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PressEnte 2014

Magazin des Presseclubs Regensburg

SO TICKT DIE ZUKUNFT

SO TICKT DIE ZUKUNFT Michael Hopper »Guter Journalismus ist, Themen aufzuspüren, die den Menschen unter den Nägeln brennen und sie bewegen.« MICHAEL HOPPER (29), Volontär beim Wochenblatt, hat zuvor Germanistik, Geschichte und Sozialkunde studiert. Aufgewachsen ist er in Passau – dort hat er als Ältester von vier Geschwistern große Erfahrungen im Konflikte schlichten gesammelt. In seiner journalistischen Ausbildung wird »Learning by Doing« großgeschrieben, von PR-Terminen bis zum Layout von Zeitungsseiten. Warum Journalismus? Zunächst war das für mich keine bewusste Entscheidung. Ich kam zum Journalismus eigentlich wie die Jungfrau zum Kind. Bei einem Praktikum habe ich gemerkt, dass mir dieser Beruf unglaublich großen Spaß macht. Er ist stets abwechslungsreich, kein Tag ist wie der andere und man hat ständig mit Menschen zu tun. Darum habe ich mich nach dem Praktikum um ein Volontariat bemüht, was zum Glück auch geklappt hat. Was ist guter Journalismus? Guter Journalismus ist, Themen aufzuspüren, die den Menschen unter den Nägeln brennen und sie bewegen. Fertige Pressemitteilungen mitzunehmen, ist keine Kunst. Für eigene Geschichten hingegen muss man oft hartnäckig sein und nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, wenn man bei einem Thema nicht weiterkommt. Denn oft sind es diese Artikel, die erst nach langer Recherche und mit Insiderinformationen gespickt zu einem Aufmacher werden. Welche Rolle spielt bei Deiner täglichen Arbeit das Internet? Das Internet spielt eine riesige Rolle bei meiner täglichen Arbeit – ohne Internet geht gar nichts. Das erste, was ich morgens beim Frühstück mache, ist Facebook und Mails zu checken. Die Hälfte meiner Arbeitszeit verwende ich zum Beispiel für unseren Internetauftritt. Denn auch wenn wir mit dem Wochenblatt nur einmal in der Woche in den Druck gehen, sind wir im Internet tagesaktuell. Auch für Recherchen ist das Internet die erste Anlaufstelle. Bist Du selbst viel in sozialen Netzwerken unterwegs? Ja, ich bin sehr viel in sozialen Netzwerken unterwegs, vor allem bei Facebook. Dort betreue ich auch den Facebook-Auftritt des Wochenblatts mit. Durch Facebook kommen wir mit unseren Lesern in Kontakt, sie machen uns auf Missstände und Themen aufmerksam, denen wir dann nachgehen. Damit sind wir nah an den Menschen dran. Die Branche ist im Umbruch. Was erwartest Du für Deine Zukunft? Nun ja, die Branche ist ja schon seit Jahren im Umbruch, recht viel schlimmer kann es ja in der Medienbranche nicht mehr werden. Gerade die Printmedien sind natürlich durch die Online-Medien im Zugzwang. Da ich bereits sowohl im Print- als auch im Onlinebereich arbeite, bin ich gut für die Herausforderungen gerüstet. Ich hoffe, dass die Leser und User in Zukunft wieder einsehen, dass guter Journalismus auch Geld kostet. [] 22

Vanessa Carmela Civiello (23), ist Volontärin bei Radio Galaxy im Funkhaus Regensburg. Statt zu studieren, verbrachte sie ein lehrreiches Jahr als Au Pair in New York. Sie stammt aus Stuttgart. Privat ist sie ein Bühnenmensch. Nächstes Jahr ist sie bei einer Aufführung des OVIGO-Theaters in »Der Gott des Gemetzels« zu sehen. Ihre journalistische Ausbildung im Funkhaus umfasst neben Sprechtraining und externen Kursen vor allem »Learning by Doing«. Warum Journalismus? Eigentlich habe ich mich konkret für das Radio entschieden! Meine Oma hat immer gesagt: »Kind, such dir einen Job, der dir Spaß macht. Dann musst du nie wieder arbeiten«. Beim Radio gefallen mir eben alle Aufgabenbereiche. Die Themenfindung, die kreative Aufbereitung, das Recherchieren, das Schreiben, und natürlich – das ist die Kirsche – das Moderieren selbst. Was ist guter Journalismus? »Für das Hören schreiben« ist etwas ganz anderes als »für das Lesen schreiben«. Man kann nicht zurückblättern und man muss damit rechnen, dass jemand erst in der Mitte des Beitrages einschaltet. Na und der soll ja auch alles verstehen können. Deshalb würde ich behaupten, dass guter Journalismus so wie gutes Radio ist: Dranhalten! Jeder Satz sollte relevant sein. Wie in einem guten Film – jede Szene sollte die Berechtigung haben, drin zu sein. das langsam an. Klar habe ich einen Facebook-Account, klar poste ich ab und zu mal Fotos oder lustige Videos. Trotzdem finde ich, dass Facebook, WhatsApp und Co. unseren Alltag nicht nur erleichtern, sondern auch stressen. Dieses »dauernd erreichbar sein müssen« und »liken« und »kommentieren«. Sobald man nicht sofort zurückschreibt, kommt ein »Wieso antwortest du nicht? Bist du sauer?« Praktisch ist es aber auch – und selbst meine Oma ist von WhatsApp begeistert. »Jeder Satz sollte relevant sein. Wie in einem guten Film – jede Szene sollte die Berechtigung haben, drin zu sein.« Die Branche ist im Umbruch. VANESSA CARMELA CIVIELLO Was erwartest Du für Deine Zukunft? Ist denn überhaupt noch ein Job sicher? Vor ein paar Jahren hieß es »studiere Lehramt – das ist ein sicherer Beruf«. Laut Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft waren im vergangenen Schuljahr aber rund 5000 junge Lehrer arbeitslos. [] Welche Rolle spielt bei Deiner täglichen Arbeit das Internet? Wow. Ich habe mich seit Beginn meines Volontariats beim Radio gefragt, wie man die Beiträge ohne Internet stemmen soll? Eigentlich kommen alle Informationen bei uns über das Internet. Und selbst wenn wir uns die Informationen von einem Interviewpartner direkt holen, bekommen wir die Kontaktdaten über das Internet. Bist Du selbst viel in sozialen Netzwerken unterwegs? Immer weniger . . . Mich strengt e 23

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