31.03.2022 Aufrufe

Krankenhaus der Zukunft

Diese Ausgabe ermöglicht einen Einblick in schon existierende Neuerungen und kommende Veränderungen im Gesundheitswesen. Eines ist klar: Das Krankenhaus der Zukunft ist nachhaltig, modern, sicher, wirtschaftlich erfolgreich, innovativ, digital und effizient.

Diese Ausgabe ermöglicht einen Einblick in schon existierende Neuerungen und kommende Veränderungen im Gesundheitswesen. Eines ist klar: Das Krankenhaus der Zukunft ist nachhaltig, modern, sicher, wirtschaftlich erfolgreich, innovativ, digital und effizient.

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FOTO: UNSPLASH AKRAM HUSEYN

EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET

Ein umfassender Leitfaden für das Krankenhaus 4.0

Lesen Sie mehr unter www.zukunft-medizin.info

Krankenhaus

der Zukunft

Das

Gesundheitswesen

neu gedacht

Die Zukunft der Frau in der Medizin

Nachhaltigkeit im Krankenhaus

Facility-Management 4.0

Alle Bilder mobil im Griff

Die neue medizinische Fotodokumentation

DeepUnity Capture

Lesen Sie den Artikel

auf Seite 3


2 | www.zukunft-medizin.info

IN DIESER AUSGABE

VORWORT

FOTO: SHUTTERSTOCK

06

Auf dem Weg an die Spitze

Univ.-Prof. Dr. Christine Radtke

spricht über die Herausforderungen

von Frauen in der Medizin

Senior Project Manager: Julia Buchberger

Senior Business Developer: Florian Rohm, BA

Business Developer: Kerstin Köckenbauer

Content and Production Manager: Viktoria Pisker, BA

Lektorat: Joseph Lammertz

Layout: Juraj Príkopa

Managing Director: Bob Roemké

Medieninhaber: Mediaplanet GmbH ·

Bösendorferstraße 4/23 · 1010 Wien · ATU

64759844 · FN 322799f FG Wien

Impressum: mediaplanet.com/at/impressum/

Distribution: Mediaplanet GmbH

Druck: Walstead NP Druck GmbH

Erscheinungstermin: 31.03.2022

Kontakt bei Mediaplanet:

Tel: +43 676 847785219

E-Mail: julia.buchberger@mediaplanet.com

@Mediaplanet Austria

@austriamediaplanet

08

Das digitale

Gesundheitssystem

Diese Vorteile bringt eine digitale

Gesundheitsplattform

14

Disease-Management-

Programm

Dr. Günter Schreier, Digital-

Health-Experte am AIT, über

die Rolle des Krankenhauses bei

Integrierter Versorgung

Bleiben Sie in Kontakt:

FOTO: SHUTTERSTOCK

FOTO: SHUTTERSTOCK

FOTO: INITS

Dr. Irene

Fialka

CEO of INiTS

Managing

Director of

Health Hub

Vienna

Mehr Informationen

finden

Sie unter

zukunftmedizin.info

Österreichs Gesundheitssystem

ist eines der besten der

Welt. Die aktuelle Situation

in den Krankenhäusern ist

aber geprägt von knapper werdenden

Budgets und hoch qualifiziertem

Personal, das nach langer Ausbildung

mit immer mehr Vorschriften immer

weniger Zeit für die Patient:innen hat.

Die gute Nachricht ist: Die zunehmende

Digitalisierung unterstützt in der

Administration oder bei der Terminvereinbarung.

Das Arztgespräch wird

als Telekonsultation digital, die Blutwerte

werden erklärt durch künstliche

Intelligenz (KI), Nachkontrolle und

Therapie können bequem von daheim

oder im Büro erledigt werden. Es gibt

Operations- und Reinigungsroboter,

Telemonitoringlösungen, digitale

Erfassung der Therapie und KI für

Zweitmeinungen oder Qualitätsmanagement.

Das Fachpersonal trainiert

mit Simulatoren und Familienmitglieder

oder Ersthelfer:innen werden mit

der VR-Brille unterstützt.

Das Krankenhaus ist der spezialisierteste

und teuerste Ort für die

Behandlung, muss daher so effizient

wie möglich sein und die Patient:innen

mehr ins Zentrum stellen. Während

man aber am Flughafen Warteschlangen

nur noch beim Securitycheck in

Kauf nimmt, sind große Flächen im

Krankenhaus sterile Wartezimmer,

in denen man dicht gedrängt neben

anderen Kranken stundenlang wartet.

Warum gibt es da noch keine Justin-time-Möglichkeiten

wie in der

Logistik? Warum können wir nicht den

Krankenhaus

der Zukunft

Health-IT Expertin Dr. Irene Fialka

erklärt, welchen Problemen

österreichische Krankenhäuser

sich aktuell stellen müssen,

welche Veränderungen kommen

werden und in welchen Bereichen

man auch schon Fortschritte

beobachten kann.

Warteraum flexibel und das Krankenzimmer

zu einem personalisierbaren

Wohlfühlort machen? Warum durchlaufen

Patient:innen mehrfach die

gleichen bildgebenden Verfahren, die

nicht nur viel Geld kosten, sondern

auch eine (Strahlen-)Belastung

darstellen?

Die Antwort ist: Es ist halt so

gewachsen. Wir sind gewohnt, dass

man mit jeder Kleinigkeit zu jeder

Uhrzeit in jedes Krankenhaus hineinspazieren

kann, dass Ärztinnen und

Ärzte nur in Gesundheitseinrichtungen

arbeiten. Unsere gewohnten Pfade

zu verlassen, ist wohl die schwierigste

Aufgabe, um im Krankenhaus der

Zukunft anzukommen. Es wird ein

„Hotel“ sein, in dem absolute Spezialist:innen

für Notfälle und chirurgische

Eingriffe am Werk sind. Diese

werden sich, durch IT, KI und Roboter

unterstützt, vor allem um die Patient:innen

kümmern, teilweise sogar

vom Homeoffice aus. Sie werden auch

im Umgang mit Daten und IT ausgebildet

sein. Implantate werden

3D-gedruckt und Therapien evidenzbasiert

individuell auf die zu Behandelnden

abgestimmt. Die Medizin wird

von der labordiagnostischen und

therapeutischen Medizin in Gesundheitseinrichtungen

zu einer präventiven

Medizin im Alltag, wo die

Menschen mobil Gesundheitsdaten

sammeln. Das Krankenhaus der

Zukunft wird an Größe verlieren, aber

an Wert gewinnen, unter anderem

mithilfe von Start-ups, auch aus

Österreich.


MEDIAPLANET | 3

Sponsored by Dedalus

Ein Foto machen und automatisch

ins PACS schicken

Dedalus HealthCare will eine optimale Patientenversorgung

gewährleisten. Einen Beitrag dazu leistet die neue mobile

Fotodokumentation DeepUnity Capture.

„DeepUnity Capture ist

eine native App für mobile

Endgeräte zur medizinischen

Fotodokumentation – einfach

und unkompliziert.

Dabei spielt es keine Rolle,

ob es sich um ein iOS- oder

Android-basiertes Device

handelt“, erläutert Johanna

Weishaupt, Produktmanagerin

im Bereich Diagnostic

Imaging IT, die Lösung. Die

Fotodokumentation kann

beispielsweise auf der Station

im Rahmen der täglichen Visite

oder aber auch im OP zur

schnellen Dokumentation

unterschiedlicher Patientenzustände

erfolgen.

Mobil, schnell und

komfortabel

Dabei werden die Bilder

direkt im Patienten- und/

oder Auftragskontext erstellt,

zusammen mit allen dazu

dokumentierten Informationen

in das DICOM-Format

gewandelt und automatisch zur

Speicherung an das Bilddatenmanagementsystem

(PACS)

geschickt. Die Patientin oder

der Patient wird dabei ganz

einfach per Barcode-Scan über

das Patientenarmband eindeutig

identifiziert. „DeepUnity

Capture bietet den Anwenderinnen

und Anwendern also

zwei Vorteile: zum einen die

komfortable, mobile Erstellung

einer Fotodokumentation,

zum anderen eine wesentliche

Zeitersparnis verglichen mit

klassischen Wegen wie der

Aufnahme per Digitalkamera.

Zudem ist das Smartphone

auch wesentlich handlicher

und man trägt es bei sich. Häufig

gibt es pro Station nur eine

Kamera, und die muss dann für

die Dokumentation erst geholt

werden“, nennt Weishaupt weitere

Punkte, die für DeepUnity

Capture sprechen.

Die App kann je nach

Betriebssystem im Business-

App-Store oder über den

firmeneigenen DedalusShare

heruntergeladen werden. Wenn

ein Haus DeepUnity Capture

also erworben hat, erfolgt die

Verteilung in der Regel über ein

sogenanntes Mobile-Device-

Management oder durch die

IT-Abteilung direkt auf die

einzelnen Geräte. Ist die App

einem Gerät zugewiesen und

die/der Mitarbeitende für das

Gerät berechtigt, kann sie/er

sofort loslegen: Die nötigen

Einstellungen werden zentral

hinterlegt und die Pflegekraft

kann sofort eine Fotodokumentation

für eine Patientin oder

einen Patienten erstellen.

Schlank, intuitiv und

übersichtlich

„Obwohl es sich bei DeepUnity

Capture noch um eine sehr

junge Lösung handelt – sie

ist gerade einmal ein Dreivierteljahr

auf dem Markt –,

haben wir im Rahmen der

ersten Pilotierungen bereits

sehr erfreuliche Rückmeldungen

von unseren Kunden

bekommen“, freut sich die

Produktmanagerin. „Besonders

heben die Anwender die

Fokussierung der App hervor.

Da wir uns ausschließlich

auf die medizinische Fotodokumentation

konzentrieren,

können die Pflegekräfte

diesen Schritt sehr schnell,

unkompliziert und trotzdem

in höchstem Maße standardkonform

durchführen. Dazu

tragen nicht zuletzt die übersichtliche

Benutzeroberfläche

und die intuitive Bedienung

bei.“

Aktuell laufen die Arbeiten

am nächsten Release bereits

auf Hochtouren. Dabei steht

eine noch flexiblere Handhabung

von DeepUnity Capture

im Mittelpunkt. Hierzu zählt

beispielsweise, dass die

Anwender:innen neben der

Patienten-ID auch eine

Fallnummer für die Erstellung

des Fotokontextes nutzen

können. Außerdem soll

sichergestellt sein, dass der

Benutzerkontext je nach

User-Management des Hauses

automatisiert über das

Endgerät gesetzt werden kann.

„Zusätzlich dazu haben wir die

App einmal an unsere

UI/UX-Designer übergeben,

um die Benutzeroberfläche

modern zu halten und die

Usability konstant zu verbessern.

Denn unser Ziel ist es,

unseren Anwendern stets eine

State-of-the-Art-App zur

Verfügung zu stellen“, rundet

Johanna Weishaupt den Blick

in die nahe Zukunft ab.

Innerhalb einer neuen Fotodokumentation

sind im Kopfbereich

die relevanten Merkmale ersichtlich,

etwa Patientenmerkmale

oder angeforderte Fotodokumentationen.

Im nächsten Schritt

legt der Anwender die Körperregion

fest und kann Anmerkungen

zur Fotodokumentation eingeben.

Lesen Sie mehr unter

FOTO: DEDALUS


4 | www.zukunft-medizin.info

EXPERTISE

Nachhaltigkeit als

maßgeblicher Faktor

für das Krankenhaus

der Zukunft

Der aktuelle Megatrend „Nachhaltigkeit“

wird ganz klar zum „Motor“ des

Wandels unserer Gesellschaft und

auch des Gesundheitssystems

werden. Nachhaltigkeit mit

Umweltschutz gleichzusetzen,

ist aber viel zu kurz gedacht.

Denn es geht um viel

mehr.

FOTO: RICARDO GOMEZ ANGEL VIA UNSPLASH


MEDIAPLANET | 5

Univ.-Prof. Dr. med. Lars-Peter

Kamolz, MSc.

Präsident der leitenden

Krankenhausärzte Österreichs

VLKÖ

Von der WHO wird

weltweit etwa

ein Viertel aller

Krankheits- und

Todesfälle als umweltassoziiert

angesehen. Dazu gehören

viele Faktoren wie beispielsweise

unsicheres Trinkwasser,

schlechte sanitäre und Hygienebedingungen,

Umweltverschmutzung,

aber natürlich

auch der Klimawandel.

Aber nicht nur der Klimawandel

hat einen gewaltigen

Einfluss auf die Gesundheit

der Menschen und somit auf

unser Gesundheitssystem,

die Gesundheitsleistungen

tragen wiederum ihrerseits

zum Klimawandel bei.

Konkret beträgt der Beitrag des

Gesundheitssektors weltweit

am Klimawandel rund fünf

bis sieben Prozent. Der größte

Anteil an Treibhausgasemissionen

(THG) wird dabei von

medizinischen Produkten und

Arzneimitteln sowie durch den

Energieverbrauch verursacht.

Dabei entstehen die Emissionen

oft bei der Rohstoffgewinnung,

der Produktion und

dem Transport von Produkten

und Verpackungen (circa 70

Prozent der Emissionen im

Gesundheitssektor).

Krankenhäusern, die sicherlich

eine zentrale Bedeutung

im Gesundheitssystem und

bei der Patientenversorgung

spielen, kommt somit eine zentrale

Bedeutung zu. Denn sie

sichern nicht nur die Patientenversorgung,

sondern sie

können auch als Impulsgeber

für Nachhaltigkeit einen wichtigen

Beitrag leisten, indem sie

in ihrer eigenen Funktionsweise

Kriterien der Nachhaltigkeit

berücksichtigen.

Das fängt bereits bei der Planung

und beim Bau des Krankenhauses

an und beinhaltet

dann auch viele unterschiedliche

Aspekte beim Betrieb. Die

heutigen modernen Krankenhäuser

sind Einrichtungen mit

hohem Technisierungsgrad.

Daher geht eine patientenorientierte

Spitzenmedizin auch

immer mehr mit einem hohen

Energieverbrauch einher.

Gleichzeitig bringt aber auch

der Einsatz unterschiedlicher

moderner Technologien ein

hohes Einsparungspotenzial

mit sich. Dazu gehören zum

Beispiel betriebliche Nachhaltigkeitskonzepte,

vor allem mit

den Schwerpunkten Energieund

Wasserverbrauch, sowie

die Abfallreduktion.

FOTO: BERNHARD BERGMANN

Entscheidend ist aber, dass

Nachhaltigkeit immer die

Summe zahlreicher Einzelmaßnahmen

ist und nicht nur

Aspekte wie Digitalisierung,

effiziente Wassernutzung, eine

erhöhte Energieeffizienz, die

Verbauung von umweltfreundlichen

Materialien, sondern vor

allem auch Aspekte der Kommunikation

und Bewusstseinsbildung

beinhaltet: nämlich

zur Bewusstseinsbildung in

Bezug auf einen bewussteren

Umgang mit Ressourcen.

Denn hier gilt der Grundsatz:

Motiviert ist nur, wer

auch informiert ist. Das Wissen

um und das Bewusstsein

für ökologische Zusammenhänge

und konkrete Verbesserungsvorschläge

sind die

Grundvoraussetzung dafür,

dass Mitarbeitende ökologisch

handeln und routinierte

Abläufe im Alltag verändern.

Dazu gehören einfachste Verhaltensweisen,

wie das Licht

bei Verlassen des Büros auszuschalten,

Computer herunterzufahren

und nicht ganztägig

bei offenem Fenster im Büro

zu heizen. Schätzungen

zufolge können alleine durch

verändertes Nutzerverhalten

20 bis 30 Prozent der aufgebrachten

Energie eingespart

werden.

Ein nachhaltiges Krankenhaus

fördert also die öffentliche

Gesundheit, verbessert die

medizinische Versorgung, und

das unter kontinuierlicher

Reduktion seiner Umweltauswirkungen.

Ein nachhaltiges

Krankenhaus erkennt den

Zusammenhang zwischen

Gesundheit und Umwelt und

demonstriert dieses Verständnis

durch seine Governance,

Strategie und seinen Betrieb.

Es verbindet lokale Bedürfnisse

mit Umweltmaßnahmen

und praktiziert Primärprävention

durch aktives Engagement

in den Bemühungen um die

Förderung der Gesundheit.

Somit ist das Krankenhaus von

morgen smart, green und vor

allem nachhaltig.


6 | www.zukunft-medizin.info

INSIGHT

Die Rolle des Krankenhauses

bei der Integrierten

Versorgung (IV)

Während akute Erkrankungen in einer einmaligen

Episode behandelt werden können, brauchen chronische

Erkrankungen ein „Chronic Care Model“, das sicherstellt,

dass die erforderlichen Gesundheitsversorger zeitlich

und fachlich zusammenwirken. Dies gilt insbesondere

für komplexe Erkrankungen wie Diabetes oder

Herzinsuffizienz.

Was bedeutet IV?

Das Wort „integriert“ im

Kontext von IV kann als

„Kleber“ verstanden werden,

der die verschiedenen Entitäten

zusammenhält. Für das

Gesundheitswesen bedeutet

dies die Umsetzung von

Modellen und Methoden der

Finanzierung, Administration,

Organisation, Erbringung

klinischer Leistungen, um

sektorale Grenzen zu überschreiten,

damit Kooperation,

Koordination und Kommunikation

in der Gesundheitsversorgung

möglich werden

(Kodner, 2002).

Was ist ein Disease-Management-Programm

(DMP)?

DMP definieren strukturierte

Behandlungsabläufe, sogenannte

Behandlungspfade, insbesondere

teilhabende Rollen,

Kompetenzen, Verantwortlichkeiten

und Aufgaben sowie den

zeitlichen Ablauf. Die Digitalisierung

mit maßgeschneiderten

IT-Lösungen eröffnet

dabei neue Möglichkeiten für

die Kooperation, Koordination

und Kommunikation sowie die

Entscheidungsunterstützung

auf Basis evidenzbasierter

Leitlinien.

Welche Rolle übernimmt das

Krankenhaus bei der IV?

Da es hier definitionsgemäß

um einen sektorenübergreifenden

Ansatz geht, stellt sich

für Krankenhäuser die Frage,

welche Rolle sie im Kontext der

IV einnehmen sollen – neben

ihrer klassischen Rolle als hoch

spezialisierte Versorgungseinheit

bei der Verschlechterung

oder Entgleisung von Patientinnen

und Patienten mit

chronischen Erkrankungen.

Das Krankenhaus verfügt

mit seinen stationären und

ambulanten Bereichen über

einen wesentlichen Teil der

erforderlichen Versorgungsressourcen

und kann daher

auch eine wichtige Rolle in der

Bereitstellung der erforderlichen

(IT-)Infrastruktur für die

IV spielen.

Welche Änderungen sind in

Krankenhäusern zukünftig

notwendig, um die IV zu perfektionieren?

Zum einen nimmt das

Schnittstellenmanagement

Günter

Schreier

Digital Health

Information

Systems Center

for Health

and Bioresources

AIT Austrian

Institute of

Technology

FOTO: AIT

zu extramuralen Versorgern

eine immer wichtigere Rolle

ein. Zum anderen können

Krankenhäuser auch die

Koordinierungsstelle und IT-

Infrastruktur für IV betreiben,

einschließlich telemedizinischer

Elemente. Manche

Krankenversorger haben auf

diese Erfordernisse bereits mit

der Einrichtung spezieller Einheiten

reagiert, beispielsweise

die Tirol Kliniken mit dem

Landesinstitut für Integrierte

Versorgung, das, unter

anderem, die Koordination

des HerzMobil-Programms

leistet, eines der am weitesten

entwickelten IV-Programme in

Österreich.

Worin liegen besondere Herausforderungen?

Komplexere IV-Konzepte

müssen die Barriere durchdringen,

die durch die

fragmentierte Finanzierung im

intra- und extramuralen

Bereich aufgebaut wurde.

Dafür müssen die übergeordneten

Gesundheitsplattformen

Verantwortung übernehmen.

Was die IT-Infrastruktur

betrifft, braucht es interoperable

Lösungen, die den Zugriff

aus allen Versorgungsbereichen

ermöglichen, unter

adäquaten datenschutzrechtlichen

und betriebsorganisatorischen

Rahmenbedingungen –

Stichwort ELGA. Im Kontext

derderal organisierten

Gesundheitsversorgung

verfügen Krankenhäuser über

sehr gute Voraussetzungen,

hier eine zentrale Rolle

einzunehmen.


MEDIAPLANET | 7

Sponsored by Sodexo

Facility-Management 4.0 –

Gesundheitswesen

fit für die Zukunft machen

Michael Freitag, CEO und Country President bei Sodexo

Austria, einem der weltweit führenden Facility-Service- und

-Management-Anbieter, über Trends im Facility-Management

und darüber, wie man Fachkräftemangel vorbeugen kann.

Welche Trends sehen Sie

als Facility-Service-Experte

im Gesundheitsbereich auf

Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen

zukommen?

Meiner Ansicht nach muss

man da differenzieren

zwischen den Hard Facts der

Technologie, der Effizienzsteigerung

und der Digitalisierung

sowie den Soft Skills.

Dies betrifft alle Bereiche wie

Desinfektion, Reinigung und

Gebäudemanagement, aber

auch Employer Branding

und die Bemühungen, gute

Fachkräfte zu halten und anzuziehen.

Die Frage, die wir uns

künftig im Gesundheitswesen

immer mehr stellen werden

müssen, ist: Wie schafft man

es, ein attraktiver Arbeitgeber

zu sein? Ein großer

Trend ist das Thema Hygiene

und Sicherheit, natürlich

auch durch COVID-19 noch

stärker gepusht. Ein weiteres

Feld wird die „Customer

Experience“ werden. Es wird

in Zukunft deutlich wichtiger

werden, dass die Patientin

oder der Patient Feedback

bezüglich seines Aufenthalts

geben kann. Auch die

Nachhaltigkeit wird immer

stärker nachgefragt, sowohl bei

Patientinnen und Patienten

als auch Mitarbeitenden. Und

natürlich die Bemühung, die

Spezialisierung voranzutreiben

und dem Fachkräftemangel

entgegenzusteuern.

Wie kann das gelingen?

Die Frage ist, wo ich mit

Facility-Services helfen kann,

Mitarbeitende zu unterstützen,

damit sie sich auf ihre

Kernkompetenzen konzentrieren

können. Es zeigt sich etwa,

dass das Pflegepersonal durch

Stationsservice-Fachkräfte

wesentlich entlastet wird.

Etwa dann, wenn Serviceleistungen

an der Patientin

oder am Patienten verrichtet

FOTO: SODEXO

werden, für die es keine medizinische

Ausbildung braucht

und wo es die gesetzlichen

Rahmenbedingungen zulassen.

Das senkt das Risiko, die

medizinischen Mitarbeitenden

zu verlieren. Zusätzlich

wird durch die Konzentration

auf hoch qualifizierte

Leistungen auch der Beruf

aufgewertet. Das kann dazu

beitragen, Menschen für diese

Branche zu begeistern und als

Fachkräfte zu gewinnen.

Ist diese Entlastung der Fachkräfte

im Krankenhausbereich

noch Zukunftsmusik?

Vor allem im privaten Bereich

hat man mit dieser Vorgehensweise

schon vor einiger Zeit

begonnen. Womit wir wieder

beim Stichwort Patientenerfahrung

und Customer Experience

wären. Es beginnt aber seit der

Pflegereform auch im öffentlichen

Bereich. Die Erfahrung,

dass eine Unterstützung in

Form eines

professionellen

Stationsservice

gut

funktionieren

kann, haben

wir bereits bei

einigen unserer

Kunden

gemacht.

FOTO: SODEXO

Michael

Freitag, MBA

Country President

Sodexo

Österreich

Wie kann ich

als Betreiber

einer Gesundheitseinrich-

tung den beruflichen Alltag

der Mitarbeitenden beziehungsweise

den Arbeitsplatz

attraktiver gestalten?

Stichwort Verpflegung: Die

Mitarbeitenden arbeiten 250

Tage im Jahr im Krankenhaus,

eine Patientin oder ein Patient

hält sich im Idealfall nur kurz

dort auf. Daher sollte man sich

überlegen, den Mitarbeitenden

eine geeignete Verpflegung

zu ermöglichen. Aber

auch in Sachen Ergonomie am

Arbeitsplatz etwa zeigt sich,

dass der Fokus in den letzten

Jahrzehnten eher auf der

Patientin oder dem Patienten

lag. Es wird aber immer

wichtiger, das Gleichgewicht

wiederherzustellen und den

Arbeitsalltag im Gesundheitsbereich

so angenehm wie

möglich zu machen.

Wie steht es um neue Technologien

in Sachen Hygiene?

Krankenhauskeime, Antibiotikaresistenzen

und die

Auswirkungen des verstärkten

Einsatzes von Desinfektionsmaßnahmen

werden das

Gesundheitswesen künftig

noch stärker beschäftigen. Wir

bei Sodexo arbeiten seit

Kurzem in Niederösterreich

mit dem ersten UV-C-Roboter.

Das ist schnell, nachhaltig und

fast ohne Chemieeinsatz

möglich. In nicht so stark

frequentierten Bereichen oder

Versorgungsgängen kommen

auch schon Reinigungsroboter

zum Einsatz, die effizienzsteigernd

unterstützen können.


8 | www.zukunft-medizin.info

Sponsored by Kapsch

Gesundheit

as a service

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist gekommen,

um zu bleiben. Kapsch BusinessCom hat eine neue

intuitive Lösung entwickelt. Michael Baumgartner,

Business Consultant bei Kapsch, dazu im Gespräch.

DI (FH)

Michael

Baumgartner

Head of

Business

Consulting

Health&

SocialCare

Mehr Infos:

healthcare@

kapsch.net

FOTO: KAPSCH BUSINESSCOM

Wie sieht die Nutzung der

Plattform für medizinisches

Personal im Alltag aus?

Die Anwendungen in der Plattform

werden strukturiert und

übersichtlich bereitgestellt und

es können für unterschiedliche

Bereiche essenzielle Applikationen

definiert werden. Ein

User kann sich aber sein Dashboard

auch individuell und

passend für den beruflichen

Alltag gestalten. Die Plattform

synchronisiert ebenso die

Daten und bietet weiters auch

elektronisch gesicherte und

zertifizierte Falldokumentationsmöglichkeiten

an. Die

Plattform soll den medizinischen

Alltag mit Service

erleichtern und neue Wege in

der Behandlung eröffnen.

Welchen Mehrwert bietet die

Plattform für Krankenhausbetreiber?

Die Plattform hat drei Leitlinien.

State of the Art mit

unseren Lösungen sein und

Möglichkeiten eröffnen: Mit

der Plattform möchten wir die

IT-Infrastruktur vor Ort heben

und immer wieder auf den

neuesten Stand bringen, denn

gerade im Technologiebereich

liegen noch viele Potenziale für

den medizinischen Bereich.

Interoperabilität der verschiedenen

Systeme durch

einheitliche Standards: Daten

sind derzeit oftmals mehrmals

gespeichert und in unterschiedlichen

Systemen vorhanden.

Durch eine gemeinsame

Datenbasis in einem internationalen

Standard kommunizieren

die Anwendungen

zuverlässig. Sicherheit, denn

bei Gesundheitsdaten ist

diese oberstes Gebot: In der

Integration von Applikationen

in die Plattform werden auch

Prüfungen durchgeführt, ob es

etwaige Lücken oder Fehler in

der Software gibt. So bietet die

Plattform auch eine umfassende

Sicherheitsprüfung. Diese

drei Überbegriffe sind für uns

essenziell, um neue Technologien

im Gesundheitswesen

nachhaltig zu etablieren.

Wie ist die Plattform für Anwender

zu bedienen?

Wir haben uns bei der Entwicklung

und dem Design sehr

stark am Smartphone-Universum

orientiert, indem auf

einem Gerät auch verschiedene

Applikationen bequem

angewendet werden können.

Als privater User haben wir uns

an diese Bedienweise so sehr

gewöhnt, dass wir sie auch im

beruflichen Umfeld nutzen

möchten. Das ermöglichen wir

mit unserer Smart Health Platform

für End-User aus Medizin

und Pflege. Verschiedene,

schon im Haus vorhandene

Tools können in die Plattform

integriert und neue einfach

eingefügt werden. So werden

Applikationen übersichtlich

in einer Plattform vereint. Der

Gesundheitsbereich produziert

und benötigt auch Zugriff auf

hochsensible Daten, wodurch

für Krankenhäuserträger

IT-Projekte sehr aufwendig

sind und Datenmigrationen bei

Systemwechseln auch schon

Jahre dauern können. Mit der

Plattform können diese Prozesse

erleichtert werden.

Apropos Anwendung – die

Plattform verwendet statt

Cloud eine Containertechnologie.

Wie unterscheiden sich

diese voneinander?

Die Containertechnologie ist

die zugrunde liegende

Verarbeitungsweise von allen

Cloud-Services. Bei dieser

werden die Daten vor Ort in

einem dafür vorgesehenen

Platz verarbeitet und zentral

gespeichert. Der große Vorteil

ist, dass die Daten sicher

aufbewahrt werden und die

Datenhoheit noch immer beim

Anwender liegt. In Österreich

haben wir in der Steiermark in

einem stillgelegten Bergwerksstollen

ein solches Data-Center,

wo für diese Anwendung ein

Bereich speziell konfiguriert ist.

Die Plattform bietet einen

optimalen Service für das

klinische Personal an und wir

können so die IT im Krankenhaus

bei bestehenden wie auch

bei neuen Digitalisierungsprojekten

unterstützen.

KAPSCH BUSINESSCOM

ist Österreichs führender ICT-Lösungs- und

Serviceprovider sowie Digitalisierungspartner. Die

BusinessCom verknüpft dabei Innovationskraft,

zertifizierte Technologiekompetenz und

Branchen-Know-how als Consulter und Business

Engineer. In der DACH-Region, Rumänien und

Tschechien entwickelt das Unternehmen end-toend

neue Geschäftsmodelle mit seinen Kunden

mit Connectivity, IoT-Plattformen, individuellen

AI-Anwendungen und Software-Applikationen.

Das Kapsch Cyber Defense Center sorgt dabei für

den Schutz aller Daten. Der Digitalisierungspartner

begleitet seine Kunden international ebenso bei

ihrer Cloud Transformation Journey wie bei der

Entwicklung von smart spaces und smart offices.

Die Basis dafür bildet die langjährige Erfahrung als

Marktführer für Netzwerklösungen, Collaboration,

Datacenter-Infrastruktur, Security und Managed

Services kombiniert mit den Technologien

internationaler Hersteller wie Cisco, Microsoft und

HPE.


MEDIAPLANET | 9

STUDIE

FOTO: SHUTTERSTOCK

Das digitale

Gesundheitssystem

in Österreich

Österreich hatte durch den Aufbau der elektronischen

Gesundheitsakte einen Vorsprung im Bezug auf digitale

Gesundheitsplattformen. Mittlerweile liegt unser Land im

europäischen Vergleich aber lediglich im Mittelfeld. Durch

die immer höher werdende Lebenserwartung steht das

österreichische Gesundheitswesen enorm unter Druck.


10 | www.zukunft-medizin.info

Begleitet wird dies durch einen zu geringen Digitalisierungsgrad:

65 %

der Befragten geben an, dass

ihnen keine Gesundheitsapps

bekannt sind

NUR 4 %

aller Arzttermine werden

über digitale Kanäle vereinbart

(E-Mail, online oder App)

89 %

der Terminvereinbarungen

entstehen vor Ort

oder per Telefon

Die Nachfrage nach digitalen Gesundheitsleistungen

ist in der Bevölkerung allerdings vorhanden:

ÜBER 60 %

würden Arzttermine virtuell wahrnehmen

57 %

können sich virtuelle Unterstützung bei

chronischen Krankheiten vorstellen

Eine Gesundheitsplattform

bringt allen Parteien Vorteile:

ICONS: GETTY IMAGES

FÜR PATIENT:INNEN:

• Im Mittelpunkt stehen die Patient:innen

• Besseres und individuell angepasstes

Leistungsangebot

• Sämtliche Gesundheitsleistungen auf einen Klick

• Zeiteinsparungen durch verbessertes Terminund

Wartezeitenmanagement

FÜR GESUNDHEITS-

AKTEUR INNEN UND –AKTEURE:

• Steigern der Effizienz des Systems

• Reduzierter Verwaltungsaufwand

• Kosten sparen

• Direkte Verrechnung

• Erweiterung der Kundenbasis

• Bessere Kommunikation zwischen Stakeholdern

Durch die Infrastruktur der elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) hat Österreich eine

gute Basis für die Etablierung einer digitalen Gesundheitsplattform. Wenn unser Land im

europäischen Durchschnitt aufholen will, muss allerdings jetzt gehandelt werden.

Diese und weitere Informationen finden Sie unter: www.accenture.com/at-de/insights/health/gesundheitsstudie


MEDIAPLANET | 11

Sponsored by CISCO

„Es gibt genug zu tun“

Die Digitalisierung im Gesundheitsbereich schafft neue

Möglichkeiten und Mehrwerte. Peter Schuller, Account-Manager

bei Cisco Österreich, erklärt unter anderem, welche Hausübung

bei der Digitalisierung zu allererst gemacht werden sollte, um das

volle Potenzial zu nutzen.

Peter

Schuller

Account

Manager,

Public Sector

and Social

Healthcare

FOTO: CISCO

Welche Punkte gibt es bei

der Digitalisierung im Krankenhaus

zu beachten?

Im Grunde ist es wie beim

Bauen: Es sollte mit einem

guten Fundament beginnen.

Hier sprechen wir von stabiler

Netzwerkinfrastruktur, die

durchgängig Zugriffe auf

digitale Services erlaubt. Um

eine vernünftige, innovative

Applikation am Krankenbett

zu nutzen, muss es bis zum

Patientenbett funktionieren.

Professionelles WLAN und

ein sicheres Netzwerk sind

heute in einem Krankenhaus

so wichtig wie Strom oder

Heizung. Nur so kann der

Added Value durch die Digitalisierung

auch ausgeschöpft

werden. Ganz wichtig ist mir,

dass das Thema Infrastruktur

wirklich als eigenständiges

und umfassendes Konzept

behandelt wird. Auf eine gute

Infrastruktur kann ich viele

weitere innovative Projekte

aufsetzen und so das Thema

Digitalisierung als Business-

Case skalieren und Added

Value liefern.

Welche Lösungen kann Cisco

hier anbieten?

Wir haben als globaler und

lang etablierter Player viele

Möglichkeiten. Besonders

interessant ist die Lösung für

Tumorboard-Besprechungen,

in der die interdisziplinäre

Besprechung in die virtuelle

Welt geholt wird. Diese muss

nicht mehr an einem Ort

abgehalten werden, um die

Befundung zu besprechen.

So werden im medizinischen

Prozess Zeit und Geld gespart.

Wir stellen hier zuverlässige

Lösungen für Videokonferenzen

mit interaktiven Möglichkeiten

und hochauflösender

Bilderwiedergabe zur Verfügung,

sodass Bildmaterial

gemeinsam befundet werden

kann. Sie werden mittlerweile

auch für andere Fallbesprechungen,

zum Beispiel in der

Rheumatologie, sowie zur

internationalen Vernetzung

zum Erfahrungsaustausch

genutzt, was die weitverzweigte

Welt der Medizin etwas

kleiner macht.

Welche Bedingungen müssen

diese digitalen Angebote

für den Gesundheitsbereich

erfüllen?

Es müssen hier sehr viele

Normen für das Gesundheitswesen

erfüllt werden. Im

Vordergrund steht, Zuverlässigkeit,

Qualität und Sicherheit

auf Industriestandard zu

bieten. Hier bringt Cisco seine

jahrelange Expertise und sein

Know-how ein, um passgenaue

Enterprise-Lösungen

mit diversen Applikationen

anzubieten. Durch das offene

Schnittstellenmanagement

können diese auch intern mit

anderen Anwendungen kombiniert

werden, wodurch Hürden

im technologischen Fortschritt

abgebaut werden.

Was genau können wir unter

Asset-Tracking und Standortmanagement

bei Cisco

verstehen?

Wir bezeichnen uns gerne als

neuralgischer Eco-System-

Partner, der Zulieferer, Partner

etc. einlädt, neue Lösungen zu

bauen. Zum Beispiel haben wir

eine Partnerschaft mit einem

jungen Unternehmen, das

Tracking-Systeme anbietet. So

können wir in Kombination

etwa den nächsten freien

Rollstuhl tracken und so viele

Wege ersparen. Es können aber

auch Verhaltensweisen

analysiert und mit den

richtigen Befehlen und

Applikationen verknüpft

werden und so Vorrichtungen

wie ein Türschließsystem in

Gang gesetzt werden. Aber

auch in der Patienten-Pfleger-

Beziehung können diese

eingesetzt werden. Wenn sich

beispielsweise ein Patient im

Haus verirrt, wird der Pfleger

ab einer gewissen Zeitspanne

alarmiert. All diese Anwendungsfälle

setzen auf der

gleichen, standardbasierten

Infrastruktur auf. Die Möglichkeiten

sind grenzenlos und

einfach umzusetzen, sobald

neben Strom und Heizung

auch flächendeckende

WLAN- und Netzwerkinfrastruktur

in unseren Krankenhäusern

selbstverständlich ist.

Abschließend möchte ich

sagen: Infrastruktur schaffen

und die Digitalisierung nutzen,

denn es gibt genug zu tun!


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INSPIRATION

FOTO: ALEXANDER ANT VIA UNSPLASH

Nuklearmedizin:

Ein innovatives Fach

mit Zukunft

Fachärzt:innen bietet dieses innovative

medizinische Fach gute Karrieremöglichkeiten

an der Klinik, aber auch zunehmend im

niedergelassenen Bereich. Für Patient:innen

wächst die Bedeutung von nuklearmedizinischen

Methoden in der personalisierten Medizin.


MEDIAPLANET | 13

Prim. Univ.-

Prof. Mag.

Dr. Michael

Gabriel

Vorstand

Institut für

Nuklearmedizin

und

Endokrinologie

Kepler Universitätsklinikum

GmbH

FOTO: PRIVAT

Die Wiege der

Nuklearmedizin

als eigenes medizinisches

Fach liegt

lange zurück. Seit der Entdeckung

der Radioaktivität

durch Marie Curie Ende des

19. Jahrhunderts wurde auch

die medizinische Anwendung

von radioaktiver Strahlung

vorangebracht. Bis heute

haben sich Therapie- und

Diagnoseverfahren auf Basis

nuklearmedizinischer und

molekularbiologischer Anwendungen

verbessert. Das Fach

bietet auch beste Karrieremöglichkeiten

für angehende

Mediziner:innen. Auch

wenn Nuklearkatastrophen

wie Tschernobyl zu einem

negativen Image für nukleare

Anwendungen geführt haben,

ist die Anwendung ionisierender

Strahlung in der Medizin

seit vielen Jahrzehnten eine

tragende Säule für die Behandlung

hauptsächlich onkologischer

Erkrankungen.

Der Einsatz neu entwickelter

Radiopharmaka macht die

Nuklearmedizin zu einem

wichtigen Player

Im Hauptbetätigungsfeld der

Fachärztinnen und -ärzte

für Nuklearmedizin, die

Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen,

wird die

Nuklearmedizin durch die

innovativen Radiopharmaka

zu einem Big Player in der

personalisierten Medizin.

Die Nuklearmedizin führt

sämtliche diagnostische und

therapeutische Möglichkeiten,

mit Ausnahme der chirurgischen

Versorgung, durch.

Spezifische Radiopharmaka

werden in verschiedenen

Diagnoseverfahren

laufend im

klinischen Alltag

angewandt. Allen

voran ist dabei die

PET-CT-Technologie

zu erwähnen,

die insbesondere

bei onkologischen

Fragestellungen

eine wichtige Rolle

spielt. Die richtige

Anwendung und

Interpretation dieser Methodik

obliegt den Fachärzt:innen

für Nuklearmedizin, die die

Informationen aus anatomischer

Bildgebung, molekularen

Eigenschaften des

zugrunde liegenden Prozesses

und klinischen Informationen

der Patientin oder des

Patienten zu integrieren hat.

Zunehmend besteht auch die

Möglichkeit, Radiopharmaka

mit strahlenden Substanzen

zu markieren, die nicht nur

für die Diagnostik, sondern

auch für die Behandlung

von Tumorerkrankungen

geeignet sind, wie zum Beispiel

beim metastasierten

Prostatakarzinom.

Welche Entwicklungen bringt

die Zukunft?

Zukünftig wird die Nuklearmedizin

noch weiter – nachdem

Therapieregime zunehmend

individualisiert auf Patient:innen

abgestimmt werden – im

Bereich der Hightech-Medizin

angesiedelt sein. Die nuklearmedizinische

Bildgebung

ermöglicht ein frühzeitiges

Aufspüren krankhafter Prozesse

im Körper, noch bevor

sich diese in morphologischen

Veränderungen manifestieren.

Demzufolge ist das Wissen

Durch innovative

Radiopharmaka wird

die Nuklearmedizin

zu einem Big Player in

der personalisierten

Medizin.

einerseits über Veränderungen

auf zellulärer Ebene und andererseits

über den Angriffspunkt

neuer Therapieansätze von

zunehmender Bedeutung für

Ärztinnen und Ärzte in diesem

medizinischen Sonderfach, das

die therapiebegleitende Diagnostik

auf ihre Fahnen heftet

mit dem Ziel einer patientenspezifischen

und individualisierten

Therapie.

Wodurch kann die Ausbildungskapazität

im Fach

Nuklearmedizin gesteigert

werden?

Um dem erhöhten Bedarf an

fertig ausgebildeten Mediziner:innen

Rechnung tragen zu

können, ist es erforderlich,

Kassenverträge für Fachärztinnen

und -ärzte im niedergelassenen

Bereich beziehungsweise

bestimmte Kooperationsmodelle

zwischen intra- und

extramuralem Bereich

vorzusehen. Neben der

Anstellung im Krankenhaus,

was sicherlich für Wiedereinsteiger:innen

ein interessantes

Karrieremodell darstellt, ist der

niedergelassene Bereich für

fertige Fachärztinnen und

-ärzte eine attraktive Alternative

mit einem breiten Betätigungsfeld.


14 | www.zukunft-medizin.info

INSPIRATION

Auf dem Weg an

die Spitze

Univ.-Prof. Dr. Christine Radtke spricht im Interview über die

Herausforderungen von Frauen in der Medizin und erklärt,

warum es Strukturen für Gleichberechtigung braucht.

Text Magdalena Reiter-Reitbauer

Univ.-Prof.

Dr. Christine

Radtke, MBA

Interim.

Leiterin der

Universitätsklinik

für

Plastische,

Rekonstruktive

und

Ästhetische

Chirurgie

FOTO: PRIVAT

Sie leiten die Universitätsklinik

für Plastische, Rekonstruktive

und Ästhetische Chirurgie

an der Medizinischen

Universität Wien/AKH Wien.

Wie sehen Sie die Entwicklung

hinsichtlich des Frauenanteils

in der Medizin?

Der Frauenanteil ist in den

letzten Jahren gestiegen.

Das ist erfreulich! Frauen in

Spitzenpositionen sind aber

dennoch rar. Nur ab und zu

wird die gläserne Decke durchbrochen.

Während im Medizinstudium

der Anteil von Frauen

und Männern noch ausgeglichen

ist, ändert sich dieses

Verhältnis zulasten von Frauen

relativ rasch auf dem Weg an

die Spitze – vom Abschluss

des Medizinstudiums über die

Facharztprüfung bis hin zur

Habilitation und Professur.

Gibt es hier Unterschiede

zwischen den einzelnen

Fachdisziplinen?

In meinem Team beträgt

das Verhältnis von Männern

und Frauen etwa 50 zu 50. In

anderen Fächern ist das anders,

wie etwa in der Unfallchirurgie,

einer Disziplin, die stark

männlich dominiert ist. Es gibt

auch Fächer, in denen mehr

Frauen tätig sind. In allen

Disziplinen wird der Anteil an

Frauen in Richtung Führungsspitze

allerdings immer kleiner.

Im deutschsprachigen Raum

gibt es nur wenige Frauen als

Abteilungsvorstände in der

plastischen Chirurgie.

Wie kann sich dies Ihrer Meinung

nach ändern?

Es ist grundsätzlich wichtig,

dass Universitäten und

Krankenhäuser Strukturen

zur Verfügung stellen, die

es Frauen ermöglichen, ihre

Karriere auch mit der Familienplanung

zu verbinden.

Ein weiterer Punkt ist, dass

Männer im Vergleich zu Frauen

in der Medizin ein dichteres

Netzwerk haben. Um höhere

Positionen anzutreten, muss

man als Frau sichtbarer sein,

was durch mehr Exzellenz

möglich ist. Frauen müssen im

Blick der Männer sein, wenn

es darum geht, Positionen und

Aufgaben zu vergeben.

Wenn Sie auf Ihre eigene

Karriere zurückblicken: Was

hat sich rund um das Thema

„Frauen in der Medizin“, abgesehen

vom Frauenanteil,

getan?

Es gibt mittlerweile Förderprogramme,

Mentoringprogramme

und Initiativen, die

versuchen, Gleichberechtigung

in die Krankenhäuser

zu bringen. Gleichzeitig ist

es aber auch wichtig, das

Bewusstsein dafür zu schaffen,

dass wir – trotz vieler Bemühungen

– noch lange keine

Gleichberechtigung erreicht

haben.

Was sollten Krankenhäuser

in Zukunft strukturell

ändern, um bessere Arbeitgeber

für Frauen zu werden?

Es ist wichtig, dass es Strukturen

gibt, in denen Frauen ihre

Karriere neben der Familie

arrangieren können. Viele

Initiativen und Förderungen

gehen sicherlich bereits in die

richtige Richtung. Nur leider

sind diese Programme zumeist

limitiert. Wünschenswert wäre

daher, dass diese Programme

in Zukunft in einem größeren

und weiteren Rahmen umgesetzt

werden.

Was wünschen Sie sich für

Ihre Kolleginnen für die

nächsten Jahre?

Ich wünsche mir, dass Kolleginnen

ihren geplanten Weg gehen

und sehen, dass es möglich ist,

als Frau in der Medizin Karriere

zu machen. Ich hatte schon

Studentinnen und junge

Ärztinnen in der Ausbildung,

die für sich selbst gar keine

Chance gesehen haben. Wenn

der Wunsch da ist, kann man

auch gezielt darauf hinarbeiten.

Dafür möchte ich Mut machen

und junge Kolleginnen

motivieren.


MEDIAPLANET | 15

EVENTKALENDER

FOTO: JR KORPA VIA UNSPLASH

Wiener Bluttage 2022

21. – 23.04.2022

www.wienerbluttage.at

Innsbrucker Forum für

Intensivmedizin und Pflege

27. – 28.04.2022

www.ifimp.at

9. Technik im Krankenhaus

10.05.2022

www.krankenhaustechnik.at

Austrian Health Forum

12. – 14.05.2022

www.austrianhealthforum.at

63. Kongress für

Krankenhausmanagement

23. – 25.05.2022

krankenhausdirektoren.at

dHealth – Health Informatics

meet Digital Health

24. – 25.05.2022

www.dhealth.at

Die zentrale Notaufnahme

Österreich

01. – 02.06.2022

www.management-forum.de

63. Österreichischer

Chirurgenkongress

15. – 17.06.2022

www.chirurgenkongress.at

Rechtsfragen im

Krankenhaus

10. – 11.05.2022

www.imh.at/

krankenanstaltenrecht

Forum Krankenhaustechnik

05. – 06.07.2022

www.imh.at/

krankenhaustechnik

Forum Spital

Herbst 2022

www.imh.at/forumspital

AUSBILDUNGEN

• Ausbildungslehrgang (Universitätslehrgang)

zum:zur Diplomierten

Krankenhausbetriebswirt:in und

zum:zur akademischen Health Care

Manager:in

• Ausbildungslehrgang (Universitätslehrgang)

zum:zur Diplomierten

Krankenhausbetriebswirt:in und

zum:zur akademischen Health Care

Manager:in

• Medizinisches Basiswissen für

Verwaltungsmitarbeiter:innen im

Gesundheitswesen mit Verweis zum

LKF-System

• Kommunikationsorientiertes

Englisch

• Seminar für leitende

Küchenmitarbeiter:innen

• Ausbildung zum:zur Diplomierten

Krankenhaus-Controller:in

• Seminar für Mitarbeiter:innen

der Patientenadministration

und Chefsekretär:innen

Mehr Informationen unter:

www.oeik.at

PARTNER


Alle Bilder mobil im Griff

Die neue medizinische Fotodokumentation

DeepUnity Capture

DeepUnity Capture ist eine mobile Applikation (App), welche speziell für die medizinische Fotodokumentation

entwickelt wurde. Die App kann sowohl auf Android- als auch auf iOS-basierten

Endgeräten angewendet werden. Zudem ist ein kombinierter Einsatz der Endgeräte innerhalb

Ihrer Einrichtung möglich.

Dem Endanwender wird eine schnellere und intuitivere Alternative zur Digitalkamera geboten,

die im Funktion s umfang ideal auf die medizinische Fotodokumentation zugeschnitten ist.

Sie können den Patientenkontext über drei Möglichkeiten komfortabel herstellen:

Auswahl des Patienten über eine DICOM-Worklist

Scannen des Patientenarmbandes

Manuelle Patientensuche

Die erstellten Fotoaufnahmen werden im PACS gespeichert und sind im Rahmen von Verlaufskontrollen

jederzeit einsehbar. Durch diese unmittelbare Zuordnung der Fotodokumentation zu

einem Patienten und der Ablage im DICOM-Format kann ein im höchsten Maße standardisiertes

Vorgehen realisiert werden.

Weiterführende Informationen zu DeepUnity Capture erhalten Sie auf:

dedalusgroup.de

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