architektur Fachmagazin Ausgabe 2 2021

architekturonline.com

Diese Ausgabe von architektur Fachmagazin widmet sich als Schwerpunkt einem der klassischen Themenbereiche der Architektur. Dem Wohnen – und damit verschiedensten Facetten des modernen Wohnbaus. Die von uns dafür ausgewählten Projekte zeigen auf den folgenden Seiten auf, wie vielschichtig sich Planer und deren Bauwerke der Aufgabe des Wohnens widmen können. Besonders interessant ist dabei natürlich wie immer, wie die manchmal recht ungewöhnlichen Aufgabenstellungen und Erwartungen in Wohnraum umgesetzt wurden.

FACHMAGAZIN

WISSEN, BILDUNG, INFORMATION FÜR DIE BAUWIRTSCHAFT

Erscheinungsort Perchtoldsdorf, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf. P.b.b. 02Z033056; ISSN: 1606-4550

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März/Apr. 2021

Wohnen


MAKE SENSE. AND SENSIBILITY.


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Editorial

Wohnen

Diese Ausgabe von architektur Fachmagazin widmet sich als Schwerpunkt einem

der klassischen Themenbereiche der Architektur. Dem Wohnen – und damit verschiedensten

Facetten des modernen Wohnbaus. Die von uns dafür ausgewählten

Projekte zeigen auf den folgenden Seiten auf, wie vielschichtig sich Planer und deren

Bauwerke der Aufgabe des Wohnens widmen können. Besonders interessant

ist dabei natürlich wie immer, wie die manchmal recht ungewöhnlichen Aufgabenstellungen

und Erwartungen in Wohnraum umgesetzt wurden.

Wie etwa die Art Villa, ein gleichermaßen

üppig wie puristisch gestaltetes Gebäude

in der wilden Naturlandschaft Costa Ricas.

Oder das Mini-Haus-Konzept Cabin ANNA,

das aufgrund seiner einfachen und robusten

Konstruktionsweise an fast jedem Ort

installiert werden kann. Es lässt sich überdies,

dank eines raffinierten Schiebemechanismus,

jederzeit flexibel an verschiedenste

Nutzungssituationen anpassen. Eine Alternative

zu Abriss oder Rekonstruktion wieder

zeigt die „Haus-in-Haus“-Lösung beim

Umbau eines alten Gehöfts in der tschechischen

Provinz. Das Stadthaus in Köln hingegen

zeichnet die raffinierte und gleichzeitig

unaufgeregte Art und Weise aus, wie

aus einem heruntergekommenen Bau ein

Schmuckstück mit maximalem Wohnraum

entstehen kann. Und das Berliner Wohnprojekt

Walden 48 mit seinen 43 Wohnungen

macht nicht nur die Holzbauweise und das

nachhaltige Energiekonzept interessant –

der Entwurf entstand in einer Zusammenarbeit

zwischen den Architekten und den

zukünftigen Eigentümern.

Zusätzliche Aktualität hat das Thema Wohnen

durch die Virus-Pandemie erhalten. Einerseits

arbeitet – wer kann und darf – so

weit wie möglich physisch distanziert vom

Home-Office aus. In unserer EDV-Rubrik

beschäftigen wir uns deshalb mit den kontaktfreien,

multimedialen Möglichkeiten,

mit denen sich Planer, Handwerker und

Bauherren abstimmen können - und zeigen

auf, was dabei besonders zu beachten ist.

Andererseits ist durch COVID 19 die Raumluftqualität

ins Rampenlicht gerückt – neben

Feuchte, Feinstaub oder Luft-Schadstoffen

wird nun auch den Aerosolen als

Träger der Viren der Kampf angesagt.

Dazu haben wir einige Experten befragt,

inwieweit das bisher stiefmütterlich an

die Haustechnikplaner abgegebene Thema

der Raumluftqualität nun auch in der

Architektenplanung einer Rolle spielt.

Eine Vielzahl an weiteren Projektbeispielen,

etwa aus dem Retail-Bereich, die Kolumne

Bau&Recht, sowie aktuelle Produktinformationen

runden in gewohnter Weise diese

Ausgabe von architektur ab.

Walter Laser


architektur FACHMAGAZIN

4

Inhalt

Editorial 03

Architekturszene 06

Der Klimaschutz – Ein Wegweiser

für die moderne Architektur

Magazin 10

Gesunde Raumluft 20

Bau & Recht 28

Haus in einer Ruine 30

House inside a Ruin /

Jevíčko, Tschechien / ORA

Harmonie im Gegensätzlichen 38

Art Villa / Costa Rica / Formafatal

Wohnen, wie und wo 46

es dir gefällt

Cabin ANNA / Niederlande / Caspar Schols

Kleine Lücke, großes Potenzial 52

Stadthaus Köln / Köln /

rethmeierschlaich architekten

Auf den zweiten Blick 58

Der Eisberg / Berlin /

rundzwei Architekten

Gesundes Wohnen am Friedhof 64

Walden 48 / Berlin /

ARGE Scharabi I Raupach

RETAILarchitektur 70

Licht 78

Produkt News 82

edv 110

Video-Konferenzsysteme:

Guter Draht zu Projektpartnern

30 38

46 52

58

64

MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER Laser Verlag GmbH; Hochstraße 103, A-2380 Perchtoldsdorf, Österreich

CHEFREDAKTION Ing. Walter Laser (walter.laser@laserverlag.at)

REDAKTION DI Linda Pezzei, Edina Obermoser, mag. arch. Peter Reischer, Alexandra Ullmann, Dolores Stuttner, DI Marian Behaneck, Mag. Matthias Nödl, Dr. Armin Schwabl

GESCHÄFTSLEITUNG Silvia Laser (silvia.laser@laserverlag.at) n LTG. PRODUKTREDAKTION Nicolas Paga (nicolas.paga@laserverlag.at) Tel.: +43-1-869 5829-14

GRAFISCHE GESTALTUNG & WEB Andreas Laser n LEKTORAT Helena Prinz n DRUCK Bauer Medien & Handels GmbH

ABONNEMENTS Abonnement (jeweils 8 Ausgaben/Jahr): € 94,- / Ausland: € 115,-, bei Vorauszahlung direkt ab Verlag n Studentenabonnement (geg. Vorlage einer gültigen Inskriptionsbestätigung):

€ 64,- / Ausland: € 91,- (Das Abonnement verlängert sich automatisch, sofern nicht mind. 6 Wochen vor Erscheinen der letzten Ausgabe eine schriftliche Kündigung bei uns einlangt.)

EINZELHEFTPREIS € 14,- / Ausland € 18,-

BANKVERBINDUNG BAWAG Mödling, Konto Nr. 22610710917, BLZ 14000, IBAN AT 87 1400022610710917, BIC BAWAATWW n Bank Austria, Konto Nr. 51524477801, BLZ 12000

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Mit ++ gekennzeichnete Beiträge und Fotos sind entgeltliche Einschaltungen. Die Redaktion haftet nicht für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos. Berichte, die nicht von einem Mitglied

der Redaktion gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Das Magazin und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.


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Architekturszene

© Hillebrand

Der Klimaschutz

Ein Wegweiser für die moderne Architektur

Nachhaltigkeit ist in der Bauplanung auf dem Vormarsch – sensible Projekte

sollen den Klimaschutz in der Bauwirtschaft ankurbeln und kreative Lösungen für

Herausforderungen in der heutigen Zeit liefern.

Text: Dolores Stuttner

Dabei etabliert sich klimafreundliches Wohnen

nicht nur dann, wenn es um Neubauprojekte

geht – auch der Bestand lässt sich

unter den Gesichtspunkten der Resilienz

erneuern. Dass nachhaltige und soziale

Konzepte eine Vielzahl an Ansätzen haben

können, zeigen vier vom Klimabündnis

Österreich ausgezeichnete Projekte. Unter

ihnen befinden sich smarte Neubauten

mit innovativen Wohnkonzepten sowie Bestandshäuser,

deren Energiebedarf mit erneuerbaren

Ressourcen gedeckt wird.

Innovative Energiekonzepte treffen

auf leistbares Wohnen

Soziale Wohnkonzepte müssen nicht auf

Kosten des Klimaschutzes gehen – ganz

im Gegenteil: Architekten bemühen sich

immer öfter um die Verknüpfung der beiden

Komponenten. Musterbeispiel für eine

gelungene Umsetzung jener Idee ist der

Sonnengarten Limberg in Zell am See, in

Salzburg. Insgesamt 140 geförderte Eigentums-

und Mietwohnungen sind Kernstück

des Projekts, das obendrein nachhaltige

und soziale Lebenskonzepte fördert. Der

Bau der Wohnungen erfolgte gemäß den

Klimaaktiv-Richtlinien, womit für ein gesundes

Raum- und Wohnklima gesorgt ist. In

der Anlage befinden sich ein Nahversorger,

mehrere Multifunktionsräume, ein Kindergarten,

ein Musikproberaum, eine Gemeinschaftswerkstatt

und eine Jugendlounge.

Die Wohnsiedlung ist damit bedürfnisorientiert

– das Prinzip der „Stadt der kurzen

Wege“ wurde hier gekonnt angewendet. Zur

Erfüllung ihrer Grundbedürfnisse, müssen

die Bewohner die Anlage nicht verlassen.

Auch für die Einbindung sozialer und demographischer

Bedürfnisse sahen sich die

Planer – die Gemeinde Zell am See und die

Baufirma Hillebrand – verantwortlich. Aufzüge

sind daher mit akustischen Signalen

ausgestattet, wobei die Anlage zusätzlich

© Hillebrand

mit taktilen Leitsystemen versehen ist. Außen-

und Innenräume wurden barrierefrei

gestaltet. Ein nachbarschaftlich orientiertes

Sozialkonzept vor Ort soll die Lebensqualität

im Sonnengarten stärken.

Mit dem Smart City Demo Projekt wird ein

zukunftsweisendes Mobilitätskonzept in

die Anlage integriert. Das Ziel ist hierbei

die Änderung des Mobilitätsverhaltens der

Bewohner. Dafür wenden die Planer ein

ganzes Paket aus Maßnahmen an. Der Ausstieg

aus dem motorisierten Individualverkehr

soll mit Trolleys, Scootern, Fahrrädern,

E-Car-Sharing sowie Angeboten des öffentlichen

Verkehrs gefördert werden. u


7

Die Großraum-Pendelleuchten beeindrucken durch ihre enormen

Abmessungen und eine Lichtleistung von mehr als 12000 Lumen.

Die Lichtkombination aus dem freistrahlenden Lichtanteil des Opalzylinders

und einem tiefstrahlenden Anteil des Downlights eignen

sich besonders für die Ausleuchtung des großen architektonischen

Innenraums. Beide Lichtfunktionen sind getrennt DALI-steuerbar

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Architekturszene

Das gute Licht.

Für das Highlight im Raum.


architektur FACHMAGAZIN

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Architekturszene

© Hannah Mayr

Ein sozialer Wohnbau

in Holzriegelbauweise

Dass sich mit ökologischer Bauplanung soziale

Wohnprojekte umsetzen lassen, zeigt

auch das Projekt der Baugruppe „Bikes and

Rails“. Es handelt sich hierbei um einen Verein,

der sich der nachhaltigen Architektur

und Stadtplanung verschrieben hat – deren

Ziel ist die Realisierung von bezahlbaren

Wohn- und Arbeitsräumen für viele Generationen.

Gemäß dem Motto „Wohnen als

Grundrecht“ erfolgte die Errichtung eines

Passivhauses in Holzriegelbauweise im

Sonnwendviertel nahe dem Wiener Hauptbahnhof.

Die Realisierung des Projekts fand

in Kooperation mit dem Architekturbüro

Reinberg – einem Pionier für ökologische

Bauweise – statt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Im

Erdgeschoß finden Gemeinschafts- und

Gewerberäume Platz, wobei auf fünf Stockwerken

18 Wohneinheiten unterschiedlicher

Größe untergebracht sind. Des Weiteren

steht den Bewohnern eine Dachterrasse zur

gemeinsamen Nutzung zur Verfügung. Auch

der Keller enthält Flächen für die Freizeitgestaltung.

Dabei macht sich die Architektur

des „Bikes and Rails“-Projekts die spezielle

Standortsituation zunutze. So öffnet sich die

Südfassade zur Sonne und zur Stadt hin. Die

Westfassade kennzeichnen große Fenster,

Balkone und transparente Erdgeschoßzonen.

Jene Seite verschmilzt mit dem öffentlichen

Raum, wodurch sich eine einladende

Verbindungszone zum angrenzenden Helmut-Zilk-Park

bildet. Das Haus öffnet sich

zudem durch Gewerbe und Gastronomie im

Erdgeschoß seiner Umgebung.

Bemerkenswert ist des Weiteren das solidarische

Organisations- und Finanzierungsmodell

von „Bikes and Rails“ – dank ihm

ergeben sich etliche Spielräume bezüglich

alternativer Nutzungen. So wurde unter der

Zusammenarbeit mit dem Projektpartner

„Flüchtlinge Willkommen“ eine Vier-Zimmer-WG

von 150 m 2 im ersten Stock eingerichtet.

Geflüchteten und Studierenden

steht damit günstiger Wohnraum im Gebäude

zur Verfügung. Gelebte Nachbarschaft

soll Flüchtlingen einen guten Start in

Österreich ermöglichen.

u

© Hannah Mayr


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Magazin

ENTDECKEN SIE

DIE ZUKUNFT SCHON HEUTE

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10

Architekturszene

KliNaWo

Klimaneutrale Energieversorgung

für den Bestand

Altbauten haben aufgrund ihrer besonderen

baulichen Eigenschaften eine Sonderstellung,

wenn es um die Implementierung

nachhaltiger Ressourcen geht. Doch auch

in die Jahre gekommene Bauwerke müssen

nicht unbedingt mit fossilen Heizungen

betrieben werden. Es besteht durchaus die

Möglichkeit, diese mit CO 2 -neutralen Systemen

auszustatten – es wird damit eine Wärmeversorgung,

die frei von Kohlendioxid

ist und keine Belastung für die Luftreinheit

darstellt, realisiert. Einfach ist die Sanierung

der Heizanlage im Gebäudebestand selbstverständlich

nicht. Dies gilt vor allem unter

dem Gesichtspunkt, dass es für Bestandsbauten

keine allgemeingültige Lösung gibt.

Es gilt, im Spannungsfeld zwischen baulichen

und technischen Möglichkeiten zu

entscheiden, ob und wie die Erfordernisse

des Klimaschutzes in den Vordergrund zu

stellen sind.

Gelungenes Beispiel für eine nachhaltige

Sanierung ist das House of Commons

in Pradl. Arbeits- und Umweltmediziner

Heinz Fuchsig sanierte das 100 Jahre alte

Zinshaus im Innsbrucker Stadtteil gemäß

© VOGEWOSI

einem Nachhaltigkeitskonzept, das die sozialen

Aspekte des Wohnens und die Energietechnik

gleichermaßen berücksichtigt.

Nach der Isolierung alter Fassaden, erfolgte

die Implementierung eines zentralen, klimaneutralen

Heizsystems. Betrieben wird

Letzeres mit 24 m 2 Solarzellen auf dem

Dach sowie mit zwei Grundwasser-Wärmepumpen.

In der Nacht erfolgt eine automatische

Lüftung. Zur Stärkung des sozialen

Zusammenhalts der Bewohner, schuf

Fuchsig gemeinschaftlich nutzbare Räume

– damit rief er in Pradl das Konzept des Co-

Housing ins Leben. In einer „Leihkammer“

bringen die Parteien gemeinschaftlich

nutzbare Gegenstände unter. Der gemeinsamen

Nutzung dienen auch Garten, Hochbeet

und Werkstatt.

Der kostenoptimierte Wohnbau

als gelungenes Experiment

Innovation braucht Mut. Diesen bewiesen

die Planer des Projekts KliNaWo –Klimagerechter

Nachhaltiger Wohnbau. Gemeinschaftlich

und energetisch optimale Werte

waren das Ziel der gemeinnützigen Wohnanlage

im Vorarlberger Feldkirch. Das Architekturbüro

Walser und Werle realisierte in

Zusammenarbeit mit der VOGEWOSI 2017

ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus mit

18 Wohneinheiten. Ebendieses fungiert als

Modellvorhaben für klimaoptimierte und

kostensparende Bauweise. Eine optimal

gestaltete Gebäudehülle in Passivhausqualität

soll für beste Energiewerte in den

Wohnräumen sorgen. Zur Berechnung der

Lebenszykluskosten kam ein österreichweit

einzigartiges Verfahren zur Anwendung.

Mehr als 60.000 Varianten wurden

mithilfe einer speziellen Software durchgespielt,

wobei man die Angebotspreise, den

Energiebedarf und die Wartungskosten als

Basis heranzog. Ziel war das Finden der

perfekten Gebäudevariante für ein Energieund

Kostenoptimum.

Und dieses Experiment war ein voller Erfolg.

Die Energiekosten für eine Wohnung von

76 m 2 , liegen mit 10,60 Euro pro Monat unter

dem ursprünglich errechneten und angestrebten

Wert. Mit einem Energieverbrauch

von nur 14 kWh je m 2 Wohnnutzfläche für

Warmwasser und Heizung, gehört der Bau

zu einem der energieeffizientesten Mehrfamilienhäuser

in Österreich. Auch die soziale

Komponente kam bei KliNaWo nicht zu kurz.

Für das Projekt sind die Einkommensgrenzen

vergleichsweise hoch angesetzt. Außerdem

setzten die Planer bei der Ausstattung

bewusst auf Einrichtungsgegenstände von

hohem Wert. Es sollte damit eine ausgewogene

gesellschaftliche Durchmischung

erreicht und die Bildung sozialer Ghettos

vermieden werden.

Eine kostengünstige, soziale und klimaschonende

Bauweise müssen einander also

nicht ausschließen. Das Projekt KliNaWo

zeigt auf, dass eine Kombination aller drei

Komponenten in der Architektur durchaus

machbar ist.


KliNaWo

© VOGEWOSI


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11

Magazin


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12

Magazin

Treffpunkt Parkplatz

Das Thema des Leerstandes in Städten betrifft nicht nur Gebäude. Davon betroffen

sind auch ganze Grundstücke, die nicht oder nicht ausreichend verwendet

werden, aber ein enormes Potenzial für die Stadt und den öffentlichen Raum

bieten. In diese Kategorie fallen beispielsweise auch leere Parkplatzflächen

oder brachliegende Grundstücke, die zukünftig neu bebaut werden sollen. Die

temporäre Nutzung dieser Flächen sind eine vielversprechende Möglichkeit, die

leerstehenden Stadträume zu beleben.

Fotos: Kubicek Studio

Im Zuge des Concéntrico Festivals werden jährlich

an verschiedenen Orten in der spanischen Stadt Logrono

temporäre Installationen aufgebaut, die genau

dieses Potenzial untersuchen und Möglichkeiten aufzeigen.

Im Rahmen der letztjährigen Veranstaltung

bespielte das tschechische Architekturbüro KOGAA

mit ihrem „Circo Aéreo“ eine ungenutzte Parkplatzfläche

und verlieh dem Platz eine neue Vitalität.


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Magazin

Auf einer Holzkonstruktion positionierten die Architekten

dafür ein weißes Luftpolster. Die kreisförmige

Anordnung der vier Meter hohen Konstruktion ließ im

Inneren einen Raum entstehen, der als Aufenthaltsraum

und auch als Ort für Veranstaltungen fungierte.

An drei Stellen konnte man in das Innere der Installation

gelangen. Die Durchgangshöhe lag bei etwa 1,50 m,

man musste also in den neu geschaffenen Raum

wahrhaftig eintauchen und war somit auch visuell

vom übrigen Straßenraum abgegrenzt. Tagsüber

diente die Installation als Schattenspender, abends

dann als Lichtquelle und Leinwand. So entstand ein

attraktiver Kommunikationsraum und Treffpunkt mit

hoher Aufenthaltsqualität. In die Holzkonstruktion

integrierte Sitzgelegenheiten luden zudem zum Verweilen

ein.

Auf experimentelle Art und Weise wurde hier untersucht,

wie diese Installation den urbanen Raum verändert

und wie schnell sich Menschen durch geringe

Eingriffe den öffentlichen Raum zu eigen machen.

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Magazin

Luxuriöse

Touristenresidenz

Die Kleinstadt Charlevoix in Kanada ist bekannt für seine majestätischen Ausblicke

und die natürliche Umgebung. Die Gegend und die dort lebenden Menschen ziehen

mit ihrer Authentizität zu jeder Jahreszeit Gäste an – und auch die Architektur der

Region verbindet historische mit zeitgenössischen Werken. In diesem Umfeld entstand

für ein Gastronomen-Paar das Projekt Le Littoral, das eine private Residenz

und eine High-End-Tourismusherberge in sich vereint.

Fotos: Stéphane Brügger

Um das Resort zu einem unvergesslichen Ort zu machen,

haben die Planer von Architecture49 ein Haus

mit minimalistischem, nachhaltigem und ehrlichem

Design geschaffen. Durch den Einsatz von lokalen

Ressourcen, Unternehmen und Handwerkern ist das

Projekt zudem bestens in die Umgebung seiner Region

integriert. Die Struktur aus FSC-zertifiziertem

Holz stammt z.B. aus Wäldern der Region und so

weit vorhanden, wurden regionale Materialien von

ansässigen Unternehmen bezogen bzw. verarbeitet.

In manchen Bereichen musste der Begriff regional

etwas gedehnt werden. Wie etwa bei der Küchenarbeitsplatte,

die aus Quebec-Granit gefertigt wurde.

Auch bei der Haustechnik oder der Poolanlage

durften Unternehmen aus Quebec ihr Know-how demonstrieren.

In Summe entstand so ein ressourcenschonendes,

natürliches Haus, das sich mehrfach bestens in seine

Umgebung einfügt und Gästen einen unvergesslichen

Blick auf St. Lawrence River und die La Malbaie

Bay bietet.


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Schulbauprojekt

ausgezeichnet

Im April vergangenen Jahres ist die

Erweiterung des Schulstandorts der

Ganztagsvolksschule Novaragasse 30 /

Blumauergasse 19 in Wien-Leopoldstadt

fertiggestellt worden. Jetzt wurde das

Projekt mit dem EU-weiten BigSEE Architecture

Award 2021 in der Kategorie

„Public and Commercial Architecture“

ausgezeichnet.

Das von den Siegern des Architekturwettbewerbs,

Raumkunst ZT GmbH mit RWT plus

Tragwerksplanung ZT GmbH, geplante Projekt

deckt den dringenden Schulraumbedarf

rund um diesen Standort ab, der durch neue

Wohnbauten und bereits ausgelastete Schulen

in der Umgebung entstanden ist. Der

Neubau öffnet sich mit einem überdeckten

Freibereich mit fünf Meter Höhe großzügig

zur Blumauergasse. Grundgedanke des Entwurfes

ist es, die bisherige Freifläche zu erhalten

und als durchlässig erlebbare Zone mit

Grünflächen für den Straßenraum zu gestal-

15

Magazin

ten. Durch die Überbauung des Freibereiches

ergibt sich eine großzügige, witterungsunabhängige

Spiel-, Sport- und Bewegungsfläche.

Das Terrassengeschoß bietet, sonnen- und

windgeschützt durch eine Pergola, zusätzlich

Platz für zwei Freiklassen. Das Gebäude ist als

Stahlbetonbau mit zwei Unter- und vier Obergeschoßen

zur Schulnutzung ausgeführt.

Insgesamt beheimatet das Erweiterungsgebäude

zehn Klassenräume, einen Gymnastiksaal,

eine Bibliothek und Nebenräume. Zusätzlich

wurde der bestehende Speisebereich

vergrößert und gemeinsam mit der Aufwärmküche

im 1. Obergeschoß der Erweiterung

untergebracht. Im Erdgeschoß bleibt ein Freibereich

mit Spiel- und Bewegungsflächen erhalten.

Der Neubau wurde an die bestehende

Schule angebunden – und selbstverständlich

barrierefrei ausgeführt.


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16

Magazin

Im Rhythmus

Mit dem „Rhythm House“ gestaltete der niederländische Architekt Julius Taminiau ein

Wohnhaus, das durch seine Fassade und wohlpositionierten Fensteröffnungen das Licht

im Haus rhythmisiert und durch planerische Weitsicht für Veränderungen in der Zukunft

bestens gerüstet ist.

Fotos: Norbert Wunderling


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Magazin

Der Amsterdamer Stadtteil Sloten, in dem sich das

Projekt befindet, war früher geprägt von zahlreichen

Holzhäusern und Bauernhöfen. Deren Motive greift

das dreigeschossige Wohngebäude auf und interpretiert

sie im zeitgemäßen Kontext der umgebenden

Einfamilienhaus-Wohnsiedlung neu.

Errichtet wurde das Haus komplett aus Holz in Rahmenbauweise,

nur auf das Betonfundament konnte

nicht verzichtet werden. Das Holz der filigranen Fassade

ist weitgehend unbehandelt und verleiht dem

Haus einen gewissen rohen Charakter, der sich ebenso

über das zweigeteilte Satteldach fortsetzt. In die

Außenwand sind punktuell großzügige Öffnungen

eingelassen, durch die das Innere mit dem Äußeren

visuell in Beziehung tritt.

Das sind aber nicht die einzigen Öffnungen, denn es

gibt weitere, die sich hinter der Fassadenverkleidung

befinden. Es entstehen dadurch Innenräume, die vor

fremden Blicken abgeschirmt sind und trotzdem Licht

und Luft ins Innere lassen. Auch nachts ist damit

Schutz geboten und es kann in Ruhe gelüftet werden.

Im Innenraum ist Holz ebenso das dominierende

Oberflächenmaterial, auch die Konstruktion ist teilweise

sichtbar belassen. Die Herzstücke des Hauses

sind zwei doppelgeschossige Räume, in denen die

geselligen Bereiche zum Wohnen, Kochen und Essen

untergebracht sind. Durch ein in die Konstruktion integriertes

Stahlprofil auf der Höhe von 2,50 m gibt

es hier die Möglichkeit, das Raumvolumen zu teilen

und ein Zwischengeschoss einzuziehen. Der Boden

dieser möglichen Erweiterung würde dann auf

dem Stahlprofil aufliegen. Zusammen mit der klaren

Struktur des Grundrisses bietet sich so die Option,

sich zukünftig an verschiedene Lebensbedürfnisse

anpassen zu können.

Die Zweiteilung, die am Dach des Hauses abzulesen

ist, ist das Grundprinzip des Grundrisses. Ein trennender

Kern mit Sanitär- und Serviceräumen nimmt

auch die Erschließung mittels einläufiger Treppe auf.

Es ergibt sich dadurch der Spielraum, das Wohnhaus

auch in mehrere Einheiten mit gemeinsamer Eingangssituation

zu unterteilen. So können möglicherweise

mehrere Generationen gleichzeitig im Haus

wohnen und es kann ebenso über mehrere Generationen

hinweg genutzt werden. Das „Rhythm House“

liefert eine mögliche Antwort auf die Frage, wie man

mit neuen Wohnkonzepten auf sich verändernde Lebensumstände

reagieren und diese mit einem hohen

gestalterischen Anspruch umsetzen kann.


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Magazin

Wohnen im

Zwischenraum

Ein vielversprechendes Potenzial für lebenswertes, urbanes Wohnen stellt die

Schwelle zwischen öffentlich und privat dar. Das Architekturbüro EM2N mit Sitz in

Zürich und Berlin nutzt dieses für die Gestaltung ihres Berliner Geschosswohnbaus

mit dem treffenden Titel „Neues Wohnen an der Briesestraße“.

Fotos: Andrew Alberts

Dichte Stadtgebiete erfordern sensible Gestaltung.

Viele Menschen auf verhältnismäßig wenig Fläche

können sich schnell beengt und eingeschränkt fühlen.

Doch eine gewisse Dichte ist notwendig. Durch

sie entsteht Urbanität, sie schafft Möglichkeiten

und prägt den geschätzten Charakter von Städten.

Zudem kann man es sich nicht mehr leisten, zu zersiedeln

und Flächen zu versiegeln. In einer gewissen

Dichte zu bauen ist also unumgänglich. Dabei ist

aber nicht nur an das Verbauen, sondern besonders

auch an das Freilassen zu denken. Das betrifft die

Gestaltung von öffentlichen Räumen genauso wie

die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten im

Geschosswohnbau.

Ein bedeutsames Potenzial stellt dabei der Zwischenraum

– zwischen öffentlich und privat, zwischen

Innen und Außen – dar. Diese sogenannte

halb-öffentliche bzw. halb-private Zone verlangt

verstärkt nach Aufmerksamkeit und nach innovativen

und kreativen Konzepten, um sie zu gestalten.


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19

Magazin

Wie bei dem Wohnprojekt in der Briesestraße, wo

die reine Erschließungsfläche durch zusätzlich

nutzbare Fläche erweitert wird. Insgesamt vier

Stiegenhäuser erschließen die vier Bauteile mit

ihren unterschiedlichen Höhen. Welches man für

seinen Aufstieg auf das entsprechende Geschoss

nutzt, ist frei wählbar. Offene, zum Innenhof orientierte

Laubengänge führen schließlich zu den

einzelnen Wohneinheiten.

Die Gangflächen vor den Wohneinheiten sind als

überdachte, witterungsgeschützte Aufenthaltsbereiche

ausgebildet, über deren jeweilige Nutzung

die Bewohner entscheiden. So kann hier

etwa eine kommunikative Zone und Raum für

Nachbarschaft entstehen.

Im Gebäude untergebracht ist ein bunter Mix aus

Wohnungen: 1-4-Zimmer-Wohnungen, Atelierwohnungen

und für Wohngemeinschaften nutzbare

Clusterwohnungen. Alle Einheiten sind dabei in

zwei Richtungen orientiert — zum Innenhof und

zur Straße. Dadurch kommt nicht nur mehr Licht

in den Innenraum, es werden so auch Aufenthaltsbereiche

innerhalb der Wohneinheit mit differenziertem

Charakter geschaffen. Wohnräume sind

zum Innenhof ausgerichtet, Schlafräume zur anderen

Seite. In Richtung Innenhof sind die Einheiten

durch einen Balkon ergänzt, der eine private Wahlmöglichkeit

zum offenen Gangbereich darstellt.

So vielfältig die Bewohnerinnen und Bewohner

des Wohnbaus in der Briesestraße sind, so abwechslungsreich

tritt auch der halb-öffentliche

Zwischenraum zutage. EM2N geben den Nutzern

mit dem zukunftsweisenden Konzept die Möglichkeit,

sich zu entfalten, selbstbestimmt zu wohnen

und sich dadurch mit dem Wohnumfeld zu identifizieren.

Ein gelungenes Beispiel dafür, wie man

die Lebensqualität in Geschosswohnbauten auch

mit einfachen Mitteln steigern kann.

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20

Gesunde Raumluft

© fizkes

Gesunde Raumluft

Die aktuell grassierende Pandemie hat dem Themenbereich um reine und gesunde

Atemluft eine neue, breite Aktualität beschert. Besondere Aufmerksamkeit haben

jüngste Forschungen erregt, nach denen sich die von Menschen ausgeschiedenen

Aerosole, die als Träger von Viren gelten, räumlich wesentlich weiter von ihrer

Quelle entfernen können und auch wesentlich länger in der Raumluft präsent sind

als bisher angenommen. Auf diesen Erkenntnissen beruhen die aktualisierten

Abstandsregelungen, die in „kleinen Elefanten“, oder technisch qualifizierbarer in

Metern und Quadratmetern, vorgegeben sind. Während sich die Konzentration der

Aerosole und der daran „angedockten“ Viren im Außenraum durch die dort herrschenden

Einflüsse relativ schnell reduzieren soll, gelten geschlossene Räume ohne

ausreichenden Luftwechsel als Problemfall.

Die Notwendigkeit, die Raumluft auszutauschen,

ist freilich nicht ganz neu. Einerseits

lassen sich so die Luftschadstoffe reduzieren,

die von verschiedenen Materialien

ausgasen. Andererseits ist der durch die Atmung

verbrauchte Sauerstoff zu ergänzen

– von den rund 24% Sauerstoffanteil beim

Einatmen der Luft werden nur rund 17% wieder

ausgeatmet. Die kolportierten 20.000

Atemzüge pro Mensch und Tag sollen je

nach Expertenmeinung zwischen 12 und

20 Kubikmeter Luftvolumen bedeuten und

der dabei ausgeatmete Wasserdampf den

Feuchtigkeitshaushalt der Innenräume mit

bis zu 2,5 Liter pro Kopf und Tag belasten.

Die Raumluftfeuchte spielt bekanntlich bei

der Bildung von Schimmel und dessen Sporen

eine wesentliche Rolle und wo gekocht

wird, entsteht zusätzlich Dunst und Geruch.

© ronstik


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Gesunde Raumluft

Weit verbreitetes Problem

Basierend auf den Ergebnissen der aktuellen

„Umidus-Studie – Dicke Luft zuhause

und am Arbeitsplatz“, bei der im vergangenen

Dezember 1.000 Personen befragt wurden,

zeigt sich die Relevanz des Themas

besonders deutlich. 91 Prozent der Befragten

gab zwar an, täglich zu lüften. Dennoch

meinte ein Viertel, im Wohnbereich von

Schimmelbefall betroffen zu sein.

Rein theoretisch lässt sich der notwendige

Luftwechsel zwar manuell durch das Öffnen

von Fenstern und/oder Türen bewerkstelligen.

Inwieweit die verbrauchte bzw. kontaminierte

Luft dabei tatsächlich ausgetauscht

wird, ist von einigen Einflüssen abhängig,

wobei das Ergebnis der Lüftungsaktion vom

Anwender kaum nachvollziehbar ist. Abhängig

ist die erzielte Luftwechselrate, neben

der Zeitspanne der Öffnung, vom Temperaturunterschied

zwischen Innen- und Außenluft,

den herrschenden Windverhältnissen

oder auch der Lage der Öffnungen. Im

Idealfall sind diese so positioniert, dass eine

Querlüftung möglich ist. Bleibt noch der

Faktor Mensch zu berücksichtigen, der diesen

gesamten Vorgang anstoßen und aktiv

begleiten muss. Die 91 % täglich Lüftenden,

die trotzdem 25 % Schimmelbefall im Rahmen

der vorgenannten Studie meldeten,

lässt an der Alltagstauglichkeit der Kombination

Mensch-Fenster zweifeln.

Wesentlich effektiver arbeiten da schon

mechanische Systeme, die unabhängig von

den vorher angeführten Faktoren automatisch

für saubere und temperierte Raumluft

mit der richtigen Feuchte sorgen. Ausgelegt

auf die erforderliche (oder gewünschte)

Luftwechselrate erfolgt der Luftaustausch

unter kontrollierten Bedingungen. Für Allergiker

besonders erfreulich ist dabei, dass

die Zuluft über Filter von Pollen gereinigt

wird. Positiv in die Energiebilanz fallen

Wärmerückgewinnungssysteme, die einen

Teil der Wärmeenergie der Abluft entziehen

und damit die Zuluft erwärmen.

Physik nutzen

Kontrollierte Be- und Entlüftungsanlagen,

die heizen, kühlen, sowie be- und entfeuchten

können und auch den Kampf gegen Viren

unterstützen, zählen im Neubaubereich

heute zum weitverbreiteten Standard. Aber

auch für lüftungslose Bestandsbauten stehen

einige Möglichkeiten zur Verfügung,

die Raumluft zu reinigen. Etwa mobile

Luftreinigungsgeräte, die mit Frischluft und

mit Hochleistungsfiltern arbeiten und so

die Aerosole in der Raumluft zu mehr als 99

Prozent ohne bauliche Maßnahmen entfernen.

Interessante Effekte werden auch vom

Baustoffsektor gemeldet. So steigert etwa

eine mineralische Wandfarbe nachweislich

die Anzahl an natürlichen Ionen in der Luft:

Je höher die Anzahl dieser Ionen ist, umso

mehr Pollen, Feinstaub und Aerosole werden

gebunden und sinken zu Boden. Und

auch die Messtechnik bietet Abhilfe, etwa

in Form von „Luftwächtern“ die rund um die

Uhr die Raumluftwerte messen und anzeigen.

Damit entfällt im Bereich der Luftqualität

zumindest der weitverbreitete Blindflug

und bietet die Grundlage für eine effektivere

Fensterlüftung.

Die neue Raumluftqualität

Baumit IonitColor

verbessert die Raumluft aktiv

Durch Steigerung der Luftionenkonzentration

90 % unseres Lebens verbringen wir in Innenräumen. Um uns rundum wohlzufühlen, sollte die Raumluftqualität

stimmen. Mit der Wandfarbe Baumit IonitColor gelingt auch indoor ein ähnlicher Frischeeffekt,

wie wir ihn sonst nur aus der Natur kennen. Denn die mineralische Farbe erhöht die Anzahl der natürlichen

Luftionen, die wie Staubmagnete die Luft reinigen. So aktiviert Baumit IonitColor die Raumluft auf

natürliche Weise und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zu mehr Wohlbefinden.

Baumit IonitColor ist in 65 ausgewählten Farben erhältlich und kann

mit zwei Anstrichen durch Rollen oder Streichen aufgetragen

oder auch problemlos airless aufgespritzt werden.

PHOTOKATALYSE

SELF THE

CLEANING HEALTHY

SYSTEM

EFFECT

EIN WASSERFALL AN IONEN

HOHER SCHUTZ VOR VERSCHMUTZUNG

AKTIVE RAUMLUFTVERBESSERUNG

■ mehr natürliche Luftionen

■ trägt zum Wohlbefinden bei

■ reduziert Pollen und Feinstaub

Baumit. Ideen mit Zukunft.


architektur FACHMAGAZIN

22

Gesunde Raumluft

Raum zum Atmen

Was Architekten unter gesunder

Raumluft verstehen

Gesunde Raumluft - was heißt das eigentlich konkret? Und welche zukünftigen

Auswirkungen haben Virus-Pandemien wie COVID auf unser Verständnis von

einem angenehmen Raumklima? Ganz allgemein nehmen wir eine relative Luftfeuchtigkeit

von 50 Prozent und eine Raumtemperatur von 20 Grad Celsius als

angenehm wahr, dabei variiert dieses Empfinden nicht nur von Raum zu Raum,

sondern auch von Mensch zu Mensch. Was also gesunde Raumluft ist, lässt

sich nicht so leicht in einen Satz fassen.

Text: Linda Pezzei

Zuweilen etwas stiefmütterlich an den fachkundigen

Haustechnikplaner abgegeben, spielt Raumluft in

der Architektenplanung nicht immer die gewünschte

Rolle. Architekt Matthias Hein sieht die Planungshoheit

hierbei hingegen ganz klar in der eigenen Hand:

“Die Luftqualität eines Raumes ist ein entscheidender

und wichtiger Parameter für das Raumerlebnis.

Je nach Nutzung ist sie sogar Voraussetzung dafür,

ob ein Raum seine Funktion erfüllt oder nicht.” Denn

neben der Einhaltung der Luftwechselzahl oder der

Möglichkeit zum Querlüften, hängt die Raumluft laut

Hein auch mit dem Einfluss der verbauten Materialien

und etwaigen Ausdünstungen zusammen. Stichwort:

PVC und Lösungsmittel. Stefan Rappold, Partner

bei BEHNISCH Architekten, sieht das ähnlich: “Das

Thema gesunde Umwelt ist eng mit der Frage nach

guter Luftqualität in Räumen verknüpft und spielt

bei der Planung unterschiedlichster Projekttypologien

eine herausragende Rolle. Nur eine ganzheitliche

Betrachtung der Aspekte thermischer Komfort,

Luftqualität und die daraus resultierende notwendige

Energiebereitstellung kann zu einem nennenswert

guten Ergebnis führen.” Matthias Hein setzt in diesem

Zusammenhang bereits seit 2008 auf die finale

Raumluftmessung, die bei vorheriger ambitionierter

Planung laut eigenen Erfahrungen stets Werte weit

unter den geforderten Höchstzahlen liefert.

Die Anforderungen an die Raumluftqualität variieren

je nach Gebäudetypologie. Gerade Schulen sind in

der vergangenen Zeit im Hinblick auf die Luftqualität

in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Dort besteht

oft noch Handlungsbedarf. Stefan Rappold verweist

in diesem Zusammenhang auf ein aktuelles Projekt,

für das kürzlich auf unkonventionelle Weise dezentrale

Lüftungsgeräte in die Fassade integriert wurden:

“Das Haus beginnt dann sozusagen mit architektonisch

relevanten Bauteilen zu atmen, lässt die Luft

scheinbar unsichtbar ins Innere, ohne dass technische

Installationen in Erscheinung treten. Ganz konkret

haben wir bei diesem Projekt gelochte, farbige

Metallplatten als stimmungsvolle, ästhetische Außenverkleidung

eingesetzt. Diese luftdurchlässigen

Elemente haben gleichzeitig auch eine technische

Funktion. Sie erlauben einen permanenten Luftaustausch

zwischen Innen und Außen und bilden die Basis

für das mechanische Lüftungsprinzip.”

Prof. Dr. Manfred Casties

Hochschule Coburg

Studiengang Bauingenieurwesen

Studienrichtung Energieeffizientes Gebäudedesign

Gebäudetechnik


www.architektur-online.com

23

Gesunde Raumluft

Auch an den Hochschulen hat man mit fehlenden

raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen) zu

kämpfen. Prof. Dr. Manfred Casties, Dozent für Energieeffizientes

Gebäudedesign an der Hochschule

Coburg, empfiehlt neben der Faustregel „alle 20

Minuten 3-5 Minuten Stoßlüften“ auch den Einsatz

von CO 2 -Ampeln oder CO 2 -Timer-Apps sowie den

üblichen Richtwert für geeignetes Lüften von 1.000

ppm CO 2 auf 800 ppm herabzusetzen. Als problematisch

könne sich laut Casties im Winter hierbei

allerdings die Absenkung der Raumtemperatur sowie

damit einhergehend der Raumluftfeuchte erweisen,

was wiederum zur Austrocknung der Schleimhäute

und damit zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führen

kann. Casties jedenfalls hofft, dass – ganz unabhängig

von CORONA – in Zukunft nach den jetzigen Erfahrungen

keine Klassenzimmer mehr ohne RLT-Anlage

geplant und gebaut werden.

Das Thema Raumluft gewinnt in jedem Fall an Bedeutung.

Das kann auch Stefan Rappold beobachten:

“Wir werden zunehmend mit dem Wunsch nach

Covid-19-konformen Lösungen konfrontiert. Doch

der Schlüssel für gute Raumluftkonzepte liegt nicht

in der Einzelbetrachtung, sondern basiert auch auf

der Entwicklung eines angemessenen Grundrisslayouts.

Aus den Überlegungen zum dreidimensionalen

Raumgefüge und einer maximal möglichen Personenbelegung

kann eine für unsere Arbeit relevante Aufgabenstellung

abgeleitet werden, die dann weit umfangreicher

und komplexer ist als die Frage nach einer

technischen Lösung für die Belüftung von Räumen.

Die Vorstellung, dass noch gestern funktionierende

Häuser in Pandemie-Zeiten weiter uneingeschränkt

nutzbar sind, ist hinfällig. Bei der Suche nach gebäudetechnischen

Konzepten hat ein Umdenken eingesetzt,

beeinflusst vor allem auch durch Faktoren wie

Gestaltungskriterien oder Bau- und Konstruktionsmethoden.

Für diese Überlegungen war die Pandemie

weniger ein Startpunkt als eher Beschleunigungsfaktor

in einer bereits andauernden Diskussion auf dem

Weg hin zu einer nachhaltigeren Architektur.”

Matthias Hein

HEIN architekten

Stefan Rappold

Partner bei BEHNISCH Architekten

Auch Prof. Dr. Casties unterstreicht die Wichtigkeit

der Betrachtung von energetischen Aspekten im Bezug

auf die Raumluftplanung: “Neben der gesicherten

Raumluftqualität durch kontinuierlichen Luftwechsel

spielt die Raumlufttechnik bei Nichtwohngebäuden –

und immer stärker auch bei Wohngebäuden – auch

aus energetischer Sicht (Wärmerückgewinnung)

eine wichtige Rolle. Das gerät in Pandemie-Zeiten

manchmal leider etwas aus dem Fokus.”

Auf Seiten der technischen Vorgaben tut sich anscheinend

schon etwas. So habe sich die geforderte

Luftwechselzahl laut Casties bereits konkret verändert.

Die neueste Literatur (Hartmann, Kriegel;

Vorhersage des Infektionsrisikos durch Aerosolpartikel;

HLH 01-02 2021) besage demnach: “Möchte

man die Inzidenz maximal gleichbleibend halten, so

müsste dem Raum eine virenfreie Zuluftmenge in

Höhe von 75 m³/h*Person*Aufenthaltszeit zugeführt

werden.” Die resultierende Luftmenge überstiege

damit in der Praxis den Auslegungswert für die IDA

1 Kategorie gemäß DIN EN 16798-1. Darauf lässt sich

allerdings mit einer Maximierung des Außenluftvolumenstroms,

einer Reduktion der Personenanzahl

bei Nennvolumenstrom, einer Begrenzung der Aufenthaltszeiten

sowie einer Erhöhung der virenfreien

Zuluftmenge reagieren.

Als Fazit lässt sich sagen, eine gesunde Raumluft war

und ist für das Wohlbefinden der Nutzer von immenser

Bedeutung. Die neuesten Erkenntnisse und damit

einhergehenden Herausforderungen lassen für die

Zukunft auf eine positive Entwicklung dieses Planungsfaktors

hoffen - sowohl im Hinblick auf unsere

Gesundheit wie auch energetische Aspekte. Oder um

es mit den Worten Stefan Rappolds zu sagen: “Die

Auseinandersetzung mit progressiven Konzeptideen,

die nicht nur zu gesunder Raumluft, sondern vielmehr

zu einer allgemein gesunden Umgebung führen, sind

essenziell für unsere Arbeit. Da die Qualität der Umgebungsluft

in erheblichem Maß auch von den Materialien

und Farben, subjektiv dann zusätzlich von

Haptik und individuellem Empfinden beeinflusst wird,

ist eine umfassende, ganzheitliche Betrachtungsweise

aller Umgebungsparameter unabdingbar.”


architektur FACHMAGAZIN

24

Gesunde Raumluft

Lebensmittel Luft

Wie wichtig Luft für uns Menschen ist, zeigt nicht zuletzt die COVID-19-Pandemie

auf. Gerade noch Thema für Experten, wird heiß und hitzig diskutiert, wie man Viren

aus der Raumluft bekommt, Schulklassen und Büros schützen kann, oder wie und

wie oft man lüften soll.

Das deutsche Unternehmen Trox, Weltmarktführer

bei Komponenten und Systemen zur Klimatisierung

und Belüftung von Räumen, beschäftigt sich nicht

erst seit Corona mit sauberer Luft und damit verbunden

mit den Themen Wohlbefinden, Sicherheit und

Nachhaltigkeit. Dafür bietet das Unternehmen energieeffiziente

Systeme zur Be- und Entlüftung von

Räumen und Gebäuden, Filtern, Heizen, Kühlen, Wärmerückgewinnung

sowie Be- und Entfeuchten an.

Die Basis für diese maßgeschneiderten Lösungen ist

X-CUBE und die darauf basierenden Weiterentwicklungen

X-CUBE 2 und X-CUBE 2 compact: Die drei

von Trox entwickelte und produzierte Raumlufttechnische

Anlagen sind für Volumenströme von 600 bis

100.000 m 3 / Stunde und somit vom kleineren Büro

bis zum Einkaufscenter, aber auch für Labore und

Krankenhäuser geeignet.

Für einen raschen und kostengünstigen COVID-19-

Schutz hat Trox zudem einen mobilen Filter-Luftreiniger

entwickelt: Das zertifizierte Gerät entfernt

99,95 Prozent aller virenbelasteten Aerosole aus der

Raumluft und sorgt bei leisem und energieeffizientem

Betrieb für eine sichere Luftverteilung.

Welches Gerät im konkreten Anwendungsfall aber

am besten passt, können Planer und Architekten

im ersten Schritt bereits online über das myTROX

Kundenportal mit einem online-Konfigurator auf

www.trox.at selbst berechnen. Das ebenfalls enthaltene

Life Cycle Cost-Tool gibt zudem einen Überblick

über die zu erwartenden Betriebskosten über den

gesamten Lebenszyklus und als nächsten Schritt

auch über den CO 2 -Fußabdruck.

TROX Austria GmbH

T +43 (0)1 25043-0

trox-at@troxgroup.com

www.trox.at


www.architektur-online.com

25

Gesunde Raumluft

Die neue Raumluftqualität

Im vergangenen Jahr ist die Bedeutung der eigenen vier Wände für Gesundheit

und Wohlbefinden richtig bewusst geworden. Wir verbringen 90 % unseres

Lebens in Innenräumen und atmen täglich bis zu 11.500 Liter Luft ein. Um

sich in Innenräumen wohlzufühlen, spielt die Raumluftqualität eine wichtige

Rolle, die sich auch durch die Wahl der richtigen Baustoffe beeinflussen

lässt. Wie etwa mit Baumit Ionit, das wissenschaftlich bewiesen die Raumluft

reinigt und eine Luftqualität wie in den Bergen oder in der Nähe von Wasserfällen

erzeugt.

Die Basis für diese Wirkung ist eine hohe Konzentration

an natürlichen Luftionen, die Staub und Pollen

in der Luft binden und diese zu Boden sinken lassen.

In jahrelangen Untersuchungen im VIVA Forschungspark,

Europas größtem Forschungsprojekt zum Vergleich

von Baustoffen, ist es Baumit gelungen, mit

Ionit das Innenraumklima zu reinigen und zu erfrischen.

Durch die enthaltenen natürlichen Mineralien

erhöht die innovative Wandfarbe die Anzahl der natürlichen

Luftionen und aktiviert so die Raumluft auf

natürliche Weise.

men und bei Bedarf wieder abgegeben. So kann eine

optimale Luftfeuchtigkeit erreicht werden. Die fertigen

Flächen sind atmungsaktiv und beeinflussen das

Innenraumklima positiv. Damit sind Baumit IonitFino

und Baumit IonitFinish die ideale Grundlage für Baumit

IonitColor und gesundes Wohnen.

Baumit GmbH

T +43 (0)501 888-0

www.baumit.com

Erhältlich ist Baumit IonitColor in 65 ausgewählten

Farben und wird mit zwei Anstrichen durch Rollen

oder Streichen aufgetragen. Bei Bedarf kann die

Wandfarbe aber auch problemlos airless aufgespritzt

werden. Optimale Wirkung entfaltet Baumit IonitColor

in Kombination mit der pastösen Spachtelmasse

IonitFinish und der pulverförmigen Spachtelmasse

Baumit IonitFino: Die beiden neuen Spachtelmassen

regulieren durch ihre verbesserten Sorptionseigenschaften

die Raumluftfeuchtigkeit und helfen diese

im behaglichen Bereich zwischen 40 – 60 % zu halten.

Bei zu viel Wasserdampf wird dieser aufgenom-


architektur FACHMAGAZIN

26

Gesunde Raumluft

Die Luftqualität im Blick

Gut gelüftete Räume senken bekanntlich nicht nur das Ansteckungsrisiko durch

über die Atemluft übertragene Krankheiten, ausreichende Frischluft senkt auch die

Schadstoffkonzentration im Raum, beugt Schimmelbefall vor und sorgt für behagliches,

gesundes Wohnen.

Ohne die aktuellen Raumluftwerte zu kennen ist die

Sicherstellung von gesunder Raumluft aber nicht

ganz so einfach. Hier setzt der weltweit einzigartige

Umidus Bon Air Guardian an: Das Hi-Tech-Messgerät

misst rund um die Uhr die Raumluftwerte Luftfeuchtigkeit,

Temperatur, CO 2 - und VOC-Gehalt. Sollte

bei der Messung einer oder mehrere dieser Werte

zu hoch sein, registriert das intelligente Messgerät

diese Erhöhung und schlägt Alarm. Darüber hinaus

empfiehlt der Bon Air Guardian die geeigneten Maßnahmen,

um die Probleme mit dem Raumklima (Luftfeuchtigkeit,

Temperatur etc.) zu beheben. Wesentliche

Merkmale sind auch, dass dabei die Luftqualität

in allen Bereichen geprüft und der Nutzer in Echtzeit

informiert wird – per Handy, Tablet oder PC erhält

er weltweit alle wesentlichen Daten. Der Air Guardian

kümmert sich zwischenzeitlich um die nötigen

Gegenmaßnahmen. Zum Beispiel einen Ventilator im

Bad einschalten oder den Luftentfeuchter im Keller

in Betrieb setzen.

Das Ziel dieser Innovation ist, dem Anwender eine

effiziente und kostengünstige Methode der Prävention

gegen gesundheitsgefährdende Einflüsse und

die Abwehr von Schäden und Sanierungskosten zu

bieten – speziell auch für Neubau und Sanierung.

Erzeugt wird der Air Guardian vom heimischen Unternehmen

Kühnel Electronic, Spezialist für Präzisionsmesstechnik

mit dem Schwerpunkt Feuchtemessung.

Unter der Marke Bon Air Guardian befassen sich die

Kühnel-Experten mit Schimmelprävention und Kontrolle

der Raumluftqualität in Wohnungen, Häusern,

Wohnhausanlagen, Büros und Betrieben. Und auch

die Basis des Guardian ist national und fußt auf dem

wissenschaftlichen Rechenmodell Umisitologie des

österreichischen Institutes für Baubiologie IBO.

Kühnel Electronic GmbH

T +43 (0)1 79 80 333

office@kuehnel.at

www.umidus.com


www.architektur-online.com

27

| BA12-16G |

Gesunde Raumluft

Facility Manager

Eine Steuerung für alle Gewerke:

Gebäudeautomation von Beckhoff

Konservierungsmittelfreie

Dispersion

Die Nachfrage nach emissionsarmen Dispersionen ohne

Weichmacher und Lösemittel steigt stetig. Vitalux 9000 von

Brillux kommt ganz ohne diese Zusätze aus und hat trotzdem

alle Stärken eines Premium-Produkts. Somit ist die stumpfmatte

Innenfarbe besonders gut für Allergiker geeignet und ist

nicht nur in hellen, sondern auch in Intensivfarbtönen erhältlich

– und das absolut konservierungsmittelfrei. Damit ist der

Forschung und Entwicklung von Brillux erstmals die volle Gestaltungsfreiheit

im konservierungsmittelfreien Bereich gelungen.

Mit Vitamix 9018 stehen bereits sieben konservierungsmittelfreie

Vollton- und Abtönfarben zur Verfügung, die auch

untereinander mischbar sind. Die Innenfarbe Vitalux 9000 und

die Vollton- und Abtönfarben Vitamix 9018 sind in allen Brillux

Niederlassungen erhältlich. Vitalux 9000 ist zudem auch

intensivfarbig eingetönt ab Werk lieferbar.

Brillux Farben GmbH

T +43 732 370740-0

info@brillux.at

www.brillux.at

12. – 16.04.2021

Wir sind dabei!

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Das ganze Gebäude zukunftssicher im Griff: Mit der integralen

Gebäudeautomation von Beckhoff implementieren Sie eine PCbasierte

Steuerungslösung, mit der Sie heute schon an den nachhaltigen

Betrieb von morgen denken. Alle Gewerke der TGA werden

von einer einheitlichen Hard- und Softwareplattform gesteuert: Ganz

gleich, ob es um die nutzungsgerechte Beleuchtung, die komfortable

Raumautomation oder die hocheffiziente HLK-Regelung geht. Die

Steuerungslösung besteht aus leistungsstarken Industrie-PCs, Busklemmen

zur Anbindung aller Datenpunkte und Subsysteme sowie

der Automatisierungssoftware TwinCAT. Für alle Gewerke stehen

vordefinierte Softwarebausteine zur Verfügung, die das Engineering

enorm vereinfachen. Funktionserweiterungen oder -änderungen sind

jederzeit möglich. Die Systemintegration erfolgt über die gängigen

Kommunikationsstandards Ethernet, BACnet/IP, OPC UA oder

Modbus TCP.


architektur FACHMAGAZIN

28

Bau & Recht

Das vereinfachte

Baubewilligungsverfahren

Die Bauordnungen der Länder sehen vereinzelt vereinfachte Verfahren zur Bewilligung

bestimmter Bauvorhaben vor. Die Vereinfachung dieser Verfahren zielt

idR darauf ab, Einwendungen von Nachbarn gegen Bauvorhaben im Baubewilligungsverfahren

einzuschränken und die damit verbundene Verzögerung von

Bauvorhaben zu verhindern. Eine solche Einschränkung von Nachbarrechten

ist – wie sich nachstehend anhand des § 70a Bauordnung für Wien veranschaulichen

lässt – verfassungsrechtlich diskussionswürdig.

Text: Dr. Armin Schwabl und Mag. Matthias Nödl

§ 70a Bauordnung für Wien (BO) sieht für

gewisse Bauvorhaben ein vereinfachtes

Bewilligungsverfahren vor. Das vereinfachte

Verfahren ist anwendbar, wenn ein

Ziviltechniker bestätigt, dass die Einreichunterlagen

unter Einhaltung der öffentlich-rechtlichen

Bauvorschriften verfasst

sind, und nicht bestimmte, in § 70a Z 1 bis

Z 15 BO aufgezählte Bauvorhaben betroffen

sind. Der derzeit geltende § 70a BO wurde

im Wesentlichen durch LGBl 91/2001 eingeführt.

Die bis dahin geltende Fassung von §

70a BO war vom Verfassungsgerichtshof in

zwei Entscheidungen für verfassungswidrig

erklärt worden.

In diesen Entscheidungen hat der Verfassungsgerichtshof

Folgendes erkannt:

• Regelungen zur Vereinfachung und Beschleunigung

von Bewilligungsverfahren

unterliegen an sich keinen verfassungsrechtlichen

Bedenken.

• Der Verzicht auf die Erörterung des Bauvorhabens

vor Baubeginn unter Beiziehung

der Nachbarn ist im Prinzip verfassungsrechtlich

unbedenklich; ebenso, dass Nachbarn

erst im Nachhinein und nur zeitlich

begrenzt Einwendungen erheben können.

• Die Mitwirkung von Ziviltechnikern, deren

Bestätigungen als öffentliche Urkunden im

Baubewilligungsverfahren entsprechend

berücksichtigt werden, ist verfassungsrechtlich

zulässig.

Dabei ist nach Ansicht des Verfassungsgerichtshofes

zu berücksichtigen, dass (i) die

Einbeziehung von Vorhaben ihrer Art nach

in das vereinfachte Bewilligungsverfahren

sachlich gerechtfertigt sein muss und (ii)

die Ausgestaltung des vereinfachten Bewilligungsverfahrens

verfassungsrechtliche

Vorgaben erfüllen muss. Der Verfassungsgerichtshof

hat § 70a BO alt konkret für

verfassungswidrig erklärt, weil die konkrete

Verfahrensausgestaltung dem Gleichheitssatz

und dem Rechtsstaatsprinzip widersprochen

hatte.

Durch die Novelle LGBl 91/2001 hat der Wiener

Landesgesetzgeber die Bestimmung

unter Berücksichtigung der Rechtsansicht

des Verfassungsgerichtshofes jedoch neu

gestaltet. Dabei wurde den Bedenken des

Verfassungsgerichtshofes insoweit Rechnung

getragen, als nach dem aktuellen

§ 70a BO:

• die Behörde das jeweilige Bauvorhaben in

jede Richtung hin überprüfen und bei einer

allfälligen Nichteinhaltung von baurechtlichen

Vorschriften untersagen kann. Die

Entscheidung, ob die Bauführung wegen

Übereinstimmung mit den baurechtlichen

Bestimmungen zu gestatten ist, liegt daher

bei der Behörde, deren Entscheidung im Instanzenzug

bekämpft werden kann.

• der Ziviltechniker vom Bauwerber und

Planverfasser verschieden sein muss und

zu diesen Personen in keinem Dienst- oder

Organschaftsverhältnis stehen darf. Die Bestimmung

schließt nunmehr aus, dass der

Ziviltechniker einen von ihm selbst verfassten

Plan bestätigt.

• die Einwendungsfrist der Nachbarn an

den Baubeginn unter Verweis auf § 124 BO

anknüpft und die Erkennbarkeit des Baubeginns

somit gewährleistet sein sollte.

• den Nachbarn ein Recht auf Akteneinsicht

ab Einreichung des Bauvorhabens zusteht.

• der Ziviltechniker nun nur noch die Einhaltung

der „öffentlich-rechtlichen Bauvorschriften“

zu bestätigen hat, wobei ein

Ziviltechniker natürlich nur im Rahmen der

Befugnis auf seinem Fachgebiet prüfend tätig

sein darf.

Mit der Novelle des § 70a BO hat der Wiener

Gesetzgeber die vormals bestehenden

Verfassungswidrigkeiten an der konkreten

Ausgestaltung des vereinfachten Bewilligungsverfahrens

daher saniert. Dies bestätigt

auch der Umstand, dass – soweit

anhand der veröffentlichten Judikatur

ersichtlich – seit 2001 weder der Verwaltungsgerichtshof

noch Landesverwaltungsgerichte

Bedenken an der Verfassungskonformität

der Regelung erhoben und eine

verfassungsrechtliche Prüfung gemäß Art

140 B-VG an den Verfassungsgerichtshof

herangetragen haben.

Wenngleich daher in der Praxis in Bauverfahren

oder Beschwerdeverfahren – vor

allem wenn es um die Wahrung von Nachbarrechten

geht – nach wie vor immer wieder

der Standpunkt vertreten wird, dass §

70a BO verfassungswidrig sei, ist davon

auszugehen, dass die vom Verfassungsgerichtshof

erkannte Verfassungswidrigkeit

des § 70a BO durch die Novelle beseitigt ist

und gegen die Verfassungskonformität des

aktuellen § 70a BO keine Bedenken mehr

bestehen sollten.


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29

Magazin

Innovationsnetzwerk

natuREbuilt

Obwohl dem Bauen mit nachwachsenden Baustoffen

immer mehr Bedeutung zukommt, gibt es bei der Verwendung

von Holzfaserwerkstoffen, Hanf, Stroh, Lehm,

Kalk, Schafwolle u.ä. Informationsdefizite. Aus diesem

Grund wird das Innovationsnetzwerk natuREbuilt in den

nächsten 30 Monaten Baustoffe aus nachwachsenden

Rohstoffen sowie deren Konstruktion auf ihre bauphysikalischen

und lebenszyklischen Eigenschaften prüfen.

Damit wird ein neues Planungsinstrument für ökologisches

Bauen erstellt, damit nachwachsende Materialien vermehrt

in der Bauwirtschaft eingesetzt werden, um ressourceneffizientes

Bauen im großen Maßstab zu ermöglichen.

Das Netzwerk besteht aus 18 ProjektpartnerInnen aus Forschung,

Planung und Wirtschaft und wird in den Einsatz von

ökologischen Materialien im mehrgeschossigen Neubau und

in der Sanierung prüfen. Das Resultat dieser Untersuchungen

werden funktionsfähige, geprüfte (resiliente) Konstruktionen

sein, die in weiterer Folge BIM-tauglich digitalisiert werden und

damit eine breite Anwendung in der Bauwirtschaft ermöglichen.

© Markus Kaiser, Graz

grenzen

los

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Mit dem umfassenden Standardsortiment und individuellen

Sonderproduktionen bei Farben und Formaten eröffnen Friedl

Steinwerke neue Möglichkeiten in der Gestaltung von Plätzen und

Wegen. Wir stehen für Beratung und Bemusterung gerne bereit:

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NOx

Ludwig-Zatzka-Park in Wien –

mit Luftschadstoff-abbauenden Pflastersteinen gestaltet

Anstoß für natuREbuilt war u.a. das von Architekt

Martin Aichholzer geplante Haus des Lernens in

St. Pölten. Dort wird auch in den nächsten Monaten

ein Situ-Monitoring stattfinden.


architektur FACHMAGAZIN

30

Wohnen

Haus in

einer Ruine

House inside a Ruin / Jevíčko, Tschechien / ORA

Text: Linda Pezzei Fotos: BoysPlayNice

Als ORA vor der Aufgabe standen, die Ruine

eines alten Gehöfts in der tschechischen

Provinz neu zu beleben, entschieden sich die

Architekten gemeinsam mit dem Bauherren

bewusst gegen eine Rekonstruktion. Da ein

Abriss ebenso wenig in Frage kam, lautete

die Lösung: Haus im Haus. Entstanden ist ein

atmosphärisch packendes Wohnobjekt, das Alt

und Neu auf gelungene Weise verbindet und

dabei jedem Part seinen Raum lässt.


www.architektur-online.com

31

ORA

Das Wirkungs- und Schaffensfeld von ORA Architekten

liegt im beschaulichen südmährischen Znojmo

(Znaim), einer lebendigen Kleinstadt in Tschechien,

auf halbem Wege zwischen Brno (Brünn) und Wien

gelegen. Dieses ländlich geprägte Spannungsfeld

zwischen Dorf und Metropole ist eben jenes Terrain,

auf dem sich die jungen Architekten bei ihrer Arbeit

am wohlsten fühlen. In diesem Kontext realisiert das

Kreativ-Team daher auch die meisten seiner Projekte,

die von Architektur über Raumausstattung und Landschaftsgestaltung

bis hin zum Produktdesign reichen.

Als das Team 2016 von einem privaten Bauherrn damit

beauftragt wurde, ein ehemaliges Gehöft in einem

kleinen Dorf in der Nähe von Olomouc (Olmütz)

zu restaurieren, standen die Architekten zunächst

vor einem Dilemma. Auf den ersten Blick war da offensichtlich

nur noch eine Ruine bestehend aus Ziegelwänden

und einem Dach zu erkennen, der zweite

Blick offenbarte allerdings einiges an Potential. Das

Anwesen war während des kommunistischen Regimes

zu einem Getreidespeicher umgebaut, später

geplündert und schließlich für andere Zwecke wieder

neu ausgebaut worden. Zum Glück der Architekten

hatte das Haus in seiner Substanz dabei nichts von

seiner stattlichen Größe und ursprünglichen Ausformung

verloren. Trotz der baulichen Qualität fanden

ORA letztendlich nur noch das magere Gerippe eines

einstmals selbstbewussten Bauwerks vor. Der

Versuch einer Rekonstruktion hätte diesen Eindruck

wohl letztlich vollends zerstört. So entschieden sich

Bauherr und Architekten für die Umsetzung eines

“Haus im Haus”, dem Neubau von einem Haus in einer

Ruine.

u


architektur FACHMAGAZIN

32

Wohnen

In Folge wurde die Ruine vollständig entkernt und

das neue Bauwerk der Fassade entsprechend dreigeschossig

konzipiert. Das Bestandsmauerwerk wurde

ohne viel Aufhebens wo nötig um weitere großzügige

Öffnungen ergänzt, um den neuen Wohnraum so angenehm

wie möglich zu gestalten. Die Ruine diente

den Architekten von Anfang an weniger als Korsett,

denn als lockerer “Überwurf”. Auf diese Weise bleibt

die Ruine für den Betrachter heute von außen wie eh

und je wahrnehmbar und es lässt sich (zumindest

aus der Ferne) nur vermuten, dass sich hinter dem

alten Ziegelmauerwerk mittlerweile ein modernes,

wärmegedämmtes Gebäude befindet, das allen aktuellen

Energiestandards gerecht wird.

Eine weitere Besonderheit erschließt sich dem Betrachter

dann auch erst beim Betreten des Hauses.

Die trotz ihres hohen Alters noch immer soliden Bestands-Holzbalken

finden in der neuen Tragwerksstruktur

Wiederverwendung. Überhaupt wurde der

Großteil des vorhandenen Materials vom Abriss für

den Neubau wiederverwendet. Der gesamte Innenraum

ist sehr luftig und offen gestaltet und lebt von

den Ebenensprüngen, Blickverbindungen und überraschenden

Ein- und Ausblicken, die sich an jeder

Ecke wieder bieten. Betrachtet man das ehemalige

Gehöft als Zeitzeugen mit vielen verschiedenen

(Erzähl-) Ebenen, so haben die Architekten dieser

imaginären Zeitleiste mit dem Einziehen einer neuen

Ebene auch einen neuen Erzählstrang auf physischer

Ebene hinzugefügt. Denn deren Zweck unterscheidet

sich von allen in den vorangegangenen Jahrzehnten

vorgenommenen Adaptionen.


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33

ORA

Zwischen der neuen Struktur und dem Bestandsgemäuer

wurde ein belüfteter Spalt geschaffen, sodass

sich Neu und Alt zum Greifen nah niemals berühren

können. Als besonderer Kniff überlagern sich die

Strukturen nicht an allen Ebenen exakt, vielmehr ist

die neue Ebene teils leicht verschoben gegenüber

dem Bestand. Auf diese Weise entsteht eine gewisse

Unschärfe – an einer Stelle passen die Fenster nicht

exakt übereinander, an einer anderen tritt das Bestandsmauerwerk

plötzlich und überraschend in den

neuen Wohnraum. Durch diese Überlagerung gewinnt

das gesamte Objekt an Atmosphäre, Charme und

Charakter – Zeit- und Erzählebenen beginnen sich

zu überlagern und es ist auf einmal doch nicht mehr

ganz so leicht, eine exakte Grenze zwischen Neu und

Alt zu ziehen. Verschmelzen die neuen Öffnungen mit

dem alten Mauerwerk? Oder verschafft sich die Ruine

durch die neuen Fenster Zugang zum Hier und Jetzt?

Es entsteht eine fast mystische, poetische Stimmung

– wenn man es denn zulassen möchte. u


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34

Wohnen

Die Küche befindet sich offen im Raum

und dient den Bewohnern als kommunikativer

Treffpunkt. Gleichzeitig fungiert der

Küchenblock als Verbindungselement zwischen

normalem und überhöhtem Raum.


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ORA

ORA sehen ihr “Haus in einer Ruine” selbst als ein

Manifest, wie man alten Bauwerken (auch) begegnen

kann. Weder muss ein bröckelnder Altbau komplett

abgerissen, noch dogmatisch bis ins kleinste Detail

rekonstruiert werden, um dessen alternde Schönheit

zu bewahren. Auf diese Weise ist es sogar möglich,

mit Hilfe moderner Materialien nachhaltig und wirtschaftlich

zu bauen und so qualitativen Wohnraum

mit Zukunftsnutzen zu schaffen. Dieser Gestaltungswille

hört bei den Architekten aber nicht an

der Haustür auf. So wurde der zum Haus gehörende

weitläufige Garten ebenso feinfühlig und zurückhaltend

gestaltet wie die Innenräume. So wie Innen- und

Außenraum ineinanderfließen, so bilden Garten- und

Naturlandschaft eine fließende Einheit. Kein Zaun,

keine Markierung, keine physische Grenze lässt das

schweifende Auge erkennen, wo der Grund aufhört

und die freie Natur beginnt. Erst bei näherer Betrachtung

zeugen Fragmente niedriger Mauern von dem

Versuch, Privat- und Allgemeingrund abzutrennen. Es

scheint fast so, als seien die Obstbäume, Wiesen und

Weißdornbüsche von der Natur nur geliehen, der Garten

wird zum verbindenden Element zwischen dem

Haus, der Aussicht und der umgebenden Landschaft.

Man stellt sich das Leben in diesem Haus fröhlich,

frei und unbeschwert vor. Bewohner und Gäste treffen

sich in dem großzügigen und überhöhten Wohnbereich

zum Essen, Feiern und gemütlichen Beisammensein.

Im Winter spendet der Ofen behagliche

Wärme, im Sommer weht bei geöffneten Fenstern

eine leichte Brise durch den Raum. Die Küche dient

– als Teil des Raums – gleichzeitig als Treffpunkt für

Kommunikation und Austausch, hier wird Genuss

zelebriert, frisch vom Garten auf den Tisch. Trotz

dieser romantischen Anmutung muss dabei niemand

auf die modernen Annehmlichkeiten unserer Zeit verzichten.

Die Zimmer verfügen alle über ein eigenes

Bad und sind stille Rückzugsorte für die Bewohner:

Beim Blick auf die Weite der Landschaft, nur gerahmt

durch das massive Ziegelmauerwerk, dürfen die Gedanken

schweifen … und sich wieder sammeln beim

gemeinsamen Essen an dem großen Tisch im Freien,

mitten auf der Wiese, mitten in der Landschaft.

Besonders stimmungsvoll zeigt sich die “Ruine” dann,

wenn es dunkel wird und das neue Haus in warmem

Lichtschein verschwommen durch die Öffnungen

nach außen strahlt. Das ist vielleicht der Moment, an

dem Alt und Neu untrennbar verbunden scheinen und

nicht mehr auszumachen ist, was zuerst da war. •


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36

Wohnen

Das lichtdurchflutete Bad ist schlicht

gehalten und bietet – je nach Wunsch

– Ausblick auf die nachbarschaftliche

Umgebung. Textile Raffstores garantieren

Privatsphäre, natürliche Materialien und

runde Formen sorgen für Wohlbehagen.


UT=PT

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ORA

© ORA 2020 © ORA 2020

DG

© ORA 2020

© ORA 2020

© ORA 2020

OG

© ORA 2020

© ORA 2020

© ORA 2020

EG

© ORA 2020

House inside a Ruin

Jevíčko, Zadní Arnoštov, Tschechien

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Landschaftsplanung:

Bebaute Fläche: 249.7 m 2

Nutzfläche: 248.4 m 2

Planungsbeginn: 2016

Bauzeit: 2018-2020

Fertigstellung: 2020

Privat

ORA

Jan Hora, Barbora Hora, Jan Veisser

Statika 3 Structure s.r.o., Patrik Štancl,

Lukáš Záruba, Pavel Tesař

Štěpánka Černá

“Unser Büro liegt in einer kleinen Stadt in der tschechisch-mährischen

Peripherie. In diesem Wirkungsfeld

befinden sich auch die meisten unserer Projekte.

Wir versuchen immer, so wenig wie möglich in bestehende

Strukturen einzugreifen, arbeiten am liebsten

kontextbezogen und suchen nach Wegen, das Neue

mit dem Alten in Einklang zu bringen, um die Fragmente

der Erinnerung an den Orten zu bewahren. Wir

gestalten aber auch Neues, denn wir sehen gerne,

wie Dinge entstehen. Wir stehen für eine ursprüngliche,

regionale Architektursprache.”

ORA


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Wohnen

Harmonie im

Gegensätzlichen

Art Villa / Bahia Ballena, Playa Hermosa, Costa Rica / Formafatal

Text: Linda Pezzei Fotos: BoysPlayNice

Das interdisziplinär arbeitende tschechische Kreativ-Team

von Formafatal durfte in der wilden Naturlandschaft Costa

Ricas ein Ensemble von drei Atelier-Villen sowie einem

multifunktionalen Pavillon konzipieren. Im Mittelpunkt

steht die in Beton gegossene Art Villa, ein gleichermaßen

üppig wie puristisch gestaltetes Gebäude, das die Bewohner

dazu einladen soll, ihre Herzen der Schönheit der

wilden, tropischen Naturlandschaft zu öffnen.


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Formafatal


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40

Wohnen

Mitten im dichten Dschungel Costa Ricas und mit

atemberaubendem Blick auf die unendliche Weite des

Pazifischen Ozeans befindet sich das Art Villas Resort,

das drei konzeptionell einzigartige Villen sowie

einen multifunktionalen tropischen Pavillon umfasst.

Laut den Inhabern inspiriert von der rauen Schönheit

und wilden Natürlichkeit vor Ort, bieten die Luxusvillen

ihren betuchten Gästen Komfort und Design,

vermeintlich fernab jeglicher Zivilisation. Zumindest

darf man sich diesem Gefühl hier getrost hingeben,

auch wenn das bunte Leben mit der Hauptstadt Puntarenas

des gleichnamigen, touristisch geprägten

Bezirks freilich quasi um die Ecke liegt.

Bettenburgen sucht man hier dennoch vergeblich.

Wegen seiner Fortschrittlichkeit wird das lateinamerikanische

Land mit einem Augenzwinkern auch als

die „Schweiz Mittelamerikas“ bezeichnet. Costa Rica

(spanisch für „reiche Küste“) setzt zudem auf einen

nachhaltigen Ökotourismus, der sich naturnah (rund

27 Prozent der Landfläche stehen unter Naturschutz)

und unkompliziert präsentiert. Der Tourismus boomt

und mit ihm sind in letzter Zeit einige aufsehenerregende

touristische Bauprojekte entstanden. Eines

davon ist die Art Villa, architektonisch konzeptioniert

von Refuel Works und inhaltlich ausgestaltet von

Formafatal, einem interdisziplinär arbeitenden, renommierten

Designteam aus Tschechien.

Das Art Villas Resort lebt von seiner Vielfalt – kein

Wunder, denn drei unterschiedliche Architekten haben

die drei sehr verschiedenen Villen gestaltet: Da

gibt es die tropisch angehauchte und minimalistisch

gehaltene Atelier-Villa, die aus fünf eiförmigen Kokons

bestehende Coco Villa und schließlich die Art Villa,

deren konstruktives und materielles Thema der Beton

darstellt. Formafatal durften aber nicht nur letztgenannte

Villa maßgeblich gestalten, denn letztlich

stand der gesamte Komplex in seiner künstlerischen

Umsetzung unter der Leitung von Dagmar Štěpánová.

“Die Art Villa liegt versteckt inmitten der Dschungelhügel

von Costa Rica. Wir wollten ein solides Haus

schaffen, das sozusagen nackt in der üppigen Vegetation

steht und viele Jahre überdauern wird, modern

und gleichzeitig zeitlos, minimalistisch und trotzdem

opulent, tropisch, aber robust”, legt Dagmar Štěpánová

von Formafatal ihr Entwurfskonzept dar. Von

Anfang an setzten die Architekten auf das Spiel der

Kontraste - ganz im Sinne des Investors, der einen Ort

schaffen wollte, an dem die Besucher mit der umgebenden

Natur verschmelzen, ihren Geist klären und

gleichzeitig Luxus und Abenteuer erleben können. u

Im Inneren der Art Villa bilden ausgewählte Möbelstücke

und ein bunter Materialmix den perfekten

Gegenpol zu den rohen Betonflächen. In Kombination

mit wilden Grünpflanzen und dem direkten Bezug zum

Außenraum entsteht so eine einladende Wohnwelt.


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Formafatal


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42

Wohnen

Das Spiel aus Licht und

Schatten, Wasserflächen,

Pflanzen, Materialien und

Farbnuancen macht die

Art Villa zu einem einzigartigen

Ort für Liebhaber

von Kunst und Natur.

Auf dem zwei Hektar umfassenden naturbelassenen

Gelände sollte ein Rückzugsort entstehen, der die

Herzen seiner Besucher berührt und tief in ihr Inneres

dringt. Um dem Projekt seinen einzigartigen Charakter

und eine eigene, unverwechselbare Identität zu

verleihen, holte der Bauherr daher – noch während

Refuel Works mit der Umsetzung der ersten Villa beschäftigt

waren – Formafatal zum Zwecke der künstlerischen

Oberleitung ins Boot. Das Kreativ-Team bestehend

aus Architekten, Designern und Szenografen

ließ sich in der Folge nur allzu gerne von der Atmosphäre

und der Farbenpracht Mittel- und Südamerikas

begeistern: “Inspiriert von den Symbolen, die wir

ausgewählt, durcheinandergemischt, weiterentwickelt

und neu zusammengesetzt haben, hat sich vor

unseren Augen das Bild der idealen Villa geformt.”


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Formafatal

Minimalistisch und etwas archaisch anmutend, ist die

zweistöckige Villa auf einem 25.000 m 2 umfassenden

Grundstück situiert. Die Grundfläche umfasst stolze

570 m 2 , wirkt dank ihrer Hanglage aber dennoch

zurückhaltend und keinesfalls opulent. Neben dem

großzügigen Gemeinschaftsbereich mit Foyer, Lounge,

Wohnküche sowie überdachter Terrasse und Pool

verfügt die Villa über insgesamt fünf Schlafzimmer,

jeweils mit eigenem Bad. Das “Untergeschoss” bietet

ein Spielzimmer für die Kinder, einen Fitnessraum, einen

Tanzsaal, einen begehbaren Kleiderschrank, eine

Waschküche und Hauswirtschaftsräume. Die Architektursprache

bedient sich einfacher, klarer Formen.

Im Mittelpunkt stehen dabei immer die Opulenz der

Natur, der Ausblick, die Verbindung zur Umgebung.

Refuel Works lassen die Strukturen trotz der Massivität

des Betons elegant und leicht erscheinen, nichts

wirkt gewollt, die Hülle wird zum Statisten der Szene

und behauptet sich gleichzeitig selbstbewusst inmitten

dieses grünen Blättermeers. Kleine Details, wie

die mit einem dreidimensionalen Muster versehene,

durchgehende Betonscheibe tragen das verspielte

Interieurdesign auch nach außen. Spätestens bei

diesem Anblick wird dem Betrachter klar, diese Villa

hat mehr zu bieten hat, als die in Europa so beliebte

aalglatte Interpretation von Sichtbeton.

Bei der Gestaltung der Innenräume haben sich die

Designer aber nicht nur vom umliegenden wilden

Dschungel inspirieren lassen, sondern auch von der

Arbeit des brasilianischen Architekten Paulo Mendez

da Rocha: “Die Betonwände wurden bewusst roh belassen

und ergänzen so die einzelnen Komponenten

der Innenraumgestaltung. Ausgesuchte Materialien,

die Wasser- und Grünflächen – das alles schafft in

Kombination ein ungewöhnliches Ambiente, gleichsam

roh wie luxuriös.” Wieder betont Štěpánová die

Gegensätzlichkeiten, die den Entwurfsgedanken im

Kern widerspiegeln. Eben das Schroffe lässt das Zarte

in seiner Schlichtheit umso eindrucksvoller wirken. u


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44

Wohnen

Der Materialmix der Widersprüchlichkeiten funktioniert

gerade deshalb so gut, weil es keinerlei Zufälligkeiten

gibt – Farbwelt, Formenwahl und Oberflächen

sind bis ins kleinste Detail durchkomponiert und aufeinander

abgestimmt. Die Böden der Schlafzimmer

und Badezimmer sind mit Zementfliesen belegt, deren

sich ständig ändernden Muster und Farbnuancen

eine Momentaufnahme der schwer zu greifenden und

einzigartigen Naturlandschaft bedeuten. Schritt für

Schritt verändert sich die Wahrnehmung, Innen und

Außen verschmelzen unmerklich und den Gästen offenbart

sich eine stets im Wandel begriffene tropische

Traumwelt. Ein weiteres Highlight des Innenraums

stellt das handgemalte Aquarell-Dschungelmotiv auf

der Küchenrückwand dar. Die Fliesen dienen den Gestaltern

als metaphorischer Spiegel, der das Leben

hinter der Wand zeigen soll – die Wand wird so zum

imaginären Fenster, das einen ganz anderen Blick auf

die umgebende Naturlandschaft offenbart.

Alle Atelier-Villen sind größtenteils mit Möbeln ausgestattet,

die von lokalen Handwerkern entworfen und

nach Maß gefertigt wurden. Diese Einzelstücke harmonieren

wiederum mit den ausgesuchten (Vintage)

Objekten – allesamt Entwürfe von südamerikanischen

Designern und Architekten. Die dominierenden Materialien

Teakholz, Metall und Leinen lassen das Innere

der Art Villa in Kombination mit den Pastelltönen der

maßgefertigten Möbelstücke und der hellen, weichen

Farbpalette des monolithisch gestalteten Interieurs

aus Rohbeton trotz der unbehandelten Oberflächen

einladend und gemütlich wirken.

Selbst bei der Gestaltung der Außenräume hatten

Formafatal ihre Finger mit im Spiel. Das vom Atelier

Flera umgesetzte Vegetationskonzept ist sehr spezifisch,

da sich das Grundstück an einem sehr steilen

Hang befindet. Um Fläche zu gewinnen und das

Grundstück offener zu gestalten, wurde das Gelände

terrassiert. Eine farbenfroh gestaltete Installation ist

Blickfang für Groß und Klein. Bei der Pflanzenauswahl

setzten die Landschaftsplaner auf lokale, nicht

invasive sowie essbare Pflanzen aus der Region.

Das so entstandene “künstliche” Grün verschwimmt

scheinbar mit dem Gebäude und verbindet dieses

wiederum mit der umgebenden wilden Natur.

Das nackte Bauwerk kleidet sich metaphorisch in ein

grünes Dschungelgewand – für die Bewohner verschmelzen

Architektur und Landschaft auf der Gefühlsebene,

obwohl sie physisch klar getrennt wahrnehmbar

bleiben. Die Opulenz des Interieurs spiegelt

wiederum die Fülle und Vielfalt der tropischen Landschaft

wider – gleichsam der Natur farbenfroh und

authentisch in Materialien und Oberflächen. Die Gegensätze

sind dabei so perfekt ausbalanciert, dass

letztlich ein durch und durch harmonisches Gesamtbild

entsteht.


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Formafatal

Art Villa

Bahia Ballena, Playa Hermosa, Costa Rica

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Filip Žák

Formafatal [interior design]

Refuel Works [architectural concept of Art Villa]

Dagmar Štěpánová [Formafatal]

Jan Skoupý, Zbyněk Ryška [Refuel works]

Grundstücksfläche: 25.000 m 2

Bebaute Fläche: 618 m 2

Nutzfläche: 570 m 2

Planungsbeginn: 2016

Bauzeit: 2016-2019

Fertigstellung: 12/2019

www.formafatal.cz

www.refuelworks.com

“Wir entwerfen öffentliche Räume,

in denen sich die Menschen

wie zu Hause fühlen können,

und Häuser, die ganz auf die

Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten

sind. Unsere Herangehensweise

an jedes einzelne

Projekt erfolgt individuell und

mit einem starken Fokus auf

die spezifisch menschlichen Bedürfnisse. Der Entwurfsgedanke

eines jeden Projekts basiert auf dem gegenseitigen

Verständnis, einem hohen Maß an Begeisterung, zwangloser

Zusammenarbeit und einmaligen, konzeptionellen Lösungsansätzen.

Wir lösen Projekte gesamtheitlich vom kreativen

Konzept bis zur Realisierung - und mit viel Liebe zum Detail.”

Dagmar Štěpánová, Formafatal


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Wohnen

Wohnen, wie und

wo es dir gefällt

Cabin ANNA / Niederlande / Caspar Schols

Text: Edina Obermoser Fotos: Tõnu Tunnel & Jorrit ‘t Hoen

Hinter Cabin ANNA von Caspar Schols versteckt sich

ein Mini-Haus, das sich flexibel an verschiedenste

Setups anpasst. Mit seiner einfachen, aber robusten

Konstruktionsweise kann es an fast jedem Ort und in

unterschiedlichen Ausführungen installiert werden.

Egal ob kleine Familie oder alleinlebender Künstler

– das Häuschen wird zum kreativen Studio, privaten

Rückzugsort oder lebendigen Zuhause.


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Caspar Schols

Eine schnelllebige Welt verlangt auch nach innovativem,

individuellem Wohnraum. Die Zeiten von

0815-Reihenhäusern und unpersönlichen Wohnkomplexen

sind vorbei. Neue Jobs, Arbeitsnomaden und

vielfältige Familienmodelle brauchen auch neue Formen

des Wohnens, die sich an diese Anforderungen

anpassen. Das erkannte auch der niederländische

Architekt Caspar Schols und verpackte seine Vorstellungen

in ein kleines Haus mit dem Namen ANNA.

Die erste Inspiration für die Cabin mit dem Namen

ANNA stammte von Caspar Schols‘ Mutter. Diese

wünschte sich ein multifunktionales Gartenhäuschen,

das sie der Natur näherbringen sollte. So entstand

der erste Entwurf für das Mini-Haus. Erst danach

begann Caspar im Zuge eines Stipendiums an

der renommierten Architectural Association in London

sein Architekturstudium. Dort überarbeitete er

seine Ausgangsidee und entwickelte, mit der Unterstützung

von Investoren, ANNA. Im Mittelpunkt des

Planungsprozesses stand die Vision, das Häuschen

so zu bauen, dass es reproduzierbar, einfach und für

jedermann erschwinglich ist. Außerdem sollte es einzigartig

und individuell anpassbar sein.

Das Endergebnis dieses Prozesses ist ANNA – ein

flexibles Häuschen mit ca. 53 m 2 , das überall auf

der Welt auf- und auch wieder abgebaut werden

kann. Sein Grundkonzept beruht auf einer simplen

Plattform und einer zweiteiligen Außenhülle, deren

archetypische Form an eine Strichzeichnung aus

Kinderhand erinnert. Es setzt sich aus einer rechteckigen

Grundplatte zusammen, auf der sich zwei

übereinanderliegende Wand-Dach-Elemente befinden.

Sie sind beide auf Schienen geführt und lassen

sich beliebig von nur einer Person verschieben. Die

innere Schicht besteht bis auf eine Unterkonstruktion

aus Holzrahmen komplett aus Glas. Ein zweiter,

undurchsichtiger Layer mit Wänden aus Holz und in

Metall gedeckten Dachflächen bildet den äußeren

Abschluss. Durch den smarten Schiebemechanismus

kann das Haus wahlweise mittig oder seitlich,

entweder zur Gänze oder lediglich teilweise, zur Umgebung

hin geöffnet werden.

u


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48

Wohnen

Wohnen in und im Einklang

mit der Natur. Geschlossen,

halboffen oder

offen – ANNA verwandelt

sich dank ihres raffinierten

Schiebemechanismus

im Handumdrehen vom

geschützten Zufluchtsort

zur offenen Plattform und

passt sich flexibel an ihre

Bewohner an.

Auf Basis dieser Konstruktion entwickelte der Planer

mit ANNA Stay und ANNA Meet schließlich

zwei prototypische Setups, die sich jeweils an verschiedene

Nutzer richten. ANNA Stays Außenhülle

ist länger. Sie überspannt mehr geschlossenen

Raum und sorgt so auch für mehr Privatsphäre. Bei

dieser Variante gibt es einen Fixteil, der sich nicht

verschieben lässt. In ihm ist ein kompakter, zellenartiger

Einbau untergebracht, der alles beinhaltet, was

man zum Leben braucht. Neben einem integrierten

Badezimmer ist hier Platz für eine kleine Küchenzeile.

Über dem Kochbereich rundet ein Schlafbereich

unter dem Dach das vorgeplante Raumprogramm ab

– die übrigen Funktionen können die Bewohner nach

Lust und Laune individuell anordnen. Die Stay-Variante

eignet sich für bis zu vier Personen. ANNA

Meet hingegen ist offen und unbespielt gestaltet.

Sie besitzt dieselbe verschiebbare Außenhülle und

verwandelt sich je nach Nutzung sowohl in eine Aussichtsplattform

als auch in einen multifunktionalen

Raum für Besprechungen, Dinner im Grünen, Yoga

oder Bildungszwecke.

Sämtliche konstruktiven Bauteile des flexiblen

Mini-Häuschens werden aus nachhaltigem Lärchenholz

gefertigt. Dem Innenraum verleiht helles

Birkenschichtholz eine hochwertige und zugleich

freundliche Optik. Auch bei der Dämmung kommt

der Naturwerkstoff in Form von Spänen zum Einsatz.

Zukünftige Eigentümer haben die Wahl zwischen einem

Holzofen und elektrischer Heizung. Die Glashaut

lässt reichlich Tageslicht ins Innere von ANNA.

Zudem gibt es an der Außenhülle lange Fensterbänder.

Sie ermöglichen nicht nur weite Ausblicke in

die Umgebung, sondern sind außerdem so positioniert,

dass sie in den heißen Sommermonaten vom

Dachüberstand vor direkter Sonneneinstrahlung

geschützt werden.

u


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Caspar Schols


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Wohnen

Alles Holz – das Naturmaterial

fungiert nicht

nur als konstruktives

Element, sondern kleidet

auch die Oberflächen im

Innenraum. Im fixen Teil

des Häuschens befinden

sich ein Schlafbereich unter

dem Dach sowie eine

kleine Küche und ein Bad.

ANNA kann, abhängig vom finalen Standort, fertig

zusammengebaut oder zerlegt in ihre Einzelteile geliefert

werden. Die nicht montierte Variante zeichnet

sich durch ihre kompakte Größe und ihr geringes Gewicht

aus, die einen besonders einfachen Transport

möglich machen. Neben einer Unterkonstruktion

aus Stahl umfasst das Häuschen selbst nicht mehr

als 26 Teile mit jeweils maximal 500 kg. Die gesamte

Cabin lässt sich in nur fünf Tagen von drei Personen

aufbauen und ist vollständig rückbaubar. Mit

diesen Qualitäten verkörpert sie für den Architekten

alle Grundanforderungen, die er an einen modernen

Wohnraum hat. Neben ihrer optischen Gestaltung

zeigt sich die ANNA Cabin auch in preislicher Hinsicht

auf ein Minimum beschränkt – die einfachste

Ausführung ist bereits ab € 87.000 erhältlich.

Die Natur und alle ihre Elemente stellten für Caspar

Schols essentielle Faktoren in der Entwicklung von

ANNA dar. Als unabhängiger Organismus sollte das

Mini-Haus Teil eines größeren Ökosystems werden

– egal wo. Mit seiner flexiblen Konstruktion fügt es

sich deshalb nicht nur harmonisch in jede Umgebung

ein, sondern spiegelt diese auch wider. Je nach Bedarf

wird die Cabin zum geschützten Unterschlupf

oder zum grenzenlosen Außenraum. Bei schlechter

Witterung fungiert sie als Abgrenzung, bei strahlendem

Sonnenschein hingegen scheinen Natur und

Wohnraum fließend ineinander überzugehen. Die

Bewohner können sich bei einem entspannten Glas

Wein die sanfte Brise um die Nase wehen lassen und

im nächsten Moment dem auf das Dach prasselnden

Regen lauschen. Mit diesem dynamischen Konzept

macht ANNA Lust auf neue Arten von Wohnen und

zeigt, wie dies – reduziert auf das Wesentliche – aussehen

kann.


Cabin ANNA © is a registered design by Caspar Schols

Cabin ANNA © is a registered design by Caspar Schols

Cabin ANNA © is a registered design by Caspar Schols

Cabin ANNA © is a registered design by Caspar Schols

Cabin ANNA © is a registered design by Caspar Schols

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Caspar Schols

Cabin ANNA

Niederlande

Bauherr:

Planung:

Statik:

Bebaute Fläche:

Nutzfläche:

Bauzeit:

Baukosten:

Privat

Caspar Schols

Ulehake

55,4 m 2 (ANNA Stay)

47 m 2 (ANNA Stay)

5 Tage (3 Personen)

€ 87.000 exkl. MwSt.

“Dynamisches Design im Einklang mit

der Natur. Wir entwerfen mit der Natur

als Ausgangspunkt. Wir beschränken

uns nur auf ein Minimum, das nötig ist,

um uns sicher und wohl zu fühlen. Um

in der Natur zu Hause zu sein. Alles darüber

hinaus ist störend.“

www.cabin-anna.com

Caspar Schols


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52

Wohnen

Kleine Lücke,

großes Potenzial

Stadthaus Köln / Köln / rethmeierschlaich architekten

Text: Edina Obermoser Fotos: Lisa Beller

Wohnen, Arbeiten und mehr, privat und städtisch

zugleich – das waren die Wünsche der Bauherren an

ihr Eigenheim. Um das in der deutschen Großstadt

zu finden, machten sie sich kurzerhand selbst auf die

Suche und stießen auf ein baufälliges Haus. In einem

für die Stadt typischen Viertel im Kölner Südwesten

gelegen, brachte es gleich mehrere Herausforderungen

mit sich: wenig Platz und geringes Budget. Die

Architekten ließen sich davon nicht entmutigen und

machten aus der Not eine Tugend. Sie nutzten die

Rahmenbedingungen perfekt aus und schafften ein

wahres Raumwunder.

Vom Bestandsgebäude durfte lediglich der Keller

bleiben. Dieser wurde aus Kostengründen erhalten.

Darüber ergab sich eine sehr schmale, lang gezogene

Baulücke. Von den 98 m 2 des Grundstücks, sind

40 Gartenfläche. Außerdem schrieb das Bauamt vor,

dass das Haus die beiden Nachbarbauten, von denen

es eingefasst wird, weder überragen noch niedriger

als sie sein darf. Aus all diesen Vorgaben entwickelten

die Architekten ein Konzept, das nicht nur sämtliche

Besonderheiten, sondern auch den begrenzten

Budgetrahmen berücksichtigte.

Für ein Paar konzipierte das Büro rethmeierschlaich architekten in Kooperation

mit Stefan Nix-Pauleit ein maßgeschneidertes Stadthaus in Köln. Das

Planerteam verwandelte einen heruntergekommenen, konventionellen Bau

in ein Schmuckstück, das sich perfekt in die Umgebung einfügt und doch

sofort auffällt. Auf raffinierte und gleichzeitig unaufgeregte Art und Weise

entstand auf minimaler Fläche ein maximaler Wohn(t)raum.

Schon von außen erkennt man nun, dass sich in dem

kleinen Stadthaus einiges getan hat. Während die

Straßenansicht im unteren Bereich mintgrün verpackt

wurde und in ihrer Gestaltung fast an eine Art

Schaufenster erinnert, ist die darüberliegende Putzfassade

in schlichtem Grau gehalten. Die zum Garten

orientierte Gebäudeseite prägen raumhohe Fenster

in den Obergeschossen und große Schiebetüren im

Erdgeschoss. Sonnengelbe Sonnenschutzelemente

sorgen für einen freundlichen Farbtupfer. Sämtliche

Verglasungen werden von Rahmen im selben Grünton

wie im Eingangsbereich eingefasst und runden

die Außenhülle stimmig ab.

u


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rethmeierschlaich architekten


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54

Wohnen

Im Inneren teilte das Duo rethmeierschlaich, Nix-Pauleit

den begrenzten Platz in vier Etagen auf – genauer

gesagt in drei komplette Stockwerke und ein

Dachgeschoss. Durch den erhaltenen Keller liegt das

Eingangsniveau des Stadthauses um 65 cm über

dem des angrenzenden Gehwegs. Beim Betreten

des Hauses gelangt man zuerst in eine kleine Garderobe.

Rechter Hand befinden sich hier raumhohe

Einbauten aus graubraunem Holz. Diese beinhalten

ein Gäste-WC, bieten reichlich Stauraum und gehen

nahtlos in den anschließenden Treppenkörper über.

Ein zentrales Esszimmer verbindet die übrigen Bereiche.

Es lädt mit einem langen Tisch zum An- und

Zusammenkommen sowie zum Essen und Leben ein.

Mit seiner großzügigen Raumhöhe von 3,5 m ist es

zudem einen Meter höher als das restliche Level.

Die helle und freundliche Gestaltung der Räume

sorgt in Kombination mit vereinzelten, dunklen

Akzenten dafür, dass sich das Stadthaus trotz

seiner schmalen Grundrissbreite geräumiger

anfühlt als es tatsächlich ist.

Links neben dem Entree schließt die zur Straße

gewandte Küche an. Die Möbel sind, wie der Unterbau

der Stiege, ebenfalls in dunklem Holz gefertigt.

Auch sonst findet man hier viele dunkle Akzente: In

Kombination mit einer schwarzen Wand, schwarzen

LED-Lichtleisten und der Sichtbetondecke versprüht

der kleine Raum eine edle, fast mystische Atmosphäre.

Die raumhoch verglaste Fensterfront lässt bei

schönem Wetter ein wenig Leben der ruhigen Straße

nach drinnen. Zum Garten hin öffnet sich das Erdgeschoss

in Form eines einstöckigen Anbaus, dem Gartenzimmer.

Mit ihm ergänzten die Architekten das

kleine Stadthaus um eine Art Veranda. Durchgänge,

die wie Arkaden wirken, sowie flache Oberlichter

trennen die Erweiterung optisch vom Essbereich ab.

Sitznischen zu beiden Seiten bieten hier Platz zum

Lesen oder Hinausschauen. Ein besonderes Highlight,

das zum Zeitpunkt des Fototermins noch nicht

umgesetzt worden war, komplettiert inzwischen den

Garten: eine Sommerküche. Sie wurde an der rückwärtigen

Wand eingebaut und bietet dem Bauherrenpaar

in den warmen Monaten zusätzlichen Raum zur

persönlichen Entfaltung.

u


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rethmeierschlaich architekten


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56

Wohnen

Sämtliche Funktionen

verteilen sich durch

geschickte Stapelung auf

die einzelnen Stockwerke.

So findet alles, was zum

Wohnen, Kochen, Arbeiten

und Leben notwendig

ist, nebeneinander Platz.

Auch im ersten Stockwerk wechseln sich unterschiedliche

Höhen und langgezogene Bereiche ab

und ergeben ein spannendes Raumgefühl. Man gelangt

hier zuerst in ein kleines Wohnzimmer. Fünf

Stufen führen vorbei an der Bibliothek in das anschließende

Büro. Versteckt hinter der Bücherwand,

bietet es einen ungestörten Arbeitsplatz mit Blick

in den Garten. Über Eck führt die Treppe weiter ins

zweite Obergeschoss. Dieses teilt sich in ein großes

Schlafzimmer und die zur Straße gewandte Gebäudehälfte

mit Ankleide- und Badezimmer auf. Ein flexibel

bespielbares Studio, welches auch als zusätzlicher

Gästeschlafbereich dient, sowie ein weiteres

Bad unter dem Dach vervollständigen das Raumprogramm

des kompakten Stadthauses und nutzen die

begrenzte Fläche bestmöglich aus.

Das reduzierte aber raffinierte Design der Ansichten

setzt sich auch in den Innenräumen fort. Der charakteristische,

mintgrüne Farbton hält in den Badezimmern

in Form von Fliesen Einzug. Neben Einbauten

ziert das dunkle Holz auch sämtliche Fensterrahmen

und die Böden in den oberen Niveaus. Im Erdgeschoss

gibt es dagegen einen funktionalen, grauen Bodenbelag.

Die weißen Wände werden von vereinzelten Textilakzenten

ergänzt. An den rohen Sichtbetondecken

zeichnet sich die Struktur der Schalung klar ab. Sie

verleihen der Materialpalette den letzten Feinschliff.

Nicht groß, aber großzügig – dies war einer der Leitgedanken,

rund um den rethmeierschlaich architekten

und Stefan Nix-Pauleit das Mini-Haus entwickelten

und der in allen Geschossen spürbar wird. Das Spiel

von Höhe, Tiefe und Breite erwies sich als perfektes

Werkzeug, um das Motto baulich umzusetzen. Auf den

unterschiedlichen Etagen erscheint der Wohnraum

mit seinen 140 m 2 dank dem bunten Mix an Funktionen

und Materialien vielfältiger als so manche anderen

Projekte mit größerer Nutzfläche.


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rethmeierschlaich architekten

EG OG1 OG2 DG

Stadthaus Köln

Köln, Deutschland

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Privat

rethmeierschlaich architekten mit Stefan Nix-Pauleit

Christoph Schlaich, Andre Rethmeier, Martin Stöcker,

Stefan Nix-Pauleit, Johannes Müller

Stracke Ingenieurgesellschaft

Grundstücksfläche: 98 m 2

Bebaute Fläche: 58 m 2

Nutzfläche: 140 m 2

Planungsbeginn: 2017

Bauzeit: 2019-2020

Fertigstellung: 04/2020

Baukosten: 330.000 €

“Wir entwerfen Gebäude, die komplex konzipiert

und einfach konstruiert sind. Wir legen Wert darauf,

dass ein Projekt mit einfachen Mitteln ein Maximum

an Identifikation und Raumerlebnis bietet.

Die Freude am Umgang mit Konventionen und Traditionen

im Wechselspiel mit neuen Planungsideen

und der sinnvollen Anwendung neuer Technologien,

sowie der umsichtige Einsatz vorhandener Ressourcen

bilden den Fokus unserer Arbeit.”

rethmeierschlaich architekten


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Wohnen


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rundzwei Architekten

Auf den

zweiten Blick

Der Eisberg / Berlin-Tiergarten, Deutschland / rundzwei Architekten

Text: Linda Pezzei Fotos: Gui Rebelo architecture photography

Wenn es sich lohnt,

einen Blick hinter die

Fassade zu werfen: Mit

“Der Eisberg” haben die

Berliner rundzwei Architekten

eine Baulücke mit

einem Wohngebäude in

Niedrigenergiestandard

geschlossen, das neben

puristischer Ästhetik

eine Menge an inneren

Werten vorzuweisen hat.

Vorfertigung, lokale und

nachhaltige Materialien

sowie räumliche Qualität

machen dieses Wohnobjekt

im Herzen Berlins zu

einem echten Hingucker.

Man könnte sagen, ein typischer Berliner: Kantig,

cool und etwas verschlossen – so präsentiert sich

der mehrgeschossige Wohnbau, der von den ortsansässigen

rundzwei Architekten in eine Baulücke im

Stadtteil Tiergarten integriert wurde. Doch oft bewährt

und wie der Projektname “Der Eisberg” ja auch

zu suggerieren scheint – ein zweiter Blick lohnt sich

allemal, denn hinter dieser äußerst schicken Fassade

verbirgt sich viel mehr, als der erste Eindruck zu vermitteln

vermag.

Wie so oft beim innerstädtischen Bauen und Nachverdichten

stand auch am Anfang dieses Projekts

die Baufläche im Mittelpunkt der Betrachtung der

Architekten. Zwischen Arminiusmarkthalle und

Schultheiss Quartier gelegen, befindet sich das

Wohnhaus im Herzen Moabits, einem lebendigen

Stadtviertel Berlins, das auf seine Weise boomt, ohne

dabei (glücklicherweise) jemals wirklich hip zu werden.

Wie in jeder Großstadt ist auch die Baufläche

in den Berliner Kiezen knapp bemessen, die Nachfrage

nach leistbarem Wohnraum hingegen ungebremst

hoch. Der ambitionierte Plan: Auf nur 100 m 2

Grundfläche sollten in der schmalen Baulücke elf

neue Mietwohnungen entstehen.

u


architektur FACHMAGAZIN

60

Wohnen

Die luftige Konstruktion

von Balkonen und

Treppenanlage ist ganz

in weiß gehalten, nur

der Treppenhauskern

inklusive Lift leuchtet in

strahlendem Gelb durch

die Gitterstruktur.

Dank der kreativen Annäherung des Architekten-Teams

rund um Marc Dufour-Feronce & Andreas

Reeg konnte die Flächenausnutzung optimal maximiert

werden. Die pragmatische Herangehensweise

erzielte das baurechtlich größtmögliche Gebäudevolumen

– ein Konzept, das auch bei der Gestaltung

der Grundrisse und Fassaden architektonisch konsequent

weiterentwickelt wurde: Straßenseitig vergrößert

ein geschwungener Erker die Wohnungen, hofseitig

wurden der Treppenkern sowie der Fahrstuhl

aus dem Volumen herausgenommen und in den Hof

hinein verschoben.

Entstanden ist ein Niedrigenergiehaus mit neun barrierearmen

Wohneinheiten, die vom Erdgeschoss bis

zum vierten Obergeschoss in Form von Zwei-Zimmer-Mietwohnungen

mit jeweils etwa 55 m 2 Nutzfläche

eingeplant wurden. Nord- und Südfassade sind

durch loftartig ausgebildete Koch-, Ess- und Wohnbereiche

verbunden, was eine Querlüftung ermöglicht

und – für den Berliner Blockwohnungsbau eher

untypisch – Ausblicke in beide Richtungen bietet.

Alle Wohnungen verfügen zudem über direkt an das

Schlafzimmer anschließende Bäder sowie einen separaten

Hauswirtschaftsraum.

Das fünfte und sechste Obergeschoss bildet sozusagen

die Spitze des Eisbergs. Die Besonderheit der

zwei Maisonette-Mietwohnungen mit jeweils 96 m 2

Nutzfläche stellt der zum Hof hin orientierte Koch-,

Ess- und Wohnbereich mit seiner doppelten Raumhöhe

dar. Zusätzlich innerstädtischer Luxus in Altbaulage:

Alle Wohnungen sind über einen Aufzug stufenlos

erreichbar. Schöner Nebeneffekt: maximale Offenheit,

viel Licht und großzügige Balkone.

In der Umsetzung entschieden sich die Planer für

die Holz-Hybrid-Bauweise, die größtenteils auf wiederverwertbaren

Materialien basiert. Auch dank

größtmöglicher Vorfertigung ab Werk konnte der

Bauprozess erheblich beschleunigt werden. Der

Holzskelettbau setzt sich in seinen konstruktiven

Einzelteilen aus tragenden Vollholzdecken, Fassadenelementen

in Holztafelbauweise, Kalksandsteinund

Stahlbetonwänden sowie Stahl- und Holzstützen

zusammen. Durch die statischen Aufbauten der Wände

und Dächer erreicht das Gebäude den Niedrigenergie-Standard

(KfW 55).

Um eine natürliche Klimatisierung zu erreichen und

gleichzeitig späteren Bauschäden mangels fachgerecht

durchgeführter Lüftung vorzubeugen, setzten

die Architekten auf feuchtigkeitsabsorbierende Holzund

Kalkputzoberflächen. Eine Fernwärme-Heizungsanlage

versorgt die Fußbodenheizungen der

Wohneinheiten, der Luftwechsel in den Bädern und

Küchen erfolgt automatisiert durch feuchtegesteuerte

Nachstromöffnungen in den Fenstern. Auf diese

Weise konnte auf eine komplexe Lüftungsanlage mit

Wärmerückgewinnung verzichtet werden.

Neben diesen technischen Finessen sollte das Wohnhaus

allerdings nicht nur substanziell, sondern auch

optisch überzeugen. Und das nicht trotz lokaler und

wiederverwertbarer Materialien, sondern gerade

deswegen. Auf den ersten Blick fällt da die Gestaltung

der Nordfassade (in Richtung Straße) ins Auge.

Rundzwei Architekten wählten als Gestaltungsmittel

gewelltes Aluminiumblech in weißer Farbe. Das verleiht

dem Objekt nicht nur einen edlen, modernen

– und dennoch zeitlosen – Charakter, die Fassadenfront

fügt sich auch zurückhaltend in das bestehende

Altbau-Ensemble ein, ohne die eigene Bauzeit zu

verleugnen. Es entsteht ein spannender Kontrast

zwischen Alt und Neu, der niemals laut schreit oder

sich unangenehm aufdrängt, sondern vielmehr die

Möglichkeiten einer zeitgemäßen Architektursprache

aufzeigt. Das Material ist zudem kostengünstig,

hat einen hohen Recycling-Anteil und kann zu 100

Prozent wiederverwertet werden. Nachhaltiges Denken

und wirtschaftliches Handeln lassen sich auf diese

Weise optimal komplementieren.

u


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61

rundzwei Architekten


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62

Wohnen

Um ein späteres Recycling zu erleichtern,

wurden – bis auf Estrich und Putzflächen

– alle Baumaterialien nur mechanisch befestigt.

Anstelle der gängigen Absturzsicherungen

aus Glas wurden die Balkonbrüstungen

und Treppenläufe mittels einfacher

Edelstahlnetze gesichert, der Fahrstuhl mit

einer Streckmetallverkleidung versehen

und leuchtend goldgelb lackiert. Während

sich die symmetrisch und streng gerastert

angelegte straßenseitige Fassadenfront

dank perforierter Klappläden im gleichen

Look als eine nahezu homogene, geschlossene

Fläche präsentiert, öffnet sich das

Wohnhaus zur gegenüberliegenden Seite in

Richtung Hof. Eine durchlässige und locker

arrangierte Gerüststruktur trägt und umschließt

den in den Hof geschobenen Treppenkern

mitsamt Fahrstuhl und ermöglicht

die Ausbildung langgestreckter Balkone

vor allen Wohnungen. Die Farbe Weiß bleibt

auch hier dominant, wird aber durch einzelne,

strahlend gelbe Farbakzente ergänzt.

Bodentiefe Fenster holen das Sonnenlicht

in den Wintermonaten tief in den Raum.

Im Sommer hingegen bieten die Balkone

Schutz vor zu viel Sonneneinstrahlung und

Hitzeeintrag. Für einen zusätzlichen Kühlungseffekt

in den Maisonette-Wohnungen

sorgt die extensiv begrünte Dachfläche.

Das Innere des “Eisbergs” ist ebenso puristisch

und ästhetisch feinfühlig gestaltet

wie die Außenhaut. Anstelle aufwändiger

Bodenbeläge verfügen die Wohnungen

über Böden aus Sichtestrich. Die Holzdecken

aus Fichtenholz wurden ebenso roh

und unverkleidet belassen. Lediglich weiß

geölt, bilden sie das Pendant zu den hofseitig

angeordneten bodentiefen Holz-Aluminium-Fenstern

sowie den ebenso in Holz

gerahmten „Sitzfenstern“ in Richtung Straße.

Auch hier zeigt sich – ein zweiter Blick

lohnt, denn gerade die hohe räumliche

Qualität, die Schlichtheit der Materialwahl

und die durchdachte Lenkung von Luft

und Licht machen den “Eisberg” zu einem

warmen und komfortablen Wohndomizil.

Von Kälte ist hier nichts zu spüren. Diesen

Neu-Berliner lohnt es sich eindeutig besser

kennenzulernen!


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rundzwei Architekten

Schlafen

Schlafen

Wohnen / Kochen

/ Essen

HWR

Bad

HWR

Bad

Wohnen / Kochen

/ Essen

Balkon

Balkon

OG 1

Abfallraum

Eingang /

Briefkästen

HWR

Bad

Wohnen / Kochen

/ Essen

WM

Schlafen

Terrasse

EG

Der Eisberg

Berlin-Tiergarten, Deutschland

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Grundstücksfläche: 898 m 2

Bebaute Fläche: 566 m 2

Bruttogeschossfläche: 1.740 m 2

Nutzfläche Neu: 717 m 2

Planungsbeginn 08/2016

Bauzeit:

16 Monate

Fertigstellung: 06/2019

Baukosten: 2.1 Mio. €

Privat

rundzwei Architekten BDA , Berlin

Luca Di Carlo, Marc Dufour-Feronce, Johann Göhler,

Miriam Lopez, Andreas Reeg, Mathias Rühl

ifb frohloff staffa kühl ecker

Beratende Ingenieure PartG mbB, Berlin

“Für rundzwei stehen Recherche und Design als

zwei zentrale Parameter für ein fundiert nachhaltiges

und modernes Architekturverständnis,

bei dem Raum, Materialität, Ressourcen, lokale

Geschichte und natürliche Umgebung mit anspruchsvollem

Design verbunden werden.”

rundzwei Architekten Berlin

Marc Dufour-Feronce & Andreas Reeg


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64

Wohnen

Gesundes Wohnen

am Friedhof

Walden 48 / Berlin / ARGE Scharabi I Raupach

Text: Edina Obermoser Fotos: Jan Bitter

43 Wohnungen, Holzbauweise

und ein nachhaltiges

Energiekonzept – das

alles verbirgt sich hinter

dem Projekt mit dem Titel

Walden 48. Den Wohnbau

in Berlin Friedrichshain

realisierten Scharabi

Architekten in Arbeitsgemeinschaft

mit Anne

Raupach. Gemeinsam mit

den zukünftigen Eigentümern

erarbeiteten sie den

Entwurf für das Gebäude

und schafften ein bunt

durchmischtes, gemeinschaftliches

und gesundes

Wohnerlebnis mitten in

der Stadt.


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65

ARGE Scharabi I Raupach

Das Areal in der deutschen Hauptstadt sicherte sich

die Baugruppe Walden 48 bereits einige Jahre zuvor.

Direkt an der vielbefahrenen Landsberger Allee im

Norden und dem evangelischen Parochialfriedhof

St. Georgen in südlicher Richtung, bot die Lage des

Grundstücks zunächst nicht die einfachsten Umstände

für einen Wohnbau. Eine zur Straße hin orientierte,

historische Mauer sollte bestehen bleiben und

wurde in die Gestaltung des Neubaus miteinbezogen.

Neben den Architekten wirkte auch die Baugemeinschaft,

bestehend aus den späteren Wohnungseignern,

bei der Planung mit. Diese Einzelteile fügten

sich nach und nach zu einem Projekt zusammen. Im

Zuge einer Reihe von demokratischen Abstimmungen

nahm der Wohnbau in einem dynamischen Prozess

immer mehr Form an.

Das Ergebnis ist ein 60 m langer, parallel zur vorbeiführenden

Verkehrsader positionierter Gebäuderiegel.

An der gegenüberliegenden Ansicht läuft das

Volumen zu einem mittigen Knick hin leicht nach

innen zu. Die Gestaltung der beiden Längsfassaden

ist, bedingt durch die Umgebung, sehr unterschiedlich.

Hinter der denkmalgeschützten Backsteinmauer

des Friedhofs versteckt sich entlang der Straße ein

in Holz gekleideter, zweigeschossiger Sockel. Dieser

scheint den Bau optisch in die Höhe zu heben. Vor

die darüberliegende Ansicht legt sich, ebenso wie vor

die westliche Querseite, eine schuppenartige Hülle

aus graugrünen Schieferplatten. Sie wird lediglich

von punktuellen Fensteröffnungen unterbrochen. u


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66

Wohnen

In südlicher Richtung öffnet sich der Bau über die gesamte

Länge in Form von tiefen Loggien zum Friedhofspark

hin. An ihnen lässt sich die Schottenbauweise

klar ablesen. Die Fassade erscheint hier, wie

auch die Erdgeschosszone, in einer naturbelassenen

Lärchenholzschalung. Brüstungen und Sonnenschutzelemente

greifen den schlammgrünen Farbton

der anderen Seite wieder auf und verleihen Walden

48 ein einheitliches, stimmiges Erscheinungsbild.

Ab der Kellerdecke ist der Wohnbau zur Gänze in

Massivholz umgesetzt. Treppenhaus- und die Brandschutzwände

stellen die einzigen Stahlbetonelemente

dar. Die Tragkonstruktion besteht aus massiven

Brettsperrholzschotten sowie Holzbetonverbunddecken,

während die Fassade auf einem Holzrahmensystem

beruht. Um maximalen Lärmschutz zu

gewähren, wurde dieses an der Landsberger Allee

zweischalig ausgeführt und doppelt gedämmt. An

dieser Stelle fungiert das Holz zudem als hinterlüftete

Unterkonstruktion für die Schieferschindel. Der

Naturwerkstoff wirkt sich in vielerlei Hinsicht positiv

auf die Nachhaltigkeit von Walden 48 aus. Er bindet

schädliches CO 2 und ist äußerst energieeffizient.

Mit vorgefertigten Elementen minimiert er außerdem

die Bauzeit um drei Monate und reduziert auch

die Kosten. Eine Erdwärmepumpe komplettiert das

Energiekonzept und senkt das Gebäude dank seines

niedrigen Bedarfs an Primärenergie auf einen KfW

55-Standard.


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67

ARGE Scharabi I Raupach

Die Nutzfläche des Baus umfasst, über sechs Stockwerke

verteilt, fast 5.000 m 2 . Drei Erschließungskerne

führen zu den einzelnen Wohneinheiten. Deckenspannweiten

von 7 m und mehr in Kombination

mit 13 m Raumtiefe machen eine flexible Grundrissgestaltung

möglich. Die Apartments haben eine Größe

zwischen 55 und 165 m 2 und sind an die diversen

Wünsche der Bauherren angepasst. Sie entwickeln

sich jeweils über die gesamte Gebäudebreite und

verfügen alle über einen geschützten, privaten Außenraum.

In den beiden untersten Niveaus gibt es

zum Teil zweigeschossige Maisonetten. Während die

Fenster an der Nordseite mit tiefen Leibungen gemütliche

Sitznischen ausformen, bringen die nach Süden

ausgerichteten, raumhohen Verglasungen reichlich

Tageslicht in die Wohnungen. Bei Letzteren konnten

sich die Bewohner ebenfalls an der Planung beteiligen

– sowohl Anordnung als auch Breite der Elemente war

ganz ihnen überlassen. Der Ausblick ins Grüne und

auf den alten Baumbestand lässt hier fast vergessen,

dass sich der Neubau im Zentrum Berlins befindet

– jedoch nur so lange, bis man am Horizont die Silhouette

des Fernsehturms entdeckt.

u

Die Raumaufteilung der

Wohnungen ist individuell

auf ihre Bewohner

zugeschnitten. Während

Holzoberflächen für

eine warme Atmosphäre

sorgen, gelangt durch

großflächige Fenster viel

Tageslicht in die Innenräume.


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68

Wohnen

Entlang der dem Friedhofspark

zugewandten

Fassade lässt sich die

Schottenbauweise der

Holzkonstruktion klar

erkennen. Tiefe Loggien

erweitern hier die einzelnen

Wohneinheiten um

einen privaten Außenraum

mit Blick ins Grüne

und auf Berlin.

Kommunalflächen im Eingangsniveau, eine Gemeinschaftsterrasse

auf dem Dach sowie eine Fahrradgarage

im Keller runden das Raumprogramm des nachhaltigen

Baus harmonisch ab. Besonders beim Design

der Innenräume fällt der innovative Umgang mit dem

Naturwerkstoff auf. Anstatt das Holz zur Verbesserung

des Brandschutzes mit Gips zu verkleiden,

wurde es auf Abbrand bemessen und übernimmt

nicht nur konstruktive, sondern auch gestalterische

Eigenschaften. Neben sichtbaren Zwischendecken

und Böden kommt das natürliche Material bei Einbauten,

Treppenläufen und Co. zum Einsatz. Es verleiht

den Wohnräumen ein gesundes Raumklima und

einen warmen, angenehmen Charakter. Die übrigen

Oberflächen sind hell und dezent gehalten. Im Erdgeschoss

sorgen bunte Farbakzente für einen freundlichen

Empfang.

Das Projekt macht vor, wie urbaner Wohnraum in

Zukunft aussehen kann. Der Holzbau wird zum Vorzeigeobjekt

für energieeffiziente Planung und zeigt,

dass sich das Naturmaterial auch für große Wohnbauten

bestens eignet. Das bemerkte auch die Jury des

Deutschen Nachhaltigkeitspreises für Architektur.

Mit seiner innovativ-nachhaltigen Gestaltung schaffte

es Walden 48 unter die drei Finalisten. Außerdem

demonstriert der Neubau am Friedhof, wie eine gelungene

Zusammenarbeit zwischen Architekten und

einer Baugemeinschaft funktionieren kann. Durch

die Abstimmung mit den Eigentümern entsprechen

die Wohneinheiten genau deren Anforderungen und

ermöglichen ein Programm voller Diversität. Von

der Wahl der Materialien bis hin zu den Grundrissen

konnte die ARGE Scharabi I Raupach alle Parteien

zufriedenstellen und sämtliche Wünsche in eine qualitative

Architektur übersetzen.


15,10 %

15,10 %

K

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ARGE Scharabi I Raupach

1 2 3 4 5 6 7 8 9

10

A

A

A1

A1

B

B

C

D

OG 3

1 2 3 4 5 6 7 8 9

10

A

A

A1

A1

B

B

EG

C

D

Walden 48

Berlin-Friedrichshain

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Holzbau:

Brandschutz:

Freianlagen:

Bauphysik:

Schallschutz:

Baugemeinschaft Walden 48 GbR

Scharabi Architekten in Arbeitsgemeinschaft mit Anne Raupach

Friederike Maurer, Frank Schönfeld, Francisco Torres Rojas

ifb frohloff staffa kühl ecker

Rubner Holzbau

Eberl-Pacan Architekten + Ingenieure Brandschutz

Mania Lohrengel Landschaftsarchitektur

Dipl.-Ing. Architekt Ingo Andernach

ALB Akustiklabor Berlin

Grundstücksfläche: 2.100 m 2

Bebaute Fläche: 840 m 2

Nutzfläche: 4.800 m 2

Planungsbeginn: 2012

Bauzeit: 2018-2020

Fertigstellung: 2020


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70

RETAILarchitektur

‚Ghosthouse‘

zum Einkaufen

Die Arbeiten des japanischen Studios Curiosity waren immer schon von klaren,

modernen, gefälligen, oft symmetrischen Designs geprägt. Nun haben

sie für das chinesische Label Hipanda in Tokyo einen neuen Flagship-Store

eingerichtet, eröffnet und dabei jedoch wieder einen völlig neuen Weg beschritten.

Eigentlich passierte das schon im Jahr 2019 und das ist deshalb

interessant, weil sie damit den momentanen Trend zum kontaktfreien Onlineshoppen

(aufgrund der Coronapandemie) vorweggenommen haben: Der

Shop beruht nämlich auf dem Prinzip und der Technologie der Augmented

Reality (AR) und Augmented Experience (AE).

Fotos: Satoshi Shigeta

Es ist der erste Shop des Labels in Japan und bietet

eine Reise in eine futuristische Welt, einen Raum, in dem

digitale und analoge Erlebnisse zu einer immersiven Erfahrung

verschmelzen. AR und AE werden mit einer ikonischen

und aufregenden Innenarchitektur kombiniert.

Das Erlebnis beginnt schon an der Außenseite, wo das

Logo durch visuelle und 3D-Effekte und Animationen

sozusagen „herausspringt“. Besucher können ihr eigenes

Tablet oder Handy benutzen. Beim Eingang, nach

dem Scannen eines QR-Codes, lädt sich automatisch die

Hipanda Now App auf das Gerät, diese erweckt dann das

gigantische Panda Logo auf der Fassade beim Eingang

zum Leben. Diese explodiert (virtuell am Tablet) in einem

Regen von monochromatischen Confettis. Im Inneren

sucht man in einer Reihe von Sequenzen den ‚Geist‘ des

Hauses (einen kleinen Panda), dieser ist unsichtbar oder

nur angedeutet und kann durch verschiedene Erfahrungen

und Interaktionen, digital und analog entdeckt werden.

Das Projekt wurde durch den Wunsch inspiriert, wie

eine Technologie den Einkaufseffekt verstärken kann

und mehrere Individuen im selben Retailspace unzählige

unterschiedliche Erfahrungen machen können.


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71

RETAILarchitektur

Die digitale Welt bietet eine grenzenlose Anzahl von

Informationen, aber die reale Welt muss doch noch auf

die Sinne des Menschen eingehen und Rücksicht nehmen.

Die Herausforderung für die Designer war es, ganz

normale „Streetfashion“ des Labels in neue Territorien

einzuführen, die Grenzen von Kultur, Alter, Geschlecht in

einen experimentellen Raum – der allen zugänglich und

inspirierend ist – zu transferieren und so neue Erwartungen

und Erlebnisse in den Retailbereich einzuführen.

Im Hauptbereich ist ein ständiges Spiel von Licht zu erleben,

im Galeriebereich werden Produkte durch AR in

einer ständigen Bewegung präsentiert. Die Gestaltung

der Displays wechselt kontinuierlich und so wird die

Aufmerksamkeit auf die Kollektion gelenkt. Die Wände

des Raumes sind zur Hälfte mit Spiegeln verkleidet

und verwischen so noch weiter die Unterschiede zwischen

Virtuellem und Realem. Eine einzigartige Beleuchtung

kreiert einen schattenfreien Innenbereich wie

in einem artifiziellen Rendering. Die Farben sind strikt

schwarzweiß gehalten und so verschmelzen die beiden

Welten zu einem verwirrenden Experiment, das in einer

gefrorenen Wand (wie ein Kühlschrank) mit kleinen Mini-Panda-Skulpturen

endet. Ein sicherlich einzigartiges

und unvergessliches Einkaufserlebnis, welches individuell

personalisiert wird.


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72

RETAILarchitektur


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Stufen

für Schuhe

| BA12-17G |

RETAILarchitektur

Das Gebäude der Zukunft

kann auch so aussehen

Ideal für Modernisierungen: Die offene,

PC-basierte Gebäudeautomation

von Beckhoff

Inspiriert vom Firmenlogo und im Sinne des Corporate

Designs gestaltete das spanische Interior-Designbüro

Studio Animal in Malaga einen Shop zur Präsentation

von Schuhen und Taschen.

Fotos: José Hevia

Wandverkleidungen sind das wesentliche Gestaltungselement

des Verkaufsraumes. In Stufen gefaltete Stahlbleche schmiegen

sich an beide Längswände des Raumes an und formen

dessen Volumen. Die Abtreppungen verlaufen auf beiden Seiten

in die entgegengesetzte Richtung. Dieses Konzept prägt

den Charakter des Raums, wird durch die mit einem Spiegel

verkleidete Decke verstärkt und macht das Betreten zu einem

Erlebnis. Die maisgelbe Farbe, in die der gesamte Raum gehüllt

ist, lässt ihn endgültig zu einer begehbaren Skulptur werden,

die ausgehöhlt erscheint.

Das Stufenprofil der Wände wird für die Präsentation der Objekte

genutzt. Zusätzlich sind im Verkaufsraum noch einige

niedrige Tische mit ovaler Tischplatte und ein Kassentresen

vorhanden, der sich an das Stufenprofil der Wand anschmiegt.

Alles im selben Gelbton gehalten und mit Spiegeln verkleidet,

um sich der Raumskulptur unterzuordnen.

Mit der prägnanten Geometrie und der einprägsamen Farbe

machen Studio Animal den Raum zu einem Erlebnis, bei dem

aber dennoch die präsentierten Waren im Vordergrund stehen

und eindrucksvoll in Szene gesetzt werden.

12. – 16.04.2021

Wir sind dabei!

www.beckhoff.com/hm-digital

www.beckhoff.com/building

So wird wertvolle Bausubstanz nicht nur erhalten, sondern zukunftsfit

gemacht: Mit der integralen Gebäudeautomation von Beckhoff

implementieren Sie alle Möglichkeiten der Kommunikations- und

Steuerungstechnik – angepasst an die individuellen Bedürfnisse der

Immobilie. Alle Gewerke werden von einer einheitlichen Hard- und

Softwareplattform gesteuert: Ganz gleich, ob es um die nutzungsgerechte

Beleuchtung, die komfortable Raumautomation oder

die hocheffiziente HLK-Regelung geht. Für alle Gewerke stehen

vordefinierte Softwarebausteine zur Verfügung, die das Engineering

enorm vereinfachen. Funktionserweiterungen oder -änderungen sind

jederzeit möglich. Das Ergebnis: Durch die optimale Abstimmung aller

Gewerke werden die Energieeinsparpotenziale voll ausgeschöpft und

die Effizienz der Bewirtschaftung deutlich erhöht.


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74

RETAILarchitektur

Einkaufen im

Vogelnest

Schon 2019 haben die VTN architects den Trend zu nonfunktionalen, aber

100% nachhaltigen Gestaltungen in dem UNIQLO Flagship-Store in Ho Chi

Minh City, Vietnam umgesetzt. Das „Bird Nest“ ist eine Kunstinstallation

aus Bambus, die sich vom Erdgeschoss bis in den zweiten Stock erstreckt,

umgeben von verschiedensten Shopbereichen.

Fotos: Hiroyuki Oki/deconphotostudio

Sie durchdringt den Raum, der für die Erschließung

durch große Rolltreppen gebildet wird. Diese Installation

zeigt eine freundliche, warme Atmosphäre, welche

die Besucher in den Retailbereichen willkommen

heißt. Unter der Bambuskonstruktion ist auch ein

Aufenthalts- und Ruhebereich für Kunden.

Das Prinzip haben die Architekten von einem Vogelnest

abgeleitet, um den Eindruck von Schutz und Gedeihen

zu erwecken. Das Kunstwerk stimmt natürlich

auch mit der Philosophie der Marke – Komfort und

Nachhaltigkeit – überein. Und auch mit der Gesamtphilosophie

von VTN, die schon bei der letzten Architekturbiennale

in Venedig im Arsenale eine ähnliche,

aufsehenerregende Aufenthaltsplattform aus Bambusgeflecht

geschaffen hatten. Sanfte, geschwungene

parabolische Oberflächen leiten die Blicke der Besucher

zu den Shoppingflächen, gleichzeitig können

sie aber auch – bei der Fahrt auf der Rolltreppe – das

Kunstwerk erkunden. Die Flächen entstehen durch

um Stahlstäbe gewundene Bambusstreifen, die elliptisch

geformten Stahlrohre wiederum verankern sich

an der Tragkonstruktion, den Pfeilern des Treppenhauses.

Innerhalb von zehn Tagen haben traditionelle

Bambusflechter händisch die Streifen auf die Stahlrahmen

geflochten. So schafft dieses künstlerische

Display auch eine Verbindung zwischen dem modernen

Leben, dem Einkaufen und der traditionellen

viet namesischen Kultur.


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RETAILarchitektur

Design auf ganzer Linie.

Mit LVT Räume gestalten.

www.project-floors.com


architektur FACHMAGAZIN

76

RETAILarchitektur


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Back to

the roots

77

w

RETAILarchitektur

ABSOLUT STILSICHER

UND BRANDSCHUTZ-

ZERTIFIZIERT

Twinson Terrassendielen –

perfekt für Dachterrassen

und Balkone

Benannt nach einem Webstuhl steht „The Loom“ in Bukarest für die reiche

Handwerkstradition der Roma. Stardust Architects verwandelten den

Schauraum der Mesteshukar Butiq für handwerkliche Erzeugnisse auch in

einen Werkraum, der nicht nur die Endprodukte zur Schau stellt, sondern

auch die dahinterstehenden Produktionsprozesse vermittelt.

Fotos: Vlad Albu

Handwerkliche Produkte erzählen Geschichten

und stehen in einer Tradition,

deren Wissen oft über Generationen weitergegeben

wird. Durch die Möglichkeit,

maschinell in Massen zu produzieren, ist

viel Wissen über Herstellung und Produktion

verloren gegangen und wird weiter verloren

gehen. Gegen diesen Verlust positioniert

sich The Loom ganz klar und möchte

das wertvolle Wissen über handwerkliche

Produktionstätigkeit weitergeben.

Von dieser Idee geleitet, nimmt eine

Werkbank die zentrale Position im Raum

ein. Rundherum laden einige dreibeinige

Holzschemel zum Sitzen und Werken ein.

Getragen wird die Holzplatte der Werkbank

von einem Konstruktionssystem aus

dickeren und dünneren Rundstäben, die

ineinander gesteckt werden können. Aus

diesen Stäben entsteht eine Struktur, die

sich über den gesamten Raum erstreckt

und als Präsentationsmöbel für die unterschiedlichen

Gegenstände genutzt

werden kann. Einmal wird die Struktur

genutzt, um Hängendes zu präsentieren,

an anderer Stelle durch das Auflegen einer

Holzplatte für Liegendes. Kreativ kann

das simple Stecksystem aus Horizontalen

und Vertikalen interpretiert werden, um

die Gegenstände optimal zu präsentieren.

Handwerkliches Können wird also auch

durch die Shop-Gestaltung vermittelt,

die ebenso wie die kunsthandwerklichen

Gegenstände als Inspiration für weitere

Werkstücke dienen können. Auch bietet

es für die im Werkraum stattfindenden

Workshops einen passenden Hintergrund.

The Loom ist ein Raum der Vergangenheit

und auch der Zukunft, der das Kunsthandwerk

hochhält und einen Raum für

sein weiteres Bestehen bietet. Stardust

Architects verwandelten ihn in ein Erlebnis,

das die Möglichkeit bietet, Vergessenes

zu entdecken und Neues zu erfahren

– mit dem Hintergedanken, dass jeder ein

Kunsthandwerker sein kann.

deceuninck.de/terrassen

Deceuninck ist die cleverste Wahl,

wenn es die inno vativsten Fenster- &

Türlösungen oder Terrassen systeme sein

sollen: Umweltfreundliche Produkte,

die den Komfort in Gebäuden deutlich

erhöhen, entwickelt als Lösungen für

eine bessere Welt.

Eine von vielen cleveren

Lösungen – langlebige

Twinson Terrassen-Systeme:

• klassifiziert als „harte

Bedachung” B roof

(t1) für

Dachterrassen gemäß

Anforderungen der Musterbauordnung

MBO §32

• extrem belastbar und unempfindlich –

in jeglicher Hinsicht

• wahlweise mit gebürsteter Oberfläche

oder fleckenunempfindlicher

PVC- Beschichtung

• höchster Qualitätsstandard durch

patentiertes WPC-Material

• mit Ökokern ausgestattet und zu

100 % recycelbar

• bis zu 10 natürliche Farben

Deceuninck Germany GmbH


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78

Licht

Office Lofts

in der Fabricatur

Der moderne Büroalltag ist abwechslungsreich und flexibel. Wie etwa im ehemaligen

Werkstatthof einer Möbelfabrik im 3. Wiener Gemeindebezirk, wo die A.C.C. Architekten

zeitgemäße Office Lofts gestalteten, dabei aber den alten Fabrikscharakter

erhalten haben. Ihrem Designkonzept entsprechend fiel die Gestaltung der Büroräume

und die Wahl der Materialien aus: Auf das Wesentliche reduziert, klar und

designbewusst. Und auch das Beleuchtungskonzept, ein wesentlicher Bestandteil

des Designs, folgt diesen Grundsätzen kompromisslos.

Fotos: Martin Zorn Photograpy

Der Lichtplaner Alexander Magyar entschied sich

bei der Umsetzung für das modulare System INK von

Linea Light, das ein flexibles Reagieren auf wechselnde

Herausforderungen ermöglicht. Mit einer Spanngurt

ähnlichen Technik wurde dafür quer durch die Räumlichkeit

ein Raster geschaffen, wobei die blendfreie

Grundbeleuchtung für die Allgemeinflächen mit indirekten

LED-Lichtlinien erzeugt wird. Die Nutzer werden

dadurch in ihrer optischen Wahrnehmung nicht beeinträchtigt

und auch die Konzentration bleibt aufrecht.

Die erhöhte und von der Norm geforderte Beleuchtungsstärke

auf den Arbeitsplätzen wird mit punktuell

in das System geklemmten Lichtlinien blendfrei geschaffen

und mit Design-Klassikern als Tischleuchte

ergänzt. Für die Beleuchtungskörper wurde ein hoher

Farbwiedergabeindex von CRI92 und eine Farbtemperatur

von 3000K gewählt. Für den Lichtplaner zeichnet

sich diese Kombination nicht nur durch exzellente

Lichtverhältnisse, sondern auch durch ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis

aus.

In die Räumlichkeit führt ein optisches Leitsystem in

Form einer Lichtlinie, die mit alten Hallenleuchten, abgehängt

auf Ketten, realisiert wurde. Um die Normwerte

für die Entblendung einhalten zu können, wurden diese

Leuchten mit einer speziellen Folie ausgelegt. Auf diese

Weise wird spielerisch wird die Geometrie des Bestandes

umhüllt, durchquert und begleitet.


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79

Licht

Mit dem Lichtsystem „alphabet of light“ mit einem

Durchmesser von 5 cm – von Artemide design by BIG

Barke Ingels – werden die Nutzer und Besucher intuitiv

beim Eingang abgeholt und in die Büroräumlichkeit

geführt. Die Vorteile des Systems sind die einfachen

mechanischen Verbindungen und die damit möglichen,

langen Leitungslängen. Im konkreten Fall wurden hier

zusätzlich Löcher in Betonwände gebohrt, um ein weitläufiges,

durchgängiges Erscheinungsbild zu erzielen.

Und für das Stiegenhaus entwickelte die Lichtplanung

aus einer Standardleuchte ein zum alten Fabrikscharakter

passendes Sondermodell: Die Wandleuchte „Bullauge“

wurde speziell für diese Anwendung mit hohem

Farbwiedergabewert und in verschiedenen Größen vom

Produzenten gefertigt.


architektur FACHMAGAZIN

80

Licht

Stufenplan

ACDF Architecture hat in Montreal den dritten Abschnitt des Büroumbaus für das

Unternehmen Lightspeed realisiert. Das Projekt, das die Platzverhältnisse für die

rund 640 Mitarbeiter maximieren soll, befindet sich im historischen Gare Viger

Gebäude. Im bisher letzten Ausbauschritt erfolgte die Transformation eines rund

930 m 2 großen Stauraums im 5. Obergeschoss in ein funktionales Netzwerk aus

Schulungs-, Tagungs- und Arbeitsbereiche.

Fotos: Maxime Brouillet

Aufgrund des begrenzten Eintrags an natürlichem

Licht im Dachgeschoss legten die Architekten dabei

besonderes Augenmerk auf die Ausarbeitung und

Umsetzung einer Beleuchtungsstrategie: Kontraste in

Licht und Farbe erzeugen Stimmung und heben räumliche

Übergänge hervor. Beim Verlassen der Aufzüge

im 5. Stock empfängt eine dunkle Umgebung und ein

Spiel von Transparenz und Reflektion. Der schwarze

Hintergrund kontrastiert mit glänzendem Metall und

die optische Trennung von Eingangs- und Aufenthaltsbereichen

wird durch Farbgebung und Materialität

akzentuiert. So sorgen als Gegenpart zur dunklen

„Aufzugshöhle“ hellweiße Erschließungsgänge

für Kontraste und etwa freiliegende Ziegelwände und

Holzbalken in den Tagungsräumen für Wohnambiente.

Und auch mit dem nächsten Schritt der Unternehmenserweiterung

von Lightspeed beschäftigen sich die

ACDF Architekten bereits: Geplant wird eine Erweiterung

der Bürofläche um rund 2.300 m 2 – aufgrund der

COVID-Realität sind die Planer vom Auftraggeber dabei

zusätzlich gefordert, drei Konzepte für einfache und

flexible Möglichkeiten für soziale Trennmaßnahmen am

Arbeitsplatz zu erarbeiten.


www.architektur-online.com

81

Licht

Innovative und hochflexible Aluminiumprofilsysteme

mit unendlichen Möglichkeiten.

Sie haben schon etwas ganz spezielles im Kopf? Wir freuen uns

mehr über ihr Vorhaben zu erfahren und stehen Ihnen gerne

beratend zur Seite. Sprechen Sie uns an!

Dome

Besuchen Sie uns in

Halle 3,1 Stand E71

FLAKE ist eine trapezförmige, zierliche direkt-/indirektstrahlende Büroleuchte. Die Formsprache des Leuchtengehäuse

verbindet sich nicht direkt mit der rechtwinkligen Prismenwanne. Der dadurch entstehende Lichtraum verleiht FLAKE eine

FORM FOLGT ARCHITEKTUR - LICHT FOLGT FORM

schwebende Leichtigkeit. Auch als HUMAN CENTRIC LIGHTING / TUNEABLE-WHITE - Ausführung erhältlich.

RIDI Leuchten GmbH, Industriepark Nord, Rudolf-Hausner-Gasse 16, 1220 Wien

Tel.: 01/73 44 210, Fax: 01/73 44 210 5; E-Mail: office@ridi.at, www.ridi.at


architektur FACHMAGAZIN

82

Produkt News

Smartes Wohnen zum Angreifen

Die Zukunft des Wohnens ist smart. Im Idealfall wird intelligente Gebäudetechnik

bereits in die Planungsphase einbezogen. Am besten gelingt das mit umfassender

kompetenter Beratung im Vorfeld sowie während der Planungs- und später der

Bauphase. Genau das bietet Siblik Elektrik mit dem ersten SmartHome-Flagshipstore

im Grazer Center West.

Neben Endkunden und Professionisten aus den Bereichen

Elektrotechnik und Heiztechnik sind auch

Architekten, Bauträger, Sanierer und Großhändler

eingeladen, sich vor Ort rund ums smarte Wohnen zu

informieren und sich von den Vorteilen intelligenter

Gebäudetechnik zu überzeugen.

Auf 130 m 2 wird in Graz gezeigt, was ein smartes

Zuhause kann. Egal, ob Zutrittssysteme, intelligente

Beschattungsregelungen, erneuerbare Energien

oder Lösungen für altersgerechtes Wohnen: Es gibt

praktisch nichts, das sich nicht umsetzen lässt. In

der Modellwohnung finden sich aktuellste technologische

Möglichkeiten für zukunftssicheres, komfortables

Wohnen.

Langfristig zahlt es sich aus, bei Neubau oder Sanierung

intelligente Technik zu integrieren: Ein Siblik

SmartHome lässt sich mühelos an veränderte Bedürfnisse

anpassen. Ist erst einmal eine Basis-Ausstattung

vorhanden, kann das SmartHome im Lauf

der Zeit modulartig und mit nur geringen Zusatzkosten

erweitert werden. Und da Siblik bei seiner

SmartHome-Lösung auf das KNX-Bussystem setzt,

das international von über 500 Herstellern verwendet

wird, sind hohe Flexibilität und Zukunftssicherheit

garantiert.

Siblik SmartHome

T 0800 20 16 44

smarthome@siblik.com

smarthome.siblik.com


www.architektur-online.com

83

Produkt News

Fotos: Zumtobel, Faruk Pinjo

Erleuchteter Campus

Insgesamt vier Bauprojekte umfasst die Weiterentwicklung des Campus der

Johannes Kepler Universität (JKU) in Linz. Nach dem bereits eröffneten LIT Open

Innovation Center und der Panoramaplattform Somnium wurde nun das neue Willkommenszentrum

und die spektakulär umgebaute Bibliothek in Betrieb genommen.

Als Preisträger des Wettbewerbs zeichnet das Linzer Architekturbüro RIEPL

RIEPL ARCHITEKTEN für das Projekt verantwortlich und die nun fertiggestellten

Teile Kepler Hall und das JKU Learning Center komplettieren das Raumangebot.

Zumtobel hat dafür in enger Zusammenarbeit mit den Architekten ganz individuelle

Lichtlösungen erarbeitet.

Die Kepler Hall mit rund 3.000 m 2 Gesamtfläche dient

als neues Willkommenszentrum der Universität. Das

Gebäude ist als Aula und Eventcenter konzipiert und

beherbergt eine Sport- und Mehrzweckhalle. Eine

besondere Herausforderung für die Beleuchtung

stellten die Raumhöhe von circa 14 Metern und die

kaum vorhandenen Reflexionswerte für die vorgegebene

Beleuchtungsstärke von 500 Lux dar. Zumtobel

entwickelte dafür eine breitstrahlende, leistungsstarke

Lichtlinie auf Basis der Leuchte SLOTLIGHT

mit hohen Lichtströmen zwischen 14.600 und 18.300

Lumen. Die schwarzen, ballwurfsicheren Lichtlinien

sind dimmbar und in den architektonisch vorgegebenen

Tragwerksraster eingefügt.

Das neue Learning Center basiert auf dem Bibliotheksgebäude

aus den 1980er Jahren, das mit einer

23 Meter in den Vorplatz auskragenden Aufstockung

versehen wurde. Durch die Erweiterung entstanden

im Inneren neue Recherchezonen, attraktive Lernorte,

locker gestaltete Lounge-Zonen und verschiedene

Kommunikationsbereiche. Zumtobel lieferte

für diesen Bereich eine passgenaue Lichtlösung mit

MIREL Lichtbändern auf TECTON-Tragschienen. Die

schlanken, durchgängigen Lichtbänder mit einem

hohen Lichtstrom (3.700 lm) und guter Entblendung

(UGR < 19) bilden eine Lichtlinie und bieten ideale

Lichtverhältnisse für unterschiedliche Sehaufgaben

in der Bibliothek.

Spektakulär ist außerdem die Inszenierung der Stahlfassade

des Neubaus mit der Thorn-Leuchte NIGHT-

SIGHT. Unterschiedliche Lichtverteilungen sorgen

dafür, dass die Fassade und der Vorplatz gleichmäßig

und wirkungsvoll ausgeleuchtet werden.

Zumtobel

Lighting GmbH

T +43 (0)5572 390-0

info@zumtobel.info

www.zumtobel.com


architektur FACHMAGAZIN

84

Produkt News

Nate = Natur + Hightech

Mit modernster Formholztechnologie und Fertigungstechnik bietet der Objekteinrichter

Selmer eine Möbelserie mit wegweisender Material-Synthese: nate

verbindet Eichen- bzw. Buchenholz auf raffinierte Weise mit einer intelligenten

Zargenkonstruktion aus 100 Prozent Recyclingkunststoff. Das Resultat sind 16 bemerkenswert

leichte und doch stabile Elemente, bestehend aus Tischen, Stühlen,

Hockern und Bänken.

Herzstück und Ursprung der innovativen Produktfamilie

ist der moderne, nachhaltige Holzstuhl nate mit

seiner praktischen Funktionalität: Der pflegeleichte

und stapelbare Stuhl, gefertigt aus nachwachsenden

Rohstoffen und Recyclingmaterial, ist sortenrein

trennbar und lässt sich somit vollständig rezyklieren.

Seine klare Formgebung folgt einer organischen Linienführung:

Die Stuhlbeine aus solidem Massivholz

sind vorne leicht angeschrägt und hinten mit einem

sanften, natürlichen Schwung versehen. Dieser findet

sich auch in den bemerkenswert dünnen, auf 6 mm

gearbeiteten Kontaktflächen an Sitz und Rücken

wieder und stellt den hohen Sitzkomfort sicher. Ausschließlich

die Holzelemente haben Körperkontakt,

während der großzügige Kunststoff-Zargenrahmen

sie trägt.

Die Produkte der nate s Serie (Stühle, -Hocker, -Bänke

und -Tische) verfügen über Rahmen und Gestelle

aus schlankem, ausgelasertem Stahlrohr mit ökologischer

Pulverbeschichtung. Das präzise, puristische

Design verleiht den nate s-Möbeln eine besonders

feinsinnige, zeitlose Anmutung.

Mit der Möbelserie nate bietet der Objekteinrichter

Selmer eine smarte und zukunftsweisende Produktfamilie.

Sie ist nicht nur prädestiniert für den Einsatz

in Gastronomie, Business, Pflege und öffentliche Umgebungen,

ihr dezentes, organisches Design harmoniert

mit jeglicher Architektur.

Selmer GmbH

T +43 (0)6216 20210

info@selmer.at

www.selmer.at


www.architektur-online.com

85

Produkt News

Allround-Talent Baffeldecke

Am Ufer des Zürichsees nahe dem Opernhaus steht das Hotel Bellerive au Lac. Erbaut

in den 1920er Jahren wurde es von 2019 bis 2020 umgebaut und soll 2021 als

erstes AMERON Boutique Hotel wieder eröffnet werden. In neuem Glanz erstrahlen

dabei nicht nur die 61 Zimmer und Suiten, sondern auch die Tagungsräume,

das Restaurant und die Bar.

Das Studio Bellerive ist die Verschmelzung des Restaurants

und der Bar. Es ist mit einer Baffeldecke von

Metalit (gehört zur Fural-Firmengruppe) ausgestattet.

Diese ist in RAL 8022 gehalten und passt ideal in das

stilvolle Design. Sie lockert die Deckengestaltung auf,

indem sie eine ästhetisch ansprechende Verbindung

mit den Lüftungseinbauten schafft und die geschickt

zwischen den Baffeln platzierten Leuchten versteckt.

Neben der besonderen Optik verhilft die perforierte

Decke aber auch zu einer angenehmen Raumakustik.

Eine weitere Funktion ist die in die Baffeln integrierte

Kühlung, die ein wohltuendes Raumklima schafft.

Generell sind Baffeln eine gute Wahl für Architekten,

da sie viele Vorteile vereinen. Bei der Gestaltung haben

Planer eine große Auswahl und können sich designtechnisch

entfalten: Angefangen bei der Form

(Länge, Höhe, Breite), über die Zusammenstellung

der einzelnen Baffel-Elemente, bis hin zur Farbe. Zudem

kaschiert sie den Deckenhohlraum und schafft

praktische Lösungen für Einbauten oder Alarmierungseinheiten.

In großen Räumen kann man zudem

die Akustik gezielt durch unterschiedliche Perforationen

in einzelnen Bereichen des Raums steuern. Durch

die Integration einer Kühlung ergibt sich ein weiterer

wesentlicher Vorteil. Im Studio Bellerive sind all diese

Aspekte der Baffeldecke perfekt umgesetzt worden.

Fural Systeme in

Metall GmbH

T +43 (0)7612 74 851-0

fural@fural.at

www.fural.com


architektur FACHMAGAZIN

Hygiene ist das A und O

Auf den Hügeln von Lüttich errichtete das Architekturbüro

Assar Architects in Zusammenarbeit mit

Artau architectures die „Clinique du MontLégia“,

die mehr als 800 Betten umfasst. Auf Anraten des

Krankenhausarchitekten Alwin Fable vertraute der

Bauherr bei den Armaturen, den Sanitärobjekten aus

Edelstahl und den Haltegriffen für Barrierefreiheit auf

Produkte von DELABIE.

Gesucht waren dabei ästhetische und hygienische

Lösungen für die Patientenzimmer – die Einzelzimmer

und Gemeinschaftsräume – sowie Produkte für

alle medizinischen und technischen Bereiche. Zum

Einsatz kamen bei diesem Projekt neben Haltegriffen,

Klappgriffen und Duscharmaturen auch drei Arten

von Armaturen: Waschtischarmaturen BIOSAFE für

die Zimmer, Selbstschlussarmaturen TEMPOSOFT

mit Betätigungsknopf für die öffentlich zugänglichen

Sanitärräume sowie elektronische Armaturen

TEMPOMATIC MIX 4 und BINOPTIC MIX für die Ausstattung

der OP-Waschrinnen aus Edelstahl, die sich

insbesondere zwischen den Operationssälen befinden.

DELABIE GmbH

T +49 (0)231 496634-0

info@delabie.de

www.delabie.de

86

Produkt News

© Marc Detiffe

Einfache und sichere

Systemlösung

Duschlösungen mit flachen Duschtassen aus emailliertem

Stahl, Mineralguss, Stein oder Verbundwerkstoffen

finden immer mehr Zuspruch in modernen

Bädern. Die Verlegung direkt am Estrich mit einer

Restschwelle von bis zu 2 cm stellt eine gute Alternative

zum barrierefreien Einbau und zu Duschrinnen

und Duschabläufen dar.

Bei der Verwendung von herkömmlichen Ablaufgarnituren

ist bei flachen Duschtassen jedoch die Einbindung

in die Verbundabdichtung problematisch, wodurch es

zu Undichtigkeiten kommen kann. Eine einfache und

sichere Alternative dazu bietet nun HL Hutterer &

Lechner mit dem neuen Komplettablauf HL570 Flex-

Box an, der sich nach der jeweiligen Bauphase in Rohbauset,

Abdichtset und Komplettierungsset gliedert.

Für Passgenauigkeit und damit Dichtheit sorgen dabei

das höhenverstellbare Rohbauteil, welches eine

nachträgliche Höhenanpassung an die Dichtungsebene

ermöglicht, und das Flex-Element, mit dem

eine seitliche Abweichung von bis zu 4 cm (+/- 2 cm

von der Mitte) kompensiert werden kann.

HL Hutterer & Lechner GmbH

T +43 (0)2235 86 291-0

office@hl.at

www.hutterer-lechner.com


www.architektur-online.com

87

Produkt News

Einfach, aber mit Stil

Die Ansprüche an eine moderne Badgestaltung steigen, dementsprechend sind hochwertige

wie designstarke Ausstattungen gefragt – am Ende ist die Entscheidung jedoch

häufig eine Frage des Budgets. Hier setzt GROHE mit seiner Baulines Kollektion an und

bietet ein hochqualitatives und attraktives Komplettangebot für preisbewusste Kunden.

Dank des neu aufgelegten Designs der Badarmaturen profitiert der Kunde von einer

verbesserten Komfortzone: Der verlängerte Winkel mit einem konisch zulaufenden Auslauf

schafft einen optimalen Wasserfluss und verhindert so Wasserspritzer beim Händewaschen.

Durch die nahtlos geschlossene Oberfläche der Armatur können zudem keine

Verunreinigungen eindringen und durch die innere Wasserführung besteht kein Kontakt

zwischen heißem Wasser und der Oberfläche, wodurch Verbrühungen an heißen Oberflächen

ausgeschlossen sind. Abgerundet werden die Vorteile durch GROHE EcoJoy:

Die innovative Technologie reduziert den Wasserverbrauch mithilfe eines Durchflussbegrenzers

von zehn Litern pro Minute auf knapp über fünf Liter. Damit werden Baulines

Armaturen dem gestiegenen Bedürfnis nach nachhaltigen Sanitärlösungen ganz ohne

Komfortverlust gerecht.

GROHE Ges.m.b.H.

T +43 (0)1 680 60

info-at@grohe.com

www.grohe.at

Individuelle

Dampfbäder auf Maß,

auch mit Infrarot

Duschen & Dampfbaden bei optimaler

Raumaus nutz ung – unsere Dampfbäder

passen dank vielfältiger Gestaltungs möglichkei

ten in nahe zu jedes Bad. Infrarot

vereint die entspannende Wirkung von

Was ser dampf mit heilsamer Tiefenwärme.

+ Wannen, Whirlpools, Waschtische, Möbel +

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SEIT

1963


architektur FACHMAGAZIN

88

Produkt News

Massivholz im Bad

Das luxuriöse Badeinrichtungskonzept EDITION LIGNATUR mit Möbeln aus Naturholz

ist das Ergebnis der langjährigen Badkompetenz von KEUCO und der traditionellen

Holzverarbeitungskunst von TEAM 7. Jedes Badmöbel dieser Edition,

entworfen vom Designbüro Tesseraux + Partner, Potsdam, ist ein Unikat und wird

individuell für jede Bestellung von Hand gefertigt.

An hochwertigen Naturhölzern sind Eiche, Eiche Venedig

– hergestellt aus ehemaligen Eichenpfählen

der Lagunenstadt mit natürlichen Verzierungen des

Schiffsbohrwurms – edler Nussbaum sowie eine helle

Wildeiche mit dunklen Astlöchern, deren charakteristische

Oberfläche durch die Behandlung mit natürlichem

Weißöl eine besondere Optik bietet, erhältlich.

Im Bereich der Waschtische, Armaturen und Spiegelschränke

eröffnet das Sortiment der EDITION

LIGNATUR ebenfalls vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten

für exklusive Bäder mit hochwertigem Massivholz.

Einzel- oder Doppel-Waschtischlösungen,

eingelassene oder aufgesetzte Waschtische, Sideboards,

Hoch- und Mittelschränke sowie Sitzbänke

stehen zur Wahl. Die Unterbauten für runde Waschtische

sowie Sideboards und Mittelschränke sind optional

mit Keramik- oder Glasabdeckplatten erhältlich.

Zu den Unterschränken aus edlen Hölzern können

Waschtische aus Varicor oder Keramik kombiniert

werden. Runde Keramik-Aufsatzwaschtische in Weiß

oder Schiefergrau ergänzen das Sortiment. Außerdem

bietet KEUCO praktische Standaccessoires,

passend in Design und Holzart, die flexibel im Bad

positioniert werden können. Die Standaccessoires

für Waschtisch und WC nehmen ebenfalls die Holzvarianten

der Möbel auf.

Ein Bad der exklusiven EDITION LIGNATUR ist in jeder

Holzart stets einzigartig. Es ist das Ergebnis aus

traditioneller Handwerkskunst und wird auftragsbezogen

für Liebhaber des Besonderen gefertigt.

KEUCO GmbH

T +43 (0)662 45 40 56-0

office@keuco.at

www.keuco.com

www.edition-lignatur.de


www.architektur-online.com

Alles andere als Standard

The Standard Hotels sind eine Gruppe kultiger Boutique-Hotels

in Los Angeles, New York City, Miami Beach,

auf den Malediven – und seit kurzem in London,

im ehemaligen Camden Town Hall Annex. Das Gebäude

aus dem Jahr 1974 im brutalistischen Stil wurde

liebevoll restauriert und bildet nun die perfekte Bühne

für das Fünf-Sterne-Hotel mit über 266 Zimmern.

In den Badezimmern setzt das Londoner Hotel auf die

Badmarke Bette, die Duschwannen und Duschflächen

aus glasiertem Titan-Stahl in einer Vielzahl verschiedener

Größen und Formen, alle mit rutschhemmendem

Antirutsch Pro ausgestattet, lieferte. Eingesetzt

wurden bei diesem Projekt auch freistehende, 180 x

80 cm große BetteLux Oval Silhouette Badewannen,

halbeingelassene BetteLux Oval Highline Badewannen

sowie BetteForm Einbauwannen im Format 150 x

70 cm. Auch hier profitiert das Hotel von den Vorteilen

des glasierten Titan-Stahls und der 30 Jahre Garantie

des Herstellers auf das Material.

Bette GmbH & Co. KG

T +49 (0)5250 511-0

projekte@bette.de

www.my-bette.com

© timcharlesphoto

89

Produkt News

MASSARBEIT

IN SERIE.

IN 9 TAGEN

GELIEFERT.

Besuchen Sie uns:

22.– 26.3.2021

www.ish.messefrankfurt.com

IKONA

by Conform

Acht hochwertig gefertigte Badmöbel-Programme aus Österreich. Mehrfach mit internationalen

Designpreisen ausgezeichnet. Funktional bis ins kleinste Detail durchdacht, maßvariabel für individuelle

Grundrisse, flexibel in den Ausstattungskomponenten, High-Tech und Handarbeit ... und ein

Partnersystem, das den Sanitärhandel erfolgreich mit einzigartigen Serviceleistungen unterstützt!

Vertrieb über den Sanitär-Großhandel. Mehr Infos auf www.conform-partnersystem.com

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architektur FACHMAGAZIN

90

Produkt News

Vielfältiges Badmöbel-Maßprogramm

Seit vielen Jahren sorgt die österreichische Badmöbelmanufaktur Conform mit

der Maßserie Riva für Flexibilität und Funktionalität in ihrer schönsten Form.

Der erfolgreiche Evergreen der Badarchitektur ist eine überaus variantenreiche,

industriell gefertigte Waschplatzlösung mit den Features eines Maßmöbels und

passt so in private Lebensräume genauso wie in den Hotel- und Objektbereich.

Flexibel planbar in einer Breite von 60 cm bis 260

cm und frei kombinierbar mit einer großen Palette

an Mineralguss-Waschtischen sowie jeder beliebigen

Aufsatz-Keramik ist Riva ein universell einsetzbares

Programm mit vielen Extras und einem großen

Modellangebot.

Die Modell-Palette reicht von leichten, eleganten Möbeln

mit weißen Aufsatzbecken, über vielfältige Dekor-Lösungen

– beispielsweise in den Farben Weiß

Glanz, Eiche Montese, Fichte Antik und Flexstone

– bis hin zu kraftvollen, archetypischen Formen mit

handgefertigten Becken-Skulpturen aus Lavastein.

Im aktuellen Neuheiten-Programm wurden die vielfältigen

Möbelelemente zusätzlich mit neuen Konsolenlösungen

in unterschiedlicher Formgebung und in

verschiedenen Dimensionen ergänzt. Neue Ideen für

Ästhetik und Komfort auf hohem Niveau zeigen aber

auch die Neuheiten in den Frontoptiken Toreno Eiche

und Betuna. Zudem glänzt der Longseller nun auch

mit der neuen Aufsatzkeramik aus der Serie Quadro

sowie vielfältigen neuen Arrangements und Kombinationsmöglichkeiten

aus bestehenden Elementen.

In Summe ist Riva ist ein charaktervolles Badmöbelprogramm,

das Maß an persönlichen Bedürfnissen

und dem Wunsch nach Individualität nimmt und daraus

ein Bad formt.

CONform Badmöbel GmbH

T +43 (0)5412 63493

office@conformbad.at

www.conformbad.at

www.conform-partnersystem.com


www.architektur-online.com

91

Produkt News

Garantiert

spannungsfrei.

Infrarot für alle

Wohltuende Infrarotwärme bietet das neue Infrarotpaneel Malaga

von Repabad, das wie ein Bilderrahmen an der Wand befestigt wird.

Das kompakte Glaspaneel schmiegt sich platzsparend an die Wand

an und ist in den Farben Dark Black, Obscure, Snow, Pearl und Coffee

erhältlich. Auf Wunsch können damit auch persönliche Farbakzente

gesetzt werden – dabei sind alle RAL-Töne möglich.

Das Glas hat eine Gesamtlänge von 109,5 cm und eine Breite von 36,5

cm, wobei das Gehäuse in Aluoptik etwas zurückversetzt (106,5 x

33,5 cm) ist und durch den Versatz optische Leichtigkeit verleiht. Das

Paneel selbst misst eine Tiefe von 10 cm, inklusive Rückenlehnen und

höhenverstellbarer Kopfstütze beträgt der Abstand zur Wand 21 cm.

Für den richtigen Abstand zwischen Infrarotstrahler und Rücken

sorgen die weichen anschmiegsamen Lehnen. Die Stärke der Infrarotfunktion

lässt sich über das direkt in die Glasfläche eingelassene

Bedienfeld regeln.

Malaga kann in allen Räumen außerhalb von Nassbereichen wie z.B.

im Schlafzimmer, Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Gästezimmer etc.

angebracht werden. Für Infrarotanwendungen in Nassräumen bietet

Repabad mit den Infrarotpaneelen Bilbao, Palma und Lissabon

Lösungen an, die wasserdicht und speziell für Nassräume wie Bad,

Dusche oder Dampfbad konzipiert sind.

repaBAD GmbH

T +43 (0)800 29 35 18

info@repabad.com

www.repabad.com

Günther Zellhofer

Bauleitung BTS - Trendfloor,

Wien

Ein schöner Bodenbelag steht

und fällt mit der Qualität des

Unterbodens. Rasch muss es

immer gehen, da ist eine schnelle

Belegreife auch bei Schichtdicken

bis 35 mm ein echter Vorteil. Und

spannungsfrei sollte der Untergrund

sein, mein Alltag ist spannend

genug. Da kommt für mich nur

eine Nivelliermasse in Frage, die

MUREXIN CA 60. Die hält.

Murexin. Das hält.


architektur FACHMAGAZIN

92

Produkt News

Wien, Moskau, Madrid, Miami

und nun Berlin

Mit dem Konzept der „LAUFEN spaces“ verfolgt LAUFEN eine neue Art der

Präsentation und Begegnung zum Thema Badezimmer. Wie bereits in anderen

Metropolen erfolgreich realisiert, wurde das Konzept kürzlich auch in Deutschland

umgesetzt. Der LAUFEN space in Berlin-Charlottenburg, in unmittelbarer Nähe

zum Kurfürstendamm, zeigt eine kuratierte Edition von Produkten und lädt spielerisch

dazu ein, Badkeramik und die Wechselwirkungen mit anderen kreativen

Ausdrucksformen zu erleben.

Aus einem ehemaligen Antiquitätengeschäft mit

Gründerzeitflair ist dort ein interdisziplinärer Raum

entstanden, welcher die anderen LAUFEN spaces in

Wien, Madrid, Moskau und Miami mit der deutschen

Hauptstadt verbindet: Zwei prominente Schaufenster

an der lebhaften Kantstraße, um die Ecke die legendäre

Paris Bar und am Carré der angesagten Fusion-Küchen

- dies war die Ausgangslage, aus welcher der

Designer Konstantin Grcic eine Szenografie geschaffen

hat, die mit irritierenden visuellen Widersprüchen

die ausgestellten Objekte unerwartet inszeniert: Im

Mittelpunkt steht das zur Skulptur bestimmte Produkt

– aber der eigentliche Raum, der space, wird im

neuen Ausstellungskonzept zu einem Ort für Veranstaltungen,

Talks und Videoinstallationen.

“Für mich ist der LAUFEN space Berlin wie ein Brief

aus der Zukunft. Er erzählt, archiviert die Formen und

vernetzt sich mit den anderen existierenden LAUFEN

spaces zu einem lebendigen Organismus in der digitalen

Welt. Er hat aber über die einzelnen Orte eine

haptische Rückbindung. Der Showroom wird zum Archiv,

Labor, Studio u.s.w.,” erklärt Roger Furrer, Marketing

Director LAUFEN BATHROOMS.

LAUFEN Austria AG

T +43 (0)2746 6060-0

office@at.laufen.com

www.laufen.co.at


U

L

A

E

I

C

H

www.architektur-online.com

Modulares Möbelkonzept

Ab April 2021 erweitert Geberit die Komplettbadserie

Geberit iCon und präsentiert neue Waschtische,

Möbel und Oberflächen sowie ein weiterentwickeltes

WC. Die Badserie ist als modulares System konzipiert

und bietet sowohl für kleine als auch für große Bäder

noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Bei der aktuellen

Überarbeitung wurde besonderes Augenmerk

auf den modularen Aufbau und die Flexibilität bei

der Produktauswahl gelegt: Verschiedene Waschtischmöbel,

Seitenschränke und offene Regale sowie

Metallablagen lassen sich passgenau in unterschiedlichen

Kombinationen zusammenstellen. Neben den

bestehenden Farben Weiß hochglänzend und Weiß

matt sowie Lava matt stehen bei den Oberflächen zusätzlich

Sand-grau hochglänzend, Eiche sowie Nussbaum

Hickory zur Wahl. Erweitert wird auch das bestehende

WC-Sortiment durch ein wandhängendes

WC in moderner, runder Optik mit nahezu verdecktem

Siphon. Ausgestattet mit einem neu entwickelten

Spülverteiler wurde das WC strömungstechnisch

optimiert. Das sorgt für eine effiziente und saubere

Ausspülung und die Spülhydraulik ist noch präziser

und kraftvoller.

93

Geberit Vertriebs GmbH & Co KG

T +43 (0)2742 401 0

sales.at@geberit.com

www.geberit.at/architektur

Produkt News

HL570 FlexBox Installationsset

T

Ä

T

A

U

S

Ö

S

T

E

R

I

R

Q

HL HUTTERER & LECHNER GMBH

E I N F A C H & S I C H E R



Komplettablauf, nach der jeweiligen

Bauphase gegliedert in Rohbauset,

Abdichtset und Komplettierungsset.

Einfache Montage durch höhenverstellbaren

Rohbauteil, nachträgliche

Höhenanpassung an die

Abdichtungsebene.

Das Flex-Element (blau) ermöglicht,

dass seitliche Abweichungen

von bis zu 4cm (plus/minus 2cm

von der Mitte) zwischen Rohbauteil

und Duschtasse problemlos aufgenommen

werden können.

Sicherer Zugang zum Ablaufrohr

durch herausnehmbaren Siphoneinsatz.

Nachträgliche Kontrollmöglichkeit

von Feuchtigkeitsbildung unterhalb

der Duschtasse.

Das Flex-Element gewährleistet

einerseits den dichten Anschluss

an das Rohbauteil durch Mehrfach-Lippendichtung

u. runde Bauweise,

andererseits die sichere Einbindung

in die Verbundabdichtung.

Einbauhöhe: 80 bis 250 mm

Ablaufleistungen: 0.5 l/s

Abdeckung Abmessung: Ø 113mm

www.hl.at www.hlhaus.at www.schönerduschen.at


architektur FACHMAGAZIN

94

Produkt News

© iStock.com/ SangHyunPaek © iStock.com/Artjafara

++

Urbanes Design

mit zeitlosem Look

Der neue Kautschuk-Belag norament castello unterstützt mit seiner Optik moderne

Architekturkonzepte. Die leicht marmorierten Fliesen mit der neuen Two-Tone-Oberfläche

treffen durch ihre zurückhaltende Ausstrahlung den Zeitgeist und

fügen sich perfekt in jedes Ambiente ein – sie passen zum klassischen Einrichtungsstil

ebenso gut wie zum angesagten Industrial Style. Das ursprüngliche, an

Beton und Kalkstein angelehnte Design vermittelt Ruhe und verleiht dem Ambiente

eine puristisch-minimalistische Ausstrahlung.

Die Farbpalette von norament castello umfasst acht

warme Grau- und Beigetöne. Die Grautöne erscheinen

edel wie unaufdringlich-elegant – sie treten in

den Hintergrund und bringen so andere Farben zur

Geltung. Die Erd- und Beigetöne verleihen Räumen

eine behagliche, wohnliche Ausstrahlung und schaffen

damit eine angenehme Wohlfühlatmosphäre. Als

neutrale Basis können sie gut mit kräftigen Farben

akzentuiert werden.

Ästhetisch und komfortabel –

für ein repräsentatives Ambiente

„norament castello bietet eine Synthese aus inspirierender,

zeitloser Ästhetik und einzigartiger Funktionalität“,

so Bettina Haffelder, Vice President nora

DACH. Durch seine dezente Anmutung passt der 3,5

Millimeter dicke Kautschukboden zu jedem Einrichtungsstil

und lässt sich gut kombinieren – für nahezu

unbegrenzte gestalterische Vielfalt. Dabei sind die

hochwertigen Quadratmeter-Fliesen ebenso robust

wie langlebig und bieten alle Vorteile eines elastischen

Belags, wie hervorragende Ergonomie- und

Akustikeigenschaften. Mit ihrer hohen Trittschalldämmung

von 10 dB vermindern sie die Geräuschkulisse

und sorgen so auch in viel frequentierten

Gebäuden für eine angenehm ruhige Atmosphäre.

Damit eignet sich der neue Belag perfekt für repräsentative

Räume wie Foyers und Eingangsbereiche.

nora flooring

systems GesmbH

+43 (0)7242 74 001-0

info-at@nora.com

www.nora.com


www.architektur-online.com

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Produkt News

Lösungen zwischen

Tür und Zarge

Die Ansprüche steigen

Widerstandsfähigkeit, robuste Oberflächen, guter Schallschutz und Wirtschaftlichkeit

– das sind die Anforderungen an Produkte im modernen Wohnbau. Alle diese Eigenschaften

in nur einem Produkt vereint die RIGIPS Habito Platte, die über eine besonders

robuste Oberfläche verfügt und deutlich widerstandsfähiger als herkömmliche Innenwand-Oberflächen

ist. Sie steckt beispielsweise Schläge und Stöße locker weg. Ein

Aspekt, der sich auch bei der Einbruchsicherheit bezahlt macht. RIGIPS Habito erreicht

bei einer doppelten Beplankung die Widerstandsklasse RC2 nach ÖNORM EN 1627.

Dank der massiven Eigenschaften müssen Rigips Habito-Wände nicht immer doppelt

beplankt werden. Das bringt mehr Raum – bei 20 Laufmeter Wand einen halben

Quadratmeter und bis zu 44% niedrigere Investitionskosten. Zudem können die damit

erstellten Wände mit doppelt so hohen Konsolenlasten beansprucht werden wie herkömmliche

Trockenbausysteme. An einer einfach beplankten Wand können ganz ohne

Dübel bis zu 80 kg pro Laufmeter montiert werden.

Saint-Gobain RIGIPS Austria GesmbH

T +43 (0)3622 505-0

rigips.austria@saint-gobain.com

www.rigips.com

Ihr Kontakt

Alexander Moser

+43 664 / 167 2514

RIGIPS Habito wurde in den Luxuswohnungen der

prestigeträchtigen Wiener Cotton Residence verbaut.

www.simonswerk.com


architektur FACHMAGAZIN

96

Produkt News

Eiche Griseo Eiche Marrone Eiche Soren

Erweiterte Gestaltungsfreiheit

Die Admonter Holzindustrie AG präsentiert Neuheiten im Produktbereich

und neue Visualisierungskonzepte auf digitaler Basis. So gibt es 2021

drei neue Farben im Eichenbodensortiment, eine neue Holzart bei den

Laubholzböden und zwei neue, interessante Produkte für die Wand- und

Möbelgestaltung.

Die Eichenböden „Soren“, „Griseo“ und „Marrone“

erweitern das vielfältige Parkettsortiment mit zwei

Grautönen und einem dunklen Braunton. Für eine besondere

Anmutung sorgt der neue Kerneschenboden

in Rohholzoptik bei den Laubhölzern mit seiner einzigartigen

Maserung.

Die neue Fichte Grid schwarz im Wandelemente Programm

GALLERIA überzeugt mit ihrem speziell verkohlten

Look – ein Trend, den man schon aus Japan kennt.

Die neue Möbelplatte in Eiche wurde speziell für den

Einsatz in hochwertigen Echtholzmöbeln entwickelt.

Ihre kreuzverleimte Mittellage in Sichtqualität macht

somit den Anleimer überflüssig und ermöglicht ein

verzugsfreies, stabiles Verhalten, ein einwandfreies

und schnelles Verarbeiten und eine schöne Optik

ohne einen zusätzlichen Arbeitsschritt.

Und mit der neuen kostenlosen App „Admonter

Wohnwelten“ können nun sehr einfach eine Vielzahl

der Admonter Naturholzböden virtuell verlegt

werden. Nach dem Upload eines Bildes kann damit

bereits vor der Besichtigung eines Admonter Schauraums

eine gute Vorauswahl des Traumbodens

getroffen werden. Infos zur App sowie zur Desktop-Version

der „Admonter Wohnwelten“ sind auf der

Website www.admonter.com zu finden.

Admonter Holzindustrie AG

T + 43 (0)3613 3350-0

info@admonter.at

www.admonter.com


www.architektur-online.com

97

Produkt News

Zelle für das Büro

Durch das Vermeiden von sozialen Kontakten und Home-Office-Konzepten

sind Videokonferenzen heute zu einem wesentlichen

Bestandteil im Geschäftsleben geworden. Offene

Büros verfügen aber in der Regel nicht über eine ausreichende

Anzahl an Konferenzräumen und Ruhezonen, was die Videokonferenzfähigkeit

einschränkt. Abhilfe verspricht die „Telefonzelle

Framery One“, ein Ein-Personen-Arbeitsplatz, der für

die Aufstellung in Büroräumen und für störungsfreie Meetings

und virtuelle Konferenzanrufe entwickelt wurde. Ausgestattet

mit neuester Kommunikationstechnik und regelbarem Luftstrom

und Beleuchtung lassen sich sowohl Sitz als auch Tisch

ergonomisch für längere Meetings einstellen. Erhältlich ist das

Produkt, das auch über Räder verfügt, in acht zeitlosen Farben.

Für den Innenraum stehen angepasste Teppiche, Sitze

und Tische zur Verfügung.

www.frameryacoustics.com

ENTDECKEN SIE

TWILIGHT:

PVC FREIES GEWEBE

FÜR DEN SICHT- &

BLENDSCHUTZ.

Twilight-Gewebe als textiler Sonnenschutz vermeiden

Blendung und lassen dennoch Tageslicht

in die Räume. Sie bieten eine flexible Beschattung

und sorgen dafür, dass das Licht im Raum

zum gesamten Wohlbefinden beiträgt.

• 100 % PVC-frei

• Schwer entflammbar

• Textiler Charakter

• Geruchsneutral

• Innen und außen einsetzbar

• Idealer sommerlicher Wärmeschutz

• Optimaler Blendschutz

bei guter Durchsicht nach Außen

www.sattler-twilight.com

SATTLER SUN-TEX


architektur FACHMAGAZIN

98

Produkt News

Harter Kern

Basierend auf der steigenden Nachfrage nach Rigid Core Belägen hat PROJECT

FLOORS die technisch ausgereifte SPC-CORE COLLECTION entwickelt. Der wesentlichste

Vorteil der Neuerung ist, dass diese Beläge auf fast jedem Untergrund

verlegt werden können, da ihr harter Kern ein Durchdrücken von leichten Unebenheiten

verhindert.

Zudem sind die Planken und Fliesen extrem formstabil

und können so auch direkt auf vorhandenen Keramikoder

Steinfliesen oder anderen Hartbelägen verlegt

werden, was eine Renovierung deutlich sauberer und

einfacher macht. Die integrierte Unterlage ersetzt

einen Arbeitsschritt und sorgt mit einer deutlichen

Trittschallverbesserung von 20 dB für eine gute Raumakustik

und bietet zudem zusätzliche Fußwärme.

Die neue Kollektion enthält 17 Dekore, 13 davon haben

sich schon in der CLICK COLLECTION bewährt,

sowie vier Fliesen in Steinoptik und 13 Holzdekore,

teilweise auch mit synchrongeprägter Oberfläche.

Wie alle Bodenbeläge von PROJECT FLOORS ist

auch die SPC-CORE COLLECTION geprüft und gemäß

INDOOR AIR COMFORT GOLD zertifiziert. Sie

weist damit keine Emissionen von flüchtigen Stoffen

in die Raumluft auf und ermöglicht insbesondere

im privaten Wohnbereich eine unkomplizierte und

wohngesunde Raumgestaltung.

PROJECT FLOORS GmbH

T +49 (0)2233 9687-0

info@project-floors.com

www.project-floors.com


www.architektur-online.com

Neue Wohnqualität

99

Produkt News

Mit stoneCARPET bietet ARDEX unendliche Gestaltungsmöglichkeiten

und Naturstein in Perfektion. Einmalig sind nicht nur die Festigkeit und

Widerstandsfähigkeit der Produktneuheit, auch durch die patentierte Einfärbetechnik

hebt sich die Produktreihe vom Markt ab. Rundkiesel aus

traditionellem Flussquarz oder moderner Premium-Marmor bilden die

Basis dieses einzigartigen Naturproduktes und die Farbpalette eröffnet

unzählige Gestaltungsmöglichkeiten.

Allen ARDEX stoneCARPET-Varianten gemeinsam ist, dass sie als hochwertige

Lösung den Stil von Moderne oder Tradition mit höchstem Komfort

vereinen: Im Außenbereich auf Terrassen, Poolumrandungen oder auf

Wegen, oder im Wohnbereich, erschließen sich damit für Architekten neue

Gestaltungsmöglichkeiten. Und auch im Duschbereich oder in Feuchträumen

lässt sich die Innovation für Wand- und Bodenflächen einsetzen.

Somit stellt ARDEX stoneCARPET die perfekte Ergänzung zu dem kreativen

panDOMO®-System zur grenzenlosen Oberflächengestaltung auf

Wand, Boden und Decke dar.

ARDEX Baustoff GmbH

T +43 (0)2754 7021-0

marketing@ardex.at

www.ardex.at

www.stone-carpet.at

Design

Neuheit

Viel. Falt.

Groß in Form.

markilux pergola stretch

markilux Designmarkisen. Die Beste unter der Sonne. markilux.com


architektur FACHMAGAZIN

100

Produkt News

Sicherheit, Ästhetik und Komfort

Für die immer höher werdenden Anforderungen an Holzhaustüren bietet

SIMONSWERK die innovativen, ästhetischen und sicheren Bandsysteme

der Marken BAKA, TECTUS und VARIANT.

Mit einem Belastungswert von bis zu 160 kg bietet

das bewährte und speziell für gefälzte Holzhaustüren

entwickelte Bandsystem BAKA Protect 4000 maximale

Sicherheit gegen Einbruch und Witterungseinflüsse

und eine Ästhetik, die höchsten Ansprüchen

gerecht wird.

Das Bandsystem TECTUS ist perfekt darauf abgestimmt,

gefälzte und ungefälzte Holzhaustüren mit

nicht sichtbaren Bändern ästhetisch und sicher in

minimalistischen Eingangskonzepten zu integrieren.

Für nach außen aufgehende Holz-/Aluminiumtüren

hat SIMONSWERK das Bandsystem VARIANT VX

7729/160-4 HA MSTS entwickelt. Mit einer Materialstärke

von 4 mm garantiert es eine Belastbarkeit bis

160 kg – ausgehend vom Referenzwert 1.000 x 2.000

mm. VARIANT VX 7939/160 FD 18/5 ist bestens geeignet

für den Einsatz an gefälzten Objektholzhaustüren

bis 200 kg. Die Ausführung ermöglicht einen

Überschlag von 18 mm mit 5 mm Falzluft, eine spezielle

Nut nimmt die durchgehende Flügeldichtung

auf, optimiert damit den Wärmedämmwert und verhindert

jegliche Zugluft.

Die Modellvarianten TECTUS Energy ermöglichen

den Einsatz von elektronischen Sicherheits- und

Komfortkomponenten in Holzhaustüren ohne eine

sichtbare Kabeltechnik. Durch die integrierte Energieübertragung

werden die Tür- und Zargengeometrie

in keiner Weise geschwächt und die permanente

Energieversorgung von elektronischen Komponenten

ist gewährleistet. Das Kabel ist quetschungssicher

und fest im Bandgehäuse integriert.

SIMONSWERK GmbH

T +49 (0)5242 413-0

info@simonswerk.de

www.simonswerk.com


www.architektur-online.com

101

Produkt News

Fotos: ZROBYM

Wie am Jahrmarkt, nur eleganter!

Dass man Verkaufsstände transportieren kann, weiß

jeder, der schon einmal einen Jahrmarkt besucht hat.

Die mobilen Shops, die eine Firma in Weißrussland zur

Vermarktung ihrer Produkte entworfen hat, sind jedoch

eine echte, ästhetische Weiterentwicklung des simplen

Verkaufscontainers. Das Team der ZROBYM architects

wählte eine einfache, rechteckige Form. Der Köper lässt

sich leicht transportieren und mit einem Kran an jeder

beliebigen, möglichst stark frequentierten Stelle absetzen.

Man hat für die Konstruktion umweltfreundliche

Materialien (Sperrholz) benutzt und die 12 Stück Türen

an der Außenseite schaffen einen lichtdurchfluteten

Verkaufsraum. An den Außenkanten der Türblätter sorgen

LED-Streifen für einen optischen Effekt.

www. zrobym.by

Andreas Jäger

Klimaexperte

Für den Klimaschutz

in Österreich:

CO 2

-Emissionen lassen

sich eindämmen.

Dank der hervorragenden

Dämmwirkung der Austrotherm

Dämmstoffe lassen sich nicht

nur die CO 2

- Emissionen deutlich

reduzieren, sondern auch die Heizund

Kühlenergiekosten. Nur einer

von vielen Beiträgen, den wir bei

Austrotherm für den Klimaschutz in

Österreich leisten. Heute und

auch morgen.

austrotherm.com

Gutes Klima. Gutes Leben.


architektur FACHMAGAZIN

102

Produkt News

Neue Produkte – Neue Plattform

AluKönigStahl präsentiert die neuesten Produktentwicklungen und Service-Highlights

seiner Systempartner Schüco und Jansen auf i.NNOVATIONNOW, einer

neuen Online-Plattform.

Die Neuheiten von Schüco sind dabei rund um die

Schwerpunkte HEALTH, SMART und SECURITY zusammengefasst.

Gesundes Bauen gewinnt stetig an

Bedeutung und reicht von natürlicher Lüftung mit

Schallschutz und Wärmerückgewinnung über antimikrobielle

Griffe und Oberflächen, Barrierefreiheit für

Fenster, Türen und Schiebetüren bis hin zu vollintegrierten

Sonnenschutz-Lösungen. Smartes, intelligentes

Bauen wieder beschäftigt sich mit Themen wie

schnellere und effizientere Fertigung, textile Fassaden,

oder integrierte und aufgesetzte Antriebe. Unter

Security fällt das Grundbedürfnis nach Sicherheit,

wie Einbruchschutz, Sabotage, Brand oder Spionage.

Die Produktschwerpunkte von Jansen auf der Online-Plattform

stehen ganz im Zeichen von Design

und Sicherheit. Mit dem mehrfach ausgezeichneten

System Janisol Arte wird Architekten und Planern

nicht nur eine attraktive Alternative für die Sanierung

von Industrie- und Loftverglasungen geboten,

sondern auch im privaten Wohnungsbau moderne,

innovative Lösungen ermöglicht. Die auf das Äußerste

reduzierten Ansichtsbreiten gewährleisten ein einzigartiges

Design.

„Die aktuelle Situation und der Wegfall wichtiger

Branchenevents stellen auch uns vor neue Herausforderungen.

Wir haben bewusst ein neues, digitales

Format gewählt, denn wir wollen damit ein wichtiger

und vor allem innovativer Wegbegleiter für unsere

Partner sein und die wichtigsten Trends sowie Produkt-News

aus dem Hause AluKönigStahl auf den

Punkt bringen“, erläuterte Philip König, AluKönig-

Stahl CEO, die neue Plattform.

ALUKÖNIGSTAHL GmbH

T +43 (0)1 98130-0

office@alukoenigstahl.com

www.alukoenigstahl-inow.com/at


www.architektur-online.com

103

Produkt News

Starkes Duo

Fenstermarkisen sind die ideale außenliegende Beschattung

großer Flächen. Sie halten die Sonnenstrahlen

bereits außen vom Glas ab und lassen die

Hitze erst gar nicht ans Fenster. So wird der Hitzestau

vermieden und keine Wärme in den Raum hineintransportiert.

Besonders empfiehlt sich hier der

ZIP-SOLIDSCREEN von VALETTA. 2021 gibt es dieses

designorientierte Produkt als Doppellösung: Die

senkrechte Fenstermarkise wird mit einem separat

bedienbaren Insektenschutz kombiniert! So ist man

untertags vor der Sonneneinstrahlung und abends

vor unerwünschten Plagegeistern gut geschützt. Das

Herausragende an diesem System ist seine Vielfältigkeit:

als Auf- oder Unterputz-Variante, mit oder ohne

Dämmung, mit der Möglichkeit auf eine distanzierte

Ausführung. Hier greift der österreichische Sonnenschutzprofi

auf seine jahrelange Expertise in der

Entwicklung von Sonnenschutzlösungen zurück, um

allen Anforderungen seiner Kunden und des Marktes

gerecht zu werden. Die neuen ZIP-Fenstermarkisen

haben standardmäßig eine Vorbereitung für den Insektenschutz

integriert, sodass jederzeit auch später

nachgerüstet werden kann!

Das System ist besonders regen- und windbeständig:

Der Behang ist nicht nur im Bereich der Welle

und des Fallstabs fixiert, sondern über die gesamte

Führungsschienenlänge. Zusätzlich wird es zur möglichst

komfortablen Nutzung mit einem Funkmotor

ausgestattet. Der ZIP und die Kunststofflaufnut gewährleisten

eine sichere Führung und optimale Spannung

des Tuchs. Eine Spezial-Tuchwelle mit versenktem

Tuchschlitz für Schnellwechselkeder sorgt für

eine saubere Tuchwickelung ohne Druckstellen und

einen einfachen Wechsel des Behangs. Dieser ist zudem

durch eine Kassette vor Nässe und Verschmutzung

sicher geschützt.

VALETTA Sonnenschutztechnik

GmbH

T +43 (0)732 38 80-0

office@valetta.at

www.valetta.at

+

Hart – härter –

HABITO

Die unbesiegbare Nr. 1 von Rigips

ROBUSTE OBERFLÄCHE

Widerstandsfähig bei

einwandfreier Ästhetik!

SICHER IM SYSTEM

Sichere, geprüfte Alternative

zu Hybridkonstruktionen!

SCHALLSCHUTZ

Besserer Schallschutz als

Standardkonstruktionen!

WIRTSCHAFTLICH

Nutzflächengewinn und

geringere Investitionskosten!

EINBRUCHSCHUTZ

Extern geprüft ohne

Stahlblecheinlage!

GESTALTUNGSFREIHEIT

Hohe Lasten ohne Dübel an jeder

beliebigen Stelle der Wand!


architektur FACHMAGAZIN

104

Produkt News

Außergewöhnliches Terrassenwohnhaus

In Amsterdam haben Dok Architekten mit „The George“ einen Wohnkomplex

mit 47 Apartments realisiert. Positioniert in Zuidad, einem beliebten

Wohngebiet, unterstützt das Projekt das Zusammenwachsen zu einem Arbeits-,

Einkaufs- und Wohnviertel: Hier wird einer umweltbewussten Stadtplanung

und einer Architektur, die sich an den Bedürfnissen der Bewohner

orientiert, besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Und diese Anforderungen

werden von The George, neben den Ansprüchen an energieeffizientes

und ressourcenschonendes Bauen, auf vielfältige Weise erfüllt.

So bieten sämtliche Wohnungen durch Glas-Faltwände

mehr Raum, mehr Helligkeit und mehr Transparenz.

Die beweglichen, größtmöglichen Gebäudeöffnungen

lassen den Innen- und Außenbereich

miteinander verschmelzen. Zum Einsatz kam dafür

das System Highline von Solarlux, des Spezialisten

für größtmögliche, bewegliche Gebäudeöffnungen.

Das für sein Design und die patentierte Technik vielfach

ausgezeichnete System konnte entsprechend

der verschiedenen Grundrisse der Apartments in unterschiedlichen

Ausführungen integriert werden. Gemeinsam

ist jedoch allen Glas-Faltwänden die Möglichkeit

zur schwellenlosen Öffnung über die gesamte

Breite von Balkon oder Terrasse. Auch geschlossen

ermöglicht es dank schlanker Ansichtsbreiten von 99

mm im Flügelstoß höchste Transparenz.

SOLARLUX AUSTRIA GmbH

T +43 (0)512 209 023

info@solarlux.at

www.solarlux.at

Fotos: Constantin Meyer für Solarlux GmbH

Insgesamt 47 wärmegedämmte Anlagen mit einer

Breite von bis zu 7,50 Metern und einer Höhe von

2,70 Metern, bei einer Flügelbreite von ca. 0,90 Metern,

wurden im Wohnkomplex verbaut.


www.architektur-online.com

105

Systeme in Metall

Produkt News

fural.com

WIR SIND

BAFFELDECKEN

fural.com

Inspiration für Farbund

Materialauswahl

Renson deckt mit seinem unendlich personalisierbaren Outdoor-Living-Programm

die Bedürfnisse nach funktionaler

und ästhetischer Außenarchitektur ab, die die Grenzen zwischen

Innen und Außen verwischt. Wie etwa mit sechs Designstilen

für Renson Camargue, bei denen Materialien und

Farben perfekt aufeinander abgestimmt sind. Jeder dieser

Stile passt perfekt zu den Trends von heute und morgen, die

das Unternehmen gemeinsam mit der renommierten Trendagentur

Francq Colors ermittelt hat. Jeder Designstil besteht

aus einer Kombination mehrerer Elemente und beginnt mit

der Lackfarbe für die Struktur einer Terrassenüberdachung.

Aber auch ein integriertes Fixscreen-Tuch oder Loggia-Schiebeläden

können in Art, Material und Farbe aufeinander abgestimmt

werden. Außerdem wurden optionale Außenvorhänge

entwickelt, die farblich und optisch perfekt zu jedem Designstil

passen.

RENSON Headquarters

T +32(0) 56 62 71 11

www.renson-outdoor.at


architektur FACHMAGAZIN

106

Produkt News

Schieben statt Kippen

Großzügige Verglasungen und maximale Transparenz liegen bei Büro- bzw.

Wohnhochhäusern, Shops und Ladenzeilen oder architektonisch ansprechenden

Privatgebäuden weiter voll im Trend. Vor diesem Hintergrund setzen Planer und

Bauherren immer häufiger auf die flexiblen Schiebesysteme von WICONA, die neben

ästhetischen Vorteilen und effizienter Raumnutzung auch maximale Performance in

puncto Windstabilität, Schlagregendichtheit und Schallschutz aufweisen. Unter den

innovativen Produktlösungen des Aluminiumsystemhauses findet sich zudem für

jede bauliche Anforderung eine optimale Konstruktion.

Speziell für Büro- und Wohnhochhäuser konzipiert

wurde etwa das großzügig ausgelegte Versatz-Schiebetürensystem

WICSLIDE 150 PS (Performance

Slider). Die innovative Hybridlösung verbindet die

vorteilhaften Eigenschaften einer Schiebetür und

eines Fensters. Das System bringt dank sehr schlanker

Profile viel Tageslicht ins Innere und sorgt zudem

für eine optimale Nutzung sowie eine optische

Vergrößerung des Raumes – für einen fließenden

Übergang in Richtung Terrasse oder Balkon und ein

Maximum an Wohnkomfort. Ein weiteres Plus ist die

leichtgängige und platzsparende Bedienung: der

Flügel macht zuerst einen 6 Millimeter-Versatz nach

innen, dann läuft er parallel zum Festfeld, ohne Kontakt

mit den Dichtungen. Die umlaufende Dichtung

und das patentierte Mitteldichtungssystem sorgen

für eine hervorragende Schlagregendichtheit (Klasse

E1200) – diese ist bis zu vier Mal höher als bei üblichen

Schiebetüren. Mit dem Griff in 90°-Stellung ist

der noch verriegelte Flügel in Lüftungsposition und

ermöglicht so eine Mikro-Lüftung nach Klasse A1.

Nicht zuletzt überzeugt das Hybridsystem auch in

puncto Schallschutz mit einem einen Rw-Wert von 45

dB sowie die sehr hohe Widerstandsfähigkeit gegen

Windlasten (Klasse 3).

Gefertigt werden die Profile aus der nachhaltigen

Aluminiumlegierung Hydro CIRCAL 75. Diese verfügt

über einen marktweit einzigartigen End-of-Life Aluminium-Anteil

von mindestens 75 Prozent.

Hydro Building Systems Austria GmbH

T +43 (0)6212 20000

info@wicona.at

www.wicona.at


www.architektur-online.com

107

Produkt News

Fotos: Austrotherm

Exklusiv und elegant

Am nördlichen Stadtrand von Graz gestaltete Architekt Gerald Prenner für das

Oberwarter Bauunternehmen Schwartz Bau eine Wohnhausanlage, die nicht nur

wegen ihrer gehobenen Ausstattung lockt. Gelegen im Bezirk Andritz verspricht

das Projekt Wohnen mit hohem Wohlfühlfaktor im Grünen. Unter dem Slogan „Natur

trifft Architektur“ entstand so das Eigenprojekt des Bauunternehmens.

Entstanden sind drei zweigeschoßige, villenartige

Wohnhäuser, die sich unaufgeregt in den Geländeverlauf

einfügen. Mit einer Gesamtwohnnutzfläche

von über 1.000 Quadratmeter umfasst jedes Gebäude

vier Wohneinheiten, deren Grundrisse nach

Südwesten ausgerichtet sind. Großzügige Glasflächen

holen den attraktiven Außenraum ins Innere,

weitläufige Terrassen bieten den Blick ins Grüne.

Neben der Massivbauweise punktet das Projekt

durch die energieeffiziente Beheizung mittels Luftwärmepumpe,

Holzfenster, Geländer nur aus Glas

und eine Fassade, die der zeitgenössischen Architektur

eine einzigartige Optik verleiht.

„Wir wollten für die Fassade eine elegante Struktur,

die sich trotzdem nicht in den Vordergrund spielt“,

erklärt Christian Jandrisevits, Geschäftsführer von

Schwartz Bau. Die Wahl fiel auf eine Kammfassade,

die mit Austrotherm Fassadenprofilen gestaltet wurde.

Diese Fassadenprofile wurden den Wünschen des

Architekten und des Bauherrn entsprechend perfekt

in einer Kammoptik angepasst und bilden dezent

strukturierte, dunkle Flächen, die zu den in Weiß gehaltenen,

glatt verputzten Fassadenteilen in einem

interessanten Kontrast stehen, ohne sich optisch

vorzudrängeln.

Austrotherm GmbH

T +43 (0)2633 401-0

robert.huber@austrotherm.at

www.austrotherm.at/fassadenprofile


architektur FACHMAGAZIN

108

Produkt News

Dynamisch rissüberbrückend saniert

Im Salzburger Stadtteil Taxham befindet sich mit dem Europark das größte Einkaufszentrum

Westösterreichs. Verkehrsgünstig gelegen, bietet es 4.200 kostenfreie Stellplätze,

die sich auf eine Tiefgarage und ein Parkdeck verteilen. Zu erreichen sind diese über eine

Rampenspirale, auf der die vielen ein- und ausfahrenden Pkw große Scher- und Schubkräfte

verursachen. Zusammen mit der chemischen Belastung durch Tausalze, Öle und Kraftstoffe

hatte dies zu einer starken Abnutzung der Bestandsbeschichtung geführt. Dadurch war die

Dichtigkeit nicht mehr gegeben und der Weg in die Konstruktion frei für Feuchtigkeit.

Die mit der Sanierung der Rampenoberfläche beauftragte

Firma Bauschutz aus Wels zog bei der Lösungsfindung

die Flüssigkunststoff-Experten von

Triflex bei. Gemeinsam entschied man sich für den

Einsatz des Topdeck-Abdichtungssystems Triflex

ProPark in der Variante 2. Dieses entspricht einem

Oberflächenschutz der Klasse 10 und einer erhöhten

dynamische nRissüberbrückung: Das integrierte

Spezialvlies bleibt elastisch, sodass Bauwerksbewegungen

schadlos aufgenommen werden. Zudem ist

der schub- und scherfeste Aufbau widerstandsfähig

gegenüber mechanischen und chemischen Einflüssen.

Zu den weiteren Vorteilen des Systems auf

PMMA-Basis zählt die zügige Durchhärtung, wodurch

lange Sperrzeiten vermieden werden können. Da der

Instandsetzungszeitraum im Europark in die Monate

März und April fiel, war auch die Verarbeitbarkeit des

Materials bei niedrigen Temperaturen entscheidend.

Im Zuge der Sanierung wurde die Bestandsbeschichtung

dann bis auf den tragfähigen Betonuntergrund

abgeschliffen, dieser grundiert und punktuelle Ausbesserungen

mit dem Reparaturmörtel Triflex Cryl

RS 240 vorgenommen. Für die Abdichtung kam das

systemintegrierte Triflex ProDetail zum Einsatz, das,

ebenso wie Triflex ProPark, welches anschließend in

der Fläche appliziert wurde, über eine Vlieseinlage

verfügt. Diese wird in zwei Schichten des flüssigen

Harzes eingebettet. Dann folgten Versiegelung und

Beschichtung, beides jeweils im Farbton Steingrau.

Die eingesetzte rutschsichere Beschichtung Triflex

Cryl M 264 gewährt Verkehrsteilnehmern nicht nur

größtmögliche Sicherheit, sondern bietet stark beanspruchten

Flächen mit einem SRT-Wert von 59 nach

acht Millionen Radüberrollungen ein Extra an Qualität.

Triflex GesmbH

T+43 (0)7667 21505

info@triflex.at

www.triflex.at


www.architektur-online.com

Keine Chance für

Feuchteschäden

Flachdächer gehören zu den stark belasteten Bauteilen

im Hochbau und sind sehr anfällig für Feuchteschäden

und folgend für kostspielige Sanierungen. Mit der

Innovation steinodur® WDO-E plus bietet der Dämmstoff-Spezialist

Steinbacher nun die perfekte Lösung

für den Warmdach-Neubau: Die einseitig strukturierte

Dämmplatte schützt optimal vor Feuchtigkeit und

ermöglicht im Falle eines Wassereintritts eine rasche,

günstige Trocknung. In Verbindung mit einem Feuchtemonitoring-System

können Wassereintritte früh erkannt,

schnell lokalisiert und sofort behoben werden. Somit ist

sicherer Schutz vor Langzeitschäden wie z.B. Schimmel

geboten. So bietet die smarte Dämmplatte für Bauherren

mehr Sicherheit und Sorgenfreiheit mit ihrem Flachdach

– und minimiert zudem das Risiko für Verarbeiter.

Steinbacher Dämmstoff GmbH

T +43 (0)5352 700-0

office@steinbacher.at

www.steinbacher.at/wdo-e

109

Produkt News


architektur FACHMAGAZIN

110

edv

Video-Konferenzsysteme

Guter Draht zu Projektpartnern

Pandemiebedingte Kontaktbeschränkungen machen neue Kommunikationsformen

notwendig. Video-Konferenzsysteme ermöglichen einen

kontaktfreien multimedialen Austausch mit Planern, Handwerkern und

Bauherrn. Was sollte man beachten?

Text: Marian Behaneck

Corona hat den direkten Kontakt zu Projektpartnern

aufgrund strenger Kontaktbeschränkungen

zeitweise komplett unterbrochen.

Da der Pandemieverlauf weiterhin

unsicher ist, das Homeoffice moderne Kommunikationswerkzeuge

voraussetzt (architektur

7/20: Telearbeit: My home is my

office) und strenge Kontakt- oder Reisebeschränkungen

für laufende Projekte schnell

kritisch werden können, nutzen Planer zunehmend

alternative Kommunikationswege,

wie Webmeetings oder Videokonferenzen.

Aber lassen sich damit die vielfältigen

planenden Tätigkeiten erledigen, wenn der

persönliche Kontakt fehlt? Welche Vor- und

Nachteile haben Webmeetings und wo liegen

die Grenzen? Was ist technisch und

rechtlich zu beachten? Das sind Fragen,

die man vorher klären sollte, denn die multimediale

Online-Kommunikation setzt eine

gute Vorbereitung voraus.

Technische Voraussetzungen

Über die wichtigste technische Voraussetzung

für Webmeetings verfügen zwar nicht

alle, aber die meisten Unternehmen oder

Haushalte: eine stabile und ausreichend

schnelle Internetverbindung mit einer Datentransferrate

ab 16 Megabit pro Sekunde

(Mbit/s). Professionelle Systeme brauchen

höhere Bandbreiten (ab 50 Mbit/s). Langsamere

Verbindungen sind mit Bildunterbrechungen

und Qualitätsverlusten verbunden.

Bei mobilen Videoanrufen sollte

man beachten, dass pro Minute – je nach

Videoqualität – zwischen 3 und 20 Megabyte

Daten übertragen werden und damit das

maximale Datenvolumen von Mobilfunkverträgen

schnell sprengen können. Praktisch

immer vorhanden ist ein internetfähiges

Endgerät – ein PC, Notebook/Laptop, Tablet

oder Smartphone samt eingebautem

Video-Konferenzsysteme vereinfachen Projektbesprechungen mit externen Partnern und

ermöglichen das gemeinsame Arbeiten an Dokumenten. © Microsoft

Lautsprecher, Mikrofon und Webcam. Damit

die Bildqualität stimmt, sollte die eigene Kamera

über eine HD- (1024 × 768 Pixel) oder

Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) verfügen.

Da auch eine schlechte Audioqualität

unprofessionell wirkt, ist ein Headset

oder ein In-Ear-Kopfhörer mit integriertem

Mikrofon empfehlenswert. Damit kann man

die Tonqualität verbessern und störende

Nebengeräusche oder Rückkoppelungen

vermeiden. Werden parallel zum Videochat

Dokumente oder Pläne online besprochen,

sind ein oder besser zwei möglichst großformatige,

hoch auflösende Monitore sinnvoll

(ab 21 Zoll Bildschirmdiagonale, ab 1920

x 1200 Pixel Bildauflösung).

Vorteile und Möglichkeiten

Sind diese technischen Voraussetzungen

erfüllt, muss man nur noch mit dem Gesprächspartner

einen Termin vereinbaren

und ihm einen Einwahl-Link, zum Beispiel

per E-Mail schicken. Klickt er zum vereinbarten

Termin auf den Link, wird der

Video-Chat gestartet. Ist der Gesprächspartner

bereits im Konferenzsystem angemeldet

und kennt man seine Adresse, kann

man ihn auch spontan kontaktieren, sofern

er online ist. Ein Ersatz für das persönliche

Gespräch oder Vor-Ort-Termine sind virtuelle

Treffen im Internet zwar nicht, sie sind

aber eine gute Ergänzung und Alternative,

wenn persönliche Treffen nicht möglich


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111

edv

sind. Die Kommunikation ist kontaktfrei, bequem,

praktisch kostenfrei, zeit- und kostensparend.

Zwar müssen Webmeetings,

ebenso wie echte Kundentermine, in der

Regel vorher vereinbart werden – Anfahrtszeiten

fallen aber weg. Grundsätzlich lassen

sich alle Tätigkeiten, die keine persönliche

Präsenz voraussetzen, online erledigen. Oft

spielen aber der Augenkontakt, die Mimik,

Gestik, der persönliche Eindruck oder die

Besprechung von Dokumenten eine wichtige

Rolle – insbesondere bei der Klärung

strittiger Fragen oder der Besprechung

komplexer Themen. Vieles lässt sich aus

den nonverbalen Signalen des Gesprächspartners

herauslesen und man kann dessen

Argumente und Aussagen besser einordnen.

Andere Aufgaben lassen sich überhaupt

nicht online erledigen, beispielsweise

Aufmaße, die Baustellenüberwachung oder

Erfassung von Mängeln, Soll/Ist-Abgleiche

oder Abnahmen von Leistungen. Manchmal

erledigt sich aber die Notwendigkeit einer

persönlichen Anwesenheit, wenn man etwa

mit der im mobilen Endgerät integrierten

Kamera dem Gesprächspartner die Situation

vor Ort visuell vermittelt.

Filesharing-Funktionen ermöglichen die gemeinsame Betrachtung

und Besprechung von Dokumenten. © Veeting Rooms

Was sollten Video-Tools können?

Video-Konferenzsysteme müssen unkompliziert

bedienbar und plattformunabhängig

sein, weil die Gesprächspartner häufig

unterschiedliche Betriebssysteme und auch

mobile Geräte mit kleinen Displays nutzen.

Ferner sollte zur Not auch eine Telefoneinwahl

möglich sein. Basis-Funktionen sind

die Video- und Audio-Kommunikation zwischen

zwei oder mehreren Partnern, der

Text-Chat, das Teilen der Bildschirm-Anzeige

(Screen- oder Desktop-Sharing) sowie

von Dateien (File-Sharing). Damit lassen

sich viele Aufgaben bewältigen: Potenziellen

Mietern können Wohnungen vorab per

Video-Chat präsentiert, mit Handwerkern

können Angebote, Pläne und andere Dokumente

besprochen oder Mängelprotokolle

gemeinsam abgearbeitet werden etc.

Praktisch sind dabei Markierungs- und Zeichenwerkzeuge,

um Details der Bildschirmanzeige

oder von Dokumenten hervorzuheben

oder eine Whiteboard-Funktion, die

Teilnehmern das Schreiben und Zeichnen

auf einem digitalen Flipchart ermöglicht.

Für Besprechungen in größerer Runde

oder für virtuelle Besprechungstermine mit

mehreren Partnern ist eine Splitscreen-Darstellung

für die Anzeige aller Teilnehmer

wichtig, ferner die Übertragung der Mausund

Tastaturkontrolle an einzelne Teilnehmer

und der Wechsel der Moderator-Rolle.

Eine Protokoll-Funktion ist praktisch, damit

Besprochenes nicht vergessen wird. Eine

Aufzeichnungs-Funktion ist dann nützlich,

wenn man wichtige Besprechungsdetails

erneut wiedergeben möchte.

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architektur FACHMAGAZIN

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edv

Bei professionellen Videokonferenz-Systemen steht die Kommunikation mehrerer Teilnehmer in hoher Bild- und Tonqualität im Vordergrund.

Deshalb setzen Besprechungsräume professionelle Videokonferenz-Hardware voraus, die sich auf die individuelle Raumakustik anpasst.

© Sharp

Auch das Drumherum sollte stimmen

Bei Webmeetings sollten nicht nur die

Technik, sondern auch das eigene Erscheinungsbild

und das Umfeld stimmen,

denn mit jedem Video-Anruf repräsentiert

man sich und sein Unternehmen. Kleidung,

Sprache und Auftritt sollten einem

persönlichen Vor-Ort-Termin entsprechen.

Bei Online-Meetings ist der Augenkontakt

besonders wichtig. Es ist zwar sehr gewöhnungsbedürftig

– dennoch sollte man

darauf achten, dass man nicht nur auf den

Bildschirm, sondern möglichst auch hin und

wieder in die Kamera blickt, also sein Gegenüber

direkt anschaut. Dabei sollte sich

die Kamera auf Augenhöhe befinden, weil

diese Perspektive vorteilhafter ist als beispielsweise

von unten. Mobile Endgeräte

sollten deshalb etwas erhöht platziert werden,

beispielsweise mithilfe einer höhenverstellbaren

Docking-Station für Laptops

oder eines speziellen Tablet- oder Smartphone-Stativs.

Achten sollte man auch auf

das richtige Tages- oder Kunstlicht, das von

seitlich vorne kommen sollte, damit das Gesicht

und dessen Mimik gut erkennbar sind.

Bei Kunstlicht sollte man auf die richtige

Farbtemperatur achten, um einen unvorteilhaften

Blau- oder Gelbstich zu vermeiden.

Der Raum und dessen Hintergrund sollten

optisch wie akustisch ruhig und aufgeräumt

sein. Einige Videokommunikations-Tools

verfügen auch über Funktionen, die den

Hintergrund unscharf machen oder einen

Hintergrund nach Wahl einblenden.

Was sollte man rechtlich beachten?

Videokonferenzen bergen in Bezug auf den

Datenschutz und die Datensicherheit Risiken.

Insbesondere Lösungen von Anbietern

mit Firmensitz außerhalb der EU stehen im

Verdacht, mit den übertragenen Daten nicht

konform zur Datenschutz-Grundverordnung

(DSGVO) umzugehen. Zwar werden

die Übertragungsdaten meist verschlüsselt,

Nutzerdaten allerdings häufig auf außereu-

ropäischen Servern mit laxeren Sicherheitsstandards

gespeichert. Dann besteht die

Möglichkeit, dass Anmelde-, Video- und Audiodaten

missbräuchlich verwendet werden.

Deshalb sollte man Anbieter mit Sitz in der

EU bevorzugen und mit diesem einen so genannten

Auftragsverarbeitungsvertrag abschließen.

Darin verpflichtet er sich zu einem

DSGVO-konformen Umgang mit den Daten.

Darüber hinaus ist – sofern vorhanden –

stets die Business-Version einer Software

zu bevorzugen, weil sie meist höhere Sicherheitsstandards

bietet. Beim Screen- und

File-Sharing sollte man darauf achten, dass

nur für das Webmeeting relevante Informationen

zu sehen sind. Dazu gehört auch, vor

dem Meeting alle Push-Nachrichten zu deaktivieren,

überflüssige Programm-Fenster

zu schließen und das Handy oder Smartphone

stumm zu schalten, um Störungen zu vermeiden.

Sollen Video-Chats mitgeschnitten

werden, muss im Voraus das Einverständnis

aller Beteiligten eingeholt werden.


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edv

Welche Lösungen gibt es?

Eine Video-Kommunikation per Internet

ermöglichen zahlreiche Programme aus

unterschiedlichen Software-Kategorien,

die sich in ihren Funktionen überschneiden

(siehe Anbieterübersicht). Bei Videokonferenz-Systemen

stehen die VoIP-Telefonie

und die Übertragung von Live-Videostreams

von zwei oder mehreren Teilnehmern im

Vordergrund. Webmeeting- und Kollaborations-Software

ermöglicht darüber hinaus

Gruppen-Chats, das Teilen von Bildschirminhalten,

den Datenaustausch, das gemeinsame

Arbeiten an Dokumenten etc. Auch

Desktop-Sharing-Software, ursprünglich für

den Software-Support entwickelt, ermöglicht

neben dem Teilen von Bildschirminhalten

und dem Fernzugriff auf Programme

auch einen audiovisuellen Austausch mit

Partnern. Webinar-Systeme werden vorrangig

für Online-Seminare oder Schulungen

eingesetzt, ermöglichen aber ebenfalls eine

Video-Kommunikation mit einem oder meh-

Worauf sollte man achten?

Bei Webinar- und Schulungssystemen steht der Vortragende und die multimediale Vermittlung

von Schulungsinhalten mit den entsprechenden Funktionen im Fokus. © Cisco

• Wichtig ist eine stabile und schnelle Internetverbindung ab 16 Mbit/s bzw. ab 50 Mbit/s

für professionelle Videokonferenz-Systeme.

• Bild- und Tonqualitäten lassen sich durch extern anschließbare Videokonferenz-Kameras

und -Mikrofone oder Headsets steigern.

• Die Wahl der Software hängt vom erforderlichen Funktionsumfang ab (Kommunikation,

Kollaboration, Desktop-Sharing, Webinare etc.).

• Besprechungsräume setzen eine spezielle Videokonferenz-Hardware voraus, die auch

die Raumakustik berücksichtigt.

• In größerer Runde sollten, mit Ausnahme des Moderators, alle Mikrofone ausgeschaltet

sein, um Störgeräusche zu vermeiden.

• Vor dem Meeting alle Push-Nachrichten deaktivieren, überflüssige Fenster schließen

und das Handy oder Smartphone stumm schalten.

• Werden parallel Dokumente oder Pläne online besprochen, sind zwei möglichst großformatige,

hoch auflösende Monitore sinnvoll.

reren Partnern. Auch Instant-Messenger wie

WhatsApp, ICQ und andere bieten teilweise

Video-Chat-Funktionen, ebenso wie einige

Virtuelle Projekträume oder BIM-Server.

Einige Videokonferenz-Programme setzen

die Installation eines lokalen Programmmoduls

voraus, andere laufen vollständig

im Web-Browser und weder der Anrufende

noch der Angerufene müssen ein Programm

installieren. Viele Lösungen sind in der Basisversion

kostenlos, allerdings bei begrenzter

Teilnehmerzahl oder Übertragungsdauer

etc. Die Kosten der Vollversion liegen, je

nach Preismodell, zwischen 10 und 25 Euro

pro Moderator und Monat und bis zu 100

Teilnehmern. Mehr Teilnehmer und diverse

Zusatzleistungen (mehr Cloudspeicher,

individuelle Anpassung etc.) kosten extra.

Nehmen mehrere Personen in einem Raum

an einer Besprechung teil, muss neben der

Vielzahl an Teilnehmern auch die individuelle

Raumakustik berücksichtigt werden.

Dann ist eine technisch aufwändigere Videokonferenz-Hardware

notwendig. Diese

besteht aus speziellen Monitoren, Kameras

und Audiosystemen und ermöglicht sehr

gute Bild- und Tonqualitäten.

u


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edv

Fazit: Ein ergänzendes

Kommunikationswerkzeug

Natürlich ist ein Telefonanruf schneller und einfacher,

weil er keine Vorbereitung erfordert. Video-Meetings

sind aber eine sinnvolle Ergänzung, denn sie ermöglichen

auch eine visuelle Kommunikation oder die gemeinsame

Besprechung von Dokumentinhalten. Außerdem

sparen Sie Reisekosten, CO 2 und Zeit – und

bieten damit auch außerhalb pandemiebedingter

Reise- und Kontaktbeschränkungen Vorteile. Nicht

zuletzt sind Webmeetings inzwischen Teil einer modernen,

zeitgemäßen Unternehmens- und Kommunikationskultur.

Ein Ersatz für persönliche Begegnungen

und Besprechungen unter vier Augen sind

sie freilich nicht. Objekte können nicht begutachtet,

haptisch erfahren und beurteilt, Wohnungen nicht

mit allen Sinnen inspiziert werden und anderes mehr.

Außerdem sind nicht alle Kommunikationspartner

technisch ausreichend gerüstet, manche scheuen

visuelle Medien und längst nicht alle verfügen über

Hochgeschwindigkeits-Datennetze für Video-Chats

ohne lästige Übertragungsstörungen. Als ein ergänzendes

Kommunikationsmedium werden sich

Video-Meetings deshalb nur durchsetzen, wenn die

technischen Voraussetzungen stimmen. •

Produkte und Anbieter*

Video-Conferencing: Adobe Connect (www.adobe.com),

Alfaview (www.alfaview.com), Cisco Webex (www.cisco.com),

Facetime (www.apple.com), Google Hangouts/Meet (www.google.com),

GoToMeeting (www.gotomeeting.com), Meetgreen (www.meetgreen.com),

Meetyou (www.meetyou.com), Skype (www.skype.com),

Spreed (www.spreed.com), Veeting (www.veeeting.com),

Zoom (www.zoom.com)

Kolaboration: Eyeson (www.eyeson.com), Slack (www.slack.com),

Smartsheet (https://de.smartsheet.com), Teams (www.microsoft.com),

Teamwork (www.teamwork.com), Watson Works (www.ibm.com),

Wire (www.wire.com)

Desktop-Sharing: BeamYourScreen (www.beamyourscreen.com),

Deskshare (www.deskshare.net), Fastviewer (www. fastviewer.com),

Pcvisit (www.pcvisit.de), Teamviewer (www.teamviewer.com)

Instant-Messaging: ICQ (www.icq.com), Signal (www.signal.org),

SilentPhone (/www.silentcircle.com), Telegram (www.telegram.org),

Threema (www.threema.ch), WhatsApp (www.whatsapp.com)

Webinare: BigBlueButton (https://bigbluebutton.org),

ClickMeeting (www.clickmeeting.com), EasyWebinar (www.easywebinar.com),

Edudip (www.edudip.com), Mikogo (www.mikogo.com),

Webinaris (www.webinaris.com), WebinarJam (www.webinarjam.com)

Videokonferenz-Hardware: Avaya (www.avaya.com), Cisco (www.cisco.com),

Crestron Electronics (www.crestron.com), Hewlett-Packard (www8.hp.com),

Jabra (www.jabra.com), Lenovo (www.lenovo.com), Logitec (www.logitec.com),

Placetel (www.placetel.de), Poly (www.poly.com), Sharp (www.sharp.de)

* Auswahl, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Wichtige Neuheiten

und tolle Features

Das ABK-Jahresrelease 2021 ist veröffentlicht und in

Form der Version ABK8-V8.2a erhältlich. Zahlreiche

Wünsche der Anwender wurden im Jahresrelease

2021 realisiert, um bewährte Prozesse zu vereinfachen

und aktuellen Anforderungen aus der Praxis gerecht

zu werden. Unter anderem können Anwender

ab sofort gemäß den Anforderungen der ÖNORM B

2061:2020 kalkulieren. Alle Kalkulationsblätter wurden

nach den Vorgaben der neuen Norm umgesetzt

und werden im neuen Release unterstützt. Die Kalkulation

mehrerer Gesamtzuschläge nach Formblatt

K2 ist ebenso möglich. Die AVA-Analysen wurden

weitreichend erweitert. So ist es ab sofort möglich,

Preisspiegel mit Einbeziehung der Bestbieterpunkte

über mehrere Leistungsverzeichnisse hinweg und

mitsamt allen Angeboten zu erstellen. Bei Bedarf

kann auch eine Bieterreihung mit Berücksichtigung

einer maximalen Anzahl von Aufträgen je Bieter über

mehrere Leistungsverzeichnisse vorgenommen werden.

Auch die Darstellung von BIM-Objekten wurde

überarbeitet und übersichtlicher gestaltet. Der ABK-

BIM-Viewer zur grafischen Darstellung des Gebäudemodells

kann erstmalig auch aus dem „Kostenplan“

heraus aufgerufen werden.

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