Berliner Kurier 22.08.2019

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BERLINER KURIER, Donnerstag, 22. August 2019

Trumprächt sich an Dänen

Kopenhagen – „Überraschung“,

„Farce“, „Witz“ –Donald

Trumps Absage seines geplanten

Staatsbesuchs in Dänemark

hat in dem Land teils ungläubige

Reaktionen hervorgerufen.

„Es war eine Überraschung,

aber wir haben nichts

Weiteres dazu zu sagen“, so Lene

Balleby, die Sprecherin des

Königshauses, im dänischen

Rundfunk. Der US-Präsident

hatte die Absage auf Twitter damit

begründet, dass die dänische

Regierungschefin Mette Frederiksen

nicht über einen Verkauf

Grönlands reden wolle.

„Soll das ein Witz sein? Zutiefst

beleidigend für die Menschen

in Grönland und Däne-

Berlin –Ihre Nominierung war

mindestens eine so große Überraschung

wie seine: Klara Geywitz

(43). GesterntratBundesfinanzminister

Olaf Scholz (61)

zusammenmit der brandenburgischen

Landtagsabgeordneten

vor die Presse, beide präsentierten

sich als Tandemfür die Kandidatenkür

um den SPD-Vorsitz.

„Das ist eine sehr starke Frau,

die hat einen klaren Kopf und ist

in der Lage, die Dinge voranzubringen,

die man voranbringen

muss“, so Scholz im ARD-„Morgenmagazin“.

Seine Partei müsse

raus aus dem Umfragekeller,

sie brauche bessere Werte. „Die

SPD muss eine Partei sein, die

auf der Höhe der Zeit ist, aber

die auch in der Lage ist, jedem

Sicherheit in sich schnell bewegenden

Zeiten zu vermitteln“,

sagte Geywitz bei dem gemeinsamen

Auftritt.Geywitzbegründete

die gemeinsame Bewerbung

auch damit, dass Scholz

und sie „ganz unterschiedliche

Personenmit ganz unterschied-

mark“, schrieb die Ex-Ministerpräsidentin

Helle Thorning-

Schmidt. Anders Fogh Rasmussen,

früherer Nato-

Generalsekretär und Ex-

Regierungschef Dänemarks,

sah in der Absage

einen Rückschlag

fürdie Beziehungen.

Es sei „aber vielleicht

das Beste“,

schrieb er auf Twitter.

Grönland mit seinen

rund 56 000 Einwohnern

ist autonom,

gehört aber zum dänischen

Königreich. Ein

Großteil der Fläche ist

ständig von Eis bedeckt.

lichen Biografien“ seien. „Ich

bin eine junge Frau aus dem Osten.“

Geywitz ist wie Scholz

Mitglied im SPD-Bundesvorstand.

Seit 2004 ist die Politikwissenschaftlerin

Abgeordnete

im Potsdamer Landtag. Dorthat

sie sich einen Namen als Innenpolitikerin

gemacht. Sie gilt als

konfliktfähig.

Von 2013 bis 2017 war sie

Generalsekretärin der Landes-SPD

–und legte dieses

Amt nieder, nachdem Regierungschef

Dietmar Woidke

(SPD) die von ihr befürwortete

Kreisreform

abgesagt hatte. Sie ist dreifache

Mutter.

Geywitz und Scholz

kündigten an, zentral seien

ihnen die Themen Klimapolitik,Gleichstellung

von

Frauen und Männern und

digitale Lebensfragen.

Seit gestern „offiziell“ als Duo

im Rennen um den SPD-Vorsitz:

Olaf Scholz undKlaraGeywitz.

Die dänische Regierungschefin

Mette Frederiksen (r.), ihre

norwegische Kollegin Erna Solberg.

Die„sehr starke Frau Geywitz“

Scholzund die Überraschungskandidatin ausBrandenburgstarten als Duo ins SPD-Rennen

Foto: IM.C. Rasmussen/mago

Foto: Carsten Koall/Getty Images

Foto: Michael Kappeler/dpa

Foto: Bernd vonJutrczenka/dpa

NACHRICHTEN

AKK für langes Mandat

Erbil –Verteidigungsministerin

AnnegretKramp-Karrenbauer

hat für eine Verlängerung

desBundeswehreinsatzes

gegen die Terrormiliz

„Islamischer Staat“ (IS)geworben.

Es gehe um die langfristigeStabilisierung

des

Iraks, sagte dieCDU-Vorsitzende,

dieden Irak besucht,

im ARD-„Morgenmagazin“.

Deutschland wird bunter

Wiesbaden –Jeder Vierte in

Deutschland hat einen Migrationshintergrund,

laut Statistischem

Bundesamt

20,8 Millionen Menschen. Im

Vergleich zu 2017 stieg damit

die Zahl der Bevölkerung mit

Migrationshintergrund um

2,5 Prozent, dieMehrheit

lebt in Städten.

Lösungssuche in Berlin

Berlin –Bundeskanzlerin

Angela Merkel hält eine Lösung

im festgefahrenen Streit

über die künftige Regelung

an der Grenze zwischen

Großbritannien und Irland

nach wie vor für möglich.

Das sagte sie gestern beim

Antrittsbesuch des britischen

Premiers Boris Johnson.

240Mio. für US-Truppen

Berlin –Der Bund hat die

US-Truppen in Deutschland

in den vergangenen sieben

Jahren mit mehr als 240 Millionen

Euro unterstützt, heißt

es vomFinanzministerium,

unter anderem fürVersorgungsleistungen

oder die Bewirtschaftung

vonGrundstücken

und Gebäuden.

Taiwan dankt den USA

Taipeh –Taiwan hat den

USA für den angekündigten

Verkauf von F-16-Kampfjets

an den asiatischen Inselstaat

seinen „aufrichtigen Dank“

übermittelt. Der 8-Milliarden-Dollar-Deal

sei ein „Vertrauensvotum“

für die Beziehungen

zwischen den USA

und Taiwan. China ist empört.

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