ETF-Magazin: "Tickende Bombe" (Q2 2013) - Börse Frankfurt

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ETF-Magazin: "Tickende Bombe" (Q2 2013) - Börse Frankfurt

JUNI 2013

HIGH YIELDS

Verlockende Alternative

Mit Unternehmensanleihen schlechter Bonität erzielten

risikofreudige Anleger seit Anfang 2012 im Schnitt

unglaubliche 25 Prozent Gesamtertrag. Da passt es,

dass die in der Finanzbranche heute nicht mehr als

Junk-Bonds (Ramschanleihen), sondern nur noch vornehm

als High-Yield-Bonds (hochrentierende Anleihen)

bezeichnet werden. Die beeindruckende Gesamtrendite

der Hochzins anleihen ergab sich dabei jedoch nur zum

Teil aus ihrer hohen Nominalverzinsung. Noch stärker

schlugen in den vergangenen Jahren die fetten Kursgewinne

der Risiko papiere zu Buche. Inzwischen sind die

Renditen kräftig zurückgekommen, doch mit Renditen

zwischen fünf und sechs Prozent locken US-High-Yields

noch immer mit einem hohen Spread auf Bundesanleihen

und Investment-Grade-Bonds. Der Risikoaufschlag

reicht locker zum Ausgleich der Inflation und bietet etwas

Schutz vor einem allgemeinen Anstieg des Zinsniveaus.

Auch für das höhere Ausfallrisiko werden Anleger

noch vergleichsweise fair entschädigt. Nur bei etwa

zwei Prozent der High-Yield-Bonds kommt es derzeit zu

Problemen bei der Rückzahlung. Mit fast 90 Prozent ist

dabei zudem die Rückführungsquote (Recovery Rate) im

Augenblick außergewöhnlich hoch.

Wer als Anleger im Hochzinsbereich investieren wollte,

musste bislang zu aktiven Fonds greifen oder sich

selbst um die Titelauswahl kümmern. Inzwischen notieren

an der Deutschen Börse jedoch immerhin fünf

ETFs für diese Anleihen. So versammelt etwa der

iShares-Euro-High-Yield-Bond-ETF mehr als 300 europäische

Hochzinsanleihen aus verschiedenen Branchen.

Der Lyxor-iBoxx-Euro-Liquid-High-Yield-30 beschränkt

sich auf die 30 liquidesten Papiere des Segments. Für

den großen Markt der US-Hochzinsanleihen und für den

Weltmarkt hat iShares ebenfalls Indexfonds im Angebot.

Auch diese ETFs bilden die Wertentwicklung vieler

hundert Anleihen ab.

Klassen-Primus

Mit gut fünf Prozent Rendite bringen Hochzinsanleihen

reale Erträge. Mit Unternehmensanleihen

guter Bonität ist das kaum noch zu schaffen.

Rendite von Anleihen und Aktien 2012

in Prozent

Hochzinsanleihen 5,6

Schwellenländeranleihen 5,0

6

4

2

0

globale Reits 3,9

MSCI-Europa 3,6

europäische Unternehmensanleihen

Bundesanleihen 1,3

Cash 0,8

2,1

Quelle: J.P. Morgan Asset Management

Riskante Papiere

durchschnittliche Verbraucherpreisinflation

in der

Euro-Zone 2012

Aktuell liegt die Ausfallquote der High Yield

Anleihen relativ niedrig. In Krisenzeiten

schnellt die Rate rasant nach oben

% Ausfallhäufigkeit von Unternehmensanleihen

10

Non-Investment Grade

Investment Grade

8

1980 85 90 95 2000 05 10 2014

Quelle: UniCredit

Junge Spezies

ETF Name ISIN Anlage- Kosten pro Abbildungs- Ertrags- Fondsvolumen

fokus Jahr in % methode verwendung in Mio. Euro

iShares Markit iBoxx Euro High Yield DE000A1C8QT0 Europa 0,50 % physisch, optimiert ausschüttend 2133

Lyxor iBoxx Euro Liquid High Yield 30 FR0010975771 Europa 0,45 % synthetisch thesaurierend 168

SPDR Barclays Capital Euro High Yield Bond IE00B6YX5M31 Europa 0,45 % physisch, optimiert ausschüttend 55

iShares Markit iBoxx $ High Yield Capped Bond DE000A1J0ZA1 USA 0,50 % physisch, optimiert ausschüttend 733

iShares Global High Yield Bond DE000A1KB2A5 Global 0,50 % physisch, optimiert ausschüttend 108

Quelle: Deutsche Börse

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