Berliner Zeitung 24.09.2019

BerlinerVerlagGmbH

Justizsenator Behrendt über Rassismus in Berliner Behörden – Berlin Seite 10

Margaret

Atwoods neuer

Roman

Seite 19

13°/18°

Häufig bedeckt

Wetter Seite 26

Auf eine Curry mit Gysi:

Reden wir über Geld

Berlin Seite 12

www.berliner-zeitung.de

Früher war mehr Zukunft:

Sigmund Jähn, der Held

Seite 3

Dienstag,24. September 2019 Nr.222 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Wasist Heimat?

Peter Sloterdijk weiß es

Meinung Seite 8

Verdi

Der ewige Vize

tritt in die erste

Reihe

VonRasmus Buchsteiner

Mehr als ein Vierteljahrhundert

ist Frank Werneke bereits als

hauptamtlicher Gewerkschaftsfunktionär

tätig, erst bei der IG Druck und

Papier, dann bei der IG Medien, seit

2002 bei Verdi. Der Wechsel, der an

diesem Dienstag beim Kongress in

Leipzig vollzogen wird, bedeutet

dennoch eine Zäsur für Deutschlands

Gewerkschaften. Mit Frank

Bsirske geht ihr

aktuell bekanntesterVertreter

in

Frank Werneke

soll neuer Chef der

Gewerkschaft werden.

den Ruhestand.

Einer,der zuspitzen

und mobilisieren

kann und

in Talkshows besteht.

Nun folgt der

eine Frank dem

anderen. Der 52-

jährige Werneke

war seit 2003 Bsirskes Stellvertreter.

„Sicher stehe ich auch für Kontinuität“,

sagte er kürzlich. „Wir sind aber

auch unterschiedliche Persönlichkeiten,

jeder hat seinen eigenen Stil.“

Verdi zuführen, ist kein leichter

Job. Die Gewerkschaft organisiert

Kita-Erzieherinnen ebenso wie Banker,

Müllmänner und Verwaltungsangestellte.

Esgelte, sagt Werneke,

„Verdi in der Tarifpolitik möglichst

schlagkräftig zu machen“, dazu

müsse man in Betrieben undVerwaltungen

präsenter werden. Was der

designierte Chef als Ziel formuliert,

ist für Verdieine Existenzfrage.

Seit ihrer Gründung hat die Gewerkschaft

etwa ein Drittel ihrer Mitglieder

verloren, liegt inzwischen

unter drei Millionen. Verdi ist zwar

nach der IG Metall immer noch die

zweitgrößte deutsche Gewerkschaft,

schafft es aber nicht, die Verluste

durch Neumitglieder auszugleichen.

Werneke möchte die Zahl der

Fachbereiche verkleinern und die

Kommunikation mit den Mitgliedern

verbessern. Selbst beschreibt er seinen

Führungsstil als moderierend.

Im Gespräch wirkt der Westfale, der

SPD-Mitglied ist, nachdenklich und

sachlich. Doch kann er auf großer

Bühne bestehen? Öffentlich an Profil

zu gewinnen –das ist eine Herausforderung,

die nun vorihm liegt.

Zwei Bewährungsproben kommen

bereits im ersten halben Jahr

auf ihn zu. In der Altenpflege geht es

darum, einen Tarifvertrag zu verhandeln,

der bundesweite Wirkkraft bekommen

könnte. Seit Monaten, so

Werneke, gebe es bereits einen beachtlichen

Mitgliederzulauf bei Altenpflege-Beschäftigten.

Zahlen

dazu nennt er jedoch nicht.

Zweite Herausforderung ist die

Vorbereitung der Tarifrunde für

mehr als zwei Millionen Beschäftigte

im öffentlichen Dienst von Bund

und Kommunen im nächsten Sommer.Werneke

weiß aus Befragungen,

dass kreative Lösungen gefragt sind:

Die Beschäftigten wünschen sich

nicht nur mehr Geld, sondern auch

mehr Freizeit. Werneke selbst hingegen

wirddavon in seiner neuen Rolle

absehbar weniger haben.

VonTim Szent-Ivanyi

Pflegebedürftige müssen für

einen Heimplatz immer

mehr aus der eigenen Tasche

dazuzahlen. Innerhalb

von nur elf Monaten stieg die

Eigenbeteiligung im Bundesdurchschnitt

um mehr als 110 Euro auf

nunmehr fast 1930 Euro im Monat.

DerAnstieg beträgt damit über sechs

Prozent –mehr als viermal so viel wie

der Zuwachs bei den Verbraucherpreisen.

Dasergab eine aktuelle Auswertung

der „Pflegedatenbank“ des

Verbandes der privaten Krankenversicherung

(PKV), die die Informationen

von mehr als 11 000 der etwa

13 000 Pflegeheime in Deutschland

enthält. Sieliegt der Berliner Zeitung

(Redaktionsnetzwerk Deutschland,

RND) vor.

Am stärksten stiegen die Eigenbeteiligungen

in Sachsen-Anhalt,

Sachsen und Thüringen. Hier kletterten

die Beträge, die die Pflegebedürftigen

selbst aufbringen müssen,

um etwa zehn Prozent.

Am tiefsten in die eigene Tasche

greifen müssen derzeit die Pflegebedürftigen

in Nordrhein-Westfalen.

Hier lag der Eigenanteil zum 1. September

diesen Jahres bei 2406 Euro.

Am 1. Oktober 2018 waren es noch

2309 Euro. Esfolgen das Saarland

mit 2301 (2 178) Euro sowie Baden-

Württembergmit 2250 (2 116) Euro.

Im Mittelfeld liegen unter anderem

Berlin mit 1931 (1 856) Euro,Hessen

mit 1936 (1 783) Euro oder Brandenburg

mit 1646 (1 526) Euro. Am

preiswertesten sind Heimplätzederzeit

in Mecklenburg-Vorpommern,

Gestrandet

Der britische Touristikkonzern Thomas Cook ist insolvent, alle Flüge sind

gestrichen. Hunderttausende Urlauber sind betroffen. Tagesthema Seite 2

Der Preis der Pflege

Bedürftige müssen für Heimplätze immer mehr aus der eigenen Tasche zuzahlen

wo 1346 (1 238) Euro bezahlt werden

müssen. Das sind rund 1000

Euro weniger als in Nordrhein-Westfalen.

Anders als früher zahlen die Pflegebedürftigen

seit einer 2017 in Kraft

getretenen Pflegereform für einen

Heimplatz einen Eigenanteil, der

unabhängig von der Schwere der

Pflegebedürftigkeit ist. Es gibt also

für alle Bewohner eines bestimmten

Heimes eine identische Zuzahlung.

DerFachbegriff dafür lautet Einrichtungseinheitlicher

Eigenanteil

(EEE). Er beträgt nunmehr im

Schnitt 744 Euro.Durch den einheitlichen

Betrag soll verhindertwerden,

dass Patienten in einer Pflegeeinrichtung

schlechter gestellt werden,

wenn ihr Pflegegrad steigt. Hinzu

kommen die Kosten für Unterkunft

(im Bundesschnitt nunmehr 443

Euro)undVerpflegung (301 Euro)sowie

die gesondert inRechnung gestellten

Investitionskosten für Erhalt

und Modernisierung der Einrichtung

(440 Euro). Ausder Summe dieser

vier Beträge ergibt sich der insgesamt

von den Pflegebedürftigen zu

zahlende Eigenanteil. Die Leistungen

der sozialen Pflegeversicherung,

die nur eine„Teilkaskoversicherung“

ist, sind dabei schon abgezogen.

Den größten Anteil am Anstieg

der Eigenanteile haben wachsende

Personalkosten. Diese machen gut

80 Prozent der Aufwendungen in einem

Pflegeheim aus. Nach Zahlen

der Bundesagentur für Arbeit steigen

die Einkommen der Fachkräfte in

der Altenpflege derzeit stärker als im

Schnitt aller Branchen. Allerdings ist

„Das Thema Eigenanteile im Pflegeheim

ist ein Riesenthema.“

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

das Niveau sehr niedrig. Den größten

Nachholbedarf bei den Löhnen

gibt es in den neuen Ländern, was

das starkeWachstum der Eigenbeteiligung

dorterklärt. Parallel dazu steigen

vielerorts auch die Unterkunftsund

Verpflegungskosten.

Hinzu kommt, dass jedes Bundesland

eigene Vorgaben dafür hat, wie

viel Personal ein Heim haben muss.

Auch damit sind die Unterschiede

zwischen den Ländern zuerklären.

Erwartet wird, dass die Kosten für die

Pflegebedürftigen weiter steigen. So

strebt die große Koalition an, dass

künftig in der Altenpflege bundesweit

Tariflöhne gezahlt werden. Dazu haben

Union und SPD bereits die gesetzlichen

Grundlagen geschaffen.

Nach Schätzungen des Spitzenverbandes

der gesetzlichen Krankenversicherung

könne das dazu führen,

dass die Eigenanteile im Schnitt um

bis zu 350 Euro im Monat auf dann

fast 2300 Euro klettern.

PKV-Verbandsdirektor Florian

Reuther warb angesichts der Entwicklung

für den Abschluss einer

privaten Pflege-Zusatzversicherung.

„Je früher man damit anfängt, desto

günstiger ist es“, sagte er dem RND.

Zudem gebe es bei vielen Zusatzversicherungen

eine staatliche Förderung

vonbis zu 33 Prozent.

SPD,Grüne,Linkspartei, Gewerkschaften

und Sozialverbände verlangen

hingegen eine gesetzliche Deckelung

der Eigenbeteiligung. Die

Krankenkassen fordern einen Steuerzuschuss

an die Pflegeversicherung,

um den Eigenanteil zu begrenzen.

Bundesgesundheitsminister

Jens Spahn (CDU) hatte in der vergangenen

Woche angekündigt, im

ersten Halbjahr des kommenden

Jahres einen Vorschlag für eine Finanzreform

in der Pflegeversicherung

vorzulegen.

„Das Thema Eigenanteile im Pflegeheim

ist ein Riesenthema“, sagte

der CDU-Politiker. Esgehe umden

richtigen Ausgleich zwischen der

Verantwortung von Familien für die

Pflege und deren Leistungsfähigkeit,

sagte der Minister weiter. „Wir wollen

die Familien nicht allein lassen“,

so Spahn. Wichtig sei aber auch, die

Belastung der Beitragszahler im

Blick zu behalten. „Wir müssen das

austarieren“, so Spahn. Derzeit beträgt

der Satz für die Pflegeversicherung

3,05 Prozent. Kinderlose zahlen

3,3 Prozent.

AFP/FETHI BELAID

Vermieter setzt

Ministerium

unter Druck

Bauverzögerungen

könnten teuer werden

VonUlrich Paul

Der private Vermieter des Hauptsitzes

des Bundesgesundheitsministeriums

in Berlin-Mitte versucht

offenbar, aus Bauverzögerungen

am künftigen Dienstsitz des Gesundheitsressorts

Kapital zu

schlagen. Kurz bevor dem Ministerium

mitgeteilt wurde, dass der für

das vierte Quartal 2020 geplante Einzug

in den neuen Dienstsitz an der

Mauerstraße aufgrund vonVerzögerungen

bei der Sanierung gefährdet

ist, kündigte der private Vermieter

den Mietvertrag für den jetzigen

Hauptsitz des Ministeriums an der

Friedrichstraße 108.

Dasgeht aus einem Schreiben des

Bundesfinanzministeriums an den

Haushaltsausschuss des Bundestags

hervor. Folge der Kündigung: Die

Unterbringung des Gesundheitsministeriums

in Berlin kann ab 2021

„nicht mehr sichergestellt“ werden,

warnt das Finanzministerium.

Um zu verhindern, dass das Gesundheitsministerium

ab 2021 auf

der Straße sitzt, soll kurzfristig ein

neuer Mietvertrag für den bisherigen

Sitz in der Friedrichstraße 108 abgeschlossen

werden. Allerdings zu einer

sehr viel höheren Miete. Und zu

einer Laufzeit, die weit über den eigentlichen

Verlängerungsbedarf wegen

der Bauverzögerung hinausgeht.

Der Eigentümer des Bürohauses

in der Friedrichstraße 108 biete

nur einen neuen Vertrag mit einer

Laufzeit von mindestens 12, 15 oder

20 Jahren an, heißt es im Schreiben

des Finanzministeriums. Die Variante

mit einer 15-jährigen Vertragslaufzeit

sei dabei das wirtschaftlichste

Angebot. Laut Finanzministerium

sollen sich die Mietzahlungen

über 15 Jahreauf insgesamt rund

106,9 Millionen Euro summieren.

Noch istnichts entschieden. „Die

Mietvertragsverhandlungen zum

Standort Friedrichstraße 108 laufen

noch“, teilt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

mit. Sieist für die

vom Bund genutzten Immobilien

zuständig. Das Problem: Eine verbindliche

Aussage, wann die Sanierung

der Räume in der Mauerstraße

abgeschlossen werden kann, ist

nach Angaben der Bundesanstalt für

Immobilienaufgaben derzeit nicht

möglich. Berlin Seite9

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Tagesthema

Reisen

Der Touristikriese Thomas Cook

geht in die Insolvenz.

Hunderttausende Urlauber sitzen fest.

Der

schlimmste

Fall

VonFrank-Thomas Wenzel

Der geschlossene Thomas-Cook-Schalter auf dem Flughafen von Palma de Mallorca.

AP/FRANCISCO UBILLA

Das Auswärtige Amt hat

eine Krisenvorsorgesitzung

einberufen. Botschaften

und Konsulate

in aller Herren Länder sind in Habachtstellung.

DieRegierung will und

sie muss vorbereitet sein: Eine der

größten Reisegesellschaften der Welt

ist pleitegegangen –und wenn alle

Stricke reißen, muss der Staat gestrandete

Deutsche aus dem Urlaub

irgendwie nach Hause kriegen.

„Wir bemühen uns, Lösungen zu

finden“, sagt die Vorsitzende des Verbandes

unabhängiger selbstständiger

Reisebüros, Maija Linnhoff. Aber

sie sagt auch:„Die Leute wissen nicht,

wie sie nach Hause kommen sollen.“

Es geht um deutsche Urlauber,die bei

dem britisch-deutschen Reisekonzern

Thomas Cook einen Urlaub gebucht

haben und nun auf Sizilien

festsitzen. Auf die Insel wurden sie

von einer Airline geflogen, die nicht

zu dem Reisekonzern gehört, der am

Montag seine Insolvenz erklären

musste.Nun weigertsich die Fluggesellschaft,

die Reisenden zurück nach

Deutschland zu bringen. Womöglich

müssen sie den Rückflug zunächst

aus eigener Tasche bezahlen.

Solche und ähnliche Meldungen

kursierten am Montag in großer

Zahl. Die Lage war chaotisch. Die

Reisebranche erlebt gerade den

schlimmstmöglichen Fall: Den ungebremsten

Absturz eines Giganten,

gegen den das Management nach

Einschätzung von Experten nur unzulängliche

Vorkehrungen getroffen

hat.

Zehntausende Kunden erfuhren

erst aus den Nachrichten, dass das

Unternehmen in die Zahlungsunfähigkeit

gerutscht ist und was das für

sie bedeutet. Oder es wurde ihnen

erst kurzvor Abflug klar.

So wurden an deutschen Flughäfen

Passagiere kurzerhand aus der

Warteschlange am Check in gezogen.

Sie wollten gerade mit Condor,

dem hiesigen Ferienflieger vonThomas

Cook, in den Urlaub aufbrechen.

Doch die Airline darfseit Montag

„aus rechtlichen Gründen“, wie

es heißt, keine Passagiere mehr mitnehmen,

die bei einem Veranstalter

des eigenen Konzerns gebucht haben.

Die Pleite des weltweit zweitgrößten

Tourismuskonzerns kam

zwar plötzlich, aber nur für die Reisenden

unerwartet. Seit Monaten

gab es Warnsignale.

Schwaches Wintergeschäft

Am Sonntag hatte Konzernchef Peter

Fankhauser einen letzten Rettungsversuch

unternommen. Doch er

scheiterte.AmMontagfrüh musste die

britische Muttergesellschaft des Unternehmens

Insolvenz erklären. Es

fehlten letztendlich 200 Millionen

Pfund, was etwa 227 Millionen Euro

entspricht. Diese Summe wäre mindestens

nötig gewesen, um über den

Winter mit seinem schwächeren Reisegeschäft

zu kommen. Doch ein Konsortium

aus Gläubigerbanken lehnte

eine weitere Finanzspritze ab. Auch

die britische Regierung war nicht bereit,

kurzfristig Geld zur Verfügung zu

stellen. Das Management hatte um

150 Millionen Pfund gebeten.

Der hiesige Ableger des Reiseveranstalters

erklärte am Montagmittag,

man sehe sich nun gezwungen,

„auf Notgeschäftsführung“ umzustellen.

Es würden „letzte Optionen“

Thomas Cook

Umsatz

in Millionen Pfund

9809 9584

7810

2011

Nettoschulden

in Millionen Pfund

894

2011 ’15 2018

Mitarbeiter

im Durchschnitt

32 250

’15 2018

40

389

21 263

2011 ’15 2018

Gewinn und Verlust

in Millionen Pfund

518

2011 ’15 2018

Währungsgewinne/-verluste,

in Millionen Pfund

113

2

-3

19

1 9

163

–16

–52

2011 15 2018

Aktienkurs

London Stock Exchange, in Pfund

200

150

189,0

*8:30 Uhr

23. Sept.*

3,451

100

50

0

’11 ’13 ’15 ’17 ’19

BLZ/GALANTY; QUELLE: THOMAS COOK, DPA

ausgelotet. Details wurden nicht genannt.

Doch sollten diese scheitern,

müsse man auch für hiesige Gesellschaften

beim Amtsgericht Anträge

auf Einleitung von Insolvenzverfahren

stellen. Gemeint sind neben der

Thomas Cook GmbH selbst auch

Töchter wie Öger Tours oder Bucher

Reisen. Condor indes firmiert als eigenständiges

Unternehmen und

kann deshalb zunächst weiterfliegen

und Reisende befördern, die nur ein

Flugticket und/oder bei einem Reiseveranstalter

gebucht haben, der

nicht zum Konzerngehört.

Vieles hängt von der Bundesregierung

ab; bei der hat der Ferienflieger

einen Überbrückungskredit beantragt.

Dabei soll es sich nach Informationen

aus Branchenkreisen um

200 Millionen Euro handeln. Die

Lage werde aufmerksam verfolgt,

teilte die Bundesregierung mit. Verbunden

mit dem Hinweis: „Reisenden,

die eine Reise erst noch antreten,

wird empfohlen, sich an ihren

Reiseveranstalter zu wenden.“

Schon 2012 in Bedrängnis

Der Niedergang von Thomas Cook

hat eine lange Vorgeschichte. Das

britisch-deutsche Unternehmen,

der älteste Reiseveranstalter der

Welt, war schon 2012 in schwereBedrängnis

geraten. Wertminderungen

auf dasVeranstaltergeschäft in Großbritannien

und die IT-Systeme

brachten es an den Rand des Ruins.

Damals sprangen Banken ein, stellten

beträchtliche Summen zur Verfügung,

was aber die Verschuldung

massiv erhöhte. Zuletzt wurden Verbindlichkeiten

von 1,6 Milliarden

Pfund mit entsprechend hohen

Zinszahlungen genannt. Der Vorstandhat

in den vergangenen Jahren

einen harten Sparkurs gefahren.

„Doch der führte auch dazu, dass

das Tafelsilber verkauft wurde und

die Geschäfte nicht weiterentwickelt

wurden“, sagt ein Insider.

Unter anderem versäumte das

Management, konsequent in das lukrative

Kreuzfahrtgeschäft einzusteigen.

Jüngst führte ein Überangebot

an Betten in Spanien zu einem

heftigen Preiskampf. Hinzu kamen

die Hitzewellen in Europa, die das

Bedürfnis, in warme Länder zu reisen,

massiv dämmten. Vielen Briten

wurde überdies die Reiselust durch

das immer schwächere Pfund und

die Angst vor den Folgen des Brexits

vermiest. Bei den Banken wuchsen

die Befürchtungen über eine heftige

Schieflage. Viele deutsche Reisebürobetreiber

wurden zunehmend zurückhaltender,wenn

es um Buchungen

bei Cook und seinen Töchtern

ging. Auch Verbraucherschützer

warnten. Dassetzte nach Brancheninformationen

einen Teufelskreis in

Gang,der zu immer wenigerGeldin

der Kasse des Konzerns führte. Die

Airlinesparte litt darüber hinaus unter

den Schwankungen des Kerosinpreises

in Kombination mit einem

massiven Konkurrenzkampf. Vonall

diesen Fährnissen sind beinahe alle

Reiseunternehmen betroffen. „Aber

es hat auch einfach an einem tragfähigen

Sanierungsplan für den Konzern

gefehlt“, erläuterte Marianna

Sigola vonder UniAdelaide in einem

Fernsehinterview. Die Tourismusexpertin

befürchtet nun, dass Thomas

Cook eine Reihe weiterer Unternehmen

in die Tiefe reißen könnte.

VonChristian Schlüter

Thomas Cook

Pauschale Abstinenz

Thomas Cook erfand im 19. Jahrhundert

die Pauschalreise.

HULTON ARCHIVE

Die Idee war und ist bestechend,

zumindest für all jene,

die auf festen Glaubensgründen

stehen: „Menschen mit Menschen

und Menschen mit Gott zu verbinden.“

Thomas Cook wusste genau,

was er wollte, als er, ein baptistischer

Geistlicher aus dem britischen

Örtchen Melbourne, im

Jahre 1841 eine fröhliche Landpartie

organisierte. Der Mann wollte

die Menschen weg vom Alkohol

und hin zu einem gottgefälligen

Leben führen. Eben das war die Geburtsstunde

der Pauschalreise:

Cook organisierte für 570 Aktivisten

der Abstinenzbewegung eine

Eisenbahnfahrt von Leicester ins

nahe gelegene Loughborough zum

Sonderpreis von einem Schilling

pro Person, inklusive Hin- und

Rückfahrt, 3. Klasse ohne Sitzgelegenheit

in offenen Waggons, einer

Schinkenstulle und einem Tee.

Der Mann kam als Wanderprediger

viel herum und unterrichtete

auch in Sonntagsschulen. Seine eigentliche

Mission aber bestand in

einem forcierten Antialkoholismus.

Erwar ein überzeugter Abstinenzler,

seitdem er in seiner Jugend

bei seinem Onkel das Tischlerhandwerk

erlernen und dabei

den Verwandten vor allem als wü-

tenden Trunkenbold kennenlernen

musste.Cook wollte das Suchtübel,

mithin also die Verführung durch

das Böse,aus der Welt schaffen und

erfand die Gemeinschaftsreise zur

Stärkung des hierfür unabdingbaren

Gottesglaubens. Daraus erwuchs

ein eigenes Unternehmen.

Es folgten Exkursionen nach Liverpool

(1845), Schottland (1846) und

zur Weltausstellung in London

(1851).

Allen diesen Reisen, die bald aufs

europäische Festland, etwa nach

Paris, oder ins ägyptische Luxor

oder in 222 Tagen um die ganzeWelt

führten – allen diesen Reisen war

gemeinsam, dass sie vom Reiseveranstalter,also

vonThomas Cook, zu

einem festgesetzten Preis vollständig

organisiert und entsprechend

standardisiert wurden. Die religiösabstinenzlerische

Motivation des

Anfangs sollte bei diesem Geschäftsmodell

alsbald verschwinden.

Es bleibt allerdings die Ironie,

dass die Geburt des Massen- und

Pauschaltourismus aus dem Geiste

des Antialkoholismus erfolgte.

VonGerhard Lehrke

Ratlosigkeit bei Reisenden und

Reisebüros in Berlin und Brandenburg:

Die Pleite von Thomas

Cook lässt Tausende vonUrlaubslustigen

aus der Region, die am Montag

oder Dienstag in die Ferne wollten,

auf gepackten Koffernsitzen. Siehatten

Reisen bei Thomas Cook, Bucher

Reisen, Neckermann und Öger Tours

gebucht und können nicht reisen.

Per SMS erfuhren einige, dass ihr

Trip nicht stattfindet, berichtete die

Mitarbeiterin einer Berliner Thomas-Cook-Agentur.

Sie selbst bekomme

von der Deutschland-Zentrale

in Oberursel nichts über das

hinaus mitgeteilt, was im Internet

steht, nämlich dass die Abflüge am

Montag und Dienstag „nicht garantiert“

werden könnten und dass Urlauber

davon absehen mögen, die

Callcenter anzurufen. Telefonisch

sei das Unternehmen auch für das

Reisebüronicht erreichbar.

Werbereits im Urlaub ist und eine

Pauschalreise gebucht hatte, sollte

vor der Abreise einen sogenannten

Berlin

Kein Flug, keine Auskunft

Die Fluggesellschaft Condor hat einen

Überbrückungskredit beantragt. DPA/PLEUL

Sicherungsschein erhalten haben.

Jens Hörnig vom Berliner Reisebüro

cube travel erklärt, dass man die Versicherungsgesellschaft

anrufen

muss, die auf dem Schein vermerkt

ist, und den Schaden melden, falls

das Hotel nicht bezahlt war.„DerGe-

samtpreis der Reise ist damit abgesichert“,

sagt Hörnig, „aber nicht

mehr“. Werde die Rückreise gegebenenfalls

teurer, müssten die Reisenden

die Mehrkosten tragen. In jedem

Fall sollte man alle Kosten dokumentieren

und Belege aufbewahren.

Ist die Reise noch nicht angetreten,

hilft bei Pauschalbuchungen der

Sicherungsschein. Schlecht sieht es

aber beispielsweise für Reisende aus,

die Flug undHotel beiunterschiedlichen

Anbieternüber das Internet gebucht

haben. Läuft der Hotelaufenthalt

über Thomas Cook, der Flug jedoch

separat bei einer Gesellschaft,

die nicht zu Thomas Cook gehört,

sind nur die Kosten des Hotels abgesichert,

erläutertHörnig.

Er rät, anhand der Reiseunterlagen

selbst zu forschen, ob Thomas

Cook das Geld an Hotel und Fluggesellschaft

weitergeleitet hat.„Auf den

Internetseiten der Airlines kann man

unter Angabe von Ticketnummer

oder Buchungscodes sowie des

Nachnamens sehen, ob man fliegen

kann.“ Beim jeweiligen Hotel müsse

man gesondertnachfragen.


Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019 3 *

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Seite 3

Es gibt ein, zwei untrügliche Zeichen,

die die Herkunft eines Menschen

verraten. Wer in der DDR

groß geworden ist, kann das Lied

„Immer lebe die Sonne“ auf Russisch singen:

„Pust swegda budjet mama, pust swegda

budu ja.“ Und wer in der DDR groß geworden

ist, kennt Sigmund Jähn.

Ich hatte erst am Montagmorgen im Radio

gehört, dass er am Wochenende gestorben

war.Ich war geschockt.

„Der Kosmonaut Sigmund Jähn ist tot“,

sagte ich am Frühstückstisch, der erste Deutsche

im All. Keine Reaktion.

„Erwohnte ganz in der Nähe,inBrandenburg“,

fügte ich hinzu, als wäre das von Bedeutung.

„Neil Armstrong ist tot?“, fragte der Fünfjährige,

jetzt langsam interessiert. Im August

hatte es in seiner Kita eine Projektwoche zum

Thema Kosmos gegeben, Anlass war das fünfzigste

Jubiläum der Mondlandung. Seitdem

kann er fehlerfrei die Namen Neil Armstrong

sowie Buzz Aldrin aussprechen. Underkennt

die Aufnahmen von der Mondlandung. Den

Namen Sigmund Jähn hatte er vergessen,

Jähn war ja auch nicht auf dem Mond.

Mein Mann wusste ein wenig mehr: „Ist

das nicht der, der mit den Russen im All war

und der dann vergessen wurde, weil er auf

der falschen Seite stand?“ Garnicht schlecht

für einen Briten.

Sigmund Jähn startete am 26. August 1978

vom Weltraumbahnhof Baikanur mit dem

sowjetischen Kommandanten Waleri Bykowski

in der Rakete vom Typ Sojus ins All.

Sieverbrachten eine Woche lang an Bord der

Raumstation Saljut 6 und umkreisten die

Erde 125-mal. Jähn machte zur Erderkundung

Fotos mit der damals modernen MultispektralkameraMKF

6und außerdem Experimente

zur Kristallzüchtung.

1978 war die Euphorie der Anfangsjahre

über den Aufbau des Sozialismus vorbei,

zehn Jahre zuvor war der Aufstand in Prag

niedergeschlagen worden, zwei Jahre zuvor

war der Liedermacher Wolfgang Biermann

ausgebürgertworden. Es gab nicht mehr viel,

auf das man in der DDR stolz sein konnte.

Auf Sigmund Jähn konnte man stolz sein,

selbst wenn man mit der DDR nicht viel am

Hut hatte. Womöglich war er der einzige

Held, auf den sich alle einigen konnten. Das

hatte auch etwas mit seinem unprätentiösen

und eher stillen Auftreten zu tun.

Natürlich wurde seine Weltraumfahrt für

die Propaganda genutzt, den Wettkampf der

Systeme. Am27. August 1978 erschien das

Neue Deutschland mit einer in Rotgedruckten

fetten Schlagzeile: „Erster Deutscher im

All ein Bürger der DDR“. Und das, obwohl

das Wort Deutscher sonst nicht benutzt

wurde. „Trittbrettfahrer und Mitesser in der

Russenrakete“, schrieb wiederum die westdeutsche

Presse. Der Osten durfte nicht gewinnen.

Der erste Westdeutsche im All war

Ulf Merbold, er flog 1983 mit einem Space

Shuttle.

DasSandmännchen mit der Rakete

Ich habe keine persönlichen Erinnerungen

an den Sommer 1978. Ich war damals, als

Sigmund Jähn ins All flog, nur ein bisschen

jünger als mein Sohn heute. Aber die Worte

Morgenröthe-Rautenkranz, Weltraumbahnhof

Baikonur,Sternenstädtchen Moskau, die

prägten sich ein. Sie klangen verheißungsvoll,

nach weiter Ferne, abenteuerlich, nach

einer besseren Zukunft. Die DDR war ein

kleines Land, in dem man gut vonder Ferne

träumen konnte.

Im Wohnzimmer lag der Bildband „Weltall

Erde Mensch“, mein Vater guckte „Star

Trek“ mit Captain Kirk und Mister Spock,

und ich sah das Sandmännchen, das mit der

Rakete losfliegt. Später würde ich bei Frau

Schneider in der Schule Astronomie lernen.

Ab der zehnten Klasse war Astronomie in

den DDR-Schulen Pflichtfach, schon seit

1959. Nach der Wiedervereinigung wurde

der Unterricht aber in vielen Schulen abgeschafft

und im Westen nicht übernommen.

In meiner kindlichen Vorstellung vermischte

sich damals alles, Captain Kirk und

Sigmund Jähn hockten einträchtig nebeneinander.

Walentina Tereschkowa, die erste

Frau im All, bewies, dass Mädchen überall

hinkommen können. Captain Kirk,Sigmund

Jähn und Walentina Tereschkowa waren in

meinem Kopf keine Feinde, Repräsentanten

verschiedener Systeme, wie ich erst später

hören würde, sondern zusammen unterwegs,umetwas

Großes zu erreichen.

Es schien, als sei es nur eine Frage der

Zeit, bis alle,sogar wir –Mutti, Papa und ich –

insWeltall reisen würden.Wirwürden Raumschiffe

mit einer Selbstverständlichkeit nutzen,

mit der man damals Zug fuhr. Wen

scherte es, dass man nicht nach West-Berlin

reisen konnte,wenn man ins Weltall kam?

In Morgenröthe-Rautenkranz, einer

Kleinstadt in Sachsen, wurde Sigmund Jähn

am 13. Februar 1937 geboren, sein Vater arbeitete

im Sägewerk, seine Mutter war Haus-

Früher war

mehr Zukunft

Sigmund Jähn in der Schwerelosigkeit an Bord der Raumstation Saljut 6.

Die DDR war ein kleines Land,

in dem man gut von der Ferne träumen konnte.

Und Sigmund Jähn war der einzige Held,

auf den sich alle einigen konnten

Raumschiff

Sojus 31

VonSabine Rennefanz

Raumstation

Saljut 6

BLZ/GALANTY; QUELLE: DPA

Raumschiff

Sojus 29

ULLSTEIN/ADN-BILDARCHIV

frau. Sigmund Jähn gehörte zu der Generation,

die den Sozialismus nach dem Zweiten

Weltkrieg als eine Erlösung erlebte, als eine

Chance zum Aufstieg.

Er lernte Buchdrucker, ging zur Nationalen

Volksarmee, wurde Jagdflieger, Genosse

der SED. 1976 wurde er als einer von vier

Kandidaten für den Weltraumflug ausgesucht.

Nach seiner Rückkehr aus dem All

wurde er als „Held der DDR“ und als „Held

der Sowjetunion“ ausgezeichnet, Schulen

und Kindergärten erhielten seinen Namen.

Nach der Wende wurde es stiller um ihn,

er bekam mit der Hilfe von Ulf Merbold einen

Jobals Berater des Deutschen Zentrums

für Luft und Raumfahrtund der Esa in Russland.

Seit einigen Jahren lebte er zurückgezogen

in Strausberg.

Dass er der DDR sehr viel zu verdanken

habe,hat er immer wieder gesagt, auch noch

nach dem Untergang des Staates, anden er

geglaubt hatte.Zuletzt wiederholte er das bei

einem Treffen mit der Journalistin Jana Hensel

im vergangenen Jahr. „Im Westen hätte

ich nie Kosmonaut werden können, meine

Elternwaren einfache Leute“, wirderzitiert.

Jana Hensel geht in ihrem Text für Zeit online

der Frage nach, warum Sigmund Jähn

kein gesamtdeutscher Held geworden ist. Wie

so viele Namen und Ereignisse aus der Geschichtsschreibung

nach 1990 verschwunden

und vergessen sind, verschwand auch Jähn.

Als sich im vergangenen Jahr sein Weltraumflug

zum vierzigsten Maljährte,bekam er kein

Glückwunsch-Telegramm der Kanzlerin. Und

auch kein Zeichen der Anerkennung von der

Bundeswehr. Die sah sich nicht zuständig,

hatte nach 1990 nur wenige NVA-Soldaten

übernommen, nicht die oberen Dienstgrade.

Sigmund Jähn selbst bedeuteten diese

Zeichen der Anerkennung offenbar nicht so

viel wie anderen. Er habe einmal in seinem

Leben erlebt, wie die Schilder mit seinem

Namen über Nacht abgehängt wurden, nun

müsse er sich am Ende seines Lebens nicht

noch mal anschauen, wie sie wieder aufgehängt

werden. So zitierte ihn Jana Hensel.

Das klang ziemlich abgeklärt. Als müsse er

sich nichts beweisen. Die Anerkennung von

seinen Kollegen Ulf Merbold und Alexander

Gerst, den beiden anderen Deutschen im All,

schien Jähn wichtiger zu sein.

„Ein echte Pionier der Raumfahrt“

In den Nachrufen, die seit dem Bekanntwerden

seines Todes erschienen sind, ist von

Herablassung oder mangelndem Respektallerdings

nichts zu spüren. Spiegel online

würdigt ihn als ersten Deutschen im All, die

Tagesschau lobt ihn als „Raumfahrt-Pionier“.

Sogar das Auswärtige Amt meldet sich

auf Twitter zu Wort:„Die Nachricht vomTod

Sigmund Jähns versetzt uns in tiefe Trauer.Er

war nicht nur der erste Deutsche im All, sondern

auch ein echter Pionier der Raumfahrt.“

Vielleicht hat sich dreißig Jahre nach

dem Mauerfall doch etwas geändert. Vielleicht

hat sich aber auch der Blick auf die

Raumfahrtgeändert.

Wenn ich heute die Bilder von Sigmund

Jähn im Kosmonauten-Anzug sehe, dann

sehe ich dort nicht den Wettkampf der Systeme.

Ich sehe etwas, was größer ist als Ost

undWest. Sigmund Jähn hat die Erde mit einer

weiteren Perspektivegesehen, vonaußen,

in ihrer ganzen Verletzlichkeit. „Territorium

der DDR war während des Fluges nicht auszumachen“,

schrieb er in dem Bericht, in dem er

alles Erlebte minuziös protokollierte.Das sagt

eigentlich alles. Die DDR, die BRD, was war

das schon? Die Grenzen, das Trennende verschwanden

mit größerem Abstand.

Ich sehe die Bilder und sehe aber auch

eine Zeit, in der die Raumfahrt einen Optimismus

symbolisierte, den ich heute nicht

mehr sehe.Wer will heute noch ins All? Hat

die Raumfahrtnoch diese revolutionierende,

mobilisierende Kraft wie vor40Jahren?

Es war eine Zeit, in der man an den Fortschritt

glaubte, die Macht der Wissenschaft

und die Kraft des Menschen. Es gab weniger

Angst vor der Zukunft, so scheint es mir im

Rückblick. Trotz des Kalten Krieges. Wenn

die Menschen das Weltall erobern können,

so der Gedanke, dann kann es nicht mehr

lange dauern, bis sie auch unten, auf der

Erde,die Probleme lösen, Krieg, Hunger und

Not abschaffen. Vondieser Zukunfts-Zugewandtheit

ist heute wenig zu spüren, daran

erinnert mich der Tod von Sigmund Jähn

auch. Warfrüher die Zukunft besser,ummit

dem klugen Karl Valentin zu sprechen?

Heute glaubt kaum jemand mehr, dass

künftig alles besser wird, man kämpft eher

darum, dass es nicht schlechter wird. Es geht

darum, den Planeten, den Sigmund Jähn von

außen bewundernund umrunden durfte,zu

retten.

Sabine Rennefanz

will demnächst mal wieder ins

Planetarium gehen.


4** Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Verfassungsausschuss für

Syrien vereinbart

Nach mehr als acht Jahren Bürgerkrieg

in Syrien soll ein neuer Verfassungsausschuss

den Wegzueiner

politischen Lösung für den Konflikt

bahnen. DieKriegsparteien einigten

sich nach monatelangem Ringen auf

die Einrichtung des Ausschusses,

wie UN-Generalsekretär António

Guterres am Montag in NewYork

mitteilte.Der UN-Syrienvermittler

Geir Pedersen soll das Gremium in

den kommenden Wochen in Genf

erstmals einberufen. DerAusschuss

müsse der Beginn eines „politischen

Weges aus der Tragödie heraus“ sein,

erklärte Guterres weiter. (dpa)

Union will Weiterbildung

steuerlich fördern

DieUnion will die steuerliche Absetzbarkeit

vonWeiterbildungskosten

verbessern. „Für Arbeitnehmer

sollen Weiterbildungskosten noch

stärker als bisher berücksichtigt werden“,

heißt es in einem Positionspapier

aus der Unionsfraktion im Bundestag,

das der Berliner Zeitung (RedaktionsnetzwerkDeutschland)

vorliegt.

Demnach soll die

Abzugsfähigkeit bei den Werbungskosten

verstärkt werden: „Des Weiterenwollen

wir über Bildungssparen

die Finanzierbarkeit der Weiterbildung

besser unterstützen.“ (rb.)

Merkel, Johnson und Macron

verurteilen den Iran

Bundeskanzlerin Angela Merkel

(CDU), der britische Premierminister

BorisJohnson und Frankreichs

Präsident Emmanuel Macron haben

in einer gemeinsamen Erklärung

den Iran für die Luftangriffe auf Ölanlagen

in Saudi-Arabien verantwortlich

gemacht. Es gebe„keine andereErklärung“

für die Attacken vor

gut einer Woche,erklärten die drei

Politiker am Montag im Vorfeld der

UN-Generaldebatte in NewYork. Sie

warnten Teheran voreiner weiteren

„Provokation“. Zugleich forderten

Merkel, Johnson und Macron eine

diplomatische Lösung der Krise im

Persischen Golf. (AFP)

Iran verkündet Freigabe von

britischem Tanker

Iranische Revolutionsgarden setzten die

„Stena Impero“ Mitte Juli fest.

AP

Derseit Mitte Juli in der Straße von

Hormus beschlagnahmte britische

Öltanker „Stena Impero“ darflaut

iranischem Präsidialamt in Teheran

das Land verlassen. „Wie schon berichtet,

sind die juristischen Untersuchungen

abgeschlossen und die

Verstöße des Schiffes wurden verziehen“,

sagte Regierungssprecher Ali

Rabiei am Montag. (dpa)

Israel droht, Strom im

Westjordanland zu drosseln

Israel will die Stromversorgung des

Westjordanlands einschränken. Das

palästinensische Gebiet solle ab

Montag teilweise keinen Strommehr

bekommen, kündigte der staatliche

EnergiekonzernIEC an. ZurBegründung

verwies er auf ausstehende

Schulden der Palästinenser vonrund

438 Millionen Euro.Die palästinensische

Autonomiebehörde sprach

von„Erpressung“. (AFP)

Ein Hauch von Intrige

Cem Özdemir strebt mit Kirsten Kappert-Gonther den Fraktionsvorsitz an –und stört den Frieden bei den Grünen

VonMarkus Decker

Robert Habeck machte aus

seiner Besorgnis kein

Hehl. Das Flügelschlagen

werdebei den Grünen wieder

stärker, sagte der Parteichef vorige

Woche im öffentlichen Disput

mit dem einstigen Grünen-Star

Joschka Fischer –und das gefalle ihm

nicht. „Flügel dürfen nicht wichtiger

sein als das gemeinsame Projekt.“

Die Worte waren auf die Auseinandersetzung

um den Vorsitz der

Grünen-Bundestagsfraktion gemünzt.

Denn überraschend fordern

der langjährige Parteivorsitzende

Cem Özdemir und die Bremer Newcomerin

Kirsten Kappert-Gonther

die Amtsinhaberin Katrin Göring-

Eckardt und ihren Mitstreiter Anton

Hofreiter heraus. Andiesem Dienstag

kommt es zum Showdown.

Mit Kappert-Gonther hatte niemand

gerechnet. Sie sitzt erst seit

zwei Jahren im Bundestag. Verliert

die Psychiaterin gegen Göring-

Eckardt, womit alle rechnen, dann

hat sie immerhin ihren Bekanntheitsgrad

gesteigert und sonst eh

wenig zu verlieren. Bei Özdemir ist

das anders.Für den 53-Jährigen entscheidet

sich die Karriere.

Noch nicht das Ende der Karriere

Diese Karrierewar stets die eines Underdogs.

Genau so erzählt Özdemir

sie –bis heute.Daist vondem anatolischen

Schwaben die Rede, der auf

die Realschule ging und es doch zu

etwas brachte. So rückte Özdemir

1994 als erster Parlamentarier mit

türkischen Eltern inden Bundestag

ein, zogsich nach der Bonusmeilen-

Affäre2002 zunächst in die USA und

dann ins Europaparlament zurück,

um 2008 als Grünen-Vorsitzender

wieder aufzuerstehen.

Noch vor der Bundestagswahl

2017 kündigte Özdemir an, nicht erneut

kandidieren zu wollen –wohl in

der Erwartung, dass es mit der Regierungsbeteiligung

und dem Ministeramt

schon klappen würde. Erwurde

stattdessen Mitglied im Auswärtigen

Ausschuss und Vorsitzender des Verkehrsausschusses.

Seither sagt sich

Özdemir,der bei Twitter 150 000 Follower

hat: Das kann doch nicht alles

gewesen sein –und stürzt Partei und

Fraktion in Turbulenzen.

DieGrünen hatten sich unter RobertHabeck

und Annalena Baerbock

ein herrliches Selbstbild gezimmert

– ein harmonischer Zusammenschluss

verantwortungsbewusster

Menschen zu sein, dem ein halber

Prozentpunkt bei einer Wahl auch

Cem Özdemir,53und streitbarer anatolischer Schwabe

„Cem kann hervorragende Reden halten und

ist ein starker Wahlkämpfer.“

Katrin Göring-Eckardt, bisher Fraktionschefin, über den Mitbewerber

Auf dem Wegzum sicheren Hafen

DPA

mal „ein bisschen egal“ (Habeck) ist,

wenn sie nur weiter die Welt retten

können. Flügel gab es in dieser schönen

Welt nicht mehr. Jetzt sind die

Flügel mit dem Realo Özdemir und

seinen linken Widersachern wieder

da. Und wozuletzt Anstand war, ist

einHauch Intrige.

Habeck und Baerbock hoffen,

dass nach der Wahl wieder Ruhe ist

im Karton. Özdemir indes fühlt sich

unter Wert verkauft und glaubt, dass

die Vier an der Spitze die Kabinettsposten

2021 (oder eher) unter sich

ausmachen, wenn er nicht dazwischengrätscht.

Dabei ist Özdemir

mit drei Argumenten konfrontiert,

warum seine Kandidatur falsch sein

soll.

Überqualifikation schadet

Es heißt, er sei menschlich schwierig

und zu sehr Realo. Tatsächlich

pflegte Özdemir mit seiner Co-Vorsitzenden

Simone Peter ein Konfliktverhältnis

und eckt rasch an; Habecks

und Baerbocks Ausstrahlung

beruht nicht zuletzt darauf, dass sie

es anders machen. Dass Özdemir

ziemlich Realo ist, lässt sich ebenso

schwer bestreiten. So lud er 2016

Daimler-Chef Dieter Zetsche zum

Parteitag nach Münster ein. Internen

Kritikern riet er seinerzeit zu „etwas

mehr Rückgrat“. Özdemir hat, was

manche Grüne gern von sich behaupten

–eine Haltung. Eine Haltung

freilich, die oft im Streit mit der

Partei kenntlich wird.

Dasdritte Argument gegen Özdemir

ist ungewöhnlich. So sagte eine

Frau vom linken Fraktionsflügel unlängst,

Göring-Eckardt und Hofreiter

sollten bleiben, weil sie Habeck und

Baerbock die Bühne überließen.

Demnach bekäme Özdemir den Job

auch deshalb nicht, weil er als überqualifiziert

gilt. Der Aufstieg in Baden-Württembergwiederum

ist versperrt,weilder

71-jährige Amtsinhaber

Winfried Kretschmann 2021

abermals antreten möchte.

Niemand bestreitet, dass Cem

Özdemir „hervorragende Redenhalten

kann und ein starker Wahlkämpfer

ist“ (Göring-Eckardt). Allerdings

könnte er mit zu viel Eigengewicht

die grüne Statik durcheinanderbringen.

Aus der Grünen-Fraktion verlautet

jedenfalls, dass Hofreiter jetzt

mehr Stimmen bekommen könnte

als beim letzten Mal.

Die EU-Innenminister einigen sich auf Malta darüber,wie Europa künftig mit Bootsflüchtlingen umgeht

VonDamir Fras

Das Fort St. Angelo auf Malta

könnte gut als Sinnbild für die

Festung Europa taugen. Es steht

hoch über dem Hafen vonValletta -

ein wuchtiges Gemäuer, das der

Malteserorden im 16. Jahrhundert

seinem Großmeister als Hauptquartier

gebaut hat. Am Montag platzierte

sich Bundesinnenminister

Horst Seehofer (CSU) vor einer Seitenmauer

dieser Festung und sagte:

„Für mich ist dasWichtigste,dass wir

endlich den jahrelangen Kampf um

ein Asylrecht in Europa ein Stück

nach vornebringen.“

In der Tatkönnte der Mini-Migrationsgipfel

von Malta der erste

Schritt dahin gewesen sein.

Deutschland, Frankreich, Italien und

Malta einigten sich auf einen Notfallmechanismus

für die Verteilung von

aus der Seenot geretteten Menschen.

In Trippelschritten geht es bei der

Suche nach einer europäischen Antwortauf

die Migration voran.

So sieht die Einigung von Malta

aus: Flüchtlinge, die auf dem Meer

zwischen Libyenund Italien vonRettungsschiffen

aufgenommen werden,

sollen zunächst in Malta und in

Italien an Land gehen dürfen. Dort

werden sie vondeutschen Polizeibeamten

sogenannten Sicherheitsprüfungen

unterzogen. Diese

sollen nach maximal vier

Wochen abgeschlossen

sein und verhindern, dass

Terroristen nach Europa

gelangen. Nach erfolgreicher

Überprüfung werden

die Migranten nach einem

Verteilungsschlüssel von

Deutschland, Frankreich

und anderen Ländern aufgenommen

oder bleiben

in Italien und Malta. Dabei werde

nicht unterschieden, ob Flüchtlinge

eine Chance haben, Asyl zu bekommen

oder nicht. „Das lässt sich

rechtsstaatlich in vier Wochen gar

nicht prüfen“, sagte Seehofer.

Welches Land wie viele Bootsflüchtlinge

aufnehmen wird, ist

noch unklar.Innenminister Seehofer

hofft darauf, dass sich beim nächsten

EU-Innenministerrat am 8. Ok-

DPA/KAY NIETFELD

tober zahlreiche Staaten finden, die

bei dem Notfallmechanismus mitmachen.

Erst dann könne man sagen,

wie viele Menschen von

Deutschland aufgenommen würden,

sagte Seehofer am Montag. Zuvorhatte

der CSU-Politiker

bereits angekündigt, dass

Deutschland bereit sei, bis

zu einem Viertel der aus

Seenot geretteten Menschen

aufzunehmen. In

den vergangenen zwölf

Monaten waren das nach

Seehofers Worten 225

Horst Seehofer, Menschen.

CSU

Der Mechanismus soll

zunächst für sechs Monate

gelten. Bis zum kommenden Frühjahr

erwarte er von der neuen EU-

Kommission unter Ursula von der

Leyen Vorschläge für ein europäisches

Asylsystem, so der Innenminister.

So sollen Schritt für Schritt

Antworten auf die Migrationsfrage

gefunden werden. Wenn es Europa

nicht gelinge, die Migration zu regeln,

dann sei das „eine Katastrophe“,

erklärte Seehofer.

Markus Decker

glaubt, dass die Herausforderer

verlieren werden.

Zugleich sei vereinbart worden,

dass der Kampf gegen Schlepperbanden

intensiviert werden müsse.

Dahinter steckt die Sorge, dass die

Bereitschaft zur Aufnahme von

Bootsflüchtlingen in Europa die

Menschenschmuggler in Nordafrika

erst recht motivieren könnte, Migranten

über das Mittelmeer zu bringen.

DieEinigung vonMalta war überhaupt

erst möglich geworden, weil

die Rechtspopulisten von der Lega

die italienische Regierung verlassen

haben. Ex-Innenminister Matteo

Salvini hatte Rettungsschiffen die

Einfahrtinitalienische Häfen verboten.

Auch die Regierung des Inselstaats

Malta hielt es so.Zum Teil wochenlange

Irrfahrten der Rettungsschiffe

waren die Folge.

Unklar ist allerdings, was geschieht,

wenn sich im Oktober nicht

genügend Staaten zur Aufnahme

von Flüchtlingen bereit erklären.

Seehofer sagte, errechne mit insgesamt

12 bis 14 EU-Staaten. Werkeine

Flüchtlinge aufnehmen wolle,könne

mit Geld oder Personal helfen.

Der Mann

auf dem

Zaun

Labour-Chef Corbyn findet

keine klare Brexit-Position

VonKatrin Pribyl, Brighton

JeremyCorbyn lässt seine Partei und die

Öffentlichkeit über seinen Kurs rätseln. AP

Esist bei einer dieser Veranstaltungen

am Rande des Labour-

Parteitags,als ein Mann aus dem Publikum

aufsteht und die Abgeordnete

Louise Haigh fast flehend um

eine Antwortbittet. „Wenn ich Wahlkampf

mache, was soll ich den Leuten

sagen, welche Position Labour

beim Thema Brexit vertritt?“ DieParlamentarierin

lächelt gequält und

verweist etwas hilflos auf die nächsten

Tage, indenen die Sozialdemokraten

im KüstenortBrighton um einen

Kurs ringen –und eigentlich zu

einem Ergebnis kommen wollen.

Am Montag wollten die Delegierten

darüber abstimmen, wie die Partei

sich künftig positionieren soll.

DieFrage nach einer Brexit-Strategie

schwebt wie ein Damoklesschwert

über dem Parteitag. Labour ist tief

zerstritten über Europa. Einige fordern

zunächst ein zweites Referendum,

erst danach soll es ihrer Meinung

nach Neuwahlen geben, die

wohl schon im Herbst stattfinden

könnten. Andere, insbesondere der

linke Flügel der Basis,meint, Labour

müsse das Referendumsergebnis respektieren.

Eine Mehrheit möchte

Labour als lautstarken Gegenpol zu

den Tories an der Spitzeder proeuropäischen

Remain-Bewegung sehen.

Und Oppositionschef Jeremy

Corbyn selbst? „Er sitzt auf dem

Zaun“, wie die Briten seine Unentschiedenheit

nennen. Der altlinke

Vorsitzende, selbst lebenslanger Europaskeptiker,

will sich nicht festlegen,

sondern plädiert für Neuwahlen,

nachdem ein ungeordneter AustrittohneDealam31.

Oktober abgewendet

wurde. „Ich will, dass die

Menschen die Möglichkeit haben,

zwischen einem Verbleib in der EU

und einem Austritt mit einem Abkommen

zu wählen, das wir vonLabour

ausgehandelt haben“, erklärte

Corbyn. Labours Auftrag sei es, anschließend

das umzusetzen, wofür

die Leute sich entschieden.„Verbleib

in der EU, vielleicht mit ein paar Reformen,

oder Austritt zu diesen Konditionen“,

das müsse das Angebot

sein, sagt Corbyn.

Der Haken für die Pro-Europäer:

Ob der Oppositionschef für den

selbst ausgehandelten Deal oder für

einen Verbleib werben würde, lässt

Corbyn offen. Er rechne mit einem

Sieg von Labour. Viele Sozialdemokraten

der Basis präsentieren sich

weniger zuversichtlich. „Es herrscht

Frustration“, fasst Denis MacShane,

früher Labour-Abgeordneter und

2002 bis 2005 Staatssekretär im Kabinett

von Ex-Premier Tony Blair, im

die Stimmung in Brighton zusammen.

Man müsse die Taktik ändern.

„Corbyn und sein Team denken, dass

die Leute kein Interesse am Brexit

haben, sondern über Dinge wie Armut,

Sozialwohnungen und Sparpolitik

reden wollen.“

Der moderate Flügel bei Labour

hält das für eine Fehleinschätzung.

„Labour muss interessanter und weniger

defensiv beim Thema Brexit

werden“, sagt MacShane, selbst

überzeugter Gegner des EU-Austritts.


Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019 5 *

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Politik

Strafpredigt für die Mächtigen der Welt

Thunberg zürnte, Merkel lavierte, und Trump schaute immerhin kurz mal rein: Wiedie UN ihre Generalversammlung mit einem eintägigen Klimagipfel begannen

VonKarlDoemens, New York

Die Mächtigen sprächen nur vom immerwährenden Wachstum statt zu handeln, empörte sich Greta Thunberg.Hier ist sie im freundlichen Gespräch mit der Kanzlerin. BUNDESREGIERUNG

Als die Frau im blauen Blazer

ans Rednerpult des

großen Saals tritt, richtet

sich ein Mann in der zwölften

Reihe kerzengerade auf. Den

Anfang des Klimagipfels mit einer

Wutrede der Klimaaktivistin Greta

Thunberg hat Donald Trump

verpasst. Erst wenige Minuten vor

dem Auftritt vonKanzlerin Merkel ist

der US-Präsident gemeinsam mit

seinem Stellvertreter Mike Pence in

den UN-Versammlungssaal gekommen.

Ausder Entfernung der Pressetribüne

kann man nur seitlich den eindrucksvollen

Oberkörper und die

blonde Haartracht des mächtigsten

Mannes der Welt sehen. Aber das genügt,

um einen Eindruck von seiner

Begeisterung zu bekommen. Die

hält sich spürbar in Grenzen. Angestrengt

faltet Trump während Merkels

Rede die Hände. Einmal schüttelt

er den Kopf. Ein anderes Mal –

die Kanzlerin hat gerade über Gebäudesanierung

gesprochen –flüsterterseinem

Stellvertreter etwas zu.

Nach der vorangegangenen Rede

des indischen Premierministers Narendra

Modi hat Trump geklatscht.

Als Merkel nach drei Minuten endet,

rührt der Präsident keine Hand. Er

wartet kurzden Beifall ab.Dann verlässt

er die Sitzung.

Die Szene ist symptomatisch für

den Klimagipfel, den UN-Generalsekretär

António Guterres der diesjährigen

Generalversammlung der Weltengemeinschaft

vorgeschaltet hat.

Auf der einen Seite sind die Erwartungen

gewaltig, auf der anderen

Seite das Interesse bei maßgeblichen

Akteuren demonstrativ gering. Der

chinesische Präsident Xi Jinping ist

erst gar nicht angereist, und der US-

Präsident, der aus dem Pariser Klimaschutzabkommen

ausgetreten

ist, eilt mitten in den Beratungen zu

einer von ihm veranstalteten Konkurrenzveranstaltung:

einem Gipfel

zur Religionsfreiheit. Auch die Pressetribüne

im Versammlungssaal ist

nicht ganz gefüllt.

Dabei ist die Veranstaltung eindrucksvoll

inszeniert. Auf die goldenen

Wände der Halle werden Videos

von Bäumen, Bergen und Seen

projiziert. Während der Eröffnungsrede

vonGuterres fühlt man sich bei

abgedunkeltem Licht wie in einem

riesigen Glashaus im Urwald. „Die

Natur ist aufgebracht, und wir können

sie nicht betrügen“, sagt der

UN-Generalsekretär. Der Portugiese

schildert die Zerstörung des Klimawandels

und endet mit einem persönlichen

Appell: „Ich will nicht zusehen

müssen, wenn die Zukunft

meiner Enkel zerstörtwird!“

Möglicherweise hat er da an

Greta Thunberg gedacht. Seit ihrer

Ankunft in NewYork vor knapp vier

Wochen ist die Klimaaktivistin in

den USA vielfach aufgetreten, und

sie hat Ex-Präsident Barack Obama

getroffen.

Wütend ergreift sie das Wort für

eine hochemotionale Anklagerede,

und es wirkt, als müsse sie zeitweise

ihreTränen zurückhalten.

„Wie könnt Ihr eswagen, meine

Träume und meine Kindheit zu stehlen

mit euren leeren Worten?“, greift

die 16-Jährige die Regierungschefs

offen an: „Wir stehen am Anfang eines

Massenaussterbens und alles,

worüber ihr reden könnt, ist Geld

und das Märchen vom immerwährenden

Wachstum.“

Es ist nicht leicht, nach einer so

radikalen Philippika eine realpolitische

Rede zu halten. Insofern hat

Merkel Glück, dass vor ihr die Kollegen

aus Neuseeland und Indien

sprechen. Trotzdem kann man nicht

sagen, dass die Kanzlerin, deren Klimapaket

daheim von vielen Seiten

kritisiert wird, einen befreiten Auftritt

hinlegt. Emotionslos liest sie ihrenVortrag

und die Pläne zur Verringerung

der CO 2 -Emissionen ab. Sie

sagt aber auch, dass die Politik „bei

einem derarttiefgreifenden Wandel“

alle Bürger mitnehmen müsse.

Gerne würde man wissen, ob

Thunberg mit Merkels Rede zufriedener

ist als Trump. Doch das Treffen

zwischen der Kanzlerin und der Klimaaktivistin

findet ohne Presse statt.

Regierungssprecher Steffen Seibert

twittert ein Foto, das beide Frauen

im Foyer des UN-Gebäudes zeigt.

Wortesind nicht überliefert.

KarlDoemens

war überrascht vonTrumps

unangekündigtem Auftritt.

Habeck patzt bei der

Pendlerpauschale

Grünen-Chef übt Kritik –kennt sich aber offenbar nicht aus

VonTim Szent-Ivanyi

Als 1994 der damalige Bundeskanzler

Helmut Kohl (CDU) in

einer Fernsehsendung gefragt

wurde, entgegnete er, der Straßenbau

sei Ländersache. Eine ähnlich

peinliche Vorstellung lieferte am

Sonntag Grünen-Chef Robert Habeck.

Im Interview mit der ARD zum

Klimapaket der großen Koalition redete

er sich beim Thema Pendlerpauschale

um Kopf und Kragen und

bewies gleich mit mehreren Behauptungen,

dass er von dieser Steuerermäßigung

kaum Ahnung hat.

In dem Interview ging es um das

Vorhaben der Koalition, die Treibstoffpreise

durch eine Belastung der

CO 2 -Emission teurer zu machen, im

Gegenzug aber für Fernpendler die

Entfernungspauschale ab dem 21.

„Natürlich ärger

ich mich tierisch,

dass mir das unterlaufen

ist.“

RobertHabeck am Montag über seine

Äußerungen. Er habe die genauen Regeln

„nicht auf dem Zettel“ gehabt.

Kilometer um 5auf 30 Cent anzuheben.

Daraufhin kritisierte Habeck:

„Wenn man den Benzinpreis um 3

Cent erhöht, die Pendlerpauschale

aber um 5Cent erhöht, dann lohnt es

sich eher mit dem Auto zu fahren als

mit der Bahn.“

Erster Fehler: Die Pendlerpauschale

gilt für die Fahrten zwischen

Wohnung- und Arbeitsstätte, egal

welches Verkehrsmittel benutzt

wird. Die von Union und SPD geplante

Erhöhung der Pauschale

bringt dem Bahn- und Autofahrer

somit eine völlig identische Entlastung.

Maßgeblich für die Höhe der

Pauschale ist die kürzeste Straßen-

entfernung zur Arbeit. Wer für die

Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel

Fahrpreise zahlen muss, die die

Pendlerpauschale übersteigen, kann

die höheren Kosten geltend machen.

Zieht man die Entwicklung der

tatsächlichen Fahrpreise in Betracht,

könnten sich bei einer Erhöhung der

Pendlerpauschale unterm Strich

wahrscheinlich sogar die Bahnfahrer

besser stellen. Denn durch die CO 2 -

Bepreisung steigt der Spritpreis an

der Tankstelle. Die Preise für die

Bahn und den öffentlichen Nahverkehr

sollen dagegen stabil bleiben,

wenn nicht gar sinken. Unter diesen

Bedingungen wird der umweltbewusste

Pendler durch die Erhöhung

der Pendlerpauschale weit stärker

entlastet als der Autofahrer.

Zweiter Fehler: Habeck suggeriert,

die Pendler bekämen durch die

Erhöhung der Pauschale tatsächlich

5Cent mehr –sie würden also angesichts

einer Benzinpreiserhöhung

um lediglich drei Cent untermStrich

ein Plus machen. Auch das stimmt

nicht. Bei der Pauschale handelt es

sich nicht um eine Zahlung des Finanzamts,

sondern umden Betrag,

den der Steuerpflichtige vomBruttoeinkommen

abziehen kann. Anders

ausgedrückt: Für diesen Betrag muss

er keine Steuernzahlen. Weretwa an

220 Arbeitstagen 30 Kilometer ins

Büro fährt, kann sein zu versteuerndes

Einkommen im Jahr um 1980

Euro mindern. Durch die geplante

Erhöhung der Pauschale wären es

110 Euro mehr,also 2090 Euro.

Wie stark sich die erhöhte Pauschale

auswirkt, hängt vomGesamteinkommen

ab,weil sich danach der

individuelle Steuersatz bemisst. Die

maximale Steuerentlastung hat ein

Spitzenverdiener, der die Reichensteuer

von 45Prozent zahlt. Bei einem

Bruttoeinkommen von 4 000

Euro und einem Steuersatz von ungefähr

25 Prozent beträgt die Entlastung

im Jahr nur 27 Euro.Das gleicht

bei einem Benziner mit einem Verbrauch

vonsieben Liternje100 Kilometer

in etwa die Benzinpreiserhöhung

vondreiCent/Liter aus.

Fossilfreileben

innerhalb einer

Generation.

Begleiten Sie uns auf dem Wegdorthin:

vattenfall.de/fossilfrei


6* Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019

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Wirtschaft

NACHRICHTEN

IG Bau: Trickserei

und Lohndrückerei

Vor den nächsten Tarifverhandlungen

fürrund 650 000 Gebäudereiniger

in Deutschland erhöhtdie

IG Bauden Druck.Bei Reinigungsfirmen,

dieimAuftrag vonKommunen

arbeiteten,sei es jüngst vermehrtzu„Tricksereien

mit Arbeitsverträgen

undLohndrückerei“ gekommen,

kritisierte die Gewerkschaft.Ineinem

Brief an die Bürgermeister

der 200größten Städtehabe

sieauf diePraxis aufmerksamgemacht,die

bisherweitgehendunbemerktgeschehe.Bundesweit

drängtenArbeitgeberimGebäudereiniger-HandwerkBeschäftigte

dazu,

geänderteArbeitsverträgezuunterschreiben.

(dpa)

Vonovia will in

Schweden zukaufen

DerImmobilienkonzernVonovia

will sein Geschäft in Schweden mit

einem Milliardenzukauf ausbauen.

Vonovia werde69,3 Prozent der

Stimmrechte der Hembla AB für

umgerechnet 20,08 Euro je Aktie

vomFinanzinvestor Blackstone erwerben,

teilte der Dax-Konzernam

Montag mit. DerGesamtkaufpreis

für den Stockholmer Wohnimmobilienkonzernmit

seinen 21411 Wohnungen

liege damit bei umgerechnet

1,14 Milliarden Euro.Die Freigabe

durch schwedische Wettbewerbsbehörden

erwartet Vonovia im

Oktober oder November,danach

soll es ein öffentliches Übernahmeangebot

geben. (dpa)

Güterumschlag der

deutschen Seehäfen sinkt

Jade-Weser-PortinWilhelmshaven.

Diedeutschen Seehäfen haben im

vergangenen Jahr knapp 300 Millionen

Tonnen Güter umgeschlagen und

damit 0,7 Prozent weniger als im Jahr

zuvor.Das teilte das Statistische Bundesamt

mit und korrigierte damit eine

frühereMitteilung. Zuvorhatte das

Bundesamt voneiner Steigerung des

Umschlages in 2018 um 1,9 Prozent

berichtet. Grunddes Fehlers waren

Korrekturen vonDaten auseinem

Bundesland. Nach den neuen Angaben

wurden 2018inden Seehäfen insgesamt

296,5 Millionen Tonnen Güter

umgeschlagen. Damit blieb der Güterumschlag

unterhalb des Niveaus

aus der Zeit vorder globalen Finanzkrise:

2008 waren in den deutschen

Seehäfen noch gut 318 Millionen Tonnen

Güter verladen worden. (dpa)

Maschinenbauer

erwarten Schwäche

FOTO: CARMEN JASPERSEN/DPA

Internationale Handelskonflikte belasten

die Geschäfte der Maschinenbauer

nach Einschätzung des Branchenverbands

VDMA auch im kommenden

Jahr.Die exportorientierte

deutsche Schlüsselindustrie rechnet

für 2020 mit einem Rückgang der

Produktion um preisbereinigt 2Prozent,

wie der VDMA am Montag mitteilte.Hinzu

kämen die Unwägbarkeiten

des Brexits und der Strukturwandel

in der Autoindustrie,einem

wichtigen Kunden der Branche.„All

diese Faktoren führen bereits zu

konkreten Belastungen zahlreicher

Abnehmer unserer Maschinen und

Anlagen weltweit“, hieß es. (dpa)

Zum wirksamen Kampf gegenden Klimawandel gehörtauchder Einsatz erneuerbarer Energie.

Von Thomas Magenheim

Wirksame Schritte im

Kampf gegen den Klimawandel

sind speziell

im globalen Maßstabrar.

DiePlänevonUN-Generalsekretär

António Guterres und einem

Bündnis zwölf großer Kapitalanleger

wie der Allianz haben das Zeug dazu.

Mitgeballter Anlegermacht soll das finanzstarke

Dutzend dafür sorgen,

dass Unternehmen, in die sie investiert

haben, klimaneutral wirtschaften.

Verweigern sie sich, wird das Investment

beendet. Die zwölf Großanleger

verpflichten sich in jedem Fall,

2050 ein klimaneutrales Anlageportfolio

zu haben. Verkündet wurde der

Plan beim UN-Klimagipfel in New

York im Beisein vonAllianz-ChefOliverBäte.„DasBekenntnis

sendet ein

starkes Signal, dass Finanzmärkte

und Investoren auf die Wissenschaft

hören“, sagt der Chef des UN-Umweltprogramms

UNEP, Inger Andersen.

Das glaubt auch Allianz-Vorstand

Günther Thallinger.Ein Jahr lang war

er zuletzt im UN-Auftrag unterwegs,

um große Versicherer und PensionsfondszueinerAllianzimKampfgegen

denKlimawandelzugewinnen.„Esist

ein erfreulich guter Start“, lobt ThallingerdasnunvorweisbareZwischenergebnis.

Insgesamt brächten die

zwölfGroßinvestoreneinAnlageportfolio

von 2,1 Billionen Euro zusammen.

Allein gut ein Drittel davon entfällt

auf die Allianz.

Daimler-Vorstand ruft zu strengem Sparkurs auf

Von Marco Engemann

Der Daimler-Vorstand hat in

einem Brief an die Führungskräfte

des Konzerns zu schnellen Einsparungen

in Milliardenhöhe aufgerufen.

„Wir müssen mindestens die

Sondereinflüsse im zweiten Quartal

inHöhevon4,2MilliardenEurokurzfristig

kompensieren“, zitieren die

„Stuttgarter Nachrichten“ aus dem

Schreiben, das der Zeitung vorliegt.

Ein Daimler-Sprecher wollte sich zu

dem Brief nicht äußern.

Derseit Maiamtierende Daimler-

Chef OlaKällenius will im November

ein detailliertes Sparpaket und seine

Strategie für die kommenden Jahre

vorstellen. Zuletzt hatte er auch die

Belegschaft auf harte Zeiten eingestimmt.

„Wir müssen die Effizienz

Geballte Anlegermacht

Ein Bündnis von Großinvestoren setzt auf klimaneutrales Wirtschaften

Gründungsmitglieder:Regional

sind die Gründungsmitglieder

der Großanleger-

Allianz zum Kampf gegen

den globalen Klimawandel

recht unterschiedlich verteilt.

AusDeutschland ist

bislang nur der Münchner

Versicherungsriese Allianz

mit vonder Partie. Am

stärksten repräsentiertim

Bündnis der Großanleger ist

Skandinavien.

ASIEN IN DER BEOBACHTERROLLE

Schweden bis Schweiz:

Schweden stellt mit den

Pensionsfonds AMF und

Alecta sowie dem Versicherer

Folksam gleich drei Großinvestoren.

AusDänemark

stammt Pension Danmark,

aus Norwegen Storebrand

und aus Finnland Nordea Life.

Zudem sind unter anderem

die Versicherer Swiss

Re und Zurich Teil der Klimainitiative.

Nordamerika: Mit dem

Großanleger CDPQ aus Quebec

sowie mit dem Großinvestor

Calpers aus dem US-

Bundesstaat Kalifornien ist

auch Nordamerika vertreten.

Asiatische Konzerne begnügensichbislang

noch mit

einer Beobachterrolle. Diese

regionale Verteilung spiegelt

auch die politischen sowie

gesellschaftlichen Realitäten

wider.

Für Normalverbraucher ist das

eine schier unfassbareSumme. Wenn

man aber weiß, dass Großinvestoren

wie die Allianz global insgesamt rund

45 Billionen Euro in Anlagen stecken

haben, relativiert sich das. Deshalb

will das Klimabündnis weitere Mitstreiter

gewinnen. Binnen eines Jahressollsich

die repräsentierte Anlagesumme

auf rund 4,5 Billionen Euro

verdoppeln, sagt Thallinger.Langfristiges

Ziel sei es,ein Fünftel aller Anlagegelder

globaler Großinvestoren

unter ein Dach zu bringen. Daswären

dann etwa 9Billionen Euro. „Damit

können wir zu einer treibenden Kraft

werden“, sagt der Assekuranzmanager

über die vereinte Stärke vonGroßanlegern

in einem koordinierten

Kampf gegen den Klimawandel.

Einfach war das Werben um Mitstreiter

nicht, lässt er durchblicken.

NichtimmerseieraufoffeneTürengestoßen.

Skandinavische Finanzkonzerneund

Pensionsfonds waren leicht

zu gewinnen. Die Hälfte der Anleger-

Allianz stammt vondort. Anders sieht

es in Asien und den USA aus. Bislang

hat sich kein asiatischer Großanleger

zum Bündnis bekannt. Aus den USA

konnte der kalifornische Pensionsfonds

Calpers gewonnen werden, worauf

Thallinger besonders stolz ist.

„US-Konzerne können sich nicht

so aus dem Fenster lehnen“, weiß er.

Aufdie Frage,obdas an US-Präsident

Der Stuttgarter Autohersteller will die Effizienz„dramatischerhöhen“

„Wir müssen alles hinterfragen,

über Kosten nachdenken.“

Ola Källenius, Daimler-Chef

dramatisch erhöhen, müssen alles

hinterfragen, über alle Kosten nachdenken“,

hatte Källenius jüngst der

„Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“

gesagt – ohne allerdings

schon Zahlen zu nennen.

Bereits Amtsvorgänger Dieter Zetsche

hatte Anfang des Jahres angesichts

der schwächelnden Branchenlage

auf die Notwendigkeit eines harten

Sparprogrammes hingewiesen.

Daimler hatte im zweiten Quartal

unter anderem wegen Rückstellungen

für Verfahren im Zusammenhang

mit dem Dieselskandal rote

Zahlen geschrieben.

Der Daimler-Vorstand stellte in

dem Schreiben aber klar: Nicht alle

Herausforderungen aus dem ersten

Halbjahr seien auf äußere Einflüsse

FOTO: ARNULF STOFFFEL/DPA

Donald Trump liegt, gibt der Manager

eine diplomatische Antwort. „Unternehmerische

Entscheidungen sind

immer abhängig vonden politischen

Rahmenbedingungen“, sagt er. Asiatische

Konzerne würden dagegen beobachten,

ob aus der Initiative etwas

Großes wird. Auch hier hat Thallinger

die Hoffnung auf Beitrittskandidaten

nicht aufgegeben.

Man verhandle jedenfalls schon

mit weiteren Interessenten, die es

jetzt zum Start beim UN-Klimagipfel

nichtganzgeschaffthaben.KämenalleKandidatenmitinsBoot,seidieAllianz

nicht mehr lange der größte Anleger

im Bündnis, verrät der Manager.

Auch in Deutschland stehe man mit

Großanlegernwie Munich Re im Gespräch.

„Wir wollen überzeugen“, erklärt

Thallinger.Die Großanleger im Bündnis

wollen mit Unternehmen, indie

sie investierthaben, mit einer Stimme

sprechen und sie zu klimaneutralem

Wirtschaften bewegen. Anfangen

wolle man bei Energieversorgern

oder Bergbauunternehmen, die im

großen Stil an der Produktion oder

Verstromung fossiler Energieträger

beteiligt sind. „Da ist der Emissionshebel

am größten“, erklärt der Allianz-Manager.

Verpflichtendes Ziel aller Großanleger

sei es,bis zum Jahr 2050 ein klimaneutrales

Anlageportfolio zu haben.

Entweder dadurch, dass betroffene

Firmen klimaneutral werden

oder dadurch, dass sie aus dem Portfolio

fliegen.

zurückzuführen. „Einige –mit großer

Hebelwirkung –sind hausgemacht.“

Unzufrieden zeigt sich der Vorstand

offenbar vor allem mit der Entwicklung

der Liquidität. „Der Mittelabfluss,den

wir zuletzt verzeichnet haben,

ist nicht akzeptabel“, zitiert

die Zeitung aus dem Schreiben. Die

finanzielle Solidität sei die „Lebensader

unseres Unternehmens“.

Daimler hatte im ersten Halbjahr

einen Abfluss von Finanzmitteln in

Höhe von 3,3 Milliarden Euro verzeichnet.

Schon damals hatte Källenius

klargestellt: „Die Zahlen sind alles

andere als zufriedenstellend.“

Insbesondere an der Börse ist die

Kassenlage ein vielbeachteter Indikator,

weil sie Aufschlüsse gibt über

die Möglichkeiten zur Dividendenzahlung

und für Investitionen. (dpa)

Zinstief

setzt deutschen

Banken zu

Müssen die Kunden

jetztmehrbezahlen?

Von Jörn Bender

Immer mehr Geldhäuser schließen

angesichts der Dauerbelastung

durch das Zinstief Minuszinsen für

ihreKunden nicht mehr aus.Mehrals

40 Prozent der kleinen und mittleren

Institute in Deutschland planen

einer Umfrage der Bundesanstalt für

Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin)undderBundesbankzufolgemittelfristig

die Weitergabe von negativenZinsen.

Beider letzten Erhebung

vorzweiJahren waren es erst 24 Prozent.

Nach derzeitigen Planungen

würden 9Prozent auch Einlagen von

Privatkunden nicht verschonen.

„Die grundsätzliche Bereitschaft

ist da, und das ist auch nicht verwunderlich“,

sagte Bundesbank-Vorstand

Joachim Wuermeling am Montag.

Noch seien die Ergebnisse der

meisten Institute solide,aber der ungünstige

Mix aus schwächelnder

Konjunktur und anhaltender Niedrigzinsphase

erhöht den Handlungsdruck

für die Branche. „Die Banken

waren Ende 2018 eigentlich der Auffassung,

sie sind durch das Taldurch

und dachten, jetzt wird es wieder

besser“, sagte Wuermeling. Doch die

jüngsten Entscheidungen der Europäischen

Zentralbank (EZB) machten

alle Hoffnung zunichte.

Nurein kleiner Überschuss

Geschäftsbanken müssen nun

0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie

überschüssiges Geld bei der EZB parken.

Obwohl die Notenbank einen

Teil über Freibeträge verschont,

bleibt das eine Milliardenbelastung.

Die Branche spricht von einer „Art

Strafsteuer“. Einzelne Institute geben

die Negativzinsen der EZB bereits

an Unternehmen oder große Investoren

wie Fonds weiter. Inmanchem

Haus werden auch vermögende

Privatkunden zur Kasse gebeten.

Nach Wuermelings Angaben nehmen

die Institute in Deutschland zusammengenommen

unterm Strich

etwas mehr an Negativzinsen von

ihren Kunden ein, als sie Positivzinsen

an ihre Kunden zahlen. „Es wird

ein kleiner Überschuss erwirtschaftet,

aber nicht substanziell.“

Insgesamt sei ein weiterer Rückgang

der Gewinne in den nächsten

Jahren „sehr wahrscheinlich“, stellten

Bafin und Bundesbank fest. Die

Bankenaufseher befragten von April

bis Anfang Juni 1412 Banken und

Sparkassen zu Ertragskraft und Widerstandsfähigkeit

im Niedrigzinsumfeld

–all jene,die direkt vonBafin

und Bundesbank beaufsichtigt werden.

Das sind 89 Prozent der heimischen

Institute und gemessen an der

Bilanzsumme 38 Prozent des deutschen

Markts.

„Bereinigung“ desMarkts

Die Geldhäuser mussten auf Basis

ihrer Zahlen zum Jahresende 2018

beantworten, wie ihre Pläne und

Prognosen auf fünf Zinsszenarien für

den Zeitraum 2019 bis 2023 reagieren

würden.In einemStresstestsimulierten

sie zudem ihre Ertragslage für

2019 bis 2021 –unter anderem im Fall

eines schweren wirtschaftlichen Abschwungs.ImDurchschnitt

seien die

Institute „auch im Stressfall –und das

gilt für die ganz überwiegende Anzahl

der Institute –solide kapitalisiert“,

sagte der oberste Bankenaufseher

der Bafin, Raimund Röseler.Allerdings

konnte eine „mittlere zweistellige

Anzahl vonBanken“ im harten

Stressszenario die Kapitalanforderungen

nicht erfüllen.

„Irgendwann leben die Institute

nur noch von der Substanz, und das

schaffen sie unterschiedlich lange“,

sagte Röseler. Errechne daher mit

einer „Bereinigung“ des Markts und

weiteren Fusionen, insbesondere in

den Verbünden –also bei Sparkassen

und Volksbanken. Eine „Flut von

Bankenpleiten“ in den kommenden

Jahren erwarte er nicht. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019 7 *

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Wirtschaft

Langer

Abschied von

Kaeser

Das Ende der Amtszeit des

Siemens-Chefs ist in Sicht

Von Carsten Hoefer

Siemens-Chef Joe Kaeser ist einer

der bekanntesten deutschen Spitzenmanager–undfolgtbeiseinembevorstehenden

Abschied einem Leitspruch,

dessen Umsetzung wenigen

gelingt:Geh,wennesamschönstenist.

Denn zum nahenden Ende der Ära

Kaeser steht der Münchner Industriekonzernzweifellos

besser da als zu Beginn

2013. Kaesers zwei Amtsvorgänger

Klaus Kleinfeld und Peter Löscher

mussten den Siemens-Chefsessel jeweils

vorzeitig räumen, nun wird es

wieder einen geregelten Wechsel geben.

Der Vertrag des 1957 geborenen

Niederbayern läuft Anfang 2021 aus,

der Siemens-Aufsichtsrat bestellte

Technik-Vorstand Roland Busch vergangeneWochezumstellvertretenden

Vorstandsvorsitzenden. Diese Aufgabe

gab es vorher nicht im Vorstand,

Busch ist damit quasi offiziellerKronprinz.

Vieldeutige Formulierung

DieSiemens-Aufseherhabensichaber

in einer vieldeutigen Formulierung

sämtliche Optionen offen gehalten:

„Über die Nachfolge und den Zeitpunkt

der Nachfolge vonJoe Kaeser als

Vorstandsvorsitzendem der Siemens

AG wird der Aufsichtsrat im Sommer

2020 entscheiden“, hieß es in der Mitteilung.

Das lässt sowohl zeitlich als

auchpersonellSpielrauminjederHinsicht:

Eine Lesart ist, dass Kaeser bereits

vorEnde seines Vertrags den Stab

übergeben soll. Doch ist zumindest

theoretischnichteinmaleineVertragsverlängerung

ausgeschlossen. Und

eine Jobgarantie für Busch bedeutet

die Formulierung ebenfallsnicht.

Eine Art Vermächtnis-Aufsatz hat

Kaeser bereits veröffentlicht: Im „Harvard

Business Manager“ zog erseine

Bilanz der vergangenen 40 Siemens-

Jahre, Überschrift: „Gewinne sind

nicht das einzige Ziel“. Der Manager

macht sichzum Fürsprecher eines inklusivenKapitalismus,der

der Gesellschaft

dienen soll.

Siemens-Beschäftigten, die das

Papier studieren, fällt daran allerdings

etwas auf: Kaeser hat Siemens in den

vergangenen sechs Jahren systematisch

auf höhere Gewinnmargen getrimmt.

Undinder 2018 beschlossenen

„Vision 2020+“ hat sich der Siemens-Vorstand

unter Kaesers Ägide

für die Zukunft dauerhaft hohe Renditeziele

verordnet, die der Konzern in

dieser Form in der Vergangenheit nie

erreichthat.KaeseristgelernterFinanzer,

kein Ingenieur.

Arbeitnehmervertreter billigen

dem rastlosen Kaeser zu,dass er kein

eiskalter Manager, sondern tief überzeugtist,dasBestefürSiemensunddie

Mitarbeiter zu wollen. Anders als andereDax-Konzernchefs

mischt Kaeser

sich in die Tagespolitik ein und bezieht

Stellung gegen Rechtspopulisten, was

ihm sogar Morddrohungen einbrachte.Doch

auch in dieser Hinsicht ist das

Bild ein wenig widersprüchlich: Siemens

macht gute Geschäfte mit Staaten

wie der Volksrepublik China, in

denensichdiepolitischeRepressionin

den vergangenen Jahren massiv verschärft

hat. (dpa)

Joe Kaeser bezieht Stellung gegen

Rechtspopulisten. FOTO: IMAGO IMAGES/PHOTOTHEK

VonJan Petermann

Volkswagen hat mit der

Produktion eigener Batteriezellen

für Elektroautos

begonnen. Am Montag

eröffneteder KonzernimWerkSalzgitter

eine Pilotfertigung für Kleinserien.

Zunächst sollen so weitere

Erfahrungen gewonnen werden –

das Projekt könnte aber auch die Basis

für eine Zellherstellung imgroßen

Rahmen sein. Bis zum Jahreswechsel

2023/24 werden in Salzgitter

mehr als eine Milliarde Euro investiert.

Dann soll auch eine mit

dem schwedischen Partner Northvolt

gebaute Zellfabrik in Betrieb gehen.

Mittelfristig sollen mehr als 1000

Jobs in Salzgitter entstehen–300 im

jetzt eröffneten Entwicklungszentrum,

weitere 700 im Gemeinschaftsunternehmen

mit Northvolt.

Die Zellfabrik wird ab dem kommenden

Jahr errichtet, sie ist auf die

Größenordnung von 16 Gigawattstunden

(GWh)ausgelegt.

„Der Start der

Pilotlinie ist ein

wichtiges Signal für

den weltgrößten

Automobilhersteller.“

Bernd Althusmann, niedersächsischer

Wirtschaftsminister (CDU)

„Durch die Bündelung der Kompetenzen

am Standortstellen wir sicher,dass

wir die Weiterentwicklung

der Batteriezellen als Schlüsselkomponente

der Elektrifizierung selbst

vorantreiben und schnell in die Serienfertigung

überführen können“,

sagte VW-Beschaffungsvorstand

Stefan Sommer. Inder ersten Stufe

handele es sich um eine reine Pilotanlage,

deren Zellen für Prototypen

bestimmt sind. Die Kapazität liege

dabei zunächst unterhalb einer

GWh, langfristig peile man konzernweit

150 GWh an. Eine eigene Zellfertigung

war für die deutschen

Autohersteller bisher zu teuer, sie

kauften die Komponenten von Zulieferernvor

allem aus Asien ein.

In Salzgitter erproben rund 300

Mitarbeiter neue Fertigungsverfahrenfür

Lithium-Ionen-Akkus.Dafür

steckt der Konzern zunächst 100

Millionen Euro in den Standort. Der

Großteil der derzeit 8000 Beschäftigten

im Werk ist in der Produktion

von Verbrennungsmotoren einge-

Volkszellen aus Salzgitter

VW lässt neue Fertigungsverfahren für Lithium-Ionen-Akkus erproben

Daimler: Der Stuttgarter Konzernstellte seinen

Ausflug in die Zellproduktion im sächsischen

Kamenz schon Ende 2015 ein. Sie war

nicht konkurrenzfähig mit den Billigzellen aus

Asien. 2018 schloss Daimler Lieferverträge

im Wert von20Milliarden Euro. Der Autobauer

gibt vor, was die Zellen können sollen,

und baut sie dann in seine Batterien ein. Zu

den Partnernzählt Farasis Energy(China).

WASMACHT DIE KONKURRENZ?

BMW: Die Münchner bauen die Batterien für

ihre Hybrid- und E-Autos selbst, etwa im Werk

Dingolfing.Die Zellen werden externeingekauft.

Das dürfte vorläufig so bleiben. „Es

gibt keine Pläne, selbst in die Produktion einzusteigen“,

so ein Sprecher.EineForschung

zu Batteriezellen und Elektrochemie hat jedoch

auch BMW aufgebaut, um mit Lieferanten

auf Augenhöhe verhandeln zu können.

In der ersten Liga

setzt. Wie viele von ihnen „durch

Hochfahren der Batteriezelle transformiert

werden können“, sei noch

nicht klar, erklärte Sommer. „Wir

werden uns bemühen.“ Ein Drittel

der Mitarbeiter in der Pilotfertigung

stamme heute bereits aus der eigenen

Belegschaft.

Nach Angaben von Betriebsratschef

Bernd Osterloh ist die eigene

Produktion der Zellen schon wettbewerbsfähig.

„Die Preise liegen

teilweise unter dem Niveau des

Marktes.“ Osterloh wies darauf hin,

dass die Pilotfertigung konzernintern

allerdings lange umstritten

war: „Wir dürfen nicht vergessen,

werden Weggeebnet hat.“ Seit 2010

habe die Mitarbeitervertretung eine

eigene Zellfabrik gefordert.

Niedersachsens Wirtschaftsminister

Bernd Althusmann (CDU)

sagte,der Startder Pilotlinie sei „ein

wichtiges Signal für den weltgrößten

Automobilhersteller“. Er machte jedoch

auch klar, die Mitarbeiter von

Volkswagen müssten „mitgenommen

werden“. Weil für die E-Mobilität

insgesamt weniger Arbeitsvolumen

nötig ist als für den Bauvon Verbrennungsmotoren,

dürften viele

klassische Jobs in der Branche wegfallen,

während in neuen Bereichen

Stellen geschaffen werden. Bundesarbeitsminister

Hubertus Heil (SPD)

erklärte: „Mit der Entscheidung für

Salzgitter wird der Grundstein gelegt

für eine moderne Batteriezellproduktion

in unserer Heimatregion.“

In seiner Einheit für konzerninterne

Zulieferungen wie Motoren,

Getriebe oder Lenkungen hat Volkswagen

inzwischen einseparates Geschäftsfeld

für Batteriezellen aufgebaut.

An dem Gemeinschaftsunternehmen

für den geplanten Werksbau

in Salzgitter halten die Wolfsburger

und Northvolt je die Hälfte

der Anteile. Volkswagen investiert

900 Millionen Euro in die Gemeinschaftsfirma

sowie in Northvolt

selbst.

Auch eine Forschungsanlage für

das Batterierecycling ist Teil der Kooperation.

Sie soll 2020 die Arbeit

aufnehmen. (dpa)

Die Aktie des TriebwerksbauersMTU hat einen sagenhaften Aufstieghintersich undnotiert jetztimDax

Von Roland Losch

Der Münchner Triebwerksbauer

MTU spielt seit Montag in der

obersten Börsenliga mit. DiePremiere

wurde allerdings von der Debatte

über die Folgen des Klimas fürs Fliegen

und der Insolvenz des Touristikkonzerns

Thomas Cook überschattet,zudemauchderdeutscheFerienflieger

Condor und andere Airlines

mit rund 100 Flugzeugen gehören.

Die MTU-Aktie gab bei ihrem Dax-

Einstand am Montag zunächst rund

ein Prozent nach, etwas mehr noch

als der Dax.

Die Deutsche Börse hatte MTU

vordreiWochen zum Nachfolger des

Stahlriesen Thyssenkrupp im Deutschen

Aktienindex (Dax) der 30 wichtigsten

Konzerne gekürt. Nun wurde

die Änderung wirksam.

DamitistMTUauchstärkerimFokus

der Anleger, vor allem auch ausländischer

Investoren. Dabei sind

VW-MitarbeiterimReinraum zurZellproduktion in Salzgitter.

Turbinenfertigung bei derMTU Aero Engines AG.

FOTO: JULIAN STRATENSCHULTE/DPA

FOTO: MTU AERO ENGINES/DPA

schon heute die US-Investoren Capital

Group und Blackrock die größten

MTU-Aktionäre.

Das Unternehmen stellt Triebwerke

für Flugzeuge von Airbus und

Boeing her,zusammen mit Partnern

wie Pratt &Whitney.Außerdem baut

es die Antriebe für Militärjets wie den

Eurofighter.Für die Antriebe des modernisierten

Airbus-Mittelstreckenjets

A320neo haben die Münchner

erstmals eine eigene Endfertigungslinie

aufgebaut.

Und MTU baut Triebwerke nicht

nur –einen großen Teil seines Gewinns

erwirtschaftet MTU mit der

Wartung und Reparatur.Ist einFlugzeug

erst mal verkauft, verdient MTU

„Die Preise der Zellen

liegen teilweise unter

dem Niveau des

Marktes.“

Bernd Osterloh, Betriebsratschef

von Volkswagen

daran noch viele Jahre. Bei der Instandhaltung

und Reparatur des

V2500 etwa, dem Antrieb der Airbus-

A320-Familie,ist MTU nach eigenen

Angaben weltweit führend. Für die

Bundeswehr ist MTU Partner bei der

Wartung fast aller Luftfahrtantriebe.

Im laufenden Jahr rechnet Vorstandschef

Reiner Winkler mit einem

Umsatzwachstum auf 4,7 Milliarden

Euro und einem Gewinnanstieg auf

rund 750 Millionen Euro vor Zinsen

und Steuern. Ein günstiger Produktmix

und ein gutes Wartungsgeschäft

in China sorgen für Rückenwind.

In den vergangenen drei Jahren

hat sich der Börsenkurs vonMTU fast

verdreifacht. Inzwischen ist das

Unternehmen, das 10000 Mitarbeiter

beschäftigt, 12,4 Milliarden Euro

wert.Der Aufstieg in den Daxist aber

längst im Aktienkurs eingepreist.

Schon seit der Entscheidung der

Deutschen Börse hat die Aktie leicht

nachgegeben. (dpa)

DAX-30 in Punkten

24.6.19

24.6.19

MÄRKTE

▼ 12342,33 (–1,01 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

Euro in US-Dollar

24.6.19

Stand der Daten: 23.09.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

23.9.19

▼ 64,49 (–0,43 %)

23.9.19

▼ 1,0985 (–0,41 %)

Quelle

aus DAXund MDAX vom23.09.zum Vortag

RWESt. 28,57 +1,35 WWW

Rocket Internet 23,34 +1,30 WWW

Lufthansa vNA 14,22 +0,99 WW

Dialog Semic.NA 43,46 +0,95 WW

TAGImmobilien 20,60 +0,49 WW

Carl Zeiss Meditec 103,80

Verlierer

+0,48 WW

23.9.19

ausDAX und MDAXvom 23.09. zumVortag

Commerzbank 5,30 WWWWWWWWWWW –7,46

K+SNA 12,89 WWWWWWWWWW –6,70

SartoriusVz. 168,80 WWWWWWW –4,20

ProSiebenSat.1 12,97 WWWWWW –3,71

Kion Group 46,62 WWWWWW –3,52

DeutscheBank NA 7,05 WWWWWW –3,50

Leitbörsen im Überblick

52-Wochen Hoch/Tief 23.09. ±% z. 20.09.

Euro Stoxx 50(EU) –0,96

3578/2909 3536,97

CAC 40(FR) – 1,05

5696/4556 5630,76

S&P UK(UK) – 0,25

1562/1323 1480,59

RTS (RU) – 0,28

1414/1033 1373,49

IBEX (ES) –0,93

9588/8286 9093,60

Dow Jones (US) +0,18

27399/21713 26982,92

Bovespa (BR) – 0,48

106650/77005 104317,30

Nikkei (JP) +0,16

24448/18949 22079,09*

Hang Seng (HK) – 0,86

30280/24541 26205,09

Stx Singap. 20 (SG) –0,33

1657/1350 1571,68

Tagesgeld Zins p.a. für Beträge

Kundenkontakt ab 1€ 5.000€ 50.000€

Renault Bank direkt */**

renault-bank-direkt.de 0,70 0,70 0,70

Advanzia **

advanzia.com - 0,40 0,40

Ikano Bank **

ikanobank.de 0,34 0,34 0,34

Akbank

akbank.de 0,31 0,31 0,31

RaboDirect **

rabodirect.de 0,30 0,30 0,30

ING *

ing.de 1,00 1,00 1,00

Santander

santander.de 0,03 0,03 0,03

Postbank

postbank.de 0,01 0,01 0,01

Targobank

targobank.de 0,01 0,01 0,01

Commerzbank

commerzbank.de 0,00 0,00 0,00

Berliner Sparkasse (Online)

berliner-sparkasse.de 0,01 0,01 0,01

Mittelbrandenburgische Sparkasse (Online)

mbsdirekt.de 0,01 0,01 0,01

Berliner Volksbank

030/30633300 0,001 0,001 0,001

Sparda-Bank Berlin (Online)

sparda-b.de - 0,001 0,001

BBBank

bbbank.de 0,00 0,00 0,00

Mittelwert von 85 Banken 0,16 0,16 0,15

*Neukunden /Neuanlagen

** Einlagensicherung 100.000 Euro

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen

(Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung


8 Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019

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Meinung

UN-Vollversammlung

ZITAT

Trumps entzweite

Nationen

KarlDoemens

sieht die USA außenpolitisch zunehmend

isoliert.

Bei seinem ersten Auftritt an diesem

Ortvor zwei Jahren stellte er die „korrupte

Diktatur“ des Iran auf eine Stufe mit

Nordkorea, dem er mit der totalen Zerstörung

drohte. Zwölf Monate später brüstete

er sich mit der Aufkündigung des

„schändlichen“ Atomabkommens. Wenn

US-Präsident Donald Trump an diesem

Dienstag zum dritten Malvor die Vollversammlung

der Vereinten Nationen tritt,

hat er dem Iran wiederholt mit einem Militärschlag

gedroht und das Land mit

Wirtschaftssanktionen stranguliert. Doch

seinem ursprünglichen Ziel, den Mittleren

Osten sicherer zu machen und Teheran

dauerhaft von der Entwicklung einer

Atombombe abzuhalten, ist er keinen

Schritt näher gekommen.

Im Gegenteil: Nicht nur hat der Iran die

Arbeit an seinem Nuklearprogramm wieder

aufgenommen. Die Mullahs sind mit

Trump in einen wahnwitzigen Wettbewerb

getreten, wer beim Spiel mit dem

Feuer die stärkeren Nerven hat. Mitseiner

„Politik des maximalen Drucks“ hat der

US-Präsident die Region weiter destabilisiert

und sich selbst in eine fatale diplomatische

Sackgasse gesteuert.

Seine sprunghafte Politik muss dieVerbündeten

beunruhigen. Keine Denkfabrik

gibt derzeit die außenpolitische Linie

der USA vor. Der Präsident lässt sich alleine

von seinem Narzissmus, seinem

Bauchgefühl und seiner Sucht nach Fernsehbildernleiten.

Er will„Feuer und Zorn“

versprühen, spürt aber den Widerwillen

seiner Wähler gegen weitere militärische

Abenteuer und versucht sich deshalb als

genialer Dealmaker zu inszenieren, der

im Scheinwerferlicht den Gegner über

den Verhandlungstisch zieht.

Das hat schon mit Nordkorea nicht

funktioniert, wo Machthaber Kim Jong-

Un unter dem Zuckerguss seiner Schmei-

Die Situation

am Golf ist wesentlich

gefährlicher als

zu Zeiten des

von Trump

verteufelten

Atomabkommens.

cheleien weiter Raketen testet. Im Iran

droht es ins Fiasko zu führen. Offenbar

haben die Mullahs in Teheran Trumps innere

Widersprüche längst durchschaut

und als Schwäche ausgelegt. Dass Ruhani

nun zur Vollversammlung eine eigene

„Koalition der Hoffnung“ zur Sicherung

der Schifffahrt ander Straße von Hormus

ankündigt, spricht gleichermaßen für

eine gewaltige Chuzpe wie für taktisches

Geschick.

Trump hingegen hat seine engsten

Verbündeten mit der einseitigen Kündigung

des Atomabkommens vor den Kopf

gestoßen. Wie tief die Entfremdung ist,

zeigt sein Terminplan in der UN-Woche:

Weder ein Gespräch mit der deutschen

Kanzlerin Angela Merkel noch mit dem

französischen Präsidenten Emmanuel

Macron sind geplant. Und während die

Außenminister von Deutschland, Frankreich,

Großbritannien, Russland und

China am Mittwoch mit ihrem iranischen

Kollegen mögliche Auswege aus der Krise

ausloten wollen, wird US-Außenminister

Mike Pompeo für eine weitere Isolierung

der Mullahs trommeln.

Man muss schon sehr optimistisch

sein, um zu glauben, dass diese Kakophonie

zum Erfolg führt. Bislang hat der

ganze Druck der Trump-Regierung die

Mullahs nur noch aggressiver werden lassen.

Die Situation am Golf ist wesentlich

gefährlicher als zu Zeiten des von Trump

verteufelten Atomabkommens. Der US-

Präsident könnte froh sein, wenn er noch

einmal so einen Deal abschließen könnte.

Stattdessen steuert er auf einen Showdown

zu, bei dem keine Seite gewinnen,

aber alle sehr viel verlieren können.

Aus der Not eine Tugend

Die deutsche Sprache hat die sympathische,

doch schwierige Eigentümlichkeit,

dass sie beim Reden

vom Ort der Herkunft das

klangreiche Wort „Heimat“ anbietet –klangreich

deswegen, weil es das Herkommen, Zurückkehrenwollen

und Träumen von einem

vergangenen Zustand in einem Ausdruck zusammenzieht.

Zum Verständnis der Sache

führen andereSprachen weiter.

Im amerikanischen Englisch kann man

ohne Pathos sagen: Home is where westart

from. Das ist ein aufschlussreicher Satz –vor

allem deswegen, weil Amerikaner,die sich zu

ihm bekennen, fürs erste allesamt nicht von

dort kommen, wo sie heute leben. In einem

Einwanderungsland meint die Rede von

being at home per se etwas anderes als in Ländern

mit seit langem „bodenständigen“ Bevölkerungen.

Dennoch ist evident, dass Amerikaner,obschon

sie in ihrer großen Mehrheit

aus Einwanderernund Zuwandernbestehen,

die Erfahrung des Zu-Hause-Seins nicht entbehren

wollen. Das Experiment der Mobilitätsgesellschaft

beweist: Das Zu-Hause-Sein-

Können ist offensichtlich eine Mitgift der beweglich

gewordenen Menschen und nicht ein

Privileg derer,die meinen, die Menschen und

ihreLandschaften seien irreversibel miteinander

verklebt.

Zu den bizarren Erfindungen der Amerikaner

gehören die mobile homes,das heißt jene

vom Boden abhebbaren Einfamilienhäuser,

die man auf Lastwagen in beliebig weit entfernte

Gegenden transportieren kann, um sie

an neuer Stelle abzusetzen. Dasmobile home

bringt eine Tatsache von anthropologischer

Reichweite zum Vorschein: Der Mensch ist

von Grund auf ein Wesen, das aufs Wohnen

hin angelegt ist; seinVerhältnis zur Umgebung

derWohnung jedoch bleibt mobil und reversibel.

Wenn die Amerikaner auch kein Wort haben,

das unser Nationalwort „Heimat“ mit all

seinen Nebentönen wiedergibt, teilen sie mit

uns und allen Menschen in vergleichbaren Situationen

die Erfahrung des Ausgehens und

Erwartungsgemäß hacken viele auf dem

Klimakompromiss der Bundesregierung

herum. Vorneweg behaupten die Sprecher

der Linken, Bernd Riexinger und Dietmar

Bartsch, die Vorschläge der Regierung seien

„unsozial und ineffektiv“ und die vorgesehenen

höheren Kraftstoffpreise Gift, weil sie

„die Geringverdiener besonders hart“ träfen.

Und überhaupt sei gute Klimapolitik nur

dann zu machen, wenn man die „superreichen

Multimillionäre“ kräftig schröpfe. Abgesehen

davon, dass die tatsächlich ineffektive

linke Berliner Bausenatorin Katrin

Lompscher einen flächendeckenden „Mietendeckel“

von 6,50 Euro pro Quadratmeter

forderte,der die energetische Sanierung von

Wohngebäuden gewiss nicht voranbringen

wird, habe ich noch diesen Wunsch: Nachdem

es der CDU/CSU gelungen ist, den

schon fast vergessenen Volker Kauder aus

dem Amt und dem Fernsehen zu verbannen,

wäre eszuschön, wenn uns auch Die Linke

mit etwas lebhafteren, sprechblasenarmen,

gar einfallsreichen Sprechernerfreute.

Mitkonsistenten Vorschlägen zum Klimaschutz

hat sich die FDP noch nie abgemüht.

Ihr Vorsitzender Christian Lindner, dem es

politisch schon besser ging, verhöhnt die Regierungsvorschläge

als „hektischen Flickenteppich“.

Selbst wenn das stimmte, wäre ein

solcher Teppich besser als das völlig gleichgültige,

blanke Nichts Lindners. Ähnlich äußertsich

die AfD.Sie spricht verächtlich vom

„Klimaaktionismus“ und sorgt sich gemeinsam

mit der Linken um den pendelnden „är-

Zehn Debatten in zehn Wochen.

Die Berliner Zeitung,der Tagesspiegel und die Bundeszentrale

für politische Bildung feiern30Jahre Meinungsfreiheit.

Diese Woche: Wasist Heimat?

Argumente und Ideen bitte an

leser-blz@dumont.de; Stichwort: Meinungsfreiheit

Alle Debatten online unter

berliner-zeitung.de/meinungsfreiheit

Lizenz zum

Aufbruch

PeterSloterdijk

ist Philosoph und Buchautor.Ermeint, dass Treue zu einem

schlechten Platz keine Tugend ist.

KOLUMNE

Das Klimapaket

verdient

Respekt

Götz Aly

Historiker

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

Nachhausekommens.Ganzohne das Zurück

geht es nicht. Das home, die Heimat, erklärt

sich als der Ort, wo deine Traumata auf SpeichernuntermDach,

in versiegelten Schubladen,

in vergessenen Kellerregalen wieder

zum Sprechen kommen. In diesem Sinn wärenhome

und Heimat Orte,andenen wir die

Verletzungen, die Konfusionen, die Halbheiten,

von denen wir herkommen, wieder aus

der Nähe studieren können. SiebildenAreale

des Gedächtnisses, indenen die dunkle Materieder

verlorenen Zeit abgelegt ist.

Der zweite Weg, sich aus dem Dunstkreis

des deutschen Heimatbegriffs zu entfernen,

führtwie üblich in den Süden. Es sind die Römer,

denen man den zweiten maßgeblichen

Satz über das Wesenvon In-der-Heimat-Sein

verdankt: ubi bene ibi patria –woesdir gut

geht, dort bist zu zuhause. Sieht man näher

zu, lässt sich in dem schlichten Satz ein reiches

Potenzial an subversiven Bedeutungen entdecken.

Er ruft geradezu nach einer kritischen

Umkehrung: Wo es dir nicht gut geht, da bist

du nicht zuhause –oder besser noch: da musst

du nicht länger bleiben. Treue zu einem

schlechten Platz ist keine Tugend.Wasauf den

ersten Blick das Motto eines robusten Ortspatriotismus

zu sein schien, erweist sich bei näherer

Betrachtung als Lizenz zum Aufbruch.

Damit verändern sich Sinn und Richtung des

patria-Komplexes: Wenn er zunächst und zumeist

das Herkommen bezeichnet, mit seinen

Frachten an hellen und dunklen Erinnerungen,

so kann er in zweiter Lesung auch einen

Ort inder Zukunft bezeichnen, wo wir aufatmend

sagen können: ibi bene,hier lässt es sich

aushalten. Es muss ja nicht jenes Gasthaus

Zum ewigen Frieden sein, an das Immanuel

Kant in seiner gleichnamigen Schrift mit grimmiger

Ironie erinnerte.Aus der Sicht der Gäste

jenes Hauses sind freilich alle Lebenden bloße

Migranten; das Leben selbst ist nichts anderes

als komparative Exilforschung. Was könnte

man denTotenantworten? Außer dass Heimat

eben dies bedeutet: das wie auch immer vorübergehende

Dasein in einem Nicht-Exil.

meren Teil der Bevölkerung“. Die Grünen

wollen im Bundesrat „noch mehr herausholen“.

Dagegen hätte ich nichts, möchte aber

Folgendes fragen: Geht es dem Klima unter einer

grünen Bezirksregierung in Friedrichshain-Kreuzbergbesser

als anderswo?Hat der

grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann

in seiner achtjährigen Amtszeit das

Klima in Baden-Württemberg–gemessen am

CSU-regierten Bayern – nachhaltig verbessert?

Man erinnere sich in diesem Zusammenhang

auch kurzandie rot-grüneBundesregierung

unter Gerhard Schröder und

Joschka Fischer. War damals vom Kohleausstieg

die Rede oder vonbetrügerischen Autokonzernen?

Neben dem „Automann“ Schröder

haftet mir Umweltminister Jürgen Trittin

(Grüne) im Gedächtnis,dem dasDosenpfand

mehr am Herzen lagals CO 2 -Emissionen.

Ichmache daraus niemandem einen Vorwurf.

DieZeiten, dasWissen und die Einsichten

ändernsich. Ichratedringend, die „Eckpunkte

für das Klimaschutzprogramm 2030“

der Bundesregierung zu lesen. Die22eng beschriebenen

Seiten sind im Internet leicht zu

finden. Wohnungs- und Hauseigentümer

können und sollen sich Gedanken machen,

wann sie ihre Heizungsanlagen erneuern.

Leute, die in den nächsten Jahren ein neues

Auto kaufen möchten, können ihre Optionen

überdenken. Die Bahn wird wesentlich

verbessert. Sehr wichtig und für weitereForschungen

maßgeblich: Der bei bestimmten

Wetterlagen überschüssige Wind- und Sonnenstrom

soll in Wasserstoff umgewandelt

und dann als absolut sauberer Treibstoff für

Brennstoffzellen eingesetzt werden.

Die schieren Tatsachen und der öffentliche

Druck einer, wie ich behaupte, gesellschaftlichen

Minderheit haben die Regierung

zum Handeln bewogen. Jetztkommt es

darauf an, die Mehrheit für die gute Sache zu

gewinnen und dann den schwierigen Prozess

der Veränderung umsichtig zu beschleunigen.

„Ich fiebere mit, aber

Mamas und Papas müssen

den Mund halten, das ist

Trainersache. Ich habe

bisher vielleicht zweimal

etwas reingerufen.“

Rafael van der Vaart, ehemaliger niederländischer

Fußball-Nationalspieler und früherer HSV-Profi, hat

einen Tipp für die Eltern von Nachwuchsspielern.

AUSLESE

Weltweiter Kampf

um die Umwelt

Die Klimadebatte wird auf dem Weltklimagipfel

in New York fortgesetzt.

Die linksliberale polnische Zeitung Gazeta

Wyborcza ist skeptisch. „Kohle, Erdöl

und Gas haben uns ein bequemes Leben

ermöglicht –Häuser, Autos, Urlaub auf

den Malediven und Mobiltelefone. Kaum

jemand ist bereit, diesen Luxus aufzugeben.

Doch der einzige Wegauf der Falle

der Erderwärmung ist die Umstellung der

Weltwirtschaft auf grüne Energie. Denn

derzeit gewinnen wir 81 Prozent aus fossilen

Brennstoffen“, meint der Kommentator

und fragt skeptisch: „Wird die Versammlung

in NewYork, zu der die Lenker

der Welt mit Flugzeugen und Limousinen

aus Luxushotels anreisen, wirklich einen

Unterschied machen?

Für die liberale schwedische Tageszeitung

Göteborgs-Posten ist der Kampf ums

Klima die neue Genderdebatte. „Klima

und Umwelt rangieren in der Regel ganz

oben bei den wichtigsten Fragen der

Wähler.Das ist gut“, heißt es dort. „Das ist

gut. Aber es besteht das Risiko, dass die

Klimafrage dasselbe Schicksal erleidet wie

die Geschlechterdebatte.Das will heißen:

Dass es den Leuten einfach zu viel wird.“

Auch die Londoner Financial Times sieht

in dem Thema eine Herkulesaufgabe und

rechnet vor, dass die globalen Emissionen

um mindestens drei Prozent proJahr sinken

müssten, damit das Klimaschutzziel

von Paris eingehalten wird. „Im Jahr 2018

stiegen sie jedoch um schätzungsweise

zwei Prozent.“ Christine Dankbar

PFLICHTBLATTDER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019 – S eite 9 *

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Berlin

Seit einem Jahr hilft

das „Silbertelefon“

einsamen Menschen

Seite 11

Feuer in Kabelschächten: Schienenverkehr nach Anschlag gestört Seite 11

Mängel bei Studenten-Apartments: Howoge zeigt Projektentwickler an Seite 13

Stadtbild

Die Fäden

der Stadt

BarbaraWeitzel

bekommt eine Karte und

glaubt nicht an Zufälle.

Es ist noch nicht lange her, da

kaufte ich in der Berlinischen

Galerie einige Postkarten. Eine

kaufte ich zweimal, das Motiv rührte

mich so an, dass ich sofort wusste:

Eine behalte ich, eine verschicke ich.

An wen, stand noch nicht fest. Ich

würde es, wenn ihr Zeitpunkt gekommen

ist, schon wissen. Dachte

ich, und dachte richtig.

Aufder Karte, eine Fotografie von

Friedrich Seidenstücker, liest eine

junge Frau einen Brief in der Herbstsonne.Inder

einen Hand hält sie den

Brief, in der anderen den Umschlag,

so fest, dass er schon halb zerknüllt

ist. Eine Ecke berührt ihren Mundwinkel,

als würde sie daran knabbern.

Dass Herbst sein muss oder ein

milder Wintertag, erkennt man, obwohl

es ein Schwarz-Weiß-Foto ist

und die Bäume im Hintergrund verschwommen,

an ihrem Mantel und

den Lederhandschuhen. Statt einer

Mütze hat sie aber Sonne auf dem

apartgescheitelten Haar.

Vorvielen Jahren war ich mal mit

einer Bekannten in einer Seidenstücker-Ausstellung.

Das fällt mir ein,

als ich auf dem Nachhauseweg eine

Frau sehe, die ihr von weitem sehr

ähnlich sieht. Eigentlich müsste ich

die Bekannte heute noch zufällig

treffen. Denn so passiertesoft, jeder

weiß das. Man verwechselt Fremde

mit einer vertrauten Person, und

plötzlich steht sie voreinem.

Ich begegne der Freundin nicht,

aber denke wieder an diese wunderbaren

Zufälle, als ich ein paar Tage

später in einer Kirche sitze. Wie aus

dem Nichts geht mir die Liedzeile„Du

kannst nicht tiefer fallen als in Gottes

Hand“ durch den Kopf. Es war das

Lieblingslied meiner Omaund wurde

auf ihrer Beerdigung gesungen.

Warum esmir während dieser Taufe

in den Sinn kommt, weiß ich nicht zu

sagen. Eine halbe Stunde später aber,

der etwa zweijährige Täufling hat

trotz allem Widerstand –„kein Wasser!“

–die Prozedur hinter sich, singt

eine Sopranistin dieses Lied.

Die Karten mit der Brieflesenden

hatte ich da noch in der Tasche.Jetzt

steht eine auf meinem Schreibtisch,

und immer, wenn mein Blick darauf

fällt, denke ich an die vielen unsichtbaren

Fäden, die diese Stadt und die

Menschen, die Zeiten und womöglich

die Welt miteinander verbinden.

Die uns in Richtungen ziehen und

Sachen machen lassen. Manchmal

spät, aber immer noch rechtzeitig.

Undauf keinen Fall zufällig.

Denn die Karte erinnert mich ja

nicht nur an Fäden. Sondern auch

daran, wie schön es ist, Briefe zu lesen

und zu schreiben. Weil man einen

Bildschirmnicht fest in der Hand halten

und aufgeregt anknabbern kann.

Voreiniger Zeit schrieb ich eine Mail

an eine Freundin und schon während

ich schrieb,kam es mir falsch vor. Die

Mail hätte ein Brief sein müssen. Der

Inhalt wog schwer.

Vondieser Freundin kam vor ein

paar Tagen eine Karte. Eine Fotografie

von Friedrich Seidenstücker, die

eine junge Frau beim Lesen eines

Briefes zeigt. Wissend um das Gewebe

der Fäden, sein Ausmaß und

seine Dichte,wurde mir dennoch ein

bisschen schwindlig. Undich wusste

auf einen Schlag, wem ich mein

zweites Exemplar schicken muss.

Steinige Geschichte

Das 100-Millionen-Debakel

Die Sanierung des künftigenSitzesdes Gesundheitsministeriumswird nichtrechtzeitigfertig. Dashat Folgen

VonUlrich Paul

Eigentlich schien alles geregelt.

Im vierten Quartal des

kommenden Jahres sollte

das Bundesgesundheitsministerium

(BMG) sein neues Domizil

in der Mauerstraße in Mitte beziehen.

Zwei bundeseigene Altbauten

werden dort für das Ressort von Minister

Jens Spahn (CDU) saniert.

Doch die Arbeiten verzögern sich –

und der private Vermieter des bisherigen

Hauptsitzes des Ministeriums

versucht, daraus Kapital zu schlagen.

„Eine Bauzeitverzögerung wird

sich aller Wahrscheinlichkeit nach

trotz intensiver Bemühungen aller

Beteiligten nicht vermeiden lassen“,

räumt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

(BImA) jetzt auf Anfrage

der Berliner Zeitung ein. Die

BImA verwaltet die Immobilien des

Bundes.

Bisheriger Vertraggekündigt

Gründe für die Verzögerungen seien

„in erster Linie die allgemeinen baulichen

Risiken bei der Sanierung der

beiden historischen, denkmalgeschützten

Gebäude,die im Krieg teilweise

zerstörtund danach mehrfach

umgebaut wurden“, so die BImA.

DieGebäude befänden sich in einem

sehr schlechten Zustand. Eine verbindliche

Aussage zu einem neuen

Fertigstellungstermin sei derzeit

noch nicht möglich.

Verschärft wird das Problem dadurch,

dass der privateVermieter des

bisherigen Hauptsitzes des Gesundheitsministeriums

in der Friedrichstraße

108 den Mietvertrag zum Jahresende

2020 gekündigt hat –„unerwartet“,

wie aus einem Schreiben

des Finanzministeriums an den

Haushaltsausschuss des Bundestags

hervorgeht. Die Folgen klingen aus

Sicht des Finanzministeriums alarmierend:

DieUnterbringung des Gesundheitsministeriums

in Berlin

kann ab 2021 „nicht mehr sichergestellt“

werden.

Um zu verhindern,

dass das Gesundheitsministerium

ab 2021 auf

der Straße sitzt, soll

kurzfristig ein

neuer Mietvertrag

für den bisherigen

Sitz in der Friedrichstraße

abgeschlossen

werden.

Allerdings zu einer –

wenig überraschend

– sehr viel

höheren Miete.Und

zu einer Laufzeit,

die weit über den

Vertrag gekündigt: Hauptsitz des

Ministeriums. UHLEMANN (2)

Bau verzögertsich: Der neue Sitz

des Gesundheitsministeriums.

eigentlichen Verlängerungsbedarf

wegen der Bauverzögerung

hinaus

geht.

Der Eigentümer

des Bürohauses

biete nur einen

neuen Vertrag mit

einer Laufzeit von

mindestens 12, 15

oder 20 Jahren an,

heißt es im Schreiben

des Finanzministeriums. Die

Variante mit einer 15-jährigen Vertragslaufzeit

sei dabei das wirtschaftlichste

Angebot. Laut Finanzministerium

sollen sich die Mietzahlungen

über 15 Jahreauf insgesamt rund

106,9 Millionen Euro summieren. In

Parlamentskreisen wird kolportiert,

dass sich die Miete damit im Vergleich

zum gekündigten Vertrag fast

verdoppeln könnte. Eine offizielle

Bestätigung dafür gibt es aber nicht.

„Die Mietvertragsverhandlungen

zum Standort Friedrichstraße 108

laufen noch“, teilt die Bundesanstalt

für Immobilienaufgaben

mit. Die gestiegene

Nachfrage

an Büroflächen, vor

allem im Regierungsviertel,

sei in

den vergangenen

Jahren beim Abschluss

neuer Mietverträge

„mit großen

Mietpreissteigerungen“

einher

gegangen, führt die

BImA an. Der vom

Vermieter der

Friedrichstraße geforderte

Mietpreis

sei „angesichts der

Lage und der Qualität

der Liegenschaft

marktüblich und

angemessen“. Eine

freundliche Umschreibung

des

Umstands, dass der

Vermieter die Bauverzögerungen

ausnutzt,

um den Bund

über weitere

15 Jahre ansich zu

binden.

Die Berliner Bundestagsabgeordnete

Gesine Lötzsch (Linke) kritisiert

das Verhalten der Regierung. „Die

Bundesregierung meint, dass sie die

Kündigung des Mietvertrages zum

Jahresende 2020 nicht vorhersehen

konnte“, sagt sie. Das sei „ausgesprochen

naiv“. Lötzsch: „Wenn ein

kommerziellerVermieter die Chance

DPA/ANNETTE RIEDL

Seit Anfang September legt das Landesdenkmalamt untergegangene

StadtquartiereinMitte am heute verkehrsumtosten Molkenmarkt frei.

Dabei traten auch Bruchstücke des Roten Rathauses zutage, das im

Zweiten Weltkrieg schwer zerstört wurde. Von den Grabungen verspricht

sich Landeskonservator Christoph Rauhut „vielfältige Spuren

aus 800 Jahren Stadtgeschichte“. Danach kann zwischen Molkenmarkt

und Klosterkirche der BauneuerWohnviertel beginnen. Dafür muss die

autobahnbreite Grunerstraße verlegt und verschwenkt werden.

hat, seine Mieteinnahmen zu verdoppeln,

dann kündigt er den Vertrag,

um höhere Renditen zu erwirtschaften.“

Gesundheitsminister

Spahn sei „offensichtlich noch nicht

im Kapitalismus angekommen“.

Lötzsch: „Das ist schlecht für die

Steuerzahler.“

Zwei Häuser an der Mauerstraße

Das Gesundheitsministerium hat in

Berlin zurzeit rund 460 Beschäftigte,

die an fünf Standorten untergebracht

sind –die meisten davon an

der Friedrichstraße 108 in Mitte. In

der Mauerstraße 29 sollen im sogenannten

Haus 1zirka 30 700 Quadratmeter

für das Ministerium saniertwerden,

in der Mauerstraße 27,

dem Haus 2, weitere 4000 Quadratmeter

hinzukommen. Nach Abschluss

der Sanierung will das Gesundheitsministerium

an seinen

neuen Standort ziehen. Es wird also

nicht weiter in der Friedrichstraße

bleiben, auch wenn der Mietvertrag

über 15 Jahrelaufen sollte.

Die BImA sieht darin kein Problem.

Unabhängig vomZeitpunkt des

Auszugs des BMG aus der Friedrichstraße

gehe sie „angesichts des weiter

steigenden Bedarfes der Bundesinstitutionen

an Büroraum –insbesondere

im Regierungsviertel von

Berlin –davon aus, eine Anschlussnutzung

sicherstellen zu können“,

teilt die BImA mit. Im Klartext: Konkrete

Nachnutzer gibt es noch nicht.

Im Moment gibt es nur die Erwartung,

welche zu finden.

Ulrich Paul ist entsetzt

darüber,wie sich der Bund

über den Tisch ziehen lässt.

NACHRICHTEN

Flughafen-Finanzchefin

hörtvorzeitig auf

Gutein Jahr vorder geplanten Eröffnung

des BER muss sich die Berlin-

Brandenburger Flughafengesellschaft

eine neue Finanzchefin suchen.

Diezuständige GeschäftsführerinHeike

Fölster habe um die

vorzeitige Auflösung ihres Vertrags

gebeten, teilte das Unternehmen am

Montag in Schönefeld mit und bestätigte

damit einen Bericht des Tagesspiegels.Fölster

wechselt zur

Deutschen Bahn und wirddortFinanzchefin

der Konzerntochter DB

Station &Service. (dpa)

Kondolenzbuch für Jähn

liegt bis Freitag aus

Im Roten Rathaus wirdein Kondolenzbuch

für den am Sonnabend

verstorbenen Kosmonauten Sigmund

Jähn ausgelegt. Dortwirdsich

am Dienstag der Regierende Bürgermeister

Michael Müller (SPD) eintragen,

gefolgt vonweiteren Politikern.

Alle anderen Berliner und Berlin-Besucher

können sich danach noch bis

Freitag eintragen. (dpa)

Erneuter Brand in der

Moabiter Vollzugsanstalt

In einer Zelle der Justizvollzugsanstalt

(JVA)inBerlin-Moabit ist am

Montagabend ein Feuer ausgebrochen.

Mitarbeiter konnten den

Brand bereits vorEintreffen der Feuerwehr

löschen, wie ein Sprecher der

Feuerwehr sagte.Verletzt wurde ersten

Angaben zufolge niemand. Einsatzkräfte

waren am Montagabend

noch vorOrt,umLuftwerte zu messen.

Bereits am Sonnabend hatte in

einer Zelle der JVAMoabit eine Matratzegebranntes

gab einen Verletzten.

DieUrsache für den Brand am

Montag war noch unklar. (dpa)

Rapper Fler beschimpft

Polizei bei Festnahme

DerBerliner Rapper Fler („Stress

ohne Grund“) wurde vonder Polizei

wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis

und Beleidigung festgenommen.

Eine Polizeistreife hatte den Musiker

am Sonntag am TeltowerDamm in

Zehlendorfangehalten. Doch statt

den Beamten seinen Führerschein

und seine Ausweispapierezuzeigen,

beschimpfte Fler (bürgerlich Patrick

Losensky) die Polizisten. Dies ist auf

zweiVideos zu sehen, die im Internet

kursierten. Einer der Filme wurde offenbar

vomBeifahrersitz der Mercedes-Limousine

des Musikers gedreht.

DiePolizei bestätigte am

Montag den Vorfall und die Festnahme.Diese

sei jedoch nur zur Personalienfeststellung

erfolgt. Nach

der Verkehrskontrolle übernahm

Flers Beifahrerin das Steuer. (mow.)

Rapper Fler hat eine scharfe Zunge, auch

gegenüber der Polizei. DPA/UNIVERSAL MUSIC


10 Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019

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Berlin

Justizsenator Dirk Behrendt

(Grüne) will gegen Rassismus

und Diskriminierung in den Behörden

vorgehen. Als erstes

Parlament soll das Abgeordnetenhaus

ein Landesantidiskriminierungsgesetz

(LADG) beschließen. Dagegen

gibt es Widerstand. Im Interview

erklärt Behrendt, warum Berlin

aus seiner Sicht das Gesetz braucht.

Herr Behrendt, Berlins Behörden arbeiten

bereits diskriminierungsfrei –

oder etwa nicht?

Laut Erhebungen von Antidiskriminierungsverbänden

und der Antidiskriminierungsstelle

des Bundes

erleben Menschen Diskriminierung

wegen Geschlechts- und anderer

Merkmale. Die Betroffenen erleben

auch Diskriminierung durch Verwaltung,

Schule oder Polizei.

Ist das Verbot von Diskriminierung

nicht bereits ausreichend geregelt?

Mit dem Landesantidiskriminierungsgesetz

(LADG) wollen wir die

rechtlichen Möglichkeiten für Betroffene

verbessern und damit europarechtliche

Antidiskriminierungslinien

umsetzen. Das hat die Bundesrepublik

2006 gemacht mit dem Allgemeinen

Gleichbehandlungsgesetz,

dem AGG. Darin geht es um privatrechtliche

Geschäfte und arbeitsrechtliche

Fragestellungen. Damals

wurden ähnliche Debatten geführt,

wie wir sie jetzt auch haben. Vonden

Befürchtungen hat sich nichts erfüllt.

Jetzt füllen wir die Lücke, die der

Bund lassen musste, weil er das AGG

nicht auf die Tätigkeit der Verwaltung

erstrecken konnte.

Waswirdkünftig neu geregelt?

Wenn Sie von Diskriminierung

durch eine öffentliche Stelle betroffen

werden, können Sie Schadenersatz

und Entschädigung verlangen. Außerdem

haben wir dann eine Beweiserleichterung

–keine Umkehr.Und es

gibt die Möglichkeit der Verbandsklage.

Kritiker sagen, dass das Gesetz Misstrauen

gegenüber den Mitarbeitern

des öffentlichen Dienstes ausdrückt.

Wirhaben auch Anti-Korruptionsregelungen.

Niemand würde in Frage

stellen, dass wir diese in Ausnahmefällen

auch brauchen. Es bedrückt

mich, dass Menschen Diskriminierungserfahrungen

machen. Deshalb

hat diese Landesregierung sich darauf

verständigt, dagegen vorzugehen.

Nennen Sieein Beispiel.

Gar nicht so selten kommt es vor,

dass Lehrerinnen und Lehrer einem

Schüler mit Migrationshintergrund

deutlich vermitteln, er bräuchte

keine weiterführende Schule, da er

aus einer Migrantenfamilie komme.

Waswürde das neue Gesetz für diesen

Schüler verbessern?

Wir wollen zu einer Kultur diskriminierungsfreien

Verwaltungshandelns

kommen. Das Gesetz ist ein

wichtiges Signal auch an die Berlinerinnen

und Berliner, die stärker diskriminiert

werden als andere. Das

sind Frauen, die das häufig berichten,

aber auch Menschen mit Rassismuserfahrung.

Wir signalisieren ihnen:

DieVerwaltung ist für alle da.

Nehmen wir an, eine Lehrerin gibt einem

arabischstämmigen Schüler

ständig schlechte Noten. Könnte sich

die Familie mit dem Antidiskriminierungsgesetz

Rechtsbeistand holen und

gegen die Noten klagen?

Gegen schlechte Noten kann man

jetzt schon klagen. Ob das wirklich

ein konkreter Fall für Schadenersatz

ist, kommt auf die Umstände an.

Stellen Sie sich vor, Sie sind Drogenfahnder

im Görlitzer Park. Sie sehen

mutmaßliche Dealer,die sind schwarz

und warten auf Kundschaft. Kontrollieren

Siekünftig lieber die Mutter mit

dem Kinderwagen, um sich nicht dem

Vorwurfdes Rassismus auszusetzen?

Wenn es Anhaltspunkte dafür gibt,

dass sie in dem Kinderwagen Drogen

transportiert, sehr wohl. Wenn ich einen

Menschen im Park beobachte,

der mit Drogen handelt, dann kann

ich ihn auch kontrollieren. Entscheidend

ist, dass Sie mit kriminalistischem

Geschick vorgehen und nicht

mit Ressentiments. Nicht jeder

„Es geht um

die schwarzen

Schafe bei der

Polizei“

Justizsenator Dirk Behrendt

will der Verwaltung per Gesetz eine

„Kultur des diskriminierungsfreien

Verhaltens“ verordnen.

Personalvertreter sehen darin ein

Grundmisstrauen

Antidiskriminierungs-Senator DirkBehrendt stößt mit seinen Gesetzesplänen auf Widerstand.

Schwarze, der in Berlin herumläuft,

ist ein Dealer. Wir wissen aus den

schmerzhaften NSU-Erfahrungen,

wozu das führen kann, wenn Ermittlungen

von Ressentiments bestimmt

werden. Die Behörden haben mit

Scheuklappen in türkischen und kurdischen

Kreisen ermittelt. Wirwollen

hin zu rein rechtsstaatlichem Polizeihandeln,

das ohne Ansehen der Person,

aber mit kriminalistischem Geschick

arbeitet.

Heißt das im Umkehrschluss, dass wir

keine rechtsstaatlich arbeitende Polizeihaben?

Doch, die haben wir. Aber es mag

ein paar schwarze Schafe geben, wie

überall in so großen Behörden. Um

die geht es.

Muss der Beamte künftig nachweisen,

dass er nicht diskriminierthat?

Wirhaben im Gesetz eine Beweiserleichterung

vorgesehen. Das ist

keine Beweislastumkehr.Insoeinem

Fall müsste der Staat immer den Vorwürfen

entgegentreten. Man muss

Tatsachen vortragen, die eine Diskriminierung

als wahrscheinlich erscheinen

lassen. Dann muss die Gegenseite

beweisen, dass es an einem

anderen Grund gelegen hat. Klassischer

Fall: Fünf Menschen beantragen

ziemlich gleich gelagerte Baugenehmigungen,

vier kriegen sie und

der eine kriegt sie nicht. Der eine ist

schwarz, und alle anderen sind weiß.

„ “

Ist das nicht de facto eine Beweislastumkehr?

Nein. Es geht nicht um einen

Schuldvorwurf. Es geht darum, dass

wir von der Verwaltung verlangen,

dass sie den Bürgerinnen und Bürgernentgegentritt,

ohne nach diesen

Kriterien zu differenzieren, so dass

wir eine Kultur des diskriminierungsfreienVerhaltens

erreichen.

Lassen

Sie uns

über Berlin

reden

Dirk Behrendt (48) ist seit 1994 Mitglied der Grünen. Seit 2016 ist er Senator für Justiz,

Verbraucherschutz und Antidiskriminierung.Erstudierte Jura und promovierte 2002

an der Freien Universität Berlin. Von2000 bis 2006 war er Richter beim Landgericht Berlin,

danach bei den Amtsgerichten Mitte und Köpenick und zuletzt am Verwaltungsgericht.

Zu seinen Anliegen gehörtes, Diskriminierungen vonBürgernabzustellen. Im Sommer

beschloss der Senat Behrendts Vorlagefür ein Landesdiskriminierungsgesetz (LADG).

Der Entwurf wird jetzt im Abgeordnetenhaus abgestimmt.

In der Stadt gibt es Gebiete, wo arabische

Clankriminalität dominiert. Mitunter

eskalieren schon kleine Polizeieinsätze,

Polizisten werden als Nazis

und Rassisten beschimpft. Geben Sie

mit dem Gesetz diesen Leuten nicht

noch zusätzliche Mittel an die Hand,

dass sie ihrePöbeleien rechtlich abgesichertadressieren

können?

Pöbeleien sind nie in Ordnung.

Aber auch Menschen, die in Neukölln

leben und in der Shisha-Bar sitzen,

haben Rechte wie alle anderen auch.

Hier geht es vor allem darum, dass

nicht Kriterien einer bestimmten

Herkunft oder Aussehens das polizeiliche

Handeln bestimmen. Wenn ich

einen Zeugen habe, der beobachtet

hat, wie einer Frau die Handtasche

gestohlen wurde,und derVerdächtige

hatte schwarze Haare, dann ist es

richtig, dass die Polizei sich auf die

Suche macht nach einem Täter, der

schwarze Haare hat. Niemand wird

verlangen, dass sie jetzt auch die

Blonden kontrolliert.

Möglicherweise wird dann auch ein

Schwarzhaariger kontrolliert, der damit

nichts zu tun hat.

Dasist dann so.Dahabe ich einen

konkreten Anhaltspunkt. Wenn ich

aber sage: Wir gucken uns die üblichen

Verdächtigen an, wie es bei Casablanca

heißt, und das sind dann

immer nur Mohammeds, dann haben

wir ein Problem.

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

Viele sprechen derzeit vonClankriminalität…

…ich weiß nicht, ob der Begriff

wirklich hilfreich ist. Wassoll er ausdrücken?Wirhaben

es mit organisierter

Kriminalität zu tun. ZumTeil sind

die Täter aufgrund gemeinsamer

Herkunft verbunden, zum Teil auch

familiär, wie wir es von verschiedenen

Mafia-Organisationen in Italien

kennen. Die Schlussfolgerung, dass

alle, die zu einer Familie gehören,

auch Teil einer kriminellen Organisation

sind, würde zu weit gehen, und

womöglich den Blick auf andere Felder

der organisierten Kriminalität

versperren.

Wenn man Banden verfolgt, die nur

als Albanien kommen –darf man Albaner

dann noch Albaner nennen?

Wollen wir jetzt polemisieren oder

ernsthaft über diese Themen sprechen?

Ermittlern zufolge haben sich algerische

Diebesbanden auf Gäste in Lokalen

spezialisiert, chilenische Täter auf

Hotels und rumänische Banden auf S-

und U-Bahn. Können Sie den Fahndern

die Angst nehmen, dass sie mit

dem neuen Gesetz als rassistisch gelten

oder dürfen sie keine Blicke mehr auf

diese Gruppen werfen?

Doch! Es geht darum, dass man

Vorurteile,die man vielleicht hat und

die dann auch noch durch die eine

oder andere „Erfahrung“ bestärkt

werden, nicht für bareMünzenimmt,

weil das den Blick zu sehr einengt.

Das ist ja das Gefährliche. Dass man

bestimmte Sachen gar nicht mehr

sieht. Ich spreche mit Afro-Deutschen,

und die sagen, dass sie es

schon sehr auffällig finden, wie häufig

sie kontrolliertwerden. Nicht nur am

Görlitzer Park, sondern einfach so in

der S-Bahn und andernorts. Damit

muss man sich ja mal auseinandersetzen.

Befürchten Sieeine Klagewelle bei den

Gerichten?

Nein. Das ist wie beim AGG, wo

vorher gesagt wurde, es würde zu

Massenklagen kommen. Das blieb

damals auch aus. Eswerden sicherlich

einzelne Fälle vor Gericht gebracht

werden. Ein klassisches Beispiel

ist die Diskriminierung von

Frauen in der Bundeswehr, die 50

Jahre lang keine Frauen genommen

hat. Dann haben das Frauen vor Gericht

gebracht, und die Diskriminierung

ist abgestellt worden.

Dass Polizisten und andere Bedienstete

des Rassismus bezichtigt werden,

passiert aber ständig. Wie wollen Sie

wissen, dass es keine Klageflut gibt?

Wir wissen es aus dem AGG-Bereich.

Da war die Diskussion: Wer

kommt in einen Club rein? Da wurden

nicht massenhaft die Clubbetreiber

verklagt, sondernesgab einzelne

Fälle. Esgab auch ein Urteil, wo ein

Vermieter in Kreuzbergden migrantischen

Mieterinnen und Mieterneine

Mieterhöhung geschickt hat. Da hat

das Amtsgericht gesagt: Das ist Diskriminierung.

Das ist aber eben ein

Fall, und dann ist das entschieden. Es

gibt aber Konstellationen, da ist es

hilfreich, das zu klären. Dazu gehören

manche Fälle vonRacial Profiling…

…also ein auf äußeren Merkmalen

basierendes Agieren vonBehörden…

… aber auch die Praxis in den

Schulen, wo Kinder mit Migrationshintergrund

in der einen und in der

anderen Klasse die sogenannten

„bio-deutschen“ Kinder sind.

Alle Polizeivertretungen haben sich

gegen den Gesetzentwurf ausgesprochen,

weil sie sich wegen solcher Anschuldigungen

Sorgen machen.

Deshalb haben wir sie eingeladen,

sich zu äußern. Die Verbände befürchten

ja auch, dass der einzelne

Beamte in Regress genommen wird.

Da können wir Entwarnung geben.

An den Kriterien der Inregressnahme

ändertsich nichts.Wir haben im Verhältnis

Bürger-Verwaltung eine Beweiserleichterung,

aber nicht im Verhältnis

Dienstherr-Mitarbeiter. Wir

wollen einen rational erklärbaren

Staat. Wenn Polizisten sagen: Das ist

meine Erfahrung, dann kommt man

zumindest in den Graubereich. Dann

muss man hinterfragen: Sind das

wirklich Erfahrungen oder das eine

oder andereRessentiment?

Dassind Lebenserfahrungen vonPolizisten,

die daraus ihreSchlüsse ziehen.

Wenn ich im Berufsalltag den ganzenTag

mit Jugendlichen in Neukölln

zu tun habe, komme ich vielleicht irgendwann

zu der Ansicht, alle Jugendlichen

in Neukölln seien kriminell.

Davormüssen wir unsereMitarbeiter

schützen, weil das einen blind

macht, die Richtigen zu finden.

Darum werden wir auch, wie es die

Gewerkschaften eingefordert haben,

Fortbildungen für alle anbieten.

Den Vorwurf des Grundmisstrauens

gegenüber der Polizei lassen Sie aber

nicht stehen?

Nein! Bei der Polizei sind 25 000

Leute, von denen die allerallermeisten

tolle Arbeit leisten und nach

rechtsstaatlichen Grundsätzen arbeiten.

Dann gibt es ein paar, woich

nicht glauben will, dass sich die Polizeiverbände

als Fürsprecher dieser

wenigen sehen. Bei der Polizei ist die

Vielfalt Berlins übrigens hervorragend

abgebildet, wenn man sich die

jungen Jahrgänge anschaut.

Da haben Sie sich auch persönlich

weiterentwickelt. AlsSie noch Oppositionsabgeordneter

zu Zeiten von Innensenator

Henkel waren, fühlten Sie

sich im Parlament vonden vielen Polizeischülern

im Foyer bedrängt…

…das ist doch Jahre her. Aber ja,

man entwickelt sich weiter.Jeder entwickelt

sich hoffentlich weiter und

verharrt nicht auf hergebrachten

Denkmustern. Dazu lade ich alle ein.

DasInterviewführten

Andreas Kopietz und Elmar Schütze.


Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019 11

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Berlin

Brandanschlag auf S-Bahn

Autonomen-Gruppe veröffentlicht Bekennerschreiben und sieht sich selbst als Teil der „Fridays for Future“-Bewegung. Polizei prüft Echtheit des Schreibens

VonPhilippe Debionne, Kathrin Michulla

und Klaus Oberst

Auf Leitungen und Kabel der

Bahn in Karlshorst sind

zwei Brandanschläge verübt

worden. Der S-Bahnund

Regionalzugverkehr wurde in

der Nacht zu Montag unterbrochen

oder umgeleitet. Am Montagmittag

veröffentlichte eine autonome

Gruppe namens „Vulkangruppe Ok“

ein Bekennerschreiben. DieUrheber

nahmen darin Bezug zur Klima-Bewegung

„Fridays for Future“.

Autonome für Generalstreik

„Aus dem Umfeld der Klimaaktivisten

wurde kürzlich zu einem Generalstreik

aufgerufen“, heißt es in dem

Schreiben. Diesen Generalstreik

würden die Autonomen begrüßen,

weil dieser das Ziel habe, „die wirtschaftlichen

Aktivitäten zum Stillstand

zu bringen“. Die Urheber des

Bekennerschreibens betonen zudem:

„Mit unserem Aktionsbeitrag

wollen wir nicht die ,Fridays for Future’-Bewegung

vereinnahmen –

doch sind wir auch dieser Bewegung

zugehörig“. Und weiter: „Zu einem

richtigen Generalstreik gehören

auch Blockaden und feurige Sabotageaktionen.

Menschen, die nicht

pünktlich zur Arbeit, zur Schule,

zur Universität kommen, verursachen

einen wirtschaftlichen Schaden“.

Man habe „die Reiseverbindung

zwischen Flughafen Schönefeld,

Berlin, Erkner, Cottbus und

Frankfurt (Oder) gekappt. Der

Pendelverkehr der Regionalbahn

von und zum Flughafen ist dadurch

unterbrochen worden.

Flugpersonal und Reisende kamen

zu spät an.“ Allerdings habe man

„eine Gefährdung von Menschenleben

ausgeschlossen“.

Ob es sich bei den Urhebern des

Bekennerschreibens tatsächlich um

die Urheber des Anschlags auf die

Bahn-Infrastruktur oder um Trittbrettfahrer

handelt, wird nun von

der Polizei geprüft. Der Staatsschutz

hatte die Ermittlungen bereits am

Montagmorgen übernommen.

An diesen Bahngleisen in Karlshorst schlugen die Attentäter zu.

OBERST

Das Feuer wurde in der Nacht zu

Montag gegen 3.30 Uhr indem Kabelschacht

an der Zugstrecke zwischen

den Bahnhöfen Karlshorst

undWuhlheide gelegt, wie die Polizei

mitteilte. Ein Zugführer sah demnach

einen Feuerschein in einem

Kabelschacht und löste Alarm aus.

Bundespolizisten und Feuerwehrleute

hätten die Flammen gelöscht.

Dann entdeckten sie ein weiteres

Feuer, einige Dutzend Meter ent-

fernt an der gleichen Strecke. Der

zweite Brand wurde ebenfalls gelöscht.

Ein Bundespolizist erlitt eine

Rauchvergiftung. Das Feuer zerstörte

auch Kabel für die Stromversorgung

der S-Bahn. Diese waren am

Montagnachmittag repariert. Um

16.05 wurde der Betrieb ab Erkner

wieder aufgenommen, teilte ein

S-Bahn-Sprecher mit.

Langwieriger ist die Reparatur der

zerstörten Leitungen, mit denen die

Bahn die Regionalzüge steuert.

„Zahlreiche Signale und Weichen

sind ausgefallen“, sagte ein Bahnsprecher.

„Auch die Kommunikationstechnik

und die Fahrgastinformation

sind betroffen.“ MehrereLeitungen

müssen ersetzt werden. Bis

dahin sollten mehrere Regionalbahnlinien

zum Bahnhof Lichtenbergumgeleitet

werden.

Viele Fahrgäste wurden am Montagmorgen

von den Zugausfällen

überrascht. Die S-Bahn twitterte:

„Leider ist die komplette Fahrgastinformation

auf den Bahnhöfen Wuhlheide,

Köpenick, Hirschgarten,

Friedrichshagen, Rahnsdorf, Wilhelmshagen

und Erkner ausgefallen,

bitte informiert die anderen Fahrgäste

über die aktuelle Situation.“

Immer wieder Anschläge

Die Vorgehensweise der Attentäter

erinnert anBrandanschläge in den

zurückliegenden Jahren. Im März

vergangenen Jahres hatte eine „Vulkangruppe

NetzHerrschaft zerreißen“

Kabel an der Mörschbrücke in

Charlottenburg zerstört. Bereits im

Jahr 2011 kam es zu mehreren, teils

folgenschweren Brandattacken auf

Berlins Nah- und Fernverkehrsnetz.

Unterdessen sieht mancher die

Aktivisten von„Fridays for Future“ in

der Bringschuld. So forderte der

FDP-Innenpolitiker Marcel Luthe

am Montag in einem Gespräch mit

der Berliner Zeitung, dass sich die

Verantwortlichen von „Fridays for

Future“ von derartigen Aktionen

„deutlich distanzieren“, um nicht

von„offenbar immer radikaler agierenden

Linksextremisten vereinnahmt

zu werden“.

Ein Anschluss unter dieser Nummer

Bei der Hotline „Silbertelefon“ finden Einsame seit einem Jahr Menschen zum Reden. Vorallem Seniorinnen nutzen das Angebot

VonGisela Gross

Die vor einem Jahr gestartete

Telefon-Hotline für einsame

Senioren bekommt viel mehr Anrufe

als die Helfer annehmen können.

„Wir haben vor14Tagen unser

7000. Gespräch gehabt“, sagte

„Silbertelefon“-Initiatorin Elke

Schilling kurz vor dem ersten Geburtstag

des kostenlosen Angebots

an diesem Dienstag. Bisher scheiterten

aber viele Menschen, wenn

alle Mitarbeiter im Gespräch sind:

Rund 30 000 versuchte Anrufe

seien verzeichnet worden, sagte

Schilling.

Das „Silbertelefon“ ist täglich

von 8bis 22 Uhr besetzt, die Rufnummer

lautet 0800/4708090. Gedacht

ist es für einsame Menschen

ab 60 in Berlin, die mit jemandem

reden möchten, aber nicht beim

Krisendienst oder der Telefonseelsorge

anrufen möchten.

Dass ein Teil der Anrufer nicht

durchkommt und sich mit einer

Bandansage begnügen muss, hält

Schilling in der Zielgruppe für problematisch:

„Ältere Menschen sind

ziemlich viel Ablehnung gewöhnt.

Wenn sie zu viel davon bekommen,

dann geben sie auf.“ Mögliche

Kontakte gingen so verloren. Perspektivisch

soll das Team der Hotline

Schilling zufolge von derzeit

15 auf 25 Kräfte anwachsen, die

Nummer könnte dann rund um die

Uhr erreichbar sein. Beim Start

hatte es fünf Mitarbeiter gegeben.

Kein Kontakt zu Kindern mehr

Bisher meldeten sich viel mehr

Frauen als Männer, 80bis 90 Prozent

seien weiblich, sagte Schilling.

Besonders häufig hätten die Anrufer

das Bedürfnis, überhaupt einen

Zuhörer zu haben. Viele ältere

Frauen berichteten vom abgerissenen

Kontakt zu ihren Kindern und

Enkeln. Hinzu kämen bei manchen

gesundheitliche Themen wie Depression

sowie weitere schwierige

Probleme: So habe sich etwa ein älterer

Mensch gemeldet, dem eine

Räumungsklage ins Haus stehe

und der Angst vor dem Verlust der

eigenen vier Wände habe.

Rund 30 000 Anrufversuche registrierte die Hotline in einem Jahr.

DPA/ZB/BRITTA PEDERSEN

Das geschulte Team hört zuund

vermittelt je nach Problem auch zu

Angeboten im Kiez: Einen Witwer,

der nach dem Todseiner Frau sehr

in seiner Trauer gefangen gewesen

sei und viel geweint habe, habe sie

zum Beispiel auf ein Trauercafé in

einer Kirche in seiner Nähe hingewiesen,

erzählt Schilling. „Das

kannte er noch nicht. Er hat mir

versprochen, dass er es versuchen

wird.“

Das Jobcenter zahlt die Gehälter

Auch Telefonfreundschaften mit

Ehrenamtlichen werden auf

Wunsch vermittelt: Bisher gibt es

30 Paarungen aus Freiwilligen und

Senioren, die wöchentlich miteinander

telefonieren. „Beide Seiten

können anonym bleiben“, betont

Schilling.

Unterdessen gibt es Bestrebungen,

die Hotline über Berlin hinaus

auszubauen: Entsprechende Anfragen

lägen ihr aus Deutschland,

Österreich und der Schweiz vor,

sagte Schilling. „Das können wir als

kleiner Verein nicht allein.“ Ge-

plant sei eine zweitägige Konferenz

im Mai oder Juni 2020, um sich mit

Verbündeten zu vernetzen. Dafür

würden noch Räume gesucht.

Die Finanzierung sieht Schilling

nach anfänglichen Sorgen nun

weitgehend gesichert: DieGehälter

der Hotline-Mitarbeiter übernehmen

Jobcenter – es seien Menschen

zwischen 40 und Mitte 60,

die auf dem freien Arbeitsmarkt

kaum mehr Chancen bekämen,

weil zum Beispiel längere Krankheitszeiten

hinter ihnen lägen. Telefonkosten

würden mit Spenden

finanziert, zudem sei eine Basisfinanzierung

für die Geschäftsstelle

aus Landesmitteln in Aussicht.

Träger ist der 2016 gegründete

Verein Silbernetz in Kooperation

mit dem Humanistischen Verband

Deutschland. Silbernetz geht davon

aus, dass in Deutschland rund

acht Millionen Menschen zwischen

60 und 99 Jahren zumindest

zeitweise von Einsamkeit betroffen

sind. Vorbild der Hotline war das

britische Angebot „The Silver

Line“. (dpa)


12 * Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019

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Berlin

Neuer Tunnel

für die

E-Schlagader

Bauarbeiten sollen im

Frühjahr beginnen

Eine Tunnelbohrmaschine arbeitet

sich vomkommenden Jahr an

unter der Innenstadt hindurch. Nach

mehreren Jahren Vorbereitung soll

voraussichtlich im Frühjahr der Bau

der sieben Kilometer langen Röhre

für eine neue Höchstspannungsleitung

beginnen, sagte eine Sprecherin

des Netzbetreibers 50Hertz. Das

Unternehmen spricht von der wesentlichen

„Schlagader“ für die

Stromversorgung. Begonnen wird

der Neubau an der Rudolf-Wisselbrücke

der Stadtautobahn im Norden

Charlottenburgs. Der befahrbare

Tunnel bis zum Umspannwerk

Mitte in der Bissingzeile nahe dem

Potsdamer Platz soll 2028 fertig sein.

Die sogenannte Kabeldiagonale

durchquertBerlin vonSpandau über

Mitte bis Marzahn. Das Erdkabel im

westlichen Abschnitt stammt aus

den 70er-Jahren und ist sanierungsbedürftig.

Die Schweizer Baufirma

Implenia, die vor kurzem den Auftrag

dafür von 50Hertz erhalten hat,

baut auch den neuen Abschnitt der

U-Bahn-Linie U5 Unter den Linden,

dessen Röhren nach demselben

Prinzip gebohrt wurden. Während

sich jedoch für die U-Bahn-Linie

eine Tunnelbohrmaschine mit einem

6,70-Meter-Schneidrad durch

den Untergrund fräste, genügen für

den Stromtunnel etwa 3,60 Meter.

Der Tunnel der Kabeldiagonale

wird innen einen Durchmesser von

drei Metern haben und mit einer

kleinen Gondel für Arbeiten an den

Kabeln befahrbar sein. Gebohrtwird

in 20 bis 30 Metern Tiefe, vier

Schächte sind geplant. (dpa)

Herr Gysi, das Berliner Museum der

Moderne soll mal eben doppelt so

teuer werden wie geplant. Solch

eine Preissteigerung kann sich kein

Currywurstverkäufer erlauben, Politiker

schon. Warum eigentlich?

Dass einige öffentliche Großprojekte

ewig nicht fertig und immer

teurer werden, beeinträchtigt

die Glaubwürdigkeit der Politik

massiv. Allerdings darf man Äpfel

nicht mit Birnen verwechseln.

Preissteigerungen bei einer Currywurst

sind etwas anderes als bei

einem Museum oder dem BER.

Leider ist aber die Currywurst in

den letzten zwanzig Jahren auch

teurer geworden. Politische Entscheidungen

über Großprojekte

werden nicht selten nach völlig

anderen Prämissen getroffen.

Wenn es sich um alte Gebäude wie

die Staatsoper handelt, kann man

sich hinsichtlich des Zustandes

des Unterbaus tatsächlich irren.

Anders ist es bei diesem Museum

oder beim BER. Die politischen

Planungsfehler beim BER beginnen

bereits bei der falschen Standortwahl

von Schönefeld statt Sperenberg.

Dabei spielte das Konkurrenzdenken

von München und

Frankfurt/Main eine gewichtige

Rolle.InSperenberghätte man frei

fliegen können, in Schönefeld

muss es Beschränkungen geben.

Sie waren mal Wirtschaftssenator

in Berlin. Fühlt es sich eigentlich

anders an, ob man sein eigenes

Geld ausgibt oder das des Steuerzahlers?

Na klar, aber nicht in dem

Sinne, dass man das Steuergeld

leicht mit vollen Händen ausgibt.

Zum einen reden unheimlich viele

Instanzen mit, den Rahmen bestimmt

das Parlament und zum

anderen gibt es in jedem Bundesland

einen Rechnungshof, der

streng kontrolliert – von der Öffentlichkeit

und den Medien ganz

abgesehen. Auf der einen Seite haben

wir eine überbordende Büro-

Die Interview-Kolumne

Eine Curry

mit Gysi

Die Chefredakteure Jochen Arntz und

Elmar Jehn reden jede Wochemit Gregor Gysi –

über das, was die Stadt, das Land und die Welt

bewegt. Kurz und klar,ein paar Minutennur,

solange man eben zusammensteht für eine

Curry am Mittag in Berlin.

Unser Thema in dieser Woche:

Geld undGeldverschwendung

Elmar Jehn (l.), Gregor Gysi und Jochen Arntz

kratie, auf der anderen Seite verhindert

sie aber nicht Kostenfehleinschätzungen.

Manchmal muss

man auch gegenüber „Experten“

vorsichtig sein. Schön ist aber,

dass letztlich alles rauskommt.

Den Linken sagt man ja nach, sie

könnten nicht mit Geld umgehen.

Woher kommt das?

Tja, wir verteilen lieber etwas,

als dass wir nachrechnen. Trotzdem,

überall, wo die Linke mitregiert,

werden eher Schulden der

Vorgängerregierungen abgebaut,

als neue gemacht und gleichzeitig

wird dennoch mehr investiert und

Soziales bei Kita-Beiträgen und

Schülertickets erreicht. Wahrscheinlich

geht der Ruf noch auf

Karl Marx zurück, der den Kapitalismus

zwar phantastisch analysiert

hat, aber auch folgenden Satz

über sich selbst sagte: „Eines Tages

wird das Geld abgeschafft, ich

kenne jetzt schon einen, der keins

mehr hat.“ Außerdem: In den

staatssozialistischen Ländern gab

es keine frei konvertierbareWährung

und im Vergleich zum Westen erheblich

Produktivitätsrückstände. Aber

es gab auch Menschen, die vonGeld

etwas verstanden, zum Beispiel Edgar

Most, den letzten Vizepräsident

der Staatsbank der DDR.

Waswar das Teuerste, das Sie jegekauft

haben?

Das war zweifellos mein Haus.

Aber ich lebe gerninihm.

Wieviel Geld tragen Siebei sich?

Das ist unterschiedlich. Wenn

meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

zum Beispiel Geld brauchen,

um Briefmarken zu kaufen, oder ich

in einem Restaurant essen gehe, in

dem nur Barzahlung erlaubt ist,

dann ist es etwas mehr, wenn ich

länger nicht an einem Geldautomaten

vorbeikomme,ist es deutlich weniger.

Abgesehen von Ausnahmen

reicht es meist aber für eine Currywurst.

MitBrötchen.

Senat streicht

Fahrzeuge für

Hirnpatienten

Geld soll in Rettungswagen

investiert werden

Die Regierung will die drei

Stroke-Mobile-Einsatzfahrzeuge

(STEMO) nicht weiter betreiben.

Siefahren seit 2011 und sind extra

für Schlaganfallpatienten eingerichtet.

Burkard Dregger, innenpolitischer

Sprecher der CDU, kritisierte

die Entscheidung und sagte, dass

Rot-Rot-Grün„leichtfertig das Leben

und die Gesundheit Tausender aufs

Spiel“ setze. Er könne nicht verstehen,

wieso die Gelder gestrichen

würden. „Die rollenden Kleinlabore

haben sich bewährt“, so Dregger.

Martin Pallgen, Sprecher der Innenverwaltung,

warnte davor, Panik

zu verbreiten. Weder seien Gelder

gestrichen worden, noch spiele man

mit dem Leben der Menschen. Die

frei werdenden Mittel vonsechs Millionen

Euro sollten in zusätzliche

Rettungswagen investiert werden.

Die Stemo-Wagen hätte sich nicht

bewährt, widersprach Pallgen.

Auch Wolfgang Albers, Gesundheitspolitiker

der Linken, sagte, die

Aussagen von Dregger seien so nicht

korrekt. „Wir verbessern die Strukturen“,

so Albers.Imungünstigsten Fall

benötigten die Schlaganfall-Wagen

länger zum Krankenhaus als die normalen

Rettungswagen. „Es ist sinnvoller

und besser die Rettungskapazität

auszubauen“, so Albers.

Heinrich Audebertvon der Charité,

der das Stemo-Projekt mit initiierthat,

hält die Entscheidung des Senats für

voreilig und unbegründet. „Die Fahrzeuge

haben sich bewährt. Es gab eine

Zeitlang organisatorische Probleme“,

sagte er. Die Evaluation sei zudem

nicht abgeschlossen. (mre., abg.)

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Berliner Zeitung Leserreisen

LESERREISEN


Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019 13 *

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Berlin

Unter Verdacht

Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Howoge hat wegen „erheblicher Baumängel“ ein Unternehmen angezeigt, das Studenten-Apartments errichtet hat

VonUlrich Paul

Die Vorwürfe wiegen

schwer. Wegen angeblich

erheblicher Mängel

bei einem Bauprojekt für

studentisches Wohnen und Betrugsverdachts

hat die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft

Howoge den

Vertragmit dem privaten Projektentwickler

gekündigt –und zugleich ein

Strafverfahren gegen ihn eingeleitet.

Dasteilte die Howoge am Montag in

einer Pressemitteilung mit.

Beidem Vorhaben handelt es sich

um das Projekt EBA Berlin an der

Eichbuschallee in Treptow. Dort sollen

369 vollmöblierte Apartments

entstehen. 109 Wohneinheiten davon,

aus teils echten Schiffscontainern,

waren bei Ankauf des Projektes

2016 bereits fertiggestellt. Sie sind

laut Howoge vermietet. Mitdem Ankauf

verbunden war laut Howoge zudem

ein Development-Vertrag mit

einem vom Voreigentümer beauftragten

Projektentwickler. Danach

sollten 280 Module für 260 weitere

Apartments entstehen. Der Baustart

sei im Dezember 2016 erfolgt. Im Januar

2017 sei die Howoge Eigentümer

der bestehenden Wohnmodule

geworden.

Reibungsloser Start

Die Apartments von EBA Berlin in Treptow.

Nach zunächst reibungslosem Bauverlauf

seien bis April2018 alle 280 in

einer Fabrik gefertigten Module aufgestellt

und vormontiert worden, so

die Howoge. Sie seien technisch voll

ausgerüstet und möbliert gewesen.

Der Fertigstellungstermin sei vom

Projektentwickler seitdem aber

mehrfach verschoben worden. Er

habe dies mit erheblichen Sanierungsarbeiten

in Folge eines Wasserschadens

durch ein Starkregenereignis

begründet. Zu diesem Zeitpunkt

hatte die Howoge nach ihren Angaben

bereits einen Großteil des Kaufpreises

bezahlt. Die fälligen Raten

seien nach „quantitativem Baufortschritt“

gezahlt worden, den ein

beidseitig beauftragter Baucontroller

festgestellt habe.

Der Projektentwickler habe zunächst

glaubhaft versichert, dass er

sowohl technisch als auch finanziell

in der Lage sei, den Schaden an den

Modulen zu beheben und das Pro-

„Die Howoge hält nach wie vor

an der Fertigstellung des Projektes EBA Berlin

und damit der Schaffung

von 260 weiteren Apartments

für studentisches Wohnen fest.“

Aus der Mitteilung

der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Howoge

ANDREAS SÜSS

jekt –wenn auch verspätet –fertigzustellen,

so die Howoge.

Zweifel an der Glaubwürdigkeit

und der Finanzkraft des Vertragspartners

seien im Frühsommer 2019

durch Informationen über ein eingeleitetes

Gläubigerschutz- und Vergleichsverfahren

gegen den Generalübernehmer,

ein mit dem Vertragspartner

verbundenes Unternehmen,

genährt worden. Wenig später seien

der Howoge Insiderinformationen

über„erhebliche verdeckte Baumängel“

zugetragen worden, so dass die

Howoge „von nun an davon ausgehen

musste, vorsätzlich über Bauqualität

und -ausführung getäuscht

worden zu sein“. Anfang September

habe die Howoge deswegen den Vertrag

mit dem Projektentwickler gekündigt

und am vergangenen Freitag

einen Strafrechtler mit der Einleitung

eines Strafverfahrens wegen

Betrugs beauftragt.

Sonderprüfung veranlasst

Zur internen Aufarbeitung habe die

Geschäftsführung eine Sonderprüfung

gestartet, heißt es in der Mitteilung.

Im Auftrag des Aufsichtsrates

werde zudem eine umfassende externe

Prüfung durch eine auf Immobilienwirtschaft

und Jura spezialisierte

Gesellschaft durchgeführt.

Für zukünftige Ankäufe dieser Art

würden verschärfte Qualitätssicherungsklauseln

in die Verträge eingefügt,

so die Howoge. In laufenden

Vertragsverhandlungen sollen diese

Klauseln noch einbezogen werden.

Angaben zum Projektentwickler

machte die Howoge nicht.

Die Howoge erklärte, sie halte an

dem Projekt fest und werde

schnellstmöglich eine europaweite

Ausschreibung für den Rückbau der

mängelbehafteten Bauteile und den

Wiederaufbau der Module starten.

Ziel sei, das Projekt 2021 fertigzustellen.

Der voraussichtliche Verlust belaufe

sich auf rund zehn Millionen

Euro. Dieser werde die Wirtschaftlichkeit

der Howogeaber nicht maßgeblich

beeinträchtigen.

Ulrich Paul

hält die Reaktion der Howoge

für konsequent.

S-Bahn fährtgegen Baum.

Eine S-Bahn der Linie 7ist am Montagmorgen

auf der Strecke zwischen

Griebnitzsee und Wannsee gegen einen

querliegenden Baum gefahren

und liegengeblieben. Nach Angaben

der Feuerwehr wurde bei dem Unfall

niemand verletzt. Dierund 100 Fahrgäste

seien betreut worden. Etwa

40 Rettungskräfte und ein Notfallmanager

der Deutschen Bahn waren

laut Polizei vorOrt.Die Streckensperrung

im Bereich Griebnitzsee

wurde noch am Morgen aufgehoben.

DieLinie S7 konnte anschließend

wieder durchgehend fahren.

Laubenschuppen in Flammen.

EinBrand in einer Kleingartenanlage

beschäftigte die Feuerwehr in der

Nacht zu Montag in der Nalepastraße

in Oberschöneweide.Dort

brannte ein Lagerschuppen lichterloh.

DieBrandbekämpfer hatten es

schwer den Brand zu löschen, da sie

zunächst offenbar keinen Hydranten

fanden. DerSchuppen brannte

vollständig ab,verletzt wurde niemand.

Frau in Hausflur gewürgt.

Eine 32 Jahrealte Frau ist in der

Nacht zu Montag in einem Hausflur

in Prenzlauer Berg überfallen worden.

Wiedie Polizei mitteilte,war die

Frau gegen 23.50 Uhrinihr Wohnhaus

in der Greifswalder Straße zurückgekehrt.

Im Hausflur trat plötzlich

ein unbekannter Mann vonhinten

an sie heran, würgte sie und hielt

ihr etwas gegen den Kopf. DerMann

forderte sie auf englisch auf, ihr Geld

auszuhändigen. Nachdem die Frau

der Forderung nachgekommen war,

flüchtete der Täter.Die 32-Jährige

wurde leicht verletzt.

Radlerin überfahren.

Eine Fahrradfahrerin ist am Sonntagabend

in Prenzlauer Berg voneinem

Auto erfasst und verletzt worden.

Zeugenaussagen zufolge hatte

POLIZEIREPORT

die Frau gegen 21.10 Uhrbei Rotauf

ihrem unbeleuchteten Fahrrad die

Fußgängerfurtder Wichertstraße

überquert. Ein52-Jähriger,der mit

seinem Ford bei Grün vonder Prenzlauer

Allee in die Wichertstraße abgebogen

war,erfasste die Frau hierbei,

so dass sie stürzte und sich Verletzungen

an Kopf, Nacken und

Knien zuzog.

Auto ausgebrannt.

EinAuto ist in der Nacht zu Montag

in Hellersdorfinder Mittenwalder

Straße in Flammen aufgegangen

und ausgebrannt. DieFeuerwehr

löschte zügig, dennoch brannte das

Auto vollständig aus.Die Polizei ermittelt

nun wegen Brandstiftung,

wie eine Sprecherin sagte.Verletzt

wurde niemand.

Maskierte überfallen Wettbüro.

Zwei maskierte und mit einer

Schusswaffe bewaffnete Männer haben

in der Nacht zu Montag ein

WettbüroinZehlendorfüberfallen.

Laut Polizei betraten die Täter das

Geschäft in der Berliner Straße gegen

23 Uhr. Während einer den 37 Jahre

alten Angestellten mit einer Schusswaffe

bedroht haben soll, nahm sein

KomplizeGeld aus der Kasse.Anschließend

flüchteten beide.Der

Überfallene blieb unverletzt.

Kindesentführung verhindert.

Am Bahnhof Südkreuz hat ein

25-jähriger Tunesier am Samstagabend

versucht, sein eigenes Kind zu

entführen. Er habe der leiblichen

Mutter das Kind auf dem Bahnsteig

entrissen und dann versucht zu fliehen,

so die Polizei. DerLebensgefährte

der Kindsmutter sowie eine

Bahnmitarbeiterin stoppten den

Mann schließlich. Beiihm handelt es

sich nach Polizeiangaben um den

leiblichen Vater des Kindes,dem der

Umgang mit dem Kind vomJugendamt

untersagt worden war.Erwurde

angezeigt. (BLZ, dpa)

Die besten Hits aller Zeiten

Berlin 1985: „Daddy Cool“

RADIO

AN!


14 * Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019

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Berlin

Alice Brauner dreht einen neuen Film. PAULUS PONIZAK Wolfgang Joop schwärmte am Montagabend in Berlin von Potsdam. CHRISTIAN SCHULZ Oliver Rohrbeck präsentiertein neues Live-Hörspiel. CHRISTIAN SCHULZ

Tante Ullas Käsekuchen und Vaters letzter Film

WOLFGANG JOOP

hat einen autobiographischen Roman

geschrieben. Am Montagabend

wurde im Tipi am Kanzleramt die

Premiere von „Die einzig mögliche

Zeit“ gefeiert. Aufdie Idee zum Buch,

in dem er frühe Erinnerungen festhält,

kam Joop nach der Rückkehr an

den Ort seines ersten Lebensjahrzehnts

im Krongut Bornstedt in

Potsdam. Vondort, wo ihn der Kleiderschrank

von Opa Paul tief beeindruckte

und auf Jahrzehnte beeinflusste,

waren seine Eltern mit ihm

nach Braunschweig gezogen. Joop

lebte später in Hamburg, Berlin, Monaco

und New York. Überall wurde

ihm „nach kurzer oder längerer Zeit

klar, dass ich alles Mögliche fand,

nur nichts, was nach Heimat roch

oder schmeckte“. Die gab es nur

dort, wo Tante Ulla, die Schwester

seiner Mutter,bis 2002 lebte und ihn

mit selbstgebackenem Käsekuchen

bewirtete. Dorthin sehnte er sich.

„Ich habe immer von dieser Heimat

gesprochen als wäre esVineta oder

Atlantis.“ Inzwischen steht für Wolfgang

Joop felsenfest: „Potsdam ist

ohne Vergleich, ich kenne keine

Stadt, die so traumhaft ist.“

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Wolfgang Joop hat einen Roman

geschrieben. Alice Brauner arbeitet

am Vermächtnis Artur Brauners.

ALICE BRAUNER

ist gerade täglich hin und her gerissen.

Der Zuspruch für ihren Film

„Crescendo“ ist überwältigend.

Beim Filmfestival in Ludwigshafen

erhielt er den Publikumspreis, beim

Jüdischen Filmfestival Berlin-Brandenburg

den Preis für den besten

deutschen Film mit jüdischer Thematik.

Und beim Hessischen Filmpreis

ist er in der Kategorie Bester

Film nominiert. „Ich bin wahnsinnig

stolz, dass ,Crescendo’ jetzt so einen

tollen Wegnimmt. Daswar der letzte

Film, den mein Vater gesehen hat. Er

hat dann nur zwei Worte gesagt, die

jeder versteht, der unser lustigesVerhältnis

in Bezug auf leichte Konkurrenzkämpfe

kannte: ,Leider gut!’“

Gerade begannen in Berlin die

Dreharbeiten für die Culture-Clash-

Komödie „Matze, Kebab und Sauerkraut“,

an der Alice Brauner seit zehn

Jahren arbeitet. Siehat den Filmstoff

ohne ihrenVater entwickelt.„ImMoment

arbeite ich gerade am letzten

Film meines Vaters, den er unbedingt

mit mir zusammen machen

wollte: ,Der Mann, der Hitler besiegte’,

eine wahre Geschichte. Das

wird sein Vermächtnis sein. Da wird

er auch als Produzent posthum noch

auftauchen.“

OLIVER ROHRBECK

hat für seine Live-Hörspiel-Premiere

mal wieder eine faszinierende

Hauptpersonaufgetan:Victor Lustig,

ein schillernder Trickbetrüger, wird

am Freitag ab 20 Uhr inder Ufa-Fabrik

im Mittelpunkt stehen. Bekannt

wurde Lustig als„DerMann, der den

Eiffelturmverkaufte“. Undwenn die

Zuschauer zwischendurch die Augen

schließen, werden sie eine Parade

von Hollywoodstars erleben,

denn die deutschen Stimmen von

Ben Stiller (Oliver Rohrbeck), Taylor

Swift (Yvonne Greitzke), Alec Baldwin

(K. Dieter Klebsch) und Naomi

Harris (Vera Teltz) haben die Rollen

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3. Oktober 2019

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Mittwoch, 02.10.2019 Montag, 30.09., 16 Uhr Veranstaltungen,Kulturkalender

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Am 03. Oktober 2019

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Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019 15 *

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Brandenburg

Kein gutes Jahr für Kraniche

Durch die Trockenheit gibt es in diesem Jahr kaum Nachwuchs. Naturschützer befürchten langfristig ein Abwandern der größten europäischen Vogelart

VonJeanette Bederke

Beate Blahy und Eberhard

Henne machen sich Sorgen.

Die beiden Naturschützer

aus der Uckermarksind

bekennende Kranichfans,

engagiert in der Brandenburger

AG Kranichschutz. Die anhaltende

Trockenheit habe der größten europäischen

Vogelart in diesem Jahr

starkzugesetzt, beobachteten beide.

Kraniche bevorzugen Nist- und

Schlafplätze imflachen Wasser, um

sich vor Feinden wie Fuchs, Wildschwein

oder Marderhund zu schützen.

Doch viele der angestammten

Quartieresind ausgetrocknet.

„Die Reproduktion der Tiere

sinkt, weil das Wasser fehlt“, sagt

Henne, der gerade von einer

deutschlandweiten Kranichtagung

zurück gekehrt ist und von einer

ähnlichen Situation in Mecklenburg-Vorpommernberichtet.

Größter Rastplatz im Linumer Bruch

10 000 Kranichpaare nisten jedes Jahr in Deutschland, jedes vierte davon in Brandenburg. ZB/PATRICK PLEUL

Weil die Bedingungen nicht stimmten,

hätten viele Kraniche erst gar

nicht gebrütet. „Auf 100 erwachsene

Kraniche kommen normalerweise

zehn Jungvögel. In diesem Jahr warenesnur

zwei bis drei“, sagt Blahy.

Beide Naturschützer betreuen

seit 2003 ein etwa 25 Quadratkilometer

großes Monitoring-Gebiet in der

Uckermark. Im vergangenen Jahr

hätten dort 28 Kranich-Brutpaare

noch 19 Küken groß gezogen, in diesem

Jahr seien es noch fünf Jungvögel

gewesen.

Sorgen macht sich auch Norbert

Schneeweiss von der Naturschutzstation

Rhinluch (Ostprignitz-Ruppin),

die den größten Brandenburger

Kranichrastplatz im Linumer Bruch

betreut. Auch er bestätigt einen Brutrückgang

bei den Schreitvögeln.

„Überall fehlt das Wasser.Wir haben

keine Reserven, die wir in das Teichland

und vor allem auf die Rastflächen

pumpen könnten“, sagt er.

Halte die Trockenheit als ein Zeichen

des Klimawandels an, so könnte das

beeindruckende Naturschauspiel

vonTausenden rastenden Kranichen

auf ihrem Zwischenstopp in Richtung

Süden im Linumer Bruch bald

der Vergangenheit angehören. „Die

Vögel werden sich sichereRastplätze

an der Ostsee und in Niedersachsen

suchen und damit aus Brandenburg

abwandern“, befürchtet Schneeweiss.

Dieser Ansicht sind auch die

Uckermärker Naturschützer.„Da wo

es sich anbietet, muss das Wasser in

der Landschaft gehalten werden,

sonst sind wir die Vögel in Brandenburg

irgendwann los, sollte sich die

Trockenheit auch in den nächsten

Jahren fortsetzen“, sagt Henne.Daes

an natürlichen Überflutungsflächen

fehle,blieben den Kranichen derzeit

in der Uckermark nur wenige Rastplätze:

Teichlandschaften und andere

Flachwasser-Gewässer wie den

Grimnitzsee, andem es vor Jahren

überhaupt keine Kraniche gab.

„Zahlenmäßig ist eine Verdrängung

noch nicht spürbar. Für den bedeutendsten

Rastplatz im Linumer

Bruch aber habe ich große Bedenken“,

sagt der Kranichexperte. Und

auch der Streit um die wenigen idealen

Brutplätze werde die Population

weiter sinken lassen, befürchtet er.

Weniger dramatisch sieht es derzeit

Dirk Treichel, Leiter der Nationalparkverwaltung

Unteres Odertal

(Uckermark). 50 Brutpaare gebe es

im Nationalparkentlang der unteren

Oder.Allein die acht Paareimzentralen

Bereich haben seinen Angaben

nach in diesem Jahr elf Jungvögel.

Und auch der bedeutendste Rastplatz

der Zugvögel im Norden des

Parks amStaffelder Polders sei mit

2500 Kranichen bereits gut gefüllt.

1000 mehr seien es dort durchschnittlich,

wenn sich die Tiere vor

dem Abflug zum Überwintern in

Spanien dort treffen. „Aber der Vogelzug

hat erst begonnen, hält noch

bis Mitte Oktober an.“ Ab Freitag veranstaltet

die Nationalparkverwaltung

wieder die beliebte Kranichwoche

mit täglichen Führungen zu den

Rastplätzen. „Ich sehe derzeit überhaupt

keine Gefahr, dass unsere

Gäste keine Kraniche zu Gesicht bekommen“,

sagt Treichel. Das Gebiet

des Parksinklusivedes sogenannten

polnischen Zwischenoderlands profitiert

davon, dass trotz niedriger

Wasserstände noch immer Flächen

leicht überflutet sind.

Massiv abhängig vomWasser

Doch auch der Ökologe Treichel

kann die Auswirkungen des Klimawandels

nicht übersehen.„Brandenburg

ist davon deutschlandweit am

stärksten betroffen. Die Landschaft

sowie Flora und Fauna werden sich

in den nächsten Jahren gravierend

verändern, auch im Nationalpark.“

Die Auenlandschaft sei massiv vom

Wasser abhängig, komme mit extremen

Wechseln bisher aber gut klar.

„Viele Arten, auch Kraniche, sind da

sehr anpassungsfähig. Nach zwei

Jahren Trockenheit Alarm zuschlagen,

ist übertrieben“, sagt Treichel.

Wenn die Trockenheit aber in den

nächsten Jahren anhalte, könnte es

problematisch werden. Das muss

auch er zugeben. (dpa)

Neue Regierung bis Mitte Oktober?

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hofft auf zügige Koalitionsverhandlungen

Rund dreiWochen nach der Landtagswahl

haben SPD, CDU und

Grüne in Brandenburgmit Verhandlungen

über eine gemeinsame Regierungskoalition

begonnen. Ministerpräsident

Dietmar Woidke (SPD)

zeigte sich am Montag zuversichtlich,

dass die Gespräche zügig verlaufen

können. „Ich hoffe, dass wir

Mitte Oktober durch sein können“,

sagte der SPD-Landesvorsitzende

vorden Gesprächen in Potsdam. „Es

ist gut sondiert worden, und das ist

eine gute Grundlage jetzt auch für

die Verhandlungen.“

Landtag tritt Mittwoch zusammen

Dietmar Woidke(SPD)

DPA/SOEREN STACHE

Die SPD war bei der Landtagswahl

am 1. September trotz Verlusten

stärkste Partei vorder AfD geworden,

die im Vergleich zur Wahl vor fünf

Jahren deutlich hinzugewann. Weil

die rot-rote Koalition keine ausreichende

Mehrheit mehr hat, suchte

die SPD in zweiwöchigen Sondierungsgesprächen

nach zwei Partnern

und entschied sich für CDU

und Grüne und gegen die Linke. Am

vergangenen Donnerstag stimmten

die Landesspitzen von SPD und

CDU den Verhandlungen für Rot-

Schwarz-Grün zu, ein Kleiner Grünen-Parteitag

votierte am Sonnabend

mit 82,5 Prozent dafür.

Woidke sprach von einem klaren

Votum der Grünen. „Dass die Parteien

da mit Optimismus in die Verhandlungen

gehen, das ist ein gutes

Zeichen“, sagte er. Zu Beginn der

Verhandlungen an diesem Montag

sollte es nach seinen Angaben zunächst

um Organisationsfragen und

um den Zeitplan gehen. An diesem

Dienstag sind weitere Verhandlungen

vorgesehen. Einen Tag später,

am Mittwoch, konstituiert sich der

neue Brandenburger Landtag.

Der kommissarische CDU-Landeschef

Michael Stübgen bewertete

die Entscheidung der Grünen ebenfalls

positiv. „Ich finde das ein sehr

überzeugendes Ergebnis“, sagte der

Parlamentarische Agrarstaatssekretär.„Dasist

für uns alle ein gutes Zeichen.“

Grünen-Fraktionschefin Ursula

Nonnemacher machte die Skepsis

ihrer Partei deutlich. „Wir nehmen

mit, dass es bei ganz, ganz

vielen unserer Mitglieder Bauchschmerzen

gibt“, sagte Nonnemacher

dem rbb-Inforadio. „Natürlich

ist uns das ein Auftrag, diesen Bedenken

und diesen großen Bauchschmerzen

auch gerecht zu werden.“

Nach Ansicht von Grünen-

Chefin Annalena Baerbock geht es

nun darum, alle Themen aus der

Sondierung zu konkretisieren. Es

gehe darum, „wie genau man erreichen

will, dass es keine neuen Tagebaue

in Brandenburggibt“, sagte sie.

Ein weiteres Thema sei, „wie genau

man dafür sorgen will, dass in den

Kitas der Betreuungsschlüssel endlich

auf das Niveau angehoben werden

kann, was für gute Kitas notwendig

ist“. (dpa)

25.09.2019

DEN GANZEN TAG

RADIOEINS HÖREN

UND GUTES TUN

Kampf dem Kohlebagger

„Ende Gelände“ will Ende November das Braunkohlerevier in der Lausitz lahmlegen

VonFabian Boerger

Kaum verblassen die Bilder des

Klimastreiks, kündigt die Anti-

Kohlekraft-Bewegung „Ende Gelände“

neue Protestaktionen an.

Ende November will sie im Lausitzer

Kohlerevier die Infrastruktur lahmlegen,

indem Aktivisten Kohlebagger,

Bunker und Zufahrtsstraßen blockieren.

„Wir wollen den Klimastreik

direkt an die Orte der Zerstörung tragen“,

sagte Nike Mahlhaus,Sprecherinvon

„Ende Gelände“, der Berliner

Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland, RND).

Das Aktionsbündnis kritisiert mit

seiner Aktion die Beschlüsse des Klimakabinetts.Ende

vergangener Woche

hat es ein 54 Milliarden Euro

schweres Klimaschutzpaket auf den

Weggebracht. Dassieht unter anderem

vor, dass Bahnfahren billiger

und Fliegen teurer werden soll. Auch

die Benzinpreise sollen steigen. Der

Kohleausstieg ist hingegen erst bis

2038 geplant. „Das ist ein klimapolitischer

Wahnsinn“, sagt Mahlhaus

und sei zugleich ein Schlag ins Gesicht

der 1,4 Millionen Menschen,

die mit Fridays for Future auf die

Straße gingen. Mahlhaus sagte:

„2038 –das ist viel zu spät.“ Deswegen

plane „Ende Gelände“, an den

„Ort der Zerstörung“ zu gehen und

dort zuprotestieren. Neben den Revieren

im Rheinland und in Mitteldeutschland

zählt die Lausitz zu den

großen Braunkohlevorkommen in

Deutschland. Nach Angaben der Organisatoren

sind die Aktionen am

Wochenende vom 29. November bis

1. Dezember geplant. In einer Mitteilung

kündigten sie an, dass sich tausende

Menschen vor Fahrzeuge,

Bunker und Zugangsstraßen stellen

werden, um den Kohlebetrieb vor

Ortzum Erliegen zu bringen.

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16 * Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019

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Wissenschaft

AmWochenende wurde von

acht Uhr morgens bis Mitternacht

verhandelt, seit

Montag früh gab es gar

keine Pause. Denn irgendwann am

heutigen Dienstag muss er fertig

sein, der Sonderbericht des Weltklimarats

IPCC, der zurzeit bei der 51.

Plenarsitzung des Gremiums in Monaco

erstellt wird. Schließlich ist geplant,

das Werk am Mittwoch der Öffentlichkeit

zu präsentieren. Parallel

zum UN-Klimagipfel in New York,

der am Montag zu Ende ging, diskutierte

man also auch in dem Stadtstaat

am Mittelmeer über die Folgen

der globale Erwärmung.

In dem IPCC-Sonderbericht geht

es um den Ozean und die Kryosphäre

–also den vereisten Teil der Erde –in

einem sich wandelnden Klima. 104

Autoren aus 36 Ländern haben fast

7000 wissenschaftliche Veröffentlichungen

zu dem Thema durchforstet,

um den Sachstand zur Erwärmung

der Ozeane, zum Meeresspiegelanstieg

und zum Abschmelzen des

Eises in Gebirgen und an den Polen

der Erde zusammenzutragen.

Denn dafür ist der IPCC als Institution

der Vereinten Nationen zuständig:

Wissenschaftler tragen für

das Gremium aktuelle Erkenntnisse

der Klimaforschung zusammen und

bewerten sie in Hinblick auf den Klimawandel.

Damit liefertder IPCC, in

dem 195 Länder Mitglied sind, die

Grundlagen für wissenschaftsbasierte

Entscheidungen der Politik.

Dem Kernteam von Forschern, das

den Sonderbericht seit drei Jahren

vorbereitet hat und nun in Monaco

den finalen Entwurf mit den Delegierten

der Länder verhandelt, gehört

ein Berliner an: Jochen Hinkel

vom Global Climate Forum, einem

gemeinnützigen Interessenverband

von Forschungsinstituten, Nichtregierungsorganisationen

und Firmen,

die sich mit Klimafragen beschäftigen.

Er hat am Freitag vonMonaco aus

die weltweiten Klimastreiks und die

Vorstellung des Klimaschutzprogramms

der Bundesregierung verfolgt

–und hatte dabei sehr gemischte

Gefühle. Der Wissenschaftler ist begeistert,

dass allein in Berlin rund

270 000 Menschen für mehr Klimaschutz

demonstriert haben. Und er

ist enttäuscht vondem Paket, das das

Klimakabinett geschnürthat.

Deiche aufstocken

„Es ist ein Flickwerkvon kleinen Maßnahmen.

Damit lassen sich die Klimaziele

für 2030 nicht erreichen“,

sagt Hinkel, der sich als Wirtschaftswissenschaftler

seit zwanzig Jahren

mit dem Klimawandel, der Anpassung

daran und dem Risikomanagement

befasst. Wie andere Klimaforscher

findet er,dass die Entscheidungen

vonpolitischer Mutlosigkeit zeugen

und moniertvor allem die viel zu

niedrige Bepreisung vonCO 2 .„Mit10

Euro pro Tonne CO 2 einzusteigen ist

viel zu wenig um die notwendigen

starken Anreizezur Emissionsminderung

zu geben“, sagt Jochen Hinkel.

Allerdings waren seine Erwartungen

an das Klimakabinett auch nicht

besonders hoch. Denn der 49-Jährige

hat im Laufe seiner Tätigkeit

beim World Climate Forum und zuvor

amPotsdam-Institut für Klimafolgenforschung

miterlebt, wie Entscheidungsfindungen

in der Politik

Bangen um Eis und Küsten

zustande kommen und ist ernüchtert.

„Der Einfluss von Interessengruppen,

die den Status quo beibehalten

wollen, ist sehr groß. Deshalb

hätte mich ein großerWurf auch sehr

überrascht“, sagt er.

Trotzdem investiert Jochen Hinkel

viel Zeit in die Arbeit für den

IPCC. Denn es ist ihm wichtig, dass

die Grundlagen für wissenschaftsbasierte

Entscheidungen der Politik geschaffen

werden. Hinkel ist beim

Sonderbericht über die Ozeane und

die Kryosphäre thematisch verantwortlich

für das Kapitel über den

Meeresspiegelanstieg und die Folgen

für niedrig gelegene Inseln, Küsten

und Gemeinden. „Darin geht es

sowohl um die physikalischen Erkenntnisse

zum Meeresspiegelanstieg

als auch um die Folgen und die

Möglichkeiten der Anpassung“, sagt

der Berliner Forscher.

In dem Kapitel wird also nachzulesen

sein, wo Überschwemmungen

und Sturmfluten zunehmend Probleme

bereiten können, in welchen

Regionen Land verloren zu gehen

droht und wie sich Ökosysteme wie

Marschen und Mangroven verändern.

Doch die Experten zeigen auch

auf, welche Möglichkeiten die Menschen

haben, sich zu wappnen. „Seit

Jahrhunderten schützen sich die

Menschen vor Sturmfluten durch

Deichbau. In den Tropen kommt

aber auch zum Beispiel das Aufforsten

von Mangrovenwäldern infrage,

mit dem sich Überschwemmungen

verhindernlassen“, sagt Hinkel.

Details aus dem Bericht darf der

Forscher vorab nicht verraten. Ohnehin

wird auch Hinkel erst diesen

Dienstag den genauen Wortlaut der

einzelnen Kapitel kennen. Denn der

wird zurzeit verhandelt. Schließlich

wurde der Sonderbericht von den

195 Regierungen der IPCC-Mitgliedsländer

in Auftrag gegeben und

sie alle haben Mitspracherecht.

Dabei stünden nicht die wissenschaftlichen

Fakten zur Debatte,

sondern esgehe um politische Aspekte

bei der Wortwahl und den Formulierungen,

betont Hinkel. „Wenn

im Text zum Beispiel Städte genannt

werden, die mit Blick auf den steigenden

Meeresspiegel besonders

vulnerabel sind, dann kann es vorkommen,

dass kleine Inselstaaten

aus dem Pazifik darauf bestehen,

auch erwähnt zu werden.“

Jedes Land hat die Möglichkeit,

Kommentare und Wünsche einzubringen.

Deshalb dauert die Verhandlung

des Entwurfs auch so

lange.„DasDokument wirdper Beamer

an die Leinwand des Saals projiziert

und dann geht es Satz für Satz.

Wenn ein Land einen Änderungswunsch

hat, beraten sich die Autoren

kurz, machen einen Vorschlag

wie der Satz geändert oder ergänzt

werden könnte und dann muss die

Der Weltklimarat IPCC stellt am Mittwoch seinen

Sonderbericht zu den Folgen des Klimawandels für

Klein und bedroht: Zu den Malediven gehören 1196 Inseln. 220 sind von Einheimischen bewohnt, 144 weitere werden touristisch genutzt.

Polkappen, Gletscher und Ozeane vor

FORSCHUNGS-FAKTEN

Das Gremium: Das Intergovernmental

Panel on Climate Change, kurz IPCC,

wurde 1988 gegründet. Das auch Weltklimarat

genannte Gremium ist eine Institution

der Vereinten Nationen, zurzeit sind

195 Länder beteiligt. Der IPCC erarbeitet

Grundlagen für wissenschaftsbasierte

Entscheidungen der Politik. Er schlägt

aber weder konkrete Lösungswege vor

noch gibt er politische Handlungsempfehlungen.

Die Forscher: Wissenschaftler aus der

ganzen Welt tragen ehrenamtlich zur Arbeit

des IPCC als Autoren und Gutachter

bei. Für jeden Bericht werden neue Autorenteams

zusammengestellt. Sie stellen

für die Berichte den aktuellen Stand der

Klimaforschung zusammen und bewerten

anhand anerkannter Veröffentlichungen

den neuesten Kenntnisstand zum Klimawandel.

Die Berichte: Der Weltklimarat hat bislang

fünf umfangreiche Sachstandsberichte

veröffentlicht, zuletzt 2014/2015.

Am sechsten wird zurzeit gearbeitet. Darüber

hinaus gabeszwölf Sonderberichte,

der aktuelle zu den Ozeanen und der

Kryosphäre ist der 13.

VonAnne Brüning

IMAGO IMAGES

Änderung einstimmig angenommen

werden“, berichtet der Forscher.

Das klingt nach einem Vorhaben,

das sich endlos hinzieht. Aber für gewöhnlich

kommt ein Konsens zustande.

„Die Vertreter der einzelnen

Regierungen sind zumeist sehr erfahrene

Diplomaten –etwa vonUmweltministerien

oder Umweltämtern.

Und esgibt im Vorfeld schon

zwei Runden, in denen Kommentare

abgegeben werden“, sagt Hinkel.

Viel Beachtung wird am Mittwoch

vermutlich der Sachstand zum

Ausmaß des Meeresspiegels finden.

Auch zu diesem Aspekt darf Hinkel

vorab nichts sagen. Aber schon die

Zahlen aus dem 2014/2015 vorgestellten

allgemeinen fünften Sachstandsbericht

des IPCCsind besorgniserregend:

Demnach steigen die

Ozeane derzeit im globalen Mittel

um rund drei Millimeter pro Jahr

und damit 30 Zentimeter in hundert

Jahren. Doch der Anstieg beschleunigt

sich. Das zeichnete sich bereits

im letzten IPCC-Bericht ab. Damals

wurde unter der Annahme, dass die

Menschheit weiter wie bisher viel

CO 2 in die Atmosphäre entlässt, die

Wahrscheinlichkeit, dass der Meeresspiegel

bis 2100 um 0, 5bis 1Meter

ansteigt, mit 66 Prozent beziffert.

Nunist also die Frage,obsich die

Situation verschärft hat. „Es gibt seit

dem fünften Sachstandsbericht viele

neue Forschungserkenntnisse zur

Antarktis.Dortgibt es instabile Gletscher,

bei denen eine große Unsicherheit

darüber herrschte, unter

welchen Bedingungen sie abtauen“,

erläutert Hinkel. Fest steht, dass die

Antarktis ein wichtiger Faktor ist.

„Wenn dort mehr Eis taut als bisher

angenommen, wird sich der Anstieg

des Meeresspiegels sehr stark beschleunigen“,

sagt Hinkel.

Im Vergleich zur vorindustriellen

Zeit liegt der Level der Ozeane bereits

um 20 Zentimeter höher. „Das

macht sich am meisten dortbemerkbar,woeswenig

Gezeiten gibt –also

in den Tropen“, berichtet Hinkel. Die

Malediven zum Beispiel liegen im

Schnitt 1,5 Meter über Normalnull.

„Dorthat man mit drei bis vier Meter

hohen Wellen zu kämpfen, die auf

die den Inseln vorgelagerten Korallenriffe

prallen“, berichtet Hinkel.

„50 Zentimeter Meeresspiegelanstieg,

zusammen mit dem erwarteten

Absterben von schützenden Korallenriffen

stellen eine existenzielle

Bedrohung für viele Atoll-Inseln dar,

die nicht das Geld haben sich zu

schützen“, ergänzt er.

Selbst bei einem Anstieg von einem

Meter oder mehr bis 2100 seien

die deutschen Küstenlinien weitgehend

zu sichern. „An der Nordsee

gibt es bis zu acht Meter hohe Deiche,die

müssten erhöht werden, was

technische Herausforderungen mit

sich bringt. Aber dann ist man dort

gerüstet für die nächsten hundert

Jahre“, sagt Hinkel. Handlungsbedarf

gebe es auch an der Ostseeküste,

die größtenteils bislang nicht

geschützt ist. „Dort wird man neue

Deiche bauen, vorhandene Deiche

erhöhen und zunehmend in Sandvorspülungen

investieren müssen,

mit denen die Dünen gesichert werden.“

Fraglich sei allerdings, oballe

Agrarflächen in Küstennähe erhalten

bleiben können.

In Deutschland wäre also auch

ein beschleunigter Anstieg des Meeresspiegels

zu managen. „Global

sind die Risiken aber sehr ungleich

verteilt“, sagt Hinkel. Kleine Atoll-Inseln

wie die Malediven zum Beispiel

seien besonders stark inGefahr und

hätten zugleich oft nicht die wirtschaftliche

Kraft, Schutzmaßnahmen

zu ergreifen.

Jakarta sinkt

Auch Metropolen am Meer wie Jakarta,

Manila, Bangkok und Shanghai

seien besonders gefährdet. „Sie

alle sind an Fluss-Deltas gelegen, deren

Sedimente hauptsächlich durch

Förderung von Trinkwasser kompakter

werden. Deshalb sinken sie

derzeit ohnehin unter den Meeresspiegel“,

berichtet der Forscher. Besonders

rasch schreite dieser Prozess

zum Beispiel im indonesischen Jakarta

voran – und die Regierung

habe noch keine Lösung für das

Problem gefunden.

Global gesehen könne es sehr unangenehm

werden, wenn sich die

Erde weiter wie bisher erwärmt,

warnt der Berliner Forscher. Essei

nötig, die Treibhausgasemissionen

starkzureduzieren.„Mir ist klar,dass

es schwer ist, ein Energiesystem umzubauen“,

sagt er. Aber es bleibe

nicht mehr viel Zeit. Die soziale Bewegung,

die im vergangenen Jahr

rund um den Klimaschutz entstanden

ist, lässt ihn hoffen, dass wir die

Kurvedoch noch kriegen.

Wieviele Biber hat das Land?

Forscher starten ein umfassendes Projekt zur Verbreitung von 270 Säugetierarten in Europa. Denn nur wenn man weiß, wo bedrohte Arten leben, kann man sie auch schützen

Biber, Wolf und Goldschakal sind

in Europa auf dem Vormarsch.

Auch Elche und Braunbären erobern

regional neue Gebiete. Der Europäische

Nerz dagegen wirdimmer rarer

–und etliche Fledermausarten sind

stark rückläufig. Einen genauen

Überblick gibt es jedoch nicht.

Darum nimmt nun ein Großprojekt

der Stiftung Europäische Säugetiere

die Verbreitung der SäugetiereinEuropa

in den Blick und prüft, wie sich

deren Lebensräume in den vergangenen

25 Jahren verändert haben.

Rund 270 Säugetierarten sollen dabei

erfasst werden.

„Es ist ein Mammutprojekt“, sagt

der Sekretär der Stiftung, Laurent

Schley, in Luxemburg. Die Fläche,

die kartiertwerden soll, umfasse 11,5

Millionen Quadratkilometer in 42

Ländern: „Von Portugal bis zum Ural

und von Griechenland bis Spitzbergen.“

Die Ergebnisse sollen 2024 in

einem rund 600 Seiten dicken Atlas

erscheinen. „Es ist das weltweit

größte Kartierungsprojekt für Säugetiere“,

betont der Biologe.

Das Besondere sei, dass 1999 bereits

eine erste Ausgabe des Atlas erschien

–wenn auch nur für etwa die

Hälfte der Fläche. „Das ermöglicht

uns jetzt einen Langzeitvergleich,

auch im Zuge des Klimawandels“,

sagt Schley.Ersteuertmit neun weiterenWissenschaftlerndas

Projekt, das

73 nationale Koordinatoren einbindet.

Die Informationen zur Verbreitung

seien vor allem wichtig, um die

Arten besser schützen zu können.

Holger Meinig ist einer der beiden

deutschen Koordinatoren. In

Deutschland gebe es derzeit 107

Säugetierarten, sagt er. Darunter etliche,

von denen ein großer Teil der

weltweiten Bestände hierzulande

vorkommen. Als Beispiel nennt er

die Fransenfledermaus, das Graue

Biber:Einst fast ausgerottet, sind sie

heute auch wieder in Berlin heimisch. DPA

Langohr – ebenfalls eine Fledermausart

– und die Schabrackenspitzmaus.

„Für diese Arten hat

Deutschland eine besondereVerantwortlichkeit“,

sagt Meinig, der gerade

die nächste Fassung der deutschen

Roten Liste mit erarbeitet hat.

Der Europäische Nerz sei auch in

Deutschland ausgestorben, sagt er.Es

gebe derzeit zwei Ansiedlungsprojekte:

in Niedersachsen und im Saarland.

Drastisch sei die Lage beim

Feldhamster, der etwa in Nordrhein-

Westfalen ausgestorben sei. Dieses

Jahr seien dort imehemaligen Verbreitungsgebiet

128 Tiere ausgesetzt

worden, um ihn wieder anzusiedeln.

Auch der Gartenschläfer verschwinde

zunehmend. DerLuchs,für den es ein

Wiederansiedlungsprojekt im Pfälzer

Wald gebe,stagnieremit etwa 80 TiereninDeutschland.

Im Aufwind seien dagegen bundesweit

der Biber,der Fischotter und

der Wolf. VonPolen wanderten wieder

Elche nach Brandenburg und

Mecklenburg-Vorpommern ein: „Es

hat auch schon eine Reproduktion

gegeben.“ Und auch der Goldschakal

ist an verschiedenen Stellen

nachgewiesen worden. „Aber ohne

Reproduktion.“ (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019 17 *

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Sport

Ein Berliner

kehrt

zurück

WasBasketballfans vor dem

BBL-Start wissen müssen

VonChristian Kattner

Die Basketballer von Alba Berlin

starten am Sonnabend mit einem

Pokalspiel in die Saison, doch

schon am heutigen Dienstagabend

finden in der Basketball-Bundesliga

(BBL) die ersten drei Partien statt.

Diesmal bleiben die Regeln unverändert.

Es gibt nur einen statt der

üblichen zwei Aufsteiger. Wer ist

neu? Werdarfnicht mitspielen? Und

was ist mit dem Allstar Day? Hier

sind die Antworten.

Premiere in Hamburg

Nach etlichen Jahren ist Hamburg

wieder in der BBL vertreten, durch

die Hamburg Towers. Unerwartet

setzte sich der 2013 gegründete Verein

im Play-off-Halbfinale der Pro A

gegen Chemnitz durch und schaffte

damit die Qualifikation für die BBL.

DerGewinn der Meisterschaft gegen

Nürnberg war die Krönung der Saison.

Bei der Zusammenstellung des

Kaders achteten die Macher um den

ehemaligen Nationalspieler Marvin

Willoughby darauf, dass sie möglichst

unbekannte Spieler verpflichten.

Mit dem gebürtigen Berliner

Heiko Schaffartzik, 35, allerdings ist

den Towers ein Transfer geglückt, der

auch außerhalb Hamburgs registriert

wurde. Das erste Aufeinandertreffen

mit Alba Berlin wird esinder

BBL am 22. Dezember geben.

Nürnberg darf nicht mitmachen

Auch wenn sie das Finale der Zweiten

Liga gegen Hamburg verloren

haben, war den Nürnberger Falcons

zumindest auf sportlichem Wegdie

Qualifikation für die BBL gelungen.

Anders als den Towers wurde den

Franken aber die Lizenz verweigert.

DerVerein soll wesentliche Anforderungen

nicht erfüllt haben. Konkret

ging es dabei um die fehlende wirtschaftliche

Leistungsfähigkeit und

Erst für die BayernimTest, inzwischen ein

Hamburger:HeikoSchaffartzik. IMAGO IMAGES

um eine bundesligataugliche Spielstätte.

Die Nürnberger gaben sich

damit nicht zufrieden, legten mehrfach

Einspruch ein, hatten aber keinen

Erfolg. Dennoch gingen sie aus

diesem Prozess als Gewinner hervor:

Mittlerweile gibt es die feste Zusage

für den Baueiner Halle.Die BBL wird

aber nur mit 17 statt 18 Teams spielen.

Daher hat Alba noch Zeit bis

zum Startindie BBL.

Kein Allstar Day

Bereits in der vergangenen Saison

hatte Alba auf eine Teilnahme am

Allstar Dayverzichtet. DieBelastung

auf europäischer Ebene war zu groß

und hätte zu einer Terminkollision

geführt. Diese war auch in diesem

Jahr zu befürchten und zudem gibt

es im Februar noch ein Nationalmannschaftsfenster.

Die BBL setzt

den Allstar Dayaus,weil auch andere

Klubs unter Terminnot leiden.

International im Einsatz

Gleich mehrere Mannschaften aus

der BBL spielen international: Alba

und die Bayern in der Euroleague,

Oldenburg und Ulm im Eurocup,

Bamberg und Vechta in der Fiba

Champions League, Bayreuth im

Fiba Europe Cup.

Lästig wie ein Wespenstich

Dortmund will die leidige Mentalitätsdebatte nicht führen –trotzdem stellt sich die Frage sehr wohl

VonFrank Hellmann, Frankfurta.M.

Mal angenommen, die

Deutsche Fußball-

Liga (DFL) hätte es gewagt,

nicht den Europa-League-Teilnehmer

VfL Wolfsburg,

sondernden Europapokalstarter

Eintracht Frankfurt für das erste

Montagsspiel der Saison zu verpflichten:

Das mal wieder sehr unterhaltsame

Aufeinandertreffen mit

Borussia Dortmund (2:2) wäre dann

nicht an einem lauen Spätsommerabend,

sondern aneinem verregneten

Frühherbsttag gespielt und garantiert

von geharnischten Fanprotesten

beider Lager begleitet worden.

Aber auf so eine geballte

Ladung Wuthatte niemand Lust.

Dass sich dann doch vordem Jahreszeitenwechsel

im Frankfurter

Stadtwald eine explosive Mischung

Unmut entlud wie bei einem unvermeidlichen

Sommergewitter, hatte

mit BVB-Kapitän MarcoReus und einem

wiederkehrenden schwarz-gelben

Verhaltensmuster zu tun. Wie

der selbst ernannte Titelfavorit die

Adlerträger in der ersten Halbzeit im

Spiel hielt und letztlich zweimal seinen

durch Axel Witsel (11.) und Jadon

Sancho (66.) herausgespielten

Vorsprung hergab, erinnerte fatal an

die Versäumnisse der Vorsaison.

Mangelnde Konsequenz, fehlender

Killerinstinkt auf Wiedervorlage.

Eine berühmte-berüchtigte Frage

Hat genug gesehen fürsErste: Dortmunds Kapitän Marco Reus.

Angeschlagen: Abwehrspieler

Mats Hummels vomFußball-Bundesligisten

Borussia

Dortmund hofft auf eine

schnelle Rückkehr am kommenden

Wochenende. Dann

spielt der BVB gegenWerder

Bremen.

MATS HUMMELS

Angekündigt: „Ich versuche,

es bis Samstag wieder zu

schaffen, ob es klappt, wird

sich aber erst in ein paar Tagenzeigen“,

twitterte Hummels

am Montag.Eine genauere

Diagnose steht noch

aus.

DPA/THISSEN

Angeknackst: Hummels

musste in Frankfurtaufgrund

einer Rückenverletzung in

der 63. Minute vorzeitig ausgewechselt

werden. Dan-

Axel Zagadou kam für den

30-Jährigen in die Begegnung.

Zeit für einen Appell

Doch Reus schien die erneute

Mentalitätsfrage so lästig wie ein

heimtückischer Wespenstich beim

letzten TagimFreibad. „Das geht mir

so auf die Eier.Das 2:2 war ein Mentalitätsproblem?

Wir haben uns

dumm angestellt beim 2:2, auf jeden

Fall. Aber kommt mir jetzt nicht mit

eurem Mentalitätsscheiß. Jede Woche

immer dieselbe Kacke“ ,giftete

der 31-Jährige, der eigentlich auch

deshalb zu „Deutschland Fußballer

des Jahres“ gekürt wurde, weil bei

ihm ein erstaunlicher Reifeprozess

mit hoher Selbstreflexion zu besichtigen

war. Insofern überraschte die

kurze Zündschnur des Anführers,

der dann auch noch zur Dopingprobe

musste. Immerhin hatte der

erneut recht glücklos agierende Angreifer

eingeräumt, dass sich fehlende

Abgebrühtheit „wie ein roter

Faden“ durch die jüngere Vergangenheit

ziehe.

Derweil legte Sportdirektor Michael

Zorc den Finger in die Wunde.

„Wir sind nicht fokussiertaufs zweite

Tor gegangen, wir haben ein bisschen

rumgedaddelt“, rüffelte Zorc

und schob nach: „Das war leichtfertig.

So spielt keine Spitzenmannschaft.“

Die Mentalitätsfrage umschiffte

der Manager vorsorglich.

„Das könnt ihr euch selbst beantworten“,

sagte der 57-Jährige, um

auf dem Absatz umzudrehen. Verbesserungsbedarf

besteht offenbar

genauso wie Redebedarf.

„Es gibt nie eine Phase im Spiel, in

der wir richtig Kontrolle haben“,

sagte Thomas Delaney, dessen unglückliches

Eigentor am Ende einer

Fehlerkette stand (88.). Vorden Augen

vonBundestrainer Joachim Löw

hatte sich Mats Hummels zu diesem

Zeitpunkt wegen Rückenproblemen

bereits auswechseln lassen müssen,

aber der 30-Jährige wirkte auch

längst nicht so souverän wie zuletzt

in der Champions League. ImGlauben

an die unbestrittene individuelle

Klasse lässt das Team die Zügel

immer wieder schleifen: Schon in

den Auswärtsspielen beim 1. FC

Köln (3:1) und bei Union Berlin (1:3)

war eine unpassende Laissez-faire-

Haltung zu besichtigen.

Gift der Selbstüberschätzung

Das Spiel in Frankfurt erinnerte

fatal an das merkwürdige 2:2 bei

Werder Bremen, als dieWestfalen am

32. Spieltag ihreprächtige Ausgangsposition

im Titelrennen endgültig

aufgaben. Im Sommer wurde der

nächste Anlauf auf die Schale proklamiert,

weil Zugänge wie Hummels,

Julian Brandt, Thorgan Hazard oder

Nico Schulz nicht nur als fußballerische

Bereicherung gelten. Offenbar

ist das schleichende Gift der Selbstüberschätzung

aber nicht besiegt.

Insofern ist es erstaunlich, dass

Cheftrainer Lucien Favre als Gegenrezept

noch mehr Ballkontrolle will.

„Viel Ballverluste für nichts“, lautete

seine Erklärung fürs Systemversagen.

„Wir haben nicht schlecht gespielt,

aber nicht optimal, um einen

Sieg zu erreichen.“ Der Schweizer

wird seinen fachlichen Ansatz kaum

verraten, aber zu einer Anpassung

muss auch der Taktiktüftler bereit

sein, will der 61-Jährige mittelfristig

sein Tunimemotionalen BVB-Konstrukt

nicht gefährden. Der Wetterumschwung

könnte zumindest helfen,

damit sich die erhitzten Gemüter

wieder abkühlen. Um dann allerdings

einen stürmischen Herbst zu

verhindern, braucht es am Samstagabend

im Heimspiel gegen den personell

gebeutelten SV Werder einen

Sieg. Vermutlich wirddafür die Qualität

schon wieder ausreichen.

Union-Keeper Rafal Gikiewicz mahnt seine Mitspielern vor dem Spiel gegen Frankfurt zu einer gesteigerten Konzentration

VonMathias Bunkus

Zweimal hat der 1. FC Union zuletzt

vermeidbare Niederlagen

hinnehmen müssen. Am Freitag

nun empfängt der Fußball-Bundesligist

Eintracht Frankfurt. Im Stadion

An der Alten Försterei wird es

darum gehen, einen Negativtrend

abzuwenden, das weiß auch Rafal

Gikiewicz.

Nach der Niederlage in Leverkusen

war der Torwartdes 1. FC Union

mehr als angefressen. „Wir verlieren

hier 0:2, aber das passiert schon in

den ersten 25 Minuten. Da waren

wir wohl noch in der Kabine“,

schimpfte der 31 Jahre alte Schlussmann.

„Es gab kaum etwas zu halten

für mich, weil wir Leverkusen

keine Chancen erlaubt haben. Aber

trotzdem gehen wir hier mit leeren

Händen weg.“ Er vermisst Aggressivität

im Auftreten seiner Teamkollegen,

und die Partie in Leverkusen

dient ihm als bestes Beispiel: „Wir

machen nur zwei Fouls in der ersten

Halbzeit. Wenn du in der Liga bleiben

willst, geht das so nicht“, kritisierte

Gikiewicz.

DieStatistik zur Niederlage untermauert

seine Einlassung. 115,52 Kilometer

Laufleistung insgesamt

standen bei den UnionernzuBuche,

120,09 bei den Hausherren. 4:20 lautete

das Verhältnis bei den Torschüssen,

95:78 bei den Fehlpässen. Auf

nur 33 Prozent Ballbesitz kamen die

Köpenicker. Zu wenig. Von allem.

Das fand auch Gikiewicz. „Wir gewinnen

keine Zweikämpfe,wir laufen

nur hinterher. Fünf, sechs Minuten,

das kostet Kraft. Langsam wird es

frustrierend“, sagte der Pole, der die

Ursache des Problems klar umreißt:

„Das ist Kopfsache.Wenn wir gespielt

hätten mit der Mentalität wie gegen

Dortmund, dann hätten wir heute

hier nicht verloren. Wenn du nicht

richtig konzentrierst bist, nicht von

der ersten Minuten an auf dem Platz

bist, dann verlierst du solche Spiele.“

Eine unbekannte Schwäche

Fehler unterlaufen in einer Begegnung

allen Mannschaften, auch solchen,

die individuell über mehr Qualität

im Kader verfügen. Doch mit ihren

Fehlern, findet Gikiewicz, machen

es die Unioner dem Gegner

Vollbluttorwart: Gikiewicz.

AFP/ANDERSEN

schlichtweg zu leicht: „Wir bekommen

zu einfache Gegentore. Gegen

Bremen auch nach Standards.“

Es ist eine Schwäche, die bei den

Eisernen in der Vorsaison eher unbekannt

war. Die Abschlusstabelle der

Zweiten Liga verzeichnete 33 Gegentore,

nach fünf Spieltagen nun in Liga

eins sind es bereits zehn. Auch wegen

der Leichtfertigkeit kann sich Gikiewicz

nicht beruhigen. „Wir stehen zu

tief und gehen nicht richtig rauf auf

den Ball, wollen ihn nicht blockieren.

Wirwarten eher ab und dann schießt

der Gegner einfach nur.Dann werden

die Bälle auch noch abgefälscht.“

Aber Gikiewicz wäre nicht Gikiewicz,

wenn er nicht noch einen Appell

an die Kollegen parat hätte.Sein

Stichwort lautet: Frustrationstoleranz.

„Das ist das Lieblingswort des

Freiburger Trainers.“ Christian

Streich als Vorbild? Gikiewicz sagt zu

den Rückschlägen: „Wir müssen das

aushalten und weiter arbeiten. Uns

nicht runterziehen lassen, sondern

die Fehler erkennen und abstellen.“

Am Freitag, sagt er,„müssen wir wieder

kämpfen“. Eintracht Frankfurt

kommt. Aufein Neues.

NACHRICHTEN

Jürgen Klopp zum

Welttrainer gewählt

FUSSBALL. Jürgen Klopp ist nach

Jupp Heynckes 2013 und Joachim

Löw 2014 als dritter Deutscher Welttrainer

des Jahres.Der Teammanager

des FC Liverpool setzte sich bei der

Fifa-Wahl vorPep Guardiola (Manchester

City) und Mauricio Pochettino

(Tottenham) durch. Welttorhüter

wurde Alisson Becker (FC Liverpool)

vorMarc-André ter Stegen,

Weltfußballer zum sechsten Malsein

FC-Barcelona-Kollege Lionel Messi.

Suspendierung bleibt: Kein

russisches Team bei der WM

LEICHTATHLETIK. DerWeltverband

sieht die Bedingungen für eine Wiederzulassung

Russlands nicht erfüllt

und erhält die seit November 2015

bestehende Suspendierung im Zuge

des Dopingskandals aufrecht. Bei

derWM ab Freitag in Katar gibt es somit

kein russisches Team, die 28 nominierten

Athleten starten unter

neutraler Flagge.

Erneutes Erstrunden-Aus

für Angelique Kerber

TENNIS. DieKielerin Angelique Kerber,31,

findet auch unter ihrem Interimscoach

Dirk Dier nicht in die

Spur.Die ehemalige Nummer eins

der Welt unterlag im chinesischen

Wuhan gegen Monica Puig aus Puerto

Rico 6:7 (5:7), 7:5, 1:6 und schied

zum fünften Malinden letzten sechs

Turnieren in der ersten Runde aus.

ZAHLEN

Bundesliga

5. Spieltag

FC Schalke04−Mainz 05 2:1 (1:0)

München−1.FCKöln 4:0 (1:0)

Leverkusen−Union Berlin 2:0 (2:0)

Hertha BSC−SCPaderborn 2:1 (1:0)

SC Freiburg−FCAugsburg 1:1 (1:1)

SV Werder Bremen−RBLeipzig 0:3 (0:2)

M'gladbach−Düsseldorf 2:1 (0:1)

Eintr.Frankfurt−Bor.Dortmund 2:2 (1:1)

VfL Wolfsburg −Hoffenheim 1:1 (1:1)

1RB Leipzig 5 13: 3 13

2München 5 16: 4 11

3 Bor.Dortmund 5 15: 7 10

4 SC Freiburg 5 11: 4 10

5FC Schalke04 5 10: 5 10

6M'gladbach 5 7: 5 10

7 Leverkusen 5 8: 7 10

8 VfL Wolfsburg 5 8: 4 9

9Eintr.Frankfurt 5 7: 7 7

10 SV Werder Bremen 5 8: 12 6

11 Hoffenheim 5 4: 7 5

12 FC Augsburg 5 7: 11 5

13 Düsseldorf 5 7: 9 4

14 Union Berlin 5 5: 10 4

15 Hertha BSC 5 5: 11 4

16 1. FC Köln 5 4: 11 3

17 Mainz 05 5 5: 15 3

18 SC Paderborn 5 6: 14 1

3. Liga

9. Spieltag

Würzb.Kickers −SVMeppen 3:2 (3:1)

Chemnitzer FC−FCCZJena 3:2 (1:1)

Kaiserslautern−Magdeburg 1:1 (0:0)

Duisburg −München 2:1 (1:1)

Unterhaching −Großaspach 2:0 (2:0)

Hallescher FC−Pr. Münster 2:2 (0:0)

Viktoria Köln−Braunschweig 0:0

Hansa Rostock −FSV Zwickau 1:1 (1:0)

B. München II−Ingolstadt 2:1 (1:1)

KFC Uerdingen −Waldhof Mannheim 0:3 (0:0)

1Unterhaching 9 17: 12 20

2 Hallescher FC 9 19: 8 19

3Braunschweig 9 19: 11 19

4 Viktoria Köln 9 20: 13 17

5 Duisburg 8 20: 11 16

6 Waldhof Mannheim 9 17: 9 16

7Ingolstadt 9 16: 13 14

8 Magdeburg 9 14: 10 12

9 Hansa Rostock 9 11: 11 12

10 Würzb.Kickers 9 17: 24 12

11 SV Meppen 8 16: 11 11

12 FSV Zwickau 9 12: 14 11

13 B. München II 9 15: 19 11

14 München 9 11: 15 11

15 Kaiserslautern 9 14: 19 10

16 Pr.Münster 9 13: 15 9

17 KFC Uerdingen 9 10: 16 9

18 Großaspach 9 10: 20 8

19 Chemnitzer FC 9 12: 18 6

20 FC CZ Jena 9 6: 20 1


Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019 – S eite 18 *

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Sport

Jürgen Klopp

Ansteckend

emotional

Christian Schwager

bescheinigt dem

FC Liverpool Titelreife.

Als alles getan war, als Jürgen

Klopp mit seinem FC Liverpool

den FC Chelsea 2:1 (2:0) besiegt

hatte,sprach aus dem Trainer wieder

einmal der Arbeiter. Der knallharte

Verteidiger, der er als Fußballprofi

Ende der Neunziger beim FSV Mainz

05 einmal gewesen ist. „Wir müssen

weitermachen“, hat Jürgen Klopp

gesagt. UndSätzegeäußertwie: „Wir

müssen um jeden Meter kämpfen.“

Das klang nicht nach den 15 Erfolgen

in Serie, die der FC Liverpool

in der Premier League errungen hat,

nicht nach sechs Siegen in den bisherigen

sechs Saisonspielen. Das

klang nach Jürgen Klopp. Dieser

Trainer glaubt an das Unglaubliche.

Dabei ist seine Emotionalität geradezu

ansteckend. Dashilft bei Rückschlägen

wie jenem, den die Liverpooler

am vergangenen Dienstag in

der Champions League hinnehmen

mussten, als sie 0:2 beim SSC Neapel

verloren. Das hilft, wenn Moral gefragt

ist, Kampf und Einsatz. DerAuftritt

gegen den FC Chelsea sah nicht

so spektakulär aus wie etwa das 8:0

(5:0) des Verfolgers Manchester City

am Vortag gegen Schlusslicht FC

Watford. Es war aber deshalb spektakulär,

weil die Transferbilanz beider

Klubs an der Tabellenspitze kaum

unterschiedlicher sein könnte.

Manchester City hat im vergangenen

Sommer 168 Millionen Euro für

neue Spieler ausgegeben, der FC

Liverpool gerade einmal 1,9 Millionen.

Während Kollege PepGuardiola

noch einmal mit neuem Personal

nachlegte,hat Jürgen Klopp auf Kontinuität,

auf ein funktionierendes

Teamgefüge Wert gelegt und auf

neue,teureStars verzichtet.

Die Saison ist lang. Wenn es wie

zuletzt bis ins Finale der Champions

League gehen und mit dem Titel

klappen sollte, wird sie sehr lang.

Undsie wirdherausfordernd. Zumal

dann, wenn wieder zentrale Spieler

ausfallen wie damals Naby Keita, Roberto

Firmino und Mohamed Salah.

Wohl auch deshalb gibt Klopp

nichts auf Serien, auf 15 Siege in

Folge.Das hat er am Sonntag im englischen

Fernsehen gesagt und laut

Selbstauskunft zuvor auch seinen

Profis auf dem Trainingsplatz: Noch

ist nichts erreicht, aber eines schon

bewiesen: Dieser Trainer Jürgen

Klopp und dieses Team FC Liverpool

beweisen Titelreife.

England Premier League

6. Spieltag

Leicester −Tottenham 2:1 (0:1)

Burnley−Norwich City 2:0 (2:0)

Everton−Sheffield United 0:2 (0:1)

Manchester City−Watford 8:0 (5:0)

Newcastle −Brighton 0:0

Crystal Palace −Wolverhampton 1:1 (0:0)

West Ham −Manchester United 2:0 (1:0)

Arsenal−Aston Villa 3:2 (0:1)

Chelsea−Liverpool 1:2 (0:2)

1 Liverpool 6 17: 5 18

2 Manchester City 6 24: 6 13

3 Leicester 6 8: 5 11

4 Arsenal 6 11: 10 11

5 West Ham 6 8: 7 11

6 Bournemouth 6 11: 10 10

7 Tottenham 6 12: 8 8

8 Manchester United 6 8: 6 8

9 Burnley 6 8: 7 8

10 Sheffield United 6 7: 6 8

11 Chelsea 6 12: 13 8

12 Crystal Palace 6 4: 7 8

13 Southampton 6 6: 9 7

14 Everton 6 5: 9 7

15 Brighton 6 5: 8 6

16 Norwich City 6 9: 14 6

17 Newcastle 6 4: 8 5

18 Aston Villa 6 6: 9 4

19 Wolverhampton 6 7: 11 4

20 Watford 6 4: 18 2

Mit Fahnenträgern vorneweg

sind die sportlichsten

Schüler der 16

deutschen Bundesländer

bei der Jubiläumsfeier von

„Jugend trainiertfür Olympia &Paralympics“

am Montagvormittag im

Berliner Olympiastadion über die

blaue Bahn marschiert. Die Sonne

schien über Kapuzenpullis sowie

gelbe und rote Trainingsjacken-

Trupps. Schüler und Zuschauer hatten

sich rund ums Marathontor

gruppiert. Auf der anderen, leeren

Seite der Arena zeigten großflächige

Sponsorenbanner, dass sich namhafte

Unternehmen für den Schulsport-Wettbewerb

engagieren, der

am Montag 50 Jahre alt wurde.

Schwimm-Olympiasiegerin Britta

Steffen entzündete in einer Schale,

zu der sie die Fackel weit über ihren

Kopf strecken musste, das Olympische

Feuer.

Kirsten Bellinger schwenkte die

Fahne von Schleswig-Holstein, die

zwei blaue Löwen und ein silbernes

Nesselblatt in der Mitte zieren.Vor50

Jahren war sie zum ersten Mal im

Berliner Olympiastadion. Bei der

ersten Ausgabe von„Jugend trainiert

für Olympia“ am 26. September

1969. Sie trat im Schlagballwerfen

und in der Staffel für das Bremer

Gymnasium am Barkhof an. 15 war

sie damals, und die Fahrt zum Bundesfinale

war ein großes Abenteuer,

„denn man kannte das gar nicht,

dass Jugendliche aus allen Bundesländern

anreisen“, sagt sie. „Henri

Nannen hatte das ins Leben gerufen.

1972 waren ja Olympische Spiele in

Deutschland und man war sich

schon bewusst, dass dieses Schulfinale

eine gezielte Vorbereitung auf

diese Spiele war.“

Modell der Spartakiade

Tatsächlich hatte Willi Daume, damals

Chef des Nationalen Olympischen

Komitees (NOK) der BRD,

nach dem Olympischen Spielen in

Mexiko 1968 gegrummelt: „Unsere

Medaillen haben wir gegen die

Schule gewonnen.“ Der Kalte Krieg

hatte den Sport damals nicht ausgespart.

In Mexiko war die, wie auch

immer zustande gekommene,Überlegenheit

des DDR-Sports gegenüber

dem der BRD am Gesamt-Medaillenspiegel

abzulesen. Rang drei

für den Osten, Rang acht für den

Westen. Was war aus westdeutscher

Sicht zu tun? Sich am Modell der

Spartakiade orientieren, zum Beispiel.

Der Innenausschuss des Bundestages

diskutierte diese Möglichkeit.

Schließlich preschte HenriNannen,

der damalige Chefredakteur des

Magazins Stern, nach vorne: „Können

wir so was nicht auch machen?“

NOK-Chef Daumeund die Konferenz

der Kultusminister hoben den

Daumen. Die Sportfachverbände

planten mit, die CSU in Bayern, die

SPD in Hessen,Experten fürPR. Nannens

Magazin aus dem Gruner&Jahr-

Verlag organisierte den Schulwettkampf

schließlich. Berlins damaliger

Sportsenator Horst Korber bewilligte

250 000 Mark, Berlins Regierender

Bürgermeister Klaus Schütz übernahm

die Schirmherrschaft.

Im ersten Jahr fand das Schulsportfinale

nur in den Sportarten

Leichtathletik und Schwimmen im

Olympiastadion und der Schöneberger

Schwimmhalle statt, 1970 kamen

Geräteturnen und Volleyball dazu.

„Nur wer einen langen Atem hat,

kann es zu etwas bringen. Im Laufen,

im Schwimmen, auch im Beruf. Unser

Sport braucht eine frische Brise.

Ich wünsche Jugend trainiert für

„Können

wir so was nicht

auch machen?“

Zum Jubiläum von „Jugend trainiert für

Olympia“ appelliert Bundespräsident

Steinmeier an Fairness und sauberen Sport

„Jugend trainiert“ mit Bundespräsident Walter Scheel –inBerlin 1974. ULLSTEIN

„Jugend trainiert“ mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier 2019. KEUENHOF

Bus: Der Jubiläums-Doppeldecker-Bus,

ein Büssing

D2U,rollt im Rahmen der

Kampagne „50 Jahre –50

Orte“ noch bis Juli 2020

durch die Republik. Innen ist

die Geschichte von„Jugend

trainiert“ dokumentiert.

VonKarin Bühler

50 JAHRE – 50 ORTE

Biss: Thomas Härtel, Vorstandsvorsitzender

der Deutschen

Schulsportstiftung,

die „Jugend trainiert“ veranstaltet,

findet, es ist Zeit, den

Wettbewerb weiterzuentwickeln

und Trendsportarten in

den Blick zu nehmen.

Plus: Paralympics-Sieger

Markus Rehm freut sich über

das gemeinsame Logovon

„Jugend trainiertfür Olympia

und Paralympics“: „Es geht

es eben um gemeinsame Erlebnisse

–und dassollte

überall im Sportsosein.“

Olympia volle Fahrt für den Schulsport“,

sagte HenriNannen.

1600 Schülerinnen und Schüler

aus elf Bundesländern hatten sich

bei der Premiere für Berlin qualifiziert.

Mit Sonderzügen reisten sie

nach Hamburg, Hannoverund München,

von dort inFlugzeugen nach

West-Berlin.

50 Jahre später ist „Jugend trainiert

für Olympia und Paralympics“

der größte Schulsportwettbewerb

der Welt –mit jährlich rund 800 000

Teilnehmern, die in 26 olympischen

und paralympischen Sportarten die

besten Schulteams ermitteln.

Zu Beginn des Herbstfinales sagte

Bundespräsident Frank-Walter

Steinmeier als Schirmherr der Veranstaltung,

die nun von der Deutschen

Schulsportstiftung organisiert

wird, vor dem gemähten Rasen des

Olympiastadions, dass es für ihn als

begeisterten Fußballer für die legendäre

Regenjacke mit dem Logo von

„Jugend trainiert“ leider nie gereicht

habe –und dass er sich mehr Teamgeist

in der Gesellschaft wünscht.

„Was ich aber am allerwichtigsten

finde: Bei ’Jugend trainiert’ lassen

Sportlerinnen und Sportler die

Olympische Idee lebendig werden,

eine Idee,die die Nationalsozialisten

1936 in diesem Stadion so schändlich

missbraucht haben“, sagte

Steinmeier. „Fairness üben, sich an

die Regeln halten, keine faulen Tricks

anwenden und keine verbotenen

Substanzen einnehmen; den Gegner

als Konkurrenten, nicht als Feind sehen,

jeden gleich wertschätzen,

ohne Ansehen von Herkunft, Religion

oder politischer Überzeugung;

dem Sieger gratulieren und dem Verlierer

Respekt zollen – ich finde,

diese Werte müssen wir heute überall

hochhalten und verteidigen.“ Gewinnen,

so Steinmeier, sei eben

nichts alles.Das gelte im Sportwie in

Wirtschaft und Politik.

Siegerehrung mit Wim Thoelke

Fahnenträgerin Kirsten Bellinger erinnert

sich, dass 1969 der Flug nach

West-Berlin ein großes Abenteuer

war. Dass sie in Stockbetten unter

der Tribüne des Olympiastadions in

einer Jugendherberge untergebracht

war. Dass zur gleichen Zeit ein Fußball-Bundesligaspiel

zwischen Hertha

und Köln stattfand und dass sie

während des Spiels über die Tribüne

laufen konnten. „Das Werfen fand

außerhalb des Stadions statt“, sagt

die damalige Teilnehmerin, die später

Sportstudierte und heute als Lehrerin

des Gymnasiums Schwarzenbek

im Kreis Lauenburg inSchleswig-Holstein

mit der Tischtennis-AG

ihrer Schule neunmal im Bundesfinale

von„Jugend trainiert“ stand.

Damals fand sie den Werferplatz

spät, dortwar die Konkurrenz größer

als erwartet. „Bis dahin war ich mit

meiner Freundin im Schlagball unantastbar.Plötzlich

waren andereda.

Die 45Meter, die ich sonst geschafft

hatte, habe ich nicht erreicht. Insgesamt

waresnicht so glorreich“ –aber

wichtig für ihr Leben, ihre Motivation,

Sport zutreiben und zu lehren.

Im Berliner Sportpalast wurden die

Sieger geehrt. Es gab ein Quiz samt

Torwandschießen mit ZDF-Moderator

Wim Thoelke. Das Rias-Tanzorchester

spielte. Kirsten Bellinger

sagt, sie wisse noch, dass sie auf der

Abschlussfeier Cancan getanzt hat.

Karin Bühler

hat das Finale mit ihrer

Schule knapp verpasst.

Vom

Weltmeister

weggeblockt

Volleyballer scheitern bei

der EM 0:3 gegen Polen

Die Hoffnungen der deutschen

Volleyballer auf den EM-Medaillenkampf

sind an Polens Weltmeistern

zerschellt. Der Vize-Europameister

von2017 musste sich den

Kraftpaketen des ehemaligen Bundestrainers

Vital Heynen im Viertelfinale

mit 0:3 (19:25, 21:25, 18:25) geschlagen

geben.

Für die Mannschaft vonNationalcoach

Andrea Giani platzte der

Traum von erneutem Edelmetall

zwar. Die leidenschaftliche Vorstellung

vor 6500 vor allem polnischen

Fans im niederländischen Apeldoorn

macht jedoch viel Mut für die

Olympia-Qualifikation im Januar in

Berlin. 18 Punkte des besten deutschen

Angreifers Georg Grozer warenamEnde

trotz einer entschlossenen

und konzentrierten Mannschaftsleistung

zu wenig.

Grozer &Co. benötigten in ihrem

vierten EM-Viertelfinale in Serie nur

eine kurze Anlaufphase,dann waren

sie im Spiel. Wichtig für den Diagonalangreifer

war, dass seine Aufschläge

kamen. Dasgab dem 34-Jährigen

Zuversicht. Mit Flatteraufschlägen

brachte dann Kapitän Lukas

Kampa Polens Topangreifer

Wilfredo Leon in Bedrängnis. Heynen

nahm beim Stand von10:10 eine

Auszeit. „Kommt schon, Jungs, ihr

seid viel besser als sie.Ihr müssteuer

Spiel spielen“, herrschte der Belgier

seine Stars an. Stattdessen bescherte

Grozer jedoch den Deutschen die

erste Führung der Partie (11:10).

Mit den variablen Aufschlägen

von Mateusz Bieniek kamen Gianis

Männer allerdings nicht klar, auf

19:14 zogderWeltmeister davon. Der

eingewechselte Denis Kaliberda

musste dann auch noch wegen einer

Blessur an seinem angeschlagenen

rechtenKnievom Feld.

Die bei eigenem Aufschlag mutigen

Deutschen blieben auf Tuchfühlung,

Polens Block erwies sich jedoch

als zu stark.

„Wir können Polen schlagen,

müssen in unserer Leistung dafür

aber noch insgesamt einen Schritt

nach vornemachen“, hatte Giani mit

Blick auf das 3:1 im Achtelfinale gegen

die Niederlande erklärt. Das taten

seine Spieler auch. Allerdings hat

Polen in Michal Kubiak auch einen

Kapitän, der seiner Mannschaft immer

wieder mit Gewinnschlägen

Luft verschafft. Deutschland musste

nun in diesem hochintensiven

Schlagabtausch einem 9:15 hinterherlaufen.

An Courage mangelte den Deutschen

nicht. Nurzugerne wollten sie

die fünfte EM-Niederlage gegen ein

polnisches Team am Stück verhindern.

Im Blockwaren Gianis Männer

jedoch unterlegen und mussten

auch den zweiten Durchgang abgeben.

Grozerund seine Teamkollegen

wehrten sich weiter und waren im

letzten Satz bis auf 14:15 dran. Die

Power der Polen konnten sie aber

nicht mitgehen. (dpa)

Der Berliner Ruben Schott scheitertan

der polnischen Abwehrwand.

DPA


Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019 – S eite 19 *

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Feuilleton

Feedbacks, Drones

und Americana − der

Blick in die Popwoche

Seiten 23 und 24

„Der Ruf nach künstlerischer Freiheit berührt Grundsätzliches.“

Ralf Schenk berichtet vom Filmfestival im polnischen Gdynia, bei dem das Auswahlkomitee geschlossen zurücktrat. Seite 20

Symphonic Mob

Ticciati mit

Zauberstab

Ingeborg Ruthe erlebte in

der Mall of Berlin 2000 beseelte

Klassik-Zuhörer.

Dass der Dirigentenstab eine Art

Zauberstab sein kann, hat sich

bei Klassik-Konzerten ja schon öfter

erwiesen. Dass aber ein Dirigentenstab

die Leute in einer Berliner Shopping-Mall

40 Minuten lang völlig

vom Konsum abhalten und zu andächtigen,

geradezu beseelten Zuhörern

machen kann, das gelingt an

einem Sonnabendnachmittag wohl

nur Robin Ticciati, dem jungen Dirigenten

des Deutschen Symphonie-

Orchesters (DSO).

Der kennt weder Berührungsängste,

mitten in der Zuhörerschaft

zu stehen, noch Scheu vor dem Populären.

Ticciati leitete bereits zum

dritten Mal den vom DSO 2014 ins

Leben gerufenen Symphonic Mob,

bei dem sich bundesweit Profi- und

Hobbymusiker zu Spontankonzerten

im öffentlichen Raum verabreden.

In Berlin und in diesem Jahr kamen

in der Mall of Berlin am Leipziger

Platz insgesamt 1300 Hobbymusizierende

zusammen, die vomDSO

und dem Rundfunkchor Berlin verstärkt

wurden.

Robin Ticciati stieg aufs Podest,

lächelte ermutigend –und riss uns

mit: Klassik für alle, schwellenlos,

umsonst und draußen. Da waren für

einen Augenblick alle Hektik und

ungelösten Fragen, waren die auf der

Straße gereckten Stinkefinger und alles

Geschubse und Gemeckere wie

weggeblasen im reinen Klang. Das

geht also. Und hat, wie es nicht zu

übersehen und am Beifall zu hören

war, alle Beteiligten und die rund

2000 zufälligen Besucher des Einkaufszentrums

glücklich gemacht.

„Wenn die Musik der Liebe Nahrung

ist, spielt weiter!“ heißt es bei

Shakespeare in„Wasihr wollt“. Gewollt

hätten die Zuhörer vielleicht

schon gern, dass Ticciati noch viel

länger den Zauberstab gerührt und

all die jungen und älteren Streicher,

Bläser, die mit den Harfen, Pauken

und Trompeten und auch die Sänger

noch eine Stunde länger beim Spielen

gehalten hätte. Aber auch in der

Dauer sollte der Auftritt ja den Eindruck

des Spontanen behalten.

Gespielt wurde Dvoráks Slawischer

Tanz Nr. 2, Massenets

„Méditation“ aus der Oper „Thaïs“–

da geigte neben dem Dirigenten,

ebenfalls im knallgelben Shirt, der

berühmte Solist Christian Tetzlaff.

Und schließlich erklang der Triumphmarsch

aus Verdis „Aida“. Die

Blechbläser standen auf der Brücke

zwischen dem Galerienumlauf der

Mall, oben, mitten unterm Publikum.

Mehr Berührung mit Musik

kann es kaum geben.

Gab 1300 Musikernden Takt vor:Dirigent

Robin Ticciati im gelben Shirt. DPA

Demonstration für die Legalisierung von Abtreibungen im August 2018 in Buenos Aires −inspiriertvon Margaret Atwoods Dystopie „Handmaid’sTail“.

VomHimmel getroffen

Margaret Atwoods Handmaid-Fortsetzung „Die Zeuginnen“ erzählt den Anfang vom Ende Gileads

VonSylvia Staude

Lauwarm wurde Margaret

Atwoods „The Handmaid’s

Tale“ Mitte der Achtziger

von der Kritik aufgenommen.

Die Autorin Barbara Ehrenreich

entdeckte „feministische Paranoia“

darin, die Schriftstellerin Mary

McCarthy hölzerne Sprache und

langweilte sich. DerNewYorker,Leitstern

amerikanischer Intellektueller,

besprach den Roman gleich gar

nicht. In diesen Tagen aber preschte

die Zeitschrift, sich um eine Harry-

Potter-artige Sperrfrist nicht scherend,

mit einer umfangreichen Würdigung

Atwoods und ihrer dystopischen

Frauenunterdrückungsgeschichte

vor: Aktueller Anlass ist das

Erscheinen einer Handmaid-Fortsetzung

mit dem Titel „The Testaments“,

zeitgleich auf Deutsch herausgekommen

als „Die Zeuginnen“.

Tieferer Anlass ist, dass „Der Report

der Magd“ (dt. 1987) mit dem Amtsantritt

Donald Trumps und seines

bigotten Vizes Mike Pence, mit zahlreichenVersuchen

des Rollback etwa

bei Abtreibungsgesetzen in US-Staaten

und anderswo, erneut und vermehrt

gelesen wird –als hellsichtige

Warnung vor einem plötzlich nicht

mehr ganz unmöglich erscheinenden

Staatsstreich, einem Putsch ultrakonservativer

Misogynisten.

Folter und Hinrichtung

Es fällt in „Die Zeuginnen“ nicht nur

das Wort „Putsch“, es wird diese

Machtergreifung der Männer auch

in ziemlich schrecklichem Detail beschrieben

von der ältesten dreier

Ich-Erzählerinnen: Wie sie an ihrer

Arbeitsstelle, sie ist Familienrichterin,

verhaftet wird; wie alle Frauen

selektioniert, die älteren, gebildeten

dann im Stadion festgehalten werden;

wie in der „Dankfabrik“ unter

Folter Kollaborateurinnen produziert,

weiterhin Widerständige aber

hingerichtet werden.

„Man glaubt nicht“, notiertErzählerin

Nummer eins – „das Hologramm

von Haus Ardua“ – unter

größter Gefahr, „man glaubt nicht,

dass der Himmel einem auf den Kopf

fällt, bis man selbst voneinem großen

Stück getroffen wird.“ Derraffinierten

Margaret Atwood wird klar sein, wie

schwer es ist, dies im Jahr 2019 nicht

auch als Kommentar über unser Klimawandelverhalten

zu lesen.

Im „Reportder Magd“ war Ich-Erzählerin

Offred als Gebärerin bereits

ins System gesperrt, ihr Wissen also

begrenzt. In „Die Zeuginnen“ wechselt

und öffnet Margaret Atwood die

Perspektive, lässt vom„Hologramm“

Lydia, der inzwischen mächtigsten

der„Tanten“, erklären, wie der Putsch

der Männer (und einiger fanatischer

Frauen) gelingen konnte: Indem viele

Frauen erstmal nur überleben wollen,

indem dann sofort die Indoktrination

der Jüngeren beginnt, während

die älteren, die aus dem Stadion,

den Überbau konstruieren. „Woche

fürWoche erfanden wir:Gesetze, Uniformen,

Slogans,Lieder,Namen.“ Sie

machen sich so nützlich, dass die

machthabenden Kommandanten sie

bald nicht mehr entbehren können.

Eine Überlebensstrategie –zulasten

derer, die moralisch nicht so geschmeidig

sind.

Tante Lydia schreibt nun Jahre

später nicht nur, aber doch auch,

um sich zu rechtfertigen, schreibt,

dass sie immerhin „stets das Beste

gewollt“ hat –„oder das Bestmögliche,

was nicht immer dasselbe ist“.

Das „Bestmögliche“ führt sie

schließlich zu einer ausgeklügelten,

freilich späten Rache. Und dieser

DAS BUCH

Margaret Atwood: Die Zeuginnen

Roman. Ausdem Englischen vonMonika Baark. Berlin Verlag 2019. 576 S.,25Euro.

Rache-Plot gibt dem Roman einen

zuletzt rasant an Fahrt gewinnenden

Thriller-Anteil. Atwood ist in

den „Zeuginnen“ nicht die Erzählerin

feinster psychologischer Nuancen,

die sie auch sein kann; sie entscheidet

sich hier für ihrenüchternlakonische,

manchmal sarkastische

Seite, für Geradlinigkeit, recht

knappe Sätzeund klareAnsagen.

Die drei Erzählerinnenstimmen

sind, tadellos sich ergänzend, ineinandergefügt.

Das kann einem am

Ende auch etwas zu passgenau vorkommen,

ein wenig zu sehr geleitet

vom Wunsch, den offenbar bei der

Schriftstellerin zahlreich nachfragenden

Leserinnen und Lesern Erklärungen

zu liefern, die im „Report

der Magd“ verweigertwurden.

Darunter vorallem die Erklärung,

wie die Männerdiktatur Gileads gestürzt

werden konnte. Denn dass sie

es wurde, daran lässt schon im „Report“

der dezent satirische Anhang

über ein Symposium des Jahres 2195

keinen Zweifel. Nun präsentiert Atwood

die Strippenzieherin aus dem

Herzen derMacht –der nicht zu unterschätzenden

Tanten-Macht –

und ihre zwei jungen Werkzeuge,

Zeugin 369A und 369B (erstere aufgewachsen

in einer Kommandantenfamilie

Gileads, letztere im

freien Kanada, beide ausreichend

rebellisch für den intrikaten Plan

Tante Lydias). Nun präsentiert sie

den Anfang vomEnde Gileads.

Tante Lydia muss einem nicht

sympathisch sein, von Fall zu Fall

geht sie über Leichen. Atwood

scheint sie aber auch verteidigen zu

wollen, da offenbar nur erhebliche

Skrupellosigkeit ein so grausames

Regime stürzen kann: indem man,

nein frau, die religiösen Heuchler

um jeden Preis, auch den des Lebens

Unschuldiger, entlarvt. Indem man

Menschen opfert.

Im „Reportder Magd“ sah die Kanadierin

Atwood den konservativen

Backlash voraus,den Susan Faludi einige

Jahrespäter dokumentierte,und

ließ ihn nicht zufällig im Nachbarland

USA spielen. Aber auch dieFriedenspreisträgerin,

politisch sehr auf dem

Quivive, wird überrascht sein, wie

hochaktuell ihr alter Roman sowie

eine 2017 angelaufene TV-Adaption

heute wirken.Überrascht zudem davon,

dass nichtwenige Frauen, die in

den letzten Jahren gegen restriktive

Abtreibungsgesetze zu protestieren

begannen, es symbolhaft in den roten

Umhängen und weißen Hauben der

Mägde tun –zubestellen als Handmaid-Kostüm

im Internet.

Bezug zur Gegenwart

AFP/ALEJANDRO PAGNI

Wenn Atwood die Rolle der Prophetin

je lästig war, sonimmt sie doch die

der Stellung beziehenden Autorin in

ihrem neuen Roman lässig an. Indem

sie zum Beispiel politische Konstellationen

und Kleinmütigkeiten wiedererkennbar

macht: Verzweifelte

Flüchtlinge versuchen es ins liberale

Kanada zu schaffen, dessen Regierung

sich aber nicht mit Gilead anlegen

will. Mutige Kanadier riskieren

ihr Leben und schaffen Untergrund-

Fluchtrouten. Während die Regierung

die Leute von„MigrAsyl“ im Regen

stehen lässt.

„Die Zeuginnen“ erzählt vom

Kreislauf gesellschaftlicher und politischer

Systeme und dem Glück der

Geburt zur rechten Zeit. „Du hättest

solche Dinge nie getan!“, spricht

Tante Lydia die Leserin gegen Ende

des Romans spöttisch an und meint

mit „solche Dinge“ ihre hässlichen,

kompromisslerischen Taten. „Aber

du selbst wirst niemals die Notwendigkeit

dazu gehabt haben.“

NACHRICHTEN

Christoph Terhechte soll

DOK Leipzig leiten

Christoph Terhechte soll zum 1. Januar

2020 neuer Intendant und Geschäftsführer

des Dok-Filmfestivals

Leipzig werden. Dashabe eine Auswahlkommission

entschieden, teilte

die Stadt am Montag mit. Er wird

Nachfolger vonLeena Pasanen, derenIntendanz

nach fünf Jahren regulär

endet. DerJournalist und Filmkritiker

Terhechte (Jahrgang 1961) ist

derzeit künstlerischer Leiter des Internationalen

Filmfestivals Marrakesch.Von2001

bis 2018 war er Leiter

des Internationalen Forums des Jungen

Films der Berlinale. (dpa)

Werkeaus Gurlitt-Sammlung

werden in Jerusalem gezeigt

Mehr als 80 Werkeaus dem Erbe des

deutschen Kunsthändlers Hildebrand

Gurlitt sind vonDienstag an

im Jerusalemer Israel-Museum zu

sehen. DieAusstellung zeigt Werke

bekannter Künstler,darunter Otto

Dix, MaxErnst, Erich Heckel, George

Grosz, Pierre-Auguste Renoir,

Claude Monet und Emil Nolde.Sie

befasst sich auch mit der komplexen

Figur Gurlitt, der einer der wichtigsten

Kunsthändler der Nationalsozialisten

war.ImBesitz vonGurlitts

Sohn Cornelius waren 2012 rund

1500 Werkeentdeckt worden. Große

Teile der Sammlung standen im Verdacht,

jüdischen Besitzernwährend

der Nazi-Zeit geraubt worden zu

sein. Bisher haben sich sieben der

Kunstwerke eindeutig als NS-Raubkunst

erwiesen. (dpa)

Daniel Barenboim erhält

Adenauer-Preis

DerDirigent und Generalmusikdirektor

der Staatsoper Unter den Linden

Daniel Barenboim (76) wirdin

diesem Jahr mit dem Konrad-Adenauer-Preis

der Stadt Köln geehrt.

Damit werdesein Engagement für

Frieden und Völkerverständigung

gewürdigt, teilte die Stadt am Montag

mit. (dpa)

Tutanchamun-Ausstellung

in Paris bricht Rekorde

DieTutanchamun-Ausstellung in Parisist

am Sonntag mit einem französischen

BesucherrekordzuEnde gegangen.

1,42 Millionen Menschen besuchten

nach Angaben derVeranstalter

die Ausstellung im Kulturzentrum

Grande Halle de LaVillette.Fast alle

der rund 3400 Exponate stammen

aus dem Ägyptischen Museum in

Kairo. Ägypten verleiht sie bis zur Eröffnung

des neuen GroßenÄgyptischen

Museums weltweit. Später sollen

die SchätzeÄgypten nie wieder

verlassen. (AFP)

Gedränge an der Mumie: Besucher in der

Pariser Tutanchamun-Ausstellung IMAGO


20 Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019

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Feuilleton

Patriotisches Historienkino: Reiterszene aus dem Film „Die Legionen“ von Dariusz Gajewski.

VERLEIH

Freche Teufel, stolze Krieger

Das Filmfestival im polnischen Gdynia kämpft angesichts des kulturpolitischen Wandels um seine künstlerische Freiheit

VonRalf Schenk

Hinter dem Rücken der

Erzieher wird geprügelt

und vergewaltigt, das Jugendgefängnis

ist eine

ArtVorhölle.Soscheint es für Daniel,

der wegen Totschlags hier einsitzt,

ein Glück, dass er auf Bewährung

nach draußen geschickt wird, zur Arbeit

in ein polnisches Provinzdorf.

„Corpus Christi“ heißt der Film, der

am Sonnabend in Gdynia mit dem

Regie- und dem Publikumspreis des

nationalen polnischen Filmfestivals

gekürt wurde, doch wer hinter dem

Titel eine religiöse Erbauungsstudie

vermutet, der irrt: Regisseur Jan Komasa,

bei uns bekannt durch seinen

Berlinale-Beitrag „Suicide Room“

(2011), steckt Daniel stattdessen ins

Gewand eines falschen Priesters und

gestattet ihm ein spirituelles Erwachen

jenseits tradierter Rituale.

„Corpus Christi“ ist eine leise, fast

tastende Studie über Zutrauen und

Vergebung, die Rückgewinnung eines

Humanismus, der sich nicht gemein

macht mit Institutionen und

Regeln der Macht.

Für das Festival war dieser Film

ein Glücksfall; nach seiner Premiere

wurde endlich über gutes Kino geredet.

In den Tagen zuvor war es mehr

um eine krisenhafte Kulturpolitik gegangen.

Zum Beispiel gab es heftige

Debatten darüber, dass der Mafia-

Thriller „Solid Gold“ urplötzlich aus

dem Wettbewerb zurückgezogen

wurde: ein Film über Verquickungen

zwischen polnischer Finanzwelt, öffentlicher

Hand und organisiertem

Verbrechen, der auf wahreGeschehnisse

zurückgreift. Das polnische

Staatsfernsehen, das zu einem Drittel

an den Kosten von „Solid Gold“

beteiligt war, hatte sein Veto gegen

eine Aufführung eingelegt: Die

Schnittversion stimme nicht mit der

vom Sender abgenommenen Fassung

überein. Polnische Medien berichteten,

dass das von der streng

konservativen Regierungspartei PiS

abhängige Fernsehen den Film nicht

vor den Parlamentswahlen am 13.

Oktober in die Öffentlichkeit lassen

wolle. Obwohl sich „Solid Gold“ kritisch

mit der alten Regierung, der

heutigen Opposition befasse, zeige

er die politische Klasse insgesamt in

einem schlechten Licht.

Regisseur Jacek Bromski, zugleich

Präsident des Verbandes der polnischen

Filmemacher, gelang es dank

seiner Verbindungen dann doch,

„Solid Gold“ zurück in den Wettbewerb

zu holen. Diehohen Erwartungen

erfüllten sich freilich nicht: Mit

140 Minuten wirkt der Film extrem

unkonzentriert, ohne Rhythmus

und voller kolportagehafter Figurenbeziehungen.

Von schmerzhafter

Gesellschaftsanalyse kann keine

Es begann mit einem Paukenschlag.

Zu Beginn des Festivals trat das

Auswahlkomitee geschlossen zurück.

Mehrere Filme waren von der Leitung des

Festivals erst gestrichen und dann doch

wieder zugelassen worden.

Rede sein, eher von einem schlechten

„Tatort“.

Neben den Querelen um „Solid

Gold“ überraschte auch das Auswahlkomitee

des Festivals mit einem

Paukenschlag: Es trat geschlossen

zurück. Mehrere vom Komitee für

den Wettbewerb nominierte Filme

waren von der Leitung des Festivals

erst gestrichen und dann doch wie-

der zugelassen worden, und zwar

ausgerechnet Arbeiten, die Schlaglichter

auf politisch-moralische Zustände

der Gegenwart warfen. Der

Verband der polnischen Filmemacher

forderte daraufhin die Wiedereinführung

eines künstlerischen Direktors,eine

Funktion, die vorJahren

ersatzlos gestrichen worden war,

und überhaupt eine unabhängige

Filmauswahl. Das Festival in Gdynia

wirdjawesentlich vomKulturministerium

gesponsert, das fest in der

Hand der PiS ist. DerRuf nach künstlerischer

Freiheit, gegen vorauseilenden

Gehorsam, berührt Grundsätzliches.

Zu den anspruchsvollen Filmen

im Wettbewerb zählte zweifellos

„Gespräch der Vögel“, inszeniertvon

Xavery Zulawski nach dem letzten

Drehbuch seines 2016 verstorbenen

Vaters Andrzej. Ganz in der Tradition

seiner klassischen Meisterwerke

ist das ein grelles, surrealistisches

Panoptikum voller literarischer

und kinematografischer Zitate.

Verstörend schon die

Anfangssequenz, in der ein Ethik-

Lehrer vonseinen Schülerntyrannisiertwird,

nur weil er die Auffassung

vertritt, jede Religion sei auch Ideologie.Zum

grotesken Vexierspiel gehören

Szenen von Aufmärschen

polnischer Faschisten in Warschau

und ein Schlusstableau, in dem sich

dieFiguren zum großen Musicalauftritt

vereinen. Das Filmplakat zeigt

den Hauptdarsteller in grellem Rot

und mit weit herausgestreckter

Zunge,ein freches Teufelchen.

Dagegen nahmen sich die monumentalen

propagandistischen Filme

über polnische Geschichte, die aus

einem Fonds zum hundertjährigen

Jubiläum der Staatsgründung gespeist

wurden, intellektuell dürftig

aus: Michal Rosas „Pilsudski“ etwa,

das Porträt des Politikers Jozef Pilsudski,

der nach seinem Machtantritt

1926 ein Regime errichtete,das er als

„moralische Diktatur zur Gesundung

des Staates“ bezeichnete und

in dem er demokratische Strukturen

systematisch aushöhlte: erklärtes

Vorbild für PiS-Chef Jaroslaw Kaszynski.

Der Film behandelt die Jahre

bis 1919 und bietet Raum für pathetische

Manifestationen. Stolz verkündet

Pilsudski, dass er die alten

Symbole tilgen werde: „Das einzige

Symbol ist der weiße Adler.“ Undgegen

den russischen Erbfeind gerichtet:

„Ein Krieg mit Moskau ist etwas

Heiliges für Polen.“

Auch in einem anderen Historienfilm,„Die

Legionen“ vonDariusz

Gajewski, taucht das Motiv des Niederreißens

russischer Grenzpfähle

auf. DieHelden sind Jugendliche,die

im Ersten Weltkrieg innerhalb der

österreichisch-ungarischen Armee

für einen eigenen polnischen Staat

kämpfen. In einer Dreiecksgeschichte

retten sich die Rivalen um

die Gunst eines Mädchens gegenseitig

aus den Schützengräben – mit

schwülstigem Orchestersound überzogen.

Polen entsteht hier aus Blut,

Schweiß und Tränen. Gefeiert werden

vorrangig starke Männer. Das

neue patriotische polnische Kino ist

ein knallhartes Männerkino.

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Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019 21

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Feuilleton

Geht doch

wieder auf der

Insel

Die britische Band Squid

spielte im Internet Explorer

Eine Britin

hält drei

Dankesreden

In Hollywood wurden die

Emmys verliehen

VonJohannes von Weizsäcker

Wenigstens scheint die politische

Misere ärgerlicher junger

Musik gut zu tun. Schon lange nicht

mehr hat Großbritannien so gute

und junge Bands hervorgebracht wie

in den letzten fünf Jahren. Wirfreuen

uns jetzt schon auf das anstehende

Konzert der Südlondoner Improv-

Metal-Post-Punk-Sensation Black

Midi Anfang Oktober,und am Sonntagabend

konnten wir das Wochenende

wohlwollend kopfnickend im

kleinen Neuköllner Club Internet Explorer

mit der Darbietung des Brightoner

Quintetts Squid ausklingen

lassen, das mit Black Midi und anderen

über die Assoziation mit dem

vom exzentrischen Londoner Produzenten

Dan Carey betriebenen 7-

inch-Single-Labels Speedy Wunderground

verbunden ist.

Wie man sich jetzt überzeugen

konnte, zieht es die seit 2015 aktive

Band stilistisch in alle möglichen

Ecken. Post-Punk-Bands wie die

Stranglers üben scheinbar einen

ebenso starken Sog aus wie Krautrock-Grooves

von Neu! Aber auch

kosmischer Siebziger-Jazz oder monolithischer

Indierock bleiben nicht

unberücksichtigt.

So etwa im toll Ka-wumm machenden

Stück „The Dial“, das

Schlagzeuger und Vokalist Ollie

Judge fachgerecht vorankajolte,oder

auch in der Zugabe, dem auf der Insel

bereits zu einem Mini-Hit avancierten

Mein-Job-macht-mich-suizidal-Urschrei

„Houseplants“, wo

Judges Stimme sich immer frenetischer

überschlug und ein dringliches

Disco-Punk-Muster regelmäßig

von unordentlicher Improvisation

unterbrochen wurde.

Dabei besitzen Squid eine Art

konträre Poesie, sie sind keine Wiedergänger

all jener Enge-Jeans-

Bands der frühen Nullerjahre, welche

ihrerseits die späten Siebziger

brav, aber selten übers reine Zitat

hinauskommend nachspielten.

Squid scheinen der ursprünglichen

Zerissenheit jener Zeit viel näher zu

sein. Die popmusikalischen Zitate,

Kakophonisch: Squid-Gitarrist

Louis Borlase

RICHARD GREY/IMAGO IMAGES

die sie über ihren Auftritt verstreuten,

waren keine abzuhakenden

Coolness-Zertifikate, sondern wurden

als Ausdruck der eigenen Unsicherheit

sowie der Verärgerung darüber

appropriiert. „Cold-blooded

old times“ von Bill Callahan alias

Smog etwa zitierte Gitarrist Louis

Borlase in sein kakophonischen Verzweiflungsgewimmel

hinein, und

die melancholische Klaustrophobie

von Robert Wyatts Spoken-Word-

Stück„Pigs“ über einen viel zu engen

und fensterlosen Schweinestall

wurde durch Judge in die mecklenburgische

Flachheit transportiert,

die Squid am Nachmittag durchreist

hatten.

Gleich zu Beginn musste Judge einen

Bass über seinen Kopf hinweg

weiterreichen, so eng war es auf der

Bühne. Eine schöne Geste des Zusammenhalts

in bedrohlicher Enge,

auf die dann eine rhythmus- und

krachekstatische Katharsis folgte –

eine bessere Metapher für eine gute

Bandkarrierekann es kaum geben.

Der dreizehnjährige Theo (Oakes Fegley, M.) bekommt Zuwendung von seinen Adoptiveltern(Nicole Kidman und JeffreyWright).

Vogel an der Kette

Die Verfilmung von Donna Tartts „Distelfink“ hat starke Momente, klebt aber sehr am Roman

VonMichael Kienzl

Als der 13-jährige Theo

(Oakes Fegley) mit seiner

Mutter das NewYorker Metropolitan

Museum besucht,

explodiert eine Bombe.Wie es

zu dem Anschlag kommt und werdahinter

steckt, bleibt auch nach dem

Ende des Films „Der Distelfink“ ein

Rätsel. Umso wichtiger ist aber, was

dieses Ereignis für den Jungen bedeutet:

Es ist Ursprung und ständiger Bezugspunkt

einer langen und

schmerzhaften Reise,inder es vorallem

darum geht, endlich loszulassen.

Während Theo an diesem Tag

seine Mutter verliert, steckt er heimlich

ein kostbares Gemälde des Rembrandt-Schülers

Carel Fabritius ein.

Das Bild von einem angeketteten

Distelfink wird den Jungen noch bis

ins Erwachsenenalter begleiten. Es

wirdzum Symbol für ein vonVerlust

und Einsamkeit geprägtes Leben

und dafür, dass er sich wie der Vogel

vonseinen Dämonen befreien muss.

In John Crowleys Leinwandadaption

von Donna Tartts Erfolgsroman

wimmelt es zunächst nur so vor

Hochkultur. Sowird Theo bald von

einer wohlhabenden Familie aufgenommen,

in der er sich mit der aufopferungsvollen

Mutter (Nicole Kidman)

über Malerei austauschen

kann. Etwas später wird ein Treffen

mit der gleichaltrigen, ebenfalls bei

der Explosion anwesenden Pippa

(Aimee Lawrence) zur scheuen Annäherung

mithilfe vonGlenn Goulds

Beethoven-Interpretationen. Und

der Antiquitiätenhändler Hobie

(Jeffrey Wright), der später zu einer

Art Ziehvater des Jungen werden

wird, lehrt Theo die Feinheiten des

Kunsthandwerks.

Ab in die Wüste

All diese Formen der Kunst öffnen in

„Der Distelfink“ die Pforte zu einem

Reich, in dem man sich verlieren

kann. Die mehrmals gestellte Frage

nach dem Lieblingsautor oder dem

schönsten Musikstück ist immer

auch eine Aufforderung, etwas preiszugeben

und der Versuch, den anderen

besser zu verstehen. Kultur ist

hier keine autistische Ersatzbefriedigung,

sondern vielmehr etwas, das

die Menschen zusammenbringt.

Kaum hat man sich als Zuschauer

in diesem urbanen bildungsbürgerlichen

Milieu eingelebt, taucht

Theos nichtsnutziger Vater (Luke

Owens) mit seiner schwer aufgebrezelten

Freundin auf, um den Jungen

aus zunächst nicht ganz ersichtlichen

Gründen bei sich aufzunehmen.

Plötzlich findet sich Theo mit

dem White-Trash-Pärchen in einer

Neubau-Geisterstadt mitten in der

texanischen Wüste wieder. Hier gibt

es zwar keine Kultur, geschweige

denn Menschen, mit denen man

sich darüber austauschen kann.

Aber in dem ukrainischen Sonderling

Boris (Finn Wolfhard) findet

Theo doch einen Verbündeten.

Diese zärtliche Freundschaft

zweier Verstoßener wird zum Herzstück

des Films. Dem deprimierenden

Nichts der Wüste begegnen die

beiden mit reichlich Drogen und ihrer

bedingungslosen platonischen

Liebe. „Der Distelfink“ ist immer

dann am besten, wenn der Druck

nachlässt, die Handlung ständig voranzutreiben,

wenn sich Crowley Zeit

nimmt, um seinen Figuren Kontur

und emotionale Tiefe zu verleihen.

Allerdings dauert esnicht lange,

bis wir wieder in der Gegenwartsind,

wo der erwachsene Theo (Ansel Elgort)

auf die Figuren aus seiner Vergangenheit

trifft und der Film seine

verschiedenen Geschichten auf

nicht immer elegante Weise zu einem

Ganzen zu formen versucht.

Vermutlich liegt es am stolzen

Umfang des 1000-Seiten-Romans,

der zu viel Material für einen zweieinhalbstündigen

Film liefert. Motivewie

die sich schon kurznach der

Explosion anbahnende Liebesgeschichte

zwischen Theo und Pippa

Rechthaberin hinter Glas

wirken nicht richtig ausgespielt und

die Wechsel zwischen den unterschiedlichen

Zeitebenen oft zu

sprunghaft.

Der Kardinalfehler von „Der Distelfink“

besteht darin, dass sich das

Drehbuch nicht von der literarischen

Form lösen kann –was eben

auch bedeuten würde,einige Motive

wegzulassen und andere zuzuspitzen.

Alles will man irgendwie unter

einen Hut bekommen, wodurch am

Ende die Geschlossenheit fehlt.

Das ist schade, weil Crowley

starke Momente gelingen und er

über ein glänzendes Ensemble verfügt,

mit dem man leichtes Spiel gehabt

hätte. Besonders die jungen

Schauspieler sind toll; etwa Ryan

Foust als neunmalkluger Supernerd

Andy oder der markante Finn Wolfhard

als mal trampeliger, dann wieder

zerbrechlicher Boris. Man hätte

sie allerdings lieber in einem Film

gesehen, der seine Vorlage auch mal

Vorlage sein lässt und sich dafür stärker

darauf konzentriert, etwas Eigenes

zu schaffen“.

Distelfink(The Goldfinch),USA 2019, Regie:

John Crowley, Drehbuch:PeterStraughannach

dem Romanvon Donna Tartt, Darsteller:Ansel

Elgort, Nicole Kidman, FinnWolfhard, SarahPaulson,LukeWilson,

JeffreyWright, Aneurin Barnard,

150 Min.Farbe, FSK: 12

Deutsches Theater: Philipp Arnold adaptiert Judith Schalanskys Roman „Der Hals der Giraffe“ für die Box

VonDoris Meierhenrich

Denkt man wie Inge Lohmark, ist

das sogar eine richtig optimistiche

Zukunftsvision: Unsere Häuser

wie alle Zeichen der Zivilisation verfallen,

weil es keine Menschen mehr

gibt, die sie pflegen. Dafür überwuchernPflanzen

die Erde: der robuste

Wurmfarn, die genügsame Brennnessel

und die lianenhafte Waldrebe,

Flechten, Moose, Pilze. Die Zukunft

der Erde ist grün und menschenlos.

Wobei man sagen muss, dass die Biologielehrerin

Inge, die so hellsieht

und die Judith Schalansky 2011 als

Protagonistin ihres Anti-Bildungsromans

„Der Hals der Giraffe“ erfand,

sich faktisch noch auf einem eher

vorbewussten Niveau bewegt −was

die Klimaentwicklung betrifft. Heute

würde eine misanthropische Biologin

wie Inge die Zukunft eher staubtrocken

und wüstengelb ausmalen.

Mit diesem Faktenstreit sind wir

aber auch schon mittendrin in der

nur scheinbar wissensfundierten

Weltsicht dieser seltsamen Frau, deren

fanatischer Biologismus –oder

was sie sich damit zusammenreimt –

als Interpretationsschablone für alles

dient. Tatsächlich ist Inge Lohmark

eine tieftraurige, einsame Mitfünfzigerin,

die sich wie viele in ihrer

schrumpfenden vorpommerschen

Kleinstadt wie ein nutzlos gewordenes

Relikt vorkommt, über das die

Menschheitsgeschichte seit 1989

achtlos hinwegrollt. Das Gymnasium

− früher natürlich Erweiterte

Oberschule −, an dem sie seit Jahrzehnten

Biologie und Sport unterrichtet,

wird inKürze geschlossen,

weil es keine Schüler mehr gibt. Und

Inge sowie die ganze enzyklopädische

Fülle ihres Wissens wird weder

Platz noch Bedeutung haben. Glaubt

jedenfalls Inge,weshalb ihreAutorin

Schalansky sie auch wie zum Trotz in

seitenlange evolutionsbiologische

Vorträge verstrickt.

Dass sich nicht nur die Wissenschaft

selbst, sondern auch die pädagogische

Vermittlung über die Jahre

verändern könnte −Systemwechsel

hin oder her −akzeptiert sie keine

Sekunde,und so darfman Inge Lohmark

bei allem Verständnis für ihre

DPA/WARNER BROS./MACALL POLAY

Wutüber den aufgestülpten Niedergang

ihrer Region auch als unverbesserliche

Rechthaberin bezeichnen.

Es soll sicher als kritischer Beitrag

zum bevorstehenden Mauerfalljubiläum

begriffen werden, dass der

junge Regisseur Philipp Arnold mit

den drei hochkarätigen DT-Schauspielern

Judith Hofmann, Bernd

Moss und Linn Reusse diesen ironisch

gemeinten, aber doch vor allem

ein Bild der Erstarrung und Verbitterung

zeichnenden Nachwenderoman

in die Boxbringt.Wirklich kritische

Kraft aber entwickelt er nicht.

Zu vernarrt ins Tierlexikon ist die

Weltsicht dieser Frau. Und zuoberflächlich

und kostümverliebt inszeniert

Arnold das tierisch verkorkste

Denken. Malerisch bewegen sich

seine drei Inges dabei mit weiten Renaissance-Halskrausen,

einer Seekuh-

und einer Fledermausmaske

vor einem hölzernen Straußenverschlag:

Aussterbende ihrer Art. Arnold

baut ihnen eine goldene Artenschutzvitrine

drumrum.

Ab in die Artenschutzvitrine: Linn Reusse, Bernd Moss, Judith Hofmann (v.l.) ARNO DECLAIR

TOP 10

DerHalsder Giraffe 24., 27.9., 20 Uhr im Deutschen

Theater (Box), Tel.:28441221

VonPatrick Heidmann

Bei der Verleihung der Emmy-

Awards in Hollywood in der

Nacht auf Montag wurde, wie nicht

anders zu erwarten, das Fantasy-

Epos„Game of Thrones“ ausgezeichnet,

das im Mai nach acht Staffeln

zum Ende gekommen war.Die HBO-

Produktion hatte schon dreimal in

dieser Kategorie gewonnen − Rekord.

Aber aus einem Durchmarsch

im Abschiedsjahrgang wurde nichts.

Lediglich einen weiteren Emmy erhielt

Peter Dinklage alias Tyrion Lannister

−auch zum vierten Mal.

Im Comedy-Bereich gab es ebenfalls

eine erfolgreiche HBO-Produktion,

die ein letztes Mal groß abräumen

wollte: nach sieben Staffeln war

die bittere Politsatire „Veep“ ebenfalls

im Frühjahr eingestellt worden.

Hauptdarstellerin Julia Louis-Dreyfus,

die zuletzt eine Krebserkrankung

überstanden hatte,war bislang

für jede Staffel als Beste Hauptdarstellerin

ausgezeichnet worden,

doch ausgerechnet beim rekordträchtigen

siebten Mal ging sie nun

leer aus. Stattdessen ging der Preis

an Phoebe Waller-Bridge für die

zweite Staffel von „Fleabag“, einer

schrägen, von der BBC in Kooperation

mit Amazon gestemmten

Quasi-Komödie, die auf ihrem eigenen

Ein-Frau-Stück basiert. Dieumwerfend

komische Britin durfte sogar

gleich drei Dankesreden halten:

auch in der Kategorie Drehbuch/Comedy

gewann sie einen Emmy –und

geradezu sensationell setzte sich

„Fleabag“ außerdem als beste Comedy-Serie

nicht nur gegen „Veep“,

sondernauch gegen „The Marvelous

Mrs.Maisel“ durch.

Echte Glanzmomente

Während in etlichen Kategorien

Wiederholungstäter geehrt wurden,

gab es auch Überraschungen zu verzeichnen.

Und die bescherten der

ansonsten etwas zähen, ohne Moderator

auskommenden Veranstaltung

echte Glanzmomente.

Als beste Hauptdarstellerin/Drama

setzte sich Jodie Comer

als durchgeknallte Auftragsmörderin

in „Killing Eve“ durch und dankte

nicht nur Serien-Partnerin Sandra

Oh, sondern auch der omnipräsenten

Phoebe Waller-Bridge, die den

schwarzhumorigen Spionage-Thriller

zumindest in der ersten Staffel

verantwortet hatte. Unterdessen riss

Michelle Williams, die für

„Fosse/Verdon“ über das gleichnamige

Choreographen-Duo als beste

Hauptdarstellerin in einer Miniserie

oder Fernsehfilm ausgezeichnet

wurde, das Publikum mit einem

flammenden Plädoyer für gleiche

Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen

vonden Sitzen.

Stehende Ovationen gab es auch

für den wie immer exzentrisch gekleideten

Billy Porter, der für die

flamboyante Ballroom-Seifenoper

„Pose“ (hierzulande bei Netflix) als

erster homosexueller Schwarzer in

der Kategorie Hauptdarsteller/Drama

gewann.

Sonntag,22. September

1 Tatort ARD 8,53 25 %

2 Tagesschau ARD 7,31 24 %

3 heute-journal ZDF 3,97 13 %

4 Formel 1, Rennen RTL 3,96 29 %

5 Fluss des Lebens ZDF 3,53 10 %

6 heute ZDF 3,33 14 %

7 Terra X ZDF 3,30 11 %

8 Anne Will ARD 3,12 11 %

9 Formel 1, Zsf. RTL 3,11 23 %

10 Formel 1, Berichte RTL 3,07 23 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


22 Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019

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Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Berliner Ensemble (✆ 28 40 81 55)

20.00: Der Lebenslauf des Boxers Samson-Körner

Berliner Kriminal Theater (✆ 47 99 74 88)

20.00: Der Tatortreiniger

Deutsche Oper Berlin (✆ 34 38 43 43)

19.00: La forza del destino

20.00 Tischlerei: Wolfsschlucht

Deutsches Theater (✆ 28 44 12 25)

19.00: Lear

DT-Kammerspiele (✆ 28 44 12 25)

20.00: Kommt ein Pferd in die Bar

20.00 Box: Der Hals der Giraffe

Eschschloraque Rümschrümp (Rosenthaler Str.39)

22.00: Bande áPart–Tanzbare Veranstaltung für

Außenseiter:prozentuale transformers (Marlene

Naumann &Cathleen Rabe)

Haus der Berliner Festspiele (✆ 25 48 91 00)

20.00: Tanztreffender Jugend: #8 Nahestehen |

Nahegehen (ACADEMY Bühnenkunstschule und

Produktionshaus für Jugendliche)

HfS Ernst Busch (✆ 75 54 17 -0)

20.00 UNTEN: Gespenstersonate

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(✆ 88 59 11 88) 20.00: Hase Hase

Maxim Gorki Theater (✆ 20 22 11 15)

19.30: AWalk on the Dark Side

20.00 Container:Die Verlobung in St. Domingo–Ein

Widerspruch vonNecati Öziri gegenHeinrich vonKleist

Schaubühne (✆ 89 00 23)

19.30 Studio: The Human Condition

20.00 Saal B: Im Herzen der Gewalt

Schlosspark Theater (✆ 78 95 66 71 00)

20.00: Adel verpflichtet

Vaganten Bühne (✆ 313 12 07)

20.00: Ruhm

KABARETT/VARIETÉ

Chamäleon (✆ 400 05 90)

20.00: Out of Chaos (Gravity &Other Myths)

Distel (✆ 204 47 04)

20.00: Wenn Deutsche über Grenzen gehen

Friedrichstadt-Palast (✆ 23 26 23 26)

19.30: Vivid

Kookaburra (✆ 48 62 31 86)

20.00: HowtobecomeaBerliner in one hour?

(Karsten Kaie)

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726 27 93 33)

20.00: Der Spielekönig (Improtheater Paternoster)

Kulturbrauerei/Soda (✆ 44 31 51 55)

18.00, 20.00 Salon: close-up-club: Zauberkunst,

erstaunlich, anders. Anm. erf.

Mehringhof-Theater (✆ 691 50 99)

20.00: Früher war ichälter (Horst Evers)

QuatschComedyClub (✆ 47 99 74 13)

18.15: Solo-Special (Olaf Schubert)

20.30: Die LiveShow–Die 3. Staffel

StageBluemax Theater (✆ 018 05 44 44)

20.00: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (✆ 018 05 44 44)

19.30: Mamma Mia!

Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11)

20.00: Musikhysterie &Wlancholie (Piet Klocke)

KLASSIK

BKA (✆ 202 20 07)

20.00: Die UnerhörteMusik, Neue und zeitgenössische

Musik des ausgehenden 20. und des 21.

Jahrhunderts

Konzerthaus Berlin (✆ 203 09 21 01)

20.00 Werner-Otto-Saal: Pallavi Mahidhara (Klavier),

Building Bridges, Cécile Chaminade: Arabesque

Nr.1g-Moll op. 61, Arabesque Nr.2Des-Dur op.

92; Claude Debussy: „Suite bergamasque“; Clara

Schumann: Variationen über ein Thema vonRobert

Schumann fis-Moll op. 20; Johannes Brahms: Variationen

und Fuge über einThema vonGeorg Friedrich

Händel B-Dur op. 24

Kulturhaus Spandau (✆ 33 34 02 1/ 22)

15.00 Theatersaal: Alenka Genzel &Frank Matthias,

Operette zum Kaffee –Operette quer Beet, Musik aus

Oper,Operette, Musical und Film

Philharmonie (✆ 25 48 83 01)

13.00 Foyer: Lunchkonzert

Schwartzsche Villa (✆ 902 99 22 12)

19.30: Schumann, Wolf, Duparc: Markus Vollberg

(Bariton),Clemens Michael Kraft (Klavier), Ausgewählte

LiederRobertSchumanns nach Texten von

Heinrich Heine, Lord Byron u. a.; HugoWolf: „Abendbilder“,

Mörike- und Goethe-Lieder, Auawahl; Henri

Duparc: Sechs Lieder nach Charles Baudelaires

KINDER

Atze Musiktheater (✆ 81 79 91 88)

10.00 Studio: Des Kaisers neue Kleider (ab 5J.)

Computerspielemuseum (✆ 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (✆ 53 07 12 50)

10.00: Hits für Kids mit Zwulf, (ab 3bis 7J.)

Figurentheater Grashüpfer (✆ 536 95 15 0/ 52)

10.00: DASist Anton Daumesdick, Kristiane Balsevicius,

Fingerspiele undFigurentheater (ab 2J.)

Gemäldegalerie (✆ 266 42 42 42)

10.00: Kinder-Reich in der Gemäldegalerie. Die

Werkstatt des Malers

Jaro Theater (✆ 341 04 42)

10.30: EinDinosaurier im Kühlschrank, Theater Jaro,

Puppen undSchauspiel (ab3bis 8J.)

Jugendmuseum Schöneberg (✆ 902 77 61 63)

14.00: Villa Global. The Next Generation

14.00: Wunderkammern–Wunderkisten

14.00: Welcome to diversCITY! Queer in Schöneberg

und anderswo

MACHmit! Museum für Kinder (✆ 74 77 82 00)

10.00: Glückskastanien undEichelwesen

14.00: Wildnis im Glas

RambaZamba Theater (✆ 44 04 90 44)

19.30: Der gute Mensch vonDowntown (ab 12 J.)

Schaubude (✆ 423 43 14)

10.00: ¡Ver-rückt! (AT), ForscherTheater-Produktion

der Schaubude mit TUKI Bühne, Objekt- und Materialtheater

mit Soundcollagen (ab4bis7J.)

Schwartzsche Villa (✆ 902 99 22 12)

10.30: Strassilo, die Vogelscheuche, Teatro Baraonda

Theater an der Parkaue (✆ 55 77 52 52)

9.00: Bettina bummelt, Martin Clausen und Peter

Trabner,Tanzstück (ab 5bis 10 J.)

11.00: Robinson Crusoe (ab 10 J.)

LITERATUR/VORTRAG

Acud Macht Neu (✆ 98 35 26 13)

20.00 Studio: Dead Ladies Show#23, Margaret

Fountaine, Gwendolyn MacEwen, Na Hye-Sok

Buchhändlerkeller (✆ 55 14 93 58)

20.30: Gedichte aus sechs Jahrzehnten, Alban

Nicolai Herbst

20.30: Jacob Böhme.Auf der Suchenach seiner

Weltformel. Roman, Wolfgang Bauernfeind

Buchlokal (✆ 40 04 73 33)

20.00: Die Entmieteten, SynkeKöhler,Buchpremiere

20.00: Die Entmieteten, SynkeKöhler,Buchpremiere

Fahimi (Skalitzer Str.133)

20.00: Verbrecher Versammlung: „Queen July“, Philipp

Stadelmaier,Buchpremiere

Kulturbrauerei (✆ 44 31 51 00)

19.30 Maschinenhaus: Literatur Live: „Keiths Probleme

im Jenseits“, Linus Reichlin, Buchpremiere

Kulturbrauerei/Maschinenhaus (✆ 44 31 51 00)

19.30: Keiths Probleme im Jenseits, Linus Reichlin

Literarisches Colloquium Berlin (✆ 816 99 60)

19.30: Verhext, vergiftet, verflixt und verxxxt, mit

Christian Filips, Iain Galbraith, Christian Hansen, Odile

Kennel, Dagmara Kraus u. a., Ein Gesprächs- und

Leseabend zum Lyrikübersetzen

Lyrik

Zwischen

den

Sprachen

ImAlltag hat man ja längst

aufgegeben, all die Soziolekte,Technolekte

oder Unternehmenskauderwelsche,

die

einen umgeben, in eigene

Sprache übersetzen zu wollen.

Besitzt etwa der „Product Owner“,

der Produktbesitzer, irgendetwas

außer Selbstvertrauen?

Und was genau wäre

überhaupt das fragliche Produkt?

Man lächelt den Kollegen

dieses Titels daher umbestimmt

zu und erfühlt ihre

Funktion mehr so ungefähr.In

der Kunst geht das nicht. Da

muss man exakt und weitgefächert

zugleich sein, da muss

alles reingegeben werden in

die richtige Hinübersetzung

eines Verses in die andere

Sprache.Lyrikübersetzer müssen

selbst Lyriker sein, um Gefühltem

und Gewusstem eine

anderssprachige Form zu geben.

Im LCB sind heute zehn

vonihnen zu Gast und berichten

aus der Praxis. PetraKohse

Verhext, vergiftet, verflixt und verxxxt,

19.30 Uhr,Literarisches Colloquium,

Am Sandwerder 5

Präzision und Wuschigkeit

Im Bauchladen dieser Konzertwoche: Freidrehende

Feedbacks, Drones aus dem Schatzkästlein der frühen

New Yorker Avantgarde und ein bisschen

Americana-Tradition.

Country-Rock aus Kalifornien mit angenehmer Stimme: Jade Jackson.

Kraftvoll schlagen die Trommeln

einen tribalistischen

Marsch, darüber sägt eine

wild verzerrte Gitarre, gut

viereinhalb Minuten lang, mit steigender

Dramatik und Dichte. So

stellt sich das Berliner Duo G.A.M.S.

auf einem Stück ihres Debüts die

„Economics“ vor. Und haben sie

nicht recht, mit ihrer Mischung aus

Unerbittlichkeit und Lärm?

Im Ganzen geht es den beiden jedoch,

so einleuchtend die Soundmalerei

klingt, eher nicht um einen

sozioökonomischen Kommentar.

G.A.M.S beschäftigen sich vielmehr

mit der Ökonomie vonKlängen, von

Präzision und Wuschigkeit. Hinter

dem waidmännischen Akronym stehen

Autoloop-König Guido Möbius

und der österreichische Drummer

Andi Stecher,beide Berliner,die sich

in diesem Projekt den Freuden des

kontrollierten Kontrollverlusts hingeben.

Stecher trat bisher vor allem

als Sideman in Erscheinung, in Zusammenhängen

wie Mark Ernestus’

Afrodub-Ensemble Ndagga Rhythm

Force, mit dem Echtzeit-Improvisator

Ignaz Schick und im Free-Goth-

Rock Carla Bozulichs. Auf seinem

Markus Schneider

empfiehlt das geräuschigeGitarre-

Drums-Duo G.A.M.S., den Orgelminimalismus

Charlemagne Palestines sowie

Countryrock vonJade Jackson und Goth-

Folk vonMarissa Nadler.

bisher einzigen Soloalbum stellt er

diese Mannigfaltigkeit seiner

Sounds ins Zentrum, wobei die Freiheit

von elektronischen Geräuschen

ähnlich wie die Gitarren im Gämsen-

Projekt von seiner muskulös-repetitiven

Schlagwerk-Straffheit gehalten

wird.

Möbius arbeitet als Solist mit zutraulicheren,

ja poppigeren Strukturen,

oft mit dadaistischen Schlaufen

aus Stimmen und Gitarren, etwa auf

seinem feinen „Spirituals“-Album

von 2012. Bei G.A.M.S lotet er aus,

wie sich Feedbacks in klar ausgelegte,

wenn auch oft komplexe

Rhythmen fügen lassen, wie sie mal

derb und roh, dann wieder zärtlich

fransend die Beats als Ornament

und Leitmotiv begleiten. Entstanden

ist dabei ein anregend hypnotisches

Noise-Unterfangen, für das sich die

beiden Unterstützung von Ex-Napalm

Death-Drummer Mick Harris

und dem Experimental-Sänger Yuko

Matsuyama geholt haben.

G.A.M.S. stellen ihr Debüt im mit

offenem Sinn kuratierten Kiezsalon

vor. Neben den beiden wirdder japanische

Klangkünstler Tasho Ishi zu

hören sein, und der Folkminimalist,

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) Diego Maradona

14.20; Once Upon aTime in... Hollywood 17.00,

20.30

Cinema Paris (✆ 881 31 19) Systemsprenger

14.50,17.40,20.30

Delphi Filmpalast (✆ 312 1026) Downton Abbey

14.40,17.30,20.30

Delphi LUX (✆ 322 93 10 40) Und der Zukunft

zugewandt 15.00, 17.30, 20.00; Ad Astra – Zu

den Sternen (OmU) 15.15, 18.00, 20.45; Und wer

nimmt den Hund? 18.20; Once Upon aTime in...

Hollywood (OF) 20.30; Frau Stern 15.00, 19.15;

Late Night –Die Show ihres Lebens (OmU) 17.00,

21.30; Ein Licht zwischen den Wolken 13.30,

17.30; Ein Licht zwischen den Wolken (OmU)

15.30, 19.30; Es: Kapitel II –It: Chapter Two (OF)

21.15; Once Upon aTime in... Hollywood (OmU)

16.30, 20.00; Synonymes 13.20, 18.40; Ein leichtes

Mädchen –Une fille facile (OmU) 14.15; Synonymes

(OmU) 16.00, 21.20

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Mein Leben mit

Amanda 17.00; Systemsprenger 18.00,20.15

Kant Kino (✆ 319 98 66) Mein Lotta-Leben –Alles

Bingo mit Flamingo! 15.50; Wer 4sind –Die

Fantastischen Vier 18.00; Once Upon aTime in...

Hollywood 20.20; Gut gegen Nordwind 15.00,

17.45,20.30;Prelude 14.45;Ein leichtes Mädchen

17.00, 19.00; Petting statt Pershing 21.00; AToy

Story: Alles hört auf kein Kommando 15.40; Leid

und Herrlichkeit 17.30, 20.00; Gloria: Das Leben

wartet nicht 15.15, 17.45

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) Angry Birds 2:

Der Film 14.30; Jerks: Screening und Lesung: Premiere:

Überraschungsprogramm 19.30; Ad Astra –

Zu den Sternen 14.10, 17.00, 19.50; Es: Kapitel

II 22.45; Downton Abbey 14.30, 17.25, 20.15,

23.00; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

14.30; Es: Kapitel II 17.00; Once Upon aTime in...

Hollywood 20.40; Die drei !!! 14.30; Once Upon

aTime in... Hollywood 17.00; Es: Kapitel II 20.30;

Playmobil: Der Film 14.45; Gut gegen Nordwind

17.15, 20.00; AdAstra –Zuden Sternen 22.50;

Late Night –Die Show ihres Lebens 15.00; Angry

Birds 2:Der Film 17.30; Angel Has Fallen 19.50;

Ad Astra –Zuden Sternen 22.40

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Once Upon a

Time in... Hollywood 11.00; Ramen Shop –Ramen

Teh (OmU) 14.00; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo

mit Flamingo! 15.30; Push –Push (OmU) 17.00;

Mein Leben mit Amanda 18.30;

Es: Kapitel II (OF) 20.15; Crawl 23.00; Cleo

(OmenglU) 11.00; Berlin, ILove You (OmU) 12.45;

Free Solo (OmU) 14.45; Idioten der Familie 16.30;

Und der Zukunft zugewandt (DFmenglU) 18.15; Synonymes

(OmU) 20.10;The Dead Don‘t Die (OmU)

22.15; Die Agentin –The Operative (OmU) 11.00;

Leid und Herrlichkeit (OmU) 13.00; Yesterday

(OmU) 15.00; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 17.00, 19.45; Paranza (OmU) 22.30

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Mein Lotta-Leben

–Alles Bingo mit Flamingo! 14.15; Frau Stern

16.00; Und wer nimmt den Hund? 17.45; Once

Upon aTime in...Hollywood (OmU) 19.30; Synonymes

(OmU) 22.30; Becoming Animal 14.00; Super

Friede Liebe Love 15.45; Über Grenzen –Der Film

einer langen Reise 17.30; Congo Calling (OmU)

19.45;Thinking Like aMountain (OmU) 21.30

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz Playmobil: Der

Film 14.00; Downton Abbey 14.00, 17.00, 20.15;

Ad Astra –Zuden Sternen 14.00, 17.00, 17.30,

20.00, 20.30; Once Upon aTime in... Hollywood

14.10, 16.50, 20.30; Gut gegen Nordwind 14.10,

17.15,20.50;Stuber–5Sterne Undercover14.20;

AToy Story: Alles hört auf kein Kommando 14.20,

18.15; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!

14.45; Es: Kapitel II 14.45, 16.30, 20.15;

Angry Birds 2:Der Film 14.50, 17.20; Good Boys

15.00, 17.10; Fast & Furious: Hobbs & Shaw

15.00;Der König derLöwen 15.00; Good Boys (OF)

15.15; Angel HasFallen 16.50, 19.45; Spider-Man:

FarFrom Home17.40;Rambo 5: Last Blood17.45,

21.00; 3D: Der König der Löwen 17.45, 20.40;Angry

Birds 2: Der Film –The Angry Birds Movie II(OF)

18.30; Ad Astra –Zuden Sternen (OF) 19.40; One

Piece: Stampede 20.00, 20.30, 21.00; 3D: Angry

Birds 2:Der Film 20.15

Zukunft (✆ 01 76/57 86 10 79) Leid und Herrlichkeit

–Dolor ygloria (OmU) 18.00; Once Upon a

Time in... Hollywood (OmU) 20.15; Berlin Bouncer

(OmU) 23.15; Frau Stern 18.00; Heute oder morgen

19.40; Cleo (OmenglU) 21.30

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 02 00) AToy Story: Alles

hört auf kein Kommando 13.30; Playmobil: Der

Film 13.40; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit

Flamingo! 13.50; Downton Abbey 14.00, 16.20,

19.45; Pets II 14.10; Der König der Löwen 14.10;

Angry Birds 2: Der Film 14.20; Es: Kapitel II 16.00,

19.45; AdAstra –Zuden Sternen 16.30, 19.40;

Gut gegen Nordwind 16.40, 19.30; 3D: Angry Birds

2: Der Film 17.00; Good Boys 17.10; Rambo 5:

Last Blood 17.20, 20.10; One Piece: Stampede

(OmU) 20.00; Fast &Furious: Hobbs &Shaw20.00

Kino Kiste (✆ 998 7481) Once Upon aTime in...

Hollywood 13.40; Mein Lotta-Leben 16.35; Leberkäsjunkie

18.20; Und der Zukunftzugewandt 20.10

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 41 09) Gut gegen

Nordwind 14.15, 16.40, 19.30; Downton Abbey

14.20, 17.10, 20.00; AToy Story: Alles hört

auf kein Kommando 14.20; Der König der Löwen

14.30, 17.00; 3D: Angry Birds 2: Der Film 14.30,

20.15; 3D: Der König der Löwen 14.40, 17.30; Ad

Astra –Zuden Sternen 14.50,17.15,20.00;Angry

Birds 2:Der Film 15.00, 17.20; Good Boys 15.10;

Es: Kapitel II 16.50, 19.50; Rambo 5:Last Blood

17.20, 20.10; Und der Zukunft zugewandt 17.40;

Fast &Furious: Hobbs &Shaw 19.45; One Piece:

Stampede 20.00;Angel Has Fallen 20.20

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Ad Astra –Zuden

Sternen (OmU) 17.00,19.45, 22.30; B Once Upon

aTime in... Hollywood (OmU) 16.30,18.45,22.00

fsk am Oranienplatz (✆ 614 2464) Wajib –Die

Hochzeitseinladung (OmU) 17.45; Systemsprenger

(OmenglU) 17.45, 20.00; Ein Licht zwischen den

Wolken – Streha mes reve (OmU) 19.45; Heute

oder morgen (OmenglU) 21.30; Synonymes (OmU)

22.15

Moviemento (✆ 692 47 85) Systemsprenger

10.15, 22.30; Benjamin Blümchen 13.00; Mein

Lotta-Leben–Alles Bingomit Flamingo! 15.15; Frau

Stern 17.30; Flowers of Freedom (OmU) 19.30;

Systemsprenger 14.30, 17.15, 20.00; Tel Aviv On

Fire (OmU) 22.45; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo

mit Flamingo! 11.15; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 13.30, 21.00; Prelude 16.45; Ein

Licht zwischen denWolken 19.00

Sputnik (✆ 694 11 47) Idioten der Familie (DFmenglU)

16.30; Submission (OF) 18.15; Paranza:

Der Clan der Kinder –Laparanza dei bambini

(OmU) 20.00; Das Wunder im Meer von Sargasso

–Tothavma tis thalassas ton Sargasson: The Miracle

of the Sargasso Sea (OmU) 22.00; Freudenberg

–Auf der Suche nach dem Sinn 16.30; Mein Leben

mitAmanda(OmU) 17.45;Gloria: Das Leben wartet

nicht –Gloria Bell (OmU) 19.30; Once Upon aTime

in... Hollywood (OmU) 21.15; Kinobar im Sputnik

Filmclub (OmU) 20.30

Yorck (✆ 78 91 32 40) Systemsprenger 14.30,

17.15, 20.00; New Und der Zukunft zugewandt

16.00; Human Rights Film Festival Berlin: Kraben

rahu –Manta Ray (OmenglU) 18.30; Human Rights

Film Festival Berlin: The Remains –Nach der Odyssee

(OmenglU) 20.30

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 95 90) Angry Birds 2

13.30, 15.45; Downton Abbey 14.15, 17.15,

20.00; Playmobil: Der Film 14.30; 3D: Angry Birds

215.00, 18.00; AToy Story 15.00; Es II 16.45,

19.45; DerKönig der Löwen 17.00; Ad Astra 17.15,

20.30; Once Upon aTime in... Hollywood 20.00;

Und der Zukunft zugewandt 20.15

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Union Filmtheater

Und der Zukunft zugewandt 13.00; Downton

Abbey 13.00, 15.30, 18.00, 20.30; Der Junge

muss andie frische Luft 13.00; Playmobil 15.20;

Mein Leben mit Amanda 15.30; Late Night 17.30;

Ad Astra –Zuden Sternen 18.00, 20.30

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60) Es

II 14.00, 16.30, 19.45; Downton Abbey 14.00,

17.00, 20.00; Der König der Löwen 14.00, 16.55;

Ad Astra 14.00, 17.00, 20.00; AToy Story 14.00,

17.15; Playmobil14.30; AngryBirds 214.30; Good

Boys 14.45; 3D: Angry Birds 217.00; Angel Has

Fallen 17.15; Rambo 5: Last Blood 17.45, 20.15;

Anime Night: One Piece: Stampede 20.00, 20.15;

Gut gegen Nordwind 20.00; Sneak Preview 20.30

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Mein Lotta-Leben –Alles

Bingo mit Flamingo! 17.00; Ein Licht zwischen den

Wolken 18.45; Leid und Herrlichkeit 20.30; Die untergegangene

Familie –Familia sumergida (OmU)

18.00; Nur eine Frau (OmenglU) 19.45; Das Wunder

imMeer von Sargasso –Tothavma tis thalassas

ton Sargasson: The Miracle of the Sargasso Sea

(OmU) 21.30

Babylon (✆ 242 5969) Jiddische Glikn: Dusollst

nicht lieben: Eyes Wide Open – Einaym pkuhot

(OmU) 17.30; Africa Look: Fatwa (OmU) 18.00;

Jiddische Glikn: Lang ist der Weg (OmenglU) 18.15;

Berlin –Hauptstadt der DDR: Wer fürchtet sich vorm

schwarzen Mann? (m.Gast u.Gespräch) 19.30; Africa

Look: When Arabs Danced (OmenglU) 20.00;

Africa Look: Oufsaiyed Elkhortoum – Khartoum

Offside (OmU) 21.45; Jiddische Glikn: Der Dybbuk

(OmenglU) 21.45

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) Mein

Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo! 10.15; Es:

Kapitel II –It: Chapter Two (OF) 12.15, 20.15; Yesterday

(OmU) 15.30, 17.45; Willkommen bei den

Hartmanns 13.00; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo

mit Flamingo! 15.15; Die Wurzelndes Glücks–Holy

Lands (OmU) 17.30; Yesterday (OmU) 19.45

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 0200) Pets II

11.00, 13.15; Playmobil 11.10, 13.50; Downton

Abbey 11.10, 14.15, 16.45, 19.45, 23.00; Der

König der Löwen 11.10, 14.30; Mein Lotta-Leben

11.15; AToy Story 11.20, 14.30; Angry Birds 2

11.30, 14.00; Die drei !!! 12.00; Benjamin Blümchen

12.10; Spider-Man 13.40; Good Boys 13.45,

17.40; Once Upon aTime in... Hollywood 14.00,

19.15; EsII15.30, 16.15, 19.00, 20.00, 22.00,

22.50; 3D: Der König der Löwen 16.20; 3D: Angry

Birds 216.30, 19.20; Gut gegen Nordwind 17.10,

20.15; AdAstra 17.15, 20.10, 23.15; Rambo 5:

Last Blood 17.20, 20.10, 22.50; One Piece: Stampede

20.00; Fast &Furious: Hobbs &Shaw 23.00;

Crawl 23.10; Angel Has Fallen 23.15

Hackesche Höfe (✆ 283 4603) Berlin Babylon

(DFmenglU) 15.00; Idioten der Familie (DFmenglU)

17.15; Preview: Skin (OmU) 19.30; Ein leichtes

Mädchen (OmU) 14.15; Der Honiggarten (OmU)

16.15; Human Rights Film Festival Berlin: Power

to the Children –Kinder an die Macht (OmenglU)

18.30; Human Rights Film Festival Berlin: Everything

Must Fall (OF) 21.00; Frau Stern (DFmenglU)14.45;

Once UponaTime in...Hollywood (OmU)

16.45, 20.00; Late Night –Die Show ihres Lebens

(OmU) 14.15; Gloria: Das Leben wartet nicht –Gloria

Bell (OmU) 16.45; Systemsprenger (DFmenglU)

19.00, 21.30; Und der Zukunft zugewandt 15.00,

19.15; Ein Licht zwischen den Wolken –Streha mes

reve (OmU) 17.15

International (✆ 24 75 60 11) Und der Zukunft

zugewandt 15.00, 17.30; Once Upon aTime in...

Hollywood (OmU) 20.00

Z-inema (✆ 28 38 91 21) The MadWorld of Martial

Arts Cinema:Trailershow (OF) 20.00

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Erwerbslose kochen

für Erwerbslose (u. andere Kurzfilme) 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06

44) Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!

12.00, 14.50; Pets II 14.00; Downton Abbey

14.10,17.00, 19.55; AToy Story:Alles hörtauf kein

Kommando 14.15, 16.50; Angry Birds 2:Der Film

14.20, 16.45; 3D: Angry Birds 2: Der Film 14.20;

Good Boys 14.30, 17.00; AdAstra –Zuden Sternen

14.30, 17.20, 20.10; Der König der Löwen

14.45, 17.30; Es: Kapitel II 16.10, 19.25; Aladdin

16.35; Rambo 5: Last Blood 17.05, 20.15; Once

Upon aTime in... Hollywood 19.30; Downton Abbey

(OF) 19.30; Ad Astra –Zuden Sternen (OF) 19.30;

Gut gegen Nordwind 19.50; One Piece: Stampede

20.00

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Once Upon aTime in...

Hollywood (OmU) 10.30; Diego Maradona (OmU)

14.00; Synonymes (OmU) 16.20; Mein Leben mit

Amanda (OmU) 21.40

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Ad Astra –Zuden Sternen

(OF) 16.00, 18.45, 21.30

Passage (✆ 68 23 70 18) Downton Abbey (OmU)

15.00, 17.45, 20.30; Diego Maradona (OmU)

17.00; Gut gegen Nordwind 19.50; Sneak Preview

22.30; Frau Stern 14.50; Once Upon aTime in...

Hollywood (OmU) 16.40,20.00

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Once Upon aTime in...

Hollywood (OF) 16.40, 20.00; Ad Astra –Zuden

Sternen (OF) 17.45, 20.30, 22.00; Leid und Herrlichkeit

–Dolor ygloria (OmenglU) 16.30, 19.30;

Systemsprenger (OmenglU) 16.45, 19.00; Es: Kapitel

II –It: Chapter Two (OF) 21.40; Late Night –

Die Show ihres Lebens (OmU) 18.30; Synonymes

(OmenglU) 20.45

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34)

Downton Abbey 14.00, 17.00, 20.10; Der König

der Löwen 14.05, 16.50; AToy Story: Alles hört auf

kein Kommando 14.15; Good Boys 14.20; Es: Kapitel

II 14.40,16.35, 19.55; AngryBirds 2: Der Film

14.55; AdAstra –Zuden Sternen 16.45, 19.50;

3D:Angry Birds 2: Der Film 17.25; Gut gegen Nordwind

19.40; One Piece: Stampede 20.00, 20.15

Wolf (✆ 921 03 93 33) BabyWolfgang:Heute oder

morgen 11.00; Liberte (OmenglU) 12.10; Wajib –

Die Hochzeitseinladung14.00,21.00; Once Upon a

Time in...Hollywood 14.50; Kiriku und die Zauberin

16.00;Heute oder morgen19.00; Ein leichtes Mädchen

19.10; Synonymes 21.10

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Und der

Zukunft zugewandt 18.00, 20.30

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Ad Astra

–Zuden Sternen (OmU) 15.15, 18.00, 20.45;

Systemsprenger 14.30, 17.15, 20.00; AToy Story:

Alles hört auf kein Kommando 15.40; Diego Maradona

(OmU) 17.45; Und der Zukunft zugewandt

20.30; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!

13.50; Gut gegen Nordwind 16.00; Downton

Abbey 15.00, 17.45,20.30

Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02

00) Downton Abbey 13.50, 16.40, 19.30; Systemsprenger

14.00, 16.50, 19.45; Mein Leben mit

Amanda (OmU) 14.00; Gut gegen Nordwind 14.00,

16.45, 19.00, 22.30; Mein Lotta-Leben – Alles

Bingo mit Flamingo! 14.15; Angry Birds 2: Der Film

14.20, 16.30;


Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019 23

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

Sänger und Gitarrist Raoul Vignal

bringt seine an Nick Drake erinnernden

offenen Folksongs mit.

Noch abstrakter als die G.A.M.S-

Geräusche wirdCharlemagne Palestine

in der Zwinglikirche mulmende

Drones und Kleinstmotive spielen.

Als einer der Pionieredes NewYorker

Minimalismus stand er zwar im

Schatten der populäreren Steve

Reich und Terry Riley. Aber ich habe

ihn vorfast zehn Jahren im französischen

Dom an der großen Orgel mit

gleichermaßen viel Vergnügen und

Respekt gehört und gesehen: Der

heute 72-Jährige beschränkt sich

nicht einfach auf die Intensität seiner

Musik; er tritt in auffälligem

Dresscodeauf und pflegt einen lässigen

Old School-Bohème-Habitus.

Damals erschien er in Künstlerschlapphut

und fröhlich gemustertem

Kindergartenhemd und rief das

Volk mit hellen Pfeifdrones auf dem

Weinglaszuden Plätzen. Sodann zog

er nach und nach buchstäblich alle

Register seiner Orgel und anderer

Tasteninstrumente,hielt freihändige

Soundwogen unter ständiger Spannung,

ohne ins Wohlfeile und Plakativewegzukippen.

POP

G.A.M.S. 25.9., 21 Uhr,

Kiezsalon in der Musikbrauerei

Charlemagne Palestine 29.9., 20 Uhr,

Zwinglikirche

Jade Jackson 24.9., 20 Uhr,Privatclub

Marissa Nadler 29.9., 20 Uhr,

Berghain- Kantine

MATT BIZER

Fürs Poptraditionelle sind in dieser

Woche zwei Frauen zuständig.

Jade Jackson ist eine junge Countryrockerin

aus Kalifornien, die gerade

ihr zweites Album veröffentlicht hat.

Produziert vom L.A.-Countrybilly-

Punk Mike Ness von Social Distortion,

spielt sie darauf eine recht gradlinige,

karohemdige Genreversion,

rau hergerichtet, nett komponiert

und mit einer angenehmen Stimme

gesungen. Marissa Nadler hingegen

spielt seit 15 Jahren einen düster verhangenen

Folk. Vonden kargen Stücken

der Anfänge kam sie inzwischen

zu eleganten, farbigeren Arrangements.

Und sie sucht sich Produzenten,

die eher von der

Atmosphäre ihrer Musik kommen,

als vom Genre, indem sie sich bewegt,

Randall Dunn etwa von Sunn

O))) oder zuletzt Justin Raisen, der

mit Sky Ferreiras Debüt bekannt

wurde. Nadlers hauchig umflorter

Gesang hört sich so an, als hätte er

Lana Del Rey die eine oder andere

Idee gegeben. So interessantwie Del

Rey mit ihrem cleveren Retrogirl-

Konzeptund demSinnfür modische

Beats ist sie nicht; aber ich finde, sie

schreibt die besseren Songs.

Diskussion

Zwischen

Fußball und

Kampfsport

Inden 90er-Jahren war man

geneigt, den aus Großbritannien

herüberschwappenden

Hooliganismus als Ausdruck

eines radikalen Lebensstils

aufzufassen, der sich mit

den Mitteln körperlicher Gewalt

in Szene setzte. Befördert

wurde der Eindruck dadurch,

dass bald Reportagen über

junge Menschen kursierten,

die tagsüber in Banken und

Anwaltsbüros Karriere machten

und sich zumWochenende

am Rande der Fußballstadien

exzessiven Schlägereien hingaben.

Das Phänomen einer

vergnügungssüchtigen Gesellschaft.

Seit Jahren ist jedoch

klar, dass der Hooliganismus

ein Rekrutierungsfeld für

rechte Gewalttäter ist. Der

Kampf geht nach dem Spiel

weiter und hat längst paramilitärische

Strukturen hervorgebracht.

Darüber diskutiert

Ronny Blaschke mit kompetenten

Gästen. HarryNutt

ProfessionalisierungrechterGewalt

18 Uhr,Friedrich-Ebert-Stiftung,Hiroshimastraße

17 und 28

Literaturforum im Brecht-Haus (✆ 282 20 03)

20.00: Lebenszeugnisse. Ewig anders, Marvin

Oppong,Buchvorstellung und Gespräch

Martin-Niemöller-Haus (✆ 84 10 99 51)

18.00: Hilfe beim Sprung ins Nichts.Franz Kaufmann

und die Rettung vonJuden und „nichtarischen“ Christen,

Katrin Rudolph, Lesung und Gespräch

Maxim Gorki Theater (✆ 20 22 11 15)

20.30 Lichtsaal:Grenzwerte, Max Czollek, Buchpräsentation

Schokoladen Mitte (✆ 282 65 27)

19.00: LSD –Liebe Statt Drogen

SO36 (✆ 61 40 13 06)

20.30: Best Of PoetrySlam –Kiezpoeten vs. Edellauchs,

best of poetryslam battle

Wabe (✆ 902 95 38 50)

20.00: „Was iss’njetzt schon wieder mit dir?!“,

Roman Shamov, –--

FÜHRUNG

Britzer Garten (✆ 700 90 60)

10.30: FürMenschen mit Demenz: Dahlienfeuer,Dr.

Friedrich-KarlSchembecker,Treff: Eingang Sangerhauser

Weg. Anm. erf.

Bärentouren (✆ 015 20 -5 22 67)

14.00: Architekturführung zu den berühmtesten Bauten

Preußens und Berlins: Die Hohenzollernund ihre

Baumeister,Treff: Granitschale, Lustgarten. Anm. erf.

14.00: The Most Famous Historical BuildingsofBerlin:

Architecture Tour to the Prussian kings and their

architects, meeting point: ‚Granitschale’ (big stone

bowl), Lustgarten, Führung in engl. Spr.. Anm. erf.

16.00: The Berlin Wall Tour:Along the most famous

wall monuments, Meeting point: Guard House,

„Checkpoint Charlie“, Friedrichstr., Führung in engl.

Spr.. Anm. erf.

16.00: Geschichte der Berliner Mauer –Ab„Checkpoint

Charlie“ entlang der bekanntesten Mauerrelikte,

Treff: Wachhäuschen „Checkpoint Charlie“, Friedrichstr..

Anm. erf.

20.00: Kriminaltour:Verbrechen, Gerichtsfälle und

Richtstätten im alten Berlin, Treff: Heiliggeistkapelle,

Spandauer Str. 1. Anm. erf.

22.00: Nachtwächtertour –Auf denSpuren vonSagenund

GespensternimNikolaiviertel und Alt-Berlin,

Treff: Eing.Nikolaikirche, Propststr.. Anm. erf.

Dalí Berlin (✆ 07 00 32 54 23)

12.30, 14.00, 15.30, 17.00, 18.30: Dalí–Die Ausstellung

am Potsdamer Platz, Treff: Im Museum

FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum

(✆ 50 58 52 33) 17.00: Öffentlicher Stadtspaziergang:

Wohnen und Mietkämpfe in Friedrichshain-Kreuzberg,Stefan

Zollhauser,Treff: Ecke

Blumenstr./Andreasstr.. Anm. erf.

Hamburger Bahnhof /Museum für Gegenwart

Berlin (✆ 39 78 34 11) 12.00, 16.00: Materialität

in derKunst, Treff: Foyer

Stadt im Ohr (✆ 20 07 88 41)

9.00: HörspaziergangFriedenau –Eine Reise durch

15 Dekaden deutscher Geschichte, stadt im ohr,Treff:

Süßkramdealer,Varziner Str.4

11.00: Zwischen Schlangeund Schwan. Audiospaziergang

über das Leben in DDR-Baudenkmälern, stadt

im ohr,Treff: Concierge, Platz der Vereinten Nationen 1

11.00: Wege nach Queertopia. Gehen, wie wir

leben wollen, Treff: Café Blume an der Hasenheide,

Fontanestr.32

11.00: Werkstatt Wedding.Hörspaziergang durch die

Bilder einer Stadt, stadt im ohr,Treff und Ausgabe der

Audioguides. Rosa Parks Café, Soldiner Straße 32,

13359 Berlin

12.00: Audiotour Mitte-Schritte–Hörspaziergang

durch Berlins historisches Zentrum, stadt im ohr,Treff:

ausberlin –Kaufhaus für Berlinprodukte, Karl-Liebknecht-Str.9

16.00: Hörspaziergang Friedrichshain, Der Hörspaziergang

Friedrichshain ist ausleihbar im Cafe Sibylle,

Karl-Marx-Allee 72

KONZERT

b-flat (✆ 283 31 23)

21.00: Daniel Scholz Band, Weather Report–tribute

BadenscherHof Jazzclub (✆ 861 00 80)

21.00: Reggie Moore Trio, Cookin’ with Jazz

Berghain (Am Wriezener Bahnhof)

20.00: No Borders Orchestra

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str.70)

21.00: The Mystery Lights, DYGL

Columbia Theater (Columbiadamm 9-11)

20.00: AshleyMcBryde, CheleyTackett

Festsaal Kreuzberg (✆ 551 50 65 87)

20.00: berge

Gretchen (✆ 25 92 27 02)

21.00: Hailu Mergia

Lido (✆ 69 56 68 40)

20.00: Amber Run

Musik &Frieden (Falckensteinstr.48)

20.30: MidCity

Orania.Berlin (✆ 69 53 96 80)

20.00: Orania.Piano.Series: Ludwig Hornung

Philharmonie/Kammermusiksaal (✆ 25 48 81 32)

19.15: Einführung (Jazz at Berlin Philharmonic)

20.00: Jakob Bro Trio +Flying likeEagles, Jazz at

Berlin Philharmonic

PrivatClub (✆ 61 67 59 62)

20.00: Jade Jackson, special guest: Roads &Shoes

Quasimodo (✆ 318 04 56 70)

22.30: Jambinai

Rickenbacker’s (✆ 81 89 82 90)

21.00: Bluesrock-Session mit Heinz Glass u. a.

Schlot (✆ 448 21 60)

20.00: Bitte ohne Gurke!–Erinnerung an Martin

Klenk (1957-2019)

SO36 (✆ 61 40 13 06)

20.00: Samson, Lisa Maria Olszakiewicz, Jesko

Habert, JoPa,Julian Heun, Nick Pötter,Luise Komma

Klar,Noah Klaus, Der Schneekönig,Kiezpoeten vs.

Edellauchs

Urban Spree (Revaler Str.99)

20.30: Cosmic Dead +Izakaya Heartbeat (Space

Rock)

Zig Zag Jazz Club (✆ 94 04 91)

21.00: The Zig ZagJazzed Up Jam Session,host: Uri

Gincel

CLUB

Bohnengold (Reichenberger Str.153)

18.00: Ping Pong –Music –Drinks (PingPong –

Music –DrinksTT-Schläger können vorOrt geliehen

werden)

Cassiopeia (✆ 47 38 59 49)

23.00: Super Tuesday, RayBang,Dick Nasty

Clärchens Ballhaus (✆ 282 92 95)

21.00: Clärchens Discodienstag,Clärchen &friends

Crack Bellmer Bar (Revaler Str.99)

20.00: Berlin House Night, RobertMonarch, Leonardo

Guerra

Matrix (✆ 293 69 9- 90)

22.00: Iluv2bang!, San Soel

Maxxim Berlin (✆ 41 76 62 40)

19.00: FarOut After Work Party, Tiefton, Guess

Monster Ronson’sIchiban Karaoke

(✆ 89 75 13 27) 21.00: The House of Presents

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: Vinylsounds

Suicide Club (Revaler Str.99)

23.59: Encore.Une.Fois –MyHouse Is Your House,

Youandme, Marc Schneider,Kenneth Scott, Sofi

Lucius

MUSEEN

Dalí Berlin (✆ 07 00 32 54 23)

12.00, 12.00: Dalí–Die Ausstellung am Potsdamer

Platz, tgl. 12-20 Uhr

Museum The Kennedys (Auguststr.11-13)

10.00: Die Kennedy-Sammlung,Di-Fr 10-18, Sa/

So 11-18 Uhr

KINO

AToy Story:Alles hört auf kein Kommando 14.20;

Der König der Löwen 14.40; Und der Zukunft zugewandt

16.30, 20.50; Ad Astra –Zuden Sternen

17.00, 19.30; Human Rights Film Festival Berlin:

For Sama (OmenglU) 18.00; Human Rights Film

Festival Berlin: But Now Is Perfect (OmenglU)

18.00; Ein Licht zwischen den Wolken 19.00; Human

Rights Film Festival Berlin: It Will Be Chaos

(OmenglU) 20.00; Human Rights Film Festival Berlin:

Freedom Fields (OmenglU) 20.30; Once Upon

aTime in... Hollywood (OmU) 20.45; Es: Kapitel II

–It: ChapterTwo (OF)21.45; Downton Abbey(OmU)

22.20; AdAstra –Zuden Sternen (OmU) 22.40;

Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria (OmU) 22.45;

Der König der Löwen –The Lion King (OmU) 22.45

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Über Grenzen –Der

Film einer langen Reise 17.30; Das innere Leuchten

19.30; Das Wunder im Meer von Sargasso –To

thavma tis thalassas ton Sargasson: The Miracle of

the Sargasso Sea (OmU) 21.15

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Face_It! –Das

Gesicht im Zeitalter des Digitalismus 17.30; Luft

zum Atmen – 40 Jahre Opposition bei Opel in

Bochum 19.00; Shorts Attack –Sundance Shorts

2019 20.30; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria

(OmU) 22.15

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) Good

Boys 14.15, 17.15, 22.55; Downton Abbey 14.15,

17.00, 20.00, 22.45; Ad Astra –Zuden Sternen

14.15, 17.05, 20.00, 23.00; Der König der Löwen

14.30, 17.15; Angry Birds 2: Der Film 14.30; Die

drei !!! 14.35;Playmobil: Der Film 14.40; Es: Kapitel

II 14.40,16.35, 19.50, 22.15; AToy Story:Alles

hörtauf kein Kommando 14.50, 17.20; MeinLotta-

Leben –Alles Bingo mit Flamingo! 14.55; Gut gegen

Nordwind 17.00, 19.55; Rambo 5:Last Blood

17.10, 19.55, 23.00; 3D: Angry Birds 2: Der Film

17.10; Late Night –Die Show ihres Lebens 19.30;

3D: Der König der Löwen 19.35; Anime Night: One

Piece: Stampede 20.00; Angel Has Fallen 20.00,

22.55; Once Upon aTime in... Hollywood 20.15,

22.20

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 0200) Gut gegen

Nordwind 13.30, 19.45; Downton Abbey 13.30,

16.30, 19.30; Good Boys 13.40, 16.30; Pets II

13.45; Der König der Löwen 13.50, 16.45; Playmobil:

Der Film 14.10; AToy Story: Alles hört auf

kein Kommando14.30, 17.10;BenjaminBlümchen

14.45; Angry Birds 2: Der Film 14.50; Es: Kapitel

II 16.00, 19.00, 19.50; Fast &Furious: Hobbs &

Shaw 16.10;

Ad Astra –Zuden Sternen 16.50, 20.00; 3D: Angry

Birds 2:Der Film 17.20, 19.40; Rambo 5: Last

Blood 17.30, 20.15; One Piece: Stampede 20.00;

Angel Has Fallen 20.10

SCHÖNEBERG

Cinema am Walther-Schreiber-Platz (✆ 852 30

04) Und der Zukunft zugewandt 14.50; Systemsprenger

17.30, 20.30

Cosima (✆ 85 07 58 02) Und wer nimmt den

Hund? 18.00; Leid und Herrlichkeit 20.15

Odeon (✆ 78 70 40 19) Downton Abbey (OmU)

15.00, 17.45, 20.30

Xenon (✆ 78 00 15 30) Carmine Street Guitars

(OmU) 18.15; Leid und Herrlichkeit –Dolor ygloria

(OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) Der

König der Löwen 10.00, 12.05, 14.40; Benjamin

Blümchen 10.00; Angry Birds 2: Der Film 10.00,

12.15,14.40,17.05; AToy Story: Alles hörtauf kein

Kommando 10.00, 12.15; Mein Lotta-Leben –Alles

Bingo mit Flamingo! 12.00; 3D: Angry Birds 2: Der

Film 12.25; Downton Abbey 14.30, 17.20, 20.10;

Ad Astra –Zuden Sternen 14.35, 17.25, 19.50;

Es: Kapitel II 16.45,19.30; Good Boys 17.30; One

Piece: Stampede 20.00; Once Upon aTime in...

Hollywood 20.30

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 6081) Geheimnis

eines Lebens 15.45; Und wer nimmt den

Hund? 18.15; Leid und Herrlichkeit 20.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11) Downton Abbey

14.20, 17.10, 20.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 05 20)

Playmobil: Der Film 10.00, 12.10, 14.25; Pets II

10.00, 11.55; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit

Flamingo! 10.00, 12.15; Der König der Löwen

10.00, 12.05, 14.55, 17.30; Benjamin Blümchen

10.00, 12.30; Angry Birds 2: Der Film 10.00,

11.55, 14.25, 16.55; AToy Story: Alles hört auf

kein Kommando 10.00, 12.10, 14.35; Good Boys

14.05, 17.45, 23.00; 3D: Angry Birds 2: Der Film

14.30; AdAstra –Zuden Sternen 14.35, 17.00,

20.00, 22.55; Es: Kapitel II16.25, 19.25, 23.00;

Once Upon aTime in... Hollywood 16.50, 20.20,

22.55; Gut gegen Nordwind 17.10, 20.05; Opera

National de Paris: LaTraviata 19.15; One Piece:

Stampede 20.00; Ad Astra –Zuden Sternen (OF)

20.05; Fast &Furious: Hobbs &Shaw 23.00

Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) Der König der

Löwen 15.30; Gut gegen Nordwind 15.45, 20.30;

Downton Abbey 15.45,18.00,20.30; AngryBirds 2

15.45, 18.15; Bohemian Rhapsody 17.45, 20.30;

Rambo 5: Last Blood 18.15, 20.30; Es II 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Frank Borzage: Ich hab

dich immer geliebt (OV; m. Einführung)20.00;Kino-

Polska: Corka trenera (OmU; m. Gast) 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 80 69

69) Spider-Man 13.00, 19.00, 22.30; EsII13.00,

15.00, 17.00, 19.00, 20.15, 22.30; Die drei !!!

13.15; 3D: Der König der Löwen 13.15, 16.25,

20.00, 23.00; Ad Astra 13.15, 16.50, 19.50,

23.00; Mein Lotta-Leben 13.20, 14.00; Und der

Zukunft zugewandt 13.30, 17.00; Once Upon a

Time in... Hollywood 13.30, 16.00, 18.00, 19.30,

22.00; Systemsprenger 13.40, 16.50, 19.40;

Rambo 5: Last Blood 13.40,17.00,20.00, 22.45;

Downton Abbey 13.40, 16.50, 20.00, 23.10; Der

König der Löwen 13.40, 16.00; Drei Schritte zuDir

13.50; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

14.00; Pets II 14.15; AngryBirds 2: Der Film 14.30,

19.45; Fast & Furious: Hobbs & Shaw 16.15,

21.00, 22.50; Angel Has Fallen 16.30, 19.30,

22.40; The Kitchen –Queens of Crime 16.40; Gut

gegen Nordwind 16.45, 19.30; Good Boys 16.45,

23.00; 3D: AToy Story: Alles hörtauf kein Kommando

17.00; 3D: Angry Birds 2: Der Film 17.20; Yesterday

19.20; One Piece: Stampede 19.45,20.00;

Anime Night: One Piece: Stampede (OmU) 19.45;

Aladdin 19.50; Late Night –Die Show ihres Lebens

20.00; John Wick: Kapitel III 22.10;Avengers: Endgame

22.10; Crawl 22.30; Die Agentin 22.50; IAm

Mother 23.00; Stuber–5Sterne Undercover23.10;

Annabelle III 23.10

CineStar imSony Center (✆ 04 51/703 02 00)

Good Boys (OF) 13.30; DowntonAbbey(OF) 13.30,

16.30, 19.30, 22.30; Angry Birds 2: Der Film –

The Angry Birds Movie II(OF) 13.30; AToy Story:

Alles hört auf kein Kommando –Toy Story IV(OF)

13.40, 15.20; Late Night –Die Show ihres Lebens

(OF) 13.55; Der König der Löwen –The Lion King

(OF) 14.20; Es: Kapitel II–It: Chapter Two (OF)

15.50, 19.40, 22.40; 3D: Angry Birds 2:Der Film

–The Angry Birds Movie II (OF) 15.55; Once Upon

aTime in... Hollywood (OF) 16.20, 22.50; Fast &

Furious: Hobbs &Shaw (OF) 16.40; Ad Astra –Zu

den Sternen (OF) 17.15, 20.15, 23.15; Rambo 5:

Last Blood (OF) 18.00, 20.40, 23.15; The Kitchen

–Queens of Crime (OF) 20.00; Sneak Preview (OF)

20.00; Angel Has Fallen (OF) 23.15

CineStar IMAX (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Pandas

11.45;AdAstra (OF) 13.15,16.15,19.15; Es: Kapitel

II –It: Chapter Two(OF) 22.30

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) Congo Calling

(OmU) 18.00; Blinded by the Light (OmU) 19.45;

Frau Stern (OmenglU) 22.00

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) Playmobil: Der Film 14.00;

Pets II 14.00;Angry Birds 2: Der Film 14.00, 16.00,

18.00; Downton Abbey 15.00, 17.30, 20.00,

22.30; AToy Story: Alles hört auf kein Kommando

15.00; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!

16.00; Good Boys 16.00; AdAstra –Zuden

Sternen 17.30, 20.00, 22.30; Rambo 5: Last Blood

18.00, 20.15, 22.30; Es: Kapitel II18.00, 20.15,

21.30

Casablanca (✆ 6775752) Leberkäsjunkie16.15;

Winnetou –Der Schatz im Silbersee 18.15; Mein

Leben mit Amanda 20.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00)

Good Boys 14.00; Downton Abbey 14.00, 16.50,

19.30; Angry Birds 2: Der Film 14.00; Und der Zukunft

zugewandt 14.05; AToy Story: Alles hört auf

kein Kommando 14.15, 16.35; Der König der Löwen14.20,17.00;

Playmobil: Der Film 14.30;Mein

Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo! 14.45;

Once Upon aTime in... Hollywood 15.30, 19.15;

Es: Kapitel II16.15, 19.00, 20.00; 3D: Angry Birds

2: Der Film 16.40; Ad Astra –Zuden Sternen16.50,

19.55; Gut gegen Nordwind 17.10, 19.15; Rambo

5: Last Blood 17.15, 20.10; The Kitchen –Queens

of Crime 19.45; One Piece: Stampede 20.00

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) Downton

Abbey 14.00, 16.45, 19.45; Der König der

Löwen 14.00, 17.10; Ad Astra –Zuden Sternen

14.10, 16.50; 3D: Angry Birds 2:Der Film 14.15;

AToy Story: Alles hört auf kein Kommando 14.20,

16.50;Angry Birds 2:Der Film 14.30, 17.10; Good

Boys 14.45; Rambo 5: Last Blood 16.50, 19.40;

Es: Kapitel II 17.00, 20.30; Gut gegen Nordwind

19.30; Ad Astra – Zu den Sternen (OF) 19.50,

20.00; One Piece: Stampede 20.00

City Kino Wedding (✆ 01 77/270 1976) Frau

Stern 19.00; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 20.45

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 40 01) Wajib –Die Hochzeitseinladung

(OmU) 18.00; Ein Licht zwischen

den Wolken –Streha mes reve (OmU) 20.00; Die

untergegangene Familie (OmU) 21.30

Toni & Tonino (✆ 92 79 12 00)Unseregroßekleine

Farm 10.00; Downton Abbey 12.30, 15.15, 18.00,

20.45; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo!

12.45; Und der Zukunft zugewandt 15.00; Gut

gegen Nordwind 17.30, 20.15

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Mein Leben

mit Amanda16.00; DiegoMaradona18.00; Psyche

und Film: IKilled MyMother –J‘ai tue mamere

(OmU; m.Einführung u. Diskussion) 20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Gut gegen Nordwind

15.30, 20.15; Und wer nimmt den Hund?

18.00

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 46 78) Der Fall Collini 18.00; Geheimnis

eines Lebens 20.30

Capitol (✆ 831 64 17) Und der Zukunft zugewandt

15.15,20.30; Systemsprenger 17.45

FREILUFTKINOS

Open-Air-Kino Schlosspark Biesdorf (✆ 998 74

81) Und der Zukunft zugewandt 20.00

Pompeji –FLK am Ostkreuz (✆ 01 76/56 70 92

98) Yesterday (OmU) 20.00

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12) Der

Junge muss andie frische Luft 17.00; Traumfabrik

19.00

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 7020) Kinder-

WagenKino: Downton Abbey 10.30; Mein Leben

mit Amanda 13.45; Downton Abbey 13.45, 16.00,

20.45; Angry Birds 2: Der Film 14.00, 16.00; Und

wer nimmt den Hund? 14.00; Und der Zukunft zugewandt

16.00, 18.15; Mein Lotta-Leben –Alles

Bingo mit Flamingo! 16.15; Downton Abbey (OmU)

18.00, 20.30; Systemsprenger 18.15, 20.45; Preview:

The Remains –Nach der Odyssee (m. Gästen)

18.30; Idioten der Familie 20.30

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/23370) Mein

Lotta-Leben –Alles Bingo mit Flamingo! 13.45; Der

König der Löwen 13.45, 16.35; Angry Birds 2:Der

Film 13.50; Gut gegen Nordwind 14.00, 17.00,

19.55; DowntonAbbey 14.00,17.00, 20.00; Playmobil:

Der Film 14.05; Good Boys 14.10, 16.50; A

ToyStory:Alles hört auf kein Kommando 14.20; Es:

Kapitel II 16.10, 19.30; 3D: Angry Birds 2: Der Film

16.45; Ad Astra –Zuden Sternen 16.50, 19.50;

Rambo 5:Last Blood 17.00, 19.45; Once Upon a

Time in... Hollywood 19.45; Anime Night: One Piece:

Stampede (OmU) 20.00

UMLAND

ALAFalkensee (✆ 03322/279 88 77) AngryBirds

2: Der Film 14.30, 16.45; Opera National de Paris:

La Traviata 19.15

Capitol Königs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97

77) Gloria: Das Leben wartet nicht 17.15; Photograph

–Ein Foto verändert ihr Leben für immer

20.00

CineStar Wildau (✆ 04 51/703 0200) Mein Lotta-Leben

–Alles Bingo mit Flamingo! 14.20,17.15;

Good Boys 14.20; Es: Kapitel II 14.20, 16.40,

20.00; 3D: Der König der Löwen 14.20, 17.30; A

Toy Story: Alles hört auf kein Kommando 14.30,

17.15;PetsII14.45; AngryBirds2:Der Film 14.45;

Playmobil: Der Film 14.50; Der König der Löwen

14.50; Downton Abbey 15.00,17.10, 19.45; Angel

Has Fallen 17.00, 20.20; Ad Astra–Zu denSternen

17.00, 20.15; 3D: Angry Birds 2: Der Film 17.20,

19.45; Rambo 5: Last Blood 17.50, 20.40; Gut

gegen Nordwind 17.50, 20.15; Once Upon aTime

in...Hollywood 19.45;One Piece: Stampede 20.00;

Fast &Furious: Hobbs &Shaw 20.00

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) Downton

Abbey 15.00, 17.45, 20.30; Angry Birds 2: Der

Film 15.00; Der König der Löwen 15.00; Bohemian

Rhapsody 17.30; 3D: Angry Birds 2: Der Film

18.00; Und wer nimmt den Hund? 20.30; Gut gegen

Nordwind 20.30; Es: Kapitel II 20.30

Filmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 48 28)

Und der Zukunft zugewandt 14.45; AToy Story:Alles

hört auf kein Kommando 15.00; Der König der

Löwen 15.05; Angry Birds 2: Der Film 15.15; Es:

Kapitel II 17.00, 20.00; Gutgegen Nordwind17.15,

19.45; 3D: Angry Birds 2: Der Film 17.30; Ad Astra

–Zuden Sternen 17.30, 20.15; One Piece: Stampede

(OmU) 20.00

Linden-Kino Wusterhausen (✆ 03 39 79/145 93)

AToy Story:Alles hört auf kein Kommando 17.00;

Es: Kapitel II 19.00

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Der König

der Löwen 15.00; AToy Story: Alles hört auf kein

Kommando 16.00; GoodBoys17.30; Kroos18.15;

Es: Kapitel II 19.45; Und der Zukunft zugewandt

20.45

Kammerspiele Kleinmachnow (✆ 03 32 03/84 75 84)

Der Flohmarkt von Madame Claire 17.00; Once

Upon aTime in...Hollywood 19.00

Scala Kulturpalast Werder (✆ 033 27/462 31

75)Angry Birds 2:Der Film 15.30; Mirai: Das Mädchen

aus der Zukunft 17.30; Kaviar 19.30

Weltspiegel Kino Finsterwalde (✆ 035 31/22 11)

Gut gegen Nordwind 17.15, 20.00; 3D: Angry Birds

2: Der Film 17.15; Es: Kapitel II 19.30


24 Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019

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Netzwerk

NACHRICHTEN

FERNSEHEN

Ein Navi

für die

Gefühle

VonTorsten Wahl

Wer versteht schon alle Zusammenhänge

der vernetzten

Welt?Werkennt sich wirklich aus mit

den technischen Veränderungen?

Drei TV-Dokus fragen nach, wie digitale

Technik das Gefühlsleben und

die Gesundheit messen kann.

Die Vermessung der Gefühle. Ob das

Lächeln oder die Augenbewegungen,

ob Mimik, Sprache und Gestik

–alles kann digital erfasst werden.

Die Arte-Doku analysiert die

Gefühlslandschaft der digitalen

Welt, Autorin Luise Wagner reist

bis nach Los Angeles und Boston,

um vorzuführen, wie weit Wissenschaftler

schon sind. Nachdem zuerst

die Werbeindustrie aktiv war,

um herauszufinden, wie gut ihre

Botschaften ankommen, gibt es

inzwischen viel weitreichendere

Ansätze für „Gefühls-Navis“. Verständnisvolle

Avatare, die traumatisierte

Ex-Soldaten interviewen,

Apps, die Depressionen erkennen,

bevor sie ausbrechen. Sogar empathische

Roboter als Unterstützung

im Unterricht werden getestet

– eine Lösung für den Lehrermangel?

DieVermessungder Gefühle. noch bis zum

21.10. in der Arte-Mediathek

Falsche Liebe. Viel leichter als im

realen Leben lassen sich Gefühle

im Internet vortäuschen. Das

musste auch eine Frau erfahren,

die ihrem fernen Traum-Mann

135 000 Euro für den Kauf eines

gemeinsamen Hauses überwies

und dann feststellen musste, dass

es diesen Mann gar nicht gab. Die

Arte-Reportage warnt nicht nur

vorden sogenannten „Love-Scammern“,

hinter denen meist Kriminelle

aus Westafrika stecken, sondern

begleitet eine „Scammer-Jägerin“,

die Liebesbetrüger aufspüren

und bloßstellen will. Mehr als

aufklären kann sie kaum – das

Geld ist weg, die Dunkelziffer beträgt

laut FBI über 90 Prozent.

Falsche Liebe. Online-Betrügernauf der Spur:

nochbis 24. 11. in der Arte-Mediathek

So fern, so nah: Digitalisierung der Medizin

wird Thema in der RBB Praxis. RBB

Doktor Computer. Das EKG kommt

aus der Armbanduhr, die Diagnose

vom Handy: Digitale Medizin ist für

viele Patienten längst Alltag. Das

RBB-Gesundheitsmagazin Praxis

führt vor, was Dr. Computer schon

alles kann und wie die Zukunft der

Medizin in wenigen Jahren aussehen

könnte.

RBB Praxis. Digitale Medizin: am Mi, den 25. 9.,

um 20.15 im RBB,danach einJahr lang in der

RBB-Mediathek

Torsten Wahl

hat auch mal seine Augen

messen lassen.

Wunsch

und Wirklichkeit

Nicht mehr nur Science

Fiction: Die Veränderung

unserer Welt durch

Künstliche Intelligenz auf

dem Literaturfestival

Berlin

VonSchayanRiaz

Werdiktiertkünftig?

Künstliche Intelligenz ist ein

fester Bestandteil unseres

Alltags geworden. Es gibt

fast keinen Ort mehr, der

nicht vonihr geprägt wird. Im Supermarkt,

auf der Arbeit, zu Hause: KI

hat im praktischen Sinne unser Leben

vereinfacht. Auch dieser Text

wurde auf einem Smartphone verfasst.

Ohne sein intelligentes Handy

kommt der Autor dieser Zeilen ohnehin

nicht mehr im Leben aus.Wie es

früher einmal war, als es diese

Smartphones noch nicht gab, an

diese Zeit erinnertersich gar nicht.

Künstliche Intelligenz ist das

Thema des Wissenschaftsjahres

2019. Verschiedene Institutionen,

sowohl wissenschaftliche, akademische

als auch kulturelle, gehen wesentlichen

Fragen auf den Grund:

Wie funktioniert KI? Wie schaut die

Zukunft zwischen Mensch und Maschine

aus? Und überhaupt, welche

Auswirkungen hat KI auf uns?

Schriftsteller trifft Wissenschaftler

Die gemeinsame Initiative des Bundesministeriums

für Bildung und

Forschung sowie „Wissenschaft im

Dialog“ fand sich auch im Programm

des Internationalen Literaturfestivals

Berlin wieder. ImRahmen der

Sonderreihe „Automatic Writing 2.0“

verfassten zwölf Autoren Kurzgeschichten

rund um KI, um diese

dann in Paneldiskussionen vorzutragen

und die darin enthaltenen Ideen

zusammen zu besprechen.

Das gut Gelungene an dieser

Reihe war das Zusammenkommen

diverser Menschen, die sich mit KI

auf ihreeigene Artund Weise auseinandersetzen.

Jene Panels,indenen

sowohl Wissenschaftler als auch

Schriftsteller vertreten waren, boten

fesselnde Momente. Man konnte

regelrecht spüren, dass die eine

Gruppe sich mit dem Thema kreativ-literarisch

beschäftigt und dass

sich einiges mit der Forschung der

anderen Gruppe deckt, anderes

wiederum (noch) Wunschvorstellung

ist. Das sollte aber niemanden

wundern, schließlich handelte es

sich hier um ein Literaturfestival

und keine wissenschaftliche Konferenz.

Im Panel „Von redseligen Bots

und KI-Gottheiten“ präsentierte die

indische Science-Fiction-Autorin

Mimi Mondal ihreStory„Neunundzwanzig

Tage vor der Neuerschaffung

der Welt“, in der es um eine futuristische

Zivilisation geht, die einer

KI folgt. Die Französin Catherine

Dulfour las aus ihrem Text

„Babbidi-Bu“ vor, in dem eine KI

namens Symwa mit Ernährungsdaten

gespeist wird, damit die Diabetes

ihres Besitzers kontrolliert werden

kann. Symwas sind besonders

beliebt, weil ihnen Höflichkeitsformeln

eingepflanzt wurden. Es geht

keine Gefahr vonihnen aus.

Dies ist ein grundlegender Punkt

auf mehreren Panels gewesen: Kann

man als Menschen KI trauen? Mal

abgesehen von den vielen Gadgets,

die wir tagtäglich nutzen, hat KI

nicht den besten Ruf inder Gesellschaft.

Unsere Filme oder Bücher

tragen maßgeblich dazu bei. Denkt

man an KI, dann denkt man oft als

erstes an gefährliche Roboter, die

uns zerstören wollen. Den Autorin-

„Es ist nicht die Schuld der

Künstlichen Intelligenz, wenn ein

Algorithmus diskriminiert.“

Mimi Mondal,

indische Science-Fiction-Autorin

nen war es deshalb wichtig, die

Chancen von KIinden Vordergrund

zu stellen. Unddass die dazugehörigen

Probleme eher Menschen zuzuordnen

sind.

Mondal nahm das beliebte Spiel

Pokémon Go als Beispiel: Angeblich

kann man in wohlhabenderen Gegenden

mehr Punkte sammeln als in

ärmeren. DieVerantwortung vonrassistischen

oder sexistischen Datensätzen

liegt also bei Menschen, die

hinter diesen Codes stecken und ihre

eigenen Vorurteile aufdie KI übertragen.

„Es ist nicht die Schuld der KI,

wenn ein Algorithmus diskriminiert“,

so Mondal. Je unberechenbarer die

Daten, desto unberechenbar die KI.

Ähnliche Gedanken wurden auch

in der Session„Virtuelle Gehirne und

Transhumanistische Sehnsüchte“

debattiert. Die britisch-nigerianische

Science-Fiction-Autorin Temi

Oh wunderte sich darüber, wie wir

uns so sicher sein können, dass Maschinen

tief im Inneren „dunkel“

sind und nichts fühlen, auch wenn

Menschen sie mit Formeln füttern.

Petra Ritter, Direktorin der Sektion

Gehirnsimulation an der Charité,

äußerte sich eher skeptisch über den

Gedanken.

DerUpload vonGedanken

Der Ire Mark O’Connell setzte

dann einen drauf: Würde es uns irgendwann

mittels sogenannten

Gedanken-Uploads möglich sein,

den Todzuumgehen und virtuell

weiterzuleben? „Möglicherweise

würde ich selbst gar nicht von so

einer Technologie profitieren,

sondern eher die ganz reichen Investoren,

wie die Elon Musks oder

Peter Thiels der Welt“, befürchtet

O’Connell.

Es sei mal dahingestellt, ob man

sich wirklich eine ich-bewusste KI

oder die Unsterblichkeit wünscht.

Beides sind spannende Punkte, die

zum Denken anregen. Und genau

darum ging es auch in erster Linie

bei allen Veranstaltungen von„Automatic

Writing 2.0“: Die Reihe lebte

von Fragen, die nicht unbedingt beantworten

wurden. Fast schon verwunderlich,

wenn es um Künstliche

Intelligenz geht.

Digitalisierung verändert nahezu jeden Job

SchayanRiaz wartet auf einen

echten Hoverboard wie

in „Zurück in die Zukunft II“.

Konferenz Futurework: Die Arbeit verschwindet nicht, aber Berufsbilder und Anforderungen ändern sich radikal

Mehr als die Hälfte der Unternehmen

schätzen den eigenen

Qualifizierungsgrad im Zuge der Digitalisierung

als gering ein. „Ganz

viele fühlen sich überfordert“, sagte

Microsoft-Deutschland-Chefin Sabine

Bendiek am Montag in Berlin

zum Auftakt der Konferenz Futurework.

Dabei dürfe die digitale Qualifizierung

der Beschäftigten zunehmend

ein entscheidender Wettbewerbsfaktor

sein. Zu der Konferenz

hatte Microsoft gemeinsam mit der

Bundesvereinigung der Deutschen

Arbeitgeberverbände BDA geladen.

Man wolle ein Bewusstsein für die

ren, wenn die Barcode-Kassen ihren

Beruf ersetzten, sagte Janina Kugel,

Personal-Chefin vonSiemens.

Digitale Transformation werde als

eine große Gefahr gesehen, sagte Kugel.

„Aber sie ist längst auf dem Weg.“

DieManagerin leitet seit Aprilden Digitalrat

des BDA, der Strategien zur

Zukunft der Arbeitswelt erarbeitet.

„Wir wollen Menschen zusammenbringen,

die extrem quer denken“,

sagte Kugel. Laut Arbeitsministerium

werden bis 2025 durch Automatisierung

und Künstliche Intelligenz rund

1,6 Millionen Arbeitsplätze in

Deutschland verschwinden, zugleich

33107386/PAUL FLEET

Problematik schaffen, aber auch Mut

entwickeln, sagte Steffen Kampeter,

Hauptgeschäftsführer des BDA.

DieArbeitswelt steht im Zuge der

Digitalisierung vor dramatischen

Veränderungen. Künstliche Intelligenz

und maschinelles Lernen

werde nahezu jeden Job innächster

Zukunft verändern, sagte Bendiek.

Bislang würden hierzulande jedoch

80 Prozent der Gelder lediglich in die

Ausbildung der Menschen bis 25

Jahren investiert. Es müssten aber

auch Antworten gefunden werden,

wie eine Kassiererin die Mittel und

Zeit finde, sich weiterzuqualifizieaber

rund 2,3 Millionen neue geschaffen.

„Die Arbeit wird nicht verschwinden,

aber es werden sich die

Berufsbilder und Anforderungen radikal

verändern“, so Kugel.

Er sei möglicherweise der erste

Wissensarbeiter gewesen, der gegen

eine Maschine verlor,sagte GarriKasparow.

Der russische Schachweltmeister

hatte 1997 gegen den Computer

Deep Blue von IBM verloren.

„Wenn du sie nicht schlagen kannst,

verbünde dich mit ihnen“, riet Kasparow.

Die entscheidenden Fragen

würden auch künftig Menschen beantworten,

nicht Maschinen. (dpa)

Online-Händler leiden unter

Konkurrenz aus China

UnfaireKonkurrenz aus China

bringt deutsche Onlinehändler nach

Angaben eines Branchenverbands

bei Elektronikartikeln um eine halbe

Milliarde Euro Umsatz im Jahr.„Das

ist eine massiveSchädigung des

deutschen Standorts und kostet Tausende

Arbeitsplätze“, sagte der Präsident

des Verbandes für E-Commerce

und Versandhandel (BEVH),

Gero Furchheim, der Deutschen

Presse-Agentur.„Wirschätzen, dass

allein Elektrogeräte im Wert von

mehr als einer Milliarde Euro im Jahr

direkt aus China an private Haushalte

in Deutschland geliefertwerden.“

Nach Branchenschätzungen

seien im vergangenen Jahr 70 Millionen

solcher Warensendungen aus

China in Deutschland angekommen,

sagte Furchheim. (dpa)

Teamviewerwill an der Börse

2,3 Milliarden Euro erlösen

DasTechnologieunternehmen

Teamviewer aus Göppingen will an

diesem Mittwoch an die Börse gehen.

Für den Hersteller vonSoftware

zur Computer-Fernwartung und Videokonferenzen

sowie dessen Eigentümer,den

Finanzinvestor Permira,

geht es dabei um viel: Sollten

bis zum Dienstagabend alle angebotenen

84 Millionen Aktien zum

Höchstpreis von27,50 Euro angedient

werden, wäreder Börsengang

in FrankfurtamMain 2,3 Milliarden

Euro schwer.Zum Vergleich: Beim

Börsengang des Start-up-Investors

Rocket Internet 2014 betrug das

Emissionsvolumen 1,6 Milliarden

Euro.Dadas Interesse der Investorendem

Vernehmen nach sehr hoch

ist, ist derzeit voneiner Platzierung

eher zum oberen Ende der Preisspanne

zu rechnen. Somit dürfte der

größte Tech-Börsengang seit dem

Frühjahr 2000 anstehen. Damals

hatte der Chiphersteller Infineon

sechs Milliarden Euro erlöst. (dpa)

Spotify wird Nutzer künftig

strenger kontrollieren

108 Millionen Kunden nutzen den Streamingdienst.

IMAGO-IMAGES.DE

Spotify will strenger als bisher auf die

Einhaltung der Nutzungsbedingungen

achten. Biszusechs Personen

können in einem Spotify-Familien-

Account den Musikstreamingdienst

nutzen. Allerdings nur,solange sie

unter einem Dach wohnen, also dieselbe

Adresse haben. Daswill Spotify

künftig strenger kontrollieren, berichtet

das Fachportal Heise.Konten

könnten dann gesperrtoder gar gelöscht

werden. In den USA frage Spotify

inzwischen die GPS-Daten der

Mitglieder ab. (BLZ)

Hyundai entwickelt mit Aptiv

autonome Autos

DerVW-Rivale Hyundai will gemeinsam

mit dem Zulieferer Aptiv die

Technologie für autonome Autos vorantreiben.

DieHyundai-Motor-

Gruppe und Aptiv kündigten am

Montag an, ein 50:50-Joint-Venture

imWert vonvier Milliarden Dollar

(3,64 Milliarden Euro)zugründen.

Ziel seies, vomnächsten Jahr an fahrerlose

Systeme zu testen und ab 2022

eine produktionsfähige Plattformfür

Anbieter vonRobotertaxis,Flottenbetreiber

und Hersteller autonomer

Fahrzeuge bereitzustellen. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019 25

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TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) LivenachNeun 9.55 (für

HG) Sturmder Liebe 10.45 (für HG)Meister des

Alltags 11.15 (für HG)Gefragt –Gejagt 12.00 (für

HG) Tagesschau 12.15 (für HG) ARD-Buffet 13.00

(für HG) ARD-Mittagsmagazin 14.00 (für HG) Tagesschau

14.10 (für HG) Rote Rosen 15.00 (für

HG) Tagesschau 15.10 (für HG) Sturmder Liebe

16.00 (für HG) Tagesschau 16.10 (für HG) Verrückt

nach Meer. Die Teeparty vonBoston 17.00 (für

HG) Tagesschau 17.15 Brisant 18.00 (für HG)Gefragt

–Gejagt 18.50 (für HG)Familie Dr.Kleist.

Verantwortungslos.Arztserie 19.45 (für HG) Wissen

voracht –Natur 19.55 (für HG) Börse voracht

20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Tierärztin Dr.Mertens

In jeder Sprache. Tierarztserie

21.00 (für HG) In aller Freundschaft

Schlangenlinien.Arztserie

21.45 (für HG) FAKT

Das MDR-Magazin

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) NDR Talk Show

Gäste: Michael Mittermeier,Flemming

Pinck, Hamburger Goldkehlchen, Stephanie

zu Guttenberg,Lukas Pohland,

Roland Kaiser,Franziska vanAlmsick,

Anton Dalichau, Felix Neureuther

RTL

5.35 Explosiv –Das Magazin. Moderation: Nazan

Eckes 6.00 Guten Morgen Deutschland

8.30 (für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten.

Daily Soap 9.00 Unter uns. Daily Soap 9.30

(für HG) Alles was zählt. Soap 10.00 Der Blaulicht-Report

11.00 Der Blaulicht-Report 12.00

Punkt 12. Moderation: Katja Burkard 14.00 Die

Superhändler –4Räume, 1Deal 15.00 Die

Superhändler –4Räume, 1Deal 16.00 Mensch

Papa! Väter allein zu Haus 17.00 Herz über

Kopf. Krimiserie 17.30 Unter uns. Daily Soap

18.00 Explosiv –Das Magazin 18.30 Exclusiv –

Das Star-Magazin 18.45 aktuell 19.05 (für HG)

Alles was zählt. Soap 19.40 (für HG) Gute Zeiten,

schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 Zahltag! Ein Koffer voller Chancen

Dokumentationsreihe

Mit Mit Heinz Buschkowsky, Ilka Bessin,

Felix Thönnessen. Familien erhalten mit

einer finanziellen Starthilfe eine

Chance, ihr Leben neu zu orden.

23.00 Vera unterwegs –Zwischen Mut und

Armut

0.00 Nachtjournal

0.30 (für HG) Bones –Die Knochenjägerin

Die Mollige auf dem Miesmacher

1.20 (für HG) Bones –Die Knochenjägerin

Mobbingopfer Molly? Krimiserie

ZDF

Sat.1

TV-Tipps RBB

Tagesschau 24

MDR WDR Arte

15.15 (für HG)Wer weiß denn sowas? 16.00

(für HG) um vier 17.45 (für HG) Aktuell 18.10

(für HG) Brisant 18.54 (für HG) Sandmann

19.00 MDR Regional 19.30 (für HG) Aktuell

19.50 (für HG) Mach dich ran –Spezial 20.15

(für HG) Umschau 21.00 (für HG) Der Osten –

Entdecke wodulebst 21.45 (für HG) Aktuell

22.05 (für HG) Kriminalfälle der Einheit –Nepper,Blender,Firmenräuber

22.50 (für HG) Polizeiruf

110. Die Abrechnung.TV-Kriminalfilm,

DDR 1977 0.10 (für HG) WaPo Bodensee

1.00 (für HG) FAKT 1.30 (für HG) Umschau

Bayern

15.30 (für HG) Schnittgut. Alles aus dem Garten

16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für HG)

Wir inBayern 17.30 Regional 18.00 (für HG)

Abendschau 18.30 (für HG) Rundschau 19.00

(für HG) Gesundheit! 19.30 (für HG) Dahoam is

Dahoam 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für

HG) Tatort. Agmahde Wiesn. TV-Kriminalfilm, D

2007 21.45 (für HG) Rundschau Magazin

22.00 (für HG) Capriccio 22.30 (für HG) Unsere

Tracht und die Macht 23.15 (für HG) Puzzle

23.45 BR-Klassik 0.40 (für HG) Dahoam is

Dahoam 1.10 (für HG) Wir inBayern

Vox

9.45 Verklag mich doch! 10.50 nachrichten

10.55 Mein Kind,dein Kind –Wie erziehst du

denn? 11.55 Shopping Queen 13.00 Zwischen

Tüll und Tränen 14.00 Mein Kind, dein

Kind –Wie erziehst du denn? 15.00 Shopping

Queen 16.00 Die schönste Braut 17.00 Zwischen

Tüll und Tränen 18.00 First Dates –Ein

Tisch für zwei 19.00 Das perfekte Dinner

20.00 Prominent! 20.15 (für HG) Die Höhle

der Löwen 22.45 True Story (1) 23.45 nachrichten

0.05 (für HG) Medical Detectives –Geheimnisse

der Gerichtsmedizin. Zahn um Zahn

Super RTL

15.20 Mr.Bean –Die Cartoon-Serie 15.50

ALVINNN!!! und die Chipmunks 16.20 Zig &

Sharko –Meerjungfrauen frisst man nicht!

16.45 Die Nektons –Abenteurer derTiefe

17.10 Angelo! 17.40 Zak Storm –Super Pirat

18.10 Die Tomund Jerry Show 18.45 Woozle

Goozle und die Weltentdecker 19.10 AL-

VINNN!!! und die Chipmunks 19.40 Angelo!

20.15 Snapped –Wenn Frauen töten 21.10

Snapped –Wenn Frauen töten 22.05 Snapped

–Wenn Frauen töten 22.55 Snapped –

Wenn Frauen töten 0.00 Böse Mädchen

Sport1

15.30 Normal. Magazin der Arbeitsgemeinschaft

Behinderung und Medien 16.00 Storage

Hunters. Blut, Schweiß undTränen 16.30

StorageWars –Geschäfte in Kanada. Irgendwo

im nirgendwo 17.30 Yukon Gold. Letzte Anstrengungen

18.30 Goooal! 19.00 Magenta

Sport: Arena 20.00 Basketball: BBL. 1. Spieltag:

medi Bayreuth –Brose Bamberg 22.00

Fußball: Die MLS-Highlights 22.30 Scooore! –

Internationales Fußball-Magazin 23.15 Sport1

News 0.00 Sport-Clips

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

heute Xpress 9.05 (für HG) Volle Kanne –Service

täglich 10.30 (für HG) Notruf Hafenkante.

Falsche Töne 11.15 (für HG) SOKO Wismar.

Stromschlag 12.00 heute 12.10 drehscheibe

13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin 14.00 heute

–inDeutschland 14.15 Die Küchenschlacht

15.00 (für HG) heute Xpress 15.05 (für HG)

Bares für Rares 16.00 (für HG) heute –inEuropa

16.10 (für HG) Die Rosenheim-Cops. Dabei

sein ist alles 17.00 (für HG) heute 17.10 (für

HG) hallo deutschland 17.45 (für HG) Leute

heute 18.00 (für HG) SOKO Hamburg. Mann

über Bord 19.00 (für HG)heute 19.25 (für HG)

Die Rosenheim-Cops. Zu Tode gekuschelt

20.15 (für HG) Aldi oder Lidl?

Der große Einkaufs-Check mitNelson Müller

21.00 (für HG) Frontal 21

Fußball unter Anklage -Schiebereien

beim Sommermärchen

21.45 (für HG) heute-journal

22.15 (für HG) Mein dickes Problem

Der harte Kampf gegen die Kilos

22.45 Mann, Sieber!

Mit Tobias Mann,Christoph Sieber

23.15 (für HG) Markus Lanz

0.30 heute+

0.45 Neu im Kino „Der Distelfink“

5.30 Frühstücksfernsehen. Moderation: Matthias

Killing,Alina Merkau 10.00 Im Namen

der Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit

Alexander Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 11.00 Im Namen der

Gerechtigkeit –Wir kämpfen für Sie! Mit Alexander

Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 12.00 Anwälte im

Einsatz 13.00 Anwälte imEinsatz 14.00 Auf

Streife. Reportagereihe 15.00 Auf Streife –Die

Spezialisten. Reportagereihe 16.00 Klinik am

Südring 17.00 Klinik am Südring –Die Familienhelfer

17.30 Klinik am Südring –Die Familienhelfer

18.00 Die Ruhrpottwache 19.00 Genial

daneben –Das Quiz 19.55 Nachrichten

20.15 MacGyver

Grenzerfahrungen. Actionserie

Mit Lucas Till, Tristin Mays, Justin Hires,

Levy Tran, Meredith Eaton u.a.

21.15 MacGyver

Die No-Go-Challenge. Actionserie

22.15 Hawaii Five-0

Schwiegermutter zu Besuch. Krimiserie

23.10 Focus TV –Reportage

Die Prüfung! –Tag der Entscheidung

für Bäcker.Reportagereihe

0.15 Dinner Party –Der Late-Night-Talk

Gast: Christine Urspruch

14.05 (für HG) Papageien, Palmen &Co.

14.30 (für HG) In aller Freundschaft 15.15

(für HG) In aller Freundschaft 16.00 (für HG)

Aktuell 16.15 Hier und heute 18.00 (für HG)

aktuell /Lokalzeit 18.15 (für HG) Servicezeit

18.45 (für HG) Aktuelle Stunde 19.30 Lokalzeit

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG)

Abenteuer Erde 21.00 (für HG) Quarks 21.45

(für HG) Aktuell 22.10 (für HG) Ich gehöre

ihm. TV-Drama, D2017 23.40 (für HG) Agnes.

Liebesdrama, D2016 1.15 (für HG) Donya –

Unterwegs im Westen 1.45 Erlebnisreisen

NDR

14.00 (für HG) aktuell 14.15 (für HG) die

nordstory 15.15 (für HG) Wer weiß denn sowas?

16.00 (für HG) aktuell 16.20 (für HG)

Mein Nachmittag 17.10 (für HG) Leopard,

Seebär &Co. 18.00 Ländermagazine 18.15

(für HG) NaturNah 18.45 (für HG) DAS! 19.30

Ländermagazine 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Visite 21.15 (für HG) Panorama

3 21.45 (für HG) aktuell 22.00 (für HG)

Tatort. Todesspiel. TV-Kriminalfilm, D 2014

23.30 (für HG) Weltbilder 0.00 Safari –Große

Freiheit 1.00 (für HG) Goldene Henne 2019

Kabel eins

5.30 Watch Me –das Kinomagazin 5.55 Without

aTrace 6.40 The Mentalist 7.35 Blue

Bloods –Crime Scene NewYork 8.30 Blue

Bloods –Crime Scene NewYork 9.25 Navy

CIS: L.A. 10.20 Navy CIS 11.10 Without aTrace

12.05 Numb3rs 13.00 Castle 13.55 The

Mentalist 14.50 Navy CIS: L.A. 15.50 News

16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer Leben täglich

17.55 Mein Lokal, Dein Lokal – Der Profi

kommt 18.55 Quiz mit Biss 20.15 Timeline.

Sci-Fi-Film, USA 2003 22.35 Transformers.

Actionfilm, USA 2007 1.25 Late News

RTL 2

6.50 Die Straßencops West –Jugend im Visier

7.55 Frauentausch 9.55 Frauentausch 11.55

Extrem sauber –Putzteufel im Messie-Chaos

13.50 Traumfrau gesucht 16.00 Der Trödeltrupp

–Fundstücke 17.00 News 17.05 Krass

Schule –Die jungen Lehrer 18.05 Köln 50667

19.00 Love Island Flash 19.05 Berlin –Tag &

Nacht 20.15 Armes Deutschland –Stempeln

oder abrackern? 22.15 Love Island –Heiße

Flirts und wahre Liebe 23.45 Reality Alarm!

0.45 Love Island –Heiße Flirts und wahre Liebe

1.55 Ibiza Diary 2.40 Ibiza Diary

Eurosport 1

8.30 Radsport: Straßen-WM. Zeitfahren der Juniorinnen

13.45 Tennis: LaverCup 15.30 Radsport:

Straßen-WM. Zeitfahren Elite Damen 18.00 Horse

Excellence. Die Pferdesport-Highlights der Woche

18.30 WATTS 19.00 Tennis: LaverCup 20.05 EurosportNews

20.25 Snooker:World MainTour. China

Championship: 2.Tag 21.55 EurosportNews

22.00 Radsport: Straßen-WM 23.00 EWC All Access

23.30 Motorsport: Blancpain GT WorldChallengeAmerica

0.00 Radsport: Straßen-WM. ZeitfahrenU23

Herren 1.30 Pause

ARTE, 20.15 UHR DOKUMENTARFILM

Katar: Millionen für Europas Islam

Katar istein kleines Land, doch in seiner Konkurrenz zu den Dynastien in den

Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien lässt der kleine Golfstaat

gerne die Muskelnspielen. Dafür bedientersich kaum militärischer Mittel,

seine Stärke istsubtilerer Art: MitAl-Jazeeraalimentiertdas Emirat den einflussreichsten

Nachrichtensender in arabischer Sprache. Undauchauf religiösem

Gebiet wird offenbar Geld ausKatar investiert. DerFilm vonJérôme Sesquin folgt

den französischen JournalistenGeorges Malbrunot und Christian Chesnot auf

den Spuren eines USB-Sticks:Auf ihmbefinden sich vertraulicheDokumente der

größten NGOder Golfstaaten, der Qatar Charityund Einzelheiten über ein Missionierungs-und

Finanzierungsprogramm zurStärkung des politischen Islams in

ganz Europa (Foto: Benjamin Idrizvom Münchner Forumfür IslamMFI).

(Frk./2019)

Foto: Arte

Anzeige

VOX, 22.45 UHR

Swipe

durch Berlin.

DIGITAL

SO SCHREIBTMAN BERLIN.

NORMALVARIANTE –MITTEL

8 6

4 8 7 2

3 5

5 3 4

1 3

7 8 9

8 1

7 1

2 6

6 1

5 2 8

4 5 9

4

9 4

3 6

9 2

7 5

SUDOKU

MIT DIAGONALEN –SCHWER

berliner-zeitung.de/swipe

AUFLÖSUNG

VOM 23. 9. 2019

MITTEL

AUFLÖSUNG

VOM 23. 9. 2019

SCHWER

5.30 Panda, Gorilla &Co. 6.20 zibb. zuhause

in berlin &brandenburg 7.20 Brisant 8.00

Brandenburg aktuell /Abendschau 8.30 Brandenburg

aktuell /Abendschau 9.00 In aller

Freundschaft 9.45 In aller Freundschaft 10.30

Rote Rosen 11.20 Sturm der Liebe 12.10 Julia

–Eine ungewöhnliche Frau 13.00 rbb24

13.10 Verrückt nach Meer 14.00 Mein Traum

vom Hof (2) 14.45 Traumhäuser 15.15 Mit

dem Zug ... 16.00 rbb24 16.15 Wer weiß

denn sowas? 17.00 rbb24 17.05 Panda, Gorilla

&Co. 17.55 Sandmann 18.00 rbb UM6 –

Das Ländermagazin 18.30 zibb. zuhause in

berlin &brandenburg 19.30 Brandenburg aktuell

/Abendschau 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Geheimnisvolle Orte

Kummersdorf –Kaisers Waffenschmiede,

Hitlers Kriegslabor

21.00 Expedition Baikal –Mit dem Robur

nach Sibirien VonMoskau bis zum Ural

21.45 rbb24

22.00 Chez Krömer

Gast: Stefan Kretzschmar

22.30 Die Florian Schroeder Satireshow

Gäste: Maren Kroymann, Enno Bunger,

Liza Kos

23.15 Talk aus Berlin

23.45 Abendshow

ProSieben

5.00 2Broke Girls 5.20 The Middle 6.05 Two

and aHalf Men 7.25 The Big Bang Theory 8.45

How IMet Your Mother 10.35 Fresh off the Boat

11.30 Mike &Molly 11.55 2Broke Girls. Die

Armdrück-Bar/Taufmanöver 12.50 Mom 13.20

Twoand aHalf Men. Haben wir eine Trittleiter?/

Ich kann gut mit Babys/Der Lachs unter meiner

Bluse 14.40 The Middle. Der Steinbruch/Der

Austauschschüler 15.35 The Big Bang Theory.

Planet Bollywood/Homo Novus Automobilis/

Das Cooper-Nowitzki Theorem 17.00 taff 18.00

Newstime 18.10 Die Simpsons. Die Chroniken

von Equalia/Quatsch mit Soße 19.05 Galileo.

Riesen-Teleskop in den armenischen Bergen.

Mod.: Aiman Abdallah

20.15 Renn zur Million ... wenn Du kannst!

Moderation: Rebecca Mir,Daniel

Aminati. Kommentar: Elmar Paulke

Werrennt, gewinnt! Um die Million Euro

zu kassieren, müssen die Kandidaten

rennen und alle Hindernisse überwinden.

22.55 Die Simpsons

Duell bei Sonnenaufgang /Die Kurzzeit-Berühmtheit

23.50Die Simpsons

Schon mal an Kinder gedacht? /Der

Kampf um Marge /Die böse Puppe

Lustikus

12.50 Arte Journal 13.00 Stadt Land Kunst

14.05 (für HG) ABeautifulMind –Genie und

Wahnsinn. Drama,USA 2001 16.15 Magic Cities

17.05 X:enius 17.35 (für HG) Reinhold

Messner –Heimat. Berge. Abenteuer 18.05 Wie

das Land, so der Mensch 18.30 (für HG) Höllische

Paradiese! 19.20 Arte Journal 19.40 (für

HG) Re: 20.15 Katar: Millionen für Europas Islam.

Dokumentarfilm, F2019 21.45 Libanon

22.40 Helfen im Namen Allahs 23.35 Mit offenen

Karten 23.50 Arte Reportage 0.45 Arte

Journal 1.05 Jung &schön. Drama, F2013

3Sat

13.00 (für HG) ZIB 13.20 (für HG) Steffens

entdeckt 14.05 (für HG) Steffens entdeckt

14.50 Griechenland –Von Insel zuInsel 18.30

nano 19.00 (für HG) heute 19.20 Kulturzeit

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG)

Nord bei Nordwest. Estonia. TV-Kriminalfilm, D

2016 21.45 kinokino 22.00 (für HG) ZIB 2

22.25 Techno sapiens –Die Zukunft der Spezies

Mensch 23.15 Über:Digitalisierung –Die

SMARTE Versuchung 0.10 Reporter 0.30

10vor10 1.00 (für HG) Steffens entdeckt 1.45

(für HG) Steffens entdeckt

Phoenix

14.45 Aktuelles im Umfeld der Sitzungen der

Bundestagsfraktionen. Live 15.15 UN-Vollversammlung

mit Rede US-Präsident Trump. Live

16.00 Migration –Das große Missverständnis

16.45 betrifft 17.30 phoenix der tag 18.00

planet e. 18.30 Firmen am Abgrund 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Firmen am

Abgrund 21.00 (für HG) Deutsche Dynastien

21.45 (für HG) heute-journal 22.15 (für HG)

phoenix runde 23.00 phoenix der tag 0.00

phoenix runde 0.45 Firmen am Abgrund 1.30

Deutsche Dynastien 2.15 ZDF-History

Kika

11.35 Die unglaublichen Abenteuer vonBlinky

Bill 12.00 (für HG) Tashi 12.25 The Garfield

Show 12.50 (für HG) Insectibles 13.15 (für HG)

4½Freunde 13.40 (für HG) DiePfefferkörner

14.10 Schloss Einstein 15.00 Jamie Johnson

16.00 Ein Fall für TKKG 16.50 (für HG) Geronimo

Stilton 17.35 (für HG) Belle und Sebastian

18.00 Der kleine Nick 18.15 Kleine lustige

Krabbler 18.35 Elefantastisch! 18.50 Sandmann

19.00 Tib&Tumtum 19.25 (für HG) pur+

19.50 (für HG) logo! 20.00 (für HG) KiKA Live

20.10 (für HG) StarkeKinder –StarkeKlasse

Dmax

13.15 Canada Airport –Flughafen extrem

14.15 Abenteuer Survival 16.15 Die Zwangsvollstrecker

17.15 Asphalt-Cowboys 18.15

Steel Buddies –Stahlharte Geschäfte 19.15

Border Control –Spaniens Grenzschützer 20.15

Steel Buddies –Stahlharte Geschäfte 21.15

Roter Stahl –Der Panzer-Clan 22.15 112: Feuerwehr

im Einsatz 23.10 DMAX News 23.15

Drug Wars 0.10 DMAX News 0.15 Steel Buddies

–Stahlharte Geschäfte 1.10 Roter Stahl –

Der Panzer-Clan 2.00 Asphalt-Cowboys: Polen

5.02 hessenschau 5.30 ZDF-Morgenmagazin 9.0

Tagesschau-Nachrichten 9.15 Quarks 10.00 Tagesschau-Nachrichten

10.15 Super.Markt 11.00

Tagesschau-Nachrichten 13.00 Mittagsmagazin

14.00 Tagesschau-Nachrichten 19.15 China –Die

neue Weltmacht 20.00 Tagesschau 20.15 Hart

aber fair 21.32 Mit Gott gegen dieMafia? 22.00

Marktcheck 22.47 Extra 23.00 Tagesthemen

23.30 FAKT 0.00 Umschau 0.45 DieTagesschau

vor 20 Jahren 1.00 Nachtmagazin 1.20 7Tage ...

1.50 Extra 2.00 Nachtmagazin 2.20 Thüringen-

Journal 2.50 Extra 3.02 SWR LandesschauRhein

land-Pfalz 3.47 Extra 4.02 Abendschau 4.30 aktu

eller bericht

ONE

9.55 HotinCleveland 10.15 HotinCleveland

10.35 Lindenstraße 11.05 Großstadtrevier 11.55

Sturmder Liebe 12.40 Sturmder Liebe 13.30 Um

Himmels Willen 14.20 DiegrünenHügelvon

Wales. TV-Romanze, D2010 15.50 Großstadtrevier

16.40 HotinCleveland 17.00 HotinCleveland

17.20 Lindenstraße 17.50 Hartaberherzlich

18.40 Sturmder Liebe 19.25 Sturmder Liebe

20.15 Doctor Who 21.05 Doctor Who 21.45 Hus

le –Unehrlich währtamlängsten 22.35 Torchwoo

23.25 Doctor Who 0.10 DoctorWho 0.55 Hustle

Unehrlich währtamlängsten 1.50 Torchwood 2.4

HotinCleveland 3.00 Hot in Cleveland 3.20 Comedy

Cuisine 4.05 Hartaberherzlich

ZDF NEO

5.10 TerraX5.50 TerraX6.35 TerraX7.20 Terra

X 8.05 Topfgeldjäger 9.00 Lafer! Lichter! Lecker!

9.40 Bares fürRares 10.35 Bares für Rares

11.30 Bares fürRares –Lieblingsstücke 12.15

Monk 13.35 Psych 15.00 Monk 16.20 Psych

17.45 Bares fürRares –Lieblingsstücke 18.30

Baresfür Rares 19.20 Baresfür Rares 20.15 (für

HG)Unter anderen Umständen. DerMörderunter

uns. TV-Kriminalfilm, D2013. MitNataliaWörner,

RalphHerforth, Martin Brambach 21.45 Professo

T. 22.45 heute-show 23.15 Shapira Shapira

23.45 Blockbustaz 0.50 Countdown Copenhagen

2.20 SleeplessNight –Nacht derVergeltung. Actionthriller,

F/B/LUX 2011 3.55 TerraX

ZDF INFO

6.10 DeadlyIntelligence –Wissenschaftler im Fadenkreuz

8.25 Täterjagd 9.10 AufVerbrecherjagd

12.40 ZDF-History 13.30 1491 –Amerika vorKolumbus

16.30 Mythen-Jäger 17.20 Karthagos vergessene

Krieger 18.00 Mythen-Jäger 18.45 (für

HG)Die SuchenachHitlers„Atombombe” 19.30

(für HG)ZDFzeit 20.15 Das unterirdische Reich

21.45 ZDF-History 22.30 DieGeheimprojekte der

Nazis 23.10 ZDF-History 23.55 Codebreakers –

Auf derJagdnach HitlersGeheimcode 0.40 (für

HG)heute-journal 1.10 Apokalypse Abfall–Deutscher

Müll fürdie Welt 2.10 Die Plastik-Invasion –

Coca-Cola undder vermülltePlanet. Dokumentarfilm,

F2018 2.50 (für HG) planet e.

Radio

KLASSIK

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Musikfest Berlin IPPNW-Benefizkonzert mit

Werken von Monteverdi, Telemann, Bach, Gibbons,

J.S. Bach, Vivaldi, ca. 117 Minuten

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Klassik-Werkstatt Schuberts f-Moll-Fantasie.

Mit Clemens Goldberg Im Todesjahr von Franz

Schubert entstand neben den drei großen Klaviersonaten

auch die Fantasie f-Moll für Klavier

Die Musik bietet wenig Trost und Hoffnung.Es

überwiegt die Todesahnung., ca. 56 Min.

HÖRSPIEL

20.10 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

„Der Staub von Brandenburg” Mit Ekkehard

Schall, Horst Weinheimer,Margit Bendokat,

Dieter Mann, Nina Rauschenbach, Stefan Kaminsky,Bärbel

Röhl, Axel Wandtke, Rainer Sel

lien, Matti Rauschenbach, Klaus Bieligk,

Alexander Zschiedrich, Franz Laake, Friedrich

Schorlemmer, Volker Braun. Regie: Volker

Braun, ca. 50 Minuten

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Steffen Kopetzky: „Propaganda”

(12/29), ca. 31 Minuten

MAGAZIN

19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kulturtermin „Papas Algerien ist tot.”Zur Situ

ation der Harkis in Frankreich, ca. 26 Minuten

19.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Zeitfragen Wirtschaft und Umwelt. Palme der

Probleme. Die Schattenseiten der Palmölindu

strie in Kolumbien. Von Sophia Boddenberg /

Zukunft ohne Palmöl. Wie Norwegen den umstrittenen

Rohstoff verbannen will. Von Carste

Schmiester., ca. 55 Minuten

19.15 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Das Feature An der pädagogischen Front. Ost

deutsche Lehrer in den Umbrüchen der Wend

Von Holger Siemann, ca. 45 Minuten

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Feature Interview mit einem Löwen. Mit Hage

Oechel, Daniel Nerlich, Henning Hartmann,

Carolin Haupt., ca. 57 Minuten

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Nino Ferrer., ca. 30 Minuten

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Jazz live Joe Lovano Trio Tapestry.Mit Joe Lova

no (Tenorsaxofon), Marilyn Crispell (Piano),

Carmen Castaldi (Schlagzeug)., ca. 55 Min.

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Musikszene Mehr als ein Glockenschlag.Die

lebendigeTradition des Change Ringing in

Großbritannien. Von Philipp Quiring,

ca. 45 Minuten


Berliner Zeitung · N ummer 222 · D ienstag, 24. September 2019 – S eite 26 *

·························································································································································································································································································

Panorama

LEUTE

NACHRICHTEN

Nina Proll (45) hat eine wichtige Lektion

gelernt und lässt uns via Bild-Zeitung

daran teilhaben. Hier schreibt

uns die österreichische Schauspielerinfolgende

Sätzeins Gender-

Stammbuch:„Bei den Gagen-Verhandlungen

für meine,Tatort‘-Rollen

hätte ich viel mehr rausholen können

…Härte bei denVerhandlungen zeigen:

Dassollte man als Frau dann

auch mal können –und nicht nur den

Männernüberlassen.“ Richtig, und

wenn dir die Geldmenschen mit dem

treuherzigsten Dackelblick aller Zeiten,

wenn dir,soProll,„die Produzenten

bei den Öffentlich-Rechtlichen“

versichern,„dass sie sparen müssen“,

dann glaube ihnen kein Wort.

Benedikt Höwedes (31) teilt uns auf

dem Internetportal t-online.de auch

noch eine wichtige Lektion mit. Der

Ex-Fußball-Weltmeister:„FahrtLastenfahrrad,

dann findet ihr schneller

einen Parkplatz und spartdie Knöllchen,

die man sonst schnell bekommen

kann.“ Autos? Igitt! (schl.)

TIERE

Hochgehängt: 1800 Vögel singen

in Thailand um die Wette.

AFP

Im Narathiwat geht es nicht immer

friedlich zu. DieProvinzregion mit einer

überwiegend muslimischen Bevölkerung

liegt ganz im Süden Thailands,indem

bekanntlich der Buddhismus

die Mehrheitsreligion ist. Im

Süden sorgen separatistische und

dschihadistische Bewegungen mit

Bombenanschlägen für Angst und

Schrecken; bisher starben mehr als

800 Menschen, seit 2003 gibt es informelle

Friedensgespräche …Soweit

zum Hintergrund unser wirklich guten

Tiernachricht: AmWochenende

trafen sich in Narathiwat zahlreiche

Vogelhalter zu einem großen, völkerverständigendenWettbewerb:

Über

1800 Singvögel –inihren hochgehängten

Käfigen zu eindrucksvollen

Spalieren aufgereiht –traten an, sie

kamen aus Thailand, Malaysia und

Singapur und mussten sich in den

Kategorien Tonhöhe,Lautstärke sowie

melodischeVielfalt messen. Der

Supertschilp! (schl.)

Prada-Kontrast: Klare Linien

und weicher Hut. AP

Zweitverwertung ist schick!

Recycling-Ideen treffen auf ekstatische Gefühle. Die Mailänder Modewoche zeigt die neuen Sommertrends

VonNikolas Feireiss, Mailand

Die Versace-Schau für den

Sommer 2020 beendete

Jennifer Lopez imlegendären

grünen Jungle

Dress, dem die aktuelle Kollektion

zum Jubiläum gewidmet ist. Dassexy

Kleid mit dem ausgewachsenen

Dekolleté hatte die Latino-Divavor 20

Jahren bei den Grammy-Awards getragen

und für Furore gesorgt. DieBilder

vom Auftritt gingen um die Welt,

wie auch jetzt wieder. Google, noch

jung, konnte im Februar 2000 den Ansturmder

Suchanfragen nicht bewältigen.

Das gab letztendlich den Anstoß

zur Funktion des Bildersuchens.

Wenn DonatellaVersace 20 Jahrespäter

das Kleid –ineiner Neuauflage auf

der Mailänder Modewoche – noch

einmal über den Laufsteg schickt,

könnte man sich fragen: Wozu etwas

Neues kaufen, wenn man im Alten

noch Aufsehen erregen kann?

Bio-Baumwolle für wilde Farben

Aber vielleicht ist modische Zeitlosigkeit

gerade das Thema der

Stunde. Schließlich muss die Mode

mit ihrem Anspruch, dem Geist der

Zeit in Kleidern Ausdruck zu verleihen,

auf „Fridays for Future“ und die

unüberhörbaren Forderungen nach

mehr Nachhaltigkeit und Sensibilität

im Umgang mit Ressourcen reagieren,

um nicht alt auszusehen. Zeitlose

Mode, die nicht in Saisons

denkt, ist nachhaltig und damit also

Ultrachic mit Hippie-Note:

Florales Bekenntnis. GETTY

Missoni kleidet den Mann

allzu flatterhaft. IMAGO

Gucci-Hängung: Die Brillenkette

wiegt schwer. GETTY

eine Antwort auf die Wegwerfgesellschaft.

Ein altes Kleid wirkt so gesehen

besonders modern.

Miuccia Prada, die mit überbordender

Kreativität und modischem

Übermut in den letzten Saisons alle

halbe Jahre ihre Ideen von gestern

über Bord warf und überzeugte Fans

quasi zwang, sich völlig neu einzukleiden,

stellt nun fest: Persönlicher

Style ist wichtiger als die Kleider und

„dass wir sowieso von allem viel zu

viel haben“. Um „Timeless Hypness“

ging es deshalb bei ihrer Schau. Sie

zeigte Bleistiftröcke, elegant geschnittene

Jacken, doppelreihige Sakkos,

adrette Blusen, Muschelketten

als Accessoires und viel Materialmix.

Zum Strandkleid werden solide

Pumps kombiniert, zum Büroanzug

eine Makramee-Urlaubstasche. Eine

adrette, tragbare, farblich zurückgenommene

Kollektion mit 50er-Jahre

Appeal, die das eine oder andere

schrillereTeilvergangener Saisons sicher

noch aufpeppen könnte.

Ein zeitgemäßer Gedanke. Bei

Marni war der Nachhaltigkeitsgedanke

allerdings vordergründiger,

die Kleider deutlich gewagter und

aus Bio-Baumwolle. Das tropische

Set des Showrooms wurde aus dem

Material vergangener Dekorationen

gebaut und man saß auf Bänken aus

recyceltem Karton. Ekstatische Gefühle

und den schön verwirrenden

Schwindel einer Tropenkrankheit

sollen die Marni-Kleider von Francesco

Risso im nächsten Sommer erzeugen.

Das gelingt mit den kräftigen

Farben wilder Malerei, eigenwilligen

Röcken, offenen Nähten, langen

Silhouetten, Asymmetrien und

als Kleiderngetarnten Schürzen. Die

Kollektion mag experimentell wirken,

die Schnitte sind –wie bei Prada

–imGrunde konservativ.

Es sind vorallen Dingen Reminiszenzen

an die 50er- und 70er-Jahre,

die uns Mode heute als zeitlos tragbar

erschienen lässt. Zum Kanon gehören

etwas Ballon- und Bleistiftröcke,

ausgestellte Hosen, Handwerkliches

wie eben Makramee und ethnische

Einflüsse vor allen aus Afrika, der

Wiegeder Menschheit. Ausdem großen

Fundus der Hippie-Ärabedienen

sich traditionell Labels wie Etro oder

Missoni, zu deren Markenkern quasi

ein zeitloser Mustermix gehört. Was

ursprünglich ein Stilmix war, ist inzwischen

ein zeitlos gültiger Stil. Das

gilt auch fürGucci: Derwilde Stil und

Mustermix von Alessandro Michele

ist nach mehreren Saisons schon zu

einer vielleicht dasLabel etwas einengenden

Uniform geworden. Das hat

derDesigner wohl erkannt underöffnete

die Schau mit einer Gruppe von

weißen Zwangsanzügen. Im zweiten

Teil waren die Models dann befreit

und führten eine reduzierte Variante

des GucciLooks vor.

Weniger Muster,mehrColourblocking.

Die 60er und 70er ließen immer

noch grüßen. Generell sind Uniformstyles,

spezielle Safari-Looks,

sand und oliveTöneaber Evergreens

Alexandra Moura auf dem

wollenen Öko-Trip. GETTY

Marnis Addition: Grün +

Weiß =Waldfee.

lässiger Eleganz. Alle diese Zutaten

finden sich in verschiedensten Interpretationen

in den Mailänder Kollektionen.

Dolce &Gabbana starten

die Schau mit Safari-Looks und enden

mit luxuriösen Gewändern, auf

denen sich Giraffen, Zebras und ein

Kakadu tummeln. Das kleine feine

Label Cividini schickt seine Models

in Wüstenfarben und zarten Pastelltönen

über denLaufsteg.

Berlin isteinen Schrittweiter

AP

Die Berliner Fashion Week widmete

demThema Nachhaltigkeit in diesem

Jahr mit dem Konzept der „Sustainable

Fashion“ eine eigene Sektion –

und ist hier einen entscheidenden

Schritt weiter. Dennoch bieten die

Italiener der Mode die deutlich größereBühne

–auchden vielen, hierzulande

weniger bekannten, aber spannenden

Labels wie eben Cividini oder

auch Blazé Milan, La DoubleJ oderVivetta,

die sich hier präsentieren.

Wenn Mode Ausdruck der Persönlichkeit

ist, dann sind es gerade kleine

individuelle Modemarken, die es

möglich machen, einen eigenen zeitlos

nachhaltigen Stil zu entwickeln, in

dem vorhandene Garderobe mit

neuen Einzelteilen ergänzt wird.

Dank Google kann man die umstandslos

und umweltschonend zu

Hause entdecken, weil man nicht in

den Flieger steigen muss. Das World

Wide Webist vor allem eine Chance

für junge Designer und kleine Firmen

in Mailand und Berlin.

Mann ertrinkt bei

Heiratsantrag

Aufganz besondereWeise wollte er

um die Hand seiner Freundin anhalten:

Doch der Unterwasser-Antrag

eines jungen Amerikaners im Urlaub

im ostafrikanischen Tansania endete

tödlich. Wieder Sender CNN am

Sonntag berichtete,befand sich die

Freundin des Mannes in einem Unterwasser-Hotelzimmer,als

er von

außen zu ihr hinabtauchte.Ineinem

Video des Antrags,das die Frau auf

Facebook teilte,ist zu sehen, wie der

Mann eine handgeschriebene Liebesbotschaft

ans Fenster des Hotelzimmers

hält: „Ich kann nicht lange

genug die Luft anhalten, um dir zu

sagen, was ich alles an dir liebe.(…)

Willst du meine Frau werden?“ Den

Rückweg zur Wasseroberfläche

schaffte der Mann nicht mehr. (dpa)

Ehepaar bestellt Kleider und

bekommt Drogen-Lieferung

EinEhepaar aus Linz in Österreich

hat zusammen mit einer erwarteten

Kleiderbestellung Ecstasy-Pillen im

Wert von500000 Euro geliefertbekommen.Wiedie

Polizei am Montag

mitteilte,sollte das Paket mit rund

25000 Pillen eigentlich nach Schottland

verschickt werden.Die überraschten

Empfänger brachten das Paketnach

der Lieferung im Maizurück

zur Post und die hinzugerufenen Ermittler

konnte den eigentlichen

Empfänger in Schottland ausfindig

machen und festnehmen. (dpa)

Proteste gegen Polizeigewalt

in Rio: Mädchen erschossen

AlsReaktion auf den Todeiner Achtjährigen

haben Hunderte Menschen

in der brasilianischen Metropole Rio

de JaneiroamSonntag gegen Polizeigewalt

protestiert. DasMädchen war

mit ihrer Mutter mit einem Kleintransporter

in einem Armenviertel

unterwegs,als ein Militärpolizist dem

Kind versehentlich vonhinten in den

Rücken schoss.Nach Polizeiangaben

ereignete sich das Unglück am Freitagabend

während einer Auseinandersetzung

mit Kriminellen. (dpa)

Sieben Schüler sterben bei

Einsturz ihres Klassenraums

Beim Einsturzihres Klassenzimmers

sind in Kenia mindestens sieben

Schüler ums Leben gekommen und

57 weitereverletzt worden. Nach Angaben

vonRettungskräften ereignete

sich das Unglück am Montagmorgen

in einer Grundschule der Hauptstadt

Nairobi, als der Unterricht gerade

begonnen hatte. (dpa)

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute kommen die Höchsttemperaturen auf 18bis 20 Grad voran. Dazu

ist der Himmel häufig bedeckt. Gebietsweise regnet es. Der Wind weht

nur schwach aus südwestlichen Richtungen. Inder Nacht ist esüberwiegend

wolkig bis stark bewölkt. Ab und zugibt es Regenschauer, und die

Tiefsttemperaturen erreichen 11 Grad.

Biowetter: Rheumatische Gelenkund

Gliederschmerzen werden aufgrund

der Witterung verstärkt. Muskelverspannungen

sind ebenfalls

Wittenberge

ein Thema. Nach einem unruhigen 11°/19°

Tiefschlaf fühlt man sich müde.

Pollenflug: Derzeit sind größtenteils

keine Pollen in der Luft.

Gefühlte Temperatur: maximal 18Grad.

Wind: leichter Wind aus Südwest.

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

11°/20° 13°/18°

Luckenwalde

11°/20°

Prenzlau

11°/19°

Cottbus

11°/20°

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Regenschauer wolkig Regenschauer

13°/19° 12°/20° 14°/20°

Frankfurt

(Oder)

11°/20°

Im Westen und in der Mitte Europas bleibt es unbeständig und frühherbstlich.

Wolken mit schauerartigem Regen und etwas Sonne wechseln sich ab. Dem

steht hoher Luftdruck über dem Baltikum und Osteuropa gegenüber. Auch am

Mittelmeer sorgt ein Hoch für freundliches und trockenes Wetter.

Sylt

11°/20°

Hannover

11°/22°

Köln

12°/20°

Saarbrücken

8°/18°

Konstanz

9°/19°

Hamburg

13°/22°

Erfurt

9°/20°

Frankfurt/Main

10°/19°

Stuttgart

10°/20°

Rügen

11°/19°

Rostock

13°/16°

Magdeburg

13°/21°

Nürnberg

8°/21°

München

8°/21°

Dresden

14°/19°

Deutschland: Heute laden Wolken

immer wieder Regenschauer ab.

Während des Tages ist mit 16 bis

22 Grad zu rechnen. In der folgenden

Nacht betragen die Werte14bis

11 Grad. Der Wind weht schwach

aus Südwest. Morgen reißt die Wolkendecke

nur selten auf. Zuweilen

regnet es. Dabei sind Höchstwerte

von 15 bis 19 Grad zu erwarten, und

der Wind weht schwach bis mäßig

aus westlichen Richtungen.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 15°-17°

Nordsee: 16°-18°

Mittelmeer: 21°-30°

Ost-Atlantik: 15°-20°

Mondphasen: 28.09. 05.10. 13.10. 21.10.

Sonnenaufgang: 06:55 Uhr Sonnenuntergang: 19:01 Uhr Mondaufgang: 00:31 Uhr Monduntergang: 17:17 Uhr

Lissabon

26°

Las Palmas

25°

Madrid

27°

Reykjavik

15°

Dublin

17°

London

21°

Paris

21°

Bordeaux

21°

Palma

29°

Algier

29°

Nizza

27°

Trondheim

13°

Oslo

15°

Stockholm

13°

Kopenhagen

17°

Berlin

18°

Mailand

24°

Tunis

28°

Rom

23°

Warschau

18°

Wien

22° Budapest

20°

Palermo

25°

Kiruna


Oulu


Dubrovnik

23°

Athen

26°

St. Petersburg


Wilna

12°

Kiew

15°

Odessa

19°

Varna

21°

Istanbul

25°

Iraklio

28°

Archangelsk


Moskau


Ankara

25°

Antalya

28°

Acapulco 33° wolkig

Bali 37° heiter

Bangkok 32° Gewitter

Barbados 30° Gewitter

Buenos Aires 23° sonnig

Casablanca 25° sonnig

Chicago 23° wolkig

Dakar 31° wolkig

Dubai 38° sonnig

Hongkong 31° wolkig

Jerusalem 28° sonnig

Johannesburg 19° bewölkt

Kairo 34° heiter

Kapstadt 22° sonnig

Los Angeles 25° sonnig

Manila 32° Gewitter

Miami 31° wolkig

Nairobi 29° Schauer

Neu Delhi 33° wolkig

New York 24° heiter

Peking 32° sonnig

Perth 27° heiter

Phuket 34° sonnig

Rio de Janeiro 20° bewölkt

San Francisco 29° sonnig

Santo Domingo 31° Gewitter

Seychellen 27° bewölkt

Singapur 33° heiter

Sydney 21° wolkig

Tokio 29° wolkig

Toronto 22° wolkig


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