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E_1928_Zeitung_Nr.070

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Die automobihsierten

Die automobihsierten Polizeipatrouillen Frankreichs. Der französischen Gendarmerie nationale war es durch die generöse Spende führender Automobilfabrikanten in Form von zahlreichen Personenautos möglich, eine besondere Abteilung von Strassenpatrouillen zu organisieren. Die Meldung von der Bildung einer «fliegenden» Autopolizei löste bei den Motorfahrzeugbesitzern natürlich keine grosso Begeisterung aus, vermutete man doch allgemein, dass die damit betrauten Beamten ihre Hauptaufgabe in der Kontrolle der Fahrgeschwindigkeiten und der Feststellung weiterer Verfehlungen gegenüber den Verkehrsvorschriften sähen, und zwar mit der einzigen Absicht, möglichst viel Leute anzeigen zu können. General Crinon, der Kommandant der gesamten Gendarmerie, hat die Abteilung aber zu einem ganz andern Zweck ins Leben gerufen und seinen Bemühungen, sowie der vorzüglichen Eignung der zu dieser Polizei berufenen Beamten ist es zu verdanken, dass bereits jetzt schon das Gros der Fahrer auf bestem Fusse mit den Patrouillen steht. Wohl hat diese neue Polizeiabteilung die Aufgabe, den Verkehr auf dem gesamten französischen Strassennetz, das zu diesem Zwecke in Sektoren eingeteilt ist, zu überwachen. Die Leute sind aber angewiesen, *)ei der Ausübung ihrer Pflicht mehr mit erzieherischen als repressiven Massnahmen vorzugehen. Dabei gilt ihre Aufmerksamkeit jedermann, der ihnen begegnet, gleichviel ob Automobilist, Fuhrmann oder Fuss- •£änger. In allen Fällen, da sich jemand einen Verstoss gegen die Verkehrsregeln zuschulden kommen Iässt, schreiten die Beamten mit Höflichkeit ein und klären den Fehlbaren in verbindlicher Weise über den Lapsus auf. Obwohl diese Gendarmen mit bedeutenden Kompetenzen ausgestattet sind und Fehlbare gleich an Ort und Stelle zur Verantwortung ziehen können, so sind die Fälle, die mit einer Büssung des Betreffenden enden, nur selten und sind nur dann zu verzeichnen, wenn der Zurechtgewiesene sich ungebührlich aufführt oder sich renitent zeigt. Die Polizisten selbst sind alles erprobte und äusserst zuverlässige Fahrer, beurteilen deshalb die Verhältnisse auf der Strasse auch vom praktischen Standpunkt aus. Dadurch wird eine schalbonenhafte, weltfremde Beurteilung der Sachlage, die sich nur auf Paragraphen oder eine veraltete Anschauung stützt, gänzlich ausgeschlossen. Der ständigen Aufmerksamkeit der Patrouillen entgeht nichts. Sie beobachten den vor sich hindösenden oder gar eingenickten Fuhrmann, der, anstatt zu lenken, von seinem Gespann geleitet wird, und wecken seine reduzierten Lebensgeister wieder. Sie halten den Fuhrmann an, der auf der falschen Strassenseite oder konstant in der Mitte der Fahrbahn kutschiert und klären ihn über das Ungeschickte seiner Führung auf. Auch der bekannte Typ des Fuhrmannes, der, nachdem er das Signal eines herannahenden Wagens gehört hat, sich erst recht lang Zeit nimmt bis er etwas nach rechts abschwenkt, wird von den modernen Wächtern der Landstrasse umgebildet. Steht ein Fahrzeug irgendwelcher Art (oftmals ist es leider auch ein Auto) ausgerechnet in einer Kurve und verdeckt die Aussicht nach beiden Seiten, dann wird das Vehikel an einen günstigeren Platz abgeschoben und der betreffende Lenker ist einer kleinen Lektion sicher. Der Lastwagenoder Omnibuschauffeur, der glaubt, die Strasse sei für ihn allein da und möglichst breitspurig die Fahrbahn beansprucht, wird eines Besseren belehrt. Es wird ihm bedeudet, dass die grossen Dimensionen seines Wagens ihn umsomehr verpflichten, möglichst rechts zu halten und sofort auszuweichen. Will einer seinem Geschwindigkeitsdrang auf freier Strecke fröhnen, wo auf weite Distanzen kein Hindernis vorhanden ist, dann wird auch die Patrouille nichts dagegen haben, wenn der Geschwindigkeitsmesser einige Kilometer mehr als gesetztlich vorgeschrieben, anzeigt. Ist aber die Strasse belebt und deshalb beim Fahren grössere Vorsicht angezeigt, dann wird die Patrouille in ihren rassigen Wagen das Rennen aufnehmen und den unbesorgten Lenker etwas eingehend über das Thema «Tempo» orientieren. Kontrollen der Ausweispapiere etc. werden nur dann gemacht, wenn es in Spezialfällen als notwendig erscheint oder wenn sich gerade eine gute Gelegenheit bietet. Wird z. B. eine grössere Wagenkolonne bei einem Niveauübergang durch die geschlossenen Barrieren angehalten und findet sich gleichzeitig eine Patrouille ein, so wird sie die Zeit ausnützen und auch die Ausweise der Fahrer einmal nachprüfen. Der Kommandant der Gendarmerie wies die Beamten an, ihre Aufgabe immer mit Takt und einem Lächeln zu lösen. Dieser Anordnung wurde so gut nachgelebt, dass man tatsächlich nur selten einen AUTOMUÖlL-KbVUC 24 »Äö dieser Polizisten antrifft, der nicht in freundlicher Art und mit freundlichem Gesicht seine Pflicht erfüllen würde. So hat sich denn diese fliegende Brigade auchT rasch die Sympathie der Automobilisten erobert und heute fühlt man sich als Freunde, als Kollegen der Landstrasse. Bei der Vorbeifahrt winkt man sich gegenseitig zu und wird man angehalten, so wickelt sich alles in mehr kameradschaftlicher Weise ab, vorausgesetzt natürlich, dass man im Verkehr immer noch der Tatsache Rechnung trägt, dass man es mit Vertretern der Obrigkeit, die mit weitgehenden polizeilichen Kompetenzen ausgestattet sind, zu tun hat. Diese Polizeipatrouillen sollen nach den bis anhin gemachten guten Erfahrungen vermehrt werden, damit die Hauptrouten des gesamten Strassennetzes regelmässiger befahren werden können. Die mit der Aufsicht betrauten Beamten werden noch in der ersten Hilfeleistung bei Unfällen genau unterrichtet, damit sie auch in der Lage sind, in Notfällen sachgemässe Unterstützung und Hilfe zu gewähren. Darüber hinaus hat sich die Leitung der Gendarmerie bereits mit dem Gedanken befasst, jeder Patrouille einen tüchtigen Automechaniker zuzustellen, dem genügend Werkzeug zur Verfügung steht, damit auch gestrandete Vehikel wenn irgendmöglich an Ort und Stelle wieder flott gemacht oder doch unter fachkundiger Leitung abtransportiert werden können. Damit würden die Patrouillen alle jene Funktionen übernehmen, welche die bekannten Strassenpatrouillen der englischen Automobile Association so wertvoll machen. Darüber hinaus ist das französische System aber noch interessanter und wichtiger, als den Beamten dank der ihnen zustehenden Kompetenz auch die Aufsicht über die Strasse zukommt, was beim heutigen intensiven Reiseverkehr ebenso notwendig wird wie die in jeder Form gewährleistete Hilfe. Z. Auto-Gewerbe-Schutzverband. Man teilt uns mit: Im Sommer 1927 hat sich in Zürich ein schweizerischer Auto-Gewerbe-Schutzverband konstituiert, welcher eine Zusammenfassung: des gesamten Autogewerbes zwecks kraftvoller Vertretung nach aussen und die Organisierung eines wirksamen Kreditschutzas zum Ziele hat. Die ungeahnt rasche Ausdehnung des Verbandes bedingte schon dieses Frühjahr die Angliederung eines Zweigsekretaiiates für die Mittelschweiz mit Sitz in Bern. In einer am 15. August in Bern stattgehabten Versammlung, welche von einer stattlichen Zahl von Vertretern des Autogewerbes aus der Mittelschwciz besucht war, wurde nach eingehender tfO Prüfung der Grundlagen des Verbandes der Beitritt zu demselben beschlossen. Es wurde in aller Form eine zentralschweiz-erische Untergruppe des schweizerischen Verbandes gegründet, welche die Kantone Bern. Solothurn und! den deutschen Teil des Kantons Freiburg umfasst,^ Der Vorstand hat sich zur Aufgabe gemacht, in.j erster Linie den Kreditschutz bestmöglichst auszubauen, sich intensiv allgemeinen Fragen, welch© j dars Autogewerbe betreffen (beispielsweise die Sa-j nierung des Verkehrs zwischen Lieferanten und j Abnehmern) zu widmen, um auf diosc Weise deaj heute noch bestehenden misslichen Zuständen Ab-i bruch zu tun. Der neugewählte Präsident schloss seino Begrüs-i sungsanspracho mit dem Appell arn alle Autogcwerbler, eich zu^ainmenzuschliessen. kollegialen, Geist walten zu lassen, um auf diese Weise dem Vorbandsmotto «Mit vereinter Kraft äian Grosses schafft» stärksten Nachdruck zu verleihen. IMVHfWQWVvNrVVVVVVwVWVVf'JHrVW^MjnPHWBjiivvwwBnsBjwVBWVVBBBBj^pj ) Aus Industrie & Handel l XV. Wiener Internationale Messe. V-9. September 1928. (Mitget.). Die bevorstehende Wiener Herbstmesse steht im Zeichen der immer mehr er-i starkenden Bestrebungen zur Erzielung eines mitteleuropäischen Wirtsehaftsfriedens. Das Fortschreiten der Idee der mitteleuropäischen wirtvschäftlichen Verständigung ist einer der grösstea Erfolge der Wiener Messe, die seit ihrer Gründung; diesen Gedanken verfochten und unter anderem im' Kampf um die Aufhebung der Visa und den Ab-j bau der Pass- und Zollschwierigkeiten hervorra-*' gendo Resultate erzielt hat. Für die 15. Wiener] Internationale Messe hat sich bereits eine weit' grössero Anzahl von Ausstellern als für dio Herbst* j messe 1927 aus 15 .Staaten ausser .Oesterreichs an- ! gemeldet. Aus der grossen Zahl der im Rahmen der, Wiener Messe stattfindenden Sonderausstellungen • seien die nationale Exposition Russlands sowie dio! internalionale Hafenausstellung besonders erwähnt.;. Der Besuch der nächsten Wiener Herbstmesse 1 ist wieder durch bedeutende Fahrpreisbegünstigun-i; gen und Passerleichterungen derart vereinfacht,' dass er selbst für den Kaufmann der von Oester-i ! reich entferntesten Länder wesentlich erleichtert} and verbilligt wird. Es sei u. a. auf die 25%ige Fahrpreisermässi^ gung der österreichischen und schweizerischen! Bundesbahnen usw., für Besucher der Wiener Mes-* «en hingewiesen. Die Warenschau der Wiener Messe ist durcH ihre Reichhaltigkeit und Grossartigkeit weltbekannt* Ihr vollkommen ebenbürtig ist die gute Qualität sowie der Geschmack der österreichischen und deu spezifisch Wiener Waren. - Grosse Festaufführungen in den Theatern und ^ Varietes, Konzerte der weltberühmten Wiener Or«* ' ehester, .Sportfeste aller Art, Gesellschaftsfa-hrteni durch die an historischen (Sehenswürdigkeiten] reiche Donau-Metropolo und in ihre herrliche Um-* gebung werden den Messebesuchern dio Tage ihres Wiener Aufenthaltes verschönern. Auskunft in Messeangelegenheiten jeder Art s wie Messeausweise (Frs. 4.—) sind bei der otiU ziellen Vertretung der Wiener Messen für dio Schweiz, der Oestorreichischen Handelskammer in der Schweiz, Zürich, Bahnhofquai 7 erhältlich. VERLANGT DIE ERFOLGREICHE FABRIKANTIN: iftrer #erfidjerungen f)at tmfere Sfotjtalt auf ©egetvfettigfeit jeit tJjrem Söeftefien an töte SBerfifeten ober '85 IMflfonen Sronfen Ü Sittüööergütet. £ekn£Derff#erung& unb iftenfenanjWf in 3önd? Für Automobilhändler! BBBBBBBBflBHBBBflBflflBBBflBBBBBBEBOiaBBOflBBBBBBBBBBBBBBHaBBBHHBBRaaaaHBBflflBBflBBBBlIBBBBBBL W ir unterhalten in unserm Geschäftshaus, Bachstr. 16, beim Bahnübergang in Zürich-Wollishofen, eine PERMANENTE AUSSTELLUNG Günstige Occasionen! '•••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••IBBBBBBIIIIKaBBDBaiBBBBBBBBBIL Cachleute sind freundlichst eingeladen, dieses sehenswerte 1 Lager fahrbereiter Wagen der bekanntesten Marken jederzeit ohne Verbindlichkeit zu besichtigen. AUTAG Automobil - Handels-A.-G., Bachstrasse 16, b. Bahnübergang, Zürich-Wollishofen. Tel. Uto 42.47.

N°70 - 1928 ÄOTOMOB1L-REVUE 25 jnDDDPaPDDDPDöDDDDDDPDDDaaDnnaDaDai •iHiniiiinip««« [•MMliTB Verlustfreie Registrierung auch bei langsamster Fahrtgeschwindigkeit, ungewollten Halten u. Rückwärtsfahrt bietet Ihnen der „argo" -TüHameiep! aller Wagenleistungen Getrennte Kontrollen für alle Wagenleistungen, für sämtliche Taxen, Wartezeiten, Zuschläge usw. Leicht ein- u. umstellbar auf alle Tarif- und Wagenarten. — Auf Wunsch mit der neuen Fahrpreisbeleuchtung. - NIEDRIGER PREIS. Verlangen Sie ausführliche Beschreibung und Preisangebot durch den GENERALVERTRETER FÜR DIE SCHWEIZ: E. SCHILTKNECHT, Ingenieur, ZÜRICH Neptunstrasse 20 Telephon Hottingen Nr. 18.73 EXPOSITION CANTONALE VALAISANNE 14 aoüt—28 septembre 1928 44 aoüt—28 septembre 1928 Agriculture ~ Industrie et Metiers BEAUX-ARTS F£tes des Cosftumes