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E_1948_Zeitung_Nr.035

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18 AUTOMOBIL-REVUE

18 AUTOMOBIL-REVUE imrwocH n. ADGDST »« - Nr. 35 lieber die Entwicklungen der deutschen Automobil- und Motorradindustrie vor und nach der Währungsreform wird uns berichtet: Die Produktionsziffern des 1. Halbjahres 1948 der deutschen Auto- und Motorradfabriken liegen vor. Sie lassen erkennen, dass das ihnen vom Kon^ trollrat zugestandene Soll zwar 'bei weitem nicht erreicht wird, dass also die Fabriken mengenmässig noch nicht so leistungsfähig sind wie angenommen, das« aber doch in der britischen und in der amerikanischen Zone wieder flott gearbeitet wird. Auch qualitativ und wo * Ersatz» verwendet wird, da hat eich dieser ak 'besser erwiesen als das Urprodukt. Auch der amerikanische, britische, italienisch« und französische Autobau hat ja gelernt, dass neue Stoffe bei richtiger Verwendung das ibesser« Material darstellen können als die ursprünglich benutzten Grundstoffe. Deutschlands Auto- und Motorradproduktion erstreckt sich im wesentlichen auf die britische und auf die US-Zone; in der französischen, d. h. in Baden, besteht nur das Daimler-Benz-Lastwagenwerk in Gaggenau, und in der von den Sowjets verwalteten Ostzone sind die Werke der Auto-Union,, von Phaenonjen, NAG in Berlin-Oberschöneweide und Brenna'bor in Brandenburg im wesentlichen mit Fahrzeuigreparaturen 'beschäftigt. Stoewer-Stettin ist von den Polen total demontiert. Die amtliche Statistik der Bizone weist für das 1. Halbjahr 1948 an Neuproduktion aus: 25 244 Motorfahrzeuge aller Art und 1669 Anhang«!. Daran waren beteiligt: 18 Werke der britischen Zone mit 13 509 Fahrzeugen und 1275 Anhängern; 22 Werke der US-Zone mit 11 735 Fahrzeugen und 394 Anhängern. Diese Produktion gliedert sich in 9641 Personenautos, 8947 Lastwagen, 1689 Traktoren, 246 Autoomnibusse, 29 Spezialfahrzeuge. Dazu kommen ausseT 4692 Motorrädern noch eine erhebliche Zahl von Motorfahrrädern, d, h. Maschinellen mit Hilfsmotoren bis 99 ccm. DEUTSCHLAND Halbjahresbilanz der deutschen Automobilindustrie Interessant ist die Antriebsart der Fahrzeuge, Deutschland war ja in den Kriegsjahren das Land de« Generatorbetriebs geworden. Selbstverständlich flaut er heute ab; er wird sidh aber dort halten, wo flüssiger Treibstoff nur umständlich zu erhalten ist, z. B, in igrossen Waldrevieren. Man wird aber erstaunt sein, zu erfahren, wie gering die am MotorlahrzeuiJverkehr von heute ist. Von den an der Bizone registrierten Wagen waren ausgerüstet: Personenwagen Lastwagen Traktoren AutoomnibuM« 95,7 % mit Vergasermotor 67,3 % mit Vergasermotor 15,8 % mit Dlesel(Rohöl)m(9tor 9,7 % Holzgasgeneratoren 86,6 % Dieselmotoren 6,1 % Vergasermotoren 5,9 % Ho]zga«gener>ateFeQ 49,6 % Dieselmotoren 35,8 % Vergasermotoren 7,0 % Holzgasgeneratoren Wa$ nun

Nr. 35 - MITTWOCH ll. AUGUST 1948 AUTOMOBIL-REVUE 19 Deutschland Kurzmeldungen aus aller Welt Deutsche Automobilpreise Di: Preise für deutsche Wagen haben infolge der Irhöhung der Stahl- und Kohlenpreise fast durclwegs eine bedeutende Steigerung erfahren. So leisteten im Juli u. a.: Personenwagen: Mercedes-Benz 170 V 7800 DM [ohne Bereifung); Opel Olympia 6785 DM (fünffache Bereifung); Volkswagen, Typ 11, 5300 DM. Lastwagen: Mercedes-Benz 170V 7250 DM (chne Bereifung); Mercedes-Benz, 3 t, Benzin, 8400 DM (ohne Bereifung): Mercedes-Benz, 4,5 t, Diesel, U500 DM (ohne Bereifung); Opel Blitz, 1,5 t, 7856 EM (siebenfache Bereifung); Tempo-Dreirad-Lief(rwagen 3974—4911 DM (dreifache Bereifung); Borg ward, 1,5 t, elektrisch, 4650 DM; Borgward Etektro, 3 t, 17 480 DM. Exportabschlüsse der Automobilindustrie Da über die Exportabschlüsse auf der Messe von Hannover unterschiedliche Zahlen verbreitet •wurden, gibt die Deutsche Messe- und Ausstellur.gs-AG. folgende Uebersicht über die Ergebnisse der Autoindustrie für die gesamte Bizone: Dollar Aitomobile und Zugmaschinen 1 221 794 Matorräder 998 580 Verbrennungsmotoren für Autos 5 700 Fahrgestelle 533 555 Ttile und Zubehör 160 973 K»ros6erien, Aufbauten und Anhäniger 119 707 Ackerschlepper 305 200 Fahrräder 331 249 3 676 760 Haftpflichtversicherung von US-Wagen Die in Deutschland im Verkehr befindlichen Wagen ziviler amerikanischer Staatsbürger unterliegen ebenso wie die deutschen Motorfahrzeuge einem Haftpflichtversicherungszwang. Zum Versicherungsschutz sind aber nur amerikanische und schweizerische Gesellschaften zugelassen. Die zivilen amerikanischen Autos führen vor ihrer PolizeinummeT den Buchstaben C (Cicil), früher E (Europa), im Gegensatz zu den Fahrzeugen der amerikanischen Besetzungsbehörden mit den Buchstaben T. P und S. Fortfall der Motorfahrzeugsteuer in derBizone? (Korr.) In der Verwaltung für Wirtschaft der britisch-amerikanischen Doppelzone wird augenblicklich die Frage diskutiert, im Zuge der fiskalischen Erleichterungen nach der Währungsreform auch die Motorfahrzeugsteuer aufzuheben. Um den dadurcl entstehenden Einnahmenausfall für die Länderiaushalte zu kompensieren, würde gleich- zeitig der Benzinpreis auf 70 Pfennig erhöht. Ob durch diese Massnahme die beabsichtigte Belebung des Automobilverkehrs erreicht werden kann, bleibt angesichts der Bargeldknappheit noch abzuwarten. (Grundsätzlich wichtig ist jedenfalls der hier unternommene Versuch, durch Abbau der fiskalischen Belastung den motorisierten verkehr wieder zu beleiben.) Eneland Straßen- Aus der Tätigkeit der AA An der Generalversammlung der britischen Automobile Association in London wurde bekanntgegeben, dass dieser Verband jetzt 770 000 Mitglieder zählt, dass der neugeschaffene Pannenhilfsdienst von 12 000 Mitgliedern beansprucht wurde und das6 der Verband in 20 000 Fällen deren Vertretung vor den* Gerichten übernommen habe, wobei es ihm gelungen sei, in mehr als der Hälfte dieser Prozesse einen Freispruch z.u erwirken. Exportieren, exportieren! Mit einer Ausfuhrmenge von 18 061 Personenwagen im Juni erreicht der britische AutomoJbilexport im ersten Halbjahr 1948 ein Total von 115 800 Personenwagen und 34 000 Nutzfahrzeugen, verglichen mit 59 000, bzw. 23 100 im selben Zeitraum des Vorjahres. Der Ausfuhrwert bezifferte sich auf 115,9 Mill. Pfund. Hunde als Unfallursache Nach den Feststellungen der Königlichen Gesellschaft für Unfallverhütung bilden auf den Strassen herumvagabundierende Hunde eine ständig wachsende Gefahr für den Verkehr, sind sie doch an jedem sechsten Verkehrsunfall « beteiligt ». Man versucht deshalb, dem Publikum diese Gefahr besser zum Bewusstsein zu bringen. Italien Vorbereitungen zum XXXI. Automobilsalon in Turin Turin, die Stadt, die vom und für das Automobil lebt, steht schon jetzt im Zeichen des XXXI. Internationalen Automobilsalons, der, nach lOjährigem Unterbruch, vom 15. bis zum 26. September im neuen, seiner Vollendung entgegengehenden Turiner Ausstellungspalast stattfinden soll. Fünf ausländische Staaten werden an der Schau vertreten sein, wobei sich indessen, entgegen früheren Annahmen, die Beteiligung der amerikanischen Automobilindustrie in beschränkten Grenzen halten wird. In den Rahmen der Ausstellung fügen sich zwei wichtige Tagungen ein: Der II, Internationale Kongress der AutomoWltechniker, der amerikanische, englische und französische Konstrukteure vereinigen wird, und die Vollversammlung der Associazione Italiana Concessionari Produzione Automobilistica (AIGPA). Besonderes Interesse erweckt schon jetzt eine Schau der Entwicklung des italienischen Automobilwesens. Sie wird u. a. das erste italienische Automobil präsentieren, ein Dreirat der Officine Miari & Giusti (Padua) aus dem Jahre 1896. Unter den weiteren Ausstellungsstücken seien genannt: der 3-PS-Fiat-Zweisitzer von 1900, das erste Serienfabrikat der Turiner Firma, dann der Wagen des italienischen Automobilpioniers Matteo Ceirano (1901) sowie den «Itala» des Prinzen Scipione-Borghese, der den Räid Peking—Paris gewann, ein Fiat Landaulet von 12—16 PS, ebenfalls von 1903, das berühmte Zero-Fiat-Chassis, das im ersten Weltkrieg sehr bekannt wurde, und schliesslich der ruhmreiche Alfa-Romeo-P-2 von 1932. Lpk U. S. A. 4000 amerikanische Automobilisten in Europa Nach einer Mitteilung der AAA befinden sich gegenwärtig rund 4000 Amerikaner mit ihren Wagen in Europa. Ursprüngliche Schätzungen, die von einer höheren Zahl sprachen, mussten revidiert werden, als sich herausstellte, dass viele Fahrer entgegen ihrer ursprünglichen Absicht auf die Ueberfahrt mitsamt ihren Wagen verzichteten. Der Grund ist darin zu suchen, dass die Transportkosten eines Autos für die Hin- und Rückreise gegenüber der Vorkriegszeit um 150 % gestiegen sind und sich gegenwärtig auf rund 600 Dollar belaufen. E. B. Amerikanische Automobilproduktion im 1. Halbjahr 1948: rund 2V 2 Millionen Wagen Nach den Ermittlungen der Automobile Manufacturers Association haben die amerikanischen Automobilfabriken im vergangenen Juni 431 033 Einheiten produziert und abgesetzt, was gegenüber dem Mai einer Steigerung um 27 % gleichkommt. Die wichtigsten Gründe für diese Erhöhung des Ausstosses liegen darin, dass zwei Unternehmen die Fabrikation wieder aufnehmen konnten, deren eines im Mai durch einen Streik, das andere durch die Vorbereitung der Einführung neuer Modelle stillgelegt war. Dagegen wirkte die Materialknappheit nach wie vor hemmend auf die Produktion. In absoluten Zahlen ausgedrückt, erbrachte der Juni eine Erzeugung von 312 406 Personenwagen, 117 572 Nutzfahrzeugen und 1055 Cars. Hinter dem bisherigen, im vergangenen März erreichten Nachkriegsmonatsrekord von 492 193 Wagen blieb der Juni um rund 60 000 Stück zurück. Zieht man das Fazit aus der Produktion des 1. Halbjahres 1948, so ergibt sich eine Gesamtziffer von 2 488 301 Einheiten oder 6 % mehr als iffder Parallelperiode 1947. Vom Total der ersten sechs Monate 1948 entfallen 1 775 864 Stück auf die Personenwagen, 705 184 auf die Nutzfahrzeuge und 7253 auf die Autobusse. Schrott aus Deutschland Tür Amerikas Autoindustrie Seit mehreren Monaten hatte die amerikanische Autoindustrie mit der Einfuhr von Schrott aus Deutschland gerechnet, die die Lieferung von Stahlblech an die Automobilfabriken erleichtern sollte. Es scheint nunmehr festzustehen, dass im kommenden Herbst und Winter 250 000 Tonnen Schrott aus Deutschland eingerührt werden, vorbehaltlich der Genehmigung der amerikanischen und der deutschen Behörden, mit der jedoch gerechnet wird. E. B, Die Produktion der «Unabhängigen» In den ersten sechs Monaten erreichten die «unabhängigen» Autofabriken in den USA die folgenden Produktionsziffern: Kaiser-Frazer 93 912, Studebaker 86120, Hudson 71467, Nash 70 901, Packard 45 792, Crosley 15 833, Willys-Overland 15 660. Diese Zahlen liegen z. T. über jenen einzelner Marken der « Drei Grossen »• Mercury 58 817, Chrysler 54 673, De Soto 41 756, Cadillac 29 588, Lincoln 15 309. Kaiser-Frazer scheint auf dem besten Wege, der «vierte Grosse » zu werden. Im ersten Halbjahr 1947 betrug seine Fabrikation 49 206 Wagen, also fast bloss die Hälfte des ersten Halbjahres 1948. Die Fabrik rechnet damit, im zweiten Halbjahr 1948 die Monatsproduktion durchschnittlich auf 20 000 Wagen erhöhen zu können. E.B. Der lOOmillionste Wagen nicht genau feststellbar Im Verband der amerikanischen Automobilindustrie hat man die Schwierigkeiten einer exakten Ermittlung des lOOmiüionsten Wagens, der im Laufe dieses Monats irgendwann in irgendeinem Automobilwefk der US vom Fliessband rollen wird, vorausgesehen und daher die ursprünglich für den August geplanten Jubiläumsfeiern aus Akt und Traktanden verabschiedet. Statt dessen findet nun nach Informationen bei der AMA, um den 17 November herum in Detroit ein Jubiläumsbankett statt. Der Sieger des 100millionsten-Wagen-Rennens wird nicht proklamiert, weil es keinen geben wird. Die Absicht, diesen Wagen genau festzustellen, erweist sich als undurchführbar, da zu viele Fabriken gleichzeitig arbeiten. Auch vom Alternativplan, die Jubiläumsstunde willkürlich auf 10.30 Uhr eines bestimmten Augusttages zu fixieren, ist man wieder abgekommen, zumal es ja in diesem Falle mehrere Dutzend « Jubilare » und Jubilierende gäbe. Statt dessen begnügt man sich mit der schlichten Mitteilung, dass irgendwann im August die Marke der 100 Millionen überschritten worden 6ei. • Ä"" *3 B^ I _^^ a ^^ Wie hoch ist der Benzin- und Oelverbrauch? Wieviele Kilometer fahren Sie mit einer bestimmten Reifenmarke? Was legen Sie für Reparaturen, Wagenwaschen, Service usw. aus? • Das, und noch vieles andere wissen Sie wirklich genau, wenn der patentierte Auto-Bloc in Ihrem Wagen montiert ist. Er ist d'e Dactylo Ihres Autos, immer ist sein Schreibstift zum Diktat bereit. Selbst nach Jahren können Sie alle Daten über Betriebskosten und Fahrleistungen ablesen, denn die Registrierrolle muss nie ausgewechselt werden, sie ist der Lebensdauer des allerbesten Wagens gewachsen. • Am Ende der Woche, oder wann es Ihnen beliebt, können .Sie saldieren und in wenigen Augenblicken kennen Sie den Kilometerpreis Ihres Wagens. Wollen Sie die Daten des Auto-Bloc in Ihre Bücher übertragen? Mit einem Griff lässt sich die Registratur aus dem Gehäuse nehmen, und in aller Ruhe können Sie im Bureau die gewünschten Buchungen vornehmen. Ein weiterer Handgriff — der Auto- Bloc ist wieder aufnahmebereit. • Er ist ein kleines Schmuckstück für jeden Wagen, das Gehäuse wird aus Leichtmetall in der Kokille gegossen, und die wundervollen Farbtöne sind im Ofen eingebrannt. Die Montage ist denkbar einfach, zwei Schrauben eindrehen — fertig. Wer den Auto-Bloc sieht, möchte ihn besitzen, dabei kostet er nur Fr. 28.50. Er ist in Braun, Marron, Rot, Elfenbein, Reseda, Apfelgrün, Stahlblau, Feldgrau und Schwarz, in Garagen und Autozubehörgeschäften zu haben. Wenn nicht erhältlich, schreiben Sie an den Fabrikanten: Zysset & Co. Parc Fabrikation Lyss Tel. (032) 8 43 81 Zu OCCASION! VERKAUFEN wegen Anschaffung eines 10-Tonnen-Zuges in gutem, fahrbereitem Zustand, mit Res.-Rad und Anhängervorrichtung. Ladebrücke 4200/2120/350. Kohlenlager Bern AG., Liebefeld-Bern. Tel. 5 01 57 69183(35,36 ZU VERKAUFEN Cabriolet, 4/5-Plätzer, 6 Zyl., 17,7 PS, in gutem Zustande. Wird bei sofortiger Wegnahme zu einem