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hinnerk Pride Ausgabe 2022

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HAMBURG І BREMEN І HANNOVER

HEFT 324

DIVERSITY

REISE

Queere

Urlaubsziele

rund um

die Welt!

Jonny Foe

und Pepsi:

„Denkmuster

konstant

hinterfragen“

HAMBURG PRIDE

DER AMPEL-CHECK

INTERVIEWS: VELVET, LIZZO, LAUV, EMMA THOMPSON

GESUNDHEIT: ICH GLAUB, MICH LAUST DER AFFE – ALLES ÜBER MPX


Diagnostik und Therapie auf

höchstem Niveau

Sportradiologie

Verletzungen und Erkrankungen an Knochen, Muskeln, Sehnen

und Gelenken können mithilfe modernster bildgebender Verfahren

genau diagnostiziert werden. Bei der Beurteilung des

Bewegungsapparates spielt die MRT-Diagnostik in der Sportmedizin

– insbesondere zur frühzeitigen Therapiefindung –

eine zentrale Rolle. Klassisch und jedem bekannt sind Verletzungen

an Bändern und Knochen im Rahmen eines akuten

Unfalls, wie z. B. Umknicken oder Sturz.

Sportradiologie, MRT-Diagnostik,

Früherkennung und Therapie

15 x in Hamburg

Die Radiologische Allianz ist ein Zusammenschluss

freiberuflich tätiger und unabhängiger Fachärzt:innen.

Mehr als 80 Ärzt:innen in 15 Praxisteams bieten

das komplette Leistungsspektrum radiologischer,

nuklearmedizinischer und strahlentherapeutischer

Verfahren an:

• Radiologie (MRT, CT)

• Neuroradiologie

• Nuklearmedizin (PET, CT)

• Mammadiagnostik

• Strahlentherapie

• Radiochirurgie (Gamma-Knife)

Zu den häufigsten Problemen von Sportlerinnen und Sportlern

zählen jedoch Sehnenschädigungen und Überlastungen

der Sehnen. Mit zunehmendem Alter verlieren die Sehnen an

Elastizität. Bevor daraus größere Schäden entstehen, kann

mit einer rechtzeitigen, exakten MRT-Diagnostik die opti male

Therapie zur Ausheilung eingeleitet werden. Gleiches gilt bei

Überlastungen, wie z. B. dem Tennisellenbogen oder Sehnenscheidenentzündungen.

Auch in allen übrigen Gelenkstrukturen

wie der Gelenkkapsel und insbesondere des Knorpels

oder der Menisken im Kniegelenk können mittels MRT verlässlich

frühzeitig auch kleinste Verletzungen und Veränderungen

entdeckt werden. In der Muskulatur kann zwischen

einer Zerrung und einem tatsächlichen Riss von Muskelfasern

unterschieden werden.

Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit niedergelassenen

Ärzt:innen und Kliniken, so dass technische,

medizinische und wissenschaftliche Kompetenzen

gezielt zum Wohle aller Patient:innen gebündelt werden.

Termin vereinbaren:

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Sie finden uns auch auf

Dr. Jörg Gellißen, Dr. Martin Simon, MaHM und

Dr. Stephan Schulz vom Standort Radiologie am

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Sprechen Sie uns an:

Wir beraten Sie gerne persönlich über unser Spektrum an

Diagnostik- und Früherkennungsleistungen.

MRT-Diagnostik und Früherkennung am Beispiel

der mpMRT der Prostata

Die multiparametrische Magnetresonanztomographie (mpMRT)

der Prostata eröffnet gute Möglichkeiten zu Früherkennung von

Prostatakrebs. Sie liefert zuverlässigere Ergebnisse als andere

Untersuchungsmethoden – und das völlig schmerzfrei sowie

nicht-invasiv. Die MRT der Prostata ist das zurzeit sicherste und

beste Verfahren zur biopsiefreien Vorsorge und Früherkennung

sowie zum Ausschluss eines Prostatakarzinoms z. B. bei auffälligem

Tastbefund des Urologen oder erhöhtem PSA-Wert. Die

Nachweisempfindlichkeit der mpMRT ist mit 85 % anderen Verfahren

weit überlegen. Mit etwa 90-prozentiger Sicherheit kann

zudem Prostatakrebs ausgeschlossen werden.


Intro 3

Inhalt

LIEBE LESER*INNEN,

langsam reicht es mit Krisen, Kriegen und sonstigen

Katastrophen könnte Mensch meinen. Allerdings verhält

sich Mensch auch weiterhin einfach so, als sei er nicht

die Krone der Schöpfung, sondern ihr Wladimir Putin. Die

Hitzewelle ist nur ein sanfter Vorgeschmack dessen, was

ab sofort immer mehr Regel denn Ausnahme sein wird.

There is no pride on a dead planet.

Die so optimistisch mit Aufbruchstimmung gestartete

Ampel in Berlin geht im wahrsten Sinne des Wortes abgekämpft

in die erste Sommerpause. Wir ziehen anlässlich

des Hamburg Pride eine erste queerpolitische Bilanz, die

tatsächlich ein wenig aufmuntern kann. Wäre da nicht

auch noch MPX …

In diesem Sinne: Happy Pride!

Eure hinnerk Redaktion

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Lektorat (ausgewählte Texte):

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Sabine Hannakampf,

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Grafik: Susan Kühner,

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4 Szene

FOTO: ROMAN HOLST

Zunächst: Natürlich könnt ihr wenn

ihr wollt, auch in diesem Jahr euer

Rad benutzen, um der CSD-Demo

beizuwohnen. Eine Teilnahme mit dem

Fahrrad dürfte allerdings im Gegensatz

zu den beiden Vorjahren eher suboptimal

verlaufen: 40 Trucks, 8 PKW und

31 Fußgruppen haben sich bis Ende

der Anmeldefrist bei Hamburg Pride

registriert. Es wird also auf jeden Fall

kuschelig auf der Langen Reihe, wo

die Demonstration am 6. August um

12 Uhr starten soll. Demonstriert wird

auf der gewohnten Innenstadtroute

vorbei am Hauptbahnhof über

Das CSD-Straßenfest mit dem weltweit

schönsten City-Panorama ist nach

zwei Jahren Zwangspause endlich auch

wieder am Start. Mit seinem beliebten

– von einigen auch gehassten – Infotainmentmix

ist es neben der CSD-

Demonstration mit ihren kraftvollen

Bildern ein unterschätzter Link in die

heteronormative Mehrheitsgesellschaft.

Sozusagen ein CSD in Zeitlupe, zum

Flanieren, sich vorsichtig herantasten,

kennenlernen. Schöne Nebensache: Es

AUF DIE STRASSE,

DIE ERSTE

AUF DIE STRASSE,

DIE ZWEITE

Steinstraße/Speersort/Bergstraße zur

Mönckebergstraße und dann den Glockengießerwall

herunter bis über die

Lombardsbrücke, hinter der der Zug

dann auf dem neuen Jungfernstieg zu

Ende geht. Hamburg Pride bietet eine

Mitfahrgelegenheit über die gesamte

CSD-Route für Menschen mit eingeschränkter

Mobilität. Achtung: Der Bus

ist nicht barrierefrei. Anmeldungen

bitte an: info@hamburg-pride.de. Ort

und Zeit des Treffpunktes werden

euch dann in der Woche vor der Demo

mitgeteilt.

gibt wieder Unisex-Toiletten sowie eine

barrierefreie WC-Anlage. Auf der CSD-

Bühne setzen Stars wie Blümchen und

Kat Graham musikalische Akzente.

Dort gibt es am Freitag um 20 Uhr

eine Kundgebung von Hamburg Pride

e.V. unter dem Motto „Auf die Straße!

Vielfalt statt Gewalt.“ *ck

5. – 7.8. CSD-Straßenfest, Jungfernstieg

/ Ballindamm, Fr. 15 – 0 Uhr,

Sa. 11 – 0 Uhr, So. 11 – 22 Uhr

FOTO: ROMAN HOLST

KOMMENTAR

TERF-Truck CSD

TOP-TEILNEHMER

Die stetig länger werdende Liste der

Unternehmen, die ihre Diversity-

Aktivitäten stolz präsentieren und

damit nach Innen gegenüber queeren

Mitarbeiter*innen und nach Außen

gegenüber all dem Hass, der Queers

immer noch entgegenschlägt, Zeichen

setzen: Otto, Maersk, Hapag-Lloyd, Beiersdorf,

Adobe, Janssen-Cilag, Airbus, Volt,

Jobcenter, IKEA, Accenture, AstraZeneca,

Brown-Forman, Fördern & Wohnen,

Google, Autokraft, Eurowings, Hamburger

Enegiewerke, Vattenfall, Kellog, REWE …

FLOP-TEILNEHMER

Meta, weil Queerfeindlichkeit immer noch

viel zu viel Platz in den Kommenspalten

der Produkte des Unternehmens hat

und weil unter dem Deckmantel des

Jugendschutzes queere Inhalte immer

noch schlechter behandelt werden, als ihre

heteronormativen Pendants.

Axel Springer, weil trotz Döpfners Kotau

nach dem unsäglich transfeindlichen

„wissenschaftlichen“ Beitrag in der Welt

weiter aus fast allen Rohren der Blätter

des Verlages der

TERF-Train befeuert

wird. Kaum hatte

sich der Vorstandsvorsitzende

der Springer SE

öffentlich von dem

Werk distanziert,

an dem auch eine

gewisse Meeresbiologie-Doktorandin

mitwirkte, konnte

diese sich der vollen

Unterstützung

der Schreibtischtäter*innen

von

Bild und Welt sicher

sein, als sie ihre

unwissenschaftliche Polit-Agenda an der

Humbolduniversität zu Berlin fortzusetzen

suchte. Marie Luise Vollbrecht hetzt auf

Twitter offen gegen Trans Menschen,

argumentiert unwissenschaftlich und

stützt sich dabei auf ein weit verzweigtes

Kommunikationsnetzwerk mit Wurzeln

bis hin zur AfD und ultrakonservativen

christlichen Kreisen – und eben zu

Springer: Das die unglückliche Absage

der HU so große Wellen schlug und bis

heute ein völlig schiefes Bild über den

eigentlichen Sachverhalt in den Köpfen so

vieler Menschen fortlebt, ist maßgeblich

Springer-Angestellten zu verdanken,

die so wissentlich und inkaufnehmend

Transphobie schürten und schüren.

*Christian Knuth


Michel Ruge

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6 Szene

CSD ALTERNATIV

QUEER FLORA FEIERT

Aber was noch gleich? Dass

diejenigen, die den ersten

Hamburger CSD niedergeknüppelt

haben (und unzählige

Demos seitdem), sich mittlerweile

selbst die Regenbogenfahne

angeeignet haben? Dass das Ergebnis

unserer Befreiung ein Bratwurst-

Event auf dem Jungfernstieg ist,

nebst bunter Sponsoren-Parade?

Dass der Kampf um Emanzipation

für so viele geschrumpft ist zur Anbiederung

an die Mehrheitsgesellschaft

und Imitation ihrer Bräuche?

Wir feiern die Freiheitsrechte, die

wir erkämpft haben. Aber wir

müssen nicht erst nach Oslo oder

Ghana, nach Florida oder Istanbul

schauen, um zu erkennen: sie

sind gefährdet. Auch in unserer

offenen Gesellschaft werden

wir immer offener attackiert: sei

es in Form tätlicher Angriffe, sei es

in Form der Medienkampagne, die

trans*Personen gerade als die neuen

Volksfeinde inszeniert, sei es in

Form der menschenrechtswidrigen

Abschiebepraxis gegen queere

Geflüchtete. Und dass der russische

Patriarch sogar den Ukrainekrieg als

Rettung vor Homosexualität und

Feminismus verherrlicht, ist auch am

deutschen rechten Rand problemlos

anschlussfähig: Die ganze Welt im

Rückwärtsgang.

Wir feiern den gemeinsamem

Widerstand gegen diese Verhältnisse,

gegen den Terror des Normalen, das

selbstbewusste, selbstbestimmte

Anderssein. Und unsere Soli-Spende

ist in diesem Jahr bestimmt für

den queeren Widerstand von

Frogs and Toads, einer Gruppe,

die trans*Personen in der Ukraine

unterstützt und für die LGBTI-

Hilfsorganisation Happy Family

Youth Uganda.

DJs: keos.club, Nutz an den Cutz,

Miss van Biss, Panikattacke, NIIK,

axltl & m.l. , chrismaxpaul

6.8., Rote Flora, 23 Uhr


HINNERK GRATULIERT

„Male Stripper“

Szene 7

Electro Pride

Am Vorabend des CSDs lädt

Hamburg Pride traditionell ins

Uebel & Gefährlich. Übel ist an diesem

Abend so gar nichts, denn beim

Electro Pride gibt sich das Who-is-

Who der queeren Klangtüftler*innen

der Republik die Regler in die Hand.

Monkey Safari (Anjunadeep | Get

Physical)

und Ron Flatter (Einmusika | Katermukke

| Hive Audio | Berlin) kommen

zu Besuch und werden von TISKO

(SlowPunch | Bunte Kuh) und Bek

(Einmusika | Katermukke | Hive Audio

| Berlin) tatkräftig dabei unterstützt,

die Party zumindest gefährlich werden

zu lassen. Denn: Wer seine Kräfte

nicht einteilt und sich heute schon

verausgabt, dem darf dennoch der

12-Uhr-Termin auf der Langen Reihe

nicht aus den Augen geraten. Happy

Pride! *ck

5.8., Uebel & Gefährlich,

Feldstraße 66, Hamburg, 22 Uhr

Eine DARE! zum CSD ist schon eine Portion

mann-männlicher Erotik wert. Eine DARE!

zum CSD mit Straßenfest, schreit mindestens

nach DJ Sven Enzelmann und für eine

DARE! die dann auch noch am gleichen Tag

den schon 15. Geburtstag feiert, muss es

auf jeden Fall ein Stripper sein. Der muss

gar nicht sexualisiert aus der Torte springen,

es reicht, wenn er aus den Boxen die

feiernden bezirzt. Darum zu dieser Ausgabe

definitiv auf der Playlist: „Male Stripper“ von

„MAN 2 MAN / Man Parrish“ aus dem Jahr

1986. Die nächste DARE! steigt am 2.9.

Let’s Pride-Dance!

6.8., Nachtasyl im Thalia Theater, Alstertor,

Hamburg, 22:30 Uhr

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8 Szene

POLITIK

FOTO: JOHN MACDOUGALL / AFP

Der große hinnerk

AMPEL-CHECK

Seit der Koalitionsvertrag der

Ampel eine „gesellschaftspolitische

Zeitenwende“ ausrief, ist

eine angespannte Erwartungshaltung

zu spüren. Wenn sich drei einig

sind, was kann dann schiefgehen, denken

die einen und meckern die Netzwerke voll.

Anderen dagegen, allen voran dem Ministerpräsidenten

von Bayern, sind schon die

auf den Weg gebrachten Gesetzesvorlagen

der Bundesregierung ein lockeres „das

Abendland geht unter“ wert. Wir haben

uns die politischen Forderungen von Hamburg

Pride vorgenommen und sie mit dem

zu Beginn Sommmerpause des Bundestages

und der Bürgerschaft bestehendem

Stand der Dinge abgeglichen.

BEWERTUNGSMASSSTAB

Rot: Keine erkennbare

Umsetzungsbemühungen

Gelb: Offizielle Aussagen

zu Gesetzgebungsvorhaben

durch Mitglieder der/

des Bundesregierung/

Senat, Ministerien/Behörden

und Parlamente.

Grün: Gesetzgebungsverfahren läuft oder

ist abgeschlossen

1. Wir fordern die Ergänzung des

Artikels 3 des Grundgesetzes um die

Merkmale „sexuelle und geschlechtliche

Identität“.

Lange, lange, lange Schweigen im Walde.

Nicht einmal vollmundige Ankündigungen

von den Ankündigungsmeistern des

Kabinetts aus dem Justiz- und Familienministerium.

Naja. Ob sieben Monate

nun wirklich so lang sind in Relation

zum Vierjahrestakt des Politbetriebes

sei dahingestellt. Immerhin den queeren

Parteiorganisationen der Ampel und der

größten Oppositionsparte CDU war das

Thema einen konzertierten Tritt in den

Allerwertesten der zum Teil eigenen

Regierungsmannschaft wert.

2. Wir fordern die Abschaffung des

Transsexuellengesetzes und die Schaffung

eines Selbstbestimmungsrechtes

unter enger Einbeziehung der bestehenden

Fachverbände, sowie umfassende

Maßnahmen, um die Lebensbedingungen

von trans* Menschen zu verbessern.

Gerade noch geschafft. Am 30. Juni

haben Familienministerin Lisa Paus und

Justizminister Marco Buschmann die Eckpunkte

des Selbstbestimmungsgesetz für

den Ersatz des menschenverachtenden

Transsexuellengesetzes vorgestellt. Damit

ist das Verfahren wie zugesagt noch vor

der Sommerpause eröffnet worden.

3. Wir fordern eine zeitnahe Reform

des Familienrechts, durch die bei der

Geburt eines Kindes in einer lesbischen

Ehe mittels künstlicher Befruchtung

automatisch beide Frauen als Mütter

anerkannt werden und eine Stiefkind-

Adoption durch die nicht-leibliche

Mutter nicht mehr notwendig ist.


Musik von

TOM SNOW

Deutsche Fassung von

Hauke Jensen

Songtexte von

DEAN PITCHFORD

2022 WIEDER

IM FIRST STAGE

D a s m u s i c a l

BÜhnenfassung von DEAN PITCHFORD und WALTER BOBBIE

im First Stage Theater

2 4 . 0 8 . - 15 .10 . 2 0 2 2

w w w. f o o t l o o s e - h a m b u r g . d e


10 Szene

Auch wieder kurz vor knapp, auch

wieder Buschmann und Paus, allerdings

diesmal nur ein Arbeitsnachweis. Mitte

Juli kündigten beide in Interviews an,

die Benachteiligung zügig per Gesetz zu

beseitigen. Marco Buschmann gab sich

„zuversichtlich“ bis Jahresende einen

Gesetzesentwurf zu präsentieren.

4. Wir fordern einen verbindlichen

Aktionsplan der Bundesregierung

zur Akzeptanz von sexueller und

geschlechtlicher Vielfalt sowie zur

Bekämpfung von Homo-, Bi- und

Trans*feindlichkeit und Diskriminierung

aus Gründen der sexuellen Orientierung

und der Geschlechtsidentität.

Eines der beiden queeren Megaprojekte

des Koalitionsvertrages, für deren

Umsetzung jeweils mehrere Ministerien

über unzähligen Änderungen im

Bürokratiebauch der Verwaltungsrepublik

Deutschland brüten müssen, damit ein

Gesetzespaket nicht von der Opposition

vor den Gerichten des Landes gleich

wieder zerlegt werden kann. Und das

Herzenprojekt von Deutschlands erstem

Queerbeauftragten Sven Lehmann, der

die Arbeit am Aktionsplan mehrfach

öffentlich ankündigte. Konkrete Gesetzesvorlagen

fehlen allerdings – was wie

Eingangs erwähnt nicht heißt, dass nicht

fieberhaft daran gearbeitet wird.

Hans Sachs in allen Gassen des Kabinett

Scholz heißt nicht Karl Lauterbach

(SPD) sondern Marco Buschmann

(FDP) und ist Bundesjustizminister. Von

Ballermann-Layla bis Co-Mutterschaft

hat er zu allem etwas zu sagen und

anzukündigen. Allerdings liefert er auch

bisher wie versprochen ab.

FOTO: INA FASSBENNDER / AFP

5. Wir fordern die weltweite Einhaltung

der Menschenrechte für Homosexuelle,

Trans*, Bisexuelle und intergeschlechtliche

Menschen.

Der Ukrainekrieg kann selbstverständlich

die ihnen sichtbar

unangenehmen Bilder teilweise

entschuldigen, die Wirtschaftsminister

Robert Habeck und

Außenministerin Annalena Baerbock

in totalitären Staaten und auch bei

den europäischen Nachbarn mit Rechtsstaatproblematik

produzieren. Und dass

das Entwicklungsministerium sich den

Klimaschutz anstatt der Menschenrechte

an TOP 1 der Prioritätenliste setzte, ist

ebenfalls durchaus nachvollziehbar: There

is no Pride on a dead planet. Trotzdem,

konkretes fehlt.

6. Wir fordern, sogenannte Hassverbrechen

aufgrund der sexuellen

bzw. der geschlechtlichen Identität

explizit im deutschen Strafrecht zu

verankern. Insbesondere fordern wir,

§46 des Strafgesetzbuches um den

Passus „homo-, bi- und trans*feindlich

motivierte Straftaten“ zu erweitern.

Justizminister Buschmann liefert

wieder in einem spannenden Finish

vor der Sommerpause. Und das sogar

mit einem konkreten Entwurf für eine

große Strafrechtsreform, die neben

queerfeindlicher Hasskriminalität auch

Gewalt gegen Frauen und unnötige

wie teure staatliche Sanktionen gegen

Substanzgebrauchende und zum Beispiel

auch Schwarzfahrer im Fokus hat.

7. Wir fordern eine aktive

Aufklärungs- und Bildungspolitik

sowie die Verankerung sexueller

Vielfalt als Bestandteil der

Lehr- bzw. Bildungspläne in allen

Bundesländern. Wir fordern ein

kontinuierliches Engagement des

Hamburger Senats zur Aufklärung

über gleichgeschlechtliche Lebensweisen

und sexuelle Vielfalt an Hamburger

Schulen sowie die Ausweitung der Lehrpläne

auf die Geschichte von LGBTIQ+.

Wir fordern, dass sich der Hamburger

Senat hierfür auf kommunaler und

bundesweiter, aber auch auf internationaler

Ebene im Rahmen bestehender

Städtepartnerschaften einsetzt.

Was Hamburg angeht, ist keine diesbezügliche

Aktivität zu recherchieren.

Sven Lehmann (Grüne) ist Deutschlands

erster Queerbeauftragter einer

Bundesregierung. Dieses Amt ist

mit besonderen Rechten gegenüber

Ministerien und der Verwaltung

ausgestattet und agiert außerhalb der

Hierarchie beratend und unterstützend.

Nach § 21 der Gemeinsamen

Geschäftsordnung der Bundesministerien

(GGO) sind Bundesbeauftragte

bei allen Vorhaben, die ihre Aufgaben

berühren, frühzeitig zu beteiligen.

Wäre es eine Forderung von Hamburg

Pride, gäbe es die grüne Ampel.

8. Wir fordern Arbeitgeber*innen auf,

sämtlichen Diskriminierungsformen am

Arbeitsplatz aktiv entgegenzuwirken

und das Bewusstsein für geschlechtliche

und sexuelle Vielfalt im Beruf zu

fördern.

Zuständigkeit der Bundesregierung nur

indirekt durch Stärkung des gesetzlichen

Diskriminierungsschutzes und anderer

Arbeitsrechtmaßnahmen. Hier hinkt

Deutschland schon seit Jahren aktuellen

EU-Vorgaben hinterher.

Da hilft auch die hervorragende personelle

Wahl für die Leitung der Antidiskriminierungsstelle

des Bundes mit Ferda Ataman

der Wertung nicht.

9. Wir fordern vom Hamburger Senat die

kontinuierliche Umsetzung der im Aktionsplan

zur Bekämpfung von Homo-,

Bi- und Trans*phobie aufgeführten

Maßnahmen.

Es wird aktuell an einer Weiterentwicklung

des Aktionsplans gearbeitet.

10. Wir fordern ausreichend Maßnahmen,

um LGBTIQ+ vor Hass und Gewalt

FOTO: CHRISTOPH SOEDER / AFP


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12 Szene

zu schützen und damit verbunden

mehr Maßnahmen zur Bekämpfung von

Homo-, Bi- und Trans*feindlichkeit.

Ankündigungen gab es einige, sowohl in

der Innenministerkonferenz der Länder,

als auch aus dem Innenministerium und

dem Justizministerium. Konkret vorliegen

tut allerdings weder ein Gesetzesentwurf,

noch nichteinmal die angekündigte

Expertenkommission ist eingesetzt. Sie

soll aber bereits im Herbst Ergebnisse

liefern.

11. Wir fordern den Hamburger Senat

auf, die Mittel für die HIV-Prävention

und der sie tragenden Projekte endlich

den tatsächlichen Erfordernissen und

den neuesten medizinischen Entwicklungen

anzupassen.

Keine politischen Aktivitäten gefunden.

war – und ist es auch jetzt noch – rein

privat organisiert. Im neuen Aktionsplan

soll das Thema allerdings Beachtung

finden.

13. Wir fordern einen gendersensiblen

Umgang mit Sprache, welcher die

geschlechtliche Vielfalt von Menschen

berücksichtigt und sichtbar macht.

2021 wurden die 1995 erlassenen

Grundsätze zur Verwaltungssprache

überarbeitet. Neben der eh schon grundgesetzlich

vorgeschriebenen dritten

Geschlechtsoption in Anschreiben und

Formularen, ist auch die Nutzung von

Genderstern und Doppelpunkt erlaubt.

14. Wir fordern eine menschenwürdige

Behandlung und Unterbringung von

LGBTIQ+ Geflüchteten in Hamburg

sowie eine bedarfsgerechte Finanzierung

von Beratungs-, Wohn- und

Hilfsangeboten.

16. Wir fordern die aktive Förderung der

Erinnerungskultur und die Aufarbeitung

der Geschichte von LGBTIQ+, insbesondere

der Homosexuellen-Verfolgung,

durch Stadt, Land und Bund.

Weder das mit viel Szeneherzblut geplante

Denkmal für die Homosexuellenbewegung

steht, noch gibt es auf Bundes- oder

Landesebene erkennbare Aktivitäten wie

z. B. eine Stärkung der Bundesstiftung

Magnus-Hirschfeld.

17. Wir fordern eine stärkere und

vielfältigere Repräsentation queerer

Lebensweisen in den Medien.

Keine Wertung, bzw. siehe 18.

18. Wir fordern die Berücksichtigung der

LGBTIQ+-Community bei der Besetzung

des NDR-Rundfunkrates sowie in der

Arbeit des Medienrats der Landesmedienanstalt

Hamburg und Schleswig-Holstein.

12. Wir fordern, die Mitwirkung von

älteren LGBTIQ+ in der politischen Interessenvertretung

von Senior*innen sicherzustellen,

ihren besonderen Bedürfnissen

in Betreuung und Pflege Rechnung zu

tragen sowie spezielle Wohnformen für

ältere LGBTIQ+ zu fördern.

Dem NDR ist es wohl zu verdanken, dass

dieses Thema überhaupt wieder eine

größeren Aufmerksamkeit erhält. Auch

die hinnerk Redaktion musste im Zuge

einer Interviewanfrage für das Magazin

„Das!“ einige Jahre zurückblättern, um

Stichhaltiges dazu zu finden. Und das

Auch hier sieht der neue Aktionsplan

neue Maßnahmen vor.

15. Wir fordern den Hamburger Senat

auf, die Mittel der Jugendarbeit für

LGBTIQ+ stetig den tatsächlichen

Erfordernissen anzupassen.

Der Landesförderplan „Familie und Jugend“

2023-2027 aus dem vergangenen Jahr

stellt Förderungen für die queere Jugendarbeit

bereit. Eine Erweiterung ist nicht

erkennbar.

Nach der hinnerk Recherche zur Neufassung

des Rundfunkstaatsvertrages für den NDR,

wurde immerhin Schadensbegrenzung in

Form einer Willenserklärung der Bürgerschaft

für Umsetzung in unbekannter Zukunft

lanciert. Gescheitert war das Vorhaben übrigens

an den Nachbarn aus Niedersachsen

und besonders Mecklenburg-Vorpommern.

Um des lieben Friedens Willen … Ja, so hieß

es wohl. Und um dessen Willen weiter zu

bemühen, leiten wir fix zur Endauswertung

über.

FAZIT: Eine Ampel mit Rot, Gelb und Grün

zu fast gleichen Anteilen. Passt soweit.

Erstmal ... *Christian Knuth

FOTO: JOHN MACDOUGALL / AFP


WO DIE

NATUR

NOCH

IN ORDNUNG

IST?

In Ihrem Schlafzimmer.

TEAM 7 Hamburg City, www.team7-hamburg.de

TEAM 7 Berlin, www.team7-berlin.de

TEAM 7 München, www.team7-muenchen.de

TEAM 7 Düsseldorf, www.team7-duesseldorf.de

TEAM 7 Frankfurt, www.team7-frankfurt.de

TEAM 7 Münster, www.team7-muenster.com

TEAM 7 Stuttgart, www.team7-stuttgart.de


14 Szene

ICH GLAUB,MICH

LAUST DER AFFE

FOTO: MATHEW SCHARZ / UNSPLASH / CO0

Warum Affenpocken jetzt MPX

heißen und alles für dich und dein

Verhalten Relevante aus berufenem

Munde der Ärzteschaft und

der Institutionen wie dem Robert Koch Institut

haben wir auf den letzten beiden Seiften

dieser Ausgabe für dich zusammengetragen.

Da wir zurzeit aber noch nicht wissen, wie

ernst die Lage noch wird, haben wir uns

entschieden, auch hier vorne im Regionalteil

des hinnerk noch einen kleinen Affenpockenschwerpunkt

zu platzieren. Los geht

es mit aktualisierten Infos zur Impfung und

einer Onlinediagnosehilfe der Berliner Charité.

Die dann folgende Doppelseite sollten

sich Zartbesaitete vielleicht nicht unbedingt

in einem nicht geschützten Umfeld durchlesen:

ein roher und direkter Erfahrungsbericht

eines Infizierten. Nennen wir ihn einfach Max

Musterschwuler aus Hodenhagen. *Sabine

Hannakampf / Christian Knuth

HAB ICH’S?

Noch gibt es in Hamburg verglichen

wenige Fälle von Affenpocken, dennoch

solltet ihr euch

aufmerksam

verhalten und

auf mögliche

Symptome achten.

Eine Onlinediagnosehilfe der

Charité kann euch dabei helfen.

PoxApp enthält einen Fragenkatalog zu

aktuellen Symptomen, Kontakt mit infizierten

Personen und Risikogebieten. Das

Ausfüllen dauert etwa 5 Minuten, danach

bekommt ihr Handlungsempfehlungen,

Ansprechpartner und Kontakte sowie

eine Zusammenfassung eurer Daten und

medizinisch relevanten Informationen für

ein etwaiges Arztgespräch.

https://poxapp.charite.de/

UND IMPFEN?

Personen mit erhöhtem Risiko und

Personen, die dem Erreger ausgesetzt

waren, wird geraten, sich impfen zu

lassen (Postexpositionsprophylaxe,

„nachträgliche Impfung“). Die Impfung

kann Erkrankungen oder zumindest

einen schweren Verlauf dieser verhindern.

Sie wird für Personen ab 18 Jahren

empfohlen. Die Impfung erfolgt mit zwei

Dosen im Abstand von mindestens 28

Tagen – auch wenn der Impfabstand von

28 Tagen überschritten wurde, muss die

Impfserie nicht neu begonnen werden.

Bei Personen, die in der Vergangenheit

gegen Pocken geimpft wurden, reicht

eine einmalige Impfstoffgabe. Die Impfung

erfolgt subkutan per Injektion. Man

kann davon ausgehen, dass der Impfschutz

ab 14 Tagen nach Verabreichung

der zweiten Impfstoffdosis besteht.

Für das dritte Quartal stehen 200.000

Impfstoffdosen bereit … bundesweit. In

welchen Schwerpunktpraxen in Hamburg

geimpft wird, verrät der Checkpoint Hein

& Fiete unter www.heinfiete.de/de/mpx.

Dienstags und Donnerstags steht euch

das Beraterteam außerdem zwischen

16 und 20 Uhr für eure Fragen zu MPX

persönlich zur Verfügung.

www.heinfiete.de


Benutzt

Kondome.

neueshandeln.de

Eine Aktion der Bundeszentrale

für gesundheitliche Aufklärung

( BZgA ), gefördert durch die

Bundesrepublik Deutschland.


MPX

ERFAHRUNGSBERICHT

16 Szene

Wie geht es eigentlich denen,

die die Krankheit durchleiden?

Einer davon, nennen wir ihn Max Musterschwuler

aus Hodenhagen, hat sein

Rendezvous mit MPX sehr eindrücklich

und schonungslos dokumentiert.

TRIGGERWARNUNGEN: KÖRPERFLÜS-

SIGKEITEN, SCHMERZ, WUNDEN, SEX

Eigentlich wars nur ein Pickel am Sack

Auch wenn ich Pelz liebe, so gehört für

mich dennoch an mancher Stelle ein

wenig mit dem Rasierer korrigiert. Wie

immer: Da wo rasiert wird, gibts auch mal

Rasierpickel oder eingewachsene Haare.

Man spricht nicht gerne drüber, aber so

ist es halt. Und so habe ich wohl das erste

Anzeichen auch einfach geschmeidig

ignoriert. Kleine Rötung, nicht mal ein

echtes Püstelchen an einem Haaransatz.

Das ging auch erstmal weg – also kein Problem.

Daten, Sauna oder auch mal auf eine

ausschweifenderen Fetischveranstaltung.

Schwules leben, wie es halt so ist. Dann

kam dieses lästige Rasierpickelchen wieder.

Es folgten ein paar Nachbarn. Nichts

Wildes. Okay. Lass den Schwanz mal ein

paar Tage ruhen. Das wird schon wieder.

EINE GIGANTISCHE

FEHLEINSCHÄTZUNG

Es entwickelten sich Entzündungsherde,

richtig fies und fett. Mein erster Verdacht

war erstmal, „Scheiße, Syphilis + X“.

Aber die Vehemenz, die Stärke dieses

Ausschlags war ungeheuerlich. Es brannte,

der Schwanz fett geschwollen und

Schmerzen. Man wollte sich schon gar

nicht mehr anfassen – alles tat weh. Rohes,

inflammatorisches Fleisch. Eines stand

fest: Auf eine ärztliche Meinung im Rahmen

meines Regeltermins zum Check-up

konnte DAS nicht mehr warten. Zum Glück

gab es einen Spontantermin. Der Arzt

stellte kühl und trocken fest:

DIE POCKEN. ICH WAR BEDIENT.

Was hatte ich eigentlich so getan? Nicht

viel, nur an den Wochenenden, meist

privat. Und irgendwie und überhaupt – das

trifft doch nur dieses Party-Tunten von

Gran Canaria, die im Bunker eher ne

„Die ganze

Klischeebox, mit der

ich meinesgleichen

gerne so verachtend

strafe, fiel in sich

zusammen.“

Sprengladung als meine Aufmerksamkeit

abbekommen würden. Waren das nicht

gerade mal eine Hand voll Fälle irgendwo

in den Sumpfgebieten von Spree und

Rhein? Die ganze Klischeebox, mit der ich

meinesgleichen gerne so verachtend strafe,

fiel in sich zusammen. Ich war also einer von

diesen ominösen, schmuddeligen 200 Fällen

in Deutschland, wovon die Mehrheit laut

Presse in Berlin ist? Nicht nur das, ich

befand mich sogar unter den ersten zehn,

die mein Schwerpunkt-Arzt je gesehen

hatte. What? Na, da fiel ich nicht nur von

meinem ländlichen, moralischen Ross. Nein,

der Gaul hat dann nochmal nachgetreten.

THERAPIE? FEHLANZEIGE.

Antiretrovirale Medikamente sind in

Europa noch nicht erhältlich. Also

vermachte man mir zur „symptomatischen

Behandlung“ eine ziemlich unhübsche

Salbe (Rivanol) und den freundlichen

Tipp: „Abdecken, nicht anfassen, Hände

waschen und desinfizieren, sonst verteilst

du die Dinger auch noch.“ Andere Tipps

und Hilfen? Woher denn?! Außer den

üblichen Käsemeldungen der Tagespresse

konnte mir nur Wikipedia ein wenig

helfen. Ich verordnete mir dann erstmal in

Eigentherapie ein Antibiotikum. Glauben

wollt ich das mit den Pocken nicht so ganz

und gegen die Entzündungen sollte das

wenigstens helfen. Die Verträglichkeit war

mäßig. Pech gehabt. Vielleicht hatte der

Arzt ja doch recht. Aus den vulkanähnlichen

Gebilden rund um meinen Schaft

entwickelten sich binnen zwei Tagen

mit Salbe und Verband regelrechte

Krater – etwa fingernagelgroße, flächige,

schwarze, tiefe Wunden, die immer noch

nässten und höllisch wehtaten.

KOFFERRAUM UND WERKZEUGKISTE

FÜr das Wundmanagement wusste ich

mir nur noch mit dem Verbandskasten

aus dem Auto zu helfen. Wundauflagen,

Verbandsmaterial und Panzertape statt

Pflaster zum Zusammenheften der

Mullbinden fand sich in der Heimwerkerschublade.

Ich erinnerte mich auch noch

an dunkel an Creme mit Betäubungsmittel.

Emla, eigentlich für bzw. gegen

Hämorrhoidenschmerz. Aber die Apotheke

meinte: „Anaesthesin Salbe? Die ist schon

seit Jahren vom Markt verschwunden“.

Restbestände an Novalgintropfen und

frische Paracetamol halfen mir über die

erste Woche. Ibuprofen brachte mir so gut

wie gar nichts. Auch das bisschen Fieber

und der Nebel im Kopf verschwanden nach

gut einer Woche wieder. Dafür bildeten sich

nach und nach überall am Körper Wasserbläschen

bzw. Quaddeln. Mal größer, mal

kleiner, fast wie fiese kleine Mückenstiche,

denn die Biester fingen auch noch an zu

jucken wie Hölle. Mir tat also nicht nur

der geschwollene Schwanz weh. Nein, die

Banane sah auch noch aus, als hätte mich

der Affe dort tatsächlich heftigst gebissen!

Und der Rest meines astralen, leicht übergewichtigen

Körpers schrie nach, „Los kratz

mich“. Diesem Drang zu widerstehen – gar

nicht so leicht. Ich erinnerte mich dunkel

an die Windpocken meiner Kindheit – auch

so ein übles Jucken.

„Die Banane

sah auch noch aus,

als hätte mich

der Affe dort

tatsächlich

heftigst gebissen!“


ZWISCHENFAZIT

Ein Auto-Verbandskasten für die Wundversorgung

durchgejagt, eine Packung Paracetamol und Doxi gefressen,

eine halbe Flasche Novalgin durchgezogen und vom Rivanol

war auch nicht mehr allzu viel übrig, als ich begann, mich

der diversen Hausmittelchen zu erinnern. Das Erste, was

mir wirklich Linderung verschaffte, war der gute alte Honig.

Medizinischer Honig, dünn aufgetragen, sorgte über Nacht

für ein Stoppen des Wundnässens. Der Schmerz lies auch

deutlich nach. Salbeitee – super lange durchgezogen war

er zwar etwas bitter im Geschmack, aber das Jucken ging

deutlich zurück. Es bildeten sich auch keine neuen Quaddeln

mehr.

Geschütze der Hausapotheke

Echinacea – Der Sonnenhut kurbelt das Immunsystem an.

T-Helfer und Fresszellen sind gern gesehen, auch wenn das

Zeug für einen HiV-Patienten unter ART nicht so der Burner

ist.

Umckaloabo – Diese südafrikanische Gattung Pelargonien

kurbelt die Interferonproduktion an.

Cistus – Die Zistrose hat unmittelbare keim- und pilzhemmende

Eigenschaften.

Ich hatte das alles nur mit Grippe und Erkältung irgendwie im

Kopf, aber diese Stimulanzien wirken doch deutlich breiter.

Ohne, dass hier Schleichwerbung gemacht werden soll, ist

es mir einfach ein Anliegen, anderen Betroffenen zumindest

ein wenig unter die Arme zu greifen. Bei einer Krankheit, bei

der man eigentlich nichts machen kann, außer verbinden,

pflastern, abwarten und Tee trinken, hoffe ich nun, dass

mich diese Helferchen schnell(er) über den Rest des Berges

bringen.

So vergeht also der erste Post-Pandemie-Wonnemonat in

Isolation, mit reichlich waschen, bügeln und Desinfektion.

*Max Musterschwuler


18 Norddeutschland

DJ Paul Paillette

DJ Marcello

CSD PARTY

GAYCITY

mit Marceloo und Paul

Radio Energy Bremen, Hinnerk und Virtualnights

präsentieren nach dem Christopher

Street Day (CSD) Bremen das GayCity

Opening im Club Amélie. Tanze durch den Tag

und die Nacht und gewinne nach Mitternacht

300 Euro in bar!

Das Amélie im Herzen vom Bremer Viertel. wirkt

ein bisschen wie das Moulin Rouge gemischt

mit New Yorker Bar-Coolnes. Auf der Tanzfläche

neben der Raucher-Lounge werden euch die beiden jungen charmanten

DJs Paul Paillette aus Berlin und DJ Marceloo aus Göttingen einheizen.

Neben 80er-, 90er- und aktuellen Pophits, haben die beiden Musikexperten

auch eine kleine Priese elektronische Musik mit im Gepäck. Paul,

der bundesweit queere Partys bespielt, ist erstmals in Bremen zu Gast.

hinnerk war schon beim CSD auf der Spree mit ihm feiern und hat ihn

auch auf der ernsteren Seite des Lebens kennenlernen dürfen: Neben

Pailletten ist Politik das zweite große P in Pauls Leben. Er engagiert

sich auf Bezirksebene in Berlin-Pankow und zivilgesellschaftlich unter

anderem für den CSD Verein – immer auch für die Belange der Szene.

Und das mit einer erfrischenden Portion Frohmut, den er als DJ vollends

die Oberhand gewinnen lässt. Daumen rauf. *ck

27.8. GayCity, Amélie, Vor dem Steintor 65, Bremen, 22 Uhr

Unsere

Veranstaltungen

zum Hamburg Pride 2022

01.08.–

19.08.22

29.07.–

08.08.22

03.08.22

18:30 Uhr

CSD-Special. Alle HIV- / STI-Tests for free

Sicher Dir Deinen Termin unter 040-2351990

mit dem Code #TrueLove

Wir supporten: Hamburg zeigt Flagge

Regenbogenaktion für die ganze Stadt

Flaggen unter proudcommunity.de

Let’s talk about Rollenbilder

Männlichkeiten, Rollenbilder, schwule Identitäten

03.08.22

19:30 Uhr

04.08.22

13 Uhr

Sextoys aus queerer Perspektive

Workshop, ab 18 Jahre. Anmeldung erforderlich.

PrEP für Frauen?

Unsere Telefonhotline für an PrEP interessierte

Frauen*: 040-23519927

Informationen zu unseren Veranstaltungen findest Du unter

www.aidshilfe-hamburg.de

Aidshilfe Hamburg e. V.

Lange Reihe 30 – 32

20099 Hamburg


KURZ GRATULIERT

ZONE 283

Norddeutschland 19

Zum 26. Geburtstag der Fetischlocation

sind alle herzlich eingeladen. Ein Dresscode

ist ausnahmsweise nicht Pflicht. Los

geht es am 20. September um 22 Uhr.

zone283.de

DEMOS

FOTO: M. RÄTZ

CSDs im Norden

Hatten wir das nicht im letzten Heft?

Habt ihr das letzte Heft noch? Und

Spaß beiseite: Wir haben noch weitere

tolle Projekte gefunden. Neben dem

CSD Bremen, der am 27. August

Bremens Innenstadt zur queeren

Demozone macht, wird erstmals der

CSD Emsland am 10. September mit

Infoständen und Bühnenprogramm

im Rahmen der Maritimen Meile in

Papenburg stattfinden. Am gleichen Tag

findet auch der CSD in Aurich statt, was

in Papenburg zurecht für Unmut sorgt,

denn wegen Corona war der erste CSD

Emsland schon im letzten Sommer

auf den 10. September terminiert

worden. Das hätte Aurich beachten

können. Göttingen eigentlich auch,

denn die etwas südlicher gelegene Stadt

erlebt ebenfalls am 10. September ihr

Regenbogenfest. Braunschweigs CSD

zum Sommerloch Festival steigt am 13.

August, das Holstentor und die Trave in

Lübeck sind am 20. August Ziel queerer

Aktivist*innen und deren straighter allies.

Happy Pride!

FOTO: CHRISTIAN BUEHNER / UNSPLASH / CC0

Versicherungen und

Vorsorge für die

queere Community

Rainer Witt

Schwerpunkt

Implantologie

Yvonne Zecher

Schwerpunkt

Parodontologie

Christoph Merz

Schwerpunkt

Endodontie

32 Jahre Bereufserfahrung

13 Jahre in Hamburg St. Georg

Wurzelbehandlung

mit Mikroskop

Mann und Frau

Steffen Meyer

Generalagentur der Gothaer

Versicherungsbank VVAG

Soester Str. 55

20099 Hamburg

040 180 09 336

0175 20 69 015

040 180 09 337

steffen.meyer@gothaer.de

www.steffen-meyer.gothaer.de


20 WIRTSCHAFT

FOTOS: MORITZ LEICK / VÖLKLINGER KREIS

EHRUNG

MAX-SPOHR-PREIS

Am 30. Juni wurden im Rahmen

einer Gala in Düsseldorf die Arvato

Financial Solutions, die Polizeiakademie

Niedersachsen und die Queere Haushaltshilfe

GmbH mit dem Max-Spohr-Preis geehrt.

Der Sonderpreis ging an das Bündnis

„Queere Nothilfe Ukraine“.

Seit 2001 wird der Diversity-Preis des

Völklinger Kreis, Deutschlands größtem

Berufsverband schwuler Führungskräfte und

Selbständiger, durch eine unabhängige Jury

vergeben. Alle zwei Jahre werden Unternehmen

in den Kategorien öffentlicher Sektor,

Wirtschaft und KMU ausgezeichnet, die

LGBTIQ*-Beschäftigten ein vorurteilsfreies

und wertschätzendes Arbeitsumfeld bieten.

„Der Preis ist eine der gewichtigsten

Auszeichnungen für Diversity Management

in Deutschland und der einzige mit besonderem

Augenmerk auf Maßnahmen für

LGBTI*-Mitarbeitende“, so Alf Spröde, der

stellvertretende Vorsitzende des Völklinger

Kreis, bei der Verleihung im Rahmen einer

Dampferfahrt auf dem Rhein.

„Die Polizeiakademie Niedersachsen engagiert

sich in vorbildlicher Weise, Diversity

nachhaltig zu verankern: Nachwuchskräfte

werden entsprechend geschult. Sie tragen

dieses wichtige Thema in das Kollegium

und die Polizeidienststellen. Zudem sind,

dank der Ausbildung in der Polizeiakademie,

Vielfalt, Toleranz und Sensibilität gegenüber

LSBTIQ+ leitend für den Umgang mit

Bürgerinnen und Bürgern.“

Mit der Verleihung des Preises an die

Queere Haushaltshilfe Baumgärtel GmbH

wurde zum ersten Mal ein Unternehmen

speziell aus dem Bereich KMU (Kleine und

mittlere Unternehmen) ausgezeichnet.

„Wir sind sehr stolz, dass wir nach nur zwei

Jahren, mitten in der Krise, es geschafft

haben, ein Unternehmen auf die Beine

zu stellen, das Vielfalt lebt!“, freute sich

Gründer Marius Baumgärtel.

Der Sonderpreis geht traditionell an

eine Person oder Organisation, die in der

deutschen Gesellschaft dafür gesorgt

hat, dass Vielfalt mehr Wertschätzung

und Aufmerksamkeit bekommt – dieses

Jahr das Bündnis Queere Nothilfe Ukraine.

„Insbesondere in Krisenzeiten ist Solidarität

wichtiger denn je für Menschen in Not! Wir

danken der Jury des Max-Spohr-Preises

für die Auszeichnung und Unterstützung

unserer Arbeit“, so Sören Landmann,

Initiator und Leiter des Koordinationsteams,

der den Preis mit einem Teil seines Teams

entgegennahm. *sah

www.max-spohr-preis.de;

www.vk-online.de

Wenn du Menschen aus der Ukraine

helfen willst, kannst du hier spenden:

www.queere-nothilfe-ukraine.de

DER MAX-SPOHR-PREIS

Die Preistragenden freuten sich über die

Auszeichnung. „Vielfalt ist für uns wichtig

und richtig! Deshalb ist der Max-Spohr-

Preis 2022 für uns Anerkennung und

Ansporn zugleich“, bedankte sich etwa

Michael Wagner, DEI-Beauftragter der

Arvato Financial Solutions.

Düsseldorfs Oberbürgermeister Dr. Stephan

Keller hielt die Laudatio für die Polizeiakademie

Niedersachsen, die den Preis in der

Kategorie öffentlicher Arbeitgeber erhielt.


Vielfalt ist

die größte

Superpower

LichtBlick macht sich stark: für eine bessere und faire Zukunft für alle.

Mit guter Energie, über 1,7 Millionen LichtBlickenden und den

unterschiedlichsten Talenten. Denn genau das braucht es für eine bessere Welt.


22 WIRTSCHAFT

TITELSTORY

JONNY FOE und PEPSI:

„Denkmuster konstant hinterfragen“

Auf Social Media erfreut der in

Hamburg beheimatete Digital

Creator Jonny Foe hunderttausender

Follower mit seinem

Reise-Content, Jonny ist aber auch bei

Pepsi mit am Start. Wir sprachen mit dem

Weltenbummler und mit Larissa Ulbrich,

Talent Acquisition Lead DACH / PepsiCo.

über Diversity.

Jonny, du reist um die ganze Welt,

vermisst du da Hamburg nicht?

Reisen ist ein sehr großer Teil meianes Lebens

und das ist auch gut so. Reisen bedeutet Freiheit

für mich und es gibt noch so viele schöne

Orte auf diesen Planeten. Hamburg ist mein

Zuhause, mein Heimathafen. Nirgendwo fühle

ich mich so wohl, habe meine besten Freunde

und meine Familie um mich herum.

Wie bringst du Themen wie Queerness

und Diversity an deine Follower?

Auf meinen Social Media Accounts thematisiere

ich die Themen Queerness und Diversity

in zahlreichen Beiträgen. Sei es mit Reaction

Videos auf Hasskommentare auf TikTok,

Videos mit meinem Verlobten auf unseren

Reisen oder mit Transition-Videos auf Instagram.

Meine Homosexualität ist ein Teil meiner

Person. Ein Teil, auf den ich sehr stolz bin

und das muss ich vor niemanden verstecken.

Besonders glücklich macht es mich, wenn mir

Personen aus meiner Community schreiben

und mir mitteilen, dass sie sich aufgrund von

meinen/unseren Videos geoutet haben.

Wie kamst du in Kontakt mit Pepsi?

Mit Pepsi kam ich das erste Mal in 2020

in Kontakt. Die Zusammenarbeit wurde in

diesem Jahr aber nochmals verstärkt, da wir

uns zusammengesetzt haben und beide

ähnliche Ideen und Ansätze hatten, wie wir

einen positiven Impact auf die Gesellschaft

haben können.

„Vielfalt hat einen

unschätzbaren

Wert für uns als

Gemeinschaft“

Larissa, was bedeutet Diversität

eigentlich?

Diversität bedeutet, alle Menschen gleichermaßen

zu sehen und zu berücksichtigen.

Das ist besonders im Hinblick auf jene unter

uns wichtig, die heute noch immer zu oft an

den Rand gedrängt werden: BIPoC, queere

Menschen, Menschen mit Behinderung,

Menschen unterschiedlichen Glaubens,

Überzeugung, Bildung etc. Für mich persönlich

ist Diversität gegenseitiger Respekt:

Wir erkennen an, wie andere Menschen

in unserem Umfeld aufgewachsen sind,

sehen die Unterschiede in den Prägungen,

Erfahrungen, Möglichkeiten, die jemand

gehabt hat und lernen daraus etwas für die

Gemeinschaft. Vielfalt hat einen unschätzbaren

Wert für uns als Gemeinschaft.

Warum ist Diversity für PepsiCo

wichtig?

Diverse Teams sind für uns der Schlüssel zu

besseren Lösungen, Innovationen und damit

letztendlich Produkten, die eine große Mehrheit

der Verbraucher*innen ansprechen. Um

Diversität zu gewährleisten, investieren wir

viel Zeit und Energie in die Schnittstellen, die

Diversität bei PepsiCo beeinflussen. Wir trainieren

unsere Mitarbeiter*innen zum Beispiel

explizit in Themen wie Unconscious Bias

und wie man diesen verhindert, wir gestalten

unseren Recruiting Prozess divers, d.h.

inkludieren aktiv unterschiedliche Interviewer

und damit Perspektiven und Meinungen. Wir

wollen dies bei unseren eigenen internen

Prozessen aber nicht belassen, sondern

uns als Unternehmen aktiv positionieren.

Wir feiern zum Beispiel schon zum dritten

Mal die „power of diversity week“ in Europa,

wo wir uns quasi eine ganze Woche lang in

Webinaren, Veranstaltungen und Content

mit dem Thema Diversity beschäftigen. Ein

globales Beispiel ist der Pride Month, den wir

jährlich im gesamten Unternehmen feiern.

Was hat Diversität mit Realness zu tun?

Die Verbindung liegt für mich auf der

Hand: Gen Z (genau wie andere [Talent-]

Generationen) wollen in den Medien das

Bild einer Gesellschaft sehen, dass sich

mit ihrer eigenen Lebenswirklichkeit deckt


FREITAG

05

AUG

MONKEY

SAFARI

A N JUN A DEEP | GE T PH YSIC A L

FOTOS: ELI X. SCHERER

und authentisch ist. Weiße Männer mit grauen Haaren und

Maßanzügen oder völlig überholte Schönheitsideale bilden

nicht die Vielfalt unserer Gesellschaft ab. Sie sind auch

nicht repräsentativ für ein Unternehmen wie PepsiCo. Wir

versuchen, Produkte für alle anzubieten und Arbeitgeber für

jede Art von Talent zu sein. Realness und Diversity spielen

auch bei Pepsi MAX eine große Rolle: Diesen Sommer

schafft Pepsi MAX ein Symbol gegen die Fake Werbe- und

Social Media-Welt – und startet so eine Diskussion in der

Presse, im TV und auf Social Media. Ein starkes Anti Fake

Statement. Jetzt heißt es: Follow Your Taste – Folge deinem

Geschmack, egal ob he / him oder they / them. Realness

bedeutet auch, so zu sein wie man ist und andere zu

tolerieren und zu respektieren, wie sie sind. Realness und

Diversität gehen also Hand in Hand.

„Realness und Diversität

bedingen einander“

RON

FLATTER

EINMUSIK A | K AT ERMUK K E | HIVE AUDIO

RON

FLATTER

EINMUSIK A | K AT ERMUK K E | HI V E

Wird das diverse Utopia irgendwann Realität?

Die vergangenen Jahre haben den Zusammenhalt in der

Gesellschaft herausgefordert. Für uns als Gesellschaft

muss es darum gehen, allen gleichermaßen wieder eine

Stimme zu geben und Teilhabe zu ermöglichen. Das bleibt

eine große Aufgabe, die uns noch lange beschäftigen wird.

Beruflich können wir diese Hürden meistern, indem Diversität

weiterhin alle Unternehmensprozesse beeinflusst

und wir achtsam bleiben: Konstant den Blick nach außen

richten um Trends und Entwicklungen zu identifizieren

SUPPOR T ED BY

SUPPORTED BY

LOCAL

TISKO & BEK

LOCAL

DJ 1 & DJ 2

SLOWPUNCH | BUNTE KUH MAXIMALE LIEBE

??? | HAMBURG

??? | HAMBURG

UEBEL & GEFÄ HR LICH | FELDS T R A ßE 66 | BUNK ER | UEBEL HAMBURG & GEFÄ HR LICH | F

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V VK 15€ | AK 20€ | TICK


24 WIRTSCHAFT

DIVERSITY

PINKWASHING-CHECK

NIVEA

Schriller Vogel präsentiert Klassiker

der Hautpflege im Regenbogendesign.

Ist Retro eigentlich noch Trend?

Ob du dir Niveas Pride-Kampagne besser

sonstwohin schmierst oder der Dose

Liebe erweisen kannst, verrät unser

#pinkwashing Check.

INNOVATION

Bei der Regenbogendose von

Nivea handelt es sich um ein

Standardprodukt ohne speziellen Nutzen.

Das Regenbogendesign wirkt rein adaptiv

ohne einen kreativen Twist. Die Dose

wird ausschließlich in Märkten vertrieben,

in denen sie nicht in Konflikt mit einer

LGBTIQ*-feindlichen Gesetzgebung

geraten kann.

AUTHENTIZITÄT

Mit Olivia Jones hat Nivea die

bekannteste deutsche Drag

ausgewählt. Auch wenn die Community

ihre Drags liebt, so ist ihre Wirkung nach

innen eine andere, als nach außen. Die

ständige öffentliche Gleichsetzung

der queeren Community mit crossdressing

verursacht ein Zerrbild der

LGBTIQ*-Wirklichkeit und konterkariert

das Ziel einer diversen Darstellung sogar

zunehmend. Wenn Kreative den Aspekt

Drag unbedingt als Aufhänger wollen,

sollten sie sich der wachsenden Drag King

Szene widmen.

PARTIZIPATION

Im Rahmen der Kooperation mit

Olivia Jones wird auch deren

Initiative „Olivia macht Schule“ unterstützt,

bei der Mitglieder der Olivia Jones Familie

wie z.B. Veuve Noire bundesweit Schulen

und KiTas besuchen, um in Sachen

Toleranz, Vielfalt und Respekt aufzuklären.

Mit WELCOMING OUT unterstützen Beiersdorf,

NIVEA und Labello zudem ab 16.

Juni 2022 eine Initiative, bei der heterosexuelle

Menschen aufgerufen werden

sich als Straight Ally erkennbar zu machen

und aktiv zu zeigen, dass sie Diversität

willkommen heißen.

KOMMUNIKATION

Das Unternehmen nutzt

für seine Kommunikation

kaum die gewachsenen Strukturen der

LGBTIQ*-Medienlandschaft. Stattdessen

werden hauptsächlich Social Media Kanäle

von Plattformen bespielt, die regelmäßig

LGBTIQ*-Inhalte zensieren. Der Fokus ist

einseitig auf Online-Aktivitäten ausgerichtet,

auch wenn dabei moderne Motive wie

beispielsweise ein schwules Pärchen mit

Baby gezeigt werden.

FAZIT

Die Regenbogendose ist der

Versuch, mit einem Symbol der

Community über die Community hinaus

zu kommunizieren. Solchen Aktionen folgt

häufig, wie auch in diesen Fall, ein Shitstorm,

den Beiersdorf aber auszuhalten

bereit war und ist. Dies zeigt wie ernst der

Konzern Diversity nimmt.

INFO

Du willst deine Lieblings- oder die meist

gehasste Regenbogenkampagne genauer

unter die Lupe nehmen lassen? Schreib an

redaktion@hinnerk.de.

www.pink-washing.de


25

GESUNDHEIT

IN HAMBURG

ÄRZTE

■ Andreas Britz,

Dr. med.Praxisklinik am Rothenbaum,

Privatpraxis, Haut- und

Geschlechtskrankheiten,

Lasertherapie,

Kosm.-ästhet. Behandlungen,

Allergologie,

Heimhuder Str. 38, & 44809812,

www.dr-britz.de

■ Dammtorpraxis, Dr. Linnig,

Allgemeinmedizin, Reise-Medizin,

HIV, Hepatitis, STD,

Damnmtorstr. 27, & 35715638,

www.dammtorpraxis.de

■ ICH Grindel,

Dr. med. Thomas Buhk,

Dr. med. Stefan Fenske,

Prof. Dr. med. Hans-Jürgen

Stellbrink,

All gemeine und Innere Medizin,

HIV, Hepatitis, STD,

Grindelallee 35, & 4132 420,

www.ich-hamburg.de

■ ICH Stadtmitte,

Dr. med. Axel Adam,

Stefan Hansen,

PD Dr. med. Christian Hofmann,

Dr. med. Michael Sabranski,

Dr. med. Carl Knud Schewe,

Allgemeine und Innere Medizin,

HIV, Hepatitis, STD,

Glockengießerwall 1,

& 28004200,

www.ich-hamburg.de

■ Medizinisches Versorgungszentrum

Hamburg,

Prof. Andreas Plettenberg,

Dr. Albrecht Stoehr,

Prof. Jörg Petersen,

Dr. Peter Buggisch,

HIV, Hepatitis, STD, Infek tiologie,

Lohmühlenstr. 5, Am AK St. Georg

Haus L, & 28407600,

www.ifi-medizin.de

■ Urologische Praxis

Oliver Neubauer,

Facharzt für Urologie,

Herthastr. 12, & 64224500,

www.urologe-hamburg.com

■ Josef Stuch, Dr.

All gemeinmedizin,

Ida-Ehre-Platz 12, & 37510060

■ Ambulanzzentrum des UKE,

Bereich Infektiologie:

Dr. med. Olaf Degen,

Dr. med. Anja Hüfner,

Dr. med. Sabine Jordan,

Dr. med. Guido Schäfer,

Dr. med. Stefan Schmiedel,

Fachärzte für Innere Medizin, Allgemeinmedizin,

HIV, Hepatitis, STD,

Spezialsprechstunde PrEP, Impfungen,

Infektions- & Tropenkrankheiten,

Universitätsklinikum Hamburg-

Eppendorf, Martinistr. 52,

& 741052831, infektionen@uke.de,

www.uke-infektionen.de

ukeprep.de

■ Dr. med. Martin Eichenlaub,

Facharzt für Neurologie,

Nervenheilkunde, Psychiatrie u.

Psychotherapie,

Elbgaustr. 112., & 841084,

www.nervenarzt-eichenlaub.de

■ Dr. Roy Heller,

Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin,

Suchtmedizin, Psychotherapie,

HIV, Hepatitis, STD, Juliusstr. 36,

& 4300890

■ Dr. med. Welf Prager & Partner,

Dermatologie,

ästhetische Dermatologie,

operative Dermatologie,

Allergologie, Phlebologie,

Lasermedizin,

Hemmingstedter Weg 168,

& 040 81 991 991

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ZAHNÄRZTE

■ Martin Schuh,

Eidelstedter Platz 6a, & 5709385,

www.zahnaerzte-eidelstedt.de

■ Zahnarztpraxis Rainer Witt,

Holsteiner Chausee 267, & 55505962,

www.zahnaerzte-schnelsen.de

COACHING

■ Markus Bundschuh,

Gestalttherapeut-Psychotherapie

(HPG), Müggenkampstr. 29,

& (0179) 5270700,

www.therapie.de/psychotherapie/

bundschuh

■ Ruthemann Coaching,

Heilpraktiker f. Psychotherapie,

Professor-Brix-Weg 4, & 31171492,

www.ruthemann-coaching.de

■ Dipl Päd. Volkmar Suhr,

Systemischer Berater&Therapuet

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■ Apotheke am H auptbahnhof,

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& 241241

■ Apotheke Zum Ritter St. Georg,

Lange Reihe 39, & 245044

■ Epes Apotheke,

Lange Reihe 58, & 245664

■ Engel Apotheke,

Steindamm 32, 20099 Hamburg,

& 245350, info@engelapotheke.net

PSYCHOTHERAPIE

■ Markus Bundschuh,

Gestalttherapeut-Psychotherapie

(HPG), Müggenkampstr. 29,

& (0179) 5270700,

www.therapie .de/psychotherapie/

bundschuh

■ Christian Perro, Dr. med.,

Psychiatrie, Eppendorfer Landstr. 37,

& 464554

■ Kurt Strobeck,

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26 Style

VIKTOR MAKHNOV,

Ukrainer und Künstler

FOTOS: ARRIDEO.PHOTOGRAPHY

Russlands Überfall auf die Ukraine

hat uns allen bewusst gemacht,

wie fragil unsere Welt ist, wie schnell sich

Dinge ändern können. Wir chatteten mit

Viktor Makhnov, einem queeren Künstler,

der als Kriegsflüchtling in Lviv lebt.

Deine Heimat wird von Russland

angegriffen. Magst du darüber reden?

Zuerst wussten wir nicht, was wir tun sollten,

lasen nur die Nachrichten auf Telegram-

Kanälen. Wenn wir Bomben explodieren

oder Waffen schießen hörten, gingen wir in

den Keller. Mit meiner betagten Mutter und

meinem Vater mussten wir uns mehrere

Tage im schmutzigen Keller verstecken,

besonders nachts. Einige Geschäfte wurden

geöffnet und wir konnten trotz langer

Menschenschlangen etwas zu essen kaufen.

Am 1. März teilte mir meine Mutter mit,

dass ihr ihre Antidiabetes-Medikamente

ausgegangen seien, und mein Freund

und ich begannen, in der Gegend nach

Medikamenten zu suchen. Viele Apotheken

waren geschlossen, aber wir fanden eine

funktionierende und schlossen uns der langen

Schlange von Menschen an, die draußen

warteten. Plötzlich flog eine Rakete und ein

Teil davon schlug in einiger Entfernung von

der Menschenschlange auf dem Boden auf.


Alle hatten Todesangst. Endlich bekamen wir

die Medikamente. An diesem Tag entschied

ich, dass wir meine Eltern evakuieren

müssen.

Normalerweise dauert der Weg von unserem

Zuhause zum Bahnhof 40 Minuten mit der

U-Bahn. An diesem Morgen versuchten

wir vergeblich, ein Taxi zu rufen. Tausende

von Menschen taten dasselbe. Schließlich

erzählte ein Nachbar, er habe es geschafft,

die Telefonnummern von Taxifahrern

zu bekommen, die Leute zum Bahnhof

brachten. Die normale Gebühr vor dem Krieg

betrug 70 Griwna, aber wir mussten 1.000

UAH bezahlen. Auf dem Weg zum Bahnhof

konnten wir die Stadt nicht wiedererkennen:

Gebäude und Schulen zerstört, Autos

beschädigt, Schaufenster zerbrochen. Als wir

am Bahnhof ankamen, traf eine Rakete das

nahe gelegene Gebäude. Wir verbrachten

ungefähr sechs Stunden am Bahnhof mit

Tausenden anderen Menschen, die vergeblich

versuchten, einen Evakuierungszug zu

bekommen. Menschenmassen versuchten,

in Züge einzusteigen, Menschen schrien,

Frauen und Kinder weinten. Die Züge waren

vollgestopft mit Menschen, ihrem Gepäck

und Tieren – Hunden, Katzen, Vögeln, Hasen


Dann beschlossen wir, das Bahnhofsgebäude

zu verlassen, um zu den Bahnsteigen

zu gelangen. Und es war die richtige

Entscheidung, weil wir hörten, dass ein

zusätzlicher Evakuierungszug nach Winnyzja

angekündigt werden sollte. Wir liefen zum

nächsten Bahnsteig und schafften es, zwei

Plätze für meine Eltern zu ergattern. Sie

hatten ihre Plätze, während mein Freund

und ich den ganzen Weg stehen mussten.

Normalerweise dauert es je nach Zug etwa

6–8 Stunden, um nach Winnyzja zu gelangen,

aber wir haben mehr als 14 Stunden

im Zug verbracht. Ohne funktionierende

Toiletten. Irgendwann war ich so müde, dass

ich dachte, ich würde hinfallen. Ich legte

mich zu Füßen der Leute auf den Boden

und schaffte es, 20 Minuten zu

schlafen. Als wir in Winnyzja

ankamen, mussten wir

auf einen weiteren Zug

nach Ternopil warten,

wo meine Verwandten

in der Nähe wohnten.

Wir blieben mehrere

Tage dort und dann

gingen meine Eltern

ins Ausland, während

wir in Ternopil blieben. Wir

wohnten bei Verwandten,

in einem Studentenwohnheim

und dann in einer Schule, die zu einem

Flüchtlingsheim umgebaut wurde, und in der

Wohnung eines schwulen Mannes, der uns

kostenlos bei ihm wohnen ließ.

Wie geht es der Familie?

Jetzt ist meine ganze Familie in Sicherheit,

während ich allein in der Ukraine bin. Meine

Eltern wurden Flüchtlinge in der Slowakei,

während mein Freund die Möglichkeit hatte,

die Ukraine zu verlassen (er wurde wegen

seines Gesundheitszustands aus dem

Militärdienst entlassen) und zum Arbeiten

nach Polen zu gehen. Er hat zwei Kinder im

schulpflichtigen Alter zu ernähren, er war

früher verheiratet. Ich bin nach Lemberg

gezogen. Ich hatte das Glück, einen Nebenjob

als Fotograf für einen kommunalen Kulturbetrieb

zu finden. Ich wohne kostenlos in

einer provisorischen Unterkunft für LGBTIQ*-

Menschen, aber ich muss sie bald verlassen

und ein Zimmer in einer Wohnung mieten.

Oder mir eine andere Unterkunft suchen.

Fühlst du dich als queerer Mensch

besonders gefährdet?

Style 27

Es ist jetzt in der Ukraine wegen des Krieges

und der russischen Raketen für niemanden

völlig sicher. Die andere Sache, als Russen

in den ersten Tagen des Krieges in

den Straßen von Charkiw waren,

verspürte ich Panik und

Schrecken, nicht nur weil

ich queer bin, sondern

auch ein Patriot meines

Landes. Ich liebe die

Ukraine und ich habe

die ukrainische Nationalflagge

auf meinen

Avataren auf Facebook

und Instagram, und ich habe

Beiträge über den Krieg geteilt.

Ich hatte Angst, dass sie mich

töten würden, wenn sie Charkiw besetzen.

Glücklicherweise wurden die Russen dank

der tapferen ukrainischen Armee aus der

Stadt vertrieben.

Hier im Westen der Ukraine ist die

allgemeine Bevölkerung viel traditioneller als

in Charkiw. Ein Typ im Studentenwohnheim

sagte, er würde Schwule töten, und wir

mussten das Wohnheim verlassen, weil

es zu gefährlich für uns wurde zu bleiben.

Manche Menschen zeigen Intoleranz gegenüber

der LGBTIQ*-Community und unsere

Lebensweise. Als Teil der künstlerischen

Gemeinschaft hier in Lemberg treffe ich

jedoch aufgeschlossene Menschen, denen

meine Orientierung und mein Privatleben

egal sind. Sie unterstützen mich und andere

LGBTIQ*-Menschen sogar.

*Interview: Michael Rädel

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Das ganze Interview gibt es auf

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28 Style

Tattoo-Fan

SVEN

NACHGEFRAGT

Auf Instagram wurden wir

auf Sven aus Raesfeld aufmerksam,

der dort seine Follower

mit mitunter sehr erotischen

Bildern begeistert. Wir chatteten

mit dem Hobby-Model.

Du schaust recht trainiert

aus, wie viel Sport machst du

so in der Woche. Und was?

Tatsächlich weniger, als es den

Anschein macht, das meiste sind

gute Gene. Ansonsten gehe ich

laufen, trainiere zu Hause etwas

und achte auf eine gesunde

Ernährung.

Was magst du am Sommer

besonders?

Wenn man unbeschwert in der

Sonne am Strand im Urlaub liegt

und es generell wärmer ist! Und

dass man endlich wieder weniger

anziehen kann.

Wie kommst du denn an die

Fotografen oder die an dich?

Eigentlich fast immer durch

Instagram. Meistens schreiben

mich die Fotografen an, weil sie

meine Fotos interessant finden

und mit mir zusammenarbeiten

möchten, oder ich werde auf

Fotografen aufmerksam, weil mir

ihr Stil gefällt (jeder Fotograf hat

seinen eignen Stil, sodass jedes

Foto auf seine eigene Art und

Weise interessant ist). Zudem bin

ich noch bei einer Modelagentur,

über die auch Anfragen kommen.

*Interview: Michael Rädel

www.instagram.com/

sven_steinroetter,

www.facebook.com/

SvenSteinroetterOfficial

FOTO: @EX.PERIMENTPHOTOGRAPHY


29

GAYBOYS

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30 Style

AUSSTELLUNG

ANDREAS FUX

bei Semjon Contemporarya

Der gefeierte Provokateur stellt Bilder aus seinem bei Salzgeber

erschienenen Buch „Innocence“ in Berlin-Mitte aus.

Hier sehen wir keine

Social-Media-Queers oder

glattgebügelte Grinsebacken,

Andreas Fux inszenierte in

teilweise sehr erotischen

Posen die Art Mann, die viele

sexuell interessant, aber

auch ein bisschen gefährlich

wahrnehmen. Der Verlag

bezeichnet sie als „Berlin bad

boys“, der im einst punkigen,

jetzt schön-gentrifizierten

Stadtteil Prenzlauer Berg

lebende Fotograf versammelt

sie unter dem Buchtitel

„Innocence“, Unschuld. Eine

spannende und erotische

(scheinbare) Text-Bild-

Schere. *rä

FOTOS: A. FUX

23.7. bis 5.8., Andreas Fux „Innocence“, Semjon Contemporary,

Schröderstr. 1, U Rosenthaler Platz, www.semjoncontemporary.com

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Style 31

TIPP

Sexy in BIO-BAUMWOLLE

Themen wie Nachhaltigkeit, faire Produktion

und beste Qualität werden einem

immerzu um die Ohren geschlagen, oft sind es

Nebelkerzen der Industrie. Bei erlich textil ist

das anders.

Das in Köln angesiedelte Unternehmen hält

seine Versprechen. Los ging alles 2015, als Sarah

und Benjamin ihre Arbeit an nachhaltiger Mode

starteten, 2016 erblickte dann erlich textil

das Licht der Modewelt. Das Duo setzt dabei

auf hochqualitative Stoffe aus biologischem

Anbau (Baumwolle kbA), nachwachsende

Rohstoffe (Modal) oder recycelte Materialien

(z. B. Q-Nova® oder ECONYL®). Auf seiner

Homepage verrät das Team: „Seit unserer Gründung

arbeiten wir mit einer familiengeführten

Textilmanufaktur auf der Schwäbischen Alb

zusammen und haben die Möglichkeit, auf ein

volles Jahrhundert Erfahrung in der Wäscheherstellung

zurückzugreifen. Dem Onlinehandel sei

Dank, können wir auf diese Weise ein traditionsreiches

Handwerk mit langer Standortgeschichte

ins 21. Jahrhundert überführen. So entstehen

unsere Wäschekollektionen mit schwäbischer

Genauigkeit, dem höchsten Anspruch an

Material und Verarbeitung sowie unter fairen

Arbeitsbedingungen.“ Wir sind Fans! *rä

erlich-textil.de

Du bist Coach, Lehrkraft, Ausbilder*in,

Psycholog*in, Sozialpädagog*in oder Sozialarbeiter*in?

Du brennst für Deine Aufgabe und Dein Beruf ist Dir Berufung?

Dann komm zu uns!

Wir sind ein kleines Bildungszentrum im Harburger Hafengebiet. Seit etwa 40

Jahren sind wir in und für Harburg aktiv. Unsere Mission? Menschen zu helfen,

die aus dem Tritt geraten sind. Wie wir das machen? Mit Herzblut, Kreativität

und vollen Segeln!

Unsere Schwerpunkte: Coaching, Umschulung, Aktivierung Benachteiligter

Wenn das Dein Ding ist, freuen wir uns, Dich kennenzulernen.

Schreib uns: jobs@jia-hamburg.de


32 Style

ACCESSOIRES

SCHNURRBARTKERLE

UND PRALLE ANSICHTEN

Vor einigen Wochen wurde in Berlins Zentrum

hoch oben in einem DDR-Prachtbau an der

Karl-Marx-Allee namens The TOWER eine

neue Accessoire-Kollektion gefeiert, die

an den großen schwulen Künstler Tom

of Finland erinnert.

Die verschiedenen Taschen

der „LOQI x Tom of

Finland“-Kollektion sorgen für queere Sichtbarkeit

und transportieren die Erotik des zur Ikone

gewordenen Künstlers ins 21. Jahrhundert. Die

verschiedenen Taschen sehen super aus und

geben dir auch ein super Gefühl, denn sie sind

aus recycelten Materialien gefertigt. *rä

www.loqi.eu

FOTOS: LOQI.EU, MARTINDECRIGNIS.DE


34 Style

SEX

DAS Kondom für

genau DICH

Safer Sex ist wichtig. Aber er kann stressen

… verantwortlich ist dafür mit nahezu

100 % die unpassende Kondombreite:

Nur jeder vierte bis fünfte Mann kennt

seine Kondomgröße. Große Risiken und

Frust sind die Folgen. Klar - Gummis sind

dehnbar, aber auch wenn sie in launigen

Nächten selbst über einen Kopf gezogen

werden können: Dein Penis ist kein

Schädel, da zwickt es schnell, schmerzt,

du fühlst weniger oder bist unsicher.

Guter, Safer Sex ist wichtig – und für

jeden Mann, egal wie er gebaut ist – mit

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bedeutet übrigens auch: 90 % weniger

Latexproteine und daher kein abturnender

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Nachrichten von MY.SIZE

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FETISCH

DIESE MODE HILFT

Den Fetisch ausleben und dabei

der Ukraine helfen – klingt komisch,

geht aber. Das noch sehr junge

Fetisch-Leder-Label FS MAN aus Kiew

präsentierte unlängst einen Jockstrap

aus italienischem Leder namens „Support

Ukraine“, 25 Prozent des Verkaufserlöses

gehen an Menschen in Not in

der Ukraine.

„Wir sind ein schwuler Familienbetrieb

und produzieren in Handarbeit. Jeden

Tag ändern wir etwas, wir tun unser

Bestes, um die Qualität unserer Produkte

noch weiter zu verbessern“, verrät

das queere Team auf seiner Homepage.

„Erst vor einem Monat haben wir die

Ledergeschirre gewechselt, früher hatte

es drei Lederschichten, jetzt machen

wir vier Schichten. Immer häufiger

verwenden wir rostfreies Zubehör. Und

unsere Leder-Jockstraps haben ein

neues Taschenmodell, das ergonomischer

ist.“ Wer eigene Ideen hat, der

kann sich einbringen: „Wir sind offen

für alle Vorschläge, alles kann individuell

angepasst werden und es sind auch

große Größen verfügbar.“ *rä

www.fsman.net

20.08.2022 • 19UHR

FOTO: BITCHSYNNY


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36 Kultur

SCHOLA CANTOROSA

feiert im Blaumann

KONZERTE

FOTOS: SCHOLA CANTOROSA

Text-Bild-Schere? Hat doch geholfen!

Herzlich willkommen zum

Quasi-Come-back eines der bekanntesten

und beliebtesten schwulen Chöre der

Republik.

Als die Redaktion wegen der orangen

Blaumänner bei Chorsprecher Ulli anrief,

war schnell klar, dass eine klassische

Ankündigung der drei Konzerte im

Ohnsorg Theater nicht ausreichen würde,

um begreiflich zu machen, wie ernst der

Spaß an der Arbeit ihnen ist, den Männern

der Schola Cantorosa. Wir baten Ulli, ein

wenig über die Entstehung von „Helden

in Orange“ zu erzählen. Karten solltet ihr

übrigens unverzüglich auf ohnesorg.de oder

schola-cantorosa.de ergattern. Es gab. sie

zu Redaktionsschluss nur noch für den 13.

August um 15:30 Uhr und die Abschlussvorstellung

um 20 Uhr. Alle Tickets sind

auch für die legendäre „Schola Dance Party“

im Foyer des Theaters gültig, die das erste

Premierenwochenende seit gefühlt einer

Ewigkeit gebührend abschließt.

Die Ewigkeit hieß „Corona“, was lateinisch

je nach Kontext Kranz oder Krone,

Zuschauerkreis oder auch Belagerungsring

und Sperrlinie bedeuten kann. So präzise

kann Sprache sein. Mehr nun aus der

Feder von Ulli:

DER CHOR IN DER PANDEMIE

Als die Pandemie im März 2020 losging

war ich, wie so viele andere, gerade im

Skiurlaub und wir mit Schola voll dabei, ein

neues Programm zu entwerfen. Vier Songs


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38 KULTUR

zu unserer neuen farbenfrohen Revue,

bis dato ohne Programmname, standen

schon. Der Enthusiasmus, das Stück noch

in diesem Jahr auf die Bühne zu bringen,

war groß! Auch wollten wir noch auf

Chorfreizeit fahren – welche dann aber am

Vormittag des 13. März gecancelt wurde:

Gefahren und Risiken unkalkulierbar!

Dann kam alles anders, die Geschwindigkeit

der Zeit wurde gerade auch für Chöre

fast auf 0 reduziert, und wir sahen uns

auf einmal der digitalen Herausforderung

des online Probens gegenüber. Wie wir

rückblickend wissen, sollte dieser Zustand

lange anhalten.

Nun gut, wir probten online und wir

produzierten auch einen „Wir bleiben

zuhause - Clip“ mit dem Chor, indem

wir alle unseren Stimmgruppen nach die

eigene Stimme einsangen, es zu unserem

„Techniker“ schickten, der daraus einen

sehr emotionalen Clip bastelt. Irgendwie

retteten wir uns über den Sommer, rein in

den noch verschärfteren Herbst/Winter

2020/2021.

Unsere erste Online-Weihnachtsfeier

stand ins Haus. Viel Kreatives war bei

den vielen Sängern zuhause entstanden.

Eingeschweißte Waffeln und Eierlikör

wurden an jedes Mitglied verschickt, um

etwas Weihnachtsfeierflair zu versprühen.

Aber die Darbietungen waren eben digital,

ohne wirklichen Kontakt miteinander.

Ein paar Tage nach der besagten Weihnachtsfeier

fiel auf, dass ein langjähriges

Mitglied fehlte… nicht aufzufinden war.

Die Ahnung wurde Gewissheit. Der erste

schwer an Corona Erkrankte aus den

eigenen Reihen lag schon einige Tage im

künstlichen Koma auf der Intensivstation.

Nach 12 langen Wochen des Hoffens und

Bangens vieler Up an Downs, verstarb

unser Chormitglied. Nur wenige Tage

nach seinem 57. Geburtstag. Bang! Das

war sehr krass und machte uns nochmal

bewusst, wie gefährlich dieses neue

Virus und somit auch unser aller Hobby,

das Singen, ist. Trotzdem und gerade

deshalb nahmen wir im Sommer ´21 die

Arbeit an unserem neuen Stück wieder

auf. Zunächst mit Stimmgruppenproben,

also immer nur etwa 10 Sänger, dann

irgendwann in einem riesigen Saal

mit viel Abstand – aber mit allen

zusammen. Es war nicht so wie früher.

Man kam sich vor wie ein einzelner Sänger,

die anderen waren schlecht zu hören, der

Dirigent viel zu weit weg. Kurz – der Spaß

am Singen blieb etwas auf der Strecke.

OHNE SORGE SINGEN?

Aber jede Durststrecke endet irgendwann

und wir rückten langsam wieder näher

zusammen. Mit den Impfungen stieg die

Hoffnung auf ein wieder völlig normales

gemeinsames Singen. Sicher waren wir

einer der ersten Chöre, der sobald es

möglich war, eine Impfquote von 100%

hatte. Trotzdem war es für unser immer

noch namenloses neues Stück noch

nicht das Jahr der Erstaufführung, denn

trotz aller Anstrengungen folgten

im nächsten Winter wieder die

nächsten Einschränkungen. Wieder

Online-Treffen, wieder Stimmgruppenproben.

Aber aufgeben kam nicht

in Frage. Weitermachen. Und die

Erste Chorfreizeit im letzten Herbst

konnte, wenn auch mit Hindernissen,

tatsächlich durchgeführt werden. Wir

wurde belohnt. Unsere Mitgliederzahl

stieg kurzfristig von 44 auf 50 singende

Männer! Großartig – ein gutes Signal

für uns, weiter am Premierenauftritt zu

arbeiten. Seit einigen Monaten proben

wir nun wieder ganz normal und das

Repertoire für die neue Show ist auf 13

Songs angewachsen. Bald ist es nun

soweit. Unser Kreativteam arbeitet bis zur

Erstaufführung mit Hochdruck an einer

begeisternden, lauten und bunten Revue

nach Schola Marnier. Mit einer Chorstärke

von aktuell 48 Sängern werden wir am 12.

und am 13. August mit drei Vorstellungen

das Ohnsorgtheater rocken. Auch wenn

das genau eine Woche nach dem CSD

ist, werden wir es uns nicht nehmen

lassen, das Ganze mit der legendären

mega SCHOLA Dance Party im Foyer des

Ohnsorg zu garnieren! *Ulrich Müller


Let’s date

happy.


40 Kultur

Das Interview

mit Carolin und

Nik exklusiv auf

hinnerk.de!

FOTO: INGO BOELTER

PREMIERE

CAROLIN UND NIK

sind zurück

Nach den Erfolgen von „Oh

Alpenglühn!“ und „Entführung

aus dem Paradies“ drehen

Carolin Fortenbacher und Nik

Breidenbach in „Der letzte Ritt nach

San Fernando“ jetzt das Western-

Genre komplett auf links.

Mit gut geölter Stimme, mindestens

einer Hand am Colt und enorm viel

Taktgefühl in den Beinen fackeln die

beiden Lieblings-Rampensäue ein

musikalisches und komödiantisches

Feuerwerk ab, bis die Kojoten um die

Wette pfeifen. Die Song-Spannbreite

reicht von Truck Stop und Dolly Parton

bis zu Britney Spears, Gitte und

den Bee Gees, von „Cotton Eye Joe“

über „No Roots“ bis hin zu Musicalhits

aus „Cats“ und „Jekyll & Hyde“. YEE-

HAW! Und darum geht es:

Tote Hose in San Fernando: Dank

des schlecht gelaunten und äußerst

schießwütigen Sheriffs ist die einstige

Goldgräberstadt am Old Man River nur

noch ein Schatten ihrer selbst, und

auch der Saloon „Zum dreibeinigen

Pony“ hat schon wildere Zeiten erlebt.

Jetzt ist neben der Chefin, dem Koch

und der frustrierten Barsängerin Caro

Coquette keiner mehr da – und die

ist mittlerweile selbst ihr bester Gast

… Bis eines Tages die Saloontüren

aufschwingen und ein namenloser

Fremder die staubige Szenerie betritt.

Ist dieser schnieke Cowboy mit dem

losen Mundwerk womöglich der so

sehnsüchtig erwartete Held, der Caro

herausholen wird aus dieser wahrlich

gottverlassenen Gegend? Es entspinnt

sich ein wahnwitziger Reigen

um verlorene Familienmitglieder,

halbe Schatzkarten, Suppen mit oder

ohne Gluten und Liebe an einem

Ort, an dem man nun wirklich nicht

danach gesucht hat.

4.8. (Uraufführung) – 4.9. Schmidt

Theater, Spielbudenplatz, Hamburg,

www.tivoli.de

Christian Freese

Beratung – Mediation – Coaching


FOTO: DENNIS MUNDKOWSKI

Deine Stadt,

deine Bühnen,

deine Nacht!

T H E AT E R N AC H T

H A M B U R G

10.09.2022

Mit

FAMILIEN-

PROGRAMM

15 – 19 Uhr

MUSICAL

Tanzen gegen das

TANZVERBOT

Schon in der ersten Spielzeit auf Hamburgs erster Bühne für die

etwas anderen, die etwas weniger „gefälligen“ Broadway- und Off-

Broadway-Produktionen, ein voller Erfolg: Footloose. Kein Wunder, das die

Macher*innen des First Stage Theaters das Musical um eine wahre Geschichte

aus Oklahoma im Jahr 1980 noch einmal ins Programm nehmen.

160 Jahre lang war in Elmore City, einer

Kleinstadt in Oklahoma, tanzen offiziell

verboten. Erst 1980 erkämpften sich

die Schüler der örtlichen High School

ihr Recht auf ihren Schulball. Diese

unglaubliche Geschichte diente Dean

Pitchford als Vorbild, der aus dem Stoff

zunächst ein Theaterstück machte.

Im Jahr 1984 kam der Film „Footloose“

mit Kevin Bacon in der Rolle des

rebellischen Teenagers in die Kinos.

!998 folgte dann die Musicalversion, die

seitdem weltweit Erfolge feiert.

SO ADAPTIERT DAS MUSICAL

DIE STORY

In der konservativen Kleinstadt

Bomont sind Rockmusik, Alkohol und

Tanzen strikt verboten. Damit will der

frisch aus Chicago zugezogene Ren

sich nicht abfinden. Schnell hat er

die Jugend des Städtchens auf seiner

Seite und versucht gegen Verbote und

Engstirnigkeit vorzugehen – zunächst

ohne Erfolg. Doch so leicht lässt sich

die neu entfachte Leidenschaft der

Jugend nicht bremsen. Es dauert nicht

lange, bis der musikbegeisterte Neuling

mit der strengen Moral des Reverend

Shaw Moore in Konflikt gerät. Denn

wo Rockmusik die Sinne verwirrt, sind

Drogen- und Alkoholmissbrauch die

teuflische Folge, ist Reverend Shaw

Moore seit dem tragischen Unfall

seines Sohns überzeugt. Als Ren sich

schließlich ausgerechnet in Moores

rebellische Tochter Ariel verliebt,

beginnt ein Wettstreit zwischen den

zwei Welten.

Übrigens: Footloose ist auch Teil

der Theaternacht Hamburg am

10. September!

21.8. – 15.10., First Stage Theater,

Thedestraße 15, Hamburg Altona,

Tickets unter 040 401132727 und

tickets@firststagehamburg.de,

www.firststagehamburg.de

„Die Tochter des Ganovenkönigs“ / Junges SchauSpielHaus © Lidija Delovska

Alle Infos und Tickets unter

www.theaternacht-hamburg.org


42 Kultur

INTERVIEW

VELVET:

Nachtklub und Geisteshaltung

FOTO: OLIVER FANTITSCH

Noch bis Mitte September ist der

HANSA-Theatersaal in St. Georg

die Manifestation des imaginären Nachtklubs

VELVET.

In den Disco-Dekaden der 70er- und

80er Jahre des letzten Jahrhunderts

Sehnsuchtsort für viele, die der verstaubten

Enge der Gesellschaft entfliehen wollen.

Was die einen als Weg fürs Leben auf den

Showbühnen der Tantztempel wählen,

erfährt in der umjubelten und

mehrfach ausgezeichneten

Show unter Regie des

Australiers Craig Ilott

ein junger Mann ganz

zufällig und unvorbereitet

zum ersten

Mal: Eine überlange,

verausgabende,

glamouröse und

frivole Partynacht.

Wer jetzt schon sanft

wippend „Small Town Boy“

oder „Funkytown“ summt,

kann die Warteschlange direkt

über velvettheshow.de abkürzen und sich

seien VIP-Tickets sichern. Oder er taucht

vorher mit uns, Regisseur Ilott und Hula-

Hoop Boy Craig Reed noch tiefer ins sonst

streng abgeschirmte Räderwerk hinter der

Glamourfassade von VELVET ab, hinter der

sich nebenbei bemerkt auch Weather Girl

Ingrid Arthur für ihren Show-Slot einsingt.

Herr Ilott, VELVET zeigt eine

Nacht in einem Klub. Welche

Herausforderungen bestanden

für Sie als Regisseur und ihr Team,

diese Atmosphäre, mit der so viele

Menschen ja zumindest rudimentäre,

eigene Erfahrungswerte

verknüpfen, an inzwischen so viele

Bühnen unterschiedlicher Arten

und Größen anzupassen?

Craig Ilott: Die Herausforderung besteht

immer darin, die Atmosphäre

von Velvet in dem Raum zu

schaffen, in dem wir uns

aufhalten. Manchmal sind

wir in einem Spiegelzelt,

manchmal in einem

traditionellen Proszeniumstheater,

während

den HANSA Theatersaal

wieder etwas

anderes ist. Wir wollen,

dass jeder Raum den

Geist und den Herzschlag

der Disco in sich trägt, und

wir wollen, dass dieses Gefühl das

Publikum schon beim Eintreten umgibt.

Ich habe immer geglaubt, dass Velvet ein

Nachtclub und eine Geisteshaltung ist.

FOTO: OLIVER FANTITSCH

Was ist in diesem Kontext im

HANSA-Theatersaal besonders zu

erwähnen?

Craig Ilott: Es ist ein einzigartiger und

schöner Raum. Ich liebe seine Geschichte

und seine Vaudeville/Varieté-DNA. Velvet,

so hoffe ich, schlägt eine Brücke zwischen

dem Alten und dem Neuen, indem

es diesen Tropus des Vaudeville aufgreift

und ihn in einen zeitgenössischen

Kontext bringt.

Ist die Showform Varité eventuell

sogar so etwas wie der legitime

Urform dessen, was ein – besonders

queerer – Nachtklub wurde? Diese

Vermischung von Vergnügen,

Exzess, Arbeit, Kunst, Musik,

Genuss. Niemand weiß so genau, ob

er gerade Konsument oder selbst

Teil einer Inszenierung ist …

Craig Ilott: Ha! Ich komme aus dem

Theater und habe die Form des Varietés

immer bewundert. Es ist im Allgemeinen

viel nachsichtiger. Wenn dir eine Nummer

nicht gefällt, warte einfach fünf Minuten

und die nächste wird dir wahrscheinlich

gefallen. Es gibt eine Nachsicht im

Umgang mit dem Publikum, die man im

Theater oder in der Oper nicht hat. Es

gibt auch so etwas wie sofortigen Befriedigung

in mundgerechten Stücken, das

zur modernen Welt zu passen scheint.

Velvet wurde tatsächlich vom Studio 54

inspiriert. Ein Klub, der für seine wilden

Partys und seinen Hedonismus berühmt

wurde, aber auch für seine Kultur der

Akzeptanz - blind für Hautfarbe, Glaube,


Klasse, Geschlecht, Körper und Sexualität. Velvet ist eine

Feier dieser Freiheit.

Mr Reed, hier würde ich gerne zu ihnen wechseln

und ihnen zunächst die gleiche Frage nach dem

„Familienbanden“ der verschiedenen Ausprägungen

des nächtlichen Kulturlebens stellen.

Craig Reed: Ich denke, Velvet ist ein Raum, in dem jeder

er selbst sein kann und die Freiheit hat, das so laut

auszudrücken, wie er möchte. Unser Publikum kann

mit uns singen, tanzen, sich verkleiden und es so sehr

genießen, wie es kann. Ich denke,

das entspricht dem, was man

von queeren Nachtclubs

erwarten kann.

REGIE: CORNY LITTMANN

BUCH: NIK BREIDENBACH ★ HENNING MEHRTENS ★ ANDREAS BIERKAMP

DER LETZTE RITT NACH

SAN FERNANDO

Wie sind Sie selbst

auf der Bühne

gelandet zumal in

einer akrobatischen

Disziplin, die viele

vielleicht noch nie

auf einer solchen

Craig Reed

gesehen haben?

Craig Reed: Ich war in jungen

Jahren Turner, was ich viele Jahre

lang gemacht habe. Ich wurde Choreograf für den Turnverein,

aber meine akademische Ausbildung habe ich

in Computerprogrammierung gemacht. Ich hatte einen

Platz an der Universität, um einen Abschluss in diesem

Bereich zu machen, brach aber in letzter Minute ab,

weil ich beschloss, dass das nicht der Weg war, den ich

einschlagen wollte. Ich war mir immer noch nicht sicher,

was ich machen wollte. Als ich von einer Universität für

Zirkuskunst in London hörte, reiste ich hin und hatte

ein erfolgreiches Vorsprechen. Kurz bevor ich am ersten

Tag ankam, hatte ich einen Unfall mit meinem Knie und

konnte nicht mehr so leicht Akrobatik machen, was

mich vor große Herausforderungen stellte. An dieser

Zirkusuniversität spezialisiert sich jeder auf eine Sache,

und wir verbringen viel Zeit des ersten Jahres damit,

herauszufinden, was gut zu uns passt. Ich hatte ein

Mädchen in meiner Klasse gesehen, das Hula-Hoop

als Zirkusnummer vorführte, was mir ins Auge fiel. Ich

hatte so eine Nummer schon einmal gesehen und war

nicht sonderlich beeindruckt, aber ich konnte mir etwas

darunter vorstellen. Damals war es für Jungen sehr

ungewöhnlich und keine sehr angesehene Disziplin in

der Zirkusarbeit, aber mein Bauchgefühl sagte mir, dass

ich mich darauf einlassen und sehen sollte, wohin ich es

bringen könnte.

FOTO: DANIEL LINNET

Sie sind selbst Queer. Hat das auf die Ausgestaltung

ihrer Rolle in VELVET Einfluss gehabt?

Nachtklubs waren ja immer auch Schutzräume

queeren Lebens …

Craig Reed: Ich denke, queer zu sein hat einen ständigen

Einfluss auf alles. Ich glaube nicht, dass es möglich wäre,

dass es keinen Einfluss hat. Einige meiner Gedanken

zur Rolle sind, sowohl meine ultimative, selbstbewusste

Disco-Version von mir selbst zu sein, als auch authentisch

für das Publikum zu sein. Ich denke, das rosa Kostüm ist

wahrscheinlich das queerste Kostüm, das ich habe, und

ich liebe es.

Bis 18.9. VELVET, HANSA Theatersaal, Steindamm 7,

Hamburg, Tickets 04047110644, velvettheshow.de

4.8. bis4.9.

Foto: Ingo Boelter


44 Kultur

DIE HINNERK TIPPS

■ Kostümverkauf im Allee-Theater

■ „Footloose“ im First Stage Theater

■ „Ligna – Zerstreuung“: Eine

Choreografie über Kopfhörer vor dem

Lichthof Theater

■ Opernslam-Marathon im Opernloft

■ „Die ESC-Show* 12 Punkte für

Europa“ Musikkabarett im Theaterschiff

Hamburg

TIPP

Deine Stadt, deine Bühnen,

DEINE NACHT!

Am 10. September feiern 40 Hamburger

Theater gemeinsam den

Start in die neue Theatersaison.

Mit einem facettenreichen Programm laden

die Mitglieder des Hamburger Theater e. V.

alle Hamburger*innen und Besucher*innen,

Theaterliebhaber*innen und Neugierige

ein, die Stadt neu zu entdecken. Los geht´s

von 15 bis 19 Uhr mit dem Familienprogramm.

Ab 19 Uhr öffnen die Theater ihre

Pforten für das Abendprogramm. Exklusive

Premierenvorschauen, spannende Einblicke

hinter die Kulissen des Theaterbetriebes,

Künstler*innengespräche, Workshops

und Versteigerungen machen nicht nur

die Theaternacht selbst zu einem ganz

besonderen Erlebnis, sondern machen

außerdem Lust auf eine neue und spannende

Spielzeit in einer der wichtigsten

Theaterstädte Deutschlands. Krönender

Abschluss einer fulminanten Theaternacht

wird natürlich auch in diesem Jahr die

große Aftershowparty sein.

TICKETS UND ANFAHRT

Das reguläre Theaternacht-Ticket gilt für

das Familien- und das Abendprogramm

und berechtigt zur Mitnahme von

bis zu vier Kindern bis 14 Jahre in die

teilnehmenden Theater und die eigens

dafür eingerichteten Shuttle-Busse. Wer

nur das Familienprogramm besuchen

möchte, wählt das Familienticket, das

ebenfalls zur Mitnahme von bis zu vier

Kindern bis 14 Jahre in die teilnehmenden

Theater berechtigt. Neu: Um das

Theaterhopping zusätzlich zu erleichtern,

berechtigen die Theaternacht-Tickets

den*die Inhaber*in zur Nutzung der

regulären HVV-Linien (für die Mitnahme

von Kindern gelten die allgemeinen

Tarifbestimmungen des HHV).

www.theaternacht-hamburg.org

1 SEPTEMBER

- 29 OCTOBER

A THEATRICAL ADAPTATION OF

THE LEGENDARY NOVEL BY

CHARLES DICKENS

GRE AT

EXPECTATIONS

ADAPTED AND DIRECTED BY PAUL GLASER

SAVE 5,00 € ON YOUR TICKET DURING

PRIDE WEEK BY PHONE OR ONLINE.

PROMOTION CODE: HINNERK

THE ENGLISH THEATRE OF HAMBURG | LERCHENFELD 14 | HAMBURG

U-BAHN STATION MUNDSBURG | TICKETS: (040) 227 70 89

WWW.ENGLISHTHEATRE.DE


Kultur 45

Moderne Zeiten –

damals

AUSSTELLUNG

Im Juli begann die Ausstellung „Moderne

Zeiten. Industrie im Blick von Fotografie und

Malerei“ im Museum Georg Schäfer in Schweinfurt in

Unterfranken in Bayern.

Die hier bis zum 9. Oktober ausgestellten Bilder,

Gemälde und Fotografien von so unterschiedlichen

Künstlern wie Hans Baluschek, Evelyn Richter und

Lewis W. Hine, machen das Leid der Armen damals

erfahrbar, aber auch die Aufbruchstimmung der

Reichen, die scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten.

Das im Jahr 2000 eröffnete hochmoderne und

international bekannte Museum hat ebenfalls

einen industriellen Hintergrund: Angelegt wurde die

populäre Sammlung ab den 1950er-Jahren durch den

Schweinfurter Großindustriellen und Sammler Dr.-Ing.

e.h. Georg Schäfer (1896 –1975). Mehr als passend,

dass sich das Museum nun dieser faszinierenden, die

Menschheit (leider auch das Klima) verändernden

Welt voller Mythen, technischer Schönheit, menschlichem

Elend und auch maskuliner Erotik annimmt. *rä

www.museumgeorgschaefer.de

Lewis W. Hine „Power House Mechanic“, 1920/1921, Silbergelatineabzug,

15,5 x 12,5 cm, Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie

L.O.V.E.

25. September, 19:00 Uhr

Einlass ab 18:00 Uhr

Im Schmidtchen Theater

WWW.SING4LIFE.DE


46 Kultur

PUNK BITCH of Drag

SHOW

Danny Noriega, besser bekannt als Adore

Delano, kommt 2022 erstmals für eine Headline

Tournee nach Köln und Berlin.

FOTO: FIVE SENSE REELING

Nachdem Noriega seine Stimmgewalt in Staffel

6 und 7 von „American Idol“ unter Beweis stellte,

präsentierte er seine Drag-Figur Adore Delano

in der Emmy-prämierten US-Castingshow

„RuPaul’s Drag Race“ und schaffte es dort in die

Top 3. Delano setzt ihre eigene, von der Rockund

Grunge-Szene beeinflusste Vorstellung,

in ihren Looks und Performances durch – mit

Erfolg. Sie schafft es ins Finale der Show. Zwei

Jahre später kehrt Delano für die Teilnahme

an „RuPaul’s Drag Race All Stars 2“ auf die

Bildflächen zurück und tourte fortan mit ihren

Musik- und Drag- Performances durch die ganze

Welt. Zahlreiche Produktionen und Shows haben

aus dem einstigen Punk Girl aus Azusa/Texas ein

Showgirl der Extraklasse gemacht, dass es nicht

zu verpassen gilt. Am 26.9. in Köln, am 27.9. in

Berlin live zu erleben.

Adore Delano, „Party Your World“,

040 413 22 60, www.kj.de, tickets@kj.de,

www.adoredelanolive.com

VIRTUAL REALITY

Traumküche noch vor

dem Kauf begehen.

Dank der Virtual-Reality-

Brille gehst Du durch

die geplante Küche und

erlebst die Abmessungen

und das Raumgefühl wie in

den eigenen vier Wänden.

ECHTE KÜCHEN-VIELFALT FINDEST DU BEI UNS.

Auf die

Strasse!

Vielfalt

statt

Gewalt.

Impressum: Küche&Co GmbH, Werner-Otto-Straße 1-7, 22179 Hamburg

KÜCHE&CO HH-EPPENDORF

Christoph-Probst-Weg 1

Telefon 0 40/637 97 62 67

hamburg-eppendorf@kueche-co.de

kueche-co.de/hamburg-eppendorf

KÜCHE&CO HH-WANDSBEK

Friedrich-Ebert-Damm 145

Telefon 0 40/637 99 20 62

hamburg-wandsbek@kueche-co.de

kueche-co.de/hamburg-wandsbek


Kultur 47

TRAVESTIE

Katya und Trixie –

erstmals in Europa!

Sie waren Konkurrentinnen

bei der international erfolgreichen

TV-Show „RuPaul’s

Drag Race“, jetzt sind es BESTE

Freundinnen: Trixie Mattel und Katya

Zamolodchikova. Und jetzt suchen

sie Europa heim. Nein, besuchen sie

Europa für drei exklusive Shows im

November 2022 in Berlin, Düsseldorf

und Hamburg.

FOTO: FIVE SENSE REELING

Guuuurl, please?! Die beiden Dragqueens

sind schon seit 2016 auf Social

Media äußerst erfolgreich – ihre Show

„UNHhh“ lässt dich schnell lachen und

sorgen vergessen – live wissen sie also,

was zündet. Die beiden Bunten verraten

vorab, dass ihre Shows „UNHhhhlike

anything you ́ve ever witnessed!“ sein

werden – wir sind SEHR gespannt. An

Karten kommt ihr via 040 413 22 60

oder kj.de und natürlich tickets@kj.de.

Mehr über die beiden Drags gibt es hier:

www.trixieandkatya.com. *rä

“SEXY, SPECTACULAR,

SPARKLING“

The Advertiser Adelaide

COLLIEN KONZERT & THEATER GMBH, HAMBURG ST. PAULI VARIETÉ GMBH & CO. KG

BY ARRANGEMENT WITH PETER RIX, ORGANISED PANDEMONIUM PTY LTD AND RGM PRODUCTIONS PRESENT

VERFÜHRERISCH - SEXY - LAUT

“SENSATIONALLY

ENTERTAINING... A HIT!”

The London Times

WELCOME TO WONDERLAND... BOOGIE WONDERLAND!

Das DISCO-VARIETE-INFERNO aus Sydney

DIRECTOR: Craig Ilott

MUSIC DIRECTOR: Joe Accaria

CHOREOGRAPHER: Amy Campbell

TICKETS: 040/4711 0 644 oder velvettheshow.de


48 Kultur

DOKUMENTATION

Das Coming-out wagen – Mut machen

FOTO: WWW.ISTOCKPHOTO.COM/MIKOLETTE

Eine neue TV-Dokumentation ist

auf der Suche nach Menschen, die

ihr queeres Coming-out noch vor sich haben

und dies mit anderen Menschen teilen

wollen, um ihnen Mut zu machen.

„Wir suchen Menschen wie Dich, die über

ihr bevorstehendes Coming-out berichten

möchten“, so die Produktionsfirma SEO

Entertainment, die auch verspricht, dass

„die persönliche Story sensibel, authentisch

und respektvoll“ erzählt werden wird.

Keine(r) wird dich hier in die Pfanne hauen

oder vorführen! Schon seit über zehn

Jahren ist SEO Entertainment für Beiträge,

die zu einem besseren gesellschaftlichen

Miteinander führen wollen, bekannt. Etwa

für Bundeszentrale für politische Bildung

oder auch ProSieben: „Alles ist echt, nichts

wird gestellt oder arrangiert“.

Das Coming-out zu wagen, egal in welchem

Alter, ist immer ein großer Schritt,

aber ein Schritt, der dir Freiheit bringen

wird. Die Freiheit, Du selbst zu sein, Dich

nicht weiter verstecken zu müssen oder

weg zu ducken, die Freiheit, den/die zu

lieben, die/der Dein Herz gewonnen hat.

Die Freiheit, selbstbewusst zu leben, wie

man eben ist. Die eigene Sexualität ist kein

Makel, sie ist nichts, was man verleugnen

muss, nichts, was man „sein lassen sollte“,

weil es andere provozieren könnte. Du bist

nicht allein.

Wer sich nicht länger verstecken will und

sichtbarer Teil der LGBTIQ*-Community,

der queeren Familie, werden will, der

kann sich direkt bei der Produktionsfirma

melden: (0151) 159 726 77, comingout@

seo-entertainment.de, die Ansprechpartnerin

wäre Redakteurin Martina. *rä

seo-entertainment.de/casting-bewerbung,

etwaig anfallende Kosten werden

natürlich erstattet

VERLOSUNG

Déepalma Records

„IBIZA 2022

So richtig entspannen, das wollen wir

alle im Urlaub, im Leben. Das bedeutet

allerdings nicht, dass man auf der faulen

Haut liegt.

Entspannung lässt sich auch via Wandern,

Familie, Party-Nacht, Weingenuss

am Kamin oder Kompost umsetzen.

Hauptsache ist, du fühlst dich wohl und

genießt das, was du tust. Denn auch die

anstrengendsten Mitmenschen – es muss

nicht immer die Schwiegermutter sein –

stressen kaum, wenn man seine innere

Ruhe gefunden hat. Da kann Achtsamkeit

helfen, Religion und Liebe auch. Und Musik,

denn wie kaum etwas anderes auf der Welt

verhelfen Klänge und Rhythmen, Melodien

und Gesang den allermeisten Lebewesen

zu besserer Stimmung. Zur stressfreien

Entspannung. Tiere, Pflanzen, alle mögen

Musik. Das ist übrigens auch wissenschaftlich

belegt, und auch im Selbstversuch im

eigenen Umfeld schwoften und zwitscherten

die gefiederten Mitbewohner lässig mit,

wuchsen die Zimmerpflanzen besser.

Da kommt jetzt diese Klasse Werkschau

„IBIZA 2022“ von Déepalma Records ins

Spiel: drei CDs voll entspannter Grooves,

sanfter Vocals, verträumter Pianos und

wabernder Synthesizer. Unsere Anspieltipps

sind Gypsymen Todd Terry mit seinem

„Babarabatiri (David Penn Remix)“, „A

Waiting Game (Martin Waslewski Remix)“

von Claptone feat. Nathan Nicholson, Yves

Murascas „All About Housemusic (Sebb

Junior Extended Remix)“, Milk & Sugar

feat. Roland Clarks „Celebrate (Extended

Mix)“ und Danilo De Santo mit „Bora Bora

(Extended Mix)“. *rä

Wir verlosen die CDs auf

www.instagram.com/blu_germany

FOTO: ISTOCKPHOTO.COM / MILAN MARKOVIC


WIR PRODUZIEREN GARTENTRÄUME.

Outlet auf 1.200 m 2

Lagerverkauf

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50 Kultur

OUTtv

TV

JETZT MAGENTA!

Nein, das Programm des europäischen

queeren TV-Senders

OUTtv wird nicht von bunt auf nur

noch monochromatisch umgestellt.

Im Gegenteil: In Kooperation mit der

blu Mediengruppe dürfte es noch

vielfältiger werden. Was aber so richtig

ins Gewicht fällt: OUTtv ist jetzt über

MagentaTV auf Kanal 68 empfangbar.

Ab dem 1. Juli 2022 ist der europäische

Fernsehsender OUTtv bei MagentaTV,

dem IPTV-Dienst der Deutschen

Telekom, auf Kanal 68 empfangbar. Mit

einer Reichweite von mehr als 5 Millionen

deutschen Haushalten ist OUTtv

der erste Lifestyle-TV-Sender für die

LGBTQI*-Community und für alle Aufgeschlossenen.

Das Programm umfasst

eine große Auswahl an queeren

Arthouse-Filmen, Dokumentarfilmen,

Serien und eigenen OUTtv-Originals.

„Ich bin überglücklich und stolz,

dass OUTtv seinen LGBTQI*-„Ich bin

überglücklich und stolz, dass OUTtv

seinen LGBTQI*-Fernsehkanal bei

der Deutschen Telekom startet! Nach

jahrelangem Wunsch der deutschen

OUTtv-Zuschauer und -Fans wird

unser queeres Lifestyle-Programm

nun dauerhaft ein fester und

bunter Bestandteil der deutschen

Medienlandschaft werden. Erreichbar

für mehr als 4 Millionen Haushalten

über MagentaTV. Das Angebot wird

stetig in den kommenden Jahren

für das Publikum erweitert, um ein

vollumfassendes Inhaltserlebnis bieten

zu können. OUTtv hat eine ganze Reihe

neuer LGBTQI+ Filme, Serien und

Dokumentationen im Angebot, die man

gesehen haben muss.“, Gründer und

CEO Marc Putman

Der Verleger der blu Mediengruppe, Olaf

Alp, wies in diesem Zusammenhang auf

die Wichtigkeit einer eigenständigen

LGBT+ Medienstruktur hin. „Social

Media Plattformen üben regelmäßig

Zensur an queeren Inhalten, während

Mainstream Medien sich nur punktuell

für unsere Themen interessieren.

Eine unabhängige Präsenz auf allen

Medienkanälen ist daher unerläßlich

für die Meinungsbildung in unserer

Community.“

Auf OUTtv erwarten euch so adenn

auch Highlights wie „Olly Alexander

– Growing Up Gay“, „Veneno“, „Where

The Bears Are“ und „OUT“, Serien wie

„Krista’s Road to Eurovision“, „The Niki

Today Tonight Show“, „Drag Race Thailand“,

„Woke“, „RuPaul’s Gay for Play“,

„ Pornstar Pandemic“ und „My Life is

a Telenovela“ sowie „Shade Queens

of NYC“. Auch Klassiker des jungen

queren Kinos wie „Mario“ oder „Wo willst

du hin, Habibi?“ sind abrufbar.

Übrigens: Wer kein MagentaTV hat,

kann OUTtv bereits über NetCologne

und den Prime Video Channel empfangen

oder OUTtvs eigenen On-Demand-

Service „OUTtv Pro“ abonnieren.

Letzteres Angebot ist inzwischen die

größte queere Content-Bibliothek im

deutschsprachigen Europa. Zapp mal

rein! *ck/rä

www.out.tv


Coca-Cola und die Konturflasche sind eingetragene Schutzmarken der The Coca-Cola Company.


Musik

INTERVIEW

LIZZO:

LOUD and

PROUD

Die Rapperin, Sängerin und Aktivistin

ist zum Weltstar und einer

der wichtigen Stimmen ihrer Generation

gereift. Mit ihrem neuen Album „Special“

sorgt Lizzo jetzt aber erst einmal für den

Soundtrack zu einem hoffentlich herrlichen

Sommer.

Man kann nun wirklich nicht behaupten,

dass Lizzo die äußeren Insignien ihres

monumentalen Erfolgs der vergangenen

drei Jahre unter den Teppich kehren würde.

Als wir zum Video-Interview verabredet

sind, sitzt die – natürlich fabulös gelaunte

– Künstlerin vor einer Schrankwand, aus

der links des Kopfes drei Grammy-Awards

hervorlugen. „Ich bin gerade im Haus von

Quincy Jones“, scherzt Lizzo zwar in Anspielung

auf den legendären Superproduzenten

von Michael Jackson und vielen anderen, der

es in seiner Karriere auf bislang 28 Grammys

brachte. Aber das stimmt natürlich nicht.

Lizzo hockt in ihrem Eigenheim in den

Hollywood Hills, und die Auszeichnungen, es

sind ihre eigenen – und die soll ruhig jeder

sehen. „Ich hatte es zu Anfang meiner Laufbahn

nicht darauf angelegt, auch nur einen

einzigen Grammy zu gewinnen“, sagt sie. „In

mir loderte der Ehrgeiz, Musik zu machen,

hinter der ich selbst absolut stehe und mit

der ich anderen Menschen ein Supergefühl

geben kann. Die Auszeichnungen sind

eher das Symptom meiner Hartnäckigkeit,

Zielstrebigkeit und Entschlossenheit.“

Lizzo, geboren vor 34 Jahren als Melissa

Viviane Jefferson in Detroit, als Kind klassisch

ausgebildete Flötistin, später Mitglied

in R&B- und Rap-Gruppen und nach

Umzügen nach Houston und Minneapolis

nun also in L.A. residierend, hat seit 2019

eine der atemberaubendsten Pop-Karrieren

der letzten Jahrzehnte hingelegt. Jahrelang

rannte sie – ambitioniert, talentiert aber oft

glücklos – gegen geschlossene Türen im

Showgeschäft. Um dann, 2019 mit ihrem

Album „Cuz I Love You“ sowie den Singles

„Juice“ und insbesondere „Truth Hurts“

zu realisieren, dass die Türen plötzlich

alle offenstehen. Also rannte sie durch.

„Unsere Gesellschaft“, so Lizzo, „hat lange

nicht dazu tendiert, dicken, schwarzen

Mädchen besonders viel zuzutrauen. Ja, es

hat Kraft erfordert, mich durchzusetzen.

Die Wahrscheinlichkeiten standen nicht auf

meiner Seite. Ich denke, ich konnte einige

Stereotypen beseitigen. Aber am Ziel einer

gleichberechtigten Gesellschaft sind wir

noch lange nicht angekommen.“

Lizzo ist längst nicht nur eine verdammt

begabte Sängerin, Songschreiberin und

Rapperin, sie ist auch eine der wichtigsten

Aktivistinnen weltweit für Vielfalt, Gleichberechtigung,

Body Positivity, Mental Health

und – sich selbst keiner festen sexuellen

Identität zuschreibend – die Interessen der

LGBTQ-Gemeinde. - Das „Time“-Magazin

hat Lizzo sogar auf der Titelseite seiner

„Frauen, die die Welt verändern“-Ausgabe

gedruckt. Wie, aus deiner Sicht, hat du

denn die Welt verändert, liebe Lizzo?

„Indem ich mich nicht habe aufhalten

lassen, meine Bedürfnisse zu befriedigen.

Und du darfst dich nicht abspeisen und

dir deine Visionen nicht von sogenannten

Entscheidungsträgern kaputtreden lassen.

Ich brauche kräftige Mädchen für meine

TV-Casting-Show „Lizzo’s Watch Out

for the Big Grrrls“? Also überzeugte ich

Amazon Prime, meine Vision umsetzen

zu können. Ich bin überzeugt, dass jede

Körperform sexy ist? Ich ließ nicht locker, bis

ich eine Bekleidungsfirma fand, die meine

Shapewear-Philosophie teilt. Ja, ich bin laut,

ich bin stolz, ich habe eine Stimme, und

diese Stimme will ich nutzen, um Menschen

zu inspirieren und zu ermutigen, ihr Leben

zum Positiven zu verändern.“

Auch auf dem neuen Album „Special“

klingt LIzzo ungemein inspirierend und

motivierend. Die erste Single „About Damn

Time“ holt die Menschen mit frischem

Discosound auf die endlich wieder

geöffneten Tanzflächen. Und der neueste

Hit „Grrrls“ (Lizzo ist offenbar vernarrt in

diese Schreibweise, ihr zweites Album

hieß 2015 „Big Grrrl Small World“) bietet

kross gebrutzelte Frauenpower auf exakt

zwei Minuten Länge. „Die Songs auf der

Platte sind sehr unterschiedlich, aber eines

haben sie gemeinsam“, sagt Lizzo. „Ich will

unbedingt, dass sie den Menschen Freude

bringen.“

*Interview: Steffen Rüth


Gleiche Würde

Gleiche Rechte

Du bist queer und erlebst Diskriminierung – etwa im Job,

bei der Wohnungssuche oder bei einer Hotelbuchung?

Lass Dir Diskriminierung nicht gefallen!

Wir setzen uns für Deine Rechte ein und beraten Dich.

www.antidiskriminierungsstelle.de

Servicebüro: 0800 546 546 5


Musik

SOUL

Stark wie immer: Heather Small

Mit „Colour My Life“ präsentiert die (ehemalige) M-People-Sängerin

Heather Small in ein paar Wochen ein neues Album mit neuer

Musik und einigen ausgewählten Top-10-Hits der Band, die bis

zur Auflösung 1999 die europäischen Charts beherrschte. Einen

ersten Vorgeschmack gibt es schon jetzt mit „Love Me or Not“.

Benannt ist das Album nach der ersten Single, die es zusammen

mit M People in die Hitlisten schaffte: „Colour My Life“. Es folgten

damals ab 1991 bis zur Trennung weltweit populäre Stücke wie

„Moving on Up“, „Search for the Hero“, „Excited“ oder auch „Angel

St“ und „Open Your Heart“.

Heather Smalls Stimme gehört dank M People fest zum Soundtrack

der 1990er, Hit auf Hit sorgte für volle Tanzflächen und (bei

den meisten) für gute Laune. Zur Jahrtausendwende trennte sich

die Band, ist seitdem aber immer wieder mit „Best of“-Alben in den

Charts und aus den Radios und Klubs ohnehin nie verschwunden.

Heather Small, die vor M People auch kurze Zeit bei Black Box

sang, startete eine in UK erfolgreiche Solokarriere und arbeitete

unter anderem mit Tom Jones zusammen.

Unsere Anspieltipps auf diesem ganz wunderbaren Werk sind

„Proud“, „You Do Something to Me“ sowie „Love Me or Not“. Das

Album erscheint im Juli, es kann schon jetzt vorbestellt werden. *rä

www.heathersmall-mpeople.com

POP

Madonna: „Finally Enough

Love: 50 Number Ones“

Fünfzigmal die Charts anzuführen, ist eine stolze Leistung.

Das gelang Madonna zwischen 1983 und 2019 in

den US-Dancecharts – für eine Sängerin, die aus der Klubwelt

kommt, eine wichtige Sache, für die Fans ohnehin ein Freudenfest.

Und das wird im Hochsommer gefeiert, denn dann

erscheint das Album „Finally Enough Love: 50 Number Ones“ in

zwei Versionen: einmal nur 16 Lieder, einmal wirklich alle 50.

Unsere Anspieltipps sind

„Holiday“ von 1983, „Justify

My Love (Orbit Edit)“ von

1990, „Ray of Light (Sasha

Ultra Violet Mix Edit)“ aus

dem Jahr 1998, „Sorry (PSB

Maxi Mix Edit)“ von 2006

zusammen mit den Pet Shop

Boys, „American Pie (Richard

„Humpty“ Vission Radio Mix)“

von 2000, „Living for Love

(Offer Nissim Promo Mix)“

aus dem Jahr 2015 und „I

Don’t Search I Find (Honey

Dijon Radio Mix)“ von 2019

mit, genau, Trans*-Aktivistin

Honey Dijon.

Musikalisch geht die Reise

von Disco-Pop – etwa bei

„Like a Virgin“, das zusammen

mit Nile Rodgers von Chic

entstanden ist – über Dance

bis hin zu Techno-Pop, Trance

und House. Abwechslungsreiche

Musik durch Madonnas

ehrliches Interesse an den

mitwirkenden Künstler*innen

und aktiver Teilnahme des

„Rebel Heart“ am Geschehen

in der Klubwelt. Das voraussichtliche

Erscheinungsdatum

der 3CD-Box ist der 19.

August 2022. *rä

www.madonna.com

TIPP

HAYLEY KIYOKO

„Panorama“

Unlängst stellte die Sängerin ihre neue Single

„For the Girls“ aus ihrem bald erscheinenden

zweiten Album „Panorama“ vor. Auch beim

Musikvideo führte die Pop-Vorreiterin Regie und

legt eine romantisch-queere Parodie von Amerikas

beliebtester Dating-Show vor …

FOTO: TREVOR FLORES

„Wie auch immer du dich identifizierst

oder wen auch immer du

liebst, ich hoffe, dieser Sommer-Bop

gibt dir das Gefühl, sexy und stark

zu sein“, so die Künstlerin darüber.

Seit sie 2018 ihr Debütalbum

„EXPECTATIONS“ veröffentlichte,

hat sich Kiyoko zu einer der

weltweit meistverehrten

Pop-Künstlerinnen entwickelt

und sich laut Rolling Stone „an

die Spitze einer selbstbewusst

queeren Pop-Bewegung“ gesetzt“.

#20GAYTEEN wurde Kiyoko für zwei

VMAs nominiert und gewann als „Push

Artist of the Year“, außerdem performte

sie ihren Song „Curious“ im Rahmen

der Veranstaltung. Seit ihrem Debüt als

Musikerin im Jahr 2015 hat Hayley Kiyoko

weltweit über 1 Milliarde Streams, 2,2

Millionen YouTube-Abonnenten und über

817 Millionen YouTube-Views angehäuft,

außerdem hat sie ausverkaufte Konzerte

rund um die Welt gespielt, darunter

in Deutschland. Von NPR als „eine der

einflussreichsten Musikerinnen des

21. Jahrhunderts” gepriesen, inspiriert

Hayley ihre Community mit nuanciertem

Storytelling und ermutigenden Lyrics.

Letztes Jahr brachte Hayley ihr erstes

Gender-inklusives Parfüm Hue, heraus,

erhältlich unter huebyhayley.com.


In Thailand glauben wir daran,

dass Vielfalt wunderbar ist.

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Musik

NACHGEFRAGT

FOTO: VINCE AUNG

LAUV: Ari sucht das Glück

Lauv ist längst ein weltweit

erfolgreicher und angesehener

Popstar. Glücklich ist der US-

Amerikaner jedoch nicht. Mit

seinem neuen Album versucht er sich nun

selbst ein Stück weit näherzukommen.

In „Hey Ari“, dem neunten der 13 Stücke

seines zweiten Albums „All 4 Nothing“

stellt sich Lauv die Frage aller Fragen

schließlich selbst. „Hey Ari, are you happy?“,

will der 27-jährige Popmusiker, der mit

bürgerlichem Namen Ari Leff heißt, gern

wissen, und erfreulicherweise gibt er sich in

der sehr zurückhaltend instrumentierten,

beinahe nackten Akustikfolk-Nummer

auch die Antwort: „Yeah, for sure“. So richtig

hundertprozentig überzeugend klingt

das allerdings nicht, lieber Ari. „Es ist auch

immer noch alles ein wenig wacklig, was

mein Befinden betrifft“, erzählt dieser nun

im Videointerview, morgens um sage und

schreibe 7:30 Uhr auf dem heimischen

Sofa in Los Angeles hockend, die beiden

bellenden Hunde im Hintergrund freundlich

ignorierend. „Was ich sagen kann, ist, dass

es mir besser geht. An manchen Tagen geht

es mir auch richtig gut. An anderen bin ich

nicht so sicher.“

Lauv, der sich im Gespräch schnell als

liebenswürdig und offen erweist, hat das

Thema „mental health“ gewissermaßen zum

Dreh- und Angelpunkt seiner popmusikalischen

Arbeit gemacht. Man weiß, weil er

darüber redet, dass er an Zwangsstörungen

leidet und Medikamente nimmt, wer Näheres

über sein nicht immer konstruktives

Verhältnis zu Drogen, Alkohol oder Internet

erfahren will, der muss nur Nummern wie

„Molly in Mexico“ hören, und dass es mit

der Liebe zu den, in Lauvs Fall, Frauen

vergleichsweise diffizil ist, dafür steht er

gewissermaßen mit seinem Gesamtwerk.

Wenn er dann doch mal ein glückliches

Liebeslied schreibt, so wie das immens

eingängige Titelstück „All 4 Nothing (I’m

So In Love)“, „dann kann man schon quasi

davon ausgehen, dass kurze Zeit später alles

in Flammen aufgeht“, so Ari selbstironisch.

„Trotzdem ist es schön,

einen echten Love

Song über meine

damalige Freundin

und mich zu haben,

allein schon, um das

Gefühl immer wieder

wachrufen zu können,

dass ich zu der Zeit

hatte.“ So lange sei

das noch gar nicht her,

und, so Ari nun ungewohnt

zurückhaltend,

das allerletzte Wort

in dieser Verbindung sei wohl auch noch

nicht gesprochen, „aber, so viel kann ich

sagen, die Liebe ist eine hochkomplizierte

Angelegenheit.“

Wobei Lauv freilich auch – im Leben wie in

den Liedern – mit der Liebe zu sich selbst

hadert. Seinen großen globalen Durchbruch

feierte der Mann, der Studiotechnologie

studierte, ursprünglich hinter den Kulissen

wirken wollte, aber dann durch Songs

auf MySpace von sich reden machte,

bekanntlich vor fünf Jahren mit dem über

zwei Milliarden Mal gestreamten Song „I Like

Me Better“. Und auch auf seinem Debütalbum

„How I’m Feeling“ setzte er sich

drei Jahre später ausgiebig mit sich selbst

auseinander – Songs wie „Fuck, I’m Lonely“

(mit Anne-Marie) oder „I’m So Tired“ (mit

Troye Sivan) dürften vielen noch im Ohr sein.

Und auch auf „All 4 Nothing“ übt sich Lauv

in gründlicher Selbstbespiegelung. „Ich hatte

mich nach dem Erfolg wirklich gewundert,

warum ich nicht besser drauf war“, sagt er.

„Es war eigenartig: Alle beglückwünschten

mich, aber mein persönliches

Glücksempfinden

war gleich Null.“ Direkt im

ersten Song, „26“ heißt

der, fragt sich Lauv, nun

„26 and rich“, „warum auch

ein nettes Haus und Geld

auf dem Konto nichts an

meiner inneren Unruhe

und an meinen Ängsten

geändert haben.“

Die Antwort kennt er

noch immer nicht, aber

durch die Arbeit an „All

4 Nothing“ sei er sich selbst merklich

nähergekommen, sagt Lauv. Komplett

verzichtet der Mann, der schon mit Ed

Sheeran auf Stadiontour war und neben

den schon Genannten auch mit BTS

oder Ellie Goulding sang, dieses Mal auf

Kollaborationen. Und statt sich sechs

Kunstfiguren auszudenken wie noch auf

„How I‘m Feeling“, spricht er auf dem neuen

Album aus nur einer einzigen Perspektive:

der eigenen.

*Interview: Steffen Rüth


BUCH

UNTERHALTUNG

Lesen macht GLÜCKLICH

Es ist gerade nicht die Zeit, jeden Tag auf die Piste zu gehen, geimpft oder schon

geboostert, man igelt sich doch eher zu Hause ein und genießt das hyggelige

Heim. Entspannung geht dann mit Podcasts, YouTube, TikTok sowie mit TV und Streamingformaten

– oder ganz oldschool mit einem Buch. Wir haben zwei Tipps für dich.

FOTO: ISTOCKPHOTO.COM/DEANDROBOT

DRAG

COP

CANDAS JANE

DORSEY

SIMON JAMES GREEN: „HEARTBREAK

BOYS“.

Was tun, wenn der Freund einen betrügt?

Wenn er eine Affäre mit dem Freund eines

guten Kumpels hat? Wenn sie das auch

noch ganz öffentlich zelebrieren und sich

von den alten Beziehungen lösen? Entweder

trauern oder sich rächen. Jack und Nate ist

so etwas passiert, sie sinnen auf Rache auf

Social Media. Zusammen starten sie eine

Seite auf Instagram (TheHeartBreakBoys),

um ihr Leben möglichst interessant als

Roadtrip zu inszenieren. Was natürlich erst

mal gehörig schiefgeht … „Beim Schreiben

dieses Buchs hatte ich so viel Spaß. Es ist

eine LGBTIQ* Romance und beinhaltet

einige meiner liebsten Tropes: Griesgram

trifft auf Sonnenschein, Enemies to Lovers

und – natürlich – gibt es nur ein Bett für

zwei. Es passieren lauter kuriose Dinge auf

diesem Roadtrip, die euch hoffentlich zum

Lachen bringen werden. Aber die Geschichte

beinhaltet auch eine wichtige Botschaft,

denn es geht darum, ganz man selbst zu

sein – stolz und authentisch – und sich nicht

darum zu sorgen, was andere Menschen von

einem halten könnten“, so der Autor über

sein wirklich drolliges Buch. *rä

www.luebbe.de

CANDAS JANE DORSEY: „DRAG COP“.

Queere Lebenswelten sind auch im Genre-

Thriller angekommen, es war nur eine

Frage der Zeit, wann endlich eine bisexuelle

Sozialarbeiterin und ihre Katze Bunnywit

als Ermittlerin in Buchform kriminalistische

Erfolge feiern. Es geht (natürlich) um Mord,

aber um den Mord an der geliebten Enkelin

einer guten Freundin, um Menschen, die

Böses im Schilde führen, um Sex und

Sexarbeit und um Verrat. Das alles wurde

von der 1952 geborenen Kanadierin Candas

Jane Dorsey so erfrischend ironisch

und witzig zu eianem Netz aus Spannung

und Witz verwoben, dass es eine Freude

ist. Lieblingsüberschrift: „Cherchez la

Schwindlerin“. *rä

www.suhrkamp.de

TIPP

„Der Mönch in High Heels –

Du darfst sein, wer du bist“

„Du trägst eine besondere Schönheit in dir, die nur du in die Welt bringen kannst“:

Die inspirierende Lebensgeschichte des berühmten Make-up-Artists und LGBTIQ*-

Mönchs Kodo Nishimura. Geboren wurde er 1989, er wuchs also in einer Zeit auf, als

mehr und mehr möglich war, als Queerness scheinbar möglich war.

Kodos Vater war ebenfalls Mönch und Nishimura wuchs dadurch im Tempel auf.

Nach der High School ging er in die USA und studierte dort am College. Während

dieser Zeit entdeckte er seine Leidenschaft zu Mode und Make-up und bildete sich

darin weiter fort. Er schminkt internationale Models für Fashion-Shows und gibt

Make-up-Kurse für Transgender-Frauen. 2015 erhielt er die Mönchsweihe und teilt

seine Zeit seitdem gleichmäßig auf das Leben im Tempel und auf seine Karriere in

der Fashionwelt auf.

www.droemer-knaur.de


VERLOSUNG

Ein Band, der sie

alle versammelt

„Queer Cinema Now“ versammelt über 200

Liebeserklärungen an die zentralen Filme des

nicht-heteronormativen Kinos aus zwölf Jahren. Der

reich bebilderte Band bietet so einen repräsentativen

Überblick über die wichtigsten Werke der jüngeren

queeren Filmgeschichte.

Ein Buch, das dafür sorgt,

dass man merkt, dass es

noch gar nicht SO weit

her ist mit der Toleranz

in der Medienlandschaft.

Gerne zitieren wir daher

großzügig: „Dass gefeierte

Filme und Bücher,

die von nicht-heterosexuellen

Leidenschaften

erzählen, zu ‚universellen

Liebesgeschichten‘

erklärt worden sind,

und Filme wie ,Carol‘,

,Blau ist eine warme

Farbe‘ (2013) oder

auch ,Call Me by

Your Name‘ (2017) nicht als Filme über lesbische

oder schwule Beziehungen beworben und besprochen

wurden, gehört zu den Standard-Stilblüten deutscher

Feuilletons. Queere Filmemacher*innen wie Ulrike Ottinger,

François Ozon, Pedro Almodóvar, Gus Van Sant oder

Apichatpong Weerasethakul sind zum Teil seit Jahrzehnten

im Arthouse-Kino etabliert, ihre Filme werden

dagegen nur selten als dezidiert nicht-heteronormativ

kontextualisiert. Man wusste zwar von der Diversität der

Filmszene, begriff das aber nicht als Reichtum und Reiz,

sondern kam sich quasi tolerant vor, wenn man nicht

explizit darüber schrieb.“ Danke für dieses Buch!

www.maenner.media/gewinne


FILM

INTERVIEW

Nachgefragt bei

EMMA THOMPSON

Man kennt Emma Thompson als

Expertin für anspruchsvolle dramatische

Rollen wie in „Wiedersehen in

Howards End“ (wofür sie 1993 ihren ersten

Oscar gewann), Shakespeare-Adaptionen

wie „King Lear“ und „Henry V.“ oder zuletzt

die Ian McEwan-Verfilmung „Kindeswohl“.

Doch die Britin, die im vergangenen Jahr

von der Queen zur Dame ernannt wurde

und inzwischen 63 Jahre alt ist, ist auch

eine begnadete Komödiantin. In den

1980er-Jahren trat sie gemeinsam mit

ihren Kommilitonen Stephen Fry und Hugh

Laurie in zahllosen Sketchen auf, später

folgten Rollen in Filmen wie „Junior“,

„Tatsächlich... Liebe“, „Eine zauberhafte

Nanny“ und zuletzt „Cruella“ sowie ein

Drehbuch-Oscar für „Sinn und Sinnlichkeit“.

Besonders gerne spielt die Cambridge-Absolventin

deswegen Rollen, in

denen Komik und Tragik nahe beieinander

liegen, sei es in der Serie „Years & Years“

oder nun dem wundervollen neuen Kinofilm

„Meine Stunden mit Leo“ (ab 14.7.),

in als pensionierte Lehrerin Nancy darauf

hofft, mit einem jungen Callboy zum ersten

Mal einen Orgasmus zu erleben.

Miss Thompson, Ihr neuer Film

„Meine Stunden mit Leo“ besteht

eigentlich bloß aus zwei Menschen,

die sich in einem Hotelzimmer

treffen, um Sex zu haben oder

zumindest darüber zu sprechen. Was

reizte Sie an diesem Projekt?

Die Story und diese beiden Figuren fesselten

mich auf Anhieb. Die Drehbuchautorin

Katy Brand schickte es mir sofort, als sie

es geschrieben hatte, und war sich selbst

nicht ganz sicher, ob es das Zeug zu einem

Film hat. Doch ich hatte daran nicht die

geringsten Zweifel. Eine solche Frau, die

zum ersten Mal in ihrem Leben die Dinge

selbst in die Hand nimmt und dabei jede

Menge Angst vor der eigenen Courage hat,

„DIE ULTIMATIVE DIANA

DOKUMENTATION“

ROLLING STONE

JETZT IM KINO


habe ich eigentlich noch nie gespielt.

Dass sie wirklich voller Scham ist

und so gar keinen Bezug zu ihrem

eigenen Körper hat, war für mich eine

hochinteressante Herausforderung.

Sie selbst haben mit dieser Frau

ziemlich wenig gemein, oder?

Das kann man wohl so sagen (lacht).

Aber kennen Sie solche Frauen?

Natürlich, denn sie ist eine ganz

normale Britin, wie unzählige andere

auch. Wobei das Wort normal

eigentlich fürchterlich ist, denn was

bitte ist nicht normal? Jedenfalls

kenne ich viele Lehrerinnen, Krankenschwestern

oder Bauersfrauen

im besten Alter, persönlich oder

vom Hören. Ich bin selbst eine Frau

und alt, und natürlich habe ich eine

Ahnung davon, welche Erfahrungen

Frauen über die Jahrzehnte gemacht

haben, selbst wenn es nicht meine

eigenen sind. Diese Nancy in „Meine

Stunden mit Leo“ ist definitiv nicht

allzu außergewöhnlich. Gerade in ihrer

Generation war und ist es nicht ungewöhnlich,

dass Frauen ihre Sexualität

unterdrücken und verdrängen und

mit Lust und Körperlichkeit praktisch

keine Berührungspunkte haben. Zum

Glück ist das heutzutage in jüngeren

Generationen weit weniger üblich.

Wenn man mal ehrlich ist, wird

im Film mehr geredet als gevögelt.

Trotzdem sind sowohl Sie

als auch Ihren jungen Kollegen

Daryl McCormack schließlich

nackt zu sehen. Haben Sie sich

dabei wohl gefühlt?

Uns allen war die Nacktheit

tatsächlich sehr wichtig, denn wir

wollten auf keinen Fall diese Scham

von Nancy fortsetzen. Wir haben

die Nackt- und Sexszenen ganz am

Schluss gedreht, und als es dann

schließlich so weit war, war das für

mich die reinste Freude. Wir hatten

es uns wirklich verdient, endlich den

Mund zu halten und unsere Körper

sprechen zu lassen. Und wir freuten

uns alle so für Nancy und Leo, dass

sie auch endlich eine gute Zeit miteinander

haben konnten. Warum

hätte ich mich da unwohl fühlen

sollen? Zumal wir an den Tagen

natürlich mit besonders kleinem

Team gedreht haben. Außer

Daryl und mir waren nur die

Regisseurin, der Kameramann,

sein reizender Assistent und

unser geliebter Tonmann dabei.

Das war also in jeder Hinsicht

eine intime Angelegenheit.

Die meisten von uns sind

nie wirklich zufrieden, wenn

sie sich nackt im Spiegel

betrachten …

Oh, keine Sorge, das geht mir

genauso. Ich habe noch nie

unvoreingenommen oder vollkommen

urteilsfrei in irgendeinen Spiegel

geguckt. Leider. Nancy ist im Film

tatsächlich weiter als ich es bin. Aber

sie hatte auch einen sehr viel längeren

Weg zurückzulegen – und in solchen

Fällen überspringt man dann in der

Weiterentwicklung ja gerne mal ein

paar Stadien. Ich bin jedenfalls sehr

stolz darauf, wie sie sich am Ende

selbst betrachtet.

*Interview: Jonathan Fink

VERLOSUNG

45 Jahre

„Die Konsequenz“

FILM

Wolfgang Petersens preisgekrönter Film

„Die Konsequenz“ nach dem autobiografischen

Roman von Alexander Ziegler mit

Jürgen Prochnow und Ernst Hannawald

war damals, 1977, ein Skandal.

Der Film erzählt

von einer schwulen

Liebe zwischen

Schauspieler Martin

(Jürgen Prochnow)

und Thomas (Ernst

Hannwald), die sich

im Gefängnis lieben

lernen, Thomas

ist der Sohn des

Aufsehers, Martin

sitzt ein. Nach der

Haft ziehen die

beiden Männer

zusammen, doch

die Eltern zerstören

die Beziehung.

Am 9. Juni erscheint er neu auf DVD und

Blu-Ray, packend wie damals, sinnlich und

wichtig. 2022 erscheint der Film mit einem

16-seitigen Booklet mit ausführlichen

Informationen zur Entstehungsgeschichte

und Hintergründen zum Skandal, digital ist

„Die Konsequenz“ bereits seit dem 27. Mai

verfügbar. Wir verlosen den Film! Schreibt

uns einfach auf Instagram @blu_germany

in die Kommentare, warum ihr den Film

gewinnen wollt. *rä

www.instagram.com/blu_germany

Der weltbekannte LGBTQIA*- Mönch

über die Kraft der Selbstliebe!

Die inspirierende Lebensgeschichte des berühmten

Make-up-Artists und Mönchs Kodo Nishimura.

„Du trägst eine

besondere

Schönheit in dir,

die nur du in die Welt

bringen kannst.“

Kodo Nishimura

Ab sofort

überall im Handel -

das Must-have

zur Pride-Saison!

droemer-knaur.de/nishimura


FILM

„QUEER AS FOLK“:

Comeback im Hochsommer

STREAMING

FOTO: PEACOCK

Der Streamingdienst Starzplay

soll unseren Informationen

zufolge das Rennen gewonnen

haben und die queere Kultserie

ab Ende Juli ausstrahlen – früher sind nur

die Engländer dran, dort läuft die Serie

schon ab dem 1. Juli.

Einige Schauspieler*innen dürfen wir

schon verraten, unter anderem Kim

Cattrall („Sex and the City“) als Brenda,

Devin Way als Brodie, Fin Argus als Mingus,

Jesse James Keitel als Ruthie und Ryan

O'Connell als Julian sind mit am Start. Die

queere Serie soll zuerst auf peacock.tv

(dem Streaming-Dienst von NBCUniversal)

zu genießen sein. Wir sind gespannt.

Über das Original: „queer as folk“, die

schwule Soap mit teilweise recht expliziten

Sexszenen spaltete zwischen 2000

und 2005 die Szene. Die einen bemängeln

den „andauernden Drogenkonsum“ und

„Männerverschleiß“ der Clique (Brian,

Michael, Justin, Emmett, Ted, Melanie und

Lindsay) und sehen in der Serie

einen bunten Bilderreigen aller

existenten Vorurteile über die Schwulenszene

mit einem Schuss Soap-Dramatik,

die anderen sehen in der Serie eine realistische

Umsetzung des Lebens EINIGER

Queers. Auf jeden Fall unterhielt die Serie.

Und der Soundtrack von Künstlern wie

Kristine W war auch sehr annehmbar. *rä

www.peacocktv.com

KINO

The Princess

Prinzessin Diana: In der ersten Kino-

Dokumentation über das tragische

Leben der Prinzessin von Wales nimmt

uns der Oscar-nominierte Regisseur

Ed Perkins mit auf eine Zeitreise und

lässt uns an Lady Dianas Leben, Vermächtnis

und ihrem tragischen Tod

aus einer völlig neuartigen Perspektive

teilhaben.

Durch die ausschließliche Verwendung

von zeitgenössischem Archivmaterial

spricht die Geschichte für sich

selbst und ermöglicht uns einen sehr

direkten, unvoreingenommenen und

persönlichen Zugang zu der wohl meist

fotografierten Person aller Zeiten. Die

kompromisslose Montage zeichnet ein

überraschendes und überwältigendes

Bild einer Frau, das heute aktueller und

moderner denn je erscheint.

Der Film startete in Deutschland und

Österreich bundesweit am 30. Juni

und damit einen Tag vor Lady Dianas

Geburtstag und dem internationalen

Kinostart. Geplant ist zudem eine

Ausstrahlung im Ersten im Umfeld

ihres 25. Todestages im Spätsommer.

www.theprincessfilm.de


#positivarbeiten

Jetzt gleich

reinhören:

Lust auf

Stellungswechsel?

Dein MSD Podcast zur Sexuellen Gesundheit

#inventingforlife

www.msd.de

DE-NON-03509


FILM

Ein Film, der das Zeug hat, DER neue

queere Hit in den Kinos zu werden.

Der offizielle Kinostart ist Ende Juli.

Zur Geschichte des Films: Der attraktive

30-jährige Antonio steht mitten im Leben,

doch als seine langjährige Ehe zerbricht,

ist es so, als würde ihm der Boden unter

den Füßen weggezogen. Seine Beziehung

KINO

„MASCARPONE“

zu Lorenzo war alles für ihn und auf einem

Schlag steht der angehende Architekt vor

dem Nichts. Er hat keine Bleibe, keinen Job

und ohne Liebe keine Perspektive mehr.

Doch als Antonio ein Zimmer bei dem

unbedarften und egozentrischen Denis

bekommt, ändert sich sein Leben Stück

für Stück. Er findet dank der Hilfe seines

Vermieters einen Job in der Bäckerei des

gut aussehenden Luca und entscheidet

sich bald, eine Ausbildung zum Konditor zu

starten. Fortan will sich Antonio auf sich

selbst fokussieren und sich nicht mehr von

einer Beziehung abhängig machen. Selbstfindung

als Single ist sein neues Credo.

Bis Antonio den charmanten Mailänder

Thomas kennen- und lieben lernt …

FOTOS: CINEMEDIEN.DE

KINO

Liebesdings

Marvin Bosch ist Deutschlands größter

Kinostar; einer, hinter dem alle Klatschreporter

her sind und der die Fans am

roten Teppich verlässlich zum Kreischen

bringt. Einer wie Matthias Schweighöfer

also. Oder natürlich Elyas M’Barek, der

diese Rolle nun passenderweise im Film

„Liebesdings“ (ab 7.7. im Kino) auch gleich

selbst verkörpert.

So richtig happy ist dieser Marvin

jedenfalls trotz allen Erfolges tief in

seinem Herzen nicht, selbst wenn er seine

älteste Freundin Sammy (Peri Baumeister)

als Managerin stets an seiner Seite hat

und auch der alte Kumpel Hakan (Denis

Moschitto) nie weit weg ist. Aber als ein

wichtiges Fernsehinterview mit der gnadenlosen

Reporterin Bettina Bamberger

(Alexandra Maria Lara) gehörig schiefläuft,

nimmt er kurz vor einer großen Premiere

am Abend Reißaus und landet – bald nicht

mehr nüchtern – ausgerechnet im queerfeministischen

Off-Theater, das akut von

der Schließung bedroht ist. Eigentlich

gibt es kaum einen Ort, an dem Marvin

mehr fehl am Platz sein könnte. Doch

die Begegnung mit der kämpferischen

Theatermacherin Frieda (Lucie Heinze),

aber auch ihren Mitstreiter*innen eröffnet

ihm ganz neue Perspektiven.

Dass es zwischen Marvin und Frieda aller

Gegensätze zum Trotz gehörig knistert,

versteht sich von selbst, schließlich ist

„Liebesdings“ eine typisch deutsche

romantische Komödie. Einerseits zumindest.

Denn andererseits ist der neue Film

von Anika Decker auch anders als alles,

was das hiesige Kino sonst zu bieten

hat. Sie wolle nicht nur Spaß machen,

sondern auch wichtige gesellschaftliche

Themen ansprechen, sagt die Regisseurin,

von #MeToo und Feminismus bis hin zu

Queerness oder Rassismus. Dass in diesem

Aufeinanderprallen von Mainstream-

Mechanismen und aktivistischem

Anspruch nicht jeder Gag zündet, verzeiht

man gerne. Denn den Versuch, mit

Leinwand-Unterhaltung gegen misogyne

und queerfeindliche Weltbilder anzugehen,

darf man genauso feiern wie die Diversität

des Ensembles, zu dem auch #ActOut-

Unterzeichner*innen wie Maren Kroymann,

Jochen Schropp oder Paul Zichner

gehören. *Jonathan Fink


www.männer.media

immer aktuell

informiert


DIVERSITY

INTERVIEW

QUEERMENTOR und Somersby

Für eine starke Community

Pavlo Stroblja

Vanessa Völker

Wie gestaltet Mensch die perfekte

Regenbogenkampagne?

Wenn diese Fragestellungen am

Beginn steht, kann das eine gute

Ausgangsposition sein. Wenn dann noch

die richtigen Player aus Unternehmen und

Zielgruppe beteiligt sind, klappt es dann

auch mit der Community? Wir fragten bei

Vanessa Völker, Brand Managerin Somersby

und Pavlo Stroblja, Gründer & CEO von

QUEERMENTOR nach, wie ihre gemeinsame

Kampagne #FürEineStarkeCommunity

entstanden ist und welche Ziele sie verfolgt.

Was ist QUEERMENTOR?

Pavlo: QUEERMENTOR ist eine gemeinnützige

Organisation. Aus der Motivation

heraus entstanden, dass ich auf meinem

persönlichen Weg als queerer Mensch

keine Mentor*innen hatte. Zu allen

Bereichen meines Lebens, die

mit der sexuellen

Orientierung oder der

Geschlechtsidentität

zu tun haben, musste

ich mir ein Stück weit

Selbsthilfe erarbeiten.

Und insbesondere, weil dass einen

so individuellen und privaten Lebensbereich

betrifft, glaube ich, das ein Bedarf

besteht, diese Erfahrungen zu teilen.

Wer sind die Mitwirkenden?

Pavlo: Es haben sich im letzten Jahr

170 Mentor*innen gemeldet – alle sehr

divers und aus den verschiedensten Branchen,

mit ganz unterschiedlichen kulturellen

Backgrounds. Dieser Pool an ganz individuellen

und gefestigten Persönlichkeiten

ermöglicht es uns unter anderem, jungen

Queers, die sich bei uns melden, passgenaue

Unterstützung und Hilfe anzubieten.

Warum sprecht ihr auch

Unternehmen an?

Pavlo: Weil queer sein nicht

an der Bürotür aufhört. In

manchen Branchen ist das

Thema „ich selbst sein“ bereits

nahezu selbstverständlich. In

anderen Branchen dagegen

nach wie vor tabu. Wir geben

auch ganz konkrete Hilfe

beim Bewerbungsprozess und

beleuchten dabei beide Seiten:

die des Arbeitgebers und die

des Bewerbenden.

Ihr finanziert euch durch Spenden?

Pavlo: Ja, die Infrastruktur unserer Organisation

und unser Büro sind spendenfinanziert.

Wir brauchen sie, um nachhaltig arbeiten

zu können und unser Wissen strukturiert

weitergeben zu können.

Wie kam es zur

Zusammenarbeit?

Vanessa: Somersby

steht für Lebensfreude,

Diversität, Aufgeschlossenheit

und Gemeinschaft,

Werte, die schon lange den Kern unserer

Markenkommunikation ausmachen. Unser

Ziel ist, es diese Werte weiter zu stärken und

uns noch aktiver als bisher für Queerness

stark zu machen. Da wir aber trotz erster

Erfahrungen noch viel zu lernen haben und

es uns sehr wichtig ist, dass queere Perspektiven

und Lebensrealitäten im Zentrum

unserer Kampagne stehen, war für uns klar,

dass wir als Somersby diesen Schritt nur

mit einer starken Partner*innenorganisation

an unserer Seite gehen wollen. Also quasi

jeden Schritt der Zusammenarbeit – von den

ersten Ideen bis hin zur Kampagnenkreation

und weiteren mittel- und langfristigen

Ideen – Hand in Hand und

auf Augenhöhe zu besprechen,

zu gestalten und zu realisieren.

Auf der Suche nach einer solchen

Organisation haben wir uns mit

verschiedenen queeren Initiativen

und Menschen ausgetauscht und

uns schließlich sehr gefreut, als

wir auf Pavlo und QUEERMENTOR

gestoßen sind.

Pavlo: Es sind die gemeinsamen

Gespräche und der Austausch

miteinander, die Türen öffnen und

Dinge anregen. Hinzukommt, dass

die Spende von Somersby in Höhe von

50.000 Euro uns als gemeinnützige und

recht junge Organisation ermöglicht, die

Professionalisierung voranzutreiben. Wenn

jetzt, wie eben erwähnt, die Grundstrukturen

gesichert sind, geht es erst richtig los.

Was die Zusammenarbeit mit Somersby

betrifft, kann ich aufrichtig sagen, dass das

von Anfang an und bis jetzt eine unglaublich

fruchtbare Kooperation auf Augenhöhe ist.

Vanessa: Absolut! Wir lernen sehr viel

voneinander und miteinander.

Was ist der Kern der Kampagne?

Vanessa: Eine groß angelegte Testimonialkampagne,

in der es darum geht,

queere Lebensrealitäten abzubilden. Es

lag selbstverständlich nahe, dafür mit

QUEERMENTOR*innen zusammenzuarbeiten.

Los geht es am 26. Juni und wir sind

auf die Reaktionen sehr gespannt. Parallel

zur Kampagne erscheint unsere Hauptsorte

Somersby Apple erstmals in einem limitierten

Design und ist so seit Anfang Mai und

noch bis August im Einzelhandel erhältlich.

somersby.com / queermentor.org


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MALTA:

Zum siebten Mal in Folge zum LGBTQI-freundlichsten

Land in Europa gekürt

Bunt, vielfältig und inklusiv – das

ist Malta: Der sonnige Inselstaat

im Mittelmeer führt 2022 erneut

und zum siebten Mal in Folge

das aktuelle Ranking der 49

europäischen Länder im ILGA-

Europe-Rainbow-Map-Index an.

Seit 2009 erstellt die International

Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and

Intersex-Association (ILGA) diesen

Wert, um auf europäischer Ebene

die Situation der LGBTQI-Community

abzubilden. 49 Länder werden dafür auf

einer Skala von 0 bis 100 nach ihren

jeweiligen gesellschaftlichen, rechtlichen

und politischen Rahmenbedingungen für

die Regenbogen-Community bewertet.

0 steht dabei für grobe Menschenrechtsverletzungen

und

Diskriminierung, 100 für volle Achtung

der Menschenrechte und vollständige

Gleichberechtigung. Mit einem Wert von

92 Prozent belegt Malta nun erneut den

Spitzenplatz, mit weitem Abstand zum

Zweitplatzierten mit 73,78 Prozent.

Pride Week vom

2. bis 11. September

Im September feiert die Malta seine

queere Vielfalt. Die Opening Night wird

am 2. September in L-Iklin stattfinden,

ein erster Pride March findet am Tag darauf

auf der Insel Gozo statt. Höhepunkt

ist die CSD-Parade am 10. September in

der Hauptstadt Valletta. Das Motto dieses

Jahres lautet #LiveYourTruth („Lebe

Deine Wahrheit“). Während der Woche

sind viele Veranstaltungen, darunter

Konzerte, Partys sowie ein Queer Speed

Dating geplant.

www.maltapride.org

EuroPride 2023

So widersprüchlich es klingt: Malta ist

aus Tradition modern. So blickt der

Mittelmeerarchipel auf mehr als 7.000

Jahre Geschichte zurück. Vielleicht hat

das Land gerade aufgrund der exponierten

Lage zwischen den Kontinenten und

seiner wechselhaften Geschichte die

Zukunft stets im Blick. In den vergangenen

Jahren haben LGBTQI-Themen

in allen gesellschaftlichen Bereichen an

hoher kultureller Akzeptanz gewonnen.

Malta ist das erste europäische Land,

in dem das Verbot der Diskriminierung

von Menschen aufgrund sexueller

Orientierung und Geschlechtsidentität

verfassungsrechtlich verankert ist. 2014

wurde die eingetragene Lebenspartnerschaft

samt Adoptionsrecht eingeführt.

Zudem lockt das Land mit rund 300

Sonnentagen im Jahr – kein Wunder

also, dass sich Malta mittlerweile als

angesagtes queeres Urlaubsziel etabliert

hat. Im kommenden Jahr findet die

EuroPride 2023 auf Malta statt.

www.europride2023.mt

equality from the heart

Weitere Informationen und Versand

von kostenfreien Broschüren

Tel. 069 24750310

info@urlaubmalta.com

www.malta.reise / www.visitmalta.com

Direktflüge mit Air Malta ab Berlin,

Düsseldorf, Frankfurt und München

www.airmalta.com

Lufthansa startet ab Frankfurt &

München sowie Ryanair ab Köln.

Informationen zu aktuellen

Einreisebestimmungen

www.malta.reise/staysafe

VALLETTA

2023


REISE

Reiseführer

QUEER DURCH

DIE WELT

Pilgern in Japan, Gay Ski Weeks

in Kanada, Dschungel-Trekking in

Kolumbien, Städtetrips zu Pride-

Paraden, Disneyland in Florida: Karl

und Daan, das niederländischdeutsche

Reiseblogger-Paar, haben

zusammen bereits mehr als fünfzig

Länder auf fünf Kontinenten erkundet.

In ihrem ersten Buch, das seit

Anfang Mai im Handel ist, schreiben

„Couple of Men“ über Sonnen- und

Schattenseiten ihrer bisherigen

Erlebnisse und Eindrücke auf Reisen,

bei denen, neben Sightseeing, Kultur

und Kulinarik das Thema LGBT-

Aktivismus eine zunehmend größere

Rolle spielt. Ein persönlicher und sehr

berührender Bericht und Appell für

ein offeneres und respektvolleres

Miteinander – nicht nur im Urlaub.

*dax

Couple of Men. Ein Männerpaar

reist um die Welt, Polyglott 2022

www.polyglott.de

FOTO: COUPLEOFMEN.COM

KLM

AKTION ZUM IDAHOBIT

Um den Internationalen Tag gegen

Homo-, Bi-, Transphobie und Intersexismus

(IDAHOBIT) zu unterstützen, hatte

sich die niederländische Fluggesellschaft

KLM eine ganz besondere Aktion überlegt.

Mit drei Flügen, die am 17. Mai vom

Flughafen Schiphol starteten, feierte die

Airline die Diversität ihrer Mitarbeiter.

Auf den Flügen mit überwiegend

Havanna

NEUES AXEL HOTEL ERÖFFNET

Mit einem neuen Hotel in Kubas Hauptstadt

Havanna setzt die Axel-Gruppe ihre

Expansion fort. Das Telégrafo Axel Hotel

La Habana befindet sich im historischen

und symbolträchtigen Hotel Telégrafo, das

1860, wenige Jahre nach der Gründung

der ersten Telegrafenstation des Landes,

eingeweiht wurde und somit das älteste

Hotel Kubas ist. Im Jahr 1911 wurde das

Haus komplett umgebaut und galt bei

seiner Wiedereröffnung als das modernste

Hotel der Stadt. Jahre später, in den

1960er-Jahren, wurde es genutzt, um

Besucher aus anderen Provinzen des Landes

zu empfangen. 2001 wurde es dann

vom Denkmalamt der Stadt restauriert

LGBTIQ*-Besatzung wollte KLM ein

Zeichen setzen, um das Bewusstsein zu

schärfen und Solidarität zeigen, „denn

jeder sollte sich dabei sicher fühlen, sein

authentisches Selbst zu zeigen“, so die

Airline auf ihrem Instagram-Account.

*dax

www.klm.de

und als Vier-Sterne-Unterkunft wiedereröffnet,

bevor es in den letzten Jahren

zum Axel Hotel umgebaut wurde. Mit

seinen 63 Zimmern befindet es sich in

privilegierter Lage innerhalb der Altstadt

und in der Nähe des Nationalkapitols,

des Nationalmuseums der Schönen

Künste sowie des Revolutionsmuseums.

Neben einem Restaurant und einer

Lounge-Bar verfügt das Haus auch über

eine Dachterrasse mit Swimmingpool

und Sky Bar. Darüber hinaus gibt es einen

Wellnessbereich mit verschiedenen

Fitnessangeboten und Saunas. *dax

www.axelhotels.com

FOTO: KLM / MARK WAGTENDONK

FOTO: AXELHOTELS.COM


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REISE

local gay guide

QUEER DURCH DIE STADT

Er ist der weltweit größte Verband von

LGBTIQ*-Stadtführern. Die Plattform local

gay guide entstand, als der Gründer

Georg Maier sich für seine nächste Reise

online inspirieren lassen wollte.

Er suchte nach einer Website, die sich auf

schwule Stadtführungen spezialisiert, und

musste feststellen, dass es so eine Site

damals nicht gab. Er empfand es als notwendig,

der LGBTIQ*-Community

die Möglichkeit zu bieten,

zielgruppengerechte Stadtführungen

buchen zu können.

local gay guide fokussiert sich

auf queere Stadtführungen

weltweit. Die Stadtführungen

mit persönlicher Note finden

zumeist privat oder in kleinen

Gruppen in einer angenehmen,

fast familiären Atmosphäre statt. Der

Guide kann somit auf alle Fragen und

Interessen der einzelnen Teilnehmenden

eingehen und steht jedem Reisenden

exklusiv zur Verfügung. Eine ebenso

wichtige Charakteristik von local gay guide

ist der lokale Bezug. Die Guides zeigen den

Reisenden unter anderem

die Restaurants und Bars,

wo Einheimische ihre Abende

verbringen. Wichtig ist, dass

die Reisenden während der Zeit

ihres Aufenthaltes ein authentisches

Bild der Destination bekommen und

sich – wenn auch nur für kurze Zeit - wie

Einheimische fühlen. Neben Berlin, durch

die Georg Maier auch selbst führt, gehören

die Destinationen Barcelona sowie die

Georg Maier

spanische Hauptstadt Madrid mit Chueca,

Europas größtem schwulen Kiez, ebenfalls

zu den Top- Destinationen von local gay

guide in Europa. Springt man über den

Großen Teich, dürfen Städte wie Buenos

Aires und Bogotá nicht fehlen. Aber auch

weiter nördlich kann man viele spannende

Destinationen mit Mexiko-Stadt, San

Francisco und New York entdecken.

www.localgayguide.com

FOTOS: LOCALGAYGUIDE.COM


Lufthansa

DIE LIEBE FLIEGT MIT

Anlässlich des Pride-Monats fliegt Lufthansa mit einem

ganz besonderen Flugzeug zu Zielen in Europa. Der

Airbus A320neo mit der Kennung D-AINY wird in den

kommenden sechs Monaten zur „Lovehansa“. Außen auf

dem Flugzeug steht ausnahmsweise nicht Luft-, sondern

„Lovehansa“ – geschrieben in den Farben des Regenbogens.

Auch das Welcome-Panel am Eingang erhält eine spezielle

Regenbogen-Beklebung. Zudem sieht man beim Blick aus

dem Flugzeugfenster an den Flügelspitzen, den sogenannten

Winglets, Herzen in Regenbogenfarben. Der Erstflug

der „Lovehansa“ am 10. Juni hatte das Ziel Billund in

Dänemark. „Lufthansa ist ein Unternehmen, das für Offenheit,

Toleranz und Diversität steht“, so die Airline in einer

Pressemitteilung. „Mit der „Lovehansa“ Sonderlackierung

setzt das Unternehmen ein weiteres deutliches Zeichen

und macht diesen wichtigen Teil der Unternehmenskultur

auch prominent nach außen sichtbar.“ *dax

www.lufthansa.com

Pink Lake

PARTY AM SEE

Das Pink Lake Festival in Pörtschach am Wörthersee erwartet

am letzten Augustwochenende wieder jede Menge

queere Besucher. Dieses Jahr startet die berühmte Party-

Trilogie des Festivals am 25. August im Schloss Leonstain

mit einer „Pinken Almrausch Wies´n“. Dirndl & Lederhosen

sind hier gern gesehen, aber natürlich kein Muss. Um Leder

der anderen Art geht es am nächsten Abend in der Discotheque

„Fabrik“. Zum ersten Mal in der Pink Lake-Festival-

Geschichte heißt es bei einer „Pink Lake Kinky Clubnight“

live your kink! Das Highlight des Pink Lake LGBTQ*-Festivals

ist die „Boat Cruise Party“ am Samstag, den 27. August. Drei

Schiffe aus der Flotte der Wörthersee-Schifffahrt werden

mitten auf dem See miteinander vertäut und verwandeln

sich so in eine riesige Partyzone. *dax

www.pinklake.at

FOTO: WÖRTHERSEE TOURISMUS / PINK LAKE FOTO: LUFTHANSA.COM

www.elite-contacts.com

Berlin-Hamburg-Köln-Düsseldorf-

Frankfurt-Stuttgart-München-Wien

Klaus & Peter

Traumhochzeit 2022

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Generation

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REISE

Frankreich & Italien

GAY CRUISE

DURCH DAS MITTELMEER

Auch 2023 wird die Spartacus Cruise

wieder in See stechen. Vom 13. bis 20.

Mai wird eine Route mit spannenden

kulturhistorischen Orten wie Florenz

und Rom kombiniert mit den beiden

Inseln Elba und Korsika sowie der Côte

d’Azur. Als Schiff steht die Vasco da

Gama mit ihrer deutschsprachigen

Besatzung und überschaubaren 600

Kabinen zur Verfügung.

Korsika ist eine Mischung aus eleganten

Küstenstädten, dichtem Wald und zerklüfteten

Gipfeln. Fast die Hälfte der Insel

gehört zu einem Park, was zu zahlreichen

Wanderungen, z. B. im Fangotal mit seinen

Badestellen, einlädt. Die Anlegestelle

Calvi liegt im Nordwesten Korsikas und

ist ein beschauliches Städtchen mit einer

Zitadelle und wunderschöner Altstadt.

Die Zitadelle erkundet man am besten

bei einem Rundgang entlang der alten

Befestigungsmauern. An der Hafenpromenade

laden Cafés und Restaurants zum

Beobachten, Flanieren und Entspannen

ein, während in den verwinkelten kleinen

Gassen der Unterstadt Souvenirläden und

Boutiquen locken. Die Bucht von Calvi

ist mit ihrem fünf Kilometer langen, flach

abfallenden Sandstrand sehr beliebt.

Eine der malerischsten Städte Korsikas,

Bonifacio, hebt sich nicht nur durch ihr

einzigartiges Naturerbe, sondern auch

durch ihr religiöses Kulturgut hervor,

darunter die einzige gotische Kirche

Korsikas! Die Altstadt ist in eine Festung

hineingebaut und wird von kleinen Gassen

durchzogen. Gleichzeitig ist man von

einer beeindruckenden Landschaft umgeben,

die man bei Spaziergängen auf dem

angrenzenden Hochplateau erkunden

kann, von dem es einen wundervollen

Blick auf die höchste Bastion Frankreichs

gibt. Diese ist umgeben von Steilküsten,

Meeresgrotten und der Inselgruppe

Lavezzi. Zu den zahlreichen Stränden

gehören unberührte Badebuchten wie

auf der besagten Inselgruppe Lavezzi,

die aus einem Archipel von acht kleinen

Inseln besteht und gleichzeitig ein

Naturschutzgebiet ist. Hier kann man im

türkisblauen Wasser schnorcheln oder am

feinen Sandstrand spazieren gehen.

Durch eine Kooperation mit local gay

guide werden den Kreuzfahrtgästen nicht

nur touristische Höhepunkte wie der

Schiefe Turm von Pisa gezeigt. Erfahrene

Guides aus der Community erzählen

daneben auch vom schwulen Leben der


Medienpartner:

REISE 73

MÄNNER.

UND MEER.

DEINE GAY CRUISE

13. – 20. Mai 2023

Marseille – Elba – Rom – Livorno –

Nizza – Korsika – Marseille

Gegenwart und Vergangenheit der traditionsreichen

Stationen der Reise. Fabios Tour in Rom beginnt mit

der Besichtigung der Vatikanischen Museen. Die Decke

der Sixtinischen Kapelle wurde von Michelangelo

zwischen 1508 und 1512 gefertigt. Er malte eine Serie

von neun Bildern, die heute weltberühmt sind. Darunter

befindet sich das Gemälde des Heiligen Sebastian,

eines römischen Soldaten und christlichen Heiligen,

der Schutzpatron der Homosexuellen ist. Eine der

größten Liebesgeschichten in Rom war die zwischen

dem römischen Kaiser Hadrian und Antinoos: Sie

waren zusammen, bis Antinoos im Jahr 130 bei einer

Nilfahrt ertrank. Im Museum kann man ihre Skulpturen

sehen und die Geschichte hören. In den Vatikanischen

Grotten befindet sich das Grab von Prinzessin Christine

von Schweden, die zum

Katholizismus konvertierte,

aber bewusst

lesbisch war.

FRÜHBUCHER-

RABATT

bis 31. August 2022

Am Abend kommt

aber auch der Spaß

nicht zu kurz. Am

stufenförmigen

Heck-Pool des

Schiffes finden jeden

Tag Mottopartys mit

bekannten DJs statt,

zu denen sich die Gäste

kostümieren können, aber nicht

müssen. Dazu zählen die White Party, Uniform inklusive

Matrosen-Outfits, neonbunte Kleidung zur Disco-Night

oder Sneakers, Muscleshirts und Turnhosen zur Sportsnacht.

Kinky trägt man zum „Be My Slut Evening“ oder

Rainbow Colours am Abschiedsabend.

www.spartacus.cruises

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REISE

GROßSTADTDSCHUNGEL

FOTO: ISTOCKPHOTO.COM

São Paulo

Mit über elf Millionen Einwohnern zählt

Brasiliens Wirtschaftsmetropole zu

den größten Städten der Erde. Hier den

Überblick zu behalten, fällt gar nicht

so leicht. Zum Glück liegt der auch aus

schwuler Perspektive spannendste

Stadtteil genau im Zentrum dieser

gigantischen Megacity.

Dieses Haus ist eine Stadt für sich. Mit

seiner Fassade aus Beton und Glas

schlängelt sich das Edificio Copan durch

das Stadtzentrum von São Paulo. Die

Wohnfläche von über 116.000 Quadratmetern

hält es einen Eintrag ins

Guinness-Buch der Rekorde und ist aus

der Skyline nicht wegzudenken. Heute

in die Jahre gekommen, wurde das aus

sechs einzelnen Wohnblocks bestehende

Gebäude in den 1950er-Jahren von Brasiliens

Architekturlegende Oscar Niemeyer

entworfen und bis 1966 fertiggestellt. Das

Haus ist die steingewordene Utopie, dass

Menschen – egal ob arm oder reich – sich

den gleichen Lebensraum teilen. An die

5.000 Menschen leben im Edificio Copan,

das in seinen unteren Etagen gut siebzig

Geschäfte, eine Kirche und etliche Bars

und Restaurants beherbergt. Eines davon,

das Orfeu, gilt seit seiner Eröffnung

2019 als einer der derzeit angesagtesten

Treffpunkte der LGBTIQ*-Szene. Zwischen

zwei Gebäuden gelegen, drängeln sich

vor der Bar am Abend die Gäste auf der

Straße, an den Wochenenden ist hier

schon zur Mittagszeit kein Platz mehr

André Fischer

zu finden. „Während früher die queere

Szene überall in der Stadt verteilt war, hat

diese sich in den letzten Jahren immer

mehr in Downtown konzentriert“, erzählt

André Fischer. Der 56-jährige Journalist,

Kulturmanager und LGBTIQ*-Aktivist lebt

seit 35 Jahren in der Stadt und ist Direktor

des wichtigsten queeren Kulturfestivals

des Landes, Mix Brasil. 2019 beauftragte

ihn das Kultursekretariat der Stadt zudem

mit der Gründung und Leitung des ersten

LGBTIQ*-Kulturzentrums Brasiliens.

Das Zentrum im Stadtteil Itaim Bibi,

das im Schatten der Bürohochhäuser

von Google und Co. liegt, teilt sich das

Gelände mit einer Schule und bietet

dank seines kleinen Theaters so gut wie

täglich queeren Künstlern eine Plattform.

„Die Gegend rund um das Copan und

den benachbarten Roosevelt-Platz zieht

eine ganz neue Art von queeren und

FOTO: DAX

nicht-binären Menschen an“, so Fischer.

„Gleich um die Ecke liegt das Copancinho,

eine ebenfalls äußerst gut frequentierte

Bar. Meine neueste Entdeckung ist PPD

(„Por um Punhado de Dólares“), eine Bar

mit Restaurant, das seine Lebensmittel

von alternativen Landbesetzern kauft.“

HORIZONT AUS BETON

Wer sich nach seiner Ankunft in der

Millionenmetropole so etwas wie einen

Überblick verschaffen will, sollte den Farol

Santander besuchen. Von der U-Bahn-

Station Praça da Sé, an der sich auch die

monumentale Kathedrale von São Paulo

befindet, ist es nur ein kurzer Fußweg zu

der in einem Bankgebäude gelegenen

Aussichtsplattform. Von dort oben ergibt

sich bei gutem Wetter ein fantastischer

Blick über die Stadt, deren Straßen und

Hochhäuser bis an den Horizont reichen.

Das kann auf manche durchaus beängstigend

wirken, auf der anderen Seite bietet

dieser Großstadtdschungel eine Vielfalt

an Kulturen und Subkulturen, wie man

sie nirgends sonst in Brasilien finden wird.

Vom Farol Santander ist es wiederum nicht

weit zum Museum für sexuelle Diversität,

das sich in der U-Bahn-Station República

befindet. Als erstes Museum seiner Art in

Lateinamerika widmet sich das Museu da

Diversidade Sexual seit seiner Eröffnung

2012 in Wechselausstellungen der sozialen,

politischen und kulturellen Geschichte

von Brasiliens LGBTIQ*-Community. Während

homosexuelle Handlungen bereits


seit 1823 nicht mehr juristisch verfolgt

wurden, verabschiedeten 2003 zahlreiche

Kommunalregierungen, darunter São Paulo,

ein Antidiskriminierungsgesetz, und bereits

zwei Jahre vor der Legalisierung der Ehe für

alle erkannte der Bundesstaat São Paulo

gleichgeschlechtliche Ehen an. Besonders

bekannt ist São Paulo für die weltweit

größte Pride-Parade, bei der im Juni an

die drei Millionen Menschen entlang der

Avenida Paulista zusammenkommen.

SCHWULES ZENTRUM

In den Nebenstraßen dieser Hauptschlagader

finden sich etliche Hotels,

von denen aus sich die Stadt besonders

gut erkunden lässt. Und es ist nicht

weit zur trendigen Rua Augusta. An

dieser beliebten Ausgehmeile reihen sich

etliche Bars und Restaurants, darunter

die Leder- und Cruising-Bar São Paulo

Eagle. Der benachbarte Parque Augusta ist

seit 2021 vor allem am Wochenende die

neuste Spielwiese der LGBTiQ*-Szene. Im

Zentrum der Stadt gelegen, befand sich

das Gelände in privater Hand und wurde

dank einer Bürgerinitiative nun für die

Öffentlichkeit geöffnet und neu gestaltet.

Und so dient der Park jetzt wahlweise als

Liegewiese, Sportplatz und Treffpunkt

der in der Umgebung zahlreich lebenden

Schwulen, Lesben und Transgender, die

sich zum Picknick verabreden oder einfach

ein paar Stunden Erholung suchen. Auf

und um den um die Ecke liegenden Platz

Praça Franklin Roosevelt trifft die sich

Szene dagegen vor allem nachts. Neben

gleich mehreren queeren Theatern locken

zahlreiche Bars ein Publikum an, das am

Wochenende für volle Straßen sorgt. Vom

Roosevelt-Platz ist es dann auch nicht

mehr weit zum Largo de Arouche. Dort

findet man nicht nur São Paulos größte

FOTO: DAX

REISE

und modernste Sauna Chilli Pepper, die

ebenso Zimmer mit Bett und eigenem

Bad bietet, sondern auch die Bars der

Bärenszene.

STRIPPER & DRAGQUEENS

Dank Uber oder Taxi-Apps und

erschwinglicher Kosten kommt man gut

und sicher durch die Stadt, denn natürlich

gibt es auch außerhalb des eigentlichen

Stadtkerns Centro jede Menge Treffpunkte

der Szene. So stößt man im Cabaret

da Cecilia im gleichnamigen Viertel auf

eine alternative Hipster-Bar mit kurioser

Einrichtung und einem Kellertheater, in

dem vom Jazzkonzert über Dragshows bis

zur Stripper Night immer etwas geboten

wird. Im Restaurant Frê Forneria dagegen,

das ebenfalls in Santa Cecilia liegt, treffen

sich trendbewusste schwule Männer bei

den Sounds eines DJs zu Cocktails und

Abendessen, um sich danach auf eine der

großen Partys zu stürzen. Nachdem der

größte und bekannteste Klub Brasiliens,

The Week, schließen musste, trifft man

sich nun zu riesigen Circuit-Partys an

wechselnden Orten, die vom „The Week“-

Macher André Almada unter der Marke The

New World (TNW) organisiert werden. *dax

www.cidadedesaopaulo.com

Kann man Kondome

besser machen ?

Die neuen FAIR SQUARED-Kondome sind

in Kooperation mit der Deutschen Aidshilfe

entstanden. Ein Teil der Erlöse unterstützt

die Arbeit der Deutschen Aidshilfe.

FAIR SQUARED-Kondome sind aus fair

produziertem Naturkautschuk hergestellt.

Für jedes Kilogramm Naturlatex, das wir

verarbeiten, zahlen wir eine Fair-Trade-

Prämie. Die Gummiproduzent:innen,

Kooperativen oder Arbeiter:innen auf den

Plantagen entscheiden selbst, wie sie die

Fair-Trade-Prämie zur Verbesserung ihrer

Lebens- und Arbeitsbedingungen verwenden

wollen.

FAIR SQUARED-Kondome sind 100% vegan.

Es werden keine tierischen Inhaltsstoffe,

z. B. Casein bei der Herstellung der Kondome

benutzt und keine Tiere bei der Ernte des

Naturkautschuks eingesetzt.

FAIR SQUARED-Kondome sind flexibel und

passen sich dem Penis rundum sicher an.

Sie sind nahezu geruchsneutral, lassen sich

schnell aus der Papierfolie entnehmen und

leicht abrollen.

FAIR SQUARED Smooth

extra feucht

Wandstärke: ca. 0,075 mm

nominale Weite: ca. 54 mm

Eine Kooperation mit der

Deutschen Aidshilfe


REISE

USA

HAUPTSTADT MIT HERZ

Es ist das politische Zentrum der USA,

historischer Hotspot und voller sehenswerter

Museen: Wer an die Ostküste der

Vereinigten Staaten reist, sollte unbedingt

einen Stopp in Washington, D.C.

einlegen, denn auch die dortige LGBTIQ*-

Szene bietet allerlei Abwechslung.

Michael Jordan, Oprah Winfrey, Chuck

Berry, The Jackson Five – wer die oberen

Stockwerke des National Museum of

African American History & Culture

(NMAAHC) durchstreift, findet sich in

einer großen Hall of Fame der afroamerikanischen

Kultur wieder. Ob bildende

Kunst, Tanz, Theater, Musik oder Sport – in

den Ausstellungshallen gibt es Zeugnisse,

Kostüme und Trophäen aller bedeutenden

Persönlichkeiten des 20. und 21. Jahrhunderts

zu sehen, die jede für sich

Geschichte geschrieben haben.

Einzig die Drag-Ikone RuPaul

scheint zu fehlen. Während

das Museum hier oben mit

dem Glanz und Glamour

der Künstler und Sportler

begeistert, beginnt die

geschichtliche Aufarbeitung

vom Sklaventum

über Rassentrennung und

Bürgerrechtsbewegung

bis zur aktuellen Black-

Lives-Matter-Bewegung

unter der Erde. Die

Ausstellung, die sich

vom Keller langsam

nach oben windet,

erzählt von den dunkelsten Kapiteln der

amerikanischen Geschichte, von Verschleppung,

Folter und Tod, aber auch von

afroamerikanischen Kriegshelden, Politikern

und Idolen wie Frederick Douglass, Harriet-

Tubman, Rosa Parks und Martin Luther

King. Das 2016 eröffnete Museum in dem

markanten Bau an der Mall, die das Kapitol

mit dem Lincoln Memorial verbindet, ist nur

eines von insgesamt 19 Museen, die von der

Smithsonian Institution betrieben werden.

ÜBERBLICK

In den Sammlungen des größten Museumskomplexes

der Welt – darunter das

Museum of Natural History, das National

Air and Space Museum, das National

Museum of the American Indian sowie die

National Portrait Gallery oder das Hirshorn

Museum and Sculpture Garden – könnte

man bei meist freiem Eintritt locker eine

Woche oder länger verbringen. Für das

NMAAHC sollte man sich allerdings

rechtzeitig um ein Zeitticket

kümmern. Gleiches gilt für

Tickets in die Spitze des seit

Kurzem wieder zugänglichen

Washington Monuments, die

man ab dreißig Tage vor dem

Besuch für eine Reservierungsgebühr

von nur einem

Dollar bekommt. Von dem gut

169 Meter hohen Bauwerk,

das zentral auf der Mall gleich

neben dem NMAAHC liegt,

hat man den wohl besten

Blick auf die Stadt. Ob

Kapitol, Weißes Haus oder der Reflecting

Pool vor dem Lincoln Memorial: Von dem in

Form eines Obelisken 1885 eingeweihten

Denkmals kann man sich einen guten

Überblick über die Stadt verschaffen.

NATURERLEBNIS

Wer nach all den Besuchen von Museen

und Denkmälern etwas Erholung sucht,

findet diese direkt vor den Toren Washingtons.

Entlang des von großen Bäumen

gesäumten George Washington Memorial

Parkway sind es bei günstiger Verkehrslage

weniger als dreißig Minuten, bis man den

vom National Park Service verwalteten

Great Falls Park erreicht. Hier führen Wanderwege

entlang des Potomac River, dessen

Wassermassen sich zwischen Felsen

hindurchzwängen und sehenswerte Fälle

bilden. Zudem kann man Amerikas ältesten

Kanal, den 1785 erbauten Patowmack Cana

besuchen. Eine weitere Alternative ist der

Besuch des gut siebzig Autominuten von

D.C. entfernten Shenandoah-Nationalparks,

dessen Skyline Drive durch die Bergwelt der

Apalachen großartige Aussichten garantiert.

BARBIE-PUPPEN &

FREIGETRÄNKE

Aber auch in der Stadt selbst finden sich

Parks und schattige Plätze, an denen

man sich vom Trubel der Großstadt

erholen kann. Ein bekannter Treffpunkt der

LGBTIQ*-Community ist die als „P Street

Beach“ bekannte Liegewiese an der Kreuzung

P Street & 23rd Street, die an heißen

Sommertagen brechend voll ist. Gleich um


REISE

FOTOS: DAX

In jeder

Stadt

zu Hause

Übernachten bei queeren

Gastgebern in über 70 Ländern!

die Ecke liegt die Fireplace

Bar, eine der ältesten Gay-Bars

der Stadt, deren Markenzeichen

ein Kamin mit einer zur Straße

gewandten Glasfront ist. Hier trifft

sich vor allem die afroamerikanische

Community. Das traditionelle Herz

von Washingtons LGBTIQ*-Szene

liegt nahe des Dupont Circle

und vor allem rund um die von

Zebrastreifen in Regenbogenfarben

markierte 17th Street. Neben Bars wie JR’s, Number

Nine oder Trades sowie den Traditionsrestaurants Annie’s

Paramount Steakhouse und Hank’s Oyster Bar finden sich

hier auch Kuriositäten wie der vor einem privaten Stadthaus

angelegte „Barbie Pond“ – ein kleiner, mit Barbie- und Ken-

Puppen je nach Jahreszeit dekorierter Garten an der Avenue

Q. Ebenfalls lohnenswert ist ein Besuch der Green Lantern

südlich des Thomas Circle. Die Bar auf zwei Etagen ist seit

über zehn Jahren ein beliebter Szenetreff. Besonders am

Donnerstag zwischen 22 und 23 Uhr ist im ersten Stock der

Bar jede Menge los, denn wer dort mit nacktem Oberkörper

an die Bar geht, bekommt sein Bier umsonst. *dax

AB 29 €

PRO NACHT

Seit 20 Jahren in der Community bekannt unter ebab

FOTO: ISTOCKPHOTO.COM/ SHAPECHARGE

www.capitalregionusa.de

www.washington.org

Die seit zehn Jahren in Folge mit

100 Prozent beim LGBTQ Workplace Equality Index der

Human Rights Campaign Foundation ausgezeichnete

Fluggesellschaft United Airlines fliegt zweimal täglich

von Frankfurt und einmal täglich von München nonstop

nach Washington-Dulles. Zur Auswahl stehen Plätze in

der Economy, Premium Plus und dem Aushängeschild der

Airline, der United Polaris Class.

www.united.com


REISE

OFFEN FÜR NEUES

FOTOS: GOTHAIBEFREE.COM

Thailand

Kürzlich wurde Thailand laut der Studie

„Visa Global Travel Intentions Study

2021“ unter die Top 4 der attraktivsten

Reiseziele der Welt gewählt. Die Umfrage,

die Reisende aus 62 Ländern und ihr

Feedback berücksichtigte, zeigte, dass

sich vor allem Bangkok, Phuket, Chiang

Mai und Hua Hin großer Beliebtheit

erfreuen. Dabei spielen Aspekte wie

Entspannung am Reiseort, die Vielfalt

an Freizeitaktivitäten und unberührte

Natur die größte Rolle für einen stressfreien

Urlaub nach der Pandemie.

Aber nicht nur die berühmte Thai-Massage,

die zum UNESCO-Weltkulturerbe

zählt, sondern auch der Besuch eines

buddhistischen Tempels, eines der zahlreichen

Nationalparks oder die thailändische,

gesunde Kulinarik tragen zu einem

erholsamen und vielseitigen Urlaub bei.

MICHELIN-STERNE FÜR

THAILAND

Apropos Kulinarik: Bereits zum

sechsten Mal erscheint Ende 2022 eine

Thailand-Ausgabe des renommierten

Michelin Restaurantführers. Zu den

bisher vertretenen Regionen Bangkok,

Phra Nakhon Si Ayutthaya, Chiang

Mai, Phuket und Phang-Nga kommt in

diesem Jahr der Nordosten Thailands,

der sogenannte Isan, hinzu. Klassische

Garmethoden und vielfältige kulinarische

Einflüsse aus alten Epochen und aus den

Nachbarländern machen die Isan-Küche

zu einer bemerkenswerten Erweiterung

für den Gourmet Guide. Im Vergleich zur

ersten Thailand-Ausgabe des Michelin

Guide im Jahr 2018 hat sich die Zahl der

insgesamt ausgewählten Restaurants von

126 auf 361 nahezu verdreifacht. Die Zahl

der mit Michelin-Sternen ausgezeichneten

Restaurants ist im gleichen Zeitraum von

17 auf 32 gestiegen.

AUSGEZEICHNETE

HOTELS

Mit ausgezeichneten

Restaurants

können auch

zahlreiche Häuser

im gesamten

Königreich dienen,

so unter anderen die

zehn thailändischen

Hotels, die im Travel +

Leisure's Magazin unter

die "Top 500 Hotels of the

Year" ernannt wurden. Diese prestigeträchtige

Liste der beliebtesten Hotels

weltweit umfasst Häuser in Bangkok

und Chiang Mai sowie auf Phuket, Samui

und Ko Lanta. Folgende zehn Hotels in

Thailand überzeugen nicht nur in Sachen

Kulinarik und Service, sondern auch in

puncto Design und wurden in der Kategorie

“Asien” ausgewählt: Amanpuri (Phuket),

Anantara Chiang Mai Resort, Cape Fahn

Hotel (Ko Samui), Capella Bangkok, Four

Seasons Hotel Bangkok at Chao Phraya

River, Four Seasons Resort Chiang Mai,

Mandarin Oriental Bangkok, The Peninsula

Bangkok, Pimalai Resort & Spa (Ko Lanta)

und The Sukhothai Bangkok.

ERLEICHTERTE EINREISE

Im November 2021 hatte Thailands

Regierung zur Eindämmung der Pandemie

für alle internationalen Einreisenden die

Vorabregistrierung für den Thailand Pass

eingeführt. Ab dem 1. Juli 2022 wird

diese Regelung nun aufgehoben.

Internationale Touristen

müssen bei Einreise dann

nur noch einen Nachweis

über eine vollständige

Impfung vorlegen; nicht

oder nicht vollständig

Geimpfte sind verpflichtet,

maximal 72 Stunden

vor Antritt der Reise einen

PCR- oder einen Antigen-

Schnelltest (ATK) durchzuführen

und das offizielle Ergebnis

bei Einreise vorzulegen. Diese Nachweise

können in gedruckter oder digitaler Form

erfolgen, sie werden bei Einreise stichprobenartig

kontrolliert. Auch die bisher

bestehende Krankenversicherungspflicht

wird vollständig aufgehoben. Wurden

alle Voraussetzungen erfüllt, müssen vor

Ort keine weiteren Tests durchgeführt

werden und das gesamte Land kann

uneingeschränkt bereist werden.

www.thailandtourismus.de

www.gothaibefree.com


„Ich bin

Ehrenamtler,

R adfahrer ,

Taucher und

Frohnatur . “

Christoph

# HIVersity

Weil ich mehr bin als

nur HIV-positiv: LiVLife.de

NP-DE-HVU-ADVT-210002; 07/2021


Gesundheit

INFEKTIOLOGIE

AFFENPOCKEN

heißen jetzt MPX, sonst ändert sich nix?

Jeder, der gerne Spaß mit wechselnden

Penissen hat, sollte bis

auf Weiteres im Groben beachten:

Achtsamkeit, ein bisschen weniger Sex

und bei Bedarf impfen lassen. Dann

klappt das auch mit der Eindämmung

der neuen alten Virusinfektion, die seit

dem Frühjahr für Aufregung in (sozialen)

Medien und der Szene sorgt. Ein

Überblick.

KONDOME SCHÜTZEN NICHT VOR

„AFFENPOCKEN“ …

Beim Redaktionsschluss dieser Ausgabe

am 21. Juni war nicht sicher, ob das Kürzel

MPX auch von der Weltgesundheitsorganisation

(WHO) als offizieller Virenname

erwählt wird. Sicher ist, dass der alte Name

wissenschaftlich irreführend, sprachlich

problematisch und bald Geschichte ist.

Der Checkpoint BLN nutzte Mitte Juni

diese Abkürzung des englischen Begriffes

in einem dringenden Aufruf an die Medien.

Grund für die Stellungnahme: Eine ausgerechnet

über den öffentlich-rechtlichen

rbb verbreitete Falschinformation von

Dr. Nicolai Savaskan, Leiter Gesundheitsamt

Berlin-Neukölln:

„Savaskans Vorschlag Impfungen nicht

präventiv einzusetzen um zu verhindern,

dass sich Geimpfte ‚in falscher Sicherheit

wiegen und Safer-Sex-Regeln

vernachlässigen würden‘ widerspricht

eindeutig der STIKO-Empfehlung

und finden wir fachlich falsch. Wir

weisen darauf hin, dass ‚Safer Sex‘,

u.a. die Nutzung von Kondomen,

ausschließlich Methoden zum Schutz

vor HIV umfasst. Der Begriff wird von

Savaskan missverständlich verwendet

und suggeriert Kondome würden vor

MPX schützen. Das ist falsch. MPX wird

u.a. über intensiven Körperkontakt, z.B.

beim Sex, übertragen. Kondome sind

deswegen weder ein effektiver noch ein

ausreichender Schutz vor MPX.“

(Checkpoint BLN)

… IMPFUNGEN ABER!

Entsprechend der Empfehlung

der Ständigen

Impfkommission (STIKO)

bereitete sich der Checkpoint

BLN Mitte Juni auf

eine MPX-Impfkampagne

für Schwule, Bisexuelle und

andere Männer*, die Sex mit

Männern* haben (MSM) vor. Gleiches

gilt für entsprechende Einrichtungen

und Praxen in ganz Deutschland.

SEID WEITER ACHTSAM!

Die Eingangs etwas salopp formulierten

Empfehlungen für MSM hatte der

Pandemiebeauftragte und Oberarzt

der Infektiologie des Universitätsklinikums

rechts der Isar in München, Privatdozent

Dr. Christoph Spinner nach der

Identifizierung der Infektions-Hot-Spots

Maspalomas Gay Pride (Gran Canaria),

Darklands (Antwerpern) und SNAX

(Berlin) gegenüber männer* so formuliert:

„Anders als Coronaviren übertragen

sich Pockenviren nicht als Aerosol,

also nicht über die Luft, sondern durch

engen Hautkontakt, aber auch beim

Küssen oder Streicheln. Daher müssen

Besucher*innen dieser Festivals jetzt

nicht pauschal die nächsten Wochen

in ihren Wohnungen bleiben, denn die

Ansteckungsgefahr ist tendenziell nicht

so hoch.“

Da die Inkubationszeit von MPX bis zu

drei Wochen betragen kann, riet

Spinner vorausschauend:

„Wenn die Feiernden

in den kommenden

Wochen ein bisschen

auf ihre Gewohnheiten

schauen und intime Hautkontakte

reduzieren, mit

Augenmaß und Verstand, haben

wir eine gute Chance, eine weitere

unkontrollierte Ausbreitung des Virus

zu minimieren. {…} Es ist jetzt wichtig,

dass jede*r seinen Beitrag zur Kontrolle

der Infektionsausbreitung auch durch

freiwillige und bewusste Reduktion

unbekannter Sexualkontakte leistet.“

(25. Mai 2022)

Das gilt dank Sommer und dem nach

Corona-Entbehrungen aufblühenden

sozialen Leben auch bis auf Weiteres. *ck

Aktuelle Informationen auf männer.

media/topics/mpx und

www.aidshilfe.de/affenpocken!


ADVERTORIAL

Was bieten Innovationen in der HIV-Therapie?

Erwartungen und Wünsche von HIV-positiven Menschen

NP-DE-HVU-ADVR-220004

Früher zielte die HIV-Therapie

hauptsächlich darauf ab, das

Virus zu unterdrücken. Mit den

Fortschritten in der medizinischen

Versorgung hat sich der Fokus aber

längst vom reinen Überleben hin zum

gesunden Leben und Älterwerden mit HIV

verschoben.

Eine besondere Bedeutung hat dabei

inzwischen die Verbesserung der Lebensqualität

jedes Einzelnen. Um ein langes,

zufriedenes und gesundes Leben zu

führen, ist für HIV-positive Menschen nicht

nur das Wissen um die eigenen, ganz individuellen

Bedürfnisse besonders wichtig.

So empfiehlt es sich für sie auch einmal

zu hinterfragen, ob bestimmte Aspekte

im Leben mit HIV als Herausforderung

empfunden werden oder wie zufrieden sie

mit der aktuellen Therapie sind.

WELCHE HERAUSFORDERUNGEN

KÖNNEN MIT DER HIV-THERAPIE

VERBUNDEN SEIN?

Mittlerweile gibt es groß angelegte Studien,

welche die Erfahrungen und Wünsche von

HIV-positiven Menschen beleuchten. In der

„Positive Perspektiven 2“ Studie wurden

beispielsweise weltweit 2.389 HIV-positive

Menschen befragt.

Dabei wurde unter anderem auch gefragt,

mit welchen Herausforderungen Menschen

mit HIV sich in ihrem Alltag konfrontiert

sehen. Unter den 120 Befragten in Deutschland

fühlt sich die Mehrheit beispielsweise

durch die Einnahme der Medikamente

täglich an die eigene HIV-Infektion erinnert

und knapp die Hälfte verstecken ihre

Medikamente 1 sogar, auch weil sie Angst von

einem ungewollten HIV-Outing haben.

DIE PERSÖNLICHEN BEDÜRFNISSE

KENNEN

Neben der einzigartigen Persönlichkeit

hat jeder Mensch auch ganz individuelle

Bedürfnisse, was die Gestaltung des

52% 47%

(62/120) (56/120)

fühlen sich durch ihre

Tabletten täglich an die

eigene HIV-Infektion

erinnert.

spüren Nebenwirkungen

ihrer aktuellen Therapie.

verstecken ihre

HIV-Medikamente.

35% 32%

(42/120) (38/120)

haben Angst davor, die

Einnahme zu vergessen.

Ein großer Teil der Befragten sieht sich mit besonderen

Herausforderungen bei der HIV-Therapie konfrontiert 1

eigenen Lebens betrifft. Für Menschen mit

HIV ist es vor allem im Hinblick auf die HIV-

Therapie wichtig, dass sie diese gut kennen:

Denn je mehr man sich seiner eigenen

Bedürfnisse bewusst ist, desto klarer wird

man sich auch, ob die aktuelle HIV-Therapie

diese überhaupt noch erfüllt.

Ebenso wie viele andere Dinge im Leben

können Bedürfnisse sich aber auch mit der

Zeit verändern. Dies geschieht meist nicht

über Nacht, sondern schrittweise und daher

oft unbemerkt – das macht ein regelmäßiges

Überprüfen so wichtig.

WAS BIETEN INNOVATIONEN

IN DER HIV-THERAPIE?

Die Mehrheit der Menschen mit HIV ist der

Überzeugung, dass sie von Innovationen in

der Behandlung profitieren können. 2 Wenn

beispielsweise die Einnahme der Tabletten

täglich an die HIV-Infektion erinnert und man

das als belastend empfindet, dann muss man

das nicht einfach hinnehmen. Die Ergebnisse

der „Positive Perspektiven 2“ Studie zeigen

beispielsweise, dass fast die Hälfte der

Befragten offen für eine HIV-Therapie ist, die

nicht täglich eingenommen werden muss. 2

Knapp zwei Drittel der befragten Menschen

mit HIV gaben sogar an, dass sie bereit wären,

76%

(91/120)

glauben, dass Fortschritte in der HIV-Therapie

ihre Gesundheit verbessern werden.

65%

(78/120)

46%

(55/120)

sind offen für eine ART mit weniger

Wirkstoffen.

sind offen für eine ART, die nicht täglich

eingenommen werden muss.

Die meisten Menschen sind der Überzeugung, dass sie

von Innovationen in der HIV-Therapie profitieren können 2

eine HIV-Therapie mit weniger Wirkstoffen

bei gleicher Wirksamkeit einzunehmen. 2

HIV zu einem kleineren Teil im Leben

machen

Um eine hohe Lebensqualität zu erhalten,

ist es also wichtig, dass Menschen mit HIV

ihre eigenen Bedürfnisse kennen und diese

vor allem auch ihren Ärzt*innen gegenüber

äußern. Wenn die aktuelle HIV-Therapie

diese Bedürfnisse nicht erfüllt, kann ein

offenes Gespräch sehr weiterhelfen.

Dank des medizinischen Fortschritts gibt es

für die Vielfalt an persönlichen Wünschen

und Erwartungen auch jeweils eine geeignete

Therapie. Wenn man diese gemeinsam

mit seinem/r Ärzt*in für sich findet, kann HIV

dadurch zu einem kleineren Teil im eigenen

Leben werden.

Weitere Infos sowie persönliche Geschichten

zum Leben mit HIV findest du unter

www.livlife.de.

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REFERENZEN

1 Wigger A et al., Deutsch-Österreichischer Aids-Kongress

2021. Poster 46763.

2 Wigger A et al., 15. Kongress für Infektionskrankheiten und

Tropenmedizin 2021. Poster P-037.


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