Berliner Zeitung 11.07.2019

BerlinerVerlagGmbH

Das Wissen der Babys: WieKleinkinder lernen, andere Menschen zu verstehen – Seite 3

Heute

mit

Kulturkalender

12°/24°

Mehr Sonne

Wetter Seite 2

MitBänken Berlin

lebenswerter machen

Berlin Seite 9

www.berliner-zeitung.de

Endlich: Die Ausstellung

über James Simon

Feuilleton Seite 19

Donnerstag,11. Juli 2019 Nr.158 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Schon wieder ein

Zitteranfall von Merkel

Politik Seite 4, Kommentar Seite 8

Menschenrechte

Nicht

mit

Nicki!

VonMarcus Weingärtner

Sie hat ihr Äußeres so geformt,

dass sie wirkt wie eine dauerscharfe

Comicfigur –Brüste und Lippen

scheinen zu riesig, Haare und

Hintern zuviel. Ihre Texte hingegen

strotzen vor ironischen Anspielungen

auf die Macho-HipHop-Kultur,

die sie mit ihrem Erfolg längst überflügelt

hat: Nicki Minaj ist die erfolgreichste

Rapperin aller Zeiten. Biszu

Beginn des Jahres

hat die Sängerin

aus Trinidad

und Tobago

sagenhafte 99

Millionen Ton-

Nicki Minaj,

Sängerin, die nicht

überall auftritt.

träger verkauft.

Zudem ist die 36-

Jährige die Frau

mit den meisten

Chartplatzierungen

in der amerikanischen

Geschichte.

Das ganz große Geld kommt aber

auch für Minaj nicht aus dem Erlös

ihrer Alben oder den Einnahmen aus

Streamingdiensten wie Tidal, Deezer

oder Spotify. Für die richtige Kohle

muss die Künstlerin auftreten. Aber

auch da ist Geld für Minaj nicht alles,

wie sie jetzt gezeigt hat: Aus Protest

gegen die Menschenrechtsverletzungen

sagte die Sängerin einen Auftritt

in Saudi-Arabien ab und schob hinterher,dass

sie damit ein Zeichen setzen

wolle für die Rechte von Frauen,

Schwulen, Lesben und für die Meinungsfreiheit.

Mitder steht es im erzkonservativen

Königreich bekanntlich

nicht zum Besten. Auch wenn

unter Kronprinz Mohammed bin Salman

neuerdings Frauen am Steuer

und Kinos erlaubt sind.

„Nach sorgfältiger Überlegung

habe ich beschlossen, mein geplantes

Konzert beim Jeddah World Fest

nicht zu spielen. Obwohl ich nichts

lieber täte, als meine Fans in Saudi-

Arabien mit meiner Show glücklich

zu machen“, so Minaj. Das Festival

hatte die Künstlerin für den 18. Juli

angekündigt, woraufhin es zu Protesten

kam und die Menschenrechtsorganisation

Human Rights

Foundation Minaj aufforderte,ihren

Auftritt abzusagen. Dass diese sich

offenbar im Vorfeld nicht mit der

Lage in Saudi-Arabien beschäftigt

hatte,sollte man ihr nach der Absage

verzeihen. Denn es mag wie ein kleines

Zeichen wirken, aber wenn Minaj

etwas kundtut, wird sie gehört:

Mitrund 130 Millionen Followern in

den sozialen Netzwerken erreicht sie

mehr als viermal so viele Menschen

wie Saudi-Arabien Einwohner hat.

Oberster Personenschützer

Nach dem Mordfall Lübcke: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier trifft sich mit

Bürgermeistern. Sie berichten von alltäglichen Bedrohungen. Wollen wir so leben?

VonSteven Geyer

Mit den kleinen Kindern

an der Hand in den

heimischen Vorgarten

treten und dort einen

Galgen finden, der das eigene Foto

trägt. Auf der Autobahn spüren, wie

bei Tempo 160 der Wagen ausbricht

und später erfahren, dass jemand einen

Nagel in den Reifen gesteckt

hatte. Kot in Päckchen, im Briefkasten,

im Dienstauto verteilt finden.

Und immer wieder Drohungen mit

Gewalt. Das sind Erfahrungen, die

Kommunalpolitiker dieser Tage immer

wieder machen –und das, obwohl

viele vonihnen ehrenamtlich in

den Rathäusern und Gemeinderäten

arbeiten, unbezahlt, in der Freizeit.

Die meisten der Erlebnisse, über

die an diesem Mittwoch im Bundespräsidialamt

gesprochen wird, wurden

nie angezeigt, machten kaum

Schlagzeilen, hatten für die Täter

keine Konsequenzen. Dass sie nun

der Bundespräsident zu hören bekommt,

liegt daran, dass Frank-Walter

Steinmeier das Thema nicht loslässt.

Schon nach früheren Angriffen

hatte er Betroffene zum vertraulichen

Gespräch geladen, nach dem

mutmaßlich politischen Mord am

Kasseler Regierungspräsidenten

Walter Lübcke wollte er sich erneut

aus erster Hand informieren –und

den Kommunalpolitikern den Rücken

stärken. 14 Bürgermeister aus

sieben Bundesländern hat er eingeladen.

„Heute reden wir nicht mehr nur

über sprachliche Entgleisungen“,

sagt Steinmeier zum Auftakt. Inzwischen

bestehe der Verdacht, dass

Lübcke von einem Rechtsextremisten

ermordet worden ist und dass„in

denselben Kreisen offenbar auch Todeslisten

unterwegs sind und eine

Gruppe sogar Leichensäcke bestellt

hat“. Das sei ein Angriff auf die Demokratie

und ihreVertreter.

In der Gesprächsrunde fragt

Steinmeier nach Erfahrungen, Einschätzungen

–und Erklärungsversuchen.

Ein Bürgermeister nach dem

anderen berichtet, und nach jeder

Wortmeldung wächst das ungute

Gefühl: Das ist keine Ansammlung

von Einzelfällen mehr; hier könnten

„Bürgermeister, Stadt- und

Gemeinderäte sind das Gesicht und die

Stimme der Demokratie.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

genauso 14 andereLokalpolitiker sitzen–und

vonebensolchen Drohungen

berichten.

„Jeden Tagwerden drei politisch

motivierte Straftaten gegen politisch

Verantwortliche verübt, insbesondere

gegen kommunal Verantwortliche“,

berichtet der Städtetagspräsident,

Leipzigs Oberbürgermeister

Burkhard Jung (SPD). Mehrere Bürgermeister

in der Runde betonen,

dass auch Politessen, Verwaltungsmitarbeiter

oder etwa Sachbearbeiter

in Jobcenternbetroffen sind.

Wollen wir so leben? Werwirdsich

noch trauen, umstrittene Entscheidungen

zu treffen, zu Schulschließungen

oder neuen Windparks? Es

waren auch solche Themen, die hinter

den Drohungen steckten –keineswegs

geht es stets um Asylpolitik.„Ich

hatte gehofft, wenn wieder weniger

Flüchtlinge kommen, lässt es nach“,

sagt Gerd Landsberg, Chef des Städte-

DPA

und Gemeindebundes. „Stattdessen

wirdesimmer schlimmer.“

Die Runde ist sich einig, dass die

Strafverfolgung zu wenig konsequent

gegen Täter vorgeht. Anzeigen

wegen Beleidigung mag die Polizei

kaum aufnehmen –noch nicht mal

die Morddrohung mit der Galgen-

Attrappe hätte Folgen gehabt. Derso

Bedrohte sei wenig später zurückgetreten,

berichtet ein Kollege –vom

Rückzug bedrohter Politiker wird

mehrmals berichtet. Was also tun?

Müssen die Medien stärker zur Ruhe

rufen, statt im „Kampf um Aufmerksamkeit

nur Interesse am Krawall zu

haben“, wie jemand sagt? Hilft ein

verschärftes Strafrecht? Steinmeier

findet, wichtiger sei „ein Bewusstsein

in der gesamten Gesellschaft,

dass hier die Wurzeln der Demokratie

angegriffen sind“.

Bei Ratssitzungen tauchten die

Leute nur noch auf, wenn es um ihre

persönlichen Interessen gehe, berichtet

ein Bürgermeister:„Dann wird

geschimpft, was wir alles falsch machen.“

Und die Bürgermeisterin des

bayrischen Kutzenhausen, Silvia Kugelmann,

sagt, dass immer mehr Bürger

„in einem selbstverständlichen

Tonihr persönliches Wohl über das

Gemeinwohl stellen“. Darin liege

wohl dieWurzel derAggressivität:„Jeder

hat Angst, zu kurzzukommen.“

Milliarden für

deutsche

Problemzonen

Strukturschwache Regionen

sollen Geld bekommen

Die Bundesregierung will die Lebensverhältnisse

in strukturschwachen

Regionen verbessern.

DasBundeskabinett billigte am Mittwoch

ein Maßnahmenpaket, zu dem

bundeseinheitliche Fördermaßnahmen,

Hilfen für Kommunen mit Altschulden

und ein „Gleichwertigkeits-Check“

bei künftigen Gesetzen

gehören. Die zuständigen Bundesminister

ziehen damit die Schlussfolgerung

aus der Arbeit der Regierungskommission

zu gleichwertigen

Lebensverhältnissen.

Nach dem Auslaufen des vor allem

für den Osten gedachten Solidarpakts

II soll es künftig bundeseinheitliche

Fördermaßnahmen geben.

DieWirtschaftsförderung soll vor allem

dorthin fließen, wo die Bevölkerung

abwandert und es somit zu einer

Überalterung kommt.

Große Modernisierungsaufgabe

Bundesinnenminister Horst Seehofer

(CSU) sprach von einer „großen

Modernisierungsaufgabe Deutschlands“.

Die Menschen sollten die

Chance haben,„dortzuleben, wo sie

leben wollen“. Dabei gehe es aber

nicht um einen „Einheitsbrei“ für

das gesamte Bundesgebiet.

„Deutschlands Vielfalt ist Deutschlands

Stärke“, sagte der Innenminister.

Esgehe um zweistellige Milliardenbeträge,

die im Zuge mehrerer

Jahreausgegebenwerdensollen. Dafür

sollten aber vorhandene Haushaltsmittel

verwendet werden.

Es gehe um wohnortnahe Kitas,

Schulen und Ärzte, um gute Verkehrsanbindung

und Nahversorgung

sowie schnelles Internet, sagte

Agrarministerin Julia Klöckner

(CDU). „Förderung muss daher eine

Frage des Bedarfs, nicht der Himmelsrichtung

sein.“ (AFP) Tagesthema

Seite2,Leitartikel Seite8

Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin

Redaktion: (030) 63 33 11-457

(Mo-Fr10-16 Uhr), Fax-499;

leser-blz@dumont.de

Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76;

www.berliner-zeitung.de/leserservice

Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97;

berlin.anzeigen@dumont.de

Postvertriebsstück A6517

Entgelt bezahlt

4

194050

501603

41028

2. und3.

November 2019

10 –17Uhr

Cafe Moskau

Karl-Marx-Allee 34

10178 Berlin

Jetzt

Aussteller

werden!

Diebesten Jahre

Doppelmesse Reise &Gesundheit

Anmeldung unter:

berlin.messen@dumont.de

oder (030)2327 6758

BERLIN

MESSEN


2* Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019

·························································································································································································································································································

Tagesthema

Die Bundesregierung will

für gleichwertige Lebensverhältnisse

in

Deutschland sorgen und

deshalb abgehängte Regionen stärker

fördern. „Das Ziel ist, den Menschen

die Möglichkeit zu geben, in

ihrer Heimat zu leben“, sagte Innenminister

Horst Seehofer (CSU) am

Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung

des Kommissionsberichts

„Gleichwertige Lebensverhältnisse“.

Derzeit werden vor allem abgehängte

Regionen im Osten

Deutschlands gefördert. Das werde

nun geändert, hieß es. „Es gibt Regionen,

die drohen den Anschluss

zu verpassen“, sagte AgrarministerinJulia

Klöckner (CDU). „Diese Lücken

werden wir nicht durch Gießkannenpolitik

schließen.“ Siemüssten

gezielter als bisher unterstützt

werden. Dabei müssten starke Regionen

aber auch zurückstecken,

mahnte Familienministerin Franziska

Giffey (SPD): „Das wird nur

funktionieren, wenn die, die stärker

sind, bereit sind, sich um die

Schwächeren zu kümmern.“ Sie

müssten „solidarisch sein mit denen,

denen es nicht so gut geht“.

Spielraum für Investitionen

Konkret will die Bundesregierung Unternehmen

in Regionen locken, aus

denen junge Menschen abwandern.

Auch Bundeseinrichtungen und Forschungsinstitute

sollen gezielt abseits

der „überhitzten Metropolregionen“

angesiedelt werden. DerBund werde

darüber hinaus mit Ländern und

Kommunen sprechen, wie hohe Altschulden

schneller abgebaut werden

könnten, sagten die Minister –damit

die Kommunen wieder mehr Spielraum

für Investitionen hätten. Denn

die Zukunft entscheide sich dort. Seehofer

erwartet darüber „schwierige

Gespräche“; Giffey sagte, das Thema

Altschulden sei in der Kommission

„ein heißes Thema“ gewesen.

Wo sich die Installation von

schnellem Internet aus wirtschaftlichen

Gründen für die Telekommunikationsfirmen

nicht lohnt, solle der

Staat über Steuermittel einspringen,

hieß es weiter.Das werdefür 15 Pro-

Rheinland-Pfalz

Saarland

Main-Taunus-Kreis

Bremen

Hessen

Schleswig-

Holstein

Hamburg

Kreis Mansfeld-Südharz

Frankfurt am Main

Kyffhäuserkreis

Thüringen

Sachsen-

Anhalt

Nordrhein-

Westfalen

Baden-

Württemberg

Mecklenburg-

Vorpommern

Bayern

Brandenburg

Kreis Stendal

Stadt Halle (Saale)

Stadt Coburg

Kreis München

Berlin

Dahme-Spreewald-Kreis

Sachsen

Altenburger Land

Umverteilung

Die Kommission

Gleichwertige

Lebensverhältnisse

will abgehängte

Regionen stärker

fördern. Der Bund

möchte beim

Altschuldenabbau

helfen.

Deutsche

Entwicklungshilfe

Steuereinnahmen

der Kreise und Kreisfreien Städte je Einwohner 2017

unter 900 Euro

900 bis unter 1100 Euro

1100 bis unter 1350 Euro

1350 Euro und mehr

BLZ/GALANTY; QUELLE: BERTELSMANN-STIFTUNG, DESTATIS, AFP

VonMarkus Decker

zent des Netzes gelten. Außerdem

werde sich der Bund länger als geplant

an sozialem Wohnungsbau

und guter Kitabetreuung beteiligen.

Schließlich soll in Ostdeutschland

eine Deutsche Stiftung für Engagement

und Ehrenamt entstehen. Die

Zivilgesellschaft sei in Ostdeutschland

nach wie vor schwächer entwickelt,

sagte Giffey. Sosäßen etwa 91

Prozent der Bürgerstiftungen in den

alten Ländern –und nur neun Prozent

in den neuen.

Bayern sträubt sich

Seehofer sprach davon, dass über die

nächsten zehn Jahre zweistellige

Milliardenbeträge erforderlich seien.

Freilich ist das Geld bisher nicht im

Haushalt eingestellt, sondern soll

von jedem Ministerium einzeln aufgebracht

werden. Es wird also einstweilen

nicht mehr Geld geben. Auch

muss der Bund noch mit Ländern

und Kommunen verhandeln.

Thüringens Ministerpräsident

Bodo Ramelow (Linke) beklagte: „Es

mangelt gravierend an konkreten

Umsetzungsmaßnahmen und verlässlichen

Finanzierungszusagen.“

DieVorsitzende der Gruppe der ostdeutschen

Grünen-Bundestagsabgeordneten,

Claudia Müller, sagte

der Berliner Zeitung (RedaktionsnetzwerkDeutschland):

„Indem Berichtsteht

immer wieder,anstelle eines

Ergebnisses, die Aufgabenbeschreibung.

Dasist besonders für die

ostdeutschen Kommunen und Wohnungsbauunternehmen

eine herbe

Enttäuschung.“ Bayerns Ministerpräsident

Markus Söder (CSU)

warnte vor einer Umverteilung zulasten

der starken Regionen. Dabei

hatte Seehofer zuvor gesagt, die von

ihm als bayerischer Ministerpräsident

geleistete Strukturpolitik beweise,was

man alles erreichen könne,wenn man

nur wolle. „Eine von Herzen kommende

Solidarität zu organisieren,

ist möglich“, sagte er.

Markus Decker findet,

dass das Wichtigeste noch

fehlt: das Geld.

VonMarina Kormbaki

Zuwanderung vergrößert das

Wohlstandsgefälle zwischen den

Regionen in Deutschland. Zu diesem

Schluss kommt eine Studie des Instituts

der Deutschen Wirtschaft (IW)in

Köln, die der Berliner Zeitung (RedaktionsnetzwerkDeutschland)

vorliegt.

Demnach haben ländliche Regionen,

die unter Überalterung und Abwanderung

leiden, in den Jahren von

2013 bis 2017 nicht ausreichend Zuwanderer

hinzugewinnen können,

um ihre Bevölkerungsentwicklung

zu stabilisieren. Dies gelte vor allem

für die besonders vom demografischen

Wandel betroffenen Gebiete

in Ostdeutschland und Nordbayern.

„Gleichzeitig kommen in die demografiestärkeren,

wirtschaftsschwachen

Regionen besonders viele Zuwanderer,die

sich am deutschen Arbeitsmarkt

sehr schwertun und vergleichsweise

große

Unterstützungsbedarfe haben“,

schreiben die Autoren. So ließen sich

in den wirtschaftsschwachen Städten

Nord-und Westdeutschlands relativ

viele Geflüchtete nieder.

Vorteil für Süddeutschland

Gut in den Arbeitsmarkt integrierbare

Zuwanderer hingegen, die

„wichtige Impulse für die wirtschaftliche

Entwicklung im Land geben

könnten“, ziehen am liebsten in jene

Regionen, „die ohnehin demografieund

wirtschaftsstark sind“, heißt es

in der Studie.

So hätten vor allem die größeren

Städte und die wirtschaftlich beson-

Migration als Wirtschaftsfaktor

Zuwanderung stärkt die Starken

Kommunen mit den höchsten und niedrigsten Steuereinnahmen

je Einwohner 2017, in Euro

Die Höchsten

1.

2.

3.

4.

Kreis München 3816

Stadt Coburg 2919

Stadt Frankfurt a. Main 2810

Main-Taunus-Kreis 2524

5. Dahme-Spreewald-Kreis

2343

Die Niedrigsten

393. Kyffhäuserkreis 637

394. Kreis Stendal 633

395. Altenburger Land 631

396. Stadt Halle (Saale) 628

397. Kreis Mansfeld-Südharz 564 BLZ/GALANTY;QUELLE: BERTELSMANN-STIFTUNG

ders erfolgreichen Regionen in Süddeutschland

durch die Zuwanderung

von Ausländern an Bevölkerung

und Wirtschaftskraft hinzugewonnen.

Folgen des demografischen Wandels

Zwar könne Zuwanderung einen

„zentralen Beitrag“ dazu leisten, die

negativen Folgen des demografischenWandels

zu korrigieren; die Autoren

begründen dies mit dem vergleichsweise

niedrigen Altersdurchschnitt

von Migranten. Dafür aber

müssten gut ausgebildete, leicht in

den Arbeitsmarkt zu integrierende

Migranten und wirtschaftsschwächereRegionen

häufiger zueinanderfinden,

als sie es bisher tun.

Um mehr qualifizierte Zuwanderer

in strukturschwächeren Regionen

anzusiedeln, empfehlen die Forscher

des IW deren Vertretern, ihre

Regionen im Ausland stärker als bisher

zu vermarkten, dabei gezielt zuwanderungsinteressierte

Fachkräfte

anzusprechen und die Anstrengungen

zu bündeln. So müssten Unternehmen

nicht allein auf die Suche

nach Fachkräften gehen, sondern

könnten mithilfe von Verbänden

und Wirtschaftsfördergesellschaften

gemeinsam bei Jobbörsen in den

Herkunftsländernauftreten.

Zur Entlastung schwacher Regionen

müssten Bund und Kommunen

dafür sorgen, dass sich Zuwanderer

mit großem Integrationsbedarf entweder

verstärkt in wirtschaftsstarken

Gebieten ansiedeln oder zumindest

gleichmäßiger auf die Regionen

verteilt würden, rät das IW.

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute strahlt die Sonne, immer wieder begleitet von Wolken. Die Höchstwerte

machen bei 25 Grad halt, und der Wind weht nur schwach aus

West. In der Nacht gibt es kaum Auflockerungen, dafür viele Wolken und

stellenweise Regen, und die Temperaturen gehen auf 16 bis 13Grad zurück.

Biowetter: Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit

profitieren von der

momentanen Wetterlage. Nach

einem zumindest zeitweise erholsamen

Tiefschlaf sind die meisten 11°/24°

Wittenberge

Menschen voller Tatendrang.

Pollenflug: Der Flug von Brennnessel-

und Spitzwegerichpollen ist

mäßig bis stark. Außerdem ist die

Konzentration von Linden-, Sauerampfer-,

Gänsefuß- und Gräserpol-

Gefühlte Temperatur: maximal 24Grad.

Wind: leichter Wind aus West.

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

11°/24° 12°/24°

Luckenwalde

11°/25°

Freitag

Sonnabend

Sonntag

Regenschauer stark bewölkt heiter

16°/22° 14°/22° 14°/26°

Prenzlau

10°/24°

Cottbus

11°/25°

Frankfurt

(Oder)

10°/25°

Hoch Winnie zieht sich auf den Atlantik zurück. Dadurch gewinnt in Mitteleuropa

wieder tiefer Luftdruck die Oberhand. Zwischen den Britischen Inseln und dem

Alpenraum gibt es viele Wolken und teils schauerartige Regenfälle. Auch imöstlichen

Europa ist eswechselhaft. Am Mittelmeer und in Teilen Skandinaviens

herrscht hoher Luftdruck mit sonnigem Wetter.

Sylt

13°/21°

Hannover

12°/23°

Köln

13°/25°

Saarbrücken

16°/19°

Konstanz

13°/20°

Hamburg

13°/17°

Erfurt

11°/21°

Frankfurt/Main

16°/21°

Stuttgart

15°/16°

Rügen

12°/22°

Rostock

10°/21°

Magdeburg

13°/23°

Nürnberg

12°/19°

München

10°/21°

Dresden

12°/23°

Deutschland: Heute herrscht unbeständiges

Wetter mit teils schauerartigen

Regenfällen. Dabei werden im

Tagesverlauf 16 bis 25 Grad erreicht,

nachts kühlt esdann auf

16 bis 12Grad ab. Der Wind weht

schwach aus West. Morgen steigen

die Höchsttemperaturen auf 19bis

26 Grad. Dazu ist es wechselnd bewölkt,

und es treten gewittrige

Schauer auf. Der Wind weht nur

schwach aus westlichen Richtungen.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 16°-17°

Nordsee: 16°-17°

Mittelmeer: 23°-32°

Ost-Atlantik: 17°-21°

Mondphasen: 16.07. 25.07. 01.08. 07.08.

Sonnenaufgang: 04:56 Uhr Sonnenuntergang: 21:26 Uhr Mondaufgang: 15:56 Uhr Monduntergang: 01:30 Uhr

Lissabon

34°

Las Palmas

28°

Madrid

38°

Reykjavik

17°

Dublin

20°

London

25°

Paris

27°

Bordeaux

30°

Palma

33°

Algier

34°

Nizza

28°

Trondheim

18°

Oslo

26°

Stockholm

23°

Kopenhagen

21°

Berlin

24°

Mailand

28°

Tunis

32°

Rom

28°

Warschau

20°

Wien

24° Budapest

25°

Palermo

30°

Kiruna

18°

Oulu

16°

Dubrovnik

27°

Athen

31°

St. Petersburg

12°

Wilna

21°

Kiew

21°

Odessa

24°

Varna

25°

Istanbul

24°

Iraklio

32°

Archangelsk


Moskau

18°

Ankara

30°

Antalya

38°

Acapulco 35° wolkig

Bali 32° heiter

Bangkok 33° Schauer

Barbados 28° heiter

Buenos Aires 16° bedeckt

Casablanca 25° sonnig

Chicago 24° bewölkt

Dakar 27° heiter

Dubai 38° heiter

Hongkong 33° Gewitter

Jerusalem 34° sonnig

Johannesburg 22° sonnig

Kairo 41° sonnig

Kapstadt 19° sonnig

Los Angeles 26° sonnig

Manila 32° heiter

Miami 34° heiter

Nairobi 26° bewölkt

Neu Delhi 41° heiter

New York 29° Schauer

Peking 32° Schauer

Perth 18° bedeckt

Phuket 34° heiter

Rio de Janeiro 26° sonnig

San Francisco 23° wolkig

Santo Domingo 32° heiter

Seychellen 27° wolkig

Singapur 33° Gewitter

Sydney 19° sonnig

Tokio 28° bewölkt

Toronto 30° Gewitter


Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019 3 *

·························································································································································································································································································

Seite 3

Kleine

Besserwisser

Teresa, 18 Monate alt, schaut genau hin, und sie hörtaufmerksam zu. Gleich wird sie nach dem Kästchen greifen und alles selbst machen wollen. BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER (2)

In Golm am Rande von Potsdam steht

eines der Universitätsviertel der Stadt.

Rechteckige Klötze mit modernen Büroräumen

an langen Fluren. Die Zimmer

sind durchnummeriert. Das erleichtert

die Orientierung, verstärkt aber den Eindruck

einer sich selbst genügenden Bürokratie.

Ein klügerer Mensch sollte einmal etwas

schreiben über die heute grassierende Vorstellung,

dass die Menschen und ihreZwecke

sich den Gebäuden anpassen sollen statt

umgekehrt.

Im ersten Stock von Haus 14 sieht es anders

aus. Hier ist es bunt. Cartoons vonTieren

und Blumen hängen auf dem Flur. Ineinem

der Büros gibt es Babyspielzeug und

eine Wickelkommode. Wir sind angekommen

im Babylab. Hier wird die Entwicklung

vonBabys und Kleinkindernerforscht.

Leiterinnen des Instituts sind die Professorinnen

Birgit Elsner,deren Gebiet die Entwicklungspsychologie

ist, und Barbara

Höhle,Expertin für Spracherwerb.Birgit Elsner,50Jahrealt,

kinderlos,zeigt die Untersuchungsräume

und beantwortet meine Fragen.

Als ich versuche, einen Scherz zumachen,

und darauf hinweise, dass sie in Hameln

geboren sei, in der Stadt also, inder

einst ein Rattenfänger alle Kinder entführt

haben soll, lacht sie freundlich und erklärt

mir, sie würden die Kinder hier nicht ent-,

sondern höchstens verführen. Sie müssten

im Babylab ihre Studien so gestalten, dass

die Kinder ihren Spaß hätten, sonst würden

die nicht mitmachen.

Dasspannende Holzkästchen

Wir gehen hinüber in den Raum, in dem die

Studien stattfinden. Ein Tisch, auf ihm ein

Holzkästchen, ein Stuhl auf der einen, einer

auf der gegenüberliegenden Seite. Rechts

und links Videokameras,die jede Bewegung,

jede Mienenregung des Kindes aufzeichnen.

Es gibt auch Räume,indenen die Bewegungen

der Augen mit Spezialkameras verfolgt

werden oder in denen die Kinder verdrahtete

Kappen aufgesetzt bekommen, die die Gehirnaktivitäten

registrieren.

Jetzt aber geht es nur um einen einzigen,

technisch nicht sonderlich aufwendigenVersuch.

Eine junge Frau kommt mit einem

Kleinkind, in diesem Text soll das Mädchen

Teresa heißen. Teresa ist 18 Monate alt, hat

blonde Locken und schenkt jedem von uns

ein Lächeln. Sieist noch nicht richtig da und

hat uns schon um die Finger gewickelt.

DieMutter setzt sich auf einen der Stühle,

Mady Wilhelm, die Assistentin vonBirgit Elsner,

nimmt gegenüber Platz. Teresa beobachtet

unseren Fotografen sehr aufmerksam.

Dann aber wendet sie sich der Assistentin zu.

Die zeigt Teresa, dass das Holzkästchen einen

Deckel hat, den man öffnen kann, und

dass etwas im Kästchen ist. Sie zeigt nicht

nur. Sie sagt auch immer, was sie macht.

Also:„Guck mal, ich will das jetzt aufmachen.

Siehst du, wie ich es aufmache? Drinnen ist

Wielernen Babys, das Verhalten anderer Menschen zu verstehen?

Ab wann mischen sie sich ein ins Geschehen?

Und ab wann korrigieren sie die Erwachsenen?

Birgit Elsner weiß das alles. Sie erforscht im Babylab der Universität

Potsdam die Entwicklung von Kleinkindern

ein Vogel. Siehst du den Vogel? Jetzt mache

ich es gleich noch mal.“

Später erzählt Birgit Elsner mir, dass bei

einem anderen Kind dasselbe gesagt wird,

dann aber wird das Holzkästchen geschlossen.

Wonach richten sich die Kinder? Nach

dem, was gesagt, oder nach dem, was getan

wird? Je jünger die Kinder sind, desto weniger

interessiert sie das Gesagte. Sie machen

einfach nach, was die Erwachsene ihnen vormacht.

Die Kinder im Alter von Teresa stutzenmeist

schon. Sieschauen nach der Mutter

und wollen wissen, was die vondem hält,

was die Frau da macht.„Bei einem zweijährigen

Kind dagegen kann es vorkommen, dass

es die Kiste nimmt, sehr bestimmt öffnet und

noch ,auf‘ dazu sagt. So geht das richtig, belehrtesdie

Erwachsenen.“

Birgit Elsner wehrt meine Verblüffung

darüber, dass schon Zweijährige uns belehren,

ab. „Die Kleinen durchschauen uns

schon viel früher. Aber jetzt erst können sie

es sagen, und so begreifen wir es dann auch.“

Schuld ist der „Vokabelspurt“. In den Monaten

um den zweiten Geburtstag wandern

zahllose Wörter aus dem passiven in den aktiven

Wortschatz.

„Ich höredas Wort zum ersten Mal“, sage

ich. „Sie haben es sich gemerkt! Kinder sind

mit eineinhalb Jahren so weit, dass sie sich

ein neues Wort bei einer ersten Erwähnung

merken können“, erwidert Birgit Elsner.

„Diese Fähigkeit ist mir schon seit Jahren

verloren gegangen“, kokettiere ich. „Wir lernen

unser ganzes Leben nicht so viel wie in

diesen ersten Monaten unseres Lebens“, erinnertmich

die Professorin.

Birgit Elsner untersucht, ab wann Kinder

einen Sinn hinter den Bewegungen, dem Verhalten

der Erwachsenen wahrnehmen. Im

ersten Lebensjahr sind für Kinder die Ziele

oder auch Effekte einer Handlung wichtig.

Dass das Glas hochgehoben wird zum Beispiel,

dass der Ball dortdrüben landet. Wiees

dazu kommt, welche Bewegung dazu nötig

war,interessiertsie noch nicht. Dass etwas geschieht,

dass man etwas ändernkann, das absorbiertdie

Aufmerksamkeit.

Erst ab dem ersten Geburtstag interessiert

sich das Kind für das Wie, erklärt Birgit

VonArnoWidmann, Golm

Die Entwicklungspsychologin Birgit Elsner versucht,

das Verhalten von Kleinkindernzuergründen.

Elsner: „Da beginnt auch das Interesse an

Werkzeugen. Ende des zweiten Lebensjahres

kommt noch etwas hinzu: Die Kinder interessieren

sich für die Gefühle und die Gedanken,

die den Handlungen anderer Menschen

zugrunde liegen.Wirwissen ja, wie schwierig

das ist und wie sehr man beim Gedankenlesen

danebenliegen kann. Diese Fähigkeit

trainieren wir seit unserem zweiten Geburtstag“.

Kinder wissen dann auch schon, dass

wir ihnen sagen, was wir tun wollen. Darum

korrigieren sie auch freudig, wenn wir etwas

anderes machen, als wir sagen.

Zurück zu Teresa: Das Kind greift nach

dem Kasten. Es will ihn selbst in die Hände

nehmen, selbst öffnen, selbst reinschauen.

Be-greifen meint ursprünglich das.Wohl auch

die Lust daran. Dieist nicht zu übersehen. Die

Entschlossenheit, mit der Teresa das Kästchen

zu sich zieht, um denVogel drinnen oder

den Storch außen zu sehen. Als sie dann noch

entdeckt, was für einen Krach es macht, wenn

man den Deckel mit Schmackes zuschlägt,

macht sie es gleich drei-, viermal.

Selbst Neugeborene, erklärt Birgit Elsner,

sind keine unbeschriebenen Blätter. Sie reagieren

von Anfang an ganz anders auf eine

Punkt-Punkt-Komma-Strich-Zeichnung, die

an ein menschliches Gesicht erinnert, als

zum Beispiel auf dieselbe,aber auf dem Kopf

stehende Zeichnung. Neugeborene ziehen

auch die menschliche Sprache dem Klang einer

Gitarre vor. Sie können schon unterscheiden

zwischen dem Klang der Sprache

ihrer Mutter und dem einer anderen Sprache.

Anscheinend unterscheiden Neugeborene

auch zwischen belebten und unbelebten

Dingen. „Wenn ein Kind geboren wird“,

erklärt Birgit Elsner,„lebt es schon seit neun

Monaten. Wir fangen jetzt erst an, die Entwicklung

derWahrnehmung schon beim Fötus

zu untersuchen. Daswirdmöglich durch

3D-Ultraschallverfahren, die wirklich gute

Bilder vom Fötus bringen. Damit hat ein

englischer Kollege jetzt herausgefunden,

dass schon der Fötus stärker auf Lichteinfälle

reagiert, die einem Gesicht ähneln, als auf

die,die keine Ähnlichkeit mit einem Gesicht

haben. Daswäreschon sehr bemerkenswert.

Denn der Fötus hat ja noch nie ein Gesicht

gesehen. Aber das muss noch durch weitere

Studien abgesichertwerden.“

Eine heiß umstrittene philosophische

Frage haben die Kleinkinder-Studien der

vergangenen Jahrefreilich schon klar beantwortet.

Wir wissen jetzt: Es gibt ein Denken

vorder Sprache.Kleinkinder kennen dieWelt

schon sehr gut, sie nehmen sie auch geordnet

wahr, lange bevor sie Sprache verstehen

oder gar selbst sprechen.

Birgit Elsner berichtet von Studien, die

zeigen, dass Babys sich wundern, wenn ein

Ball eine Schräge hinaufrollt. Es wurde auch

nachgewiesen, dass schon das Neugeborene

zwischen belebten und unbelebten Gegenständen

unterscheidet. Es scheint so etwas

wie ein „angeborenes Kernwissen“ zu geben.

„Mich interessiert vor allem das Soziale,

das Psychische“, sagt Birgit Elsner. „Wenn

wir sehen, wie jemand schnell über den Flur

läuft, dann versuchen wir sofortherauszubekommen,

warum er das tut. Wir springen

nicht auf und fragen ihn. Sondernuns gehen

alle möglichen Gründe für sein Verhalten

durch den Kopf. Dann sehen wir sein Gesicht

und wissen: Er rennt nicht vorAngst oder Ärger,

sondern vor Freude. Meist können wir

dann auch vorhersagen, was dieser Mensch

als Nächstes tun wird. Zweijährige machen

das genauso. Auch sie beobachten genau,

wie andere Menschen sich verhalten und

versuchen, die dahinter liegenden Absichten

oder Gefühle herauszubekommen.

Teresa istruhig undfreundlich. Also frage

ich: „Schreien Babys in allen Sprachen

gleich?“ „Nein“, antwortet Birgit Elsner.

„Schon im Mutterleib nehmen die Föten die

Sprachmelodie wahr,die da draußen gesprochen

wird. Französische Babys schreien

schon früh Papá, während deutsche Pápa rufen.

Babyserkennen also nicht nur den Klang

der Muttersprache.Sie nehmen ihn auch auf

in die eigene Lautproduktion. Biszum sechsten

Monat können Kinder noch Laute einer

jeden Sprache wahrnehmen und unterscheiden.

Danach engt sich das ein auf die

Laute, die sie brauchen, um sich in ihrer

Sprach-Umgebung zurechtzufinden.“ Ich

bin überrascht, wie früh der Verdummungsprozess

der Spezialisierung einsetzt.

Birgit Elsner erinnertmich daran, wie Teresa

nach dem Kästchen griff. DasKind habe

unmittelbar vor dem Zugriff die Geschwindigkeit

verlangsamt, um genau zugreifen zu

können. Das erst mache eine zielgerichtete

Bewegung aus.Babys erlernen das Zugreifen

im ersten Lebensjahr, und Studien aus dem

Babylab zeigen, dass sie gleichzeitig auch

solche Veränderungen in den Bewegungen

von anderen Menschen erkennen. Das hilft

ihnen dabei, die Ziele oder Absichtenvon Erwachsenen

zu erkennen und vorherzusagen,

was jemand wohl als Nächstes tun wird.

EinLächeln zum Abschied

Interessant ist, dass wir auch so sprechen.

Wir markieren die zentrale Aussage eines

Satzes.Oft durch eine Pause, die wir vordem

entscheidenden Begriff machen. Wir takten

unsere Handlungen so, wie wir unsere Sätze

takten. Jetzt kommt so etwas wie Stolzindie

Stimme von Birgit Elsner: Sie berichtet von

einer gerade veröffentlichten Studie an Erwachsenen,

bei der ihr Forschungsteam herausgefunden

hat, dass das Gehirn ähnlich

reagiert, ganz gleichgültig, ob man gesprochene

Sätze hört, in denen eine kurze Pause

gemachtwird, um einer SacheBedeutungzu

verleihen, oder ob man das in einer Handlungsabfolge

sieht. „Das ist etwas völlig

Neues. Wenn sich das in weiteren Untersuchungen,

vielleicht sogar mit Kleinkindern,

bestätigen sollte …“

Als Teresas Mutter das Kind auf den Arm

nimmt und uns verlässt, achtet Teresa darauf,

sich von jedem von uns mit einem Lächeln

zu verabschieden. Ichhabe gerade gehört,

dass wir alles erlernen. Aber keine Sekunde

denke ich, dass Teresa ihrLächeln gelernt

hat. Ich bilde mir ein: Sie ist einfach

freundlich und heiter der Welt zugewandt.

Hoffentlich bleibt sie so.

Arno Widmann hat Teresa begeistert

beim Lernen zugeschaut. Er selbst versucht,

möglichst wenig zu vergessen.


4* Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019

·························································································································································································································································································

Politik

NACHRICHTEN

Bundesweite Razzia gegen

bandenmäßige Scheinehen

Beieiner Großrazzia sind am Mittwoch

rund 550 Beamte der Bundespolizei

gegen bandenmäßige Scheinehen

vorgegangen. Schwerpunkt der

Ermittlungen sei der Großraum Leipzig,

sagte ein Sprecher der Behörde.

Insgesamt seien in Sachsen, Thüringen,

Rheinland-Pfalz und Bayern 39

Objekte durchsucht worden. 30 davonbefinden

sich in und um Leipzig.

Auch im thüringischen Altenburg, in

Ludwigshafen am Rhein sowie in drei

bayrischen Städten waren Polizisten

im Einsatz. (dpa)

Britischer Botschafter in den

USA legt sein Amt nieder

Derbritische Botschafter in den

USA, KimDarroch, hat nach heftigen

persönlichen Attacken durch US-

Präsident Donald Trump sein Amt

niedergelegt. Dasteilte das Außenministerium

in London am Mittwoch

mit. Vorausgegangen war ein

Streit zwischen London und Washington

über durchgesickerte Botschafterdepeschen.

US-Präsident

Donald Trump hatte den Diplomaten

wegen dessen kritischer Einschätzung

zu seiner Regierung auf

Twitter unter anderem als „dummen

Kerl“ und „aufgeblasenen Deppen“

bezeichnet. (dpa)

Gewaltsamer Protest gegen

Abschiebung in Leipzig

Demonstranten blockieren in Leipzig

auch einen Einsatzwagen der Polizei.

DPA

DerProtest gegen eine geplante Abschiebung

in Leipzig ist teilweise in

Gewalttätigkeiten ausgeartet. Zunächst

blockierten am Dienstagabend

rund 30 Menschen einen Einsatzwagen

und versuchten, die Abschiebung

zu verhindern, wie ein

Polizeisprecher am Mittwoch sagte.

An einer später angemeldeten Spontandemonstration

beteiligten sich

dann rund 500 Menschen. Anschließend

seien die Einsatzkräfte den Angaben

zufolge mit Flaschen und Steinen

beworfen worden. DiePolizei

habe daraufhin mit „unmittelbarem

Zwang“ reagiert, hieß es im Kurzbotschaftendienst

Twitter. (dpa)

Lebenslange Haftstrafen in

der Türkeiverhängt

Knapp drei Jahrenach dem Putschversuch

in der Türkei hat ein Gericht

erneut gegen viele Menschen lebenslange

Haftstrafen verhängt. In

einem Gerichtsverfahren in Ankara

wurden 33 Angeklagte zu lebenslangen

Haftstrafen verurteilt –acht von

ihnen müssen unter „erschwerten“

Bedingungen hinter Gitter,wie die

staatliche Nachrichtenagentur Anadolu

am Mittwoch berichtete. (dpa)

Ditib zeigt sich besorgt

nach Drohungen

Nach der Bombendrohung gegen

seine Kölner Zentralmoschee und

weiteren islamfeindlichen Straftaten

beobachtet der türkisch-islamische

Verband Ditib eine wachsende Beunruhigung

in den Moscheegemeinden.

DieMitglieder der Ditib-Gemeinden

seien „in höchstem Maße

besorgt“ und ihr „Sicherheitsempfinden

empfindlich gestört“, sagte

der Ditib-Vorstandsvorsitzende Kazim

Türkmen am Mittwoch. (dpa)

Nach dem dritten Zitteranfall

in gut drei Wochen

wächst die Sorgeumden

Gesundheitszustand

von Bundeskanzlerin Angela Merkel

weiter. Beim Empfang des finnischen

Ministerpräsidenten Antti

Rinne mit militärischen Ehren bebte

beim Abspielen der Nationalhymnen

am Mittwoch erneut der ganze

Körper der CDU-Politikerin. Anschließend

sagte sie trotzdem, es

gehe ihr gut: „Man muss sich keine

Sorgen machen.“ Zweifel an ihrer Arbeitsfähigkeit

als Chefin der Bundesregierung

wies sie zurück. „Ansonsten

bin ich ganz fest davon überzeugt,

dass ich gut leistungsfähig

bin“, sagte Merkel.

Sie begründete den Anfall damit,

dass sie immer noch in der „Verarbeitungsphase“

eines ersten Anfalls

vor gut drei Wochen beim Empfang

des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr

Selenskyj sei. „Die ist offensichtlich

noch nicht ganz abgeschlossen,

aber es gibt Fortschritte“,

sagte Merkel. „Ich glaube,dass es so,

wie es gekommen ist, eines Tages

auch vergehen wird. Aber es ist noch

nicht so weit.“

Der erste Anfall beim Empfang

Selenskyjs Mitte Juni ähnelte dem

am Mittwoch stark. Er wurde noch

mit der großen Hitze und Wassermangel

erklärt. Nurneun Tage später

erlitt die Kanzlerin bei der Ernennung

der neuen Justizministerin

Christine Lambrecht (SPD) durch

Bundespräsident Frank-Walter

Steinmeier im Schloss Bellevue erneut

einen solchen Anfall.

In Regierungskreisen wurde dieser

Fall dann auf einmal mit der psychologischen

Verarbeitung des ersten

erklärt. Merkel sagte dazu auf

dem G20-Gipfel in Osaka nur: „Ich

bin überzeugt, so wie diese Reaktion

aufgetreten ist, so wirdsie auch wieder

vergehen.“

DieFrage,obsie in den vergangenen

drei Wochen in ärztlicher Behandlung

war, ist weiter offen. Die

stellvertretende RegierungssprecherinUlrike

Demmer beantwortete sie

am Mittwoch in der Regierungspressekonferenz

trotz mehrfacher Nachfrage

nicht. Sie wiederholte immer

nur:„DerKanzlerin geht es gut.“

Als Merkel sich am Mittwoch

nach dem Abspielen der Nationalhymnen

wieder bewegte, war von

Unsicherheiten nichts mehr zu sehen.

So ist der Besuch des finnischen

Sorge um Merkels Gesundheit

Bundeskanzlerin erleidet erneut einen Zitteranfall bei einem öffentlichen Termin

Angela Merkelund der finnische Ministerpräsident Antti Rinne

„Ich glaube, dass es so, wie es

gekommen ist, eines Tages auch vergehen

wird. Aber es ist noch nicht so weit. “

Angela Merkel

über ihren erneuten Zitteranfall bei einem öffentlichen Termin

AP

Kollegen normal verlaufen. Rinne

war zu seinem Antrittsbesuch nach

Berlin gekommen. Merkel sagte ihm

Deutschlands Unterstützung bei der

finnischen EU-Ratspräsidentschaft

zu. „Der neue Ministerpräsident

muss gleich in die Vollen gehen und

nicht nur das Land regieren, sondern

auch die Fragen in Europa lösen“,

sagte Merkel im Kanzleramt. Als Nettozahler

der EU teilten Berlin und

Helsinki viele Interessen.

Als gemeinsame Schwerpunkte

von Deutschland und Finnland

nannte Merkel Europas Partnerschaft

mit Afrika, den Klimaschutz,

Forschung und die Angleichung der

Lebensverhältnisse innerhalb der

EU. „Das alles unter eine Haube zu

bringen mit einem begrenzten Finanzbudget,

wird eine sehr, sehr

schwere Aufgabe werden“, sagte

Merkel.

Je mehr Probleme Finnland löse,

desto weniger käme auf die deutsche

EU-Ratspräsidentschaft im zweiten

Halbjahr 2020 zu. In der Debatte

über die von den EU-Staaten vorgeschlagene

Wahl von Verteidigungsministerin

Ursula von der Leyen

(CDU) zur EU-Kommissionspräsidentin

sagte Merkel, sie habe voneiner

möglichen Verschiebung der

Wahl „innerhalb der nächsten Woche“

gehört. Dies wäre „überschaubar“.

Es habe „noch nie eine so kurze

Frist zwischen der Nominierung einer

Kandidatin und der Abstimmung

gegeben“. Derzeit ist die Wahl

im Europaparlament für den 16. Juli

geplant.

Rinne forderte zügige Ergebnisse

bei der Besetzung der Kommissionsspitze.

„Was die finnische Präsidentschaft

anbetrifft, so ist es wichtig,

dass wir baldmöglichst diesen Prozess

abschließen können, denn wir

haben große Fragen zu diskutieren“,

sagte Rinne und zählte die Themen

Klima, Sicherheit und Migration auf.

Bei der Besetzung eines weiteren

Spitzenposten bekräftigte Merkel,

dass sich die EU um den Vorsitz des

Internationalen Währungsfonds

(IWF) bemühen solle. „Die Welt hat

sich verändert und wir werden

darum kämpfen müssen“, sagte

Merkel. Die Einigkeit Europas sei

„jetzt der entscheidende Punkt“, damit

auf Christine Lagarde wieder ein

Europäer an der IWF-Spitze folge.

Der Sozialdemokrat Rinne war erst

im Juni zum Regierungschef seines

Landes ernannt worden. (dpa, AFP)

Fall Susanna: Ali B. muss lebenslang ins Gefängnis

Als Mörder der 14-jährigen Schülerin

Susanna aus Mainz ist Ali B.

zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Die Wiesbadener Richter stellten

am Mittwoch in ihrem Urteil zudem

die besondere Schwere der

Schuld fest. Eine vorzeitige Haftentlassung

nach 15 Jahren ist damit für

den irakischen Flüchtling so gut wie

ausgeschlossen.

DasLandgericht sah es als erwiesen,

dass der 22-Jährige Susanna vor

mehr als einem Jahr in einem Waldgebiet

in der Nähe des Wiesbadener

Stadtteils Erbenheim vergewaltigt

und ermordet hat. Eine vorzeitige

Freilassung vonAli B. nach 15 Jahren

sei „aus Sicht der Kammer unangemessen“,

so das Gericht. Susanna sei

ihrem Täter schutzlos und ohnmächtig

ausgeliefert gewesen. Das

Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Nach Auffassung seiner Richter

ist Ali B. „hochgefährlich“. In ihrem

Urteil sprach sich die Kammer mit

Vorbehalt für eine Sicherungsverwahrung

des 22 Jahre alten Irakers

aus. Aufgrund der relativen Jugend

vonAli B. und seines noch nicht sehr

langen Aufenthalts in Deutschland

gebe es gewisse Unsicherheiten, begründete

das Gericht den Vorbehalt.

Ein Hang zu weiteren Straftaten sei

Irakischer Flüchtling hatte 14-jährige Schülerin aus Mainz vergewaltigt und ermordet

Aus Sicht des Gerichts hatte Ali B. kein

wortdes Bedauerns geäußert. GETTY IMAGES

sehr wahrscheinlich, aber nicht sicher.

Wenn die Haftstrafe 15 Jahre

oder länger verbüßt worden sei,

werdeein Gutachter prüfen, ob noch

eine Gefährlichkeit besteht, erläuterte

Staatsanwältin Sabine Kolb-

Schlotter nach dem Urteil den Vorbehalt

der Sicherungsverwahrung.

Allerdings würde ein solcher Täter

auch ohne diesen Vorbehalt „keinesfalls

aus der Haft spazieren können“.

Es werde immer eine Gefährdungsanalyse

durchgeführt.

Aus Sicht des Gerichts hatte der

Angeklagte kein ernst zu nehmendes

Wort des Bedauerns geäußert. Er

habe „weder Reue noch Mitgefühl“

gezeigt, erklärte der Vorsitzende

Richter Jürgen Bonk in seiner Urteilsbegründung.

„Eine Verantwortungsübernahme

hätte das Geschehene

nicht ungeschehen machen

können“, sagte Bonk. Sie hätte aber

Susannas Mutter die Chance gegeben,

einen Neuanfang in einem Leben

ohne Susanna zu erreichen.

SchwerePersönlichkeitsstörung

Für den Mord an Susanna stellten die

Richter das Mordmerkmal der Heimtücke

fest, hinzu komme die beabsichtigte

Verdeckung der Vergewaltigung

als weiteres Mordmerkmal. Eine

Gutachterin hatte in dem Prozess von

einer schweren Persönlichkeitsstörung

mit psychopathischen Zügen

bei Ali B. gesprochen. Mit weiteren

Taten wäre danach höchstwahrscheinlich

zu rechnen, hieß es in der

Urteilsbegründung. „Es reicht aus,

dass jemand in den Fokus Ihrereigenen

Bedürfnisse gerät“, sagte Bonk.

DieMutter der getöteten Susanna

zeigt sich nach der Urteilsverkündung

erleichtert. „Ich bin einerseits

dankbar,dass das Urteil so ausgefal-

len ist. Aber auf der anderen Seite

bringt mir das meine Tochter auch

nicht zurück“, sagte sie.

Mitdem Urteilsspruch folgten die

Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

DieVertreter der Anklage

hatten dem irakischen Flüchtling

vorgeworfen, Susanna erwürgt zu

haben, um die Vergewaltigung zu

verdecken. Er habe kaltblütig, zielgerichtet

und heimtückisch gehandelt.

Seine Taten seien vonaußergewöhnlicher

Intensität geprägt gewesen,

sagte der Richter. Die Verteidigung

hatte keinen konkreten Strafantrag

gestellt. Siehat nun eine Woche Zeit,

um gegen das Urteil vorzugehen.

Die Leiche des Mädchens aus

Mainz war am 6. Juni 2018 in einem

Erdloch in der Nähe von Bahngleisen

in Wiesbaden gefunden worden.

Rund zwei Wochen nach dem Verschwinden

von Susanna waren die

Einsatzkräfte nach einem Zeugenhinweis

auf das Versteck mit dem toten

Mädchen gestoßen.

Kurz nach dem Todvon Susanna

hatte sich Ali B. mit seiner Familie in

seine Heimat abgesetzt. Im kurdisch

kontrollierten Nordirak wurde er jedoch

wenige Tage danach gefasst

und von der Bundespolizei nach

Deutschland zurückgebracht. (dpa)

AfD-Politiker

wenden sich

gegen Höcke

100 Mitglieder

unterzeichnen Brandbrief

VonJan Sternberg

BjörnHöcke, Thüringer Landeschef und

Kopf der radikalen Rechten in der AfD DPA

Der Machtkampf in der AfD eskaliertweiter.Nun

schlägt das nationalkonservative

Lager zurück. In

einem „Appell für eine geeinte und

starke AfD“ üben mehr als 100 Parteikader

heftige Kritik am Thüringer

Landesvorsitzenden Björn Höcke

und dem radikal rechten „Flügel“.

Darunter: Georg Pazderski, Landesund

Fraktionsvorsitzender der Berliner

AfD, sowie neun weitere Funktionäreaus

der Hauptstadt.

In dem Appell, der der Berliner

Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland) vorliegt, heißt es unter

anderem: „Die AfD ist und wirdkeine

Björn-Höcke-Partei.“ Der Brandbrief

folgt wenigeTage nach dem„Kyffhäuser“-Treffen

des radikal rechten „Flügels“

in der AfD, das am Sonnabend

stattfand. Höcke hatte dortden Bundesvorstand

und die Schiedsgerichte

der AfD attackiert und angedeutet,

selbst für den Vorstand kandidieren

zu wollen. Vonden 800 Besuchern

war er gefeiertworden.

Für Pazderski ging die Kritik am

Bundesvorstand, den Schiedsgerichten

sowie „die Angriffe auf einzelne

Mitglieder“ zu weit. „Außerdem

irritiert uns der übertriebene

Personenkult“, sagte er der Berliner

Zeitung. Das passe nicht zu einer

„basisdemokratischen AfD“. „Lucke

und Petry haben das auch versucht

und sind gescheitert.“

Amtsträger aus mehreren Landesverbänden

hätten nach dem Auftritt

miteinander telefoniert und gemeinsam

den Appell formuliert. Einige,

die um Unterschrift gebeten

wurden, hätten abgesagt –aus taktischen

Gründen. Aus Berlin stehen

acht Mitglieder des Abgeordnetenhauses

sowie die Bezirksvorsitzenden

aus Spandau und Tempelhof-

Schöneberg auf der Liste.„Die Berliner

AfD steht nahezu geschlossen

hinter dem Appell“, behauptet Pazderski.

In dem Appell heißt es: „Mit seiner

Rede beim Kyffhäuser-Treffen

hat BjörnHöcke die innerparteiliche

Solidarität verletzt und ist damit unseren

Wahlkämpfern und Mitgliedern

inden Rücken gefallen.“ Und

weiter: „Wir weisen diese Behauptungen

und Aussagen vonBjörnHöcke

ausdrücklich zurück.“ Als Vorsitzender

in Thüringen sei Höcke nicht

legitimiert, für die Gesamtpartei zu

sprechen. Höcke solle sich in Zukunft

auf seinen Landesverband

konzentrieren.

Vorstand scheut offenen Konflikt

Interessant an dem Appell und der

Unterzeichnerliste ist, dass viele Mitglieder

des Bundesvorstands auch

jetzt den offenen Konflikt mit Höcke

scheuen. Weder AfD-Chef Jörg Meuthen

noch Fraktionsvorsitzende

Alice Weidel oder Bundesvorstandsmitglied

und Fraktionsvize Beatrix

von Storch gehören zu den Erst-Unterzeichnern,

obwohl sie neben Pazderski

die prominentesten Vertreter

des konservativen Lagers in der AfD

sind. Im Herbst werden der Vorstand

der Bundestagsfraktion und der Parteivorstand

neu gewählt. Um in ihren

Ämtern bestätigt zu werden,

können sie es sich mit Höckes Anhängern

nicht komplett verscherzen.

(mit ann.)


Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019 5 *

·························································································································································································································································································

Politik

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (3. v. l.) will EU-Kommissionspräsidentin werden. Im Europaparlament kämpft sie um Stimmen.

DURSUN AYDEMIR/DDP IMAGES

Werbung in eigener Sache

Ursula von der Leyen, Kandidatin für den Posten der EU-Kommissionspräsidentin, hat sich in Brüssel den Abgeordneten des Europaparlaments gestellt

VonDamir Fras, Brüssel

Sie tritt souverän auf, bleibt in

den Details aber vage: Die

designierte EU-Kommissionspräsidentin

Ursula von

der Leyen ist am Mittwoch auf einem

Werbefeldzug in eigener Sache durch

die Fraktionen des Europaparlaments

in Brüssel gezogen. Erst Sozialdemokraten,

dann Liberale, schließlich

Grüne –politisches Speed-Dating

mit Elementen eines Kreuzverhörs.

Am Ende steht fest: Eine Mehrheit bei

der Wahl kommende Woche ist der

CDU-Politikerin auch nach der Charmeoffensivenicht

sicher.

Es ist das erste Mal, dass von der

Leyen öffentlich verrät, was sie machen

will, sollte sie Präsidentin der

EU-Kommission werden und damit

nicht nur Chefin vonmehr als 30 000

Eurokraten, sondernsoetwas wie die

Regierungschefin von Europa. Die

Pläne werden allerdings nur öffentlich,

weil die Liberalen und die Grünen

im Europa-Parlament die Anhörung

online übertragen.

Während der Anhörungen werden

die Umrisse ihres Regierungsprogramms

sichtbar.Von der Leyen will

sich für die Einführung einer CO 2 -

Steuer einsetzen und eine klimaneutraleWirtschaft

bis 2050 schaffen.

Sie will mehr Verteidigungszusammenarbeit.

Eine europäische Armee

soll es jedoch nicht geben, dafür

eine „Armee der Europäer“, in der

die nationalen Streitkräfte enger als

bisher zusammenarbeiten.

Bekenntnis zur Seenotrettung

Vonder Leyen kündigt an, sie wolle

für gemeinsame Regeln bei Asyl und

Einwanderung kämpfen. Es brauche

EU-weite Regeln, wer Anspruch auf

Asyl habe und wer nicht. Zum Streit

über die Kriminalisierung privater

Seenotretter sagt von der Leyen, es

bestehe die Pflicht, Menschen aus

Seenot zu retten.

Die potenziell erste deutsche

Kommissionspräsidentin seit mehr

als 50 Jahren findet, dass Handelsverträge

ein „extrem wichtiges Instrument“

seien, um europäische Werte

und Standards zu verbreiten. Rechtsstaatlichkeit

sei das „Juwel in unserer

Krone“. Auch auf der Agenda der Politikerin:

Es soll Mindestlöhne in allen

Frauen sind in der EU-Kommission

unterrepräsentiert.

Zuletzt waren lediglich 9der

28 EU-Kommissionsmitglieder

weiblich. Ursula vonder

Leyenwill im Fall ihrer Wahl

für ein Geschlechtergleichgewicht

sorgen.

UNGLEICHE GESCHLECHTERVERHÄLTNISSE

Mitgliedsstaaten geben und mehr

Transparenz im EU-Geschäft auch.

Auch will sich von der Leyen dafür

einsetzen, dass es bei der Europawahl

in fünf Jahren ein Spitzenkandidatensystem

mit transnationalen

Listen geben wird. Dann könnte ein

Bewerber nicht nur in seinem Heimatland,

sondern auch in anderen

EU-Staaten gewählt werden.

Noch vor gut einer Woche ahnte

vonder Leyen nicht, dass sie in Brüssel

vorsprechen muss. Die EU-

Männer sollen zukünftig nur

noch die Hälfte der Posten

der EU-Kommissare besetzen.

Als Kommissionspräsidentin

will vonder Leyendie

EU-Länder auffordern, je einen

Mann und eine Frau vorzuschlagen.

Nachfolger für die Verteidigungsministerin

werden

auch schon gesucht. Bis jetzt

sind für das Amt aber nur

Männer ernsthaft im Gespräch,

unter ihnen Jens

Spahn, Peter Altmaier und

Peter Tauber.

Staats- und Regierungschefs haben

die Deutsche überraschend als Kommissionspräsidentin

vorgeschlagen

und damit für Verärgerung im EU-

Parlament gesorgt. Viele Abgeordnete

wollten einen Kommissionschef,

der Spitzenkandidat seiner Parteienfamilie

bei der Europawahl war.

Im Europaparlament spricht von

der Leyen alle Themen an. Sie sagt

nichts Falsches. Drastische Kurswechsel

gegenüber der Politik des

amtierenden Kommissionspräsidenten

Jean-Claude Juncker sind allerdings

nicht erkennbar. AmEnde

des Tages kann sich jede Partei im

Europa-Parlament aus den Aussagen

aussuchen, was ihr gefällt und

was nicht. Jens Geier,der Chef der 16

deutschen SPD-Europaabgeordneten,

sagt nach der Anhörung der

Kandidatin, vonder Leyen habe sich

zu wolkig geäußert. Er will nicht für

die Deutsche stimmen.

Zustimmung noch unsicher

Die Liberalen, die mehrheitlich für

vonder Leyen stimmen dürften, finden,

dass die Aussagen derKandidatin

zu Handelsverträgen einen kräftigen

Applaus wert sind. Sie wollen

sich nach der Anhörung aber –wie

die Sozialdemokraten –auch noch

nicht genau festlegen.

Auch aus der nationalkonservativen,

zum Teil mit Rechtspopulisten

besetzten Fraktion EKR, bei der von

der Leyen am Dienstag zu Besuch

war, kommen Reaktionen. Sie sorgen

für Verwirrung. Der niederländische

Rechtspopulist Derk Jan Eppink

behauptet auf Twitter, von der

Leyen habe sich in der EKR-Fraktion

für eine langsamere Energiewende

und einen sanfteren Umgang

mit Rechtsstaatssündernausgesprochen.

Das kontrastiert mit von der

Leyens Aussagen beiden Liberalen.

Am späten Mittwochnachmittag

steht noch eine große Hürde vor der

Kandidatin von der Leyen. Sie

sprichtbei den Grünen vor. Diewollen

ebenfalls konkrete Zusagen, dass

ihre Inhalte nicht zu kurz kommen.

Die Kandidatin weiß, dass sie sich

hier keine großen Fehltritte erlauben

darf. Aber zum Teil liegen Welten

zwischen den Ideen der Grünen und

jenen der CDU-Frau. Nach der Anhörung

sind die Abgeordneten nicht

zufrieden mit den Antworten von

der Leyens. AmAbend beschließen

die Grünen schließlich, dass sie gegen

die deutsche Kandidatin stimmen

werden. Ein Teil der Werbeoffensive

von der Leyens ist schon

schief gegangen.

Damir Fras findet, dass sich

Ursula vonder Leyenanständig

geschlagen hat.

„Die Belastung darf nicht an die Mieter weitergegeben werden“

Der Chef der Steuer-Gewerkschaft Thomas Eigenthaler über die Grundsteuerreform und darüber,wie Finanzbeamte auf aggressive Reichsbürger reagieren sollten

Die Deutsche Steuer-Gewerkschaft

vertritt die Interessen der

110 000 Beamten und Angestellten in

der Steuerverwaltung. Gewerkschaftschef

Thomas Eigenthaler (61)

über die Grundsteuerreform, Steuerschlupflöcher

und aggressiveReichsbürger.

Herr Eigenthaler, die große Koalition

hat sich auf eine Grundsteuerreform

geeinigt, bei der die Bundesländer eigene

Modelle umsetzen können. Was

heißt das für Eigentümer und Mieter?

Das hängt maßgeblich davon ab,

wie sich die Kommunen verhalten.

Senken sie ihre Hebesätze nicht

deutlich, wird esfür alle teurer. Es

besteht also eine sittliche Verpflichtung,

die Sätze zureduzieren. Aber

selbst dann ist klar, dass bei Anwendung

des Modells von Finanzminister

Olaf Scholz die Steuer bei teuren

Immobilien in begehrten Wohnlagen

kräftig steigen wird. Denn dieses

Modell setzt am Wert an, wenn auch

nur in starkpauschalierter Form.Immobilien

in schlechteren Lagen werden

entsprechend günstiger.

Undwas bewirkt das bayerische Modell,

bei dem nur die Fläche berücksichtigt

wird?

Hier sinkt die Belastung bei teuren

Immobilien, während es im Gegenzug

bei nicht so wertigen HäusernundWohnungen

zu Steuererhöhungen

kommen wird. Denn unterm

Strich sollen die Einnahmen ja

nicht geringer werden.

Damit scheint das Scholz-Modell gerechter,oder

nicht?

Nurauf den ersten Blick. Denn der

Eigentümer kann die Grundsteuer

schließlich auf die Miete umlegen.

Jahrzehntelang war das kein Problem,

weil die Steuer so niedrig war.

Doch eine Grundsteuer, die am Wert

ansetzt, wirkt wie eine ArtVermögensteuer.

Das kann man auf Ebene des

Eigentümers akzeptieren, denn er hat

ja etwas vomWertzuwachs seiner Immobilie.

Aber die Belastung darf ich

dann doch nicht an den Mieter weitergeben,

der vielleicht nur ein geringes

Einkommen hat. Es ist mir rätselhaft,

wie Sozialdemokraten so etwas

zulassen können.

Was muss sich im Steuerrecht Ihrer

Meinung noch ändern?

So banal es klingt: Wir brauchen

ein einfaches und gerechtes Steuersystem.

Es kann doch nicht sein,

dass die normalen Arbeitnehmer

brav ihre Steuern zahlen, während

Internet-Giganten und viele Wohlcherweise

braucht die große Koalition

die Zustimmung der Opposition,

um die für die Öffnungsklausel

notwendige Grundgesetzänderung

durchzusetzen. Grüne und Linkspartei

treten konsequenterweise dafür

ein, die Umlagefähigkeit zu verbieten.

Ich gehe davon aus, dass es

deshalb noch zu einem großen politischen

Geschacher kommt.

Kritiker wenden ein, das

Umlageverbot bringe gar

nichts. Die Eigentümer

würden dann die Grundsteuer

einfach die Kaltmiete

aufschlagen.

So einfach ist das nicht.

Hier greifen Obergrenzen

durch den Mietspiegel, die

Mietpreisbremse und andere

Deckel. Das Argument

ist also nicht stichhaltig.

Thomas

Eigenthaler

Die FDP, die die Koalition für die

Grundgesetzänderung auch benötigt,

will einen Steuerfreibetrag bei der

Grunderwerbsteuer durchsetzen.

Halten Siedas für sinnvoll?

Alle Parteien reden immer darüber,

dass die Bildung von Wohneigentum

gefördertwerden muss.Und

Scholz erklärt sich für nicht zuständig,

weil die Umlagefähigkeit eine

Frage des Mietrechtes ist.

Das ist formal korrekt. Glückliwas

macht der Staat? Wenn eine Familie

eine durchschnittliche Immobilie

kauft, werden erst einmal 30 000

Euro Steuernfällig. DerStaat darfdas

mühsam ersparte Eigenkapital nicht

einfach wegbesteuern. Sonst führt

das dazu, dass sich nur noch die Vermögenden

Eigentum leisten können.

Wasschlagen Sievor?

Die erste Immobilie im

Leben eines Menschen

muss bei der Grunderwerbsteuer

begünstigt

sein. Und eine derartige

Entlastung darf nicht nur

eine Kann-Regelung für

die Bundesländer sein, wie

es die FDP fordert, sondern

ein bundesweit einheitliches

Gesetz. Irgendwann

muss auch mal

Schluss sein mit der Föderalisierung.

DSTG

habende mit Steuergestaltungsakrobatik

nach wie vor ihre Last gegen

null drücken können. Je mehr sie haben,

desto mehr nützt ihnen unser

Steuerrecht mit seinen vielfältigen

Schlupflöchern.

Mitarbeiter in öffentlichen Einrichtungen,

Ärzte oder Sanitäter berichten

verstärkt voneiner Verrohung der

Bevölkerung, von verbalen Attacken

und gewaltsamen Übergriffen. Erleben

die Finanzbeamten das auch?

Die Finanzämter haben nicht

mehr so viel Publikumsverkehr wie

früher, was einen gewissen Schutz

bietet. UndaggressivesVerhalten sind

wir schon seit Jahrzehnten gewöhnt,

da haben wir gegenüber anderen Institutionen

wohl einen gewissen Vorlauf

und sind daher auch erfahrener.

Aber unsere Steuerfahnder und Vollziehungsbeamten,

die vor Ort tätig

sind, müssen mehr aufpassen.

Warum?

Wir haben es in vielen Bundesländernimmer

stärker mit den sogenannten

Reichsbürgern zutun, die

den Staat nicht anerkennen und daher

auch keine Steuern zahlen wollen.

Das ist ein hochideologisches,

sehr aggressives und gewaltbereites

Klientel, weshalb wir unser Verhalten

ihnen gegenüber ändern mussten.

Inwiefern?

Am Anfang wurden die als Spinner

abgetan. Da haben die Kollegen

noch versucht, zu argumentieren

und lieber ein Schreiben mehr zu

schicken. Das hat jedoch nichts gebracht,

es hat im Gegenteil zu noch

mehr Aggression geführt. Jetzt wird

gleich von Anfang an hart durchgegriffen.

Rechtlich korrekt, aber zügig

und ohne Nachsicht.

Welche Möglichkeiten hat das Finanzamt?

Haben wir die Sorge, dass es zu einer

Bedrohung kommt, rücken wir

zusammen mit der Polizei aus.Wird

keine Steuererklärung abgegeben,

schätzen wir die Höhe der Steuern

und pfänden dann entweder Wertgegenstände

in der Wohnung, die

Bankkonten oder das Gehalt. Glauben

Sie mir, gerade Letzteres ist ein

sehr starkes Druckmittel.

DasGespräch führte

Timot Szent-Ivanyi.


6* Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019

·························································································································································································································································································

Wirtschaft

MÄRKTE

NACHRICHTEN

DAX-30 in Punkten

▼ 12373,41 (–0,51 %)

11.4.19

10.7.19

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

▲ 66,75 (+3,42 %)

11.4.19

10.7.19

Euro in US-Dollar

▲ 1,122 (+0,13 %)

Vorerst kein Streik

bei der Lufthansa

Passagiereder Lufthansa und ihres

Ablegers Eurowings müssen für die

kommenden Wochen keine Streiks

fürchten. DieFlugbegleitergewerkschaft

Ufowill sich bei den Vorbereitungen

vonArbeitskämpfen mehr

Zeit nehmen als ursprünglich angekündigt,

sodass Ausstände noch in

der Sommerferienzeit unwahrscheinlich

sind. Diefür die Flugbetriebe

Eurowings und Germanwings

angekündigten Urabstimmungen

sollen zwar noch in diesem Monat

eingeleitet werden. DieGewerkschaft

will den Beschäftigten aber

längereFristen für die Entscheidung

über einen Arbeitskampf einräumen.

(dpa)

11.4.19

Stand der Daten:10.07.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Quelle

10.7.19

Gutachter: Stresstest für

Banken zu lasch

Gewinner

aus DAX und MDAX vom 10.07. zum Vortag

MorphoSys 89,70 +2,93 WWWWWWWWW

1&1 Drillisch 32,04 +2,63 WWWWWWWW

Commerzbank 6,42 +2,51 WWWWWWWW

Fuchs Petrolub Vz. 34,96 +2,10 WWWWWWW

United InternetNA 29,06

Fresenius M. C. St. 67,74

Verlierer

+1,79 WWWWWW

+1,65 WWWWW

aus DAXund MDAX vom10.07.zum Vortag

Kion Group 50,52 WWWWWWWWWWW –3,73

Telefonica Deutschl. 2,39 WWWWWWWW –2,61

LEG Immobilien 105,40 WWWWWW –1,77

Daimler NA 47,02 WWWWW –1,57

Continental 118,22 WWWWW –1,53

ProSiebenSat.1 13,45 WWWWW –1,50

Leitbörsen imÜberblick

52-Wochen Hoch/Tief 10.07. ±% z. 09.07.

Euro Stoxx 50 (EU) –0,23

3549/2909 3501,52

CAC 40 (FR) – 0,08

5630/4556 5567,59

S&P UK (UK) – 0,09

1569/1323 1522,52

RTS (RU) +0,92

1413/1033 1407,64

IBEX (ES) –0,23

9924/8286 9252,90

Dow Jones (US) +0,30

26983/21713 26864,64

Bovespa (BR) +1,69

106353/74275106296,70

Nikkei (JP) – 0,15

24448/18949 21533,48

Hang Seng (HK) +0,28

30280/24541 28193,55

Stx Singap. 20 (SG) +0,07

1643/1350 1625,92

Sparbriefe und

langfristigeAnlagen 5.000 Euro

Kundenkontakt 3Jahre 5Jahre 8Jahre

Crédit Agricole **

ca-consumerfinance.de 1,31 1,41 -

akf bank **

akf.de 1,05 1,20 1,20

VTB Direktbank

vtbdirekt.de 1,00 1,20 1,20

Bank11

bank11.de 1,00 1,20 -

Renault Bank direkt **

renault-bank-direkt.de 1,00 1,20 -

Targobank

targobank.de 0,60 1,10 -

Santander

santander.de 0,60 0,90 1,22

ING

ing.de 0,07 0,12 -

Deutsche Bank

deutsche-bank.de 0,05 0,05 0,05

Postbank

postbank.de - - -

Isbank

isbank.de 1,00 1,15 -

PSD Berlin Brandenburg

psd-bb.de - - 0,40

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 0,01 - 0,01

Berliner Sparkasse

030/86986969 - - -

Sparda-Bank Berlin

030/42080420 - - -

Mittelwert von 80 Banken 0,74 0,92 0,83

*Neukundenangebot

** Einlagensicherung 100.000 Euro

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen

(Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung

Frauenzahlen im Schnitt beim Friseur 9Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Von Burkhard Fraune

Waschen, schneiden –teurer

Friseure verlangen deutlich mehr –Wettbewerb um Mitarbeiter schlägt sich in den Preisen nieder

Von Hannah Wagner

Friseurbesuche werden für

Verbraucher in Deutschland

kostspieliger. Frauen

bezahlten 2018 für einen

Nasshaarschnitt im Schnitt 29,70

Euro und Männer 22,90 Euro, wie

eine jährliche Analyse im Auftrag des

Kosmetikkonzerns Wella zeigt. Damit

ist der Preis bei den Frauen gemessen

am Vorjahr um 9,2 Prozent

gestiegen und bei den Männern um

8,0 Prozent. Für die Erhebung melden

rund 550 Salons regelmäßig

unter anderem ihre Preise und die

Ausgaben ihrer Kunden. Auch der

Zentralverband des Friseurhandwerksbezieht

sich auf diese Zahlen.

Die Preissteigerungen ergäben

sich unter anderem daraus, dass die

Personalkosten und die Ausbildungsvergütungen

gestiegen seien,

sagte Jörg Müller, Hauptgeschäftsführer

des Verbands.„Wirsind genau

wie andere Branchen und vor allem

andereHandwerksbereiche im Wettbewerb

um gute Mitarbeiter,und das

schlägt sich natürlich auch in den

Preisen nieder.“ Der Verband geht

von weiteren moderaten Steigerungen

aus.

Männer gaben 2018 laut der AnalyseproFriseurbesuchdurchschnittlich

22,07 Euro aus,Frauen mit 56,13

Männer: Nach Angaben des

Zentralverbandes des Friseurhandwerks

gehen Männer

häufiger zum Friseur als

Frauen. Sie zahlten daher

insgesamt nicht zwingend

weniger als Frauen. Ein

Haarschnitt für Frauen sei

aufwendiger,eswerde „anders

geschnitten“. Daher

seien die Preise für weibliche

Kunden generell höher.

Wohnung von der Bahn

Das Unternehmen will mit bezahlbaren Mieten neue Mitarbeiteranlocken

TIPP FÜR WEIBLICHE KUNDEN

Frauen: Sei eine Frau nicht

bereit, mehr als ein Mann zu

bezahlen, weil sie ohnehin

einen Kurzhaarschnitt trage,

sollte sie im Eingangsgespräch

mit dem Friseur sagen,

dass sie einen Herrenhaarschnitt

möchte, rät Jörg

Müller,der Hauptgeschäftsführer

des Zentralverbands

des Friseurhandwerks weiblichen

Kunden.

Herrenpreis: Der Friseur

weise sie dann zwar in der

Regel darauf hin, dass der

Ansatz möglicherweise anders

aussehe und die Haare

anders fielen. Stimme die

Frau aber zu, dass es ein

klassischer Herrenhaarschnitt

sein dürfe, zahle sie

auch nur den Herrenpreis,

sagt der Geschäftsführer des

Verbandes.

Euro mehrals das Doppelte.Hier lag

das Plus bei 5,2 Prozent (Männer)beziehungsweise

4,3 Prozent (Frauen).

Frauen lassen sich ihre Haare nicht

nur viel öfter schneiden, sondern

auch mit Farbe behandeln, erklärt

Müller. Ob Blondierung, Tönung

oder Strähnchen: „Frauen fragen

mehr Dienstleistungsarten beim Friseur

nach als Männer.“

In der Friseurbranche, die 2017

rund 7Milliarden Euro Umsatz erzielte,

gehen die Ausbildungszahlen

seit Jahren zurück. Bildeten die Salons

hierzulande2008 noch mehr als

40000Lehrlingeaus,hatsichdieZahl

zehn Jahre später auf unter 21000

fast halbiert, berichtete der Zentralverbands

des Deutschen Friseurhandwerks

jüngst. Zwar sind Friseur

und Friseurin weiter ein beliebter

Ausbildungsberuf. Doch der Branche

macht das Image anstrengender

und schlecht entlohnter Arbeit zu

schaffen.

Gefragt bei Kunden seien Zusatzleistungen,

die über das eigentliche

Friseurhandwerk hinausgingen –ob

schrecken können. Mitarbeiter sollen

deshalb nicht mehr nur übergangsweiseoderwährendderAusbildung

Bahnwohnungen erhalten

können, sondernauch langfristig.

Der Konzern sucht in den nächsten

Jahren Zehntausende neue Mitarbeiter,

und das soll an der Miete

nicht scheitern. Azubis und Dual-

Studenten bekommen etwa in Münchenschonjetztbiszu350EuroMietzuschuss.

900 in der Regel angemietete

Wohnungen hält die Bahn in

Hamburg, Köln, Frankfurt, Mainz,

Stuttgart und München. Für Kurzfristeinsätze

und in der Ausbildung

können Bahnmitarbeiter sie mieten

–inMünchen teilweise für 200 Euro

im Monat, wie die Bahn sogar in Stellenanzeigen

herausstellt.

In München hat der Konzernaber

erstmals auch wieder das Belegungsrecht

für Wohnungen gesichert, die

Beschäftigte langfristig mieten können.

Dieersten Mieter sollen im Dezember

in die 74 neu gebauten Einbis

Vier-Zimmer-Wohnungen im

Stadtteil Bogenhausen einziehen –

für 12 Euro kalt pro Quadratmeter,

was dem Mietspiegeldurchschnitt in

Bestandsverträgen entspricht.

Früher großerImmobilienbesitz

Doch wereineneue Wohnung sucht,

zahlt deutlich mehr. München zählt

für Mieter zu den teuersten Städten

Deutschlands. Bahnvorstand Seiler

sieht das dortige Projekt als „Leuchtturmmit

Modellcharakter“ werden.

Die Bahn war einmal einer der

größten Wohnungsbesitzer im Land.

170000 Wohnungen besaßen Bundesbahn

und Reichsbahn, viele in

Ballungsräumen. Als im 19. Jahrhundert

immer mehr Bahnstrecken in

Deutschland entstanden, hatten die

Betreiber oft auch mietgünstige

Wohnungen für Eisenbahner mit geringem

Einkommen gebaut.

Viele dieser Eisenbahnersiedlungen

gehören heute Immobilienkonzernen.

Denn nachdem die Bahn in

FOTO: HOLGER HOLLMANN/DPA

nun Kopfmassagen oder hochwertige

Getränke, sagte Müller. „Wir haben

im Friseurhandwerk auch eine

Entwicklung, dass man sich mit Spezialangeboten

separiert in einem

hartumkämpften Wettbewerb.“Dies

sei im Premiumbereich sowohl in

Damen- als auch in Herrensalons

„ein absoluter Trend“.

Denn auch bei Männern wächst

laut dem Verbandsgeschäftsführer

das Interesse an Angeboten, die über

das klassische Waschen, Schneiden

und Föhnen hinausgehen. Mankönne

beobachten, „dass auch für Männer

der Friseurbesuch eine Auszeit

sein kann und ist“, sagte Müller.Das

zeige sich etwa im Trend zu Barber-

Shops. „Dass man wirklich sagt:

Okay,man hat dann noch eine Smoking-Lounge,

woman eine Zigarre

raucht oder wo man einen Whisky

verkostet etc.“

Am anderen Endedes Spektrums

gebe es aber leider auch Salons, die

mit niedrigeren Preisen um Kunden

kämpften. Der Zentralverband des

Friseurhandwerks arbeite mit dem

Zoll zusammen, um Lohndumping

in der Branche zu verhindern, sagte

Müller. „Da gibt es sicherlich auch

schwarze Schafe im Markt, gegen die

gehen wir vor. Aber ich glaube, am

Ende des Tages wird sich Qualität

durchsetzen.“

Angesichts knapper Wohnungen

in vielen Städten will die Deutsche

Bahn neue Mitarbeiter verstärkt

mit günstigen Unterkünften locken.

„Bezahlbare Mieten sind für unsere

MitarbeitereingroßesThemageworden“,

sagte Personalvorstand Martin

Seiler der „Süddeutschen Zeitung“.

Der größte deutsche Staatskonzern

will deshalb eine „Wohnraumoffensive“

starten. So will das Unternehmen

mehr Wohnungen für Beschäftigte

anmieten oder durch Belegungsrechte

sichern, zudem soll auf

Bahnflächen gebaut werden. Doch

ein Immobilienkonzern wird die

Bahn so schnell nicht werden.

„Uns ist klar,dass wir damit nicht

morgen und übermorgen fertig sind

und alle Wohnungsprobleme lösen

können“, bekannte Seiler. Die Bahn

hat jedoch bemerkt, dass hohe Mieten

in manchen Großstädten die

dringend benötigten Bewerber abden

Neunzigerjahren von einer Behörde

in ein Unternehmen umgewandelt

worden war, verkaufte sie

Wohnungen in großem Stil. Mieterbund

und Bahngewerkschaften kritisierten

das damals.

Doch so wie private Konzerne wie

BASF will auch die Bahn jetzt selbst

wieder bauen. Siespricht mit Städten

darüber, wie sie ihre Flächen in Bauland

umwandeln kann. „Wir prüfen,

ob wir nicht Park-and-ride-Flächen

erweiternund bebauen oder die Parkplätzeüberbauen

können. Außerdem

wollen wir prüfen, ob auch andere

Flächen im Bahnbesitz geeignet sind,

neuen Wohnraum zu schaffen“, sagte

Seiler.Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums

kämen für Neubau

auch Grundstücke voninsgesamt

knapp 155000 Quadratmetern aus

dem sogenannten Eisenbahnvermögen

infrage. Das ist eine Bundeseinrichtung,

die unter anderem Grundstücke

verwaltet, die nicht mehr von

der Bahn genutzt werden.

Dereuropäische Bankenstresstest

2018 war nach Ansicht vonEU-Gutachternnicht

streng genug. „Die

europäischen Banken hätten beim

Stresstest schwereren finanziellen

Schocks ausgesetzt werden müssen“,

heißt es in einem Bericht des

Europäischen Rechnungshofs.Die

simulierten Szenarien seien milder

gewesen als die realen Schocks der

Finanzkrise von2008. DerTest habe

außerdem nicht überall in Europa

das gleiche Niveau gehabt, bemängeln

die Gutachter.Sosei das Stresslevel

in Ländernmit schwächeren

Volkswirtschaften niedriger gewesen

als in wirtschaftlich stärkeren

Ländern. (dpa)

Messstellen

stehen richtig

70 Messstellenwurdenuntersucht.

DieMessstellen fürStickoxid (NO x )

in Städten sind nach einer Untersuchung

insgesamt vorschriftsmäßig

aufgestellt. Bei66von 70 überprüften

Stationen gab es keine Auffälligkeiten,

drei weitereliefernnach Angaben

des TÜV Rheinland repräsentativeErgebnisse,obwohldie

Standorte

leicht vonEU-Vorschriften abweichen.

Für eine Messstelle im Berliner

Stadtteil Neukölln, die vier Meter

zu nah an einer Kreuzung steht,

empfehlen die Experten zwar Untersuchungen,

schließen die Eignung

aber nicht aus.Unter anderem wurden

alle Messstellen untersucht, an

denen 2017 der zulässige Mittelwert

von40Mikrogramm proKubikmeter

Luft überschritten wurde. (dpa)

Bergbaukonzern soll

Schaden ersetzen

FOTO: WEISSBROD/DPA

Knapp ein halbes Jahr nach dem

verheerenden Dammbruch an einer

Erzmine in Brasilien ist der BergbaukonzernValeerstmals

zur Wiedergutmachung

verurteilt worden. Das

Unternehmen müsse alle Schäden

beheben, ordnete ein Richter in Belo

Horizonte an. Eine genaue Summe

legte er laut einem Bericht des

Nachrichtenportals G1 nicht fest. Er

stellte aber fest, dass zu den Schäden

neben den vielen Todesopfern

auch die negativen Folgen für die

Umwelt und lokale Wirtschaft zählten.

DieJustiz hat bereits Vermögenswerte

vonValeinHöhevon umgerechnet

2,5 Milliarden Euro blockiert.

(dpa)


WELT

NEUHEIT

WOHNLANDSCHAFT Bezug Stoff

grau-schwarz, B/L ca. 200 x285 cm

Inklusive: Rücken echt, Kopfteilverstellung,

Klapparmlehne 22408523

Gegen Mehrpreis: Farbauswahl,

Schlaffunktion, Bettkasten, Zierkissen

Wohnlandschaft

**

Stuhl

je **

499.-

59.-

799.-

Boxspringbett

**

prima

inkl. Topper

inkl. Matratze

inkl.Unterbau

STUHL Bezug Stoff hellgrau o. dunkelgrau

mit Steppnaht, Gestell Metall schwarz

pulverbeschichtet 13304950,-51

ESSTISCH Keramik Marmor-Optik, Gestell

Metall blau/schwarz pulverbeschichtet,

øca. 110 cm, 76 cm hoch 13304949 279,- **

days

BOXSPRINGBETT Liegefläche ca.

160 x200 cm, Bezug Stoff türkis,Kopfteil

mit Knöpfen, Füße Eiche geölt,

bestehend aus:

•Kaltschaum-Topper durchgehend

•Tonnentaschenfederkern-Matratze

mit durchgehendem Kern Härte 2u.3

•2xUnterbaumit Bonnellfederkern

12128851

KISSEN „BLAH“

mit versch. Motiven,

Bezug/Füllung 100 %

Polyester, mit Reißverschluss,

B/L ca.

45 x45cm12839143

12.–

16.7.

2990.-

#

Einbauküche

KISSEN „Lisa“

in versch. Farben, Bezug/

Füllung100 %Polyester,

mit Reißverschluss, B/L

ca. 40 x40cm11830635

Kissen

6.-

Kissen

10.-

WOHNDECKE „Sophia“

in versch. Farben,

60 %Baumwolle,

40 %Polyacryl, mit Fransen,

B/L ca. 150 x200 cm 813293

19,-

EINBAUKÜCHE in der Trendfarbe graphit

für ein anspruchsvolles Kochvergnügen,

ohne Nischenrückwand, Mischbatterie

und Beleuchtung, ca. 245 x300 x305 cm.

017716,11059891, 042681

INKLUSIVE NEFF GERÄTE

Backofen-Set EEK A 1) XB16

Dunstesse EEK D 2) DBBC920N

Kühlschrank EEK A+ 1) K215A1

Geschirrspüler EEK A+ 1) GX1400A

1) Spektrum A+++ bisD E)

2) Spektrum A+ bis F E)

EU-Energie-Kennzeichnung

Zur besseren Einordnung

der Energieeffizienz geben

wir zusätzlich zur EEK das

Spektrum der Produktkategorie

an. Soerkennen Sie

schnell wie sparsam das

Produkt ist.

E

SITZPOUF

in versch. Farben, Bezug

Baumwolle, Füllung 100 %

Polyurethan, øca. 50 cm,

35 cm hoch 12830596

39,-

25%

% 2

20 %

0 % Ohne Anzahlung.

FINANZIERUNG

FINANZIERUNG

UBER 72

MONATE

UBER 72

MONATE

Ohne Gebühren.

F

R1

RABATT

Auf Möbel, Küchen und Matratzen

EXTRA-RABATT

Auf Artikel der Abteilungen Haushalt,Geschenke,

Bettwaren, Gardinen,Leuchten &Teppiche

R2

Höffner Möbelgesellschaft Lichtenberg

GmbH&Co.KGLandsberger Allee320

10365 Berlin,Tel. 030/5 46 06-0

HöffnerMöbelgesellschaftGmbH &Co. KG

Berlin-Schöneberg Sachsendamm20

10829Berlin, Tel. 030/46 04-0

Höffner Möbelgesellschaft GmbH &Co. KG

Schönefeld/Berlin Am Rondell 1

12529 Schönefeld, Tel. 030/37 444-40

Öffnungszeiten:

Mo-Sa 10-20Uhr (Schöneberg &Lichtenberg)

Mo-Sa 10-19Uhr (Schönefeld), www.hoeffner.de

R1) Ausgenommen von dieser Rabattaktion sind alle Artikel aus der Elektroabteilung, Gutscheine und Bücher. Alle an der Aktion teilnehmenden Artikel im Online-Shop und in den Prospektbeilagen werden im Aktionszeitraum bereits reduziert angezeigt und gekennzeichnet. Aktuelle

Prospekte sind unter www.hoeffner.de einzusehen. Weiterhin ausgenommen sind bereits reduzierte Möbel, Küchen und Matratzen oder als Dauertiefpreis gekennzeichnete Artikel. Nicht mit anderen Rabattaktionen kombinierbar. Kundenkartenrabatt ist bereits enthalten. Barauszahlungen

nicht möglich. Gültig für Neukäufe. Gültig bis einschließlich 30.07.2019. R2) Ausgenommen von dieser Rabattaktion sind Möbel, Küchen, Matratzen, Gutscheine, Bücher, alle Artikel aus der Elektroabteilung (nicht ausgenommen sind Leuchten) und Artikel der Marken Leonardo, Silit,

WMF, Lifetime, Emsa und Joop. Alle ander Aktion teilnehmenden Artikel im Online-Shop und in den Prospektbeilagen werden im Aktionszeitraum bereits reduziert angezeigt und gekennzeichnet. Aktuelle Prospekte sind unter www.hoeffner.de einzusehen. Weiterhin ausgenommen sind

als Dauertiefpreis gekennzeichnete Artikel. Nicht mit anderen Rabattaktionen kombinierbar. Kundenkartenrabatt ist bereits enthalten. Barauszahlungen nicht möglich. Gültig für Neukäufe. Gültig bis einschließlich 30.07.2019. F) 0%-Finanzierung bis 72 Monate, ab 1.200€, nach Abzug aller

Rabatte, für Neukäufe möglich. Finanzierung über den Kreditrahmen mit Mastercard ® .Nettodarlehensbetrag bonitätsabhängig bis 10.000€. Vertrags-laufzeit auf unbestimmte Zeit. Gebundener Sollzinssatz von 0% gilt nur für Verfügungen beim kreditvermittelnden Händler, für diesen Einkauf

zeitlich befristet für die ersten 40 Monate ab Vertragsschluss, im Falle nachfolgender Verfügungen befristet auf 3Monate ab Verfügung (soweit entsprechende Mitteilung durch Consors Finanz). Danach und für weitere Verfügungen beim kreditvermittelnden Händler (soweit entsprechende

Mitteilung durch Consors Finanz) gebundener Sollzinssatz 9,47%. Für alle anderen Verfügungen 14,84% (15,90% effektiver Jahreszins). Die monatliche Rate beträgt mind. 2,5% der jeweils höchsten, auf volle 100€ gerundeten Inanspruchnahme des Kreditrahmens, mind. 9€. Angaben

zugleich repräsentatives Beispiel gem. §6a Abs. 4PAngV. Vermittlung erfolgt ausschließlich für den Kreditgeber BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland, Schwanthalerstr. 31, 80336 München. Gilt nicht im Online-Shop. Gültig bis einschließlich 30.07.2019. ** Abholpreis. Lieferung &

Montage deutschlandweit gegen Mehrpreis. Alle Rabatte bereits abgezogen. #Lieferpreis deutschlandweit. Montage gegen Mehrpreis. Alle Rabatte bereits abgezogen. Alle Artikel nur solange der Vorrat reicht. Abgabe nur in haushaltsüblichen Mengen. Alle Angebote ohne Dekoration.


8* Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019

·························································································································································································································································································

Meinung

Politik &Gesundheit

ZITAT

Das Innere der

Kanzlerin

Holger Schmale

findet es gut, dass Angela Merkel

öffentlich über das Zitternspricht.

Keine Frage, das ist eine blöde Sache

mit dem öffentlichen Zittern von Angela

Merkel. Vorallem für sie selbst. Man

kann sich ja gut vorstellen, wie furchtbar

es sich anfühlen muss,wenn sie da in dieser

öffentlichsten aller Situationen steht

und stehen bleiben muss, unzählige Augen

und Kameras auf sich gerichtet.

Wahrscheinlich schon vorher gepeinigt

von der Sorge, dass doch bitte dieses Zitternsie

nun nicht wieder ergreifen möge.

Und genau das passiert dann natürlich,

viele kennen diese Zwangsläufigkeit in

psychisch angespannten Situationen.

Mankann ihr nur wünschen, dass sie tatsächlich

in einem Verarbeitungsprozess

steckt, an dessen Ende das Zitterphänomen

verschwindet.

Aber ist diese wiederkehrende Minuten-Formschwäche

der Kanzlerin nun ein

Politikum? Gewiss nicht. Es gibt keinen

Grund, an Angela Merkels Versicherung

zu zweifeln, dass es ihr ansonsten gut

gehe.Allein darauf kommt es an. Politiker

sind keine Maschinen, sie haben Macken,

Schwächen und Krankheiten wie alle

Menschen. Das kann man nun an Angela

Merkel ganz öffentlich verfolgen. Und sicher

nicht zu ihremVergnügen spricht sie,

die ihr Inneres sonst kaum thematisiert,

öffentlich darüber. Ihr bleibt angesichts

der Offensichtlichkeit des Problems freilich

auch kaum etwas anderes übrig. Dennoch

ist es mehr,als viele anderePolitiker

sich getraut haben. In den USA wundern

sich die Medien darüber, dass die Deutschen

angesichts der Bilder von ihrer

Kanzlerin so ruhig bleiben. Es spricht für

die politische Kultur der Bundesrepublik

und für die Glaubwürdigkeit Angela Merkels,dass

dies trotz der sonst oft so hysterisch

geführten öffentlichen Debatten so

ist. Dabei soll es bleiben.

Online-Handel

Die Hölle der

Warteschleife

Jörg Hunke

findet: Unternehmen müssen besser

mit ihren Kunden kommunizieren.

ImGrunde ist es ganz egal, auf welche

Weise die Konsumenten ihre Online-

Händler nicht erreichen. Weresper Telefon

versucht, landet in der Warteschleife,

wer einen Chat startet, bekommt vorgefertigte

Antworten, die nicht weiterhelfen,

und wer esper Mail probiert, muss Ewigkeiten

auf eine Antwort waren. Willkommen

in der Kommunikationshölle des 21.

Jahrhunderts.

Da ist es fast nebensächlich, ob der

Online-Händler Amazon den Kundenkontakt

per Telefonnummer ermöglichen

muss oder nicht. Der Europäische Gerichtshof

hatte über eine Klage des Verbraucherzentrale-Bundesverbandes

zu

entscheiden. Strittig war, obder vom Unternehmen

angebotene Rückrufservice

ausreicht. Die Richter sind der Meinung,

dass das Angebot genügt. Sie fordern allerdings

eine „direkte und effiziente Kommunikation“.

Undnennen damit den entscheidenden

Punkt. Amazon-Mitarbeiter

machen das mit der effizienten und direkten

Kommunikation übrigens oft gar

nicht so schlecht.

Früher hatten Fachgeschäfte mit ausgebildeten

Fachkräften Vorteile, es entstand

ein Dialog auf Augenhöhe über

Qualität und Langlebigkeit der Produkte.

In der anonymen Internet-Einkaufswelt

mit ihrer Kostenlos-Mentalität fehlt oft

das Bemühen um die Kunden, stattdessen

melden sich nicht selten unwissende

Menschen in Call-Centern, die schon bei

der ersten Nachfrage überfordert wirken.

Vonverbindlicher Kommunikation keine

Spur. Aber genau darum geht es. Obder

Kunde anruft oder angerufen wird, ist

nicht entscheidend. Hauptsache, esentsteht

ein zielführender Dialog zu verbraucherfreundlichen

Zeiten.

Dieser Wegwird ein langer sein.

Umesgleich vorneweg zu sagen:

Die Ergebnisse der Kommission

Gleichwertige Lebensverhältnisse

sind alles andereals beeindruckend.

Denn die Zusagen –insbesondere

die Finanzierungszusagen – entsprechen

nicht jener Größe und Dringlichkeit, mit der

die zuständigen Ministerinnen und Minister

die Aufgabe selbst beschreiben. Das gilt für

die Umstrukturierung der Wirtschaftsförderung,

den Ausbau der digitalen Infrastruktur

und die etwaige Beteiligung an kommunalen

Altschulden. Auch fehlen Absprachen mit

Ländern, Städten und Gemeinden.

DerWertder Kommission besteht im Wesentlichen

darin, dass sie überhaupt existiert

und hoffentlich dauerhaft die Aufmerksamkeit

auf den Umstand lenkt, dass die Ungleichwertigkeit

der Lebensverhältnisse zwischen

Ost und West sowie zwischen Stadt

und Land nicht noch größer werden darf. In

einem Punkt haben die Kabinettsmitglieder

recht: Die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse

ist eine Herkules- und eine

Daueraufgabe.

Die Ost-West-Differenzen sind fast 30

Jahre nach dem Mauerfall unverändert gravierend.

Die Produktivität lag 2017 in den

neuen Ländern einschließlich Berlins bei

durchschnittlich 82 Prozent des Westniveaus;

bei Löhnen und Gehältern sieht es

ähnlich aus. Kein ostdeutsches Flächenland

reicht an das westdeutsche Schlusslicht, das

Saarland, heran. Die Hauptursache ist, dass

93 Prozent der Großkonzerne immer noch

im Westen angesiedelt sind. Krass ist die

Kluft bei den Vermögen. AusDaten der Bundesbank

ergibt sich, dass die Westdeutschen

mit 92 500 Euro im Mittel etwa viermal so

viel besitzen wie die Ostdeutschen mit

23 400 Euro. Dies erklärt auch, warum die

Die Leitung des WDR hat alles richtig gemacht.

Da sind sich der Intendant und

sein Programmdirektor einig mit dem AfD-

Vertreter im Rundfunkrat. Dessen Resümee

zur Sitzung des Gremiums am vorigen Freitag

zitiert der Pressedienst epd: In der Sendung

„Hartaber fair“ vom1.Juli hat„Herr Junge unserePartei

gut vertreten, und Herr Plasbergist

einfach nur fair gewesen.“ So fair, dass sich

der Moderator beinahe noch beim rheinlandpfälzischen

Landesvorsitzenden für möglicherweise

unangenehme Fragen entschuldigt

hätte, esaber bei der Bemerkung beließ,

der AfD-Funktionär habe die Talkshow hoffentlich

nicht als Tribunal empfunden.

So viel Rücksicht wurde selten im öffentlich-rechtlichen

Fernsehen im Umgang mit

Propagandisten vom rechten Rand geübt.

Müssen wir uns darauf einstellen, dass §11

des Staatsvertrags für Rundfunk und Telemedien

jetzt stets unter der Maßgabe zu interpretieren

ist, dass auch die AfD mit all ihrer

Demokratieverachtung, ihrem latenten

Rassismus, ihren Hasstiraden als Teil der

„freien und öffentlichen Meinungsbildung“

im öffentlich-rechtlichen Rundfunk als Gleiche

unter Gleichen erscheinen sollte?

Ich teile die Ansicht des Medienwissenschaftlers

Lutz Hachmeister, der generell infrage

stellt, ob das Format Talkshow geeignet

ist, komplexe politische Prozesse abzubilden.

Die seit Jahren forcierte Talk-Inflation habe

nicht zu einem höheren Grad der Erkenntnis

beitragen können, weil die Zuschauer lediglich

Zeugen einer Simulation seien, einer

Lebensverhältnisse

Deutsche

Kluft

Markus Decker

findet, dass der Staat abgehängten Regionen im Osten helfen

kann und muss –über Wahlzyklen hinaus.

Angst vor dem sozialen Abstieg im Osten

größer ist –und erklärtdamit unter Umständen

manche Wahlergebnisse.

Trotzdem ist Landflucht in Teilen Bayerns

ähnlich verbreitet wie in Nordrhein-Westfalen.

Undauch im Hochsauerland verlässt jeder

dritte Schulabgänger die Heimat. In Ostdeutschland

spielt sich das Ganze lediglich

auf einem anderen Niveau ab. Die Provinzen

der neuen Länder haben in den vergangenen

Jahrzehnten mancherorts so viel Substanz gelassen,

dass bestimmte demografische Prozesse

fast nicht mehr korrigierbar sind.

Das wiederum sollte den alten Ländern

eine Lehre sein. Nein, man wird das Rad der

Deindustrialisierung, der Automatisierung

der Landwirtschaft und der Verstädterung

KOLUMNE

Talkshows

und

Politik

Klaus Staeck

Grafiker und Verleger

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

nicht zurückdrehen können. In Ostdeutschland

könnten noch Jahrzehnte vergehen, bis

Unternehmenaus sich heraus so starkgewordensind,

dass sie mit westdeutschen Konzernen

mithalten können. Gleichwohl lässt sich

vonstaatlicher Seite eine Menge tun.

Erstens ergeben sich aus dem Wandel hin

zur Dienstleistungsgesellschaft in Zeiten der

Digitalisierung Chancen. Online lassen sich

mancherlei Arbeiten irgendwo erledigen.

Voraussetzung sind allein schnelle und verlässliche

Internetverbindungen – an jeder

Milchkanne.Zweitens muss gerade die Bundesregierung

bei der Schaffung neuer oder

der Verlagerung bestehender Bundesbehörden

wirklich Ernst machen. Die Entscheidung

des Bundesbildungsministeriums, die

Pilotanlage zur Batteriezellforschung ausgerechnet

im starken Münsterland zu errichten,

war mindestens heikel. Hier trifft zu, was

Familienministerin Franziska Giffey sagte:

Die Starken müssen abgeben. Drittens sollten

Städte undGemeinden –unterstützt von

Bund und Ländern–geradejunge Menschen

wo möglich auf dem Land halten. Das gilt

nicht zuletzt für junge Frauen,die meist besser

ausgebildet und flexibler sind. Die Kommunen

haben da Gestaltungschancen, vorausgesetzt,

sie haben Geld.Womit wir bei der

Übernahme vonAltschulden wären.

Die Kommission ist auch eine Frucht der

Bundestagswahl 2017, bei der AfD-Wahlergebnisse

demonstrierten, was passiert, wenn

Regionen abgehängt sind oder sich abgehängt

fühlen. Dass die Kommission im Vorfeld

der Landtagswahlen in Brandenburg,

Sachsen und Thüringen einen „Plan für

Deutschland“ präsentiert, ist kein Zufall. Sie

dürfte indes nur Erfolg haben, wenn Strukturpolitik

finanziert wird und Wahlzyklen überdauert.

Sonst kann man es gleich lassen.

Scripted Reality. Zur eigentlichen Werkstatt

der Politik, wo Staatssekretäre, Lobbyisten

und Ministerialbeamte als Machtträger agieren,

wo Gesetzegeschaffen werden, haben die

Showmaster mit ihren Talk-Gästen so gut wie

keinen Zutritt. Seit es die AfD gibt, bekommt

sie die Rolle des Bösewichts zugewiesen, die

sie gern übernimmt, weil sie die größte Aufmerksamkeit

beim Publikum garantiert. So

entsteht die paradoxe Situation, dass ausgerechnet

jene Partei,die dem öffentlich-rechtlichen

System die Existenz streitig macht, dieses

ausgiebig zur Propaganda und zur Eigenwerbung

nutzen kann. Da die schwarz-weißen

Parolen der AfD schlagkräftiger

daherkommen als politisch ausgewogene Argumentationen,

zumal sich unter den Bedingungen

der Großen Koalition Zuspitzungen

der Kontrahenten im Rahmen halten, ist sich

der rechte Rand der vollen Aufmerksamkeit

des Publikums gewiss.

„Wer sich einbilden kann, für ,dasVolk‘ zu

sprechen, kann sich auch einbilden, eigene

Überzeugungen nicht mehr begründen zu

müssen (…) es muss nur demokratisch wirken,

was wahrhaft autoritäres Denken ist“,

schrieb dieser Tage die Publizistin Carolin

Emcke über die „rationale und normative

Entleerung“ des Talkshow-Formats. Da es

Konflikte eher inszeniere, alsdieWirklichkeit

abzubilden, trage es zur weiteren Polarisierung

der Gesellschaft bei.

Daswurde am 1. Juli im „Ersten“ beispielhaft

vorgeführt. Junges Prinzip ging auf: nicht

auf kritische Fragen antworten, sondernThesen

in den Raum werfen, andenen sich die

Runde abarbeiten sollte.Eslohnt sich, mal einen

Blick auf Junges berufliches Vorleben zu

werfen. In seiner Offizierslaufbahn war der

Oberstleutnant bis zuletzt als Expertefür psychologische

Kampfführung im ZentrumOperative

Kommunikation der Bundeswehr im

Einsatz. Dessen Auftrag unter anderem: Einwirken

auf Streitkräfte und Bevölkerung gegnerischer

Staaten. Gelernt ist gelernt.

„Wir lebten anfangs

vonder Hand in den Mund,

aber es hat uns geerdet.

Es ist so wichtig,

geerdet zu sein.“

Paul Smith, britischer Modedesigner

und inzwischen 73 Jahre alt, war zu Beginn

seiner Karriere bettelarm. Damals, mit Anfang 20,

musste er seine Mutter, seine Frau, deren zwei Kinder

und obendrein mehrere Tiere versorgen.

AUSLESE

Das Duell

und der Brexit

ImRennen um die Nachfolge der britischen

Premierministerin Theresa May

haben sich die Kandidaten BorisJohnson

und Jeremy Hunt am Dienstagabend bei

einer TV-Debatte einen harten Schlagabtausch

geliefert. Hunt, der amtierende

Außenminister, warf seinem Rivalen und

Amtsvorgänger vor, beim Brexit nichts als

„blinden Optimismus“ zu bieten. Johnson

sagte, es habe beim Thema Brexit

schon zu viel Defätismus gegeben.

Der Londoner Independent kommentiert:

„Leider sah Boris Johnson nicht aus

wie ein Premierminister, und er klang

auch nicht so. Erritt ständig auf seiner

Zeit als Bürgermeister von London

herum. Aber das war zu einer Zeit, in der

er eine Art progressiver pro-europäischer

Tory war und seine Überzeugungskraft

weit wichtiger war als seine spärlichen Regierungsaufgaben.

Die Downing Street

wirdanders sein.“

Das Skanska Dagbladet aus Schweden

urteilt:„Als Bürgermeister vonLondon war

Johnson einigermaßen beliebt, aber Großbritannien

aus der EU zu führen, ist eine

ungleich schwierigereAufgabe.“

Und die russische Regierungszeitung

Rossijskaja Gaseta schreibt: „Johnson hat

offenbar verstanden, dass ein Ausweg

ohne Einigung sein Haupttrumpf im

Kampf um das Amt des Premierministers

ist. (...) Es ist längst sichtbar, dass die Briten

–vor allem die Konservativen –essatt

haben, endlos darauf zu warten, dass ihr

Land die EU verlässt.“ Bettina Cosack

PFLICHTBLATT DER BÖRSE BERLIN

Chefredakteur: Jochen Arntz.

Mitglied der Chefredaktion: Elmar Jehn.

Newsdesk-Chefs (Nachrichten/Politik/Wirtschaft): Tobias Miller,

Michael Heun, Michaela Pfisterer.

Textchefin: Bettina Cosack.

Newsroom-Manager: Jan Schmidt.

Teams:

Investigativ: Kai Schlieter.

Kultur: Harry Nutt.

Regio: Arno Schupp, Karim Mahmoud.

Service: Klaus Kronsbein.

Sport: Markus Lotter.

Story: Christian Seidl.

Meinungsseite: Christine Dankbar.

Seite 3/Report: Bettina Cosack.

Die für das jeweiligeRessortanerster Stelle Genannten sind

verantwortliche Redakteure im Sinne des Berliner Pressegesetzes.

Reporterin: Sabine Rennefanz.

ArtDirektion: Annette Tiedge.

Newsleader Regio: Sabine Deckwerth, Stefan Henseke, Susanne Rost.

Newsleader Sport: Matthias Fritzsche, Christian Schwager.

Hauptstadtredaktion: Gordon Repinski (Ltg.), StevenGeyer (Stv.).

RND Berlin GmbH, GF: Wolfgang Büchner,Uwe Dulias.

Autoren: Joachim Frank, Holger Schmale, Dieter Schröder,ArnoWidmann.

Istanbul: Frank Nordhausen,

Moskau: Stefan Scholl, Paris: Axel Veiel,

Rom: Regina Kerner,

TelAviv: Anja Reich, Washington: KarlDoemens.

Redaktion: Berliner Newsroom GmbH, Berlin24 Digital GmbH,

Geschäftsführung: Aljoscha Brell, Alte Jakobstraße 105, 10969 Berlin

Lesertelefon: 030-63 33 11-457, E-Mail: leser-blz@dumont.de

Berliner Verlag GmbH Geschäftsführer:Jens Kauerauf.

Postadresse 11509 Berlin. Besucher:Alte Jakobstraße 105,

Telefon: (030) 23 27-9; Fax: (030) 23 27-55 33;

Internet: www.berliner-zeitung.de.

Vertrieb: BVZ Berliner Lesermarkt GmbH, KayRentsch.

Leserservice Tel.: (030) 23 27-77, Fax: (030) 23 27-76

www.berliner-zeitung.de/leserservice

Anzeigen: BVZ BM Vermarktung GmbH (BerlinMedien), Andree Fritsche.

Postfach 11 05 06, 10835 Berlin;

Anzeigenannahme: (030) 23 27-50; Fax(030) 23 27-66 97

Es gilt Anzeigenpreisliste Nr.30, gültig seit 1.1.2019.

Druck: BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH, Am Wasserwerk 11,

10365 Berlin, Internet: www.berliner-zeitungsdruck.de

Die Berliner Zeitung erscheint sechs Mal in der Woche. Bezugspreis monatlich

45,90 €einschl. 7% Mehrwertsteuer,außerhalb vonBerlin und Brandenburg

49,50 €; AboPlus, inklusiveStadtmagazin tip 54,19 €(nur in Berlin und

Brandenburg). Bezugspreis des Studentenabonnements monatlich 27,60 €,

außerhalb vonBerlin und Brandenburg 28,50 €. Das E-Paper kostet monatlich

29,99 €einschl. 7% Mehrwertsteuer.Der Preis für Studenten beträgt monatlich

18,99 €.Im Fallehöherer Gewalt und bei Arbeitskampf (Streik/Aussperrung)

besteht kein Belieferungs- und Entschädigungsanspruch. Erfüllung und

Gerichtsstand Berlin-Mitte. Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder Fotomaterial

wird keineHaftung übernommen.

Die Auflageder Berliner Zeitung wird vonder unabhängigen Informationsgemeinschaft

zur Feststellung der Verbreitung vonWerbeträgerngeprüft.

Die Berliner Zeitung ist die reichweitenstärkste Abonnementzeitung Berlins

und erreicht laut Mediaanalyse 2018 in Berlin und

Brandenburg täglich 274 000 Leser.


Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019 – S eite 9 *

·························································································································································································································································································

Berlin

Abschied

von

Artur Brauner

Seite 15

Wiedringend Charlottenburg-Wilmersdorf einen Mietendeckel braucht Seite 12

WasBerlin zum 30. Jahrestag des Mauerfalls plant Seite 13

Stadtbild

Bochums

Botschafter

JanScheper

trauertumHelmut, der immer

an den Sieg glaubte.

Helmut Schmidt ist tot. Er hat bis

zum Schluss geraucht. Er war

allein und wollte es so.Ein Staatsbegräbnis

bekommt er nicht. Dennoch,

Helmut war der dienstälteste

Botschafter in Berlin –des einzigen

VfL-Bochum-Fanklubs in der Stadt.

Er war ein wandelndes Vereinslexikon,

hat alle Auf- und Ab- und Wiederaufstiege

seit den 70er-Jahren

miterlebt, beide Pokalendspiele

1968 und 1988, die legendären Uefa-

Cup-Spiele, aber zumeist unzählige

verkorkste Spielzeiten. Doch Helmut

war kein Pessimist.

Den blau-weißen Migranten aus

Westfalen, die sich seit Langem an

Zweitliga-Spieltagen im Junction

Café in Kreuzberg treffen und sich

über den VfL ärgern, wird erfehlen.

Sehr sogar. Fehlen werden seine

Anekdoten. Etwa die von einem

längst vergessenen Auswärtsspiel in

München, als Helmut nach Abpfiff in

einer frisch eröffneten Imbissbude

landete. Feil geboten wurden „labberige

Brötchen und dünne Frikadellen“.

Er war der Meinung, so ein

Konzept könne sich hierzulande

„niemals durchsetzen“. Es war damals

der erste McDonalds im Land.

Eine andere Szene spielte im Bochumer

Schauspielhaus. Hier besiegte

Helmut „nicht mehr ganz

nüchtern und mit einer Hand“ den

aufstrebenden Jungdarsteller Herbert

Grönemeyer in einem legendärenMatch

am Kicker.Helmut konnte

stundenlang über die 80er- und

90er-Jahre feixen, über ebenso raue

wie lustige Auswärtsfahrten und

ausgetrunkene Samstage, ganz

gleich, ob die Jungs von der Castroper

Straße erfolgreich waren oder

nicht. Fehlen wird sein keckes, vom

Tabakrauch angesengtes Lachen,

sein verwischtes Vereinstattoo auf

dem Unterarm, seine windschiefe

Nase. Aber vor allem sein Optimismus,von

dem er nie den VfL, aber zu

oft sich selbst ausnahm.

Lag der VfL bereits zur Pause

deutlich hinten, raunte Helmut in

der Regel ein:„Dat ham wir heute gebraucht“

in die verärgerte, desillusionierte

Zuschauerrunde. An den

Tagen, an denen er recht behielt –es

waren einige –und die Kneipe nach

einer famosen zweiten Halbzeit sang

und feierte,sah man ihn zumeist für

einen zufriedenen Moment still vor

seinem Bier sitzen.

Helmut Schmidt war ein Fußballfan,

der in der Hauptstadt verloren

ging. Und wir Bochumer, die wir

gerne hier leben, sind traurig. Wenn

wir uns an Helmut erinnern, sagen

wir leise seinen Lieblingssatz und sehen

ihn lächeln: „Alles außer Bochum

ist scheiße!“

Wird den Bochum-Fans in Berlin fehlen:

Helmut Schmidt .

BOCHUMER BOTSCHAFT

Die Neuköllner Ben Kies und Bella Berg am Ufer des Landwehrkanals. Hier stehen die ersten Bänkevon „Benching Berlin“.

Die Guerilla-Bänke

Das Projekt „Benching Berlin“ schafft mit Sitzgelegenheiten kleine Kiez-Oasen und will wachsen

VonAnnika Leister

Das neuste Werk von Bella

Berg und Ben Kies wiegt

nur ein paar Kilo, hat 15

Euro gekostet –und soll

dem ganzen Kiez ein neuer Sitzplatz

sein. Die kleine Holzbank haben sie

am Tagzuvor zusammengezimmert,

jetzt tragen die beiden sie am Ufer

des Landwehrkanals entlang. Die

Aussicht auf den Kanal ist malerisch,

Ruderer ziehen ihreBahnen, im Hintergrund

wölbt sich die Lohmühlenbrücke

über das Wasser. Doch auf

300 MeternStrecke am Ufer entlang:

keine Bank, keine Sitzgelegenheit.

Berg und Kies wollen das ändern.

Sie wollen den Berlinern die schönen

Ecken ihrer Stadt zurückschenken,

Ecke für Ecke,Bank für Bank. Zu

oft dominierten gewerbliche Angebote

den öffentlichen Raum, sagt

Berg. Dabei sei es doch gerade in

Berlin, der Stadt mit den großen Gehaltsunterschieden,

wichtig, Orte für

alle zu schaffen. Auch für jene, die

sich den Latte Macchiato im Café

nicht jedenTagleisten können –oder

wollen.

Die Bezirke selbst stellten Bänke

zu oft an absurdunattraktiven Orten

auf, mitten an großen Straßen und

Kreuzungen. An schönen Plätzen –

wie am Landwehrkanal –habe man

hingegen manchmal das Gefühl, als

sollten die Menschen ferngehalten

werden, sagt BenKies.

Seit MärzzimmernBergund Kies

deswegen in ihrer Freizeit Bänke,

sammeln Holz aus Sperrmüllhaufen

auf der Straße, bereiten es auf, hämmernund

nageln. Zehn Sitzgelegenheiten

haben sie bereits aufgestellt –

alle rund um den Landwehrkanal, in

Neukölln und Kreuzberg. „Benching

Berlin“ haben sie ihr Projekt genannt,

auf gleichnamigen Accounts

in den sozialen Medien teilen sie Fotos

ihrer Arbeit. Als nächstes wollen

sie in andereStadtteile expandieren,

Wedding und Prenzlauer Berg stehen

ganz oben auf der Liste.

Am liebsten, so stellen sich Berg

und Kies das vor, soll ihr Projekt

wachsen, sich verselbstständigen in

Berlin, unabhängig vonihnen selbst:

Über Instagram und Twitter sollen

Nutzer Stellplätze für Bänke in ganz

Berlin empfehlen, jeder kann Holz

spenden, jeder kann selbst Bänke

bauen. „Jeder soll mitmachen können“,

sagt Bella Berg.

Die 15-Euro-Bank, die sie heute

aufstellen, könnte zur Universal-

Vorlage für Neueinsteiger werden. Es

ist eine der ersten, die sie nicht aus

altem Holz gebaut haben, sondern

aus Latten aus dem Holzmarkt. „Wir

wollten sehen, wie teuer das wird“,

so Berg.Ergebnis: 15 Euro.Den Bauplan

wollen sie in den nächsten Wochen

kostenlos ins Netz stellen.

Platzmangel in der eigenen WG

hat Ben Kies vor drei Jahren auf die

Idee mit dem Bankbau gebracht: In

seiner Wohnung gab es weder Balkon

noch Garten. Doch die Mitbewohner

wollten draußen beisammen

sitzen, reden, Bier trinken. Also

zimmerte Kies seine erste Bank,

stellte sie vor der Tür auf – und

machte damit nicht nur die Mitbewohner,

sondern viele Nachbarn

glücklich. Ein neuer Kiez-Treffpunkt

im Kleinen war geschaffen.

Auch jetzt macht Kies regelmäßig

die Runde und checkt die Bänke,die

bereits aufgestellt wurden. Dann

finde er darauf: Neuköllner Jungs,

Spanier, die Geburtstag feiern und

Rentnerinnen, die nach dem Einkaufen

eine kurze Rast einlegen.

„Bisher waren alle begeistert“, sagt

Kies. Noch nicht ein negatives Feedback

habe es gegeben –auch nicht

vomBezirks- oder Ordnungsamt.

Die Ämter hatten „Benching Berlin“

bisher nicht auf dem Schirm.

Doch das hat sich jetzt geändert. Sicher

werfe das Projekt Haftungsfragen

auf, heißt es.Wer kümmere sich

um die Instandhaltung? Wer hafte,

wenn eine Bank zusammenbreche

und sich jemand verletze? Doch den

Spielverderber will bei diesem partizipativen

Projekt bisher niemand geben.

Florian Schmidt, Stadtrat in

Friedrichshain-Kreuzberg, sagte der

Berliner Zeitung, dass die Initiative

zeige,wie viel Potenzial die „kreative

Gestaltung vonAufenthaltsmöglichkeiten

im öffentlichen Raum“ noch

habe.Und auch im Bezirksamt Neukölln

ist man entspannt: So lange die

Verkehrssicherheit nicht gefährdet

oder Pflanzen zerstört würden, so

ein Sprecher, „haben wir kein Problem

damit“.

35-Jähriger bei Live-Stream niedergeschossen

Der Mann saß in seinem Spätkauf, als die Killer kamen und eine Waffe zogen. Geraubt wurde nichts

VonP.Debionne und E. Richard

Der Inhaber eines Spätkaufs in

der Goethestraße in Charlottenburgist

in der Nacht zu Mittwoch

niedergeschossen und lebensgefährlich

verletzt worden. Dass es ein

Raub war, ist unwahrscheinlich. Sowohl

die Kasse als auch Wertgegenstände

wurden liegengelassen. Die

Hintergründe hängen möglicherweise

mit dem kurdisch-türkischen

Konflikt im syrischen Grenzgebiet

zusammen. Der Mordanschlag

wurde livebei Facebook übertragen,

das Video liegt dieser Zeitung vor.

Darauf ist zu sehen, wie der 35-

jährige Nezar M., ein syrischer Kurde,

in der Nacht zu Mittwoch in seinem

kleinen Späti in Charlottenburg sitzt.

Der Mann ist mit seinem Laptop in

eine live imInternet übertragene Videokonferenz

eingeloggt. Dabei geht

es um die Forderung der Kurden nach

einem eigenen Staat sowie die damit

verbundenen Konflikte.

Um kurz vor Mitternacht hebt

Nezar M., nachdem er mehrere Minuten

geredet hat, den Kopf und

blickt sich verblüfft um –offenbar zu

einigen Personen, die gerade das Geschäft

betreten haben. Wie viele es

sind, ist nicht zu sehen. Dann hört

man eine arabische Stimme zweimal

sagen: „Drück jetzt ab, drück jetzt

ab!“ Anschließend sind zwei laute

Detonationen zu hören, vermutlich

Schüsse.Nezar M. brüllt auf Deutsch

mehrfach laut um Hilfe. Wenig später

bricht das Video ab.

Die Polizei bestätigte am Mittwoch,„dass

ein Mann in einem Spätkauf

in Charlottenburg eine lebensgefährliche

Schussverletzung erlitt“.

Der Schwerverletzte sei noch in der

Nacht notoperiert worden, sein Zustand

sei nun stabil. Zu den Tätern

wurde nichts gesagt.

SABINE GUDATH

Aus dem Umfeld des Opfers hieß

es am Mittwoch, man vermute „eine

politisch motivierte Tat“. Nach Recherchen

der Berliner Zeitung soll

das Anschlagsopfer bis vorzehn Jahren

junge kurdische Kämpfer in Syrien

militärisch ausgebildet haben.

Nezar M. zeigte sich im Internet politisch

zuletzt sehr aktiv,fast immer in

Bezug zur Kurdenfrage.

Laut Polizei sind die Hintergründe

der Tat„noch unklar“. DieErmittlungen

unter Federführung der

fünften Mordkommission und der

Staatsanwaltschaft gingen derzeit

„in alle Richtungen“.

NACHRICHTEN

Mietvertrag für Clärchens

Ballhaus gekündigt

Clärchens Ballhaus in Mitte,seit fast

106 Jahren eine Institution des Berliner

Nachtlebens,steht voreiner ungewissen

Zukunft. DerRBB berichtete,dass

der neue Eigentümer den

Mietvertrag für die Immobilie in der

Auguststraße zum Jahresende gekündigt

hat. Ob dies das Ende des Tanzlokals

und Restaurants bedeutet oder

ob der Betrieb nach einer Sanierung

im nächsten Jahr weitergehen kann,

blieb am Mittwoch unklar. (BLZ)

Hanfplantage auf Parklets in

Bergmannstraße entdeckt

Unbekannte haben auf Parklets in der

Bergmannstraße Cannabis angebaut.

Eine Polizeistreife entdeckte die illegalen

Plantagen beiderseits der Fahrbahn

mit mehr 225 Jungpflanzen am

Mittwoch undbeschlagnahmte diese

umgehend. Parklets sind Podeste mit

Bänken und Pflanzkübeln, die auf

früheren Parkplätzen am Straßenrand

aufgestellt worden sind. (dpa)

Stickoxid: In Neukölln muss

andersgemessen werden

DieMessstellen für gesundheitsschädliches

Stickstoffdioxid sind

nach einer TÜV-Untersuchung insgesamt

vorschriftsmäßig aufgestellt.

Beibundesweit 66 von70überprüften

Einrichtungen gab es keine Auffälligkeiten.

In Berlin erfüllen fünf

der sechs Messstellen die Vorgaben.

DerMesscontainer an der Silbersteinstraße

in Neukölln, der bis 2010

den Anforderungen entsprach, steht

nach aktuellem Maßstab etwas zu

nah am Rand der Straße,weil der

Gehweg nur 3,50 Meter breit ist. Er

erfülle aber alle anderen Vorgaben,

so der Senat. DieAbweichung werde

vomTÜV als geringfügig und vernachlässigbar

eingeschätzt, teilte er

mit. „Die gesetzeskonforme und

qualitativ hochwertige Überwachung

der Luftgüte im Berliner

Stadtgebiet ist gesichert.“ (dpa)

Neuer Beauftragter für

Antidiskriminierung ernannt

DieBerliner Schulen bekommen einen

neuen Antidiskriminierungsbeauftragten.

DerLehrer und Vorstandschef

der Kreuzberger Initiativegegen

Antisemitismus (KIgA)

Dervis Hizarci übernimmt die Position

ab August. Dasgab die Bildungsverwaltung

am Mittwoch bekannt.

Bildungssenatorin Sandra

Scheeres (SPD) würdigte Hizarci als

„angesehenen Antidiskriminierungs-Experten

und engagierten

Pädagogen mit hoher interkultureller

Kompetenz“. Hizarci folgt auf Saraya

Gomis,die nach rund drei Jahrenihren

Rückzug erklärthatte,

ohne Gründe zu nennen. (dpa)

Der neue Antidiskriminierungsbeauftragte

der Schulen: Dervis Hizarci BLZ/OTTO


10 * Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019

·························································································································································································································································································

Bezirke

Flüchtlingsunterkunft schließt

Die Einrichtung für geflüchtete

Menschen in

der Container-Unterkunft

in der Buchholzer Straße in

Französisch Buchholz wird

zum Herbst geschlossen.

Die 400 dort untergebrachten

Menschen werden in

andereUnterkünfte umziehen.

„Ich bin froh, dass die

Bewohner aus dem Tempohome

in angemessenereEin-

Französisch Buchholz

richtungen umziehen können“,

sagt Bezirksbürgermeister

Sören Benn (Die

Linke) dazu.

Die Container seien aufgrund

zahlreicher Baumängel

nicht für eine längerfristige

Unterbringung von

Menschen geeignet. Die abgeschirmte

Lage am Stadtrand

habe vielen das Ankommen

erschwert. (mw.)

Reinickendorf

Impfpflicht für Masern

Reinickendorfs SPD-Fraktion

fordert eine Impfpflicht

für Kinder und Jugendliche

gegen Masern. Einen

entsprechenden Antrag

haben die Sozialdemokraten

in die Bezirksverordnetenversammlung

eingebracht.

„Trotz der bisherigen Aufklärungskampagnen

gibt es immer

noch zu viele Impflücken

bei Kindern und Ju-

gendlichen“, so die Begründung.

Nicht geimpft zu sein,

bedeute eine erhebliche Gefahr

für das eigeneWohlergehen,

vor allem aber auch für

andere Menschen, die aufgrund

ihres Alters oder gesundheitlicher

Einschränkungen

nicht geimpft werden

können. Der Antrag ist

am 13. August Thema im Gesundheitsausschuss.

(nm.)

So nachhaltig ist der Kiez

Ausschnitt aus der Kiezmappe

der Studenten.

RZE

Wedding

Nachhaltigkeit steht bei

vielen Gastronomen

und Gewerbetreibenden im

Wedding hoch im Kurs. Wo

diese zu finden sind, verrät

eine Kiezkarte,die Studenten

der Beuth Hochschule im

Rahmen des Seminars „Projektlabor

Zukunft & Nachhaltigkeit“

erstellt haben. Die

Karteist zu finden unter

www.weddingweiser.de (kr.)

Druck auf Investor

Die Entwicklung rund um

den Kranoldplatz sorgt

für Unruhe im Kiez. Drei

große Gewerbe- und Miet-

Immobilien hat der Investor

Harald Huth in jüngster Zeit

aufgekauft. Anwohner und

Gewerbetreibende befürchten,

dass dort ein Monopol

entsteht, das gewachsene

Wohn- und Gewerbestrukturen

bedroht. Auch wenn

Lichterfelde-Ost

Huths Immobilien-Holding

HGHI derartige Pläne verneint.

DasThema beschäftigt

jetzt die Bezirkspolitik. Die

SPD setzt sich dafür ein, dass

Veränderungen am Kranoldplatz

sozialverträglich ausfallen

und bewährte Strukturen

erhalten bleiben. Huth wird

aufgefordert, bei einer öffentlichen

Veranstaltung Stellung

zu beziehen. (nm.)

Spielen mit der Polizei

Der neue Spielplatz am

Lichtenrader Damm

201 hat, wie –viele weitere

Spielplätze imBezirk auch –

ein Motto. Indiesem Fall ist

es „Polizei“, da der Spielplatz

in der Nähe des Polizeiabschnittes

47 liegt. Gebaut

wurde er im Zuge eines Projektes

von Auszubildenden

des Straßen- und Grünflächenamtes.

Es mussten

Schöneberg

800 Kubikmeter Beton und

Oberboden abgetragen und

fachgerecht entsorgt,

400 Quadratmeter Pflanzfläche

und 500 Quadratmeter

Wege erneuertwerden.

Für neue Spielgeräte

wurde das Areal um noch

einmal 100 Quadratmeter erweitert.

Die Kosten für den

Neubau der Anlage betragen

173 400 Euro. (sara.)

Bauteile aus dem 3D-Drucker

DPA/PAUL ZINKEN

DieDeutsche Bahn setzt inzwischen auch

bei betriebsrelevanten Metallteilen auf

3D-Druck. Rund fünf Prozent aller Ersatzteile

sollen künftig auf dieseWeise vonden

Zulieferern produziert werden, teilte das

Unternehmen am Mittwoch in Berlin mit.

Zugleich führte die Deutsche Bahn derartige

Bauteile vor. Auf dem Foto zieht ein

Bahn-Mitarbeiter in Berlin gerade eine

Schraube an einem Bauteil fest, das in einem

3D-Drucker hergestellt wurde. Die

Bahn lässt auf diese Weise schon seit längerer

Zeit Plastikteile wie Kleiderhaken

produzieren.

Milieuschutz für zwei Gebiete

Das Bezirksamt hat die

Aufstellung von sozialen

Erhaltungsverordnungen,

besser bekannt als „Milieuschutzgebiete“,

für die

Gebiete „Altstadt/Neustadt“

sowie „Wilhelmstadt“ beschlossen.

Die Beschlüsse

umfassen rund 3200 Wohngebäude

mit 30 000 Wohnungen

und 44 000 Einwohnern.

(nm.)

Spandau

Blick in Spandaus Altstadt

ULF TEICHERT

Bezirk nutzt Vorkaufsrecht

Zum zweiten Mal hat das

Bezirksamt Treptow-Köpenick

das Vorkaufsrecht im

Sinne der Milieuschutzordnung

ausgeübt. Der ursprüngliche

Käufer des

Haus in der Firlstraße 31 in

Oberschöneweide hatte die

Möglichkeit zur Unterzeichnung

einer Abwendungsvereinbarung

nicht genutzt. In

der Folge gehen die 21 Woh-

Oberschöneweide

nungen jetzt in das Eigentum

der landeseigenen

Wohnungsbaugesellschaft

Degewo über, die das

Grundstück stellvertretend

für den Bezirkerworben hat.

Damit sei gewährleistet,

dass die Mieten den Anteil

von mindestens 30 Prozent

des jeweiligen Haushaltsnettoeinkommens

nicht

überschreiten dürfen. (ylla.)

Tanzen: Radialsystem, Dock11

und das Verlin sind Veranstaltungsorte

vonPlataforma Berlin.

DasFestival für Tanz, Performance,Installation

und Videotanz

beginnt am 18. Juli. Im

Fokus der Künstler und Kulturschaffenden

aus der iberoamerikanischen

Region stehen

Themen wie der Amazonas-

Regenwald, Brasilien, Frauen

und Rechte der Ureinwohner.

TERMINE

Puppenspiel: „Des Kaisers neue

Kleider“ steht vom16. bis

21. Juli auf dem Programm des

Figurentheaters „Grashüpfer“

im TreptowerPark. DasAndersen-Märchen

handelt voneinem

Kaiser,der sich vonzwei

Betrügernfür viel Geld neue

Gewänder weben lässt. Empfohlen

wirddieses Puppentheaterstück

für Kinder im Alter

vondreibis bis zehn Jahren.

Neugründung: Nach einem Jahr

des Experimentierens mit Ausstellungen

und öffentlichen

Veranstaltungen eröffnet das

Times ArtCenter Berlin (TACB)

nun seinen permanenten

Standortinder Brunnenstraße

9. Es ist die erste parallele Einrichtung,

die voneinem chinesischen

Kunstmuseum (Guangdong

Times Museum) in

Übersee gegründet wurde.

Die Berliner Zeitung berichtet aus den BezirkeninZusammenarbeit mit dem Berliner Abendblatt.

Freiluftkino im Körnerpark

Auch in diesem Sommer

gibt es wieder Kino unter

freiem Himmel im Körnerpark.

Die Vorführungen finden

am 19. und 26. Juli sowie

am 2. und 9. August, jeweils

ab 21 Uhr, an der Ecke Jonasstraße/Selkestraße

statt. Am

19. Juli startet die Reihe mit

dem deutschen Spielfilm „In

den Gängen“. Bei schlechtem

Wetter finden die Vor-

Neukölln

führungen in der „Werk-

Stadt“, Emser Straße 124,

statt. Darüber informiertdas

Quartiersmanagement Körnerpark.

Der Eintritt ist frei,

Spenden sind willkommen.

Weitere Informationen zum

Freiluftkino gibt es im Internet.

Das komplette Programm

gibt es im Internet

unter www.qm-koernerpark.de

(nm.)

Karriereinder

Hauptstadtregion

Nutz die Jobbörsefür Berlinund Brandenburg!

www.berliner-jobmarkt.de


Neuburger Fleischkäse

gebacken, aus Rind- und

Schweinefleisch hergestellt,

im Stück zum Braten oder

als Aufschnitt, besonders

schmackhaft

100g

Kerrygold Cheddar

irischer Hartkäse, pikanter Geschmack,

50% Fett i. Tr.

100g

Milram

Frühlings- oder Gewürzquark

versch. Sorten und Fettstufen

100g =0,33

200g Becher

Kalbsschnitzel

1| 79

0| 66

aus der Kugel geschnitten, besonders

zart und saftig

100g

Niederlande

EDEKA

Minirispentomaten

Kl. I, 1kg =2,50

400g Schale

1| 00

versch. Sorten

1kg =1,76

500g Becher

0| 79 Lätta

Dr. Oetker

Ristorante Pizza, Piccola oder

Flammkuchen

versch. Sorten,z.B.: Salame 320g,

Flammkuchen, Elsässer Art 265g

1kg =5,59/6,75

Packung

Deutschland

Bauers Beste Salatherzen

Kl. I

2er Packung

0| 49

Salami in Scheiben, versch. Sorten

100g =1,39

80g Packung

Wiltmann Genießer-Teller

0| 88 1| 11

1| 79

0| 99

Senseo Pads

Kaffeespezialitäten, versch.Sorten,

z.B.: Senseo Classic 16er 111g, 100g =1,34

Beutel

oder Jacobs

Crema Pads

versch. Sorten

100g =1,42

105g Beutel

Rinderrouladen,

Rinderschmorbraten

oder Rindergulasch

aus derKeule,gereifte

Markenqualitätvom

deutschen Jungbullen,

besonderszart und

lecker

1kg 7| 99

Deutschland

Kulturheidelbeeren

Kl. I, 100g =1,00

200g Schale

1| 99

Nestlé

Schöller Multipack Eis

versch. Sorten, z.B.: Kaktus 405ml

1l =4,32

Packung

1| 75

Classic

Kaffeegenuss mit

vollem Aroma,

gemahlen,

versch. Sorten

1kg =6,98

500g Packung

Dallmayr

1| 49 3| 49

=tiefgefroren

Knorr

Grill- und

Würzsaucen

versch. Sorten

100ml =0,28

250ml Flasche

Fix-Produkte

versch. Sorten,

z.B.: Chili con

Carne 37g

100g =1,32

Beutel

0| 69 Knorr

0| 49

Bahlsen Leibniz Butterkeks

versch. Sorten, 100g =0,51/0,33

150/230g Packung

oder Choco Leibniz

Leibniz Butterkeks mit

Schokolade, versch. Sorten

100g =0,62

125g Packung

0| 77

Schloss

Königstein Sekt

versch. Sorten

1l =3,72

0,75l Flasche

ALTER PREIS 2,89

2| 79

Pilsner Urquell

Bierspezialität aus Tschechien, +3,10

Pfand

1l =1,30

20x0,5l

Flasche

versch. Sorten

1l =12,84

0,7l Flasche

12| 99 Bacardi

+ Gratis

6er Tr äger

Beim Kauf einer Flasche Bacardi

8| 99 Gut&Günstig Cola

6x1,5l Flasche

im Wert von 2,34€

Sie zahlen nur den anfallenden

Flaschenpfand von 1,50€

Valensina

Fruchtsäfte

oder Nektare,

versch. Sorten,

pfandfrei

1l PET-Flasche

0| 99

Diese Artikel sind in den mit dieser Werbung gekennzeichneten Märkten erhältlich. Alle Angebote gültig bis Samstag 13.07.2019, KW 28. Wir haben uns für diesen Zeitraum ausreichend bevorratet. Bitte entschuldigen Sie wenn die Artikel auf Grund der großen

Nachfrage dennoch im Einzelfall ausverkauft sein sollten. Abgabe in häuslichen Mengen. Für Druckfehler übernehmen wir keine Haftung. EDEKA Markt Minden-Hannover GmbH, Wittelsbacherallee 61, 32427 Minden. Alle weiteren Informationen der Firma und

Anschrift Ihres EDEKA-Marktes finden Sie unter www.edeka.de/marktsuche oder unter der Telefonnummer 0800 7242 855 (kostenfrei aus dem dt. Fest- und Mobilfunknetz).

Alle Angebote schon

am Sonntag!

edeka.de/newsletter

Mehr Infos auf

fb.com/edeka

oder edeka.de


12 * Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019

·························································································································································································································································································

Berlin

Reinhard Naumann (SPD),

Bezirksbürgermeister von

Charlottenburg-Wilmersdorf,

empfängt in seinem

Dienstzimmer im Rathaus Charlottenburg.

Vorder Tür brausen Lastwagen,

Autos und Busse über die

Otto-Suhr-Allee. Die Zunahme des

Verkehrs macht dem Innenstadtbezirkbesonders

zu schaffen. Genauso

wie Wohnungsknappheit und steigende

Mieten. Zu beiden Problemen

hat Naumann eine klareHaltung.

Herr Naumann, wenn Siejemandem

einen Ort zeigen sollten, der typisch

für Charlottenburg-Wilmersdorfist –

wo würden Siehingehen?

Zum Rüdesheimer Platz. Dort ist

abzulesen, wie schon zur vorletzten

Jahrhundertwende durch eine kluge

Planung ein lebenswertes Stadtviertel

entstanden ist. Mit Häusern im

Landhausstil, kleinen Geschäften

und Restaurants, einer attraktiven

Grünfläche und einem U-Bahnanschluss.Heute

ist der Platz natürlich

auch wegen des Weinfestes in den

Sommermonaten ein Anziehungspunkt

über die Bezirksgrenze hinaus.

Der Rüdesheimer Platz ist nicht

mitten drin in der Stadt, aber von

dort ist der Kudamm nur ein paar

Minuten entfernt. Und ins Umland

ist es auch nicht weit.

Die New York Times hat den Ort im

Jahr 2015 sogar als einen der schönsten

Flecken Europas bezeichnet.

Ja, damals waren alle Europa-

Korrespondenten aufgerufen, ihre

Plätze zu benennen. Und der

Deutschland-Korrespondent hat

dann die Rüdesheimer Straße genannt.

Waszunächst zu Irritationen

führte, aber dann war sehr schnell

klar, dass nur der Platz gemeint sein

kann. Einanderer Ort, den ich zeigen

würde, wäre der Breitscheidplatz.

Das Herz der City-West. Weil der Ort

genauso wie der Rüdesheimer Platz

für die Vergangenheit, die Gegenwartund

die Zukunft steht.

Viele Bürger, selbst in Wilmersdorf,

sehen der Zukunft mit Sorgen entgegen.

Sie fürchten, die Miete irgendwann

nicht mehr aufbringen zu können.

Überrascht Siedas?

Nein, überhaupt nicht. Ich bin ja

2011 erstmals Bürgermeister geworden.

Und bereits im Wahlkampf

habe ich mitbekommen, dass viele

Mieter in Sorge sind, ob sie sich ihre

Wohnung in Zukunft noch leisten

können. Mittlerweile reicht diese

Verunsicherung bis in die Mittelschicht.

Das, was wir jetzt erleben, ist

das Ergebnis einer kontinuierlichen

Entwicklung. Bedauerlicherweise

sind die Mittel auf bezirklicher

Ebene beschränkt. AufLandesebene

sind sie etwas größer. Aber letztlich

müsste auf Bundesebene deutlich

mehr für die Mieter getan werden.

DieProbleme in Berlin sind genauso

in anderen Großstädten wie Hamburg,

Frankfurtund München zu finden.

In der Mehrzahl der deutschen

Kleinstädte sieht es aber anders aus.

Deswegen gibt es bislang keinen

Druck für eine bundesweite Lösung.

Wasmüsste sich ändern, damit sich

die Mieter sicher fühlen können?

Wir brauchen den Mietendeckel.

Es würde vielen Menschen helfen,

wenn die Mieten für fünf Jahre eingefroren

werden. Wir vollziehen in

Berlin auf dem Wohnungsmarkt ja

gerade nach, was München und andere

Großstädte schon kennen. Der

große Unterschied zu München,

Köln und Frankfurtist, dass die Kaufkraft

in Berlin sehr viel geringer ist.

Von daher ist die Mietentwicklung

hier nochmal zusätzlich hart. Der

Mietendeckel würde uns in die Lage

versetzen, die nächsten fünf Jahrezu

nutzen, um den Neubau preiswerter

Wohnungen voranzutreiben.

Wo ist dieVerdrängungsgefahr besonders

groß?

In den ersten beiden Milieuschutzgebieten:

Hier hinter dem

Rathaus auf der Mierendorffinsel,

und im Bereich der Charlottenburger

Altstadt rund um den Gierkeplatz.

Wenn ich einen Wunsch äußern

könnte, würde ich weite Teile

Berlins innerhalb des S-Bahn-Rings

zu einem einzigen Milieuschutzgebiet

erklären. Mindestens.

„Wir

brauchen den

Mietendeckel“

Reinhard Naumann, Bürgermeister

von Charlottenburg-Wilmersdorf, über

die Angst der Menschen vor steigenden

Wohnkosten –und die Perspektiven

rund um Breitscheidplatz,

Kudamm und Bahnhof Zoo

„Wir brauchen den Mietendeckel. Es würde vielen Menschen helfen, wenn die Mieten für fünf Jahre eingefroren werden“, sagt Reinhard Naumann.

DieDeutsche Wohnen, größter privater

Vermieter in Berlin, möchte in

Westend Wohnungen abreißen, um

anschließend neu zu bauen. Der Bezirksteht

dem kritisch gegenüber.Wie

ist der Stand?

Wirhaben nach längerem Warten

ein Antwortschreiben der Deutsche

Wohnen erhalten, in dem sie die Bereitschaft

für Gespräche bekundet.

Zugleich sieht sie wenig Veränderungsspielräume.

Meine Einschätzung

ist, dass die Argumente weitgehend

ausgetauscht sind. Jetzt muss

eine Verständigung erfolgen.

Wofür sind Sie?

Klar ist: DieStadt braucht zusätzlichen

Wohnraum, der vor allem bezahlbar

sein muss.Aufgrund der Bodenpreise

mangelt es daran bei uns

in der City-West. Ohne Kompromisse

geht es nicht. Und: Kompromisse

können sich nicht nur in eine

Richtung orientieren, zur Maximierung

von Rendite-Vorstellungen. Es

geht aber auch nicht, dass diejenigen,

die in den bestehenden Wohnungen

leben, am Ende alles so belassen

wollen, wie es ist. Dasist nicht

fair gegenüber den Wohnungssuchenden.

Daserleben wir gerade am

Beispiel der Cornelsenwiese in Wilmersdorf.

Das Bezirksamt hat trotz

Protesten der Anwohner entschieden,

das Bebauungsplanverfahren

weiterzuführen. Letztlich wird die

BVV dann im Bebauungsplan entscheiden,

was aus der Wiese wird.

Dasist im Herbst zu erwarten.

„ “

Verstehen Sie die Kritik der Anwohner,die

um das Grün kämpfen?

Ja,ich habeVerständnis dafür,dass

die Mieter vor Ort sich ihren Status

Quo erhalten möchten. Aber ich erlebe

eben auch in jeder Bürgersprechstunde,

dass Menschen Wohnungen

suchen. Auch junge Familien. Unddas

bereitet mir zunehmend Sorge. Es gibt

die einen, die etwas haben und daran

festhalten wollen, und die anderen,

die suchen und nichts finden. An der

Stelle nehme ich die Gefahr einer Entsolidarisierung

in unserer Gesellschaft

wahr. Und das kann ich nicht akzeptieren.

Lassen

Sie uns

über Berlin

reden

Bürgermeister

spezial

Reinhard Naumann,58Jahre alt, ist gebürtiger Berliner.Der Jurist, der sein zweites Staatsexamen

mit dem Schwerpunkt Staats- und Verwaltungsrecht ablegte, amtiertseit 2011 als Bezirksbürgermeister

in Charlottenburg-Wilmersdorf. Seinen Bezirk kennt er vonKindesbeinen

an. Seit 1963 wohnt er in Charlottenburg,woeramSchiller-Gymnasium Abitur machte.

Mitglied in der SPD wurde Naumann schon 1979. Nach seinem Eintritt in die Partei war er

bei den Jusos und zeitweise auch Landesvorsitzender der Schwusos, der Vereinigung der Lesben

und Schwulen innerhalb der Sozialdemokratischen Partei. Naumann unterstützt als Fördermitglied

unter anderem den Verein Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde.

Zuletzt sind in Ihrem Bezirk jährlich

5000 Haushalte dazu gekommen.

Wiemacht sich das bemerkbar?

Wir erleben die Folgen der wachsenden

Stadt auf besondere Weise,

weil wir ein wirklich tolles Angebot

an Kitas und Schulen haben. Das

führt dazu, dass sich viele aus den

Nachbarbezirken in die U-Bahn

oder S-Bahn setzen und zum Beispiel

unsereOberschulen besuchen.

Dasist nicht neu, aber der Trend verstärkt

sich. Da ist man schnell in der

Debatte über das stadtweite Wahlrecht

einerseits und die Versorgungspflicht

für die Bezirkskinder

andererseits. Ich prognostiziere,

dass die Debatte darüber an Intensität

noch zunehmen wird. Wirspüren

die Folgen der wachsenden Stadt

aber auch beim Thema Mobilität:

Die Busse sind voll, S- und U-Bahnen

sind voll, jedenfalls im Berufsverkehr.

Hier finde ich, haben wir

noch keine optimale Lösung gefunden.

Ich sage mal so ein Stichwort

wie Park-and-ride-Parkplätze auch

jenseits der Landesgrenzen. Da passiertmir

viel zu wenig. Undauch innerhalb

Berlins.

Am Olympiastadion gibt es viele

Parkplätze. Die könnten zum Park

and Ride genutzt werden.

Man könnte sicherlich einen Teil

derWest-Ost-Pendler dortparken lassen,

aber das muss die Senatssportverwaltung

entscheiden. Aber mittelfristig

bin ich mir sicher, werden wir

die Stadtdebatte darüber führen

müssen, inwiefern Autofahren von

Außen in die Innenstadt, und damit

meine ich den Kern der Innenstadt,

weiter kostenfrei sein darf.

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

Siewerben für eine City-Maut?

Jedenfalls sollte man darüber diskutieren.

Ichbin zwar kein Verkehrspolitiker,aber

ich bin auch Bürger des

Bezirks. Und als Bürger des Bezirks

nehme ich wahr, dass sich die Lebensqualität

wegen unnötiger Zufahrten

von Außen immer mehr verschlechtert.

Ichweiß, dass ist kein populäres

Thema, aber die Prognosen

sagen uns insbesondere durch den

wachsenden Online-Handel noch

mehr Lieferverkehr voraus. Ich bin

vorhin selber mit dem Bus gefahren

und habe gesehen, wie Lieferwagen

auf der Busspur den Verkehr behindern.

Dieses Verstopfungs-Szenario

stresst zusehends mehr Menschen,

inklusivedie Busfahrer.Daist meines

Erachtens wieder die Bundesebene

gefordert. Sie muss durch höhere

Bußgelder dafür sorgen, dass die Verkehrsregeln

nicht ständig missachtet

werden. Dann sind wir beim nächsten

Punkt: Es muss auch kontrolliert

werden. Deswegen bin ich ein Fan

davon, die Ordnungsämter zu verstärken.

Insgesamt wünsche ich mir

vorallem einen gesamtgesellschaftlichen

Diskursinder Stadt, wie wir im

öffentlichen Raum zu mehr gegenseitiger

Rücksichtnahme und zu mehr

Respektkommen.

Der Online-Handel ist generell eine

Konkurrenz für die Geschäftsstraßen.

Wiebegegnen Siedem Problem?

Aus Sicht der Wirtschaftsförderung

kann ich nur sagen, wir müssen

Tauentzien und Kudamm, aber auch

Einkaufsstraßen wie die Wilmersdorfer

Straße klug weiterentwickeln.

In derWilmersdorfer Straße sind wir

in der Diskussion mitden ansässigen

Geschäftsleuten. Durch mehr Sauberkeit

wollen wir die Aufenthaltsqualität

erhöhen. Sinnvoll war, dass

wir in der Wilmersdorfer Straße vor

Jahren die furchtbare Überdachung

abgerissen haben. Das hat zu einem

Aufschwung geführt. Jetzt stehen wir

vorder Notwendigkeit zu überlegen,

was ich ausdrücklich gut fände, die

Fußgängerzone über die Schillerstraße

bis zur Bismarckstraße zu erweitern.

Dann könnte man vom U-

Bahnhof Wilmersdorfer Straße bis

zur Bismarckstraße durch die Fußgängerzone

laufen. Die Frage ist jedoch

auch, was den Bürgernqualitativ

geboten wird. Da sehen wir mit

Spannung der Modernisierung der

Arkaden entgegen.

Im Gespräch ist jetzt auch, dass der

Tauentzien und der Kudamm bis

zum Adenauerplatz autofrei werden.

Washalten Siedavon?

Die Diskussion ist spannend.

Wichtigist mir, dass alle Betroffenen

–vor allem auch die Anwohnerschaft

– einbezogen werden. Persönlich

kann ich mir zunächst eine temporäreTestphase

vorstellen, um Erfahrungen

zu sammeln. Denn es sind

dabei viele Aspekte gegeneinander

abzuwägen.

Die AGCity setzt sich dafür ein, dass

in der City-West weitere Hochhäuser

entstehen. Können Sie sich das vorstellen?

Als Sozialdemokrat bin ich jetzt

nicht die Speerspitze, wenn es

darum geht, überall maximale Renditen

zu sichern. Aber für mich ist

völlig klar, dass die Entwicklung im

Kernbereich der City-West weiter in

die Höhe gehen sollte. Für mich ist

nur die Frage, wound wie wir in die

Höhe bauen. Für das Gebiet rund

um den Hardenbergplatz und die

Hertzallee hat allerdings der Senat

das weitere Verfahren an sich gezogen.

Darüber sind wir nicht glücklich.

Wir warten jetzt auf die Benennung

der Rahmenbedingungen und

auf das Hochhaus-Leitbild, um dann

als Stadtgesellschaft das Pro und

Kontrazudiskutieren.

Es gibt verschiedene Initiativen, die

Autobahn A100 zu überbauen. Wie

stehen Siedazu?

Wirsindwirklich froh, dass so gut

wie alle Fraktionen dieFrage derAutobahn-Überdeckelung

unterstützen.

Es ist sinnvoll, dadurch ein

Stück Qualitätinder Stadtzurückzugewinnen.

Skeptisch stehe ich dagegen

Überlegungen des Bundes gegenüber,wie

er dasAutobahn-Kreuz

am Funkturm umgestalten möchte.

Dassoll nach den ersten Überlegungen

in bis zu 20 Jahren völlig anders

aussehen, vorallem zulasten der benachbarten

Siedlung Eichkamp. Da

werden wir mit dem Bund noch

streiten müssen. Was eruns bisher

durch eine beauftragte Gesellschaft

als Szenarien präsentierthat,das hat

bei uns bezogen auf die dort lebenden

Menschen Entsetzen und Ablehnung

hervorgerufen.

Wasplant der Bund denn?

Er plant hochgestockt eine weitere

Autobahnausfahrt, wodurch

sich das Verkehrsaufkommen im Bereich

der Siedlung Eichkamp stark

erhöhen würde.

Ganz in der Nähe des Funkturms

steht das ICC seit Jahren leer.

Dasist ein Sündenfall der Berliner

Politik. Woanders würde man Millionen

an Marketingausgaben ausloben,

um eine Marke wie das ICC zu

etablieren. Hier überlässt man das

Haus einfach ungenutzt sich selbst.

Dasist aus Sicht des Bezirks wirklich

verheerend.Wir wünschen uns,dass

das ICC für das Messe- und Kongressgeschäft

hergerichtet wird und

hoffen auf Unterstützung durch das

Abgeordnetenhaus. Ich freue mich,

dass der Senat den nächsten Schritt

in Richtung Sanierung des ICC jetzt

getan hat –und das Interessenbekundungsverfahren

für das ICC vorantreibt.

Seitens des Bezirks ist die

klare Erwartung, dass das ICC ein

kluges Konzept erhält und so schnell

wie möglich wieder eröffnet wird.

Wasist die größte Aufgabe in Ihrem

Bezirkinden nächsten zehn Jahren?

Ich wünsche mir, dass das friedliche

Miteinander auch in zehn und 15

Jahren noch so positiv wahrnehmbar

ist wie jetzt. Neben bezahlbarem

Wohnraum und kluger Mobilität ist

aus meiner Sicht die Integration der

zu uns geflüchteten Menschen und

der vielen Kulturen, die schon bei uns

zu Hause sind, eine der größten gesamtgesellschaftlichen

Herausforderungen.

Diesen Integrationsprozess

zu befördern,ist mirein persönliches

Anliegen. Deswegen haben wir als

erster Bezirkein Integrationsbüroeröffnet,

dassich darumkümmert. Und

ich wünsche mir, dass sich in zehn

Jahren nicht nur Paul undLisaimöffentlichen

Dienst wiederfinden, sondernauchMehmetund

Ayse.

DasGespräch führte Ulrich Paul.


Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019 13 *

·························································································································································································································································································

Berlin

GSG9 jetzt

in Berlin

stationiert

Elite-Einheit wird für

Anti-Terror-Kampf trainiert

Die GSG9 hat seit diesem Monat

einen Standort in Berlin. Der

Spezialkräfteverband der Bundespolizei

wird im Zuge dieser Erweiterung

außerdem um ein Drittel vergrößert,

berichtet das ARD-Hauptstadtstudio.Wie

viele Angehörige die

Eilte-Einheit in Berlin stationierthat

und wo sie untergebracht sind, hält

die Bundespolizei aus taktischen Erwägungen

geheim. DieGSG9 mache

grundsätzlich keine konkreten Angaben

zu Größe und Ausstattung.

Fest steht, dass eine von insgesamt

vier GSG9-Einheiten dauerhaft

in Berlin stationiert wird. Vorerst

kommen die Spezialkräfte in einem

Provisorium unter.Die Bundesregierung

hatte bereits im Juni mitgeteilt,

dass der endgültige Standort inder

Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne nicht

vordem Jahr 2026 bereitstehe.Inabsehbarer

Zeit soll der Berliner Verband

zunächst in der Julius-Leber-

Kaserne untergebracht werden.

Keine akute Gefahr eines Anschlags

Die Entscheidung, einen Teil der

GSG9 in Berlin anzusiedeln, sei nicht

auf eine unmittelbare Gefahrenlage

zurückzuführen. Die Bundespolizei

reagiere, so der ARD-Bericht, auf die

Entwicklung der europäischen Sicherheitslage

in den vergangenen

Jahren. Viele Terroranschläge würden

in Hauptstädten verübt. Dieislamistischen

Attentate in Frankreich

hätten außerdem gezeigt, dass sich

die Polizei für Szenarien rüsten

müsse,indenen Angreifer an mehrerenOrten

gleichzeitig zuschlagen.

Die GSG9-Einheit in Berlin soll

für den Einsatz nach Anschlägen

ausgebildet werden, bei denen biologische,

chemische, nukleare oder

radioaktive Substanzen verwendet

wurden. Dass auch Anschlagszenarien

mit Giftstoffen realistisch sind,

wurde im vergangenen Jahr deutlich:

In Köln-Chorweiler war im Juni 2018

ein Islamistenpaar verhaftet worden,

das mutmaßlich einen Anschlag mit

hochgiftigem Rizin geplant hatte.

Die GSG 9ist die einzige Spezialeinheit

der Polizei, die auch im Ausland

eingesetzt werden darf. Sie

kommt im Anti-Terror-Kampf, aber

zum Beispiel auch bei Razzien zum

Einsatz. Ihr Hauptstandort ist Sankt

Augustin bei Bonn. Dies soll sich

auch durch den Teilumzug nach Berlin

vorerst nicht ändern. (mow.)

Als die Mauer löchrig wurde: DDR-Bürger strömen am 11. November 1989 durch den neuen Grenzübergang an der Bernauer Straße in den Westteil der Stadt.

Ein Festakt für den Mauerfall

Das Abgeordnetenhaus setzt mit Veranstaltungsserie zum 30-jährigen Jubiläum im Herbst eigene Akzente

VonStefan Kruse

Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls

plant Berlin einen

großen Aufschlag. Rund um

das historische Datum gibt

es unzählige Veranstaltungen. Das

Abgeordnetenhaus will an einem besonderen

Orteigene Akzente setzen.

Mit einer Filmreihe, Gesprächsrunden,

Führungen, Ausstellungen

und anderen Veranstaltungen erinnert

das Abgeordnetenhaus in den

kommenden Monaten an den Mauerfall

am 9. November vor30Jahren.

Höhepunkt ist ein gemeinsamer

Festakt mit dem Senat am 8. November,

wie Parlamentspräsident Ralf

Wieland am Mittwoch mitteilte. Die

Präsidentin der ersten freigewählten

DDR-Volkskammer, Sabine Bergmann-Pohl,

hält im Plenarsaal die

Festrede.

Vier Tage zuvor erinnern Zeitzeugen

wie die frühere Bundesbeauftragte

für die Stasi-Akten, Marianne

Birthler,andie große Demonstration

auf dem Alexanderplatz am 4. November

1989. Hunderttausende forderten

damals Freiheit und Demokratie.

ImAnschluss an die Diskussion

ist ein Konzertmit Uschi Brüning

und GerhardSchöne geplant.

Während beide Termine nur auf

Einladung beziehungsweise vorheriger

Anmeldung zugänglich sind, gibt

es auch zahlreiche Angebote für alle

Berliner. So befragen Schülerzeitungsredakteure

am 2.September

den Bundestagspräsidenten Wolfgang

Schäuble über die Zeit des

Mauerfalls.Der Politiker war damals

Bundesinnenminister und 1990

maßgeblich am Zustandekommen

des Einigungsvertrages beteiligt. Für

den 7. September lädt das Abgeordnetenhaus

zu einem Tagder offenen

Tür ein, bei dem sich unter anderem

die früheren Regierenden Bürgermeister

Eberhard Diepgen (CDU)

und Walter Momper (SPD) an die

Zeit vonWende und Mauerfall erinnern.

Bereits ab August sind Interessierte

–nicht zuletzt junge Leute –im

Rahmen vonWorkshops zur fotografischen

Spurensuche rund um das

Abgeordnetenhaus eingeladen. Das

Gebäude,das früher Sitz des preußischen

Landtags war, befand sich

später jahrzehntelang im Grenzgebiet

an der Mauer im Ostteil der

Stadt. Der Gropius-Bau nur wenige

Meter auf der anderen Straßenseite

gehörte zum Westteil.

Dies soll auch die Open-Air-Ausstellung

„Mauerbilder“ vom 18. September

bis zum 20. November dokumentieren.

Wieland rief alle Berliner

„Das Abgeordnetenhaus befindet sich

an einem sehr markanten Ort des

Zusammenwachsens. Nur hat er nicht die

Prominenz wie der Checkpoint Charlie

oder das Brandenburger Tor.“

Ralf Wieland, Präsident des Abgeordnetenhauses

auf, dafür private Fotos zurVerfügung

zu stellen, die das Gebäude oder seine

Umgebung in der Zeit der Teilung

oder des Mauerfalls zeigen. Wersolche

Fotos besitzt, kann sich an das

Referat für Öffentlichkeitsarbeit des

Parlaments wenden. Es ist unter der

Telefonnummer 23 25 10 62 zu erreichen

und per E-Mail unter oeffentlichkeitsarbeit@parlament-berlin.de.

DPA/WOLFGANG KUMM

Während der Reihe „Dienstagskino“

werden vom 1.Oktober bis zum 12.

November Filme zur friedlichen Revolution

und zum Mauerfall gezeigt.

Nach den Worten Wielands sollen

die Angebote des Abgeordnetenhauses

die Veranstaltungen des Senats

zum Mauerfalljubiläum ergänzen, er

sei der Hauptakteur. Mit einem Budget

von100 000 Euro wolle das Parlament

eigene Schwerpunkte zum Beispiel

in der politischen Bildungsarbeit

setzen. Schließlich befinde es

sich an einem „sehr markanten Ort

des Zusammenwachsens“, sagte

Wieland mit Blick auf die unmittelbare

Nähe zur früheren Mauer.„Nur

hat der nicht die Prominenz wie der

Checkpoint Charlie oder das Brandenburger

Tor.“

Der Senat und die Kulturprojekte

GmbH planen eine „dezentrale

Stadtinszenierung“ mit mehr als

hundert Veranstaltungen vom 4.bis

10. November. Am Brandenburger

Tor, der Gethsemanekirche,auf dem

Alexander- sowie dem Schlossplatz,

in der früheren Stasi-Zentrale,ander

East Side Gallery und auf dem Kurfürstendamm

soll auf einer „Route

der Revolution“ mit Licht- und Hörinstallationen,

Filmen und Ausstellungen

an das historische Ereignis

am 9. November 1989 erinnert werden.

Am Jubiläumstag steht ein „Fest

der Freiheit“ mit viel Musik auf dem

Programm. (dpa)

Kälte stoppt

Invasion der

Mini-Quallen

Senat: Tausende Medusen

in Gewässern festgestellt

VonGerhard Lehrke

Kleine Quallen haben in den warmen

Juni-Tagen vielen Berliner

das Baden in der Ober- und Unterhavel,

im Müggelsee und im Tegler

See vergällt. Zu Tausenden seien die

kleinen Medusen aufgetreten, sagte

Derk Ehlert von der Senatsverwaltung

für Umwelt,Verkehr und Klimaschutz.

Aktuell sei die Entwicklung

wegen der gesunkenen Temperaturenaber

wieder rückläufig.

Craspedacusta sowerbii, so der

wissenschaftliche Name, entwickelt

sich bei Wassertemperaturen von

mehr als 25 Grad aus millimeterkleinen

Polypen, die auf Wasserpflanzen

sitzen und ernähren

sich

von Plankton.

Die harmlosen

Medusen, die

höchstens so

groß wie ein 2-

Euro-Stück

werden, seien

auch ein Indikator

für sauberes

Wasser. Süßwasserqualle

Eine

„Sie sind nichts

Untypisches und auch keinWarnzeichen“,

so der Sprecher der Senatsumweltverwaltung.

Ehlert wies zudem darauf hin,

dass die möglicherweise aus Asien

eingeschleppten Quallen erstmals

1995 in der Havel gesichtet wurden.

In Berlin tauchten sie im Sommer

2003 auf, um 2006 erneut auffällig zu

werden. Bedrohlicher als die Medusen

seien Blaualgen. Hätten sie ein

Gewässer befallen, drohen Hautirritationen

sowie Durchfall und Erbrechen.

DieBlaualgen treten in der Regel

Ende Juli bei Hitze und langanhaltendem

Sonnenschein auf.

Silvia Kostner vomLandesamt für

Gesundheit und Soziales (Lageso)

fügt eine dringende Warnung vor allem

an Eltern kleiner Kinder hinzu:

Sollte es sehr stark regnen und die

Kanalisation überfließen, sei mit einer

drei bis fünf Tage andauernden

Belastung mit Fäkalbakterien in

Flüssen und Seen zu rechnen.

Gegenwärtig ist das Baden nach

Angaben des Senats an allen

39 Badestellen der Stadt problemlos

möglich. Das Lageso lässt alle

zwei Wochen Wasserproben analysieren.

(mit dpa)

IMAGO/BLICKWINKELX

berliner adressen

renov. preisw. v. A–Z,eig. Tap./Tepp.

Laminat, Möbelrücken &Entrümpeln,

10% Rabatt f. Senioren bei Leerwhg.

“Dank der St. Josefs

Indianerschule lese und

lerne ich mit Begeisterung!”

Mehr Informationen auf:

stjosefs.de/indianerschule

AUSSERGEWÖHNLICH.

ENGAGIERT!

Bewahren Sie die Artenvielfalt

unserer Erde und werden Sie

»Global 200 Protector«.

Infos unter: wwf.de/protector

oder rufen Sie uns an!

WWF Deutschland•Nina Dohm•nina.dohm@wwf.de

Reinhardtstr.18•10117 Berlin•T.030 311 777-732

St. Josefs Indianer Hilfswerk e.V.

Telefonische Anzeigenannahme: 030 2327-50

Ihre Morgenlektüre.

Liebe Leser, mit einem Abonnement bekommen Sie die Berliner Zeitung

immer pünktlich auf den Frühstückstisch. Rufen Sie uns einfach an. Telefon 030/232777


14 * Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019

·························································································································································································································································································

Berlin

Pilotprojekt

teurer als vom

Bezirk genannt

Testphase Bergmannstraße

kostet 1,6 Millionen Euro

VonStefan Strauß

Erneut gibt es Streit wegen der Begegnungszone

Bergmannstraße

in Kreuzberg. Diesmal geht es um die

Kosten des Pilotprojektes für einen

verkehrsberuhigten, fußgänger-und

fahrradfreundlichen Straßenabschnitt.

Denn die Senatsverwaltung

für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

nennt auf Nachfrage der Morgenpost

eine Gesamtsumme von

1,6 Millionen Euro. Das Bezirksamt

Friedrichshain-Kreuzberg hatte in

der jüngsten Anfrage der CDU-Fraktion

zu dem Thema aber lediglich

eine Summe von1,12 Millionen Euro

genannt. Darin enthalten sind die

Kosten für die Umgestaltung des

Straßenabschnitts mit Parklets, Pollern,

Fahrradbügeln und Markierungen

sowie die zugesagten Kosten für

eine Planungsfirma.

In der Auflistung der Senatsverwaltung

stehen hingegen die Gesamtkosten

im Zeitraum von 2014

bis Ende 2019. Hinzu kommen in

dieser Liste etwa die Ausgaben für

die Planungen vor Beginn der Testphase

(71 952 Euro) und die Öffentlichkeitsbeteiligung

(154 240 Euro).

Enthalten sind zudem geplante Ausgaben

bis zum geplanten Projektende.

Die Senatsverwaltung erkennt

keine Unstimmigkeiten. „Die

Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche

Sachverhalte zu unterschiedlichen

Zeitpunkten“, sagte

Sprecherin Dorothee Winden. Sara

Lühmann, Sprecherin des Bezirksamtes

Friedrichshain-Kreuzberg,

sagte: „Es wäre besser gewesen,

beide Behörden hätten sich auf eine

einheitliche Kostennennung geeinigt.“

Neu ist die Gesamtsumme allerdings

nicht. Das Stadtmagazin

Zitty hat diese Summe bereits in einem

Text im Jahr 2016 genannt.

Doch Bezirkspolitiker nehmen

die unterschiedlichen Zahlen der

Begegnungszone erneut zum Anlass,

Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne)

für das Projekt zu kritisieren. Eine

„Verschleierungstaktik“ wirft ihm

CDU-Fraktionschef Timur Husein

vor: „Herr Schmidt versucht, mit selektivem

Rechnen die Kosten niedrig

zu halten und somit das Pilotprojekt

zu retten.“ Nach der Sommerpause

werdedie CDU erneut das vorzeitige

Ende der Testphase fordern.

Doch Baustadtrat Schmidt will es

zu Ende führen. Im Mai haben ihm

Linke,SDP,CDU und FDP dafür eine

Missbilligung ausgesprochen.

Der Angeklagte Klaus L. am Mittwoch im Gerichtssaal.

Die falschen Schulden des Senators

Vordem Amtsgericht muss sich ein sogenannter Reichsbürger wegen der Malta-Masche verantworten

VonKatrin Bischoff

Die Mahnbescheide, die

2016 und 2017 in deutsche

Amtsstuben flatterten,

enthielten unglaublichen

Geldforderungen. Mal verlangte

der Absender zehn Millionen

Dollar, mal stieg der Betrag bei

Nichtzahlung der ersten Forderung

auf 511 Billionen Dollar an. Undstets

drohte der Absender, den säumigen

Zahler in das Schuldnerregister UCC

des US-Bundesstaates Washington

eingetragen zu lassen –umdann bei

einem maltesischen Gericht einen

Mahnbescheid zu erwirken. Ein solcher

Bescheid kann in Deutschland

theoretisch vollstreckt werden.

Seit Mittwoch muss sich Klaus L.

wegen der sogenannten Malta-Masche

vordem Amtsgericht Tiergarten

verantworten. Der 54-jährige einschlägig

vorbestrafte Berufskraftfahrer,

der bis zu seiner Verhaftung Vorstandschef

einer in Berlin ansässigen

Reichsbürger-Stiftung war, sitzt wegen

gewerbsmäßiger Erpressung

und versuchter Nötigung in sieben

Fällen auf der Anklagebank. ZurZahlung

seiner Forderungen sei es in

keinem Fall gekommen, heißt es.

Klaus L. legt gleich zu Prozessbeginn

ein Teilgeständnis ab. Erhabe

nur ein paar der Briefe unterschrieben,

die seine damalige Lebensgefährtin

Irina M. verfasst habe, stammelte

der Angeklagte. Diese Schreiben

will er nur „überflogen“ haben.

Die Unterschriften unter den restlichen

Briefen seien gefälscht, behauptet

Klaus L. Noch vor dem Ermittlungsrichter

sagte er: „Die

Schreiben sind von mir. Ich habe sie

teils in meinem Namen, teils im Namen

der Stiftung geschickt.“

Klaus L. hatte vorwenigen Jahren

einen Lehrgang besucht, bei dem die

Teilnehmer offenbar darin geschult

wurden, sich von der geltenden

Rechtsordnung zu verabschieden.

So wie es Reichsbürger machen, die

die Bundesrepublik und deren Vertreter

nicht akzeptieren –und damit

auch keine Steuerbescheide und

Strafzettel. 2016 zogdas Paar aus Bochum

in die Hauptstadt. Im Jahr darauf

begann es, von Berlin aus die

haltlosen Schreiben zu verschicken.

Weil die von ihnen gegründete

Stiftung nicht als rechtsfähig anerkannt

wurde,soll das Paar Forderungen

in Millionenhöhe an die Berliner

Justizverwaltung geschickt haben.

Es drohte damit, den jeweils amtierenden

Justizsenator –eswar Thomas

Heilmann von der CDU, dem

dann Dirk Behrendt vonden Grünen

folgte –inHaftung zu nehmen und

die Behördee wegen der Ausstände

vonzehn Millionen Dollar in das US-

Schuldnerregister eintragen zu lassen.

Die Forderungen stiegen auf

rund 250 Millionen Dollar an. Die

Eintreibungsschreiben erreichten

„Meine Lebensgefährtin

hat damals begonnen, solche Briefe

zu schreiben. Das fing an, als wir mehr

Nebenkosten für unsere Wohnung

in Bochum zahlen sollten.“

Klaus L., Angeklagter

auch den damaligen Polizeipräsidenten

Klaus Kandt und die heutige

Generalstaatsanwältin Margarete

Koppers. Für einen Kfz-Steuerbescheid

in Höhe von308 Euro soll sich

das mutmaßliche Reichsbürger-Paar

ebenfalls gerächt haben. Es überzog

das Hauptzollamt Dortmund mit

Schreiben, verlangte laut Anklage

eine Millionensumme – um den

Steuerbescheid abzuwenden. Klaus

L. hat wegen ähnlicher Taten bereits

drei Strafbefehle erhalten, zudem

OLAF WAGNER

wurde er in Bochum wegen mehrerer

Fälle zu einer Freiheitsstrafe von

einem Jahr verurteilt, die zur Bewährung

ausgesetzt wurde.

In Berlin ist die Zahl der Reichsbürger

gewachsen. Registrierte der

Verfassungsschutz im vorigen Jahr

noch 550 Reichsbürger, soliegt die

Zahl derzeit bei etwa 670. Die wenigsten

davon sind organisiert. Laut

Innenverwaltung gibt es in Berlin

derzeit sieben bekannte Reichsbürger-Gruppierungen,

darunter die

Stiftung vonKlaus L.

Die Malta-Masche sorgte vor einigen

Jahren in vielen Behörden für

Unsicherheit –zumal ein Eintrag in

das US-Schuldnerregister möglich

war, ohne die Berechtigung der Forderung

nachweisen zu müssen.

Schon vor einiger Zeit gab die Bundesregierung

Entwarnung und erklärte,

es gebe keine rechtliche

Handhabe, um die erfundenen

Schulden in Deutschland eintreiben

zu lassen. Zudem habe die zuständige

US-Behörde erklärt, dass Eintragungen

gegen ausländische

Amtsträger unzulässig seien.

Schon vor vier Monaten sollten

sich Klaus L. und Irina M. vor dem

Amtsgericht Tiergarten verantworten.

Nachdem die Angeklagten nicht

erschienen waren, wurde gegen

Klaus L. Haftbefehl erlassen. Seit Juni

sitzt er in Untersuchungshaft. Der

Prozess gegen ihn geht am 29. Juli

weiter. Das Verfahren gegen Irina M.

wurde abgetrennt. Sie ist offenbar

nicht auffindbar.

POLIZEIREPORT

Auto verletzt Frau tödlich.

Eine Frau ist am Mittwoch in einem

verkehrsberuhigten Bereich in Charlottenburgvon

einem Auto erfasst

und getötet worden. DerUnfall

ereignete sich gegen 18 Uhrinder

Schiller/ Ecke Krumme Straße.Die

Frau wurde mit einem Fahrrad eingeklemmt.

Ob sie es gefahren oder

geschoben hatte,war am Abend

noch unklar.Der Allgemeine Deutsche

Fahrrad-Club (ADFC) will in

den nächsten Tagen ein weißes Geisterrad

am Unfallortaufstellen. (BLZ)

Festnahme nach Brandstiftung.

Polizisten haben am Dienstagnachmittag

eine mutmaßliche Brandstifterin

in Schmargendorffestgenommen.

Die26-Jährige soll, so die Aussagen

vonZeugen, gegen 15.40 Uhreinen

brennenden Gegenstand durch

das geöffnete Fenster einer im Erdgeschoss

gelegenenWohnung in der

Cunostraße geworfen haben. Der

Brandmelder-Alarmweckte den Mieter,dieWohnung

brannte aus.Eine

darüber liegendeWohnung wurde

beschädigt. Fünf Personen kamen

mit demVerdacht auf Rauchgasvergiftung

in Kliniken. DieFeuerwehr

löschte den Brand. DieFrau, die sich

nach Zeugenangaben psychisch auffällig

verhielt, kam erst in eine Klinik,

dann in Polizeigewahrsam. (BLZ)

Seniorin schwer verletzt.

Eine 77 Jahrealte Frau ist am Dienstagnachmittag

in Charlottenburgbei

einem Unfall schwer verletzt worden.

Verursacher war ein 35-jähriger

Autofahrer.Nach ersten Erkenntnissen

bog er mit seinemWagen vonder

Olbersstraße in die Herschelstraße

ein und fuhr dann gegen ein parkendes

Autos,sodie Polizei. Durchden

Aufprall wurde das geparkte Auto gegen

ein weiteres stehendes Fahrzeug

geschoben, welches wiederum gegen

einen anderen Wagen prallte.

DieSeniorin wurde zwischen zwei

Fahrzeuge eingeklemmt. (dpa)

Denkmal beschädigt.

Unbekannte haben in Tiergarten das

Denkmal für die im Nationalsozialismus

ermordeten Sinti und Roma Europas

beschädigt. Es sei ein großes

„A“ in eine Glasscheibe der Gedenkstätte

am Simsonweg im Großen

Tiergarten geritzt worden, teilte eine

Polizeisprecherin mit. (dpa)

Polizei nimmt Räuber fest.

Polizisten haben am Dienstagabend

vier mutmaßliche Räuber in Mitte

festgenommen. Vorangegangen war

in der Nacht zuvor ein Überfall auf

einen 21-Jährigen in der Panoramastraße.Die

Vier sollen den jungen

Mann geschlagen, getreten und gewürgt

haben, bevor sie ihm mehrere

Gegenstände entwendeten. (BLZ)

Zauberhaftes Montenegro

„Wilde Schönheit“ –8-tägige Rundreise

LESERREISEN

INFORMATIONUND BUCHUNGUNTER

030–23276170

Kennwort: Berliner Zeitung

©MacSun-Travel

29.09. -06.10.2019

€ 999,–

p. P. im DZ

Im Preis enthaltene Leistungen:

·Flug mit Eurowings von Berlin-Tegel nach Dubrovnik u. z.

in der Economy Class

·Flughafensteuern &Sicherheitsgebühren

·7xHalbpension im 4-Sterne-Hotel

·Willkommensgetränk

·Ausflüge und Besichtigungen gem. Reiseverlauf

inklusive Eintrittsgelder

·Örtliche, Deutsch sprechende Reiseleitung

·Kurtaxe

Zusätzliche Kosten p. P.:

·EZ-Zuschlag: €195,-

·Zusatzausflug Dubrovnik: €59,-

ABOplus

3%Rabatt für

Abonnenten!

Montenegro, kaum größer als Schleswig-Holstein,

heißt Sie mit einer zauberhaften Landschaft von

Stränden, Seen, Gebirgen und einem Bilderbuch

europäischer Geschichte willkommen. Die Städte

Budva und Bar lernen Sie auf einer Stadtrundfahrt

kennen.

Entdecken Sie den Skutari- See und den südlichsten

Fjord Europas, die Bucht von Kotor. Weiterhin besuchen

Sie die Tara-Schlucht, den zweittiefsten Canyon

der Welt. Auch die Hauptstadt Podgorica steht mit

auf dem Programm. Einsame Bergdörfer erwarten

Sie ebenso wie pulsierende Altstädte mit mediterranem

Flair.

©pixabay.com

Mehr Informationen auchunter: leserreisen@berliner-zeitung.de | www.berliner-zeitung.de/leserreisen

Detaillierte Informationen zurReiseund rechtliche Hinweise erhalten Sie vomReiseveranstalter.

Reiseveranstalter: worldtravelteamGruppen- &Medienreisen Rhein-Kurier GmbH, Pastor-Klein-Straße17, 56073 Koblenz


Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019 15 *

·························································································································································································································································································

Berlin/Brandenburg

NACHRICHTEN

Cottbus bekommt Zuschlag

für Digital-Modellprojekt

Cottbus ist eine der Städte,indenen

das Bundesinnenministerium digitale

Strategien für das Stadtleben der

Zukunft entwickeln will. Damit diese

erprobt werden können, hatte das

Ministerium Städte,Kreise und Gemeinden

dazu aufgerufen, sich an

einem gemeinsamen Projekt zu beteiligen.

Nunstehen die ersten Partner

der „Modellprojekte SmartCities“

fest. Nach Angaben des Ministeriums

vomMittwoch wurden in

der Kategorie „Großstädte“ Solingen,

Ulmund Wolfsburgausgewählt,

in der Kategorie „mittlereStädte“

waren es Cottbus,Geraund Kaiserslautern.

DerBund will laut Ministerium

über zehn Jahreinvier Staffeln

insgesamt 50 Modellprojekte mit

750 Millionen Euro fördern. (dpa)

Genveränderter Raps in

Brandenburg angebaut

Auch nach dem Landtagsbeschluss

gegen Gentechnik in der Landwirtschaft

von2014 ist in Brandenburg

genveränderter Raps angebaut worden.

Dasteilte das Verbraucherschutzministerium

in einer Antwort

auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten

Benjamin Raschke mit.

Schuld daran sei ein verzögerter Informationsfluss.InzweiFällen

sei

bei Untersuchungen in anderen EU-

Mitgliedstaaten eine Saatgut-Beimengung

mit genverändertem Raps

nachgewiesen worden. Dassei aber

zu spät mitgeteilt worden, so dass

das Saatgut auf landwirtschaftlichen

Flächen –19Hektar im Kreis Potsdam-Mittelmarkund

30 QuadratmeternimKreis

Ostprignitz-Ruppin

–ausgesät worden sei, so das

Ministerium. (dpa)

GEWINNZAHLEN

Mittwoch-Lotto:

3-14- 25- 30 -37 -39

Superzahl: 9

Spiel 77: 1529509

Landeslotterie Super 6: 713708

Alle Angaben ohne Gewähr!

Wolf Brauner,der Bruder des Verstorbenen, muss gestützt werden. Trost für Alice Brauner,die Tochter des Filmproduzenten. CHRISTIAN SCHULZ (4)

Abschied von Artur Brauner

Großer Andrang bei der Trauerfeier für den Filmproduzenten auf dem Jüdischen Friedhof

VonAndreas Kurtz

Zum Schluss war die Friedhofskapelle

dem Ansturm

der Trauernden nicht gewachsen.

Hunderte kamen

zur Beerdigung von Artur Brauner

am Mittwochnachmittag auf den Jüdischen

Friedhof an der Heerstraße.

Drinnen war jeder Sitzplatz besetzt

und jeder freie Zentimeter von einem

Stehenden belegt, aber trotzdem

passten längst nicht alle in die

Kapelle.Rabbiner Yitshak Ehrenberg

erinnerte an den am Sonntag verstorbenen

Filmproduzenten, der alle

Preise gewonnen hat und auf eine

Ehrung besonders stolz war: „Seine

Filme über den Holocaust werden in

YadVashem gezeigt.“ Der Rabbiner

zeigte sich beeindruckt, wie Brauner

sich noch im hohen Alter unter

Schmerzen in die Synagoge geschleppt

hat, obwohl kein hoher Feiertag

war.„Er wollte für seinen Vater

und seine Mutter beten. Wenige

Leute machen das. Leider.“ Der Tod

Brauners sei traurig „nicht nur für

unsereGemeinde,für ganz Berlin“.

Das pauschale Urteil, Brauner

wärebeim Geldausgeben besonders

zurückhaltend gewesen, manche

nennen es geizig, kann der Rabbi so

nicht bestätigen: „Für wichtige Zwecke

hat er großzügig gegeben.“ Und

Humor hatte Brauner auch. DerRabbiner

erinnert ansein Bonmot: „Der

Mensch lebt vielleicht 100 Jahre und

ist 100 Millionen Jahre tot. Wo bleibt

da die Gerechtigkeit?“

Rabbiner Yitshak Ehrenberg führtden Trauerzug an.

Ex-Kultursenator Christoph Stölzl und seine Frau Bettina bei der Trauerfeier.

Brauners Tochter Fela erzählte,

dass der Vater sich noch vor Kurzem

ins Stadtbüro fahren ließ. „Er lebte

für die Arbeit.“ VorzweiWochen sei

sie mit ihm im Wiener Caffeehaus

am Roseneck gewesen, wo ihr Vater

Kräuterquarkund BerlinerWeiße bestellte.Dass

er sich am Sonntag nach

einem Schwächeanfall nicht erholte,

sondern mit einem Lächeln im Gesicht

starb,erklärtsie sich so: „Wahrscheinlich

wollte er zu unserer Mutter.“

Maria Brauner, mit der er mehr

als 70 Jahre verheiratet war, starb

schon vorzweiJahren. Biszuseinem

eigenen Ende habe er sich täglich

mit ihr unterhalten.

In der ersten Reihe derTrauerfeier

saßen Brauners Bruder Wolf und

Alice Brauner, die schon seit Jahren

die vomVater gegründete FirmaCCC

Film führt. Israels Botschafter Jeremy

Issacharoff erwies Artur Brauner

ebenso die letzte Ehre wie der

frühere Regierende Bürgermeister

Walter Momper. Die Deutsche Filmakademie

hatte einen Kranz geschickt.

Unter den Trauernden waren

Regisseur Stefan Lukschy, Benefiz-Organisatorin

Ulla Klingbeil, die

Sängerinnen Karan Armstrong und

Dagmar Frederic, Synchron-Legende

Rainer Brandt und Theaterdirektor

Martin Woelffer. Herzspezialist

Roland Hetzer verneigte sich am

Grab. Erhatte eine Verabredung mit

Brauner, zuder es nun nicht mehr

kommen kann: „Zu seinem 101. Geburtstag

Anfang August wollten wir

uns treffen.“

Brandenburg

schließt drei

Schleusen

Wasser soll in der Spree

gehalten werden

Wegen der anhaltenden Trockenheit

und des extremen

Niedrigwassers der Spree hatten

Brandenburgs Behörden bereits die

Mengen der Wasserentnahme beschränkt

und auch Fischaufstiegsanlagen

gesperrt. Am Mittwoch nun

wurden in Südbrandenburg zudem

drei Schleusen geschlossen. Laut

Landesumweltministerium soll

durch die Sperrung der Schleusen

Leibsch, Krausnicker Strom und

Groß Wasserburg das Wasser in der

Spree gehalten werden und nicht in

das Dahme-Gebiet abfließen.

Für Schifffahrtnicht bedrohlich

WieimLandesumweltamt Brandenburgs

zu erfahren war, seien mögliche

Auswirkungen auf den Pegelstand

der Spree in Berlin kaum

messbar. „Die Maßnahmen tragen

vorallem dazu bei, den Abfluss in der

Spree unterhalb des Spreewaldes zu

stabilisieren und das natürliche Gewässer

Spreevor dem Fließstillstand

zu bewahren“, sagte Wiebke Theuer-

Glamann. Daher sei auch der Binnenschiffsverkehr

nach Berlin dadurch

nicht eingeschränkt. Die

Schleusen blieben so lange geschlossen,

wie die aktuelle Niedrigwassersituation

anhält.

Tatsächlich ist man in Berlin in

Sachen Schifffahrt keineswegs in

Alarmstimmung. „Das Wasser ist

knapp, der Pegelstand der Spree für

die Schifffahrt aber nicht bedrohlich“,

sagte Katrin Urbitsch, Chefin

des Berliner Wasserstraßen und

Schifffahrtsamts, amMittwoch. Die

Pegelstände bewegten sich nach ihrer

Auskunft im Bereich „zwischen

Mittelwasser und mittlerem Niedrigwasser“.

In Berlin sind täglich etwa

150 Fahrgastschiffe im Einsatz. Darüber

hinaus ist die Binnenschifffahrt

für den Wirtschaftsverkehr bedeutsam.

Im vergangenen Jahr waren auf

der Spreeinsgesamt fast 2000 Transportschiffe

unterwegs und beförderten

zusammen mehr als zwei Millionen

Tonnen Güter nach Berlin und

aus Berlin heraus. Beim Frachtgut

handelte es sich vorallem um Kohle,

Baustoffe und Bauschutt. (jk.)

Immobilienwelten

Magazin für Immobilien, Wohnen, Bauen und Design

Michael Groppel

030 2327-6594

Lesen Sie am 13.07.2019 in Ihrer Zeitung:

Microapartments – Kleines Heim ganz groß

Kurz &gut – Neues rund um den Immobiliensektor

Rechtsexperten antworten – Ihre Leserfragen zu Miete und Eigentum

Lesen Sie am 20.07.2019:

Moderne Baukultur – Rückzugsräume vom Alltag

JETZT ANZEIGE SCHALTEN!

Marcus Jürgens

030 2327-5518

Glänzende

Perspektive

E-Mail und Fax

berlin.immobilien@dumont.de, 030 2327-5261

Kaufe Ölgemälde, Münzen, Antiquität.Dr.

Richter, 01705009959

4€Ansichtsk.vor 45,. 030 4443802

Foto: Jakob Studnar|Gestaltung: Ralf Krämer,AngelaRichter

Seydlitzan-

und Verkäufe

Kaufgesuche

„Ich träume

davon,

zur Schule

gehen zu

können.“

kindernothilfe.de/patenschaft

Bekanntmachungen

Beteiligung der Öffentlichkeit

an der Bauleitplanung

Bezirk Mitte, Ortsteil Moabit

Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung, §3Abs. 1BauGB

Bebauungsplan 1-107 (Geltungsbereich vgl. Kartenausschnitt)

Ziel/Zweck: Zentralen Standort der Berliner Stadtmission im Urbanen

Gebiet festsetzten

Sie haben die Möglichkeit, sich an den Planungen zu beteiligen. Sie können

Pläne und Entwürfe einsehen und nach Erläuterung der Ziele, Zwecke

und Auswirkungen der Planungen Äußerungen hierzu abgeben. Die Anhörungsergebnisse

werden in die weiteren Planungen einfließen. Hinweis:

Die Verarbeitung personenbezogener Daten erfolgt auf der Grundlage des

§3Baugesetzbuch in Verbindung mit Art. 6Abs. 1Buchst. eDatenschutz-

Grundverordnung und Berliner Datenschutzgesetz; weitere Informationen

entnehmen Sie bitte der „Information über die Datenverarbeitung im

Bereich des Bebauungsplanverfahrens“, die mitausliegt.

Lesser- Ury-Weg

Otto-Dix-Straße

Ort: Bezirksamt Mitte von Berlin, Fachbereich Stadtplanung, Müllerstraße 146, 13353 Berlin, Zimmer 167, Telefon

9018-45873

Zeit: Vom 15. Juli bis einschließlich 15. August 2019 , während der Dienststunden Montag bis Mittwoch von 9bis

15 Uhr, Donnerstag von 9bis 18 Uhr und Freitag von 9bis 14 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung.

Die Unterlagen der Öffentlichkeitsbeteiligung sind auch im Internet einzusehen unter:

www.berlin.de/bebauungsplaene-mitte/ sowie auf der Beteiligungsplattform www.mein.berlin.de

straße

1-107

Lehrter Straße

Invalidenstraße


16 * Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019

·························································································································································································································································································

Wissenschaft

Leben aus dem Biobaukasten

Erstmals haben Forscher das Genom eines Bakteriums am Computer und im Reagenzglas erschaffen. Es ist ein Vorbote für künstliche Organismen der Zukunft

VonSilvia von der Weiden

Designer-Organismen aus

der Retorte entstammen

dem Reich der Science-

Fiction. Noch. Denn

nicht mehr lange, und sie nehmen

reale Gestalt an. Derzeit entstehen in

den Labors von Bioingenieuren ihre

Vorboten. Caulobacter ethensis-2.0

heißt das Bakterium, das Forscher der

Eidgenössischen Technischen Hochschule

(ETH) Zürich zunächst am

Computer und dann im Reagenzglas

synthetisiert haben. Genauer gesagt

handelt es sich um die genetische

Bauanleitung für den künstlichen Mikroorganismus.

Das dazugehörige

„Innenleben“ in Form einer Zelle mit

Organellen existiertnoch nicht. Dennoch

ist es das weltweit erste, komplett

am Computer erschaffene Bakterien-Genom.

Den synthetischen

Bauplan haben die Forscher jüngst

im Fachblatt PNAS vorgestellt.

Die Designermikrobe besitzt gerade

einmal 680 Gene; damit ist sie

ein Minimalorganismus. Davon sind

580 funktionsfähig. Normalerweise

umfasst das Erbgut von Bakterien

mehreretausend Gene.Sowie Caulobacter

crescentus, das Vorbild für die

künstliche Schöpfung. Das Genom

dieser harmlosen Süßwassermikrobe

besteht aus etwa 4000 Genen. Es ist

ein in Forschungslabors häufig verwendeter

Modellorganismus,andem

Wissenschaftler die Funktion der

Bakteriengene erforschen.

Für die Kreation des künstlichen

Genoms haben die ETH-Forscher

Beat Christen, Professor für experimentelle

Systembiologie, und sein

Bruder,der Chemiker Matthias Christen,

ein spezielles Computerprogramm

benutzt. Es wählt nur jene

Gene aus,die für die Existenz der Mikrobe

zwingend nötig sind. Bei Caulobacter

crescentus sind es 680.

Gene,die zum Beispiel nur in Notsituationen

benötigt werden, sowie

Wiederholungssequenzen hat das

Programm herausgeschnitten. Die

restlichen, teilweise zersplittertinder

DNA verteilten Erbanlagen wurden

neu geordnet. Dadurch ist das Genom

nun viel übersichtlicher geworden

und lässt sich einfacher herstellen.

„Wir glauben, dass es bald möglich

sein wird, aus einem solchen Genom

funktionsfähige bakterielle

Zellen herzustellen. Die Technik hat

ein großes Potenzial“, sagt Beat Christen,

Leiter der Studie.

Urfragen des Lebens auf der Erde

Das Erbgut der Süßwassermikrobe Caulobacter crescentus bildet das Vorbild für das künstliche Bakterien-Genom, das die Züricher Forscher erschufen. SCIENCE PHOTO LIBRARY /MARTIN OEGGERLI

RNA. Die Ribonukleinsäure

(RNA) ist als Biomolekül wichtig

für die Umsetzung der Erbinformation.

Sie kommt –anders

als die Doppelhelix der

DNA –nur als einzelner Strang

vorund dient etwa dazu, die in

der DNA gespeicherteInformation

zu transportieren und

in Proteine zu übersetzen.

DIE SPEICHER DES ERBGUTS

DNA. Die Desoxyribonukleinsäure

(DNA) ist ein komplexes

Molekül aus zwei Nukleotidsträngen

in Formeiner Doppelhelix(Spirale).

Jeder der

Strängeträgt durch dieAbfolge

seiner Nukleotide die gesamte

Erbinformation, die somit in

jeder Zelle eines Organismus

vollständigvorhandenist.

Noch gibt es das künstliche Bakterien-Erbgut nur im Laborgläschen.

Hypothese. Forscher glauben,

dass die RNA nicht nur für die

Umsetzung der Erbinformation

im Organismus sorgt, sondern

dass primitiveVorstufen heutigerLebewesen

ganz auf RNA

basierten. Das Genom bestimmterVirentypen

–etwa

RNA-Viren und Retroviren–

besteht aus RNA.

ETH ZÜRICH

Mögliche künftige Anwendungen

seien synthetische Mikroorganismen,

die in der Biotechnologie zum

Einsatz kommen könnten, etwa zur

Herstellung vonkomplexen pharmazeutisch

wirksamen Molekülen oder

Vitaminen. Auch die Herstellung von

Impfstoffen auf DNA-Basis ist mit ihrer

Hilfe denkbar. Vor allem können

künstliche Genome helfen, grundlegende

Fragen der Biologie zu überprüfen.

„Unsere Methode ist ein

Lackmustest, um zu überprüfen, ob

wir Biologen die Genetik richtig verstanden

haben, und sie ermöglicht,

allfällige Wissenslücken aufzudecken“,

sagt Beat Christen. Denn in

dem künstlichen Genom ist zwangsläufig

nur die Information enthalten,

deren Funktion die Forscher kennen.

„Auch wenn die derzeitige Genom-

Version noch nicht perfekt ist, so zeigt

unsere Arbeit dennoch, dass biologische

Systeme so einfach aufgebaut

sind, dass wir sie in Zukunft am Computer

nach unseren Zwecken definieren

und anschließend bauen können“,

sagt Matthias Christen.

Damit lassen sich Urfragen zur

Evolution des Lebens beantworten,

etwa: Wasist die Minimalausstattung

für eine lebende Zelle? Wie entstand

der erste Erbspeicher? Alle Lebewesen

vererben sich heute mit Hilfe von

DNA. DasErbmolekül ist komplex gebaut

und könnte,sospekulieren Wissenschaftler

seit langem, einen primitivenVorläufer

in Gestalt der einfacher

aufgebauten RNA (siehe Kasten)

gehabt haben. Bis heute ist DNA –

nicht nur bei Erbvorgängen –auf die

hilfreichen Dienste des Schwestermoleküls

RNA angewiesen.

Könnte also das Leben mit RNA

seinen Anfang genommen haben, ist

Vererbung damit möglich? Um diese

Hypothese zu überprüfen, haben US-

Wissenschaftler am BayAreaInnovation

Center der Scripps Research und

der University of California in Irvine

ein Lebewesen erschaffen, das ihrer

Ansicht nach ein mögliches Bindeglied

zwischen den beiden Vererbungsformen

darstellt. Der synthetische

Mikroorganismus besitzt Gene,

die zur Hälfte aus DNA und RNA bestehen.

Pate für das chimäre Genom

stand das menschliche Darmbakterium

E. coli. Dass der rückgezüchtete

„Urzeit“-Organismus tatsächlich zur

Vererbung und Fortpflanzung fähig

ist, beweisen seine Nachfahren aus

vielen Generationen. Mehr noch. Indem

die Forscher die „Urzeitzellen“

in moderne Zellen verpflanzten,

konnten sie eine Hypothese zur Evolution

des Lebens überprüfen.

Moderne Zellen besitzen nicht nur

einen Zellkern, in dem das Genom

übersichtlich aufgeräumt in Chromosomen

verpackt ist. Zellen, wie sie

alle Pilze, Pflanzen, Tiere und auch

der Mensch besitzen, verfügen im

Unterschied zu Bakterien über Organellen,

die bestimmte Aufgaben

übernehmen. Beispielsweise versorgen

Mitochondrien, die zu Tausenden

in jeder Zelle vorkommen, diese

mit chemischer Energie. Ohne sie

könnten wir nicht existieren. Der

Clou: Mitochondrien sind vermutlich

die Nachfahren urzeitlicher Bakterien,

die voneinem Urahn moderner

Zellen aufgenommen wurden.

Für die Hypothese der eingefangenen

Urzeitbakterien spricht, dass Mitochondrien

über eigene Gene verfügen.

Siewaren somit einst eigenständig.

Wäre esmöglich, den bedeutsamen

Schritt in der Geschichte des

Lebens, der sich möglicherweise in

der Übergangsphase von RNA- zu

DNA-Genen ereignet hat, mit einem

Experiment zu rekonstruieren? Um

das zu prüfen, implantierten die Forscher

die chimären Bakterienzellen in

Hefezellen, die über ein DNA-Genom

verfügen. Zwar besitzen Hefezellen

auch Mitochondrien, welche die Forscher

aber gezielt blockierten. Die

chimären Bakterienzellen wurden

gentechnisch so aufgerüstet, dass sie

die Funktionen der lahmgelegten Mitochondrien

übernehmen konnten –

und genau das taten sie dann auch.

DieBakterienzellen ordneten sich der

Zellmaschinerie der Hefezellen unter

und versorgten diese mit Energie.Von

nun an vererbten die Hefezellen ihre

neuartigen Helfer weiter.

Für die Forscher ist das ein Indiz

dafür, dass der Weginder Evolution

des Lebens schon sehr früh beschritten

wurde.„Diekünstlichen Organismen

ermöglichen es uns, zwei

Schlüsseltheorien zu überprüfen, die

Meilensteine in der Evolution des Lebens

betreffen“, sagt Peter Schultz

von Scripps Research, Leiter der Studie.„Dasist

zum einen der Übergang

vonderVererbung mit RNA zurVererbung

mit DNA und zum anderen der

Übergang von einfach gebauten Zellen

zu komplex aufgebauten Zellen,

die ihre Energieversorgung mit Hilfe

vonMitochondrien bewerkstelligen.“

Seine Forschergruppe tüftelt nun an

einem künstlichen Mikroorganismus,dessen

Gene fast vollständig aus

RNA aufgebaut sind. „Damit werden

wir bald noch genauer einen der

wichtigsten Schritte in der Entwicklung

des irdischen Lebens rekonstruieren

können“, ist Schultz überzeugt.

Ethische Debatten

Ist die Erschaffung künstlicher Organismen

zu verantworten und was

sind die Risiken? „So vielversprechend

die Forschungsresultate und

möglichen Anwendungen auch sind,

verlangen sie eine tiefgreifende gesellschaftliche

Diskussion darüber,zu

welchen Zwecken diese Technologie

angewandt werden darf, und damit

verbunden, wie Missbräuche verhindert

werden können“, sagt der ETH-

Forscher Beat Christen. Noch sei offen,

wann es das erste Bakterium mit

vollständig künstlichem Genom geben

wird. Klar sei aber,dass es entwickelt

werden kann und wird. „Diese

Zeit müssen wir für intensiveDiskussionen

unter Wissenschaftlern, aber

auch mit der ganzen Gesellschaft

nutzen.“

Auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft

(DFG) rief 2018 in einem

Positionspapier zur Standortortbestimmung

der Synthetischen Biologie

zu einer breiten Diskussion auf. Allerdings

sieht sie in den bisher bekannten

Arbeiten bezüglich der biologischen

Sicherheit „kein neues Gefährdungspotenzial“.

Kollegen aus der

Schweiz sehen die Entwicklungen

kritischer:„DieSynthetische Biologie

vermag biologische Systeme stärker

umzugestalten als die Gentechnik. Es

können Organismen entstehen, die

nur noch wenig mit bekannten Lebensformen

zu tun haben“, heißt es

in einer Stellungnahme der Akademie

der Naturwissenschaften

Schweiz (SCNAT). Deshalb sei es

wichtig, die gesetzlichen Regelungen

den Risiken der einzelnen Tätigkeiten

anzupassen.

Der Europäer ist viel älter als gedacht

Der Mensch erreichte unseren Kontinent 150 000 Jahre früher.Das wollen Wissenschaftler aus Tübingen und Athen herausgefunden haben

Der Homo sapiens hat sich einer

Studie zufolge 150000 Jahrefrüher

in Europa angesiedelt als bisher

angenommen. Der analysierten

Fragmente des Schädels eines modernen

Menschen stammten vom

Fundort Apidima in Südgriechenland,

berichten Wissenschaftler der

Universitäten Tübingen und Athen

im Fachmagazin Nature. Ein unabhängiger

Forscher äußerteinige Vorbehalte

zu den Ergebnissen.

Nach Angaben der Universität

Tübingen vom Mittwoch, untersuchten

die Forscher einen menschlichen

Schädel, der bereits in den

1970er-Jahren in einer griechischen

Höhle entdeckt worden war. Unter

anderem rekonstruierten sie beschädigte

Teile virtuell und datierten

ihn auf ein Alter von 210 000 Jahren.

Wegen seiner Merkmale wie einem

gerundeten Hinterkopf ordneten sie

ihn einer frühen Form des Homo sapiens

zu. DerSchädel stamme damit

vom ältesten modernen Menschen,

der außerhalb Afrikas gefunden

wurde. Bisher bekannte Homo-sapiens-Funde

in Europa sind mehr als

150 000 Jahrejünger.

scher als Überrest eines Neandertalers.

Ihrer Erkenntnis nach ist er

170 000 Jahrealt. DieWissenschaftler

schließen daraus,dass in der Epoche

des Mittelpleistozän im heutigen

Griechenland erst eine frühe Population

des Homo sapiens und später

Neandertaler lebten. Die Schädelanalysen

deuten darauf hin, dass

letztere später wiederum von neu

ankommenden anatomisch modernen

Menschen verdrängt wurden.

Nach Angaben von Faysal Bibi

vomMuseum für Naturkunde in Berlin

fügen sich die Forschungsergeb-

Es gilt als Konsens in der Wissenschaft,

dass sich der anatomisch moderne

Mensch in Afrika entwickelt

und vondortauf der ganzenWelt verbreitet

hat. Die jetzt veröffentlichten

Forschungsergebnisse zeigten, dass

eine erste Ausbreitungswelle viel früher

stattgefunden habe und geografisch

weitreichender –bis nach Europa

–ausgefallen sei als bisher angenommen,

teilte die Hauptautorin Katerina

Harvati, Paläoanthropologin

an der Universität Tübingen, mit.

Einen zweiten Schädel vom gleichen

Fundortidentifizierten die Fornisse

in eine Reihe von Entdeckungen

der vergangenen Jahre, etwa aus

Israel oder China, die die Geschichte

des Homo sapiens immer älter und

komplexer scheinen lassen. Er äußerte

aber Vorbehalte, weil die jetzt

neu interpretierten Schädelknochen

aus Griechenland nur noch in Bruchstücken

vorhanden sind. Zudem sei

die von den Forschern verwendete

radiometrische Datierungsmethode

umstritten. In der Vergangenheit

habe sie oft falsche Ergebnisse geliefert.

„Es braucht mehr und bessere

Fossilien, um jeden zu überzeugen,

dass Homo sapiens so früh in Griechenland

lebte,und Daten zur Bestätigung“,

sagte Faysal Bibi. „Die neue

Studie liefertaber exzellente Gründe,

um weiter nach neuen Entdeckungen

zu suchen.“

Bereits im Januar 2018 hatten Forscher

in Israel Teile eines Oberkiefers

und Zähne eines Homo sapiens gefunden

und sie auf ein Alter von

180 000 Jahren datiert. Sie schlossen

daraus, dass der moderne Mensch

Afrika mindestens 50 000 Jahre früher

verlassen habe als bis dahin angenommen.

(dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019 17 *

·························································································································································································································································································

Sport

Jenseits

der

Hölle

Wasserspringer Hausding

kämpft mit Problemen

Normalerweise könnte Patrick

Hausding direkt nach dem Aufwachen

schlaftrunken einen perfekten

Dreieinhalbsalto ins Wasser zaubern.

Doch davon war der Olympiadritte

im Januar meilenweit entfernt,

er konnte sich morgens ohne die

Hilfe seiner Freundin nicht mal alleine

anziehen.

„Das war die Hölle“, sagte Hausding

vorseinem WM-Auftakt vom1-

m-Brett am Freitag im südkoreanischen

Gwangju: „Jede Erschütterung

hat mir so viel Schmerzen bereitet.

Ich lag abends im Bett und wollte

mich am liebsten betäuben. Das

Brennen ging den ganzen Arm hinunter

bis zu den Fingerspitzen.“

Drei Wochen ausgeknockt

Bei einem Trainingssprung auf dem

Trampolin hatte der 30 Jahre alte

Berliner die Schraube zu einem falschen

Zeitpunkt geöffnet und war

auf Kopf und Nacken gelandet. „Es

hat im ganzen Körper geknackt“, erinnert

sich der Rekordeuropameister.

Bündelriss im Rückenmuskel,

geprellter Nackenwirbel, neuronale

Probleme im rechten Zeige- und

Mittelfinger −„drei Wochen war ich

komplett ausgeknockt“, berichtet

Hausding: „Nach acht Wochen war

es plötzlich gut.“

International riss der Vizeweltmeister

deswegen in dieser Saison

noch keine Bäume aus,doch mittlerweile

fühlt er sich „wieder im Aufwind“.

Der WM-Vorbereitungslehrgang

in China verlief ohne größere

Probleme, selbst seine chronischen

Knieschmerzen bekommt er dank

einer ausgeklügelten Trainingssteuerung

in den Griff. Doch: „Eine Medaille

nehme ich mir auf keinen Fall

vor, dafür hatte ich zu viele Rückschläge

und dafür war auch die Vorsaison

einfach zu unterirdisch.“

Wasserspringer Patrick Hausding ist

nach schwerer Verletzung zurück.

DPA

Sein primäres Ziel ist das Erreichen

des 3-m-Finals,damit würde er

dem Deutschen Schwimm-Verband

einen Quotenplatz für Olympia 2020

bescheren. Auch im nichtolympischen

1-m-Wettkampf peilt Hausding

den Endkampf an. Im 3-m-Synchronspringen

will er sich mit seinem

neuen Partner Lars Rüdiger,mit

dem er bei der EM 2018 in Glasgow

mit Bronze seine allererste Medaillen-Nullnummer

gerade so verhinderthatte,„gut

in Szene setzen“.

VomTurm springt Hausding seit

dem Rücktritt seines Weltmeister-

Partners Sascha Klein nicht mehr.

Während Klein längst die Freiheit

und das Familienleben genießt,

quält sich Hausding noch jeden Tag

zum Training. Er erträgt Schmerzen

undVerletzungen –weil er ein großes

Ziel vor Augen hat: seine vierten

Olympischen Spiele in Tokio. „Ich

will aus der Historie der Wasserspringer

in Deutschland herausstechen“,

sagt Hausding.

MitzweiOlympia-, vier WM- und

sagenhaften 30 EM-Medaillen ist der

Berliner schon jetzt der erfolgreichste

Wasserspringer in der DSV-

Geschichte. Dass in Gwangju noch

einmal Edelmetall dazukommt, ist

zwar unwahrscheinlich. Aber die

„Hölle“ hat Hausding in diesem Jahr

bereits hinter sich gelassen. (sid)

Französische Lehrstunden

Lennard Kämna gilt als große deutsche Rundfahrt-Hoffnung, doch sein Körper sendet Warnsignale

VonStephan Klemm, Colmar

Nun liegen schon fünf

Tage Anstrengung hinter

den Fahrern bei dieser

Frankreich-Rundfahrt,

die Augen sind gerötet im Ziel, die

Luft wirdknapp in den ersten Sekunden

nach dem Abstieg vom Rad, die

Schultern hängen kraftlos herunter.

Undsosagt LennardKämna aus Bremen

zunächst passend zu dem Eindruck,

den er vermittelt:„Es ist hart.“

Doch das heißt nicht, dass sein Debüt

bei der Tour de France ein Problem

für ihn wäre, denn er sagt auch:

„Es geht mir gut.“ Kämna ist gerade

einmal 22 Jahre alt und damit der

jüngste der insgesamt elf deutschen

Tour-Starter –und doch hat er schon

eine Menge erlebt in seiner jungen

Karriere.

Höhepunkte wie den WM-Titel

im Teamzeitfahren 2017 mit seiner

deutschen Sunweb-Formation, damals

gewann er zudem im U23-Rennen

die Silbermedaille. Ein Profi mit

Potenzial in den Rundfahrten schien

sich dort zu entwickeln, stark im

Zeitfahren und in den Bergen. Doch

bei Sunweb achtete man stets darauf,

dass die Erwartungen an Kämna

sehr defensiv formuliert werden.

Auch wenn er in die Wunschvorstellung

zu passen schien, die Team-

Manager Iwan Spekenbrink einst

formulierte: „Ich träume davon, mit

einem deutschen Fahrer die Tour de

France zu gewinnen.“

Rückschlag im letzten Jahr

2018 jedoch stagnierte Kämnas Entwicklung.

Er war oft krank, holte sich

viele ärztliche Meinungen ein und

entschied sich schließlich zu einer

Pause von sechs Wochen. Insgesamt

ist er fünf Monate keine Rennen gefahren.

„Ich musste einfach meinen

Kopf klar bekommen“, sagt Kämna.

Das sei ihm auch durch Gespräche

mit einer Sportpsychologin in Bremen

gelungen. Während der gesamten

Zeit hat ihn sein Team unterstützt.

„Ich bin stolz darauf, dass wir

Lennard wieder zurückbekommen

haben. Er hat gute Arbeit geleistet,

um es zu schaffen. Wiraber auch für

ihn“, bilanziertSpekenbrink. Kämna

sagt:„Das Team hat mir wirklich sehr

geholfen.“

Lennard Kämna fährtbislang eher selten vorneweginFrankreich.

Sieg: Der SlowakePeter Saganhat

die fünfte Etappe gewonnen

und dem deutschen

Team Bora-hansgrohe damit

endlich den ersten Sieg bei

der 106. Tour de France beschert.

SAGAN GEWINNT IN COLMAR

Strecke: Der dreimalige

Weltmeister setzte sich nach

175,5 km zwischen Saint-

Die-des-Vosges und Colmar

vordem Niederländer Wout

vanAertund dem Italiener

Matteo Trentin durch.

IMAGO IMAGES/SIROTTI

Serie: Das Gelbe Trikot behauptete

der französische

Weltranglistenerste Julian

Alaphilippe (Deceuninck-

Quick Step), der die Gesamtführung

am Montag übernommen

hatte.

Unterhalb des Radars

Für eine derart intensive Fahrerpflege

ist Sunweb bekannt. Der Niederländer

Spekenbrink hat zudem

viele kluge Innovationen in die Radsportwelt

transportiert. Zudem bekennt

er sich offensiv gegen Doping

und zeigt Radsportlern mit seinen

Angestellten, dass es viele andere

Wege gibt, um im Radsport erfolgreich

zu sein, als medikamentös

nachzuhelfen. DasTeam arbeitet seit

Jahren mit Trainern, was normal

klingt, im Radsport aber erst durch

Sunwebs Idee zunehmend verbreitet

ist. Mansetzt zudem auf Technik-Innovationen,

auf individuelle Ernährungsprogramme

und arbeitet mit

den Fahrernviel an ihrer Position auf

dem Rad.

Anfang Juni hat das Team zudem

sein „Keep Challenging Center“ im

niederländischen Sittard eröffnet,

eine Nachwuchsakademie für Fahrer

ab 18 Jahren. „Die besten jungen

deutschen Fahrer sind dabei und einige

aus anderen Ländern“, sagt

Spekenbrink. DieTalente sollen eine

allumfassende Ausbildung erhalten

und es unbedingt auch ins Profi-

Team schaffen.

Musterschüler Dumoulin

Ein Musterschüler der aktuellen

Sunweb-Ausbildung ist der Niederländer

Tom Dumoulin, Gewinner

des Giro d’Italia 2017 undTour-Zweiter

im Vorjahr.Doch in diesem Sommer

fehlt er wegen einer Knieverletzung,

so dass sich Sunweb diesmal

auf Etappensiege konzentriert. Und

man hat Kämna dabei, dessen Vertrag

am Jahresende ausläuft, um ihn

zu beobachten, ihm auch in Extremsituationen

zu helfen. Bei der Tour

de Suisse im Juni hat Kämna bereits

mit Rang 17 überzeugen können.

Doch das Gesamtklassement der

Tour interessiert ihn in diesem Jahr

nicht. „Ich stapele hier erstmal tief.

DieTour de France muss ich mir erst

mal erarbeiten.“

In Frankreich möchte er sich für

einen neuen Vertrag empfehlen und

es auch mal in eine Ausreißergruppe

schaffen. Doch neben aller Arbeit

geht es für Kämna auch um das Erlebnis

Tour de France: „Ich genieße

jeden Moment.“ Auch wenn es nach

den ersten Etappen erst mal nicht so

aussieht.

Barbora Strycova und Jelena Switolina sind die Überraschungen im Halbfinale von Wimbledon

VonDoris Henkel, London

Für manche Dinge braucht man

eine fest Absicht und Geduld.

Barbora Strycova war zwei Jahre alt,

als sie mit ihrem Großvater das Museum

im All England Club besuchte;

die Trophäen gefielen ihr, und so

teilte sie dem Großvater mit, eines

Tages werde sie in Wimbledon spielen.

Mit 17war sie zum ersten Mal

auf dem weltberühmten Rasen dabei,

doch erst jetzt, viele Jahrespäter,

ist sie der Trophäe wirklich nah.

Heute wird die inzwischen 33 Jahre

alte Tschechin zum ersten Malinihrer

Karriere im Halbfinale eines

Grand-Slam-Turniers spielen, und

sie könnte sich dafür keinen schönerenOrt

vorstellen als Wimbledon.

Einfeines Händchen

Hat derzeit viel Spaß an ihrem Beruf als Tennisprofi: Barbora Strycova

„Ich glaube, sie gibt ihren Gegnerinnen

jede Gelegenheit, sich da draußen

nicht besonders gut zu fühlen.“

Johanna Konta hat selbst erfahren, wie unangenehm Strycova als Gegnerin ist.

DieTschechin ist keine,die mit Tempotennis

und knalligen Aufschlägen

Punkte macht; dazu fehlen ihr bei einer

Größe von 1,64 die körperlichen

Voraussetzungen. Aber sie hat, ähnlich

wie die nur zwei Zentimeter größereaktuelle

Nummer eins des Frauentennis,

Ashleigh Barty, ein feines

Händchen, spielt erstklassige Volleys

und versteht sich darauf, Dinge zu

tun, die die Gegnerin aus dem

Rhythmus bringen. So wie beim Sieg

imViertelfinale gegen die eher eindimensional

spielende Britin Johanna

Konta. Die fasste die Ereignisse hinterher

so zusammen: „Sie verteilt die

Bälle auf eine listige Art. Ihr Slice ist

gut, sie nimmt das Tempo aus dem

Spiel. Ich glaube, sie gibt ihren Gegnerinnen

jede Gelegenheit, sich da

DPA/JONES

draußen nicht besonders gut zu fühlen.“

Nunkann man sicher davon ausgehen,

dass BarboraStrycovaimersten

ganz großen Halbfinale ihrer

Karriere andiesem Donnerstag auf

eine Spielerin treffen wird, die nicht

zu zügig vom Weg zum Sieg abzubringen

ist. DerName dieser Gegnerinist

Serena Williams,die spielt seit

Beginn des Turniers von Tag zu Tag

besser. Strycova vertraut darauf, mit

einem seidigen Slice das Tempo im

Spiel zu reduzieren, und eines ist sowieso

klar.„Angst“, sagt sie,„hab ich

nicht“.

Derrichtige Partner

Es geht um Ausdauer, täglich neu zu

erarbeitende Zuversicht, aber

manchmal auch um das Glück, den

richtigen Menschen an der Seite zu

haben. Jelena Switolina aus der

Ukraine, die im zweiten Halbfinale

gegen Simona Halep spielen wird, ist

mit 24 die Jüngste im Kreis der letzten

Vier, und sie sagt, sie habe sich

dieser Tage bisher ziemlich wohl dabei

gefühlt, unterhalb des Radars zu

fliegen. In der ersten Woche standen

die Taten der 15 Jahre alten Cori

Gauff im Mittelpunkt, dann übernahm

Serena Williams, aber auf der

Ebene des Halbfinales ist es mit den

Schattenspielen vorbei. Switolina

sagt über sich, sie sei eine eher verschlossene

Person, seit sie allerdings

mit dem französischen Kollegen

Gael Monfils eng befreundet ist, hält

sie sich für offener und gesprächsbereiter.

Sie sagt, er helfe ihr zu verstehen,

was wichtig für sie sei.

NACHRICHTEN

Saibou wechselt von Berlin

nach Bonn

BASKETBALL. Nationalspieler Joshiko

Saibou, 29, wechselt nach zwei

Jahren bei Alba Berlin zum Bundesliga-Konkurrenten

Telekom Baskets

Bonn. DerPoint Guarderhält bei seinem

neuem Klub einen Zweijahresvertragbis

2021. Saibou, der bereits

von2007 bis 2011 für Alba gespielt

hatte,kam in der abgelaufenen

Hauptrunde im Schnitt auf 7,1

Punkte,1,7 Rebounds und 1,4 Assists.

Früherer Biathlon-Trainer soll

Reichsbürger sein

BIATHLON. DerfrühereAssistenz-

Trainer der deutschen Biathlon-Nationalmannschaft,

Andreas Stitzl,

kämpft vordem Verwaltungsgericht

München um seine Waffen. DieBehörden

hatten dem 45-Jährigen die

Waffenbesitzkarte abgenommen,

weil er unter dem Verdacht steht, der

„Reichsbürger“-Bewegung nahe zu

stehen. Sein Anwalt Claus Huber-

Wilhelm wies die „Reichsbürger“-

Vorwürfe gegen seinen Mandanten

entschieden zurück.

Röhler will Grundeinkommen

für Sportler

LEICHTATHLETIK. Speerwurf-Ass

Thomas Röhler fordertvom Internationalen

Olympischen Komitee

(IOC) einen festen Lohn. „Ein bedingungsloses

Grundeinkommen für

Einzelsportler auf diesem Niveau

würde zu besseren Leistungen führen“,

sagte der Olympiasieger.„Ich

kenne genug Olympiasieger aus

Deutschland, die leider vonihrem

Sportnicht leben können.“ Diederzeitige

Situation sei nicht fair:„Die

Olympischen Spiele sind das größte

Event, bei dem weltweit Leute begeistertzusehen

und wir bekommen

null Komma null Gage.“

ZAHLEN

Radsport

Tour de France

5. Etappe Saint-Dié-des-Vosges -Colmar

(175,5 km): 1. Peter Sagan (Slowakei) -Borahansgrohe

4:02:33 Std.; 2. Wout vanAert(Belgien)

-Team Jumbo +0Sek.; 3. Matteo Trentin

(Italien) -Mitchelton-Scott;

Gesamtwertung: 1. Julian Alaphilippe (Frankreich)

-Deceuninck-Quick-Step 18:44:12 Std.; 2.

Wout vanAert(Belgien) -Team Jumbo +14Sek.;

3. StevenKruijswijk (Niederlande) -Team Jumbo +

25; ... 29. Emanuel Buchmann (Ravensburg) -

Bora-hansgrohe +1:11 Min.; 57. Simon Geschke

(Freiburg im Breisgau) -CCC Team +2:44; 60. Maximilian

Schachmann (Berlin) -Bora-hansgrohe +

3:03; 65. Nils Politt (Hürth) -Katusha Alpecin +

4:11; 73. Lennard Kämna (Fischerhude) -Team

Sunweb +9:05; 117. Nikias Arndt (Köln) -Team

Sunweb +25:16; 131. Marcus Burghardt (Samerberg)

-Bora-hansgrohe +31:00; 141. Rick Zabel

(Köln) -Katusha Alpecin +32:55; 146. Roger

Kluge(Berlin) -Lotto-Soudal +33:28; 162. André

Greipel (Hürth) -Team Arkea-Samsic +35:30;

170. Tony Martin (Kreuzlingen/Schweiz) -Team

Jumbo +37:30

Bergwertung: 1. TimWellens (Belgien) -Lotto-

Soudal 17 Pkt.; 2. Toms Skujins (Lettland) -Trek -

Segafredo 9; 3. Xandro Meurisse (Belgien) -

Wanty-Gobert6;

Sprintwertung: 1. Peter Sagan (Slowakei) -

Bora-hansgrohe 144 Pkt.; 2. Michael Matthews

(Australien) -Team Sunweb 97; 3. Elia Viviani (Italien)

-Deceuninck-Quick-Step 92;

Teamwertung: 1. Team Jumbo (Niederlande)

56:42:43 Std.; 2. Team Sunweb (Deutschland) +

1:44 Min.; 3. EF Education First (USA) +1:57

Tennis

Grand-Slam-Turnier in Wimbledon

Viertelfinale, Männer: NovakDjokovic (Serbien/1)

-David Goffin (Belgien/21) 6:4, 6:0, 6:2;

Roger Federer (Schweiz/2) -Kei Nishikori (Japan/8)

4:6, 6:1, 6:4, 6:4; Rafael Nadal (Spanien/3)

-Sam Querrey(USA) 7:5, 6:2, 6:2; Roberto

Bautista Agut (Spanien/23) -Guido Pella

(Argentinien/26) 7:5, 6:4, 3:6, 6:3; Halbfinale:

Djokovic Agut, Fedeer-Nadal

Mixed, Achtelfinale: Nicole Melichar/Bruno Soares

(USA/Brasilien) -Serena Williams/AndyMurray(USA/Großbritannien)

6:3, 4:6, 6:2;


Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019 – S eite 18 *

·························································································································································································································································································

Sport

Herthas Trainer Ante Covic zeigt deutlich an, wo er den Ball laufen sehen möchte: am Boden, nicht in der Luft

MATTHIAS KOCH/NOVESKI

Alles anders unter Ante

Herthas neuer Trainer Covic findet bei seinen Spielern mit seiner kommunikativen Art und seinem taktischen Verständnis bereits in den ersten Einheiten Anklang

VonSebastian Schmitt, Neuruppin

Die vielen Veränderungen

unter Ante Covic wurden

am Tag vier des Trainingslagers

in Brandenburg

und damit noch in der ersten

Woche nach seiner Amtsübernahme

von Pal Dardai deutlich. Herthas

neues Cheftrainer griff bereits vor

dem Aufwärmen ein, erklärte seinen

Spielernineiner Trockenübung, welches

taktische Verhalten er sich im

Spielaufbau zukünftig wünscht. Zu

häufig sei das Spiel der Berliner in

der Vergangenheit über die Außenverteidiger

und mit einem langen

Ball entlang der Linie aufgebaut worden.

DieAußenbahnspieler mussten

entgegenkommen, standen mit dem

Rücken zum Tor. Als Konsequenz

kam Herthas Aufbauspiel früh zum

Erliegen.

Hinten flach rauskommen

Covic hat einen anderen Ansatz. Dafür

schob und zerrte er seine Spieler

über den Platz, zeigte, wie er sich

künftig das Stellungsspiel seiner Außenverteidiger

vorstellt: Ohne Ball

sollen sie das Zentrum besetzen.

Wenn sich gleichzeitig die Flügelspieler

auf der Außenbahn fallen lassen,

ergeben sich neue Dreiecke,die

für mehr Optionen im Spielaufbau

sorgen. „Wir wollen keine langen

Notbälle mehr spielen, sondern

möglichst flach rauskommen“, sagt

Covic.

Nach dem viel diskutierten Einstieg

des neuen Investors will der

Klub in der kommenden Spielzeit

mit offensivem und attraktivem

Fußball ins obereTabellendrittel der

Bundesliga. Ein ambitionierteres

Saisonziel als ein einstelliger Tabellenplatz

kommt Manager Michael

Preetz aber bisher nicht über die Lippen.

Dagegen lässt sich bereits nach

dem einwöchigen Camp in der Fontane-Stadt

Neuruppin feststellen,

dass es bei Hertha unter Covic spürbar

anders zugeht. Nicht nur,was die

Taktik betrifft. „Ante hat einen ganz

anderen Ansatz. Er kommuniziert

viel und hat die Fähigkeit alle einzubinden“,

erklärtLukas Klünter.

Wieerdas macht, konnte man im

Neuruppiner Volksparkstadion täglich

beobachten. Covic unterbrach

immer wieder die von ihm und seinen

beiden Assistenten Mirko Dickhaut

und Harald Gämperle ausgedachten

Übungen, korrigierte kleine

Die Deutsche Fußball-Liga

hat am gestrigen Mittwoch

die genauen Termine für die

ersten sechs Bundesliga-

Spieltageder Saison

2019/20 bekanntgegeben,

die am Freitag,16. August

beginnt.

TERMINE FÜR DEN BUNDESLIGA-AUFTAKT

Fehler bis ins kleinste Detail und

achtete dabei neben dem Stellungsspiel

auch auf absolute Fußball-

Grundlagen wie die korrekte Ballannahme.

Bekamen die Spieler in der

Vergangenheit häufig den schwäbischen

Akzent vomnach Stuttgartabgewanderten

Assistenztrainer Rainer

Widmayer zu hören, hallt ihnen

seit dem 1. Juli fast nur die Stimme

des Cheftrainers entgegen. „Ich bin

ein sehr, sehr emotionaler Mensch.

Und meine Stimme ist daran gewöhnt,

dass sie gebraucht wird“, sagt

Covic.

Hertha BSC ist bekanntlich

gleich zum Auftakt beteiligt

und startet mit dem Auswärtsspiel

beim Meister FC

Bayern ins Spieljahr.Am

Sonntag,25. August empfangen

die Blau-Weißen den

VfL Wolfsburg

Der 1. FC Union zieht erst

zwei Tage später nach und

absolviertdas erste Bundesliga-Spiel

der Vereinsgeschichte

gegenRBLeipzig

am Sonntag,18. August um

18 Uhr.Eine Woche später

geht’snach Augsburg.

Schon als Jungendtrainer sei er

ein sehr kommunikativer Trainer gewesen.

Und es sieht nicht danach

aus, dass Covic vor seiner Debütsaison

als Profi-Coach etwas an seinem

Stil ändernwird. Dergebürtige Berliner

nutzte jede noch so kurze Trainingsunterbrechung,

um seine Spieler

besser kennenzulernen, zu loben

oder auch bei Bedarfmal zu kritisieren.

„Wenn man das Gefühl bekommt,

dass in die Truppe ein

Schlendrian reinkommt, muss das

mal sein“, erklärterseine lauten Ansagen.

„Wir kennen das alle von zu

Hause, wenn die Kinder mal nicht

hören wollen. Dann musst du es

manchmal dreimal knallen lassen“,

sagt er. Schließlich gebe es nichts

Schlimmeres als „verschenkte Trainingszeit“.

Weil es in Brandenburg

davon kaum davon gab, zieht Covic

ein positives Fazit. „Es ist faszinierend,

mit welchem Eigenantrieb die

Jungs rangehen“, sagt er. Die Laune

der Spieler sei nicht ein einziges Mal

in den Keller gegangen, trotz der vielen

konditionellen Einheiten.

Täglich neue Übungen

Das könnte auch daran gelegen haben,

dass Covic bereits deutlich

mehr mit dem Ball arbeiten ließ als

Dardai in den vergangenen Jahren.

Eine weichere Gangart will er dabei

nicht an den Taggelegt haben. „Von

den Umfängen her gibt es feste Parameter“,

erklärt er. Natürlich sei es in

der Vorbereitung wichtig, die nötige

Anzahl an Kilometern abzuspulen.

„Wenn wir sie mit dem Ball erreichen,

freut mich das als Trainer, der

gerne Fußball spielen lässt und Offensivfußball

liebt.“

Den akribischen Worten ließ Covic

in Brandenburg jede Menge Taten

folgen. Fast jeder Tagkonfrontierte

seine neuen Spieler mit neuen

Übungen. Neben dem Spielaufbau

lag der Fokus auf flexiblen Spielsystemen

und auf dem Gegenpressing,

mit dem Hertha die Gegner zukünftig

am liebsten dauerhaft konfrontieren

möchte. Dabei bewies er

durchaus Charme, wenn seine Spieler

die Übungen nicht direkt begriffen.

„Wenn ihr nur rennt, macht ihr

schon siebzig Prozent richtig“, rief er

ihnen zu. Oder: „Das sieht schon

besser aus“, ohne hinterher zuschieben:„Wenn

ihr jetzt noch reden würdet

….“

DieFreude über die neue Aufgabe

ist Covic anzumerken, wohlwissend,

dass er bisher noch keine harten Entscheidungen

zu treffen hatte.„Beim

Saisonstart wird sich zeigen, wie wir

das alles gestalten“, sagt er.Bis dahin

will er die Intensität in den kommenden

Wochen hochhalten. „Es wäre

fahrlässig, nach zehn Tagen zu sagen:

,Jetzt gehen wir auf Malle und

legen uns hin und machen nichts

mehr’“, sagt Covic uns verspricht seinen

beanspruchten Stimmbändern

keine Pause. „Wenn du als Fußballlehrer

auf den Platz gehst, bist du

den Jungs etwas schuldig.“

„Wer Angst hat, hat schon verloren“

Nationalteam, Aufstieg: Voreinem Jahr setzte sich Unions Torwart Rafal Gikiewicz schier unerreichbare Ziele, die er am Ende alle erfüllte. Deshalb will er nun sogar noch höher hinaus

VonMathias Bunkus, Windischgarsten

Ein Fußballprofi muss große Ziele

haben, klar. Torwart Rafal Gikiewicz

repräsentiert diesen Grundsatz

wie kaum ein anderer Profi beim 1.

FC Union. Im Vorjahr wollte der in

Olsztyn geborene Schlussmann 15-

mal zu Null spielen −was ihm mit

der Saisonverlängerung durch Relegation

auch gelang −, in den Fokus

der polnischen Nationalmannschaft

kommen und vorallem: aufsteigen.

Dasist alles geglückt. Daher überrascht

es wenig, dass sich der 32-Jährige

für die neue Saison wieder einiges

auf den Zettel geschrieben hat,

den seine Ehefrau Ania zwecks Kontrollmöglichkeit

wieder an die heimische

Kühlschranktür heften wird.

Dasfängt schon beim Saisonstart

der Köpenicker an, der es bekanntermaßen

in sich hat. Mit Leipzig und

Dortmund sind gleich mal der Dritte

und Zweite des Vorjahres zu Gast.

Dazu gesellt sich die Auswärtsaufgabe

in Augsburg.

„Ich finde das gut“, sagt Gikiewicz.

„Wir müssen sowieso in jedem

Spiel vonder ersten Minuten da sein,

kämpfen, dann ist alles möglich. Ich

habe Respekt, aber keine Angst.“Vier

bis sieben Punkte wolle er aus diesen

drei Partien mitnehmen, nicht einen

oder zwei. „Wenn wir Angst haben,

habe wir schon verloren“, lautet die

Kampfansage.

Einguter Startwäreauch wichtig,

um die Mission Klassenerhalt zu bewältigen.

„17-mal kommen gute

Gegner.Aber wir spielen ja zu Hause.

Wersagt denn, dass es gegen Düsseldorf

einfacher wäre als gegen Red

Bull?“, sagt Gikiewicz, der sich in Erinnerung

an den Aufstieg das Union-

Vereinswappen und das Datum 27.

Mai 2019 in römischen Ziffern auf

seinen linken Unterarm tätowieren

lassen hat. Derist so etwas wie seine

Fleisch gewordene

Trophäensammlung,

denn auch die mit

Slask Wroclaw vor sieben

Jahren errungene

Meistermedaille hat da

ihren Platz gefunden.

Ein Bundesligator

möchte Gikiewicz

auch noch schießen,

nachdem er in der abgelaufenen

Zweitligasaison

im Oktober beim

1:1 gegen Heidenheim

mit dem Kopfballtreffer in Mittelstürmermanier

den Köpenickern in

der Nachspielzeit einen Punkt rettete.

„Ich glaube, inder Bundesliga

werdeich noch mehr Möglichkeiten

dazu bekommen, nach vorne zuge-

Angriffslustig:

Rafal Gikiewicz

hen. In der letzten Minute oder in

der Nachspielzeit“, sagt er über die

nicht unrealistische Aussicht, dass

die Elf von Trainer Urs

Fischer im Fußball-

Oberhaus häufiger im

Rückstand liegen wird

als in der zweiten Liga.

Die 15Spiele ohne

Gegentor, auf die er

sehr stolz ist, sieht er

MATTHIAS KOCH

als Gemeinschaftswerk.

„Die ganze

Mannschaft hat gut

verteidigt. Da ging es

nicht nur um Gikiewicz,

Hübner oder

Friedrich, auch wenn wir wie die

Berliner Mauer waren“, sagt der

zweifache Familienvater.

Dennoch stach er derart heraus,

dass er fürs Nationalteam nominiert

wurde.„Als ich vor fünf Jahren nach

Braunschweig gegangen bin, habe

ich immer gesagt, dass ich in die Nationalelf

möchte. Alle sagten nur:

,Nein, dafür bist du zu alt. DieZweite

Liga ist nicht so stark wie unsere

erste Liga.’ Jetzt hat es doch geklappt“,

freut sich Gikiewicz über

seine unerwartete Berufung vor der

Sommerpause, wegen derer er nur

zwei Tage in Köpenick feiernkonnte.

DieBundesliga sollte helfen, wieder

berücksichtigt zu werden. Denn

noch hat er kein Länderspiel absolviert.

Ende August, Anfang September

besteht die nächste Chance.

Immerhin war im Kreise der polnischen

Nationalmannschaft auch

Union ein Thema. Mit Bayernstürmer

Robert Lewandowski hat er

sich darüber unterhalten. „Er freut

sich einfach auf Berlin. Ich habe

ihm zwar nicht gesagt, dass er kein

Torschießen wird, aber dass es bei

unsnicht einfach wird, dass weiß er.

Wir sind sehr heimstark“, frohlockt

der Keeper.

Der Auswahltrip bescherte ihm

übrigens ein Luxusproblem. Durch

die Urlaubsverlängerung stieß er

später zum Team. „Ich muss jetzt

noch in paar Namen lernen oder ein

paar Spitznamen“, gab er zu. „Wir

haben ja eine ganze neue Mannschaft

dazubekommen.“ Aber er begrüßt

das. „Unser altes Team verdient

Respekt. Aber in der Bundesliga

brauchst du einfach noch mehr

Qualität. Wir brauchen diese Erfahrung

von Ujah, Gentner oder Subotic.

Wir als Spieler haben mit den

vielen Neuen kein Problem. Eher der

Trainer“, frotzelte Gikiewicz. Er

meinte damit die künftige Qual der

Wahl bei der Aufstellung. Wenngleich

er natürlich im Torauf Kontinuität

hofft.


Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019 – S eite 19 *

·························································································································································································································································································

Feuilleton

Durch den Sommer

mit den „Open Spaces“

in den Uferstudios

Seiten 22 und 23

„Der Schmerz trifft den Leser mit ganzer Kraft.“

Anne Burgmer über Stig Sæterbakkens postum auf Deutsch erschienen Roman „Durch die Nacht“ Seite 20

Rammstein

Till Lindemann

hat sich verhört

Ulrich Seidler

imaginiertdas Happy-End

einer verpatzten Begegnung

Vermutlich hätte Till Lindemann,

der wie stets auch in diesem Fall

erfolgreich um ein unsympathisches

Image bemühte Sänger der Tanzmetallmusikkapelle

Rammstein, den

Weihnachtsmann persönlich aus

dem Backstagebereich geworfen:

„Was hast’n hier zu suchen? Wer

bist’n du?“ −„DerWeihnachtsmann“

− „Verarschen kann ich mich alleine.“

Letzteres seien, so erzählte es

Lindemanns Kollege Christian

„Flake“ Lorenz gerade nochmal auf

Radio Eins, die Worte gewesen, mit

denen Lindemann dem Musiker

Sean Lennon die Tür gewiesen habe.

Gut, kann passieren, so eine Verwechslung,

ist ja auch schon lange

her. Schließlich klingt „Sean“ ein

bisschen wie „John“. Also ein bisschen

so, als würde ein Sachse John

sagen wollen: Schonn. Aber man

muss kein Sachse sein, um im Backstagebereich

einer Tanzmetallmusikkapelle

− wo die Hometrainer

quietschen, Flammenwerfer keuchen

und Pyroproben explodieren −

nicht richtig verstanden zu werden,

zumal von jemandem mit einem

über Jahrehinweg starkbeanspruchten

Gehör.Und Sean Lennon ist kein

Sachse,erist der Sohn vonJohn Lennon,

dem 1980 erschossenen Sänger

der Beatles −damals war Sean fünf.

Lindemann habe geglaubt, so erinnert

sich Flake, Sean Lennon sei

ein x-beliebiger „komischer Studententyp“,

der sich spaßenshalber als

John Lennon vorstellt. Also raus mit

ihm aus dem Backstagebereich. Offenbar

blieb keine Gelegenheit, das

Missverständnis auszuräumen.

Obwohl das alles schon so lange

her ist, bleiben zwei Fragen: Was

machte ein sensibler Musiker mit einer

schwierigen Biografie,die in seinem

eher zarten Schaffen ihren Ausdruck

sucht, ausgerechnet bei

Rammstein? Und zweitens: Warum

überlässt es Lindemann nicht seinem

Sicherheitspersonal, den Backstagebereich

zu bewachen? Hat er

keins? Oder will er es sich nicht nehmen

lassen, komische Studententypen

anzumotzen und Weihnachtsmänner

rauszuwerfen?

Wieauch immer.Wir danken dem

Kollegen im Layout, der hier ein Bild

von Sean Lennon zur Verfügung

stellt, raten Till Lindemann dazu, es

auszuschneiden und aufzubewahren.

Bei seiner nächsten Backstage-

Gesichtskontrolle möge Lindemann

dem hier abgebildeten (inzwischen

unwesentlich reiferen) Lennon zur

Versöhnung die Hand schütteln und

ihn zu einer Rhabarberschorle sowie

einem Gastauftritt einladen.

Bitte nirgends rausschmeißen: Sean

Lennon vor 25 Jahren. IMAGO/ROSE HARTMANN

Mehr als ein Funktionsgebäude: Ausblick von der am Freitag eröffnenden James-Simon-Galerie

Endlich James Simon

Der Eingangsbau zur Museumsinsel wird nach einem der bedeutendsten Privat-Mäzene Berlins benannt

VonNikolaus Bernau

Es sei zu Beginn gesagt: Gehen

Siebeim ersten Besuch

der James-Simon-Galerie

auf der Museumsinsel

nicht die große Außentreppe hinauf.

So sehr sie auch lockt. Gehen Sie

stattdessen zuerst durch den strengen,

sehr steinernen wirkenden

neuen Museumshof. Er vor allem

demonstriert, dass die Architekten

David Chipperfield und sein Büroleiter

Alexander Schwarzbeim Entwurf

eher an die marmorne Klarheit

Athens als an das baumbegeistert-romantische

Museumsinsel-

Preußen gedacht haben. Dann

durch schwere Glasportale in die

untere, etwas düstere, recht eng erscheinende

Eingangshalle. Auch

hier stimmt jedes Detail, will man

an die Wände fassen, den Fußboden

berühren. Hoch führt die Innentreppe

in die obere Halle, mit

hinreißend durchschimmernder

Alabasterwand und sattschwer gegossenen

Betonwänden. Locker

streckt sich ein vonAugust Gaul geschaffener

Löwe aus, der aus der

Sammlung von Rudolf Mosse

stammt, einem der anderen großen

jüdischen Mäzene,ohne die die Berliner

Museen nie ihre heutige Weltgeltung

erreicht hätten.

EinAusblick reiner Lust

Blick in das rekonstruierte James-Simon-Kabinett

Rechts rum geht’s,geradeaus weiter

–und dann hinaus auf das oberePodest

der Haupttreppe. Der Effekt ist

überwältigend, der Blick schweift

hin zu den nachgebauten Schlossfassaden,

die Türme der Friedrichswerderschen

Kirche sind sichtbar,

die klare Kante des Alten Museums.

Dieser Ausblick ist die reine Lust.

Am Freitag wird Bundeskanzlerin

Angela Merkel den neuen Eingangsbau

zur Museumsinsel einweihen.

Vondaankann man über sein Tiefgeschoss

das Neue Museum und sein

Terrassengeschoss das Pergamonmuseum

erreichen. Garderoben, ein

Shop, ein Auditorium, zwei Sonderausstellungsräume,

das auch außerhalb

der Museumszeiten offene

Terrassencafé, aber auch ein Bau der

finanziellen Superlative: Schon die

Grundfinanzierung von 71Millionen

Euro war angesichts der

Größe üppig, letztlich

hat er 134 Millionen

Euro gekostet, für 4400

Quadratmeter Nutzfläche.

Die teuerste Garderobe

der Museumsgeschichte.

Das Desaster

war nicht unvorhersehbar,

wie es die

Stiftung Preußischer

Kulturbesitz heute

idealisiert, sondern Resultat

eines Vabanque-

Spiels: Seit den 1840er-

Jahren weiß man im Generellen, seit

dem Baubeginn des Pergamonmuseums

1908 im Detail um den kaum

tragfähigen Grund.

Doch nun steht der Bau, und wenigstens

in Berlin, das nicht zahlen

NIKOLAUS BERNAU

musste, werden die Kosten wohl

schnell vergessen sein. Zwar ist der

Sockel zum Kupfergraben immer

noch zu massig, sind die Pfeiler darauf

staatisch irritierend

dünn, die Grundrisse

viel zu winkelig –aber

das Ganzeist ein Meisterwerk.

Selbst die kargen

Ausstellungsräume

zeigen gleich

mit der ersten Präsentation,

was man hier

machen kann. Gezeigt

wird nämlich eine nur

aus einigen Großpro-

Der Mäzen und Sozialreformer

James Simon

BPK /RUDOLF DÜHRKOOP

jektionen bestehende

Installation der James-

Simon-Stiftung, die an

diesen exzeptionellen kaiserzeitlichen

Mäzen und Philanthropen erinnert.

Das ist leider nicht die Ausstellung

über die Sammlerkultur der Zeit

zwischen etwa 1880 und 1933, die

SEAN GALLUP/GETTY IMAGES

die Museen bis heute unverständlicher

Weise nicht geleistet haben.

Und selbst für diese einfache Installation

brauchte es Proteste von Außen

–auch in dieser Zeitung –und

die Hilfe der James-Simon-Gesellschaft.

Aber immerhin ist sie mehr

an historischer Reflexion als jene

Widmungsinschrift der Museen, die

die Bedeutung Simons geradezu verzerrt.

Siewürdigt ihn nämlich wieder

einmal nur als Kunstsammler und

Museumsstifter. Dabei war Simon

vor allem sozialpolitisch tätig. So finanzierte

er unter anderem das

Stadtbad Mitte –schon seit einigen

Jahren ist es nach ihm benannt –

Kinderheime und Kindersommerlager,Krankenhäuser

und andereFürsorgeeinrichtungen.

Wohltätigkeit

war ihm die einzige Rechtfertigung

des Wohlstands, Kunstmäzenatentum

dagegen stand systematisch an

zweiter Stelle.

DasKabinett als Denkmal

Das eigentliche Denkmal der Museen

für Simon ist also auch nicht

diese nach ihm benannte „Galerie“.

Das eigentliche Denkmal befindet

sich im Bode-Museum. Dort ist

nämlich das 1904 erstmals eingeweihte

Simon-Kabinett wiederentstanden,

eine Sensation der Berliner

Museumslandschaft. Exquisite

Bronze- und Terrakottaskulpturen,

die Elfenbeinmadonna Pisanos und

das Porträt Bronzinos, angeordnet

wie in einem Sammlerkabinett, so

weit wie möglich wie auf den von

dem Kurator Neville Rowley detailliert

ausgewerteten Dokumenten.

Großartig! 1938 tilgten die Staatlichen

Museen –sie waren eben nicht

nur Opfer der Nazis, sondern auch

Mittäter –Simons Namen von der

Widmungsinschrift, 1939 wurden

die Kunstwerke ausgeräumt, gelangten

nach dem Krieg in die Museen in

West- und Ost-Berlin, einige befinden

sich seit 1945 wider allenVölkerrechts

in Moskau. Jetzt ist der Raum

wiedererstanden –als ein Denkmal

der 1933 zerstörten Sammler- und

Ästhetenkultur Berlins.

NACHRICHTEN

Sting muss Konzerte wegen

Erkrankung absagen

Nach einem ursprünglich für vergangenen

Montag geplanten Konzert

in Belgien hat Sting aus gesundheitlichen

Gründen weitereAuftritte

seiner Tournee abgesagt, darunter in

München und Stuttgart. Der67-Jährige

müsse unter anderem seine

Konzerte in München und Stuttgart

absagen, hieß es auf seiner Website.

Wasgenau der Sänger hat, teilte

Stings Management zunächst nicht

mit. Wiedie Nachrichtenagentur

AFP aus dem Umfeld des Sängers erfuhr,soll

er an einer ungefährlichen

Halsentzündung leiden. (AFP)

Unesco entscheidet über

Kurbäder und Künstlerkolonie

Deutschland hofft nach der Anerkennung

vonzweineuen Welterbestätten

in diesem Jahr bei der

Unesco-Tagung 2020 auf weitereGütesiegel

für Denkmäler.Entschieden

werden solle dann unter anderem

über die Nominierung der Künstlerkolonie

Mathildenhöhe in Darmstadt

(Hessen), teilte die deutsche

Unesco-Kommission mit. Entschieden

werden soll im kommenden Jahr

auch über einen transnationalen Antrag

auf Aufnahme europäischer Bäder

aus dem 19. Jahrhundertindie

Liste des Weltkulturerbes.Dazu gehören

die deutschen KurorteBad

Ems, Baden-Baden und BadKissingen.

DieListe des Unesco-Welterbes

verzeichnet nun 1121 Kultur-und

Naturstätten in 167 Ländern. Davon

liegen 46 in Deutschland. 53 Stätten

weltweit gelten als bedroht. Dort

sind die Länder aufgefordert, besondereSchutzmaßnahmen

zu ergreifen.

Gastgeber der Sitzung des Welterbe-Komitees

im nächsten Jahr ist

die Stadt Fuzhou in China. (dpa)

Italienische Filmdiva

Valentina Cortese gestorben

Dieitalienische Schauspielerin Valentina

Cortese ist tot. DieFilmdiva,

die mit großen Regisseuren wie Federico

Fellini und François Truffaut

gearbeitet hatte,starb im Alter von

96 Jahren in ihrer Geburtsstadt Mailand,

wie Italiens Showbusiness-Verband

Agis am Donnerstag mitteilte.

Cortese begann ihreKarriereinden

1940er Jahren und war in zahlreichen

italienischen, französischen

und britischen Filmen sowie in Hollywood-Produktionen

zu sehen. Zu

ihren Filmpartnernzählten James

Stewart, Humphrey Bogartund Ava

Gardner.Eine Oscarnominierung als

beste Nebendarstellerin erhielt Cortese

für ihreRolle in Truffauts „Die

amerikanische Nacht“ (1973).Für

Fellini stand sie in „Julia und die

Geister“ (1965) vorder Kamera. Neben

ihren Filmrollen spielte Cortese

in Italien auch Theater. (dpa)

Die italienische Schauspielerin

Valentina Cortese (1923–2019)

DPA


20 * Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019

·························································································································································································································································································

Feuilleton

Die Wucht der Trauer

Stig Sæterbakkens Roman „Durch die Nacht“ ist eine Reise in die Abgründe der Seele –ein wichtiger Beitrag aus dem Buchmesseschwerpunktland Norwegen

VonAnne Burgmer

Es gebe ein Haus, irgendwo

in der Slowakei, sagt Karls

Freund Boris, da werde

man mit den schlimmsten

Ängsten seines Lebens konfrontiert.

Werhinein gehe, komme entweder

um vieles erleichtert wieder heraus,

von allem kuriert, was das Leben

schwer machte. „Andere, sagte er,

seien mit hässlich verzerrten Gesichtern

zurückgekommen, so heftig,

dass ihre Angehörigen Mühe gehabt

hätten, sie zu erkennen.“ Einer sei

dort über Nacht ergraut, habe kaum

noch gesprochen. Ein anderer habe

sich, unmittelbar nachdem er das

Haus verlassen hatte, vor einen Güterzug

geworfen.

Für Karl Meyer, einen Zahnarzt

aus Norwegen, klingt diese abstruse

Geschichte zunächst wie ein Ablenkungsmanöver.

Ein Versuch, ihn zumindest

für einen Augenblick dem

einen Gedanken zu entreißen, der

ihn quält: Ole-Jakob ist tot. Ole-Jakob

war sein 18 Jahre alter Sohn. Er

hat sich das Leben genommen. Und

Karl wird von der Wucht seiner

Trauer aus der Bahn geworfen. Auch

seine Leser schont der norwegische

Schriftsteller Stig Sæterbakken in

seinem Roman „Durch die Nacht“

nicht. Gleich zu Beginn stürzt er sie

mitten hinein in Karls Schmerz:

„Trauer tritt in so vielen Formen auf.

Sieist wie ein Licht, das ein- und ausgeschaltet

wird. Sie ist da, nicht auszuhalten,

dann verschwindet sie,

weil sie unerträglich ist, weil man sie

nicht permanent ertragen kann.

Man wird gefüllt und geleert. Tausend

Mal amTag vergaß ich, dass

Ole-Jakob tot war. Tausend Mal am

Tagfiel es mir plötzlich ein. Beides

war unerträglich. Ihn zuvergessen,

war das Schlimmste, was ich tun

konnte. Anihn zu denken, war das

Schlimmste,was ich tun konnte.“

Doch Karl muss nicht nur mit

dem Verlust des Kindes zu leben

lernen. Ihn plagen Schuldgefühle.

Denn der Zahnarzt im mittleren Alter

hatte seine Frau Eva und die gemeinsamen

Kinder Ole-Jakob und

Stine für die erst 28 Jahrealte Mona

verlassen. Er lernte sie auf einer

Party kennen, zu der Eva ihn nicht

begleitete. Und manchmal scheint

es, erwolle ihr deshalb die Schuld

in die Schuhe schieben, für alles,

was danach geschah. Karl verliebte

sich in Mona, zogaus dem gemeinsamen

Haus aus. Und verlor nicht

nur die Ehe, sondern auch seine

Kinder. „Ich bringe die alte Fotze

um“, sagt Ole-Jakob einmal

schlicht. Und Karl weiß, dass er

ihm nicht widersprechen kann. „Es

Nachdem die Familie zerstört, der Sohn tot ist, verlässt der Zahnarzt KarlMeyer sein Zuhause.

war etwas eingetreten, dass mein

ganzes Verhältnis zu ihm ausgelöscht

hatte.Alles in einer Handbewegung

weggewischt.“ Sein Junge

verachtet ihn. Und das ändert sich

auch nicht, als Karl schon wenig

später erkennt, dass die Beziehung

mit Mona ein Fehler war, und zu

seiner Familie zurückkehrt.

Eva lässt ihn wieder einziehen,

aber Karl ist in einer ArtSchattenwelt

gefangen. Alles scheint wie früher

und doch ist nichts,wie es war.Denn

Ole-Jakob und Eva erinnern ihn täglich

daran, dass ihre Großmütigkeit,

ihn wieder in ihr Leben zu lassen, ihnen

die moralische Überlegenheit

sichert. Sein Sohn antwortet ihm,

wenn er gefragt wird. Mehr aber

auch nicht. „Es gab nichts mehr von

mir zu lernen, es gab nur noch etwas,

von dem er sich distanzierte. Ich

taugte einzig noch als Vorbild dafür,

wie er nicht werden wollte.“ Der

Junge ist sehr in sich gekehrt, Evabeunruhigt

das, Karl nennt das Verhalten

für dieses Alter normal. Auch, um

sich nicht zu fragen zu müssen, wie

groß sein Anteil an dieser Wesensveränderung

ist.

Im ersten Teil seines Romans

schildert Stig Sæterbakken das Zerbrechen

einer Familie. In vielen

Rückblenden erinnert eranbessere

Tage, andas Kennenlernen von Eva

und Karl, an das vollkommene

Glück, das Karl empfand, als sein

Sohn geboren wurde. Und so kraftvoll

und direkt die Sprache ist, die er

für die Trauer und die Wutfindet, so

EINE KONTROVERSE STIMME

AP

Stig Sæterbakken wurde 1966 in Lillehammer,Norwegen,

geboren. Sein literarisches Debüt veröffentlichte er bereits im

Alter von18Jahren mit der Gedichtsammlung „Floating

Umbrellas“. 1991 erschien sein erster Roman „Incubus“.

Er publizierte zahlreiche Romane, Essay- und Lyrikbände und

war außerdem als Übersetzer tätig.Ergehörte zu den wichtigsten

und kontroversesten Stimmen Norwegens. Am 24. Januar

2012 nahm er sich im Alter von46Jahren das Leben.

„Durch die Nacht“, deutsch vonKarl-Ludwig Wetzig,

DuMont, Köln 2019, 288 S.,22Euro.

leise und zärtlich beschreibt er die

schönen Erinnerungen. Allein, sie

sind nicht vonDauer.

Als Ole-Jakob sich das Leben

nimmt, zerbricht Karls Welt endgültig.

Er versucht, einen Wegzufinden,

damit zu leben. Aber wer soll ihm

Halt geben? Eva sicher nicht. Die ist

selbst im Schmerz erstarrt. Undgibt

ihm die Schuld an den Ereignissen.

GETTY/IVAN BASTIEN

„Was sie an Liebe in sich hatte,hatte

ich ihr genommen.“ Also erinnert

sich Karl irgendwann an Boris’ Geschichte

vondem Haus in der Slowakei

und macht sich auf den Weg. Frei

nach den Bremer Stadtmusikanten:

„Etwas Besseres als den Todfindest

du überall.“ Wobei da auch eine

große Todessehnsucht in Karl lauert.

Denn auch das ist eine der zentralen

Fragen, die „Durch die Nacht“ aufwirft.Wofür

soll man kämpfen, wenn

man alles verloren hat, für das sich

der Kampf einst lohnte?

Im zweiten Teil wird „Durch die

Nacht“ erst zu einer ArtRoadtrip und

dann zu irgendetwas zwischen Horrorfilm,

Albtraum, Märchen und surrealistischem

Gemälde. InDeutschland

trifft Karl Caroline. Ererblickt

sie, als sie in den Trägern einer Brücke

herumklettert, wie er meint, kurz

vor dem Sprung in den Fluss. Erwill

sie retten, reißt sie zurück. Es stellt

sich aber heraus, dass sie lediglich

fotografierte.Esist vielleicht die einzige

Stelle, die Sæterbakken etwas

argplakativ geraten ist.

In der Slowakei angekommen,

wandelt sich die Geschichte dann

noch einmal vollständig. WasKarl in

dem Haus erlebt, soll hier nicht verraten

werden. Die Erzählung entwickelt

eine solche Sogkraft, dass man

das Buch bis zur letzten Szene nicht

mehr aus der Hand legen kann. Und

verstörtzurückbleibt.

Stig Sæterbakken war in Norwegen

ein Star, ein literarisches Wunderkind,

das schon als Jugendlicher

auf sich aufmerksam machte. Karl

Ove Knausgård nennt ihn einen der

wichtigsten Autoren seiner Generation.

Als künstlerischer Leiter des

norwegischen Festivals für Literatur

in Lillehammer sorgte Sæterbakken

für einen Skandal, als er den Holocaust-Leugner

David Irving einlud.

Die Aufregung war groß, er trat von

dem Posten zurück. Ein zweifellos

schwieriger Charakter,der unter Depressionen

litt und sich im Januar

2012 das Leben nahm.

„Durch die Nacht“ erschien in

Norwegen 2011, und man kann den

Roman nicht lesen, ohne sich zu fragen,

mit wie vielen der beschriebenen

Dämonen Sæterbakken selbst

kämpfen musste. „Trauer ist eine

Gabe. Menschen, die nicht unglücklich

sind, haben nichts, was sie erzählen

können“, heißt es in seinem

Roman. Stig Sæterbakken hatte viel

zu erzählen.

„Wir wissen nichts voneinander,

dachte ich. Wir kennen einander

nicht. Menschen, die am Rand eines

Abgrunds stehen, kennen sich

nicht“, heißt es an einer anderen

Stelle.Imgrößten Schmerzsind wir

ganz allein, auf uns selbst zurückgeworfen.

Geht es um große Gefühle,

fehlen vielen Menschen

schon bald die passenden Worte.

Allzu kitschig und schwülstig klingen

Liebeserklärungen dann. Wer

einen Trauernden trösten möchte,

muss erkennen, dass jedes Wort eines

zu viel zu sein scheint, dass

Trost nicht möglich ist, weil alles

banal klingt. Stig Sæterbakken gelingt

in „Durch die Nacht“ etwas

Rares: Er findet Worte für Trauer,

Schmerz und Wut, die niemals abgedroschen

oder aufgesetzt klingen.

Der Schmerz, den Karl spürt –

und von dem Sæterbakken wohl

selbst zu oft heimgesucht wurde –,

er trifft den Leser mit ganzer Kraft.

„Durch die Nacht“, so lautet der

Titel des Romans auch im norwegischen

Original. UndinderTatnimmt

Sæterbakken den Leser mit in die

dunkelsten Stunden des Tages,indie

Abgründe der Seele.Oberallerdings

durch die Nacht kommt, ob da am

Ende einer neuer Morgen wartet, wie

es der Titel zu versprechen scheint,

ist unwahrscheinlich. Am Ende gibt

es keine Erlösung.

Immer

und

überall.

Nur im

E-Paper:

Rätsel, Videos,

Sonderausgaben

u.v.m.

www.berliner-kurier.de/mobil


Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019 21 *

·························································································································································································································································································

Feuilleton

Traurig

aber

fröhlich

„Wilderness“: Das zweite

Album von Jade Jackson

VonFrank Junghänel

Im Video zu „Finish Line“ sieht

man Jade Jackson dabei zu, wie sie

in ihrer Heimatstadt Santa Margarita

die Sachen packt. Am Ende nimmt

sie die Gitarre und haut mit einem

Bandbus ab. Obwohl, Stadt? 1259

Einwohner, gegründet 1889, als die

Southern-Pacific-Railroad die Küste

erreichte. Wenn man sich die Bilder

in dem Clip anschaut, hat sich seit

dem nicht viel verändert. Der Song

stammt von Jacksons Debütalbum

„Gilded“ von 2017. Damals war sie

gerade 24 geworden und sagte, es

habe 24 Jahregedauert, dieses Video

zu drehen. „Alles ist wahr. Das war

mein Leben.“ Die Jobs im Diner,

die Spaziergänge entlang der

Gleise, auf denen kein Zug mehr

fährt. Und immer ein Notizbuch

bei der Hand, in das sie die Ideen

für ihreLieder schreibt. Wehmütige

Lieder,die vomAlleinsein handeln,

was nun nicht so ungewöhnlich ist.

Ungefähr hundert Prozent aller

Popsongs handeln davon.

Bei Jade Jackson wird die Sache

dadurch interessant, dass die Lieder,

die sich im Sound des sogenannten

Alternativ-Country bewegen (der

längst Mainstream ist), von Mike

Ness produziert wurden, der zu den

Paten des US-Punkrock gehört. Mit

seiner Band Social Distortion arbeitet

er sich seit über vierzig Jahren an

seiner traumatischen Kindheit ab.Er

wurde von seinen Eltern rausgeworfen,

als er 15 war,nahm Drogen, kam

in den Knast und wurde Outlaw. Als

Jade Jackson 15 ist, spielt sie in einer

Rockabilly-Band. Das erste Konzert,

zu dem sie ohne ihre Eltern gehen

darf, ist, genau!, Social Distortion.

Jade Jackson: So lieblich wie dieses Foto

ist ihre Musik keineswegs.

MATT BIZER

Das war jetzt ein langer Anlauf,

nur um zu sagen, dass auch das

zweite Album von Jade Jackson sehr

schön geworden ist. „Wilderness“

wurde abermals von Mike Ness produziert,

der mit Social Distortion

eine Plattenpause eingelegt hat. Von

ihnen ist schon seit Jahren nichts

mehr zu hören. Umso erfreulicher,

dass sein musikalischer Einfluss auf

dem neuen Album noch deutlicher

wird, als beim eher traditionell angelegten

Debüt. Fiddle,Mandoline und

Pedal-Steel-Gitarre spielen kaum

noch eine Rolle mehr, das Ganze

geht stärker in Richtung Rock, ohne

seine lokale und soziale Herkunft zu

leugnen, Countryfolk-Indiepoprock

mit einer radiokompatiblen Note sozusagen.

Der Opener „Bottle It Up“

könnte auch von Sheryl Crow stammen,

so zirka 1997. Die Melancholie

ihrer Songs, indenen sich Jade Jackson

auch mit ihren Depressionen

nach einem schweren Unfall beschäftigt,

der sie vorsechs Jahren um

ein Haar für immer in den Rollstuhl

gezwungen hätte,vermittelt sich auf

eine vergleichsweise fröhlicheWeise.

Up-Tempo-Nummern wie das

mitziehende „City Lights“ oder auch

„Don’t SayThatYouLoveMe“ betteln

geradezu um eine Liveversion, die

man bei ihrem Konzert am24. September

im Kreuzberger Privatklub

sicherlich zu hören bekommen wird.

Jade Jackson: „Wilderness“ (Anti/Indigo)

Jack Malik (Himesh Patel, r.)macht mit den Songs der Beatles bei den Mädchen (Lily James) Eindruck –sie denken, er hätte sie selbst geschrieben.

VonMichael Kienzl

VonAnna Tomforde

Ólafur Eliasson und die Tate Modern

inLondon haben ein besonderes

Verhältnis. Mit seinem

„Weather Project“, einer glühenden

illusionären Sonne unter der Spiegeldecke

der gigantischenTurbinenhalle

des ehemaligen Kraftwerks,setzte der

dänisch-isländische Lichtkünstler

2003 neue Maßstäbe der Gegenwartskunst.

Das von mehr als zwei

Millionen Menschen besuchte Installationsprojekt

markierte einen Wendepunkt

in seiner Karriere −und für

das Erfolgskonzept der Tate Modern.

In einer Art gegenseitigem Dankeschön

haben sich beide nun zu einem

umfassenden Überblick über

das Schaffen des in Berlin arbeitenden

Eliasson zusammengetan. Die

Schau „Ólafur Eliasson: In Real Life“

läuft bis zum 5. Januar 2020.

Schon auf der Terasse draußen

werden Besucher voneiner elf Meter

Ewig gestrig

Als hätte es die Beatles nie gegeben: Danny Boyles Filmkomödie „Yesterday“

Nachdem der Musiker

Jack (Himseh Patel) sich

von einem Unfall erholt

hat, sitzt er gemeinsam

mit seinen Kumpels am Meer. Die

neue Gitarre, die ihm gerade als Genesungsgeschenk

überreicht wurde,

stimmt er mit einem Gassenhauer

ein: „Yesterday“. Doch an den verdutzten

Gesichtern seiner Freunde

zeichnet sich ab, dass hier etwas

nicht stimmt. Denn außer Jack kennt

niemand den Song und hat auch

noch nie etwas von diesen Beatles

gehört. Aufdie Empörung des Musikers

erwidert seine Managerin Ellie

(Lily James) nur, dass das Lied ja

ganz nett sei, aber an die Hits von

Coldplay reiche es nicht heran.

In seinem Drehbuch zu „Yesterday“

gibt sich Autor Richard Curtis

(„Notting Hill“) einem wilden Gedankenspiel

hin: Waswäre, wenn es

die Beatles und damit auch ihreMusik

nie gegeben hätte? Dernotorisch

erfolglose Jack sieht sich nach einem

mysteriösen Stromausfall und

einem daraus resultierenden Fahrradunfall

mit eben diesem Szenario

konfrontiert. Und so erliegt er

schnell der Versuchung, die Hits der

FabFour aus dem Gedächtnis –und

damit zwangsläufig nicht immer

korrekt –aufzuschreiben und endlich

zu jenem Ruhm zu kommen,

der ihm mit seiner eigenen Musik

nie gegönnt war.

„Yesterday“ beginnt schwungvoll,

weil seine Ausgangsidee durchaus

witzig ist und Regisseur Danny Boyle

(„Slumdog Millionär“) ohnehin für

ein Kino steht, das mit rasanten

Tempo und stylishem Look gewissermaßen

selbst Pop ist. Wenn Jack

etwa zu Hause ergoogelt, dass es die

Beatles nie gegeben hat –sowie auch

ein paar andere Dinge, wie sich im

Laufe des Films herausstellt –, ist das

eigentlich eine recht statische Szene,

die Boyle aber dynamisch wie ein

Musikvideo inszeniert. Auch die Situationskomik,

die sich meist aus

der Frage speist, ob die bekannteste

Band der Welt vielleicht nicht doch

nur ein Zufall der Musikgeschichte

war, funktioniert in vielen Szenen

gut. Etwa wenn Jack seiner Familie

„Let It Be“ aus dem Klavier vorspielen

möchte und er immer wieder

nach ein paar Akkorden wegen irgendwelcher

Kleinigkeiten unterbrochen

wird. Die zwar wohlmeinenden,

aber etwas ungeschickten

Eltern wollen einfach nicht verstehen,

dass sie gerade einem historischen

Moment beiwohnen.

Tatsächlich lässt Jacks Erfolg

dann aber nicht lange auf sich warten,

auch wenn bald Gewissensbisse

aufkommen sowie die Einsicht, dass

ein Starleben vielleicht doch nicht so

erstrebenswertist.

DasErfolgsgeheimnis der Beatles

beruht in „Yesterday“ vor allem auf

deren Songwriting. Das Star-Image

der Pilzköpfe spielt ebenso wenig

eine Rolle wie die epochalen Produktionen

von George Martin oder die

originelle Instrumentierung – zum

Beispiel der Einsatz einer indischen

Sitar bei „Norwegian Wood“. Jack

wirkt mit seiner Gitarrelediglich wie

ein Medium, das die genial geschriebenen

Songs zum Leben erweckt.

Mit der Zeit stellt sich jedoch

heraus, dass Boyles Protagonist

doch mehr ist als eine lebende

Jukebox. Jacks flatteriges Karohemd,

seine Naivität und das unsichere

Junge-von-Nebenan-Lächeln

sind allesamt Teil eines Programms,

das auf eine Ode andie

Bodenständigkeit hinausläuft –die

wiederum mit steigendem Ruhm

zunehmend bedroht wird. Mit der

amerikanischen Managerin Debra

(Kate McKinnon) setzt Boyle zwar

auf eine Figur,die alle Klischees der

ausbeuterischen Musikindustrie

vereint, dabei aber zugleich so offensiv

als Karikatur angelegt ist,

dass man es dem Film nicht wirklich

übelnehmen kann. Allerdings

beginnt man sich irgendwann nach

Debras kaltschnäuzigen Sprüchen

zu sehnen, weil sie das einzige sind,

Das halbe Lebenswerk

Die Tate Modern präsentiert drei Jahrzehnte aus dem Schaffen von Ólafur Eliasson

hohen Installation − „Wasserfall

2019“ − begrüßt, die Eliasson für

London schuf. Das Thema von

Schönheit und Zerbrechlichkeit der

Natur setzt sich drinnen mit einer 20

Meter langen Wand aus skandinavischem

Rentiermoos fort, die man

„riechen und anfühlen“ soll. Spiele

mit Licht und Schatten, Dunst, Wasser,

Farben und Spiegeleien laden in

Werken wie „Beauty 1993“ und „Your

uncertain shadow 2010“ zum Nachdenken

über Wahrnehmung ein.

Kaleidoskope aus Spiegelglas und

Aluminium eröffnen neue Perspektiven.

Die Installation „Dein Blinder

Passagier 2010“ lädt zu einem Gang

durch einen 39 Meter langen„Nebelkorridor“

ein, in dem der Besucher

sich an den Wänden entlang tastet

und nur seine Füße sieht. DieErfahrung

ruft ganz unterschiedliche Reaktionen

hervor, wie Eliasson betonte.„Entweder

man hasst es, oder

man liebt es.“ Wichtig aber sei bei all

Ólafur Eliassons vergrößerte Vision eines

Sternenstaubpartikels. NIKLAS HALLE'N /AFP

UNIVERSAL PICTURES

das die immer erdrückendere Heimeligkeit

des Films konterkariert.

Je mehr sich „Yesterday“ auf Jacks

Integrität und damit auch auf die Beziehung

zu seiner Jugendliebe Ellie

konzentriert, desto stärker rückt

auch die Sehnsucht nach einer nostalgisch

verklärten Ursprünglichkeit

ins Zentrum. Nur ist leider nicht

ganz verständlich, was an diesem

Zustand erstrebenswertsein soll.

Denn die Welt der nordenglischen

Küstenstadt Lowestoft ist vor

allem kleinbürgerlich und piefig. Ellie

entpuppt sich zudem als biederes

Mäuschen, das Jacks Freiheitsdrang

zwar nicht offen sabotiert, aber doch

mit passiv aggressiven Manövern zu

drosseln weiß. Nicht zuletzt dürfte es

kein Zufall sein, dass mit Ed Sheeran

hier ausgerechnet ein Popstar als fiktiveVersion

seiner selbst auftritt, der

ansonsten mit einer etwas penetrant

zur Schau getragenen Hemdsärmeligkeit

in Erscheinung tritt.

„Yesterday“ versteht das Glück als

altbackene Genügsamkeit und die

Hits der Liverpooler als Soundtrack

dafür. Hätten die Beatles tatsächlich

nicht mehr zu bieten, wäre eswirklich

besser,eshätte sie nie gegeben.

Yesterday Großbritannien 2019. Regie: Danny

Boyle. Darsteller: Himesh Patel, LilyJames,

Sophia Di Martino u. a., 117Minuten, Farbe.

Weitere Rezensionen in unserem Kulturkalender

seinen Werken der „Moment der individuellen

Wahrnehmung“ des Betrachters.

Seine Werke, sagte Eliasson,

seien noch genauso relevant

wie vor 30Jahren. Die Besucher von

heute würden sie „mit neuen Augen

sehen“. Die Schau sei aber keineswegs

eine Retrospektive. „Ich hoffe

noch weitere 30Jahre zuarbeiten“,

sagte der 52-jährige vor der Eröffnung

in London.

Mit den rund 40 ausgestellten

Werken bringt der Künstler erneut

Spaß in die Tate. Ineiner Mischung

aus Erlebnis, Interaktion und umweltpolitischem

Gewissensappell

wechseln sich sensibel-ästhetische

Kunstwerke ab mit immersiven Erfahrungen

und Warnungen vor der

Zerstörung der Welt. Die Schau gibt

einen Einblick in die Arbeit des Berliner

Studios von Eliasson, im Besucher-Café

werden vegetarische Gerichte

aus der Studio-Küche angeboten.

(dpa)

NACHRICHTEN

Berliner Rundfunk

Spitzenreiter in der Region

Derprivate Berliner Rundfunk 91.4

ist Spitzenreiter bei den Radiohörern

in Berlin-Brandenburg. Werktags

schalten dorttagsüber im Schnitt

jede Stunde 141 000 Hörer den Sender

ein. Damit hat er seine Hörerzahl

gegenüber der vorangegangenen Erhebung

im März2019 gehalten, wie

aus einer Untersuchung der Arbeitsgemeinschaft

Media-Analyse (agma)

hervorgeht. AufPlatz zwei kommt

der RBB-Sender Antenne Brandenburgmit

im Schnitt 136 000 Hörern.

104.6 RTLfolgt mit 129 000. AufPlatz

vier landet BB Radio mit 114 000 Hörern.Danach

folgen RBB 88.8 mit

109 000 Hörern, 94,3 RS2 (103 000)

und RBB-Radioeins (99 000). Für die

repräsentativeUntersuchung wurden

bundesweit wieder rund 70 000

Menschen (ab 14) nach ihren Lieblingssenderngefragt.

(dpa)

Springer hält an der

Welt-Gruppe fest

DieZeitungen, digitalen Angebote

und der TV-Sender der Welt-Gruppe

stehen nach Angaben des Medienhauses

Axel Springer auch nach dem

geplanten Einstieg des Investors

KKR nicht zur Disposition. Eine entsprechende

Vereinbarung im Übernahmeangebot

vonKKR für mindestens

20 Prozent der Aktien im Streubesitz

sei ein Bekenntnis,dass die

Welt-Gruppe ein „wesentlicher Teil

der Zukunftsstrategie“ vonSpringer

sei, sagte Konzernsprecherin Edda

Fels am Mittwoch. (dpa)

Beschwerde gegen

türkischen Bericht

DieDeutsche Welle hat sich bei der

türkischen Regierung scharfüber

den Bericht einer regierungsnahen

Denkfabrik zu internationalen Medien

im Land beschwert. In der 202

Seiten langen Studie des Think Tanks

Seta wirddeutschen, türkischen und

internationalen Journalisten vorgeworfen,

„regierungsfeindlich“ und

einseitig zu berichten. DerBericht

liest sich teilweise wie eine Anklageschrift.

DerDeutschen Welle allein

sind rund 30 Seiten gewidmet. In einem

Brief an den türkischen Botschafter

in Berlin schrieb Deutsche-

Welle-Intendant Peter Limbourgam

Mittwoch, die „pseudo-wissenschaftliche“

Studie sei „ein grober

Angriff“ auf die Pressefreiheit. (dpa)

Vanessa Mai übernimmt

Fernsehrolle

Bekannt ist Vanessa Maials Popstar,

jetzt übernimmt sie ihreerste Fernsehrolle.Unter

der Regie vonStefan

Bühling spielt die 27-Jährige passenderweise

eine junge Frau, die ihren

Durchbruch als Sängerin schaffen

will. DerArbeitstitel für den Musikfilm

nach dem Drehbuch vonJudith

Westermann lautet „Nur mit Dirzusammen“,

wie das Erste am Mittwoch

in München mitteilte.Gedreht

wirdderzeit in Bayern.Anihrer Seite

spielen unter anderem Axel Prahl,

Ferdinand Seebacher,Elena Uhlig

und MaxBefort. (dpa)

TOP 10

Dienstag,9.Juli

1 Inaller Freund. ARD 4,82 17 %

2 UmHimmels Willen ARD 4,30 16 %

3 Tagesschau ARD 3,96 16 %

4 heute journal ZDF 3,44 14 %

5 heute ZDF 3,42 17 %

6 Rosenheim-Cops ZDF 3,32 14 %

7 SokoKöln ZDF 3,15 19 %

8 ReportMainz ARD 3,06 12 %

9 ZDFzeit ZDF 2,72 10 %

10 RTL aktuell RTL 2,66 14 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


22 Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019

·························································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Berliner Kriminal Theater (✆ 47 99 74 88)

20.00: Inspektor Campbells letzter Fall

Dock 11 (✆ 448 12 22)

19.00: trust /why notswan! /goodwill (Lenka

Vagnerova /Anton Lachky /Damien Muñoz &Virginia

Garcia (la intrusa)

ETI (✆ 278 53 01)

20.00: Hide and Seek

GarnTheater (✆ 78 95 13 46)

20.30: Die Sanfte

Globe Berlin Prolog-Bühne (Open Air)

(✆ 54 90 51 92) 19.30: Romeo &Julia (Globe

Ensemble Berlin)

HfS Ernst Busch (✆ 75 54 17 -0)

20.00 OBEN: Liederwerkstatt: Sommer

Kater Blau (Holzmarktstr.25)

20.00: Dornröschen (Seifentheater)

Komische Oper Berlin (✆ 47 99 74 00)

20.00: Star Dust –From Bach to Bowie (Complexions

ContemporaryDance Theatre)

Renaissance-Theater (✆ 312 42 02)

20.00: Spatz und Engel –Die Geschichte der Freundschaft

zwischen Edith Piaf und Marlene Dietrich

Shakespeare CompanyBerlin (✆ 21 75 30 35)

20.00: Macbeth!

Tanzfabrik Wedding in den Uferstudios

(✆ 20 05 92 70) 19.00 Studio 4: Open Spaces /

Sommertanz: Song (Maik Riebort/Eva Pfitzenmaier)

20.30 Sudio 14: Open Spaces /Sommertanz: Esprit

Theater an der Museumsinsel (✆ 47 01 89 49)

18.00: Faust –Schönheit, Liebe, Arbeit

20.00: Die Vögel

Vaganten Bühne (✆ 313 12 07)

20.00: Shakespeares sämtliche Werke(in 90 Minuten!)

KABARETT/VARIETÉ

Admiralspalast (✆ 22 50 70 00)

19.30: Chicago–The Musical

BKA (✆ 202 20 07)

20.00: Fly,Edith, Fly –Vom Ballermann zum BER

BühnenRausch (✆ 44 67 32 64)

20.00: Ich(Sieund Sie)

Chamäleon (✆ 400 05 90)

20.00: Memories of Fools (Cirk La Putyka)

Distel (✆ 204 47 04)

19.30 Studio: Eins auf die Presse(Gastspiel

ImproBerlin)

20.00: Wohin mit Mutti?

Estrel Festival Center (✆ 68 31 68 31)

20.30: Simply The Best –Das Tina Turner Musical

(Dorothea „Coco“ Fletcher)

Neuköllner Oper (✆ 68 89 07 77)

20.00: Drachenherz

Pfefferberg Theater (✆ 939 35 85 55)

20.00: Sexy Circus –Extasya 2019

Quatsch Comedy Club (✆ 47 99 74 13)

20.00: Die LiveShow(Benni Stark, Salim Samatou,

Aladdin, AchimKnorr, Mod.: Sebastian Schnoy)

Scheinbar Varieté (✆ 784 55 39)

20.00: Open StageVarieté (Adam Weiss (Mod.)

Staatsoper Unter denLinden (✆ 20 35 45 55)

20.00: West Side Story(Gastspiel)

StageBluemax Theater (✆ 018 05 44 44)

17.00, 20.30: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (✆ 018 05 44 44)

19.30: The Band –Das Musical

Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11)

20.00: Alte Mädchen

KLASSIK

Bode-Museum (✆ 266 42 42 42)

16.00: Berliner Residenz Orchester,Klassik am Nachmittag,Antonín

Dvorák: Amerikanisches Quartett, Nr.

1und 2; W. A. Mozart: Divertimenti; P. I. Tschaikowski:

Quartett Nr.2 in F-Dur u. a.

St. Marien-Kirche Mitte (✆ 242 44 67)

13.30: Orgel am Alex –Musik undOrgelführung

KINDER

Cabuwazi –Zelt Kreuzberg (✆ 29 04 78 40)

10.00: Zirkusferien Kreuzberg,Workshop (ab 7J.)

FEZ Berlin (✆ 530 71 -0)

10.00: FEZitty –Die Hauptstadt der Kinder (ab 6bis

14 J.)

Figurentheater Grashüpfer (✆ 536 95 15 0/ 52)

10.00: DerFischer und seine Frau, Andersens

Koffertheater,Puppenspiel (ab 3J.)

Freilichtbühne an der Zitadelle (✆ 333 40 22)

11.00: Sommer,Samba, Sonnenschein, Robert

Metcalf &Band

11.00: Sommer,Samba, Sonnenschein, Robert

Metcalf &Band (ab 4J.)

METEUM des TJP e.V. (✆ 654 84 95 90)

10.00: Geocaching durch die Wuhlheide, Der Treffpunkt

wird beider Anmeldung bekannt gegeben. (ab

8bis 12 J.). Anm. erf.

10.00: Im Landeanflug: Flugsimulator testen (ab10

bis 14 J.). Anm. erf.

Galli Theater Berlin (✆ 27 59 69 71)

17.00 Heckmannhöfe: Die kleine Seejungfrau, (ab

4J.)

Schaubude (✆ 423 43 14)

10.00: 3kleine Schweinchen, Puppentheater (ab 4

bis 7J.)

Theater an der Museumsinsel (✆ 47 01 89 49)

16.00: Puppenspiel des Dr.Faustus, Ein Faust für

Kinder

LITERATUR/VORTRAG

Amerika-Gedenkbibliothek (✆ 902 26 -0)

11.00 Salon: Mit–Lesen –Teilen: Shared Reading,

Mitmachaktion

Dreifaltigkeitsfriedhof (Bergmannstr.39/41)

17.00: Friedhofs-Salon: Hans-Günther Klein (1939 –

2016), mit Hans-Jürgen Schatz, Lesung mit Musik

Eschenbräu (Triftstr.67)

20.30 Whisky Tastingroom: Brauseboys –Die Lesehow

im Wedding,Thilo Bock, Nils Heinrich, Frank Sorge,

RobertRescue,Volker Surmann, HeikoWerning und

Gäste

Literarisches Colloquium Berlin (✆ 816 99 60)

19.30: Wohin, wohin? II: Ein Haus auf dem Land /

Eine Wohnung in der Stadt, Jan Brandt, Lesung und

Gespräch, Moderation: Katharina Teutsch

Z-Bar (✆ 28 38 91 21)

20.00: EU Women –Geschichten vonFrauen aus

Europa, offene Lesebühne. Anm. erf.

KONZERT

Arcanoa (✆ 67 96 26 51)

21.00: Lobitos

Auster Club (✆ 611 33 02)

20.00: Mallrat

b-flat (✆ 283 31 23)

21.00: Hagiga–Alon Farber Sextett

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str. 70)

21.00: Sophie Soraya,Fulkrum Loops &Leslie

Cassiopeia (✆ 47 38 59 49)

20.00: Siamese, The Artificial

DODO (✆ 53 09 40 72)

20.00: ElisabethCutlerwith Leander Reininghaus

Duncker (✆ 445 95 09)

21.00: Night Nail, Gnadenlos Kostenlos

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche (✆ 218 50 23)

21.00: Volker Jaekel (Orgel), GertAnklam (Saxophon),

InSpirit –Jazzals spirituelles Musikerlebnis: Poetischer

Dialog

Lido (✆ 69 56 68 40)

21.00: Rising Appalachia

Mensch Meier (Storkower Str.121)

20.00: LarsNeugebauerund N.U. Unruh, Drum Klub

Mercedes-Benz Arena (✆ 20 60 70 88 99)

20.00: ChristinaAguilera

Monarch (Skalitzer Str.134)

20.00: Emma Elisabeth, support: Grandchildren,

Melancholic Milkshake

Fontane-Abend

Keine

Kränze für

Kritiker

Unsere Kollegin Petra

Kohse, die die neue opulente

Ausgabe von Fontanes

Theaterkritiken für unsere Leserinnen

und Leser gesichtet

und gewichtet hat, schreibt:

„Eigentlich braucht niemand

2000 Buchseiten voll Kritiken

über das Berliner Theater vor

150 Jahren. Menschen, denen

das Theater fern ist, sowieso

nicht. Diejenigen, denen das

Theater nah ist, aber auch

nicht. Denn was in den 70er-

Jahren des 19. Jahrhunderts auf

den Bühnen geboten wurde,

gehört zuden uninteressanten

Kapiteln der Theatergeschichte.“

Mit einem fröhlichen

Trotzdem empfiehlt sie

immerhin die Lektüre. Grausame

Nachwelt! Werwird dereinst

umdas Jahr 2140 herum

das Schaffen des Unterzeichnenden

herausgeben? Lesen?

Kritisieren? Und eine Veranstaltung

abhalten wie die unten

genannte? Ulrich Seidler

Theodor Fontanes Theaterkritik

20 Uhr im Literaturforum im Brecht-Haus,

Chausseestraße125

Vonder Liebe

zu Rolltreppen und

anderen Dingen

„SAI −Athingthatfeels“ von Enrico L’Abbate, aka Rilaben, handelt vom Sexappeal anorganischer Objekte.

In den Uferstudios beginnen

die „Open Spaces“ der Tanzfabrik

Michaela Schlagenwerth

mag die Weise wie bei den Open Spaces

auf vielfältigeWeise über zeitgenössischen

Tanz nachgedacht wird –und die

Weise wie mit zeitgenössischem Tanz

über die Welt nachgedacht wird. Das geschiehtauch

anderswo,abernicht überall

funktioniertessogut.

Wenn im Sommer die

Theater ihre Pforten

schließen, machen die

Uferstudios die ihren

weit auf. Sieben Premieren erwarten

die Zuschauer in den nächsten vier

Wochen bei der Tanzreihe „Open

Spaces“ der Tanzfabrik. In der Reihe

geschieht immer wieder genau das,

was der Titel verspricht: Räume werden

geöffnet. Für Austausch, für Interventionen,

die dieses Mal nicht

nur in den Uferstudios, sondern

auch im Stadtraum stattfinden. Es

gibt Gespräche, Experimente und

natürlich die Stücke selbst.

In dieser Sommerausgabe setzen

sich auffällig viele mit den Räumen

der Gegenwartauseinander.Was hat

es mit den Junkspaces auf sich, die

der Architekt Rem Koolhaas einmal

als „Abfall der Modernisierung“ bezeichnet

hat? Mit all den Einkaufszentren

und Flughäfen, den Nicht-

Orten, wie die Choreografin Lyllie

Rouvière sie nennt? Für ihr Stück

„Esprit“ hat sich Rouvière mit zwölf

Tänzernauf den Wegindie seelenlosen

Welten der Rolltreppen, Klimaanlagen

und immer gleichen Geschäften

begeben und danach gefragt,

wie diese Lebensräume auf

den Körper wirken und welche Art

von Bewegung sie hervorrufen. Was

passiert mit der Physis an den gesichtslosen

Versatzstück-Orten, die

genau das wollen: die Konsumenten

ohne eigene Identität in einem Vakuum

halten. IstEinkaufen die letzte

uns verbliebene öffentliche Tätigkeit?

Gehen die Körper in den Räumen

verloren oder haben sie dem

leeren Sog des Konsums etwas entgegenzusetzen?

Der Choreograf und Performer

Rilaben geht einen Schritt weiter. In

„SAI –Athingthatfeel“ vertieft er sich,

inspiriert von Mario Perniolas Begriff

des Anorganischen, in die Sinnlichkeit

des Abstrakten.Vor20Jahren

ist Perniolas „Der Sexappeal des

Anorganischen“ erschienen. Die

Menschen, so Perniola, erfahren sich

in der von ihnen hervorgebrachten

Kultur immer mehr als empfindende

Dinge.IhreSexualität verändertsich.

Sie basiert nicht mehr auf dem Unterschied

der Geschlechter, ist nicht

mehr organisch und auch nicht

mehr orgiastisch, sondern neutral,

anorganisch und künstlich. Gleichzeitig

sind wir in einer Schleife un-

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51)Yesterday15.00,

17.30,20.15

Cinema Paris (✆ 881 31 19) Ein Becken voller

Männer 15.15, 20.30; Der Klavierspieler vom Gare

du Nord 18.00

DelphiFilmpalast (✆ 312 10 26) Yesterday 15.00,

17.45,20.30

Delphi LUX (✆ 322 93 10 40) Unsere große

kleine Farm 15.30, 17.45, 20.00; Tel Aviv OnFire

15.40, 18.00, 20.20; Kursk (OmU) 14.10, 18.00;

Rocketman (OmU) 15.20, 20.40; Der Klavierspieler

vom Gare du Nord 14.00; Geheimnis eines

Lebens (OmU) 16.15, 18.40; The Dead Don‘t Die

(OmU) 21.00; Zwischen den Zeilen 15.00; All My

Loving17.20; Burning 20.00; Yesterday(OF) 15.30,

18.15, 21.00; They Shall Not Grow Old (OmU)

16.45,19.00; TelAviv On Fire (OmU) 21.15

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Unsere große kleine

Farm (OmU) 18.15; Kursk 20.15; Eine moralische

Entscheidung 18.00; Traumfabrik 20.00

Kant Kino (✆ 319 9866) Pets II 14.00, 16.00,

18.00, 21.00; Geheimnis eines Lebens 15.30,

18.00, 20.30; Kleiner Aladin 13.50, 15.40; Rebellinnen:

Leg‘ dich nicht mit ihnen an! 14.30,17.30,

19.30; Der Flohmarkt von Madame Claire 14.00;

Kroos 16.00, 18.30; Rocketman 16.30,21.00; Nur

eine Frau 19.00; Jussi Adler-Olsen 20.00

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) 3D: Spider-

Man II 11.15, 14.00, 17.00, 20.00, 23.00; Pets

II 11.00, 13.00, 15.00; Rocketman 17.15, 20.10;

3D: Spider-Man II (OF) 23.00; Aladdin 12.30;

Spider-Man II15.20; 3D: Pets II 18.15; Annabelle

III 20.30, 23.10; Kroos 12.00, 17.30; Traumfabrik

14.40, 20.20; John Wick III 23.10; TKKG 12.15;

3D: Pets II 14.30; 3D: Aladdin 16.45, 19.45,

22.40;Ein Becken voller Männer12.00, 15.00;Annabelle

III 17.50; Pets II20.20;The Dead Don‘t Die

22.30; Drei Schritte zuDir 12.00; Britt-Marie war

hier 14.30; Traumfabrik 16.50; Long Shot 19.45;

Rocketman (OF) 22.40

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Tolkien(OmU)

11.00;FuckFame(OmU) 13.00;MisterLink 14.30;

Kleiner Aladin 16.00; Electric Girl (DFmenglU)

17.30; Free Solo (OmU) 19.00; The Dead Don‘t Die

(OmU) 20.45; Border 22.30; Another Day of Life

(OmU) 11.00; Under the Tree (OmU) 12.45; Peter

Lindbergh (OmU) 14.15; Edie (OmU) 16.15; Eine

moralische Entscheidung 18.00; Unsere große kleine

Farm (OmU) 19.45; Rocketman (OmU) 21.15;

Nur eine Frau 23.15;

Macht das alles einen Sinn? 11.00; Sunset (OmU)

12.45; Dave Made aMaze (OmU) 15.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 16.30; Van Gogh (OmU)

18.15; Spider-Man II 20.15; Burning (OmU) 22.30

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Mirai (OmU)

16.00; Zwischen den Zeilen (OmU) 18.00; Rocketman

(OmU) 20.00; Burning (OmU) 22.15; Push

(OmU) 16.00; Campus Galli 17.45; Erde (OmU)

19.30; The Artist &The Pervert (OmU) 21.45

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Spider-Man II

13.45, 16.45, 19.20, 22.30; Rocketman 13.45,

17.10; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 13.45;

Yesterday 14.00,16.45,19.30,22.00;Traumfabrik

14.00, 19.40, 22.30; Kleiner Aladin 14.00; Pets

II (OF) 14.10; Drei Schritte zuDir 14.10, 17.30,

20.15; IMAX 3D: Spider-Man II 14.15, 17.15,

23.15; Men in Black 14.20; Aladdin 14.20,16.15,

19.30, 22.30; 3D: Pets II 14.30, 16.50, 19.30,

22.15; Godzilla 2 14.30; Pets II 14.45, 17.00;

Avengers: Endgame 16.20; Unsere große kleine

Farm 16.30; Kroos 16.40, 22.40; Geheimnis eines

Lebens 17.00; Annabelle III 17.00, 19.20, 22.00;

Spider-Man II (OF) 17.30; Long Shot 19.00; Ein

Becken voller Männer 19.40; The Cure 1978-2018

Live inHyde Park London 20.00; 3D: Spider-Man II

20.00; Kursk 20.10, 23.00; IMAX 3D: Spider-Man

II (OF) 20.15; X-Men 20.30; 3D: X-Men 22.00; 3D:

Men inBlack 23.00; JussiAdler-Olsen 23.00; John

Wick III 23.15; Annabelle III (OF) 23.15

Zukunft (✆ 01 76/57861079) #Female Pleasure

(OmU) 18.00; OBeautiful Night (OmenglU; Black

Neon Edition) 20.00; Der Goldene Handschuh

21.45; Kaviar 18.00; Berlin Bouncer (OmU) 20.00;

Lord of the Toys 21.45

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 02 00) Spider-Man II

11.00, 13.45; Avengers: Endgame 11.00; TKKG

11.15; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 11.20,

14.10; Kleiner Aladin 11.20, 14.50; Willkommen

im Wunder Park 11.30;Pets II 11.45, 14.20, 16.50,

20.00; Glam Girls: Hinreißend verdorben 13.50;

3D: Pets II14.00, 17.20; Aladdin 14.00, 17.15,

19.50;3D: Spider-Man II 16.45, 19.30; Drei Schritte

zu Dir 16.45, 19.40; 3D: Men inBlack 17.00;

Annabelle III 17.15, 20.15; Traumfabrik 20.00;

John Wick III 20.00

Kino Kiste (✆ 998 7481) Mister Link 12.50; Yuli

14.25; Aladdin 16.15; Kaviar 18.30; Long Shot

20.10

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 4109) TKKG 10.00,

12.10; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 10.00,

12.30,14.50; Pets II 10.00,12.40,15.00,16.00,

18.10,19.40; Kleiner Aladin 10.00,12.20,14.00;

Aladdin 10.00, 11.50, 14.20, 17.00; Alfons Zitterbacke

–Das Chaos ist zurück 11.50; 3D: Pets II

12.00, 14.10, 17.10; Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 12.15; Willkommen im Wunder Park 12.40;

3D: Spider-Man II 14.15, 17.20, 20.10; Dancing

Queens 14.30; Bailey 14.40; 3D: Aladdin 14.45;

Spider-Man II 16.40, 19.50; Godzilla 2 16.50;

Traumfabrik 17.10, 20.00; Annabelle III 17.15,

20.20; Drei Schritte zu Dir 17.30,20.15; Avengers:

Endgame 19.30; John Wick III 19.45; The Cure

1978-2018 Live inHyde Park London 20.00

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Yesterday (OmU)

17.10, 19.50, 22.30; The Cure 1978-2018 Live

in Hyde Park London 19.30; B The Dead Don‘t Die

(OmU) 17.00, 22.20

fsk am Oranienplatz (✆ 614 24 64) Burning

(OmU) 17.45; Erde (OmU) 18.00; Das melancholische

Mädchen 20.15, 22.00; Nuestro tiempo –Our

Time (OmU) 20.30

Moviemento (✆ 692 47 85) Roads (OmenglU)

12.45; Unsere große kleine Farm (OmU) 15.00;

Ramen Shop (OmU) 17.15; Unsere große kleine

Farm (OmU; m. Gast u. Gespräch) 19.30; Cold War:

Der Breitengrad derLiebe –Zimna wojna (OmenglU)

22.15; Der blaue Tiger 10.00; Alfons Zitterbacke –

Das Chaos ist zurück 13.15; TKKG 15.30; Tel Aviv

On Fire (OmU) 17.45, 20.00, 22.15; TKKG 11.30;

Inna de Yard –The Soul of Jamaica (OmU) 13.45;

Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten

16.00; Border (OmU) 18.00; High Life (OmU)

20.30

Sputnik (✆ 694 1147) Mirai 16.15; Electric Girl

18.00; Kaviar (OmU) 19.30; My Days of Mercy

(OmU) 21.30; Die Mission der Lifeline (OmenglU)

16.30; Happy Lamento (OmU) 18.00; Roads (OF)

19.45; OBeautiful Night (OmenglU) 21.45; Kinobar

imSputnik Lord of theToys 19.45; The Artist &

The Pervert (OmU) 21.45

Yorck (✆ 78 91 32 40) Kleiner Aladin 15.00; Yesterday

16.50, 20.30; New Tel Aviv OnFire 16.00,

19.30, 21.45; Unsere große kleine Farm 18.15

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 95 90) TKKG 10.00,

12.30; Rocca verändert die Welt 10.00, 12.30;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 10.00; Pets II

10.00,12.00,14.00,16.00, 19.45; Kleiner Aladin

10.00,12.15, 15.00; AlfonsZitterbacke–Das Chaos

ist zurück 12.45; Spider-Man II14.15; Yesterday

14.45, 17.30, 20.00; Drei Schritte zu Dir 14.45;

3D: Spider-Man II 17.00, 20.00; Kroos 17.00; Ein

Becken voller Männer 17.15; 3D: Pets II 18.00;

Traumfabrik 20.15; Aladdin 20.15

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Kaviar 13.00;

Drei Schritte zu Dir 13.00, 18.00; Unsere große

kleine Farm 13.15, 20.30; Aladdin 15.15; 3D: Pets

II 15.30, 17.45; Britt-Marie war hier 15.30; Geheimnis

eines Lebens 17.45; The Cure 1978-2018

Live in Hyde Park London 20.00; Pets II 20.00

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60) Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 11.30; Glam Girls:

Hinreißend verdorben 11.30; TKKG 11.45; Royal

Corgi: Der Liebling der Queen 11.45; Pets II 12.00,

14.15, 16.45; Kleiner Aladin 12.00, 14.30; Aladdin

12.00, 13.50,17.00, 19.45; 3D: Pets II 12.30,

15.00, 17.30, 20.15; Spider-Man II 14.00; Men

in Black 14.00; Drei Schritte zu Dir 14.00, 17.00;

Avengers: Endgame 15.15; 3D: Spider-Man II

16.30, 19.45; Traumfabrik 16.45, 19.50; Annabelle

III 17.05, 20.15; 3D: Men inBlack 19.50; John

Wick III 19.50; The Cure 1978-2018 Live inHyde

Park London 20.00

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Urfin: Der Zauberer von Oz

17.00; All My Loving 18.45; Kaviar 21.00; Mamacita

(OmU) 18.00; Nonna Mia! –Metti la nonna in

freezer (OmU) 19.30; Fuck Fame (OmenglU) 21.30

Babylon (✆ 242 5969) IndoGerman Filmweek:

Bunkar –The Last of the VaranasiWeavers (OmenglU)

17.30; Berlin Short Film Festival (Block I)

18.00; IndoGerman Filmweek: Kurzfilmprogramm

(Relationship) 19.00; IndoGerman Filmweek, Eröffnung:

Dombivli Return (OmenglU; m. Musikprogramm)

19.30; Berlin Short Film Festival (Block II)

20.00; IndoGerman Filmweek: Bharat (OmenglU)

21.30; Berlin Short Film Festival (Block III) 22.00;

IndoGerman Filmweek: One Day –Justice Delivered

(OmenglU) 22.30

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) Yesterday

(OmU) 10.45, 13.00, 15.15, 17.30, 20.00,

22.30; Rocketman (OmU) 12.30, 19.30, 22.15;

Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 15.00;

Der Klavierspieler vom Gare du Nord –Aubout des

doigts (OmU) 17.00

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) TKKG

11.00; Glam Girls: Hinreißend verdorben 11.10;

Bailey 11.15;Spider-ManII11.20, 14.20; 3D: Pets

II 11.30, 14.40, 17.00; Yesterday 11.40, 14.30,

17.15, 20.10, 23.00; Rocketman 11.45; Kleiner

Aladin 11.50, 14.10; Pets II 12.30, 15.20, 17.30,

19.30, 22.15; Royal Corgi: Der Liebling der Queen

13.15; Avengers: Endgame 13.30; Aladdin 13.45,

16.45; X-Men 13.50; Traumfabrik 14.50, 16.20;

3D: Spider-Man II 16.40, 19.40,22.45; Drei Schritte

zu Dir 17.20, 19.45; Men inBlack 17.30;Annabelle

III 17.50, 20.30, 23.15; 3D: Aladdin 19.15;

John Wick III 19.50, 23.00; The Cure 1978-2018

Live inHyde Park London 20.00; Kroos 20.20; 3D:

Avengers: Endgame 22.00; Long Shot 22.30; 3D:

Men in Black 23.10; 3D: X-Men 23.15

Hackesche Höfe (✆ 2834603) Inna de Yard –The

Soul of Jamaica (OmU) 14.30; Nonna Mia! –Metti

la nonna infreezer (OmU) 16.45, 19.00; Der Fall

Collini 21.15; Berlin Babylon (Omdt+englU) 14.30;

Ein Becken voller Männer –Legrand bain (OmU)

16.30, 19.00; Nuestro tiempo –Our Time (OmU)

21.30; Sunset (OmU) 14.45; Unsere große kleine

Farm (OmU) 17.45; The Dead Don‘t Die (OmU)

19.45; OBeautiful Night (OmenglU) 22.00;Tel Aviv

On Fire (OmU) 14.45, 19.00; Das melancholische

Mädchen (OmenglU) 17.00, 21.15; Burning (OmU)

14.00, 21.00; Rebellinnen: Leg‘ dich nicht mit ihnen

an! –Rebelles (OmU) 17.00, 19.00

International (✆ 24 75 60 11) International

Unsere große kleine Farm 14.00; Yesterday (OmU)

16.20, 19.00, 21.40

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Romeo und Julia

in Berlin 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06 44)

Willkommen imWunder Park 12.00; Spider-Man

II 12.00, 14.10, 17.10, 19.30; Royal Corgi: Der

Liebling der Queen 12.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 12.00, 14.45; Pets II 12.00, 14.30,

17.00, 23.00; Mister Link 12.00; Kleiner Aladin

12.00, 14.15; Aladdin 12.00, 14.15, 17.10,

19.30, 22.30; 3D: Pets II 12.30, 15.00, 17.30,

20.00; Traumfabrik 14.00, 17.10; Drei Schritte zu

Dir14.00, 16.45; TKKG14.45; MeninBlack 16.30,

20.10; Spider-Man II (OF) 16.50, 20.15;

Annabelle III 17.10, 20.10, 22.50;The Cure 1978-

2018 Live inHyde Park London (OF) 19.30; Hollywoodtürke

19.50; 3D: Spider-Man II20.00, 22.30;

John Wick III 22.00; X-Men (OF) 22.30; Long Shot

(OF) 22.30; Annabelle III (OF) 22.55; Brightburn:

Son of Darkness 23.15

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Tel Aviv On Fire (OmU)

12.00, 20.30; Aladdin (OmU) 14.00; Kursk (OmU)

16.20,22.20; Apollo 11 (OmU) 18.50

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Yesterday (OF) 16.50,

19.30,22.10

Passage (✆ 68 23 70 18) Yesterday (OmU) 18.00,

20.40; The Dead Don‘t Die (OmU) 18.15, 20.45;

Nur eine Frau 19.00; Rocketman – Rocketman

(OmU) 21.15

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Spider-Man II (OF)

17.40, 20.30, 22.20; Geheimnis eines Lebens

(OmU) 16.40; The Dead Don‘t Die (OF) 20.00,

22.30;Tel Aviv On Fire (OmU)17.15, 19.30, 21.40;

Burning (OmU) 17.00; They Shall Not Grow Old

(OmU) 19.00; Burning (OmenglU) 21.15; Kursk

(OmU) 17.20, 20.00

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34)

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 11.40; Royal

Corgi 11.50; Pets II 12.00, 14.15, 17.10, 20.15;

Kleiner Aladin 12.00, 14.30; TKKG 12.05; 3D: Pets

II 12.30, 15.00; Aladdin 13.50, 16.45; Yesterday

14.10, 17.10, 20.00; Spider-Man II 14.30; 3D:

Spider-Man II16.30, 19.30; Traumfabrik 16.45;Annabelle

III 17.40, 20.15; The Cure 1978-2018 Live

in HydePark London20.00;3D: MeninBlack20.00

Wolf (✆ 921 039333) OBeautiful Night (OmenglU)

12.00; Das melancholische Mädchen (OmenglU)

12.10, 21.10; High Life (OmU) 13.50, 21.10;

Roads (OmU) 14.00; Mo & Friese unterwegs

16.00; Our Time (OmU) 16.00; Mein Nachbar Totoro

16.50; Erde (OmU) 18.50; Unsere große kleine

Farm (OmenglU) 19.10; Otis Sandsjö vs: Homo sapiens

(OF) 20.00

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Pets II

14.00, 16.00, 18.00, 20.50; Yesterday 18.00,

20.40; Kleiner Aladin 14.30;TKKG 16.20; Geheimnis

eines Lebens 18.30

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Yesterday

15.20,18.00, 20.40; TelAvivOnFire 16.10, 18.20,

20.30; Pets II16.00, 18.00, 20.00; Geheimnis eines

Lebens 16.15, 18.40; Burning 20.00; Kleiner

Aladin 14.50; Unsere große kleine Farm 16.40,

18.50; Rocketman (OmU) 21.00; The Dead Don‘t

Die (OmU) 21.00


Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019 23

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

TANZ

Open Spaces 11. 7.–11. 8., Uferstudios,

Uferstr.23, Karten unter reservix.de

Esprit vonLyllie Rouvière: 11.–14. 7.,

20.30 Uhr,Saal 4

SAI –Athingthatfeel vonRilaben:

16.–17 .7., 19 Uhr,Saal 4

Song vonEva Pfitzenmaier und Maik

Riebort, 11./12. 7. ,19Uhr,Saal 4

Co-Creators vonJulia Schwarzenbach,

14. 7., 19 Uhr,Saal 5

PASCAL STODIECK

aufhörlicher Erregung gefangen. Das

klingt nicht gerade gut, aber alles ist

immer wieder eine Sache der Perspektive.

In „SAI“ –ein Akronym für

„Sex.Appeal.Inorganic“ interessiert

sich Rilaben für das Kippmoment in

der Beziehung zwischen Menschen

und Raum. Für die Möglichkeiten

des Nicht-Hierarchischen, die sich in

einer Welt der „empfindenden

Dinge“ eröffnet.

MitGewohnheitenund derWeise

wie sie sich in uns einnisten und uns

verändern, beschäftigen sich Eva

Pfitzenmaier und Maik Riebort in

„Song“. Songs, mit denen man eine

Geschichte oder gleich mehrere Geschichtenverbindet,

kennt jeder.Mit

„Song“ unternehmen die Komponistin

und Musikerin Pfitzenmaier und

der Choreograf Riebort eine Art Obduktion

am lebendigen Objekt.

Funktioniert die Macht der Musik

auch noch dann, wenn sie vor den

Augen und Ohren der Zuschauer in

ihreEinzelteile zerlegt wird?

Die inSalzburg lebende Tänzerin

und Choreografin Julia Schwarzbach

hat unter anderem bei Sasha Waltz

getanzt. Neben ihren Produktionen

mit Erwachsenen und für Erwachsene

arbeitet sie seit über zehn Jahren

regelmäßig mit Kindern und für

Kinder. In „Co-Creators“ stellt sie gemeinsam

mit der Dramaturgin Silke

Bake und der Tanztheoretikerin

Anna Leon einige Fragen zur künstlerischen

Zusammenarbeit mit Kindern

und Jugendlichen. Denn auch

wenn mandiesen viel Spielraum lassen

und Räume auf „Augenhöhe“

schaffen will: Gleichberechtigt ist

eine solche Zusammenarbeit nicht.

Die einen sind Profis, die anderen

nicht. Dieeinen sind erwachsen, die

anderen brauchen Schutz und einen

verantwortungsbewussten Umgang.

Trotzdem, inder Weise der Zusammenarbeit

hat sich in den vergangenen

Jahrzehnten sehr viel getan.

Wieviel Mitspracherecht haben

die jugendlichen Menschen in der

künstlerischen Produktion? Wie

verändert sich die künstlerische Arbeit

durch das intuitiveWissen von

Kindern? Verändert sich durch eine

solche Zusammenarbeit auch das

allgemeine Verständnis von künstlerischer

Arbeit? Ein Spezialgebiet,

aber interessant für alle, die ihr eigenes

Selbstverständnis gern mal

auf den Kopf stellen.

Kühl

und

verletztlich

Die

wasserstoffblonde

Coolness schien immer

auch ein notwendiger Panzer

zu sein, mit dem sich Christina

Aguilera über die Bühnen der

Welt bewegte. Dabei sind es

gerade Balladen wie „Beautiful“

oder „Hurt“, die eine Verletzlichkeit

zum Ausdruck

bringen, die durch das beachtliche

Stimmvolumen zugleich

in Sicherheit gebracht schien.

Neben Madonna und Alicia

Keys, die als unantastbare

Selbstversorgerinnen des

Frauenpop galten, hat es

Christina Aguilera immer ein

wenig schwer gehabt. Das lag

vielleicht am Mickey-Mouse-

Club, den sie bereits als 13-

Jährige moderiert hat, wosie

auf Britney Spears und Justin

Timberlake traf.Abergeradein

dieser Liga ist eine junge

Künstlerin darauf angewiesen,

sich freizustrampeln. Heute

dürfte Aguilera einen Querschnitt

dieser Anstrengungen

präsentieren. HarryNutt

Soul

ChristinaAguilera Mercedes-Benz-

Arena, Mercedes-Benz-Platz1

KONZERT

Arcanoa (✆ 67 96 26 51)

21.00: Lobitos

Auster Club (✆ 611 33 02)

20.00: Mallrat

b-flat (✆ 283 31 23)

21.00: Hagiga–Alon Farber Sextett

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str.70)

21.00: Sophie Soraya, Fulkrum Loops &Leslie

Cassiopeia (✆ 47 38 59 49)

20.00: Siamese, The Artificial

DODO (✆ 53 09 40 72)

20.00: Elisabeth Cutler with Leander Reininghaus

Duncker (✆ 445 95 09)

21.00: Night Nail,Gnadenlos Kostenlos

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche (✆ 218 50 23)

21.00: Volker Jaekel (Orgel), GertAnklam (Saxophon),

InSpirit –Jazzals spirituelles Musikerlebnis: Poetischer

Dialog

Lido (✆ 69 56 68 40)

21.00: Rising Appalachia

Mensch Meier (Storkower Str.121)

20.00: Lars Neugebauer und N.U.Unruh, Drum Klub

Mercedes-Benz Arena (✆ 20 60 70 88 99)

20.00: Christina Aguilera

Monarch (Skalitzer Str.134)

20.00: Emma Elisabeth,support: Grandchildren,

Melancholic Milkshake

Musik &Frieden (Falckensteinstr.48)

20.00: 30/70

Orania.Berlin (✆ 69 53 96 80)

20.00: Orania.Jazz: Nino Ruggieri (g), Chris (sax)

Prachtwerk Berlin (Ganghoferstr.2)

20.00: Kroner

Rickenbacker’s (✆ 81 89 82 90)

21.00: Steve Size Band

Schlot (✆ 4482160)

21.00: Social Stutter

Schokoladen Mitte (✆ 282 65 27)

19.00: El Tercer Semestre, thirsty &miserable

Wild At Heart (✆ 611 70 10)

22.00: Electric Frankenstein +The Hip Priests

Zimmer 16 (✆ 48 09 68 00)

20.00: Ines Herrmann

Anzeige

Zitadelle Spandau (✆ 35 49 44 29 7/)

19.30: CitadelMusic Festival: Beirut

CLUB

Ava (Warschauer Pl. 18)

23.00: Die JungenWilden, Andree Wischnewski und

die Jungen Wilden

Berghain (Am Wriezener Bahnhof)

22.00: Säule, Akua, Amnesia Scanner,Aquarian

Cassiopeia (✆ 47 38 59 49)

23.00: D.a.m.n. Berlin, Dj Danetic

Duncker (✆ 445 95 09)

23.00: AftershowParty,Indie Jones

Festsaal Kreuzberg (✆ 551 50 65 87)

17.00: Rio Jazz Club

Junction Bar (✆ 694 66 02)

22.00: DJane B.B.

Kulturbrauerei/Alte Kantine (✆ 44 31 50)

22.00: EverybodyDance Now!, Funky Henning

Maze (✆ 55 51 84 54)

20.00: Hot Spot in aCool Chamber,Mijk vanDijk,

10cars, Logicnot

Monster Ronson’sIchiban Karaoke

(✆ 89 75 13 27) 21.00: Sing on Stagewith

Supernoa

SageClub (✆ 278 98 30)

21.00: Rock at Sage–Full Metal StageVolume IV:

Thundermother (live), Chris L. &Mr.Yoosen, Kalli &

Toxic Twin, Tomschak, Arvid

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: Vinylsounds

Suicide Circus (Revaler Str.99)

23.00: Chantals House of Shame, Jade PearlBaker,

Asaf Dolev, Tiasz, Jaycap

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (✆ 282 92 95)

21.00: Cha Cha, Walzer &Co, Evan, Josefina, Sascha

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726 27 93 33)

21.30: Red Rhythm –Swing Dance Night

Kulturbrauerei/Soda (✆ 44 31 51 55)

19.00: Soda Social Club,Fismo DJ,DJFabinho FM,

DJ Markus, DJ DennisS,DJPedram

Tanzpavillon im Monbijoupark (Monbijoustr.3)

20.00: Salsa,Flori, Wilber und Naudy

KINO

Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00)

Spider-Man II 14.00, 17.00, 20.00, 22.30; 3D:

Pets II 14.00, 16.45; Kleiner Aladin 14.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.15; Kaviar 14.15,

23.00; Yesterday 14.30, 16.40, 19.30; TKKG

14.50; Pets II 14.50,17.10,19.30; Tolkien 16.15;

Traumfabrik 16.20; Rebellinnen: Leg‘ dich nicht

mit ihnen an! 17.15, 21.20; Kursk 17.15, 20.00;

Unsere große kleine Farm (OmU) 19.00; Geheimnis

eines Lebens 19.00; Ein Becken voller Männer

19.15;The Cure 1978-2018 Live inHyde Park London

20.00; Avengers: Endgame (OmU) 21.30; The

Dead Don‘t Die (OmU) 21.45; Rocketman (OmU)

22.20;Yesterday (OmU) 22.45

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Kino Wien Film (teilw.

OmU) 19.00; Kaviar (OmU) 20.45

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Das melancholische

Mädchen (OmenglU) 19.30

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00)Traumfabrik

14.10, 19.50; Spider-Man II 14.10; Aladdin

14.10, 17.05; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.15;Godzilla 214.15; Drei Schritte zu Dir 14.15,

17.00; Ein Becken voller Männer 14.20, 17.10;

Yesterday 14.30, 17.15, 20.00, 22.30; Pets II

14.30, 17.00; Kleiner Aladin 14.30; 3D: Spider-

Man II16.45, 20.00, 22.45; Long Shot 16.45; Jussi

Adler-Olsen 17.15; Annabelle III 17.15, 20.15,

22.45; Unsere große kleine Farm 17.30; X-Men

19.45; Men in Black 19.45; The Cure 1978-2018

Live inHyde Park London (OF) 20.00; Rocketman

20.00; 3D: Pets II 20.00; Kursk 20.00; The Dead

Don‘t Die 22.30; Rebellinnen: Leg‘ dich nicht mit

ihnen an! 22.45; John Wick III 22.45; Brightburn:

Son of Darkness 22.45

Zeiss-Großplanetarium (✆ 42 18 45 12) Searching

for Sugar Man (OmU) 19.30

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00)TKKG11.00;

Aladdin 11.00, 14.00, 17.10; Bailey 11.10; Royal

Corgi 11.15; Spider-Man II 11.30, 13.30; 3D:

Pets II 11.50, 14.10, 17.00, 23.00; Kleiner Aladin

12.00, 14.20; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

12.10; Pets II 12.20, 14.50, 17.20, 19.40; Yesterday

13.30, 16.30, 19.30, 22.45; Drei Schritte zu

Dir13.50, 16.50, 20.10; Men in Black 14.30; Dancing

Queens 14.45; Rocketman 16.30; Traumfabrik

16.40, 19.45; 3D: Spider-Man II 16.45, 20.00,

23.10; Annabelle III 17.30, 20.20, 23.15; John

Wick III 19.45; 3D: Aladdin 19.50;The Cure 1978-

2018 Live in Hyde Park London 20.00; 3D: Godzilla

222.10; Long Shot 22.50; 3D: X-Men 23.00; 3D:

Men in Black 23.00; Ma23.15

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04)

Ein Becken voller Männer 14.45;Rocketman 17.40,

20.30

Cosima (✆ 85 07 58 02) Stan &Ollie 18.00; Rocketman

20.15

Odeon (✆ 78 70 40 19) Yesterday (OmU) 17.45,

20.30

Xenon (✆ 78 00 15 30) MyDays ofMercy (OmU)

18.00; Ein Becken voller Männer –Legrand bain

(OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 0211) TKKG

10.00,12.10; Spider-Man II10.00, 14.10, 17.10;

Pets II 10.00, 12.15, 14.30, 16.50, 22.40; 3D:

Pets II 10.00, 12.40, 14.20, 17.20; Kleiner Aladin

10.00, 12.10; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

11.55, 14.40; Drei Schritte zuDir 14.20, 16.40,

20.10; Traumfabrik 17.10, 19.40; The Cure 1978-

2018 Live inHyde Park London (OF) 19.30; Annabelle

III 19.30, 22.50; 3D: Spider-Man II 20.15,

22.50; John Wick III 22.15; Long Shot 23.15

Kino imKulturhaus Spandau (✆ 333 60 81) Der

Fall Collini 16.00; Edie 18.15; Rocketman 20.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11) Yesterday 14.30,

17.15,20.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 0520)

TKKG 10.00, 12.45; Spider-Man II 10.00, 12.20,

15.05,16.50; Pets II 10.00,12.15,14.30,16.30,

17.00; 3D: Pets II 10.00, 12.20, 14.40, 18.05;

Kleiner Aladin 10.00, 12.10; Bailey 10.00; PokemonMeisterdetektivPikachu11.30,

14.55; Aladdin

12.15, 14.50, 17.20, 19.30; Drei Schritte zu Dir

13.45; Men in Black 14.10, 19.30, 23.00; Traumfabrik

17.00, 20.00; Annabelle III 17.40, 20.25,

23.00;The Cure 1978-2018 Live inHyde Park London

(OF) 19.30; 3D: Spider-Man II 19.55, 23.00;

Long Shot 20.10, 22.20; John Wick III 22.30;

Brightburn: Son of Darkness 22.40; Spider-Man II

(OF) 23.00

Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) TKKG 10.00;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 10.00; Pets II

10.00,12.00,14.00,16.00,20.30; Kleiner Aladin

10.00, 14.00; 3D: Spider-Man II12.00, 17.45,

20.30; 3D: Pets II 12.00, 18.30; Drei Schritte zu

Dir 12.00, 15.15, 20.30; Yesterday 15.30, 18.00,

20.30; Spider-Man II 15.45; Traumfabrik 17.45

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Pionierinnen des Film

Noir: The Hitch-Hiker (OF) 20.00; Zwei oder drei

Dinge, die ich über Lateinamerika weiß: Orinoko:

Neue Welt (m. Einführung) 19.00; Zwei oder drei

Dinge, die ich über Lateinamerika weiß: Amerika,

terra incognita (m. Einführung) 21.15

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 806969)

TKKG 12.30, 15.10; Pets II 12.30, 14.30, 16.30;

3D: Spider-Man II 12.45, 15.30, 17.10, 20.45,

22.50; Spider-Man II13.00, 14.00, 16.15, 19.00,

22.30; Nur eine Frau 13.10; Bailey 13.10; Der Klavierspieler

vomGareduNord13.20; Aladdin 13.20,

20.30, 22.45; Royal Corgi: Der Liebling der Queen

13.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 13.30;

Drei Schritte zu Dir 13.30, 16.20, 19.50, 23.00;After

Passion 13.50; Yesterday 14.00, 17.20, 19.40,

22.30;Kleiner Aladin 14.00; Der Jungemuss an die

frische Luft 14.00; Monsieur Claude II 14.20; 3D:

Pets II 15.00,17.40, 20.15,23.10; Avengers: Endgame

16.00, 20.30; X-Men 16.10, 19.20; Traumfabrik

16.20, 19.30; Godzilla 2 16.20, 19.40;

Geheimnis eines Lebens 16.40; Ein Becken voller

Männer 16.40, 19.50; 3D: Aladdin 16.40; Kroos

16.50, 19.15; Annabelle III 16.50, 20.00, 23.00;

Glam Girls: Hinreißend verdorben 17.10; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 17.20;Tolkien 17.50;

Rocketman 19.30, 22.50; Kursk 19.40, 22.50;

Der Fall Collini 19.50; John Wick III 20.15, 22.20;

Men inBlack 21.00; Long Shot 22.40; 3D: X-Men

23.00; Ma–Sie sieht alles 23.00; Brightburn: Son

of Darkness 23.00

CineStar im Sony Center (✆ 04 51/703 0200)

Geheimnis eines Lebens (OF) 13.30; Avengers:

Endgame (OF) 13.50; Spider-Man II (OF) 14.00;

3D: Pets II (OF) 14.10, 17.30; Men in Black (OF)

14.15; Aladdin (OF) 14.20, 16.15; Yesterday (OF)

14.30, 17.10, 20.10, 23.10; Pets II (OF) 14.30,

17.50, 19.30; 3D: X-Men (OF) 16.50;Annabelle III

(OF) 17.00, 20.30, 23.15; 3D: Spider-Man II (OF)

17.10, 20.10, 23.15; Rocketman (OF) 19.50; The

Cure 1978-2018 Live inHyde Park London 20.00;

Sneak Preview (OF) 20.00;3D: Aladdin (OF) 20.10,

23.00;X-Men (OF) 22.20;John Wick III–John Wick:

Chapter 3–Parabellum (OF) 22.50; 3D: Godzilla 2

(OF) 22.50; The Dead Don‘t Die (OF) 23.15

CineStar IMAX (✆ 04 51/703 02 00) 3D:Galapagos:

Rätsel der verlorenen Welt 11.30; 3D: Spider-

Man II(OF) 12.45, 16.00, 19.15, 22.30

Filmrauschpalast (✆ 394 4344) Spider-Man II

(OF) 19.00; Pulp Fiction (OF) 21.30

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) TKKG 10.00, 12.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 10.00, 14.30; Pets

II 10.00, 12.00, 14.00, 16.00, 18.00; Mister Link

10.00; KleinerAladin 10.00, 12.00, 14.00, 16.00;

Spider-Man II 12.00, 14.00, 17.00; 3D: Pets II

12.15, 15.00, 17.00, 20.00, 22.30; Traumfabrik

17.00, 19.00, 22.00; Annabelle III 18.00, 20.00,

22.30; 3D: Spider-Man II 20.00,22.00;DreiSchritte

zu Dir 20.00; John Wick III 22.00

Casablanca (✆ 677 5752) Bohemian Rhapsody

17.45; OBeautiful Night 20.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00)

Spider-Man II 11.30, 14.00; Pets II 11.30, 14.00,

16.30; Drachenzähmen leicht gemacht 311.30;

Alfons Zitterbacke 11.35; Ostwind 411.45; Kleiner

Aladin 11.55, 14.30; Mister Link 12.00; Aladdin

12.00, 14.20; 3D: Pets II 12.10, 14.40, 17.10,

19.20, 22.15; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.15; TKKG 14.30; Bailey 14.45; Avengers:

Endgame 15.00; X-Men 16.45; 3D: Men in Black

16.55; Traumfabrik 17.00, 19.50; 3D: Spider-Man

II 17.05,20.10, 22.50; Annabelle III 17.15, 20.10,

23.00; Glam Girls 17.30; 3D: X-Men 19.25; 3D:

Aladdin 19.30; 3D: Godzilla 219.40, 22.45; The

Cure 1978-2018 Live inHyde Park London 20.00;

John Wick III 20.00, 22.50; 3D: Avengers: Endgame

22.00; Long Shot 22.55; Ma–Sie sieht alles

23.15; Brightburn: Son of Darkness 23.15

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) TKKG

12.00; Spider-Man II 12.00, 14.00, 17.00, 19.30;

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 12.00; Kleiner

Aladin 12.00, 14.45; Bailey 12.00; Pets II

12.15, 14.35, 17.00, 23.00; 3D: Pets II 12.30,

15.00, 17.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.10; Aladdin 14.10, 17.00, 19.30; Drei Schritte

zu Dir 14.20, 17.00, 19.50; Annabelle III 16.45,

20.10, 22.50; Traumfabrik 16.50, 19.50; The Cure

1978-2018 Live inHyde Park London (OF) 19.30;

Spider-Man II(OF) 20.00; Brightburn: Son of Darkness

22.30; Annabelle III (OF) 22.30; John Wick

III 22.35; 3D: Spider-Man II22.40; Men inBlack

22.50

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 4001) Erde (OmU) 19.00;

AMan of Integrity: Ein integerer Mann –Lerd (OmU)

21.15

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Yesterday 12.30,

15.00,17.30,20.00; Pets II 10.30, 12.30,14.30,

16.30,18.30,20.30

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Erde 15.30;

Der Klavierspieler vom Gare du Nord 18.00; Kursk

20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) TKKG 13.00; Geheimnis

eines Lebens 15.30, 20.30; Yoga (OmU)

18.00

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 4678) Die Ferien des Herrn Hulot

16.00; Der Flohmarkt von Madame Claire –Laderniere

folie de Claire Darling (OmU) 18.00; Vorhang

auf für Cyrano –Edmond (OmU) 20.30

Capitol (✆ 831 6417) Geheimnis eines Lebens

15.45, 20.30; Unsere große kleine Farm 18.15

FREILUFTKINOS

Freilichtbühne Weißensee (✆ 24 72 78 01) Defa-

Donnerstag: Kurzfilmprogramm (Richard Cohn-Vossen)

21.45

Freiluftkino Friedrichshagen (✆ 65 01 31 41)

303 21.15

Freiluftkino Hasenheide (✆ 283 46 03) Der Fall

Collini 21.30

Freiluftkino Insel imCassiopeia (✆ 35 12 24 49)

Anderswo.Allein inAfrika 21.45

Freiluftkino Kreuzberg Green Book (OmU) 21.30

Freiluftkino Rehberge Nur eine Frau 21.30

Open Air Kino Mitte (✆ 28 59 99 73) Loving Vincent

(OmU) 21.30

Openair Kino Spandau (✆ 333 6081) AStar Is

Born 21.30

Pompeji –FLK am Ostkreuz (✆ 01 76/56 70 92 98)

The Cakemaker (OmU) 21.45

Radio EINS-Freiluftkino Friedrichshain Capernaum

–Stadt der Hoffnung 21.45

Sommerkino Kulturforum am Potsdamer Platz (✆

89 37 14 31) Wir –Us(OmU) 21.30

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12) Die

Abenteuer des Huck Finn 10.00; Vom Lokführer,

der die Liebe suchte 17.00; GPU (m. Einführung)

19.30; DieZiege: AliMizah wa Ibrahim: Ali,the Goat

and Ibrahim (OmU) 21.30

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 7020) Die unglaublichen

Abenteuer von Bella 10.00; Pets II

14.00, 16.15,18.30,21.00; Kleiner Aladin 14.15;

Traumfabrik 16.00, 18.30; Geheimnis eines Lebens

16.30, 18.45; Unsere große kleine Farm 16.45,

18.45; Ein Becken voller Männer 20.45; The Cure

1978-2018 Live inHyde Park London 21.00; Rebellinnen:

Leg‘ dich nicht mit ihnen an! 21.00

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 72 33)

Yesterday 11.00, 14.00, 16.50, 19.45; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 11.00, 14.15; Pets II

11.00, 14.00, 17.15, 20.15; Bailey 11.00; Aladdin

11.00, 14.00, 17.00; TKKG 11.15; Royal Corgi

11.15; Kleiner Aladin 11.15, 14.15; Traumfabrik

13.40; Spider-Man II13.40; 3D: Pets II 14.30; 3D:

Spider-Man II 16.30, 19.45; Men inBlack 16.30;

Annabelle III 16.45, 20.10; Rocketman 16.55; Drei

Schritte zu Dir 17.00; The Cure 1978-2018 Live

in Hyde Park London (OF) 20.00; Sneak Preview

20.00; Long Shot 20.00; 3D:Aladdin 20.00

Waschhaus Kino Potsdam (✆ 03 31/271 56 26)

Nur Gott kann mich richten 21.45

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 8877) Pets II

15.00, 17.15; 3D: Pets II19.30

Capitol Königs Wusterhausen (✆ 033 75/469777)

Anker der Liebe 17.15; Tolkien 20.00

CineStar Wildau (✆ 04 51/703 02 00) Spider-

Man II 11.45, 14.30; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 11.45, 14.20; Aladdin 11.45, 14.40; Drachenzähmen

leicht gemacht 311.50; TKKG 12.00;

3D: Pets II 12.00, 14.30, 17.00, 19.30; Bailey

12.00; Pets II 12.30, 15.00, 17.30, 20.30; Kleiner

Aladin 12.30, 14.40; Dancing Queens 12.30;

Men inBlack 14.20; Glam Girls 14.30; Traumfabrik

14.35, 17.25, 20.15; Yesterday 14.45, 17.30,

20.00; Rocketman 16.45; 3D: Aladdin 16.45,

19.40; Drei Schritte zu Dir 16.50; 3D: Spider-Man

II 17.00, 20.00; Annabelle III 17.30, 20.20; 3D:

Men in Black 17.35; 3D:Avengers 19.30; John Wick

III 19.50; The Cure 1978-2018 in Hyde Park 20.00

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) Pets II

10.00, 14.00, 16.00; TKKG 10.00, 15.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 10.00; 3D: Spider-

Man II 12.00, 17.45, 20.30; 3D: Pets II 12.00,

18.15, 20.30; Aladdin 12.00, 17.45; Spider-Man

II 14.45; Drei Schritte zuDir 20.30

Filmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 48 28)

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 12.00; TKKG

12.05; Aladdin 12.05, 14.15; Pets II 13.00, 15.00,

17.00, 19.45; 3D: Pets II 14.00, 16.00; Spider-

Man II 14.45;Traumfabrik 17.05;3D: Spider-Man II

17.30, 20.00;Annabelle III 18.00, 20.15; The Cure

1978-2018 Live inHyde Park London 20.00

Linden-Kino Wusterhausen (✆ 03 39 79/145 93)

3D: Spider-Man II19.45

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Pets II

15.00, 17.30, 20.30; Willkommen im Wunder Park

16.00; Jussi Adler-Olsen 18.00; Drei Schritte zu Dir

20.00


24 * Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019

·························································································································································································································································································

Netzwerk

SERIEN

Hackerin

als clevere

Kommissarin

VonTorsten Wahl

Fernseh-Dokumentationen

widmen

sich sowohl den Potenzialen

als auch den Risiken der vernetzten

Welt, Krimiserien dagegen müssen

mit den Gefahren der Cyberwelt

spielen. Bislang waren solche Serien

eher bei den Streamingdiensten zu

finden, wie „You Are Wanted“ bei

Amazon oder „Hackerville“ bei TNT.

Jetzt zeigt auch ZDFneo eine Cybercrime-Serie:„Unit

42“ ermittelt in Belgien.

Schon ein Blick in die Wohnung

einer erwürgten Frau zeigt Jungkommissarin

Billie Vebber (Constance

Gay): Hier hat nicht nur ein Mord,

sondern auch ein Hackerangriff

stattgefunden! Die Webkamera war

anders ausgerichtet, alle Daten wurden

gelöscht. DerTäter muss ein Cyber-Voyeur

sein, der seine Opfer erst

lange beobachtet, bevor er persönlich

angreift. Nicht nur in diesem

Auftaktfall muss sich die Brüsseler

Polizisten vonder„Unit 42“, benannt

nach einem Zitat aus dem Klassiker

„Per Anhalter durch die Galaxis“, mit

Hackern auseinandersetzen. Anders

als in Reihen wie dem „Tatort“, wo

die Netz-Aktivität der Kripo auf die

jungen Assistenten abgewälzt wird,

stehen sie hier im Mittelpunkt. Die

Absolventin Billie hat selbst lange in

Die Ermittler (Constance Gayund Samuel

Leroy) bei der Arbeit.

LFV

der Hackerszene gearbeitet, trifft immer

wieder auf alte Bekannte und

kann im Handumdrehen Spionageprogramme

bei Verdächtigen installieren

–auch wenn das eigentlich illegal

ist. In den zehn Folgen, die

ZDFneo als Doppelfolgen ausstrahlt,

wirddie gesamte Bandbreite der Cyberkriminalität

vorgeführt. Malsteuerndie

Täter übers Netz Defibrillatoren

und machen sie zu Mordwerkzeugen,

mal wird online ein Stromausfall

provoziert, um die Kühlung

eines Atomkraftwerks zu sabotieren.

Immer wieder tauchen Videos der

Taten im Netz auf, mal in der Sado-

Maso-Porno-Szene, mal wird ein IS-

Werber als Warnung vor laufender

Kamera getötet. In einer besonders

spektakulären Folge wird ein skrupelloser

Geschäftemacher entführt,

die Online-Gemeinschaft wird zur

Abstimmung aufzurufen: Soll er sterben

oder am Leben bleiben? Auch

das Privatleben der Kommissare

bleibt nicht verschont: Billie trauert

um ihren Geliebten, einen Hacker,

der verschwunden ist. „Unit 42“ beweist,

dass man über Cyberkriminalität

durchaus anschaulich und

spannend erzählen kann.

„Unit 42“ wirdvom 12.Juli bis 8. September

immer freitags um 22.50 Uhr als Doppelfolgeauf

ZDFneo gezeigt, alleFolgensind nachder

Ausstrahlunginder ZDF-Mediathek verfügbar.

Torsten Wahl

hat bei „Unit 42“ einiges

dazugelernt.

Interviewte als der erster YouTuber die Kanzlerin: Florian Mundt als „Le Floid“.

Die Lust an der starken Meinung

Aufeinmalmacht jeder sein eigenes Programm –wie YouTuber außerhalb etablierter Systeme Einfluss nehmen

VonFraukeGerlach

Fünf Jahrzehnte haben wir

nun schon „dieses Internet“.

Vordreißig Jahren begann

das Bewegtbild die

seinerzeit nahezu textbasierte Netzkommunikation

zu revolutionieren.

Mit einer Live-Webcam aufgenommen

–inder Auflösung von128 x128

Pixeln –, gilt der„Trojan Room Coffee

Pot“ als erstes Bewegtbild im Netz.

Wir schreiben das Jahr 1991, es

gibt noch keine öffentlich zugänglichen

sozialen Netzwerke. Die Möglichkeiten

des digitalen Bewegtbildes

kündigen sich aber bereits an: An

der Universität in Cambridge ist eine

Webcam auf eine Kaffeemaschine

gerichtet und kann drei Bilder pro

Minute aufnehmen. Wissenschaftler

in anderen Räumen können so sehen,

ob sie schnell sein müssen, um

sich den letzten Rest aus der Kaffeekanne

zu sichern. Im November

1993 schaffen es die Bilder dann sogar

ins World-Wide-Web.

WerteimWandel

Acht Jahren später wirdmit „Bitfilm“

die erste Bewegtbild-Plattform mit

dem Grimme-Online-Award ausgezeichnet,

der in diesem Jahr ins Leben

gerufen wurde. Die Grimme-

Jury zeichnete die Seite deshalb aus,

„weil sie neue Wege beschreitet, aus

Konsumenten Produzenten zu machen.

Bitfilm ermöglicht bereits

heute eineVision dessen, was das Internet

in Zukunft kann und sein

wird,“ so die Jury im Jahr 2001. Im

April 2005 wurde diese „Vision“ zur

Wirklichkeit, das Video „me at the

zoo“ auf YouTube hochgeladen.

Stück für Stück erfolgte der Infrastrukturausbau,

der Nutzerinnen

und Nutzern zuHause und unterwegs

ermöglicht, an der Netzkommunikation

aktiv teilnehmen zu

können und zwar mit allen Ausdrucksmitteln,

die uns zur Verfügung

stehen: Sprache, Schrift, Musik,

Foto,Icons und das bewegtes Bild.

Wasist geschehen? Eine grundlegende

Veränderung und Beschleunigung

der kommunikativen Raum-

Zeit-Dimension! Wenn wir wollen,

sind wir in Echtzeit mit dem gesamten

Globus verbunden. Und nicht

nur das: Die Anschlussfähigkeit an

öffentliche Kommunikation ist

heute unfassbar leicht. Jeder Like

oder Dislike zahlt unmittelbar auf

Personen, Botschaften oder Produkte

ein. Es entstehen wirkmächtige

Communitys, die –imPositiven

wie Negativen –Einfluss auf die öf-

DPA

Sein Kanal heißt „Jung &Naiv“: Thilo Jung. DPA Die CDU hat er massiv attackiert: „Rezo“, der seinen Namen nicht nennt. DPA

SERIE

fentliche Meinungsbildung nehmen,

wo zu Hass und Hetze und

manchmal auch zu Gewalt aufgerufen

wird, ebenso wie zu nachhaltigem

Handeln mit Blick auf die sich

ankündigende Klimakatastrophe.

Im Zuge dessen verändern sich unsere

Gesellschaft und ihre kommunikativen

Spielregeln. Noch versuchen

wir zu begreifen, welche Auswirkungen

dies auf Politik, Medien

und Wirtschaft und unsere privaten

Lebensbereiche haben wird. Da wir

mitten in den Veränderungsprozessen

stehen, fällt dessen Bewertungen

noch schwer. Gleichzeitig wird

der gesellschaftliche Anspruch imdass

Vertraulichkeit gesternwar und

Schnelligkeit nicht immer den gewünschten

politischen Effekt erzielt.

Es soll um das bewegte Bild und

seine Akteure gehen –vor allem im

Netz. Hier sind Öffentlichkeiten entstanden,

die sich im Prinzip außerhalb

der etablierten Systeme bewegen

und doch auf sie Einfluss nehmen.

Sie haben einen relevanten

Einfluss vor allem auf die politische

Meinungsbildung Jugendlicher und

junger Erwachsener und unterscheiden

sich deutlich von etablierten

Medienformaten im TV-, Radio- und

Printbereich, arbeiten aber zum Teil

auf ausgezeichnetem Niveau. Hierzu

Snowden, Bitcoin, Apple, Hacker,Google, Zuckerberg,Datenschutz, Cyberangriffe –die Auflistung

der Schlagworte, die mit der Entstehung und Nutzung des Internets verbunden sind, ließe

sich langefortsetzen. In der Serie „50 Jahre Internet“ greifen sich unsere Autoren jeweils einen

Aspekt der Digitalisierung heraus. FraukeGerlach ist Direktorin des Grimme-Instituts in Marl.

Das renomierte Institut wurde 1973 mit dem Auftrag gegründet, Möglichkeiten zur Verknüpfung

vonVolkshochschulen mit dem Fernsehen zu finden. Inzwischen geht es darum, verschiedenste

Medienangebote zu analysieren und zu bewerten.

mer deutlicher formuliert, dass wir

das Netz und seine gesellschaftlichen

Dimensionen gestalten (wollen)

und nicht umgekehrt –ein Anspruch,

den ich absolut teile.

Eingeräumt werden muss: Regeln,

Werteund kommunikativeMechanismen

aus dem analogen Zeitalter

haben ihre Gültigkeit (noch)

nicht verloren, allerdings sind auch

sie dem ständigenWandel unterworfen.

Immer deutlicher zeichnet sich

hingegen ab, dass Politik anders

kommuniziert werden kann und

muss. Diese Veränderung scheint

unumkehrbar. Dabei will ich nicht

den Blick auf Twitter und den Verlust

integrativer Kommunikationsformen

lenken oder davon sprechen,

Sie bringt soziale Medien und klassische Sender zusammen: Eva Schulz.

50Jahre Internet

zählen „LeFloid“ mit Florian Mundt,

„Jung & Naiv“ mit Thilo Jung,

„Deutschland 3000“ mit Eva Schulz

oder ganz aktuell Rezo, umnur mal

einige Beispiele zu nennen –die Liste

ließe sich fortsetzen. Die drei Erstgenannten

sind im Rahmen des

Grimme-Online-Awards bereits nominiertworden,

die Akteureder nicht

mehr ganz so neuen Öffentlichkeiten

sind auch bei Grimme angekommen.

„LeFloid“ konnte 2014 einen Publikumspreis

erringen, im gleichen Jahr

„Jung &Naiv“ sogar einen Jurypreis.

AndereYouTuber folgten.

Und jenseits von Grimme? Befragt

man Jugendliche,was dieFaszination

ausmacht, dann ist es deren

Authentizität, die Echtheit und das

Unverstellte, die Selbstbestimmung

und die Lust an der starken Meinung

(Studie: Kai-Uwe Hugger u.a.,

Grimme-Forschungskolleg an der

UzK). Wechseln Youtuber allerdings

in klassische Medien, in ein stärker

redaktionell geprägtes Format, verlieren

sie urplötzlich ihreAuthentizität.

Fast scheint es,als ob die (professionelleren)

Produktionsbedingen

negativ zurückwirken, zumindest für

jüngereZielgruppen.

Die Kraft der Selbstwirksamkeit

Authentizität und Lust an der starken

Meinung darf man auch Rezo

zusprechen, der mit seinem Video

„Zerstörung der CDU“ vermutlich

nicht nur junge Zielgruppen erreicht

hat, sondern dessen Folgen und Resonanzen

vorallem „die Politik“ und

„die Medien“ vorneue Herausforderungen

stellte. Letztlich ist ein solcher

epidemisch anmutender –viraler

–Prozess auch nicht absehbar,

der an die Logik des Netzes anschließt:

individuelle, global zugängliche

Kommunikation in Echtzeit,

verbunden mit der Möglichkeit,

dass die Nutzer sofort inden Austausch

einsteigen und selbst zu Akteuren

werden (können). Selbstwirksamkeit

wird hier unmittelbar

gemeinsam mit anderen erfahren.

Dabei spielt das bewegte Bild eine

herausgehobene Rolle, denn es beeinflusst

unsere Wahrnehmung,

Wertungund Empathie unmittelbar.

Die Wirkmacht des Netzes wird

von politischen Akteuren aber immer

noch unterschätzt, dies offenbarte

der Umgang mit Rezo. Esgibt

die Wirkmacht der Straße, wie aktuell

in Hongkong und hierzulande bei

„Fridays for Future“. Undesgibt die

Wirkmacht des Netzes, wobei sich

beides gegenseitig verstärken kann –

Stichwort #fridaysforfuture. Beide

Formen der politischen Meinungsäußerung

sind durch das Grundgesetz

geschützt, sind eine lebendige

Form im demokratischen Meinungsbildungsprozess,

bei denen es

auch darum geht oder gehen muss,

Andersdenkende auszuhalten. Aber

auch das hat Grenzen: Die Grenzen

sind dort zuziehen, wo es um Hetze

und Gewalt im Netz wie auf der

Straße geht. Dann brauchen wir

wehrhafteRegeln undgesellschaftlichen

Widerstand.

FraukeGerlach

ist Direktorin des

Grimme-Instituts.

ALEX JANETZKO

Amazon

soll sich

rechtfertigen

Anhörung zu „Alexa“ im

Bundestag geplant

VonChristian Burmeister

Die Abgeordneten haben schnell

auf die Kritik an Amazons

Sprachassistenten „Alexa“ reagiert.

Der wissenschaftliche Dienst des

Bundestags hatte festgestellt, dass

der elektronische Butler Risiken für

Kinder und unbeteiligte Dritte birgt.

Der Expertendienst hatte kritisiert,

dass Kinder persönliche Informationen

preisgeben oder mit ihrer

Stimme Inhalte abrufen können, die

für Minderjährige nicht geeignet

sind. Außerdem könne „Alexa“ Daten

von Menschen sammeln, die

sich dessen nicht bewusst sind. Beispielsweise

Besucher in einem

Haushalt mit „Alexa“.

„Die Problemlage ist vom Wissenschaftlichen

Dienst treffend zusammengefasst

worden. WirDigitalpolitiker

haben das Thema auf dem

Schirm“, sagte Hansjörg Durz

(CDU), Vize-Vorsitzender im Ausschuss

„Digitale Agenda“ der Berliner

Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland). „Eine Einladung an

Amazon zu einem Gespräch im Ausschuss

ist bereits ergangen“, so Durz.

DasGespräch soll nach der Sommerpause

erfolgen.

Der Kinderschutzbund sieht das

Thema digitale Assistenten und Kinder

kritisch: „Alexa und Co. werden

vor allem dann gefährlich und geradezu

absurd, wenn Eltern sie als Alternativeinder

Kinderbetreuung betrachten.

Kinder sind auf Erwachsene

angewiesen, um zu lernen. Die

Erlebnis- und Lernwelten der Kinder

dürfen sich nicht auf digitale Geräte

beschränken“, sagte Hauptgeschäftsführerin

Cordula Lasner-

Tietze. „Die gesamte Digitalisierung

ist für Elternmit vielen Unsicherheiten

verbunden –und das wird wohl

auch noch länger so bleiben. Wir

sind alle in einem Lernprozess.“

Händler müssen

nicht per Telefon

erreichbar sein

Entscheidung des

Europäischen Gerichtshofs

Online-Händler wie der US-Riese

Amazon müssen für Verbraucher

nicht unbedingt per Telefon erreichbar

sein. Das urteilte der Europäische

Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg

(Az. C-649/17). Die Unternehmen

müssen allerdings ein

Kommunikationsmittel bereitstellen,

über das sie schnell kontaktierbar

sind und effizient kommunizieren

können. Die bisherige deutsche

Regelung ist damit nicht mit EU-

Recht vereinbar.

Hintergrund des Falls war eine

Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands

gegen Amazon in

Deutschland. Die Verbraucherschützer

bemängelten, dass der

Händler nicht ausreichend über Erreichbarkeiten

per Telefon informiert

habe und Kunden sich erst

durch mehrere Seiten klicken mussten.

Eine Fax-Nummer werde gar

nicht angegeben.

Die Richter befanden nun, dass

die deutsche Regelung gegen die

maßgebliche EU-Richtlinie verstoße.

Demnach seien Unternehmen nicht

verpflichtet, einen Telefonanschluss

oder ein E-Mail-Konto neu einzurichten,

damit Verbraucher mit ihnen in

Kontakt treten könnten. Sie seien allerdings

verpflichtet, eine „direkte

und effiziente Kommunikation“ zu

gewährleisten. BeiderWahl der Kommunikationsmittel

gaben die Richter

den Online-Händlern weitgehend

freie Hand. (dpa, AFP)


Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019 25 *

·························································································································································································································································································

TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 (für

HG) Tagesschau 9.05 (für HG) Live nach Neun

9.55 (für HG) Sturm der Liebe 10.45 (für HG)

Meister des Alltags 11.15 (für HG) Gefragt –

Gejagt 12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für

HG) ARD-Buffet 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für

HG) Rote Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau

15.10 (für HG) Sturm der Liebe 16.00 (für

HG) Tagesschau 16.05 (für HG) Radsport: Tour

de France. 6. Etappe 18.00 (für HG) Gefragt –

Gejagt 18.50 (für HG) In aller Freundschaft –

Die jungen Ärzte. Verschwunden 19.45 (für

HG) Wissen vor acht –Mensch 19.55 (für HG)

Börse vor acht 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Der Barcelona-Krimi

Über Wasser halten.TV-Kriminalfilm, D’17

21.45 (für HG) Panorama

Exklusiv: Was geschah anBord der

Seawatch? /Kartell: Wie sich

Ablesedienste an Mietern bereichern

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) Carolin Kebekus: PussyTerror TV

Gast: Edin Hasanovic, Wincent Weiss

23.30 (für HG) Kroymann Der Geburtstag

0.20 (für HG) Nachtmagazin

0.40 (für HG) Der Barcelona-Krimi

Über Wasser halten.TV-Kriminalfilm, D’17

RTL

6.00 Guten Morgen Deutschland. Moderation:

Susanna Ohlen, Jan Hahn 8.30 (für HG) Gute

Zeiten,schlechte Zeiten. Daily Soap 9.00 Unter

uns. Daily Soap 9.30 (für HG) Alles was

zählt. Soap 10.00 Der Blaulicht-Report 11.00

Der Blaulicht-Report 12.00 Punkt 12. Moderation:

Katja Burkard 14.00 Die Superhändler –

4Räume, 1Deal 15.00 Die Superhändler –4

Räume, 1Deal 16.00 Meine Geschichte –

Mein Leben 17.00 Meine Geschichte –Mein

Leben. Trau, schau, wem! 17.30 Unter uns.

Daily Soap 18.00 Explosiv –Das Magazin

18.30 Exclusiv –Das Star-Magazin 18.45 aktuell

19.05 (für HG)Alles was zählt. Soap

19.40 (für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten

20.15 Jenny –echt gerecht!

Tödliches Silikon. Anwaltsserie

21.15 (für HG) Magda macht das schon!

Nachtgestalten. Comedyserie

21.45 (für HG) Magda macht das schon!

Schutzgeld. Comedyserie

22.15 (für HG) Sankt Maik

Eine fast sichere Bank. Dramaserie

23.10 (für HG) Jenny –echt gerecht!

Der Freundschaftsdienst. Anwaltsserie

0.00 Nachtjournal

0.30 Alarm für Cobra 11 –Die Autobahnpolizei

Die schwarze Madonna

ZDF

Sat.1

TV-Tipps RBB

Tagesschau 24

MDR WDR Familie ziehtinein perfektrekonstruiertes Arte

18.10 (für HG) Brisant Classix 18.54 (für HG)

Sandmann 19.00 (für HG) MDR Regional

19.30 (für HG) Aktuell 19.50 (für HG) Ein Sommer

auf Hiddensee 20.15 (für HG) Die Olsenbande

fährt nach Jütland. Gaunerkomödie,DK

1971 21.50 (für HG) Aktuell 22.10 (für HG)

artour 22.40 (für HG) Wir sind so gut! 23.10

(für HG) SahraWagenknecht –Rot, Rosa, Sahra

23.40 Ein irrer Hauch vonWelt –Rudolstadt

Festival 2019 0.40 (für HG) Paris,Paris –Monsieur

Pigoil auf dem Weg zum Glück. Komödie,

F/D/CZ 2008 2.35 (für HG) artour

Bayern

15.30 (für HG) Schnittgut. Alles aus dem Garten

16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für HG)

Wir inBayern 17.30 Regional 18.00 (für HG)

Abendschau 18.30 (für HG) Rundschau 19.00

(für HG) mehr/wert 19.30 (für HG) Dahoam is

Dahoam 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für

HG) quer 21.00 Asül für alle 21.45 (für HG)

Rundschau Magazin 22.00 Vereinsheim Schwabing

22.45 (für HG) Im Schleudergang 23.15

(für HG) Im Schleudergang 23.50 Woidboyz on

the Road 0.20 Startrampe 0.50 PULS Open Air

2019 1.50 (für HG) Dahoam is Dahoam

Vox

6.50 CSI: Den Tätern auf der Spur 7.40 Verklag

mich doch! 10.50 nachrichten 10.55

Mein Kind, dein Kind –Wie erziehst du denn?

12.00 Shopping Queen 13.00 Zwischen Tüll

und Tränen 14.00 Mein Kind, dein Kind –Wie

erziehst du denn? 15.00 Shopping Queen

16.00 Makel? Los! 17.00 Zwischen Tüll und

Tränen 18.00 First Dates –Ein Tisch für zwei

19.00 Das perfekte Dinner 20.00 Prominent!

20.15 (für HG) After Earth. Actionfilm, USA

2013 22.10 Die Will Smith Story 0.05 nachrichten

0.25 (für HG) Medical Detectives

Super RTL

13.45 Angelo! 14.10 Inspector Gadget 14.40

ALVINNN!!! und die Chipmunks 15.00 Dragons

–Die Wächter von Berk 15.25 Bugs Bunny

&LooneyTunes 15.50 HotelTranssilvanien –

Die Serie 16.15 Zak Storm –Super Pirat 16.45

King Julien 17.15 What's New Scooby-Doo?

17.40 Inspector Gadget 18.10 ALVINNN!!! und

die Chipmunks 18.40 Woozle Goozle 19.10

Bugs Bunny &LooneyTunes 19.40 Angelo!

20.15 (für HG) CSI: Miami 21.10 (für HG) CSI:

Miami 22.10 (für HG) CSI: Miami 23.00 (für

HG) CSI: Miami 23.55 30 Rock

Sport1

9.00 Teleshopping 14.30 Sport-Quiz 16.30

Lost &Sold. Unter der Haube 17.00 Lost &

Sold. Dreckwäsche 17.30 Container Wars. PelzigeAngelegenheit

18.00 Massive Moves –Gefährliche

Schwertransporte. Beachtliches

Blockhaus 18.30 Massive Moves –Gefährliche

Schwertransporte. Riskante Rettung 19.00

Hans Sarpei –Das Tsteht für Coach. Germania

Geistenbeck 2 20.00 Hans Sarpei –Das T

steht für Coach. SG Nütheim-Schleckheim

21.00 Sport-Quiz 0.00 Sport-Clips

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 heute

Xpress 9.05 Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante. Beinhart

11.15 (für HG) SOKO Stuttgart. Fluch des Geldes

12.00 heute 12.10 drehscheibe 13.00

(für HG) ZDF-Mittagsmagazin 14.00 heute –in

Deutschland 14.15 Die Küchenschlacht 15.00

(für HG) heute Xpress 15.05 (für HG) Bares für

Rares 16.00 (für HG) heute –inEuropa 16.10

(für HG) Die Rosenheim-Cops. Jagd auf Watzmann

17.00 (für HG) heute 17.10 (für HG)

hallo deutschland 17.45 (für HG) Leute heute

18.00 (für HG) SOKO Stuttgart. Die Akte Jo.

Krimiserie 19.00 (für HG) heute 19.25 (für

HG) Notruf Hafenkante. Geld oder Moral

20.15 (für HG) Der Bergdoktor

Die falsche Frau. Arztserie

Mit Hans Sigl, Heiko Ruprecht, Monika

Baumgartner,Siegfried Rauch u.a.

Regie: Axel Barth

21.45 (für HG) heute-journal

22.15 (für HG) Seen-Sucht nach Süden: Die

oberitalienischen Seen

23.00 (für HG) Grüße aus 1976

23.45 heute+

0.00 (für HG) Die Spezialisten –Im

Namen der Opfer

Sonne statt Reagan. Krimiserie

5.30 Frühstücksfernsehen. Vanessa Blumhagen.

Moderation: Matthias Killing,Marlene

Lufen 10.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir

kämpfen für Sie! Mit Alexander Hold, Stephan

Lucas, Alexander Stephens, Isabella Schulien

11.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir

kämpfen für Sie! Mit Alexander Hold, Stephan

Lucas, Alexander Stephens, Isabella Schulien

12.00 Anwälte im Einsatz 13.00 Anwälte im

Einsatz 14.00 Auf Streife.Reportagereihe

15.00 Auf Streife –Die Spezialisten. Reportagereihe

16.00 Klinik am Südring 17.30 Klinik

am Südring –Die Familienhelfer 18.00 Endlich

Feierabend! 19.00 Genial daneben –Das Quiz

19.55 Nachrichten

20.15 Navy CIS

Spears ist wieder da. Krimiserie

Mit Mark Harmon, David McCallum,

Pauley Perrette u.a.

21.15 Navy CIS

Durch die Hölle. Krimiserie

22.15 Bull In der Grauzone. Krimiserie

23.10 Bull Verkaufte Zukunft. Krimiserie

0.05 Criminal Minds Rotes Coupé

1.00 Criminal Minds Der Todliegt in der

Luft. Krimiserie

1.45 Navy CIS Spears ist wieder da

2.30 Navy CIS Durch die Hölle. Krimiserie

13.05 (für HG) Wilder Wilder Westen 13.50

(für HG) Zoo-Babies 14.15 (für HG) In aller

Freundschaft 15.00 (für HG) In aller Freundschaft

15.45 Heimathäppchen 16.00 (für HG)

Aktuell 16.15 Hier und heute 18.00 (für HG)

aktuell /Lokalzeit 18.15 (für HG) Servicezeit

18.45 (für HG) Aktuelle Stunde 19.30 Lokalzeit

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG)

Ihre Meinung. Live 21.45 (für HG) Aktuell

22.10 (für HG) Menschen hautnah 22.55 (für

HG) Menschen hautnah 23.25 (für HG) Mit

Siebzehn. Liebesdrama, F2016 1.15 Jazzline

NDR

16.00 (für HG) aktuell 16.20 (für HG) Wer

weiß denn sowas? 17.10 (für HG) Seehund,

Puma &Co. 18.00 Ländermagazine 18.15 (für

HG) Meine Reise –Deine Reise 18.45 (für HG)

DAS! 19.30 Ländermagazine 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 (für HG) Vancouver –KanadasVorzeigemetropole

21.00 (für HG) Melbourne

–Australiens Kult-Metropole 21.45 (für

HG) aktuell 22.00 (für HG) Der Bozen-Krimi:

Herz-Jesu-Blut. Kriminalfilm, D2015 23.30

(für HG) Gestern waren wir Fremde. TV-Drama,

D2012 1.00 (für HG) Die Erbschaft

Kabel eins

11.15 Without aTrace 12.10 Numb3rs 13.05

Castle 14.00 The Mentalist 14.55 Navy CIS:

L.A. 15.50 News 16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer

Leben täglich 17.55 Mein Lokal, Dein

Lokal –Der Profi kommt 18.55 Achtung Kontrolle!

Wir kümmern uns drum 20.15 Achtung

Abzocke –Urlaubsbetrügern auf der Spur.

Hongkong /Indien 22.20 K1 Magazin 23.20

Abenteuer Leben Spezial. Die Reise zu den

besten Gerichten derWelt: Die besten Köttbullar,Mallorca

und Costa Rica 1.15 Late News

1.20 Mein Revier. Ordnungshüter räumen auf

RTL 2

8.00 Frauentausch 10.00 Frauentausch 12.00

Teenie-Mütter –Wenn Kinder Kinder kriegen

13.00 Teenie-Mütter –Wenn Kinder Kinder kriegen

14.00 Die Reimanns –Ein außergewöhnliches

Leben 15.00 Hilf mir! Jung,pleite, verzweifelt

... 17.00 News 17.10 Krass Schule –Die

jungen Lehrer –Wie alles begann 18.05 Köln

50667 19.05 Berlin –Tag &Nacht 20.15 Frauentausch

22.15 Einfach hairlich –Die Friseure

23.15 The Walking Dead 0.05 The Walking

Dead 1.00 The Walking Dead 1.45 The Walking

Dead 2.45 X-Factor: Das Unfassbare

Eurosport 1

10.00 Leichtathletik 11.30 Radsport: Tour de

France. 5. Etappe 12.55 Radsport: Tour de

France. 6. Etappe 17.45 Radsport: Tour de

France extra 18.15 Leichtathletik: SpitzenLeichtathletik

Luzern 19.25 EurosportNews 19.30

Tourenwagen: Weltcup 20.00 Formel E: FIA-Meisterschaft

20.30 Motorsport: Blancpain GT World

ChallengeAsia 21.00 Radsport: Tour de France

Today 21.55 EurosportNews 22.00 Universiade.

Leichtathletik: 4. Tag 0.00 Radsport: Tour de

France Today 1.00 Superbike: Weltmeisterschaft

VOX, 20.15 UHR ACTIONFILM

After Earth

Nach dem Kollaps der Erde hatdie Menschheit ihremHeimatplaneten den

Rückengekehrtund sich aufdem nahen Planeten Nova Prime angesiedelt.

Hier lebenauch der Weltraumpilot General Cypher Raige(Will Smith,r.) und

sein Sohn Kitai (Jaden Smith). Als sie während eines Raumfluges in einen Asteroidensturm

geraten,sindsie gezwungen, aufdem verwaisten Planeten notzulanden.

Da Cypher beider Notlandungschwerverletzt wurde,ist es nunanKitai,

sichauf einem lebensfeindlichen und alles andereals unbewohnten Planeten

zurechtzufindenund dasrettende Notsignalabzusetzen. Eine Initiationsgeschichte

im dystopischen Sci-Fi-Gewand, solide inszeniertvom einstigenRegie-

Wunderknaben M. NightShyamalan. Über Hauptdarstellervater Will Smithund

seine talentierte Familie folgt im Anschlussum22.10 Uhr„Die Will Smith Story“.

(USA/2013)

Foto: VOX

Anzeige

ZDF, 23.00 UHR SHOW

Ganz flexibel, ganz Berlin.

Grüße aus 1976

Telefon mit Wählscheibe,Bandsalat im

Berliner Zeitung Cassettenrecorder:Willkommen im Jahr

Klassik gedruckt 1976. lesen ZumAuftaktder neuen, amüsanten

Die wichtigsten Themen der Stadt

Zeitreise-Seriebegibt

und aus

sichSchauspieler ThomasHeinze(Foto)samtSchnurrbartund

der Welt frei Haus genießen plus exklusive

Familie aufeinen nostalgischen Trip in das

Angebote nur für Abonnenten sichern!

Jahr,indem er selbst12Jahrealt war. Die

+ monatlichkündbar und gestyltes Haus mit Mustertapeten und

und Röhrenfernseher,und während die Kinder

sichfragen, wieein Lebenohne Internet

JETZT BESTELLENmöglich UND ANGEBOT war, schwelgt SICHERN: HeinzeinErinnerungenanmusikalische

und gesellschaftlichen

Bestellnr.:

72984/1 Ereignisse.ZweiweitereAusgaben berliner-zeitung.de/flexabo folgen

Ihnensteht eingesetzliches Widerrufsrecht zu. Informationen jeweils donnerstagsum23.00 finden Sieunterwww.berliner-zeitung.de/widerruf UhrUhr.

Berliner Verlag GmbH, AlteJakobstraße (Dtl./2019) 105, 10969 Berlin

Foto:ZDF

(030) 24 00 25

SUDOKU

NORMALVARIANTE –MITTEL -mittel

5 4 9

3 1

2 7

7 9 1

6 2 7

4 8 6

9 5

6 1

3 8

MitDIAGONALEN-schwer

MIT –SCHWER

Nur

45,90 €

mtl.

2 9

8 5

6 5

8 6 4

3

9

7 2

9

3 4

AUFLÖSUNG Auflösung

vom VOM 10.7.2019

MITTEL mittel

7 3 1 9 8 6 5 2 4

4 5 9 7 3 2 1 6 8

2 8 6 1 4 5 3 9 7

1 7 8 3 2 9 4 5 6

9 6 4 5 7 1 2 8 3

5 2 3 4 6 8 7 1 9

3 9 2 6 1 7 8 4 5

6 1 7 8 5 4 9 3 2

8 4 5 2 9 3 6 7 1

AUFLÖSUNG

Auflösung

vom

VOM

10.7.2019

10. 7. 2019

SCHWER schwer

2 9 3 4 8 6 5 7 1

4 7 1 5 2 9 6 8 3

8 5 6 3 1 7 9 2 4

7 4 8 9 5 3 1 6 2

5 6 9 2 4 1 7 3 8

1 3 2 7 6 8 4 5 9

9 1 5 8 7 2 3 4 6

3 2 4 6 9 5 8 1 7

6 8 7 1 3 4 2 9 5

5.30 Panda, Gorilla &Co. 6.20 zibb. zuhause in

berlin &brandenburg 7.20 Brisant 8.00 Brandenburg

aktuell /Abendschau 8.30 Brandenburg

aktuell /Abendschau 9.00 In aller Freundschaft

9.45 In aller Freundschaft 10.30 Rote

Rosen 11.20 Sturmder Liebe 12.10 Tierärztin

Dr.Mertens 13.00 rbb24 13.10 Verrückt nach

Meer 14.00 Lecker aufs Land–Einekulinarische

Reise 14.45 made in Südwest 15.15 Hessen

vonoben 16.00 rbb24 16.15 Werweiß denn

sowas? 17.00 rbb24 17.05 Panda, Gorilla &

Co. 17.55 Sandmann 18.00 rbb UM6 –Das

Ländermagazin 18.30 zibb. zuhause in berlin &

brandenburg 19.30 Brandenburg aktuell/

Abendschau 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Klein gegen Groß –Das unglaubliche

Duell

Gäste: Miroslav Klose,Michael Smolik,

Karoline Herfurth, Fabian Leimlehner,

Anna Stöhr,Dieter Nuhr,Heino Ferch,

Paul Panzer,Tim Mälzer

23.30 Dusollst nicht lieben

Drama, ISR/D/F 2009

Mit Zohar Shtrauss,Ran Danker u.a.

Regie: Haim Tabakman

1.05 ttt –titel thesen temperamente

Folter gegen Julian Assange

1.35 Brandenburg aktuell /Abendschau

ProSieben

7.00 The Big Bang Theory 8.35 The Middle

9.30 Fresh off the Boat 10.25 Mike &Molly

10.50 How IMet Your Mother 11.40 2Broke

Girls. Die geheime Zutat/Der unbekannte

Nachbar 12.35 Mom. Meine Mutter und ihr

Mal 13.00 Twoand aHalf Men. Die Zwei-Finger-Regel/Alan

Cousteau/Eine klebrige Beziehung

14.20 The Middle. Das lange Warten/Der

Infiltrator 15.10 The Big Bang Theory. Sheldon

pro se/Die Herren des Rings/Die dunkle Seite

des Mondes/Das L-Wort 17.00 taff. Mykonos

vs. Ibiza 18.00 Newstime 18.10 Die Simpsons.

Fracking,Freude, Eierkuchen/Simpsorama

19.05 Galileo. Trip zu den Schatzsuchern

von Forrest Fenn

20.15 The Masked Singer

Rateteam: Ruth Moschner,Collien

Ulmen-Fernandes, Max Giesinger

Moderation: Matthias Opdenhövel

In der Show verkleiden sich Promis in

aufwendigen Kostümen.

23.10 red.

0.10 The Masked Singer

Rateteam: Ruth Moschner,Collien

Ulmen-Fernandes, Max Giesinger

2.35 ProSieben Spätnachrichten

2.40 Der Traumjob –bei Jochen Schweizer

Moderation: Jochen Schweizer

13.50 Leoparden küßt man nicht. Komödie,

USA 1938 15.20 Alexander,der Lebenskünstler.

Komödie, F1968 17.20 Yoga in Indien –Unterwegs

mit Esther Schweins 17.50 Kanadas Nationalparks

18.35 Kanadas Nationalparks 19.20

Arte Journal 19.40 Re: 20.10 Anderswo in Europa

20.15 (für HG)Hitlerjunge Salomon. Drama,

D/PL/F 1990 22.00 (für HG) DerUnerschrockene

–Der Berliner Filmproduzent Artur Brauner

23.05 Sieben Seitender Wahrheit 0.00 Sieben

Seiten der Wahrheit 0.55 Sieben Seiten der

Wahrheit 1.50 Stadt ohne Namen

3Sat

16.45 Das unbekannte China. Von Binnenschiffern

und Drachenbooten /Von Schwalbennestern

und Falknern /Von Schattentheatern

und Büffelkämpfen 19.00 (für HG) heute

19.20 Kulturzeit kompakt 19.30 Alles ist

Kunst, alles ist Politik –Ai Weiwei in Düsseldorf

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 Edgar Wallace:

Der Hexer. Kriminalfilm, D1964 21.35

Edgar Wallace: Neues vom Hexer. Kriminalfilm,

D1965 23.10 (für HG) Spreewaldkrimi –Feuerengel.

TV-Kriminalfilm, D2012 0.40

10vor10 1.10 Reporter 1.30 Hessen-Reporter

Phoenix

12.00 TelAviv –Lebensfreude trotz allem

12.15 ZDF.reportage 12.45 Unsere Geschichte

14.15 Eberl entdeckt Island 14.45 Inselträume

17.15 TelAviv –Lebensfreude trotz allem

17.30 phoenix der tag 18.00 ZDF.reportage

18.30 Unsere Geschichte 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Belfast –die gute neue Zeit

(?) 21.00 Angriff auf die Demokratie –Wurde

der Brexit gekauft? 21.45 (für HG) heute-journal

22.15 (für HG) Kritisch reisen 23.45

Traumschiffe als Luftverschmutzer? 0.30 Kritisch

reisen 1.15 Belfast –die gute neue Zeit

Kika

10.20 (für HG) Lassie 11.30 Zoom –Der weiße

Delfin 12.15 Wendy 13.30 (für HG) KiKA Live

14.10 Schloss Einstein 15.00 (für HG) Mako –

Einfach Meerjungfrau 15.45 Stoked 16.10 (für

HG) H2O –Abenteuer Meerjungfrau 17.00 Horseland,

die Pferderanch 17.40 Die Abenteuer

des jungen Marco Polo –Reise nach Madagaskar

18.05 Bobby &Bill 18.20 Sam 18.40 Jim

Hensons: Doozers 18.50 Sandmann 19.00

Das Dschungelbuch 19.25 Die Sportmacher

19.50 (für HG) logo! 20.00 (für HG) KiKA Live

20.10 Club der magischen Dinge

Dmax

8.55 House Hunters –Die Immobilien-Jäger

9.50 Infomercial 10.15 Railroad Australia

11.15 Asphalt-Cowboys 12.15 A2 –Abenteuer

Autobahn 13.15 Yukon Men –Überleben in

Alaska 14.15 Das Survival-Duo: Zwei Männer,

ein Ziel 15.15 Lone Star Law –Die Gesetzeshüter

vonTexas 16.15 Highway Patrol 17.15

Fast 'N' Loud 19.15 A8 –Abenteuer Autobahn

22.15 Mysterien von oben –Rätselhafte Satellitenbilder

23.15 Schlachtfelder des Zweiten

Weltkriegs 0.15 A8 –Abenteuer Autobahn

5.30 Morgenmagazin 9.00 Tagesschau-Nachrichten

9.15 Marktcheck 10.00 Tagesschau-Nachrichten

10.15 45 Min 11.00 Tagesschau-Nachrichten

13.00 ZDF-Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau-

Nachrichten 19.15 Das Schicksal in unseren Genen

20.00 Tagesschau 20.15 Wohnungslos –

Wenn Familien kein Zuhause haben 21.02 Facebook

außer Kontrolle? Dokumentarfilm, D2018

22.15 Plusminus 22.45 DieTagesschau vor 20

Jahren 23.00 Tagesthemen 23.30 Panorama 0.00

Exakt 0.30 Reportage im Ersten 1.00 Nachtmagazin

1.20 Hessen-Reporter 1.50 Abendschau 2.20

SachsenSpiegel 2.50 Extra 3.00 Tagesschau 3.47

Extra 4.02 Brandenburgaktuell

ONE

12.40 Bauchtanz 12.55 Radsport: Tour de France.

6. Etappe: Mulhouse –LaPlanche des Belles Filles

(157 km) 16.10 Bauchtanz 16.35 Dawson's

Creek 17.20 Lindenstraße 17.50 Die Kanzlei

18.40 Sturmder Liebe 19.25 Sturmder Liebe

20.15 Comedy Cuisine 21.00 Bauerfeind –Die

Show zurFrau 21.45 Käpt'ns Dinner 22.15 The

Job Lot –Das Jobcenter 22.35 TheJob Lot –Das

Jobcenter 23.00 The IT Crowd 23.25 The IT Crowd

23.50 The IT Crowd 0.15 ComedyCuisine 1.00

Bauerfeind –Die Show zurFrau 1.45 Käpt'nsDinner

2.15 The JobLot –Das Jobcenter 2.35 The

Job Lot –Das Jobcenter 3.00 NightWash Kurzwäsche

3.15 Bauchtanz 3.30 Die Kanzlei

ZDF NEO

5.15 Frauen, die Geschichte machten 6.00 TerraX

6.45 TerraX7.30 Topfgeldjäger 8.25 Lafer! Lichter!

Lecker! 9.10 Bares fürRares 10.05 Bares für

Rares 10.55 kaputtund ...zugenäht! 11.40 Die

Rettungsflieger 12.25 DieRettungsflieger 13.10

Psych 13.55 Psych 14.35 Kommissar Stolberg

15.35 Die Rettungsflieger 16.20 Die Rettungsflieger

17.05 Psych 17.45 Psych 18.30 Bares für

Rares 19.20 Bares fürRares 20.15 DerKriminalist

21.15 Der Kriminalist 22.15 Laura Karasek –

ZartamLimit 23.00 Sitzheizung gibt's nicht!

23.30 Laura Karasek –ZartamLimit 0.15 Sitzheizung

gibt's nicht! 0.45 Code371.35 Code 37

2.25 Code373.15 Code 37 4.00 Code 37

ZDF INFO

7.35 (für HG)Vollgas oder Scheitern–Auto-

Deutschland unterDruck 8.05 (fürHG) Nächster

Halt:StressimNahverkehr 8.35 TerraXpress XXL

10.55 (für HG) ZDF.reportage 11.25 Polizei im

Einsatz 12.55 Achtung Polizei! –Willkür, Pannen,

Personalnot 13.40 (für HG) Geheimakte Finanzkrise

14.25 Leschs Kosmos 16.30 Ausgebremst –

Überlebenskampf der Autobauer. Dokumentarfilm,

D2018 18.00 Ausgedieselt –Autofahrerzahlen

dieZeche 18.45 Aufgedeckt–Rätselder Geschichte

20.15 DieAkte Tutanchamun 21.40 Die

vergessenen Pharaonen –Ägyptens schwarze Könige

22.25 Aufgedeckt –Rätselder Geschichte

0.40 (für HG) heute-journal 1.05 ZDF-History

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Klassik für Einsteiger Schäferstündchen –

Musik über heile Hirtenwelten. Mit Stephan

Holzapfel, ca. 56 Minuten

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Musikfestspiele Potsdam Sanssouci Scheidt:

Tänze aus der Sammlung „Terpsichore” in der

Bearbeitung von Michael Praetorius (Capriccio

Stravagante Renaissance Orchester,Leitung:

Skip Sempé) William Brade/Anthony Holborne/John

Dowland/Samuel Scheidt: Tänze aus

der Sammlung „Terpsichore” in der Bearbeitung

von Michael Praetorius (Capriccio Stravagante

Renaissance Orchester,Leitung: Skip

Sempé), ca. 117 Minuten

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Talente und Karrieren Finale des Prager Frühlings

2019. Mit Dirk Hühner Der Prager Frühling

ist eines der größten Festivals in

Osteuropa und bietet neben Starkonzerten

auch einen Wettbewerb für junge Musiker.In

seinem 71. Jahrgang war der Wettbewerb

2019 für Flöte und Oboe ausgeschrieben. Die

Gewinnerinnen und Gewinner durften sich in

einem festlichen Finalkonzert präsentieren. Die

Aufmerksamkeit internationaler Konzertagenten

und CD-Firmen ist ihnen damit sicher.,

ca. 56 Minuten

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Historische Aufnahmen Geniale Hand für das

Leichte. Der Dirigent Arthur Fiedler (1894-

1979). Von Norbert Hornig,ca. 45 Minuten

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Benedict Wells: Die Wahrheit über das

Lügen. Franchise (3). Es liest Robert Stadlober,ca.

30 Minuten

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

„noch nicht” Eine Desinformationsübung.Mit

Burkhard Bier,Andrea Boehm-Tettelbach, Tobias

Fritzsche, Roland Görschen, Lara Pietjou.

Regie: Hofmann&Lindholm, ca. 57 Minuten

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung,ca. 31 Minuten

MAGAZIN

22.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Perspektiven Berühren und Begreifen. Ein

hautnaher Abend. Von Otto Langels,

ca. 56 Minuten

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Y'akoto., ca. 30 Minuten

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Musik der Kontinente Worldwide Summer

Breeze. Mit Peter Rixen, ca. 56 Minuten


Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019 – S eite 26 *

·························································································································································································································································································

Panorama

LEUTE

Julio Iglesias war offenbar nicht nur

auf der Bühne produktiv:Ein Gericht

im spanischenValencia hat eine weitereVaterschaft

des Sängers bestätigt.

Der75-Jährige sei der leibliche

Vater vonJavier SánchezSantos (43).

DerStar hatte sich stets einem DNA-

Test verweigert. Um trotzdem an

DNA zu kommen, hatte Sánchez

Santos einen Privatdetektiv angeheuert,

der eine Wasserflasche von

Iglesias' Sohn Julio Iglesias Jr.entwendete.Laut

Santos Anwalt ergab

die DNA-Analyse daraufhin, dass der

Popsänger und sein Mandant Brüder

sind. Iglesias senior istVater vonacht

Kindern. Also offiziell.

Marianne Sägebrecht ist in der spirituellen

Welt ebenso daheim, wie in

der stofflichen und überbringt aus

dieser Nachrichten für die Normalsterblichen:

„Der Tag, an dem wir

kommen und gehen, ist vorbestimmt“,

so die Schauspielerin geheimnisvoll

orakelnd. AufErden indes

setzesie auf eine „ganzheitliche

Menschenliebe“, sie sei gar „die

Freundin aller Männer,aber so eine

sexuelle Männchen-Weibchen-Anmache

ist nichts für mich“. Wirtippen

auf übermäßigen Räucherstäbchenkonsum.

Jacinda Ardern kann endlich Abschied

nehmen vonihrer geliebten

KatzePaddles nachdem nun ans

Licht kam, werdas Tier der neuseeländischen

Premierministerin im

Jahr 2017 gemeuchelt hat. DerNachbar

war’s.Nach seinen eigenen Angaben

kam ihm die Katze2017 versehentlich

unter die Räder,als er sein

Auto wendete.Erhabe sich furchtbar

gefühlt, weil er wusste,

wie wichtig die Katzefür

Ardernund ihren Partner

war.Seine Kinder

schrieben Ardern

demnach eine Beileidskarte

und baten,

ihren Vater

nicht ins Gefängnis

zu stecken. DieKatze

meldete sich nun via

Twitter aus dem Jenseits:

„Ich verzeihe

dir“. Schön!

(mpw./mit dpa/AFP)

Das Rätsel ist gelöst,

ihr Nachbar war’s, es

tut ihm leid.

IMAGO/DOUG PETERS

TIERE

Larry weiß waserkann, mag da

kommen, waswolle. DPA/KIRSTY O'CONNOR

Ganz adrett posiertLarrywie für die

Fotografen. DerKater ist der offizielle

Mäusefänger in Downing Street

No.10, der Amtswohnung des britischen

Premierministers.Larrydarf

darauf bestehen, mit der Anrede The

Right Honourable Larryangesprochen

zu werden und trägt den offiziellen

Titel„The Chief Mouser of the

Cabinet Office“, also in etwa „Oberster

Mäusejäger des Kabinetts“, ein

Amt, das es schon seit der Regierungszeit

Heinrich VIII. im 16. Jahrhundertgibt.

Larryhat zwei Premiers,Cameron

und May, überlebt

und wirdauch in Zukunft Mäuse jagen.

Brexit hin oder her. (mpw.)

Die Stadt und der ewige Dreck

Aber so schlimm war es noch nie: Rom erstickt im Müll, Mediziner warnen vor Gesundheitsschäden

VonRegina Kerner,Rom

SignoraEmma aus der Nachbarschaft

hat ihren Müll einmal

rund um den Häuserblock

in Roms Stadtviertel

Monteverde getragen. Von einem

„Cassonetto“, wie die grauschwarzen

Container am Straßenrand genannt

werden, zum nächsten. „Alle

sind randvoll“, schimpft die Rentnerin.

Am Ende sei ihr nichts übrig geblieben,

als ihreTüten auf die Straße

zu stellen, zu all den anderen.

Römisches Dauerthema

Neben den Containern stapeln sich

meterhohe, stinkende Berge von

blauen, schwarzen, gelben Säcken

und Kartons, aus denen Essensreste

und anderes Unappetitliche quellen.

Die Möwen machen sich kreischend

darüber her,der Wind verteilt Abfälle

und Papier in den Straßen. Dasrömische

Müllproblem ist ein Dauerthema.

Seit Jahren gilt Italiens Hauptstadt

als eine der dreckigsten Metropolen

Europas.Doch ausgerechnet in

diesen Wochen, in denen die Temperaturen

dauerhaft über der 30-Grad-

Marke liegen, hat sich die Lage extrem

zugespitzt. „So schlimm war es

noch nie!“, lautet die einhellige Klage

der Römer.Inder Ewigen Stadt stinkt

es zum Himmel, nach Fäulnis und

Verwesung. Und nicht nur Signora

Emma schimpft: „Alles die Schuld

vonRaggi!“.

Gemeint ist Bürgermeisterin Virginia

Raggi vonder Protestbewegung

Fünf Sterne.Die Römer hatten sie im

Juni 2016 gewählt, weil sie wütend

waren über jahrzehntelange Misswirtschaft,

völlig marode öffentliche

Verkehrsmittel, Dreck. Raggi versprach

aufzuräumen. Inzwischen

sind die Römer noch wütender.Nach

drei Jahren Amtszeit der Bürgermeisterin

scheint alles noch schlimmer.

Mehrere Metrostationen im Zentrum,

darunter die an der Spanischen

Treppe,waren zuletzt monatelang gesperrt

–wegen kaputter Rolltreppen.

Es fahren zu wenige Busse. Straßen

und Bürgersteige sind löchriger

denn je, ständig stürzen Bäume

um, Grünanlagen vertrocknen

und verwildern. Und Korruptionsskandale

in der Stadtverwaltung

gibt es wie eh und je.

Selbst Papst Franziskus klagte

kürzlich, Rom leide unter Verfall und

Verwahrlosung.

Eines der größten Probleme ist,

dass keiner weiß, wohin mit dem

Müll der 2,9-Millionen-Stadt. Die

städtischen Abfallbetriebe Ama

müssen täglich 3000 Tonnen Abfälle

Rom –ein Paradies für Möwen, Ratten und Kakerlaken.

einsammeln. Doch seit längerem

schon bleiben jeweils 650 Tonnen

davon liegen, weil es keinen Platz

mehr gibt auf Deponien und in den

wenigen Müllverarbeitungsanlagen

Roms. Zudem ist fast die Hälfte der

städtischen Müllwagen kaputt.

AP/ANDREW MEDICHINI

Entsorgungsengpässe gibt es, seit

RaggisVorgänger Ignazio Marino und

die Region Latium 2013 die größte

Mülldeponie Europas in Malagrotta

am Rande Roms schließen ließen. Sie

war nach europäischen Umweltstandards

illegal. Alternativen wurden

Advantage Finanzamt

seither aber keine geschaffen. Verbrennungsanlagen

lehnen die Fünf

Sterne ab. Raggi setzt stattdessen auf

Mülltrennung und die Wiederverwertung

von Abfällen –bisher allerdings

mit wenig Erfolg. DieMülltrennungsquote

liegt bei 44 Prozent. Und

die Römer produzieren laut Umweltverband

Legambiente mit 587 Kilogramm

jährlich pro Kopf deutlich

mehr Müll als andereGroßstädter.In

Berlin sind es 394 Kilo,inMadrid 328.

Bedrohte Müllmänner

Im Dezember brannte dann auch

noch eine der verbliebenen Entsorgungsanlagen

im Norden Roms ab.

Unddazweiweitereseit Wochen wegen

Instandhaltungsarbeiten nur mit

halber Kraft im Einsatz sind, kam es

jetzt zur akuten Krise.

Im Zorn bedrohten Bürger Müllmänner,anderezündeten

die Container

an. Viele Römer haben Angst vor

einer Rattenplage und anderem Ungeziefer.

Auch der Ärzteverband und

die Gesundheitsbehörden schlugen

vergangene Woche Alarm. DasRisiko

bakterieller Infektionen steige, warnten

sie. Ratten, Katzen, Hunde und

Vögel, die im Abfall wühlten, könnten

Erreger und Parasiten verbreiten. Italiens

Umweltminister Sergio Costa

und die Region Latium stellten

schließlich ein Ultimatum.

Innerhalb von zwei Wochen

müsse der Müll weg. Nundürfen die

Abfälle der Hauptstadt vorübergehend

in mehrere Anlagen außerhalb

der Provinz geschafft werden. Das

große Aufräumen hat begonnen. Die

Ama appellierte derweil an die Bürger,

sie sollten weniger Müll produzieren.

Und Raggi verhandelt mit

Schweden, das Romeinen Teil seiner

Abfälle abnehmen will.

Im historischen Zentrum, wo sich

die Touristen drängeln, ist es inzwischen

wieder halbwegs sauber. Dort

hatten Ladenbesitzer selbst zu Besen

und Schaufel gegriffen. Die Vereinigung

der Händler im Trevi-Viertel,

rund um den berühmten Brunnen,

hatte auf eigene Kosten eine Privatfirma

zur Müllabfuhr angeheuert.

Dabei zahlen die Römer ohnehin

hohe Abfallgebühren. Doch in den

weniger zentralen Wohngegenden

und an der Peripherie stapeln sich

immer noch stinkende Abfallberge.

Hoffnung auf ein dauerhaftes

Ende der Müllkrise besteht vorerst

nicht. Angesichts der vielen Probleme

gebe man sich Zeit bis Silvester, hat

Paolo Longoni angekündigt, der neue

Chefmanager der Ama.

Er ist bereits der vierte der Ära

Raggi.

Am Donnerstag endet die Möglichkeit, Boris Beckers Trophäen zu ersteigern. Der Mann braucht das Geld

VonPirmin Closse, London

Während die Gebote für seine

Trophäen und Erinnerungsstücke

in die Höhe schnellten,

schlenderte Boris Becker entspannt

durch den Raum. Im dunkelblauen

Anzug und gut gelaunt zeigte

Deutschlands größter Tennisheld einem

Kamerateam die Anlage des All

England Club im Londoner Ortsteil

Wimbledon. Hier ist Becker zu

Hause, hier findet er Ruhe, ganz

gleich, wie sehr der Sturm des Lebens

um ihn tobt.

Am Dienstag jährte sich Beckers

dritter und letzter Wimbledonsieg

zum 30. Mal, eigentlich eine Gelegenheit,

um in der Vergangenheit zu

schwelgen. Doch diese kommt derzeit

unter den Hammer, eine Autostunde

entfernt vonden heiligen Rasenplätzen

im Südwesten der Millionenmetropole.

Das Auktionshaus

Wyles Hardy &Coversteigert noch

bis Donnerstag 82 Artikel

aus Beckers Sammlung,

darunter auch eine Replik

des Challenge Cup, den

Becker für seine Erfolge

1985, 1986 und 1989 erhalten

hatte.

7000 britische Pfund

betrug am Mittwochmittag

das Gebot für dieses

wertvolle Erinnerungsstück,

sogar jeweils mehr

als 18 000 Pfund wert waren die beiden

Renshaw-Trophäen, die Becker

für seine Titel in Wimbledon zusätzlich

bekam.„Bei dieserVersteigerung

geht es nur darum, mir persönlich

wehzutun, weil ich natürlich emotional

an den Trophäen hänge“,

FürsGeld hat er

kein Händchen.

sagte Becker der Bild am Sonntag.

Sein Insolvenzverwalter Mark Ford

sieht das natürlich anders. Er will

möglichst viel Geld erzielen,

um Beckers Gläubiger

zu bezahlen.

Ein Konkursgericht in

London hatte den sechsmaligen

Grand-Slam-

Champion im Juni 2017

DPA

wegen unbeglichener

Schulden für zahlungsunfähig

erklärt. Die Online-

Versteigerung der Pokale,

Uhren, Bilder oder Medaillen

sollte bereits voreinem Jahr stattfinden,

wurde jedoch gestoppt. Becker

hatte zunächst erklärt, als

Sport-Attache der Vertretung der

Zentralafrikanischen Republik bei

der EU in Brüssel diplomatische Immunität

zu genießen. DasAußenministerium

des afrikanischen Staates

widersprach jedoch. Im Dezember

2018 kündigte Becker an, er mache

nicht länger einen Diplomatenstatus

geltend und machte den Wegfür die

Zwangsversteigerung frei.

Die Zusammenarbeit mit Becker

sei besser geworden, sagt Ford, der

hofft, die Insolvenz in den kommenden

sechs bis neun Monaten abschließen

zu können. Das Geld aus

der Auktion könnte zumindest dazu

beitragen, einen kleinen Teil der millionenschweren

Schulden zu begleichen.

Jedes Pfund zählt, auch die

1000, die für ein Paar von Beckers

Tennisschuhen geboten wurden.

Oder die 4900 Pfund, die der Bambi

bringen könnte, den Becker 1985

nach seinem ersten Wimbledonsieg

als Mann des Jahres verliehen bekommen

hatte. (BLZ/sid)

NACHRICHTEN

Drei Tote in Haus in der Nähe

von Bielefeld gefunden

In einem Haus in Werther bei Bielefeld

sind drei Tote gefunden worden.

Es handele sich um Erwachsene,

sagte eine Sprecherin der KreispolizeiGütersloh

am Mittwoch. Es sehe

nach ersten Erkenntnissen nicht

nach einem Unfall aus. (dpa)

19-Jähriger durch

Polizeischüsse verletzt

DurchSchüsse der Polizei ist ein 19-

Jähriger in der Kölner Innenstadt am

Mittwoch schwer verletzt worden.

Derjunge Mann habe festgenommen

werden sollen, teilten Polizei

und Staatsanwaltschaft am Mittwoch

in der Domstadt mit. Gegen

ihn lag demnach ein Haftbefehl vor.

DerSchwerverletzte werdeineiner

Klinik behandelt, hieß es weiter.Der

Einsatzortsei weiträumig abgesperrt

worden. (AFP)

Streunendes Wölfchen

lebt nun in Wildpark

Rübergemacht: Sie lebt nun in einem

WildparkinNiedersachsen. DPA/TANJA ASKANI

Diekleine Wölfin, die Pfingstmontag

in einem Wald bei Burkau (Landkreis

Bautzen) gefunden wurde,lebt nun

dauerhaft in einem Wildparkinder

Lüneburger Heide,mit Luchs und

Schneeleopard, aber auch Kamtschatkabär

und Tiger.Sie kann nicht

wieder in die Natur entlassen werden,

wie das Landesamt für Umwelt,

Landwirtschaft und Geologie in

Dresden am Mittwoch mitteilte.

Nach vierwöchigem Aufenthalt in

der Auffangstation des Tierparks

Görlitz sei der Welpe in sein neues

Zuhause gebracht worden und habe

sich gut eingelebt. Ohne Anschluss

an ihr Rudel ist das Überleben in

freier Wildbahn nach Angaben der

Behörde ausgeschlossen. (dpa)

Führendes Mitglied des

Miri-Clans abgeschoben

DieBehörden haben einen der führenden

Köpfe des libanesischen

Miri-Clans aus Bremen abgeschoben.

„Die besagte Person war ausreisepflichtig

und wurde abgeschoben“,

sagte eine Sprecherin der Innenbehörde

am Mittwoch. Die

„Bild“-Zeitung hatte berichtet, dass

der Mann in den Libanon abgeschoben

worden sei. Der46-Jährige sei

nach monatelanger Planung bei einer

geheimen Operation der Bremer

und Berliner Behörden gemeinsam

mit den Bundesbehörden in der

Nacht festgenommen worden. (dpa)

500 Mäuse in

Wohnung gefunden

In einerWohnung in Essen ist dasVeterinäramt

auf über 500 Mäuse gestoßen.

DerHalter habe die Tiere

nicht nach Geschlecht getrennt gehalten,

weshalb die Zucht außer

Kontrolle geraten war.Die Stadt vermutet,

dass sich die Mäuse über

Jahrevermehrthatten. In der vergangenen

Woche habe die Behörde

einen Hinweis erhalten, dass in der

Wohnung Mäuse nicht tierschutzgerecht

gehalten werden. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019 – S eite 1

·························································································································································································································································································

Kulturkalender

DER WOCHENÜBERBLICK VOM 11. BIS 17. JULI 2019

Filmtipps

Kinoprogramm

Literatur

Ausstellungen

Konzerte

Bühne

Seiten 2&3

Seiten 2–6

Seite 6

Seite 7

Seite 7

Seite 8

Gleich zu Beginn ihrer

weltweiten Karriere

Wanderjahre

machte die amerikanische

Rocksängerin Pink

auch im deutschen Fernsehen Station.

Bei„Wetten, dass...“ hatte sie einen

kurzen Auftritt, den Thomas

einer

Gottschalk mit einem Altherrenwitz

begleitete, den Pink vermutlich

überhörte.Ihrerecht kecke,deutlich

Wuchtbrumme

an das junge Publikum der Familiensendung

gerichtete Performance

kommentierte er mit den Worten:

„Ich habe deinen großen Bruder

noch gekannt.“ Und nach eine kalkulierten

Kunstpause nannte Gottschalk

dann dessen Namen: Punk.

Ist denn schon

Kaum vorstellbar, dass der Altrocker

Gottschalk wirklich einmal et-

wieder Sommer? Pink

was mit Punk am Huthatte,aber natürlich

war die Bemerkung nicht

kommt diesmal ins

falsch, dass Pink in Lautstärke und

Olympia-Stadion

Pose Anleihen beim ruppigen 70er-

Jahre-Genre machte, aus wenigen

Akkorden die größtmöglichen Effekte

herauszuschlagen. Pink war

VonHarry Nutt

kraftvoll und rebellisch, wenngleich

klar war, dass alles darauf angelegt

war,genau so wirken.

Die Zeichenleser des Pop hatten

das natürlich bald durchschaut. In

der Wochenzeitung Die Zeit brachte

es die junge Kritikerin Susanne Messmer

2003 auf den Punkt. „Die Femme

fatale,die phallische Frau, dieWuchtbrumme

–sie ist hier nicht nur männliche

Angst- und Wunschfantasie,

sondern Botschaft an die Kinder des

Postfeminismus: Teenager und

Twens,die zu jung waren für die aufmüpfigen

Mädchen im Punk, die die

Riot Grrrls verpasst haben, weil sie gerade

mit Mode und den vielfältigen

Errungenschaften des Medienzeitalters

beschäftigt waren und über dem

Widerstand gegen ihre protestbewegten

Elternganz vergessen haben,

dass auch heute noch verkehrtleben

könnte, wer sich nicht wehrt. Pink

bringt eine Ahnung davon zurück.“

Wenn der Punk eine selbstbestimmteVariante

einer vollständigen

und restlosen Verausgabungsstrategie

war, dann war Pink, die mit bürgerlichen

Namen Alecia Beth Moore

heißt, nicht wirklich eine Zugehörige

der No-Future-Apologeten. Vielmehr

war ihre künstlerische Antriebsfeder,

sojedenfalls will es die

Imagelegende, eine familiäre Leidensgeschichte:

„In our family port- Pink nutzt ein paar Attribute des Punk und macht doch Musik für die ganze Familie. SØLVE SUNDSBØ

rait we look pretty happy“, heißt in

einem ihrer frühen Hits,der in Klammernfragt:

„Can we workitout? Can

we be afamily?“. Das Scheidungskind

gerät früh außer Rand und

Band. Drogen. Alkohol, Schulprobleme,das

volle Programm. Musik ist,

wenn es gut geht, ein Ausweg. Und

bei der aus Doylestown, Pennsylvania

stammenden Pink war es die Rettung

in eine bis heute anhaltende

Popkarriere. Die Drama-Queen als

zähes Stehaufmädchen.

DenVerdacht, ein besonders raffiniertes

Medienprodukt zu sein, hat

Pink immer wieder durch einen großen

Schuss Individualität konterkariert,

diverse Schemawechsel inklusive.

Sie kann Ballade und Selbstironie,

und die eigene Sexyness hat sie

stets auch mit bodenständiger Häuslichkeit

kontrastiert. Zwar ist Pink zu

keinem Zeitpunkt von ihrer sehr geradlinigen

Rockerkarriere abgewichen,

aber inzwischen ist sie zu einer

Persönlichkeit gereift, die das meiste

selbst unter Kontrolle hat. Pink hat

mehrere Grammys gewonnen, ihre

CDs wurden mehr als 40 Millionen

Malverkauft, die Singles sogar 70 Millionen

Mal. Hörtsich nach wenig an,

seit man in Klicks und Streamings

zählt. Für das, was Pink angeboten

hat und weiter anbietet, wurde bis vor

Kurzem aber noch mit validen Zahlungsmitteln

bezahlt. Undanders als

Madonna, die immer auch ein esoterisches

Gesamtkunstwerk präsentierte,

blieb Pink ein Star zum Anfassen,

der aber mit jeder Geste klarstellt,

dass man sie,die große Schwester

von Miley Cyrus und Ariana

Grande, trotz aller sexuellen Freizügigkeit

besser nicht anfasst.

Zweifellos lebt ein Pink-Konzert

immer auch vom Budenzauber, den

die gewiss zahlreichen Entertainment-Ingenieureihr

ans Herz legen.

DieLady soll zeigen, dass sie ordentlich

krachen lassen kann, aber und

hinreichend Raum lässt für die ruhigeren

Momente. Tatsächlich ist sie

mit ihrem leicht wiederzuerkennenden

Sound eine für die ganze Familie,

die längst auch das Bedürfnis zu

befriedigen vermag, sich an die eigene

Jugend zu erinnern. Warum eigentlich

auch nicht?

Pink –Beautiful TraumaWorld Tour,So(14. 7.),

19 Uhr,Olympiastadion

Göttinnen der Liebe, aber ganz von dieser Welt

In der Auguststraßen-Galerie Deschler gastiert die erotische, aufreizende argentinische Lebenslust, wie der Maler Mariano Rinaldi Goñi sie sieht

VonIngeborg Ruthe

Alles, was man in diesen Triptychen

des Argentiniers Mariano

Rinaldi Goñi sieht, wirkt opernhaft

theatralisch inszeniert. Manieristisch

übersteigerte farbknallende

Darstellungen extremer Gefühlsregungen

prallen auf unsere Blicke.

Man glaubt den südamerikanischen

Straßenkarneval zu sehen, zu hören,

die exzessive Wucht des Körperlichen,

das Stampfen der Rhythmen.

In diesen mit expressivem, zeichnerischem

Pinselgestus, mit heftigen

Konturen auf die Leinwände gesetzten

Szenen wird weibliches Selbstbewusstsein

im Wissen um die

Macht der eigenen Reizesichtbar.

Diese Damen, mit ihren provokanten

Fummeln und exorbitanten

Hüten scheinen dem verruchten

Varieté Moulin Rouge oder galanten

Boudoirs des Paris des 19. Jahrhunderts

entfleucht. Aber für den Maler

Goñi, geboren 1972 in Buenos Aires,

spielen sie selbstbewusst das alte

Spiel der Geschlechter.Essind keine

Sex-Sklavinnen, keine Opfer des Patriarchats,

auch keine mild lächelnden

Göttinnen, eher exotische

Wuchtbrummen, ungestüme Furien

Mariano Rinaldi Goñi: „Quilombo“, 2019. Öl/Lw., Triptychon

GALERIE DESCHLER

voller Lebensgier. Das dionysische

Element erscheint in Tanz, Gesang,

Trunk, Wildheit, ungebändigter Sexualität

und Kampflust.

Im Lunfardo, dem Straßenslang

von Buenos Aires, bedeutete „Quilombo“,

so der Titel der Ausstellung,

früher Bordell. Heute bezeichnet es

Chaos, Durcheinander, Lärm, Tumult.

Vibrierend vor Energie, Lebensfreude

und dem schöpferischsinnlichen

Durcheinander von Rassen,

Kulturen und sozialen Schichten

beschwören Goñis Bilder

gleichermaßen den Rhythmus der

einstigen Einwandererstadt Buenos

Aires herauf. Das Durcheinander ist

kreativ,die Frauen sinnlich, die einstigen

Sklaven frei. Der seit Jahren in

Berlin lebende Goñi malt, vielleicht

auch aus Heimweh, ein Paradies der

Lebenslust, für uns eher ein Klischee.

Man glaubt das Lachen, Rufen,

Schreien, Trommeln und Musik

zu hören. Im Malstil lässt der Künstler,

der wohl auch Berlins Karneval

der Kulturen erlebte, seine Inspiration

durch Velázquezdurchblicken.

Galerie Deschler, Auguststr.61. Vernissageam

11. Juliab19Uhr.Ausstellung bis7.September,

Di–Fr 11–18/Sa 12–18 Uhr.


2 Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019

·························································································································································································································································································

Film/Kinoprogramm

DVD-TIPP

Szenen einer

Hoffnung

Günther Rückers

Regiedebüt

„Die besten Jahre“

VonRalf Schenk

Aus der Tiefe des Bildes geht ein

Mann auf die Kamera zu. Ein

Hund läuft ihm entgegen. Meine

Heimat, sagt der Mann, war ein

schönes Land. Später wird erineinem

Barackenlager leben, Zuflucht

für Vertriebene aus Schlesien, Pommern,

Böhmen. Er wird den Hund

erschlagen und essen. Und zum

Neulehrer avancieren, zum Direktor

einer Dorfschule und des Gymnasiums

Schulpforta. Die Kollegen mokieren

sich über seinen abgetragenen

Anzug, nennen ihn den „Kommissar

mit dem Koffer“. Vertrauen

braucht Zeit.

Mutig ergriff Günther Rücker

(1924–2008) die Chance, sein Drehbuch

zu „Die besten Jahre“ (1965)

auch selbst zu inszenieren. Die

Presse lobte den Film als ehrlich, dynamisch,

lakonisch. Ein Geschichtsbild

über die DDR-Aufbaugeneration

nach dem Zweiten Weltkrieg.

EinFilm der produktiven Unruhe.

Einmal begegnet der Lehrer

(Horst Drinda) einem alten Freund

(Klaus Piontek), der als Kybernetiker

arbeitet. Der hält ihm vor: „Was wir

brauchen, sind weniger Feierstunden

und mehr Rechenstunden. Am

meisten Angst habe ich vor Leuten,

die sich alle paar Sekunden bestätigen

lassen, was wir erreicht haben.“

Und: „Die Schüler müssten platzen

vorNeugierde.Aber was machen wir

mit ihnen? Wir pinnen auf Brettern

Mitteilungen darüber an, wer das

meiste Altpapier gesammelt hat.“

Im Nachhinein erweist sich der

Film als Entwurf

einer Hoffnung,

die schon den

Keim des Scheiterns

in sich trug.

Diebesten Jahre

DDR 1965, Regie:

Günther Rücker,Länge:

101 min, 14,99Euro

Aus den Fugen

In ihrem zweiten Spielfilm „Electric Girl“ zeichnet Ziska Riemann das Porträt einer labilen jungen Frau

VonAlexandraSeitz

Wo verläuft die Grenze

zwischen harmlosem

Verpeilt- und gefährlichem

Irresein? Wo

endet Flippigkeit und fängt Haltlosigkeit

an? Wann ist man noch sympathisch

durchgedreht und wann

bereits paranoid-schizophren?

Oder manisch-depressiv? Oder

jenseits der Borderline? Oder

sonstwie hinüber und mit einem

Bein in der Klapse.

EineWeile sieht das nämlich noch

ziemlich harmlos aus, was die Filmheldin

da treibt. Mia, Anfang Zwanzig,

ist die kuriose Hauptfigur des

Films „Electric Girl“, den die Comiczeichnerin,

Musikerin, Autorin und

Regisseurin Ziska Riemann nach einem

gemeinsam mit Dagmar Gabler,

Angela Christlieb und Luci van

Org geschriebenem Drehbuch in

Szene gesetzt hat. Mia also arbeitet

nachts in einer Bar und wenn sie

nach diversen Absackern morgens

nach Hause kommt, beginnt sie zu

dichten, denn sie versteht sich als

Poetry Slammerin. Währenddessen

ignoriertsie geflissentlich die Anrufe

ihrer Schwester auf ihrem Handy.

Immer ist sie in Bewegung, immer

passiert irgendwas und man

wird das Gefühl nicht los, dass Mia

vor etwas davonläuft und sie nicht

zur Ruhe kommen will, weil dieses

etwas, das sie fürchtet, sie einholen

könnte. Und Hannes Hubachs Kamerafolgt

ihr in immer neuen Ansätzen

und jederzeit sprungbereit und

macht einen leicht und schwindlig.

Dann erhält Mia die Chance, als

Synchronsprecherin zu arbeiten und

hat Aussicht auf einen festen Job, der

etwas Ordnung in ihr spontaneistisches

Dasein bringen könnte. Stattdessen

gerät es bald völlig aus den Fugen.

Mia spricht die Heldin einer japanischen

Anime-Serie, Kimiko, ein

Mädchen mit Superkräften, das Tokyo

gegen Dämonen verteidigt, die

sich elektromagnetischer Strahlung

bedienen, um die Menschheit zu unterjochen.

Rasch springt der Funke

über und Kimiko wirdMia zum Alter

Ego, die nunmehr Hamburg inGefahr

sieht. Mit Blauhaarperücke, gelber

Zotteljacke und Zauberstein auf

der Stirn zieht sie in den Kampf. Na-

Harmlos verpeilt oder gefährlich irre: Mia (Victoria Schulz)

Mias Alter Ego: Kimiko, ein Mädchen mit Superkräften

türlich nicht wirklich. Oder vielmehr

eben doch. Nur dreht Riemann mit

„Electric Girl“ keinen Superheldinnenfilm

aus dem Hamburger Kiez,

sondern schaut einer jungen Frau,

die sich für eine Superheldin hält, solidarisch

dabei zu, wie ihre Aktionen

scheitern. Solidarisch bedeutet hier:

strikt aus Mias Perspektive und doch

so neutral wie möglich.

FARBFILM/HANNES HUBACH

FARBFILM

So begreift man denn endlich

auch, dass dies ein Film aus dem Inneren

einer Krankheit ist und keine

Spielerei mit dem Genrefilm. Undim

Inneren der Krankheit, im Wahn und

im manischen Rausch, da geht es

schillernd und inspirierend zu. Die

Stimmung ist euphorisch, das Leben

ist beglückend, Spannung und

Abenteuer siegen über die Ödnis des

Alltags. Alles so schön bunt hier! Solange

es eben gut geht und es geht

bekanntlich nie lange gut.

Also finden die Peinlichkeit und

der Schmerz, mithin die Mißbilligung

und damit die Perspektive der

„Normalen“ natürlich auch Eingang

in diese Geschichte.Essind die ratlosen,

irritierten, verärgerten Reaktionen

von Mias Umfeld, die zunächst

stutzig und dann klar machen, dass

es nicht die Hamburger elektromagnetischen

Felder sind, sonderndass

Mia es ist, mit der etwas nicht

stimmt. In unterschiedlichen Variationen

der Resignation legen diese

Reaktionen zudem nahe, dass Mias

erratisches Verhalten schon lange

niemanden mehr überrascht.

Außer vielleicht den ehemaligen

Radiotechniker Kristof, der in der

Wohnung unter Miavor sich hin verwahrlost,

und der das ahnungslose

Publikum vertritt. Ihn erkürt Mia

zum Superheldinnen-Sidekick, ihn

schleppt sie mit zu einem unausweichlichen

Familientreffen, wo

Kristof im Unterhemd so deplatziert

wirkt wie Miasich alsbald zu benehmen

beginnt. Hier vermeint man etwas

über die möglichen Gründe für

Mias gegenwärtigen Zustand zu erfahren,

doch Riemann bietet keine

einfachen Erklärungen, und simple

Lösungen schon gar nicht.

Es klaffen daher ein paar Lücken

in der filmischen Struktur von„Electric

Girl“: Zeitsprünge, erzählerische

Ellipsen, abrupte Ortswechsel –gerade

so, als wäre daein Bewußtsein

mal mehr,mal weniger,mal gar nicht

und mal voll da. Der Kitt, der dieses

riskant lose Geflecht zusammen

hält, sind Victoria Schulz und Hans-

Jochen Wagner in den Rollen von

Miaund Kristof. Schulz spielt ihreFigur

durch alle Höhen undTiefen hindurch

mit vollem Einsatz und Wagner

verleiht der seinen die Empathie,

die es braucht, ihr zu folgen. Siemögen

zwar keine Superhelden sein,

aber sie könnten möglicherweise

Freunde werden.

ElectricGirl DeutschlandBelgien 2018. Regie:

Ziska Riemann,Drehbuch: Dagmar Gabler,

Angela Christlieb,Luci vanOrg,Ziska Riemann,

Kamera: Hannes Hubach, Musik: IngoLudwig

Frenzel, Darsteller:Victoria Schulz, Hans-Jochen

Wagner,Svenja Jungu.a., 89 Minuten, Farbe.

NEU IM KINO

MY DAYS OF MERCY Großbritannien,

USA 2017. Regie: Tali Shalom-

Ezer. Lucy (Ellen Page) reist mit ihrer

Schwester Martha (Amy Seimetz)

und ihrem Bruder Ben regelmäßig

durchs Land, um gegen die Todesstrafe

zu protestieren. DieGeschwister

haben auch ein persönliches Motiv:IhrVater

Simon sitzt in derTodeszelle,

weil er vor Jahren ihre Mutter

umgebracht haben soll. Er bestreitet

die Tatund seine Kinder versuchen

ihn nach Kräften zu unterstützen.

Auf einer Demonstration, bei der

sich Befürworter und Gegner der Todesstrafe

gegenüberstehen, lernen

sich Lucy und Mercy (Kate Mara)

kennen. Die beiden verlieben sich

ineinander,aber diese Liebe wirdauf

eine harte Probe gestellt, denn

Mercyist für die Todesstrafe …

STREETDANCE – FOLGE DEINEM

TRAUM! USA, Rumänien 2018. Regie:

Michael Damian. Die Tänzerin

Barlow(Juliet Doherty) wünscht sich

nichts mehr,als die Hauptrolle in einer

Broadway-Showzuergattern. Als

ihr der Choreograph Zander (Thomas

Doherty), der sich nicht nur für

Barlows Talent als Tänzerin interessiert,

eine Chance gibt, muss sie sich

entscheiden: Soll sie Zanders Avancen

nachgeben oder ihr Herz an den

zurückhaltenden Pianisten Charlie

(Harry Jarvis) vergeben? Und wird

sich der Star Show,Kayla Jordan (Jorgen

Makena), allen in den Wegstellen

und ihren Anspruch auf Zander

und das Rampenlicht für sich geltend

machen? Fortsetzung der

„Streetdance“-Reihe.

REBELLINNEN – LEG’ DICH NICHT

MIT IHNEN AN! Frankreich 2019. Regie:

Allan Mauduit. Die ehemalige

Provinz-Schönheitskönigin Sandra

kehrt nach Nordfrankreich zurück

und muss bei ihrer Mutter einziehen

und einen Job inder Fisch-Konservenfabrik

annehmen. Dortfindet sie

wenigstens Freundinnen, die scharfzüngige

Nadine und die hysterische

Marilyn, die ebenfalls kaum über die

Runden kommen. Die drei müssen

zusammenhalten, als Sandra den

zudringlichen Chef abwehrtund aus

Versehen tötet. In seinem Spind finden

sie eine Tasche voller Geld, die

dummerweise einem lokalen Gangter

gehört. Nun setzt sich die Polizei

auf ihreSpur.Mix ausThriller,Komödie

und Gesellschaftssatire.

FILME 11. BIS 17. JULI

#FEMALE PLEASURE Zukunft 3(OmU): tgl

18 Uhr.

25 KM/H Freiluftkino Friedrichshagen: Mi 21.15

Uhr. Pompeji -Freiluftkino am Ostkreuz: Sa 21.45

Uhr. UCI Kinowelt Colosseum 1: Fr 20 Uhr.

303 (2018) Freiluftkino Friedrichshagen: Do 21.15

Uhr.

ABEAUTIFUL PLANET CineStar IMAX (3D): Sa

14.15 Uhr.

AMAN OF INTEGRITY: EIN INTEGERER MANN -LERD

BrotfabrikKino (OmU): tgl 21.15 Uhr.

ASTAR IS BORN (2018) Freiluftkino Rehberge: Sa

21.30 Uhr. Openair Kino Spandau: Do 21.30 Uhr.

DIE ABENTEUER DES HUCK FINN (2012) Filmmuseum

Potsdam: Do 10 Uhr,Sa/So 15 Uhr.

ABIKALYPSE Kino in der Kulturbrauerei 1-8 (Premiere):

Di 18.40Uhr.

ABYAKTO Babylon 1-2 (OmenglU): Mo/Mi

20 Uhr.

ADAM UND EVELYN Krokodil: Sa 17.30 Uhr.

AFTER PASSION CinemaxX Potsdamer Platz

1-19: Do-Sa/Mo/Di 13.50 Uhr, Mi

13.30 Uhr.

ALADDIN (2019) CinemaxX Potsdamer Platz 1-19

(3D): Do-Sa/Mo/Di16.40 Uhr,So20.40Uhr. CinemaxX

Potsdamer Platz 1-19 (2D): Do-Sa/Mo-Mi

13.20 Uhr,Do-So/Di/Mia.22.45 Uhr,Do/Fr/Di a.

20.30 Uhr, Sa a. 20.40 Uhr,So13.40, 16.30Uhr,Moa.

19.40, 22.50 Uhr, Mi a. 16.15, 19.20Uhr. CineMotion

Hohenschönhausen 1(3D): Do-Di 14.45 Uhr. Cine-

Motion Hohenschönhausen 1(2D): tgl 11.50,14.20

Uhr,Do-Di a. 17 Uhr, Do a. 10 Uhr,Fr-Di a. 20 Uhr. Cineplex

Alhambra1-5 (2D): Do-Di 14.10,17, 19.30 Uhr,

Mi 17.10Uhr. Cineplex Neukölln Arcaden 1-9 (2D):

tgl 14.15, 17.10 Uhr,Do-Di a. 12, 19.30Uhr,Do-Sa a.

22.30 Uhr. Cineplex Titania Palast 1-7 (2D): Do-Di

12.15, 14.50, 17.20, 19.30Uhr. CineStar -Der Filmpalast

Treptower Park 1(3D): Do-Di 19.30Uhr. Cine-

Star -Der Filmpalast Treptower Park 1(2D): Do-Di

12, 14.20 Uhr, Mi 14 Uhr. CineStar CUBIX Filmpalast

Alexanderplatz 1(3D): Do/Fr 19.15 Uhr,Sa/So/Di

20 Uhr,Mo20.20 Uhr. CineStar CUBIX Filmpalast

Alexanderplatz 1(2D): Do-Di 13.45, 16.45 Uhr,Mi

14.30Uhr. CineStar Hellersdorf 1(2D): tgl 17.15

Uhr,Do-Di a. 14, 19.50 Uhr. CineStar im SonyCenter

1(OV/3D): tgl 20.10 Uhr,Do-Sa/Dia.23Uhr,Soa.

23.10Uhr. CineStar im SonyCenter 1(OV/2D):

Do/Di a. 14.20 Uhr,Do16.15 Uhr,Fr-Mi17.15 Uhr,Fr-

Mo a. 14.10 Uhr. CineStar Tegel1(3D): Do-Di 19.50

Uhr. CineStar Tegel1(2D): tgl 11, 14 Uhr, Do-Di a.

17.10Uhr. IL KINO Kino-Bar-Bistro (OmU/2D):

Do/Fr/So/Mo/Mi14Uhr,Sa16Uhr,Di12Uhr. Kino in

der Kulturbrauerei 1-8 (OmU/2D): Fr-So/Di 19.30

Uhr. Kino Kiste (2D): Do/So/Mi 16.15 Uhr,Fr/Mo16

Uhr,Sa/Di 16.20 Uhr. Kino Spreehöfe 1(2D): Do-Di

20.15 Uhr. UCI Kinowelt am Eastgate 1(2D): tgl 17

Uhr,Do-Di a. 12, 13.50 Uhr,Do/Sa/Mo-Mi a. 19.45

Uhr,Mia.14Uhr. UCI Kinowelt Colosseum 1(2D): tgl

14.10 Uhr,Do-Di a. 17.05Uhr,Fr/Sa/Mo-Mi a. 19.50

Uhr,Mia.16.45Uhr. UCI Luxe Gropius Passagen 1-6

(2D): tgl 16.45 Uhr,Do-Di a. 13.50 Uhr,Sa-Di a. 19.45

Uhr. UCI Luxe Kino Mercedes-Platz 1-14 (2D): tgl

16.15 Uhr,Do-Di a. 14.20 Uhr,Do/Sa/So/Di/Mi a.

19.30 Uhr,Do-So a. 22.30 Uhr,Sa/So a. 11.20 Uhr.

UCI Luxe Potsdam Center 1-8 (3D): Do/Sa-Di 20

Uhr. UCI Luxe Potsdam Center 1-8 (2D): tgl 14, 17

Uhr,Do/Sa/So/Di/Mi a. 11 Uhr. Union Filmtheater

(3D): Fr/Sa 15.30 Uhr,Mo13Uhr,Mi15.15 Uhr.

Union Filmtheater (2D): Do/Di 15.15 Uhr, So 13 Uhr,

Mo 17.20 Uhr. Zoo Palast 3(2D): tgl 12.30 Uhr. Zoo

Palast 5(3D): Do-Di 19.45,22.40Uhr,Do-Sa/Mo a.

16.45 Uhr. Zoo Palast Clubkino A(2D): Mi

16.50 Uhr.

ALFONS ZITTERBACKE -DAS CHAOS IST ZURÜCK

Acud Kino 1: Mi 17 Uhr. Acud Kino 2: Sa 16 Uhr.

Central Hackescher Markt 2: Do/Sa-Mi 15 Uhr. CineMotion

Hohenschönhausen 1: tgl 11.50Uhr. Cine-

Star -Der FilmpalastTreptower Park 1: tgl 11.35 Uhr.

Kino Spreehöfe 1: Do/So/Di/Mi 12.45 Uhr. Moviemento

2: Do-So 13.15 Uhr,Mo13Uhr,Di12.45 Uhr.

Moviemento 3: Mi 13.15 Uhr. Toni: Mo 10 Uhr. Zeiss-

Großplanetarium: So 16 Uhr.

ALL MY LOVING -EINE GESCHICHTE VON DREI GE-

SCHWISTERN Acud Kino 1: Do/Fr 18.45 Uhr,So

18.30Uhr,Di20.45 Uhr. Casablanca: Mi 18 Uhr.

Delphi LUX 5: tgl 17.20Uhr.

AMAR (2019) Babylon 1-2 (OmenglU): So 18.30

Uhr,Mo17.15 Uhr,Di/Mi17.30Uhr.

AMERIKA, TERRA INCOGNITA Arsenal 2: Do

21.15Uhr.

ANDERSWO. ALLEIN IN AFRIKA Freiluftkino Insel im

Cassiopeia: Do 21.45 Uhr. Zeiss-Großplanetarium:

Fr 20.30 Uhr.

ANDY IRONS: KISSED BY GOD Sommerkino KulturforumamPotsdamer

Platz: Di 21.30 Uhr.

ANNA (2019) CinemaxX Potsdamer Platz 1-19 (Preview):

Mi 15.35 Uhr. CineMotion Hohenschönhausen

1(Preview): Mi 20 Uhr. Cineplex Alhambra1-5

(Preview): Mi 20 Uhr. Cineplex Neukölln Arcaden 1-9

(Preview): Mi 20 Uhr. Cineplex Titania Palast 1-7

(Preview): Mi 20 Uhr. CineStar -Der Filmpalast Treptower

Park 1(Preview): Mi 20.15Uhr. CineStar CU-

BIX FilmpalastAlexanderplatz 1(Preview): Mi 20.15

Uhr. CineStar Hellersdorf 1(Preview): Mi 20.15Uhr.

CineStar im SonyCenter 1(OV/Preview): Mi 20.15

Uhr. CineStarTegel1(Preview): Mi 20.15Uhr. UCI Kinowelt

am Eastgate 1(Preview): Mi 20 Uhr. UCI Kinowelt

Colosseum 1(Preview): Mi 20 Uhr. UCI Luxe

Gropius Passagen 1-6 (Preview): Mi 20 Uhr. UCI

Luxe Kino Mercedes-Platz 1-14 (Preview): Mi 20

Uhr. UCI Luxe Potsdam Center 1-8 (Preview): Mi 20

Uhr. Zoo Palast Clubkino A(Preview): Mi 19.45 Uhr.

ANNABELLE III AstraFilmpalast 1-5: tgl 20, 22.30

Uhr,Do-Di a. 18 Uhr. CinemaxX Potsdamer Platz 1-

19: Do-Sa/Mo-Mi16.50Uhr,Do/Fr/Mo-Mi a. 20, 23

Uhr,Sa/Soa.20.10 Uhr,Saa.22.50Uhr,So16.40,

23.10Uhr. CineMotion Hohenschönhausen 1: tgl

20.20Uhr,Do-Di a. 17.15 Uhr, Fr/Saa.22.50 Uhr. Cineplex

Alhambra1-5: Do-Di16.45, 20.10Uhr,Do-Sa

a. 22.50 Uhr, Mi 17.20,19.30Uhr. Cineplex Alhambra

1-5 (OV): Do-Sa 22.30 Uhr. Cineplex Neukölln Arcaden

1-9: Do-Di 17.10Uhr,Do/Sa-Dia.20.10 Uhr,

Do-Saa.22.50 Uhr, Fr a. 20 Uhr,Mi20.30 Uhr. Cineplex

Neukölln Arcaden 1-9 (OV): Do-Sa 22.55 Uhr.

Cineplex Spandau 1-5: Do-Sa/Di 19.30 Uhr,Doa.

22.50Uhr,Fr/Sa a. 22.20 Uhr,So19.55 Uhr,Mo20.15

Uhr,Mi20.30 Uhr. Cineplex Titania Palast 1-7: tgl

17.40, 20.25,23Uhr. CineStar -Der FilmpalastTreptower

Park 1: tgl 17.15 Uhr,Do-Di a. 20.10 Uhr,Do-

Sa/Dia.23Uhr,Mia.20.30 Uhr. CineStar CUBIX

Filmpalast Alexanderplatz 1: tgl 20.30, 23.15 Uhr,

Do-Dia.17.50 Uhr,Mia.16.30Uhr. CineStar Hellersdorf

1: tgl 20.15 Uhr,Do/Sa/So/Di a. 17.15Uhr,

Fr/Saa.23Uhr. CineStar im SonyCenter 1(OV): tgl

20.30Uhr,Do-So/Di/Mi a. 23.15 Uhr,Doa.17Uhr,

Fr/Sa/Mo/Di a. 16.45 Uhr,Soa.17.20 Uhr. CineStar

Tegel1: Do-Di 20.20 Uhr,Do/Sa-Di a. 17.30Uhr,Do-

Sa/Dia.23.15Uhr,Fra.17.20Uhr,Mi17, 19.50 Uhr.

UCI Kinowelt am Eastgate 1: tgl 17.05, 20.15 Uhr,

Fr/Saa.23Uhr. UCI Kinowelt am Eastgate 1(OV): So

20 Uhr. UCI Kinowelt Colosseum 1: tgl 17.15,20.15,

22.45Uhr. UCI Kinowelt Colosseum 1(OV): Mo 20

Uhr. UCI Luxe Gropius Passagen 1-6: Do-Di 17.40,

20.15Uhr,Fr/Sa a. 23 Uhr. UCI Luxe Kino Mercedes-

Platz 1-14: Do-So 17 Uhr,Doa.19.20,22Uhr,Fra.

19.45,22.20 Uhr,Sa/So a. 20, 22.40 Uhr,Mo-Mi

17.50,20.50 Uhr. UCI Luxe Kino Mercedes-

Platz 1-14 (OV): Do-So23.15Uhr. UCI Luxe

Potsdam Center 1-8: tgl 16.45, 20.10Uhr,Fr/Sa a.

23 Uhr. UCI Luxe Potsdam Center 1-8 (OV): So 20

Uhr. Zoo Palast 3: Do-Di 20.30, 23.10Uhr. Zoo Palast

5: Mi 20.30, 23 Uhr. Zoo Palast Clubkino A: Do-Di

17.50Uhr.

ANOTHER DAY OF LIFE -JESZCZE DZIEN ZYCIA b-

ware!Ladenkino 2(OmU): Do 11 Uhr.

APOCALYPSE NOW -FINAL CUT AstraFilmpalast 1-5:

Mo 20.15 Uhr. CineMotion Hohenschönhausen 1:

Mo 19.30 Uhr. Cineplex Alhambra1-5: Mo 20 Uhr. Cineplex

Neukölln Arcaden 1-9: Mo 20 Uhr. Cineplex

Spandau 1-5: Mo 20 Uhr. Cineplex Titania Palast 1-

7: Mo 20 Uhr. CineStar CUBIX Filmpalast Alexanderplatz

1: Mo 19.45Uhr. CineStar im SonyCenter 1

(OV): Mo 19.45 Uhr. Delphi Filmpalast (OmU): Mo

19.30 Uhr. Freiluftkino Hasenheide (OmU): Mo

21.30 Uhr. Hackesche Höfe Kino 1(OmU): Mo 21.15

Uhr. Kino in der Kulturbrauerei 1-8 (OmU): Mo 19.45

Uhr. Neues Off (OmU): Mo 19.30Uhr. Pompeji -Freiluftkino

am Ostkreuz (OmU): Mo 21.45Uhr. UCI

Luxe Kino Mercedes-Platz 1-14: Mo 19.15 Uhr. UCI

Luxe Potsdam Center 1-8: Mo 19.50 Uhr. Union Filmtheater:

Mo 20 Uhr. Wolf 1-3 (OmU): Mo 21 Uhr. Zoo

Palast 1: Mo 19.30 Uhr.

APOLLO 11 (2019) CinemaxX Potsdamer Platz 1-19

(OmU): So 17 Uhr. Cineplex Alhambra1-5 (OmU):

So 17.30Uhr. Cineplex NeuköllnArcaden 1-9 (OmU):

So 17.30 Uhr. Cineplex Titania Palast 1-7 (OmU): So

17.30 Uhr. CineStar -Der Filmpalast Treptower Park

1(OmU): So 17 Uhr. CineStar CUBIX Filmpalast Alexanderplatz

1(OmU): So 17 Uhr. CineStar im Sony

Center 1(OV): So 17 Uhr. CineStar IMAX (OV): Sa

11.30Uhr. CineStar Tegel1(OmU): So 17 Uhr. IL

KINO Kino-Bar-Bistro (OmU): Do 18.50Uhr,

Fr/Sa/Mo 18.30 Uhr, So/Mi 16.20 Uhr,So/Di22Uhr,

Mo a. 12 Uhr,Di14.20Uhr. Kino in der Kulturbrauerei

1-8 (OmU): So 17 Uhr. UCI Kinowelt Colosseum 1

(OmU): So 17.15 Uhr. UCI Luxe Kino Mercedes-Platz

1-14 (OmU): So 17 Uhr. UCI Luxe Potsdam Center

1-8 (OmU): So 17 Uhr. Union Filmtheater: So 15.30

Uhr. Zoo Palast 1(OmU): So 17.30 Uhr. Zoo Palast 5

(OmU): Fr/Sa 12.15 Uhr.

THE ARTIST UND THE PERVERT Kinobar im Sputnik

(höfe am südstern) (OmU): Do 21.45 Uhr,So21.30

Uhr. Tilsiter-Lichtspiele 2(OmU): Do/Sa/Mo/Mi

21.45 Uhr.

THE ASSASSIN -NIE YIN NIANG Arsenal 2(OmU): Mi

19.30 Uhr.

ASTRID (2018) Freiluftkino Insel im Cassiopeia

(OmenglU): Mo 21.30 Uhr. Hackesche Höfe Kino 1:

So 21.15Uhr.

ASTRID (2018) -UNGA ASTRID Freiluftkino Hasenheide

(OmU): So 21.30 Uhr.

ATLAS (2019) b-ware!Ladenkino 2(OmenglU): Mo

14.15 Uhr. Filmmuseum Potsdam: Fr 21.15Uhr.

AUDRE LORDE: THE BERLIN YEARS 1984 TO 1992 -

AUDRE LORDE: DIE BERLINER JAHRE 1984-1992

Lichtblick-Kino (OmenglU): Mo 20 Uhr.

AUFBRUCH ZUM MOND -FIRST MAN Sommerkino

Kulturforum am Potsdamer Platz (OmU): Mo

21.30 Uhr.

AUSGEFLOGEN (2019) Thalia Babelsberg 1(Preview):

So 19 Uhr.

AVENGERS: ENDGAME CinemaxX Potsdamer Platz

1-19 (2D): tgl 16, 20.30 Uhr. CineMotion Hohenschönhausen

1(2D): Do-So/Di 19.30Uhr. CineStar -

Der Filmpalast Treptower Park 1(3D): Do-Sa/Di22

Uhr. CineStar -Der FilmpalastTreptower Park 1(2D):

Do-Di 15 Uhr. CineStar CUBIX Filmpalast Alexanderplatz

1(3D): Do-Di 22 Uhr,Mi21.15Uhr. CineStar

CUBIX Filmpalast Alexanderplatz 1(2D): Do-Di

13.30 Uhr. CineStar Hellersdorf 1(2D):

Do/Sa/So/Di11Uhr. CineStar im SonyCenter 1

(OV/2D): Do 13.50Uhr,Fr-Mi 13.30 Uhr. CineStar Tegel1(3D):

Fr-So/Di19.20 Uhr. Kino in der Kulturbrauerei

1-8 (OmU/2D): Do-Sa/Mo 21.30 Uhr,So

21.45 Uhr,Di21Uhr. UCI Kinowelt am Eastgate 1

(2D): Do-Di 15.15 Uhr. UCI Luxe Kino Mercedes-

Platz 1-14 (2D): Do-Sa16.20Uhr,Mo-Mi 17.30 Uhr.

UCI Luxe Potsdam Center 1-8 (2D): Fr

20.15 Uhr.

B-MOVIE: LUST UND SOUND IN WEST-BERLIN Sputnik

(höfe am südstern) 1(OmenglU): Sa 23 Uhr.

Sputnik (höfe am südstern) 2(OmenglU): Di 23 Uhr.

BAARAM Babylon 1-2 (OmenglU): Sa 23.15Uhr,Mi

21.45 Uhr.

BACK TO MARACANA Kino in der Kulturbrauerei 1-8

(Premiere): Fr 20 Uhr.

BAILEY: EIN HUND KEHRT ZURÜCK CinemaxX Potsdamer

Platz 1-19: Do-Sa/Mo-Mi 13.10Uhr. CineMotion

Hohenschönhausen 1: tgl 14.40Uhr. Cineplex

Alhambra1-5: Do-Di 12 Uhr. Cineplex Titania Palast

1-7: tgl 10 Uhr. CineStar -Der Filmpalast Treptower

Park 1: Do-Di 14.45 Uhr. CineStar CUBIX Filmpalast

Alexanderplatz 1: Do/Sa-Di 11.15 Uhr. CineStar Tegel1:

Do-Di11.10 Uhr. UCI Luxe Potsdam Center 1-

8: Do/Sa/So/Di/Mi11Uhr.

BALLON (2018) Freiluftkino Kreuzberg (OmenglU):

So 21.30 Uhr.

BEACH BUM b-ware!Ladenkino 2(OV): So

23.15Uhr.

BERLIN BABYLON Hackesche Höfe Kino 2

(Omdt+englU): tgl 14.30 Uhr,Soa.10Uhr.

BERLIN BOUNCER b-ware!Ladenkino (OmenglU):

So 17.30 Uhr,Mo14.30 Uhr. Freiluftkino Hasenheide

(OmenglU): Di 21.30 Uhr. Hackesche Höfe Kino 1

(OmenglU): Di 21.15 Uhr. Kinobar im Sputnik (höfe

am südstern): Di 21.15Uhr. Zukunft 3(OmU):

Sa/So16Uhr. Zukunft 4(OmU): Do/Mo-Mi 20 Uhr,

Fr/Sa23.30 Uhr.

BERLIN SHORT FILM FESTIVAL Babylon 1-2: Do-So

18, 20,22Uhr.

DER BETTELSTUDENT Eva-Lichtspiele: Mi

15.45Uhr.

BHARAT Babylon 1-2 (OmenglU): Do 21.30 Uhr.

BHOR -DAWN Babylon 1-2 (OmenglU): Sa 21.30

Uhr,So21Uhr.

BLACKKKLANSMAN Freiluftkino Hasenheide

(OmU): Fr 21.30 Uhr. Hackesche Höfe Kino 1(OmU):

Fr 21.15Uhr.

BLADE RUNNER (1982) Freiluftkino Insel im Cassiopeia

(OmU): Di 21.30 Uhr.

DER BLAUE TIGER Moviemento 2: Do 10 Uhr.

BLOWN AWAY -MUSIC, MILES AND MAGIC b-

ware!Ladenkino 2(OmU): Sa 14.15 Uhr. Moviemento

3(OmU): Di 18 Uhr.

BLUE (2017 AUS) Moviemento 1(OV): Mo 20 Uhr.

BOHEMIAN RHAPSODY Casablanca: Do 17.45 Uhr.

Freiluftkino Insel im Cassiopeia (OmU): So 21.45

Uhr. Freiluftkino Kreuzberg (OmU): Fr 21.30 Uhr.

Freiluftkino Rehberge: So 21.30 Uhr.

BORDER (2019) b-ware!Ladenkino: Do/Mo

22.30Uhr.

BORDER (2019) -GRÄNS B-ware! Open Air

Prinzessinnengärten (OmU): Sa 22 Uhr. b-ware!Ladenkino

(OmU): Fr/So 22.30Uhr. Central Hackescher

Markt 2(OmU): So 10.15Uhr. Moviemento 2

(OmU): Mi 18 Uhr. Moviemento 3(OmU): Do/Fr/So

18 Uhr.

LA BOUM -DIE FETE Freiluftkino Friedrichshagen: Fr

21.15Uhr.


Berliner Zeitung · N ummer 158 · D onnerstag, 11. Juli 2019 3

·························································································································································································································································································

Film/Kinoprogramm

Die Stille auf dem Grund

Der dänische Regisseur Thomas Vinterberg spürt in seinem Film „Kursk –Niemand hat eine Ewigkeit“ dem Überlebenskampf der havarierten Besatzung nach

VonKarsten Munt

Als die K-141 Kursk das erste

Mal in den Arktischen

Ozean hinabtaucht, wird

es still. Das gewaltige U-

Boot, das, angetrieben von einem

Atomreaktor, durch die Barentssee

pflügt, wirkt unter der Wasseroberfläche

wie ein kleiner, stählerner

Zapfen, der von den endlosen Wassermassen

durch den Ozean gezogen

wird. Nur vereinzelt surrt kaum

hörbar die Antriebsschraube des

Atom-U-Boots, das am Morgen des

12. August 2000 untergehen wird.

Nach einer Torpedo-Explosion im

Heck sinkt die Kursk auf den Grund

der Barentssee. Der Bug schlägt auf

den Meeresboden auf, der Antrieb

verstummt. 108 Meter unter der

Wasseroberfläche bleibt nur die

Stille. Für den Regisseur Thomas

Vinterberg hat diese Stille als wohl

prägendster Topos seines Films jedoch

nicht die Funktion, die ihr in

anderen populären Beiträgen des U-

Boot-Genres zukommt. Sie ist keine

Nebenerscheinung der Schleichfahrt

und dient auch nicht der Tarnung

zu Kriegszeiten. Für die Kursk

bedeutet die Stille das Ende. So

bleibt das Schlagen an die stählerne

Hülle das letzte Aufbegehren der Besatzung

gegen den TodamMeeresgrund.

Angeführt vom jungen Leutnant

Mikhail Averin (Matthias

Schoenaerts) setzen die von einem

europäischen Star-Ensemble verkörperten

Matrosen ihre letzte Hoffnung

auf das Überleben in das dreimalige

Klopfen an die Außenwand.

„Kursk –Niemand hat eine Ewigkeit“

orientiert sich mehr an diesen

Überlebenstechniken denn an der

punktgenauen Rekonstruktion der

historischen Ereignisse. Der Ablauf

der Katastrophe, der bis heute nicht

bis ins Detail geklärtwerden konnte,

ist nur der Aufhänger für eine endlose

Reihe von Überlebensprüfungen.

Konfrontiert mit Kälte und

Feuer, kämpfen sich die Matrosen

durch die tödlichen mechanischen

Vorrichtungen der Kursk. Die Luft

wirdderweil immer knapper.Neben

dem beim Kampf ums Überleben

aufkommenden Pathos bringt Vinterbergineiner

verblüffend beiläufi-

Die „Kursk“ in einer Marinebasis der Nordflotte in der Nähe von Murmansk WILD BUNCH (3)

Der Maschinist Pavel Sonin (Matthias Schweighöfer) an Bord des havarierten U-Bootes und der britische Commodore David Russel (Colin Firth) an Land

gen Fußnote auch den namenlosen

Heldentod zur Sprache. Als Mikhail

über das Bordtelefon Kontakt zur

bordeigenen Reaktormannschaft

aufnimmt, um diese in ein noch

weitgehend unbeschädigtes Abteil

zu lotsen, lehnt der Ingenieur am anderen

Ende der Leitung ab –das Verlassen

des Reaktorraums würde ein

„zweites Tschernobyl“ bedeuten.

Noch ein kurzes Grußwort und der

Mann legt auf.

Während Mikhail und seine Männer

in der Stille des Ozeans ums

Überleben ringen, kämpft seine

Ehefrau Tanja (Léa Seydoux) auf dem

Festland gegen eine andereStille an:

das Schweigen der Verantwortlichen.

Die staatliche Pflichtvergessenheit,

die im kollektiven Gedächtnis

der Weltöffentlichkeit untrennbar

mit dem Untergang der Kursk

verbunden ist, nimmt eine zentrale

Rolle in Vinterbergs Film ein. Dabei

verzichtet der Regisseur darauf, das

staatliche und militärische Oberkommando

direkt in seinen Film

einzuarbeiten. Der zum Zeitpunkt

der Katastrophe erst seit vier Monaten

amtierende Präsident Putin, der

damals mit allen Mitteln um die

Deutungshoheit rang und sich auf

die Mitschuld vonPresse und Oligarchen

einschoss, fehlt im Film gänzlich.

Das Versagen der Verantwortlichen

kreist der Film langsam vonaußen

ein. Der Protest der Ehefrauen

wirddurch die Bemühungen des britischen

Commodore David Russell

(Colin Firth) ergänzt, der dem Film

als das Gesicht der internationalen

Rettungsangebote dient. So macht

„Kursk“ die Runde zwischen dem

wütenden Aufbegehren der Hinterbliebenen,

den diplomatisch vorgetragenen

Hilfsangeboten fremder

Staaten und dem russischen Staatsapparat,

an dem all dies abprallt.

Über weite Strecken des Films wird

der auch heute aktuelle Interessenkonflikt

zwischen Seenotrettung

und geostrategischem Kalkül nicht

ausformuliert, sondern auf die kleinen

Apparatschiks abgewälzt.

Erst mit einem späten Auftritt

Maxvon Sydows bekommt der russische

Staatsapparat ein Antlitz. Admiral

Petrenko krümmt sich unter der

Last der Anschuldigungen, die permanent

auf ihn einprasseln. Stoisch

verharrterindieser Haltung vorden

Ehefrauen und Journalisten, während

er seine Propaganda-Farce fortsetzt.

Doch weder er noch der russische

Staat können ihre Pose ewig

aufrechterhalten. Als Petrenko auf

der Beerdigung der Kursk-Besatzung

vor den Söhnen der Matrosen steht,

die der Staat in den Tiefen der Barentssee

zurückgelassen hat, hält er

ihrem Blick nicht stand und wendet

sich vorScham ab.

Später verweigern die Kinder der

U-Boot-Männer dem Marineoffizier

den Handschlag. Sie haben lange

verstanden, dass nicht das vonFeuer

undWasser zerstörte U-Boot ihreVäter

am tiefsten Punkt des Meeres begraben

hat, sondern das Kalkül von

Staat und Marine. Die Männer der

Kursk, die noch tagelang an die Hülle

ihres stählernen Sarges schlugen,

hörten bis zuletzt nur die Stille des

Arktischen Ozeans.

Kursk–Niemand hat eineEwigkeit Belgien, Luxemburg2018.Regie:

Thomas Vinterberg; Buch:

RobertRodat, Robert Moore; Darsteller:Matthias

Schoenaerts, LéaSeydoux, Colin Firth, Peter

Simonischek, August Diehl, Max vonSydow, MatthiasSchweighöfer,Michael

Nyqvist, PernillaAugustu.a.;

118 Minuten, Farbe. FSK: ab 12 Jahre

BRIGHTBURN: SON OF DARKNESS CinemaxX Potsdamer

Platz 1-19: Do/Di 23 Uhr, Fr-So 22.50 Uhr, Mo

22.40 Uhr. CineMotion Hohenschönhausen 1: Fr/Sa

23 Uhr. Cineplex Alhambra1-5: Do-Sa 22.30 Uhr. Cineplex

Neukölln Arcaden 1-9: Do-Sa23.15 Uhr. CineplexTitania

Palast 1-7: Do-So 22.40 Uhr. CineStar

-Der Filmpalast Treptower Park 1: Do-Sa/Di 23.15

Uhr. CineStar Hellersdorf 1: Fr/Sa23Uhr. CineStar

im SonyCenter 1(OV): Fr/Sa/Mo/Di 17.30Uhr. UCI

Kinowelt am Eastgate 1: Fr/Sa 22.45 Uhr. UCI Kinowelt

Colosseum 1: tgl 22.45Uhr. UCI Luxe Gropius

Passagen 1-6: Fr/Sa 22.45 Uhr. UCI Luxe Kino Mercedes-Platz

1-14: Mo/Di 18.20 Uhr.

BRITT-MARIE WAR HIER Casablanca: Sa 20.30Uhr,

So/Mi 16 Uhr,Mo18.30 Uhr. Union Filmtheater: Do

15.30 Uhr,Sa15.45 Uhr,So20.15Uhr,Mi13Uhr. Zoo

Palast Clubkino A: Mi 14.30 Uhr. Zoo Palast Clubkino

B: Do-Di 14.30 Uhr.

BUCKELWALE: GIGANTEN DER MEERE CineStar

IMAX (3D): Fr/Di11.30 Uhr.

BUDDHA.MOV Babylon 1-2 (OmenglU): Mo 18 Uhr,

Di 19.45 Uhr.

BUENA VISTA SOCIAL CLUB Zeiss-Großplanetarium

(OmU): Sa 21 Uhr.

BUNKAR -THE LAST OF THE VARANASI WEAVERS Babylon

1-2 (OmenglU): Do 17.30 Uhr,Fr19.45Uhr,Sa

15.30 Uhr.

BURIED SEEDS Babylon 1-2 (EnglF): Sa 20 Uhr,So

14.30 Uhr.

BURNING (2019) B-ware! OpenAir FMP1: Mi 22 Uhr.

b-ware!Ladenkino 3: Di 22.30 Uhr. Delphi LUX 5: tgl

20 Uhr,Soa.14.15 Uhr. Filmtheater am Friedrichshain

4: tgl 20 Uhr. Hackesche Höfe Kino 5(OmU): tgl

14, 21 Uhr,Soa.11Uhr.

BURNING (2019) -BEONING b-ware!Ladenkino 3

(OmenglU): So/Mi 22.30 Uhr. b-ware!Ladenkino 3

(OmU): Do/Sa22.30 Uhr. fsk am Oranienplatz 1

(OmU): tgl 17.45 Uhr. Kino in der Kulturbrauerei

1-8 (OmU): Fr 22.20 Uhr,Sa/So/Di 22 Uhr.

Rollberg 4(OmenglU): tgl 21.15 Uhr. Rollberg 4

(OmU): Do-Di17Uhr. Sputnik (höfe am südstern) 1

(OmU): Fr 21.30Uhr,Sa20.15Uhr,Mo/Mi 19 Uhr,

Di 21 Uhr. Sputnik (höfe am südstern) 2(DF):

Sa 15 Uhr. Sputnik (höfe am südstern) 2(OmU):

So 22 Uhr. Tilsiter-Lichtspiele 1(OmU): tgl

22.15 Uhr. Wolf 1-3 (OmU): Fr 20.30 Uhr,So/Di

20.50 Uhr.

C'EST LA VIE, ROSE Lichtblick-Kino: So 18.30Uhr,Mi

18 Uhr.

THE CAKEMAKER Pompeji -Freiluftkino am Ostkreuz

(OmU): Do 21.45 Uhr.

CALL ME BY YOUR NAME Freiluftkino Rehberge: Mo

21.30Uhr. OpenAir Kino Mitte (OmU): So 21.30Uhr.

CAMPUS GALLI -DAS MITTELALTER-EXPERIMENT

Tilsiter-Lichtspiele 2: tgl 17.45Uhr.

CAPERNAUM -STADT DER HOFFNUNG Radio EINS-

Freiluftkino Friedrichshain: Do 21.45 Uhr.

CAPTAIN MARVEL (2019) Sommerkino Kulturforum

am Potsdamer Platz (OmU): So 21.30 Uhr.

LA CASA LOBO -DAS WOLFSHAUS b-ware!Ladenkino

(OmU): Fr 11 Uhr.

CHECKER TOBI UND DAS GEHEIMNIS UNSERES

PLANETEN Kino in der Kulturbrauerei 1-8: Sa 11.30

Uhr. Moviemento 2: Mi 16 Uhr. Moviemento 3:

Do/Fr/So/Di 16 Uhr,Sa15.15 Uhr,Mo16.30Uhr.

CHILD'S PLAY (2019) AstraFilmpalast 1-5 (Preview):

Fr 20.15, 22.30 Uhr. CineMotion Hohenschönhausen

1(Preview): Fr 23 Uhr. Cineplex Alhambra1-

5: Fr 20.30Uhr. Cineplex Neukölln Arcaden 1-9 (Preview):

Fr 20.30Uhr. Cineplex Spandau 1-5 (Preview):

Fr 20.30Uhr. Cineplex Titania Palast 1-7

(Preview): Fr 20.30Uhr. CineStar -Der Filmpalast

Treptower Park 1(Preview): Fr 20 Uhr. CineStar CU-

BIX Filmpalast Alexanderplatz 1(Preview): Fr 20

Uhr. CineStar Hellersdorf 1(Preview): Fr 20 Uhr. CineStar

Tegel1(Preview): Fr 20 Uhr. Rollberg 5(OV):

Sa 22.30Uhr. UCI Kinowelt am Eastgate 1(Preview):

Fr 20 Uhr. UCI Kinowelt Colosseum 1(Preview): Fr 20

Uhr. UCI Luxe Gropius Passagen 1-6 (Preview): Fr

20.15 Uhr. UCI Luxe Kino Mercedes-Platz 1-14 (Preview):

Fr 20 Uhr. UCI Luxe Potsdam Center 1-8 (Preview):

Fr 20 Uhr.

CHUSKIT Babylon 1-2 (OmenglU): Fr/Mi 17.30 Uhr,

Sa 13.45Uhr.

CLIMAX (2018) Moviemento 3(OmU): Fr/Mo

23 Uhr.

COLD WAR: DER BREITENGRAD DER LIEBE -ZIMNA

WOJNA Moviemento 1(OmenglU): Do 22.15 Uhr,Mo

22.45 Uhr.

THE CURE -ANNIVERSARY 1978-2018 LIVE IN HYDE

PARK LONDON Babylon Kreuzberg A: Do 19.30 Uhr.

CineMotion Hohenschönhausen 1: Do 20 Uhr. CineplexAlhambra1-5

(OV): Do 19.30 Uhr. Cineplex Neukölln

Arcaden 1-9 (OV): Do 19.30Uhr. Cineplex

Spandau 1-5 (OV): Do 19.30 Uhr. Cineplex Titania

Palast 1-7 (OV): Do 19.30 Uhr. CineStar -Der Filmpalast

Treptower Park 1: Do 20 Uhr. CineStar CUBIX

Filmpalast Alexanderplatz 1: Do 20 Uhr. CineStar im

SonyCenter 1: Do 20 Uhr. CineStar Tegel1: Do 20

Uhr. Kino in der Kulturbrauerei 1-8: Do 20 Uhr. Thalia

Babelsberg 1: Do/Sa 21 Uhr, So 11.15Uhr. UCI Kinowelt

am Eastgate 1: Do 20 Uhr. UCI Kinowelt Colosseum

1(OV): Do 20 Uhr. UCI Luxe Gropius Passagen

1-6: Do 20 Uhr. UCI Luxe Kino Mercedes-Platz 1-14:

Do 20 Uhr. UCI Luxe Potsdam Center 1-8 (OV): Do 20

Uhr. Union Filmtheater: Do 20 Uhr.

DANCING QUEENS CineMotion Hohenschönhausen

1: Do-Di 14.30 Uhr. CineStar Tegel1: Do-Di 14.45

Uhr. Eva-Lichtspiele: So-Di 15.45 Uhr. UCI Luxe Kino

Mercedes-Platz 1-14: Sa/So 12.10 Uhr.

DAVE MADE AMAZE b-ware!Ladenkino 2(OmU): Di

23.15 Uhr. b-ware!Ladenkino 3(OmU): Do/Fr

15 Uhr.

THE DEAD DON'T DIE b-ware!Ladenkino (OmU): tgl

20.45 Uhr,Dia.11Uhr. Babylon Kreuzberg B(OmU):

tgl 17 Uhr,Doa.22.20 Uhr,Fr-Mi a. 19.20, 21.40Uhr.

CineStar im SonyCenter 1(OV): Do-So/Di/Mi23.15

Uhr. Delphi LUX 4(OmU): Do-Di 21 Uhr. Filmkunst 66

Kino 1(OmU): Fr/Sa22.30 Uhr. Filmtheater am

Friedrichshain 5(OmU): tgl 21 Uhr. Freiluftkino

Kreuzberg (OmU): Sa 21.30Uhr. Hackesche Höfe

Kino 3(OmU): tgl 19.45 Uhr,Soa.12.15Uhr. Kino in

der Kulturbrauerei 1-8 (OmU): Do-Sa/Mo 21.45Uhr,

So 22 Uhr, Di/Mi 23 Uhr. Passage2(OmU): tgl 18.15,

20.45 Uhr. Rollberg 2(OV): Do-Di 20 Uhr,Do/Fr/So-

Mi a. 22.30 Uhr. UCI Kinowelt Colosseum 1: Do-Di

22.30Uhr,Mi23Uhr. UCI Luxe Potsdam Center 1-8:

Sa 23 Uhr. Zoo Palast ClubkinoA: Do-Di 22.30Uhr,Mi

22.40Uhr. Zukunft 3(OmU): Fr-So/Di/Mi 21.45 Uhr.

DEUTSCHER KURZFILMPREIS UNTERWEGS Lichtblick-Kino:

Di 20 Uhr.

DIAMANTINO b-ware!Ladenkino 2(OmU): Di 12.45

Uhr. Filmrauschpalast (OmU): Fr/Mo/Di 18 Uhr,Sa

15 Uhr,Mi20Uhr.

DOMBIVLI FAST Babylon 1-2 (OmenglU): Sa 19.15

Uhr,Mo19.30 Uhr.

DOMBIVLI RETURN Babylon 1-2 (OmenglU): Do

19.30Uhr,Sa21.30Uhr,Mo21.45 Uhr.

DON'T GIVE AFOX Filmrauschpalast (OmU): Sa/Mi

18 Uhr,So15Uhr,Mo/Di 20 Uhr. Sputnik (höfe am

südstern) 1(OmU): Di/Mi 17.30 Uhr. Sputnik (höfe

am südstern) 2(OmU): Fr 17.45 Uhr.

DOWN BY LAW Open Air Kino Mitte (OmU): Di

21.30Uhr.

DRACHENZÄHMEN LEICHT GEMACHT 3: DIE GE-

HEIME WELT b-ware!Ladenkino (3D): So 14 Uhr. b-

ware!Ladenkino (2D): Sa 14 Uhr. CineStar -Der

Filmpalast Treptower Park 1(2D): tgl 11.30 Uhr.

DREI SCHRITTE ZU DIR AstraFilmpalast 1-5: Do/Sa-

Di 20 Uhr. CinemaxX Potsdamer Platz 1-19: tgl 16.20

Uhr,Do-Di a. 23 Uhr,Do-Sa/Mo/Di a. 13.30Uhr,

Do/Fr/Mo a. 19.50 Uhr,Saa.19.45Uhr,Soa.13.10,

20.10Uhr,Dia.20Uhr,Mia.13.05, 19.30Uhr. Cine-

Motion Hohenschönhausen 1: Do-Di 17.30, 20.15

Uhr,Mi14.30Uhr. Cineplex Alhambra1-5: Do-Di

14.20Uhr,Do-Sa/Mo/Di a. 17 Uhr,Do-So/Dia.19.50

Uhr. Cineplex NeuköllnArcaden 1-9: Do-Di 14, 16.45

Uhr,Mi17.55Uhr. Cineplex Spandau 1-5: Do-Di

16.40Uhr,Do-So/Di a. 14.20 Uhr,Doa.20.10 Uhr,Fr-

So/Dia.19.30 Uhr,Moa.14.15, 19.40 Uhr,Mi17.50,

19.50Uhr. Cineplex Titania Palast 1-7: Do-Di 13.45

Uhr. CineStar -Der Filmpalast Treptower Park 1: Fr-

Mi 19.55 Uhr. CineStar CUBIX Filmpalast Alexanderplatz

1: Do-Di 17.20Uhr,Do-So/Di a. 19.45 Uhr,Mi

11.50 Uhr. CineStar Hellersdorf 1: Do-Di 16.45,

19.40 Uhr,Mi17Uhr. CineStar Tegel1: Do-Di 13.50

Uhr,Do-Sa/Mo/Di a. 16.50 Uhr,Do/Sa-Di a. 20.10

Uhr,Mi16.30 Uhr. Kino Spreehöfe 1: Do/So/Di 14.45

Uhr. Thalia Movie Magic1: Do-Mo 20.30Uhr,Do-So

a. 15.15Uhr,Do/Di/Mi a. 12 Uhr,Mo/Di a. 15.30 Uhr,

Mi 16.15 Uhr. UCI Kinowelt am Eastgate 1: Do-Di 14,

17 Uhr,Fra.19.45Uhr. UCI Kinowelt Colosseum 1:

tgl 14.15, 17 Uhr. UCI Luxe Kino Mercedes-Platz 1-

14: Do-Di17.30 Uhr,Do-Soa.14.10Uhr,

Do/Sa/Mo/Di a. 20.15 Uhr,Sa/Soa.11.20 Uhr,Mo-

Mi a. 15 Uhr. UCI Luxe Potsdam Center 1-8: tgl 17

Uhr. Union Filmtheater: Do-So 13 Uhr,Do/Dia.18

Uhr,Fra.17.45 Uhr,Sa/Mo a. 20.15 Uhr,So/Mi a. 20

Uhr,Mo15.45Uhr,Di13.15 Uhr,Mi15.15 Uhr. Zoo Palast

Clubkino A: Mi 12 Uhr. Zoo Palast Clubkino B:

Do-Di 12 Uhr.

DUMBO (2019) Kino in der Kulturbrauerei 1-8:

Sa/So/Di 11.30 Uhr. Thalia Babelsberg 1: Mi

10 Uhr.

EDIE -FÜR TRÄUME IST ES NIE ZU SPÄT b-ware!Ladenkino

2: Sa/Mo 16.15Uhr. b-ware!Ladenkino 2

(OmU): Do/Fr/So/Di/Mi16.15Uhr. Casablanca: Sa

16 Uhr,Di16.15Uhr. Kino im Kulturhaus Spandau:

Do-Sa 18.15 Uhr,So13.45 Uhr,Mo-Mi16Uhr. Openair

Kino Spandau: Mi 21.30 Uhr. Scala Kulturpalast

Werder: So 16 Uhr. Zeiss-Großplanetarium: So

13.30 Uhr.

EIN BECKEN VOLLER MÄNNER Cinema am Walther-

Schreiber-Platz: tgl 14.45Uhr. Cinema Paris: tgl

15.15 Uhr,Do-So/Dia.20.30 Uhr. CinemaxX Potsdamer

Platz 1-19: Do/Di/Mi 19.50 Uhr,Do/Di a. 16.40

Uhr,Fr/Sa/Mo 19.20 Uhr, Fr/Sa 16.15Uhr,So16.20,

19.30 Uhr,Mo16.10Uhr,Mia.16.30 Uhr. Eva-Lichtspiele:

Fr-Di 17.45 Uhr. Kino in der Kulturbrauerei 1-

8: Do/Sa 19.15Uhr,So16.20Uhr. Kino

Spreehöfe 1: Do-Sa/Mo/Di17.15 Uhr,Mi20.15 Uhr.

Thalia Babelsberg 1: Do/Fr/So 20.45 Uhr,Sa16Uhr,

So a. 12 Uhr,Di16.15 Uhr. UCI Kinowelt Colosseum

1: tgl 14.20Uhr,Do-Di a. 17.10Uhr. UCI Luxe Kino

Mercedes-Platz 1-14: Do-So 19.40Uhr,Mo-Mi

20.45 Uhr. Zoo Palast Clubkino A: Do-Di 12,

15 Uhr.

EIN BECKEN VOLLER MÄNNER -LEGRAND BAIN

Hackesche Höfe Kino 2(OmU): tgl 16.30, 19 Uhr,

So a. 12 Uhr. Thalia Babelsber