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Jahresbericht 2014 Sozialmedizinisches Zentrum Oberwallis

Das Sozialmedizinische Zentrum Oberwallis (SMZO) leistet einen grundsätzlichen Versorgungsauftrag im pflegerischen und sozialen Bereich. Das SMZO bedient die Gemeinden des Oberwallis und verfügt einerseits über kompetentes Fachpersonal vor Ort (Standorte), andererseits über eine gemeinsame Leitung in Brig (Organisation).

Das Sozialmedizinische Zentrum Oberwallis (SMZO) leistet einen grundsätzlichen Versorgungsauftrag im pflegerischen und sozialen Bereich. Das SMZO bedient die Gemeinden des Oberwallis und verfügt einerseits über kompetentes Fachpersonal vor Ort (Standorte), andererseits über eine gemeinsame Leitung in Brig (Organisation).

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Gastbeitrag<br />

Gastbeitrag Jérôme Favez<br />

Jérôme Favez, 47, wohnhaft in Vald’Illiez, ist seit <strong>2014</strong> Chef der Dienststelle für Sozialwesen<br />

Bei meinem Stellenantritt im August<br />

<strong>2014</strong> durfte ich eine Verwaltung kennenlernen,<br />

welche sich in einer Phase<br />

der Reorganisation befand. Die Dienststelle<br />

organisierte sich neu, um auf die<br />

kommenden Herausforderungen reagieren<br />

zu können. Ich habe motivierte<br />

und kompetente Mitarbeiterinnen und<br />

Mitarbeiter angetroffen, mit welchen<br />

ich mit viel Freude zusammenarbeite.<br />

Die kommenden Monate ermöglichten<br />

mir, die umfangreichen Aufgaben<br />

der Dienststelle kennenzulernen, insbesondere<br />

auch im Bereich der Sozialhilfe.<br />

Seit mehreren Monaten ist<br />

die Sozialhilfe politisch wie medial im<br />

Mittelpunkt und dies in einem Umfeld,<br />

welches durch die angespannte finanzielle<br />

und wirtschaftliche Lage in der<br />

Schweiz und im Wallis erheblich unter<br />

Druck steht. Trotz der Kritik, welchem<br />

das Sozialhilfesystem ausgesetzt ist,<br />

bleibe ich für die Zukunft gleichwohl<br />

zuversichtlich.<br />

Als Erstes gilt es festzuhalten, dass<br />

sich unser Kanton trotz der momentanen<br />

Zunahme von Sozialhilfeempfänger/innen<br />

im interkantonalen Vergleich<br />

in einer guten Situation befindet.<br />

Während die Sozialhilfequote in der<br />

Schweiz im Jahre 2013 3.2% betrug,<br />

so waren dies im Wallis im selben<br />

Zeitraum „nur“ 1.7%. Die Tendenz ist<br />

jedoch steigend und somit steigen<br />

auch die Ausgaben, die auf dem Gemeinwesen<br />

lasten. Dies weist darauf<br />

hin, dass ein wachsender Anteil der<br />

Bevölkerung leider nicht mehr in der<br />

Lage ist, ohne staatliche Hilfe für ihren<br />

Bedarf aufzukommen. In diesem Zusammenhang<br />

sind mehrere Ursachen<br />

besonders hervorzuheben; namentlich<br />

die vorangegangenen diversen Sozialversicherungsrevisionen<br />

die eine Lastenverschiebung<br />

auf die Sozialhilfe als<br />

letztes Netz zur Folge gehabt haben.<br />

Gleichzeitig hat sich die wirtschaftliche<br />

Armut verstärkt. Das zwingt wiederum<br />

zahlreiche Berufstätige (Working<br />

poors) dazu, Sozialhilfeleistungen<br />

in Anspruch nehmen zu müssen, und<br />

es ermöglicht denjenigen Personen,<br />

die nicht über eine solide Ausbildung<br />

verfügen, immer weniger, sich beruflich<br />

eingliedern zu können. Um die verschiedenen<br />

Ursachen noch besser zu<br />

verstehen, hat unsere Departementsvorsteherin,<br />

Frau Esther Waeber-Kalbermatten,<br />

ein externes Unternehmen<br />

mandatiert, das im Wallis bestehende<br />

System zu beurteilen. Zugleich befasst<br />

sich eine Subkommission, bestehend<br />

aus Mitgliedern der Finanzkommission<br />

und der Geschäftsprüfungskommission<br />

des kantonalen Parlamentes, mit<br />

der Gewährung von Sozialhilfeleistungen<br />

in unserem Kanton. Die in absehbarer<br />

Zeit zu erwartenden Ergebnisse<br />

dieser zwei Studien werden es unserer<br />

Dienststelle wahrscheinlich möglich<br />

machen, gewisse Praktiken zu überprüfen<br />

und zu verbessern, um die den<br />

sich in wirtschaftlicher Armut befindenden<br />

Personen entgegengebrachte<br />

Hilfe noch wirksamer zu gestalten. Es<br />

ist tatsächlich erforderlich Möglichkeiten<br />

zu finden, um wirkungsvoll gegen<br />

die Armut und nicht gegen die Armen<br />

selber kämpfen zu können.<br />

Die Dienststelle für Sozialwesen ist<br />

mit dem Engagement der an der Front<br />

arbeitenden Berufsleute sehr zufrieden,<br />

welche immer wieder versuchen,<br />

den immer komplexer werdenden<br />

Situationen gerecht zu werden. Die<br />

Dienststelle freut sich ebenfalls über<br />

die gute Zusammenarbeit, die zwischen<br />

der Dienststelle und den sozialmedizinischen<br />

Zentren besteht, selbst<br />

wenn es überall Verbesserungsmöglichkeiten<br />

gibt. So werfen die diversen<br />

Organisationsweisen der SMZ Fragen<br />

auf. Der demnächst zu überarbeitende<br />

Leistungsauftrag mit dem SMZ wird<br />

den Schlussfolgerungen der beiden<br />

Berichte Rechnung tragen, um die<br />

Qualität der von unseren Einrichtungen<br />

zugunsten der Walliser Bevölkerung<br />

erbrachten Unterstützung weiter zu<br />

verbessern.<br />

Es ist mir ein wichtiges Anliegen, den<br />

in den SMZ tätigen Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeitern für ihren Einsatz in einem<br />

sich ständig wandelnden Bereich<br />

und für ihre Professionalität zu danken.<br />

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