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Jahresbericht 2020 SMZ Oberwallis

Das Sozialmedizinische Zentrum Oberwallis (SMZO) leistet einen grundsätzlichen Versorgungsauftrag im pflegerischen und sozialen Bereich. Das SMZO bedient die Gemeinden des Oberwallis und verfügt einerseits über kompetentes Fachpersonal vor Ort (Standorte), andererseits über eine gemeinsame Leitung in Brig (Organisation).

Das Sozialmedizinische Zentrum Oberwallis (SMZO) leistet einen grundsätzlichen Versorgungsauftrag im pflegerischen und sozialen Bereich. Das SMZO bedient die Gemeinden des Oberwallis und verfügt einerseits über kompetentes Fachpersonal vor Ort (Standorte), andererseits über eine gemeinsame Leitung in Brig (Organisation).

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JAHRESBERICHT


Alles auf einen Blick<br />

INHALTSVERZEICHNIS<br />

Organe ........................................................................................4<br />

Organisationsmodell ...................................................................5<br />

Vorwort Präsident und Geschäftsleiter ........................................6<br />

Gesundheit ..................................................................................7<br />

Kinderspitex ................................................................................9<br />

Mütter- und Väterberatung ..........................................................9<br />

Betreuungsdienst ......................................................................10<br />

Ansprechperson ........................................................................10<br />

Soziales ....................................................................................12<br />

Sozialdienst ..............................................................................12<br />

Berufsbeistand ..........................................................................15<br />

Topjob .......................................................................................15<br />

Familienbegleitung ....................................................................16<br />

Schulsozialarbeit .......................................................................16<br />

Ressourcen................................................................................17<br />

Personal und Pensionierungen ..................................................18<br />

Jubilare .....................................................................................20<br />

Finanzen ....................................................................................21<br />

Bericht Revisionsstelle ..............................................................25<br />

IMPRESSUM<br />

Sozialmedizinisches Zentrum <strong>Oberwallis</strong><br />

Nordstrasse 30 | 3900 Brig<br />

Gestaltung: pomona.ch<br />

Druck: Valmedia<br />

Brig, Mai 2021<br />

Der Einfachheit halber wurde für Kunden und Klienten überall der<br />

männliche Begriff verwendet. Die weibliche Form ist aber überall<br />

mit gemeint und eingeschlossen.<br />

2 Blindtext<br />

Inhaltsverzeichnis | Impressum<br />

3


ORGANE<br />

Version Januar 2021<br />

ORGANISATIONSMODELL<br />

Delegiertenversammlung<br />

<strong>Oberwallis</strong>er Gemeinden (exkl. Salgesch)<br />

Vorstand Paul Burgener, Visp, Präsident (Kommission Soziales)<br />

Mathias Bellwald, Brig-Glis, Vizepräsident bis 3.6.<strong>2020</strong> (Kommission Ressourcen)<br />

Werner Jordan, Glis, Vizepräsident ab 3.6.<strong>2020</strong><br />

(Kommission Ressourcen)<br />

Dr. René Blumenthal, Naters, Fachperson<br />

(Kommission Gesundheit)<br />

Marcel Bellwald, Zermatt<br />

(Kommission Gesundheit)<br />

Joël Fischer, Stalden<br />

(Kommission Ressourcen)<br />

Uli Gotzen, Termen<br />

(Kommission Gesundheit)<br />

Michel Hildbrand, Raron<br />

(Kommission Soziales)<br />

Daniela Imhof-Jenelten, Grengiols<br />

(Kommission Ressourcen)<br />

Bernhard Imhof, Naters<br />

(Kommission Soziales)<br />

Roger Kalbermatten, Saas-Fee<br />

(Kommission Ressourcen)<br />

Evelyne Pfammatter, Leuk-Stadt<br />

(Kommission Soziales)<br />

Geschäftsleitung Willy Loretan, Brig-Glis Geschäftsleiter<br />

Marc Kalbermatter, Visp<br />

Bereichsleiter Ressourcen<br />

Carmen Martig, Gampel<br />

Bereichsleiterin Gesundheit<br />

Janine Heldner, Zeneggen<br />

Bereichsleiterin Soziales<br />

Erweiterte Geschäftsleitung Kurt Anthamatten, Saas-Grund Stv. Bereichsleiter Ressourcen<br />

Evelyne Abgottspon, Naters<br />

Stv. Bereichsleiterin Gesundheit<br />

Uli Truffer, Grächen<br />

Stv. Bereichsleiter Soziales<br />

Revisionsstelle APROA AG Visp<br />

4 Organe<br />

Organisationsmodell<br />

5


Präsident Paul Burgener und Geschäftsleiter Willy Loretan<br />

VORWORT<br />

Bericht von Carmen Martig<br />

BEREICH GESUNDHEIT<br />

«Große (…) Krisen zeigen uns, um wie viel größer unsere vitalen Ressourcen sind als wir selbst<br />

annahmen.» William James (1842–1910), US-amerikanischer Psychologe und Philosoph<br />

In dem von COVID-19 diktierten Geschäftsjahr <strong>2020</strong> galt es auch<br />

für das <strong>SMZ</strong>O, den durch die Pandemie hervorgerufenen Herausforderungen<br />

mit pragmatischen Lösungsansätzen entgegenzutreten.<br />

Hierzu gehörte unter anderem die Bündelung der zur Verfügung<br />

stehenden, eigenen Ressourcen und Kompetenzen in Form des internen<br />

Krisenstabes. Dieser wurde offiziell erstmals am Freitag, den<br />

13. März <strong>2020</strong>, aktiviert und war bis zum 4. Juni formell tätig. Rückblickend<br />

lässt sich festhalten, dass es neben dem hohen Eigenverantwortungsgrad<br />

der Mitarbeitenden insbesondere auch der Arbeit des<br />

Krisenstabes zu verdanken ist, dass dem <strong>SMZ</strong>O in der schwierigen<br />

ersten Lockdown-Phase die Balance zwischen der Aufrechterhaltung<br />

der Umsetzung des kantonalen Leistungsauftrages und dem Schutz<br />

der eigenen Mitarbeitenden gelang.<br />

Dass in einer Krise das Besondere normal und das Normale besonders<br />

wird, manifestierte sich auch in den zahlreichen Premieren, die<br />

das abgelaufene Geschäftsjahr gekennzeichnet haben. So wurde<br />

erstmals in der Geschichte des <strong>SMZ</strong>O mit dem Sozialdienst in Visp<br />

vorübergehend ein kompletter Dienstleistungsbereich zwangsweise<br />

vollumfänglich geschlossen. Für Dutzende Mitarbeitende musste zudem<br />

binnen kürzester Zeit die Voraussetzung für das Arbeiten von<br />

zu Hause aus geschaffen werden. Mit dem Arbeiten im Home Office<br />

änderte sich zwangsläufig auch die Form der internen Kommunikation.<br />

So hat der Krisenstab 18 offizielle COVID-19 Informationen zu<br />

der jeweils aktuellen Pandemie-Entwicklung und den daraus resultierenden<br />

Auswirkungen auf den operativen Geschäftsablauf an die<br />

Mitarbeitenden des <strong>SMZ</strong>O verschickt. In dreizehn kurzen Videobotschaften<br />

informierte die Geschäftsleitung die Mitarbeitenden zudem<br />

über wesentliche betriebsinterne Informationen.<br />

Zur Aufrechterhaltung des operativen Geschäfts mussten im Zeitraum<br />

des Lockdowns zwei Vorstandssitzungen als Videokonferenz<br />

durchgeführt werden, und die Form des Videomeetings dominierte in<br />

dieser Zeit auch auf Ebene der Geschäftsleitung. Auch die ordentliche<br />

Delegiertenversammlung blieb von der Pandemie nicht verschont<br />

und wurde erstmals auf dem Korrespondenzweg durchgeführt. Dabei<br />

wurde mit Mathias Bellwald, dem neuen Stadtpräsidenten von Brig-<br />

Glis, ein Vorstandsmitglied verabschiedet und Werner Jordan als<br />

neues Mitglied in den Vorstand gewählt.<br />

In der Zeit des Lockdowns nutzte das <strong>SMZ</strong>O sein eigenes TV Format<br />

«Brennpunkt Gesundheit & Soziales» auf TV <strong>Oberwallis</strong> proaktiv, um<br />

in Form von zwei jeweils 30minütigen Sendungen die <strong>Oberwallis</strong>er<br />

Bevölkerung darüber zu informieren, wie das <strong>SMZ</strong>O sein Dienstleistungsportfolio<br />

angesichts der mit der Pandemie einhergehenden Herausforderungen<br />

aufrecht erhält.<br />

Aber die Pandemie hat bedauerlicher Weise auch vor dem <strong>SMZ</strong>O<br />

nicht Halt gemacht. So wurden im Laufe des Geschäftsjahres alleine<br />

in der sogenannten zweiten Welle zwischen Oktober und Dezember<br />

<strong>2020</strong> 28 Kunden und 15 Mitarbeitende positiv getestet und noch<br />

mehr durch Quarantäneauflagen erheblich eingeschränkt. Die Pandemie<br />

wirkte sich auch monetär aus und führte in der Jahresrechnung<br />

zu Mehrbelastungen vor allem durch Beschaffung von Schutzmaterial<br />

in Höhe von rund CHF 200 '000.<br />

Auch wenn das Geschäftsjahr zwangsläufig mehrheitlich durch die<br />

Pandemie geprägt wurde, standen weitere wichtige Ereignisse auf<br />

der Traktandenliste:<br />

• Durchführung der Statutenrevision mit dem Ziel der<br />

Vereinfachung für die Übergangsphase im Vorstand zwischen<br />

Gemeinderatswahlen und Ersatzwahlen in den Vorstand.<br />

• Vor dem Hintergrund, dass es im Rahmen der Gemeinderatswahlen<br />

im Oktober <strong>2020</strong> zu einer Art «brain drain» kam,<br />

als in rund 2 / 3 der Gemeinden neue Ressortverantwortliche<br />

für Gesundheit und Soziales in ihr Amt gewählt worden sind,<br />

wurden seitens <strong>SMZ</strong>O die notwendigen Vorbereitungen<br />

getroffen, die neuen Verantwortlichen im Frühjahr 2021<br />

gezielt auf die künftige Zusammenarbeit vorzubereiten.<br />

• Mit dem Ziel, die Sichtbarkeit der Dienstleistungen bei<br />

gleichzeitiger, optischer Wiedererkennbarkeit als Teil<br />

des <strong>SMZ</strong>O sicherzustellen, wurden die Logo-Welten der<br />

Dienstleistungsbereiche des <strong>SMZ</strong>O vereinheitlicht<br />

und schrittweise eingeführt.<br />

• Der Relaunch der Website www.smzo.ch wurde für Anfang<br />

2021 geplant und vorbereitet.<br />

• Es konnte ein erster Einblick in die geplante Neufinanzierung der<br />

<strong>SMZ</strong> (und der privaten Spitexorganisationen) ab dem Jahr 2023<br />

genommen werden. Bei der Neufinanzierung handelt es sich um<br />

einen Systemwechsel, der zukünftig die Subventionierung quasi<br />

nach einem Leistungsfinanzierungsprinzip anstelle einer Deckung<br />

des Aufwandüberschusses vorsieht.<br />

• Die Organisationsentwicklung in der Bereichsleitung Gesundheit<br />

wurde initiiert.<br />

• Der Umzug der Lokalitäten in Stalden ins neue «Gesundheitszentrum»<br />

mit Umsetzung ca. Mitte 2021 wurde beschlossen.<br />

Zu den Projekten, welche auf kantonaler Ebene umgesetzt wurden,<br />

gehörte die Einführung des elektronischen Pflegedossiers<br />

carefolio@home als Pilot-Standort im November <strong>2020</strong>. Hingegen<br />

wurde die Einführung des kantonalen IT-Projekts «KiSS» nach zwei<br />

umfassenden Testwochen im August des Berichtsjahres aufgrund<br />

zu grosser Abweichungen des geplanten Systems vom Jahr 2021<br />

auf einen späteren, noch zu bestimmenden Zeitpunkt verschoben.<br />

COVID-19 und der damit verbundene Lockdown haben auch im<br />

Ressort Gesundheit zu einem signifikanten organisatorischen und<br />

operativen Mehraufwand geführt. Hier gilt es insbesondere sowohl<br />

die Organisation und Einrichtung des Krisenstabes als auch<br />

die Materialbeschaffung und -verwaltung hervorzuheben. So waren<br />

beispielsweise alle freiberuflichen Pflegefachpersonen im<br />

Lockdown auf Weisung des Kantons angehalten, täglich Rückmeldung<br />

zu den COVID-19 Kunden und dem Bestand im Materiallager<br />

zu machen, welcher im Anschluss an die Vereinigung weitergeleitet<br />

werden musste, um das Beschaffungswesen sicherstellen<br />

zu können.<br />

Daneben beanspruchte das Projekt carefolio@home über das gesamte<br />

Jahr hinweg sowohl innerhalb der Führung als auch auf<br />

Ebene der Mitarbeitenden erhebliche Personalressourcen. Nach<br />

intensiver Organisations- und Planungsphase konnte ab dem 1. November<br />

<strong>2020</strong> im <strong>SMZ</strong>O als Walliser Pilot-<strong>SMZ</strong> das elektronische<br />

Pflegedossier im Bereich Spitex mit anschliessender intensiver<br />

Schulungsphase der Superuser und Enduser eingeführt werden.<br />

Vor dem Hintergrund des kantonalen Leistungsauftrages, demzufolge<br />

Pflegemassnahmen auch direkt in den Spitex-Standorten angeboten<br />

werden sollen, wurden in Brig, Visp, Steg und Leuk entsprechende<br />

Behandlungszimmer eingerichtet. Mobile Spitex-Kunden haben nach<br />

vorheriger Terminabsprache fortan die Möglichkeit, ihre Pflegeanwendung<br />

(vornehmlich Kurzinfusionen, Injektionen, Verband wechseln, etc.)<br />

direkt beim Spitexstandort in Anspruch nehmen können.<br />

Ein weiterer Schwerpunkt lag im Jahr <strong>2020</strong> auch auf der hierarchieübergreifenden<br />

Weiterentwicklung der Teams. So wurden<br />

verschiedene Stufen und Linienverantwortungen durch die<br />

Organisationsentwicklung des Bereiches Gesundheit begleitet.<br />

Dieser Prozess führte zusätzlich zu der Erkenntnis, dass die Verantwortlichkeiten<br />

und Aufgaben der Bereichsleitung sowie deren<br />

Stellvertretung im Jahr 2021 neu zu überarbeiten sein werden. Im<br />

Bereich der Führungs- und Teamentwicklung konnte für die Teamleitungen<br />

und Gruppenleitungen ein eintägiger Workshop zur Führungsentwicklung<br />

durchgeführt werden. Jene Teamleitungen und<br />

Gruppenleitungen, welche noch nicht über eine Fortbildung im<br />

Bereich Leadership verfügten, profitierten von einer intern organisierten<br />

Weiterbildung; alle Teilnehmer schlossen erfolgreich mit<br />

Zertifikat ab. Am Standort Brig wurde im Bereich Spitex ausserdem<br />

die Reorganisation Führung und Teamentwicklung begonnen.<br />

Das Ziel dieser Massnahme ist es, dass die Gruppenleitung, die<br />

Stabstellen als auch die Mitarbeitenden für die Organisationsentwicklung<br />

des Bereichs Gesundheit sensibilisiert und miteinbezogen<br />

werden.<br />

Auch bei der Kinderspitex <strong>Oberwallis</strong> wurde der Prozess der<br />

Teamentwicklung lanciert. Nicht zuletzt die Fluktuation im Bereich<br />

der Gruppen- und der Teamleitung aber auch die mit der<br />

Reorganisation einhergehenden signifikanten strukturellen Änderungen<br />

haben das bestehende Kinderspitex-Team stark gefordert<br />

und waren Auslöser für eine weitestgehend personelle und<br />

immer noch anhaltende Rundumerneuerung. Den Bereich Fortbildung<br />

und Weiterbildung ergänzten in diesem Jahr die regulären<br />

Schulungen zu Themen wie Pflegeberichte schreiben, Fallführung,<br />

InterRAI, Nähe und Distanz, Leadership oder Wundmanagement.<br />

Zur Sicherung und zum Ausbau des Qualitätsmanagements<br />

wurden zahlreiche Massnahmen realisiert. So wurden die Mitarbeitenden<br />

sowohl in der Fallführung als auch in der Fallbesprechung<br />

geschult. Zudem wurde das erstellte Konzept intern implementiert,<br />

so dass die Fallbesprechung fortan von der Fallführerin<br />

organsiert werden kann. Derart wird der Austausch mit allen Mitarbeitenden,<br />

welche beim Kunden involviert sind, ermöglicht, und<br />

die für den Kunden bestmöglichen Interventionen und Anpassungen<br />

können gesucht und beschlossen werden.<br />

Für den Ein- und Austrittsprozess von Spitex-Kunden wurde<br />

ein neues Konzept erarbeitet und in allen Standorten implementiert.<br />

Es stellt sicher, dass alle Kunden an allen Standorten nach<br />

demselben Schema aufgenommen werden. Hierzu gehört auch,<br />

dass sich die Kunden neu bei der zentralen Koordinationsstelle<br />

melden, von wo aus die Personalien und Wünsche der Kunden an<br />

die jeweiligen Standorte weitergeleitet werden.<br />

Das Medikamentenmanagement wurde ebenfalls mehrdimensional<br />

optimiert. In Abstimmung mit der <strong>Oberwallis</strong>er Sektion des<br />

Walliser Aopthekervereins Apoval wurden bezüglich des Richtens<br />

und der Abgabe von Medikamenten Blistern an die Kunden die<br />

notwendigen Abklärungen getroffen. Viele der Apotheken richten<br />

die Medikamente der Kunden nun in Blistern an und liefern<br />

diese den Kunden entweder direkt nach Hause oder geben sie<br />

in den Standorten zur Weiterverteilung ab. Mit der logistischen<br />

Vereinfachung und Optimierung wird zudem, dem vom Kanton geforderten<br />

Vier-Augen-Prinzip entsprochen, wobei die Apotheke<br />

federführend involviert ist, da die Anpassungen der Medikamente<br />

direkt vom Hausarzt an die Apotheken gemeldet werden sollten.<br />

Auf kantonaler Ebene wurden in der MAD (Kommission Spitex<br />

<strong>SMZ</strong> Wallis) darüber hinaus auf Basis der kantonalen Vorgaben<br />

Konzepte zu den Themen Palliative Care, Pflege und Demenz erstellt<br />

und zur Anwendung gebracht.<br />

Auch das Thema Kundenzufriedenheit rückte im vergangenen<br />

Jahr im Rahmen der Stärkung des Qualitätsmanagements stärker<br />

in den Fokus. Seit dem Frühling wird bei den Kunden nach<br />

Abschluss der Spitex-Dienstleistung systematisch die Kundenzufriedenheit<br />

erhoben und ausgewertet. Die ersten Ergebnisse zeigen<br />

6 Vorwort<br />

Gesundheit<br />

7


mehrheitlich erfreulich positive Rückmeldungen; moniert wird jedoch<br />

wiederholt der Wechsel bei den betreuenden Mitarbeitenden.<br />

Im Bereich der Ausbildung von zukünftigen Fachpersonen wurde<br />

ein Ausbildungskonzept für das Ressort Gesundheit erarbeitet<br />

und umgesetzt. Es stellt sicher, dass die Praktikanten und Auszubildenden<br />

im <strong>SMZ</strong>O eine einheitliche Betreuung erhalten. Zusätzlich<br />

wurden die Stellenprozente für die Ausbildungsverantwortliche<br />

um 20 % erhöht, um die zahlreichen Lernenden in ihrer Arbeit noch<br />

besser unterstützen zu können.<br />

Auf Gesuch des Zentralinstituts wurden die personellen Ressourcen<br />

um 10 Stellenprozent für eine Hygienefachverantwortliche<br />

für die Region OW aufgestockt. Die Mitarbeitende unterstützt sowohl<br />

bei der Schulung von Mitarbeitenden als auch bei den Audits<br />

der verantwortlichen Pflegefachfrau Hygiene (MA Spital).<br />

Mit der Ansprechperson für betreuende Angehörige wurde<br />

einem kantonalen Projekt entsprochen, welches betreuenden Angehörigen<br />

insbesondere gute Beratungsqualität bieten will. Die<br />

Erweiterung des Dienstleistungsportfolios um 30 Stellenprozent<br />

ermöglicht den Angehörigen nicht nur eine Standortbestimmung,<br />

sondern zeigt den Betroffenen darüber hinaus auch Wege und<br />

Möglichkeiten auf, wie sie noch mehr Unterstützung für ihre aufwändige,<br />

ehrenamtliche Tätigkeit erfahren können.<br />

Auch das Angebot der Fachstelle der Vereinigung betreuende Angehörige<br />

Wallis wurde durch ein Unterstützungsangebot erweitert.<br />

Neu wird von der Fachmitarbeiterin Betreuung des <strong>SMZ</strong>O<br />

– welche auch Mitglied der Vereinigung betreuende Angehörige<br />

Wallis und Arbeitsgruppenmitglied des <strong>Oberwallis</strong>er Vereins ist<br />

– ein telefonisches Beratungsangebot in deutscher Sprache angeboten.<br />

Um der Bedeutung der Pflegeberufe als systemrelevante Branche<br />

nicht nur in Zeiten von Viruspandemien in der breiten Öffentlichkeit<br />

verstärkt Ausdruck zu verleihen, stand der Nationale Spitextag<br />

am 12. September <strong>2020</strong> im <strong>Oberwallis</strong> unter dem Motto «Das<br />

Jahr der Pflegeberufe – danke Spitex!» An einem interaktiven<br />

Informationsstand im Simplon Center Glis wurden die Standbesucher<br />

über das breite Spektrum der Pflegeberufe informiert und mit<br />

Mini-Gesundheitscheck sowie Gewinnspiel dazu animiert, sich<br />

vertiefend mit der Welt der Pflegeberufe auseinanderzusetzen.<br />

KINDERSPITEX<br />

Auch die Arbeit der Kinderspitex stand unter dem Einfluss und den<br />

Auswirkungen von COVID-19. So wurden bei den Personaleinsätzen<br />

einerseits kurzfristige Umplanungen erforderlich, andererseits galt<br />

es neu aufgetretene, arbeitsrechtliche Fragen zu beantworten, und<br />

es mussten diverse Abklärungen wie z. B. Einteilung von Mitarbeitenden<br />

in Risikogruppen, etc. vorgenommen werden. Im Rahmen<br />

der Öffentlichkeitsarbeit fiel der Suppentag in Ried-Brig sowie in<br />

Termen der Pandemie zum Opfer. Auf Seiten der Kunden ging die<br />

Kinderspitex aus der Pandemie hingegen mit einem blauen Auge<br />

hervor: lediglich eine Familie sah sich gezwungen, sämtliche Einsätze<br />

vorübergehend abzusagen, während alle anderen Einsätze wie<br />

gewohnt geleistet werden konnten.<br />

Nichts ist so beständig wie die Veränderung. Das traf auf die Kinderspitex<br />

im Geschäftsjahr <strong>2020</strong> insbesondere im Bereich der Personalmutationen<br />

zu. Neben vielen personellen Veränderungen im Team<br />

der Mitarbeitenden kam es auch zum Wechsel im Leitungsteam. So<br />

verliess im ersten Halbjahr die Gruppenleitung die Kinderspitex, im<br />

zweiten Halbjahr kam es dann auch zum Wechsel bei der Teamleitung.<br />

Darüber hinaus fiel im April unter fachlicher Anleitung eines<br />

Coaches der Startschuss zur Teamentwicklung, die in zwei halbtägigen<br />

Workshops im Sommer ihre Umsetzung fand.<br />

den 1. November eingeführt werden konnte. In der Folge bzw. vorbereitend<br />

wurden die Mitarbeitenden auf das neue Programm geschult.<br />

Das Leitungsteam Kinderspitex und die Stellvertretende Bereichsleiterin<br />

Gesundheit führten zudem vor dem Hintergrund der Einführung<br />

von carefolio@home und den mit den personellen Mutationen verbundenen<br />

Änderungen die notwendigen Gespräche mit den Familien.<br />

Im Verband Kinderspitex Schweiz und in der Fachkommission Kinderspitex<br />

Schweiz wurden zudem folgende Themen behandelt:<br />

Einführung des neuen Bedarfsmeldeformulars IV mit Kurz- und<br />

Langzeiterfassung sowie die Übernahme von Ferienkindern mit<br />

unterschiedlichen kantonalen Tarifen. In beiden Gremien wurde<br />

die Integration von Kinderspitex Schweiz in die Spitex Schweiz bearbeitet.<br />

Hierzu gehörten massgeblich die Antragstellung zur Eingliederung,<br />

im Anschluss gemeinsame Sitzungen und Abklärungen<br />

zu Fragen der Struktur sowie zur Einbindung und Stärkung des Fachbereichs<br />

Kinderspitex im Allgemeinen.<br />

Altersstruktur gepflegte Kinder <strong>2020</strong><br />

12<br />

Das Geschäftsjahr wurde ausserdem dafür genutzt, die Einsatzplanung<br />

dahingehend zu überarbeiten, dass diese nicht nur digitalisiert<br />

sondern in ihrer Gesamtübersicht auch optimiert wurde. In diesem Zusammenhang<br />

erfolgte auch die Überarbeitung der Pflegedokumente,<br />

insbesondere der Pflegeplanung und des Pflegeberichts. Die Kinderspitex<br />

war zudem in die Vorbereitungen von carefolio@home, dem<br />

elektronischen Patientendossier, involviert, welches planmässig auf<br />

10<br />

8<br />

6<br />

4<br />

2<br />

0<br />

bis 1 Jahr<br />

1 bis 5 Jahre<br />

6 bis 12 Jahre<br />

13 bis 16 Jahre<br />

Anzahl gepflegte Kinder nach Altersstruktur (interne Erhebung)<br />

über 16 Jahre<br />

Verrechenbare Stunden pro Vollzeitstelle<br />

2014 936.2<br />

2015<br />

2016<br />

2017<br />

2018<br />

2019<br />

<strong>2020</strong><br />

917.7<br />

942.4<br />

909<br />

911.7<br />

919.3<br />

932.47<br />

0 200 400 600 800 1000<br />

Lohnaufwand pro verrechenbare Stunde<br />

2014 83.0<br />

2015<br />

2016<br />

2017<br />

2018<br />

2019<br />

<strong>2020</strong><br />

86.0<br />

82.6<br />

88.2<br />

88.3<br />

87.5<br />

85.2<br />

0 20 40 60 80 100<br />

MÜTTER- UND VÄTERBERATUNG<br />

Aufgrund von COVID-19 sah sich die Mütter- und Väterberatung<br />

gezwungen, Familien im Zeitraum vom 13. März bis Ende Juni<br />

<strong>2020</strong> ausschliesslich telefonisch oder etwa per E-Mail zu beraten.<br />

Hausbesuche wurden nur in Ausnahmefällen angeboten. Not<br />

macht bekanntlich erfinderisch, und so galt es auch für das MVB-<br />

Team innovative Lösungen für Einzelfälle zu finden. So wurden<br />

Beratungsgespräche vereinzelt auf dem Balkon oder im Garten<br />

durchgeführt. Die allgemein auch weiterhin anhaltende Verunsicherung<br />

seitens der Kunden verursachte auch im weiteren Verlauf<br />

des Jahres anspruchsvolle Situationen für das Team der MVB.<br />

Im Juli konnte eine Mitarbeitende nach dem erfolgreich absolvierten<br />

Nachdiplomstudium Mütter- und Väterberatung, ihren verdienten<br />

Leistungsausweis entgegennehmen. Die Ausbildung zur<br />

Erziehungsfachfrau Individualpsychologie nach Adler fand unter<br />

speziellen Bedingungen statt und wird deshalb erst im Jahr 2021<br />

abgeschlossen sein.<br />

Die Mütter- und Väterberatung <strong>Oberwallis</strong> ist vernetzt mit dem<br />

Schweizerischen Fach-Verband SF MVB. An der Jahresversammlung<br />

wurden verschiedene Projekte des Fachverbandes vorgestellt,<br />

beispielsweise die eidgenössische Fachprüfung Mütterund<br />

Väterberatung, welche kurz vor der Vernehmlassung steht.<br />

Ausserdem wurde vom Verband schweizweit eine Erhebung zum<br />

Profilbild erstellt. Demzufolge bieten – analog der MVB <strong>Oberwallis</strong><br />

– 80 % der verschiedenen MVB Beratungsorganisationen Beratungen<br />

per Email an. Dieses Angebot wird auch im <strong>Oberwallis</strong><br />

stark genutzt und stellte für die Eltern, insbesondere während der<br />

Lockdowns, eine überaus wertvolle Hilfe dar.<br />

8 Gesundheit<br />

Kinderspitex | Mütter- und Väterberatung<br />

9


BETREUUNGSDIENST<br />

Der Betreuungsdienst ist in den Spitex-Teams und deren Standorten<br />

gut implementiert. Die Verantwortlichen finden in den verschiedensten<br />

Situationen inzwischen selber Lösungen, um den<br />

Kunden ein Angebot unterbreiten zu können. Aufgrund der CO-<br />

VID-19 Pandemie mussten alle Fallbesprechungen in den Teams<br />

vor Ort ausgesetzt werden. Ausserdem fielen diverse Sitzungen<br />

auf kantonaler und Schweizer Ebene COVID-19 zum Opfer.<br />

Die Arbeit im Betreuungsdienst fokussierte<br />

auf folgende Schwerpunkte:<br />

• Durchführen des Angebots des Beratungstelefons<br />

• Konzeption und Organisation von Gesprächsgruppen<br />

im <strong>Oberwallis</strong><br />

• Weiterentwicklung der Homepage der Vereinigung<br />

betreuende Angehörige Wallis<br />

• Vernetzung der Institutionen, welche Dienstleistungen<br />

für betreuende Angehörige anbieten<br />

• Mitarbeit im Komitee und Koordination mit dem Unterwallis<br />

• Organisation von Aktivitäten rund um den<br />

«Tag der betreuenden Angehörigen» vom 30.10.<strong>2020</strong><br />

• Redigieren der neuen Informationsbroschüre für betreuende<br />

Angehörige, welche ab Anfang 2021 auch auf Deutsch<br />

zur Verfügung steht<br />

• Mitarbeit bei der Übergabe der präventiven Hausbesuche<br />

an die neue Ansprechperson betreuende Angehörige,<br />

Esther Zimmermann<br />

ANSPRECHPERSON<br />

BETREUENDE ANGEHÖRIGE<br />

Am 1. Juli <strong>2020</strong> wurde der kantonale Auftrag zur Schaffung einer<br />

Dienstleitung für betreuende Angehörige mit dem Angebot der<br />

Ansprechperson betreuende Angehörige (AbA) im <strong>SMZ</strong>O umgesetzt.<br />

Die Kernaufgabe der Beratertätigkeit besteht darin, die<br />

betreuenden Angehörigen in der Findung ihrer Rolle zu unterstützen<br />

und mit ihnen ihre Bedürfnisse zu identifizieren. Es wird<br />

in Zusammenarbeit mit der fallführenden Pflegefachperson der<br />

zu betreuenden Person/en ein massgeschneidertes Unterstützungsangebot<br />

für die betreuenden Angehörigen ausgearbeitet<br />

und auf die Akzeptanz zur Annahme des Unterstützungsangebotes<br />

hingewirkt.<br />

COVID-19 hatte massgeblichen Einfluss auf die Möglichkeiten<br />

der konkreten Ausgestaltung des Beratungsangebotes, da<br />

einerseits das involvierte Pflegepersonal durch die zusätzlich<br />

einzuhaltenden Schutzkonzepte verstärkt gefordert war, und andererseits<br />

die betreuenden Angehörigen selbst teilweise Angst<br />

vor dem Knüpfen neuer Kontakte hatten. Immerhin konnten im<br />

ersten Jahr zumindest einige Beratungsgespräche durchgeführt<br />

werden.<br />

Um das Angebot bekannt/er zu machen, wurde ein Flyer realisiert<br />

und ein Informationsbrief an die Hausärzte verschickt. Anfangs<br />

Oktober erschien zudem ein kurzer Artikel über das neue<br />

Angebot im Walliser Boten, und die Mitarbeitenden der Spitex<br />

erhalten zweimal monatlich einen Impuls zur Thematik betreuende<br />

Angehörige auf elektronischem Weg zugestellt.<br />

Die verschiedenen Bedürfnisse und Fragen der betreuenden Angehörigen<br />

sind vielfältig und komplex, und um diesen gerecht<br />

zu werden, ist die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen<br />

(bspw. Pro Senectute, Stiftung Emera, Rotes Kreuz Wallis (SRK)<br />

oder Alzheimervereinigung Wallis) von zentraler Bedeutung.<br />

Diese Zusammenarbeit konnte aufgrund der Mitarbeit in der<br />

«Arbeitsgruppe betreuende Angehörige <strong>Oberwallis</strong>» in welcher<br />

Vertreterinnen der verschiedenen Organisationen mitwirken,<br />

rasch und unkompliziert in die Wege geleitet werden.<br />

10 Betreuungsdienst | Ansprechperson<br />

Blindtext<br />

11


Bericht von Janine Heldner<br />

BEREICH SOZIALES<br />

COVID-19 zum Trotz: Auch in dieser schwierigen und anspruchsvollen Phase konnte der Bereich Soziales<br />

seinen Auftrag erfüllen, wenn auch in angepasster Form. So war die (telefonische) Erreichbarkeit zu den<br />

ordentlichen Bürozeiten garantiert. Wer einen direkten Beratungsauftrag hatte, bewältigte die Aufgaben<br />

auch aus dem Home Office. Die Möglichkeiten der Digitalisierung (Videotelefonie/Videokonferenzen)<br />

wurden, wo immer möglich, als Unterstützungsinstrument eingesetzt.<br />

SOZIALDIENST<br />

Neben dem eingangs erwähnten, prägenden Dauerthema COVID-19<br />

befasste sich der Bereich Soziales im Geschäftsjahr <strong>2020</strong> intensiv<br />

mit folgenden Themen:<br />

Sozialhilfe als letztes Netz in der sozialen<br />

Sicherheit<br />

Gegenüber 2019 verzeichnete der Sozialdienst 5 % mehr offene<br />

Fälle (924 offene Fälle / Stand Dezember <strong>2020</strong>). Diese Zunahme<br />

betrifft vor allem zwei Personengruppen: Zum einen sind dies<br />

die selbständig Erwerbstätigen, welche aufgrund der wirtschaftlichen<br />

Folgen von COVID-19 Sozialhilfe beantragen mussten. Zum<br />

andern betrifft dies Personen, welche Ansprüche von Sozialversicherungen<br />

geltend machten, die allerdings noch nicht flossen.<br />

Die Sozialhilfe hat in diesen Fällen die Gelder bevorschusst.<br />

Gesetzliche Grundlagen der Sozialhilfe im Wandel<br />

Die Sozialhilfe erhielt per 1.1.21 ein teilrevidiertes Gesetz über<br />

die Eingliederung und Sozialhilfe. Die Mitarbeitenden des Sozialdienstes<br />

haben sich im vergangenen Jahr aktiv mit den Neuerungen<br />

auseinandergesetzt und konnten im Rahmen einer Vernehmlassung<br />

ihre Gedanken und Anliegen einbringen. Weitere gesetzliche<br />

Anpassungen wurden im Alltag implementiert und zeitnah umgesetzt<br />

(bspw. neue Weisung Berechnung des Sozialhilfebudgets per<br />

1.7.<strong>2020</strong> oder die Grundbedarfsanpassung an die Teuerung).<br />

Wechsel in der Führung<br />

Auf Dieter Müller, welcher Ende 2019 pensioniert wurde, folgte<br />

Janine Heldner als neue Bereichsleiterin Ressort Soziales. Zudem<br />

erfuhr die Teamleitung in der Langzeitberatung eine Veränderung:<br />

Kevin Lerjen übernahm die Leitung per Oktober <strong>2020</strong>.<br />

Der Sozialdienst als aktiver Anbieter von Ausbildungsplätzen im<br />

Bereich der Sozialen Arbeit konnte im vergangenen Jahr konstant<br />

jeweils zwei Praktikantenstellen besetzen und junge angehende<br />

Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter aktiv und praxisnah in<br />

ihrer Ausbildung unterstützen.<br />

Optimierung des An- und Aufnahmeprozesses<br />

Während im Anmeldeprozess (Intake) primär subsidiäre Themen<br />

im Vordergrund stehen, konzentriert sich der Auftrag des<br />

Sozialdienstes im Rahmen der Langzeitberatung um eine zeitnahe<br />

(Re)Integration in den ersten Arbeitsmarkt mit dem Ziel,<br />

die finanzielle Selbstständigkeit gewährleisten zu können. Die<br />

bestehenden internen Abläufe wurden überprüft, optimiert und<br />

konzeptionell verankert.<br />

Monatliche Deklaration der Bedürftigkeit<br />

Die Sozialhilfe richtet sich an Personen, die einen Bedarf an<br />

materieller Unterstützung und persönlicher Beratung haben. Im<br />

vergangenen Jahr wurde die monatliche Selbstdeklaration eingeführt.<br />

Personen, welche Sozialhilfe erhalten, müssen nunmehr<br />

monatlich ihre Einkommens- und Vermögenssituation schriftlich<br />

deklarieren. Auf der Grundlage dieser Angaben wird der jeweilige<br />

Sozialhilfebedarf vom Sozialdienst überprüft und gegebenenfalls<br />

angepasst. Ziel der Deklaration ist es, den Anspruch auf<br />

Sozialhilfegelder zu überprüfen und Missbrauch zu verhindern.<br />

Öffentlichkeitsarbeit<br />

Tue Gutes und sprich darüber! Gemäss diesem Grundsatz nutzte<br />

der Bereich Soziales auch die Möglichkeiten, seine Arbeit und die<br />

Herausforderungen im Sozialbereich der Öffentlichkeit vorzustellen.<br />

Zum «Tag der Armut» wurde die <strong>Oberwallis</strong>er Bevölkerung auf die<br />

Armutsproblematik sensibilisiert: Dank der Unterstützung der <strong>Oberwallis</strong>er<br />

Medien konnte die <strong>Oberwallis</strong>er Bevölkerung zwei Familien<br />

aus der Region während einer Woche beim Einkaufen alltäglicher<br />

Verbrauchswaren begleiten. Zudem wurde das TV Format «Brennpunkt<br />

Gesundheit & Soziales» des <strong>SMZ</strong>O genutzt, um die Menschen<br />

aus der Region über Themen der Sozialhilfe zu informieren.<br />

Bessere Vernetzung in der Sozialhilfe<br />

Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung der Dienststelle für Sozialwesen<br />

ist damit beauftragt, eine Softwarelösung zu entwickeln,<br />

mit welcher alle Beteiligten in der Sozialhilfe im Kanton Wallis<br />

(Kanton, Städte und Gemeinden, regionale <strong>SMZ</strong>) untereinander<br />

besser vernetzt und effizienter arbeiten können werden. Die geplante<br />

Einführung soll u. a. die Anspruchsprüfung und den Bewilligungsprozess<br />

vereinfachen und so alle Beteiligten administrativ<br />

Sozialhilfekosten 2014–<strong>2020</strong><br />

50 000 000<br />

45 000 000<br />

40 000 000<br />

35 000 000<br />

30 000 000<br />

25 000 000<br />

20 000 000<br />

50 000 000<br />

10 000 000<br />

5 000 000<br />

0<br />

2014<br />

Sozialhilfekosten<br />

Kanton Wallis<br />

2015<br />

2016<br />

entlasten. Mitarbeitende des Sozialdienstes sind ebenfalls Teil<br />

dieser Arbeitsgruppe und setzen sich für praxisnahe Lösungen ein.<br />

Dauerthematik: Raumbedarf<br />

Der Sozialdienst stösst am jetzigen Standort immer mehr an seine<br />

räumlichen Grenzen. Die Gründe sind vielfältig: der Bedarf<br />

an Fachpersonal in der Sachbearbeitung und Sozialarbeit nimmt<br />

stetig zu und wird bedingt durch die Folgen von COVID-19 noch<br />

steigen. Dazu kommen die gestiegenen Anforderungen an die<br />

Arbeitsplatzgestaltung. Einerseits müssen die Hygienemassnahmen<br />

berücksichtigt werden und andererseits sind die Vorgaben<br />

zum Datenschutz und zur Arbeitsplatzsicherheit einzuhalten. Die<br />

Digitalisierungsinstrumente werden bestmöglich eingesetzt, doch<br />

das Arbeitsinstrument der Sozialarbeit, nämlich das persönliche<br />

Gespräch ist nur zum Teil durch Videokonferenzen ersetzbar. Die<br />

Bereichsleiterin ist mit ihrem Team mit Nachdruck daran, geeignete<br />

Anschlusslösungen zu finden, die den aktuellen und künftigen<br />

Raumbedarf abdecken, finanziell tragbar sind und zeitliche Perspektiven<br />

bieten. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, das im<br />

kommenden Vereinsjahr weiter an Intensität gewinnen wird.<br />

Erläuterung: Während die Aufwendungen für die Sozialhilfe im <strong>Oberwallis</strong> seit 2014 relativ stabil sind (6,5 Mio. CHF im Jahr <strong>2020</strong>), steigen die Sozialhilfekosten<br />

im Unterwallis wie im gesamten Kanton seit 2016 an. Im Jahr <strong>2020</strong> kostete die Sozialhilfe für den Kanton Wallis 41 Mio. CHF. Von diesen<br />

Kosten übernimmt der Kanton 70 % und 30 % übernehmen die Gemeinden.<br />

2017<br />

Sozialhilfekosten<br />

VS-Romand<br />

2018<br />

2019<br />

<strong>2020</strong><br />

Sozialhilfekosten<br />

Gebiet <strong>SMZ</strong>O<br />

12 Soziales | Sozialdienst<br />

Sozialdienst<br />

13


Behandelte Dossiers / Anfragen im Kalenderjahr<br />

1200<br />

BERUFSBEISTANDSCHAFT<br />

1000<br />

800<br />

600<br />

400<br />

200<br />

0<br />

1025<br />

571<br />

253<br />

2014<br />

1075<br />

496<br />

261<br />

2015<br />

989<br />

526<br />

258<br />

2016<br />

2017<br />

Wirtschaftliche Sozialhilfe Nichtfinanzielle Dossiers Beistandschaften Anmeldungen, Auftragsklärung<br />

Schlussbestand Dossiers per 31.12. des Jahres<br />

800<br />

700<br />

600<br />

500<br />

400<br />

300<br />

200<br />

100<br />

0<br />

668<br />

191<br />

202<br />

2014<br />

668<br />

130<br />

200<br />

2015<br />

661<br />

146<br />

189<br />

2016<br />

853<br />

636<br />

334<br />

101<br />

237<br />

211<br />

2017<br />

214<br />

62<br />

844<br />

640<br />

204<br />

89<br />

229<br />

2018<br />

192<br />

2018<br />

204<br />

88<br />

843<br />

640<br />

216<br />

105<br />

222<br />

2019<br />

203<br />

2019<br />

147<br />

78<br />

853<br />

617<br />

248<br />

107<br />

223<br />

<strong>2020</strong><br />

196<br />

<strong>2020</strong><br />

285<br />

145<br />

Im Geschäftsjahr <strong>2020</strong> betreuten die Berufsbeistandspersonen<br />

223 Mandate. Die zugewiesenen Fälle stellen sich mehrheitlich<br />

als sehr komplexe Dossiers dar. So handelt es sich bei den Klienten<br />

beispielsweise um Personen mit schweren psychischen Beeinträchtigungen<br />

oder erhöhtem Aggressionspotential sowie um<br />

Menschen, welche sich in komplexen, persönlich oder finanziell<br />

herausfordernden Verhältnissen befinden.<br />

Im letzten Jahr wurden Arbeits-Tandems gebildet, d.h. die Beistandsperson<br />

und die administrative Person sind fest aufeinander<br />

zugeteilt. Die administrativ arbeitende Person erledigt alle<br />

anfallenden Administrationsaufgaben, welche bei den Falldossiers<br />

üblicherweise anfallen. Die Gestaltung der internen Zusammenarbeit<br />

durch Arbeits-Tandems hat sich in kürzester Zeit<br />

etabliert und wird sowohl von den Beistandspersonen als auch<br />

von den administrativ arbeitenden Personen geschätzt. Dies<br />

auch vor dem Hintergrund, dass aufgrund dieser neuen Team-<br />

Konstellation eine signifikante Effizienzsteigerung in der Arbeit<br />

festgestellt werden konnte.<br />

Wirtschaftliche Sozialhilfe Nichtfinanzielle Dossiers Beistandschaften Anmeldungen, Auftragsklärung<br />

TOPJOB – BERUFLICHE INTEGRATION<br />

Entwicklung Verteilung der Dossierkategorien (behandelte Dossiers / Abfragen im Kalenderjahr)<br />

60<br />

50<br />

40<br />

30<br />

20<br />

10<br />

0<br />

55.4<br />

30.9<br />

13.7<br />

2014<br />

58.7<br />

27.1<br />

14.2<br />

2015<br />

55.8<br />

29.7<br />

14.6<br />

2016<br />

59.9<br />

23.5<br />

2017<br />

Wirtschaftliche Sozialhilfe Nichtfinanzielle Dossiers Beistandschaften Anmeldungen, Auftragsklärung<br />

Erläuterung: Die Anzahl Dossiers haben über die Jahre stets abgenommen. Während im Jahr 2014 688 Dossier mit finanzieller Hilfe bearbeitet wurden,<br />

waren es im Jahr <strong>2020</strong> noch 617 Dossiers. Auch die nicht finanziellen Dossiers haben über die Jahre abgenommen. Im Jahr <strong>2020</strong> waren es 107 Dossiers.<br />

Die Berufsbeistandschaft bearbeitete über die Jahre immer ca. 200 Dossiers.<br />

16.6<br />

13.1<br />

55.6<br />

15.8<br />

15.1<br />

2018<br />

13.8<br />

57.9<br />

14.8<br />

15.3<br />

2019<br />

12.0<br />

53.0<br />

15.4<br />

13.9<br />

<strong>2020</strong><br />

17.7<br />

Erfolg hat drei Buchstaben: TUN! (Johann Wolfgang von Goethe).<br />

Es war, wie überall auch, COVID-19 geschuldet, dass bei topjob im<br />

Geschäftsjahr <strong>2020</strong> nicht ganz so viel getan werden konnte, wie<br />

es Anfang des Jahres zunächst noch angedacht war. So mussten<br />

die Eingliederungsmassnahmen im Zeitraum Mitte März bis Mitte<br />

Mai vorübergehend komplett eingestellt werden. Erst nach der Erarbeitung<br />

eines Schutzkonzeptes konnte die Arbeit wieder aufgenommen<br />

Werden. Allerdings gestaltete sich die Tätigkeit vor dem<br />

Hintergrund, dass die Wirtschaft und deren Arbeitsplätze stark<br />

getroffen wurden, auch weiterhin alles andere als einfach. Entsprechend<br />

erwies sich die Suche nach passenden Praktikums- und<br />

Arbeitsplätzen als sehr anspruchsvoll. Die Arbeitgeber, welche<br />

wohl gerne Hand bieten wollten, reagierten aufgrund der aktuellen<br />

Lage und den damit verbundenen und vielfältigen Unwägbarkeiten<br />

sehr verhalten. Im Sommer entspannte sich die Situation<br />

vorübergehend wieder etwas, und dank der Vorlaufzeit seit Mai<br />

konnten auch wieder einzelne Klienten platziert werden. Durch<br />

die erneuten, wiederholten und dann dauerhaften Schliessungen<br />

der Gastrobetriebe fiel in der Folge allerdings ein weiterer wichtiger<br />

Arbeitsbereich fort, da Platzierungen in den Berufsfeldern<br />

Küche, Service und Reinigung komplett wegbrachen.<br />

Die vorübergehende Einstellung der Eingliederungsmassnahmen,<br />

die Tatsache, dass das gesamte topjob Team seit März <strong>2020</strong> und<br />

mindestens bis Ende Geschäftsjahr zu Kurzarbeit überging, die<br />

allgemeine Unsicherheit für die Arbeitgeber und die grundsätzlich<br />

herausfordernde wirtschaftliche Arbeitsmarktlage führten dazu,<br />

dass das Tagesgeschäft bei topjob nicht wie gewohnt abgewickelt<br />

werden konnte. Dies hatte zur Folge, dass – trotz unvermindert<br />

grosser Motivation und hohem Engagement der Teammitglieder<br />

– auch die Zahlen der Vorjahre nicht erreicht werden konnten.<br />

Die Auswirkungen von COVID-19 werden im Arbeitsmarkt noch<br />

lange zu spüren sein. Topjob ist aber zuversichtlich, dass schon<br />

bald wieder vermehrt Platzierungen vorgenommen werden können<br />

und arbeitet parallel bereits an einer Angebotserweiterung<br />

mit dem Ziel, zukünftig Klienten im <strong>Oberwallis</strong> im Bereich der sozialen<br />

Eingliederung noch besser unterstützen zu können.<br />

14 Statistiken Sozialdienst<br />

Berufsbeistandschaft | topjob – berufliche Integration<br />

15


SOZIALPÄDAGOGISCHE FAMILIENBEGLEITUNG<br />

Bericht von Marc Kalbermatter<br />

BEREICH RESSOURCEN<br />

Die Auswirkungen von COVID-19 haben auch die Sozialpädagogische<br />

Familienbegleitung (SpFO) <strong>Oberwallis</strong> vor sehr schwierige<br />

Fragestellungen und Entscheidungen gestellt. So war zu Beginn<br />

des Lockdowns eine grosse Unsicherheit vorhanden, ob und wie<br />

die Arbeit der SpFO weitergeführt werden kann, und welche Auswirkungen<br />

dies für die Dienstleistung haben wird.<br />

Die Einschränkungen der Kontakte beim ersten Lockdown hatten<br />

zur Folge, dass die Familien mit ihren Kindern und Jugendlichen,<br />

welche aufgrund von belasteten Lebenssituationen durch die Sozialpädagogische<br />

Familienbegleitung betreut wurden, ab Mitte<br />

März für eine längere Zeit nicht mehr vor Ort besucht werden<br />

konnten. Zudem waren die Kinder aufgrund der Schulschliessungen<br />

den ganzen Tag über zuhause. Um diese schwierige Situation<br />

etwas zu mildern, standen die sozialpädagogischen Familienbegleiter/innen<br />

regelmässig über Videoanrufe in Kontakt mit den Eltern<br />

und den Kindern. In den ersten Wochen zum Teil fast täglich,<br />

da eine grosse Verunsicherung herrschte. Passende Betreuungsangebote<br />

und die Unterstützung für die Bewältigung der schulischen<br />

Herausforderungen wurden gemeinsam mit den Schulen<br />

und den Kindertagesstätten gesucht. Die Erleichterung war bei<br />

allen Beteiligten gross, als die ersten Lockerungen im Verlauf<br />

des Monats Mai persönliche Kontakte wieder möglich machten.<br />

Dies galt umso mehr, als dass die vorübergehenden Begleitungen<br />

mittels Videotelefonie nur einen sehr eingeschränkten Ersatz für<br />

die Begleitungen vor Ort darstellten. Im Herbst hatten die Massnahmen<br />

zur Eindämmung von COVID-19 einen deutlich weniger<br />

SCHULSOZIALARBEIT<br />

Die durch die COVID-19 bedingten Schulschliessungen während<br />

des ersten Lockdowns zwang die Schulsozialarbeit (SSA) neue<br />

Wege der Kontaktaufnahme zu erschliessen. So wurde eine Hotline<br />

eingerichtet, die Beratungen wurden vorwiegend über Online-<br />

Kanäle durchgeführt und zudem Zeitgestaltungstipps erarbeitet.<br />

Alle Akteure in der Schule waren froh, als nach acht Wochen der<br />

Präsenzunterricht wieder aufgenommen und damit der schulische<br />

Alltag unter Einhaltung der jeweiligen Hygiene- und Schutzbestimmungen<br />

wieder einkehren konnte. Es waren selbst die Schüler<br />

froh, wieder zur Schule gehen zu können, welche die Schule sonst<br />

vorzugsweise eher nur von aussen betrachten. Heute ist bekannt,<br />

dass die Bildungsschere mit den Schulschliessungen weiter auseinandergegangen<br />

ist. Dies manifestiert sich auch in der Arbeit<br />

der Schulsozialarbeit. Es gibt deutlich mehr Schüler, welche<br />

grossen Einfluss auf die Arbeit der SpFO, da die Familien unter<br />

Einhaltung der Schutzmassnahmen weiterhin zu Hause begleitet<br />

werden konnten. Die Erfahrung, Begleitungen über Videoanrufe<br />

zu führen, erwies sich allerdings z.B. in Quarantänesituationen<br />

als sehr hilfreich und führten so zu einer wertvollen Ergänzung<br />

unserer Arbeit.<br />

Im Jahr <strong>2020</strong> konnte die SpFO 45 Familien mit insgesamt 85<br />

Kindern und zwei junge Erwachsene begleiten. Im Durchschnitt<br />

wurden 33 Familien gleichzeitig betreut, dies im gesamten <strong>Oberwallis</strong>.<br />

Es konnten 14 Familienbegleitungen abgeschlossen und<br />

17 neue Familien aufgenommen werden. Diese Zahlen zeigen auf,<br />

dass die Auslastung der SpFO analog der Vorjahre auch im Jahr<br />

<strong>2020</strong> sehr hoch war. Aufgrund des Bedarfs an sozialpädagogischer<br />

Familienbegleitung zur Unterstützung von Familien hat der<br />

Kanton das jährliche Budget erhöht. Die positiven Rückmeldungen<br />

seitens der kantonalen Dienststelle für die Jugend und die Erhöhung<br />

des Budgets bestätigen die Wichtigkeit und Relevanz der<br />

Arbeit im sozialpädagogischen Sektor.<br />

Im Jahr <strong>2020</strong> haben 18 Familien das niederschwellige Zusatzangebot<br />

«Family Coaching & Beratung» genutzt. Davon nahmen<br />

12 Familien einen einzelnen Termin und 6 Familien mehrere Termine<br />

wahr. Die neu überarbeitete Webseite konnte im Verlauf des<br />

Monats Februar aufgeschaltet werden. Die Einbettung ins <strong>SMZ</strong>O<br />

ist damit auch optisch durch das neue Logo klar erkennbar. Das<br />

Angebot findet bei Familien und Fachkreisen zunehmend mehr Beachtung.<br />

Mühe bekunden, ihre Leistungen in der Schule zu erbringen und<br />

unter dieser Situation leiden. Es stellt auch die Eltern vor grosse<br />

Herausforderungen, wie sie ihren Kindern in dieser angespannten<br />

Situation begegnen sollen. Hier setzt die Schulsozialarbeit an, in<br />

dem sie Kindern, Jugendlichen, Eltern und Lehrpersonen einen<br />

Ort zum Innehalten, nachdenken und sich neu orientieren bietet.<br />

Als Ausblick auf das Jahr 2021, in dem die Schulsozialarbeit ihr<br />

zehnjähriges Bestehen feiern darf, wurde im TV Sendegefäss<br />

«Brennpunkt Gesundheit & Soziales» des <strong>SMZ</strong>O eine Sondersendung<br />

zum Jubiläum produziert und ausgestrahlt. Weitere Projekte<br />

und Anlässe, mit denen das Jubiläum gefeiert werden soll,<br />

sind geplant und sollen realisiert werden, sobald die allgemeine<br />

Situation sich wieder normalisiert hat.<br />

Das Jahr <strong>2020</strong>, so harmonisch die Zahl im ersten Augenblick daherkommt, wird den wenigsten<br />

Menschen in überwiegend harmonischer bzw. positiver Erinnerung bleiben. Für den Bereich<br />

Ressourcen war angedacht, dass das Jahr <strong>2020</strong> ganz unter dem Vorzeichen der Optimierung<br />

und Konsolidierung einiger wichtiger Projektvorhaben (z.B. digitales Personaldossier) sowie<br />

Aufgabenbereiche (z.B. IKS, Archivierung) hätte stehen sollen. Daher waren explizit auch keine<br />

grösseren neuen Projekte vorgesehen.<br />

Erstens kommt es anders…<br />

In mehrfacher Hinsicht hat sich diese Planung aufgrund von CO-<br />

VID-19 zerschlagen. Für das <strong>SMZ</strong>O galt es, kurzfristig eine Krisenorganisation<br />

zu schaffen, die Auswirkungen auf die Dienstleistungen<br />

für die Kunden, aber auch auf die Mitarbeitenden zu<br />

analysieren und entsprechende Vorkehrungen und Massnahmen<br />

zu treffen. Information und Kommunikation waren die Gebote der<br />

Stunde, um klare Regeln und Schutzmassnahmen für diese neue<br />

Situation zu erarbeiten und Sicherheit zu geben. Ziel war, die<br />

Dienstleistungen für die Kunden möglichst immer anbieten zu<br />

können, ggf. auch aus der Distanz, wo dies möglich war.<br />

Da die IT-Abteilung entsprechend gerüstet war, konnte schon in<br />

der ersten Welle relativ rasch für die Mitarbeitenden verschiedener<br />

Bereiche das Arbeiten von zu Hause ermöglicht werden.<br />

Dadurch waren sämtliche Dienstleistungen trotz Einschränkungen<br />

während der Lockdowns immer verfügbar – mindestens<br />

telefonisch, per E-Mail oder per Webmeeting. Dank des grossen<br />

Engagements des IT Teams und der Flexibilität der Mitarbeitenden<br />

erwies sich die Infrastruktur für ein sinnvolles Arbeiten von<br />

zuhause aus jederzeit als ausreichend aus.<br />

Als Positives kann aus der Krise mitgenommen werden, dass sich<br />

Webmeetings durchaus für einen Teil der Besprechungen eignen<br />

und damit zukünftig Reiseaufwand eingespart werden kann.<br />

Ebenso lehren die Erfahrungen im «Home Office», wie gut oder<br />

nicht der Einzelne mit der Arbeit von zu Hause aus klarkommt,<br />

und was es für ein effizientes Arbeiten von zu Hause braucht. Es<br />

ist davon auszugehen, dass die tageweise Arbeit im Home Office<br />

auch nach COVID-19 für einige Bereiche und Funktionen dauerhaft<br />

ein Thema bleiben wird.<br />

Gleichzeitig zeigen die Ermüdungserscheinungen insbesondere<br />

in den Spitex-Teams, dass die hohe Arbeitslast und der erhöhte<br />

psychologische Druck in dieser Krise doch signifikante Spuren<br />

hinterlassen haben. Der informelle Austausch in den Teams, in<br />

anderen Zeiten Mittel zur Psychohygiene, wurde durch die Einschränkungen<br />

zur Eindämmung des Virus nahezu verunmöglicht<br />

oder deutlich erschwert. Im 2021 wird darauf Wert zu legen sein,<br />

dies zu ermöglichen. Aus diesem Grund werden alle Arbeitsstationen<br />

mit Kameras und die Tablets mit der nötigen Software<br />

ausgerüstet.<br />

…und zweitens als man/frau denkt<br />

Die Einführung des neuen Pflegedossiers carefolio@home hat sich als<br />

grösseres und komplexeres Projekt entpuppt, als es ursprünglich geplant<br />

war. Der Pilotstandort <strong>SMZ</strong>O hat es zusammen mit dem neuen<br />

Projektleiter trotz ungünstigster Vorzeichen und Rahmenbedingungen<br />

doch noch geschafft, eine pluridisziplinäre Projektorganisation ins Leben<br />

zu rufen, in der auch der Bereich Ressourcen stark involviert war.<br />

In wenigen Monaten wurde teilweise parallel das System konfiguriert,<br />

durch viel Handarbeit mit Daten gefüttert, Superuser wurden geschult,<br />

welche ihr Wissen an über 200 Mitarbeitende weitergegeben haben,<br />

und es wurden Vorbereitungen getroffen für den Start im November<br />

<strong>2020</strong>. Schliesslich war das GO LIVE als Pilot ein herausragender Erfolg,<br />

auch, wenn noch nicht alles perfekt läuft. Die Digitalisierung des<br />

Pflegedossiers schafft mehr Übersicht für die Mitarbeitenden und wird<br />

hoffentlich auch zu einer Effizienzsteigerung in der Leistungserfassung<br />

wie in der Führung der Pflegedokumentation führen.<br />

Die positive Erfahrung aus diesem Projekt war: alle Beteiligten haben<br />

bereichsübergreifend Hand in Hand gearbeitet, Verantwortung übernommen<br />

und spürbare Mehrarbeiten in Kauf genommen. Miteinander,<br />

füreinander! Zusammen geht vieles.<br />

Unsichere Aussichten – Herausforderung<br />

für die Personalgewinnung<br />

Wie oben erwähnt, hat die Krise mit den vermehrten Ausfällen (v.a.<br />

Quarantäne) und wachsendem Pflegebedarf nicht nur aber insbesondere<br />

beim Pflegepersonal Spuren hinterlassen. Die Rekrutierung und<br />

der Erhalt von qualifiziertem Personal wird auch in Zukunft sehr wichtig<br />

bleiben.<br />

Das <strong>SMZ</strong>O investiert weiterhin in die Ausbildung auf sekundärer und<br />

tertiärer Stufe, um den Beitrag zu leisten, einen Pflegenotstand zu<br />

verhindern und damit auch in Zukunft die Bevölkerung flächendeckend<br />

betreuen zu können.<br />

Auf der anderen Seite wurden die Anstrengungen intensiviert, um<br />

Mitarbeitende mit mehrfachen oder längeren Absenzen angemessen<br />

begleiten zu können. Eine interne Case Managerin steht den<br />

kranken oder verunfallten Mitarbeitenden unterstützend zur Seite,<br />

um chronische Verläufe zu vermeiden, die Rückkehr zu planen und<br />

mit den Betroffenen in ggf. angepasster Tätigkeit eine berufliche<br />

Perspektive zu erarbeiten.<br />

16 Familienbegleitung | Schulsozialarbeit<br />

Ressourcen<br />

17


Statistiken<br />

PERSONAL UND PENSIONIERUNGEN<br />

Entwicklung der Vollzeitstellen<br />

200<br />

150<br />

100<br />

Anzahl Mitarbeitende (inkl. Auszubildende)<br />

pro Standort per 1. Januar 2021<br />

Spitex Brig (71)<br />

Spitex Leuk (18)<br />

Spitex Mattertal (25)<br />

Spitex Saastal (10)<br />

Spitex Stalden (5)<br />

Spitex Steg (12)<br />

Spitex Visp (28)<br />

Altersdurchschnitt<br />

60<br />

50<br />

40<br />

30<br />

20<br />

10<br />

50<br />

Zentrale Dienste (111)<br />

0<br />

Brig<br />

Leuk<br />

Mattertal<br />

Saastal<br />

Stalden<br />

Steg<br />

Visp<br />

Zentrale<br />

Dienste<br />

0<br />

2014<br />

2015<br />

2016<br />

2017<br />

2018<br />

2019<br />

<strong>2020</strong><br />

Altersverteilung und Durchschnittsalter pro Standort per 1. Januar 2021<br />

Auszubildende und PraktikantInnen<br />

Mitarbeitende Führung, Verwaltung,<br />

Informatik und Unterhalt<br />

Mitarbeitende <strong>Oberwallis</strong>er<br />

Dienstleistungen Soziales<br />

100%<br />

90%<br />

Mitarbeitende <strong>Oberwallis</strong>er<br />

Dienstleistungen Gesundheit<br />

Mitarbeitende Sozialberatung<br />

inkl. Sachbearbeiterinnen<br />

Mitarbeitende Spitex<br />

Pflege und Familienhilfe<br />

80%<br />

70%<br />

60%<br />

Entwicklung Vollzeitstellenin den Bereichen<br />

2014 2015 2016 2017 2018 2019 <strong>2020</strong><br />

50%<br />

40%<br />

30%<br />

20%<br />

Mitarbeitende Spitex Pflege<br />

und Hauswirtschaft / Betreuung<br />

91.91 91.01 92.12 95.70 97.09 91.28 86.80<br />

10%<br />

Mitarbeitende Sozialdienst<br />

& Berufsbeistandschaft<br />

22.84 23.97 24.83 25.26 26.45 26.19 27.94<br />

0%<br />

Spitex<br />

Brig<br />

Spitex<br />

Leuk<br />

Spitex<br />

Mattertal<br />

Spitex<br />

Saastal<br />

Spitex<br />

Stalden<br />

Spitex<br />

Steg<br />

Spitex<br />

Visp<br />

Zentrale<br />

Dienste<br />

Mitarbeitende <strong>Oberwallis</strong>er<br />

Dienstleistungen Gesundheit<br />

8.97 9.12 9.12 9.88 11.21 10.77 11.12<br />

bis 25 26 – 35 36 – 45 46 – 55<br />

(Vor-) Pensionierungen<br />

56 – 65<br />

66 +<br />

Mitarbeitende <strong>Oberwallis</strong>er<br />

Dienstleistungen Soziales<br />

9.91 10.49 11.31 11.39 9.54 10.33 10.40<br />

Diese langjährigen Mitarbeiter/Innen haben uns <strong>2020</strong> verlassen, um ihren verdienten (Un-) Ruhestand zu geniessen:<br />

Mitarbeitende Führung und Verwaltung,<br />

Informatik und Unterhalt<br />

17.99 16.58 15.76 16.67 16.70 16.25 15.96<br />

Auszubildende und PraktikantInnen 10.05 10.01 11.10 12.15 12.27 14.56 16.06<br />

Gsponer Erna Pflegefachfrau 27 Jahre<br />

Brantschen Brigitte MPA in Pflege 3 Jahre<br />

Hetzel Cécile Haushilfe mit SRK Kurs 28 Jahre<br />

Schnidrig Walburga Haushilfe mit SRK Kurs 11 Jahre<br />

Brügger Margrith Haushilfe mit SRK Kurs 21 Jahre<br />

Häfliger-Zimmermann Myriam Raumpflegerin 5 Jahre<br />

Imhof Marie-Madlen Dipl. Pflegefachfrau,<br />

stv. Gruppenleiterin Goms 25 Jahre<br />

Gubler-Zimmermann Angela Kinderkrankenschwester 22 Jahre<br />

Imbach-Burgener Benita Dipl. Pflegefachfrau 26 Jahre<br />

Borter-Amacker Erna Pflegefachfrau 20 Jahre<br />

Schneider Marta Familienhelferin 14 Jahre<br />

TOTAL 161.67 161.19 164.24 171.05 173.26 169.38 168.28<br />

Sie haben die Entwicklung der <strong>SMZ</strong> im <strong>Oberwallis</strong> über viele Jahre mitgeprägt. Ein herzliches Dankeschön für die langjährige Treue und<br />

Mitarbeiter im Sinne der Sache.<br />

18 Personal und Pensionierungen<br />

Personal und Pensionierungen<br />

19


JUBILARE <strong>2020</strong><br />

FINANZZAHLEN 2019 – 2022<br />

30 Jahre<br />

10 Jahre<br />

Die angestrebte Harmonisierung der kantonalen Kontopläne der <strong>SMZ</strong> führt zu Verschiebungen zwischen den einzelnen Rubriken. Die Budgets<br />

<strong>2020</strong>, 2021 und Jahresrechnung 2019 wurden zur besseren Vergleichbarkeit entsprechend dem neuen Kontoplan angepasst.<br />

Lorenz Sonja<br />

Pflege<br />

Albert Claudia<br />

Anthamatten Kurt<br />

Pflege<br />

Leitung<br />

Budget 2022 Budget 2021 Budget <strong>2020</strong><br />

Rechnung<br />

<strong>2020</strong><br />

Rechnung<br />

2019<br />

25 Jahre<br />

Bayard Christian<br />

SSA Mattertal<br />

Personalaufwand 18’905’031 18'904'250 18'858'105 16'939'986 17'158'784<br />

Freiburghaus Andrea<br />

Imhof Marie-Madlen<br />

Truffer-Camenzind Madeleine<br />

20 Jahre<br />

Pflege<br />

Pflege<br />

Pflege<br />

Bieler Daniela<br />

Briand Jean-Marc<br />

Carlen Ursula<br />

Kahlenberg Heike<br />

Rovina-Mooser Silvia<br />

Pflege<br />

SSA NBV<br />

SpFO<br />

Pflege<br />

Hauswirtschaft & Betreuung<br />

Löhne und Personalnebenkosten<br />

Dienstleistungen Gesundheit<br />

Löhne und Personalnebenkosten<br />

Sozialdienst<br />

Löhne und Personalnebenkosten<br />

Mandate Dritter<br />

10’066’083 10'392'302 10'373'923 9'134’093 9'456'607<br />

2’399’436 2'195'636 2'313'100 2'070’984 2'008'994<br />

1’771’057 1'736'989 1'618'780 1'578'839 1'610'058<br />

Borter Erna<br />

Burgener Sandra<br />

Eggel-Sarbach Annette<br />

Hagen Dunya<br />

Pflege<br />

Hauswirtschaft & Betreuung<br />

Kinderspitex<br />

Pflege<br />

Ruppen Katja<br />

5 Jahre<br />

Beney-Lötscher Christine<br />

Hauswirtschaft & Betreuung<br />

SA Beistandschaften<br />

Löhne und Personalnebenkosten<br />

Leitung / Verwaltung / Projekte<br />

1’308’938 1'274'885 1'224'087 1'111’179 1'045'415<br />

Sozialversicherungen 2’730’016 2'766'879 2'742'800 2'403'013 2'465'615<br />

Aufwand Fachberatung/Leistungen 629’501 537'559 585'415 641'878 572'094<br />

Kalbermatter Marie-Louise<br />

Pflege<br />

Cina Claudia<br />

Pflege<br />

Sach- und Transportaufwand 1’014’850 826'900 837'800 1'122'979 771'972<br />

Oggier-Marclay Viviane<br />

MVB<br />

Franke Eva<br />

SSA Mattertal<br />

Sonstiger Betriebsaufwand 1’953’722 1'892'004 1'766'035 1'564'625 1'651'580<br />

Gattlen-Zengaffinen Andrea<br />

SB Sozialberatung<br />

Unterhalt / Reparaturen 25’000 21'100 19'500 19'066 10'891<br />

15 Jahre<br />

Arnold-Hutter Ida<br />

Arnold-Walker Rafaela<br />

Gundi Nathalie<br />

Pflege<br />

Pflege<br />

Hauswirtschaft & Betreuung<br />

Häfliger-Zimmermann Myriam<br />

Imwinkelried Nicole<br />

Lavado Shadya<br />

Passeraub Valérie<br />

Raumpflege<br />

Pflege<br />

SA Sozialberatung<br />

SA Sozialberatung<br />

Anschaffungen / Abschreibungen 260’500 289'600 288'000 214'978 249'070<br />

Informatik 777’050 679'670 587'462 577'597 603'501<br />

Übriger Betriebsaufwand 891’172 901'634 871'073 752'984 788'118<br />

Imboden Schmidpeter Tamara<br />

SA Beistandschaften<br />

TOTAL Aufwand 21’873’603 21'623'154 21'461'940 19'627'590 19'582'335<br />

Spaar-Studer Michaela<br />

Pflege<br />

TOTAL Betriebsertrag 10’636’202 10'532'006 10'416'300 10'142'244 9'928'916<br />

Ausserordentlicher Ertrag 29’320 20'422 25'950 10'917 2'339<br />

Ausserordentlicher Aufwand 0 0 24'600 67'932 20'861<br />

Aufwandüberschuss 11’208’081 11'070'726 11'044'290 9'542'361 9'671'941<br />

Öffentliche Beiträge an SPITEX-Rechnungen 2’064’000 1'889'072 1'622'000 1'925'052 1'599'310<br />

Aufwandüberschuss inkl. öffentliche Beiträge 13’272’081 12'959'798 12'666'290 11'467'413 11'271'251<br />

Dienstleistungen Gesundheit:<br />

Spitex Pflege und Hauswirtschaft und Betreuung, Kinderspitex, Mütter- Väterberatung,<br />

Sachbearbeitung Gesundheit, Unterhaltsdienste<br />

Sozialdienst:<br />

Sozialarbeit, Sachbearbeitung, Unterhaltsdienste<br />

Mandate Dritter:<br />

Sozialpädagogische Familienbetreuung, Topjob, Amtsbeistandschaft, Schulsozialarbeit, Unterhaltsdienste<br />

Leitung / Verwaltung / Projekte: Geschäftsleitung allgemein, Sachbearbeitung Personal- und Finanzen, Informatik, Vorstand,<br />

Unterhaltsdienste<br />

20 Jubilare<br />

Finanzzahlen<br />

21


BERICHT FINANZEN<br />

Entwicklung Aufwandüberschuss <strong>SMZ</strong>O<br />

15000000<br />

12000000<br />

9000000<br />

6000000<br />

3000000<br />

0<br />

2016<br />

Aufwandüberschuss<br />

2017<br />

2018<br />

2019<br />

<strong>2020</strong><br />

öffentliche Beiträge an Spitex-Rechnungen<br />

<strong>2020</strong> (B)<br />

2021 (B)<br />

2022 (B)<br />

Der neunte Jahresabschluss des <strong>SMZ</strong>O weist einen Aufwandüberschuss von TCHF 9‘542 (jeweils gerundete Beträge) aus. Dieser ist<br />

damit um rund TCHF 130 unter dem Vorjahr und TCHF 1‘502 unter dem von der Delegiertenversammlung bewilligten Aufwandüberschuss<br />

von TCHF 11'044.<br />

Budget <strong>2020</strong> – Rechnung <strong>2020</strong><br />

Differenzbeträge (TCHF gerundet) zum Budget:<br />

Übersicht<br />

Differenz Jahresrechnung / Budget<br />

Personalaufwand – 1‘918<br />

Sach- und Transportaufwand + 285<br />

Sonstiger Betriebsaufwand – 201<br />

Ausserordentlicher Aufwand + 43 Minderausgaben gegenüber Budget TCHF 1‘791<br />

Ertrag – 274<br />

Ausserordentlicher Ertrag – 15 Mindereinnahmen gegenüber Budget TCHF 289<br />

Differenz Jahresrechnung / Budget TCHF 1‘502<br />

Personalaufwand – TCHF 1918<br />

Die Budgetierung <strong>2020</strong> erfolgte unter Berücksichtigung der kantonalen<br />

Langzeitpflegeplanung 2016–2021: hier gehen wir von einem mittleren<br />

Szenario für das <strong>Oberwallis</strong> aus (50 % der kantonalen Prognose,<br />

verteilt auf 5 Jahre). Der Kanton weist explizit darauf hin, dass in den<br />

Budgets den Szenarien in der kantonalen Langzeitplanung Rechnung<br />

zu tragen ist. Im Berichtsjahr verzeichneten wir aber nur einen kleinen<br />

Anstieg der verrechenbaren Stunden in der Spitex, im Bereich<br />

der Hauswirtschaft und Betreuung sind diese sogar leicht zurückgegangen.<br />

Zudem konnten aufgrund COVID-19 verschiedene Projekte<br />

nicht umgesetzt und die geplanten Weiterbildungen nicht wie geplant<br />

durchgeführt werden. Dadurch fallen die Personalkosten im Bereich<br />

Gesundheit mit rund TCHF 1239 deutlich tiefer aus als budgetiert.<br />

Im Sozialdienst fallen die Kosten um rund TCHF 242 tiefer aus als budgetiert,<br />

da auch hier aufgrund von COVID-19 die Umsetzung von Projekten<br />

und die Weiterbildungen nicht wie geplant erfolgen konnten.<br />

Im Bereich Ressourcen mussten aufgrund von Verzögerungen bei der<br />

Umsetzung von geplanten Projekten die budgetierten Stellen nicht besetzt<br />

werden (– TCHF 113).<br />

Bei den Mandaten Dritter liegt der Personalaufwand ebenfalls leicht<br />

tiefer als budgetiert (– TCHF 40). Einzig die Arbeitsleistungen Dritter<br />

sind höher als budgetiert (+ TCHF 56). Hier ist der Aufwand für<br />

Fachberatung für Fachberatung – und leistungen um TCHF 51 zurückgeganen.<br />

Hingegen liegen die Aufwände für die Tageselternvermittlung<br />

(+ TCHF 28), für externes Fachpersonal (+ TCHF 72), sowie der<br />

Aufwand für Physiotherapeutische Massnahmen (TCHF 7) über den<br />

berechneten Werten.<br />

Die zusätzlich budgetierten Stellen und Lohnanpassungen führen<br />

automatisch zu einem budgetierten Anstieg der Sozialversicherungen,<br />

der so in der Rechnung <strong>2020</strong> nicht eingetreten ist (– TCHF 340).<br />

Sach- und Transportaufwand + TCHF 285<br />

Die Kosten für medizinisches Verbrauchsmaterial liegen aufgrund<br />

von erhöhtem Bedarf an Schutzmaterial während der Pandemie deutlich<br />

über dem budgetierten Wert (+ TCHF 122). Eine starke Zunahme<br />

stellen wir bei den Medikamenten und dem medizinischen Material<br />

für Kunden fest (+ TCHF 127), was mit einer Änderung in der Rechtsprechung<br />

betreffend die Übernahme von Kosten für Pflegematerial<br />

(MiGeL) durch die Krankenkassen zu tun hat. Zudem hat sich der<br />

Aufwand für den Mahlzeitendienst erhöht (+ TCHF 20). Neu wird die<br />

Vollkasko-Versicherung unter der Rubrik Transportaufwand verbucht<br />

(+ TCHF 41). Aufgrund der berechneten Lohnsumme wurden bei der<br />

Spitex höhere Ausgaben für Entschädigungen für Privatfahrzeuge<br />

und öffentliche Verkehrsmittel budgetiert, welche nicht im budgetierten<br />

Umfang notwendig wurden (– TCHF 25).<br />

Sonstiger Betriebsaufwand – TCHF 201<br />

Die Kosten für Unterhalt, Anschaffungen, Mietaufwand mobile Sachanlagen<br />

und die Abschreibungen sind tiefer ausgefallen als budgetiert<br />

(– TCHF 73). Auch der Verwaltungs-, EDV- und Werbeaufwand<br />

konnte weiter optimiert werden und ist dementsprechend tiefer ausgefallen<br />

als budgetiert (– TCHF 40). Die Sachversicherungen liegen<br />

tiefer als veranschlagt, da die Vollkaskoversicherung neu unter Sach-<br />

und Transportaufwand verbucht wird (– TCHF 41). Die Aufwände für<br />

Miete Geschäftslokalitäten und Geräte (– TCHF 24), Finanzaufwand<br />

(– TCHF 9) sind ebenfalls tiefer ausgefallen als budgetiert. Ein Teil<br />

der Aufwände übriger Betriebsaufwand wird schliesslich neu über<br />

Personalnebenkosten verbucht (– TCHF 14).<br />

Betriebsertrag – TCHF 274<br />

Dieser Minderertrag ist vor allem darauf zurück zu führen, dass aufgrund<br />

des höher budgetierten Stellenplanes bei der Spitex auch die<br />

Einnahmen entsprechend höher veranschlagt werden mussten. Die Tarifsenkung<br />

3.6 % der Spitextarife zugunsten der Krankenkassen und zu<br />

Lasten der öffentlichen Hand hatte entsprechende Mindereinnahmen<br />

zur Folge. Die effektiven Spitex-Einnahmen sind TCHF 553 tiefer als<br />

budgetiert. Dagegen wurden vom Kanton die Restbeiträge für das Jahr<br />

<strong>2020</strong> erhöht. Für den Kanton und die Gemeinden ergibt dies eine Mehrbelastung<br />

von rund TCHF 303. Bei den übrigen Fachbereichen sind die<br />

Einnahmen leicht tiefer als veranschlagt (– TCHF 43). Die Zuwendungen<br />

Dritter sind rund TCHF 19 höher als budgetiert.<br />

Ausserordentlicher Aufwand + TCHF 43 /<br />

Ausserordentlicher Ertrag – TCHF 15<br />

Allfällige Aufwand- bzw. Ertragsüberschüsse der Dienstleistungen<br />

Tobjoberwallis und Berufsbeistandschaft werden über einen Ausgleichsfond<br />

aufgefangen; Zusätzlich wurde eine Abschreibung unseres<br />

Verwaltungsaufwand der letzten Jahre für eine aufwändigen<br />

Pflegesituation vorgenommen.<br />

Fazit zur Rechnung <strong>2020</strong>:<br />

Trotz der aussergewöhnlichen Lage aufgrund der Pandemie, konnten<br />

wir die Rechnung <strong>2020</strong> mit einem leicht unter Vorjahresniveau (– TCHF<br />

130) liegenden Aufwandüberschuss abschliessen. Die stark gestiegenen<br />

Kosten für Schutzmaterial und die Mehrkosten aufgrund der Mi-<br />

GeL-Verordnung, die höheren Beiträge auf Walliser Ebene (insbesondere<br />

für die Informatikprojekte), sowie die Senkung der Spitextarife,<br />

konnten durch tiefere Personalkosten und die Erhöhung der öffentlichen<br />

Beiträge ausgeglichen werden. Die Finanzzahlen der letzten vier<br />

Jahre lassen die Aussage zu, dass wir finanziell stabil unterwegs sind.<br />

Übrige kurzfristige Forderungen<br />

Per 31.12.<strong>2020</strong> weist der Verein Sozialmedizinisches Zentrum<br />

<strong>Oberwallis</strong> (<strong>SMZ</strong>O) eine Forderung von CHF 172 000<br />

(Vorjahr 168 000) gegenüber einer aufwändigen Pflegesituation<br />

aus, welche seit vielen Jahren betreut und separat<br />

abgerechnet wird. Betreffend der Finanzierung der Kosten<br />

bis Ende Juli <strong>2020</strong> konnte zwischenzeitlich mit den zuständigen<br />

kantonalen Stellen eine Verein-barung über CHF<br />

150 000 ausgehandelt werden. In diesem Zusammenhang<br />

musste das <strong>SMZ</strong>O auf eine Teilforderung von CHF 25 000 verzichten.<br />

Es besteht weiter das Risiko, dass nicht die gesamte<br />

Restforderung geltend gemacht werden kann. Auf die Bildung<br />

einer Wertberichtigung oder Rückstellung wurde verzichtet.<br />

22 Finanzen<br />

Finanzen<br />

23


Budget 2022 – Rechnung <strong>2020</strong><br />

Das Budget 2022 sieht einen Aufwandüberschuss von TCHF 11 208<br />

vor (gegenüber dem Budget 2021 ergibt dies eine Zunahme von<br />

TCHF 137). Gegenüber der Rechnung <strong>2020</strong> ist der budgetierte Aufwandüberschuss<br />

TCHF 1666 höher.<br />

Dies sind die wichtigsten Gründe für den höheren Aufwandüberschuss<br />

gegenüber der Rechnung <strong>2020</strong>:<br />

Personalaufwand + TCHF 1965<br />

Die grösste Differenz findet sich bei den Dienstleistungen Gesundheit<br />

(+ TCH 932). Die Spitex-Personalkosten wurden erneut budgetiert unter<br />

Berücksichtigung der kantonalen Langzeitpflegeplanung 2016–2021.<br />

Dabei wurden dieselben Prinzipien wie fürs Budget 2021 befolgt:<br />

• Erhöhung der Ausbildungsplätze und Sicherstellen der Begleitung,<br />

um der Ausbildungsverpflichtung für Gesundheitsinstitutionen<br />

nachzukommen und um für genügend Nachwuchs<br />

zu sorgen. Budgetierung von zusätzlichen, im Leistungsvertrag<br />

verlangten Funktionen (z.B. mobile Ernährungsberatung, Ansprechperson<br />

für pflegende Angehörige, Hygieneverantwortliche).<br />

Budgetierung einer Superuser-Stelle für die Implementation<br />

des IT Projekts Pflegedossier. Budgetierung zusätzlicher Stellenprozente<br />

bei den verschiedenen Fachbereichen (bspw. Kinderspitex,<br />

MVB) aufgrund erhöhter Nachfrage sowie eine moderate<br />

Personalreserve für die Spitex.<br />

• Beim Sozialdienst (+ TCHF 328) kommt die Zunahme zum einen<br />

durch die Budgetierung von zwei Projektstellen zustande:<br />

Aufgrund fehlender niederschwelliger Angebote im <strong>Oberwallis</strong>,<br />

wurde eine halbe Stelle für die berufliche und soziale Integration<br />

vorgesehen. Für das kantonale IT Projekt Sozialhilfe<br />

ist eine halbe Stelle für die Implementation und Begleitung<br />

der Teams (Superuser) budgetiert worden. Zum anderen wird<br />

eine Reserve vorgesehen, um den prognostizierten Auswirkungen<br />

durch die COVID-19-Krise auf die Sozialhilfe<br />

Rechnung zu tragen.<br />

• Im Bereich der Führung und Verwaltung (+ TCHF 198) sind<br />

neben dem ordentlichen Stellenplan unter anderem<br />

temporäre Personalkosten für kantonale IT-Projekte und<br />

weitere konzeptionelle Arbeiten vorgesehen. Ausserdem<br />

sind im Budget Praktikumsstellen vorgesehen, die im<br />

<strong>2020</strong> nicht vollständig genutzt werden konnten. Um die<br />

Absenzen zu reduzieren und die berufliche Reintegration<br />

zu fördern, wurde zudem ein kleines Teilpensum für ein<br />

internes Case Management vorgesehen.<br />

• Der Zuwachs der Lohnkosten bei Mandate Dritter (+ TCHF 192)<br />

wird mehrheitlich durch Mehrerträge oder Auflösung von<br />

Reserven finanziert.<br />

Sach- und Transportaufwand – TCHF 108<br />

• Zurückhaltend budetiert wurde Verbrauchsmaterial gemäss<br />

Mittel- und Gegenständeliste (Mi-GeL), welches voraussichtlich<br />

ab 2022 wieder den Krankenkassen in Rechnung<br />

gestellt werden kann.<br />

• Hingegen rechnen wir weiterhin mit einem höheren<br />

Verbrauch an Schutzmaterialien.<br />

Sonstiger Betriebsaufwand + TCHF 389<br />

• Unterhalt und Reparaturen (+ TCHF 6).<br />

• Anschaffungen und Abschreibungen (+ TCHF 45).<br />

• Die IT Mehrkosten entstehen aufgrund höherer Beiträge an<br />

die kantonalen Informatikprojekte und im kleineren Ausmass<br />

durch interne Projekte zur Effizienzsteigerung (+ TCHF 199).<br />

• Höhere Raumkosten hinsichtlich Erweiterung der<br />

Räumlichkeiten in Visp (+ TCHF 52).<br />

• Die Tablets der Spitexmitarbeitenden werden gemäss<br />

kantonalem Projekt künftig gemietet (+ TCHF 60).<br />

• Mehraufwand beim Verwaltungs- und Werbeaufwand,<br />

übriger Betriebsaufwand (+ TCHF 25), sowie Sachversicherungen<br />

und Finanzaufwand (+ TCHF 2).<br />

Ertrag + TCHF 494<br />

• Die Mehreinnahmen entstehen zu einem bedeutenden Teil bei<br />

der Spitex angesichts des höher budgetierten Stellenplanes<br />

(+ TCHF 361) sowie durch die angepasste Rest-Finanzierung<br />

der öffentlichen Hand (+ TCHF 139).<br />

• Bei den Erträgen aus Fachberatung rechnen wir gesamthaft<br />

gesehen mit Einnahmen auf dem Niveau der Rechnung <strong>2020</strong><br />

(– TCHF 6).<br />

Ausserordentlicher Aufwand – TCHF 68 /<br />

Ausserordentlicher Ertrag + TCHF 18<br />

Allfällige Aufwand- bzw. Ertragsüberschüsse der Dienstleistungen<br />

Topjoberwallis und Berufsbeistandschaft werden<br />

über einen Ausgleichsfond aufgefangen.<br />

Zusammenfassung<br />

Personalkosten + 1965<br />

Sach- und Transportaufwand + 108<br />

Sonstiger Betriebsaufwand + 389<br />

Ausserordentlicher Aufwand – 68 2178<br />

Ertrag + 494<br />

Ausserordentlicher Aufwand/Ertrag + 18 – 512<br />

Differenz Jahresrechnung <strong>2020</strong> / Budget 2022<br />

(in TCHF gerundet) + 1666<br />

Weitere Abweichungen<br />

• Aufgrund der zusätzlich budgetierten Stellenprozente steigen<br />

auch die Kosten für die Sozialversicherungen (+ TCHF 327).<br />

• Tiefere Kosten für den Aufwand Fachberatung (– TCHF 12).<br />

24 Finanzen<br />

Revisionsstelle<br />

25


26 Revisionsstelle<br />

27


Sozialmedizinisches Zentrum <strong>Oberwallis</strong><br />

Nordstrasse 30 | Postfach 608 | 3900 Brig<br />

027 922 30 00 | info@smzo.ch | www.smzo.ch<br />

28<br />

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