Kulturfenster Nr. 05|2018 - Oktober 2018

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27.01-10.11.2018

VSM-Motiviert

und fit?

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Schätze des Blasmusik-Repertoires

„Amsterdam

Pictures“ von Kees Vlak

Vom Erwachen der Großstadt im Morgennebel bis

hin zur hektischen Betriebsamkeit

Auf der Suche nach einem weiteren Schatz

des Blasmusik-Repertoires ist unser Mitarbeiter

Joachim Buch auf einen auch hierzulande

„alten Bekannten“ der Blasmusik

gestoßen und stellt nun eines seiner wichtigen

Werke vor.

Spätestens seit den frühen neunziger

Jahren, als seine Werke auch bei Verlagen

wie Rundel erschienen sind, kennt

fast jeder Blasmusiker auch in Mitteleuropa

die Werke von Kees (Cornelis) Vlak.

Am 30. September 1938 hätte der gebürtige

Amsterdamer, der im September

2014 einer kurzen schweren Krankheit erlegen

ist, seinen 80. Geburtstag gefeiert.

Als Kind spielte er Trompete in einem

Fanfare-Orchester und studierte danach

in Amsterdam Klavier, Trompete und Blasorchester-Direktion.

Während seines Studiums

spielte er in verschiedenen Gruppen

und Orchestern, musste aber wegen

einer chronischen Hirnhautentzündung

schon mit 25 Jahren das Trompetenspiel

beenden. Er nutzte die freigewordene Zeit

zum Komponieren. Sein erstes Werk für

Blasorchester war die 1967 erschienene

Suite „Paso Cabaio“.

In Vlaks Schaffen tauchten immer wieder

einige von der Konzeption her recht

außergewöhnliche Stücke auf. Vor ihm hat

in der Blasmusik noch nie jemand Musik

für einen - imaginären - Film („Music for a

Movie Picture“) geschrieben - noch bevor

mit „Moment for Morricone“ die bearbeitete

Filmmusik Einzug ins Blasmusik-Repertoire

hielt. Auch gab es beispielsweise

bis zu Vlaks „Halloween Night“ noch kein

Solowerk für Synthesizer. Aber er blieb seinem

Grundsatz „Musik ist ein Kommunikationsmittel“

treu: sowohl in eher konventionellen

folkloristischen Rhapsodien

als auch mit zahlreichen Beinahe-Zitaten

aus klassischen Werken. Dies nannte er

in seiner Muttersprache „feest der herkenning“

(Freude des Wiedererkennens).

Jederzeit erkennbar bleibt auch die „Geschichte“,

die hinter der Mitte der achtziger

Jahre entstandenen Komposition „Amsterdam

Pictures“ steht. Das Stück war erstmals

beim Bundesmusikfest des Bundes

Deutscher Blasmusikverbände an Pfingsten

1986 in Freiburg als Pflichtstück in

der Oberstufe (Stufe C) vorgesehen.

Es ist grob in zwei Teile gegliedert:

• Erwachen der Großstadt im Morgennebel

• hektische Betriebsamkeit in den Straßen

Eingeleitet wird „Amsterdam Pictures“

von einem „bluesigen“ Thema in Flöte

und Altsaxophon, begleitet von ruhigen

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