

im PillerseeTal geben wird.<br />

Fotos: Felgenhauer/xc-ski.de<br />

34 <strong>SPORTaktiv</strong>


TRAINING | GESUNDHEIT | ERNÄHRUNG<br />

FIT<br />

DIE NEUEN<br />

TRENDS <strong>2018</strong>?<br />

Das Hamburger Medienunternehmen<br />

Curved hat für sich die fünf<br />

wichtigsten Fitnesstrends <strong>2018</strong><br />

definiert: 1. Socializing (Sport in<br />

Gruppen), 2. Vielfalt dank Functional<br />

Training, 3. Digitale Personal<br />

Trainer, 4. Smart Food und<br />

5. EMS-Training. Einverstanden?<br />

Fotos: NADA, iStock, Feel Good Messe<br />

LAUFEND AKTUELLE STORYS,<br />

TRENDS UND TIPPS RUND<br />

UMS THEMA FITNESS AUF:<br />

WWW.SPORTAKTIV.COM<br />

FITNESSSTUDIO<br />

AUSGEZEICHNET<br />

Die nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) fördert<br />

sauberen und gesunden Breiten- und Freizeitsport. Im<br />

Rahmen des neuen Präventionsprogrammes wurde das<br />

erste „Anti-Doping Gütesiegel“ an das „John-Harris<br />

Fitnesscenter Schillerplatz“ in Wien verliehen. Sportminister<br />

Heinz-Christian Strache übergab die Auszeichnung<br />

an Ernst Minar („John Harris“, Mitte).<br />

FÜRS WOHLBEFINDEN<br />

Im Rahmen der Tiroler Frühjahrsmesse<br />

(8. bis 11. März) findet in Innsbruck zum<br />

4. Mal die „Feel Good Messe“ für Bewegung,<br />

Ernährung und mentale Gesundheit<br />

statt. Die Messe will Plattform für Gesundheit<br />

und Vorsorge sein, es gibt Gesundheitschecks,<br />

Workshops und Vorträge.<br />

www.feelgood-messe.at<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

35


W<br />

ie schaut’s aus mit den guten Vorsätzen?<br />

Im neuen Jahr haben bestimmt wieder<br />

viele mit Sport begonnen. Während aber<br />

einige es schaffen, den Sport dauerhaft<br />

in ihr Leben zu integrieren, hören viele<br />

andere mit dem bewegten Leben wieder<br />

auf. „Man würde ja gern, aber …“, hört<br />

man dann. Fragt sich: Was machen die,<br />

die es schaffen, besser als die anderen,<br />

die an ihren sportlichen Vorsätzen und<br />

Zielen scheitern?<br />

Keine simple Antwort, aber interessante<br />

Denkanstöße zu der Thematik<br />

liefert eine aktuelle Studie der Universität<br />

Wien. Die Frage „Warum (nicht)<br />

Sport“ hat sich 2017 ein Team um den<br />

Sportsoziologen Prof. Dr. Otmar Weiß<br />

gestellt. Die repräsentative Studie zu<br />

„Motivatoren“ und „Demotivatoren“<br />

durchleuchtet nicht nur die heimische<br />

Breitensportszene, sie hält auch Ansatzpunkte<br />

bereit, wie der Sprung ins sportliche<br />

Leben wirklich gelingen kann.<br />

Für die Studie wurde zunächst die<br />

„Sportidentität“ von 1000 Österreicherinnen<br />

und Österreichern ab 18 abgefragt:<br />

Welche Bedeutung dem Sport im<br />

Leben zugeordnet wird, welche Sportarten<br />

ausgeübt werden, wie sportlich sich<br />

die Befragten selbst einschätzen (siehe<br />

dazu auch die „Fakten“-Spalte hinten).<br />

Im Hauptteil geht es um die „Motivatoren“,<br />

also die positiven Antriebskräfte<br />

zum Sportbetreiben; sowie die „Demotivatoren“,<br />

die eine Sportausübung verhindern.<br />

Insgesamt wurde den Befragten<br />

eine Liste mit jeweils rund 20 möglichen<br />

Motivatoren und Demotivatoren vorgelegt.<br />

Weil einerseits auch Mehrfachnennungen<br />

möglich waren und das erhobene<br />

Datenmaterial andererseits komplex<br />

ist, haben die Studienautoren letztlich<br />

nicht nur die absolut erhobenen Zahlen<br />

interessiert. Sondern sie sind bei der<br />

PROF. DR.<br />

OTMAR WEISS<br />

ist Sportsoziologe und Leiter des<br />

Zentrums für Sportwissenschaft<br />

und Universitätssport an<br />

der Universität Wien<br />

Auswertung in die Tiefe gegangen, und<br />

haben zum Beispiel genannte Motivatoren<br />

mit der Häufigkeit der Sportausübung<br />

in Verbindung gebracht. Und<br />

hier zeigte sich laut Studienleiter Weiß<br />

ein Hauptergebnis der Studie: „Es lässt<br />

sich ein klarer Zusammenhang zwischen<br />

intrinsischer, selbstbestimmter Motivation<br />

und der Häufigkeit der Sportausübung<br />

herstellen.“<br />

Motivation von innen …<br />

Das bedarf einer näheren Erklärung:<br />

Gängige Motivationstheorien unterscheiden<br />

zwischen zwei Arten von Motivation.<br />

Da gibt es die intrinsische, die<br />

aus dem Inneren heraus kommt. Also:<br />

Freude an der Bewegung. Gegenpol<br />

ist die extrinsische Motivation – etwa,<br />

wenn Sport ärztlich verordnet wird.<br />

Zwischen den Polen liegt eine ganze<br />

Bandbreite von Motivationsgründen,<br />

die teils fremd-, teils selbstbestimmt<br />

sind. Die Übergänge zwischen Fremdund<br />

Selbstbestimmtheit sind also fließend.<br />

Der Sportsoziologe betont: „Der<br />

Mensch strebt nach Selbstbestimmtheit,<br />

diese bringt Qualität im Tun. Kurz gesagt:<br />

Je selbstbestimmter der Mensch<br />

handelt, desto motivierter ist er. Das gilt<br />

in jedem Bereich des Lebens. Und natürlich<br />

auch im Breitensport.“<br />

Fotos: istock, Prof. Weiss<br />

36 <strong>SPORTaktiv</strong>


WAS MOTIVIERT DIE ÖSTERREI-<br />

CHER ZUM BREITENSPORT, WAS<br />

HÄLT SIE DAVON AB? EIN TEAM<br />

VON SPORTSOZIOLOGEN DER<br />

UNIVERSITÄT WIEN HAT ES SICH<br />

ANGESCHAUT. UND MANCHES<br />

HERAUSGEFUNDEN, DAS BEI DER<br />

MOTIVATION IM SPORTLICHEN<br />

LEBEN BEHILFLICH SEIN KANN.<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

STREBEN NACH DEM<br />

FLOW<br />

… und ihre höchste Ausprägung<br />

Zu diesem inneren Antrieb gilt es also<br />

zu gelangen. Weiß erklärt weiter: „Die<br />

höchste Form der Selbstbestimmtheit<br />

ist der Flow-Zustand, in dem Handlung<br />

und Bewusstsein verschmelzen.“ Die Definition<br />

eines Flow-Erlebnisses folgt heute<br />

üblicherweise der Theorie des US-Psychologen<br />

Mihaly Cskiszentmihalyi. Sie<br />

besagt vereinfacht, dass Menschen sich<br />

selbst vergessen und in einer Tätigkeit<br />

völlig aufgehen können, wenn sie einer<br />

Anforderung voll gewachsen, dabei weder<br />

über- noch unterfordert sind.<br />

Flow-Erlebnisse lassen sich hirnphysiologisch<br />

über die Ausschüttung von<br />

Glückshormonen nachweisen. Solche<br />

ultimativen Erlebnisse gibt es ebenfalls<br />

in vielen Bereichen des Lebens, in der<br />

Kunst, in der Arbeit usw. Im Sport werden<br />

sie landläufig etwa beim Free ride-<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

37


Skifahren oder beim Mountainbiken<br />

(Stichwort: „Flow-Trails“) angesiedelt.<br />

Weiß betont: „Sport eignet sich besonders<br />

gut für Flow-Erlebnisse. Und zwar<br />

jede Sportart.“<br />

Der Flow-Zustand ist dabei nur das<br />

Idealziel. Schon der Weg dorthin motiviert.<br />

Wenn Bewegung Spaß zu machen<br />

beginnt und nicht aus einem Pflichtgefühl<br />

heraus ausgeübt wird, ist man auf<br />

einem guten Weg. Laufen – übrigens<br />

laut dieser Studie absolut im Trend –<br />

wird etwa von Untrainierten selten als<br />

lustvoll empfunden. Doch je öfter man<br />

regelmäßig läuft, je stärker man die Weiterentwicklung<br />

des Körpers spürt, desto<br />

eher kommt die Freude am Tun. Dauerläufer<br />

beschreiben sich nicht selten<br />

als süchtig nach dem Laufen, und das,<br />

was seit Jahrzehnten als Runner’s High<br />

beschrieben wird, kann man in heutiger<br />

Diktion wohl eher als Flow bezeichnen.<br />

Kinder haben übrigens einen natürlichen<br />

Bewegungsdrang, sagt Weiß. Erst<br />

im Lauf der Kindheit geht diese Forem<br />

instrinsischer Motivation bei vielen<br />

verloren. „Die Kindheit ist auch das goldene<br />

Zeitalter, um Sportarten motorisch<br />

zu lernen“, plädiert Weiß für möglichst<br />

frühes Beginnen. Andererseits gilt auch:<br />

Zu spät ist es nie. „Im höheren Alter<br />

lernt man Sportarten schwerer, aber es<br />

funktioniert dennoch mit entsprechender<br />

Geduld.“ Was man daraus ableiten<br />

kann: eine Sportart suchen, die den<br />

eigenen Fähigkeiten entspricht, etwas<br />

Zeit und vielleicht auch den einen oder<br />

anderen Kurs ins Erlernen investieren.<br />

Man muss erste Erfolgserlebnisse erwarten<br />

können – doch wenn die kommen,<br />

beginnt es oft von selbst zu laufen.<br />

„WARUM (NICHT) SPORT“<br />

FAKTEN ZUR STUDIE<br />

1000 Österreicherinnen und<br />

Österreicher ab 18 Jahren wurden<br />

2017 für die Studie „Warum (nicht)<br />

Sport – Motivatoren und Demotivatoren<br />

im Breitensport“ befragt<br />

Sport liegt in der Wertigkeit der<br />

Österreicher auf Platz 4 nach Familie,<br />

Freunde und Beruf. Bei FRAUEN auf<br />

Platz fünf, für sie liegt auch Kunst<br />

und Kultur vor dem Sport<br />

MÄNNER schätzen sich selbst<br />

signifikant sportlicher ein als Frauen,<br />

obwohl Frauen genauso häufig<br />

Sport betreiben<br />

RANGLISTE ausgeübter Sportarten:<br />

1. Radfahren (38 %),<br />

2. Laufen (35 %),<br />

3. Kraftsport (34 %).<br />

Schwimmen (25 %) lag in den<br />

1990er-Jahren noch auf Platz 1,<br />

ist mittlerweile nur noch 4.<br />

Auch Skifahren (15 %) hat<br />

im Vergleich zu früher deutlich<br />

an Beliebtheit eingebüßt<br />

LAUFEN hat im Vergleich zu<br />

früheren Studien signifikant an<br />

Bedeutung gewonnen. Betrachtet<br />

man nur die „Hauptsportart“, ist<br />

das Laufen sogar die Lieblingssportart<br />

der Österreicher<br />

29 % machen 1 bis 2 Mal pro Woche<br />

Sport, 18 % 3 bis 4 x pro Woche,<br />

7 % 5 Mal pro Woche oder mehr.<br />

Nur 10 % deklarierten sich als absolute<br />

Nichtsportler. 47 % gaben<br />

insgesamt an, weniger oft als 1 Mal<br />

pro Woche Sport zu betreiben<br />

DIE MOTIVATOREN<br />

Gesundheitsbewusstsein, Beweglichkeit<br />

erhalten, Leistungsstreben,<br />

Freude an der Bewegung. Von<br />

Männern auffallend häufiger genannter<br />

Motivator ist, sich „mit<br />

anderen im Wettkampf zu messen“,<br />

während Frauen häufiger betonten,<br />

durch Sport die Optik des Körpers<br />

erhalten zu wollen<br />

Bei den DEMOTIVATOREN<br />

wurden „Zeitmangel“, „zu große<br />

Anstrengung“ und „Wettbewerbs-/<br />

Leistungsunwilligkeit“ am<br />

häufigsten genannt<br />

Suche nach der verlorenen Zeit<br />

Und was hält nun die Menschen vom<br />

Sport ab? Da zeigt sich eines eindeutig:<br />

„Zeitmangel ist der Haupthinderungsgrund,<br />

vor allem aufgrund gestiegener<br />

zeitlicher Anforderungen im Beruf.<br />

Besonders der gehobene Mittelstand<br />

scheint stark davon betroffen.“ Dass die<br />

freie Zeit vieler Menschen knapper wird,<br />

mag auch ein Grund sein, warum gerade<br />

Laufen, das fast überall mit einfachen<br />

Mitteln ausgeübt werden kann, boomt.<br />

Mit Abstand folgen Familie und Kinder<br />

als Gründe, die eine Sportausübung<br />

verhindern. Und offensichtlich gibt<br />

es einen Informationsmangel in der<br />

Gesellschaft: „Nichtsportlern scheinen<br />

die körperlichen, geistigen und sozialen<br />

Wirkungen des Sports zu wenig<br />

bekannt zu sein – weil sie Sport mit<br />

Spitzensport assoziieren.“ Dass Sport<br />

zu betreiben in erster Linie Spaß und<br />

Glück verheiße, müsse auch erst in die<br />

Köpfe vieler eindringen. „Stattdessen<br />

wird Negatives wie Schmerzen oder<br />

Verletzungen mit dem Wort verbunden.<br />

Sport sollte aber nicht Spitzensport bedeuten,<br />

sondern Breitensport – mit all<br />

seinen positiven Verheißungen.“<br />

Jeder Bewegungsmensch wird bestätigen:<br />

Sport bietet in sich pure Erlebnisfreude.<br />

Hat man das einmal erfahren,<br />

stellt sich die Frage nach einer nötigen<br />

Motivation oft gar nicht mehr …<br />

Fotos: istock<br />

38 <strong>SPORTaktiv</strong><br />

Meine K


,,<br />

DER FLOW IST<br />

JENER ZUSTAND,<br />

IN DEM<br />

HANDLUNG<br />

UND<br />

BEWUSSTSEIN<br />

VERSCHMELZEN.<br />

ER LÄSST SICH<br />

IN JEDER<br />

SPORTART<br />

„<br />

ERREICHEN.<br />

KÄRNTEN LÄUFT<br />

TRAININGSCAMP<br />

präsentiert von Villacher Freilich<br />

25. bis 28. März <strong>2018</strong> in<br />

Pörtschach am Wörthersee<br />

Unsere Laufexperten geben dir aktuelle Informationen zur Verbesserung<br />

deiner individuellen Lauftechnik, zur Gestaltung von Trainingseinheiten, spezifische<br />

Ernährungstipps sowie spezielle Vorbereitung auf KÄRNTEN LÄUFT und den<br />

KLEINE ZEITUNG GRAZ MARATHON.<br />

Als Headquarter dient das Werzer’s Hotel Resort**** direkt am Wörthersee.<br />

Von hier aus starten die Praxiseinheiten der vier unterschiedlichen Trainingsgruppen<br />

(vom Beginner bis zum Hobbyathleten) und werden die abendlichen Vorträge<br />

durchgeführt.<br />

Im anliegenden idyllischen Badehaus kann man sich nach dem Training entspannt<br />

erholen und das Seefeeling auch schon zu Ostern genießen.<br />

Unser Angebot<br />

zwei praktische Trainingseinheiten pro Tag<br />

individuelle Betreuung durch Laufexperten<br />

Präsentation unseres innovativen Digital-Coach<br />

3 Übernachtungen mit Vollpension … ab € 499,–<br />

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Meine Kleine.<br />

Wörthersee<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

39<br />

Meine Kleine.


SO<br />

TANKEN<br />

SPORTLER DEN<br />

RICHTIGEN<br />

TREIBSTOFF<br />

MEHR TRAINING UND<br />

MEHR LEISTUNG MIT<br />

BESSERER<br />

ERNÄHRUNG?<br />

<strong>2018</strong> WOLLEN VIELE<br />

STÄRKER UND<br />

SCHNELLER WERDEN.<br />

WIE WEIT KOMMT MAN<br />

MIT NORMALER<br />

ERNÄHRUNG? UND<br />

WANN BRAUCHT MAN<br />

PULVER, GELS<br />

UND RIEGEL?<br />

VON CHRISTOPH HEIGL<br />

Der Jahresbeginn war traditionell<br />

wieder der Startschuss. Viele bastelten<br />

um den 1. Jänner an ihren<br />

Neujahrsvorsätzen, im Internet wurden<br />

die Wunderdiäten in den ersten Tagen<br />

des Jahres am meisten geklickt und die<br />

Sportler legten sich ihre Ziele und neue<br />

Trainingsansätze zurecht. Kleinster gemeinsamer<br />

Nenner um diese Jahreszeit<br />

ist oft der Wunsch, bei der Ernährung<br />

wieder ein wenig achtsamer zu sein,<br />

gesünder zu leben, das eine oder andere<br />

Kilo wegzuschwitzen oder gar nicht auf<br />

die Hüften zu lassen.<br />

In sechs Wochen zum Sixpack! Der<br />

Zaubertrick zur Bikinifigur! Dubiose<br />

und teils amüsante Anleitungen zum<br />

Trainieren und Abnehmen versprechen<br />

Unglaubliches und enden doch meist<br />

mit großer Ernüchterung. Die Tipps von<br />

Ernährungswissenschaftlern, Sportmedizinern<br />

und Personal Coaches klingen<br />

weit weniger spektakulär, sind aber seriöser<br />

und beinhalten zumeist eine Prise<br />

Hausverstand. Denn das kleine 1 x 1 der<br />

gesunden Ernährung ändert sich über<br />

die Jahre kaum und setzt nicht auf exotische<br />

Wundermittel, sondern auf Wasser,<br />

Obst, Gemüse und gesunde, ausgewogene<br />

Kost. „Gute Basisernährung ist der<br />

Schlüssel, mit Zusatzernährung decke<br />

ich nur den Mangel ab.“ Sagt einer, der<br />

es wissen muss: Robert Fritz von der<br />

Foto: iStock<br />

40 <strong>SPORTaktiv</strong>


TIPPS FÜR<br />

DIE PRAXIS<br />

Unbedingt im (anspruchsvollen)<br />

Training ausprobieren, bevor man<br />

neue Gels, Getränke und Riegel im<br />

Wettkampf einsetzt<br />

Beim Sport viel trinken,<br />

als Faustregel rund 0,5 bis<br />

0,75 Liter pro Stunde<br />

Nicht sicher, wie viel du schwitzt:<br />

einfach vorher und nachher<br />

auf die Waage stellen<br />

Unbekannte Präparate auf<br />

www.koelnerliste.com<br />

überprüfen<br />

Sportordination in Wien. Der Sportmediziner<br />

ist selbst Ausdauerathlet, betreut<br />

viele Spitzen- und Hobbysportler und<br />

organisiert das Medical-Center beim<br />

Vienna City Marathon.<br />

Essen und Sport<br />

Kann man auf normaler und guter Basis-Ernährung<br />

aufbauen, kommt man<br />

im Sport bis zu 90 Minuten Trainingsoder<br />

Wettkampfdauer ohne besondere<br />

Maßnahmen aus. Da reicht im Prinzip<br />

Leitungswasser. Darüber hinaus oder bei<br />

Leistungsspitzen sollte man in der Wettkampfernährung<br />

aber mit Sport-Getränken,<br />

Gels und Riegeln den Energiehaushalt<br />

des Körpers unter Kontrolle halten<br />

und mit Elektrolyten und Kohlehydraten<br />

versorgen. „Man sollte unbedingt<br />

hochwertige Produkte bevorzugen. Viele<br />

Hersteller verwenden in ihren Getränken<br />

lediglich billige Glucose, man sollte<br />

beim Kauf jedoch auf hochwertiges<br />

Maltodextrin achten. Das Wichtigste ist,<br />

dass es schmeckt und man das Produkt<br />

verträgt“, sagt Fritz. Sein Praxistipp:<br />

Unbedingt im (intensiven) Training<br />

ausprobieren, damit es durch den oft<br />

hohen Fructose-Anteil im Wettkampf<br />

keine bösen Überraschungen gibt. Denn<br />

die extrem süßen Gels etwa verträgt<br />

nicht jeder. Richtwert: max. 60 Gramm<br />

Kohlehydrate pro Stunde (= ungefähr<br />

eine kleine Gel-Tüte). Alternativ bieten<br />

sich säuerlich schmeckende Mittel an,<br />

aber natürlich auch Klassiker wie Bananen<br />

und Riegel.<br />

In der Regeneration sind die ersten<br />

30 bis 60 Minuten nach der sportlichen<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

41


Belastung wichtig. Wer da keine Möglichkeit<br />

für normales Essen hat (z. B.<br />

durch Heimreise, Termine etc.), kann<br />

sich mit protein- und kohlehydratreichen<br />

Recovery Shakes behelfen. Dieses<br />

„Fenster“ nach dem Sport gut zu nutzen<br />

(„Wachstumsfenster“ bzw. „Open-<br />

Window“), sorgt für eine schnellere Regeneration<br />

und mehr Widerstandskraft<br />

gegen Erkrankungen.<br />

Viel trinken!<br />

Sehr wichtig ist beim Sport, besonders<br />

viel zu trinken. Etwa 0,5 bis 0,75 Liter<br />

empfiehlt Fritz pro Stunde, wobei das je<br />

nach Typ stark variieren kann. Deshalb<br />

sein Tipp für alle, die sich nicht sicher<br />

sind, ob sie zu viel oder zu wenig trinken:<br />

Vor und nach dem Training auf die<br />

Waage stellen. Der Gewichtsunterschied<br />

sollte unbedingt mit Flüssigkeit ausgeglichen<br />

werden.<br />

Wie steht die Sportmedizin zum erfrischenden<br />

Radler nach dem Training<br />

oder dem Belohnungsbier? „Grundsätzlich<br />

hemmt jede Form von Alkohol<br />

die Regeneration“, erklärt Fritz, „aber<br />

es spricht nicht viel gegen ein kleines<br />

Bier.“ Nachsatz: „Solange alles in Maßen<br />

bleibt.“ Das gelte im Übrigen auch für<br />

so manche Ernährungssünde mit Burger<br />

und Pizza. Wobei der Arzt den Burger<br />

gar nicht pauschal verdammen will:<br />

Die Pyramide:<br />

Viel Gemüse und Obst<br />

ist die Basis guter<br />

Ernährung. Schoko?<br />

Bitte selten.<br />

DR. ROBERT FRITZ<br />

ist Sportmediziner,<br />

Leistungsdiagnostiker und<br />

selbst Ausdauerathlet.<br />

www.sportordination.com<br />

„Das Fleisch hat oft gute Qualität, im<br />

Idealfall gibt es ein Vollkorn-Weckerl<br />

und Salat, dann einfach die Saucen und<br />

Pommes weglassen und fertig. Da gibt es<br />

Schlimmeres.“<br />

Achtung, Doping!<br />

Wer sich Präparate im Internet oder<br />

vom aufgepumpten Kumpel aus der<br />

Kraftkammer besorgt, muss jedoch höllisch<br />

aufpassen, denn der Teufel steckt<br />

im Detail. Verunreinigte oder überhaupt<br />

illegale Mittel bringen selbst Hobbysportler<br />

unweigerlich mit dem Thema<br />

Doping in Kontakt. Sportmediziner<br />

Fritz empfiehlt das Service der hochangesehenen<br />

Sporthochschule Köln und<br />

des Olympiastützpunktes Rheinland, die<br />

berühmte „Kölner Liste“ (www.koelnerliste.com).<br />

Dort kann man alle Mittel<br />

sofort online überprüfen. Was nicht<br />

in der Datenbank der unbedenklichen<br />

Nahrungsergänzungsmittel steht, könnte<br />

gefährlich sein. Rund ein Viertel der Internet-Produkte<br />

sind nicht in Ordnung,<br />

weiß Fritz aus aktuellen Untersuchungen.<br />

Wobei es auch hier Ausnahmen<br />

gibt: Bei ihm stand unlängst ein zorniger<br />

Papa in der Ordination, der im Schrank<br />

seines stark auftrainierten 16-jährigen<br />

Sohnes eine mysteriöse schwarze<br />

Schachtel voller Pillen gefunden hatte.<br />

Der Mediziner unterhielt sich mit dem<br />

jungen Mann und stellte überrascht fest,<br />

dass der Bursche alle Produkte auf der<br />

Kölner Liste kontrolliert und fundierte<br />

Kenntnisse zu Ernährung und Muskelaufbau<br />

hatte. „Ich habe dem Papa zu seinem<br />

Sohn gratuliert. Er hat alles richtig<br />

gemacht.“<br />

Bei Frauen, die beruflich und sportlich<br />

sehr aktiv sind, ist der Eisenwert im<br />

Blut wichtig, weil er meist zu niedrig ist.<br />

Müdigkeit oder rasche Erschöpfung sind<br />

die Folgen bei Eisenmangel. „Da ist der<br />

allgemeine Grenzwert recht niedrig angesetzt“,<br />

meint Fritz. Dieser Ferritinwert<br />

ist die wichtigste Messgröße und sollte<br />

über 70 ng/ml liegen. Auch da können<br />

Zusatzpräparate wertvolle Hilfe leisten.<br />

„Denn einen Eisenmangel kann ich mit<br />

normaler Ernährung schwer ausgleichen.“<br />

Speziell Frauen greifen selten zu<br />

eisenhältigen Speisen wie Rindfleisch<br />

oder generell rotem Fleisch, das sollte<br />

aber einmal pro Woche am Speiseplan<br />

stehen.<br />

Generell raten Mediziner und Coaches<br />

zu Untersuchungen. Fritz: „Viele<br />

Sportler quälen sich, weil sie keine Ahnung<br />

von Ernährung haben. Hunderte<br />

Euro für Laufausrüstung und 10.000<br />

Euro fürs Rad sind kein Problem, aber<br />

die paar Euro für eine Beratung und<br />

Diagnostik sind nicht drinnen.“ Nachsatz:<br />

„Es gibt aber Gott sei Dank auch<br />

viele Vernünftige“. Und die werden<br />

<strong>2018</strong> ein tolles Sportjahr erleben.<br />

Fotos: iStock, Robert Fritz<br />

42 <strong>SPORTaktiv</strong>


PEEROTON FITNESSTALK, TEIL 1<br />

ENERGIE<br />

RETTET LEBEN<br />

RICHTIGE ERNÄHRUNG UND<br />

RICHTIGES TRINKEN SIND DIE<br />

GRUNDLAGEN FÜR LEISTUNG.<br />

VOR ALLEM IM BERGSPORT<br />

SIND SIE ABER AUCH EIN<br />

SICHERHEITSASPEKT – WIE<br />

EXTREMBERGSTEIGER<br />

THOMAS HUBER BESTÄTIGT.<br />

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MVD-Mineral-<br />

Vitamin-Drink-Sticks<br />

Energizer Gels<br />

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Energie<br />

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wenn kein Wasser<br />

verfügbar ist<br />

Powerpack-Riegel<br />

für nachhaltige<br />

Energie<br />

ANZEIGE / Fotos: Peeroton<br />

T<br />

homas, wie lotest du deine<br />

Grenzen aus?<br />

Die Grenze auszuloten, funktioniert nur<br />

über Erfahrung. Du kannst nur über das<br />

Tun, das Erleben deine Eigengrenzen<br />

erfahren. Dafür musst du deine Leistung<br />

Schritt für Schritt steigern. Es ist total<br />

falsch, wenn du dich hirnlos in etwas<br />

hineinmanövrierst, wo es keinen Ausweg<br />

mehr gibt. Dann passieren oft Unfälle.<br />

Wie setzt du dir also deine Ziele?<br />

In einem Rahmen, in dem ich immer<br />

noch einen Bereich habe, um zu reagieren.<br />

Bin ich immer im Grenzbereich<br />

unterwegs, fehlen mir die Möglichkeiten<br />

dazu. Man muss sich bewusst in diese<br />

Grenze hineinbewegen – wenn man es<br />

unbewusst tut, wird es gefährlich.<br />

Welche Rolle spielt da die Ernährung?<br />

Definitiv ist, dass man in Stresssituationen<br />

viel zu wenig trinkt. Dazu muss man<br />

sich zwingen. Und man soll immer einen<br />

Riegel dabeihaben. Wenn du Leistung<br />

bringst, kommt der Moment, wo der<br />

Körper nach Kohlenhydraten verlangt.<br />

Die musst du zuführen. Sonst gehst du<br />

über eine Schwelle, wo du sehr verletzungsanfällig<br />

bist.<br />

Du hast das Trinken schon angesprochen.<br />

Was empfiehlst du?<br />

Man muss den Flüssigkeitshaushalt<br />

aufrecht erhalten. Es sollte nicht nur<br />

normales Wasser sein, sondern auch mit<br />

Mineralien angereichert. Mineralprodukte<br />

gemischt mit Wasser sind optimal<br />

für die Ausdauerleistungsfähigkeit.<br />

Das spezielle Energy-Kit<br />

wird nur im<br />

Notfall aufgemacht<br />

und eingesetzt. Es<br />

spendet rasch<br />

Energie, wenn man<br />

sie braucht und sollte<br />

auf jeder Bergtour mit<br />

dabei sein.<br />

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<strong>SPORTaktiv</strong><br />

43


AUS<br />

PRO<br />

BIERT<br />

FIT<br />

SPORTAKTIV TESTET DREI FIT-<br />

NESSGERÄTE FÜR MEHR SPORT<br />

AUCH IN DEN EIGENEN VIER<br />

WÄNDEN. FUNKTIONIERT!<br />

VON CHRISTOPH HEIGL UND THOMAS POLZER<br />

EIN ECHTER BALANCEAKT<br />

Draufsteigen und sofort wird klar: Stehst du seelenruhig wie<br />

ein Einser, bist du bei der Tiefenmuskulatur eine große Nummer.<br />

Verfällst du in Zuck-Bewegungen wie bei einem Stromschlag<br />

in Dauerschleife, hast du Handlungsbedarf. Rüttelplatten<br />

oder Wackelbretter werden bei vielen Trainings und Rehas<br />

wärmstens empfohlen. Wir haben das Sensoboard Essential<br />

(UVP € 299,–) ausprobiert.<br />

Das Sensoboard besteht aus zwei übereinanderliegenden<br />

Holz-Ovalen, die nur durch eine Kugel und acht Gummibänder<br />

(in unterschiedlichen Härten verfügbar) miteinander verbunden<br />

sind. Das Board ist 80 cm lang, 52 cm breit und wiegt<br />

robuste 14 kg. Hat man seine Mitte gefunden, ein gutes Gleichgewichtsgefühl<br />

und gute Koordination, kann man auf dem<br />

Sensoboard sogar Übungen machen (einbeinig, Kniebeugen),<br />

diverse Anleitungen liegen bei. Der blutige Anfänger in der<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-Redaktion schaffte es jedoch kaum, sich überhaupt<br />

auf dem Board zu halten. Doch man muss nicht Stunden<br />

investieren. Es reicht, ein paar Minuten die Balance zu suchen,<br />

und man merkt rasch Fortschritte. Die zwei Minuten Zähneputzen<br />

verbringt man auf dem Sensoboard, perfekt.<br />

Das Sensoboard schlägt die Brücke zwischen Leistungs- und<br />

Breitensport und ist sowohl im Gesundheitssport als auch<br />

im koordinativen Kräftigungstraining hoch angesehen. „Ein<br />

Top-Produkt“, weiß Sportwissenschafter und Coach Stefan<br />

Arvay. „Für den Anfänger zwar sehr anspruchsvoll, aber dafür<br />

sind die Fortschritte umso größer. Bei Profisportlern aller<br />

Disziplinen ist das kaum wegzudenken. Ideal auch in der Verletzungsprophylaxe<br />

und fürs Training vor dem Ski-Winter, aber<br />

auch für Senioren, die koordinativ langsam abbauen.“<br />

Fazit: Fit, Fun, facettenreich.<br />

Fotos: Thomas Polzer<br />

44 <strong>SPORTaktiv</strong>


DAS BAND AN DER WAND<br />

STETS GRIFFBEREIT<br />

Einfaches Oberkörpertraining ohne Gewichte verspricht der<br />

Sywos One, eine optisch etwas eigenwillige Mischung aus Expander,<br />

Fahrradpumpe und Regenschirm. Der Sywos One (UVP<br />

€ 139,99) wiegt mit seinen leichten Alurohren und den abnehmbaren<br />

Griffen nur 0,59 kg und lässt sich auf 38 cm zusammenlegen.<br />

Der Bügel bietet in der Zug- und Druck-Bewegung einen<br />

in fünf Stufen einstellbaren Widerstand, der zwischen 0,5 und<br />

6,5 kg Gewicht simuliert und verschiedene Muskelgruppen<br />

trainiert. Weil er in beide Richtungen belastet, kann man das<br />

Training sehr effizient gestalten. Erste Versuche über Kopf, vor<br />

der Brust und in der „Pfeil- und Bogen-Stellung“ gelingen sehr<br />

einfach und machen Spaß. Über das Verdrehen des Griffes<br />

kann man den Widerstand einstellen. „Eine interessante Idee“,<br />

lobt Trainer und Leistungsdiagnostiker Stefan Arvay, „weil es<br />

Agonist und Antagonist in derselben Bewegung beansprucht.<br />

Auch wenn es für ambitionierte Sportler mit der Simulation von<br />

6 kg Gewicht nicht reichen wird. Da ersetzt es keine Hantel<br />

und kein Fitnesscenter. Alle anderen haben aber ein Ding, das<br />

leicht, stets griffbereit und schnell einsetzbar ist und ein kleines<br />

Kurzprogramm zulässt, etwa auf Reisen. Nur der Bewegungsradius<br />

beim Hub könnte etwas größer sein.“<br />

Aus der Beschreibung: Der TRX ist ein neuartiger Schlingentrainer,<br />

bei dem man mit dem Eigengewicht den gesamten<br />

Körper trainieren kann. Es wird gleichzeitig Kraft, Koordination<br />

und Beweglichkeit trainiert sowie die Stabilität des Rumpfes<br />

verbessert. Die hohe Intensität ermöglicht ein Ganzkörper-Workout<br />

in sehr kurzer Zeit.<br />

Die Zielgruppe: Das Training mit dem TRX eignet sich für alle,<br />

die an ihrer Fitness arbeiten wollen – vom Freizeit- bis zum<br />

Leistungssportler.<br />

Die Produktqualität: Der robuste TRX wird auch in Fitnessstudios<br />

(z. B. im „Vibes Fitness“) eingesetzt, hält also auch hohen<br />

Belastungen und Dauernutzung stand.<br />

Der Sportaktiv-Test: Der TRX ist ganz einfach an jeder Tür zu<br />

montieren, leicht zu handhaben und kann durch seine einfache<br />

Verstellbarkeit problemlos für die unterschiedlichsten<br />

Übungen genutzt werden. Auch die individuellen Belastungsstufen<br />

können allein durch Veränderung der Körperposition<br />

zum Aufhängungspunkt schnell und einfach reguliert werden.<br />

Top: Als Anleitung fürs Heimtraining findt sich im beigelegten<br />

Folder, aber auch in der eigenen TRX-App eine Vielzahl von<br />

Ganzkörper übungen.<br />

Fazit: Der TRX (zur Verfügung gestellt von Gigasport, UVP<br />

€ 149,91) ist ein qualitativ hochwertiges und einfach zu handhabendes<br />

Übungsgerät für zu Hause, das bei regelmäßiger<br />

Nutzung nachweislich große Wirkung erzielt.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

45


WIR<br />

SUCHEN<br />

DICH!<br />

DU BIST: HOBBYSPORTLER/-IN<br />

IN DEN BEREICHEN TRAILRUNNING,<br />

BIKEN ODER TRIATHLON UND HAST<br />

<strong>2018</strong> MINDESTENS EINEN WETT-<br />

KAMPF AUF DEM PLAN. DAS<br />

ANGEBOT: WIR VERSORGEN DICH<br />

ACHT MONATE LANG MIT PANACEO<br />

SPORT. DEINE AUFGABE: DU TESTEST<br />

DAS GEHEIMNIS DER PROFIS UND<br />

BERICHTEST, WIE ES DIR DAMIT GEHT.<br />

CHRIS TOPH<br />

STRASSER<br />

ist nur einer<br />

von vielen<br />

Profiathleten, die<br />

Panaceo- Produkte<br />

verwenden.<br />

Darum dreht es sich bei dieser<br />

großen Testaktion: um Panaceo<br />

Sport, ein zertifiziertes Medizinprodukt,<br />

auf das auch Profiathleten<br />

wie Extremradler Christoph Strasser<br />

oder Berg lauf-Legende Jonathan Wyatt<br />

vertrauen. Seit mehr als 15 Jahren<br />

beforscht und entwickelt die Panaceo<br />

International Active Mineral Production<br />

GmbH mit Sitz in Villach die positiven<br />

Eigenschaften des Naturminerals PMA-<br />

Zeolith. Dieses reine Naturprodukt<br />

wirkt sich sehr gut auf Belastbarkeit,<br />

Gesundheit und das Wohlbefinden von<br />

Leistungs- und Hobbysportlern aus. Vor<br />

allem wird die Regenerationsfähigkeit<br />

durch Panaceo Sport positiv beeinflusst.<br />

Das alles beruht nicht nur auf subjektiven<br />

Erfahrungen, sondern ist von<br />

wissenschaftlichen Studien bestätigt.<br />

Hintergrund: Bereits nach kurzen sport-<br />

ANZEIGE / Fotos: Panaceo<br />

46 <strong>SPORTaktiv</strong>


Noch drei Panaceo-<br />

Spitzenathleten:<br />

Michael Weiss (li.), Karl-Heinz<br />

Sonner, Yvonne van Vlerken.<br />

lichen Belastungen mit hoher Intensität<br />

– und andererseits auch bei sehr langem<br />

Ausdauertraining – wird die Darmwand<br />

undicht. Durch diesen sogenannten<br />

„Leaky Gut“ gelangen leistungsmindernde<br />

Giftstoffe und Krankheitserreger in<br />

den Körperkreislauf und verursachen<br />

unterschiedlichse Beschwerden (z.B.<br />

Magen-Darm-Beschwerden, Krämpfe,<br />

Blähungen, Durchfall).<br />

Panaceo Sport kann diese undichte<br />

Darmwand reparieren und filtert außerdem<br />

bereits im Magen-Darm-Trakt<br />

leistungsmindernde Giftstoffe.<br />

Testzeitraum: April bis November<br />

Ist dein Interesse geweckt, Panaceo<br />

Sport acht Monate lang kostenlos zu testen?<br />

Dann bewirb dich! Konkret suchen<br />

wir drei Hobbysportler/-innen aus den<br />

Bereichen: Trailrunning, Bike (egal, ob<br />

Rennrad oder Mountainbike) und Triathlon.<br />

Du solltest den Sport durchaus<br />

engagiert betreiben und den einen oder<br />

anderen Wettkampf in dieser Saison<br />

eingeplant haben, musst aber keineswegs<br />

mit Sieg ambition unterwegs sein.<br />

Als ausgewählte Tester/-in solltest du<br />

dann weiters dazu bereit sein, Panaceo<br />

Sport wirklich den gesamten Zeitraum<br />

von April bis November regelmäßig<br />

zu verwenden. Und es sollte dir nichts<br />

ausmachen, in dieser Zeit regelmäßig<br />

mit einem Bild und ein paar Zeilen in<br />

<strong>SPORTaktiv</strong> (print und online) von<br />

deinen Erfahrungen mit dem Produkt<br />

zu berichten.<br />

Wenn das alles auf dich zutrifft, dann<br />

bist du unsere Frau bzw. unser Mann!<br />

SO BEWIRBST DU DICH<br />

Schicke bis Freitag, 16. März,<br />

ein Mail mit einem kurzen<br />

sportlichen Lebenslauf, deinen<br />

Zielen <strong>2018</strong> und ein paar<br />

kurzen Zeilen, warum du<br />

Panaceo Sport kostenlos<br />

testen möchtest.<br />

Die drei Kandidaten werden<br />

ausgewählt und in der April/<br />

Mai-Ausgabe gleich<br />

vorgestellt. Mails mit Betreff<br />

„Panaceo-Test“ bitte an:<br />

office.sportaktiv@styria.com<br />

NÄHERE INFOS:<br />

www.panaceo.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

47


Fit im Winter<br />

mit Vitamin D!<br />

Für ein starkes Immunsystem<br />

benötigt der Körper<br />

unter anderem eine ausreichende<br />

Versorgung mit<br />

Vitamin D.<br />

Wissenschaftliche Erkenntnisse<br />

zeigen zudem den positiven<br />

Effekt von Vitamin D auf Infekte,<br />

Entzündungen, Bluthochdruck<br />

und Diabetes. Denken Sie deshalb<br />

an eine optimale Versorgung<br />

mit Vitamin D – dadurch fühlt man<br />

sich zumeist auch aktiver, kräftiger<br />

und ausgeglichener.<br />

Die körpereigene Vitamin D-<br />

Produktion reicht oftmals<br />

nicht aus, wegen:<br />

• zu wenig Aufenthalt im Freien,<br />

• zu wenig Sonnenstunden<br />

in Österreich,<br />

• Verwendung von Sonnenschutz<br />

(LSF>8).<br />

Die zusätzliche Einnahme von<br />

Vitamin D unterstützt daher eine<br />

optimale Versorgung das ganze<br />

Jahr über.<br />

D3 Kwizda mit 3.000 I.E.<br />

Vitamin D3 stärkt Muskeln, Immunsystem,<br />

Zellteilung und Knochen<br />

das ganze Jahr über.<br />

• 28 od. 56 Minitabletten/Pkg.<br />

• zum Schlucken, Lutschen<br />

oder Kauen<br />

• gelatine- und fructosefrei<br />

• exklusiv in Ihrer Apotheke<br />

Das österreichische Vitamin D3 –<br />

entwickelt und produziert in Wien<br />

Diätetisches Lebensmittel für besondere<br />

medizinische Ernährungszwecke. Nur<br />

unter ärztlicher Aufsicht verwenden.<br />

KOPFSACHE<br />

ÜBER<br />

DAS GLÜCK<br />

PETER<br />

GURMANN<br />

... ist Sport- und Gesundheitspsychologe<br />

sowie<br />

Beratungs lehrer in<br />

Klagenfurt. Kontakt:<br />

peter.gurmann@aon.at<br />

Das deutsche Wort „Glück“ wird mit „happiness“<br />

oder „luck“ ins Englische übersetzt.<br />

„Happiness“ bezieht sich auf das persönliche<br />

Wohlfühlglück, „luck“ meint das Zufallsglück.<br />

Nach der Seligman’schen Theorie wird<br />

persönliches Wohlfühlglück durch fünf messbare<br />

Elemente ausgelöst, die ich beeinflussen kann:<br />

Positives Gefühl. Von Zeit zu Zeit sollte ich mir<br />

das Leben so angenehm wie möglich machen, es<br />

geht ums Genießen, Freude und Behaglichkeit.<br />

Engagement. Ich brauche eine (berufliche)<br />

Aufgabe, die mich ausfüllt. Die Anforderungen<br />

entsprechen meinen Fähigkeiten. Ich bin weder<br />

überfordert noch langweile ich mich. Die Zeit<br />

vergeht wie im Flug.<br />

Gelingende Beziehungen. Enge Verbindungen<br />

mit Menschen, bei denen ich mich wohl- und<br />

geborgen fühle.<br />

Sinn. Was hat Bedeutung für mich, was erlebe ich<br />

als gut, schön oder bereichernd? Das wird für jeden<br />

etwas anderes sein. Der eine findet im Sport,<br />

der andere beim Fischen seine Erfüllung.<br />

Zielerreichung oder sich als wirksam erleben.<br />

Ich halte das Heft meines Lebens in der Hand.<br />

Was ich mir vornehme, ziehe ich für gewöhnlich<br />

durch. Ausnahmen bestätigen die Regel.<br />

Das Zufallsglück kann ich nicht zwingen, nur<br />

Gelegenheiten schaffen und innerlich bereit sein.<br />

Will ich in der Lotterie gewinnen, muss ich einen<br />

Lottoschein kaufen. Und wenn es der Zufall will,<br />

bin ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort. So<br />

wie beim australischen Eisschnellläufer Steven<br />

Bradbury, der sich 2002 in Salt Lake City völlig<br />

unerwartet den Olympiasieg im Shorttrack sicherte.<br />

Die vier Konkurrenten vor ihm schossen<br />

sich in der letzten Kurve gegenseitig aus der<br />

Bahn. Wie steht es schon in der Bibel: Die Letzten<br />

werden die Ersten sein …<br />

Foto: Peter Gurmann


Die besten<br />

Kokosprodukte für Ihre<br />

Low-Carb-Küche.<br />

MEHR GENUSS –<br />

WENIGER KOHLENHYDRATE!<br />

Rekordverdächtige 59,42 % Laurinsäure<br />

im Bio-Kokosöl, ca. 40% Ballaststoffe und<br />

ca. 20 % hochwertiges Eiweiß, bei lediglich<br />

ca. 20% Kohlenhydraten im Bio Kokosmehl –<br />

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Infos und Rezepte: drgoerg.com<br />

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Zucchini-Porridge<br />

mit Beeren<br />

Pro Portion:<br />

300 kcal<br />

42 g Kohlenhydrate<br />

12 g Protein<br />

6 g Fett<br />

Foto: Runtastic<br />

Starte voller Energie in den Tag mit diesem einfachen, veganen Rezept. Süß,<br />

sättigend und mit einer Extraportion Gemüse.<br />

Zutaten:<br />

45 g Haferflocken<br />

100 g Zucchini<br />

200 ml Wasser<br />

1 Prise Salz<br />

1 EL Kakao (ungesüßt)<br />

1/2 TL Zimt<br />

1 TL Ahornsirup<br />

1 Handvoll Beeren<br />

1 EL Mandelsplitter<br />

1.<br />

2.<br />

3.<br />

4.<br />

Reibe die Zucchini.<br />

Erwärme die Haferflocken mit Zucchini, Wasser und<br />

einer Prise Salz in einem Topf. Lass die Haferflocken<br />

so lange köcheln, bis ein Brei entsteht.<br />

Misch anschließend Kakao, Zimt und Ahornsirup<br />

unter.<br />

Garniere den Haferbrei mit frischen Beeren und<br />

Mandelsplittern.<br />

Zubereitungszeit: 5 Minuten | Portionen: 1 | Schwierigkeitsgrad: einfach<br />

Mehr Rezepte auf www.runtastic.com/apps/runtasty<br />

50 <strong>SPORTaktiv</strong><br />

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Schnees, der Wind und die Kälte:<br />

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Fotos: Hersteller<br />

52 <strong>SPORTaktiv</strong>


RUN<br />

SPECIAL<br />

Foto: Gore Running Wear<br />

78 SEITEN ÜBER ALLE SEITEN DES LAUFENS: VOM FUSS<br />

ÜBER DIE SCHUHE, VON DEN BERGEN IN DIE WÜSTE, VON<br />

MENSCHEN, MODETRENDS UND DEN ANTWORTEN AUF DIE<br />

WICHTIGSTEN FRAGEN. NUR LAUFEN MÜSST IHR SELBST.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

53


DER<br />

LÄUFER<br />

DER<br />

SEGLER<br />

UND DIE<br />

RATTE<br />

FERDL<br />

VOM DAUERLÄUFER ZUM DAUERSEGLER.<br />

CHRISTIAN SCHIESTER SEGELT UM DIE WELT.<br />

GEGEN OSTEN, GEGEN DEN WIND. ER SUCHT NICHT DIE<br />

SCHNELLSTE ROUTE, SONDERN DIE ENTFERNTESTEN<br />

UND EXKLUSIVSTEN PLÄTZE DIESES PLANETEN. ERSTE<br />

ERFAHRUNGEN MIT WALEN UND PIRATEN INKLUSIVE.<br />

INTERVIEW: CHRISTOPH HEIGL<br />

54 <strong>SPORTaktiv</strong>


DAS BOOT:<br />

SEGELJACHT „EL TORO“,<br />

SKIPPER 56 EXTENDED,<br />

17,98 METER LANG,<br />

5 METER BREIT,<br />

GEWICHT 34,8 TONNEN,<br />

114 PS MOTOR<br />

Fotos: Christian Schiester, Red Bull Content Pool<br />

Christian, du bist monatelang auf<br />

einem 18 Meter langen Segelschiff.<br />

Ist der Extremläufer mittlerweile<br />

Ex-Läufer?<br />

Ich werde immer Läufer sein. Aber jetzt<br />

ohne diese gehasste Uhr. Das brauche<br />

ich nicht mehr. Keine Uhr, kein Pulsgurt.<br />

Jahrzehntelang gemacht, weg damit!<br />

Das ist ein Gefühl der Freiheit und<br />

unbeschreiblich gut. Ich renne jeden Tag,<br />

wenn ich kann. Und ich renne jedes Jahr<br />

den Wings for Life World Run, entweder<br />

irgendwo vor Ort oder mit der App.<br />

Und wenn wir drei Wochen ohne Pause<br />

am Boot sind, renne ich im Geiste oder<br />

trabe am Stand vor dem Masten.<br />

Bis du noch stolz auf deine Laufleistungen?<br />

Im Marathon habe ich 2:29 Stunden als<br />

Bestzeit und beim Halbmarathon 1:07.<br />

Aber worauf ich auch stolz bin – und<br />

was viele nicht wissen, die sagen, der<br />

Schiester kann nur lang und extrem –<br />

sind meine Zeiten auf den Kurzstrecken:<br />

8:41 Minuten über 3000 Meter auf der<br />

Bahn – für einen Wald- und Wiesenläufer<br />

nicht übel. Oder die 15:07 auf 5000<br />

und 31:12 über 10.000 Meter. 1000<br />

Meter unter drei Minuten? Viele wissen<br />

nicht, wie da die Wadeln brennen.<br />

Hast du für dich als Läufer alles erreicht?<br />

„Erreicht“? Ich habe intensiv gelebt, aber<br />

„erreichen“ hat für mich etwas mit einer<br />

Ziellinie zu tun. Ja, vielleicht bin ich<br />

jetzt schon angekommen. Ich bin bereit<br />

zu sterben, nur weiß ich nicht, wann<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

55


und wie. Ich habe vieles erlebt und<br />

schaue relativ gelassen zurück, viele Fehler,<br />

viel gelernt. Das ganze Training, der<br />

ganze Scheiß. Es war knüppelhart und<br />

knüppeldick. Viele wissen nicht, was<br />

da dahintersteckt. Und die Neidgesellschaft!<br />

Eh klar, er kriegt einen Haufen<br />

Geld! Das wirkt wie eine Handbremse.<br />

Wie wichtig wird da der Plan B! Ohne<br />

den bist du verloren.<br />

Wie hast du dich immer motiviert?<br />

Ich habe mir für den Kopf immer<br />

Themen mitgenommen, in die Antarktis,<br />

in die Wüste. So quasi: Wo läufst<br />

du überhaupt hin? Denn die Gefahr<br />

ist groß, dass du dir die Birn´ weich<br />

rennst. Je weiter du rennst, schwimmst<br />

oder radelst, umso gefährdeter ist der<br />

Kopf. Du musst mit beiden Beinen auf<br />

dem Boden bleiben. Egal, ob Politiker,<br />

Olympiasieger oder Lottogewinner.<br />

Da tun sich viele schwer. Auch ich bin<br />

da gefährdet, das gebe ich zu. Auch<br />

ich habe geglaubt, dass es kein Ende<br />

gibt. Jetzt bin ich geerdet und habe viel<br />

gelernt in den letzten Jahren. Ich habe<br />

mich neu erfunden.<br />

Was verbindet Segeln und Laufen?<br />

Das Durchhalten. Wir müssen durchhalten.<br />

Das zelebrier ich jeden Tag. Wir<br />

segeln ja nicht locker die Küste entlang,<br />

sondern quer über den Ozean. Bei einem<br />

Fehler gehst du drauf.<br />

Was war bislang die schlimmste<br />

Erfahrung beim Segeln?<br />

Das Gefährlichste ist nicht die Natur,<br />

sondern der Mensch. Etwa die politische<br />

Situation in Eritrea. Um einen Sturm zu<br />

umfahren, sind wir in ein militärisches<br />

Sperrgebiet hinein und dann haben sie<br />

uns um 6 Uhr früh die Kalaschnikow an<br />

die Stirn gehalten. Wenn der mit dem<br />

Zeigefinger zuckt, bin ich tot. Oder die<br />

Piraten! Vor Somalia haben Piraten zwei<br />

Öltanker mit Raketenwerfern überfallen<br />

und wir sind mit dem Segelbooterl<br />

zwischen durch. Ein japanisches Kriegsschiff<br />

hat uns angefunkt, wir sollen<br />

das Licht ausschalten und schön still<br />

sein. Zu diesem Zeitpunkt waren wir<br />

sechs Tage im Sturm, da ist dir fast alles<br />

wurscht, Tag und Nacht nur Wellen.<br />

Und dann diese Piraten-Warnung. Aber<br />

ganz ehrlich: Sie hätten uns erlöst.<br />

CHRISTIAN SCHIESTER<br />

GEBOREN: 12. MAI 1967<br />

IN MAUTERN (ST).<br />

ER WAR RAUCHER UND TRINKER.<br />

MIT 20 JAHREN HATTE ER 100 KG<br />

UND RAUCHTE BIS ZU 60 ZIGA-<br />

RETTEN AM TAG, RUHEPULS 93.<br />

SEIN HAUSARZT WARNTE:<br />

„MIT 30 BIST DU TOT.“<br />

DANN WURDE SCHIESTER<br />

EXTREMSPORTLER, LIEF RENNEN<br />

DURCH DIE SAHARA, DEN AMA-<br />

ZONAS-DSCHUNGEL, DURCH DIE<br />

ANTARKTIS, DEN HIMALAYA UND<br />

WAR AB 2007 PROFISPORTLER –<br />

RUHEPULS 32.<br />

JETZT ABENTEURER, WELTUM-<br />

SEGLER, SCHREIBT BÜCHER UND<br />

HÄLT MOTIVATIONSSEMINARE.<br />

SEIT OKTOBER 2016 SEGELT ER<br />

MIT SEINER LEBENSGEFÄHRTIN<br />

DANIELA BÄRNTHALER UM DIE<br />

WELT, IMMER GEGEN OSTEN.<br />

START WAR 2016 IN GRIECHEN-<br />

LAND, NACH RUND 10.000 KM<br />

HABEN SIE MITTLERWEILE DIE<br />

SEYCHELLEN ERREICHT.<br />

DORT GEHT ES JETZT WEITER.<br />

WWW.ANDYHOLZER.COM<br />

56 <strong>SPORTaktiv</strong>


In deinem Blog erwähnst du eine Ratte<br />

namens Ferdinand…?<br />

Zwölf Tage hat er uns am Boot gequält.<br />

Ein unglaublich intelligentes Tier: Er<br />

hat Staniol-Kugerl auf die Fallen geworfen<br />

und sie damit ausgelöst. Er hat den<br />

Strom bei meiner 230-Volt-Käsefalle<br />

gerochen. Hab ich den Strom abgedreht,<br />

war der Käse plötzlich weg. Er hat alles<br />

angeknabbert und sogar das Bugstrahlruder<br />

kurzgeschlossen. Wenn er das<br />

falsche Kabel angebissen hätte, wären<br />

wir abgebrannt. In der letzten Nacht<br />

vor den Seychellen hab ich ihn erwischt.<br />

Dort hätten sie uns sonst bei der Hygienekontrolle<br />

in Quarantäne gesteckt.<br />

Christian Schiester<br />

(„Fünf Monate lang<br />

hab ich mich nicht<br />

rasiert.“) mit einer<br />

26 kg schweren<br />

Stachelmakrele,<br />

einem der<br />

schnellsten Raubfische<br />

der Ozeane.<br />

Fotos: Christian Schiester, Red Bull Content Pool<br />

Und warum Ferdinand?<br />

Ich hab ihn gerufen, auf alle Arten, mit<br />

allen Schimpfnamen. Und dann hieß er<br />

einfach Ferdl. Wir haben ihn erwischt<br />

und ihn per Seebegräbnis verabschiedet.<br />

So ein Viecherl ist vielleicht ein Symbol<br />

für alles, was dir das Leben schwer machen<br />

kann.<br />

Das schönste Erlebnis?<br />

Wir waren 300 Seemeilen östlich<br />

von Somalia, totale Flaute, das Meer<br />

spiegelglatt. Plötzlich tauchen vor uns<br />

schwarze Rückenflossen auf. Delfine? Zu<br />

groß. Ganz langsam sind wir hingekommen.<br />

Da waren 20 oder 30 riesige Wale,<br />

die an der Oberfläche getrieben sind. Sie<br />

haben sich ausgerastet und wir haben<br />

sie schnaufen gehört. Das war der einprägendste<br />

Moment. Diese wuchtigen<br />

Körper, atemberaubend.<br />

Wie seid ihr technisch ausgerüstet?<br />

Wir haben für Notfälle alles mit und<br />

sind völlig unabhängig. Mit Solarpanelen<br />

und Windgeneratoren erzeugen<br />

wir Strom. Und der Watermaker macht<br />

aus Salzwasser bestes Trinkwasser. 200<br />

Liter in einer Stunde, ein technisches<br />

Wunder. Auf einigen Inseln haben wir<br />

für die Einheimischen Trinkwasser gemacht<br />

und dafür Kokosnüsse, Ananas<br />

oder Mangos bekommen.<br />

Du bist mit deiner Lebensgefährtin<br />

Daniela Bärnthaler unterwegs. Wie ist<br />

diese Zweisamkeit in der Einsamkeit?<br />

Da sehen die meisten die größte Gefahr<br />

(lacht). Aber Dani denkt und spricht<br />

wie ich, wir streiten nie. Ohne sie kann<br />

ich es mir nicht vorstellen. Ich hätte es<br />

sonst alleine und nonstop gemacht, aber<br />

dann wär ich an den schönsten Plätzen<br />

vorbeigesegelt. Und so kann ich die Augenblicke<br />

mit ihr teilen. Wir genießen<br />

und wir philosophieren über Sinn und<br />

Unsinn, machen eine TV-Doku und<br />

schreiben jedes Jahr ein Buch.<br />

Warum soll die Weltumsegelung<br />

genau sieben Jahre dauern?<br />

Sieben Jahre sind nur Eckdaten, ein<br />

ungefährer Zeitplan, wir segeln ja quasi<br />

zickzack. Vielleicht haben wir <strong>2018</strong><br />

schon die Nase voll und lassen es bleiben.<br />

Oder wir sind in 20 Jahren noch<br />

nicht fertig. Es gibt so viele sagenhaft<br />

schöne Plätze, vielleicht bleiben wir<br />

irgendwo picken. Auf den Seychellen<br />

hätten wir gleich bleiben können, in<br />

La Digue zum Beispiel, dort ist das<br />

Paradies. Du verkaufst das Boot, kaufst<br />

dir eine Hütte im Busch, baust Mangos<br />

und Bananen an und: Danke, Wiederschauen.<br />

Vielleicht bekommen wir aber<br />

Heimweh? Dann sind wir wieder in<br />

Österreich.<br />

Wie ist das Jahr geplant?<br />

Von Mitte November bis Ende Jänner<br />

waren wir zu Hause für Vorträge und<br />

Buchpräsentationen. Danach sind wir<br />

zwischendurch nur für ein, zwei Wochen<br />

in Österreich. Aber meine zwei<br />

Kinder oder unsere Verwandten kommen<br />

an besondere Plätze nach, wo wir<br />

uns treffen können. Rund zehn Monate<br />

pro Jahr wollen wir segeln.<br />

Du bist jetzt 50 Jahre alt. Hat dich der<br />

runde Geburtstag nachdenklicher<br />

gemacht?<br />

Wenn die gute Fee kommt und mich<br />

auf 20 Jahre zurückzaubern könnte,<br />

müsste ich sie fragen, ob sie mir die<br />

Erfahrung auch mitnimmt. Sonst bleibe<br />

ich lieber 50. Das ewige Entsprechen<br />

und Ins-System-Passen, ist ein Druck,<br />

den wir doch alle nicht brauchen. Jeder<br />

will alt werden, aber keiner will alt sein.<br />

Jetzt schminken sich schon Männer,<br />

damit man die Falten nicht sieht, eine<br />

Katastrophe. Ich war in Ländern, wo<br />

alte Menschen mit Respekt behandelt<br />

werden. Je mehr Falten, umso mehr Leben<br />

haben sie gesehen.<br />

Wie stellt sich ein Extremsportler<br />

seine Zukunft vor?<br />

Ein Ziel wäre, im Altersheim zu sitzen<br />

und den Leuten zu erzählen, wie die<br />

Wale sind. Aber ich glaube nicht, dass<br />

ich einmal in einem Heim bin. Vielleicht<br />

kaufe ich in Griechenland ein<br />

kleines Häuschen auf einer Insel, fange<br />

Fische und mache mir Erdäpfel dazu.<br />

Aber noch bin ich viel zu neugierig.<br />

Wäre ich nicht so neugierig, würde<br />

ich das jetzt schon machen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

57


THE<br />

SPEED<br />

58 <strong>SPORTaktiv</strong>


PROJECT<br />

VON LOS ANGELES NACH LAS<br />

VEGAS, OKAY. ABER LAUFEN?<br />

550 KILOMETER NONSTOP?<br />

WER BITTE, MACHT SO ETWAS<br />

UND WARUM? ANTWORT:<br />

LAUF-ENTHUSIASTEN<br />

ALLER KLASSEN.<br />

SPORTAKTIV IST AUCH DABEI.<br />

VON KLAUS MOLIDOR<br />

Foto: Gernot Eder<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

59


D<br />

THE SPEED<br />

PROJECT<br />

Start: 30. März <strong>2018</strong>, 4 Uhr<br />

Ortszeit Los Angeles,<br />

Santa Monica Pier<br />

Ziel: Las Vegas Boulevard,<br />

„Welcome to Fabulous<br />

Las Vegas“-Schild<br />

Team Austria:<br />

Klaus Höfler (Captain),<br />

Christian Dornhofer,<br />

Gernot Eder, Joachim<br />

Hirtenfellner, Florian<br />

Holzmann, Klaus Molidor,<br />

Markus Rainer,<br />

Markus Rogan, Thomas<br />

Sommeregger,<br />

Clemens Ticar<br />

Wer laufend up to date<br />

sein will, schaut auf<br />

www.sportaktiv.com oder<br />

www.thespeedproject.at<br />

u musst verrückt sein. Oder: Wahnsinn,<br />

geiles Projekt. Es gibt eigentlich nur diese<br />

beiden Reaktionen, wenn man vom<br />

„Speed Project“ erzählt. Warum? Weil<br />

es von Los Angeles nach Las Vegas geht.<br />

Nonstop, rund 550 Kilometer, großteils<br />

durch die Mojave-Wüste. Laufend wohlgemerkt.<br />

Ja, das klingt verrückt. Ist es<br />

auch, selbst wenn man nicht alles selbst<br />

bestreitet, nur einer in einem Team von<br />

Zehn ist und „nur“ rund 55 Kilometer<br />

zu absolvieren hat. Einer davon übrigens:<br />

Klaus Höfler, unser „Mann fürs Grobe“.<br />

Er hatte die Idee zur Teilnahme und<br />

mich ins Team eingeladen. Ein anderer:<br />

Markus Rogan. Österreichs erfolgreichster<br />

Schwimmer aller Zeiten, mehrfacher<br />

Welt- und Europameister und Weltrekordhalter,<br />

der heute als Psychotherapeut<br />

in Los Angeles lebt und arbeitet. Die<br />

anderen sieben – Lauf-Aficionados aller<br />

Leistungsstufen. Vom Novizen bis zum<br />

Hawaii-Slot-dekorierten Triathleten ist alles<br />

dabei. Alle zehn betreten wir mit dem<br />

Speed Project Neuland.<br />

Neben rund 30 Grad Celsius bei Tag<br />

und frostigen 0 Grad bei Nacht, streunenden<br />

Hunden und Klapperschlangen<br />

erwarten uns Sonnenaufgänge in der<br />

Wüste, endlose Weiten, absolute Stille.<br />

Vor allem aber: ein gruppendynamisches<br />

Erlebnis der Extraklasse. 42 bis 50 Stunden<br />

planen wir für die Strecke ein. Einer<br />

läuft, die anderen fahren im Pick-up<br />

oder Wohnmobil mit. „Zehn Leute auf<br />

engem Raum, alle erschöpft – da wird es<br />

psychologisch und gruppendynamisch<br />

spannend“, sagt Experte Markus Rogan.<br />

Der nicht lange überlegen musste, ob der<br />

an dem Projekt teilnimmt. „Fünf Sekunden,<br />

um Ja zu sagen, 4 Minuten und 55<br />

Sekunden, um mich zu fragen ob ich tatsächlich<br />

verrückt genug dafür bin.“<br />

Für alle im „Team Austria“ steht eines<br />

im Vordergrund: der gemeinschaftliche<br />

Aspekt. Laufen nicht stur für sich, sondern<br />

in der Gruppe. Einer für alle, alle<br />

für einen. „Ich würde einige EM-Titel<br />

geben, um eine Staffelmedaille mehr zu<br />

haben. Das ist ein wunderschöner Erfolg<br />

und man kann ihn viel mehr genießen“,<br />

sagt auch Rogan.<br />

Schon im Training schlägt das durch.<br />

Wenn es wo zwickt, kommt sofort der<br />

Gedanke: „Ich kann die anderen nicht<br />

hängen lassen.“ Die Überwindung zum<br />

Training gelingt noch leichter. Schon<br />

in der Frühphase haben sich im bunt<br />

zusammengewürfelten Team Trainingsgemeinschaften<br />

gebildet. Zusammen<br />

Fotos: istock, Markus Rogan


Prominenter Mit-Läufer im Team Austria: Markus<br />

Rogan, Ex-Schwimm-Welt- und Europameister.<br />

laufen, das Projekt besprechen, in der<br />

Gruppe etwas erleben. Geteilte Freud ist<br />

doppelte Freud. Schaut man sich <strong>2018</strong><br />

in der Lauf-Community um, spricht mit<br />

Veranstaltern, Händlern, Läufern, ist<br />

eines feststellbar: Laufen wird sozialer,<br />

es wird ein Teil des sportlichen Lebens,<br />

neben dem aber auch Tennis, Fitness,<br />

Fußball Platz haben. Überspitzt formuliert<br />

könnte man sagen: Unser Speed<br />

Project ist die extremste Ausformung des<br />

aktuellen Lauftrends.<br />

Was uns freut: Dass wir unter 40<br />

Teams aus 20 Nationen das einzige aus<br />

Österreich sind. Dass wir bei der erst<br />

vierten Auflage dieses Rennens überhaupt<br />

als erste Österreicher am Start<br />

stehen werden, wenn am Karfreitag um<br />

4 Uhr früh am Santa Monica Pier der<br />

Startschuss fällt.<br />

Erfunden hat den Lauf übrigens ein<br />

gebürtiger Deutscher. Nils Arend, der<br />

schon lange in den USA lebt, wollte<br />

etwas Außergewöhnliches schaffen. Abgehoben<br />

vom Wettkampfgedanken geht<br />

es ihm nicht um Gewinner, sondern darum<br />

ein, Erlebnis zu schaffen, von dem<br />

alle Teilnehmer profitieren. „Überall<br />

wird uns das Leben einfacher gemacht.<br />

Die Autositze werden immer noch komfortabler,<br />

in den Einkaufszentren gibt es<br />

immer noch mehr Rolltreppen, damit<br />

man möglichst ohne Aufwand von Geschäft<br />

zu Geschäft kommt“, sagte Arend<br />

im Interview mit dem „Undo Magazin“<br />

jüngst. „Dabei macht uns das schwächer.<br />

Körperlich und mental.“ Das Speed Pro-<br />

ject solle dagegen eine tiefe Erfahrung<br />

von Gemeinschaft kreieren.<br />

Wir werden dabei unsere Komfortzone<br />

verlassen. Verlassen müssen. Denn es<br />

geht nicht nur darum, möglichst schnell<br />

einen Fuß vor den anderen zu setzen.<br />

Ein Begleitfahrzeug muss gesteuert werden,<br />

ein Wohnmobil. Kochen, planen,<br />

andere massieren, motivieren, verarzten.<br />

All das erwartet uns auf dem Weg zum<br />

„Welcome to Fabulous Las Vegas“-<br />

Schild. Auch wenn alle 50 bis 70 Kilometer<br />

pro Woche trainieren, auch wenn<br />

es einen Technik-Tüftler gibt, der die<br />

GPS-Geräte mit der Route füttert, einen<br />

Einsatzplaner, auch wenn, auch wenn,<br />

auch wenn. Es wird etwas passieren, mit<br />

dem wir nicht gerechnet haben. Regeln?<br />

Gibt es keine. Offizielle Route? Fehlanzeige.<br />

Start und Ziel sind vorgegeben,<br />

der Rest ist Freestyle. Es wird ein elementarer<br />

Kampf mit Wüste, Wind und<br />

Wetter. Verrückt oder geil? Kann ich<br />

noch nicht sagen. Aber wenn ichs weiß,<br />

seid ihr die Ersten, die es erfahren.<br />

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<strong>SPORTaktiv</strong> 61<br />

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„WARUM<br />

VERDAMMT SIND DIE SO<br />

SCHNELL?“<br />

KENIA INSIGHT: JAN FITSCHEN,<br />

SELBST EUROPAMEISTER ÜBER<br />

10.000 METER, WAR DEM GEHEIMNIS<br />

DER BESTEN LANGSTRECKENLÄUFER<br />

DER WELT AUF DER SPUR.<br />

VON KLAUS HÖFLER<br />

Es ist ein einmaliger Moment. Normalerweise läuft das<br />

nämlich andersherum: Vorneweg die afrikanischen Läufer,<br />

hintennach die europäischen Gäste. Es ist eine natürliche<br />

Rangordnung im Langstreckenlauf, nicht nur bei<br />

internationalen Wettkämpfen, sondern auch schon beim<br />

Training. Vor allem, wenn es sich um ein Heimspiel der<br />

Kenianer handelt.<br />

Iten, 320 Kilometer nordwestlich von Kenias Hauptstadt<br />

Nairobi. Der 4000-Einwohner-Ort auf 2400 Meter<br />

Höhe gelegen, gilt als uneinnehmbare Festung der besten<br />

Langstreckenläufer der Welt. Hier leben und trainieren<br />

unzählige Olympiasieger, Weltmeister und Gewinner<br />

Fotos: Norbert Wilhelmi<br />

62 <strong>SPORTaktiv</strong>


großer Marathons. Und Jan Fitschen.<br />

Auch er kein Langsamer. Fitschen war<br />

bis zu seinem Rücktritt 2015 einer der<br />

erfolgreichsten Läufer Deutschlands. 28<br />

deutsche Meistertitel von 3000 Meter<br />

bis zum Halbmarathon stehen in seiner<br />

Bilanz, dazu eine Marathonbestzeit von<br />

2:13,10 Stunden und vor allem der Europameistertitel<br />

2006 über 10.000 Meter<br />

nach einem legendären Zielsprint.<br />

WIR ZIEHEN VORBEI UND<br />

VERSUCHEN DABEI, DIE FÜSSE<br />

NUR GANZ ZART AUFZUSETZEN.<br />

EINMAL BEIM LAUFEN SO<br />

KLINGEN WIE EIN KENIANER.<br />

GANZ LOCKER UND LEICHT.<br />

DIESMAL SIND WIR ES, DIE NUR<br />

GANZ LEISE ATMEN.<br />

AUS DEM BUCH „WUNDERLÄUFERLAND KENIA“<br />

Dem Geheimnis auf der Spur<br />

Sieben Mal war Jan Fitschen aus sportlichem<br />

Eigeninteresse während seiner<br />

aktiven Zeit ab 2007 in Kenia. Er wollte<br />

im Rahmen von jeweils mehrwöchigen<br />

Trainingscamps die Höhenluft, die<br />

Dichte an Spitzenathleten und die besondere<br />

Atmosphäre in der Läuferhochburg<br />

Iten nutzen, um auch die eigene<br />

Leistung weiter nach oben zu treiben<br />

und neue Trainingsreize zu setzen. Aus<br />

seinen dabei gemachten Erfahrungen<br />

und einer ergänzenden Recherchereise<br />

destillierte er ein unterhaltsam-informatives<br />

Buch über das „Wunderläuferland<br />

Kenia“. Dafür hat der Deutsche bei<br />

seinen kenianischen Sportkollegen gewohnt,<br />

mit ihnen trainiert, schluckte<br />

denselben Staub des erdigen Untergrunds<br />

bei den Morgenläufen. Hat<br />

mit ihnen gekocht, das Gleiche wie<br />

sie gegessen und seine Haare so kurz<br />

geschoren wie sie. Das Ziel der Integrationsbemühungen:<br />

dem Erfolgsgeheimnis<br />

der schnellsten Langstreckenläufer der<br />

Welt auf die Spur zu kommen. „Warum<br />

verdammt sind die so schnell?“ und<br />

„Was können wir – vom Laufanfänger<br />

bis zum Profi – uns davon abschauen?“<br />

– Fitschen wollte Antworten auf diese<br />

beiden Fragen finden.<br />

Sein Schluss: Es ist ein Mix aus vielen<br />

Einflussfaktoren, der den Fluss von außergewöhnlich<br />

guten Ausdauerläufern<br />

aus diesem ostafrikanischen Land nie<br />

abreißen lässt. Die Höhenlage ist das<br />

eine. Wer auf 2400 Metern Seehöhe aufwächst<br />

und dort, auf dem Niveau von<br />

Bergstationen in den Skiressorts der Alpen,<br />

ständig trainiert, dessen Blut passt<br />

sich diesen besonderen Bedingungen<br />

automatisch an. Dazu kommen andere<br />

anatomische Voraussetzungen. Fitschen<br />

belegt das in seinem Buch einfach, aber<br />

eindrücklich mit einem simplen Fotovergleich<br />

seines Unterschenkels mit dem<br />

eines kenianischen Läufers. „Da brauche<br />

ich keine wissenschaftlichen Untersuchungen,<br />

um zu sehen, dass da was anders<br />

ist“, schmunzelt der Deutsche.<br />

Schlafen macht schnell<br />

Kein Nachteil scheinen auch der stets<br />

unebene Untergrund auf den schier<br />

endlosen Sandschotterstraßen zu sein,<br />

auf denen die Kenianer Morgenläufe,<br />

Intervalltrainings und Auslaufrunden<br />

absolvieren. So werden bei jedem Schritt<br />

die Koordination geschult und die Fußmuskulatur<br />

gestärkt. Mindestens ebenso<br />

wichtig wie die harten, meist in großen<br />

Gruppen abgehaltenen Trainingseinheiten<br />

sind die ausgedehnten Ausruhphasen<br />

und vor allem ein, im Vergleich zu Europäern,<br />

vergleichsweise hohes Schlafpensum.<br />

„Über die Wichtigkeit von<br />

Regenerationsphasen denken wir leider<br />

viel zu selten nach“, mahnt Fitschen.<br />

JAN<br />

FITSCHEN, 40<br />

ist ein ehemaliger deutscher<br />

Langstreckenläufer. 2006 war<br />

er Europameister im 10.000-Meter-Lauf.<br />

Fitschen hält Vorträge<br />

und Seminare zum Thema Laufen<br />

in Theorie und Praxis.<br />

www.janfitschen.de<br />

„Stattdessen überfordern wir uns neben<br />

Job und Familie oft auch noch mit verbissenen<br />

Trainings.“<br />

Kenia dagegen: „Wenn du abends<br />

durch kein Fernsehen abgelenkt wirst<br />

oder vielleicht nur bedingt elektrisches<br />

Licht hast, gehst du zwangsläufig früh<br />

schlafen – dafür bist du am nächsten Tag<br />

um sechs auch fit für einen Morgenlauf,<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

63


WENN WIR BEIM NORMALEN<br />

DAUERLAUF DIE SELTENE<br />

GELEGENHEIT BEKOMMEN,<br />

ZU EINEM VOR UNS LAUFEN-<br />

DEN KENIANER AUFZU-<br />

SCHLIESSEN, MOBILISIERT<br />

DER NOCH EINMAL ALLE<br />

KRÄFTE, UM MITZUHALTEN<br />

ODER VORNEWEG ZU LAUFEN<br />

– SELBST WENN ER EIGENT-<br />

LICH SCHON TOTAL K. O.<br />

IST. DA SIND WIR UNS<br />

LÄNDERÜBERGREIFEND<br />

EINIG: ÜBERHOLT ZU<br />

WERDEN, IST UNCOOL.<br />

AUS DEM BUCH<br />

„WUNDERLÄUFERLAND KENIA“<br />

der meist zum beinharten Ausscheidungsrennen<br />

wird“, vergleicht Fitschen. Denn ein<br />

Erfolgsfaktor ist auch die unbändigbare Motivation,<br />

der Schnellste sein zu wollen.<br />

Bei den kenianischen Läufern kommt noch<br />

ein Antriebsfaktor dazu: Der Druck, zu siegen,<br />

ist höher, weil man mit Preisgeldern seine<br />

ganze Familie über Monate ernähren kann.<br />

Das ostafrikanische Land gehört zwar zu den<br />

wirtschaftsstärksten Staaten des Kontinents,<br />

das Pro-Kopf-Einkommen liegt aber immer<br />

noch bei nur 1200 Euro – pro Jahr.<br />

Entsprechend bescheiden sind die Lebensumstände,<br />

entsprechend einfach das Essen<br />

– aber damit auch gesünder im Vergleich zum<br />

Überangebot an ungesunden Lebensmitteln<br />

bei uns. Fleisch kann sich in Kenia niemand<br />

leisten und wenn es welches gibt, dann<br />

Fotos: Norbert Wilhelmi<br />

64 <strong>SPORTaktiv</strong>


... beat the city<br />

presented by<br />

Bestellen kann man das Buch<br />

„Wunderläuferland Kenia“ von Jan<br />

Fitschen über Amazon oder direkt<br />

über www.narayana-verlag.de<br />

wird es gekocht statt gebraten. Meist gibt es Ugali, einen<br />

„Maispamp, der nur aus Kohlehydraten besteht“.<br />

Und dann das Training selbst. So richtig nach Plan<br />

trainieren nur die Profiteams. Der große Teil läuft nach<br />

Gefühl und meist auch ziemlich chaotisch. „Es gibt beispielsweise<br />

keine abgemessenen Strecken beziehungsweise<br />

haben nicht alle eine GPS-Uhr“, sagt Fitschen. Aber generell<br />

hätten sie eine ganz tolle Kombination aus sehr konsequent<br />

und zielstrebig und einer Lockerheit, die uns leider<br />

abgeht“, sagt Fitschen: „Ja, sie trainieren viel härter, viel<br />

häufiger und ballern wie die Verrückten nach dem Motto<br />

„train hard, win easy“, aber wenn sie sich nicht gut fühlen,<br />

dann machen sie auch mal Pause.“ Wenn bei uns dagegen<br />

einmal ein Training ausfällt, glaube man ja gleich, dass die<br />

Welt untergeht.“ In Kenia ist das anders. Hier gilt: „If you<br />

feel good, run fast. If you feel bad, don’t run!“<br />

Fitschens Fazit: „Wenn man sieht, aus was für einfachen<br />

Verhältnissen die Läufer dort kommen, wie sie leben,<br />

wie sie aufwachsen und wie sie sich motivieren – diese<br />

Eindrücke, die man da mitnimmt, sind fast wertvoller als<br />

das Höhentraining“, resümiert Fitschen. Man spüre die<br />

Faszination, die das Laufen auf sie ausübt. „Und das bringt<br />

einen auch selbst weiter.“<br />

1<br />

HINDER-<br />

NISSE<br />

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<strong>2018</strong> Graz-Innenstadt<br />

Start: 16:00 Uhr<br />

Ein Event von:


SO<br />

MATSCH<br />

FUN<br />

Beim wohl spektakulärsten Hindernislauf<br />

Österreichs sind Kondition,<br />

Humor und ein Schuss<br />

Verrücktheit gefragt. Der Fisherman’s<br />

Friend StrongmanRun in<br />

Flachau wartet <strong>2018</strong> zum vierten<br />

Mal mit jeder Menge Barrieren<br />

und Schikanen auf. Die Challenge<br />

des Events am 14. Juli: eine<br />

Runde mit 10 Kilometern und<br />

370 Höhenmetern oder zwei mit<br />

der doppelten Distanz.<br />

Neben der sportlichen Challenge<br />

stehen Kreativität und Spaß im<br />

Mittelpunkt des Laufs. Viele<br />

Teilnehmer starten kostümiert,<br />

und mit einer Gatschphobie<br />

ist man definitiv beim falschen<br />

Event. Wer die Herausforderung<br />

und ein wenig Dreckigwerden<br />

nicht scheut, meldet sich schnell<br />

an (begrenzte Teilnehmerzahl)<br />

– als Einzelkämpfer oder im<br />

Dreierteam. Und kann sich auch<br />

schon aufs Rahmenprogramm<br />

mit einem Food-Truck-Festival,<br />

großer Expo-Area und After-<br />

Run-Party freuen.<br />

www.strongmanrun.at<br />

Foto: StrongmanRun Flachau<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

67


LAUFEN IST EINFACH. DOCH WER EIN PAAR<br />

TRAININGSREGELN BEHERZIGT, LÄUFT<br />

GARANTIERT NOCH LÄNGER, SCHNELLER,<br />

BESSER. UND BLEIBT MIT GRÖSSERER<br />

WAHRSCHEINLICHKEIT LANGFRISTIG<br />

VERLETZUNGSFREI. 12 HÄUFIG GEHÖRTE<br />

FRAGEN VON HOBBYLÄUFERN HABEN WIR<br />

DEN EXPERTEN MAG. KURT STEINBAUER<br />

UND DR. ROBERT FRITZ GESTELLT.<br />

VON CHRISTOF DOMENIG UND CHRISTOPH HEIGL<br />

1.<br />

WIE FINDE ICH ALS LAUF-<br />

ANFÄNGER DIE RICHTIGE<br />

INTENSITÄT UND DAUER?<br />

Zweimal in der Woche für 30<br />

oder 40 Minuten ganz langsam<br />

zu laufen, kann am Anfang<br />

völlig reichen. „Männer laufen<br />

dabei meistens zu schnell, Frauen<br />

meistens zu langsam“, wie der<br />

Sportmediziner Dr. Robert Fritz<br />

in der Praxis beobachtet. Dann<br />

steigert man den Umfang, dann<br />

die Intensität und danach kann<br />

man Intervalle (Wechsel aus<br />

schnell und langsam) beginnen.<br />

Praxistipp: Zweimal pro Woche<br />

dem Gefühl nach „zu langsam“<br />

laufen und einmal pro Woche<br />

subjektiv „zu schnell“. Immer<br />

dasselbe Wohlfühltempo einzuschlagen,<br />

bringt keine Leistungssteigerung.<br />

2.<br />

WELCHER INTENSITÄTSBEREICH WIRKT<br />

GENERELL AM BESTEN?<br />

Diese Frage schließt gleich an die erste an: „Intervalltraining<br />

ist für jeden Läufer zu empfehlen“, hält Kurt<br />

Steinbauer dazu fest. Dank der hohen Belastungs spitzen<br />

erzielt man die schnellsten Fortschritte. Um diese hohen<br />

Reize aber zu verkraften, gehören viele lange Grundlagen-Einheiten<br />

ebenfalls auf den Trainingsplan. Gerade der<br />

mittlere Intensitäts bereich, der oft als „Wohlfühlbereich“<br />

empfunden wird, bringt leider für die Leistungssteigerung<br />

am wenigsten. Dafür viel für die Gesundheit.<br />

Fotos: La Sportiva/Remi Fabregue, KK<br />

68 <strong>SPORTaktiv</strong>


LÄNGER<br />

SCHNELLER<br />

BESSER<br />

3.<br />

WIE KANN ICH SICHER SEIN, DASS<br />

MEIN LAUFTRAINING NÜTZT?<br />

Eine simple und effektive Methode,<br />

den Trainingsfortschritt zu überprüfen,<br />

ist ein Testlauf alle vier Wochen, wie<br />

ihn Steinbauer empfiehlt. Dafür definiert<br />

man einen fixen Tag (etwa den<br />

letzten Samstag im Monat), läuft eine<br />

vordefinierte (z. B. 6 km lange) Strecke<br />

bei konstantem Puls (z. B. 145) und<br />

stoppt die Zeit. Wer das regelmäßig<br />

macht, ist bezüglich seines Trainingsfortschritts<br />

auf dem Laufenden.<br />

DR. ROBERT<br />

FRITZ<br />

ist Sportmediziner in Wien.<br />

www.sportordination.com<br />

MAG. KURT<br />

STEINBAUER<br />

ist Sportwissenschafter,<br />

Leistungs diagnostiker und<br />

Lauftrainer in Graz und<br />

Deutschlandsberg (St).<br />

www.spiritofsports.at<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

69


4.<br />

WAS SIND DIE GRÖSSTEN GEFAHREN<br />

BEIM LAUFEN?<br />

Für Robert Fritz eindeutig Verletzungen<br />

nach Überforderung. „Die gefährlichsten<br />

Rennen sind Staffel marathons und die<br />

Businessruns. Wenig Training, hohe Motivation<br />

– weil jeder den Chef schlagen<br />

will“, sagt Fritz. Wobei: „Nur zu Hause<br />

auf dem Sofa zu sitzen, ist gefährlicher als<br />

jede Laufveranstaltung.“<br />

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30 Liter<br />

6. WARUM<br />

RUMPFSTABILISATION?<br />

5.<br />

WAS IST ZUSÄTZLICH ZUM<br />

LAUFTRAINING WICHTIG?<br />

Kraftübungen – und da<br />

Klassiker wie Liegestütze,<br />

Sit-ups, Klimmzüge, Kniebeugen<br />

– sind ein guter Ansatz.<br />

Zusätzliche Reize für<br />

die Rumpfstabilität kann<br />

man mit MFT-Boards erzielen,<br />

Koordinationsübungen<br />

und Yoga sind auch beliebt.<br />

Fritz: „Stabilität ist wichtig,<br />

denn Laufen ist, wie Radfahren,<br />

ein einbeiniger<br />

Sport. Die Belastungen<br />

kommen immer abwechselnd<br />

von einem Bein.“<br />

Vorrangiges Ziel der oft ungeliebten Rumpfübungen ist die<br />

Verletzungsvorbeugung, erklärt Kurt Steinbauer. Rumpftraining<br />

verbessert die Hüftstabilität und das wiederum wirkt<br />

sich positiv auf die Beinachsen aus. Zwar werden wichtige,<br />

kleine Muskelgruppen der Körpermitte beim Laufen auch<br />

mittrainiert, wie man heute weiß. Doch es braucht viel Zeit,<br />

bis sich das muskuläre System dadurch anpasst. Werden Trainingsumfänge<br />

zu schnell gesteigert, sind muskuläre Probleme<br />

und Schmerzen oft die Folge.<br />

Was der <strong>SPORTaktiv</strong>-Laufcoach seit Jahren predigt: „Das<br />

Herz-Kreislaufsystem spricht auf ein Lauftraining viel schneller<br />

an als die‚ passiven Strukturen‘, sprich: Muskeln, Sehnen,<br />

Bänder und Gelenke‘.“<br />

Fotos: Thomas Polzer<br />

70 <strong>SPORTaktiv</strong>


7.<br />

IST DIE LAUFTECHNIK ABSEITS DES<br />

LEISTUNGSSPORTS WICHTIG?<br />

Auch dabei geht es vor allem darum,<br />

Zwangspausen zu verhindern. „Der große<br />

Benefit einer sauberen Lauftechnik ist eine<br />

Verletzungsvorbeugung und Überlastungsvermeidung.“<br />

Deshalb macht es auch für<br />

Nicht-Leistungsläufer Sinn, einen optimalen<br />

Bewegungsablauf anzustreben. Im<br />

Blickpunkt der Lauftechnik stehen die<br />

Füße und daraus resultierend die Beinachse.<br />

Eine Video-Laufstilanalyse gibt Aufschluss.<br />

Zeigen sich Probleme, lässt sich ein<br />

Teil über den richtigen Laufschuh ausgleichen.<br />

Oft sind gezielte Kräftigungs- und<br />

Koordinationsübungen empfehlenswert.<br />

www.perskindol.at<br />

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8.<br />

WIE FINDE ICH DEN OPTIMALEN ZEIT-<br />

PUNKT FÜRS NÄCHSTE TRAINING?<br />

Trainings- und Regenerationszeit zu timen, ist<br />

nicht einfach. Faustregeln wie „ein Tag Pause<br />

nach jedem Training“ sind eben bloß eine grobe<br />

Annäherungen ans Optimum. Manche<br />

Sportuhren zeigen über die sogenannte Herzratenvariabilität<br />

den optimalen Zeitpunkt für<br />

das nächste Training an – doch stimmen solche<br />

Berechnungen auch? „Durchaus“, sagt<br />

Kurt Steinbauer, „für Hobbysportler ist das ein<br />

sehr gutes Feature.“ Echte Leistungssportler<br />

kommen dagegen nicht umhin, auch in ermüdetem<br />

Zustand Trainingseinheiten draufzusetzen,<br />

weil sie in Blöcken trainieren. Für Erholung<br />

sorgen eigene Regenerationsblöcke.<br />

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9.<br />

SOLL ICH EINEN TRAININGSPLAN<br />

EISERN EINHALTEN ODER LIEBER<br />

AUF MEIN GEFÜHL HÖREN?<br />

Auch eine Gratwanderung: Einerseits kennt<br />

jeder gezielt Trainierende den „inneren<br />

Schweinehund“, der manchmal überwunden<br />

werden will. Andererseits weiß niemand besser<br />

als man selbst, wie man sich vor einem<br />

Training fühlt. Kurt Steinbauer sieht einen<br />

„variablen Trainingsplan“ als ideal an, der<br />

möglichst oft analysiert und aktualisiert wird.<br />

Sein Tipp bei akuter Trainings-Unlust: „Sein<br />

Training nicht um jeden Preis durchziehen,<br />

aber auch nicht ganz ausfallen lassen, sondern<br />

eher eine leichtere Alternative suchen.“<br />

Manchmal ist einfach auch der Einstieg etwas<br />

mühsam, und einmal unterwegs, stellt sich<br />

die Lust dann ein.<br />

11.<br />

IST (WETTKAMPF-)LAUFEN EINE<br />

GEFAHR FÜRS HERZ?<br />

Ein regelmäßiges Ausdauertraining ist<br />

neben gesunder Ernährung das beste<br />

Mittel für ein starkes Herz-Kreislauf-System<br />

und zur Vorbeugung typischer Zivilisationserkrankungen.<br />

Dennoch gilt:<br />

Auch Läufer können verengte Gefäße<br />

und Herzprobleme haben. Was im Alltag<br />

vielleicht nicht auffällt, kann bei hoher<br />

Belastung unter Umständen zum Problem<br />

werden. Kurt Steinbauer empfiehlt<br />

allen Laufeinsteigern eine internistische<br />

Untersuchung und ein Belastungs-EKG.<br />

Ab 35 soll man sich einmal jährlich mittels<br />

Belastungs-EKG checken lassen. So<br />

ist man auf der sicheren Seite.<br />

10.<br />

WIE VIELE WETTKÄMPFE KANN ICH<br />

JÄHRLICH LAUFEN?<br />

Von Vielläufern eine gern gestellte Frage.<br />

Kurt Steinbauer empfiehlt zwei Saisonhöhepunkte<br />

(z. B. zwei Marathons) zu planen,<br />

„an denen die höchste Leistung abgerufen<br />

werden kann“. An Halbmarathons sind<br />

zwei bis drei möglich, bei denen man am<br />

Anschlag laufen will. Oder man plant eine<br />

Wettkampfserie mit drei bis fünf kurzen<br />

Volksläufen ein. Wer mehr Bewerbe mitlaufen<br />

will, kann das natürlich auch, aber bitte<br />

nicht jedes Mal mit Bestzeit-Ambition.<br />

12.<br />

SOLL ICH DIE VORFUSS-<br />

LAUFTECHNIK ERLERNEN?<br />

Eine von ambitionierten Läufern oft gestellte<br />

Frage. Einfache Antwort gibt es<br />

darauf keine, aber Kurt Steinbauer hat<br />

eine klare Meinung: „Sich darüber den<br />

Kopf zu zerbrechen, heißt viel Mühe mit<br />

wenig Erfolgsaussicht.“ Vorfußlaufen<br />

funktioniert nur in einem bestimmten<br />

Tempobereich wirklich als ökonomische<br />

Bewegungsform. Und die Kniebelastung<br />

ist zwar geringer, die Aufprallkräfte verteilen<br />

sich aber bloß anders. Besser, als<br />

dieser Glaubensfrage hinterherzulaufen:<br />

an der Gesamtkoordination arbeiten, die<br />

Basisstabilität erhöhen.<br />

Fotos: Thomas Polzer<br />

72 <strong>SPORTaktiv</strong>


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kaufen möchtest. Dank Garmin Pay TM ready<br />

wird künftig auch das kontaktlose Bezahlen<br />

mit der Uhr möglich sein. Weiterentwickelt<br />

wurde die Uhr aber natürlich auch auf<br />

dem Trainingssektor. Damit kannst du die<br />

Balance deiner Bodenkontaktzeit auswerten,<br />

die Schrittlänge, das vertikale Verhältnis<br />

und, und, und. Darüber hinaus wertet die<br />

Forerunner 645 Music dein Training und<br />

deine Trainingspausen aus und berechnet<br />

damit deinen Trainingszustand und eine<br />

Menge anderer Werte.<br />

Wer auch gar nicht auf die ständige<br />

Vernetzung verzichten möchte, kann mit<br />

der Uhr SMS-Nachrichten empfangen und<br />

beantworten sowie Benachrichtigungen<br />

von sozialen Medien direkt auf dem<br />

Gerät erhalten. Per Live-Tracking können<br />

Familie und Freunde deine Lauftrainings<br />

sogar mitverfolgen und die Aktivitäten<br />

lassen sich auch automatisch auf Garmin<br />

Connect TM hochladen. Ganz im Sinne von<br />

#Beatyesterday.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

73


VOM EINZELKÄMPFER ZUM<br />

TEAMSPORTLER<br />

LAUFEN IST GENAU<br />

DEINS? FEIN. DANN<br />

WOLLEN WIR DIR EINEN<br />

VORSCHLAG DER SPORT-<br />

AKTIV-TRAININGSPROFIS<br />

NICHT VORENTHAL-<br />

TEN: SUCH DIR EIN<br />

BETREUERTEAM UND<br />

LASS DICH AUF EIN<br />

NEUES LEVEL HIEVEN.<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

FOTOS: THOMAS POLZER<br />

UNIV.-DOZ. DR. ERNST<br />

BERNHARD ZWICK<br />

ist Facharzt für Orthopädie in Graz,<br />

arbeitet mit vielen Leistungs- und<br />

Freizeitsportlern<br />

www.dr-zwick.at<br />

MAG. THOMAS<br />

GMOSER<br />

ist Sportwissenschafter in Graz, betreut<br />

ebenfalls viele Leistungs- und<br />

Freizeitathleten<br />

www.tom-gmoser.com<br />

Wer jetzt gleich mit dem Hinweis „zu<br />

teuer“ abwinkt, den wollen wir dennoch<br />

zum Weiterlesen animieren. Für<br />

Ausrüstung geben jedenfalls sehr viele<br />

Freizeitläufer viel mehr aus als jene<br />

Summen, von denen hier die Rede ist:<br />

nämlich vorderhand wenige Hundert<br />

Euro, einmalig investiert.<br />

Auf die Idee gebracht hat uns unser<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-Experte, der Facharzt<br />

für Orthopädie Dr. Ernst Bernhard<br />

Zwick. Geplant war eine Geschichte<br />

über einen vielfach vernachlässigten<br />

Körperteil der Läufer: den Fuß. Der ist<br />

sozusagen buchstäblich die Basis jedes<br />

Läufers – und bekommt erst dann gebührende<br />

Aufmerksamkeit geschenkt,<br />

wenn es schon wo schmerzt. Dabei<br />

wären mit kleinem Aufwand im Vorhinein<br />

viele Probleme zu vermeiden.<br />

„Viele wissen nicht, wie komplex<br />

der Fuß ist. Nämlich nicht weniger<br />

komplex als die Hand“, bestätigt der<br />

Orthopäde unseren Grundgedanken.<br />

Doch Zwick gibt auch zu bedenken:<br />

„Den Fuß isoliert zu betrachten,<br />

macht wenig Sinn. Vielmehr geht es<br />

um den Gesamtkomplex Fuß–Knie–<br />

Hüfte.“ Vereinfacht ausgedrückt: Ein<br />

körperlicher Schwachpunkt kann sich<br />

fortsetzen und an einer ganz anderen<br />

Stelle Schmerzen hervorrufen.<br />

„Für einen gesunden Bewegungsapparat<br />

ist Laufen ein wunderbarer<br />

Sport“, sagt der Orthopäde auch.<br />

Besteht allerdings ein Problem, dann<br />

sieht die Sache anders aus. Bei vielen,<br />

die einfach so draufloslaufen, geht das<br />

ja auch gut. Bei anderen allerdings<br />

nicht, wie Zwick aus seiner tagtäglichen<br />

Arbeitspraxis weiß. Das Problem:<br />

Schwachpunkte sind logischerweise<br />

immer individuell. Folglich gibt es<br />

auch kein Patentrezept und auch kein<br />

Übungsprogramm, das für jeden passt<br />

– auch wenn das oft so dargestellt<br />

wird.<br />

Drei Schritte zum Teamsportler<br />

Beim Stichwort individuell kommt<br />

dann eben das Betreuungsteam ins<br />

Spiel. Wer regelmäßig und ambitioniert<br />

laufen will und dabei sicher sein<br />

möchte, dass der Bewegungsapparat<br />

ein Leben lang mitspielt, dem legt unser<br />

Experte dieses Vorgehen ans Herz:<br />

Am Start sollte ein medizinischer<br />

Check mit einer Leistungsdiagnostik<br />

stehen. Für den Check ist ein Sportmediziner<br />

erster Ansprechpartner, eine<br />

Leistungsdiagnostik gibt es auch beim<br />

Sportwissenschafter. Die überschaubaren<br />

Kosten dafür sollte einem die<br />

eigene Gesundheit wert sein.<br />

Punkt zwei: Jeder Läufer sollte den<br />

Zustand seiner Füße kennen, appelliert<br />

der Experte. Ansprechpartner sind<br />

Sportmediziner oder Orthopäden.<br />

Denn nur wer darüber Bescheid<br />

weiß, hat auch die Chance, die wirklich<br />

passenden Laufschuhe zu finden.<br />

Der Laufschuhmarkt halte für jeden<br />

74 <strong>SPORTaktiv</strong>


das Passende bereit – die Kunst sei<br />

„bloß“, es zu finden. Im guten Sportfachhandel<br />

zu kaufen, wo der Verkäufer<br />

selbst aus dem Laufsport kommt,<br />

ist laut unserem Experten zusätzlich<br />

unbedingt zu empfehlen. Übrigens:<br />

„Der Preis eines Schuhs sagt nichts darüber<br />

aus, ob er zu einem passt.“<br />

Dritter Schritt ist es, für ein paar<br />

Stunden einen Sportwissenschafter zu<br />

engagieren, der den Laufstil und den<br />

muskulären Zustand bestimmt, ein<br />

Übungsprogramm zusammenstellt<br />

und die Übungsausführung zu Beginn<br />

überwacht. So einen wie unseren<br />

zweiten Experten für diese Geschichte,<br />

Thomas Gmoser. Hier sprechen wir<br />

von Stundensätzen zwischen 80 und<br />

100 Euro.<br />

Ein gutes Übungsprogramm muss<br />

übrigens in sieben Minuten machbar<br />

sein, damit es wirklich ausgeführt<br />

wird, weiß Zwick aus Erfahrung. Die<br />

exemplarischen Übungen auf den folgenden<br />

Seiten, die Gmoser und Zwick<br />

zusammengestellt haben (siehe Folgeseiten),<br />

zielen auf typische Schwachstellen<br />

vieler Läufer. Sie sollen der Inspiration<br />

dienen. Und dazu ermuntern,<br />

sich ein individuelles Programm zu<br />

verschaffen. Weil wir dich und deine<br />

Schwachstellen eben nicht kennen.<br />

Aber wir wissen, wer sie kennt: Sportmediziner,<br />

Orthopäden, Sportwissenschafter,<br />

Physiotherapeuten. Such dir<br />

dein Team!<br />

KNIEBEUGE<br />

Breiter Stand, Lendenwirbelsäule bleibt stabil, Gesäß geht<br />

nach hinten, als würde man sich hinsetzen. Oberkörper bleibt<br />

aufrecht, Schultern entspannt lassen. Bei Verkürzung der Wadenmuskulatur<br />

Fersenunterlage verwenden. Nur so weit nach<br />

unten gehen, wie die Lendenwirbelsäule stabil gehalten werden<br />

kann (nicht rund werden). Es gilt: Qualität vor Quantität!<br />

ZIEL: Gleichmäßige Kräftigung der gesamten Streckerschlinge.<br />

Als gesteigerte Variante auf einer instabilen Unterlage<br />

(MFT-Disc o. ä.) ausführen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

75


GESÄSS- UND OBERSCHENKEL-<br />

RÜCKSEITENMUSKULATUR<br />

Die Übung auf einer hohen Stufe durchführen,<br />

explosiv aus dem vorderen<br />

Bein hochdrücken, gleichzeitig mit dem<br />

Schwungbein und den Armen einen aktiven<br />

Gegenzug ausführen.<br />

ZIEL: Kräftigung der meist vernachlässigten<br />

Gesäß und Oberschenkelrückseitenmuskulatur,<br />

Vermeidung bzw. Beseitigung<br />

von Muskeldysbalancen.<br />

Steigerung durch Zusatzgewicht (z. B.<br />

Langhantel).<br />

RÜCKENMUSKULATUR<br />

Bankstellung, rechten Arm und linkes<br />

Bein heben. Arm, Oberkörper und Bein<br />

bilden möglichst eine Linie. Die Position<br />

halten.<br />

ZIEL: Kräftigung der gesamten<br />

Rückenmuskulatur.<br />

Steigerung: Ausführung im Einbeinstand.<br />

SCHULTERBRÜCKE<br />

EINBEINIG<br />

Rückenlage, Füße hüftbreit aufstellen,<br />

Becken abheben und Rumpf stabilisieren.<br />

Danach langsam abwechselnd<br />

die Fersen abheben, dabei darf das<br />

Becken nicht absinken und sich auch<br />

nicht verdrehen.<br />

ZIEL: Kräftigung der gesamten<br />

Rumpfstabilisationsmuskulatur<br />

Steigerung: Beine breiter aufstellen.<br />

FUSSMUSKULATUR LÄNGSGEWÖLBE<br />

Fuß belasten, auf Dreipunktlagerung achten<br />

(Ferse, Großzehenballen, Kleinzehenballen).<br />

Alle Zehen so weit es geht hochziehen, Zehenballen<br />

dabei nicht entlasten!<br />

ZIEL: Kräftigung der Fußmuskulatur und Stabilisation<br />

der Sprunggelenksachse.<br />

76 <strong>SPORTaktiv</strong>


DEHNUNG OBERSCHENKELRÜCKSEITE<br />

Rückenlage, Ferse des zu dehnenden Beins an Türstock<br />

oder Kasten anlehnen. Zweites Bein langsam<br />

absenken, bis die Dehnung stark spürbar wird.<br />

Position halten.<br />

ZIEL: Dehnung der Beinbeuger.<br />

Steigerung: Bein steiler aufstellen.<br />

SEITLICHE<br />

GESÄSSMUSKULATUR<br />

Einbeinstand auf einer Stufe,<br />

das Becken des Spielbeines<br />

absenken und wieder heben.<br />

Der Oberkörper bleibt<br />

immer stabil.<br />

ZIEL: Verbesserung der<br />

Hüft- und Lendenwirbelsäulenstabilisation.<br />

REVERSE CRUNCHES<br />

Rückenlage, Arme breit auflegen, Knie<br />

langsam über den Oberkörper bringen.<br />

Das Becken von der Unterlage<br />

aufrollen, langsam wieder abrollen,<br />

Kopf und Oberkörper bleiben<br />

möglichst entspannt.<br />

ZIEL: Kräftigung der unteren und<br />

tiefen Bauchmuskulatur.<br />

Steigerung: Becken abheben, ohne<br />

die Knie über den Oberkörper zu<br />

bringen.<br />

DYNAMISCHES DEHNEN DER<br />

OBERSCHENKELVORDERSEITEN-<br />

MUSKULATUR<br />

Bauchlage, Gesäß- und Bauchmuskulatur<br />

anspannen, Ferse schnellkräftig zum Gesäß<br />

ziehen.<br />

ZIEL: Dehnung der Beinstrecker.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

77


LAUFEN UND<br />

TRAINIEREN AUF WOLKE X<br />

Einer für vieles. Fitnesstraining, Laufen oder<br />

einfach ein aktiver Alltag in einem Schuh, der sich jeder<br />

Herausforderung stellt – dafür hat On den „Cloud X“ entwickelt.<br />

Trotz seiner vielfältigen Einsatzbereiche bleibt er ein absoluter<br />

Performance-Laufschuh für höchste Ansprüche.<br />

On Live Music Workout<br />

1. März <strong>2018</strong><br />

Penthouse Sports, Wien<br />

Kostenfreie Teilnahme<br />

Infos und Anmeldung:<br />

www.on-running.com/<br />

livemusicvienna<br />

Der Mensch lebt nicht vom Laufen<br />

allein. Natürlich gibt es reine Lauffans,<br />

die Kilometer für Kilometer abspulen,<br />

immer mehr Leute sind heute aber Sportenthusiasten,<br />

die neben dem Laufen auch<br />

Fitnesstraining als Ergänzung betreiben.<br />

Für diese sinnvolle Kombination müsste es<br />

einen Schuh für alles geben, dachte sich On<br />

und entwickelte das Modell „Cloud“ weiter.<br />

„Wir wollten den leichtesten, vollgedämpften<br />

Laufschuh entwickeln, den man je<br />

gesehen hat – beim Laufen, beim Fitnesstraining,<br />

überall“, sagt On-Gründer und<br />

Ex-Triathlet Olivier Bernhard.<br />

Keine Grenzen<br />

Herausgekommen ist ein Schuh, der optimalen<br />

Fersenhalt bietet und dessen Sohlenelemente,<br />

die für On typischen „Clouds“<br />

dank neuer Anordnung die Spiraldynamik<br />

des Fußes noch besser unterstützen. Das<br />

heißt für den Läufer: Er kann länger unterwegs<br />

sein. Zudem sorgt ein neuartiges,<br />

gewebtes Obermaterial für Halt, selbst bei<br />

schnellen Richtungswechseln oder Sprüngen.<br />

„Alles was du mit dem Cloud X tun<br />

musst: Geh raus, lass die Grenzen hinter<br />

dir“, sagt Bernhard.<br />

On stellt seinen ersten Multisportschuh<br />

aber nicht einfach in die Regale, sondern<br />

präsentiert den Schuh im Rahmen einer<br />

Eventserie, den weltweit ersten On Live<br />

Music Workouts. Unter dem Motto „Running<br />

Remixed“ können Sportler das Modell<br />

bei einem Fitness-Workout testen, während<br />

ihnen eine Live-Band einheizt. Neben<br />

Zürich, Hamburg und London kommt das<br />

Event am 1. März nach Wien, musikalisch<br />

begleitet von César Sampson, der Österreich<br />

beim Eurovision Song Contest <strong>2018</strong><br />

vertritt. Rasch anmelden, die Teilnahme ist<br />

kostenlos und die Plätze begrenzt.<br />

ANZEIGE/Fotos: On<br />

78 <strong>SPORTaktiv</strong>


Jetzt anmelden!<br />

16. ORF RADIO STEIERMARK LAUF<br />

7. APRIL <strong>2018</strong>, AB 11.00 UHR<br />

Der beliebte Volkslauf im Ortszentrum von Bad Waltersdorf zählt mit knapp 1.500 TeilnehmerInnen<br />

zu einen der erfolgreichsten Läufe im Thermenland-Laufcup!<br />

Bewerbe mit Einzel- und/oder Teamwertung:<br />

- smoveyWALK , smoveyRUN & Nordic Walking (je 4 km)<br />

-H 2<br />

O Juniormeile (800 m & 1600 m), bestens geeignet für Schulklassen<br />

- Einsteigerlauf (4 km), Hauptlauf (12 km)<br />

Tolles Startpaket mit Funktionsshirt, Thermeneintritt sowie ein kulinarisches<br />

Rahmenprogramm & Kinderschminken erwarten die TeilnehmerInnen vor Ort!<br />

Anmeldefrist:<br />

Nachnennung:<br />

Zeitnehmung:<br />

bis Freitag 04.04. - 18.00 Uhr<br />

vor Ort, 06.04, ab 16.00 Uhr<br />

Pentek Timing GmbH<br />

Tolle Preise für<br />

teilnehmende<br />

Schulen!<br />

Infos unter Infobüro Bad Waltersdorf, Hauptplatz 90, 8271 Bad Waltersdorf, T. 03333 3150.<br />

Jetzt anmelden: www.badwaltersdorf.com/orflauf <strong>2018</strong><br />

Entgeltliche Einschaltung | Fotorechte: TVB Bad Waltersdorf, Bergmann


WOMIT LÄUFT ES SICH BESSER?<br />

WENN DAS GEFÄLLE VON DER<br />

FERSE ZU DEN ZEHEN GROSS<br />

ODER MÖGLICHST KLEIN IST?<br />

EINE SPURENSUCHE VON<br />

SPRENGUNG BIS DÄMPFUNG.<br />

VON KLAUS MOLIDOR<br />

HIGH HEELS<br />

ODER FLACHE FERSEN?<br />

Es ist wie in der Mode – alles ist ein Auf und<br />

Ab. Alles kommt irgendwann in Mode, wird<br />

abgelöst und feiert Jahre oder Jahrzehnte später<br />

wieder ein Comeback. Eine besondere Wellenbewegung<br />

dieser Art hat auf dem Laufsektor die<br />

Sprengung durchgemacht. Erst durchschnittlich,<br />

dann extrem stark, dann extrem wenig und jetzt<br />

sind wir wieder irgendwo in der Mitte.<br />

Das Englische macht es in diesem Fall auf den<br />

ersten Blick klarer als das Deutsche. Was bei<br />

uns „Sprengung“ heißt, bezeichnet der angloamerikanische<br />

Sprachraum als „heel drop“. Also<br />

übersetzt das Gefälle des Schuhs von der Ferse zu<br />

den Zehen. Und mit dieser Sprengung hat es sich<br />

über die Jahre verhalten wie mit der Mode. Auch<br />

da gibt es ein Auf und Ab, pendelten Dinge wie<br />

Legwarmers, Ohrenschützer, Dreiviertelhosen<br />

oder Overalls zwischen katastrophal und hip. Die<br />

Sprengung hat eine ähnliche Achterbahnfahrt<br />

hinter sich. Auf eine Phase extremer Ausformung<br />

folgte der Barfußschuhtrend, auf den folgt eine<br />

Rückkehr zur Sprengung und ebenfalls wieder<br />

eine Gegenbewegung. Angestoßen von der Industrie,<br />

die in bestimmten Zyklen um Neuheiten<br />

bemüht ist, um den Absatz anzukurbeln.<br />

Welchen Einfluss hat die Sprengung nun aber<br />

auf den Laufstil? Landet es sich mit starker oder<br />

weniger Sprengung leichter, wie es sein sollte, auf<br />

Foto: On Running<br />

80 <strong>SPORTaktiv</strong>


dem Mittelfuß statt auf der Ferse? „Theoretisch<br />

mit möglichst wenig Sprengung“,<br />

sagt Laufschuhexperte Michael<br />

Wernbacher aus Wien. Das heißt: Wenn<br />

der Läufer optimal aufrecht läuft, als<br />

ob ihn ein Gasballon am Scheitel nach<br />

oben ziehen würde. Wenn der Schritt<br />

lange nach hinten gestreckt wird, der<br />

Rumpf stabil und in Vorlage ist und der<br />

Fuß bei der Landung in einer gedachten<br />

Linie unter dem Kopf aufkommt. „Aber<br />

so laufen halt leider die wenigsten.“<br />

Daher schwindet der Effekt der<br />

Sprengung schon wieder und ein zweiter<br />

Effekt wird wichtig: die Dämpfung.<br />

„Denn bei einer hohen Sprengung ist es<br />

wie mit dem Stöckelschuh. Du musst<br />

nach hinten ausgleichen, um nicht umzufallen“,<br />

sagt Wernbacher. Also braucht<br />

es eine anständige Fersendämpfung.<br />

„Der Barfußschuhtrend hat sich von den<br />

Sportgeschäften rasch zu den Orthopäden<br />

verlagert“, erinnert er sich. Dabei<br />

finden diese minimalistischen Schuhe<br />

ohne Dämpfung auch heute noch großen<br />

Anklang. „Zum Spazierengehen<br />

oder für das Lauf-Abc sind sie eine super<br />

Abwechslung. Aber nicht zum kilometerlangen<br />

Laufen.“<br />

Dafür braucht es eben immer noch<br />

die Dämpfung der Schuhe. Egal, ob<br />

bei Neutral-, Stabil- oder Wettkampfschuhen.<br />

Wirft man einen Blick ins<br />

Schuhregal, zeigt sich: die Bandbreite<br />

ist riesig. Von weniger gedämpften<br />

Wettkampfschuhen bis zu richtig fetten<br />

Sohlen reicht da die Palette. Vor allem<br />

die US-amerikanische Marke Hoka One<br />

One fällt da auf. Laufen im ersten Stock<br />

ist das Gefühl in solch einem Schuh.<br />

„Viel Dämpfung muss nicht heißen,<br />

dass der Schuh weich ist, und wenig<br />

Dämpfung nicht, dass er hart ist“, erklärt<br />

Experte Wernbacher.<br />

Und um mit allen Mythen, was<br />

Dämpfung und Gewicht des Schuhs betrifft,<br />

aufzuräumen: Ein leichter Schuh<br />

macht nicht automatisch schneller bzw.<br />

ein schwerer nicht langsamer. Denn<br />

eine Studie am Medical Institute Berlin,<br />

durchgeführt vom renommierten<br />

Sportwissenschafter Dr. Srdjan Popovic<br />

mit über 1000 Probanden, zeigt: Ist ein<br />

Schuh um 100 Gramm leichter, bringt<br />

das nur 1% Energieersparnis. Im Gegenzug<br />

muss die Muskulatur ab rund einer<br />

Stunde aber viel mehr arbeiten. Vereinfacht<br />

gesagt heißt das unterm Strich: Bei<br />

längeren Läufen macht dich ein leichter<br />

Schuh, der weniger gedämpft ist, sogar<br />

langsamer.<br />

Die Studie kommt auch zu dem<br />

Schluss, dass immer noch das Gefühl<br />

eines Läufers im Schuh das wichtigste<br />

Kriterium ist, ob beide Seiten zueinanderpassen.<br />

„Aber natürlich schauen wir,<br />

wie jemand landet, was dabei das Knie<br />

macht, ob die Beinachse nach innen<br />

kippt. Dann kann man mit einem gut<br />

gestützten Stabilschuh einiges ausgleichen.<br />

Aber entscheiden tut dann am<br />

Ende das Gefühl“, sagt Wernbacher.<br />

Wohin geht dann der Laufschuh der<br />

Zukunft für den Normalverbraucher,<br />

der nicht den lehrbuchmäßigen Schritt<br />

läuft? Die Sprengung wird nicht das beherrschende<br />

Thema sein. Eher, so meint<br />

Popovic in der Studie, werde die Zukunft<br />

mit hoher Wahrscheinlichkeit der<br />

sich intelligent an den Fuß anpassenden<br />

Dämpfung gehören und dem individuell<br />

anpassbaren Schuh.<br />

SPRENGUNG,<br />

WAS IST DAS?<br />

Die Sprengung beschreibt<br />

den Höhenunterschied zwischen<br />

Zehen und Ferse im<br />

Schuh. Laufschuhe haben<br />

zumeist eine Sprengung<br />

zwischen 5 und 12 mm.<br />

Manche Hersteller wie<br />

Altra setzen dagegen auf<br />

null Sprengung.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

81


ASICS GT-2000 6 W<br />

• für Läufe über die mittlere und die<br />

lange Distanz<br />

• neue Upper-Konstruktion mit<br />

Sandwich-MESH für weniger Gewicht<br />

und erhöhten Luftaustausch<br />

• neue 2-lagige FlyteFoam-/Speva-<br />

Foam-Mittelsohlenkonstruktion für<br />

eine sensiblere Anpassung an den<br />

Fuß und den Untergrund und für<br />

weniger Gewicht<br />

PREIS (UVP): € 140,–<br />

www.asics.com<br />

DER<br />

STABIL<br />

SCHUH<br />

DICKE DÄMPFUNG, STARKE STÜTZE GEBEN HALT<br />

UND KOMFORT AUF DER LANGSTRECKE<br />

SCOTT SPORTS PALANI SPT M<br />

• Schuh mit Pronationsstütze für<br />

viele Straßenkilometer<br />

• dank gebogener eRide-Zwischensohle<br />

sehr kraftsparend<br />

• der stabile Mittelsteg der Sohle,<br />

eine passgenaue Fersen kappe<br />

und die Support-Einsätze im<br />

Mittelfußbereich unterstützen<br />

den Fuß<br />

PREIS (UVP): € 149,95<br />

www.scott-sports.com<br />

SAUCONY GUIDE ISO M<br />

• ISOFIT-System im Obermaterial<br />

• durch die Everun-Topsole-Konstruktion<br />

in Kombination mit der<br />

PWRFOAM-Zwischensohle ergibt<br />

sich ein optimales Laufgefühl,<br />

bei dem die Abrollbewegung<br />

durch die moderate<br />

Pronationsstütze und das ansonsten<br />

cleane Zwischensohlendesign<br />

angenehm wie nie zuvor<br />

ist<br />

PREIS (UVP): € 140,–<br />

www.saucony.at<br />

SALOMON SONIC MAX M<br />

• ideal für Einsteiger<br />

• stabiler Schuh mit maximalem Halt<br />

• seitliche Geometric-Decoupling-Achse<br />

• größere Transferzone für stabilen<br />

Übergang in der Vorwärtsbewegung<br />

• Zwischensohle mit Vibe-Technologie<br />

• anpassbarer Perfect-FIT-HD-Pro<br />

Innenschuh<br />

PREIS (UVP): € 140,–<br />

www.salomon.com<br />

Fotos: Hersteller<br />

82 <strong>SPORTaktiv</strong>


ADIDAS SUPERNOVA ST M<br />

• ideal für ambitionierte Läufer<br />

• Dual-Density-Boost-Dämpfung<br />

für einen stabilen und energiegeladenen<br />

Lauf<br />

• individuell gewebtes, leichtes<br />

und atmungsaktives Mesh-<br />

Obermaterial<br />

• griffige Außensohle für<br />

optimale Traktion<br />

PREIS (UVP): € 139,95<br />

www.adidas.at<br />

BROOKS ADRENALINE GTS 18 M<br />

• das neue Upper aus verstärktem<br />

Mesh wahrt den bewährten Tragekomfort,<br />

überzeugt aber mit<br />

einem schlankeren Look<br />

• die verbesserte Dämpfung ermöglicht<br />

noch mehr Flexibilität<br />

• Progressive Diagonal Rollbar<br />

(PDRB) unterstützt die Haltung<br />

deines Körpers bei jedem Schritt<br />

PREIS (UVP): € 140,–<br />

www.brooksrunning.com/de_at<br />

VOLLE UNTER-<br />

STÜTZUNG<br />

Der große Stabilschuhboom ist vorbei,<br />

aber noch immer gibt es genügend<br />

Läufer, die ein solches Modell benötigen,<br />

die sogenannten „starken Überpronierer“.<br />

Sie haben meist ein schwaches<br />

Fußgewölbe, wodurch das Bein<br />

nach dem Aufprall des Fußes deutlich<br />

nach innen knickt. Wer nicht sicher<br />

ist, ob er zur Überpronation neigt – es<br />

gibt einen einfachen „Selbsttest“: Auf<br />

ein Bein stellen und in die Knie gehen.<br />

Bewegt sich das Knie nach innen,<br />

zeugt das von Überpronation. Ob du<br />

dann tatsächlich einen Stabilschuh<br />

brauchst, hängt von der Stärke der<br />

Pronation ab und gehört professionell<br />

überprüft. Umso wichtiger ist<br />

eine qualitativ hochwertige Beratung<br />

im Sporthandel. Stabilschuhe bieten<br />

Komfort auf langen Strecken, die<br />

gute Dämpfung lässt die Muskulatur<br />

langsamer ermüden.<br />

NEW BALANCE 1260 V7 W<br />

• stabiler Schuh mit geringem<br />

Gewicht<br />

• neue FuelCell-Zwischensohlentechnologie<br />

(3/4 der Sohlenlänge).<br />

• neues nahtloses Obermaterial<br />

• Blown-Rubber-Außensohle<br />

PREIS (UVP): € 170,–<br />

www.chrissports.eu<br />

ON CLOUDFLYER M<br />

• gemacht für lange Strecken –<br />

vereint Stabilität und Leichtigkeit<br />

• angenehme Dämpfung<br />

• breitere Sohlenoberfläche<br />

• speziell entwickelte Clouds im Fersenbereich,<br />

die unabsichtliches<br />

Einknicken verhindern und einen<br />

stabilen, natürlichen Abrollvorgang<br />

fördern<br />

PREIS (UVP): € 169,95<br />

www.on-running.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

83


SAUCONY TRIUMPH ISO4 M<br />

• mit der neuen EVERUN-Zwischensohle<br />

und EVERUN-Topsole-Konstruktion<br />

ermöglicht er ein<br />

komfortables Lauferlebnis und<br />

erhöhte Energierückgewinnung<br />

• das überarbeitete ISOFIT System<br />

und das Engineered-Mesh-Obermaterial<br />

sorgen auch in der<br />

Bewegung für eine optimale<br />

Passform<br />

• die TRI-FLEX-Außensohle bietet<br />

ein angenehmes Abrollverhalten<br />

PREIS (UVP): € 170,–<br />

www.saucony.at<br />

ASICS GEL-NIMBUS 20 M<br />

• durch das neu eingeführte Adaptive<br />

GEL gibt es mehr Dämpfung<br />

in der Ermüdungsphase<br />

• das Update der FluidRide-Technologie<br />

sorgt für ein reaktionsfähigeres<br />

Laufgefühl bei weniger<br />

Gewicht<br />

• das 360 Fluid Skin-Obermaterial<br />

PREIS (UVP): € 180,–<br />

www.asics.com<br />

BROOKS LEVITAT M<br />

• die Mittelsohlendämpfung DNA<br />

Amp bietet dir die beste Energierückführung<br />

von allen Brooks-Laufschuhen<br />

und das kraftvollste, flexibelste<br />

Laufgefühl<br />

• dank perfekter Flexibilität kannst du<br />

schnell abrollen, ohne Energie zu<br />

verlieren<br />

• das Fit-Knit-Upper bewegt und<br />

dehnt sich mit deinem Fuß.<br />

PREIS (UVP): € 170,–<br />

www.brooksrunning.com<br />

NEW BALANCE 1080 V8<br />

FRESH FOAM M<br />

• Schuh mit viel Komfort und maximalen<br />

Dämpfungseigenschaften –<br />

guter Halt im Mittelfußbereich<br />

• neu entwickelte Fresh-Foam-<br />

Zwischen- und -Außensohle<br />

• atmungsaktiver und flexibler durch<br />

Double-Jaquard-Mesh<br />

• reflektierende Details im<br />

Fersenbereich<br />

PREIS (UVP): € 160,–<br />

www.chrissports.eu<br />

DER<br />

NEUTRAL<br />

SCHUH<br />

DER SCHUH FÜR (FAST) ALLE: LEICHT, GEDÄMPFT,|<br />

SCHNELL UND DOCH KOMFORTABEL|<br />

NEUTRAL UND<br />

KOMFORTABEL<br />

Die Neutralschuhe sind die Gewinner<br />

der letzten Jahre. „Früher stammte nur<br />

einer von zehn Laufschuhen aus dieser<br />

Kategorie“, sagt Michael Wernbacher<br />

vom „Wemove“-Laufshop in Wien,<br />

„das Verhältnis zwischen neutralen und<br />

stabilen Schuhen ist jetzt ausgeglichen“.<br />

Der Grund: Die früher gängige Lehrmeinung,<br />

Stabilschuhe würden Verletzungen<br />

vorbeugen, wurde widerlegt.<br />

Und weiters gilt: Neutrale Schuhe sind<br />

heute viel stabiler als noch vor ein paar<br />

Jahren. Also holen diese Modelle stark auf.<br />

Weil sie bequem zu laufen sind, eine gute<br />

Dämpfung haben und doch leichter sind<br />

als stark gestützte Modelle. Viele Läufer,<br />

die früher zu einem Stabilschuh gegriffen<br />

haben, sind heute mit einem neutralen<br />

Modell bestens bedient.<br />

Fotos: Hersteller<br />

84 <strong>SPORTaktiv</strong>


ADIDAS ULTRABOOST M<br />

• gibt dir mit der Boost-Dämpfung mit jedem<br />

Schritt Energie zurück<br />

• adidas-Primeknit-Obermaterial umschließt<br />

deinen Fuß für eine perfekte<br />

Passform und garantiert optimalen Halt<br />

und Stabilität im Mittelfuß- und Fersenbereich<br />

• die Außensohle sorgt für optimalen<br />

Grip auf jedem Untergrund<br />

PREIS (UVP): € 179,95<br />

www.adidas.at<br />

ON CLOUD X M<br />

• für alle Läufer, die ihre Work-outs<br />

aktiv vermischen<br />

• die neue Sohle des Multisport-Laufschuhs<br />

absorbiert Aufprallkräfte in<br />

alle Richtungen<br />

• das Performance-Obermaterial bietet<br />

Halt und Atmungsaktivität selbst<br />

beim härtesten Workout<br />

PREIS (UVP): € 149,95<br />

www.on-running.com<br />

SCOTT SPORTS PALANI M<br />

• fördert Laufeffizienz von Mittel-,<br />

Fersen- und Vorfußläufern<br />

• gewebter Mittelfußbereich<br />

• nahtlose Zehenkappe<br />

• leichter Schuh für viele<br />

Straßenkilometer<br />

PREIS (UVP): € 139,95<br />

www.scott-sports.com<br />

Österreichische Post AG Info.Mail Entgelt bezahlt<br />

MIZUNO WAVE SKY M<br />

• maximal gedämpftes Abrollverhalten<br />

durch neue L-shaped<br />

Wave<br />

• U4icX-Zwischensohlen-<br />

material sorgt für optimale<br />

Dämpfung und hohen Komfort<br />

• Entkoppelte Ferse für eine weiche<br />

Landung und eine perfekte<br />

Energieübertragung<br />

PREIS (UVP): € 160,–<br />

www.mizuno.eu/de<br />

Sonntag, 3. Juni <strong>2018</strong><br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

85


Saalfelden Leogang, Salomon und <strong>SPORTaktiv</strong> laden zum<br />

TRAILRUNNING-<br />

TAGE <strong>2018</strong><br />

18. bis 20. Mai <strong>2018</strong> (Fr.–So.)<br />

PROGRAMM<br />

Freitag, 18. Mai <strong>2018</strong><br />

• Ankunft und Ausgabe der Starterpakete<br />

• Abendlauf mit Markus Kröll und Sabine Kozak<br />

Samstag, 19. Mai <strong>2018</strong><br />

• Ausgabe der SALOMON-Testschuhe und<br />

SUUNTO-Trainingscomputer<br />

• Warm-up und Laufkoordination mit Lauftrainer<br />

Günther Schernthaner<br />

• Auffahrt mit der Gondel auf den Asitz, Trailrunning in<br />

zwei oder drei Leistungsgruppen<br />

• Wellness-Nachmittag im Krallerhof und Auswertung<br />

der SUUNTO-Laufdaten<br />

• Videovortrag von Markus Kröll<br />

Sonntag, 20. Mai 2017<br />

• Morgentrail mit Markus Kröll und Sabine Kozak<br />

• Ausklang mit Wellness im Krallerhof<br />

LEISTUNGEN<br />

Programmänderungen vorbehalten<br />

• 2 Nächte im Hotel Krallerhof in Leogang inkl.<br />

Frühstück, Mittagsbuffet & Abendwahlmenü,<br />

Nachmittags snacks und ausgewählten alkoholfreien<br />

Getränken<br />

• Begrüßungspaket mit<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-Buff-Band und SIXTUS-Sport-Paket<br />

• Laufbetreuung durch SALOMON-Proficoaches<br />

sowie Markus Kröll und Sabine Kozak<br />

• Testmöglichkeit von SALOMON-Laufschuhen und<br />

der SUUNTO Spartan Ultra<br />

• optional <strong>SPORTaktiv</strong>-Campversicherung der NÜRN-<br />

BERGER für drei Tage (Wert: € 10,98)<br />

• Package-Preis: p. p. € 327,– (Einzelzimmerzuschlag<br />

€ 15,– pro Tag)<br />

ZIELGRUPPE & TEILNEHMERZAHL<br />

Trailrunning-Einsteiger/-innen und ambitionierte<br />

Hobbyläufer/ -innen.<br />

Die Teilnehmerzahl ist auf 20 limitiert.<br />

ZUM TESTEN<br />

Der „SALOMON S-LAB SENSE<br />

ULTRA“-Schuh, das „SALO-<br />

MON S-LAB ULTRA 5“-Set<br />

und die „SUUNTO SPARTAN<br />

ULTRA“-Uhr.<br />

DAS ANGEBOT:|<br />

3 TAGE GELÄNDELAUFEN,<br />

COACHING UND ÜBERNACHTUNG<br />

IM HOTEL KRALLERHOF UM<br />

€ 327,–<br />

GESCHENKT<br />

Das „Ultrasun LSF 30 Sports<br />

Gel“ sowie eine Dose<br />

Natur-Medizinprodukt<br />

von Panaceo<br />

Fotos: Wolfgang Lienbacher, Krallerhof<br />

86 <strong>SPORTaktiv</strong>


trailrunning camp<br />

www.sportaktiv.com<br />

Unsere Trailrunning-Tage sind schon Tradition –<br />

und auch heuer gibt es wieder dieses exklusive<br />

Erlebnis: Vom 18. bis 20. Mai dreht sich in<br />

Saalfelden Leogang alles ums Geländelaufen. So gestaltet,<br />

dass Einsteiger genauso wie Fortgeschrittene davon<br />

profitieren.<br />

Als prominenter und kompetenter Guide führt auch<br />

heuer wieder Salomon-Top athlet Markus Kröll durch<br />

die Trailrunning-Tage. Ebenfalls wieder mit dabei ist<br />

Sabine Kozak: Die Spitzenathletin aus dem „Salomon<br />

Running Team“ ist unter anderem auch Laufcoach<br />

beim (rein weiblichen) Laufclub 261 in Klagenfurt.<br />

Ein Highlight für sich ist die Trailrunning-Region<br />

Saalfelden Leogang, die von einem Streckennetz aus<br />

Trailrunning- und Nordic-Walking-Routen mit 120<br />

km Gesamtlänge durchzogen ist. Für Fortgeschrittene<br />

gibt es auch zwei Höhenstrecken und eine Berglaufstrecke.<br />

Die erfahrenen Trainer begleiten dich beim<br />

Event auf den besten und abwechslungsreichsten Routen.<br />

Last but not least: Unser Quartiergeber ist auch<br />

<strong>2018</strong> wieder das Hotel Krallerhof – das auf einem<br />

Hochplateau in Leogang gelegene Vier-Sterne-<br />

Superior-Wellness hotel. Im Exklusivpreis von<br />

€ 327,– für diesen 3-Tage-Event sind zwei Übernachtungen,<br />

Verpflegung, Testmaterial u. v. m. inkludiert.<br />

Alle Details zu den Trailrunning-Tagen von<br />

Saalfelden Leogang, Salomon und <strong>SPORTaktiv</strong> findest<br />

du im Kasten links. Ein guter Tipp: Schnell anmelden<br />

– es sind nur 20 Plätze frei!<br />

ANMELDUNG<br />

bis spätestens 11. Mai <strong>2018</strong> unter dem<br />

Kennwort „<strong>SPORTaktiv</strong>“ per E-Mail an<br />

office@krallerhof.com oder per<br />

Tel. +43 (0) 65 83/82 46-0<br />

DIE UNTERKUNFT<br />

Du übernachtest im Hotel Krallerhof, das in Leogang<br />

auf einem sonnigen Hochplateau liegt. Das Hotel bietet<br />

einen 2.500 m² großen SPA-Bereich mit Blick in die<br />

Bergwelt sowie eine ausgezeichnete Küche.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

87


DER<br />

SIEGE<br />

TEILER<br />

GERALD FISTER AUS<br />

FINKENSTEIN IN KÄRNTEN<br />

IST EINER DER BESTEN<br />

ULTRA-TRAILRUNNER IN<br />

ÖSTERREICH. VOR ALLEM<br />

ABER WIRD MAN KAUM<br />

EINEN EINZELSPORTLER<br />

FINDEN, DER SICH SO OFT<br />

EINEN SIEG MIT ANDEREN<br />

TEILT WIE „SANCHO“ VOM<br />

FAAKER SEE.<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

88 <strong>SPORTaktiv</strong>


GERALD<br />

FISTER<br />

ist 39, gelernter Tischler, wohnt<br />

und arbeitet in Finkenstein<br />

am Faaker See (K). Hobby:<br />

Ultra-Trailrunning.<br />

Fotos: Großgrockner Ultratrail/Markus Frühmann<br />

erald Fister zeigt ein<br />

Notizbücherl und<br />

G<br />

sagt: „Für 2017 stehen<br />

279.000 Höhenmeter<br />

drin.“ Dem Fitnessläufer<br />

geht es bei dieser<br />

Zahl wie mit den versenkten Hypo-Milliarden:<br />

Zu groß, als dass man sie einordnen<br />

kann. Der Ultra-Trailrunner erkennt<br />

den ratlosen Blick: „Rechnet man<br />

5000 Höhenmeter wöchentlich, sind es<br />

260.000. Das ist schon ganz ordentlich.“<br />

Damit aber jetzt kein falsches Bild<br />

entsteht: Der kleine Kärntner mit dem<br />

markanten Bart ist keiner, der mit<br />

seinen Leistungen hausieren geht. Im<br />

Gegenteil.<br />

Beim „Trail“, wie Fister seine Sportart<br />

nennt, fehlt einem Außenstehenden<br />

schnell einmal die Vorstellungskraft.<br />

Allein, wie sich das ausgehen kann:<br />

Fulltime-Job, Training und Teilnahme<br />

an Bewerben mit schwindelerregenden<br />

Eckdaten rund um 100 Kilometer sowie<br />

5000, 6000 oder mehr Höhenmeter.<br />

„Das hab ich mir früher auch nicht<br />

vorstellen können“, lacht Fister. „Heut<br />

kommt mir ein 40er kurz vor.“<br />

Der Mann mit dem Spitznamen Sancho<br />

hat erst mit 29 zu laufen begonnen,<br />

Halbmarathon und Marathon, und als<br />

gebürtiger Lesachtaler auch bald Bergl<br />

äufe probiert. Zunächst kurze. „Der<br />

Obersprinter war ich aber nie“.<br />

Beim ersten langen Trailevent, dem<br />

Jungfrau-Marathon, hat es ihn „zerrissen“.<br />

Aber ab da wollte er es wissen,<br />

„und ich hab begonnen mit Hand und<br />

Fuß überlegt zu trainieren“. 2013 fand<br />

nah seiner Heimat der erste Wörthersee<br />

Trail statt. Distanz: 125 Kilometer. Eine<br />

Woche vorher rannte er einen „55er“ zur<br />

Probe. „Da hab ich gewusst: Es geht.“<br />

„Lauf ma gemeinsam ein“<br />

Läuft Gerald Fister heute bei einem<br />

Trailrun mit, gewinnt er oft. Je länger<br />

die Distanz, desto größer die Siegchance.<br />

Aber: Fister gewinnt auffallend oft<br />

nicht allein.<br />

Mit dem Siegeteilen hat es auch beim<br />

Wörthersee Trail angefangen. Dort hat<br />

Fister im Rennen einen gewissen Florian<br />

Grasel kennengelernt. Die beiden haben<br />

sich an der Spitze duelliert und am Ende<br />

beschlossen, gemeinsam einzulaufen.<br />

„Mit dem Flo ist es ein Wahnsinn – wir<br />

ticken im Rennen extrem gleich.“ Viermal<br />

hat er sich den Sieg schon mit dem<br />

Niederösterreicher geteilt.<br />

Beim Hochkönigman 2017 wurde<br />

neben Grasel und Fister auch Andreas<br />

Tockner als Exaequo-Sieger ausgewiesen.<br />

Beim Großglockner Ultratrail hieß das<br />

Siegerduo im Vorjahr Klaus Gösweiner<br />

und Gerald Fister. Und beim Bergmarathon<br />

rund um den Traunsee Franz-Josef<br />

Schögl und Gerald Fister.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

89


Keine große Sache, findet Fister: „Bei<br />

Straßenläufen gibt es so was nicht – im<br />

Trail schon.“ Schließlich sei man stundenlang<br />

im relativ niedrigen Belastungsbereich<br />

unterwegs, da komme man eben<br />

ins Plaudern. Irgendwann folge der Entschluss:<br />

„Lauf ma gemeinsam ein.“<br />

Das ist auch etwas, was ihm an der<br />

Szene so behagt: „Es ist alles entspannt,<br />

jeder ist locker drauf. Wenn du 100<br />

Kilometer vor dir hast, geht es auch gar<br />

nicht anders.“ Im Straßenlauf beginne<br />

schon im Startblock der Konkurrenzkampf.<br />

„Dagegen kenne ich ganz wenige<br />

Trailrunner, die verbissen sind.“ Ein,<br />

zwei gäbe es schon. Namen erfährt man<br />

aus seinem Mund natürlich keinen.<br />

Die Lockerheit, die Sancho ausstrahlt,<br />

verführt fast zum Gefühl, man könnte<br />

selber einmal einen 110er mit 6000<br />

Höhenmetern versuchen. Gut, dass er<br />

einen auf den Boden der Realität holt.<br />

Etwa so: „Du kriegst in unserem Sport<br />

eine extrem hohe Schmerzgrenze. Man<br />

leidet stundenlang. Da geht es darum,<br />

das Tief zu überbrücken. Man kommt<br />

schon wieder heraus.“ Und da kommen<br />

wir wieder zum Siegeteilen: „Wenn zwei<br />

vorneweg laufen, hat meistens einer ein<br />

Tief, und der andere motiviert und zieht<br />

ihn. Und später ist es umgekehrt.“<br />

„ICH HAB EINMAL FÜR<br />

EINEN MARATHON<br />

EINEN TRAININGSPLAN<br />

GEHABT. DA SOLLST DU<br />

NACH EINEM LANGEN<br />

ARBEITSTAG HUNDS-<br />

MÜDE EINEN LOCKEREN<br />

30ER MACHEN. DEN<br />

PLAN HABE ICH NIE<br />

EINGEHALTEN.“<br />

Allein in der Natur<br />

Ob er nicht vom Sport leben könnte?<br />

„Ich hab’s tatsächlich einmal überlegt.<br />

Aber da hätte ich schon wieder den<br />

Druck, gewinnen zu müssen. Oder trainieren<br />

zu müssen“, sagt er. Von seinem<br />

Wohnzimmerfenster aus hat man einen<br />

Wahnsinnsblick auf sein Trainingsgelände,<br />

die Berge: Gipfel zum Angreifen.<br />

„Es kommt vor, dass ich loslaufe und<br />

nach einem Kilometer umdrehe. Dann<br />

will der Körper nicht – das hat schon<br />

seinen Sinn.“ Wenn es aber passt, genießt<br />

er die stundenlangen Läufe, das<br />

Alleinsein in der Natur. Einmal hat<br />

Fister nach Plan für einen Marathon<br />

trainiert – „aber den hab ich nie eingehalten.“<br />

Er hat keinen Pulsmesser, dokumentiert<br />

seine Trainingsumfänge per<br />

Hand. Siehe oben, im Notizbuch.<br />

Als passionierter Siegeteiler müssten<br />

die Trail-Etappenrennen für Zweier-Teams<br />

doch etwas für ihn sein?<br />

Stimmt: Den TransAlpineRun hat er im<br />

Vorjahr mit Kristin Berglund bestritten:<br />

„Am Ende ist es der zweite Platz geworden.“<br />

Ein Sieg beim TransAlpineRun,<br />

das wäre schon noch ein Traum, sagt er.<br />

Heuer wird Fister 40 – für seine<br />

Sportart ein ideales Alter. „Bis jetzt bin<br />

ich noch jedes Jahr besser geworden.“<br />

Geht sich neben so einem zeitraubenden<br />

Hobby noch ein zweites aus? „Schwer“,<br />

meint Fister. Der Spitzname Sancho ist<br />

ein Relikt vom Theaterspielen, das er aus<br />

Zeitgründen aufgegeben hat: „Die letzte<br />

Rolle war der Sancho Panza“. Und lässt<br />

sich der zeitintensive Sport denn auch<br />

mit einem Familienleben vereinbaren?<br />

„Es gibt schon viele Trailrunner mit Familie.“<br />

Er selbst war einmal verheiratet<br />

– „jetzt bin ich aber schon seit fast zehn<br />

Jahren bewusst allein. Obwohl: Jetzt<br />

wird es vielleicht doch wieder einmal<br />

Zeit, das zu ändern“, lacht er.<br />

Denn natürlich kann einer, der sich<br />

den Sieg gern teilt, gar kein ungeselliger<br />

Typ sein. Die Kameradschaft bei den<br />

Events sieht er als guten Ausgleich fürs<br />

Training, das lange Alleinsein in der<br />

Natur – „das brauchst du auch, sonst<br />

wirst du eigen“. Ein typisches Trailrunning-Wochenende<br />

laufe so ab: „Eine<br />

Nacht laufen, eine Nacht feiern.“ Noch<br />

eine Information, die man als Außenstehender<br />

nur schwer packt: Nach 10, 15<br />

Stunden laufen sollte man eher glauben,<br />

dass man nur noch ins Hotelbett fällt.<br />

Auf der anderen Seite ist es auch irgendwie<br />

logisch: Auf einen Sieg gehört<br />

angestoßen. Und auf einen geteilten<br />

Sieg erst recht.<br />

Foto: Großglockner Ultratrail/Markus Frühmann<br />

90 <strong>SPORTaktiv</strong>


Wir<br />

schreiben<br />

weiter<br />

Die Welt ist in Aufruhr, alte Konfliktherde lodern auf, neue Wirtschaftsmächte<br />

erheben sich, der Klimawandel stellt uns vor noch nie dagewesene Herausforderungen.<br />

Seit 170 Jahren schreiben wir über Ereignisse und Entwicklungen, die uns alle betreffen<br />

und bewegen. Wir informieren, analysieren, kommentieren und geben Denkanstöße.<br />

Was auch kommt, wir schreiben weiter – DiePresse.com<br />

Alle Inhalte, digital und gedruckt:<br />

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DiePresse.com/testen


DER<br />

WETTKAMPF-<br />

SCHUH<br />

KEINER FÜR JEDEN TAG – SONDERN FÜR<br />

DIE BESTE PERFORMANCE AM TAG X|<br />

SKECHERS GO MEB RAZOR 2<br />

• leichter, schneller Laufschuh mit<br />

nahtlosem Obermaterial für maximalen<br />

Komfort und optimaler<br />

Passform<br />

• Ultraleichte, reaktionsfähige<br />

FLIGHT GEN-Dämpfung<br />

• reflektierende Details<br />

PREIS (UVP): € 119,95<br />

www.skechers.at<br />

BROOKS HYPERION<br />

• Propulsion-Pods bieten schnelle<br />

Energierückführung für ein kraftvolles<br />

Gefühl unter dem Fuß<br />

• schneller Grip<br />

• federnde Außensohlengummierung<br />

sorgt für hervorragenden<br />

Grip im Vorderfußbereich und<br />

ermöglicht so ein kraftvolles Abstoßen<br />

PREIS (UVP): € 130,–<br />

www.brooksrunning.com/de_at<br />

DER SCHNELLE<br />

ZWEITSCHUH<br />

MIZUNO WAVE SHADOW<br />

• optimales Verhältnis zwischen<br />

Dämpfung und Gewicht durch<br />

die U4ic-Zwischensohle<br />

• nah am Mittelfuß platzierte, neutrale<br />

Wave sorgt für einen weicheren<br />

Aufsatz und unterstützt<br />

somit den natürlichen Laufstil<br />

• dynamischer Abdruck durch<br />

Zick-Zack-Kerben im Vorfuß<br />

PREIS (UVP): € 130,–<br />

www.mizuno.eu/de<br />

SAUCONY FASTWITCH 8<br />

• FLEXFILM-Elemente verleihen an<br />

den wichtigen Stellen im Obermaterial<br />

Stabilität<br />

• das extrem leichte Engineered<br />

Mesh sorgt für Atmungsaktivität<br />

und einen unvergleichlichen<br />

Tragekomfort<br />

• durch die SSL-EVA-Zwischensohle<br />

ist er extrem leicht<br />

PREIS (UVP): € 125,–<br />

www.saucony.at<br />

Leicht, leichter, Wettkampfschuh.<br />

100 Gramm weniger als Neutral- oder<br />

Stabilmodelle sind keine Seltenheit.<br />

Aber Vorsicht: Die „Leichtigkeit des<br />

Seins“ hat ihren Preis – denn sie geht<br />

auf Kosten der Dämpfung, die bei<br />

Wettkampfschuhen viel schwächer<br />

ausfällt. Um Gewicht zu sparen und<br />

damit beim Abdruck vom Boden nicht<br />

zu viel Energie über die Dämpfung<br />

verloren geht. Für den täglichen Gebrauch<br />

sind sie nicht geeignet. Wohl<br />

aber als Zweitschuh. „Weil dem Fuß<br />

dann nicht jede Arbeit abgenommen<br />

wird und man ihn so stärker macht“,<br />

erklärt Matthias Weissl von Gigasport<br />

in Graz, Für die Wahl gilt: Immer die<br />

Wettkampflänge einberechnen. Auf<br />

langen Läufen kann fehlende Dämpfung<br />

zu schnellerer Ermüdung der<br />

Muskulatur führen – da löst sich der<br />

Gewichtsvorteil schnell in Luft auf.<br />

Fotos: Hersteller<br />

92 <strong>SPORTaktiv</strong>


ADIDAS ADIZERO BOSTON 6<br />

• boost ist eine sehr reaktionsfreudige<br />

Dämpfung: Je mehr du gibst, desto<br />

mehr Energie bekommst du zurückt<br />

• Obermaterial aus Textil; leichtes, individuell<br />

gewebtes Mesh im Vorfußbereich<br />

ist atmungsaktiv und sorgt für<br />

eine perfekte, bequeme Passform<br />

• atmungsaktive und stabilisierende<br />

Bereiche; weiches Material für weniger<br />

Reibung<br />

PREIS (UVP): € 139,50<br />

www.adidas.at<br />

ON CLOUDFLASH<br />

• ein Wettkampfschuh mit 5 mm Sprengung<br />

und einer Flexplatte aus Pebax<br />

– einem Material, das in Sachen<br />

Energieumwandlung ungeschlagen<br />

ist. So wird Aufprallenergie in Vorwärtsbewegung<br />

verwandelt<br />

• das Obermaterial aus Nano-Gewebe<br />

ist maximal dünn, dank der<br />

Skelett-Struktur jedoch ultimativ stark<br />

PREIS (UVP): € 189,95<br />

www.on-running.com<br />

ASICS GEL-DS TRAINER 23<br />

• jetzt mit Adapt Mesh – einem<br />

einzigartigen multifunktionalen<br />

Mesh-Gewebe, das Halt und<br />

Flexibilität bei sicherem, nicht<br />

einengendem Sitz gewährt<br />

• FlyteFoam-Material in der Mittelsohle<br />

und ASICS GEL im Rückfuß<br />

bieten maximale Dämpfung<br />

über alle Distanzen<br />

PREIS (UVP): € 140,–<br />

www.asics.com<br />

.<br />

präsentiert von<br />

NEW BALANCE COMPETITION<br />

1400V5<br />

• das Obermaterial sorgt für eine<br />

noch bessere Passform<br />

• die neue Zwischensohlenkonstruktion<br />

verleiht dem Schuh noch<br />

mehr Dynamik<br />

• Engineered Mesh sorgt für ein<br />

optimales Temperatur- und<br />

Feuchtigkeitsmanagement<br />

• Revlite-Zwischensohle sorgt für<br />

ein dynamisches und direktes<br />

Abrollverhalten.<br />

PREIS (UVP): € 120,–<br />

www.chrissports.ch<br />

Sonntag 08. April <strong>2018</strong><br />

Bewerbe:<br />

- Sorger Halbmarathon (21,1 km)<br />

- 14 km und 7 km Bewerb<br />

- 3er Staffelbewerb<br />

- Nordic Walking Bewerb (7 km)<br />

Ermöglicht durch:<br />

Info und Anmeldung: www.graz-halbmarathon.at


ADIDAS TERREX AGRAVIC GTX<br />

• Boost ist eine sehr reaktionsfreudige<br />

Dämpfung: Je mehr du<br />

gibst, desto mehr Energie bekommst<br />

du zurück<br />

• Obermaterial aus Textil und<br />

Mesh; abriebfeste Verschweißungen<br />

für mehr Schutz und<br />

Strapazierfähigkeit<br />

• wasserdichte und atmungsaktive<br />

GORE-TEX® Membran<br />

PREIS (UVP): € 149,95<br />

www.adidas.at<br />

SALOMON S/LAB SENSE ULTRA 2<br />

• Erhöhung der Sohlendicke ab<br />

UK-Größe 10<br />

• Energysave® Schaumeinlage<br />

dämpft den Tritt<br />

• Energy Cell+ Schaum für gleichmäßiges<br />

Laufgefühl<br />

• langlebiges Skinguard Innenfutter<br />

schützt den Fuß<br />

PREIS (UVP): € 180,–<br />

www.salomon.com<br />

DER<br />

TRAIL<br />

SCHUH<br />

FÜR DIE FLUCHT INS GELÄNDE BRAUCHST|<br />

DU VIEL HALT UND GROBE STOLLEN|<br />

NEW BALANCE TRAIL 910<br />

V4 GORE-TEX<br />

• wasserdichtes Gore-Tex®-<br />

Obermaterial<br />

• Revlite Zwischensohle<br />

• Toe Protect schützt die Zehen<br />

und den Fuß vor spitzen Steinen<br />

• guter Grip auch auf nassem<br />

Untergrund<br />

PREIS (UVP): € 150,–<br />

www.chrissports.eu<br />

MIZUNO WAVE HAYATE 4<br />

• beeindruckender Halt durch<br />

spezielle Michelin Außensohle<br />

• extrem leichtes und schützendes<br />

Obermaterial<br />

• ESS Rock Plate für den perfekten<br />

Schutz des Vorderfußes<br />

PREIS (UVP): € 130,–<br />

www.mizuno.eu<br />

BROOKS CALDERA 2<br />

• die hoch ausgeführte Mittelsohle<br />

ermöglicht einen stabilen Laufstil<br />

über lange Strecken und schützt<br />

vor Steinen und Wurzeln<br />

• die rutschfeste Gummi-Außensohle<br />

und großflächigen Stollen<br />

bieten bergauf und bergab<br />

hervorragenden Grip<br />

• eine innovative Upper- und Unterfußkonstruktion<br />

sorgt dafür, dass<br />

Wasser abgehalten und schnell<br />

abgeleitet wird<br />

PREIS (UVP): € 140,–<br />

www.brooksrunning.com/de_at<br />

Fotos: Hersteller<br />

94 <strong>SPORTaktiv</strong>


VIKING INVERTEX CROSS<br />

• für anspruchsvolle Trails<br />

entwickelt und mit Gamasche<br />

ausgestattet<br />

• der komfortable Leisten bietet<br />

perfekten Halt im Inneren<br />

• eine spezielle, sich dem<br />

Untergrund anpassende Outdoor-Kautschukmischung<br />

und<br />

ein neues, selbstreinigendes<br />

Profildesign verleihen nun auch<br />

optimalen Halt bei lateralen<br />

Belastungen<br />

PREIS (UVP): € 159,95<br />

www.vikingfootwear.com<br />

LA SPORTIVA UNIKA<br />

• erster „Made in Europe”-Mountain<br />

Running-Schuh von La Sportiva<br />

• Zwischensohle mit Infinitoo<br />

Technologie aus Polyurethan,<br />

perfekt für mittlere und lange Distanzen<br />

sowie jeden Untergrund<br />

• Stabilisatoren an den Seiten<br />

ermöglichen eine dynamische<br />

Anpassung an unregelmäßigen<br />

Untergrund und Traversen<br />

PREIS (UVP): € 179,–<br />

www.lasportiva.com/de<br />

DYNAFIT ALPINE PRO SCHUH<br />

• mit weniger als 300 Gramm sehr<br />

leicht, verspricht Komfort, Vielseitigkeit<br />

und Schutz auf Mittelund<br />

Langdistanzen<br />

• die Mittelsohlenkonstruktion „Alpine<br />

Rolling“, eine doppelt verdichtete<br />

komprimierte EVA Mittelsohle,<br />

erhöht die Laufdynamik<br />

und sorgt für ein gleichmäßig<br />

geschmeidiges Abrollverhalten<br />

PREIS (UVP): € 165,–<br />

www.dynafit.com<br />

AB INS<br />

GELÄNDE<br />

Immer mehr Läufer wollen nicht nur<br />

auf der Straße unterwegs sein. „Jeder,<br />

der regelmäßig läuft, sollte zwischendurch<br />

immer wieder einen Ausflug<br />

ins Gelände unternehmen“, rät auch<br />

Matthias Weissl von Gigasport in<br />

Graz. „Weil es eine ganz andere Belastung<br />

für den Fuß ist, weil man im<br />

Gelände viel konzentrierter ist als auf<br />

der Straße und die Schritte bewusster<br />

setzen muss.“ Dazu braucht es auch<br />

Schuhe, die dafür geeignet sind. Wichtig<br />

vor allem: ein guter Halt im Schuh.<br />

Viele Modelle sind höher geschnitten,<br />

um dem Sprunggelenk mehr Stabilität<br />

zu geben. Ebenso wichtig ist die Sohle:<br />

Sie soll im unwegsamen Gelände guten<br />

Grip bieten, aber auch auf hartem<br />

Untergrund gut zu laufen sein. Die<br />

Sohlen bei Trailrunning-Schuhen sind<br />

grobstolliger als bei Straßenschuhen –<br />

dafür fällt die Dämpfung geringer aus.<br />

ON CLOUDVENTURE<br />

• die mikrotechnische, griffige Sohle<br />

greift auch bei<br />

anspruchsvollen Aufstiegen<br />

• die bewährte CloudTec-Dämpfung<br />

von On gibt ein hervorragendes Gefühl<br />

beim Bergablaufen<br />

• die dämpfenden Hohlelemente sind<br />

so entwickelt, dass sie<br />

sowohl auf dem Trail, als auch<br />

auf der Straße dorthin optimal funktionieren<br />

PREIS (UVP): € 159,95<br />

www.on-running.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

95


AM GLETSCHER<br />

GEHT DIE<br />

SONNE AUF<br />

Trailrunning für jedes Leistungslevel,<br />

und das wortwörtlich auf<br />

höchstem Niveau: Das gibt es<br />

im kommenden August wieder<br />

beim Pitz Alpine Glacier Trail<br />

am Dach Tirols im Pitztal zu<br />

erleben. Königsdisziplin ist der<br />

P100 – Salomon Ultra. So wie<br />

die Starter beim P85 – Pitztaler<br />

Gletscher Ultra kommen<br />

auch die 100-km-Läufer in den<br />

Genuss, den Gletscher auf über<br />

3000 m Höhe bei Sonnenaufgang<br />

zu queren.<br />

Alternativ stehen Trailrunning-Distanzen<br />

über 42, 26 und<br />

15 Kilometer zur Wahl. Für<br />

Begleitpersonen und Familien ist<br />

die kleeblattförmige Streckenführung<br />

ideal. Die ermöglicht es,<br />

„seinen“ Teilnehmer mehrmals<br />

zu sehen und anzufeuern. Beim<br />

Kid’s Trail können 5- bis 12-Jährige<br />

erstmals in die faszinierende<br />

Sportart hineinschnuppern.<br />

Der Termin: 2. bis 5. August<br />

<strong>2018</strong>.<br />

www.pitz-alpine.at<br />

Foto: Pitz Alpine Glacier Trail


AM<br />

LAUF<br />

STEG<br />

STRASSE VERSUS TRAIL BEI DER MODE.<br />

KANN EIN TRAILRUNNER IN DER STADT RENNEN?<br />

GIBT ES MODESÜNDEN? WIR FRAGEN DIE EXPERTEN.<br />

VON CHRISTOPH HEIGL<br />

Wer mit offenen Augen durch die Gegend<br />

rennt, macht die faszinierende Feststellung:<br />

Gute Läufer sehen schon im Stehen schnell<br />

aus. Nachdem man Fitnesszustand und Kilometerbestzeiten<br />

nicht im Stand erkennen kann, legt das einen<br />

möglichen Schluss nahe: Es muss an der Kleidung<br />

liegen.<br />

Laufkleidung ist schnittig, praktisch und stylish und<br />

hat sich in den letzten Jahren aufgeweitet in „normale“<br />

Laufbekleidung für die Straße, die Stadt, die Hobbyund<br />

Wettkampfläufer und in jene für die Sparte der<br />

Trailrunner, also jene, die abseits der Straßen im mehr<br />

oder weniger anspruchsvollen Gelände laufen. Viele<br />

Hersteller aus dem Running-Bereich nutzen Synergien<br />

mit der Outdoor-Branche und bieten mittlerweile Geländeläufern<br />

trendige Trail-Schuhe, eigene Mode und<br />

spezielles Equipment an.<br />

Warum eigentlich? Dass man anderes Schuhwerk<br />

braucht, wenn man abseits des Asphalts auf Feld- und<br />

Schotterwegen oder sogar in richtigem Gelände und<br />

im alpinen Bereich seine Runden zieht, leuchtet ein.<br />

Die Trails im Gelände sind uneben, steinig, rutschig<br />

– da braucht es den Grip und die Dämpfung eines<br />

echten Trailschuhs. „Aber auch sonst taucht man beim<br />

Trailrunning in eine andere Welt ein“, weiß Matthias<br />

Weissl, Laufexperte bei Gigasport. „Man läuft<br />

meistens länger und weiter als bei der kurzen Runde<br />

vor der Haustür, fährt eventuell sogar mit dem Auto<br />

hin. Das heißt, da will man dann schon zumindest<br />

den Autoschlüssel, das Handy und eine kleine Trink-<br />

Fotos: iStock<br />

98 <strong>SPORTaktiv</strong>


Das trailrun<br />

event<br />

von Frauen<br />

Für Frauen<br />

the trailrunning event For woMen by woMen<br />

Mädels,<br />

macht mit!<br />

flasche mithaben.“ Und deswegen hat der Trail-Markt diese Zutaten<br />

zu bieten, wie leichte Laufgürtel, Gilets oder minimalistisch kleine<br />

Laufrucksäcke, in denen man Riegel und Softflasks (minimalistische<br />

Trinkflaschen) verstauen kann. Oder eine Stirnlampe, wenn’s einmal<br />

später wird. Und die Mode? „Die Textilien sind in der Regel bei Trailrunning-Produkten<br />

viel technischer“, erklärt Peter Rödhamer, Laufexperte<br />

bei Intersport. „Sie verfügen über spezielle Features wie zum<br />

Beispiel einen speziellen gummierten Print im Schulterbereich für den<br />

Rucksack, sind für längere Läufe konzipiert und verfügen über mehr<br />

Taschen für Sportnahrung wie Riegel oder Gels.“ Die Materialien sind<br />

robuster, die Farben meist knalliger, heller und intensiver.<br />

Der SUV-Effekt<br />

Viele Elemente aus dem Coolness und Lässigkeit vermittelnden<br />

Outdoor- und Trail-Segment haben den Siegeszug in die normale,<br />

urbane Mode geschafft. Softshelljacken, Wanderhosen und knallige<br />

Trail-Schuhe sind längst auch beim Shoppen in der Stadt salonfähig.<br />

Die klassische Jogginghose gilt nicht mehr als Modesünde und findet<br />

sich aktuell sogar auf den Laufstegen dieser Welt. „Eben dadurch, dass<br />

die klassische Laufmode so modisch geworden ist, hat sich die Mode<br />

beim Trail-Running in die noch sportivere Richtung entwickelt“, erklärt<br />

Rödhamer. „Modesünden gibt es nicht mehr. Von engen Tights<br />

bis zu weiten Hosen findet jeder etwas für seinen Geschmack.“<br />

Große Schnittmenge<br />

Streng getrennte Communitys gibt es nicht, Straßen- und Geländeläufer<br />

haben doch eine große Schnittmenge. „Der Trend zum Trailrunning<br />

ist da, aber so ein Boom, dass es in Österreich getrennte Märkte gibt,<br />

ist es noch nicht“, sagt Gigasport-Experte Weissl. Mit Hosen, Shirts<br />

und Socken, mit denen man auf der Straße unterwegs ist, könne man<br />

bedenkenlos auch ins Gelände rennen. Und wie Peter Rödhamer von<br />

Intersport weiß, „ist nicht jeder Läufer, der im Wald, Gelände oder auf<br />

Schotter rennt, gleich ein Trailrunner. Vor allem in ländlichen Gegenden<br />

wechselt der Untergrund ja oft.“<br />

25.–27. Mai <strong>2018</strong><br />

woMens-trail.coM<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

99


LADIES,<br />

JETZT<br />

WIRD<br />

GELAUFEN!<br />

MOTIVIERTE FRAUEN SIND GEFRAGT! SPORTAKTIV|<br />

STELLT GEMEINSAM MIT DEM SPORTS-BRA-SPEZIALISTEN|<br />

„ANITA ACTIVE“ EINEN WÖCHENTLICHEN LAUFTREFF AUF|<br />

DIE BEINE. UNSER ZIEL: DER LADIESRUN GRAZ <strong>2018</strong>.|<br />

HÄLT, WAS ER<br />

VERSPRICHT<br />

... nämlich deine Brust! Von<br />

ANITA active bekommst du<br />

einen hochwertigen Sport-BH<br />

geschenkt: Der air control<br />

DeltaPad sorgt für optimalen<br />

Support von Cup AA–H,<br />

Unterbrustgröße 65–105.<br />

Du läufst gerne oder hast schon<br />

länger den Vorsatz, es regelmäßig<br />

zu machen? Dann bist du genau die<br />

Richtige für die „ANITA active Crew“. Wir<br />

suchen nämlich 15 motivierte Läuferinnen,<br />

die zusammen mit Crew-Leiterin Claudia<br />

Riedl aus dem <strong>SPORTaktiv</strong>-Team für den<br />

Grazer LadiesRun am 12. Mai <strong>2018</strong> trainieren.<br />

Damit die Perfor mance beim Frauenlauf<br />

dann auch wirklich stimmt, wird es von<br />

Ende März bis zum Tag X einen wöchentlichen<br />

Lauftreff in Graz geben.<br />

Gemeinsam zur Topform<br />

Für eine gute Performance sorgt auch der<br />

Sports-Bra-Profi ANITA active, der alle<br />

Läuferinnen mit einem hochwertigen Sport-<br />

BH ausstattet. Richtig sitzen soll der natürlich<br />

auch, daher gibt’s für die Lauftreff-Ladies<br />

eine kostenlose Passformberatung bei<br />

Kastner & Öhler in Graz obendrauf.<br />

Egal, ob Anfängerin oder ambitionierte<br />

Läuferin – beim Lauftreff ist jede motivierte<br />

Dame willkommen. Im Mai starten wir<br />

dann gemeinsam als Team beim LadiesRun<br />

Graz. Zusätzlicher Bonus: Crew-Mitglieder<br />

brauchen kein Nenngeld mehr bezahlen!<br />

Du möchtest Teil der Ladies-Crew<br />

werden? Dann verrate uns bis spätestens<br />

4. März <strong>2018</strong> in einer kurzen<br />

E-Mail-Nachricht, wieso du gerne bei<br />

unserem Lauftreff dabei wärst. Mehr Infos<br />

zur Anmeldung findest du im Kasten<br />

rechts. „First come, first served“ – die<br />

ersten 15 Bewerberinnen kommen zum<br />

Zug. Wir freuen uns auf DICH!<br />

Fotos: Anita, Fotostudio Alexandra<br />

100 <strong>SPORTaktiv</strong>


INFOS &<br />

ANMELDUNG<br />

Schicke uns deine Bewerbung<br />

mit dem Betreff „ANITA active<br />

Crew“ bis 4. März <strong>2018</strong> an:<br />

office.sportaktiv@styria.com<br />

Infos zum Frauen-Lauftreff<br />

Wo: Augartenbrücke, Augarten Graz<br />

Wann: Von 26. März bis 7. Mai <strong>2018</strong><br />

jeden Montag um 17.30 Uhr<br />

Trainingsdauer: ca. 45–60 Minuten<br />

Kosten: keine<br />

Voraussetzungen: Grundfitness<br />

5 Gründe<br />

WARUM DU DICH<br />

ANMELDEN SOLLTEST<br />

• Laufen in der Gruppe motiviert,<br />

macht Spaß und hält dich fit.<br />

• Mit fixen Trainingszeiten besiegst du<br />

den „inneren Schweinehund“.<br />

• Als exklusives Goodie gibt‘s einen<br />

Sport-BH von ANITA active inkl.<br />

Passformberatung.<br />

• Du startest gratis und im Team beim<br />

LadiesRun Graz <strong>2018</strong>.<br />

• Du lernst „Gleichgesinnte“ und vielleicht<br />

sogar neue Freunde kennen.<br />

CLAUDIA RIEDL<br />

ist <strong>SPORTaktiv</strong>-Redakteurin,<br />

begeisterte Hobbyläuferin<br />

und wird den Damen-<br />

Lauftreff anführen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

101


102 <strong>SPORTaktiv</strong>


WARUM<br />

JUNGE FRAUEN LAUFEN<br />

In den vergangenen Jahrzehnten hat<br />

sich die Stellung der Frau in der<br />

Laufsportszene gewandelt. Musste<br />

sich 1967 die Läuferin Kathrine Switzer<br />

noch heimlich und in Männerkleidung<br />

zum Boston Marathon schummeln. Erst<br />

1984 standen Damen aus aller Welt an<br />

der Startlinie des olympischen Frauen-Marathons.<br />

Und heute? Laufen in<br />

der Freizeit annähernd so viele Frauen<br />

wie Männer.<br />

IMMER MEHR FRAUEN ENTDECKEN DEN<br />

LAUFSPORT FÜR SICH – UND DIE ZIELGRUPPE<br />

VERÄNDERT SICH. WELCHE MOTIVATOREN VOR<br />

ALLEM JUNGE DAMEN IN BEWEGUNG VERSETZEN,<br />

WIESO ES SICH „IM RUDEL“ MANCHMAL LEICHTER<br />

LÄUFT UND WAS SOCIAL MEDIA MIT DER<br />

GANZEN RENNEREI ZU TUN HAT.<br />

VON CLAUDIA RIEDL<br />

Foto: iStock<br />

Trend der Verjüngung?<br />

Dass das weibliche Interesse am Laufen<br />

wächst, lässt sich etwa an diesen zwei<br />

Faktoren festmachen: Einerseits an der<br />

zunehmenden Anzahl von Laufveranstaltungen<br />

für Damen, den Frauenläufen,<br />

inklusive steigender Teilnehmerzahlen.<br />

Das bestätigt uns auch Achim<br />

Wippel, Veranstalter des LadiesRun<br />

Graz: „Vom Start des Events im Jahr<br />

2014 bis heute hat sich die Teilnehmerzahl<br />

auf 2.000 Läuferinnen verdoppelt.“<br />

Das zweite Indiz für den Lauf-Boom<br />

ist die steigende Nachfrage nach Damen-Laufartikeln.<br />

Matthias Weissl von<br />

Gigasport Graz spricht sogar von einer<br />

50:50-Gewichtung, wonach zurzeit<br />

genauso viele Frauen wie Männer ins<br />

Sportgeschäft pilgern, um sich mit<br />

Laufshirt und Co. einzudecken. Und<br />

die Lauftextilien werden zusehends<br />

modischer. Ein Fingerzeig in Richtung<br />

einer Verjüngung der Kundschaft? Jein!<br />

„Laufen ist und wird weiterhin eine<br />

Sportart bleiben, die die breite Masse<br />

begeistert“, so Weissl. Dennoch räumt<br />

er ein, dass heute jüngere Sportler die<br />

bestehende Läufer-Zielgruppe, bei Frauen<br />

und Männern, ergänzen: „Früher liefen<br />

primär Leute zwischen 35 und 60,<br />

in den letzten Jahren haben aber viele<br />

Jüngere das Laufen als Ausgleich zu<br />

anderen Sportarten entdeckt. Die Zielgruppe<br />

geht jetzt von 18 bis 60 plus.“<br />

Ursprünge der Motivation<br />

Die Lust am Laufen macht heute also<br />

auch vor den jüngeren Semestern nicht<br />

halt. Und was treibt speziell junge<br />

Damen dazu an, in ihre Laufschuhe<br />

zu schlüpfen? Wenn die nötigen Zeitressourcen<br />

fehlen, um eine landesweite<br />

Umfrage zu starten, bleibt nur eines,<br />

um diese Frage zu klären: Man hört sich<br />

im eigenen weiblichen Freundeskreis<br />

um. In diesem/meinem Fall (= Anmerkung<br />

der Verfasserin) umfasst der einige<br />

Hobby- wie auch Wettkampfläuferinnen<br />

zwischen 20 und 30 Jahren.<br />

Und wie zu erwarten sind die „Beweggründe“<br />

unterschiedlich: Während die<br />

eine ihre Fitness verbessern will, möchte<br />

die andere ihre Figur formen. Wieder<br />

andere schnüren sich die Laufschuhe,<br />

um sich auf Wettkämpfe vorzubereiten,<br />

Freunde zu treffen oder schlichtweg den<br />

Kopf „auszulüften“. „Durch meinen Bürojob<br />

verbringe ich viel Zeit sitzend – da<br />

brauche ich einen Ausgleich. Ich laufe<br />

vor allem, weil das eine Sportart ist,<br />

die ich bequem und flexibel in meinen<br />

Alltag einbauen kann“, meint etwa die<br />

27-jährige Kerstin Schlemmer aus Weiz<br />

(Stmk.).<br />

Ein noch ambitionierteres Ziel verfolgt<br />

dagegen ihre Alters- und Ortskollegin<br />

Sandra Willingshofer, die schon<br />

an mehreren Laufveranstaltungen teilgenommen<br />

hat: „Ich bin schon als kleines<br />

Mädchen gerne gelaufen. Heute betreibe<br />

ich diesen Sport, um fit zu bleiben und<br />

für Wettkämpfe zu trainieren. Mein Ziel<br />

ist es, <strong>2018</strong> einen Marathon zu laufen.“<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

103


Die Liste zu den Lauf-Motivatoren ließe<br />

sich noch lange so weiterführen. Anhand<br />

der stichprobenartigen Umfrage kristallisieren<br />

sich aber – vereinfacht gesagt –<br />

die folgenden fünf Lauftypen heraus:<br />

DIE FITNESS- BZW.<br />

GESUNDHEITSLÄUFERIN<br />

Sie läuft vor allem, um die<br />

Kondition zu verbessern sowie physisch<br />

und psychisch fit zu bleiben.<br />

DIE ABNEHMLÄUFERIN<br />

Ihr primäres Ziel ist es,<br />

das Körpergewicht zu<br />

reduzieren oder zu halten.<br />

DIE GENUSSLÄUFERIN<br />

Gelaufen wird, weil<br />

es Spaß macht.<br />

DIE WETTKAMPFLÄUFERIN<br />

Die sportliche Leistung steht im<br />

Vordergrund. In ihrem Kalender stehen<br />

bereits seit Jahresbeginn die<br />

wichtigsten Laufevents, an denen<br />

sie bestens in Form sein muss.<br />

DIE GRUPPENLÄUFERIN<br />

Das Laufen ist für sie<br />

ein Gemeinschaftserlebnis,<br />

weshalb sie meist mit einem Laufpartner<br />

unterwegs und bei Lauftreffs<br />

od. in Vereinen zu finden ist.<br />

Social Running<br />

Um gleich bei letzterem Lauftypus anzuknüpfen:<br />

Vor allem in Großstädten<br />

sieht man in letzter Zeit verstärkt ganze<br />

Grüppchen von laufenden Frauen an sich<br />

vorüberziehen. Was es damit auf sich hat?<br />

Vermutlich frönen sie einer zurzeit angesagten<br />

Freizeitbeschäftigung: dem „Social<br />

Running“ – oder auf Deutsch gesagt:<br />

dem gemeinsamen Laufen, bei dem man<br />

sich zu zweit oder in einer Läufer-Gruppe<br />

zum Joggen aufmacht.<br />

Und das Laufen „im Rudel“ wird<br />

unter den Frauen immer beliebter. Wieso?<br />

Das liegt für Maria Schraußer, die<br />

gemeinsam mit Kollegin Diana Materi<br />

den Frauenlauftreff der Grazer Laufcommunity<br />

„runninGraz“ anführt, auf<br />

der Hand: „Einer der größten Vorteile<br />

ist, dass man seinen ‚inneren Schweinehund‘<br />

besser im Griff hat, wenn ein fixer<br />

Lauftermin im Kalender steht. Herrscht<br />

eine gute Stimmung im Team, macht<br />

das Training mehr Spaß, man pusht sich<br />

gegenseitig und wetteifert gemeinsam.“<br />

Dass hier auch bei der einen oder<br />

anderen Dame der sportliche Ehrgeiz<br />

erwacht, ist naheliegend – und auch gut<br />

so, meint Schraußer: „In Gegenwart anderer<br />

Läuferinnen strengt sich ‚frau‘ für<br />

gewöhnlich mehr an. Außerdem werden<br />

gemeinsame Ziele leichter erreicht, weil<br />

weniger erfahrene Läuferinnen von den<br />

Routiniers lernen können.“ Nicht selten<br />

ergeben sich über das gemeinsame Hobby<br />

dann sogar enge Freundschaften.<br />

Stimmt also die Chemie zwischen den<br />

Läufer(inne)n – sowohl sympathie- als<br />

auch konditionstechnisch –, kann eine<br />

Laufpartnerschaft viele Vorteile bieten:<br />

feste Trainingszeiten, neue Kontakte,<br />

Erfahrungsaustausch, mehr Motivation<br />

und sogar mehr Sicherheit, vor allem bei<br />

Läufen im Dunkeln.<br />

Übrigens: Alle Damen, die jetzt Lust<br />

auf gemeinsame Lauftrainings bekommen<br />

haben, können sich für unsere<br />

„ANITA active Crew“ bewerben. Mehr<br />

Infos auf den Seiten 100 und 101.<br />

Social Media<br />

Nochmal zurück an den Start! Dass Laufen<br />

gerade „in“ ist, wissen wir aufgrund<br />

des eingangs erwähnten Event- und<br />

Laufartikel-Booms – und woher noch?<br />

Na klar, von den sozialen Medien.<br />

Vor allem die „Generation What?“,<br />

also junge Frauen und Männer zwischen<br />

18 und 34 Jahren, bedient sich gerne<br />

sozialer Plattformen, um ihre sportlichen<br />

(Lauf-)Erfolge mit dem Rest der<br />

Social-Media-Welt zu teilen: Während<br />

also Max Mustermann – Smartphone sei<br />

Dank! – über seine Lauf-App die rekordverdächtige<br />

5-km-Strecke samt Kalorienverbrauch<br />

postet, hält Lieschen Müller<br />

ihre vom Laufen geröteten Wangen stolz<br />

auf einem Selfie fest. #runningrules<br />

Dagegen spricht ja auch nichts – solange<br />

man es mit Selfie und Co. nicht<br />

übertreibt. In einer Studie der Brunel<br />

University in London geht man sogar<br />

davon aus, dass das ständige Veröffentlichen<br />

von Fitness-Postings auf Facebook<br />

auf ein psychisches Problem hindeutet<br />

– sprich, dass beim Posting-Getriebenen<br />

ein übermäßiges Bedürfnis nach Aufmerksamkeit<br />

und Anerkennung besteht.<br />

Ein hartes Zeugnis? Wer weiß. Und<br />

weiter gefragt: Steckt nicht vielleicht in<br />

uns allen ein kleiner Narzisst, der sich<br />

manchmal nach dem Lob seiner Mitmenschen<br />

sehnt? Vermutlich ja. Wenn<br />

wir ehrlich sind, kann man den geteilten<br />

Laufrouten und Jogger-Selfies auf<br />

Facebook & Co. auch etwas Positives<br />

abgewinnen. „Das Posten der Lauferfolge<br />

kann nützlich sein, um Nichtläufer<br />

zur Bewegung zu motivieren“, glaubt<br />

Lauftreff-Leiterin Schraußer. „Außerdem<br />

freut man sich über persönliche Erfolge<br />

gerne mal mit.“ #dasfindenwirauch<br />

Foto: iStock<br />

104 <strong>SPORTaktiv</strong>


DIE „KÖNIGE“<br />

LAUFEN AUFS KRONENJOCH<br />

Beim 7. Silvrettarun 3000 geht es am 13. und 14. Juli<br />

für Hobbyläufer und Profis auf drei Trailrunning-Distanzen<br />

von Ischgl nach Galtür. Die Königsdisziplin führt<br />

über die Marathon- Distanz und einen Dreitausender.<br />

Jede Teilnahme unterstützt einen guten Zweck.<br />

Foto: TVB Paznaun – Ischgl<br />

Infos und Anmeldungen:<br />

www.silvrettarun3000.com<br />

Zimmer buchen:<br />

TVB Paznaun – Ischgl<br />

Tel. +43 50 990<br />

info@paznaun-ischgl.com<br />

www.paznaun-ischgl.com<br />

Ob Hobbysportler, Marathonläufer<br />

oder versierter Trailrunner: Beim<br />

Silvrettarun 3000 findet jeder seine optimale<br />

Distanz von Ischgl nach Galtür. Drei<br />

unterschiedlich lange Strecken sorgen dafür.<br />

Der Laufevent passt sogar buchstäblich für<br />

die ganze Familie: Neben Einzelwertungen<br />

sind auch heuer wieder Kinder-, Team- und<br />

Gruppenwertungen möglich. Die Versierten<br />

wird interessieren, dass auf jeder Distanz<br />

auch Punkte für den Österreichischen Berglaufcup<br />

zu sammeln sind.<br />

11, 30 oder 42 Kilometer<br />

Was sind nun die drei Distanzen? Den<br />

Start in Ischgl und das Ziel in Galtür haben<br />

sie gemeinsam. „Small“ führt über 11,2<br />

km und 306 Höhenmeter, was auch für<br />

Einsteiger passt. „Medium“ ist mit 29,9 km<br />

und 1482 Höhenmetern schon was für sehr<br />

gut Trainierte. Die Strecke führt durch das<br />

beeindruckende Fimbatal und hoch bis zum<br />

Ritzenjoch (2685 m). Die Königsdisziplin<br />

„Hard“ wartet exakt mit der Marathondistanz<br />

(42,195 km) und 1814 Bergauf-Höhenmetern<br />

auf und nimmt als Höhepunkt<br />

das fast 3000 m hohe Kronenjoch ins<br />

Visier, bevor es nach Galtür geht.<br />

Kleine Läufer sind bei dem Event ganz<br />

groß: Bereits Vierjährige schnuppern beim<br />

Silvretta Kids Run erste Trailrunningluft.<br />

Wie bei den Erwachsenen stehen drei Distanzen<br />

auf dem Programm (450 m, 1000<br />

m, 2000 m).<br />

Und: Alle Teilnehmer des Silvrettarun<br />

3000 laufen auch im heurigen Jahr wieder<br />

für einen guten Zweck. Fünf Euro vom<br />

Startgeld gehen an die „Wings for Life“-Stiftung.<br />

Also: mitlaufen. Wer schnell<br />

ist und sich bis zum 30. April anmeldet,<br />

profitiert noch von der vergünstigten Startgebühr!<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

105


ENGEL SPORT SLIM FIT SHIRT<br />

• leichter Allrounder<br />

• körperbetonter Schnitt und<br />

hohe Formbeständigkeit<br />

• das weiche und edle Material<br />

aus 70 % Merinowolle und 28 %<br />

Seide sorgt für beste Atmungsaktivität<br />

und wirkt dabei angenehm<br />

temperaturausgleichend<br />

PREIS (UVP): € 77,95 / € 65,95<br />

www.engel-sports.com<br />

ENGEL SPORTS SHORTS<br />

• 200 g/m2<br />

• Schlüsseltasche vorne<br />

CEP TRAINING 2 IN 1<br />

SHORT<br />

• mehr Power für die<br />

Beinmuskulatur durch<br />

wirksame Kompression<br />

der eng anliegenden<br />

Base-Short<br />

• exzellenter Tragekomfort<br />

durch druckfreie<br />

Bundabschlüsse und<br />

flache Nähte<br />

SHIRTS UND<br />

SHORTS<br />

DU WILLST JA NICHT NACKT LAUFEN.|<br />

EINE AUSWAHL AN LEIBCHEN UND HOSEN|<br />

FÜR DIE LAUFRUNDE|<br />

CEP WINGTECH SHIRT<br />

• einzigartige Schnittführung<br />

und die Wirkweise der SMART<br />

WINGTECH STRIPES regen<br />

sensomotorisch zu einer<br />

besseren Körperhaltung an<br />

• leichtere Atmung und mehr<br />

Körpereffizienz beim Sport<br />

durch Einnehmen einer<br />

ergonomischen Haltung<br />

PREIS (UVP): € 59,90 / € 89,90<br />

www.cepsports.at<br />

JOL SPORT COMFORT<br />

KURZARM-SHIRT<br />

JOL SPORT MULTI-<br />

SPORT-HOSE<br />

LANGDISTANZ AUSTRIA<br />

• Flatlock-Nähte<br />

• rutschfestes Silikon-<br />

Abschlussband<br />

• optimaler Tragekomfort<br />

• extrem flacher Sitzpolster<br />

• Flatlock-Kontrastnähte<br />

• sehr elastisch<br />

• schnell trocknend<br />

• geruchsneutral<br />

• eng anliegend<br />

• aerodynamisch<br />

• Packmaß nur 200 ml<br />

PREIS (UVP): € 42,– / € 69,–<br />

www.jol.at<br />

ASICS 4‘‘ SHORTS<br />

• Feuchtigkeitsmanage-<br />

ment mit ASICS-Motion-Dry-Technologie<br />

• Breiter Brund<br />

• integrierte Reißverschlusstasche<br />

ASICS SEAMLESS SHIRT<br />

• Mesh auf der Rückseite für eine<br />

optimale Belüftung<br />

• nahtloses Design für<br />

herausragenden Komfort<br />

• schnell trocknendes Material<br />

PREIS (UVP): € 50,– / € 40,–<br />

www.asics.com<br />

Fotos: Hersteller<br />

106 <strong>SPORTaktiv</strong>


LA SPORTIVA BLITZ T-SHIRT<br />

• leichtes, schnell trocknendes<br />

T-Shirt mit Body-Mapping-<br />

Funktion<br />

• Mesh-Aufsätze an den<br />

Schweißzonen verbessern<br />

Atmungsaktivität<br />

• geruchsneutralisierend und<br />

antibakteriell durch Polygiene<br />

für lang anhaltende Frische<br />

PREIS (UVP): € 49,– / € 55,–<br />

www.lasportiva.com/de<br />

LA SPORTIVA<br />

AUSTER SHORT<br />

• leichte und widerstandsfähige<br />

Laufhose<br />

mit Body-Mapping-<br />

Funktion<br />

• Waist-Comfort-Funktion<br />

garantiert durch elastische<br />

seitliche Einsätze<br />

Bewegungsfreiheit<br />

SALOMON S/LAB<br />

SUPPORT HALF<br />

• in das Material eingearbeiteter,<br />

unterstützender<br />

Film sorgt auf der<br />

Vorder- und Rückseite<br />

für eine kontrollierte<br />

Körperhaltung<br />

• leichtes, weiches,<br />

dehnbares Material<br />

SALOMON TRAIL<br />

RUNNERS TEE<br />

• leichtgewichtiges Kurzarmhemd<br />

• bietet atmungsaktiven Tragekomfort<br />

und trocknet schnell<br />

• Bambuskohlefasern sorgen<br />

für natürliche Geruchshemmung<br />

PREIS (UVP): € 45,– / € 80,–<br />

www.salomon.com<br />

ON PERFORMANCE T-SHIRT<br />

• Vorderseite aus schnell trocknendem<br />

Hightech-Gewebe, das<br />

abschirmt und schützt<br />

• den Rücken überzieht ein atmungsaktives<br />

Netzgewebe.<br />

Vollständig verklebt und<br />

nahtlos<br />

PREIS (UVP): € 79,95 / € 79.95<br />

www.on-running.com<br />

ON RUNNING SHORTS<br />

• das ultraleichte, schnell<br />

trocknende Hightech-Gewebe<br />

endet in einem bequemen<br />

Bund<br />

• die feuchtigkeitsfeste Gesäßtasche<br />

schützt Schlüssel,<br />

Karten oder das Smartphone<br />

LÖFFLER HOTBOND®<br />

REFLECTIVE ZIP SHIRT<br />

UND TIGHTS<br />

• mit der bewährten hotBOND®-<br />

Technologie werden hochelastische<br />

Materialien mittels Ultraschall-Verschweißung<br />

(statt mit<br />

Nadel und Faden) verbunden<br />

• durch eine spezielle Verarbeitungstechnik<br />

reflektieren die<br />

Verbindungspunkte bei Anstrahlung.<br />

Das bedeutet für<br />

Tights und Shirts: keine Nähte,<br />

die drücken oder scheuern,<br />

plus mehr Sicherheit durch 360<br />

Grad Sichtbarkeit.<br />

PREIS (UVP): € 79,99 / € 54,99<br />

www.loeffler.at<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

107


DYNAFIT ULTRA GORE-TEX®<br />

SHAKEDRY JACKE W<br />

• Zwei-Lagen-Funktionsjacke aus<br />

GORE-TEX® Active Shell mit innovativer<br />

SHAKEDRY-Technologie<br />

• Leichtgewicht – nur 150 g (M)<br />

• ist winddicht und bietet mit einer<br />

Wassersäule von 28.000 mm vollen<br />

Wetterschutz und Komfort<br />

• sehr hohe Atmungsaktivität<br />

PREIS (UVP): € 330,–<br />

www.dynafit.com<br />

LAUF<br />

JACKEN<br />

WENN SELBST WIDRIGE BEDINGUNGEN|<br />

NICHT STÖREN UND DU DICH|<br />

RUNDUM WOHLFÜHLST, LIEGT ES|<br />

AN DER BEKLEIDUNG|<br />

LA SPORTIVA TYPHOON JACKET W<br />

• extrem vielseitige Softshelljacke<br />

• besticht durch Leichtigkeit,<br />

Tragekomfort, Atmungsaktivität<br />

und reflektierende Details<br />

• seitlich versteckter Reißverschluss<br />

• Mesh-Aufsätze am Rücken<br />

• geruchsneutralisierend und<br />

antibakteriell durch Polygiene<br />

für lang anhaltende Frische<br />

PREIS (UVP): € 129,–<br />

www.lasportiva.com/de/<br />

NEW BALANCE VENTED<br />

PRECISION JACKET W<br />

• wind- und wasserdichtes<br />

Stretch-Material<br />

• Mesh-Einsatz am Rücken und<br />

Laser-Perforationen im oberen<br />

Rückenbereich<br />

• elastischer Bund<br />

• reflektierende Elemente<br />

PREIS (UVP): € 189,95<br />

www.chrissports.eu<br />

ASICS ACCELERATE JACKET W<br />

• wind- & wassergeschützt für<br />

optimalen Komfort bei jedem<br />

Wetter<br />

• 360° Sichtbarkeit<br />

• komplett versiegelte Nähte<br />

PREIS (UVP): € 140,–<br />

www.asics.com<br />

Fotos: Hersteller<br />

108 <strong>SPORTaktiv</strong>


ON WEATHER JACKET M<br />

• ultraleichte Laufjacke mit 360°-Ventilation<br />

für einen Lauf durch Wind und Regen<br />

• die ausgereifte Kapuze schmiegt sich um<br />

den Kopf, ohne den Sichtbereich einzuschränken<br />

• Oberkörperschutz<br />

• eine multifunktionale Pack-me-Tasche<br />

• gewichtssparendes Ripstop-Material<br />

PREIS (UVP): € 239,95<br />

www.on-running.com<br />

LÖFFLER GORE-TEX® SHAKEDRY TM M<br />

• die LÖFFLER-Concept-Jacke ist High-<br />

End Wind- und Regenschutz auf dem<br />

neuesten Stand der Technik.<br />

• ihre GORE-TEX®-ACTIVE-SHAKE-<br />

DRY TM -Oberfläche lässt Wasser einfach<br />

abperlen<br />

• dauerhaft wasserdicht und winddicht<br />

– nachimprägnieren ist nicht nötig<br />

PREIS (UVP): € 249,99<br />

www.loeffler.at<br />

SALOMON OUTSPEED 3-LAYER<br />

JACKE M<br />

• für On- und Off-Trail-Expeditionen<br />

• clever platzierte Vordertaschen<br />

• Jacke einfach in ihrer eigenen<br />

Brusttasche verstauen<br />

• dank elastischer Anpassung und<br />

AdvancedSkin-Dry-Material ist sie<br />

leicht und gleichzeitig robust<br />

• verstellbare Taille und Gürtelschlaufen<br />

PREIS (UVP): € 200,–<br />

www.salomon.com<br />

X-BIONIC STREAMLITE RUNNING<br />

JACKET M<br />

• für die kühleren Tage entwickelt<br />

• ein Leichtgewicht mit nur 120 Gramm<br />

• durch die in der Jacke verarbeitete<br />

symbionic®-Superlite-Membran wird<br />

ein optimales Klima innerhalb der Jacke<br />

gefördert, was weniger an den Energiereserven<br />

zehrt<br />

PREIS (UVP): € 199,–<br />

www.x-bionic.at<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

109


AUS<br />

PRO<br />

BIERT<br />

RUN<br />

BLICKFANG AM TRAIL<br />

Ins Auge sticht der Stock von Komperdell auf<br />

den ersten Blick. Ist das ein Abfahrtsmodell,<br />

das sich in der Hocke aerodynamisch an den<br />

Körper schmiegt? Die Biegung lässt das vermuten.<br />

Nur: Der „Trail Runner Bent“ (UVP € 99,95)<br />

ist ein Stock für Trailläufer. Die Biegung soll<br />

beim Tragen Vorteile bringen, da der Stock dann<br />

gewichtsmäßig optimal austariert in der Hand<br />

liegt. Beim Aufrichten ist er dann automatisch in<br />

der richtigen Position, also so, dass man gleich<br />

in die Schlaufe schlüpfen kann, ohne ihn noch in<br />

Position drehen zu müssen.<br />

Auf einer kurzen Testrunde im Gelände hat er<br />

sich bewährt. Bergauf und bergab. Lange Laufpassagen<br />

in der Ebene sind damit allerdings kein<br />

Genuss. Erstens weil es leichtere Alternativen<br />

gibt, zweitens, weil er nicht faltbar und damit<br />

nicht im Rucksack verstaubar ist. Wer auf der<br />

Laufrunde aber gern angesprochen wird – für<br />

den ist er optimal. Denn ein Hingucker ist er auf<br />

jeden Fall.<br />

SPORTAKTIV MACHT AKTIV<br />

SPORT. WIR PROBIEREN AUF<br />

VIELEN LAUFRUNDEN AUS:<br />

EINEN STOCK, EIN SHIRT,<br />

EINEN SCHUH.<br />

VON KLAUS HÖFLER UND KLAUS MOLIDOR<br />

Fotos: Gernot Eder, Hoka One One<br />

110 <strong>SPORTaktiv</strong>


LAUFEN IM<br />

ERSTEN STOCK<br />

PASST, SITZT UND HAT LUFT<br />

Dick, dicker, Hoka One One. Die Schuhe der Marke, die 2009 in<br />

Frankreich gegründet wurde und heute ihren Sitz in Kalifornien<br />

hat, fallen durch ihre fetten Sohlen auf. Damit stehst du gleich<br />

einen Stock höher. Die Grundintention der Gründer und ehemaligen<br />

Salomon-Mitarbeiter Jean-Luc Diarf und Nicolas Mermoud<br />

war, einen Schuh zu entwickeln, mit dem man bei Trailläufen<br />

schneller bergab laufen kann. Wir haben uns aber für ein Straßenmodell<br />

entschieden, den „Clifton 4“ (UVP € 130,–).<br />

Die Passform ist gut, allerdings solltest du keinen allzu breiten<br />

Fuß haben. Dann die ersten Schritte. Weich aber nicht<br />

schwammig, angenehmes Abrollverhalten. Dazu fühlt er sich<br />

leicht an. Ein Gefühl, das sich vor allem auf längeren Strecken<br />

bezahlt macht. Weil er nicht nur optisch viel Dämpfung verspricht,<br />

sondern tatsächlich auch hält, ist er auch nach 20, 25<br />

Kilometer noch angenehm zu laufen und Fuß, Beine und Hüfte<br />

winseln nicht um Gnade bzw. Ende der Runde.<br />

Die schwierigste Übung? Seinen Körper am Beginn des Trainings<br />

in das knackenge Twyce-Running-Shirt (UVP €109,–) zu<br />

stopfen. Im Unterschied zu lockerluftig sitzenden Laufleiberln<br />

legt sich ein Kompressionsshirt nämlich – im echten Wortsinn<br />

– „hautnah“ an. Und das eben durchaus mit Druck. Ungewohnt,<br />

aber nicht unangenehm, weil es sanft stützt. Und was<br />

die Eigenschaften des Stoffs angeht, merkt man bei X-Bionic<br />

die aus jahrelanger Erfahrung gespeiste Expertise. Ein Team<br />

aus Naturwissenschaftlern und Sportlern hat dafür Anleihen<br />

in der Tierwelt genommen: ob Eisbär, Fuchs, Oktopus oder<br />

Salamander: deren besondere Hauteigenschaften wurden<br />

analysiert und darauf aufbauend ein Stoffgemisch produziert,<br />

das tatsächlich auch im nassgeschwitzten Zustand weder<br />

Passform verliert noch sauschwer wird und den Schweiß<br />

sogar als Klimaanlage „wiederverwertet“. Passt, sitzt und hat<br />

Luft, sozusagen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

111


ASICS LEG BALANCE<br />

• verbesserte Blutzirkulation<br />

• ASICS-MotionProtect<br />

• Muskel- und Gelenksstabilisation<br />

• Knöchelstabilität<br />

• gezielte Dämpfung<br />

• NanoGLIDE-Garn im Zehen- und<br />

Fersenbereich gegen Reibung<br />

PREIS (UVP): € 40,–<br />

www.asics.com<br />

SALOMON RECOVERY<br />

• Kompression an den Waden<br />

lässt das Blut zurück in den<br />

Körper fließen<br />

• Muskelunterstützung<br />

• wärmen die Muskeln<br />

• gerader Schnitt für normale<br />

Bewegungsfreiheit<br />

PREIS (UVP): € 30,–<br />

www.salomon.com<br />

CEP NIGHTTECH<br />

• dank auffallend platzierter<br />

Farb-Reflektordots sicher durch<br />

die Dunkelheit<br />

• optimale Regenerations- und<br />

Leistungsfähigkeit durch gezielt<br />

eingesetzte medi compression<br />

• eng anliegendes Fußteil für perfekten<br />

Tragekomfort und blasenfreies<br />

Laufen<br />

PREIS (UVP): € 54,90<br />

www.cepsports.at<br />

DRUCK, DER<br />

GUT TUT<br />

MEHR LEISTUNG UND SCHNELLERE REGENERATION|<br />

DURCH KOMPRESSIONS-STRÜMPFE|<br />

X-BIONIC COMPETITION MAN<br />

• steigert die Leistungsfähigkeit<br />

der Muskulatur und die Kühlwirkung<br />

an der Wade auf ein Maximum<br />

• optimiert die Kondition, die<br />

Wadendurchblutung und sorgt<br />

für eine bessere Absorption von<br />

Sauerstoff und Nährstoffen im<br />

Muskel.<br />

PREIS (UVP): € 59,–<br />

www.x-bionic.at<br />

Fotos: Hersteller<br />

LINZ<br />

GRAZ<br />

WIEN<br />

112 <strong>SPORTaktiv</strong><br />

9. JUNI<br />

12. MAI 29. SEPT.


DEIN LAUF<br />

IN DIE NACHT<br />

DER ING NACHT-MARATHON<br />

IN LUXEMBURG AM 12. MAI<br />

STARTET ERST UM 19 UHR.<br />

GEWINNSPIEL<br />

Mit <strong>SPORTaktiv</strong> kannst du<br />

dabei sein: Wir verlosen einen<br />

Startplatz (inklusive Partner und<br />

Hotelpaket) unter allen, die bis<br />

4. April ein Laufselfie per E-Mail<br />

an office.sportaktiv@styria.com<br />

senden. Viel Glück!<br />

Foto: Enovos, Norbert Wilhelmi<br />

ANMELDUNG<br />

ONLINE<br />

ing-night-marathon.lu<br />

Für gewöhnlich müssen Marathonläufer<br />

früh aus den Federn, denn die<br />

Veranstaltungen beginnen meist in den<br />

Morgenstunden. Anders ist das Konzept<br />

im Großherzogtum Luxemburg, es<br />

spricht auch die Langschläfer unter den<br />

Sportlern an: Der ING Night Marathon<br />

Luxembourg am 12. Mai beginnt<br />

erst um 19 Uhr.<br />

Unter den Strahlen der Abendsonne<br />

werden die Läufer auf die Reise geschickt.<br />

Dann wird es idyllisch: durch<br />

ein Spalier von Zuschauern in den<br />

engen Gassen der Altstadt, der Hexenkessel<br />

am Place Guillaume, die stillen<br />

Parks im Zentrum, die Volksfeste in<br />

den Villenvierteln – der ING Night<br />

Marathon zählt zu den stimmungsvollsten<br />

Läufen Europas. Das schlägt<br />

sich auch in den Teilnehmerzahlen nieder.<br />

Heuer erhöht man das Starterfeld<br />

sogar auf 16.000 Läufer. Der Clou:<br />

<strong>SPORTaktiv</strong> verlost ein Startpaket<br />

(Infos siehe oben).<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

113


RUND<br />

UM DEN<br />

GLOCKNER<br />

Es ist ein episches Abenteuer.<br />

Beim Großglockner<br />

ULTRA-TRAIL ® von<br />

27.–29. Juli wird Österreichs<br />

höchster Berg umrundet.<br />

Die Strecke führt über 110<br />

km und 6500 Höhenmeter<br />

durch 3 Bundesländer, 7<br />

Täler und 6 Orte, durch den<br />

Nationalpark Hohe Tauern<br />

und an 14 Gletschern vorbei.<br />

300 Gipfel über 3000 m<br />

bilden die Kulisse.<br />

Neben der Originalstrecke<br />

gibt es drei weitere Distanzen,<br />

der Einstieg ist ab 30<br />

km/1000 Höhenmeter möglich.<br />

Oder man teilt sich die<br />

110 km als Zweierstaffel.<br />

www.ultratrail.at<br />

Foto: Großglockner Ultra-Trail/wisthaler.com<br />

114 <strong>SPORTaktiv</strong>


<strong>SPORTaktiv</strong> 115


HUPF IN<br />

GATSCH...<br />

116 <strong>SPORTaktiv</strong>


IMMER WENIGER LEUTE LAUFEN|<br />

MARATHON UND HALBMARATHON,|<br />

DAFÜR BOOMEN GATSCHLÄUFE WIE|<br />

DIRT-RUN, MUDDY ANGEL ODER|<br />

GRAZATHLON. WARUM DAS SO IST,|<br />

HABEN WIR DEN SPORTPSYCHOLOGEN|<br />

DR. ALOIS KOGLER GEFRAGT.|<br />

VON KLAUS MOLIDOR|<br />

Erleben wir im Alltag so wenig, dass<br />

wir uns in der Freizeit freiwillig in einen<br />

Container Gatsch werfen?<br />

Wir wollen immer etwas Neues ausprobieren,<br />

das gehört zum Menschen. Und<br />

wir wollen vom Neuen eigentlich das<br />

Gleiche haben. Das Laufen ist eine Uraltgeschichte,<br />

da kannst du nichts mehr<br />

Neues erfinden. Durch den berühmten<br />

Marathonlauf 400 v. Chr. hat das Laufen<br />

einen Mythos und eine Magie. Wir<br />

haben diese Regel – die auch eine Medienregel<br />

ist: immer mehr vom Gleichen,<br />

aber immer etwas Neues.<br />

Auch wenn es dann ins Extreme geht?<br />

Auch der Drang zu höher, schneller, weiter<br />

gehört zum Menschen. Rupert Riedl,<br />

der berühmte Biologe hat gesagt: Das<br />

menschliche Gehirn ist ein Extremorgan<br />

und wo immer wir können, wollen wir<br />

auch unsere eigenen Extreme, unsere<br />

eigenen Grenzen ausprobieren. Beim<br />

Marathon kann man nichts mehr Neues<br />

ausprobieren. Bei den Fun-Runs kommen<br />

der Spaß und die Freude sich zu<br />

zeigen dazu.<br />

Foto: Wildsau Dirt Run/Marcel Wurzer<br />

Also eine Gier nach Aufmerksamkeit?<br />

Absolut. Gier nach Aufmerksamkeit,<br />

Selbstpräsentation. Ich bin gut, ich<br />

bin besser als die anderen oder ich bin<br />

zumindest besser als beim letzten Mal.<br />

Gatschläufer sind Leute, die sich gerne<br />

zeigen, sich präsentieren. Es steigert das<br />

Selbstwertgefühl, die Selbstwirksamkeit.<br />

Oh, ich komm da rauf, hau mich<br />

in den Gatsch. Eigene Leistung. Ich<br />

hab’s gezeigt. Mir und den anderen und<br />

der Welt. Dazu kommen die medialen<br />

Gesetzmäßigkeiten: Gatschläufe liefern<br />

andere Bilder. Das bringt eine neue<br />

Sichtbarkeit. Und vielleicht bin ich dann<br />

im Fernsehen, in der Zeitung zu sehen.<br />

Ein Antrieb für Gatschläufer ist, aus<br />

der Masse hervorzustechen?<br />

Einerseits. Andererseits will der Mensch<br />

einer Gruppe angehören. Wir sind ein<br />

Herdentier. Das gehört auch zu unserem<br />

Selbstwert. Unser Verhalten in der<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

117


Gruppe spiegelt unseren Selbstwert zum<br />

Teil wieder. Wir wollen uns mit anderen<br />

vergleichen. Das tun wir dauernd. Das<br />

fängt beim Kleinkind an. „Mei, das<br />

Baby, ganz der Papa.“ Der persönliche<br />

Vergleich gehört zum menschlichen<br />

Leben und auch zum Selbstwert. Zugehörigkeit<br />

zur Gruppe, Vergleich mit anderen.<br />

Wer ist größer, wer ist schneller?<br />

Und wir wollen unsere eigene Leistung<br />

steigern, wollen uns immer messen.<br />

Hat das nicht auch mit dem Ausbrechen<br />

aus dem Alltagstrott zu tun?<br />

Natürlich ist das ein Phänomen einer<br />

gesättigten Gesellschaft. Wir haben so<br />

viele Dinge, die wir tun und tun müssen.<br />

Wir sind extrem getaktet. All die<br />

Leute, die da teilnehmen, die haben<br />

ihren Alltagsrhythmus beinhart in ein<br />

Zeitkorsett gezwängt. Und da können<br />

wir diesem Korsett einmal entfliehen.<br />

Ich sage in der Therapie immer: Macht’s<br />

aus dem Tag nicht eine lange Wurst, wo<br />

überall das Gleiche drinnen ist, sondern<br />

macht kleine Kuchenstücke daraus, das<br />

ist gut für euer Leben. Und so ein Bewerb<br />

ist ein Kuchenstück für den Alltag.<br />

,,GATSCHLÄUFE SIND<br />

SCHON EIN PHÄNOMEN<br />

EINER GESÄTTIGTEN<br />

GESELLSCHAFT“<br />

Wie entwickelt sich aber aus so einem<br />

speziellen Event ein Massenphänomen?<br />

Erst sind es drei, dann fünf, dann zehn<br />

Leute, die das machen. Ab irgendeinem<br />

Zeitpunkt wird eine kritische Masse<br />

übersprungen, dann bekommt das eine<br />

eigene Dynamik. He, der lauft, das<br />

muss ich auch machen. Und dann, ganz<br />

wichtig, entwickelt sich eine Industrie<br />

dazu, ein oder mehrere Geschäftszweige.<br />

Schuhe, Shirts, Hosen speziell für das<br />

Laufen.<br />

Die Leistungsgesellschaft zwingt uns<br />

ins Regelkorsett, beim Gatschlauf<br />

kann ich mich dreckig machen, ohne<br />

schief angeschaut zu werden.<br />

Ja, da kann ich wieder Kind sein. Ganz<br />

ein wichtiger Punkt. Wir unterscheiden<br />

ja mehrere Ichs. Das ganz kleine Baby-Ich,<br />

das Kindheits- und pubertäre<br />

Ich. Und im Gatschlauf kommt das pubertäre<br />

Ich zum Zug. Da kann ich mich<br />

austoben. Gatsch ist ja wirklich was<br />

Besonderes. Kinder spielen mit Vorliebe<br />

darin und wenn wir Eltern das verhindern,<br />

ist das eigentlich schlecht. Wir<br />

sollen die Kinder in den Gatsch lassen.<br />

Da kommt dieses Ich durch. Da brauch<br />

ich mich für meine kindlichen Dummheiten<br />

nicht schämen.<br />

Wird das stärker, je höher der Leistungsdruck<br />

einer Gesellschaft ist und<br />

je getakteter der Alltag ist?<br />

Ja, das sind ja auch widersprüchliche<br />

Prozesse. Wir haben eine enorme<br />

Selbstdisziplinierung. Das ist wirklich<br />

ein Psychotrend. Selbstdisziplin durch<br />

Ernährung zum Beispiel. Wir sprechen<br />

von der Orthorexie, also von der richtigen<br />

Ernährung. Wir haben Berater,<br />

Diäten, wir feilen immer, wir zeichnen<br />

jeden Schritt am Handy auf. Das ist eine<br />

uralte Geschichte. Ich muss mich immer<br />

verändern, immer disziplinieren. Beim<br />

Training disziplinier ich mich aber freiwillig<br />

– bis über die eigene Grenze. Das<br />

funktioniert besonders gut, wenn es aus<br />

mir selber kommt. Wir disziplinieren uns<br />

andauernd. Und bei den Fun-Runs kann<br />

ich dann das Kindheits-Ich rauslassen.<br />

Die Gesellschaft gibt uns den Rahmen,<br />

einmal richtig die Sau rauszulassen.<br />

Aber belügen wir uns da nicht selbst,<br />

wenn auch der Ausbruch aus dem Alltagstrott<br />

erst wieder einen Superlativ<br />

braucht?<br />

Der größte Manipulator seiner selbst ist<br />

der Mensch. Wir tun das ständig selbst.<br />

Fotos: Grazathlon/GEPA Pictures, Alois Kogler<br />

118 <strong>SPORTaktiv</strong>


Letztlich hängt das auch mit der Sinngebung<br />

zusammen. Man soll das nicht<br />

unterschätzen. Wir geben uns alle einen<br />

Sinn im Leben und sind uns dessen oft<br />

gar nicht bewusst. Ein wesentlicher Sinn<br />

in der Geschichte der Menschheit ist<br />

diese Selbstdisziplin. Das hängt schon<br />

mit dem Lebenssinn zusammen. Ich<br />

glaub nicht, dass wir uns damit belügen.<br />

Sondern es ist eine ganz komplexe Form<br />

von: „Wir geben unserem Leben auch<br />

damit einen zusätzlichen Sinn“, der da<br />

lautet: Selbstdisziplinierung in Freiheit.<br />

Das kommt da ideal zum Ausdruck.<br />

Ist der Boom ein Zeichen, ein Gegenpol<br />

zur gesellschaftlichen Entwicklung<br />

zu immer mehr Druck, immer<br />

engerer Takt?<br />

Auch ein Thema. Die Balance zu finden<br />

zwischen Belastung und Entspannung.<br />

Wir arbeiten alle extrem, der Großteil<br />

der Bevölkerung. Wenn wir ins Extrem<br />

gehen, greifen wir auf uralte Muster<br />

zurück. Das ist auch ein Trend zur<br />

Archaisierung. Nehmen wir die alten<br />

griechischen Spiele. Kroton, der berühmteste<br />

Olympionike im alten Athen,<br />

hat viermal gewonnen und ausgesorgt<br />

gehabt. Der hat diese menschliche Urkraft<br />

symbolisiert. Wie Schwarzenegger<br />

in unserer Zeit. Archaische Kraft. Das<br />

wird in unserem elektronischen Zeitalter<br />

wieder stärker. Da kommen die menschlichen<br />

Urkräfte stärker zum Vorschein<br />

als in einer Zeit, in der man solche technischen<br />

Möglichkeiten nicht hat. Nach<br />

dem Krieg wäre man als Gatschläufer<br />

für blöd gehalten worden. Der spinnt ja<br />

völlig. Es ist schon ein Zeichen, dass wir<br />

in Zeiten des Reichtums und der Entfremdung<br />

wieder auf unsere ureigensten<br />

Kräfte und Symbole zurückgreifen.<br />

Zeige ich als Gatschläufer nicht auch<br />

die Zugehörigkeit zu einer Elite?<br />

Natürlich. Ich bin schon ein Besonderer<br />

dadurch. Das war am Anfang am Weg<br />

zu den Massenmarathons schon so. Ich<br />

bin Elite. Zielsetzung ist ein hoher Wert.<br />

Scheint ein Widerspruch zu sein, aber<br />

das ist ein Wert. Und wir gieren nach<br />

Werten, gerade in einer Zeit, in der man<br />

glaubt, dass die Werte verschwimmen.<br />

CELTIC WARRIOR<br />

3. März, Zillingtal/Burgenland<br />

www.celtic-warrior.at<br />

WILDSAU DIRT RUN<br />

21. April, Steyregg (OÖ),<br />

weitere Termine in<br />

(W, V, B, S, St. NÖ)<br />

www.wild-sau.com<br />

SPARTAN RACE VIENNA<br />

12. Mai, Wr. Neustadt (NÖ)<br />

www.spartanrace.de<br />

STIFTATHLON<br />

20. Mai, Klosterneuburg (NÖ)<br />

www.stiftathlon.at<br />

E-GRAZATHLON<br />

9. Juni, Graz<br />

www.grazathlon.at<br />

FISHERMAN‘S FRIEND<br />

STRONGMANRUN<br />

14. Juli, Flachau (S)<br />

www.strongmanrun.at<br />

X CROSS RUN<br />

16. Juni, Wien<br />

www.xcrossrun.at<br />

MUDDY ANGEL<br />

8. September, Wien<br />

www.muddyangelrun.com<br />

DR. ALOIS<br />

KOGLER<br />

lebt und arbeitet als Sport- und<br />

Medienpsychologe sowie<br />

Psychotherapeut in Graz<br />

Ich seh das nicht so, weil sich die Werte<br />

nur ein bissl verschieben. Aber es ist ein<br />

hoher Wert, dass wir Kontrolle über uns<br />

haben, dass wir Ziele haben, dass wir einen<br />

Sinn haben, und so widersprüchlich<br />

das scheint – hohe Werte, Sinnhaftigkeit<br />

des Lebens und Gatschlauf – aber das<br />

passt eben zusammen, weil das in unserer<br />

Person im pubertären Ich, im Kindheits-Ich<br />

drinnen ist.<br />

Kommen wir noch einmal zurück zum<br />

Anfang. Erleben wir zu wenig?<br />

Nein, wir haben in den 1950er-Jahren<br />

vom Gefühl her gleich viel erlebt wie<br />

jetzt, obwohl wir viel weniger erlebt haben.<br />

Viel weniger Unterschiedliches. Es<br />

ist immer ein Maß des gesellschaftlichen<br />

Rahmens, der gesellschaftlichen Möglichkeiten.<br />

Wir erleben insofern zu wenig,<br />

als wir viel mehr Möglichkeiten haben.<br />

Unsere Gesellschaft muss viel mehr<br />

auswählen, sich viel mehr entscheiden als<br />

in früheren Zeiten. Das Zu-wenig-Erleben<br />

hängt mit den eigenen Entscheidungen<br />

zusammen. Leben heißt auswählen.<br />

In unserer Zeit ganz besonders. Ich kann<br />

ja hundert ähnliche Gschichtln machen,<br />

also muss ich auswählen und das ist<br />

auch ein menschlicher Wert, ein Sinn:<br />

entscheide dich. Der Zwang zur Entscheidung<br />

hängt natürlich zusammen<br />

mit den Möglichkeiten und die sind<br />

viel größer und daher kann man schon<br />

das Gefühl haben, weniger zu erleben.<br />

Aber tatsächlich erleben wir viel mehr<br />

als in den 1950er-Jahren. Viel mehr<br />

Verschiedenes.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

119


IN DREI<br />

JAHREN ZUM<br />

TRAILKÖNIG<br />

Einen steilen Aufstieg hat der<br />

Hochkönigman hingelegt:<br />

Von einer kühnen Idee zu<br />

einem der Top-Trailrunning-Bewerbe<br />

Österreichs in<br />

lediglich drei Jahren. 1000<br />

Teilnehmer, tolle Strecken<br />

und ständige Neuerungen<br />

führten dazu, dass der Event<br />

2017 bei den „Trailawards“<br />

prämiert wurde.<br />

Countdown und Anmeldefrist<br />

für die 4. Auflage von<br />

1. bis 3. Juni <strong>2018</strong> laufen<br />

schon. Zwei neue Highlights<br />

gibt es wieder: den Easy Trail<br />

mit 10 km/300 hm und den<br />

Hochkönig Cross Warrior<br />

mit spaßiger Hindernisaction.<br />

Bestens etabliert: Speed<br />

Trail (24 km/1500 hm),<br />

Marathon Trail (47 km/2900<br />

hm) und Endurance Trail (85<br />

km/5000 hm). Auf Letzterem<br />

werden wieder die Staatsmeister<br />

gekürt.<br />

www.hochkoenigman.run<br />

Foto: Hochkönigman<br />

120 <strong>SPORTaktiv</strong>


<strong>SPORTaktiv</strong> 121


DREI TAGE, DREI ETAPPEN, EIN SIEGER<br />

Rund um den Ossiacher See steigt die zweite Auflage<br />

des dreitägigen Lauffestivals Tour de Kärnten-Run.<br />

31. AUGUST BIS 2. SEPTEMBER. Drei knackige Bewerbe<br />

warten bei diesem Lauffestival auf die Teilnehmer: Los geht<br />

es am 31. August mit einem Traillauf über 14 Kilometer.<br />

Tags darauf wartet der Bleistätter Moorlauf mit 21 Kilometern<br />

und zum Abschluss gilt es beim Berglauf 7 Kilometer<br />

und 500 Höhenmeter zu überwinden. Die Gesamtsieger<br />

werden über alle drei Bewerbe ermittelt. Wem das Paket zu<br />

fordernd ist, kann die Läufe auch einzeln buchen oder den<br />

Volkslauf im Team laufend bestreiten bzw. Nordic-walken.<br />

www.tourdekaernten.at<br />

24 STUNDEN IM LAUFSCHRITT<br />

Der 24-Stunden-Lauf im steirischen Irdning ist der größte<br />

Ultralauf Europas. Durch die Staffel kann jeder dabei sein.<br />

29./30. JUNI. Streckenchef Eckehart Neuper, Bürgermeister<br />

Herbert Gugganig und Organisator Achim Wippel (im Bild<br />

v. l. n. r.) laden nicht nur die extrem Ausdauernden zum<br />

Mitlaufen ein. Der Startschuss fällt um 19 Uhr, von da weg<br />

herrscht rund um die 1,2-Kilometer-Schleife mitreißende<br />

Stimmung. Neben Einzelläufern (24 und 12 Stunden) können<br />

auch Staffeln (4er, 12er oder 24er) das Flair des Laufs<br />

miterleben. Vor allem die Nachtstunden haben es in sich.<br />

Auch Kids und Teenies können in Staffeln dabei sein.<br />

www.24h-lauf.at<br />

Fotos: Vernastalter<br />

TOLLER LAUF,<br />

TOLLE PREISE<br />

<strong>SPORTaktiv</strong> und der WACHAUmarathon<br />

verlosen für die 21. Auflage des<br />

Klassikers am 23. September wieder<br />

tolle Preise. Die Anmeldung ist<br />

bereits geöffnet.<br />

GEWINNSPIEL<br />

Im Jahr 2017 konnte nicht einmal<br />

Schlechtwetter das Lauffest entlang<br />

der Donau durch das Weltkulturerbe<br />

Wachau trüben. Rund 9000 Starter<br />

waren auf den verschiedenen Distanzen<br />

von Emmersdorf, Spitz oder Achleiten<br />

nach Krems mit Freude und Einsatz<br />

bei der Sache. Und wie schon bei der<br />

Jubiläumsausgabe im Vorjahr verlosen<br />

<strong>SPORTaktiv</strong> und der WACHAUmarathon<br />

auch heuer wieder attraktive<br />

Preise. Etwa 2 Halbmarathon-Packages<br />

im Hotel Pfeffel im Wert von 420 Euro,<br />

ein VIP-Ticket mit Begleitung (inkl.<br />

Startgebühr, Sonderbustransfer zum<br />

Start, Zutritt zum VIP-Bereich im Zielgelände<br />

im Wert von 150 Euro) sowie<br />

je zwei Startplätze für Viertelmarathon,<br />

Halbmarathon und Marathon. Mitspielen<br />

lohnt sich also!<br />

Und so kannst du gewinnen:<br />

Schick ein E-Mail mit dem Betreff<br />

„21. WACHAUmarathon“ an:<br />

office@sportaktiv.com.<br />

Einsendeschluss ist der 5. April<br />

www.wachaumarathon.com<br />

Foto: Wachaumarathon<br />

122 <strong>SPORTaktiv</strong>


Brotkultur<br />

KLEINE ZEITUNG<br />

GRAZ MARATHON<br />

Der Herbstmarathon in der steirischen Landeshauptstadt<br />

feiert sein 25-jähriges Bestehen.<br />

Bei der Jubiläumsausgabe des Herbstklassikers vom 10.–12. Oktober <strong>2018</strong> steht der<br />

Laufgenuss und die Qualität für die Teilnehmer im Fokus.<br />

SPORT OPENING WOCHE<br />

Die ideale Vorbereitung für die Laufsaison bietet die<br />

Sport Opening Woche vom 18. bis 25. März <strong>2018</strong> in der<br />

Heiltherme Bad Waltersdorf.<br />

Es erwartet Sie eine abwechslungsreiche Woche mit:<br />

Radtouren<br />

Laufeinheiten<br />

Queenax-Zirkeltraining<br />

und natürlich ganz viel Thermalwasser<br />

Jetzt anmelden unter<br />

www.grazmarathon.at<br />

Weitere Infos zur Woche und zur Anmeldung unter:<br />

www.heiltherme.at, office@quellenhotel.at<br />

Tel: + 43(0)3333/500-0<br />

seit 1688


THE<br />

GRAND<br />

ADVENTURE<br />

14.000 KALORIEN IM<br />

RUCKSACK, BIZARRE<br />

FELSFORMATIONEN UND<br />

SAND, FEIN WIE MEHL.<br />

SPORTAKTIV-LESER WILLI<br />

SCHNEEBERGER HAT SICH<br />

MIT DER TEILNAHME AM<br />

GRAND2GRAND ULTRA IN<br />

DEN US-BUNDESSTAATEN<br />

ARIZONA UND UTAH EINEN<br />

TRAUM ERFÜLLT.<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

124 <strong>SPORTaktiv</strong>


WILLI<br />

SCHNEEBERGER<br />

aus Irschen (K), 55, war<br />

2017 einziger Österreicher<br />

beim Grand2Grand Ultra.<br />

www.g2gultra.com<br />

Fotos: Grand 2Grand, Ultra Willi Schneeberger<br />

Mit Verlaub: Willi Schneeberger<br />

aus Irschen in Kärnten<br />

ist ein wilder Hund. Im<br />

Herbst 2016 lag er mit einer Viruserkrankung<br />

auf der Intensivstation.<br />

Als er sich im Frühling zum Grand-<br />

2Grand anmeldete und den Flug in<br />

die USA buchte, war sein längster<br />

Trainingslauf 15 Kilometer – als<br />

Folge der Erkrankung. Hätte er es<br />

bis zum Event Ende September nicht<br />

geschafft, die Kondition wieder aufzubauen,<br />

hätte er 3300 Dollar Nenngeld<br />

in den Wind geschossen.<br />

Zum Glück ist der Körper ein wahres<br />

Wunder und verfügt über eine Art<br />

Memory-Funktion. Schneeberger, seit<br />

diesem Jänner 55, hat schon einige<br />

Lauf-Abenteuer hinter sich. Darunter<br />

den Marathon des Sables. Der Grand-<br />

2Grand Ultra ist vom Konzept mit<br />

dem viel bekannteren Etappenlauf<br />

in der marokkanischen Sahara auch<br />

vergleichbar. 273 Kilometer und<br />

5500 Höhenmeter in der Wildnis der<br />

US-Bundesstaaten Arizona und Utah<br />

verteilen sich auf sechs Tagesetappen.<br />

Vier davon mit etwa Marathonlänge,<br />

eine mit 86 Kilometern und 1700<br />

Höhenmetern und ein 13 Kilometer<br />

langer Schlussabschnitt, der ins Ziel<br />

auf 2800 m Seehöhe führt.<br />

Wie beim Wüstenklassiker besteht<br />

auch in den USA die Pflicht zur<br />

Selbstversorgung: 14.000 platz- und<br />

gewichtssparende Kalorien müssen im<br />

Rucksack jedes Läufers sein. Riegel,<br />

Nüsse, Trockennahrung aus der Apotheke<br />

– machte bei Schneeberger 3,5<br />

kg Verpflegung. Dazu das Allernötigste<br />

wie Kocher, Matte, Schlafsack. Warme<br />

Überkleidung für die Null-Grad-Nächte<br />

– als Kontrast zu den knapp 40 am<br />

Tag. Kein Wechsel-Laufgewand, „es<br />

stinken ja alle gleich“, spricht der erfahrene<br />

Ultrarunner. Rund acht Kilo wog<br />

Schneebergers Gepäck. Die Veranstalter<br />

stellen den Läufern die Zeltstadt in den<br />

Etappenzielen hin sowie kaltes und, „als<br />

Oberluxus“, warmes Wasser bereit.<br />

Bleibt noch die Erklärung des Namens<br />

Grand2Grand: Der Start erfolgt<br />

am bekannten Grand Canyon North<br />

Rim, das Ziel befindet sich am Grand<br />

Staircase-Escalante National Monument<br />

in Utah. Dazwischen: Wildnis, drei<br />

Nationalparks und „ein Gebiet, das du<br />

als normaler Tourist gar nicht betreten<br />

darfst“. Die Wegmarkierung erfolgt mit<br />

kleinen Fahnen, erzählt Schneeberger,<br />

GPS ist nicht erlaubt. „Wenn du 200<br />

Meter kein Fähnchen siehst, drehst du<br />

lieber um.“ An Konkurrenten orientieren?<br />

Funktioniert gerade ein Mal täglich<br />

– nämlich kurz nach am Start. Bald<br />

zieht sich das Feld auseinander, andere<br />

Läufer sind schnell außer Sichtweite<br />

(und die reicht mitunter wirklich weit).<br />

„260 der 273 Kilometer bin ich definitiv<br />

allein gelaufen“, sagt Schneeberger.<br />

Kein Tag gleicht dem anderen<br />

Gestartet wird jede Etappe um 8 Uhr.<br />

Der Natur-Untergrund wechselt oft<br />

– tückisch sind endlos lange Sandabschnitte.<br />

„Der Sand ist fein wie Mehl,<br />

schwieriger zu laufen als in der Sahara.“<br />

Aufpassen heißt es auf Kakteen, die<br />

flach am Sandboden wachsen. Klapperschlangen<br />

können einem schon einmal<br />

begegnen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

125


Die andere Seite: „eine grandiose Landschaft,<br />

fantastische Felsformationen.<br />

Und die Umgebung ist viel abwechslungsreicher,<br />

als man es sich vorstellt.<br />

Kein Tag gleicht dem anderen.“ Oft<br />

sind Felsmassive zu überklettern, es gibt<br />

Abseilpassagen „ohne Sicherung, abenteuerlich.<br />

Bei uns undenkbar.“ Besonders<br />

beeindruckt haben Schneeberger<br />

die „Slot Canyons“: enge Schluchten,<br />

die das Wasser im Lauf der Zeit geschaffen<br />

hat. „Hier durchlaufen zu dürfen,<br />

das vergisst du ein Leben lang nicht.“<br />

Das Highlight der sechs Etappen war<br />

für den Kärntner eindeutig die dritte,<br />

jene mit 86 Kilometern. „Ich habe es<br />

auf Durchlaufen ohne Rast angelegt.“<br />

Bei Tageslicht kommt nur die Elite ins<br />

Ziel. Der Kärntner nicht: „Nach 60<br />

Kilometern ist die Dunkelheit hereingebrochen.“<br />

Irgendwann taucht ein Dünenfeld im<br />

Licht von Schneebergers Stirnlampe auf.<br />

Laut Streckenbriefing fünf Kilometer<br />

lang: „Du kletterst auf allen Vieren gefühlt<br />

senkrecht die Dünen hinauf, mit<br />

Anlauf, und bei jedem Schritt rinnst du<br />

mit dem Sand gemeinsam wieder ein<br />

Stück weit hinunter. Nach der dritten<br />

Düne hab ich keine Luft mehr gehabt.“<br />

Auch die Orientierung macht dem<br />

Kärntner zu schaffen, schließlich findet<br />

er Spuren schnellerer Läufer, denen er<br />

folgt. Nach weiteren 13 Kilometern<br />

durch Gestrüpp, macht ihm auf den<br />

letzten drei Kilometern vorm Tagesziel<br />

noch einmal tiefer Sand zu schaffen. Der<br />

rinnt in die Schuhe, weil die Gamaschen<br />

mittlerweile undicht sind. Schneeberger<br />

erreicht das Camp um Mitternacht,<br />

„und es wäre kein Kilometer mehr gegangen.“<br />

Bilder im Kopf<br />

Mit dem Wissen, die größte Hürde hinter<br />

sich zu haben, und einem Ruhetag<br />

bewältigt der einzige Österreicher im<br />

Feld dann auch die folgenden drei Etappen.<br />

Im Ziel nimmt er die Gürtelschnalle,<br />

die Grand2Grand-Finishertrophäe,<br />

entgegen. Als 16. unter 92, die das Ziel<br />

erreichen, und Zweiter seiner Altersklasse.<br />

Mit 300 Bildern auf der Digitalkamera,<br />

und einem Vielfachen auf der<br />

Festplatte im Kopf.<br />

Sein Fazit? „Ich hab mit vielen gesprochen,<br />

die auch eins der bekannten Wüsten-Etappenrennen<br />

kennen und die meinen<br />

Eindruck teilen: Der Grand2Grand<br />

ist noch eine Stufe schwerer. Aber auch<br />

schöner.“ Es stimmt: Er ist ein wilder<br />

Hund, der Willi Schneeberger.<br />

Fotos: Grand 2Grand Ultra, Willi Schneeberger<br />

126 <strong>SPORTaktiv</strong>


AUF ÖTZIS<br />

SPUREN<br />

Fotos: newspower.it<br />

Der Ötzi Alpin Marathon<br />

am 28. April in Südtirol<br />

ist eine Kombination aus<br />

Mountainbiken, Laufen<br />

und Skibergsteigen.<br />

Benannt nach der Gletschermumie, ist der Ötzi<br />

Alpin Marathon eigentlich ein Triathlon. Er<br />

führt von Naturns in Südtirol bis zum Fundort<br />

der Mumie in Similaun und endet auf 3212<br />

Metern Seehöhe. Gestartet wird in Naturns auf<br />

dem Bike. Nach 24,2 Kilometern folgt ein 11,8<br />

km langer Lauf hinauf bis auf 2011 m Höhe,<br />

ehe es auch Tourenskiern ins Ziel geht. Mit<br />

6,2 km ist das der kürzeste, aber spektakulärste<br />

Abschnitt.<br />

Wem das jetzt gefällt, aber zu intensiv ist:<br />

Neben Einzelteilnehmern können auch<br />

Teams starten. Heuer bietet das Organisationskomittee<br />

vom ASV Schnals erstmals<br />

auch gemischten Teams die Möglichkeit zur<br />

Teilnahme, sodass auch Familien ihr eigenes<br />

„Superteam“ bilden können. Die Anmeldungen<br />

laufen schon, Einzelstarter zahlen 80,<br />

Teams 185 Euro.<br />

oetzi-alpin-marathon.merano-suedtirol.it/de<br />

KLEINE ZEITUNG<br />

WÖRTHERSEE<br />

HALBMARATHON<br />

Sommer und Badegenuss verbunden<br />

mit einem Halbmarathon. Das ist dein idealer<br />

Urlaubsmix bei Kärnten Läuft!<br />

Erlebe am 26. August <strong>2018</strong> puren Laufgenuss auf der der idyllischen<br />

Halbmarathonstrecke entlang des Wörthersees. Die belohnende<br />

Erfrischung holst du dir mit einem Sprung in den Wörthersee!<br />

Melde dich gleich unter www.kaerntenlaeuft .at an<br />

und sichere dir den Frühbucherbonus.<br />

24.–26. August <strong>2018</strong><br />

WO DER SPORT DIE NR. 1 IST<br />

Wörthersee<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

127<br />

Meine Kleine.


ACHT BRÜCKEN UND EIN HEXENKESSEL<br />

Am Staatsfeiertag zieht es die Läufer wieder zum<br />

18. Leobersdorfer Fortuna Brückenlauf (NÖ).<br />

NIEDERÖSTERREICH. Mehr als 2000 Läufer werden am<br />

1. Mai in Leobersdorf erwartet und nochmal so viele Fans<br />

werden die Läufer über die 10 km und die acht Ortsbrücken<br />

pushen. Alle Finisher bekommen eine coole Laufhaube<br />

geschenkt. Spaß für die ganze Familie bieten der Kid’s Corner<br />

und Bewerbe wie die 3er-Staffel. Ein 5-km-Nordic-Walking<br />

sowie Jugendläufe stehen ebenfalls auf dem Programm.<br />

Gratis-Kaiserschmarrn, günstige Laufschuhe und buntes<br />

Bühnenprogramm gibt es beim Brückenläufer-Empfang mit<br />

Laufmesse am Vortag (30.4.). www.brueckenlauf.at<br />

MARATHON OHNE GRENZEN<br />

Die Strecke des Radenci Marathon führt auch bei der<br />

38. Auflage wieder durch Slowenien und Österreich.<br />

19. MAI. Laufen verbindet. Das zeigt der Radenci Marathon,<br />

der auch heuer wieder im slowenischen Radein startet,<br />

wenige Kilometer von der Grenze zu Österreich entfernt.<br />

Dabei überschreitet der älteste Marathon Südosteuropas<br />

wieder Grenzen und geht durch Slowenien und Österreich.<br />

Frühbucher zahlen bis zum 11. April 29 Euro, danach kostet<br />

die Teilnahme 38 Euro. „Mit der Strecke durch beide Staaten<br />

sind wir uns noch einen Schritt näher“, freut sich Heinrich<br />

Schmidlehner, Bürgermeister von Bad Radkersburg.<br />

www.maraton-radenci.si/de<br />

HART, ABER HERZLICH!<br />

Der 12. Halbmarathon Hall-Wattens in Tirol verspricht<br />

Laufen mit Aussicht und einen „Rekord an Herzlichkeit.“<br />

26. MAI. Ob Halbmarathon, Volks- oder Staffellauf, Kinderoder<br />

Zwergerllauf: Die Teilnehmer beim 12. Haller Halbmarathon<br />

dürfen sich auf eine freundschaftliche Atmosphäre,<br />

ein tolles Panorama und viele weitere Schauwerte freuen.<br />

Die Strecke führt von der historischen Haller Altstadt<br />

hinaus, am Inn entlang durch größere Orte und kleine Dörfer<br />

und zurück nach Hall. Öfters geht es über Feldwege und<br />

Steige, auch einige Höhenmeter sind zu bewältigen. Eben<br />

ganz nach dem Motto: „Hart, aber herzlich!“.<br />

www.halbmarathon-hall-wattens.at<br />

NEUE STRECKEN ZUM 10. GEBURTSTAG<br />

Der Wörthersee-Trailklassiker erstrahlt zum<br />

runden Jubiläum heuer in neuem Gewand.<br />

21./22. SEPTEMBER. Die Trail-City steht weiterhin in<br />

Pörtschach, sonst ist beim Wörthersee-Trail aber vieles neu.<br />

Manfred Rainer hat die Gesamtorganisation von Mario<br />

Schönherr übernommen und das Streckenangebot rund um<br />

den See neu aufgestellt: Es gibt heuer einen Ultra-Bewerb<br />

über 72 Kilometer, einen Marathon, einen Halbmarathon,<br />

einen Bewerb für Dreier-Teams sowie einen Trailwalk über<br />

21 Kilometer. Das breite Angebot soll auch Neulinge ansprechen.<br />

Anmeldung und Infos ab Mitte <strong>Februar</strong> unter:<br />

www.woerthersee-trail.at<br />

Fotos: Veranstalter<br />

128 <strong>SPORTaktiv</strong>


RUN<br />

NEWS<br />

MUSIK AM ARM<br />

FIT FÜR FELSEN UND<br />

SKYRUNNING<br />

Der Lycan GTX von LA SPORTIVA<br />

ist ein Trailrunningschuh für mittlere<br />

Distanzen, Training und Skyrunning.<br />

Die spezielle Mischung der FriXion-<br />

Sohle eignet sich besonders für<br />

felsigen Untergrund.<br />

www.lasportiva.com/de/<br />

Mit der Forerunner 645 von<br />

GARMIN kann das Handy<br />

zu Hause bleiben. Auf der<br />

Uhr kannst du bis zu 500<br />

Musiktitel speichern. Einfach<br />

die Playlist vom Computer<br />

übertragen und per<br />

Bluetooth-Kopfhörer auf der<br />

Laufrunde genießen.<br />

www.garmin.at<br />

KEIN STRESS<br />

Spitzensportler wie Benjamin<br />

Karl schwören darauf:<br />

Armbänder von GENII, die<br />

Magnetfelder auf Basis<br />

der Schumann-Frequenz<br />

abgeben. Der Effekt:<br />

bessere Regeneration, mehr<br />

Leistung, weniger Stress und<br />

erholsamerer Schlaf<br />

www.genii-health.com<br />

NIE OBEN OHNE<br />

Die neuen Kappen<br />

der Running-Linie von<br />

BUFF® bieten ultimativen<br />

Komfort, hervorragenden<br />

Sonnenschutz gegen UV-<br />

Strahlung und ein sehr gutes<br />

Schweißmanagement. Design<br />

trifft moderne Technik.<br />

www.buff.eu<br />

SHORT MIT KICK<br />

Fotos: Hersteller<br />

Kein Reiben und keine<br />

Druckstellen dank spezieller<br />

Flachnähte – das verspricht<br />

die Performance-Short von<br />

CEP. Die gezielt eingesetzte<br />

Medi-Compression sorgt für<br />

den Extrakick Energie und<br />

perfekte Erholung.<br />

www.cepsports.at<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

129


INFOS & BUCHUNGEN<br />

HOTEL TAURERWIRT<br />

9981 Kals am Großglockner<br />

T. +43 48 76/82 26<br />

info@taurerwirt.at<br />

www.taurerwirt.at<br />

SPORTLICH AKTIV<br />

VON FRÜH BIS SPÄT<br />

Das Hotel Taurerwirt in Kals am Großglockner liegt<br />

mitten im Nationalpark Hohe Tauern. Es ist ideal für<br />

sportliche Aktivitäten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.<br />

Ein Highlight <strong>2018</strong>: das Trainingscamp für<br />

das Trailrunning-Abenteuer „Großglockner Ultratrail“.<br />

ANGEBOT<br />

TRAININGSCAMP „RUN & FUN“<br />

VON 1. BIS 8. JULI <strong>2018</strong><br />

Die ideale Vorbereitungswoche<br />

auf den Großglockner Ultratrail,<br />

das Trailrunning-Abenteuer rund<br />

um den Glockner (27.–29. Juli)<br />

7 Übernachtungen,<br />

reichhaltiges Frühstücksbuffet,<br />

Tee und Kuchen am Nachmittag,<br />

viergängiges Abendmenü,<br />

wohlfühlen im GlocknerSpa,<br />

2 x Begleitung durch Heinrich<br />

Rogl, 1 x Kraft schöpfen mit<br />

Martin Graz (beide erfahrene<br />

Ultratrail-Teilnehmer)<br />

€ 790,– pro Person<br />

Die Natur im Kalsertal schenkt Kraft<br />

und macht Lust auf Abenteuer: Solche<br />

wie den „Großglockner Ultratrail“, bei dem<br />

der Glockner umrundet wird. Für Teilnehmer<br />

an diesem Trailrunning-Topevent (mit<br />

Distanzen zwischen 30 und 110 km) haben<br />

die Taurerwirt-Gastgeber ein tolles Vorbereitungspaket<br />

geschnürt (siehe links). Was<br />

sonst noch für den Taurerwirt spricht:<br />

Natürlich verwöhnt …<br />

Küchenchef Sigi genießt es, dich mit regionalen<br />

Produkten zu verwöhnen.<br />

Natürlich vital …<br />

Der „GlocknerSpa“ ist ein Ort der Wärme<br />

und Regeneration. Saunen und Ruheräume,<br />

Massagen und Kräuterbäder oder erfrischende<br />

Kosmetikanwendungen wie das<br />

„Original Taurerwirt Gletscherschliffpeeling“<br />

sind Wohltaten für Körper und Geist.<br />

Natürlich entspannt …<br />

„Schlafen wie die Murmeltiere“ – ein gesunder<br />

Schlaf ist im Urlaub sehr wichtig.<br />

Umso mehr, wenn es Großes zu leisten<br />

gilt. Die Lage am Ende des Tales garantiert<br />

Ruhe und Entschleunigung.<br />

Natürlich umweltbewusst …<br />

Der gewissenhafte Umgang mit Naturressourcen,<br />

Umweltbewusstsein und Regionalität<br />

liegen der Gastgeberfamilie seit Generationen<br />

am Herzen.<br />

Natürlich aktiv ...<br />

Die Mitglieder der Gastgeberfamilie sind<br />

von Kindesbeinen an sehr naturverbunden.<br />

Sie begleiten ihre Gäste zu allen Jahreszeiten<br />

als Wander- und Naturführer, Fischer und<br />

Jäger in die einmalig schöne Natur des Nationalparks<br />

Hohe Tauern.<br />

Fotos: Taurerwirt, Großglockner ULTRA-TRAIL®<br />

130 <strong>SPORTaktiv</strong>


TECHNIK | MENSCHEN | MATERIAL<br />

BIKE<br />

DER ÖTZTALER RUFT<br />

Bis 28. <strong>Februar</strong> läuft noch die<br />

Online-Anmeldephase für den<br />

legendären Ötztaler Radmarathon am<br />

2. September (238 km, 5500 hm).<br />

Die Organisatoren rechnen mit 15.000<br />

Anmeldungen für die 4500 Startplätze.<br />

Ab 8. März werden die begehrten<br />

Startnummern dann ausgelost.<br />

www.oetztaler-radmarathon.com<br />

Fotos: Ötztal Tourismus, Hartenberger/Kärnten Werbung, Mountainbike Challenge<br />

LAUFEND AKTUELLE STORYS,<br />

TRENDS UND TIPPS RUND<br />

UMS THEMA RAD AUF:<br />

WWW.SPORTAKTIV.COM<br />

150 AUF DER „FLUCHT“<br />

Der Andrang zur zweiten Auflage der „Fuga 300“ ist<br />

derart enorm, dass sich die Veranstalter entschieden<br />

haben, das Starterkontingent noch einmal zu erhöhen.<br />

Kein Wunder, wo sonst gibt es schon die Möglichkeit,<br />

vom Gletscher ans Meer zu radeln, vom Glockner nach<br />

Grado? Somit können jetzt am 23. Juni 150 anstatt der<br />

100 Radsportler über die 300 Kilometer und durch drei<br />

Länder mitfahren. Rasch anmelden!<br />

www.fuga300.com<br />

HERAUSFORDERUNG<br />

Österreichs größte Rennserie für<br />

Marathonbiker geht in die neue Saison,<br />

die <strong>2018</strong>er-Termine der Centurion MTB<br />

Challenge stehen fest: Los geht es am<br />

29. April in St. Veit/Gölsen, nach Stationen<br />

in Graz-Stattegg, Maria Lankowitz, Kleinzell,<br />

Pöllau, Kirchberg (neu), Bad Goisern<br />

und Krumbach kommt es am 13./14. Oktober<br />

zur Schlussveranstaltung in Pöllau.<br />

Parallel gibt es die Junior Challenge.<br />

www.mountainbike-challenge.at<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

131


DER MIT DEM<br />

VERKEHR<br />

SCHWIMMT<br />

IM WINTER FAHREN NUR DIE HARTEN FAHRRAD. ODER DIE,<br />

DIE DAMIT IHREN LEBENSUNTERHALT VERDIENEN MÜSSEN.<br />

EIN TAG MIT DEM FAHRRADBOTEN LUKAS KIENREICH.<br />

VON CHRISTOPH HEIGL<br />

FOTOS: THOMAS POLZER<br />

Fast hätte ich es übersehen. Mit einem kleinen<br />

Handzeichen zeigt mir Lukas an, dass wir<br />

rechts in die nächste Gasse abbiegen. Volles<br />

Tempo, gerade noch gut gegangen, am Bus bin<br />

ich knapp vorbei. Lukas Kienreich ist es nicht<br />

gewohnt, dass jemand in seinem Windschatten<br />

hängt. Er muss die Lücken im Verkehr normalerweise<br />

nur für sich finden. Heute ist alles<br />

anders, heute hat er einen Praktikanten. Mich.<br />

„Wenn jemand bei uns neu anfangen will,<br />

nehme ich ihn mit auf die Tour. Da stellt sich<br />

schnell heraus, ob er als Radbote geeignet ist.<br />

Es geht nicht nur ums Radfahren, man muss<br />

auch navigieren und die Aufträge erfüllen können.<br />

Und wir fahren auch, wenn es ungemütlich<br />

ist. Aber wir nehmen eh nicht jeden.“<br />

Kienreich arbeitet seit fünf Jahren als Fahrradbote<br />

in Graz. Er fährt das ganze Jahr, bei jedem<br />

Wetter. „Im Sommer wie im Winter ist es<br />

herrlich, so durch die Stadt zu flitzen. Außer es<br />

regnet. Wenn ich Schichten mit zehn Stunden<br />

mache, komme ich am Tag auf 150 Rad-Kilometer<br />

nur im Stadtgebiet.“<br />

Heute ist es nicht ganz so herrlich. Bei meinem<br />

Vorschlag in der Redaktion, einem echten<br />

Winter-Radfahrer auf den Zahn zu fühlen,<br />

hätte ich zwar ahnen können, dass sie mich<br />

selbst mit auf die Reise schicken werden, aber<br />

dass wir uns just den kältesten Tag dieses Winters<br />

aussuchen sollten, ist ein besonderer Gag.<br />

Minus 12 Grad zeigt das Thermometer, als ich<br />

aufs Rad steige, minus acht, als wir die Schicht<br />

in der Grazer Innenstadt beginnen. „Geht eh“,<br />

sagt Lukas und tritt in die Pedale. Da habe ich<br />

noch kaum den gelben Riesenrucksack von<br />

„Veloblitz“ am Rücken. Erstes Ziel ist eine<br />

Druckerei, dann geht es in den Norden der<br />

Stadt. Mir wird schnell warm, um nicht zu<br />

sagen brennheiß, denn der schnelle Bote ist ein<br />

verdammt flinker Radfahrer. Nach 15 Minuten<br />

denke ich an den Abbruch der Mission. Ich<br />

behindere ihn nur. „Mein Körper hat fast zwei<br />

132 <strong>SPORTaktiv</strong>


Lass Dir Deine Tour vom<br />

regen nichT vermiesen!<br />

Mit der deltaShield bist du gegen alle<br />

elemente geschützt. da macht das<br />

Fahren im Regen wieder Spass. Mit der<br />

in höchstem Maße atmungsaktiven<br />

und wasserdichten aquatec Membran<br />

bleibst du innen und außen garantiert<br />

trocken. der ultimative Schutz gegen<br />

alle elemente!<br />

LUKAS<br />

KIENREICH<br />

ist Fahrradkurier bei<br />

„Veloblitz“ in Graz.<br />

In seinen Schichten<br />

fährt er bis zu<br />

150 km am Tag<br />

im Stadtgebiet.<br />

Im Sommer und<br />

im Winter.<br />

Jahre gebraucht, um sich an diese Belastungen zu<br />

gewöhnen. Dieses ständige Stop-and-go ist nicht<br />

ohne.“ Mir kommt es wie ein hartes Intervalltraining<br />

vor. Lukas beschleunigt sein Rad extrem schnell<br />

von null auf Reisegeschwindigkeit, der Antritt des<br />

schlanken Mannes ist beachtlich.<br />

Regenjacke<br />

deltaShield / BBW-268<br />

Keine Mona Lisa<br />

Dabei hat sein Rad nur einen Gang. Es ist ein sogenanntes<br />

Fixie (von „fixed gear“), hat keine Hinterbremse<br />

und auch keinen Freilauf. Radfreaks, und<br />

dazu zählen die meisten Botenfahrer, lieben diese<br />

Simplizität. „Das gehört einfach dazu, wenn man<br />

Fahrradbote ist“, findet Kienreich. Zu seinem Arbeitsgerät<br />

hat der 32-Jährige eine gespaltene Beziehung.<br />

„Viele finden es hässlich“, lacht er, „aber es erfüllt<br />

seinen Zweck.“ Das ehemalige Bahn-Rennrad ist optisch<br />

wahrlich keine Mona Lisa, es ist abgeschunden,<br />

abgeklebt, aber es hält. Die verstärkten Rennradreifen<br />

(„normale 8 bar Luft“) müssen Rollsplit, Glassplitter<br />

und gelegentlich Schotter aushalten. „Einen Patschen<br />

Fotos: Thomas Polzer


habe ich aber extrem selten.“ Das verwundert bei<br />

10.000 Kilometern Arbeitsleistung pro Jahr.<br />

„Darf mein Kollege mit?“ Wir stehen an der Sicherheitsschleuse<br />

eines bekannten Konzerns. Da<br />

darf nicht jeder rein, aber sein Name ist hinterlegt,<br />

ich darf gnädigerweise mit. Bis zu acht Aufträge<br />

werden gleichzeitig erledigt, das können pro Runde<br />

bis zu 20 Stopps sein. Transportiert wird alles,<br />

was im Rucksack Platz hat, meistens Laborproben,<br />

Dokumente und Medikamente. Nachdem wir auch<br />

einen 12er-Gabelschlüssel zugestellt haben, kriegt<br />

Lukas per eigens programmierter App einen brisanten<br />

Auftrag. „Jetzt müssen wir schnell sein.“ War<br />

das bis jetzt nicht schnell??? Eine sogenannte „Expressfahrt“<br />

steht an, oft ein medizinischer Notfall.<br />

Volle Kanne zum Krankenhaus, runter vom Rad,<br />

durch Gänge und Räume laufen, jemand händigt<br />

uns einen Beutel aus. „Was ist da drin???“ – „Frag<br />

lieber nicht!“ Das Ding, wohl eine Gewebeprobe,<br />

denke ich mir, stammt von einem Mann, der am<br />

OP-Tisch liegt, und muss sofort zur Pathologie am<br />

Stadtrand. Lukas tritt noch schneller, findet Abkürzungen,<br />

durchkreuzt Hinterhöfe, ich verliere völlig<br />

die Orientierung, aber wir schaffen es rechtzeitig.<br />

Durchschnaufen, für ein paar Minuten rattern keine<br />

Aufträge aus der App.<br />

In der Freizeit: am Rad<br />

„Nein“, lacht Lukas in der kurzen Pause, „reich wird<br />

man davon sicher nicht. Aber so ist das, wenn man<br />

das Radfahren liebt.“ Für 30 Stunden ist der gelernte<br />

Maler aus Weiz angestellt, das umfasst Fahren und<br />

Funken in der Zentrale. Und was man kaum für<br />

möglich hält: In seiner „Freizeit“ sitzt er ebenfalls<br />

am Rad. Wie einige seiner Kollegen aus dem Botenumfeld<br />

wie Christoph Strasser, Severin Zotter<br />

und Franz Preihs ist auch Kienreich ein begeisterter<br />

Langstreckenfahrer. Bei Rennen wie Race Around<br />

Austria und Race Across the Alps landet er im Spitzenfeld.<br />

Ohne gelben Rucksack.<br />

Die Vormittagsschicht, rund 60 km, ist fast vorbei.<br />

Noch einmal ruckizucki in die Innenstadt. Man<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

135


Im Windschatten des Fahrradboten<br />

(unten) muss man auf der Hut sein.<br />

Unser Redakteur (rechts)<br />

dachte fast ans Aufgeben.<br />

BORDO ALA RM<br />

THE SOUND<br />

OF SECURITY<br />

Sorgen Sie für noch mehr Sicherheit und<br />

geben Sie Ihrem Fahrradschloss eine Stimme.<br />

Mit einem eingebauten 100 Dezibel lauten<br />

Warnsignal ist das BORDO Alarm so laut wie<br />

ein Presslufthammer und das neue Maß<br />

aller Dinge im Bereich der Faltschlösser.<br />

lernt, die Stadt aus einem anderen Blickwinkel zu<br />

sehen. Man ist in keine überfüllte Straßenbahn gequetscht<br />

oder ins Blechkleid eines Autos, man ist am<br />

Rad irgendwie freier, ein bisschen auf der anderen<br />

Seite der Gesellschaft. Eine ältere Dame geht bei Rot<br />

über den Zebrastreifen, wir müssen ihr ausweichen.<br />

Lukas selbst hält sich an so viele Regeln wie möglich.<br />

„Mit der Polizei haben wir nie ein Problem.“ Die<br />

Fahrweise fordert dennoch vollen Körpereinsatz.<br />

Über die Kante auf den Radweg springen, zwischen<br />

Müllabfuhr und Bus durchquetschen, dass beide<br />

Ellbogen streifen, spätestens jetzt weiß ich, warum<br />

Radkuriere oft sehr schmale Lenker haben – diesen<br />

Job würde ich keine Woche überleben. „Aber wenn<br />

sich alle an die Regeln halten, und das tun 99 Prozent,<br />

gibt es kaum unvorhersehbare Situationen.<br />

Man lernt, für die anderen mitzudenken und im<br />

Verkehr mitzuschwimmen“, lacht Lukas und schlängelt<br />

sich elegant zwischen einen BMW und einen<br />

Transporter. Für seinen Praktikanten ist die Lücke<br />

diesmal zu eng.<br />

Fotos: Thomas Polzer, Christoph Heigl<br />

136 <strong>SPORTaktiv</strong><br />

abus.com


„REICH WIRD MAN<br />

DAVON SICHER NICHT,<br />

ABER SO IST DAS,<br />

WENN MAN DAS<br />

RADFAHREN LIEBT.“<br />

DIE BELIEBTESTE MTB RENNSERIE ÖSTERREICHS<br />

Challenge Termine <strong>2018</strong><br />

29.04. St. Veit an der Gölsen, NÖ<br />

06.05. Graz/Stattegg, ST<br />

12.05. Maria Lankowitz, ST<br />

20.05. Kleinzell, OÖ<br />

16.06. Pöllau, ST<br />

23.06. Kirchberg, T<br />

14.07. Bad Goisern, OÖ<br />

26.08. Krumbach, NÖ<br />

<strong>2018</strong><br />

CENTURION<br />

NUMINISCARBON3000MOC18<br />

HAUPTGEWINN<br />

Junior Challenge Termine <strong>2018</strong><br />

05.05. Graz/Stattegg, ST<br />

13.05. Maria Lankowitz, ST<br />

19.05. Kleinzell, OÖ<br />

17.06. Pöllau, ST<br />

23.-24.06. Kirchberg, T<br />

15.07. Bad Goisern, OÖ<br />

12.08. Flachau, S<br />

15.09. Vorau, ST<br />

Challenge Schlussveranstaltung <strong>2018</strong><br />

13.-14.10. Pöllau, ST<br />

www.centurion-mountainbike-challenge.at<br />

Medienpartner<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

137


NEUE<br />

BIKETRAILS IM<br />

SALZBURGERLAND<br />

Flowige Anlieger und Wellen, steile Stufen,<br />

enge Kehren und versteckte Linien durch<br />

rutschige Wurzelfelder …<br />

Mehr und mehr Biker zieht es auf ursprüngliche<br />

Pfade – und alle haben dabei ihre ganz speziellen<br />

Vorlieben und individuellen Vorstellungen<br />

vom Heiligen Gral. Ob aus eigener Kraft in die<br />

entlegensten Winkel der tiefsten Seitentäler oder<br />

schwerelos via Seilbahn hinauf auf die Gipfel:<br />

Was zählt, ist die ungefilterte Nähe zur Natur, die<br />

unbestechliche Kraft der Berge – und der Trail<br />

unter den Stollen.<br />

Fotos: Erwin Haiden, Natahn Hughes, David Schultheiss<br />

138 <strong>SPORTaktiv</strong>


Das Trailangebot im SalzburgerLand wächst Jahr<br />

für Jahr: Singletrail Großarltal, Matzalmtrail<br />

(Saalfelden Leogang), Hirschleitentrail (Wagrain-<br />

Kleinarl), Bertahoftrail (Gastein), Wetterkreuztrail<br />

(Unken im Salzburger Saalachtal) und Flow-Trail<br />

Hochkönig (Dienten) sind neu entstanden, die<br />

Pro-Line am Reiterkogel in Saalbach Hinterglemm<br />

wurde neu überarbeitet! Alle 7 Trails – und viele<br />

weitere Biketouren finden Sie im neuen 82-Seiten-<br />

Magazin „Bikezeit SalzburgerLand <strong>2018</strong>“ (kostenlos<br />

unter shop.salzburgerland.com).<br />

Alle Trails online unter bike.salzburgerland.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

139


DER PERFEKTE<br />

STARTSCHUSS<br />

AM RAD<br />

AnRADeln in Bad RADkersburg!<br />

Zum Frühlingsstart verwandelt sich<br />

der Thermenort vom 4. bis 8. April<br />

in ein Radmekka für Hobbyradler,<br />

Kinder und Familien.<br />

Wenn in vielen Regionen Österreichs<br />

noch die letzten Reste von<br />

Schnee und Eis mit den Plusgraden<br />

raufen, lacht der steirische Süden<br />

schon längst mit der Sonne um die Wette.<br />

In der Region um Bad Radkersburg ist man<br />

klimatisch begünstigt und kann schon ein<br />

paar Tage früher als Restösterreich in den<br />

Frühling starten.<br />

Das können in der Südsteiermark vor allem<br />

die Radfahrer ausnutzen, die den Win-<br />

Foto: TVB Radkersburg<br />

140 <strong>SPORTaktiv</strong>


ACHT GRÜNDE<br />

FÜRS ANRADELN<br />

1 Früher Frühling – Das<br />

mediterrane Klima beschert<br />

der Region einen herrlich<br />

frühen Frühlingsstart<br />

Alles dreht sich am<br />

Hauptplatz um Kinder,<br />

Familien, Nostalgieräder,<br />

Mountainbiker<br />

und Rennradfreunde.<br />

2 Erlebnisreichste und<br />

sonnigste RADregion<br />

Österreichs<br />

3 Abwechslungsreiche<br />

Touren für Renn- &<br />

Genussradler und für Familien<br />

4 RAD-Guides<br />

begleiten die Tour<br />

5 Regionale Kulinarik<br />

6 Startsackerl mit<br />

vielen Goodies<br />

7 Kein Nenngeld beim<br />

AnRADeln<br />

8 Regeneration im<br />

mineralreichen Thermalwasser<br />

ter über sehnsüchtigst auf trockene Straßen<br />

und Kurbeln in dünneren Trikots gewartet<br />

haben. Bad Radkersburg spricht mit dem<br />

großen RAD-Opening aber nicht nur die<br />

Hobby- und Genussfahrer, sondern auch<br />

die Kinder und Familien an.<br />

Los geht es am Freitag, dem 6. April,<br />

mit der City Trophy am Hauptplatz (ab<br />

18 Uhr), bei der ein Ausscheidungsrennen<br />

gefahren wird. Das große AnRADeln<br />

erfolgt am Samstag, dem 7. April: Ab 11<br />

Uhr werden fünf verschiedene Touren von<br />

familienfreundlichen 15 bis knackigen 75<br />

Kilometern angeboten. Ab 10 Uhr gibt es<br />

ein Rahmenprogramm mit Live-Musik,<br />

Gesundheitsstraße, Radneuheiten<br />

und regionalen Schmankerln. Ausklingen<br />

wird das Radfest am Sonntag<br />

ab 9 Uhr mit gemütlichen Ausfahrten<br />

wie der Weinland-Tour (Rennrad, 70<br />

km), der Murauen-Tour (25 km) und<br />

der Familientour (15 km).<br />

Für sportlich Ambitionierte und<br />

Kilometer-Sammler bietet parallel in<br />

dieser Woche das RennRADcamp mit<br />

Edi Fuchs (4. bis 8. April) tägliche<br />

Rennradtouren und professionelle<br />

Betreuung.<br />

ANRADELN <strong>2018</strong><br />

Startschuss der Radsaison in<br />

Bad Radkersburg vom 6. bis 8.<br />

April mit City Trophy am Freitag,<br />

AnRADeln am Samstag und<br />

AusRADeln am Sonntag.<br />

RENNRADCAMP <strong>2018</strong><br />

Vom 4. bis 8. April, tägliche Rennradtouren<br />

mit Edi Fuchs zwischen 50<br />

und 140 Kilometer, Nächtigung<br />

im Gasthof „Zum Lindenhof“<br />

www.badradkersburg.at<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

141


NOCH MEHR<br />

ÖL IM FEUER<br />

E-BIKES MACHEN GROSSEN SPASS,<br />

SORGEN ABER AUCH FÜR MEHR UNFÄLLE.<br />

UND DIE BRANCHE HAT MIT ILLEGALEM<br />

E-BIKE-TUNING ZU KÄMPFEN.<br />

VON CHRISTOPH HEIGL<br />

Konfliktthema E-Bike: Nicht nur<br />

wegen der elektrischen Schubhilfe<br />

an sich, die viele „Muskelbiker“<br />

aus dem emotionalen Gleichgewicht<br />

bringt, auch wegen aktueller Unfallzahlen<br />

und dem Tuning-Thema sind<br />

die elektrischen Räder ein Reizthema.<br />

Die E-Bikes haben aber einen Siegeszug<br />

angetreten und lassen die Bike-Branche<br />

über kräftige Zuwächse jubeln.<br />

Ohne mit Emotionen zu spielen<br />

die nüchternen Zahlen: Im Jahr 2016<br />

Foto: iStock<br />

142 <strong>SPORTaktiv</strong>


TIPPS UND TRICKS FÜR DIE<br />

SICHERE FAHRT MIT DEM E-BIKE:<br />

(QUELLE: KFV)<br />

+ Das Gleichgewicht schulen: Auch langsame<br />

Geschwindig keiten müssen geübt werden.<br />

+ Vorsicht beim Anfahren: Die Schubkraft des<br />

Elektro motors kann überraschend einsetzen.<br />

+ Fahrradhelme verhindern schwere Kopf verletzungen.<br />

+ Finger weg vom Tuning! Es ist riskant und illegal. Mit<br />

schnelleren S-Pedelecs (bis zu 45 km/h) ist das Fahren auf<br />

Radwegen verboten.<br />

+ Fahrroutine entwickeln: Nicht nur Fahranfänger,<br />

auch Fort geschrittene profitieren von E-Bike-Kursen.<br />

+ Vor der Inbetriebnahme des neuen E-Bikes<br />

die Betriebsanleitung sichten, um sich mit den<br />

Funktionen des E-Bikes vertraut zu machen.<br />

+ Die Funktionsprüfung von Reifen, Schaltung, Bremsen,<br />

Licht & Co ist ein Muss vor jeder Ausfahrt.<br />

verunfallten österreichweit 3700 Personen<br />

mit dem E-Bike so schwer, dass<br />

sie im Krankenhaus behandelt werden<br />

mussten, meldet das Kuratorium für<br />

Verkehrssicherheit (KFV). Der Anteil an<br />

stationären Fällen war bei E-Bike-Unfällen<br />

mit 46 Prozent höher als bei Unfällen<br />

mit herkömmlichen Fahrrädern (31<br />

Prozent), die Verletzungsschwere somit<br />

tendenziell höher. Auch die Naturfreunde<br />

Österreich widmen sich dem Thema:<br />

„Die Gründe für die Unfallhäufung<br />

mit E-Bikes sind in erster Linie höhere<br />

Geschwindigkeit und der damit verlängerte<br />

Bremsweg sowie die veränderte<br />

Kurvendynamik im Vergleich mit einem<br />

Fahrrad ohne E-Antrieb“, heißt es in der<br />

Aussendung. Die Naturfreunde starten<br />

eine Informations- und Praxiskampagne,<br />

in 20 Roadshows bietet man Information<br />

zu Umgang und Problematik.<br />

Aktuell ist jedes fünfte in Österreich<br />

verkaufte Fahrrad ein E-Bike, Tendenz<br />

steigend. Bei knapp 400.000 bundesweit<br />

verkauften Rädern sind also mehr<br />

als 80.000 davon E-Bikes (2016 exakt:<br />

86.546). Wobei man dagegenhalten<br />

kann, dass bei diesem Trend zum<br />

schnelleren Fahren die Unfallhäufung<br />

fast logischerweise steigen muss.<br />

Und jetzt noch Tuning...<br />

Was zusätzlich Öl ins Feuer gießt, ist<br />

die Tatsache, dass viele Radfahrer trotz<br />

ansehnlicher Schubkraft ihrer Antriebe<br />

nicht zufriedengestellt sind und das<br />

technisch Machbare mit Tuning ausreizen.<br />

Dann wird’s gefährlich und illegal.<br />

Bei der Eurobike in Deutschland, der<br />

größten Fahrradfachmesse der Welt, war<br />

das auch ein Thema. Die Dunkelziffer<br />

an aufgemotzten Bikes schätzte ein deutscher<br />

Händler auf „rund 50 Prozent“.<br />

Auch wenn das zu hoch gegriffen sein<br />

mag, selbst in Österreich lassen Erfahrungsberichte<br />

aus dem Handel auf eine<br />

hohe Dunkelziffer schließen. „Aber es<br />

gibt noch keine zuverlässigen Zahlen,<br />

weil das E-Bike-Tuning ein relativ neues<br />

Phänomen ist“, sagt Armin Kaltenegger,<br />

Leiter der Rechtsabteilung beim KFV.<br />

Tuning ist für geschickte Bastler<br />

keine große Aufgabe, denn die Motorsteuerung<br />

fast aller Hersteller ist gegen<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

143


29.05. - 02.06.<strong>2018</strong><br />

Es ist simpel:<br />

Mit Tuning-Produkten<br />

wird an<br />

der Kettenstrebe<br />

das Signal des<br />

Magneten halbiert,<br />

das E-Bike geht<br />

dann elektrisch<br />

bis zu 50 km/h<br />

schnell.<br />

MIT DEM<br />

E-MTB QUER<br />

DURCH SÜDTIROL<br />

www.emountainbike-experience.org<br />

IM MERANER LAND<br />

ALPIN MEDITERRANES LEBENSGEFÜ<br />

einen Eingriff kaum geschützt. Noch<br />

simpler ist das Anbringen eines Tuning-Chips<br />

an der Kettenstrebe (für wenige<br />

Euro im Internet erhältlich), der<br />

das Signal des Speichenmagneten am<br />

Hinterrad halbiert und somit die doppelte<br />

Geschwindigkeit ermöglicht, also<br />

50 km/h bis zur Motorabschaltung.<br />

Strafbare Handlung<br />

Das Kuratorium warnt: Rechtlich<br />

gesehen handelt es sich bei einem<br />

durch Speed-Tuning modifizierten<br />

E-Bike nicht mehr um ein Fahrrad,<br />

sondern um ein „nicht zugelassenes<br />

Kraftfahrzeug“. Mit diesem auf öffentlichen<br />

Wegen, Plätzen und Straßen<br />

unterwegs zu sein, ist eine strafbare<br />

Handlung und kann weitreichende<br />

Konsequenzen nach sich ziehen.<br />

„Höchstens 600 Watt Leistung und<br />

Motorunterstützung bis maximal 25<br />

km/h, das sind die Voraussetzungen,<br />

damit ein E-Bike als normales Fahrrad<br />

gilt“, erklärt KFV-Jurist Kaltenegger.<br />

„Stärkere oder schnellere E-Bikes<br />

sind Mopeds oder sogar Motorrädern<br />

gleichgestellt.“<br />

Diese Fahrzeuge benötigen einen<br />

Versicherungsschutz und Kennzeichen,<br />

die Lenker Führerschein und<br />

Helm. „Weder Fahrradwege noch die<br />

Fahrräder und Bauteile wie die Bremsen<br />

sind für diese Geschwindigkeiten<br />

ausgelegt“, erklärt Kaltenegger. Ein<br />

Aufprall mit 25 km/h ungebremst<br />

und ungeschützt gegen ein Hindernis<br />

kommt einem Sturz aus 2,5 Metern<br />

Höhe gleich. Bei getunten E-Bikes (bis<br />

zu 50 km/h) wäre das eine Fallhöhe<br />

von knapp 10 Metern – vergleichbar<br />

mit dem Sturz aus dem dritten<br />

Stock eines Gebäudes. Zudem drohen<br />

weitreichende Konsequenzen, wenn<br />

die Polizei das Fahrzeug als illegal<br />

erkennt: Verbot der Weiterfahrt, kein<br />

Versicherungsschutz bei einem Unfall,<br />

zivil- und strafrechtliche Verantwortung,<br />

wenn der Unfall auf das Tuning<br />

zurückzuführen ist.<br />

Genug der Droh-Szenarios. Die<br />

Branche ist wachsam, will für Klarheit<br />

und ungetrübte Freude am Radfahren<br />

sorgen und sagt dem Tuning den<br />

Kampf an. Claus Fleischer etwa deklariert<br />

sich als Geschäftsleiter von Bosch<br />

eBike Systems ganz klar: „Tuning ist<br />

kein Kavaliersdelikt, sondern eine<br />

Ordnungswidrigkeit. Wer Tuning-Kits<br />

verwendet oder sein Bosch-eBike-Sys-<br />

Fotos: iStock, Speedclip-Tuning


„EINE<br />

100-PROZENTIGE<br />

LÖSUNG GIBT ES<br />

AKTUELL<br />

JEDOCH NICHT.<br />

DAS IST EIN<br />

KATZ-UND-MAUS-SPIEL“<br />

© Jürgen Amann<br />

Mein Multitool:<br />

Das<br />

ATOMX<br />

Lynx<br />

tem anderweitig manipuliert, verliert<br />

sowohl seine Garantie- als auch seine<br />

Gewährleistungsansprüche. Zudem<br />

verringert sich in der Regel die Lebensdauer.<br />

Wir fordern daher alle<br />

E-Bike-Fahrer und Anbieter auf, Tuning<br />

zu unterlassen.“<br />

„Katz und Maus“<br />

Noch könne man das illegale Aufmotzen<br />

nicht wirksam verhindern, erzählt<br />

Fleischer: „Aber Bosch optimiert<br />

kontinuierlich seine Produkte und<br />

arbeitet an Maßnahmen, die das Tuning<br />

erschweren. Eine 100-prozentige<br />

Lösung gibt es aktuell jedoch nicht.<br />

Das ist ein Katz-und-Maus-Spiel wie<br />

in anderen Bereichen auch: Autos,<br />

Motorräder, Smartphones, Netzwerke,<br />

Firewalls oder Rechner – immer wieder<br />

werden neue Sicherheitssysteme<br />

und -software auf den Markt gebracht,<br />

diese anschließend entschlüsselt oder<br />

umgangen.“<br />

Die oft geforderte Anhebung der<br />

gesetzlichen 25-km/h-Regelung auf 33<br />

oder 35 km/h ist für Fleischer keine<br />

gute Idee: „Wir halten die aktuellen<br />

Richtlinien für angemessen. Das<br />

Pedelec bis 25 km/h gilt als Fahrrad<br />

mit allen Rechten und Pflichten: freie<br />

Nutzung, keine Versicherung, kein<br />

Kennzeichen, keine Helmpflicht. Das<br />

ist ein Grund, warum das E-Bike so<br />

erfolgreich ist. Diesen Status müssen<br />

wir schützen und erhalten.“<br />

ATOMX LYNX 6 27,5“ PLUS<br />

ER998<br />

Unbekanntes Gelände und neue<br />

Wege stellen mich auf meinen<br />

Reisen oft vor spannende<br />

Herausforderungen. Mit meinem<br />

neuen AtomX Lynx sehe ich<br />

diesen gelassen entgegen:<br />

160mm Federweg und 700Wh<br />

bieten ausreichend Reserven<br />

für jedes Bike-Abenteuer.<br />

Tobias Woggon, Bike-Traveller<br />

FOX FLOAT<br />

DPS<br />

FOX 36 FLOAT<br />

160mm<br />

Brose Drive S<br />

700 Wh<br />

LEGENDARY SINCE 1909.


DAS BILLIGSTE<br />

TUNING<br />

DER WELT<br />

JETZT EHRLICH: WER HAT SCHON<br />

ÜBERPRÜFT, OB DER RICHTIGE<br />

LUFTDRUCK IN DER FEDERGABEL IST?<br />

TEIL 1 UNSERER TECHNIK-SERIE.<br />

VON CHRISTOPH HEIGL<br />

FOTOS: THOMAS POLZER<br />

Fürs Aufmotzen und Verschönern ihrer<br />

geliebten Bikes geben Radfreaks gerne und<br />

hochmotiviert Unmengen an Geld aus. Zu<br />

Recht. Denn leichte Carbonfelgen, neue Reifen,<br />

eine Top-Federgabel und bissigere Bremsen<br />

machen Mountainbikes schneller. Allerdings<br />

brennt man sich dabei auch ganz leicht ein Loch<br />

ins Geldbörsel. Bike-Tuning ist teuer.<br />

Nur eine Tuningmaßnahme ist gratis: Luft.<br />

Egal, ob federleichtes Rennmodell für Marathons,<br />

robuste Dinger für Trailbikes oder massive<br />

Gabeln in Downhillboliden – in 95 von 100<br />

Bikes sorgt Luft für die Federung und Öl für die<br />

Dämpfung. Die restlichen 5 Prozent haben entweder<br />

eine Stahlfeder* oder Elastomergummis<br />

eingebaut. Doch kaum jemand nimmt sich die<br />

Zeit, den Luftdruck richtig einzustellen. Dabei<br />

hat das elementarste Auswirkungen auf die<br />

Performance des ganzen Bikes. Bei zu viel Luftdruck<br />

nutzt das Rad den vorhandenen Federweg<br />

nicht aus, hat zu wenig Traktion und Komfort<br />

und springt wie ein störrisches Pferd über den<br />

Trail. Bei zu wenig Luft taucht das Bike bei Gewichtsverlagerungen<br />

(z. B. Bremsmanöver, Wiegetritt<br />

oder Steilstufen) vorne zu tief ein und<br />

rauscht durch den Federweg, das Fahrverhalten<br />

wird schwammig. Im schlimmsten Fall fliegt<br />

man über den Lenker ab. Und schon die geringe<br />

Menge von 10 psi (= 0,7 bar) Luftdruck kann<br />

zwischen Gut und Böse entscheiden.<br />

Ein Geständnis: Ganz kostenlos ist das<br />

Lufttuning nicht, denn zumindest eine Federgabelpumpe<br />

sollte man besitzen. Damit kann<br />

man auch die hinteren Federelemente bei Fullsuspension-Bikes<br />

einstellen – das wollen wir<br />

hier der Einfachheit halber aber nur erwähnen.<br />

Federgabelpumpen haben einen kleinen Kolben,<br />

ein Manometer und sind ab 20 Euro in jedem<br />

Bikeshop oder Onlineversand erhältlich.<br />

* Bei Stahlfedern kann man logischerweise keinen Luftdruck<br />

einstellen. Hier kann man die Federn vorspannen<br />

(„Preload“) oder in unterschiedlichen Härten verwenden.<br />

146 <strong>SPORTaktiv</strong>


6.<br />

Entscheidend: Wie tief soll die<br />

Gabel einsinken? Wie hoch soll<br />

der Sag sein? Die Hersteller geben<br />

als Empfehlung 20 bis 25 Prozent<br />

des Maximalfederweges an,<br />

z.B. 25 mm bei 100 mm Federweg.<br />

MIT DER PUMPE IN DER HAND NÄHERT MAN SICH<br />

SEINEM BIKE. UND JETZT? WIE ERKENNT ODER<br />

ERMITTELT MAN DEN RICHTIGEN LUFTDRUCK?<br />

HIER EINE KURZE, GENERALISIERTE ANLEITUNG:<br />

1.<br />

2.<br />

3.<br />

Die einfachste Methode: Man<br />

schaut auf der Gabel nach, ob<br />

eine kleine Tabelle aufgedruckt<br />

ist. Die entsprechende Angabe<br />

ablesen und fertig, z.B. 65 psi<br />

bei 72 kg Körpergewicht.<br />

Ohne Etikett: Meistens am linken<br />

oberen Gabelholm befindet sich<br />

eine Abdeckung (oft mit Aufdruck<br />

„Air“), die man abschrauben<br />

kann. Darunter erscheint<br />

das Luftventil, ähnlich dem eines<br />

Autoreifens.<br />

Die Pumpe draufschrauben<br />

und die Luft komplett aus der<br />

Luftkammer auslassen. Dazu<br />

drückt man an der Pumpe den<br />

Ventilknopf an der Rückseite. Die<br />

Folge: Die Gabel sinkt ein, das<br />

Rad geht in die Knie.<br />

4.<br />

5.<br />

Jetzt einen Kabelbinder an einem der<br />

Tauchrohre befestigen und ganz nach unten<br />

schieben. Luft wieder hineinpumpen,<br />

bis die Gabel ganz herausfährt. Warum<br />

Kabelbinder? Nimmt man jetzt Lineal oder<br />

Maßband, kann man ablesen, wie viel sich<br />

die Gabel herausbewegt hat und hat somit<br />

den baubedingt maximal möglichen Federweg<br />

eruiert. Wer das schon weiß (Gabeln<br />

haben derzeit üblicherweise 80, 100 bis zu<br />

160 oder 170 mm Federweg), kann diesen<br />

Schritt überspringen.<br />

Jetzt wird’s lustig: Kabelbinder wieder<br />

runterschieben und am Rad Platz nehmen,<br />

in normaler Fahrposition. Man kann sich<br />

dazu auch an der Wand abstützen oder<br />

von einer zweiten Person helfen lassen.<br />

Die Gabel sinkt durch das Körpergewicht<br />

(keinen zusätzlichen Druck ausüben) wieder<br />

ein wenig ein – das ist der sogenannte<br />

„negative Federweg“ oder im Rennenglisch<br />

„Sag“. Vergleichbar mit einem Auto<br />

oder Motorrad, die durch Eigengewicht<br />

und Fahrer auch einfedern.<br />

7.<br />

8.<br />

9.<br />

Beim Test-Fahren sollte sich die<br />

Gabel nun schon fast perfekt<br />

verhalten und bei großen Hindernissen<br />

(Stufen, Sprüngen)<br />

nahe oder ganz an den maximalen<br />

Federweg herankommen.<br />

Praxistipp: Kabelbinder (manche<br />

Federgabeln haben von Werk<br />

aus rote Gummiringe installiert)<br />

drauflassen, so erkennt man<br />

permanent, ob der Druck passt.<br />

Je nach Zustand und Alter der<br />

Dichtungen sollte man den<br />

Druck vor jeder großen Tour<br />

oder vor jedem Rennen überprüfen.<br />

Technikmuffel können<br />

aufatmen: Manche Modelle verlieren<br />

selbst nach Jahren ohne<br />

Kontrolle keine oder kaum Luft.<br />

Jetzt geht es ans Feintuning:<br />

Fühlt sich die Gabel trotz gutem<br />

Richtwert zu hart an, einfach 5<br />

psi ablassen und nachprüfen. Ist<br />

sie zu weich, einfach 5 psi nachpumpen.<br />

Gibt es den perfekten<br />

Wert? Nein, die Vorlieben der<br />

Biker sind verschieden. Profis<br />

tunen sogar entsprechend dem<br />

Gelände: steil? flach? schnell?<br />

Sprünge?<br />

Passt das Set-up mit dem Luftdruck,<br />

kann man – falls vorhanden<br />

– die Dämpfungseinstellungen<br />

oben am rechten Gabelholm<br />

feintunen und das Ein- und<br />

Ausfedern der Gabel via Kontrolle<br />

des Öldurchflusses schneller<br />

oder langsamer einstellen. Aber<br />

das ist eine andere Geschichte.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

147


EIN HERZ FÜR<br />

DEN RADSPORT<br />

Pioniere aus der Hansestadt<br />

Hamburg: Der deutsche Hersteller<br />

Stevens ist mit seinen Rädern<br />

dort, wo der Puls schlägt:<br />

auf der Straße, beim Kunden,<br />

auf den Rennstrecken.<br />

Zwei Brüder, eine Idee. Als Werner<br />

und Wolfgang von Hacht 1990 in<br />

Deutschland die Fahrradmarke Stevens<br />

gründeten, haben sie sich wohl selbst in den<br />

kühnsten Träumen nicht ausmalen können,<br />

was aus dem Baby einmal werden könnte.<br />

Doch die beiden haben schon damals etwas<br />

Entscheidendes mitgebracht: ein Herz für den<br />

Radsport. Beide waren aktive Radsportler.<br />

Das Herz von Stevens schlägt in Hamburg<br />

und die Synonyme für den Begriff hanseatisch<br />

sind auch so etwas wie die Säulen, auf denen<br />

der Erfolg der Radmarke steht: bodenständig<br />

und zugleich weltoffen, verlässlich und zugleich<br />

wagemutig, im Auftreten gerne Understatement<br />

und im Herzen überzeugt von der<br />

Freiheit im Denken und Handeln.<br />

Und so steht Stevens zum einen für europäische<br />

Wertarbeit, denn 85 Prozent der<br />

Räder werden in der EU montiert. Alle<br />

ANZEIGE / Fotos: Stevens Bikes<br />

148 <strong>SPORTaktiv</strong>


Ob Alpenbezwinger<br />

oder Kurvenräuber:<br />

Von Hamburg aus<br />

liefert Stevens in 30<br />

Länder und ist stolz<br />

auf europäische<br />

Wertarbeit.<br />

Rennrad, Bike und Co:<br />

Stevens ist ein<br />

Vollanbieter mit einer<br />

sehr umfangreichen<br />

Modellpalette .<br />

Laufräder werden selber eingespeicht. Mit<br />

dem Custom-Programm ist man Marktführer<br />

bei individuell aufgebauten Rennmaschinen<br />

in Deutschland. Zum anderen ist man nah<br />

am Puls der Zeit. Schon 1991 war Stevens<br />

auf der allerersten Eurobike und stellte seine<br />

ersten Modelle vor. Damals fertigte man als<br />

einer der Ersten Renn- und MTB-Rahmen<br />

aus Vollcarbon. Viele Hersteller, die sich diese<br />

Pioniertat auf die Fahnen hefteten, gibt es gar<br />

nicht mehr.<br />

Klare Richtung<br />

Stevens bietet Qualität und preiswerte Räder<br />

und hat eine ganz einfache Philosophie:<br />

„So lange weitermachen, bis man am Ziel<br />

ist – und das am besten als Erster.“ Im 29.<br />

Jahr des Bestehens ist Stevens einer der<br />

führenden Fahrradhersteller Deutschlands<br />

und auch in Österreich eine große Nummer.<br />

Die Palette umfasst alle Arten von Rennrädern<br />

(rund 20 Modelle), 30 Mountainbikes,<br />

Trekking- und Citybikes, viele Pedelecs und<br />

E-Bikes und natürlich Kinderräder. Die<br />

Bikes werden in mehr als 30 Ländern verkauft<br />

und seit jeher von etlichen führenden<br />

Teams in Straßen-, Cyclocross-, MTB- , Triathlon-<br />

und Bahnrennen eingesetzt.<br />

Und so müssen sie ausgesehen haben, die<br />

kühnsten Träume von Werner und Wolfgang<br />

von Hacht.<br />

DIE VIELFALT<br />

Einen Überblick über<br />

alle Serienräder und<br />

die Custom-Bikes, den<br />

Konfigurator und viele News<br />

rund um die Marke findet<br />

man im Netz unter<br />

www.stevensbikes.de<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

149


SPORTAKTIV & SCHLADMING-DACHSTEIN LADEN EIN ...<br />

DER<br />

HIT FÜR<br />

BIKER UND<br />

HIKER<br />

DIE TOURISMUSREGION<br />

SCHLADMING-DACHSTEIN<br />

UND SPORTAKTIV BIETEN AN:<br />

„BIKE & HIKE“ MIT<br />

NATURGENUSS UND<br />

HÜTTENKULINARIK FÜR<br />

RADFAHRER UND<br />

WANDERER.<br />

Das steirische Ennstal eignet sich<br />

perfekt fürs Mountainbiken<br />

und Wandern. Dass man diese<br />

zwei Sportarten optimal kombinieren<br />

kann, hat man in der Region Schladming-Dachstein<br />

erkannt. Auf gut<br />

Obersteirisch heißt das „Bike & Hike“.<br />

Die Idee dahinter ist naheliegend. Bei<br />

der Anfahrt zu den Wanderungen kann<br />

man Forststraßen und Auffahrten zeitsparend<br />

mit dem Bike bewältigen. Die<br />

konkrete Umsetzung der Idee erschließt<br />

das volle Potenzial, denn im Ennstal hat<br />

man dabei auch die Vorzüge der e-Bikes<br />

eingebunden. Mit einheimischen Bikern<br />

wurden ausgeschilderte Touren entwickelt<br />

(insgesamt 930 Kilometer Radrouten<br />

mit 25.000 Höhenmetern).<br />

Radeln und Laden<br />

Eine Besonderheit sind die 24 neuen<br />

„Bike & Hike“ Stationen quer über die<br />

Fotos: Höflehner, Rose Bikes, Raffalt, Schwaigerhof<br />

150 <strong>SPORTaktiv</strong>


DIE BIKE-HOTELS<br />

Hotel Sonnschupfer***S<br />

Alpenhotel Neuwirt****<br />

Alpenhotel<br />

Waldfrieden****<br />

Hotel Schwaigerhof****S<br />

Hotel Schütterhof****<br />

Hotel Restaurant Zirngast***<br />

TUI BLUE PULSE Hotel<br />

Hotel Die Barbara am WM<br />

Park Planai****<br />

Natur- & Wellnesshotel<br />

Höflehner****S<br />

Hotel Hartweger****<br />

Hotel Mitterhofer****<br />

Hotel Annelies****<br />

Traumhafte<br />

Kulisse und<br />

entspannte<br />

Unterkünfte sind<br />

der Trumpf in der<br />

Region Schladming-Dachstein.<br />

Berge der Region. Dort kann man das<br />

Bike abgeben und die Wanderung per<br />

Pedes starten. Das e-Bike wird in der<br />

Zwischenzeit auf den Hütten aufgeladen.<br />

20 der Stationen sind mit Ladegeräten<br />

der Firma Bosch ausgestattet.<br />

Nach der Wanderung muss man nicht<br />

mit dem Auto ins Tal und in die Unterkunft<br />

rattern, sondern kann die aktive<br />

Zeit im Sattel des (e-)Bikes fortsetzen.<br />

Auch die Umwelt sagt Danke.<br />

In Kooperation mit den ausgewiesenen<br />

Bike-Hotels Schladming-Dachstein<br />

bietet <strong>SPORTaktiv</strong> tolle Paketlösungen<br />

für unsere Leser an: Vom 27. Juni bis 1.<br />

Juli <strong>2018</strong> steigt das <strong>SPORTaktiv</strong>- und<br />

„Bike & Hike“-Genusstouren-Weekend<br />

(siehe Infos rechts). In den Paketen<br />

(ab 239 Euro) inkludiert sind geführte<br />

Touren, ein e-Bike-Test, Bike-Techniktrainings<br />

und tolle Willkommensgeschenke.<br />

PACKAGE<br />

• 27. Juni–1. Juli <strong>2018</strong><br />

• 4 Übernachtungen im<br />

Hotel deiner Wahl<br />

• 3 geführte „Bike & Hike“ Touren<br />

• Teste die neuesten e-Bikes<br />

von Ghost und Lapierre<br />

• Bike-Grundlagen<br />

Techniktraining<br />

• Willkommensgeschenke:<br />

Camelbak-Trinkflasche, Sonnnenbrille<br />

& ein <strong>SPORTaktiv</strong>-<br />

Headband von BUFF®<br />

DAS ANGEBOT<br />

5 TAGE/4 NÄCHTE<br />

27. JUNI–1. JULI <strong>2018</strong><br />

AB 239 €/PERSON<br />

BIKE.SCHLADMING-DACHSTEIN.AT<br />

URLAUBSREGION<br />

SCHLADMING-DACHSTEIN<br />

www.schladming-dachstein.at<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

151


AUS<br />

PRO<br />

BIERT<br />

BIKE<br />

WIR HABEN DREI<br />

PRODUKTE AUSPROBIERT,<br />

DIE DEN BIKER-ALLTAG<br />

ERLEICHTERN SOLLTEN.<br />

VON CHRISTOPH HEIGL<br />

BIKEN MIT BISS<br />

Laut wie Motörhead! Mit Spikes in den Reifen<br />

schafft man einen Soundteppich fast wie<br />

Heavy-Metal-Gitarren. Wir sind verschiedene<br />

Modelle gefahren, in 26, 27,5 und 29 Zoll. Auch<br />

ein Fatbike mit Spikes gesellte sich dazu. Was<br />

für alle gilt: Spikereifen sind nicht gerade billig<br />

(Standard ab 45 Euro, Dillinger-Topmodelle<br />

bis zu 225 Euro) und auf Asphalt nicht gerade<br />

leise. Das Fatbike macht sogar richtig Krach.<br />

Auf Eis haben Spikereifen aber einen erstaunlichen<br />

Halt. Selbst steilste Winter-Trails kann<br />

man mit Spikes fahren. Das Fatbike potenziert<br />

diesen Effekt mit seinen ultrabreiten Walzen.<br />

Exakt 344 Spikes sind bei den sehr beliebten<br />

Schwalbe-Klassikern Ice Spiker Pro in der<br />

27,5+Version und 402 Spikes beim 29er verbaut.<br />

Der Spike-Körper rund um die Wolframcarbid-<br />

Krallen ist meist aus Alu, manche schwören auf<br />

Stahl. Die Spike-Stummel sind nur wenige Millimeter<br />

lang, aber extrem hart, halten Hunderte<br />

Kilometer (auch Asphalt) aus und überstehen<br />

mehrere Saisonen. Nur eines hat sich herausgestellt:<br />

Der Rollwiderstand, der sich bei 26,<br />

27,5 und 29 Zoll als nicht so dramatisch erweist,<br />

wird bei Spikes am Fat bike auf die Spitze getrieben.<br />

Diese Reifen rollen auf Asphalt wirklich<br />

schlecht. Und klar, das Gewicht! Sind gängige<br />

Reifen kaum schwerer als normale Allrounder<br />

(z. B. 890 Gramm für den 29er Ice Spiker Pro<br />

Liteskin), schlägt ein einziger Fatbike-Spike-<br />

Brummer an der Waage gewaltig aus. Der<br />

Snowshoe XL von Vee Tire wiegt mit seinen<br />

240 Spikes happige 1600 Gramm! Ein Reifen-<br />

Paar wuchtet also 3,2 Kilo an (rotierender)<br />

Masse aufs Bike. Die gewaltige Traktion muss<br />

man sich also mühsam verdienen.<br />

Fotos: Thomas Polzer, Christoph Heigl, Sahmurai<br />

152 <strong>SPORTaktiv</strong>


DER TASCHENTRICK<br />

Das mussten wir einfach ausprobieren:<br />

eine Radjacke von Mavic, die das Handy<br />

als Wegweiser integriert. Basis ist eine<br />

robuste, wasserdichte und schmutzabweisende<br />

Softshelljacke, die Cosmic Pro<br />

H2O Vision (UVP 320,–). Der Clou ist auf der<br />

Rückseite: Die mittlere der drei Taschen<br />

hat ein „Fenster“, eine durchsichtige Folie.<br />

Diese Tasche ist mit einem Reißverschluss<br />

versehen und 100 % wasserdicht, denn<br />

dort findet ein Smartphone Platz, das mit<br />

der Mavic-Vision-App zum Helfer wird. Ist<br />

die App aktiviert, zeigt sie dank Beschleunigungssensoren<br />

und Gyroskop dem Nachfolgenden<br />

deine Fahrtrichtung mit Symbolen<br />

am Display. Pfeile nach vorne, Pfeile<br />

nach links und rechts, wenn man abbiegt,<br />

und ein rot-schwarz blinkendes „X“ beim<br />

Bremsen. In unserem Test funktioniert<br />

das ganz passabel: Schon beim kleinsten<br />

Antippen der Bremse leuchtet das „X“.<br />

So sehen hinter dir fahrende Radler oder<br />

Autos im Finstern, was du machst. Nur die<br />

Abbiegefunktion hat trotz aller Updates und<br />

auf verschiedenen Handymodellen nicht<br />

funktioniert. Die Leistung des Akkus muss<br />

man bei längerer Fahrt im Auge haben.<br />

S.W.O.R.D – DAS SCHWERT<br />

DER SAHMURAI?<br />

Zieh! Beim „Sahmurai“-Schwert handelt<br />

es sich natürlich um kein Kampfgerät japanischer<br />

Abstammung, sondern um den<br />

sehr kreativen Ansatz in der Reifenreparatur<br />

von Stefan Sahm, deshalb SAHMurai.<br />

Der Deutsche entwickelte das S.W.O.R.D.<br />

(„Super Wicked Original Repair Device“,<br />

UVP € 29,90), um einen schlauchlosen<br />

Mountainbike-Reifen während einer Tour<br />

oder eines Rennens reparieren zu können.<br />

Die Komponenten des Tools (Feile, Gabel)<br />

sind in einer 21 cm langen Rolle integriert,<br />

zum Abdichten sind fünf Gummifäden<br />

dabei. Als Clou kann man die beiden Werkzeuge<br />

in die Lenkerenden schrauben und<br />

hat sie damit immer dabei. Doch Vorsicht:<br />

Beim Test haben wir einen Teil beim Biken<br />

im Gelände verloren. Das Einsetzen verlangt<br />

etwas Gefühl …<br />

Wie repariert man einen defekten Reifen?<br />

Kleine Löcher sollte die Dichtmilch verschließen.<br />

Größere Löcher (fingergroß)<br />

und Schnitte schafft die Milch nicht. Hier<br />

kommt das Sahmurai-Schwert zum Einsatz:<br />

Loch mit der Feile auf die richtige Größe<br />

ausweiten und mit der Gabel den Dichtfaden<br />

hineinstopfen. Gabel wieder abziehen.<br />

Den Rest erledigt die Dichtmilch. Den<br />

überstehenden Faden schneidet man ab,<br />

so steht nur ein kleiner, weicher Pfropfen<br />

aus dem Reifen raus. Den Reifen muss man<br />

dazu nicht abmontieren. Fazit: Zwei Minuten<br />

Zeitaufwand, funktionierte tadellos im<br />

Erstversuch.<br />

DIE FUGA 300 – <strong>2018</strong><br />

Die weltweit erste und<br />

einzige Radrennveranstaltung<br />

vom Gletscher zum Meer<br />

in nur einem Tag!<br />

Datum:<br />

Samstag, 23. Juni <strong>2018</strong><br />

Start:<br />

Kaiser-Franz-Josefs-Höhe–<br />

Großglockner (AUT)<br />

Ziel:<br />

Grado–Adriatisches Meer (ITA)<br />

Teilnehmeranzahl:<br />

Auf 150 Personen limitiert!<br />

BEREIT FÜR DIE FUGA 300?<br />

Anmeldung unter:<br />

www.fuga300.com<br />

Ein Event von:<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

153


DIE PERFEKTE<br />

RADJACKE ...<br />

... zu finden, ist nicht einfach. Nur<br />

wenige Hersteller verstehen die<br />

Anforderung, die Radfahrer an eine<br />

Jacke haben, die beim Biken oder<br />

am Rennrad gegen Wind und Wetter<br />

schützt. Wir haben für dich ein paar<br />

herausgesucht. Was wichtig ist: Eine<br />

Radjacke muss im Vorzimmer vor dem<br />

Spiegel nicht perfekt sitzen. Eine Radjacke<br />

muss dort glänzen, wo es zählt:<br />

am Rad! Liebe zum Detail erkennt<br />

man an deutlich (!) längeren Rückenteilen,<br />

langen Ärmeln, eng sitzenden<br />

Bundabschlüssen und einem engen<br />

und hohen Kragenabschluss. Kapuze?<br />

Na ja. Das ist eher ein modisches<br />

Statement, denn viele Kapuzen blasen<br />

sich beim Biken auf oder verfangen<br />

sich mit dem unteren Abschluss des<br />

Helmes, das kann die Beweglichkeit<br />

des Kopfes einschränken. Bei gut konstruierten<br />

Kaputzen passiert das nicht.<br />

Weitere Anforderungen: winddicht,<br />

wasserdicht – und dabei immer schön<br />

atmungsaktiv bleiben. Ist doch gar<br />

nicht so schwer, oder?<br />

NORRONA FJØRÅ<br />

CONVERTIBLE ALPHA60 M<br />

• fürs Biken an kalten Tagen<br />

• die DWR-Behandlung hält Schmutz<br />

und Nässe fern und kommt ohne<br />

umweltschädliche PFCs aus<br />

• ebenso umweltschonend sind die<br />

recycelten Materialien wie das<br />

windabweisende Obermaterial<br />

aus Polyester und das wärmende<br />

Polartec®-Alpha®- Innenfutter<br />

PREIS (UVP): € 299,–<br />

www.norrona.com<br />

BIKE<br />

JACKEN<br />

REGEN UND WIND VON AUSSEN, SCHWEISS VON|<br />

INNEN, DIESE JACKEN KOMMEN DAMIT KLAR|<br />

DAINESE AWA 3L JACKET.<br />

• dreilagige, wasserdichte<br />

Jacke für unterschiedliche<br />

Wetterbedingungen<br />

• die Konstruktion mit vollversiegelten<br />

Nähten und<br />

Vislon-Aquaguard-Reißverschluss<br />

trotzt stärkster<br />

Nässe und Kälte<br />

PREIS (UVP): € 239,–<br />

www.dainese.com<br />

BBB DELTASHIELD REGEN JACKE<br />

• wind- und wasserdichte<br />

Radjacke mit atmungsaktiver<br />

Aquatec-Membran<br />

• weiches und extrem flexibles<br />

Gewebe<br />

• alle Nähte sind vollständig versiegelt<br />

und damit wasserdicht<br />

• die Kapuze passt über den Helm<br />

• Mesh-Innenfutter für bessere<br />

Luftzirkulation und Feuchtigkeitsableitung<br />

PREIS (UVP): € 159,95<br />

beta.bbbcycling.com<br />

154 <strong>SPORTaktiv</strong>


ASSOS MILLE JACKET EV07<br />

• leistungsfähige, leichte Jacke, die<br />

in unseren Breitengraden oft<br />

getragen werden kann<br />

• plutocratLight auf der Vorderseite<br />

• sehr leichtes, atmungsaktives,<br />

wasserabweisendes Material<br />

• komfortable millePassform<br />

• hoher Tragekomfort durch neuen<br />

Schnitt am Kragen<br />

PREIS (UVP): € 170,–<br />

www.assos.com<br />

ENDURA MT500 WASSERDICHTE JACKE II<br />

• mehrfach preisgekrönte, extrem atmungsaktive<br />

Jacke<br />

• mit praktischen Details vollgepackt, eignet sich<br />

perfekt für ganztägige Bike-Expeditionen<br />

• aus dreilagigem wasserdichten ExoShell60-Material<br />

gefertigt, rundum nahtversiegelt<br />

• mit einem wasserabweisenden, hinterlegten<br />

Vislon-Reißverschluss versehen, erzielt damit einen<br />

hervorragenden Wetterschutz<br />

PREIS (UVP): € 229,99<br />

www.endurasport.com<br />

VAUDE MOAB JACKET III M<br />

• lässige Softshelljacke zum Mountainbiken<br />

• 80 % winddicht, wasserabweisend und sehr<br />

atmungsaktiv<br />

• leicht, elastisch, mit Kapuze<br />

• umweltfreundlich hergestellt<br />

PREIS (UVP): € 110,–<br />

www.vaude.com<br />

BETTER TO<br />

RIDE FREE.<br />

NEW!<br />

FREE LINE:<br />

Wasserdichte, PVC-freie Radtaschenserie in der<br />

typischen ORTLIEB Planenoptik. Der Umwelt zuliebe und<br />

in komplett neuen Farben erhältlich!<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

155


Bosch, FLYER, das Ausseerland & <strong>SPORTaktiv</strong> präsentieren:<br />

1. E-MOUNTAINBIKE-<br />

WOMEN CAMP<br />

24. bis 27. Mai <strong>2018</strong><br />

(Donnerstag bis Sonntag)<br />

• 3 Übernachtungen im Narzissenhotel ****<br />

in Bad Aussee<br />

• Halbpension<br />

• kostenfreies WLAN<br />

• 3 E-Bike-Touren (2 längere, 1 kürzere) im<br />

Ausseerland-Salzkammergut mit Bosch Uphill<br />

Flow Enthusiastin Greta Weithaler und weiblichen<br />

Guides des Narzissenhotels<br />

• Fahrtechnik-Training mit Greta Weithaler<br />

• Bike-Trikot als Geschenk<br />

• Testrad von FLYER<br />

• Lunchpaket<br />

• Relaxen im Narzissenbad<br />

• Ausseer „Wadl-Erfrischungsbehandlung“<br />

• optional <strong>SPORTaktiv</strong>-Campschutz powered by<br />

Nürnberger Versicherung für die Dauer des<br />

Camps<br />

PREIS: € 327,– pro Person<br />

(Aufenthalt im Doppelzimmer Standard)<br />

DAS ANGEBOT:<br />

4 TAGE UND 3 NÄCHTE<br />

MIT HALBPENSION, TESTRAD<br />

UND GESCHENKEN UM € 327,–<br />

TEILNEHMERINNEN<br />

max. 15 Personen<br />

PROGRAMM<br />

Donnerstag, 24. Mai<br />

• Selbstständige Anreise<br />

• Gemeinsames Abendessen der Teilnehmerinnen<br />

mit den Guides (19 Uhr)<br />

Freitag, 25. Mai<br />

• Ausgabe/Einstellen der E-MTBs<br />

• 1. gemeinsame Ausfahrt (rund 4 Stunden)<br />

mit Fahrtechniktraining<br />

• Fußzeremoniell mit Peeling und Massage<br />

Samstag, 26. Mai<br />

• 2. Ausfahrt (rund 5 Stunden)<br />

• Gemeinsames Abendessen (19 Uhr)<br />

Sonntag, 27. Mai<br />

• kurze Abschlusstour (ca. 2 Stunden)<br />

ZUM TESTEN<br />

Das FLYER Uproc 3 ist ein<br />

bärenstarkes E-MTB mit<br />

140 mm<br />

Federweg und<br />

Bosch-Antrieb.<br />

Programmänderungen vorbehalten<br />

156 <strong>SPORTaktiv</strong>


e-mtb women camp<br />

www.sportaktiv.com<br />

Ladies, aufgepasst! Eine einzigartige Möglichkeit<br />

tut sich auf, in einer reinen Frauengruppe<br />

und in traumhafter Landschaft<br />

Mountainbike zu fahren und pure Entspannung<br />

zu genießen. Als Bonus kann man dabei erste<br />

Erfahrungen mit topmodernen E-Bikes sammeln.<br />

Voilà, das erste E-MTB-Women-Camp Österreichs,<br />

das Bosch, <strong>SPORTaktiv</strong> und das Narzissenhotel<br />

in Bad Aussee exklusiv für 15 Leserinnen<br />

organisieren.<br />

Das Paket ist ein Genuss auf ganzer Linie: Vier<br />

Tage und drei Nächte in der malerischen Ausseer<br />

Bergwelt, Top-Unterkunft im Vier-Sterne-Haus<br />

mit allen Annehmlichkeiten und ein sportliches<br />

Programm, das sich sehen lassen kann. Natürlich<br />

sind beim Women-Camp als Guides nur weibliche<br />

Bikerinnen an Bord. Allen voran wird Bosch<br />

Uphill Flow Enthusiastin Greta Weithaler die<br />

Gruppe anführen. Die ehemalige Weltcup-Fahrerin<br />

mit Profi-Erfahrung weiß, was Frauen beim<br />

Biken wollen: „Die Teilnehmerinnen setzen sich<br />

auf das E-Bike, nach wenigen Metern fangen<br />

schon alle an zu schreien, zu lachen und haben einen<br />

Riesenspaß“, weiß die sympathische Südtirolerin<br />

von vielen E-Bike-Ausfahrten. Als Testbikes<br />

steht das FLYER Uproc 3 zur Verfügung.<br />

Doch nicht nur das Biken in der fantastischen<br />

Kulisse vom Ausseerland-Salzkammergut belebt<br />

die Sinne, im Narzissenhotel steht das Relaxen<br />

danach auch ganz oben. So fühlen sich die Bikerinnen<br />

rundherum wohl.<br />

DEIN GESCHENK<br />

Diese superlässige Bike-Shirt<br />

von Fanfiluca gibt es als<br />

Geschenk für alle Damen.<br />

Dazu ein Sportnahrungspaket<br />

von Peeroton für genügend<br />

Energie unterwegs.<br />

DIE UNTERKUNFT<br />

Das Narzissenhotel Bad Aussee<br />

inmitten der Ausseer Bergwelt<br />

Fotos: Hersteller, Narzissenhotel, Bosch<br />

Greta Weithaler von Bosch steht im Camp<br />

als Uphill Flow Expertin zur Verfügung.<br />

ANMELDUNG<br />

KONTAKT & BUCHUNG mit Kennwort<br />

„<strong>SPORTaktiv</strong> E-MTB-WOMEN-CAMP“<br />

Narzissenhotel Bad Aussee<br />

Pötschenstraße 172<br />

Tel. +43 36 22/553 00-200<br />

E-Mail: info@narzissenhotel.at<br />

www.narzissenhotel.at<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

157


UNSER PACKAGE-TIPP<br />

Halbpension ab 119 Euro pro<br />

Nacht für zwei Personen<br />

reservations@valamar.com<br />

Tel. + 385 52 465 000<br />

www.valamar.com<br />

URLAUBSTRAUM<br />

FÜR RADSPORTLER<br />

WO SICH HÜGEL UND DAS MEER<br />

TREFFEN: DORT STEHT DER GEHEIM-<br />

TIPP FÜR RADSPORTLER, DAS<br />

VALAMAR GIRANDELLA RESORT IM<br />

KROATISCHEN RABAC.<br />

A<br />

lleine schon die Landschaft ist einen Urlaub<br />

in Kroatien wert. Das herrliche Istrien, die<br />

Gegend rund um Rabac – „Wo sich Hügel<br />

und das Meer treffen“, schwärmen die Urlauber.<br />

Dort finden aber auch Hobby- und<br />

Freizeitsportler ihre Traumdestination.<br />

Erste Anlaufstelle vor Ort ist das Valamar<br />

Girandella Resort in der malerischen Girandella-Bucht.<br />

Das Premium-Resort mit<br />

vier bzw. fünf Sternen hat neben allem herkömmlichen<br />

Luxus auch Pakete für Radfahrer<br />

im Angebot, für Mountainbiker genauso<br />

wie für Rennradfahrer und Trekking-Biker.<br />

Selbst Profis nutzen das Angebot und die<br />

Straßen und Hügel ringsum, um wertvolle<br />

Trainingskilometer zu sammeln.<br />

Genussfahrer machen entspannte Touren,<br />

sportlich Ambitionierte nutzen das Bike<br />

Center Rabac, wo sich ein Bike Skills Park,<br />

ein Pumptrack und verschiedene Strecken<br />

befinden. Von Radkursen bis zu geführten<br />

Touren und Bike-Verleih wird alles geboten.<br />

Aktive Zeit für alle Gäste<br />

Im Valamar Girandella Resort selbst wird<br />

ein tägliches Fitnessprogramm organisiert:<br />

Für alle Altersgruppen und Fitness-Levels<br />

gibt es Training, Unterhaltung und Neues<br />

zu entdecken. Damit sollen alle Hotelgäste<br />

ermuntert werden, aktiv zu sein und die<br />

ganze Umgebung für erholsame Stunden zu<br />

nutzen. Natürlich kann man auch an den<br />

Pools, am Strand und in den vielen Restaurants<br />

und Bars entspannen.<br />

Fotos: Valamar<br />

158 <strong>SPORTaktiv</strong>


BLEIB<br />

FIT.<br />

JUBILÄUM<br />

IM EWIGEN EIS<br />

Von 29. Juni bis 1. Juli <strong>2018</strong> feiert die Zillertal<br />

Bike Challenge ihr zehnjähriges Jubiläum. Von<br />

Fügen aus geht es bei dem Drei-Tages-Rennen<br />

auf den Hintertuxer Gletscher.<br />

Fotos: Zillertal Tourismus / Simon Hausberger<br />

Ob Profi, Hobbybiker oder Renneinsteiger,<br />

für jeden ist bei der Zillertal Bike Challenge<br />

etwas dabei. Auch bei der 10. Auflage. Wie<br />

gewohnt, wird in drei Kategorien gefahren:<br />

Beim „King/Queen of the Mountain“ sind 190<br />

Kilometer und 9200 Höhenmeter zu bewältigen;<br />

beim „Prince/Princess of the Mountain“ sind es<br />

170 (5300 hm). „Lord/Lady of the Mountain“<br />

darf sich nennen, wer 130 Kilometer und 3800<br />

Höhenmeter am schnellsten bewältigt hat. Tolle<br />

Sache: Die ersten Rennkilometer sind für alle<br />

gleich. Novizen radeln also Seite an Seite mit<br />

den Profis wie Markus Kaufmann, amtierender<br />

„King“ und Fünffachsieger, der sagt: „Das fühlt<br />

sich total geil an. Es ist immer ein richtig tolles<br />

Event.“<br />

Gleich anmelden, der Run auf die Startplätze<br />

der Jubiläumsauflage ist bereits eröffnet.<br />

ZILLERTAL BIKE CHALLENGE<br />

Nenngebühr: 219 Euro inkl. Verpflegung, Startpräsente,<br />

Finisher-Trikot, Urkunde u. v. m.<br />

Nennschluss: 17. Juni <strong>2018</strong>.<br />

www.zillertal-bikechallenge.com<br />

ÖSTERREICHS GRÖSSTES<br />

AKTIVSPORT-MAGAZIN<br />

Erhältlich bei Intersport, SPORT 2000, Gigasport,<br />

XXL SPORTS, den Top100 Radshops, in ausgewählten<br />

Trafiken sowie im Abo. 6 Ausgaben pro Jahr um € 19,90.<br />

Abobestellung: 01-51414-800, abo@sportaktiv.com,<br />

www.magazin-abo.com. www.sportaktiv.com


ladies-bikecamp für einsteigerinnen<br />

DAS 2. SPORTAKTIV-<br />

LADIES-BIKECAMP<br />

Termin: 17.–20. Mai <strong>2018</strong><br />

im Naturpark Weissensee<br />

TEILNEHMER<br />

max. 24, die in 3 Gruppen aufgeteilt werden<br />

und mit wechselnden Guides fahren<br />

www.sportaktiv.com<br />

ANGIE HOHENWARTER<br />

fuhr Four-Cross- und<br />

Downhill-Rennen. Heute<br />

reist die Kärntnerin um<br />

die Welt, immer auf der<br />

Suche nach den<br />

besten Trails.<br />

ZIELGRUPPE<br />

Bike-Einsteigerinnen<br />

CAMPINHALT<br />

• Technik und Trailtechnik mit<br />

Angie Hohenwarter<br />

• Abfahren am neuen MTB-Trail<br />

Weissensee<br />

• Schrauber-Workshop<br />

• Bike- und SEEnerlebnis<br />

LEISTUNGEN<br />

• 3 Übernachtungen im Hotel Arlbergerhof<br />

Vital im Naturpark Weissensee<br />

• Verpflegung: Halbpension mit kulinarischen<br />

Genüssen aus Christines Küche<br />

• Teilnahme am dreitägigen Bikecamp-<br />

Programm, an zwei Tagen mit Angie<br />

Hohenwarter als Guide<br />

• optional <strong>SPORTaktiv</strong>-Campschutz<br />

powered by Nürnberger für die Dauer<br />

des Camps<br />

• TopPreis für <strong>SPORTaktiv</strong>-Leserinnen:<br />

€ 350,– p. P.<br />

• Aufpreis für Einzelzimmer: € 30,–<br />

BUCHUNGEN<br />

Direkt beim Hotel Arlbergerhof<br />

am Weissensee: Tel. 0 47 13/22 80<br />

info@arlbergerhof.at<br />

Infos zum Hotel: www.arlbergerhof.at<br />

Es gelten die allg. Bedingungen des<br />

österreichischen Hotelgesetzes<br />

GESCHENKT<br />

Ein Ultrasun-LSF-30-Sports-Gel; ein<br />

Top-Sportnahrungspaket von Peeroton;<br />

eine Dose Natur-Medizinprodukt<br />

von Panaceo<br />

DAS ANGEBOT:<br />

3 NÄCHTE IM<br />

ARLBERGERHOF<br />

VITAL UND 2 TAGE<br />

BIKEN MIT ANGIE<br />

HOHENWARTER<br />

UM € 350,–<br />

Die Vorfreude ist riesig – denn die<br />

wohl großartigste Frau in der<br />

heimischen Bikeszene wird die<br />

Teilnehmerinnen beim 2. <strong>SPORTaktiv</strong>-<br />

Ladies-Bikecamp begleiten: Angie<br />

Hohenwarter verbringt mit euch unvergessliche<br />

Tage im Naturpark Weissensee.<br />

Beim Techniktraining kommen Einsteigerinnen<br />

voll auf ihre Kosten, bei den<br />

Touren steht der Teamgeist ganz klar<br />

im Vordergrund. Die Ex-Downhillerin<br />

nimmt euch mit und zeigt euch die<br />

schönsten Plätze am See.<br />

Die Umgebung könnte nicht besser<br />

sein. Denn die Region Weissensee ist<br />

ein echtes Naturparadies für Biker. In<br />

Kombination mit dem Hybridschiff<br />

„MS Alpenperle“ ergeben sich zahlreiche<br />

Tourenmöglichkeiten.<br />

Residieren werden die Teilnehmerinnen<br />

bei unserem Camp im besten<br />

Stützpunkt: dem Arlbergerhof Vital am<br />

Weissensee. Hausherr Peter Schwarzenbacher<br />

ist sonst selbst der beste Guide<br />

für seine bikenden Gäste – bloß diesmal<br />

wird er Angie Hohenwarter den Vortritt<br />

lassen ...<br />

Fotos: Heiko Mandl/Alrbergerhof<br />

160 <strong>SPORTaktiv</strong>


TEUFEL<br />

KOMM RAUS<br />

WER MACHT MIT? SPORTAKTIV<br />

HAT WIEDER EIN TEAM BEI DER<br />

SALZKAMMERGUT-TROPHY!<br />

Es ist das Kultrennen in Österreich und<br />

europaweit ein Begriff: die Salzkammergut-Trophy<br />

in Bad Goisern und durch<br />

die ganze Welterbe-Region rund um den<br />

Hallstätter See. „Schuld“ daran ist die berüchtigte<br />

Extremdistanz. Sie zu schaffen,<br />

adelt jeden Mountainbiker, denn die 210<br />

Kilometer und 7119 Höhenmeter sind<br />

eine gewaltige Herausforderung. Einmal<br />

Hölle und zurück!<br />

Bei der heurigen Auflage zwischen 13.<br />

und 15. Juli (Marathon am 14. Juli)<br />

gibt es wieder die Auswahl von sieben<br />

Distanzen ab 22 km (700 hm), dazu die<br />

„Bosch eMTB-Challenge“ mit speziellem<br />

Wertungsmodus und wieder eine Wertung<br />

für Gravel-Bikes. 5000 Biker aus 40<br />

Nationen werden beim größten Marathon<br />

Österreichs erwartet.<br />

Logisch, dass <strong>SPORTaktiv</strong> live dabei<br />

ist und wieder ein Leserteam stellt. Wer<br />

sich rasch anmeldet, bekommt als Bonus<br />

Top-Geschenke unserer Partner.<br />

www.salzkammergut-trophy.at<br />

ANMELDUNG<br />

Sei mit uns dabei von 13. bis 15.<br />

Juli in Bad Goisern!<br />

www.trophy.at/anmeldung<br />

DAS „DOWE-SPORTAKTIV<br />

SLOW-MOTION-TEAM“<br />

Eine Besonderheit der<br />

Salzkammergut-Trophy ist die<br />

„Slow-Motion-Teamwertung“:<br />

Es gilt, möglichst viele Fahrer/-innen<br />

auf möglichst langen Distanzen in<br />

einem Team zu vereinen.<br />

Auf unsere Teammitglieder warten<br />

wieder wertvolle Goodies.<br />

Gemeinsam mit unseren Lesern<br />

versuchen wir, auch heuer wieder in<br />

dieser Wertung ganz vorne dabei zu<br />

sein – als „Dowe-<strong>SPORTaktiv</strong>-Team“.<br />

Alle, die bei der Trophy-<br />

Anmeldung unsere Teamnummer<br />

„55“ angeben, sind automatisch<br />

Teammitglieder.<br />

Goodies von Stevens<br />

und Dowe für<br />

die schnellsten<br />

Anmeldungen.<br />

Fotos: Marc Schwarz, Hersteller<br />

Als Belohnung gibt es Top-Goodies<br />

für die ersten, die sich anmelden:<br />

Die schnellsten 50 bekommen zur<br />

Anmeldung ein Dowe-MTB-Team-<br />

Trikot mit passender 3D-Trägerhose,<br />

die ersten 30 zusätzlich eine Stevens-Kappe<br />

und Sonderkonditionen<br />

beim Kauf eines Stevens-Bikes.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

161


UCI Rad-WM Innsbruck Tirol <strong>2018</strong> & <strong>SPORTaktiv</strong> präsentieren:<br />

DER SPORTAKTIV<br />

WM-CHECK<br />

16. und 17. Juni <strong>2018</strong><br />

(Samstag/Sonntag)<br />

• Wir fahren in Kooperation mit den<br />

WM-Partnern drei Monate vor der<br />

UCI Straßenrad-WM in Tirol (WM-Termin 22.<br />

bis 30. September) zwei WM-Strecken ab<br />

• Radbegeisterte <strong>SPORTaktiv</strong>-Leser und<br />

Leserinnen können sich für das<br />

Spezialangebot bewerben, zehn werden<br />

von uns ausgewählt<br />

• Ein Leser wird mit einem Testpaket von<br />

Kooperationspartner Trek (Rad, Helm, Schuhe)<br />

unterstützt<br />

• Übernachtung im arte Hotel in Kufstein<br />

• Team-Trikot<br />

• Eintrittskarten zur Rad-WM im September<br />

• Ex-Profi und WM-Streckenchef<br />

Thomas Rohregger fährt als Guide,<br />

Martin Weiss ebenfalls<br />

• Erkundung der WM-Strecke am Rennrad<br />

zwischen Kufstein und Innsbruck<br />

(Teile des Herrenkurses, mit Höttinger Hölle)<br />

• Erkundung der WM-Strecke zwischen<br />

AREA 47 Ötztal und Innsbruck<br />

(Mannschaftszeitfahren)<br />

• Top-Service und Betreuung mit einem<br />

Begleitfahrzeug von Mavic<br />

PREIS: € 199,– pro Person<br />

PROGRAMM<br />

Samstag, 16. Juni:<br />

• individuelle Anreise nach Innsbruck<br />

zum Treffpunkt<br />

• Ausfahrt auf der Strecke des Mannschaftszeitfahrens<br />

vom Ötztal nach Innsbruck<br />

• Abendessen im Auracher Löchl in Kufstein<br />

Sonntag, 17. Juni:<br />

• Ausfahrt auf der Strecke des<br />

WM-Straßenrennens von Kufstein<br />

nach Innsbruck<br />

• Heimreise<br />

Programmänderungen vorbehalten<br />

DAS ANGEBOT:<br />

EIN WOCHENENDE MIT<br />

ÜBERNACHTUNG, SHUTTLE<br />

UND ZWEI PROFI-AUSFAHRTEN<br />

UM € 199,–<br />

DIE STRECKEN<br />

Wir testen zwei Strecken:<br />

das Mannschaftszeitfahren von der AREA 47 im Ötztal<br />

nach Innsbruck (Herren 62,1 km, 427 hm, Damen 53,8 km,<br />

152 hm), Stationen: Telfs, Zirl, Axams, Götzens<br />

das Straßenrennen von Kufstein nach Innsbruck (Herren<br />

265 km, 4670 hm), Stationen: Bad Häring, Mariastein,<br />

Breitenbach, Brixlegg, Schwaz, Gnadenwald, Hall, Igls<br />

162 <strong>SPORTaktiv</strong>


WIR SIND RAD-WM<br />

www.sportaktiv.com<br />

S<br />

ich einmal wie Weltmeister Peter Sagan<br />

fühlen? Wie Vuelta-Etappensieger Stefan<br />

Denifl, Chris Froome oder Nairo Quintana?<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>, der Tourismusverband Kufsteinerland,<br />

die Tiroler Organisatoren der UCI Rad-<br />

WM und unsere Partner machen es möglich.<br />

Wir veranstalten am 16. und 17. Juni mit zehn<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-Lesern einen sportlichen Ausflug auf<br />

den Kursen der Straßenrad-Weltmeisterschaft, die<br />

von 22. bis 30. September in Tirol gastiert. Dort<br />

schauen wir uns die spektakulärsten Strecken an,<br />

Profis wie Thomas Rohregger und einige Überraschungsgäste<br />

erklären uns die Schlüsselpassagen<br />

und erzählen uns das eine oder andere Schmankerl<br />

aus der Welt des Radsports. Wir werden auch<br />

versuchen, die berüchtigte und viel diskutierte<br />

Steigung der „Höttinger Höll“ (28 Prozent!) in<br />

Innsbruck zu schaffen.<br />

Die WM-Gastgeber, die WM-Sponsoren und<br />

unsere Tourismuspartner sind auch an Bord. Wir<br />

nächtigen in Kufstein im arte Hotel, Trek stellt<br />

für einen Leser ein komplettes Testpaket zusammen,<br />

wir spendieren ein Spitzentrikot und für<br />

die WM-Rennen gibt es Eintrittskarten. Und das<br />

ganze zum Superpreis von 199,– Euro.<br />

Wichtig: Wir versuchen, die Schönheiten Tirols<br />

am Rennrad zu genießen, aber das wird wohl<br />

keine Bummelfahrt. Wer sich bei <strong>SPORTaktiv</strong> für<br />

die zehn Plätze bewirbt (mit Foto und Steckbrief),<br />

sollte sportlicher Rennradfahrer sein – oder Rennradfahrerin!<br />

– und bis Juni schon viele Kilometer<br />

in den Beinen haben.<br />

Fotos: Tirol Werbung/Oliver Soulas, arte Hotel Kufstein<br />

DIE UNTERKUNFT<br />

Wir nächtigen im arte Hotel im Herzen der Stadt Kufstein.<br />

www.arte-kufstein.at<br />

INFO ZUR UNTERKUNFT<br />

Tourismusverband Kufsteinerland<br />

Unterer Stadtplatz 11, 6330 Kufstein<br />

Tel. 43 53 72/622 07<br />

info@kufstein.com<br />

www.kufstein.com<br />

BEWERBUNG<br />

Bis 5. April <strong>2018</strong> an<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>, Gadollaplatz 1, 8010 Graz<br />

E-Mail: office.sportaktiv@sportaktiv.com<br />

TEILNEHMER<br />

Max. 10 <strong>SPORTaktiv</strong>-Leser, Voraussetzung:<br />

gute Fitness und Radsportbegeisterung<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

163


PACKAGE-TIPP<br />

„Rennrad-Camp mit Jan Ullrich“<br />

Termin: 30. Mai bis 3. Juni <strong>2018</strong><br />

Inkludiert sind:<br />

• 4 Übernachtungen im Wohlfühlzimmer<br />

mit Halbpension und<br />

Stärkung nach der Tour<br />

• Camp-Trikot<br />

• 4 geführte Ausfahrten<br />

• 1 Workshop mit den Ex-Radprofis<br />

• Benutzung aller Hoteleinrichtungen<br />

inkl. Fitnessraum<br />

Preis: € 485,– p. P./DZ, € 565,–/EZ<br />

BUCHUNGEN DIREKT<br />

BEIM HOTEL MARKO:<br />

Tel. +43 (0) 42 39/22 68-0<br />

E-Mail: office@hotel-marko.at<br />

www.hotel-marko.at<br />

STARTE MIT<br />

JAN ULLRICH IN DIE<br />

RENNRADSAISON<br />

Deutschlands Radstar Jan Ullrich begleitet das Saison auftakt-<br />

Camp von 30. Mai bis 3. Juni am Kärntner Klopeiner See – in<br />

einer der besten Rennradregionen der Alpen.<br />

REGION KLOPEINER SEE –<br />

SÜDKÄRNTEN<br />

Tel. +43 (0) 42 39/22 22<br />

E-Mail: info@klopeinersee.at<br />

www.klopeinersee.at<br />

Einmal Rad an Rad mit einem absoluten<br />

Topstar der Rennradszene fahren:<br />

Das ist im Frühling <strong>2018</strong> in der Region<br />

Klopeiner See – Südkärnten wieder<br />

möglich!<br />

Der deutsche Spitzenrennradfahrer<br />

Jan Ullrich begleitet das Rennrad-Camp<br />

von 30. Mai bis 3. Juni. Passenderweise<br />

in einer der besten Rennradregionen<br />

der Alpen. Mit dabei sind auch der<br />

ehemalige österreichische Top-Profi<br />

Paco Wrolich, der ebenso sportliche wie<br />

bekannte Winzer Leo Hillinger sowie<br />

weitere Top-Guides.<br />

Stark ist auch die Region: Viele österreichische<br />

Rennradprofis trainieren in<br />

der Region Klopeiner See – Südkärnten,<br />

weil sie vom Gelände her alles bietet,<br />

was Rennradfahrer sich wünschen.<br />

Lange Flachstücke, kupierte Abschnitte,<br />

anspruchsvolle Passstraßen mit Steigungen<br />

und langen Abfahrten.<br />

Absteigen im Rennradhotel<br />

Das Hotel Marko, wo die Gruppe einquartiert<br />

ist, ist auf Rennradfahrer spezialisiert.<br />

Es verfügt über eine Radwerkstatt,<br />

einen absperrbaren Radstall, eine<br />

Fitness- und Wellnessanlage und hat<br />

erst 2016 alle seine Zimmer vollständig<br />

neu ausgestattet. An der Bar lässt es sich<br />

ebenso gemütlich plaudern wie auf der<br />

großen Sitzterrasse. Pläne für den Tag<br />

werden am reichhaltigen Frühstücksbuffet<br />

geschmiedet. Hotelchef Josef<br />

Petritsch ist außerdem selbst begeisterter<br />

Rennradler und gibt so manchen Geheimtipp<br />

an seine Gäste weiter.<br />

Fotos: Region Klopeiner See – Südkärnten<br />

164 <strong>SPORTaktiv</strong>


GANZER STOLZ|<br />

Mit dem Pride definieren die<br />

Vorarlberger von SIMPLON<br />

die Grenze des derzeit<br />

Machbaren. Das einzigartige<br />

Cockpit-Konzept ist<br />

revolutionär, die Aerodynamik<br />

des Rades eine Wucht,<br />

ab ca. 6,85 kg und 5399 Euro.<br />

www.simplon.com<br />

BIKE<br />

NEWS<br />

FÜR HELLE UND<br />

JUNGE KÖPFE<br />

WOOM hat den passenden<br />

Helm für Kindsköpfe. Die<br />

Features: tiefer Sitz, gute<br />

Durchlüftung, reflektierendes<br />

Logo und ein flexibles Visier,<br />

das beim Aufprall dämpft.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong> verlost drei<br />

Helme: Einfach E-Mail mit<br />

„Woom“ bis 5. April an<br />

office.sportaktiv@sportaktiv.<br />

com senden.<br />

www.woombikes.com<br />

ÜBER ALLE BERGE|<br />

Fotos: Hersteller<br />

GESTRICKT<br />

Der Empire VR 70 Knit von GIRO<br />

ist ein MTB- und Gravelschuh<br />

und setzt auf innovative Strick-<br />

Technologie. Das Strickmaterial<br />

ist anschmiegsam, komfortabel<br />

und atmungsaktiv. Durch den<br />

hohen Knöchelabschluss kommt<br />

weniger Schmutz in den Schuh.<br />

www.giro.com<br />

EIN E-BIKE<br />

FÜRS EXTREME<br />

Dieses E-Enduro-Bike von<br />

CONWAY scheut keinen Einsatz:<br />

Mit Shimanos E8000-Steps-<br />

Antrieb, 160 mm Federweg<br />

(Yari, Monarch Plus R), robusten<br />

Schwalbe-Reifen (Magic Mary)<br />

und aggressiver Geometrie ist<br />

das eWME 627 mit nur 21,8 kg<br />

ein Bike für extreme Trails.<br />

www.conway-bikes.de<br />

Mit dem Jam 2 C stellt FOCUS das<br />

leichteste Modell (20 kg) der Jam 2 -<br />

Familie auf die Räder. Das neue<br />

E-All-Mountainbike hat 140 mm<br />

Federweg, einen Carbonrahmen<br />

und das T.E.C-Akkusystem mit<br />

bis zu 756 Wh. Damit kommt<br />

man über alle Berge.<br />

www.focus-bikes.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

165


ERICH<br />

ARTNER, 43,<br />

ist der einzige Österreicher, der<br />

mit zwei Unterschenkel-Prothesen<br />

einen Ironman absolviert hat.<br />

DAS SCHICKSAL HAT ERICH|<br />

ARTNER ZWEI BEINE GESTELLT.|<br />

ER|STAND AN DER GRENZE ZUM|<br />

JENSEITS UND VERLOR BEIDE|<br />

UNTERSCHENKEL. HEUTE IST ER|<br />

IRONMAN-FINISHER UND EIN|<br />

„SPORTLER MIT HERZ“, DER FÜR|<br />

ANDERE IN DIE PEDALE TRITT UND|<br />

MIT SEINER ENERGIE ANSTECKT.|<br />

VON KLAUS MOLIDOR<br />

Foto: Blindtext<br />

166 <strong>SPORTaktiv</strong>


2%<br />

UND<br />

ZWEI<br />

PROTHESEN<br />

Fotos: Sportograf.com, Erich Artner<br />

Waterhouse-Friedrichsen. So<br />

beginnt die Geschichte von<br />

Erich Artner, dem Hobbysportler.<br />

Wir schreiben das Jahr 1989.<br />

In Berlin ist gerade die Mauer gefallen<br />

und Osten und Westen wachsen wieder<br />

zusammen. Im Westen Wiens wächst ein<br />

junges Handballtalent heran. Erich Artner.<br />

Jung, fit, ambitioniert. Der Sport ist<br />

sein Leben. Bis zum 18. Dezember. Die<br />

vermeintliche Verkühlung verschlimmert<br />

sich plötzlich. Erst im zweiten<br />

Krankhaus erkennen die Ärzte den Ernst<br />

der Lage. „Im Wilhelminenspital war<br />

gerade Weihnachtsfeier und darum waren<br />

alle Ärzte anwesend“, erzählt Artner.<br />

„Der Primar hat die seltene Krankheit<br />

erkannt.“ Waterhouse-Friedrichsen-Syndrom.<br />

Was mit einer bakteriellen Infektion<br />

beginnt, endet in schweren Thrombosen.<br />

Unbehandelt stirbt daran jeder.<br />

Artners Überlebenschancen: 2 Prozent.<br />

Es folgen: zehn Tage künstlicher Tiefschlaf,<br />

Operationen, Operationen, Operationen.<br />

Er überlebt. Ohne Gehirnschäden,<br />

aber auch ohne Unterschenkel,<br />

die beide amputiert werden müssen.<br />

Der Sport als Anker<br />

„Der Sport hat mir das Leben gerettet“,<br />

sagt er heute ganz entspannt und nippt<br />

an seinem Espresso. „Wäre ich damals<br />

nicht so fit gewesen, hätte ich das nicht<br />

überlebt.“ Und der Sport war es auch,<br />

der es ihm ermöglicht hat, gar nie in ein<br />

Loch zu fallen, zu hadern, depressiv zu<br />

werden. „Die Handballkollegen haben<br />

mich gefördert und gefordert.“ Auf das<br />

Turnier in Schweden – auf das er sich in<br />

den Tagen vor dem Einschnitt so gefreut<br />

hatte, nehmen sie ihn mit. Wenn er<br />

nicht mehr gehen kann, tragen sie ihn.<br />

18 Jahre später ist aus dem jungen<br />

Handballer ein leidenschaftlicher Ausdauersportler<br />

geworden. Nach einer<br />

Karriere im Rollstuhlbasketball samt<br />

EM-Teilnahme in den Niederlanden<br />

wird er über Jugendfreund und Ö3-Mikromann<br />

Tom Walek auf Triathlon<br />

aufmerksam. „Da wusste ich: Ich will<br />

einen Ironman finishen.“ Und die<br />

Beschäftigung mit Schwimmen, Radfahren<br />

und Laufen gibt seinem Leben<br />

auch eine entscheidende Wende. Er<br />

kann sich nicht nur auspowern – „Das<br />

brauche ich einfach“ – viel wichtiger:<br />

Artner bekommt Selbstvertrauen. Hatte<br />

er sich früher geniert, am Badeteich mit<br />

Prothesen ins Wasser zu steigen, trägt<br />

er sie heute mit Stolz. „In der Wechselzone<br />

beim Triathlon haben mich Leute<br />

angeredet und gemeint, wie stark sie das<br />

finden, was ich mache.“ Früher hat er<br />

Menschen gemieden, wenn er mit seinen<br />

futuristischen Laufprothesen unterwegs<br />

war, heute spornt ihn das an.<br />

Und der Moment, als klar war: die<br />

Unterschenkel sind weg. Hat ihn der,<br />

als 15-Jährigen, nicht aus der Bahn geworfen?<br />

„In einem Alter, in dem Mädels<br />

interessant werden, war das natürlich<br />

nicht cool. Vor allem hab ich mich aber<br />

darüber geärgert, dass ich nicht mehr<br />

Handball spielen kann. Ich hab sechsmal<br />

die Woche trainiert. Das war mein<br />

Leben.“ Erst nach und nach dämmert<br />

ihm, dass er großes Glück hatte. „Ich<br />

hätte auch Gehirnschäden haben können<br />

und meine Hände hätte ich auch<br />

verlieren können.“<br />

Alles noch dran und voll im Einsatz.<br />

Dem Ironman in Klagenfurt folgten<br />

weitere, dazu der Ötztaler Radmarathon<br />

und immer wieder Charity-Fahrten mit<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

167


MIT DEM WIFI<br />

ZUM TRAUMJOB<br />

Das WIFI-Süd macht fit für sportliche<br />

Jobs. Hier eine Auswahl der Angebote:<br />

dem Fahrrad. Für den guten Zweck ist<br />

er mit einer Gruppe von Wien nach<br />

Rom geradelt, 2017 von Wien nach<br />

Barcelona. Helfen, andere mitreißen,<br />

ihnen zeigen, dass immer noch etwas<br />

geht, auch das treibt ihn an. Bei der<br />

Sportlergala 2017 wird er als „Sportler<br />

mit Herz“ ausgezeichnet. In den Tagen<br />

danach spricht ihn eine Dame auf seiner<br />

morgendlichen Laufrunde an und<br />

gratuliert ihm. Immer wieder begegnen<br />

sich die beiden. „Vor Kurzem erzählt sie<br />

mir, dass sie eine kaputte Hüfte hatte<br />

und wegen mir wieder mit dem Nordic<br />

Walking begonnen hat.“<br />

Diplomlehrgang Fitnesstrainer<br />

28. 2. bis 23. 6. <strong>2018</strong>; Mi., Do. 18–22 Uhr,<br />

Sa. 9–17 Uhr; 214 Std., € 2900,–; WIFI-Süd<br />

Diplomlehrgang Wirbelsäulen- und<br />

Beckenbodentrainer<br />

13. 4. bis 15. 6. <strong>2018</strong>; Fr. 16-20 Uhr,<br />

Sa., So. 9-17 Uhr; 66 Std., € 1000,–; WIFI-Süd<br />

Diplomlehrgang Pilatestrainer<br />

16. 3. bis 16. 6. <strong>2018</strong>; Fr. 16–20 Uhr,<br />

Sa., So. 9–17 Uhr; 74 Std., € 1150,–; WIFI-Süd<br />

Grundlehrgang Weight Management<br />

9. 3. bis 22. 6. <strong>2018</strong>; Fr. 17–21 Uhr,<br />

Ausnahme: Sa., 14. 4. und Do. 19. 4.;<br />

56 Std., € 820,–; WIFI-Süd<br />

EFT – Klopfakupressur für Einsteiger<br />

und leicht Fortgeschrittene<br />

24. 2. bis 25. 2. <strong>2018</strong>; Sa., So. 9–17 Uhr;<br />

16 Std., € 280,–; WIFI-Süd<br />

Sporternährung – Basic<br />

13. 4. bis 14. 4. <strong>2018</strong>; Fr. 8–18 Uhr,<br />

Sa., 9–17 Uhr; 18 Std., € 350,–; WIFI-Süd<br />

Grundlehrgang Mentales Training<br />

1. 3. bis 16. 6. <strong>2018</strong>; Mi., Do. 17–21 Uhr,<br />

Fr. 14–18 Uhr, Sa. 9–17 Uhr; 100 Std., € 1700,–;<br />

WIFI-Süd<br />

Informationen unter<br />

Tel. 0316 602-333<br />

Anmeldungen unter<br />

Tel. 0316 602-1234<br />

www.stmk.wifi.at/gesundheit<br />

WIFI Steiermark<br />

168 <strong>SPORTaktiv</strong><br />

ANZEIGE / Foto: Fotolia<br />

„Wenn du willst, geht alles“<br />

Frei von der Leber weg erzählt er von<br />

seinen schweren Stunden. Keine Bitterkeit<br />

schwingt in seiner Stimme mit. Er<br />

kann Witzchen reißen über diese Zeit,<br />

aber er muss es nicht. Seine Unverkrampftheit<br />

dem Thema gegenüber ist<br />

nicht gespielt. Laufen ist das, wo er am<br />

stärksten ist. „Beim Radeln bringe ich<br />

nicht so viel Druck aufs Pedal wie mit<br />

Beinen und beim Schwimmen sind die<br />

Prothesen im Wasser eher hinderlich.<br />

Dafür kann ich ohne Hilfe aus dem See<br />

steigen.“ Dabei ist Laufen für ihn auch<br />

am anstrengendsten. „Die Prothesen<br />

halten gut am Stumpf, aber nach zwei,<br />

drei, vier Stunden werden sie eben ein<br />

bissl lockerer“, erzählt er. Und er hat<br />

Probleme, mit denen sich andere nicht<br />

herumschlagen müssen. „Kopfsteinpflaster<br />

oder Schlaglöcher. Was bei dir der<br />

Fuß ausgleicht, ohne dass du nachdenken<br />

musst, ist für mich ein Problem.<br />

Da muss ich extrem konzentriert sein<br />

und schauen, wo ich hintrete, damit ich<br />

nicht umkippe.“<br />

Nicht umkippen – das passt auf Erich<br />

Artner ganz gut. Er hat sich vom Verlust<br />

seiner Unterschenkel nicht aus dem Leben<br />

kippen lassen. Natürlich, ganz ohne<br />

Hadern, ohne Groll, ohne Fragen: „Warum<br />

ich?“ ist es nicht gegangen. Aber<br />

die Gemeinschaft der Handballer und<br />

der Sport haben ihn aufgefangen. Und<br />

wenn er heute die Chance hätte, seine<br />

Unterschenkel wiederzubekommen?<br />

„Würde ich wahrscheinlich Nein sagen.“<br />

Herausforderungen hat er in diesem Jahr<br />

auch so genug. Marathon in Wien und<br />

Kiew, Ironman in Klagenfurt und zwei<br />

Half-Ironmen in St. Pölten und Zell am<br />

See. Sein Beruf als Versicherungskaufmann,<br />

seine zwei Töchter, Sport – ein<br />

zeitlicher Drahtseilakt. „Wenn du willst,<br />

bringst du alles unter. Ich fahr halt von<br />

Seminaren stundenlang mit dem Rennrad<br />

heim und nicht mit dem Auto.“<br />

Sport wird ein großer Teil seines Lebens<br />

bleiben. Auch wenn es nicht mehr<br />

Handball ist. „Aber mit meinem Captain<br />

von damals will ich den ,Two-Oceans-Marathon‘<br />

in Südafrika laufen.“<br />

Ein 56-Kilometer-Lauf vom Atlantik<br />

bis zum Indischen Ozean. „Er ziert sich<br />

noch ein bisschen. Aber das machen wir<br />

sicher“, sagt Artner und lacht schallend.<br />

Der Mann ist mit sich im Reinen und<br />

ein Musterbeispiel dafür, was Sport und<br />

ein Ziel vor Augen ausmachen können.<br />

Beim Abschied dreht er sich noch einmal<br />

um. „Es gibt einen Moment, an<br />

dem ich meine Beine gerne hätte“, entfährt<br />

es ihm. „Am Berg, bei einem Tiefschneehang.<br />

Da denk ich mir: Jetzt mit<br />

Beinen volles Rohr runterheizen. Aber<br />

das war es dann auch schon.“<br />

Foto: Erich Artner


TOUREN | MENSCHEN | SICHERHEIT<br />

OUTDOOR<br />

ERSTER „DIGITALER<br />

SKILEHRER“<br />

Weltweit exklusiv kann man in der<br />

Region Schladming-Dachstein einen<br />

„digitalen Skilehrer“ (Carv) testen.<br />

Über Schuheinlagen werden Geschwindigkeit,<br />

Druckverteilung, Kraftaufwand<br />

und Ausrichtung der Ski gemessen<br />

und ans Handy gesendet. Die<br />

Werte bekommt man während der Fahrt<br />

auf In-Ear-Kopfhörer in den Helm.<br />

OLYMPIA 2026<br />

IN ÖSTERREICH?<br />

Fotos: Werbeagentur as1, Dominik Steiner, Nassfeld<br />

LAUFEND AKTUELLE STORYS,<br />

TRENDS UND TIPPS RUND<br />

UMS THEMA OUTDOOR AUF:<br />

WWW.SPORTAKTIV.COM<br />

HUNDERTSTEL-KRIMI<br />

Knapper geht nicht. Mit nur einer Hundertstelsekunde<br />

Vorsprung sicherte sich Rudolf Jank jun. den Sieg bei<br />

„Schlag das Ass“, dem längsten Skirennen der Welt<br />

am Nassfeld, vor Werner Franz jun. Der dreifache Titelverteidiger<br />

Josef Durnik wurde entthront und landet<br />

mit einer Hundertstel Rückstand auf Bernd Himmelbauer<br />

auf dem vierten Rang.<br />

www.schlagdasass.at<br />

In Tirol hat sich die Bevölkerung gegen<br />

Olympia entschieden, Graz und Schladming<br />

wollen sich jetzt für die Spiele 2026<br />

bewerben. Die Alpinbewerbe sollen in<br />

Schladming stattfinden, die nordischen in<br />

der Ramsau. Mit dabei wäre auch Bayern<br />

mit Inzell (Eisschnelllauf) und Königssee<br />

(Bob, Rodeln, Skeleton). Bis Ende März<br />

muss die Bewerbung angemeldet werden.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

169


170 <strong>SPORTaktiv</strong>


KAISER<br />

FRANZ<br />

UND DAS SKIFAHREN<br />

FRANZ KLAMMERS AUGEN BEGINNEN|<br />

ZU LEUCHTEN, WENN ER ÜBERS|<br />

SKIFAHREN|SPRICHT. PROFI-BLICKE|<br />

AUF DEN WINTER-FREIZEITSPORT|<br />

NUMMER EINS IM LAND.|<br />

„DA FRONZ“ IM SPORTAKTIV-|<br />

GESPRÄCH ÜBER DIE „SCHÖNSTE|<br />

SPORTART|VON ALLEN“.|<br />

INTERVIEW: OLIVER PICHLER|<br />

Er ist immer noch der Kaiser. Seit seinem<br />

Husarenritt 1976 zu Olympia-Gold in der<br />

Abfahrt am Patscherkofel trägt Franz Klammer<br />

diesen Beinamen. Mit 25 Weltcupsiegen<br />

ist er immer noch der erfolgreichste<br />

Abfahrer aller Zeiten. Und auch mit 64<br />

Jahren ist der Kaiser dem Skisport eng verbunden.<br />

Er ist viele Wochen auf den Pisten<br />

unterwegs, geht leidenschaftlich Touren<br />

und ist – wie bei „Ski vor 9“ in Bad Kleinkirchheim<br />

– auch als Skiguide sehr gefragt.<br />

Was macht die Faszination am Skifahren<br />

aus?<br />

Man ist oben am Gipfel. Die Umgebung ist<br />

traumhaft. Die Welt liegt einem zu Füßen<br />

und dann gleitet man den Berghang hinunter.<br />

Das machen die Menschen einfach<br />

gerne.<br />

Foto: Region Bad Kleinkirchheim (c) Mathias Prägant<br />

Hat sich an dieser Faszination im Lauf der<br />

Jahre etwas verändert?<br />

An der Faszination selbst hat sich nichts<br />

geändert. Jedoch ist das Skifahren einfacher<br />

und bequemer geworden. Die Lifte sind<br />

komfortabler, die Pisten besser und die Ski<br />

machen das Abfahren einfacher als früher.<br />

Wie sieht die Entwicklung bei den Skiern<br />

im Detail aus?<br />

Heute haben wir Ski zur Verfügung, die mit<br />

wenig Kraftaufwand viel Spaß ermöglichen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

171


Schafe gibt es in allen Lebenslagen, so<br />

auch beim Skifahren. Sie werden ihrer<br />

Eigenverantwortung nicht gerecht. Daher<br />

passen sie das Tempo nicht an die jeweilige<br />

Situation an und sind zu schnell<br />

unterwegs.<br />

Wie sieht es mit Kondition und Fitness<br />

der Skifahrer aus?<br />

Weil sich heute mehr Abfahrten an<br />

einem Tag ausgehen als früher, sind die<br />

Beine am Nachmittag bereits müde.<br />

Deshalb passieren viele Verletzungen zu<br />

dieser Zeit. Auch hier geht es um die<br />

Eigenverantwortung und darum, rechtzeitig<br />

zu rasten oder aufzuhören.<br />

LEBENDE LEGENDE<br />

„BERUF FRANZ KLAMMER“, ANT-<br />

WORTETE DER HEUTE 64-JÄH-<br />

RIGE EINMAL. AM 3.12.1953 IN<br />

MOOSWALD GEBOREN, WURDE<br />

ER 1976 IN INNSBRUCK AB-<br />

FAHRTS-OLYMPIASIEGER. ER<br />

FEIERTE 25 WELTCUP-ABFAHRTS-<br />

SIEGE UND GEWANN FÜNFMAL,<br />

ÖFTER ALS JEDER ANDERE,<br />

DEN ABFAHRTSWELTCUP. SEIN<br />

ERSTES EUROPACUP-ABFAHRTS-<br />

RENNEN GEWANN ER 1971, MIT<br />

18 JAHREN, IN BAD KLEINKIRCH-<br />

HEIM, SEINER UNMITTELBAREN<br />

HEIMAT. SPÄTESTENS SEITHER<br />

IST ER ENG MIT DEM SKIORT<br />

VERBUNDEN.<br />

„ICH BIN SPORTBEGEISTERT“,<br />

SAGT ER ÜBER SICH SELBST.<br />

ERST VOR ZEHN JAHREN HAT<br />

ER DAS SKITOURENGEHEN FÜR<br />

SICH ENTDECKT. ÜBERDIES IST<br />

KLAMMER PASSIONIERTER<br />

GOLFER MIT SINGLE-HANDICAP<br />

UND AMBITIONIERT AM ROAD- &<br />

MOUNTAINBIKE UNTERWEGS.<br />

FÜR HEAD IST ER U.A. ALS LAUNI-<br />

GER CMO (CHIEF MOTIVATIONAL<br />

OFFICER) TÄTIG.<br />

Carvingski sind für den Freizeitskifahrer<br />

eine echte Errungenschaft.<br />

Und wie bei den Pisten?<br />

Früher gab es Buckelpisten. Eine gute<br />

Präparierung war nicht gegeben. Heute<br />

findet man perfekte Pistenteppiche vor,<br />

auf denen man den Ski gut ausnützen<br />

kann.<br />

Wie haben sich die Veränderungen bei<br />

der Ausrüstung ausgewirkt?<br />

Das Equipment hat sich extrem entwickelt.<br />

Heutige Skischuhe etwa sind, was<br />

Kraftübertragung und Bequemlichkeit<br />

sowie Sicherheit betrifft, um vieles besser.<br />

Sind Carvingski & gute Pistenpräparierung<br />

eine Einladung zum Rasen?<br />

Man fährt heute teilweise schneller,<br />

weil die Pisten so gut präpariert sind.<br />

Ich würde nicht den Carvingskiern die<br />

Hauptschuld geben. Zumal – richtig<br />

Carven können die wenigsten. Schwarze<br />

Zurück zum Stil: Ist der Carving-<br />

Schwung überholt und kommt<br />

wieder etwas Neues?<br />

Das Skifahren soll so einfach wie<br />

möglich gestaltet sein. Es zu verkomplizieren,<br />

halte ich nicht für gut. Ich<br />

empfehle, so hinunterzufahren, wie es<br />

einem Spaß macht. Technik ist wichtig,<br />

weil man dann den Ski besser nutzen<br />

kann. Allerdings muss es nicht perfekt<br />

sein. Die Freude am Skifahren ist das<br />

Entscheidende.<br />

Machen Pistenteppiche das Skifahren<br />

langweiliger?<br />

Nein, ganz im Gegenteil. Ich fahre sehr<br />

gerne auf gut präparierten Pisten. Man<br />

kann dort mit den Carvingski schöne<br />

Schwünge machen, bei denen man sich<br />

wohlfühlt. Das ist für mich der Sinn<br />

und Zweck des Skifahrens.<br />

Wie halten Sie es mit dem Tempo?<br />

Ich gehe möglichst früh auf die Piste.<br />

Solange kaum Skifahrer unterwegs sind,<br />

fahre ich gerne so zügig, wie es die Situation<br />

erlaubt. Wenn dann mehr los ist,<br />

passe ich das Tempo den Gegebenheiten<br />

an. Gleiches gilt bei schlechten Pistenverhältnissen<br />

oder eingeschränkter Sicht.<br />

Wieso boomen Funparks und andere<br />

Gaudi-Elemente?<br />

Kinder sind immer schon gern über<br />

Schanzen gesprungen und durch den<br />

Wald gefahren. Funparks bieten zusätzliche<br />

Varianten des Skifahrens und<br />

Foto: Region Bad Kleinkirchheim (c) Mathias Prägant


„<br />

ES IST EINE<br />

ERWÄRMUNG DA,<br />

UND DOCH BIN ICH<br />

ÜBERZEUGT, DASS<br />

MAN AUCH IN 50<br />

JAHREN SKI<br />

FAHREN WIRD.<br />

“<br />

machen es vielfältiger. Ich finde solche<br />

Angebote besser als das Fahren durch<br />

den Wald in der Vergangenheit.<br />

Wie sehen Sie den Boom beim Skitourengehen?<br />

Dadurch bekommt das Skifahren weitere<br />

interessante Dimensionen, um es<br />

individuell zu gestalten. Ich habe erst<br />

vor etwa zehn Jahren, motiviert durch<br />

ein paar Freunde, mit dem Tourengehen<br />

begonnen. Heute gehe ich mit Begeisterung<br />

Skitouren, weil es eine angenehme<br />

körperliche Betätigung ist.<br />

Wird das Fahren abseits der Pisten<br />

beliebter?<br />

Ja, auf jeden Fall. Das hat viel damit zu<br />

tun, dass auch das Equipment fürs Skifahren<br />

abseits der Pisten viel besser ist als<br />

früher. Was mir nicht gefällt, ist die Verharmlosung<br />

der Gefahren, etwa durch<br />

beeindruckende Videos. Das motiviert<br />

Skifahrer, sich zu überschätzen und<br />

selbst so fahren zu wollen, obwohl sie es<br />

nicht können. Beim extremen Freeriden<br />

muss man Experte sein, was das Gelände<br />

und die Fahrweise betrifft, sonst wird es<br />

schnell sehr gefährlich.<br />

Freeriden als Krönung des<br />

Skifahrens?<br />

Für viele bringt Freeriden den ultimativen<br />

Kick. Der Drang, unverspurte<br />

Hänge zu befahren, selbst wenn es zu<br />

gefährlich ist, ist nicht neu. Ich appelliere<br />

an die Selbstverantwortung und<br />

halte es so: Ich fahre in keinen Hang<br />

ein, den ich als zu risikoreich einschätze,<br />

selbst wenn es andere tun.<br />

Wie gefährlich ist Pisten-Skifahren?<br />

Ich schätze es nicht gefährlich ein. Es ist<br />

heute meinem Gefühl nach sogar weniger<br />

gefährlich als früher.<br />

Zum Abschluss ein Blick in die Zukunft.<br />

Können wir wegen des Klimawandels<br />

bald nicht mehr Ski fahren?<br />

Ich glaube nicht, dass die Möglichkeiten<br />

Ski zu fahren weniger werden. Skifahren<br />

hat sich zu einem riesigen Wirtschaftszweig<br />

entwickelt, mit enorm vielen Pisten,<br />

Liften und Hotels. Deshalb ist auch<br />

„Kunstschnee“ notwendig, damit das<br />

ganze System garantiert läuft. Gleichzeitig<br />

sind Veränderungen augenscheinlich.<br />

Es ist eine Erwärmung da. Wohin das<br />

langfristig führt, weiß ich nicht. Und<br />

doch bin ich überzeugt, dass man auch<br />

in 50 Jahren Ski fahren wird.<br />

AUS DEM HERZEN DES TRENTINO<br />

MEHR INFOS:<br />

www.lasportiva.com<br />

Seit Generationen ist La Sportiva als<br />

familiengeführtes Unternehmen im<br />

Fleimstal (Val di Fiemme) im Trentino<br />

zu Hause. Ursprünglich Spezialisten<br />

für Berg- und Kletterschuhe, bieten<br />

die Italiener heute eine hochqualitative,<br />

breite Range für alle Outdooraktivitäten.<br />

Drei Beispiele aus dem<br />

kommenden Bekleidungssortiment:<br />

Axiom Pant. Die Hose<br />

bietet Skitourengehern<br />

beste Wärmeeigenschaften,<br />

einen hohen<br />

Komfort und eine angenehme<br />

Passform.<br />

ANZEIGE / Fotos: La Sportiva<br />

Training Combo Pant. In den<br />

Ausdauersport-Einteiler<br />

lässt sich ein Camelbak-Trinkblasensystem<br />

integrieren. Smartphone,<br />

Energieriegel und Co.<br />

lassen sich in zahlreichen<br />

Taschen verstauen.<br />

Borg Jacket. Die Prima-<br />

Loft®-Füllung hält warm,<br />

das wasserabweisende<br />

Gore®-Windstopper-Material<br />

schützt bei windigen<br />

Bedingungen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

173


SPIEL<br />

PLÄTZE FÜR<br />

SKIFAHRER<br />

R<br />

SNOWPARKS UND FUN-AREAS<br />

SIND LÄNGST NICHT NUR MEHR<br />

DEN JUGENDLICHEN SPEZIALIS-<br />

TEN VORBEHALTEN, SONDERN<br />

BEI FREIZEITSKIFAHRERN JEDEN<br />

ALTERS ANGEKOMMEN.<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

ennpisten waren zu Zeiten eines Franz<br />

Klammer – siehe Interview vorne – definitiv<br />

wilder. Und die gewöhnlichen<br />

Skipisten waren das auch: Buckel,<br />

Wellen, Wegerl durch den Wald, das<br />

alles gehörte einmal ganz selbstverständlich<br />

zum Skifahren dazu. Heute<br />

hat die Pistenpräparierung so ein hohes<br />

Qualitätsniveau erreicht, dass es schon<br />

wieder einen bewussten Kontrapunkt<br />

zum weißen Teppich braucht. Wie sonst<br />

wäre es zu erklären, dass Fun-Areale<br />

mit Wellen, Sprüngen oder Steilkurven<br />

für immer breitere Zielgruppen voll im<br />

Trend liegen?<br />

Paul Zach, Gründer und Betreiber<br />

der Snowpark-Profis von QParks, findet<br />

diese Theorie gar nicht so abwegig. „Fakt<br />

ist aber auch, dass der moderne Skibetrieb<br />

ohne Kunstschnee und die perfekte<br />

Präparierung nicht möglich wäre.“ Den<br />

Hauptgrund für die Beliebtheit der Fun-<br />

Areas ortet Zach schlicht darin, dass<br />

man die junge und da vornehmlich die<br />

urbane Zielgruppe mit reinem Pistenskifahren<br />

schon länger nicht mehr begeistern<br />

könne. „Was wir seit vielen Jahren<br />

predigen, hat sich längst bewahrheitet<br />

und zuletzt eine gewisse Eigendynamik<br />

angenommen.“<br />

QParks wurde 2002 von vier Snowboardern<br />

gegründet. Das ursprüngliche<br />

Kerngeschäft, Snowparks für die junge,<br />

versierte Zielgruppe, hat sich mittlerweile<br />

stark verbreitert. Ein markanter<br />

Evolutionspunkt waren die ersten „Funslopes“,<br />

die QParks erfunden und vor<br />

sieben Jahren erstmalig gebaut hat. Mit<br />

Wellenbahnen, Steilkurven, Schnecken<br />

oder Schneetunnels, die auch durchschnittliche<br />

Freizeitskifahrer nicht überfordern.<br />

„Die Nachfrage ist explodiert.“<br />

Heute bietet das in Graz ansässige<br />

Unternehmen Anlagen mit unterschied-<br />

lichster Ausrichtung an. „Fun Mountain“<br />

heißt das jüngste Konzept, das im<br />

Idealfall einen ganzen Skiberg mit Alternativen<br />

zum Pistenskifahren überspannt.<br />

Dazu gehören „Kids’ Slopes“, die das<br />

Funslope-Konzept auf Kinder übertragen.<br />

Über der Funslope angesiedelt steht<br />

der „Funcross“, der Elemente aus dem<br />

Ski- und Snowboardcross auf eine breite<br />

Zielgruppe herunterbricht. Renntaugliche<br />

Ski- und Snowboardcross-Anlagen<br />

werden ebenfalls angeboten, „wobei das<br />

ein Spezialisten-Angebot ist“. Bei den<br />

klassischen Freestyle-Snowparks geht der<br />

Trend ebenfalls in Richtung Breite – beispielsweise<br />

mit „Family Parks“.<br />

Fotos: Obergurgl/Roland Haschka QParks, Zauchensee/ Roland Haschka QParks<br />

174 <strong>SPORTaktiv</strong>


PAUL ZACH<br />

gründete 2002 mit drei befreundeten<br />

Snowboardern QParks.<br />

Heute baut und betreut das in<br />

Graz ansässige Unternehmen<br />

Anlagen in fünf Ländern.<br />

ANZEIGE / Foto: Annaberger Lifte<br />

ANNABERGER LIFTE:<br />

NEUE FREESTYLE- AREAS<br />

FÜR ALLE<br />

Im Skigebiet Annaberg (NÖ) zeigt sich, wie<br />

moderne Freestyle-Areas auch Einsteiger<br />

begeistern können: mit dem neu eröffneten<br />

Anna-Park Family und Anna-Park FunCross.<br />

Auch kleinere Skigebiete können Trends setzen.<br />

Das zeigt sich derzeit im niederösterreichischen<br />

Mostviertel. In den Weihnachtsferien wurde<br />

im Skigebiet Annaberger Lifte der neue Anna-Park<br />

eröffnet, als Alternative für den Carvingspaß auf<br />

den Pisten. Der nimmt buchstäblich jedes Mitglied<br />

von skibegeisterten Familien ins Visier.<br />

Dass diese Areale beim Publikum ankommen,<br />

erkennen immer mehr Skigebiete.<br />

Aber auch, wenn heute viele Hindernisse<br />

für eine breite Zielgruppe konzipiert sind,<br />

ist Eigenverantwortung gefragt. Fehleinschätzungen<br />

kommen mitunter vor, räumt<br />

Zach ein. Die simple Empfehlung: Mit<br />

einfachen Elementen beginnen und sich<br />

Schritt für Schritt an größere Herausforderungen<br />

herantasten. Zach verspricht: „Gerade<br />

unsere Funslopes sind sehr, sehr sicher.<br />

Gemessen an der Frequenz passiert dort<br />

nicht mehr als auf jeder Skipiste.“<br />

Das Freestyle-Areal teilt sich in zwei Bereiche:<br />

den Anna-Park Family für die ersten Freestyle-Versuche,<br />

sprich: erste Sprünge und Slides.<br />

Die Obstacles eignen sich für Kids und Einsteiger,<br />

ermöglichen aber auch Profis lässige Tricks.<br />

den Anna-Park FunCross, der mit Steilkurven,<br />

Schneewellen und Sprüngen für actionreichen<br />

Skispaß sorgt. Auf 800 Metern stehen zwei Lines<br />

zur Verfügung: eine einsteigertaugliche Easyline.<br />

Und eine Sportline, die Profi-Ansprüchen genügt<br />

– und für Skicross- oder Snowboardcross-Rennen<br />

verlängert werden kann.<br />

ANNABERGER LIFTE<br />

Tel. +43 27 28/84 77<br />

office@annabergerlifte.at<br />

www.annaberg.info<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

175


KONFLIKTEN<br />

AUS DEM WEG<br />

GEHEN<br />

SKIFAHRER SCHIMPFEN, SEIL-<br />

BAHNER FÜHLEN SICH MACHT-<br />

LOS. IMMER NOCH SCHWELEN<br />

KONFLIKTE BEIM THEMA<br />

PISTENTOURENGEHEN. DABEI IST<br />

ES VIELFACH BEREITS PROBLEM-<br />

LOS MÖGLICH – WENN MAN SICH<br />

AN EIN PAAR DINGE HÄLT.<br />

VON OLIVER PICHLER<br />

176 <strong>SPORTaktiv</strong>


Um den Jahreswechsel waren die<br />

Meldungen von Konflikten zwischen<br />

Pistentourengehern und<br />

Skifahrern bzw. Seilbahnbetreibern<br />

Stammgast in den Medien. „Die sind<br />

zu sechst nebeneinander aufgestiegen.“<br />

„Ein paar Tourengeher sind völlig ausgezuckt<br />

...“ Pistengeher sind ein rotes Tuch<br />

– für viele Seilbahnunternehmer und<br />

immer mehr Skifahrer. Wenige schwarze<br />

Schafe bringen viele Tausende in<br />

Misskredit, die einfach nur ihren Sport<br />

ausüben wollen. Darum haben wir uns<br />

Foto: Axamer Lizum<br />

„<br />

AUCH IN<br />

DER NACHT<br />

SOLL MAN<br />

NUR DORT<br />

GEHEN,<br />

WO ES<br />

ERLAUBT<br />

IST<br />

“<br />

des Themas noch einmal angenommen<br />

und suchen Antworten auf die zentralen<br />

Fragen: Wie, wo und wann sind Pistenskitouren<br />

gefahrlos und konfliktfrei<br />

möglich?<br />

Minimale Tourenplanung<br />

„Zum Pistengehen gehört ein Mindestmaß<br />

an Planung, wie bei jeder Aktivität<br />

im alpinen Gelände. Sich schlau zu machen,<br />

was möglich, erlaubt und geregelt<br />

ist“, rät Martin Edlinger, Bergsport- &<br />

Skitourenexperte der Naturfreunde Österreich.<br />

Es ist zu prüfen, ob Pistengeher<br />

willkommen sind und die angedachte<br />

Tour zur jeweiligen Zeit möglich ist.<br />

Die Antwort gibt das jeweilige Seilbahnunternehmen.<br />

„Auch beim Gehen in<br />

der Nacht empfehle ich dringend, nur<br />

dort unterwegs zu sein, wo es erlaubt<br />

und geregelt ist“, betont Edlinger. Denn<br />

Pistengeräte, die an Stahlseilen hängen,<br />

gehören zu den lebensbedrohlichsten<br />

Gefahren für Tourengeher. Zusammenfassend<br />

appelliert Edlinger, die Empfehlungen<br />

für Pistentouren zu beachten, die<br />

das Kuratorium für Alpine Sicherheit<br />

erstellt hat. „Diese zehn Regeln sind<br />

zusammen mit einer guten Portion<br />

Hausverstand entscheidend“, pflichtet<br />

Skitourenexperte Karl Posch dem Rat<br />

der Naturfreunde bei.<br />

WEITERFÜHRENDE<br />

INFORMATIONEN<br />

• Österreichisches Kuratorium<br />

für Alpine Sicherheit – 10 Empfehlungen<br />

für Pistentouren:<br />

www.alpinesicherheit.at<br />

• Skimo Austria – Skibergsteiger-Plattform:<br />

www.skimo.at<br />

• Naturfreunde Österreich<br />

www.naturfreunde.at<br />

Ausrüstung anpassen<br />

Neben dem richtigen Verhalten bei<br />

Pistentouren sind einige Details der<br />

Ausrüstung zu bedenken. Während die<br />

Sicherheitsausrüstung beim Gehen auf<br />

Pisten zu Hause bleiben kann, sollte<br />

man Harscheisen dabeihaben. Pisten<br />

sind oft steil und hart. Entsprechend oft<br />

werden Harscheisen benötigt, um sicher<br />

und ohne Spitzkehren bergauf gehen zu<br />

können. Würde man Spitzkehren gehen,<br />

verlässt man den Pistenrand und hat auf<br />

Pisten ein viel höheres Risiko, Skifahrern<br />

in die Quere zu kommen.<br />

„Tourengehen auf der Piste boomt,<br />

wohl auch weil der Naturschnee weniger<br />

wird“, weiß Wolfgang Löscher vom Skigebiet<br />

Dreiländereck in Kärnten. „Bei<br />

uns ist Pistengehen auf Basis der Regeln<br />

des Kuratoriums für Alpine Sicherheit<br />

zu Liftbetriebszeiten erlaubt“, betont er.<br />

Regeln einzuhalten und das Bewusstsein,<br />

dass die Pisten vor allem für die<br />

Skifahrer gedacht sind, sind für Löscher<br />

Grundlagen problemlosen Miteinanders<br />

von Tourengehern und Skifahrern. „Unser<br />

Abendangebot donnerstags von 17<br />

bis 22 Uhr ist ein Hit. 500 Tourengeher<br />

an einem Abend sind keine Seltenheit“,<br />

zeigt sich der Seilbahner begeistert.<br />

„Die Bereitschaft, einen Obolus<br />

zu leisten, ist stark gestiegen. Früher<br />

gab es massive Kritik, heute zahlen<br />

Tourengeher bei uns bereitwillig 5<br />

Euro Gebühr“, berichtet Löscher.<br />

„Tourengeher haben mit einer<br />

Gebühr per se kein Problem, solange<br />

sie sich in einem gewissen Rahmen<br />

bewegt“, fasst Rainer Lampl von der<br />

Arge Skibergsteigen die Erkenntnisse<br />

einer Umfrage zusammen. Im Detail<br />

halten 55,1 Prozent 2 bis 5 Euro für<br />

gerechtfertigt. 5,1 Prozent würden sogar<br />

mehr als 10 Euro bezahlen und nur 9<br />

Prozent lehnen Zahlungen ab.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

177


PISTENGEHER<br />

WILLKOMMEN<br />

Die Möglichkeiten für Pistentourengeher,<br />

offiziell und legal unterwegs zu sein,<br />

werden immer mehr. Wichtig: nicht jedes<br />

Angebot ist immer verfügbar. Daher unbedingt<br />

vorab checken, ob die geplante<br />

Tour tatsächlich möglich ist. Und alleine<br />

schon aus versicherungstechnischen<br />

Gründen etwaige Benützungsgebühren<br />

o.ä. zahlen.<br />

KÄRNTEN<br />

Bad Kleinkirchheim - nur in der Früh, vor<br />

Skibetrieb. www.badkleinkirchheim.com<br />

Dreiländereck – wenn Skibetrieb - ab Talstation. Und am<br />

Donnerstagabend (17.00–22.00 Uhr). www.3laendereck.at<br />

Gerlitzen Alpe – bei Skibetrieb - ab Klösterle.<br />

www.gerlitzen.com<br />

Goldeck – Talabfahrt vor Skibetrieb.<br />

www.sportberg-goldeck.com<br />

Naturpark Dobratsch – ab Heiligengeist (Tal) bzw. ab<br />

Parkplatz Rosstratte – Tourengeherrouten bis zum Gipfel.<br />

www.naturparkdobratsch.at<br />

NIEDERÖSTERREICH<br />

Annaberg bei Mariazell & Mönichkirchen am Wechsel –<br />

jeweils Donnerstag am Abend.<br />

www.annaberg.info bzw. www.schischaukel.net<br />

Gemeindealpe – tagsüber mehrere Varianten und Mittwoch<br />

Tourengeherabend. www.gemeindealpe.at<br />

Unterberg – bei Skibetrieb und Mittwoch am Abend.<br />

www.schigebiet-unterberg.at<br />

Königsberg – bei Skibetrieb auf offenen Pisten.<br />

www.koenigsberg.at<br />

STEIERMARK<br />

Galsterberg – Route mit Variationen ab Talstation.<br />

www.galsterberg.at<br />

Hochwurzen, Schladming – eigene Aufstiegsroute ab<br />

Talstation, tagsüber & mehrmals die Woche am Abend.<br />

www.planai.at<br />

Riesneralm, Donnersbachwald – ab Ortszentrum gesicherte<br />

Route via Mörsbachalm. Mehrere Ausstiegsmöglichkeiten.<br />

Talfahrt auf Riesneralm-Skipisten. Freitag Pistengeher-Abend.<br />

www.riesneralm.at<br />

Tolles Panorama beim Aufstieg auf die Zwieselalm in Gosau. Auch<br />

auf der Axamer Lizum (rechts oben) sind Pistengeher unterwegs<br />

TIROL<br />

Nachtski- & Pistentouren rund um Innsbruck.<br />

www.tirol.gv.at/pistentouren<br />

Patscherkofel – ab Talstation. www.patscherkofelbahn.at<br />

Pitztaler Gletscher, Tirol – 3 Routen im Skitourenpark am<br />

Gletscher. www.pitztal.com<br />

Seefeld – Rosshütte - ab Talstation. www.rosshuette.at<br />

Fotos: M Scheuermann, Alois Peham<br />

178 <strong>SPORTaktiv</strong>


EQUIPMENT<br />

QUALITY AND SAFETY<br />

MADE IN TIROL<br />

nuovoline.at | Foto: maxmeissner.de<br />

SALZBURGER LAND<br />

Großarl – Skitourenroute zur Loosbühelalm –<br />

www.grossarltal.info<br />

Rauris – zwei Skirouten ab Talstation der Seilbahnen.<br />

www.raurisertal.at<br />

Kitzsteinhorn – Info-Point Landwiedboden & zwei Routen am<br />

Pistenrand bei Skibetrieb. www.kitzsteinhorn.at<br />

Leogang – zweimal pro Woche am Abend ab Steinbergbahn-Talstation.<br />

www.leoganger-bergbahnen.at<br />

Ronachkopf, Tummersbach am Zeller See – präparierte<br />

Route, tagsüber & abends. www.schmitten.at<br />

Shuttleberg Flachauwinkl-Kleinarl – zwei Routen am<br />

Shuttleberg mit Startpunkten Flachauwinkl bzw. Kleinarl.<br />

www.shuttleberg.com<br />

Weißsee Gletscherwelt – ab Mittelstation der Seilbahn am<br />

Pistenrand - www.weissee.at<br />

OBERÖSTERREICH<br />

Forsteralm, Kasberg, Katrin, Sternstein und Wurzeralm<br />

bieten Möglichkeiten für Touren- bzw. Pistengeher:<br />

www.pistengehen.at<br />

SKITOURENSTÖCKE<br />

CARBONLOCK<br />

NEW<br />

VORARLBERG<br />

Brandnertal – dienstags nach Skibetriebsschluss.<br />

www.brandnertal.at<br />

Hochälpele – bei Skibetrieb ohne spezielle Regelung.<br />

www.boedele.info<br />

Laterns – bei Skibetrieb und Mittwoch am Abend.<br />

www.laterns.net<br />

WEITERE INFOS:<br />

WWW.SKITOURENGEHEN.INFO<br />

STEIGEISEN<br />

MOUNT TRACK<br />

TOURENRUCKSACK<br />

THIRTY 30 L<br />

stubai-sports.com


SCHÖNE AUSSICHT<br />

RUND UM DIE HOHE SALVE<br />

Die Ferienregion Hohe Salve in Tirol lockt jetzt mit<br />

den Skihütten Gaudi Wochen (3. bis 24. März) und<br />

besonders attraktiven Angeboten. Wer aber lieber den<br />

puren Naturgenuss anstrebt, kommt im idyllischen<br />

Seitental Kelchsau auf Touren.<br />

Infos und Anfragen:<br />

Ferienregion Hohe Salve<br />

T. + 43 57507 7000<br />

info@hohe-salve.com<br />

www.hohe-salve.com<br />

Acht Orte rund um den schönsten<br />

Aussichtsberg Tirols – die Hohe Salve<br />

(1829 m) – sind es, die gemeinsam eines der<br />

größten und modernsten Skigebiete weltweit<br />

bieten. Die SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental<br />

überzeugt mit 284 km Pisten, davon 250<br />

km beschneibar, und verspricht auch im<br />

sonnigen letzten Drittel der Wintersaison<br />

schneesicheres Skivergnügen!<br />

Schnee, Musik und irrsinnig viel Spaß<br />

Für viele Skifans sind die „Skihütten Gaudi<br />

Wochen“ im März ein Muss. Die finden<br />

heuer von 3. bis 24. März statt, und wer in<br />

dieser Zeit einen Urlaub in den Orten der<br />

Ferienregion Hohe Salve bucht, darf sich<br />

mehrfach freuen. Von Montag bis Freitag<br />

stehen täglich ab 9 Uhr für alle Übernachtungsgäste<br />

kostenlose Skiguides bereit, die<br />

nicht nur die besten Pisten und schönsten<br />

Hänge kennen, sondern auch die gemütlichs-<br />

ten Hütten. Für Partystimmung ist dort in<br />

diesen Wochen jedenfalls gesorgt – in vielen<br />

der 77 Hütten wird am Nachmittag bei Livemusik<br />

auf den Sonnenterrassen abgetanzt.<br />

Noch attraktiver sind die Angebote von 10.<br />

bis 24. März: Da profitieren Gäste vom Skiurlaubs-Spezialpreis<br />

mit inkludiertem Skipass<br />

und erhalten zudem Rabatte beim Skiverleih<br />

und bei Skischulen. Zusatzzuckerl für<br />

Familien: Kinder bis 15 fahren in dieser Zeit<br />

kostenlos, wenn ein Elternteil einen Skipass<br />

ab drei Tagen Gültigkeit kauft.<br />

Wer aber doch lieber abseits der Piste die<br />

Einsamkeit sucht, ist im idyllischen Seitental<br />

Kelchsau richtig. Tourengeher erwarten dort<br />

vielfältige Möglichkeiten. Auf der Sonnenseite<br />

wird aufgestiegen und mit Hilfe des<br />

„Woipertouringers“ – einer kostenlos in den<br />

Tourismusbüros der Ferienregion erhältlichen<br />

Skitourenkarte – findet jeder auch ganz leicht<br />

seine Traumabfahrt.<br />

Fotos: Mirja Geh, Stefan Herbke<br />

180 <strong>SPORTaktiv</strong>


hohesalve.at<br />

SUPERSKIWOCHEN<br />

AB<br />

gibt’s schon<br />

ab 2 Nächten<br />

inkl. Skipass<br />

für 3 Tage<br />

€ 381,-<br />

pro Person im<br />

Doppelzimmer<br />

*<br />

Ski in, Ski out?<br />

BEI UNS KEINE FRAGE.<br />

Die SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental liegt Ihnen vom Sportresort aus quasi zu Füßen.<br />

Und das Apres Ski im Gasthaus nach den letzten Schwüngen auch. Zum Regenerieren<br />

geht’s dann in den Move & Relax-Bereich, bevor Sie mit der Energy-Halbpension<br />

Ihre Energie wieder voll aufladen.<br />

*<br />

Gültig von 10. März – 8. April <strong>2018</strong><br />

Meierhofgasse 26<br />

6361 Hopfgarten im Brixental<br />

T +43 5335 2420<br />

welcome@hohesalve.at


IM HIER<br />

UND JETZT<br />

DER GRAZER DIETMAR SCHERJAU<br />

HAT 2006 EIN LAWINENUNGLÜCK<br />

SCHWERSTVERLETZT ÜBERLEBT.<br />

ZWEI BEGLEITER SIND UNTER DER<br />

LAWINE GESTORBEN. DER SPORT,<br />

DIE NATUR UND DIE FAMILIE<br />

HABEN IHM AUF DEM LANGEN WEG<br />

ZURÜCK INS LEBEN GEHOLFEN.<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

182 <strong>SPORTaktiv</strong>


Fotos: Privat<br />

Der 8. März 2006 stellte Dietmar<br />

Scherjaus Leben auf den Kopf. Ein<br />

Traumskitag mit Sonne und riesigen<br />

Neuschneemengen. Die letzte Erinnerung,<br />

die der Grazer für viele Jahre an<br />

diesen Tag hatte, ist die Fahrt im Sessellift:<br />

Er scherzt mit seinen zwei Freunden.<br />

Bis 2014 wusste Scherjau bloß aus Erzählungen,<br />

was folgte: Bei der folgenden Abfahrt<br />

wurden die Männer von einem 400<br />

Meter breiten Schneebrett erfasst. Skitourengeher<br />

gruben die Verschütteten aus.<br />

Scherjau überlebte, die Freunde nicht.<br />

Der topfitte Freizeitsportler erlitt einen<br />

Schädelbasisbruch, multiple Gesichtsschädelfrakturen,<br />

war stark unterkühlt,<br />

hatte vielfältige weitere Verletzungen.<br />

Einen Monat lag er im künstlichen<br />

Tiefschlaf.<br />

Im Jänner <strong>2018</strong> sitzt der nun 42-Jährige<br />

in einem Grazer Kaffeehaus und<br />

erzählt. Er spricht überlegt, offen, lächelt<br />

oft. Zwei Tage zuvor hatte er eine kleine<br />

Operation, eine Spätfolge der Verletzungen<br />

von damals. Es ist alles bestens,<br />

haben die Ärzte versichert.<br />

Lange Jahre war es ihm unmöglich,<br />

über das Unglück zu sprechen. Wenige<br />

Wochen vor unserem Treffen hat er beim<br />

Lawinensymposium der Naturfreunde<br />

Österreich öffentlich über das Erlebte berichtet.<br />

Scherjau will aufklären, aber keineswegs<br />

jemanden vom Skitourengehen<br />

oder Geländeskifahren abhalten. Und er<br />

sagt auch: „Darüber zu sprechen, ist für<br />

mich auch ein Teil der Aufarbeitung.“<br />

Leben mit Schuldgefühlen<br />

Von Jugend an war der gebürtige Kärntner,<br />

der fürs Studium nach Graz übersiedelte,<br />

vielfältig sportlich: Klettern<br />

im oberen 9. Grad, Bergsteigen in den<br />

08.03.<br />

2006<br />

Dolomiten und Westalpen, Bouldern<br />

im Yosemite Valley. Ein hervorragender<br />

Badmintonspieler. Natürlich Skifahren.<br />

In der Rehabilitation musste er erst<br />

das Gehen wiedererlernen. Die körperlichen<br />

Verletzungen waren nur die eine<br />

Seite – das Unfalltrauma reichte viel<br />

tiefer. Beispiel: „Eine Schneefeldquerung<br />

war mir zu Beginn unmöglich.“ Längeres<br />

Konzentrieren auch. Wurde Scherjau<br />

müde, kamen dunkle Gedanken. „Zwei<br />

Dinge haben mich ständig beschäftigt.<br />

Erstens die Schuldfrage, weil zwei<br />

Freunde gestorben sind, die mir vertraut<br />

haben. Ich war im Gelände der Erfahrenste.<br />

Zweitens die Frage, warum gerade<br />

ich von uns drei überleben durfte.“<br />

Der eine Freund hatte schon Kinder.<br />

Der andere war ein Spitzenkletterer. Beide<br />

hätten ein Überleben mehr verdient<br />

– „das habe ich mir eingeredet.“<br />

Alte Sportfreude wollte Scherjau lange<br />

nicht treffen. Auch wegen des Wissens,<br />

sportlich nicht mithalten zu können.<br />

Beim Badminton traf er keinen Ball.<br />

Klettern war ohne Kraft in der linken<br />

Hand nicht möglich. Mountainbiketouren<br />

machte er mit einer Hand trotzdem.<br />

Freundschaft, Sport, Liebe<br />

Der Sport hat ihm dennoch sehr geholfen<br />

– und gute Freunde. „Einen der<br />

heute besten hatte ich erst kurz vor dem<br />

Unglück kennengelernt. Er kletterte<br />

damals im sechsten Grad, wie er stolz<br />

anmerkte. Ich schmunzelte und schwieg.<br />

Auf Tour bemerkte er, dass ich der bessere<br />

Kletterer war und er sagte: ‚Steig du<br />

vor‘.“ Nach dem Unfall motivierte derselbe<br />

Freund Scherjau wieder zu gemeinsamen<br />

Touren. Ganz leichte zunächst,<br />

die sich langsam steigerten. „Auf einer<br />

Tour auf die Planspitze im Gesäuse sagte<br />

er mir wieder: ‚Steig du vor!‘ Dieses Vertrauen<br />

hat mir sehr viel gegeben.“<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

183


Eines der letzten Bilder (links) von<br />

einem Traum-Neuschneetag 2006,<br />

der fatal endete. <strong>2018</strong> ist Dietmar<br />

Scherjau dabei, das Trauma nach<br />

dem Lawinenunfall endgültig zu<br />

überwinden.<br />

Scherjaus Freundin, die er zum Zeitpunkt<br />

des Unglücks hatte, stand zu ihm.<br />

2008 dachten beide: „Eine größere Prüfung<br />

für eine Beziehung kann es nicht<br />

geben.“ Ein Irrtum. Sie heirateten 2008<br />

– 2010 folgte die Scheidung.<br />

Im selben Jahr lernte er seine heutige<br />

Lebensgefährtin kennen, eine begeisterte<br />

Sportlerin, die ihn erstmals wieder zu einer<br />

Skitour mitnahm. Mit neuen Skiern,<br />

die ihm Freunde zum Studienabschluss<br />

schenkten. Jene, die er beim Unglück<br />

fuhr, standen noch im Keller: K2 Seth<br />

Pistol, mit Totenkopf-Graphics und dem<br />

Aufdruck: „Destroy yourself“. „Die passen<br />

nicht mehr“, fanden Scherjau und<br />

die neue Frau in seinem Leben.<br />

Der Film nach acht Jahren<br />

Diese, von Beruf Shiatsu-Praktikerin,<br />

brachte ihn dazu, viel aktiver an der<br />

Aufarbeitung des Traumas zu arbeiten.<br />

„In Extremsituationen reagiert der<br />

Körper mit Kampf, Flucht oder Starre.<br />

Ich war in einer jahrelangen Starre gefangen.“<br />

Scherjau machte Therapien,<br />

probierte Unterschiedlichstes. Ein Maori<br />

nahm ihm endlich das Schuldgefühl.<br />

„Ich verstand danach, dass jeder für<br />

sich selbst verantwortlich ist“. Und die<br />

zweite Schlüsselfrage – warum gerade er<br />

überlebte? „Die haben mir meine Kinder<br />

beantwortet“, lächelt Dietmar Scherjau.<br />

Der Sohn wird im März sechs, die Tochter<br />

wird zwei.<br />

2014 entschied sich der Techniker zu einer<br />

Ausbildung zum „Natur- und Wildnistrainer“.<br />

Einer von nativen Völkern<br />

beeinflussten Philosophie, die das Leben<br />

mit der Natur propagiert, Achtsamkeit<br />

der Natur gegenüber, Nehmen und<br />

Geben statt achtlosen Konsumierens.<br />

Gleich zu Beginn dieser Ausbildung,<br />

im Moos zwischen zwei Felsen sitzend<br />

und auf einen Berghang schauend,<br />

konnte er sich plötzlich an das Unglück<br />

erinnern. Es lief wie ein Film ab: Die<br />

Fahrt im Lift, der kurze Aufstieg. Bei<br />

Lawinenwarnstufe zwei bis drei fuhren<br />

die Freunde einzeln ab, Scherjau voraus.<br />

Der Dritte fuhr zu weit Richtung Rinne,<br />

Scherjau schrie, fuchtelte mit den<br />

Armen. Es folgte das Wumm-Geräusch,<br />

das bedrückende Gefühl, die Abrisskante.<br />

Die beiden am Haltepunkt Stehenden<br />

blickten sich noch kurz an, da<br />

begann schon der Boden unter ihnen zu<br />

schwimmen. „Ein kostbares Geschenk“<br />

nennt Scherjau die nach acht Jahren aufgetauchte<br />

Erinnerung.<br />

Geländeskifahren genießt er heute wieder<br />

sehr. Mit Vorsichtsmaßnahmen, die<br />

er aber (mit Abstrichen) auch vor dem<br />

Unfall getroffen hat. „Jeder muss auf<br />

sich selber vertrauen. So viel Wissen wie<br />

möglich aufbauen. Und es muss nicht<br />

immer das beste und größte Erlebnis<br /><