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E_1949_Zeitung_Nr.019

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Ueber seinen Namen, Beruf und Adresse gibt uns der neue «AUTO-INDEX» 1949 Auskunft: er enthält 130000 Adressen von Wagenbesitzern der Schweiz und von Liechtenstein. Er erscheint auch 1949 im altbekannten Kleid und kostet trotz des gesteigerten praktischen Wertes wiederum nur Fr. 15.— (plus WustL ' * Der «AUTO-INDEX» hat grossen verkehrserzieherischen Wert: jeder kann jeden kennen. Er wird vom Geschäftsmann häufig auch als Adressbuch zu Werbezwecken verwendet, sind doch die Autobesitzer in ihrer Mehrzahl kaufkräftige Privatpersonen, oder Firmen. Der Geschäftsreisende erkennt in dem vor dem Hause des zu besuchenden Kunden stehenden Wagen seinen Konkurrenten — und verschiebt den vorgehabten Besuch auf einen günstigeren Tag. Der «AUTO-INDEX» bietet auch den Mitfahrern Kurzweil beim Nachschlagen angetroffener besonders interessanter Wagen und Personen. Wer war jener «freundliche» Herr... Die praktischen Vorteile des AUTO-INDEX» Der «AUTO-INDEX» fordert die Solidarität und — wo es nötig sein sollte — den gegenseitigen Anstand unter den Automobilisten. Original-Ersatzteile liefern wir ab unserem reichhaltigen Lager. C. A. Drenowatz. Automobil AG.. Badenerstrasse 330, Zürich 4. ZU VERKAUFEN aus erster Hand Opel Captain 1940, in tadellosem Zustand, gegen bar, äusserst günstig 74248(19 Telephon (071) 7 81 77. ZU VERKAUFEN •zu sehr interessantem Preis Alfa Romeo 2500 Sport letztes'Modell, Wagen absolut neu, nie gefahren, Cabriolet Graber. 4-Plätzer. Schalthebel am Lenkrad, Fabrikgarantie. Offerten unter Chiffre 24398 an die Automobil Bevnc, Bern. Der «AUTO-INDEX» 1949 kann bestellt werden bei den Buchhandlungen oder direkt beim Verlag. Die Lieferung muss in der Reihenfolge des Bestellungseinganges erfolgen; wir empfehlen deshalb, Ihre Bestellung sofort aufzugeben. VERLAG HALLWAG, Abteilung Autotouristik, BERN Bestellschein (in offenem Couvert nur 5 Rp. Porto) Senden Sie sofort nach Erscheinen Ex. «AUTO-INDEX» 1949 per Nachnahme zum Preise von Fr. 15.— pro Expl. (.+ Wust)

»Ji-Knn, 7fafaAadüe*^iet£ dei jdufam0rft#-/&vt*e welchem ansehnliche Kirchdörfer liegen, mit grossartig flankierenden Hochgebirgszenerien aus. Nicht umsonst hat sich während der Schaffenszeit, die dem Abschluss seiner Laufbahn auf der Malojahöhe voranging, der Maler von Arco, Giovanni Segantini, hier, und zwar im Dorfe Savognin, niedergelassen; noch steht daselbst das Haus, das er bewohnt hat, durch eine Tafel gekennzeichnet. Zu stolzen Gipfelformen ragen zur Rechten des Julierfahrers der Piz Curver, zur Linken die Berge der Piz-d'Aela-Gruppe, im Vorblick die Pizzi d'Err und dellas Calderas empor. In kurzen Abständen folgen sich an der Route selbst Dorf um Dorf: Burvagn und Conters, denen gegenüber, am Westhang, Salux, Präsans und Reams entsprechen, Reams mit der wuchtigen Ruine einer mittelalterlichen, wohl im 12. Jahrhundert errichteten Burg. Wie Erwin Poeschel im dritten Bande seiner so verdienstlichen « Kunstdenkmäler des Kantons Graubünnur einen Stein. Nach Tschudi war 1538 ,die grosse steinin sul auf der höhe Julien umbgefallen und entzwey gebrochen'. Campell berichtet 1571, dass zwei Teile am Boden liegen, der dritte noch aufrecht stehe. Fortunat Sprecher, bestätigt diese Angaben 1617. 1703 hat Johann Jakob Scheuchzer die Säulen so vorgefunden, wie sie heute noch dastehen. Sie sind also im Laufe des 17. Jahrhunderts aufgerichtet worden. » Konnte die zitierte Arbeit auf Grund von 1935 gemachten Funden feststellen, dass der Julierpass Unzweifelhaft Römerboden sei und sich auf Münzen und Kleinbronzen des 3. und 4. Jahrhunderts nach Christi Geburt berufen, die, man ausgegraben hatte, so konnte in einem Aufsatz mit gleichem Titel, in einer späteren Nummer der gleichen Zeitschrift, Ob.-Ing. H. Conrad, Chur, die hypothetische Frage der Form des Passheiligtums behandeln: nachdem man nämlich im Sommer 1937, ausser nunmehr Münzen aus der ersten Hälfte des 1. christlichen Jahrhunderts, Teile einer Jupiterstatue, den rechten Oberarm und das linke Knie freigelegt hatte. Der Verfasser gibt die Laur-Belart'sche Annahme wieder, « uf dem 1935 ausgegrabenen Von Tiefencastel zum Julier Eine Fahrt durchs Oberhalbstein Die Juliersäulen (nach Scheuchzers cRaetia»). Tinzen mit der St.-Blasius-Kirche. Tiefencastel. Tinzen. St.-Blaslu«-Kirche, Schnitzaltar von Jörg Kendal. von Dr. Willy Meyer, Genf. (Mit Aufnahmen des Verfassers) Jeder Engadinfahrer kennt Tiefencastel, diesen in seiner Lage magischen Ort, magisch, weil er fortwährend sein Aussehen zu ändern scheint, und doch bleibt er stets der gleiche, und nur die Windungen unserer Route täuschen seinen Wandel vor. Gleich wie der Reisende, der mit der Bahn gen Bevers strebt, in die mannigfaltigen Bilder hineinstaunt, die sich vor ihm auftun, fühlt sich auch der Passfahrer über Septimer oder Julier in überraschende Schauerlebnisse versetzt. Dasjenige des Oberhalbstein genannten Gebietes wird nie mehr vergessen, wer es empfangen hat! Es ist, wie die meisten, die Graubünden beschert, zwiefacher Art: landschaftlich und kulturell. Es ist bekannt, dass Julier- wie Septimerstrasse' schon zur Römerzeit benutzt wurden, dass zu verschiedenen Perioden bald die eine, bald die andere Strecke den Vorrang hatte, dass seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert die Reihe wieder an der Julierroute ist. Im übrigen datiert die Besiedlung dieser Gegenden keineswegs erst aus dem Altertum. Wie Funde ergeben haben, haben sich hier auch bereits in vorgeschichtlichen Epochen Menschen aufgehalten. Während es sich aber bei derartigen Fundstücken natürlich um Einzelgegenstände handelt, die, kaum dass sie entdeckt wurden, zu wissenschaftlichen Forschungs- und musealen Repräsentationsobjekten werden, ist diejenige Kultur, die sich dem Besucher als lebendiger Bestandteil noch an Ort und Stelle darbietet, wesentlich jüngeren Datums: sie stammt zum kleineren Teil aus dem Mittelalter, in der Hauptsache aber aus dem 17. Jahrhundert, d. h. der Zeit,, in welcher, besonders nach den Jahrzehnten der kirchlichen und politischen Wirren, die Baufreude wieder auflebte und ältere Monumente durch Um- oder Neubauten ersetzt wurden. In dieser Hinsicht ist von hervorragendem Interesse die unterste Stufe des Oberhalbsteins. Das von der Julia (oder Oberhalbsteiner Rhein) durchflossene Oberhalbstein beginnt beim Crap Ses, dem Conterser Stein, da, wo es vor dem entzückten Blicke zum erstenmal als in sich geschlossenes Tal auftaucht. Es zeichnet sich in seinen niederen Partien durch die ästhetisch reizvolle Verbindung eines weiträumigen, lieblich gewellten, fruchtbaren Ackerlandes, in den » bemerkt, wird « Reams — als .villa Riamio' im karolingischen Urbar (um 831) erstmals genannt, war Zentrum der königlichen Fiskalverwaltung und später der bischöflichen Herrschaft im Oberhalbstein. Vermutlich die älteste Pfarrei der Talschaft. • Präsans war die Heimat Benedikt Fontanas, des Helden der Calvenschlacht von 1499. Ist heute das nächste Dorf, durch das wir kommen, das schon erwähnte Savognin, der Hauptort des Oberhalbsteins, so war ehedem das ihm folgende, an der Val-d'Err-Einmündung erbaute Tinzen von besonderer Wichtigkeit. Es spielte mindestens schon zur Karolingerzeit eine Rolle, dann im Mittelalter als Umschlagplatz, in dem eine der « Porten » (von lateinisch portare = tragen), der Verkehrsgenossenschaften, die Oberhalbsteiner Porte, ihre zentrale Niederlassung hatte. Von der Wohlhabenheit in vergangenen Jahrzehnten, die auch die Begüterung'adeliger Geschlechter bekundet, zeugt noch heute ein grossangelegtes Kunstwerk in der St.-Blasius-Kirche, ein 1512 von Jörg Kendel aus Biberach geschaffener spätgotischer Flügelaltar mit einer Fülle ornamentaler wie figürlicher Schnitzereien, die sogar das Antependium einbegreifen. Um die Mutter Gottes mit dem Jesusknaben gruppieren sich viele Heilige, darunter selbstverständlich St. Blasius als Kirchenpatron, und zwischen zart geschnitztem Laubwerk des Aufsatzes stehen die Hauptpersonen der Kreuzigung: Christus, Maria und Johannes. Etwa bei Tinzen etadet die Unterstufe des Oberhalbsteins, die höhenmässig von 1184 m (bei Buvagn) bis 1240 m reicht. Mit Juliakaskaden und Felsengen schliesst sich ein abwechslungsreiches Wegstück um Roffna an. Die Steigung wird stärker: der beliebte •Sommerfrisch- und Touristenstandort Mühlen erfreut sich bereits eineir Höhe von 1461 m. Die Landschaft nimmt noch an Romantik zu, und zwei. Ruinen, Splüdatsch und, vorm gleichnamigen N Dorf, Marmels ^Erinnerung an eine mächtige Dynastenfamilie defs, Oberhalbsteins) vermitteln auch noch den • histiejr. ischen Akzent. Weitere "Seitentäler münden his vjfaupttal: bei Mühlen Val da Faller, bei Mar|nels Val Natons. In Bivio, schon auf 1776 m Höhe, gabeln sich Julier- und.. Septimer^trasse. BiviOj (oder Stalla) ist das oberste Obefhalbsteinei;pari. * Viele Kehren bilden von da ab die Route zum Julierpass, die in den Jahren 1820—1826 ihre jetzige Ausgestaltung erfuhr. Sie erreicht, nur 1 km hinter Hospiz und Wetterdienststation, bei 2287 m die Passhöhe. ... , Ernst und wildschön ist der Eindruck-des Julierpasses, zwischen Piz Julier~(3385 m) im Norden und Piz Polaschin (3017 m) im Süden, mit seinem kleinen, Forellen, beherbergenden See. Besonderen Reiz aber verleiht dieser Passlandschaft das Vorhandensein zweier Römerzeugen, der. sogenannten Juliersäulen. Wir sagen « sogenannte », weil diese zwei Säulen vor Zeiten zu einer einzigen gehört haben. In einem Aufsatz über « Das römische Passheiligtum auf dem Julier » (Bündnerisches Monatsblatt 1936) sagt Dipl.-Ing. H. Conrad, Samaden: « Urkunden vom 21. Oktober 1396 und 25. Januar 1407 kennen Savognin gegen Piz d'Err; Fundament habe eine kleine Kapelle aus Serpentinquadern mit abgetrappten Gesimsen gestanden, darin das Kultbild, davor ein Altar mit Inschrift und daneben die Säule als Wegezeichen », und lässt daneben auch die andere Möglichkeit offen, die er mit triftigen Argumenten belegt, dass jene Säule (also unsere « zwei Juliersäulen ») das Standbild des höchsten Römergottes unmittelbar getragen habe. Conrad begnügt sich mit der Aufzeigung der beiden Möglichkeiten, sieht aber in eine künftige Abklärung der zutreffenden von ihnen optimistisch: « Weitere Statuenteile könnten neue entscheidende Aufschlüsse bringen. Dass der Boden rings um die Juliersäulen noch solche enthält, scheint sicher zu sein. Es ist kaum anzunehmen, dass man im Arm- und Kniestück die beiden einzigen vorhandenen gefunden .hat.»... Hinterm Julierpass senkt sich die Strasse an der Julieralp vorbei einer völlig neuartigen Welt entgegen: Bald werden die Firnhäupter der Berninagruppe, bald das Seenparadies von Campfer und Silvaplana sichtbar. Staub und Sonne Kalifornien. Seidenblauer Himmel, Blendende Sonne. Schwarzblaue Autostrassen. Funkelnde Ketten von Autos. Hie und da ein Chevrolet oder ein Ford, die einen « Midget-Car » (Zwergrennwagen) nach sich ziehen. Blau oder rot oder gelb heben sich die niedrigen, fliessenden Karosserielinien der Boliden aus tlen Kolonnen im pfeilenden Sonnenlicht. Die eilig kreisenden Speichen der Räder blitzen. Sonntag für Sonntag, rollen diese Rennwagen, an die Chevrolets oder Fords ihrer jugendlichen Fahrer gekuppelt, zu verwegenem Kämpfen in Staub und Sonne. . John Farrell wischt die verölten Hände an einem Büqdel Putzfäden. Er fingert in die vomliegende. tiefe Tasche seiner blauen Cowboyhosen, zieht ein Päckchen Zigaretten heraus und fischt nach einem Streichholz in der Brusttasche des rot-schwarz gemusterten Buschhemdes. Seine kräftige Hand zittert. «Du darfst nicht schlapp werden. Du darfst nicht an das Rennen denken. Du musst fahren heut nachmittag.» John schiesst die kaum angerauchte Zigarette zu Boden und zertritt sie. Er streicht mit dem Handrücken die Haare aus der Stirn und prüft den Luftdruck in den Reifen. Federnd beugt er sich und checkt Rad um Rad der niedern, blauen Rennmaschine ab. Er lehnt sich halbwegs auf die langgezogene Motorhaube mit den Kühlschlitzen und stellt den einen Fuss auf das seitlich austretende Steuergestänge. «Herrgott, Jahn, dein wächsernes Ge- ! sieht am verflossenen Sonntag im Rosebowl drunten in Los Angeles. > Wieder greift ihn ein Sinnieren, kalt und schaudernd. « Dein wächsernes Gesicht mit der blöde starrenden Brille im Spiegelbild des Tachometerglases,», als sich die Kiste um sich selbst drehte und Jackie Cogan um Haaresbreite an dir vorüberwischte mit 90 Meilen. Wie die Angst hochkroch, eisig und lähmend. Wie dich Patricias Schrei, klar erkennbar aus dem Geheul der Tribünen, packte... Du musst durchhalten heute. Du musst fahren, John! 6000 Dollar Prämie stehen auf dem Spiel « John» perlt die helle Stimme. Die dunklen Locken fliegen. Die weissen Zähnchen blitzen. Die Sandaletten klingen über den Betonboden vor der Garage. Ein freudiges Aufleuchten huscht über die offenen Züge des Jungen. Die seidenweichen Wimpern sind so nah und fein. Die baumbestandene Vorstadtstrasse, geschmückt mit weissen Häuschen, träumt in den Sonnentag hinein. Die Blumen nicken in der Brise, die von. der San-Francisco-Bucht her ins Land streicht. Das tiefe Blau des Rennwagens spiegelt. Die dickgespinselten Nummern an der stromliniengeformten Karosserie leuchten weiss. Der braune Sturzhelm hängt geduldig am Kamm der kurzen Rückenflosse. « John » — der Ausruf ist samtweich und doch metallisch in Angst und Entschlossenheit. « John », wiederholt das Mädchen, «wirst du ...» Sie endet nicht; ihre Lippen sind ohne Lächeln nun. Sie wirft ein kurzes Nicken nach dem braunen Sturzhelm. Das Mädchen steht, den Kopf hochgeworfen, mit dem Rücken gegen die Hausmauer. Der goldene Ring an dem schlanken Finger blinkt unstet. John weiss in blitzhaftem Erkennen, dass er diese grünen Augen, die dun-