architektur Fachmagazin Ausgabe 8/2020

architekturonline.com

architektur Fachmagazin Ausgabe 820
Die neue Stadt

FACHMAGAZIN

WISSEN, BILDUNG, INFORMATION FÜR DIE BAUWIRTSCHAFT

Erscheinungsort Perchtoldsdorf, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf. P.b.b. 02Z033056; ISSN: 1606-4550

08

www.architektur-online.com

Dezember 2020

Die neue

Stadt

© BoysPlayNice


www.architektur-online.com

3

Editorial

Die neue Stadt

2020, mit dieser Jahreszahl werden wir in Zukunft zweifelsfrei viele unangenehme

Erinnerungen verbinden. Noch hält die Pandemie und die Maßnahmen dagegen die

Welt in distanzierender Geiselhaft. Aber die Hoffnung ist groß, dass dies nicht den

Anfang einer neuen, längerfristigen Normalität bedeutet.

Covid19 hat uns sprichwörtlich am linken

Fuß überrascht und es scheint höchst an

der Zeit, aus den letzten Monaten zu lernen.

Globalisierung funktioniert auch bei der

Verbreitung von Pandemien recht gut und

auf die Eigenverantwortung einer breiten

Masse zu setzen, hat sich als recht untaugliche

Strategie zur Eindämmung erwiesen.

Das Virus hat ungeschminkt die Schwächen

aufgezeigt, wenn unvorbereitet situationsbezogen

Momententscheidungen gefällt

werden müssen.

Diese Erkenntnisse können auch für andere

Bereiche nützlich sein, wo absehbare

Herausforderungen die zeitgerechte Ent-

wicklung von Strategien und deren klare

Umsetzung erfordern. Das Leitthema dieser

Ausgabe von architektur, „Die neue Stadt“,

widmet sich einer dieser sich abzeichnenden

Aufgaben. Denn demografischen Prognosen

zufolge, werden um 2050 bereits

rund 80% der dann 9,7 Milliarden Menschen

zählenden Erdbevölkerung in urbanen Ballungsräumen,

in sogenannten Megacitys

leben. Und diese sind in vielerlei Maßstäben

ganzheitlich zu planen und zu entwickeln,

damit sie funktionieren. Die vielfältigen

Aufgaben, die der Architektur in diesem

Zusammenhang zufallen, zeigen die Projektbeispiele

auf den folgenden Seiten.

Und auch die Rubrik EDV befasst sich mit

dieser Thematik und zeigt, dass CAD-Programme

durch die enthaltenen Visualisierungs-

und Präsentationsfunktionen auch

städtebauliche Planungen anschaulicher

vermitteln können.

Was sich mit Licht in einer fein abgestimmten

Choreografie bewirken lässt, ob die

Überbauung von Nachbargrundstücken erlaubt

ist sowie eine Vielzahl an Produktinformationen

runden den Inhalt dieser Ausgabe

von architektur ab.

Ein frohes Weihnachtsfest

und Prosit 2021 wünscht

Walter Laser

STADTKLIMA-RETTER

PLANEN GRÜNDÄCHER

Urbaner Klimaschutz mit OPTIGRÜN Systemlösungen

Begegnen Sie überhitztem Stadtklima und Starkregenereignissen

mit zukunftsfähigen Gründachlösungen. Dachbegrünungen

kompensieren die Flächenversiegelung, speichern und verdunsten

Niederschlagswasser und entlasten dadurch die Kanalisation.

Gleichzeitig sorgen sie für ein angenehmeres Stadtklima, mildern

den Hitzeinseleffekt und erhöhen die Biodiversität.

Sprechen Sie uns an: info@optigruen.de

Optigrün international AG | www.optigruen.de


architektur FACHMAGAZIN

4

Inhalt

Editorial 03

Architekturszene 06

Die neue Dimension der smarten Stadt

Magazin 10

Bau & Recht 26

Eine neue Stadt 28

Superfarm

Prager Bullaugen 32

Revitalisierung der Kaimauer / Prag /

petrjanda/brainwork

Die Stadt in der 38

es niemals regnet

Gare Maritime / Brüssel /

Neutelings Riedijk Architecten

Insel der Kreativen 44

Concordia Design Wrocław /

Breslau, Polen / MVRDV

Urbanes Arbeiten im Grünen 50

HolLA Second Home Hollywood /

Los Angeles / Selgascano

Es brodelt und gärt 56

Theodorahus / Kopenhagen, Dänemark /

ADEPT

Das Haus auf dem Haus 62

Lindenhausstraße / Luzern, Schweiz /

Scheitlin Syfrig Architekten

RETAILarchitektur 66

Licht 74

Produkt News 76

edv 94

Städtebau-CAD: Die digitale Stadt

32 38

44 50

56 62

MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER Laser Verlag GmbH; Hochstraße 103, A-2380 Perchtoldsdorf, Österreich

CHEFREDAKTION Ing. Walter Laser (walter.laser@laserverlag.at)

REDAKTION mag. arch. Peter Reischer, Alexandra Ullmann, DI Linda Pezzei, Edina Obermoser, Dolores Stuttner, DI Marian Behaneck, Ing. Mag. Julia Haumer-Mörzinger, Mag. Matthias Nödl

GESCHÄFTSLEITUNG Silvia Laser (silvia.laser@laserverlag.at) n LTG. PRODUKTREDAKTION Nicolas Paga (nicolas.paga@laserverlag.at) Tel.: +43-1-869 5829-14

GRAFISCHE GESTALTUNG & WEB Andreas Laser n LEKTORAT Helena Prinz n DRUCK Bauer Medien & Handels GmbH

ABONNEMENTS Abonnement (jeweils 8 Ausgaben/Jahr): € 89,- / Ausland: € 109,-, bei Vorauszahlung direkt ab Verlag n Studentenabonnement (geg. Vorlage einer gültigen Inskriptionsbestätigung):

€ 59,- / Ausland: € 86,- (Das Abonnement verlängert sich automatisch, sofern nicht mind. 6 Wochen vor Erscheinen der letzten Ausgabe eine schriftliche Kündigung bei uns einlangt.)

EINZELHEFTPREIS € 14,- / Ausland € 18,-

BANKVERBINDUNG BAWAG Mödling, Konto Nr. 22610710917, BLZ 14000, IBAN AT 87 1400022610710917, BIC BAWAATWW n Bank Austria, Konto Nr. 51524477801, BLZ 12000

IBAN AT 231200051524477801, BIC BKAUTWW; UID-Nr. ATU52668304; DVR 0947 270; FN 199813 v; n ISSN: 1606-4550

Mit ++ gekennzeichnete Beiträge und Fotos sind entgeltliche Einschaltungen. Die Redaktion haftet nicht für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos. Berichte, die nicht von einem Mitglied

der Redaktion gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Das Magazin und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.

www.architektur-online.com


grenzen

los

planen.

Individuelle Steine nach Ihren Ideen.

PARTNER FÜR OBJEKTGESTALTER

Mit dem umfassenden Standardsortiment und individuellen Sonderproduktionen bei Farben und Formaten eröffnen Friedl

Steinwerke neue Möglichkeiten in der Gestaltung von Plätzen und Wegen. Wir stehen für Beratung und Bemusterung gerne bereit:

anfrage@steinwerke.at

www.steinwerke.at

© Markus Kaiser, Graz


architektur FACHMAGAZIN

6

Architekturszene

© Martin Mahy

Die neue Dimension

der smarten Stadt

Schnell wachsende Bevölkerungszahlen bei einem begrenzten Wohnraumangebot,

stellen die Stadt Graz vor eine große Herausforderung. Denn die Bauplanung muss

heute nicht nur Lebensraum zur Verfügung stellen, sondern auch nachhaltig sein

und unter Berücksichtigung des Klimaschutzes erfolgen. Die „My Smart City Graz“

– das neueste Großprojekt der Landeshauptstadt – soll bis 2050 Wohnraum für

3.000 Menschen, Arbeitsplätze und Erholungsflächen schaffen.

Text: Dolores Stuttner

Durch seine zentrale Lage wirkt das smarte

Quartier gleichzeitig der Zersiedelung

in der Großstadt entgegen. Die Errichtung

des innovativen Projekts erfolgt nämlich

auf dem ehemaligen Industriegelände an

der Waagner-Biro-Straße. Es handelt sich

hierbei um eine ungenutzte Fläche, die

trotzdem bestens an den Öffentlichen Verkehr

angebunden ist. Für die Entwicklung

eines innovativen, lebenswerten Stadtteils

sind also ideale Bedingungen gegeben.

Erste Projekte wurden auch schon erfolgreich

realisiert – andere stehen gerade in

den Startlöchern.

Lebensqualität dank

intelligenter Planung

Eine Smart City ist energieeffizient und

ressourcenschonend; daneben bietet sie

ihren Bewohnern maximale Lebensqualität.

Die Anwendung neuer Energietechnologien

ist ebenfalls eine wichtige Eigenschaft

der intelligenten Stadt. Denn erst dadurch

wird sie zu einem Vorzeigeprojekt für innovative

Planungs- und Wohnmodelle der

Zukunft. Herzstück vieler Smart Citys ist

zumeist ein zentral angelegter Park, der

als Aufenthalts- und Freizeitfläche dient.

Durch Grünräume mit Aufenthaltscharakter

und ausreichende Möglichkeiten zur

Freizeitgestaltung wollen Planer nämlich

verhindern, dass sich die modernen Stadtteile

zu Schlafstädten entwickeln.

All diese Ansprüche will die „My Smart City

Graz“ erfüllen. An der Fläche soll es nicht

scheitern – immerhin bietet das Areal von

127.000 m² ausreichend Raum zum Realisieren

eines Quartiers mitsamt Wohn-, Arbeits-

und Freiflächen. Der Stadtteil ist zudem

nur zwei Kilometer von der Innenstadt

entfernt, wobei sich sowohl der Hauptbahnhof

als auch das Unfallkrankenhaus in

unmittelbarer Nähe befinden. Das Konzept

fügt sich dabei nahtlos in die umliegende,

heterogene Bebauung ein und stellt damit

eine städtebauliche Bereicherung für die

angrenzenden Bezirksteile dar.


www.architektur-online.com

7

Architekturszene

Einen Schwerpunkt legt die Landeshauptstadt

bei ihrem neuen Projekt auf Energieautarkie

– also ein Quartier, das dazu

imstande ist, sich und die Bewohner weitgehend

selbst zu versorgen. Planer und

Forschungsteams ergreifen dabei die Gelegenheit,

moderne Energietechnologien

zu erproben und deren Wirkungsweise zu

demonstrieren. Die Realisierung der sogenannten

„Zero Emissions“-Stadt ist bei der

„My Smart City Graz“ das angestrebte Ziel

der Experten. Unter anderem sollen neue

Solarmodule sowie Komponenten zur urbanen

Solarstromerzeugung und solare

Kühlungen die Gebäude im Stadtteil zieren.

Demonstrationsbauten wie der Science Tower

und Wohnquartiere, die mithilfe eines

lokalen Energienetzes versorgt werden,

unterstreichen zusätzlich den innovativen,

umweltverträglichen Charakter des städtebaulichen

Projekts. Doch nicht nur in Bezug

auf Nachhaltigkeit überzeugt die „My

Smart City Graz“. Vielversprechende Architekturkonzepte,

die sich an den Bedürfnissen

der Bewohner orientieren, lassen auf

einen gut durchdachten, stimmigen Städtebau

schließen.

Fließende Landschaften trotz

hoher Bebauungsdichte

Das Areal der „My Smart City Graz“ gliedert

sich in zwei große Bereiche – und zwar Mitte-Nord

und Süd. Während sich die Architektur

für den südlichen Teil des Projekts

© My Smart City Graz

in Bau befindet und einige Einrichtungen

wie die Volksschule des Schulcampus auch

schon eröffnet wurden, so ist der nördliche

Abschnitt noch in der Planungs- und

Umsetzungsphase. Der Architekturwettbewerb

ist jedoch auch hier bereits abgeschlossen.

Als Sieger desselben ging das

Büro Nussmüller Architekten ZT GmbH

aus Graz hervor.

Im Mittelpunkt ihres Entwurfs steht eine

fließende Landschaft. Sie durchdringt die

Bebauung wie ein grüner Teppich und

schafft mit einem variierenden Höhenniveau

Abwechslung. Dabei dient die Grünfläche

der räumlichen Verbindung der öffentlichen

und halböffentlichen Bereiche

zwischen den Gebäuden. Der Naturraum

schafft so im gesamten Areal Intimität und

fördert die Vernetzung und Kommunikation.

Auch im privaten Umfeld fördert das

Grün die Wohnqualität – denn alle Wohnungen

im Quartier profitieren von begrünten

Innenhöfen.

Auf ihrer Stadtlandschaft platzieren Nussmüller

Architekten zwei Wohnbauten,

wobei das Niveau der Gebäude um sechs

Meter angehoben wird. Beide Einheiten

kennzeichnet eine hohe Durchlässigkeit,

allerdings schaffen sie trotzdem ein Quartier

mit maximaler städtebaulicher Dichte.

Zur Bahn hin sehen die Architekten die

Errichtung einer Photovoltaik-Fassade

vor – diese dient nicht nur der Energiegewinnung,

sondern sie fungiert gleichzeitig

als Lärmschutz. All diese Planungsmaßnahmen

streben die Maximierung der Lebensqualität

der zukünftigen Bewohner

des Viertels an – und gemäß dem heutigen

Entwicklungsstand wird den Planern dies

auch gelingen.

u

© My Smart City Graz


architektur FACHMAGAZIN

8

Architekturszene

Ein großer urbaner Platz mit Büroflächen

und mehreren Gastronomiebetrieben wird

schließlich den Eingangsbereich in den

Stadtteil markieren. Er dient dabei als

städtebauliche Verbindung zwischen dem

Quartier Mitte-Nord und dem Science

Tower mitsamt der 2003 eröffneten Helmut-List-Halle.

Der Entwurf von Nussmüller Architekten

ZT GmbH sieht die Errichtung von fast 438

Wohnungen vor, wobei 10.000 Quadratmeter

Fläche für Gastronomie, Geschäfte,

Bürogebäude sowie Grün- und Freiflächen

eingeplant sind. Die Umsetzung wird durch

fünf Investoren – darunter die Haring

Group, TRIVALUE Real Estate Investments

und WEGRAZ – in Angriff genommen.

Belebte Quartiere

der Nutzungsmischung

Auf eine ausgewogene Kombination aus

Wohnen, Arbeiten und Freizeit beim Projekt

„My Smart City Graz“, legen die Planer

großen Wert. Abgerundet wird der Nutzungsmix

durch ein ausgereiftes Bildungsangebot

und zeitgemäße Stadträume.

Bereits im Jahr 2015 schrieb die Stadt Graz

einen Architekturwettbewerb zur Errichtung

eines Schulcampus aus Neuer Mittelschule

und Volksschule aus. Daraus ging

der Entwurf der Architektin Alexa Zahn als

Siegerprojekt hervor. In puncto Bauweise

und pädagogischem Konzept legt das

Projekt seinen Schwerpunkt auf Ökologie,

Nachhaltigkeit und urbane Technologien.

Die großzügige Anlage der Freiräume

und die auf Flexibilität ausgerichteten

Schulräume gewährleisten eine vielfältige

Nutzung. In den unterrichtsfreien Zeiten

stehen die Freizeitflächen auch der Bevölkerung

der „My Smart City Graz“ für Sport,

Lesungen und Veranstaltungen zur Verfügung.

Das Design der Schule ist also durchweg

auf Inklusion ausgelegt und entspricht

dadurch den strengen Vorgaben der intelligenten,

innovativen Stadt.

© Clemens Stockner

Auch der Entwurf zur „Cool City“ von Architekt

Georg Eder überzeugt mit Vielseitigkeit.

In vier Baukörpern bringt der Planer

ein Studentenwohnheim, Geschäfts- und

Gastronomiebetriebe sowie Wohnungen

unter. Hier sorgt eine gelungene Mischung

aus öffentlichen und halböffentlichen Zonen

für eine hohe Aufenthalts- und Lebensqualität

– und das bei einer hohen Bebauungsdichte.

Das smarte Quartier der Forschung

Innovation kommt in der „My Smart City

Graz“ keinesfalls zu kurz. Deutlich machen

das auch die bereits realisierten Projekte

– diese haben sich trotz ihres kurzen Bestehens

bereits einen Namen gemacht. Ein

wichtiger Bestandteil und obendrein der

erste Baustein der „My Smart City Graz“,

ist der Science Tower. Das 60 Meter hohe

Gebäude wurde – nach dem Entwurf von

Architekt Markus Pernthaler – durch SFL

Technologies errichtet und ist ein Zentrum

der Wissenschaft und Forschung. Die Eröffnung

des Science Towers mit 13 Etagen

erfolgte im September 2017. Heute fungiert

der Bau selbst als Forschungsobjekt – an

ihm können Wissenschaftler neue Gebäudetechnologien

austesten.

Kennzeichnend für den Tower ist dessen

doppelschalige Fassade, die sich wie ein

Mantel um die Grundstruktur schwingt.

Auf ihr befindet sich eine Photovoltaik-Anlage

zum Generieren von Energie. Bis zum

dritten Geschoss besteht die Turmfassade

aus Metall, wobei sie darüber von Lärchenholz

abgelöst wird.

Die 13. Etage – also das Dach des Science

Towers – steht als Biosphäre für Urban

Gardening zur Verfügung. Im April 2020

rief Joanneum Research Life hier das erfolgreiche

Rooftop Farming ins Leben. Im

Herbst desselben Jahres fand bereits die

erste Ernte auf dem Dach des Gebäudes

statt. Der Forschungsturm ist damit ein

Musterbeispiel gelebter Innovation.

Mit dem derzeitigen Entwicklungsstand

hat die „My Smart City Graz“ durchaus

gute Chancen, der innovativste und zugleich

nachhaltigste Stadtteil Österreichs

zu werden. Neue Erkenntnisse werden in

der intelligenten Stadt direkt umgesetzt

und in Form moderner, qualitätvoller Bauund

Lebensweise implementiert. Architektur

und Energieautarkie bilden hier eine

stimmige Dualität.


www.architektur-online.com

9

Magazin

NIGHTTUNE

UMWELTBEWUSSTE GESTALTUNG DES LICHTS.

Die Natur braucht kein künstliches Licht: geben wir unserer Flora und

Fauna ihre Dunkelheit während der Nacht wieder, minimieren wir die

Lichtverschmutzung und schonen das Ökosystem. Ein Kompromiss,

welchen wir Menschen gern eingehen – Weil wir es können!

SIE KÖNNEN DAS AUCH!

UMWELTSCHUTZ MIT

NIGHTTUNE TECHNOLOGIE

• perfekter Mix von LED Farbtemperaturen

• LED Multi-Chip (Entwicklung Zumtobel Group)

• NightTune Technologie: LED 2200 K – 4000 K

mit perfekter Farbmischung

NightTune ist Teil der Leuchte Plurio

Erfahren Sie mehr

über NightTune

thornlighting.at/de-at


architektur FACHMAGAZIN

Zumtobel Group

Award 2021

Die Zumtobel Group schreibt für das

Jahr 2021 erneut ihren Architekturpreis

mit internationaler Reichweite aus. Der

„Zumtobel Group Award – Innovations

for Sustainability and Humanity in the

Built Environment“ fördert zukunftsweisende

Konzepte und Entwicklungen

zu mehr Lebensqualität und Nachhaltigkeit

in der gebauten Umwelt und

deren Gestaltung.

Mit dem Architekturpreis in zwei Kategorien

adressiert der Lichtkonzern zentrale Themen

unserer Zeit, wie etwa den Umgang mit

knappen Ressourcen, die Möglichkeiten neuer

Nutzungen im Bestand, nachhaltige Entwicklungskonzepte

für den urbanen wie auch

ländlichen Lebensraum sowie die Anwendung

neuer Materialien und innovativer Prozesse.

10

In der Zeit vom 25. November 2020 bis 15.

März 2021 können Architektur- und Ingenieurbüros,

Stadt- und Landschaftsplaner,

Universitäten und Technologieunternehmen,

NGOs sowie öffentliche und private Initiativen

ihre aktuellen Projekte einreichen.

Magazin

Das öffentliche Online-Ausschreibungsformular

ist unter folgendem Link abrufbar: https://

zumtobel-group-award.submit.to/register/

Brillux Design Award 2021

Der internationale Brillux Design Award

ist ein wegweisender Wettbewerb rund

um die besten Fassaden- und Innenraumgestaltungen.

Noch bis zum Jahresende können Fachhandwerker,

Architekten und Planer ihre

außergewöhnlich gut gelungenen Arbeiten

zur aktuellen Auslobung einreichen. Teilnehmen

können alle Arbeiten, die zwischen

dem 01.01.2019 und 31.12.2020 mit Brillux

Produkten realisiert worden sind.

Prof. Roger Riewe, Architekt und Geschäftsführer

des vielfach prämierten Büros Riegler

Riewe Architekten (Graz und Berlin), ist

in die Jury des Brillux Design Awards 2021

berufen worden und wird zusammen mit

weiteren international erfahrenen Architekten

und Handwerkern im nächsten Jahr

mit über die Auszeichnungen entscheiden.

Seine Empfehlung an Kollegen und Handwerksbetriebe

in Österreich lautet: „Beim

Brillux Design Award können Objekte aus

Österreich ihre Wettbewerbsfähigkeit testen

und von der Öffentlichkeit profitieren,

die der Wettbewerb schafft.“

Alle Informationen zum Brillux Design Award

2021 und die Online-Teilnahmeunterlagen stehen

auf www.brillux.at/design-award bereit.

Brillux Farben GmbH

T +43 732 370740-0

info@brillux.at

www.brillux.at


www.architektur-online.com

11

Magazin


architektur FACHMAGAZIN

12

Magazin

Erster Platz „Capa Verde“

Hoch hinaus

Die Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie, VÖZ, hat in Zusammenarbeit mit

den Technischen Universitäten Österreichs vor 15 Jahren die Concrete Student Trophy

ins Leben gerufen. Ziel des jedes Jahr mit insgesamt 12.000 Euro dotierten Wettbewerbs

ist es, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Architektur und Bauingenieurwesen

bereits während der Ausbildung zu fördern. Das Thema des Studentenwettbewerbs

2020 war ein Hochhaus mit Begrünung, gefragt war ein Vorentwurf für das Baufeld H5

in der Seestadt Aspern, direkt am See. Die Jury, unter dem Vorsitz von Architektin Silja

Tillner, prämierte sieben Projekte aus 15 Einreichungen.

Sebastian Spaun, Geschäftsführer der VÖZ,

zeigt sich von den Entwürfen begeistert:

„Keine einfache Aufgabe und so vielfältige

Antworten. Erfreulich ist vor allem, dass die

Studierenden mit Themen wie Klimaschutz

und Ressourcenschonung offensichtlich bereits

ganz selbstverständlich umgehen. Ich

sehe aber ebenso den Gewinn durch das

Zweiter Platz „Living Tetris“

interdisziplinäre Tüfteln – nahezu alle Vorschläge

sind gut realisierbar.“ Auch für die

Jury waren der Wettbewerb und die höchst

unterschiedlichen Ansätze ein Erlebnis. Silja

Tillner zum Siegerprojekt „Capa Verde“ von

der TU Graz: „Das Projekt löst die komplexe

Aufgabenstellung auf eine sehr einfache

und plausible Art und Weise. Die Verbindung

von Architektur und Begrünung ist sehr gut

gelungen. Sehr spannend und innovativ ist

die Lösung mit Öffnungen in den auskragenden

Scheiben zur Unterbringung größerer

Bäume. Fassadengliederung und Begrünung

vermindern zudem die Auswirkungen

sommerlicher Überhitzung und verbessern

durch die Rauigkeit die Aufenthaltsqualität

der wohnraumbezogenen Freiräume.“

Erster Platz „Capa Verde“ (TU Graz)

Auszug aus der Jurybegründung: Das Gebäude

fügt sich städtebaulich unaufdringlich,

jedoch sehr elegant in die prominente Lage

am See ein und wirkt als attraktiver Wohnturm

überzeugend. Preisgeld: 3.000 Euro

Zweiter Platz „Living Tetris“ (TU Wien)

Auszug aus der Jurybegründung: Beeindruckend

sind die ausführlichen Überlegungen

zum vielfältigen Begrünungskonzept. Die

Begrünung an der tragenden Konstruktion

ist, insbesondere durch Unterstützung der

tragenden Wirkung, günstig realisierbar. Das

Team erhielt ein Preisgeld von 2.500 Euro.


www.architektur-online.com

13

Magazin

Dritter Platz „Ein Familienhaus“

Vierter Platz „Grüne Spirale“

Dritter Platz „Ein Familienhaus“ (TU Wien)

Auszug aus der Jurybegründung: Die Jury

lobt explizit die professionelle Präsentation

sowie die erkennbar schlüssige Zusammenarbeit

des Projektteams. Das Konzept entspricht

dem Trend des allgemeinen Wunsches

nach einem Haus mit Garten, gelöst

als bauplatzsparender Ansatz. Preisgeld:

2.000 Euro

Vierter Platz „Grüne Spirale“ (TU Wien)

Auszug aus der Jurybegründung: Bestechende

Idee der Spirale von geschossweise

versetzten und mittels Treppen miteinander

verbundenen Freiräumen. Durch das

Andocken dieser Freiflächen an die Stiegenhäuser

erhalten diese eine – gerade in

Hochhäusern wichtige – zusätzliche Qualität

(Belichtung, Ausblick) und Erweiterung

mit gemeinschaftlich nutzbaren Flächen.

Preisgeld: 1.500 Euro

Eine Anerkennung, dotiert mit jeweils 1.000

Euro, erhielten die Projekte „Concrete Jungle

– die vertikale Stadt“ (TU Wien), „climbing

curtain“ (TU Wien) und „Green Lakeview

Tower“ (TU Graz).

VÖZ Vereinigung der

Österr. Zementindustrie

T +43 (0)1 714 66 85-23

www.zement.at/concretestudenttrophy

BEWEGLICHE GLASFASSADEN

FÜR BALKONE MIT MEHRWERT: Effektiver Schall- und Wetterschutz

raumhoch oder auf Brüstung · komplett zu öffnen · individuelle Projektlösungen

solarlux.com


architektur FACHMAGAZIN

14

Magazin

Der Freibeuter

Biophiles Design, das auf einer engen Beziehung zwischen den Nutzern der Räume

und der Natur basiert, bildet die Grundlage des Projekts Freebooter vom Amsterdamer

Studio GG-loop im Amsterdamer Zeeburgereiland. Nach diesem Konzept

entstanden dort zwei Apartments, in denen die technischen Aspekte des umweltbewussten

Bauens mit den Erfahrungen in der Gestaltung von organischen und

natürlichen Räumen kombiniert sind.

Fotos: Michael Sieber, Francisco Nogueira

Unter anderem untersuchten die Architekten dafür

die Bewegung der Sonne über den gesamten Jahresverlauf,

um die Form und Positionierung der Lamellen

des Gebäudes für optimales Sonnenlicht in den Wohnungen

bei gleichzeitiger Wahrung der notwendigen

Privatsphäre der Bewohner zu entwickeln. Der Grundriss

und das Raumkonzept wurden basierend auf dem

täglichen Nutzerverhalten und den typischen Aufgaben

der Bewohner erstellt – so entstand ein gesunder

und produktiver Lebensraum für Erholung und Leben.

Maritimes Design war die Hauptquelle der Ästhetik

von Freebooter und auch eine Quelle ihrer Inspiration:

So wurde die Konstruktion bis ins letzte Detail

vorgefertigt und auch die verwendeten Materialien –

westliche rote Zeder, Kiefer und Stahl – sind Zitate an

den Schiffsbau.

www.freebooter.nl


15

BEGA Leistungsscheinwerfer für hocheffiziente Lichtleistungen bei

sehr kompakter Bauweise. Er verfügt über das Lichtlenkungssystem

BEGA Vortex Optics ® für höchsten Beleuchtungs- und Sehkomfort,

langlebige LED-Module sowie dauerhafte Netzteile und ist in verschiedenen

Lichtstärkeverteilungen erhältlich. In der RGB W-Ausführung

wird die breite Palette der Farblicht-Atmosphären erlebbar.

BEGA Leuchten GmbH – Competence Center Innsbruck · Grabenweg 3

6020 Innsbruck · Telefon 0512 34 31 50 · Fax 0512 34 31 50 89

info-austria@bega.com · www.bega.com

www.architektur-online.com

Magazin

Das gute Licht.

Für spannende Inszenierungen.


architektur FACHMAGAZIN

16

Magazin

Historischer Marktwert

Die Ende des 19. Jahrhunderts entworfene Markthalle Sant Antoni in Barcelonas

Stadtteil Eixample konnte durch das lokale Architekturbüro Ravetllat arquitectura

revitalisiert und umgebaut werden. Entstanden ist dabei nicht nur die zur

Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner notwendige Infrastruktur, sondern

auch ein Anziehungspunkt für Touristen und im dicht verbauten Stadtviertel ein

attraktiver öffentlicher Aufenthaltsraum.

Fotos: Adrià Goula

Die Gebäudeform der Markthalle entspricht im

Grundriss einem griechischen Kreuz, das sich in den

von Ildefons Cerdà gestalteten Rasterplan für die Erweiterung

Barcelonas mit seinen 113 x 113 m großen

Baublöcken nahtlos einfügt. Die Markthalle nimmt

den gesamten Gebäudeblock ein, wodurch an seinen

Kanten vier kleine Plätze entstehen, die ebenfalls als

temporäres Marktgebiet genutzt werden.

Wie an dieser Stelle mit dem Raster und dem Baublock

umgegangen wird, ist einzigartig und so stellt

der Sant Antoni Markt einen zentralen Ankerpunkt

und Treffpunkt im Stadtgefüge dar. Die Entscheidung,

die bestehende Markthalle zu renovieren und

umzugestalten, sowie die ursprüngliche Nutzung

beizubehalten und sogar verbesserte Bedingungen

zu schaffen, stärkt die Identität der Stadt und erhöht

ihren historischen Wert. Die aufwändige Renovierung

der ornamentalen Eisenkonstruktion und der bekrönenden

achteckigen Kuppel erfolgte über zehn Jahre

hinweg, ebenso erfolgt eine Unterkellerung des

Grundstückes über vier Geschosse. Die drei untersten

Geschosse werden dabei für die Anlieferung und

als Parkraum für Autos verwendet. So können die angrenzenden

Straßen frei von parkenden Autos gehalten

werden und den Bewohnerinnen und Bewohnern

als attraktiver Aufenthaltsraum zu Verfügung stehen.

Der Raum unter der Markthalle wurde als überdachte

Fußgängerpassage zugänglich gemacht. Von zwei

anschließenden Straßen gelangt man in das erste

Untergeschoss, das als überdachte Erweiterung des

Platzes dient. Durch diese Freilegung konnte auch

die historische Stadtmauer, die mit einer ihrer Bastionen

die Markthalle streift, im Stadtraum sichtbar und

erlebbar gemacht werden.


www.architektur-online.com

17

Magazin

Märkte, als Ort, um mit Lebensmittel und Waren zu

handeln, zählen zu den frühesten Bausteinen einer

Stadt. Bekanntlich gab es schon im antiken Griechenland

die „Agora“ und zur Zeit der römischen Antike

das „Forum“ – beides bezieht sich auf das Vorhandensein

eines Marktplatzes. Auch in den Städten

des 21. Jahrhundert kommt Märkten nach wie vor

eine wichtige und sogar steigende Bedeutung zu.

In immer weiter und schneller wachsenden Städten

muss die Versorgung der zunehmenden Stadtbevölkerung

ermöglicht und sichergestellt werden. Im

Unterschied zu Supermarkt-Ketten bieten Märkte ein

sinnliches und meist auch architektonisch spannendes

Einkauferlebnis. Die Renovierung und der Umbau

des Sant Antoni Marktes durch Ravetllat arquitectura

stellt dafür ein gelungenes Beispiel dar, das nicht

nur durch sein Einkaufserlebnis und seine Architektur

Eindruck schindet, sondern vor allem auch durch

identitätsstiftende und Atmosphäre schaffende Anmutung

im Stadtraum.


architektur FACHMAGAZIN

18

Magazin

Urbanes

Wohnzimmer

Den Marktplatz in der deutschen Stadt Willich gestaltete das Landschaftsarchitekturbüro

KRAFT.RAUM. als einen generationenübergreifenden Freiraum, der den

Menschen als urbanes Wohnzimmer zur Verfügung steht.

Fotos: Nikolai Benner


www.architektur-online.com

19

Magazin

NEU!

SPC - CORE COLLECTION

Primär werden das Wesen und die Größe des Marktplatzes

in Willich durch die Kirche bestimmt. Er unterliegt

dabei einer klaren Unterteilung in Bereiche mit

verschiedenen Charakteren. Es sind ruhige und kommunikative

Bereiche, Aufenthalts- und Aktivzonen

vorhanden, die sich um eine freie Mitte herum gliedern.

Diese kann multifunktionell für den Markt, Veranstaltungen

und Feste genutzt werden. Unterschiedliche

Stadtmöbel kennzeichnen die einzelnen Bereiche und

verleihen ihnen ihre spezifische Qualität.

An der Kirchenfassade grenzt am Platz der kommunikative

Bereich an. Eine über zwölf Meter lange Tafel

lädt Jung und Alt zur Interaktion miteinander ein. Einen

weiteren Anziehungspunkt stellt das Fontänenfeld

am südlichen Teil des Platzes dar. Eigens für den

Platz entworfene Elemente bieten Platz unter Bäumen

zum Sitzen und Liegen.

Auf unterschiedliche Generationen muss im öffentlichen

Raum auch verschieden reagiert werden.

Junge Menschen nehmen den öffentlichen Raum

vergleichsweise schnell ein und finden kreative Lösungen,

um ihn zu nutzen. Anders sieht es bei älteren

Menschen aus. Diese benötigen verstärkt ansprechende

Angebote und für sie nutzbare Sitzmöglichkeiten,

um sich den öffentlichen Raum anzueignen.

Der Marktplatz in Willich ist für alle Generationen da

und zeigt, wie vielseitig Platzgestaltung sein kann.

Dennoch ist diese eher zurückhaltend ausformuliert

und tritt nicht dominant in den Vordergrund. Die

größte Aufmerksamkeit soll der immer noch ältesten

Dame am Platz zukommen: der altehrwürdigen neugotische

Pfarrkirche St. Katharina.

powered by

www.project-floors.com


architektur FACHMAGAZIN

20

Magazin

Auf grüne

Nachbarschaft

Grün – von den öffentlichen Freiflächen der Begegnungszone des Erlaaer Flurs

über die Fassade, bis hinauf auf die Dachterrassen des Gebäudes Wabe 23 von

Treberspurg & Partner Architekten soll man in Zukunft sehen. Begrünung und

Urban Gardening bilden das übergeordnete Konzept für das Stadtentwicklungsgebiet

im Süden Wiens.

Fotos: Rupert Steiner, Christoph Treberspurg


www.architektur-online.com

21

Magazin

Städte zu kühlen ist eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben,

denen sich auch die Architektur zu stellen

hat. Die Begrünung von Dachflächen, Fassadenflächen

und Straßen ist dabei ein wichtiges Instrument.

Begrünungen senken die Umgebungstemperatur

und den Energiebedarf der Gebäude, sie beeinflussen

das Mikroklima der Stadt positiv, verringern die

Lärmbelastung und tragen zur Luftqualität bei, indem

Feinstaub gebunden wird.

Um urbanes Grün für die Wabe 23 entstehen zu lassen

entwickelten die Architekten zusammen mit dem

internationalen Kompetenzzentrum für Bauwerksbegrünung

green4cities einen modularen Begrünungsbaukasten,

der sich aus verschiedenen Elementen

zusammensetzt: Blumentröge mit Spannseilen, Blumenbalkone,

Pflanztröge in drei verschiedenen Größen

und Pflanztröge mit Rankgitter. Die verschiedenen

Elemente wurden auf den privaten Außenflächen

angebracht, die alle straßenseitig orientiert sind und

so ein grünes und differenziertes Fassadenbild entstehen

lassen. Zum Einsatz kamen sie auch für die

drei in den Baukörper eingeschnittenen zweigeschossigen

Terrassenflächen, die allen Bewohnerinnen

und Bewohnern als zusätzliche Außenräume

zur Verfügung stehen, ebenso wie auf den beiden

begrünten Dachterrassen. Diese sollen das grüne

Konzept auf den Dachflächen mit Hochbeeten und

Pflanztrögen fortsetzen und auch tierische Lebensräume

schaffen. So soll vor allem den Wildbienen eine

attraktive urbane Heimat geboten werden.

Die vielfältigen, gemeinschaftlichen Grünflächen der

Hausbewohnerinnen und Hausbewohner sollen auch

zu deren sozialen Interaktionen beitragen. Urban

Gardening findet sowohl auf den privaten, als auch

auf den gemeinschaftlich genutzten halböffentlichen

Außenflächen statt. Die Mitgestaltung der Grünflächen

durch die Nachbarschaft ist möglich und gewünscht.

Durch dieses bewusste Einbeziehen der

Hausgemeinschaft bei der Gestaltung können sich

die Bewohnerinnen und Bewohner stärker mit ihrem

Wohnumfeld identifizieren. Langfristig wird auch die

Pflege des Grüns von ihnen selbst organisiert.

Dass ein derartiges Konzept funktionieren und zur

Zufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohner beitragen

kann, zeigt der Wohnpark Alterlaa von Harry

Glück, der sich in nächster Umgebung befindet. Sein

Wohnkonzept, das die privaten Freibereichen mit

Pflanztrögen ausstattet und großzügige Gemeinschaftsflächen

schafft, findet bei der Wabe 23 von

Treberspurg & Partner Architekten eine zeitgemäße

Interpretation und Fortsetzung. Interessant wird es

sein zu beobachten, wie sich das Grün dort in den

nächsten Jahren vollends entfalten wird.

Jan Snel baut smarter,

schneller und schonender

Jan Snel baut und liefert Gebäude von höchster Qualität. Auch

wenn unsere Gebäude auf den ersten Blick nicht anders aussehen,

bietet unsere innovative modulare Bauweise enorme Vorteile.

Die Gebäude werden zum größten Teil in der Fabrik hergestellt,

wodurch Jan Snel smarter, schneller und schonender baut als mit

herkömmlichen Verfahren. Unsere innovative Vorgehensweise

ermöglicht einen Zeitgewinn von 30 bis 50 Prozent und halbiert

zudem den CO 2

-Ausstoß bei jedem Projekt. Jan Snel setzt die

Zukunft des Bauwesens schon jetzt in der Praxis um.

| WOHNEN | ARBEITEN | BILDUNG | PFLEGE & GENESUNG | SPORT & VERANSTALTUNGEN | JANSNEL.DE


architektur FACHMAGAZIN

22

Magazin

Neu interpretiert

Diskretion nach Außen und Modernität im Innenraum, das waren die Vorgaben

des Bauherrn an die Planer von Bergmeisterwolf Architekten. Diese setzten seine

Wünsche in gelungener Verbindung von traditioneller Bauweise und zeitgemäßer

Materialanwendung beim Einfamilienhaus Villa b um. Als formale Inspirationsquelle

dafür diente ihnen der klassische Stadel mit Satteldach aus Holz und einem

Sockel aus Stein. Daraus leiteten sie einen selbstbewussten Baukörper aus Beton

ab, der sich in Form und Volumen perfekt in die Umgebung integriert.

Fotos: Gustav Willeit

Das klassische Satteldach neu zu definieren haben

sich die Planer hier zur Aufgabe gemacht und zu diesem

Zweck etwa fünfzig Modelle erstellt. Dabei wurde

die klassische Faltung des Satteldaches versetzt,

erhöht sowie vertieft und diverse Einschnitte in den

Baukörper erprobt, bis schlussendlich die gesuchte

Form entstanden ist. Zur Straße hin zeigt sich das

Gebäude einfach und sehr kompakt mit gezielt inszenierten,

unterschiedlich großen Öffnungen, die teils

fix verglast, teils bündig mit der Fassade ausgeformt

sind. Weder Dachrand noch Regenrinne stören die

formale Klarheit. Gartenseitig präsentiert sich das

Einfamilienhaus scheinbar zweigeteilt: Ein Baukörper

mit Satteldach und von dessen Trauflinie ansteigend

ein zweiter mit Pultdach, das sich von der Straße zur

Landschaft hin keilförmig öffnet.

Auch für die verwendeten Materialien wird der bäuerliche

Stadel zur Referenz. „Traditionell war der

Sockel dieser Bauwerke aus Stein“, erläutert Architektin

Michaela Bergmeisterwolf. Die Zugangsrampen

zu Haus- und Garageneingang und deren Verbindung

sind in Waschbeton ausgeführt, ebenso wie

eine Mauer die straßenseitig als Abgrenzung dient.

Als Metapher für den Sockel setzt sich diese in der

Fassade fort. „Je mehr sich Waschbeton auswäscht,

desto ähnlicher wird er dem Naturstein“, so die Architektin.

„Die zeitgemäße Interpretation des Steins

ist für uns der Beton.“ Die Gebäudehülle ist großteils

in doppelschaligem Beton ausgeführt, der verputzt

wurde, um sich – dem Wunsch des Bauherrn entsprechend

– bestmöglich in die Umgebung zu integrieren.

In Anlehnung an die Bauernhöfe der Umgebung

wurde im Außenbereich schwarzbraun lackiertes

Lärchenholz zur Eindeckung des Daches, für Schiebeläden

aber auch für Fenster- und Türrahmen verwendet,

die einen klaren Kontrast bilden.


www.architektur-online.com

23

Magazin

Während sich der Außenbereich stark an der Umgebung

orientiert, sind die Innenräume das Ergebnis

eines gekonnten Zusammenspiels von Proportionen,

Perspektiven und Materialität. „Der Innenraum sollte

bewusst einen Kontrast zur Gebäudehülle bilden“,

erklärt die Architektin. „In diesem Sinne ist das Dach

innen in Sichtbeton ausgeführt.“ Zur Schalung kamen

Holzbretter zum Einsatz, deren Positionierung

beim Satteldach vom First ausgehend vertikal und

beim Pultdach parallel zum First eingesetzt wurde.

Diese bewusste Anordnung macht die Dachfaltungen

klar spür- und erlebbar. Eine Treppe mit vertikaler

Holzverschalung unterteilt als zentrales Element

die Freiflächen im Erdgeschoß. Analog dazu wurde

die dahinterliegende Sichtbetonwand mit vertikalen

Brettern geschalt. Naturbelassene Holzverkleidungen

sowie Schwarzstahl für Küche, Eingangsportal

und Wandelement ergänzen die puristische Auswahl

der Materialien, deren Übergänge mit äußerster Präzision

und visueller Einfachheit scheinbar fugenlos

ausgeführt wurden. Die dynamische Raumabfolge

orientiert sich auf die Ausblicke in die umgebende

Landschaft und bildet mit dieser eine Einheit. Eine

selbstbewusste Geste, bei der Sichtbeton die Modernität

zum Ausdruck bringt – für eine private Idylle mit

Blick in die Zukunft.

www.baustoff-beton.at

www.natürlich-beton.at


architektur FACHMAGAZIN

24

Magazin

Fotos: Gergely Kenéz

Kompakt gehalten

Mit der Saint Gellért Hall des ungarischen Architekturbüros épitész stúdió ist das

St. Margaritae Gymnasium in Budapest nicht nur um eine ansehnliche Sporthalle

reicher, sondern wird auch durch einen zusätzlichen Sportplatz im Außenraum und

einen großzügigen Park erweitert.

Die neue zur Schule zugehörige Sport- und

Veranstaltungshalle arbeitet mit dem natürlichen

Geländesprung des Grundstücks,

wodurch das untere Geschoss der zweigeschossigen

Halle in das Erdreich hineinversetzt

wurde. Sie befindet sich an der Stelle,

wo sich zuvor einige Sportplätze über das

gesamte Grundstück verteilten. Diese wurden

jetzt in der Halle und auf ihrem Dach

gebündelt, sodass ein Teil des Grundstückes

entsiegelt werden konnte und nun als

zusätzlicher grüner Außenbereich in Form

eines Gartens von der Schule genutzt werden

kann.

Die untere Ebene der Halle ist über den Hof

vom Schulgebäude aus zugänglich. Auch

die Schließfächer, Umkleiden und weiteren

Nebenräume befinden sich auf dieser

Ebene. Sie nehmen den Raum unter der Zuschauertribüne

ein, die von der oberen Ebene

aus zugänglich ist. Diese erreicht man

mit einer Rampe über einen kleinen Vorbereich,

der ein beliebter Aufenthaltsbereich

bei den Schülerinnen und Schülern ist. Auf

dieser Ebene öffnet sich die Halle über die

gesamte Fassade in Richtung Süden.

Die rationale Aufteilung und Gestaltung der

Halle stellt ihre gute Nutzbarkeit sicher. Obwohl

es sich bei der Betonkonstruktion der

Halle um ein sehr schweres Material handelt,

wirkt es durch seine gewählten Proportionen

dennoch sehr leicht und filigran.

Die Holzoberflächen des Innenraumes kontrastieren

mit denen des Sichtbetons. Nicht

zuletzt wurde auf dem Dach der Halle ein

zusätzliches Sportfeld im Außenraum geschaffen.

Die Fassadenverkleidung der Halle

mit verzinkten Stahlrohren zieht sich dafür

als Umzäunung des Sportfeldes bis über die

Dachebene hinaus nach oben. Auf 1280 m²

schafft das épitész stúdió eine kompakte

Sport- und Veranstaltungshalle, die über ihren

eigentlichen Zweck hinaus sozialen und

ökologischen Mehrwert schafft.


www.architektur-online.com

25

Magazin

© AllesWirdGut Architektur Guilherme Silva Da Rosa

++

Antibakterielle Oberflächen

Antibakterielle Eigenschaften und fachgerechte Desinfektion von Flächen spielen

bei der Verwirklichung von Projekten sowohl im öffentlichen als auch im privaten

Bereich eine immer wichtigere Rolle. Multiresistente Keime und Bakterien könnten

sich überall ansiedeln, daher erfordern sensible Anwendungen ein Mehr an

antibak terieller Eigenschaft der Oberflächen.

Besonders in hochsensiblen Bereichen, wie zum Beispiel

Krankenhäuser, Labore, Betriebe im Gesundheitsbereich,

Schwimmbäder, Schulen, Großküchen oder in

der Lebensmittelindustrie müssen Oberflächen regelmäßig

und nach vorgeschriebenen Gesichtspunkten

gereinigt werden. Dann erst darf die Desinfektion erfolgen.

Das effektivste und beste Mittel der Hygiene

ist und bleibt dabei eine wirksame, regelmäßige Reinigung.

Dies erfordert von den eingesetzten Materialien

zusätzlich eine stärkere Beständigkeit gegen aggressive

oder säurehaltige Reinigungsmittel wie Kalkentferner,

Sanitärreiniger und Desinfektionsmittel.

© Fundermax/Architekt Produkcija Davor Katusic, d.i.a. and team

Die Produkte der Max Compact Interior Kollektion

wurden genau für diese Anforderungen entwickelt.

Auf den Oberflächen wurden alle gängigen und von

der WHO empfohlenen Desinfektionsmittel wie zum

Beispiel Alkohole, Aldehyde und quartäre Verbindungen

getestet. Neben der Beständigkeit gegenüber

Reinigungsmittel besitzen die Flächen ausgeprägte

hygienische, antibakterielle Eigenschaften – die getestet

und nach ISO 22196-07 zertifiziert sind. Diese

Eigenschaften basieren dabei nicht auf der Verwendung

verschiedener Additive, um Bakterien oder

multiresistente Keime an einer Vermehrung zu hindern.

HPL-Compactplatten von FunderMax werden

mit einer komplett geschlossenen, melaminharzbeschichteten

Oberfläche angeboten. Das Wachstum

der Kulturen wird so gleichermaßen verhindert und

Ionen können nicht aus der Oberfläche diffundieren.

Nach 24 Stunden sind auf diesen Oberflächen 99,9 %

der Bakterien und Keime abgestorben.

Die Einsatzgebiete der HPL-Compactplatten sind

breit und vielseitig, egal ob es sich um den öffentlichen-

oder den Privatbereich handelt. Antibakterieller

Schutz ist auch im Privatbereich sinnvoll, vor

allem im Nass- oder Wohnküchen-Bereich bei Arbeitsplatten,

Fronten oder fugenlosen Rückwänden.

FunderMax GmbH

T +43 (0)5/9494-0

www.fundermax.at

office@fundermax.at


architektur FACHMAGAZIN

26

Bau & Recht

Ist das Überbauen

der Grenze des

Nachbargrundes zulässig?

Geringfügige Grenzüberbauten können gemäß herrschender Rechtsprechung

unter Umständen zulässig sein und dazu führen, dass der Eigentümer des Bauwerks

Eigentümer auch des überbauten Nachbargrundes wird. Die Zulässigkeit

von Grenzüberbauten ist jedoch einzelfallbezogen zu beurteilen.

Text: Ing. Mag. Julia Haumer-Mörzinger und Mag. Matthias Nödl

Einen Gutteil der gegenwärtigen Sanierungs-

und Modernisierungsvorhaben von

Bauwerken bilden insbesondere im Wohnbau

nachträgliche Wärmedämmmaßnahmen.

In diesem Zusammenhang können

insbesondere Baumaßnahmen im eng bebauten

Stadtgebiet oder an dicht aneinandergrenzenden

Bauten Schwierigkeiten bei

der Einhaltung der Grenze des Nachbargrundes

bereiten und zu Streitfällen wegen

Grenzüberbauten führen.

Schwierigkeiten können solche Bauvorhaben

insbesondere in Bezug auf Gebäude

bereiten, die an der Grenze des Nachbargrundes

errichtet sind. Möchte der

Eigentümer dieses Gebäudes z.B. die der

Nachbarliegenschaft zugewandte Feuermauer

thermisch sanieren, kann die Stärke

der Wärmedämmung zum Stolperstein werden.

Denn ragt die Wärmedämmung über

die Grundstückgrenze, ist für diese Grenzüberbauung

grundsätzlich die Zustimmung

des Nachbarn erforderlich.

Jedoch ist zu beachten, dass die Problematik

des Grenzüberbaus sowohl Berührungspunkte

im allgemeinen Zivilrecht als

auch im öffentlich-rechtlichen Baurecht

hat. Daher sind bei einer allfälligen Überbauung

der Nachbargrenze beide Materien

zu berücksichtigen.

Besonders bemerkenswert sind insbesondere

die Bestimmungen der Bauordnung

für Wien („BO Wien“), wonach Wärmedäm-

mungen an zum Zeitpunkt des Inkrafttretens

der Bauordnungsnovelle LGBl. für

Wien Nr. 33/2004 bereits bestehende Gebäude

bis 20 cm über Fluchtlinien und in

Abstandsflächen sowie über Mindestabstände

vorragen dürfen (Artikel V Abs 5

BO Wien). Die zwischen den Liegenschaften

verlaufende Grenze muss jedoch nicht

zwingend eine Fluchtlinie gemäß der BO

Wien darstellen, weshalb die Anwendung

der Ausnahmeregelung immer einzelfallbezogen

zu beurteilen ist.

Die jeweiligen Bauordnungen der Bundesländer

normieren vereinzelt Duldungspflichten

der Nachbarn zur Benützung ihrer

Liegenschaften zur Durchführung von

zeitlich begrenzten Bauführungen oder

Instandsetzungsarbeiten an Nachbargebäuden,

sofern diese ansonsten nicht

möglich oder nur mit unverhältnismäßigem

Aufwand möglich sind. Die Benützung der

Nachbarliegenschaften ist demnach jedoch

nur für zeitlich begrenzte Arbeiten zulässig,

nicht aber für dauerhafte Maßnahmen.

Des Weiteren ist nach der BO Wien für das

Baubewilligungsverfahren die Zustimmung

des Eigentümers bzw. aller Miteigentümer

vorzulegen, wenn der Bauwerber nicht

selbst Eigentümer oder nur Miteigentümer

der bebauten Liegenschaft ist. Die Verpflichtung

der Zustimmung des Nachbarn

bei einem allfälligen Grenzüberbau ist jedoch

nicht ausdrücklich gesetzlich geregelt.

Der Verwaltungsgerichtshof vertritt im

Zusammenhang mit Grenzüberbauten die

Auffassung, dass die Frage, wer Eigentümer

eines Bauwerks ist, von der Baubehörde als

zivilrechtliche Vorfrage zu prüfen ist. Bei

der Beurteilung der Eigentumsverhältnisse

am überbauten Grund ist gemäß dem Verwaltungsgerichtshof

zu berücksichtigen,

dass für einen Grenzüberbau, soweit er

nur einen Teil des Bauwerkes auf fremden

Grund betrifft, die allgemeinen Regeln der

§§ 415, 416 ABGB anzuwenden sind.

In Anwendung der §§ 415, 416 ABGB ist

davon auszugehen, dass der Bauwerber

– selbst bei Unredlichkeit – Eigentum an

der überbauten Fläche erwirbt, wenn die

in Anspruch genommene Grundfläche des

Nachbargrundstückes im Vergleich zum

nicht überbauten Teil geringwertig ist. Bei

geringfügiger Überbauung erwirbt daher

der Bauwerber in Analogie zu § 416 ABGB

Alleineigentum an dem Bauwerk und der

überbauten Fläche des Nachbargrundstückes.

Nach dieser Rechtsprechung ist

daher davon auszugehen, dass bei der Anbringung

einer Wärmedämmung, welche

die Grundstückgrenze überragt, der Eigentümer

des Gebäudes außerbücherliches

Eigentum an der überbauten Fläche des

Nachbargrundes erwirbt.


www.architektur-online.com

| BA12-17G |

Bau & Recht

Das Gebäude der Zukunft

kann auch so aussehen

Ideal für Modernisierungen: Die offene,

PC-basierte Gebäudeautomation

von Beckhoff

Zudem kann die Anbringung einer Wärmedämmung,

die die Grundstücksgrenze überragt, auch als Nachbarschaftsstreit

vor Gericht landen, insbesondere

weil der Nachbar – abgesehen von den Bestimmungen

des öffentlichen Baurechts und seinen subjektiv-öffentlichen

Rechten – auch die Möglichkeit hat,

die Beseitigung einer Grenzüberbauung aufgrund

des allgemeinen Zivilrechts geltend zu machen. Der

Nachbar kann beispielsweise eine Besitzstörungsklage

wegen der Beeinträchtigung seines freien Besitzes

sowie eine Klage auf Entfernung von grenzüberschreitenden

Baumaßnahmen erheben.

Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat bereits in ständiger

Rechtsprechung ausgesprochen, dass das Recht

des Nachbarn, sich gegen eine Grenzüberbauung

gerichtlich zur Wehr zu setzen, durch das Verbot der

schikanösen bzw. mißbräuchlichen Rechtsausübung

beschränkt wird. Rechtsmissbrauch bzw. Schikane

liegt bereits dann vor, wenn das unlautere Motiv der

Rechtsausübung augenscheinlich im Vordergrund

steht und andere Ziele der Rechtsausübung völlig in

den Hintergrund treten. Rechtsmissbrauch wird aber

auch dann angenommen, wenn zwischen den vom

Handelnden verfolgten eigenen Interessen und den

beeinträchtigten Interessen des anderen Teils ein

krasses Missverhältnis besteht.

Gemäß dieser Rechtsprechung kann der Schikaneeinwand

bei einem geringfügigen Grenzüberbau berechtigt

sein, wenn eine Verhaltensweise des Nachbarn

vorliegt, die weit überwiegend auf eine Schädigung

des Bauführers abzielt und die Wahrung und Verfolgung

der sich aus der Freiheit des Eigentums ergebenden

Rechte deutlich in den Hintergrund tritt. Der

OGH hat beispielsweise bereits eine Überbauung der

Grundstücksgrenze durch einen Zubau mit der Länge

von 10,16 m und einer Breite von 23 cm in einer

Höhe von ca. 3 bis 7,5 m als bloß geringfügig qualifiziert

und daher als zulässig erachtet. Der Bauführer,

der eine thermische Sanierung durchgeführt und eine

Wärmedämmung angebracht hat, könnte daher den

Schikaneeinwand gegen eine Beseitigungsklage des

Nachbarn erheben, sofern die Grenzüberbauung geringfügig

im Sinn der Judikatur ist.

www.beckhoff.at/building

So wird wertvolle Bausubstanz nicht nur erhalten, sondern zukunftsfit

gemacht: Mit der integralen Gebäudeautomation von Beckhoff

implementieren Sie alle Möglichkeiten der Kommunikations- und

Steuerungstechnik – angepasst an die individuellen Bedürfnisse der

Immobilie. Alle Gewerke werden von einer einheitlichen Hard- und

Softwareplattform gesteuert: Ganz gleich, ob es um die nutzungsgerechte

Beleuchtung, die komfortable Raumautomation oder

die hocheffiziente HLK-Regelung geht. Für alle Gewerke stehen

vordefinierte Softwarebausteine zur Verfügung, die das Engineering

enorm vereinfachen. Funktionserweiterungen oder -änderungen sind

jederzeit möglich. Das Ergebnis: Durch die optimale Abstimmung aller

Gewerke werden die Energieeinsparpotenziale voll ausgeschöpft und

die Effizienz der Bewirtschaftung deutlich erhöht.

Die ganzheitliche Automatisierungslösung

von Beckhoff:

Zwecks Vermeidung langwieriger und kostenintensiver

Nachbarschaftsstreitigkeiten ist es jedoch in

Zweifelsfällen empfehlenswert, vor Durchführung

einer thermischen Sanierung zumindest die Zustimmung

des jeweiligen Nachbarn zur Bauführung

einzuholen oder sich allenfalls eine (verbücherungsfähige)

Dienstbarkeit vom jeweiligen Nachbarn einräumen

zu lassen, wenn das Risiko einer Überbauung

der Nachbargrundgrenze besteht.

Flexible

Visualisierung/

Bedienung

Skalierbare Steuerungstechnik,

modulare I/O-

Busklemmen

Modulare

Software-

Bibliotheken


architektur FACHMAGAZIN

28

Die neue Stadt

Eine neue Stadt

Begriffe wie „urban farming“ oder „vertical farming“ weisen schon auf eine

Verbindung von Landwirtschaft, Nahrungsmittelproduktion mit Architektur und

Stadt hin. Superstädte, Superstrukturen sind weltweit im wachsen, warum also

nicht auch eine Superfarm? Der urbane Raum ändert sich momentan stark und

wird es in der nahen Zukunft auch weiter tun.

Text: Peter Reischer Renderings: Superfarm


www.architektur-online.com

29

Superfarm

Laut den meisten wissenschaftlichen und demografischen

Prognosen werden um 2050 ca. 9,7 Milliarden

Menschen die Erde bevölkern, wovon rund 80% in

urbanen Gebieten leben sollen, in Ballungsräumen, in

sogenannten Megacitys. Diese Entwicklung erfordert

ein Mehr an Nahrungsmittel, wofür zusätzliche Anbauflächen

benötigt werden, die es erst zu schaffen

gilt. Da die Welt in ihrer zweidimensionalen Ausdehnung

nicht wächst, liegt der Gedanke nahe, die dritte

Dimension, also die Höhe zu nutzen. Somit ist die Idee

des „urban farming“ oder besser noch, des „vertical

farming“ eine Chance, und zwar ganz im Sinne der –

auch von Stadtplanern – propagierten Idee des „Verdichtens“.

Diesmal aber nicht für Profitmaximierung

durch verkaufbare Flächen, sondern als Anbauflächen

für Nahrungsmittel.

Das Team von Superfarm® hat sich an den Ideen

des Pioniers für vertikale Landwirtschaft, Dr. Dickson

Despommier (US-amerikanischer Mikrobiologe,

Ökologe und emeritierter Professor für Public Health

an der Columbia University) orientiert und versucht,

eine Lösung für das urbane Nahrungsmittelproblem

der Zukunft zu finden. Sie haben eine Idee entwickelt,

wie man im urbanen Raum – mit Vermeidung der oft

mehrere Hundert Kilometer langen Transportwege

– Nahrungsmittel produzieren kann. Und zwar

nicht beliebige, sondern speziell Produkte mit einem

hohen Nährwert. Produkte, die im Rahmen einer gesunden

Ernährung gebraucht werden, aber ebenso

Fische und Honig. Dieser Ansatz führt weg von der

traditionellen Auffassung des „urban farming“ mit

Salat und Gemüse und fokussiert sich auf die Anreicherung

der Nahrung mit essenziellen Nährstoffen,

Spurenelementen, Mineralstoffen, Fettsäuren, Proteinen

und Ballaststoffen, Enzymen, Aminosäuren

und Antioxidantien. Man müsste diesen Ansatz fast

als „indoor farming“ bezeichnen, denn die typischen

hängenden Gärten und begrünten Dachflächen sind

hier nicht wesentlich. Das Projekt soll das Aussehen

der Städte in der Zukunft entscheidend verändern,

es zielt auf die Errichtung eines neuen Ökosystems

im urbanen Environment: Seegraskulturen, Bienenzucht,

Insektenzucht, Aquaponik und verschiedenste

Glashaustechniken, sowie Außenraumkulturen

ermöglichen ein Miteinander und ein Sich-gegenseitig-unterstützen.

u


architektur FACHMAGAZIN

30

Die neue Stadt

Auf einer Grundfläche von nur 12 x 12 Meter und mit

einer Höhe von 34 Meter, wird ein sechsgeschossiges

Gebäude auf dem Wasser errichtet und umgeht so

den Mangel an nutzbaren Flächen sowie die überteuerten

Grundstückspreise in den Städten. In Städten,

die nicht am Meer oder an einem See liegen, findet

sich sicher eine Wasserfläche oder ein Fluss, der dafür

genutzt werden kann. Außerdem ist das Wasser

für den Betrieb der Superfarm notwendig. So wird einerseits

der Krise des Anthropozän begegnet, indem

menschliche Aktivitäten aus der Natur abgezogen

werden und gleichzeitig wird Land der Natur zurückgegeben,

indem neue Ökosysteme im urbanen Zusammenhang

installieren werden.

Aber diese Idee hat noch weitere Vorteile:

• Durch eine kontrollierte Innenraumatmosphäre

können Krankheiten der Pflanzen verhindert werden.

Außerdem lassen sich so Pestizide, die normalerweise

auf „natürlichem“ Weg in die Nahrungsmittel einfließen,

vermeiden.

• Das Nutzwasser wird recycelt und gespart, indem

die Verdunstungsfeuchte des Pflanzenwachstums

zurückgewonnen wird. Und die in kontrollierter Umgebung

hergestellten Nahrungsmittel sind sauber

und müssen nicht mehr gewaschen werden.

• Indem die soziale Distanz zwischen Verbraucher

und Produzent in der Stadt abgebaut wird, erhalten

die Menschen einen leichteren und direkteren Zugang

zu immer frischen Lebensmitteln, die gerade

von der Farm kommen. Über eine Fußgängerbrücke

ist die Architektur mit einer Verkaufszone den Bewohnern

der Stadt zugänglich. Auf der Eingangsebene

könnten auch Lager- oder Kühlräume für frische

Produkte enthalten sein.

• Auch neue Arbeitsplätze können so entstehen. Mit

Dreirädern sollen Nahrungsmittel an Einzelpersonen,

Restaurants oder Firmen geliefert werden.

• Der Stress der Pflanzen wird ebenfalls reduziert,

indem sie das, was sie brauchen – wenn sie es brauchen

– auch bekommen.

• Es gilt auch die architektonische Herausforderung

für zukünftige Architekten – statt leer stehender Hotels

und Büros, sinnvolle Architektur für die Ernährung

der Menschen zu gestalten.

• Und natürlich werden Windräder und Sonnenkollektoren,

die für Kühlung, Erwärmung, Beleuchtung und

Bewässerung notwendige Energie liefern. Möglicherweise

wird die Architektur sogar energieautark sein.

Jedenfalls stellt sie eine interessante, architektonische

Alternative für die Städte der Zukunft dar. •

Auch in Japan gibt es mittlerweile viele sogenannte

„Pflanzenfabriken“. Dabei handelt es sich um Hochhäuser

ohne eingezogene Etagen. Dort werden diverse

Blattgemüse gezogen, die in Japan sehr beliebt

sind. Manche der Hochhäuser sind transparent

und nutzen Sonnenlicht, andere sind fensterlos und

die Pflanzen wachsen ausschließlich mit künstlichen

Lichtquellen, zum Beispiel unter LED-Lampen. Nach

dem Fukushima-Unglück ist Vertical Farming in Japan

vor allem eine Möglichkeit, Nahrungsmittel ohne

radioaktive Kontaminierungen zu produzieren. Korea

ist ebenfalls sehr aktiv, was die Forschung im Bereich

des Vertical Farming angeht. Wie Japan ist Korea

eine überbevölkerte Nation mit sehr begrenzter

Ackerfläche. Gleichzeitig verfügen beide Nationen

über die neuesten Highend-Technologien.


www.architektur-online.com

31

Superfarm


architektur FACHMAGAZIN

32

Die neue Stadt

Prager

Bullaugen

Revitalisierung der Kaimauer / Prag / petrjanda/brainwork

Text: Linda Pezzei Fotos: Jakub Skokan and Martin Tůma / BoysPlayNice

Nach den schweren Überschwemmungen im

Jahr 2002 geriet die Prager Kaimauer mit ihrer

Uferpromenade auf Seite der Neustadt lange Zeit

in Vergessenheit. Petr Janda setzte sich 2009 als

einer der Initiatoren für die Revitalisierung des Gebiets

ein. In den vergangenen zehn Jahren konnte

das Vorhaben schließlich Stück für Stück realisiert

sowie eine kulturelle und soziale Wiederbelebung

und architektonische Sanierung erreicht werden.


www.architektur-online.com

33

petrjanda/brainwork

Früher Uferpromenade und belebter Umschlagplatz,

verkam der Prager Kai auf der Flussseite der Neustadt

nach den schweren Überschwemmungen 2002

zur praktischen, aber vernachlässigten Parkzone

für Anrainer. 2009 schließlich initiierte eine Gruppe

engagierter Bürger, darunter auch der Architekt

Petr Janda, die Revitalisierung der Uferzone. Erklärtes

Ziel: im ersten Schritt eine kulturelle und soziale

Wiederbelebung des Gebiets zu erreichen sowie im

zweiten Schritt eine architektonische Sanierung des

Bereichs vorzunehmen.

Zehn Jahre später wurden mit der Wiederbelebung

durch Märkte und Gastronomieangebote sowie die

Umsetzung der ersten Bauphase einige dieser Ziele

bereits erreicht, doch zur Gänze abgeschlossen ist

die Verwandlung des Gebiets damit noch nicht. Um

die Bedeutung dieser Revitalisierung zu verstehen,

muss man den Kontext etwas genauer betrachten.

Sieht man die Moldau als Rückgrat der tschechischen

Hauptstadt, dann bilden deren Uferzonen

und Randbebauungen ähnlich einzelner Wirbel eine

bewegliche und fließende Verbindung hinein in den

öffentlichen Stadtraum. Die gesamte städtische

Struktur hängt damit an diesem Skelettsystem, das

laut Petr Janda möglichst flexibel und geschmeidig

gehalten werden sollte, will man einem Verknöchern

von relikten Gefügen entgegenwirken. Bewegung

und Veränderung tut also gut.

u


architektur FACHMAGAZIN

34

Die neue Stadt

Das reiche kulturelle und soziale Leben in Prag basiere

laut Janda seit jeher auf einer architektonischen wie

inhaltlichen Authentizität. Diese Erzählebene nutzte

sein ortsansässiges Architekturstudio petrjanda/

brainwork auch für sein Konzept der Revitalisierung

der Uferzone mit Rašín, Hořejší and Dvořák Damm.

Die enorme soziokulturelle Bedeutung der Maßnahmen

für die Stadt Prag manifestiert sich zudem in der

Tatsache, dass diese die größte Investition in den öffentlichen

Raum seit der Revolution von 1989 darstellt.

Der Schwerpunkt liegt auf der Rekonstruktion von 20

sich in der Flussmauer befindlichen Gewölben, die ursprünglich

als Eisspeicher dienten. Anstelle klassische

Innenräume zu schaffen, sollten die Gewölbe laut Konzept

bei maximalem Kontakt zu Fluss und Promenade

explizit mit dem Außenraum verschmelzen.


www.architektur-online.com

35

petrjanda/brainwork

Die Kommunikation und Interaktion mit den Anwohnern

und Besuchern steht dabei im Vordergrund. So

sollen die Gewölbe zukünftig als Cafés, Clubs, Studios,

Werkstätten, Galerien sowie eine Bibliotheksfiliale, ein

Raum für Nachbarschaftstreffen und öffentliche Toiletten

dienen. Das architektonische Konzept basiert

auf einem modularen System: Jeder einzelne Raum ist

als grundausgestattetes Basismodul konzipiert, das

alle betrieblichen und technischen Einrichtungen sowie

eine Bar umfasst, die an verschiedene Positionen

verschoben werden kann. Darüber hinaus kann jeder

Mieter – im Rahmen des architektonischen Gesamtkonzepts

– durch die Veränderung von Oberflächen

oder das Hinzufügen von Möblierung individuelle Adaptionen

vornehmen und auf diese Weise den Ort für

sich erobern. Diversität und Authentizität lautet das

Manifest des Dreigestirns aus Manager, Architekt und

Kurator, das über die Vergabe der Räume entscheidet.

Das architektonische Konzept basiert auf Interventionen,

die symbiotisch mit der ursprünglichen Architektur

der Flussmauer verschmelzen. Der Eindruck

eines Gesamtkunstwerks sowie die maximale Öffnung

der Gewölbe hin zum Außenraum prägen das

Erscheinungsbild der Kaimauer. Die sechs bereits

fertiggestellten Gewölbe am Rašín Damm wurden

nach dem Vorbild des nahezu kreisförmigen Bogens

am oberen Teil der vorhandenen Öffnungen gebaut

– ein winziger Eingriff, der mehr wegnimmt, als er hinzufügt.

Die alten Einbauten aus Streckmetall-Fassaden

und Steinkonstruktionen in die Maueröffnungen

wurden durch großformatige, runde Fenster ersetzt,

die sich durch diagonale Drehung innerhalb des

Rahmens ebenerdig zur Promenade öffnen lassen.

Diese Eingangsportale bestehen aus Stahlrahmen,

versehen mit elliptischem Glas. Die Schwenkfenster

sind mit einem Durchmesser von 5,5 Metern die wohl

größten Schwenkfenster der Welt und bringen jedes

für sich ungefähr 2,5 Tonnen auf die Waage. Das Öffnen

und Schließen erfolgt daher motorisch. u

Die architektonische Gestaltung ist durchwegs

schlicht und minimalistisch gehalten – im Vordergrund

stehen die extrem hochwertig gearbeiteten

Oberflächen und die technisch raffinierten Details.


architektur FACHMAGAZIN

36

Die neue Stadt

Selbst der Besuch einer

WC-Anlage kann sich

in Prag nun als architektonisches

Highlight

entpuppen.

Die Steinbogenauskleidungen der vorhandenen Portale

spielen in ihrer Ausführung auf die vormals vorhandenen

Stufen an und verbergen den Installationsschacht,

die Lüftungsöffnung der Klimaanlage sowie

die Hochwasserschutzelemente. Die vierzehn weiteren

Gewölbe am Hořejší-Ufer sind hingegen als skulpturale

Stahlfronten konzipiert, deren Pfosten so gebogen

sind, dass sie das Gewölbe beim Öffnen mit dem

Flussufer und dem gesamten Außenraum optisch verbinden.

In den öffentlichen Toiletten bilden die Eingangsflügel

einen Bogen hinein in den Innenraum, in

dem ein ebenso gebogener, skulpturaler Stahleinbau

die Kabinen vom öffentlichen Raum trennt.

Während der Umbauarbeiten wurden alle Oberflächen

und Einbauten entfernt. Wände und Decken

wurden in Folge als sandgestrahlter Beton, die Böden

in gegossenem Beton ausgeführt, ergänzt durch

eine ebenso gegossene, monolithische Treppe. Für

die Einbauten – wie in den Toilettenräumen - wurde

imprägnierter schwarzer Stahl verwendet. Durch die

Kombination aus Fußbodenheizung und Klimaanlage

mit Wärmerückgewinnung sowie Infrarotstrahlern ist

ein ganzjähriger Betrieb auch bei geöffneten Fenstern

möglich.

Die nächsten Phasen der laufenden Revitalisierung

umfassen die Gestaltung der Straßenmöbel wie unterirdische

Abfallbehälter, Trinkbrunnen und Bänke

sowie freistehender Toiletten, eines schwimmenden

Terminals für Kreuzfahrtschiffe inklusive schwimmender

Toiletten sowie einem Beleuchtungssystem.

Außerdem soll ein schwimmender Pool entstehen,

der einen Bezug zu der Prager Tradition der Flussbäder

herstellt und so ein Element mit einer bedeutsamen

Beziehung zur Geschichte der Region darstellt.

Das Projekt lebt neben den sichtbaren Ebenen wie

der interessanten und innovativen Architektursprache

vor allem von den unsichtbaren Bedeutungsschichten

– dem Bezug zur Geschichte, der Verknüpfung

von Fluss- und Stadtraum sowie der Interaktion

der Menschen mit Struktur und Raum. Wie überdimensionale

Bullaugen öffnen sich die Gewölbe hin

zur Moldau, doch im Gegensatz zu den Schiffsaugen

ist nicht der Ausblick das spannende, sondern

gerade der Einblick in diesen mystischen und geschichtsträchtigen

Untergrund der Prager Neustadt.

Die Revitalisierung dauert also an und hält das Rückgrat

Prags flexibel und geschmeidig.


WC

WC

www.architektur-online.com

37

petrjanda/brainwork

KOBKA 7 kavárna

GROUND FLOOR

PUBLIC TOILETS

petrjanda/brainwork

GROUND FLOOR AND MEZZANINE

CAFÉ / BAR

petrjanda/brainwork

GROUND FLOOR AND MEZZANINE

CAFÉ / BAR

SECTION SECTION A, SECTION A, SECTION D D

CAFÉ / BAR CAFÉ / BAR

petrjanda/brainwork

Öffentliche WC Anlage

FRONT VIEW, SECTION C

PUBLIC TOILETS

FRONT VIEW, SECTION C

petrjanda/brainwork

PUBLIC TOILETS

petrjanda/brainwork

Café/Bar

SECTION B, SECTION C

SECTION B, SECTION C

CAFÉ / BAR

CAFÉ / BAR

petrjanda/brainwork

petrjanda/brainwork

GROUND FLOOR

ATELIER / CAFÉ

petrjanda/brainwork

GROUND FLOOR

ATELIER / CAFÉ

petrjanda/brainwork

Ateltier/ Café

FRONT VIEW, SECTION FRONT VIEW, SECTION C

ATELIER / CAFÉ

ATELIER / CAFÉ

petrjanda/brainwork

petrjanda/brainwork

Naplavky | Revitalization of Prague Riverfront Area

Prag, Tschechische Republik

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Stadt Prag

petrjanda/brainwork

Anna Podroužková, Maty Donátová, Bára Simajchlová

Pavel Roubal

Grundstücksfläche: 4 km Länge

Planungsbeginn: 2009

Fertigstellung: 2019

Baukosten: 6.5 Mio €

“Wir suchen nach der Authentizität, die jeder Aufgabe

zugrunde liegt. Dabei fangen wir stets bei Null an und

versuchen, die üblichen architektonischen Klischees zu

vermeiden. Unser Ansatz basiert auf der Verbindung

der physischen und metaphysischen Projektebenen.

Wir gehen auf Form und Inhalt ein und vereinen skulpturale

Methoden mit konzeptuellen Tendenzen.“

Architekt und Künstler Petr Janda


architektur FACHMAGAZIN

38

Die neue Stadt

Die Stadt in der

es niemals regnet

Gare Maritime / Brüssel / Neutelings Riedijk Architecten

Text: Edina Obermoser Fotos: Filip Dujardin, Sarah Blee

Verdichtung bedeutet nicht nur Lücken neu zu füllen,

sondern auch ungenutzten Bestand zu revitalisieren.

Das wird am Beispiel des Gare Maritime schnell eindrucksvoll

klar. Neutelings Riedijk Architecten hauchten

dem prestigeträchtigen Bau inmitten von Brüssel,

der einst ein dynamischer Umschlagplatz für Güter und

Waren war, neues Leben ein und verwandelten ihn in

„die Stadt, in der es niemals regnet“.


www.architektur-online.com

39

Neutelings Riedijk Architecten

Der in der europäischen Hauptstadt ansässige Immobilienträger

Extensa hat seine ganz eigene Vision

davon, wie eine neue Stadt auszusehen hat. Unter

dem Titel „Tour & Taxis“ transformiert er deshalb ein

ganzes Viertel in einen innovativen Campus. Dieser

umfasst ein bunt gemischtes Programm mit viel Platz

zum Wohnen, Arbeiten, Feiern, Essen und Entspannen

und soll zum attraktiven Anlaufpunkt mitten in

Brüssel werden.

Der Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Gare Maritime

war zu seiner Blütezeit der größte Güterbahnhof

Europas und ein geschäftiger Ort. Nachdem der Gebäudekomplex

nicht mehr genutzt wurde, blieb von

seinem Glanz wenig übrig. Die drei großen und vier

kleineren Hallen verfielen im Laufe der Zeit immer

mehr. Im Zuge des urbanen Entwicklungsprojekts

von Extensa machen die niederländischen Neutelings

Riedijk Architecten aus dem vernachlässigten

Bestand das Herzstück des „Tour & Taxis“-Campus.

Sie gestalten in Kooperation mit dem Bauingenieurbüro

Bureau Bouwtechniek einen multifunktionellen,

dynamischen Treffpunkt und funktionieren ihn zur

„Stadt, in der es niemals regnet“ um.

Der imposante Komplex misst stolze 280 x 140 m. Er

wird nun von zwölf weiteren Trakten ergänzt, so dass

sich insgesamt eine Fläche von 45.000 m 2 für das

durchmischte Programm ergibt. Der neue Entwurf

respektiert die bestehende Organisation des ehemaligen

Bahnhofs und dessen historische Konstruktion.

Durch behutsame Sanierung und Verstärkung der

Stahl- und Fachwerkträger bleibt die charakteristische

Originalhülle der Eisenbahnschuppen erhalten

und wird zum zentralen Gestaltungselement des

Mehrzweckbaus. Rote Backsteinwände, Glas und Eichenholzfassaden,

im Bereich der neu hinzugefügten

Hallen, komplettieren das Bild.

u


architektur FACHMAGAZIN

40

Die neue Stadt

Im Inneren entsteht eine lebendige und abwechslungsreiche

Struktur mit Boulevards, Wegen, Plätzen

und kleinen Parks. Der Gare Maritime bietet mit

Büros und Arbeitsplätzen, Einkaufsmöglichkeiten

und Angeboten zur Freizeitgestaltung alles, was es

in einer kleinen Stadt ebenfalls gibt – mit einem feinen

Unterschied: sämtliche Bereiche sind überdacht

und vor der Witterung geschützt. Zum geschäftigen

Mittelpunkt des ehemaligen Warenumschlagplatzes

wird eine 16 m breite Allee, die nicht nur die einzelnen

Lokale und Shops erschließt, sondern auch zum Flanieren

einlädt. Sie folgt dem Beispiel der spanischen

Ramblas und ist von Bäumen gesäumt. Der zentrale

Bereich des Mittelschiffs bleibt gänzlich unbespielt

und soll für zukünftige Events und unterschiedliche

Veranstaltungen genutzt werden. Zu beiden Seiten

fügen sich in den großen Hallen die einzelnen Geschäftsflächen

aneinander. Sie beinhalten einen Mix

aus Start-ups, Büros, Shops renommierter Marken,

Unterhaltungs- und Gastronomieflächen.

Entlang der Seitenschiffe befinden sich die zwölf

neuen Pavillons. Auch hier gibt es auf mehreren Geschossen

viel zu entdecken und zu erleben. Für das

nötige Grün holte sich das Planerduo Verstärkung ins

Boot. Die insgesamt zehn Parks wurden vom Landschaftsarchitekturbüro

OMGEVING liebevoll gestaltet.

Sie widmen sich als Wald-, Blumen-, Gras- oder

Duftgarten jeweils einem von vier Themen und sorgen

für ein natürliches, grünes Ambiente. Die großen

Mosaike, die die Böden der öffentlichen Plätze

schmücken, stammen vom Brüsseler Künstler Henri

Jacobs. Ansonsten prägen das Innere der Hallen

Holz einbauten und -oberflächen sowie die genieteten

Stützen und Unterzüge der Eisenkonstruktion.

Sämtliche Bereiche sind dank der großen Fensterflächen

lichtdurchflutet und sorgen für ein weites, offenes

Raumgefühl.


www.architektur-online.com

41

Neutelings Riedijk Architecten

Bei der Materialwahl entschieden sich die Architekten

für eine Struktur aus Brettsperrholz, kurz CLT,

und machen den Gare Maritime damit zum größten

CLT-Projekt in Europa. Das Naturmaterial reduziert

nicht nur den Betonverbrauch und das Gewicht des

Baus um ein Vielfaches, sondern gleichzeitig auch die

Bauzeit auf knapp ein Jahr. Sämtliche Elemente wurden

als Trockenbauteile vorgefertigt und vor Ort nur

noch montiert. Bei den Verbindungen wurde speziell

darauf geachtet, dass die Einzelteile zerlegbar sind

und im Falle zukünftiger Anpassungen durch das

modulare Konzept flexibel verändert werden können.

Dadurch ergibt sich ein zirkulärer Ansatz, der auf der

Kreislaufwirtschaft aufbaut und den Lebenszyklus

von Materialien optimiert.

u

Die Hallen des ehemaligen Güterbahnhofs erstrahlen

in neuem Glanz. Breite, begrünte Boulevards

laden zum Spazieren ein. Große Glasflächen lassen

reichlich Tageslicht ins Innere.


architektur FACHMAGAZIN

42

Die neue Stadt

Auf das umfassende Energiekonzept des revitalisierten

Gebäudeensembles legte das Architektenteam

besonderen Wert. Mittels verschiedener Maßnahmen

sorgen sie für möglichst viel Nachhaltigkeit. So sind

zum Beispiel alle zur südwestlich angrenzenden Rue

Picard orientierten Verglasungen mit Solarzellen ausgestattet.

Auch auf den Dachflächen fangen Photovoltaikpaneele

mit einer gewaltigen Fläche von 17.000 m 2

die Sonnenstrahlen ein. Noch ein Stück energieeffizienter

wird der Gare Maritime dank Geothermie und

Regenwassernutzung, die die Bewässerungsanlage

der Gärten speist. All diese Maßnahmen spiegeln den

Charakter des Campus wider und verkörpern die Vision

der Bauherren für das gesamte Viertel.

Mit der kleinen Stadt revitalisieren Neutelings Riedijk

Architecten und Bureau Bouwtechniek den ehemaligen

Eisenbahnkomplex auf bravouröse Art und Weise.

Sie machen ihn wieder zu einem zentralen Anlaufpunkt

in Brüssel, in dem Besucher bei jedem Wetter

getrost den Regenschirm zu Hause lassen können.

Der ehemalige Güterbahnhof fungiert dadurch als

Pilotprojekt für zukünftige Stadtentwicklungsmaßnamen,

die vor allem aufgrund steigender Zuwanderung

in die Ballungszentren aktueller denn je

sind. Mit seinem vielfältigen Angebot aus Gewerbe-,

Event- und Gastronomieflächen spricht er Einwohner

und Touristen gleichermaßen an. Ganz nebenbei

überzeugt das energieneutrale Ensemble auch aus

nachhaltiger Sicht.


50

50

75

75

190

75

75

190

www.architektur-online.com

43

Neutelings Riedijk Architecten

0

10 5 15 20

0 25m

0

5

10

10 5 15 20

0 25m

0

10 20 30 40 50m

0

10 20 30 40 50m

Gare Maritime

Brüssel, Belgien

Bauherr:

Planung:

Team:

Gebäudetechnik:

Statik:

Landschaftsgestaltung:

Bauphysik:

Grundstücksfläche: 45.000 m 2

Bebaute Fläche:

Bestand 140 x 280 m

Planungsbeginn: 1. Quatal 2017

Bauzeit:

1 Jahr

Fertigstellung: 2. Quartal 2019

Extensa Group

Neutelings Riedijk Architecten

Michiel Riedijk, Willem Jan Neutelings, Dieter de Vos,

Kenny Tang,Alejandro Mosquera Garcia, Alexey Boev,

Anselmo Nižić, Frank Venhorst, Pietro Manara

Bureau Bouwtechniek

Ney & Partners BXL / WOW

OMGEVING

Boydens engineering

„Neutelings Riedijk Architecten ist eines

der führenden, internationalen Architekturbüros

mit Sitz in Rotterdam,

Niederlande. Wir bieten ein starkes

Engagement für exzellentes Design:

die Realisierung qualitativ hochwertiger

Architektur durch die Entwicklung

leistungsstarker und innovativer Konzepte

in klar gebauter Form.“

Michiel Riedijk


architektur FACHMAGAZIN

44

Die neue Stadt

Insel der

Kreativen

Concordia Design Wrocław / Breslau, Polen / MVRDV

Text: Alexandra Ullmann Fotos: Juliusz Sokołowski


www.architektur-online.com

45

MVRDV

Eine grüne Insel inmitten

der polnischen Stadt

Breslau. Auf ihr nur

ein einziges Gebäude,

das nun zum Concordia

Design Wrocław umgestaltet

wurde. MVRDV

renovierten und erweiterten

den Bestandsbau in

Zusammenarbeit mit dem

lokalen Architekturbüro

Q2 Studio nicht nur, sie

positionieren ihn und die

gesamte Insel auch als

neuen Hotspot der Kreativszene

der Stadt.

In der Stadt Wrocław – auf Deutsch besser bekannt

unter dem Namen Breslau – im Südwesten Polens

prägt die Präsenz des Flusses Oder die charakteristische

Atmosphäre der Stadt. Er teilt sie nicht nur

entzwei, sondern schafft innerhalb der Stadt mehrere

kleine Inseln, die mit dem Festland und untereinander

über Brücken verbunden sind. Diese Inseln

beeinflussen die Qualität der Stadt wesentlich. Sie

sind teilweise kaum bis gar nicht bebaut, sodass sie

als grüne Erholungsräume zur Verfügung stehen.

Eine dieser Inseln im Stadtzentrum trägt den Namen

Słodowa und ist ein beliebter Treffpunkt und Aufenthaltsraum

bei Alt und vor allem bei Jung.

Diese Aufgabe im Stadtgefüge hatte die Insel aber

nicht immer. Früher war ihr Erscheinungsbild geprägt

von dicht an dicht aneinander gereihten Industriebauten,

die durch die Belagerung und Zerstörung Breslaus

im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurden

und schließlich verschwanden. Nur ein einziges erhaltenes

Gebäude aus dem 19. Jahrhundert erinnerte an

diese ursprünglich enge Bebauung. Es bestand aus

einem sechsgeschossigen Bauteil an den ein niedrigerer

dreigeschossiger Baukörper anschließt. Dieser

letzte Überrest sollte nicht sich selbst überlassen

oder gar abgerissen werden. Der Entschluss fiel darauf,

ihn als Teil der Geschichte Präsenz zu verleihen

und zu revitalisieren. Und sogar noch mehr, denn mit

der Renovierung ging auch eine Erweiterung einher,

die das denkmalgeschützte Gebäude zum zentralen

Ankerpunkt der Insel Słodowa macht.

u


architektur FACHMAGAZIN

46

Die neue Stadt

Durch die großflächigen

Glasöffnungen belebt

das Gebäude die nähere

Umgebung auf künstlerische

Weise. Die Öffentlichkeit

wird nicht nur im

Erdgeschoss miteinbezogen,

sondern auch ganz

oben auf dem Dach, das

als Dachterrasse für alle

zugänglich ist.

Die Erweiterung des Gebäudes im Westen schmiegt

sich in seiner Höhe und Breite an den zur Ostseite

orientierten Bestandsbau an und spiegelt in etwa

sein Gebäudevolumen zur anderen Seite wider. Die

Fassade des Erweiterungsbaues kann man als zeitgemäße

Lochfassade bezeichnen, die sich mit ihren

Proportionen und Fenstergrößen an der Bestandsfassade

orientiert. Dennoch kann man sie durch

ihre Schlichtheit vom ornamentreichen Bestand klar

unterscheiden. Beide Gebäudeteile treten in einen

spannungsgeladenen Dialog, ohne dabei in Konkurrenz

zueinander zu stehen. Eher bilden sie eine

kon trastierende Einheit. Die Mitbegründerin von

MVRDV, Nathalie de Vries, nennt das Motiv des Januskopfes

– der Kopf des römischen Gottes Janus

besitzt zwei Gesichter – als wichtiges Element für die

in-Bezug-Setzung von Alt und Neu.

Dieser zwar symmetrische, aber gegengleiche Aufbau,

ist beiden Bauteilen auch im Gebäudeinneren

gemein. Das Herzstück stellt dabei auf beiden Seiten

im Erdgeschoss ein dreigeschossiger Raum mit

abgetrepptem Volumen dar. Auf der zur Parklandschaft

hin orientierten westlichen Gebäudeseite tritt

der großvolumige Raum als transparente Sockelzone

klar in Bezug zur umgebenden Parkanlage. Er kommuniziert

das Geschehen im Inneren des Gebäudes

an die nähere Umgebung. An der abgetreppten Wand

der Raumrückseite befindet sich im Inneren eine

großflächige Wandmalerei der polnischen Künstlerin

Alicja Biała. Sie beschäftigt sich dabei mit reduziertem

Tempo, Alltagskultur und dem Kontakt mit der

Natur. Die Arbeit zielt klar auf Fernwirkung ab und

belebt sowohl den Innenraum als auch den umgebenden

öffentlichen Raum künstlerisch. Mit ihrem

Kunstwerk transferiert sie die Kreativität, die im Innenraum

des gesamten Gebäudes gelebt wird, auch

auf den Außenraum.


www.architektur-online.com

47

MVRDV

Anders sieht dieser imposante Raum auf der anderen

Seite des Gebäudes hinter der historischen Fassade

aus. Dort verfügt er zwar über ein auf die gleiche

Weise geformtes Raumvolumen, das aber durch die

freigelegte Backsteinfassade und die hölzerne Deckenverkleidung

ein vollkommen anderes, besinnlicheres

Wesen zum Ausdruck bringt. Die exzentrische

von der Decke hängende kunterbunte Lampe

verweist zum gegenüberliegenden Raum, denn sie

stammt aus der Hand derselben Künstlerin. Verwendet

werden diese beiden eindrucksvollen Räume

für Nutzungen, die die Öffentlichkeit einbinden.

Einerseits findet hinter der historischen Fassade ein

Veranstaltungsraum Platz, zur anderen Seite ist ein

Gastronomiebereich mit Restaurant und Café untergebracht.

Beides möchte die nähere Umgebung in

das Gebäude integrieren und so zum Wohlfühlklima

des lebendigen urbanen Raumes beitragen.

Die oberen vier Geschosse mit ihren etwa 4.500 m²

werden als Co-Working-Space mit ausgedehnten

Gemeinschaftsflächen genutzt. Die kreative Community

soll hier gemeinschaftlich ihre Ideen entwickeln

und produktive Lösungen erarbeiten. Diese Prozesse

sollen aber nicht hinter verschlossenen Türen

stattfinden – die kreative Atmosphäre soll bewusst

auch als Instrument der Stadtgestaltung und auch

für deren Entwicklung eingesetzt werden. Schon vor

einigen Jahren erkannte der britische Städteforscher

Charles Landry das Potenzial der kreativen Stadt für

deren Entwicklung und für das Wohlbefinden der

Menschen, das auch hier auf der Insel Słodowa angesprochen

werden soll. Das Gebäude für Concordia

Design wird dafür als neuer Anziehungspunkt der

Kreativen positioniert, dessen Wesen und Offenheit

sich auch auf den umgebenden Stadtraum übertragen

soll. Mit seinem kreativen und künstlerischen

Wesen kann so ein offener Ort geschaffen werden,

an dem sich die Menschen der Stadt näherkommen,

voneinander lernen und profitieren.

u


architektur FACHMAGAZIN

48

Die neue Stadt

Freigelegtes Ziegelmauerwerk,

die Tragstruktur

aus Beton, die

Holzverkleidung und die

skulpturale Hängeleuchte

der Künstlerin Alicja Biała

formen die Atmosphäre

des Raumes im Erdgeschoss

an der Ostseite des

Gebäudes. Er bildet das

Pendant zu dem an der

Westseite.

Um diese Urbanität entstehen zu lassen sind Mischnutzungen

von Gebäuden das Gebot der Stunde.

Einerseits sollen viele unterschiedliche Nutzungen

unter einem Dach vereint werden. Auf der anderen

Seite sollen möglichst verschiedene Nutzergruppen

angesprochen werden. In dem neu gestalteten Gebäude

in Breslau sind öffentliche und private Nutzungen

stark miteinander verwoben. So ist auch die

Dachfläche als öffentliche Terrasse für alle Städterinnen

und Städter zugänglich.

Mit seiner solitären Wirkung nimmt das Gebäude

heute wesentlich mehr Fläche der Insel ein als zuvor

der Bestandsbau alleine. Auch aus diesem Grund war

es den Architektinnen und Architekten von MVRDV

wichtig, für die verbrauchte Fläche der Stadt etwas

zurückzugeben. So tritt auch das Dach in Verbindung

zur Parklandschaft und zur Stadt generell. Die

vertikale Fassadenbegrünung des Gebäudes kennzeichnet

es klar als Erweiterung des Parks und die

Dachterrasse bietet einen eindrucksvollen Ausblick

und verwebt das Gebäude noch tiefer mit der Stadt.

Der gesamte Bau trägt zur urbanen Durchmischung

und Vernetzung bei. Der grüne Parkraum der Insel wird

als solcher in dem neuen Konzept integriert und sogar

durch die Dachterrasse in der dritten Dimension erweitert.

Städte benötigen unbedingt attraktive nutzbare

Freiräume und Räume für Kunst, Kultur und Kreativität.

Beides findet Raum in dem von MVRDV in Zusammenarbeit

mit dem lokalen Architekturbüro Q2 Studio gestalteten

Gebäude Concordia Design Wrocław. •


www.architektur-online.com

49

MVRDV

Concordia Design Wrocław

Breslau, Polen

Bauherr:

Architekt:

Mitarbeiter:

Nutzfläche: 7000 m²

Planungsbeginn: 2018-2020

Fertigstellung: 2020

Concordia Design

MVRDV in Zusammenarbeit mit Q2 Studio

Luca Moscelli, Mateusz Wojcieszek, Matteo Ornato,

Brygida Zawadzka, Bartosz Bochynski, Carolin Cremer,

Michal Bala

„The building is of course bigger than the fragments

that we attachted. We thought it is important, that we

give something back of the space the building takes

- now in form of a rooftop. This rooftop is publically

accessable. It is really a gift we want to give to the

city of Wrocław.“

„MVRDV was really challenged with this project,

because we felt from the beginning a big responsability

to make a very nice and unique, but also urban

design for this island in the center part of Wrocław.“

Nathalie de Vries (Mitbegründerin von MVRDV)


architektur FACHMAGAZIN

50

Die neue Stadt


www.architektur-online.com

51

Selgascano

Urbanes Arbeiten

im Grünen

HolLA Second Home Hollywood / Los Angeles / Selgascano

Text: Edina Obermoser Fotos: Iwan Baan

Während Grünflächen in den Metropolen rund um

die Welt im Zuge zunehmender Urbanisierung

und damit einhergehender Verdichtung immer

mehr verschwinden, gestalteten Selgascano in Los

Angeles ein ganz besonderes Projekt, das Natur und

Architektur miteinander verbindet. Mit dem Second

Home holLA in Hollywood schafften sie inmitten

der Stadt eine grüne Insel, die ganz im Zeichen des

Co-Working steht und nicht nur Platz für Freischaffende,

sondern auch für Fauna und Flora bietet.


architektur FACHMAGAZIN

52

Die neue Stadt

Der Innenhof des

Bestandsgebäudes im

neoklassizistischen Stil

wird mit Bäumen und

Tischen zum geschützten

Außenbereich. Er lädt zu

einer entspannten Arbeitspause

und Austausch

mit Kollegen unter freiem

Himmel ein.

Second Home ist bekannt für seine extravaganten

und unkonventionellen Arbeitsplätze. Der Name lässt

bereits einiges über die Unternehmensphilosophie

vermuten. Anstatt wie in herkömmlichen Büros sollen

sich die arbeitenden Menschen hier ganz wie zu Hause

fühlen. Mit Zweigstellen in Europa und den USA

bietet der Co-Working-Anbieter abwechslungsreiche

Räumlichkeiten, in denen Unternehmen, Start-ups

oder Kreative neben- oder miteinander arbeiten können.

Farbenfrohe Designs und bunte Bepflanzung ziehen

sich wie ein roter Faden durch sämtliche Standorte

in Lissabon, London und Los Angeles und wurden

längst zum Markenzeichen von Second Home.

Mitten in Hollywood entstanden mit dem grünen

Campus mehr als 1.200 einzigartige Arbeitsplätze. Ein

denkmalgeschützter Bestandsbau im neoklassizistischen

Stil bildet den Eingang von holLA. Er stammt

aus dem Jahre 1964 und wurde mit Paul Williams vom

ersten anerkannten, afroamerikanischen Architekten

in Los Angeles entworfen. Das spanische Planerteam

revitalisierte das herrschaftliche Gebäude mit Bedacht

und erhielt die historischen, weiß gestalteten

Fassaden. Mit seinem U-förmigen Grundriss legt sich

der zweigeschossige Bau rund um einen zentralen

Innenhof, der zum kommunikativen Treffpunkt wird.

Während im unteren der beiden Niveaus 320 flexibel

anmietbare Sitzplätze untergebracht sind, befinden

sich im ersten Stock weitere 200. Mit Cafeteria, Bar

und Restaurant ist auch das leibliche Wohl der Eingemieteten

gesichert. Ein Veranstaltungsbereich

sowie Konferenzräume, Entspannungszonen und offene

Terrassenflächen komplettieren das umfassende

Raumprogramm des dynamischen Co-Working-Space.

Nebeneinander gibt es nicht nur reichlich Platz für

Produktivität, sondern auch für Erholung, Austausch

und Freizeitgestaltung.


www.architektur-online.com

53

Selgascano

Hinter den weißen Fassaden prägt nun das typisch

amorphe Design von Second Home sämtliche Bürobereiche

des bestehenden Traktes. Neben farbigen

Akzenten bestimmen Holzoberflächen, ausgewähltes

Interieur und viele Topfpflanzen das Bild. Raffinierte

Beleuchtung und luftige Raumtrenner runden

das Konzept stimmig ab. In abgetrennten, verglasten

Zonen und offenen Arbeitslandschaften gibt es

wechselweise mehr oder weniger Privatsphäre und

damit für jeden das perfekte Arbeitsumfeld.

Zum eigentlichen Highlight von holLA wird das Gelände

rund um den Bestandsbau. Auf einer Tiefgarage

installierte Selgascano hier auf einer vier Meter

dicken Erdschicht eine Art tropische Arbeits- und

Naturlandschaft, in die sich 60 eingeschossige Pavillons

einbetten. Der Garten besteht aus mehr als

10.000 Pflanzen und Bäumen in verschiedenen Höhen

und Farben. Diese wurden je nach Farbe und

Eigenschaften gezielt miteinander kombiniert und in

hohe Tröge gepflanzt. Sie sorgen nicht nur für ein angenehmes

Arbeitsambiente, sondern fungieren auch

als neues Zuhause für Schmetterlinge, Ameisen, Bienen

und sogar Eichhörnchen.

u


architektur FACHMAGAZIN

54

Die neue Stadt

Die bunten, von tropischen

Pflanzen umgebenen,

Pavillons bieten mit

ihren unterschiedlichen

Größen viel Platz für

Produktivität – und das

mitten im Grünen.

Anstatt die Natur, wie aus anderen Second-Home-Projekten

bekannt, ins Büro hinein zu holen,

verlegen die Architekten das Büro hier direkt in den

Garten. Die einzelnen Pavillons sind oval und organisch

geformt. In vier unterschiedlichen Größen

gestaltet, beinhalten sie individuelle Büros und Besprechungsräume

für bis zu 700 Personen. Jeder der

zellenartigen Bungalows setzt sich aus umlaufenden,

gebogenen Verglasungen und einer dottergelben

Dachfläche zusammen. Die farbigen Ovale leuchten

zwischen der dichten Bepflanzung hervor und werden

so zum charakteristischen Merkmal des Second

Home in Los Angeles. Geschwungene Schreibtische

entwickeln sich entlang der gebogenen Außenwände

oder stehen zentral im Raum und stellen reichlich Fläche

für die Planung gemeinsamer Projekte zur Verfügung.

Pflanztröge und die Arbeitsflächen im Inneren

schließen bündig miteinander ab. Dadurch fühlt man

sich beim Arbeiten mit dem 360°-Panoramaausblick

ins Grüne so, als wäre man mitten in der Natur.

Zwischen den gelben Pavillons schlängeln sich kleine

Wege durch das dichte Grün. In Beton und Holz

gefertigt dienen sie der Erschließung und laden die

Nutzer zu einer entspannten Auszeit auf einer der

Sitzbänke, die in die Holztröge integriert sind, ein.

Die Pflanzen sind aber nicht nur schön anzusehen,

sie bereichern den Co-Working-Campus auch um

zahlreiche andere Qualitäten und schaffen so ein

angenehmes Arbeitsklima. Ohne die Büros zu sehr

abzudunkeln werden die verglasten Kapseln durch

die Vegetation verschattet und gleichzeitig wird die

Umgebungstemperatur auf natürliche Art und Weise

gesenkt. Auf künstliche Beleuchtung kann untertags

komplett verzichtet werden. Durch Öffnungen auf

drei verschiedenen Höhen gelangt die frische Luft

mittels Querlüftung direkt in die einzelnen Pavillons.

In zwei Zisternen, die jeweils 140 m³ fassen, sammelt

sich das Regenwasser, das schließlich zur Bewässerung

der Pflanzen genutzt wird.

Mit dem grünen Co-Working-Space schafft das Büro

Selgascano eine tropische Oase im Herzen von Los

Angeles, die nicht nur zum produktiven Arbeitsplatz,

sondern gleichzeitig zum Erholungsort inmitten der

schnelllebigen Stadt wird. Wo sich vorher ein Parkplatz

befand, wächst nun ein bunter Mix aus Pflanzen,

Blumen und Palmen. Die Architekten schafften

auf dem 8.400 m 2 großen Grundstück neben unzähligen

Arbeitsplätzen 6.500 m 2 Natur. Damit zeigen sie

auf sehr gelungene Art, wie zeitgemäßes Bauen in

der neuen Stadt gedacht werden kann und wie sich

Grünfläche und Architektur durch gezielte Strategien

perfekt ergänzen und harmonisch nebeneinander

existieren können.


355'

368' 4"

356' 6"

351'

www.architektur-online.com

55

Selgascano

381' 7"

368' 4"

366'

358' 6"

356' 6"

355'

SECTION AA'

344'6"

1

2

3

1

17

2

R20'

L5'

R8'

L10'

R6'

L6'

17

5

R4'

L6'

4

3

R12'

L4'

bb'

path

R8'

L10'

R18'

L6.5'

R20'

L5.5'

R6'

L6'

R20'

L4'

R20'

L4'

R12' GARDEN

L10'

15

15

14 13

14 13

16

16

R12'

L10'

12

R8'

L10'

12

R12'

L10'

5

R12'

L10'

R10'

L5'

11

6

R8'

L10'

11

6

4

8

9

7

R6'

L10' 7

R20'

L5'

10

R6'

L9.5'

R8'

L4'

0' 6" 1' 5'

8

9

10

2'-5"

3'-1"

2'-5"

3'-1"

BUNGALOW

1. Insulation and waterproofing.

Styrofoam. Slope 2% (thk from 0 to

4") + Waterproofing Sika Sarnafil,

reinforced roof coating. Color RAL

BUNGALOW

1023.

2. CLT Roof

3. Steel beam

4 1. Steel column Insulation and waterproofing.

3

5 Styrofoam. Slope 2% (thk from 0 to

R12' 4" Acrylic

6 Led Strip 4") + Waterproofing Sika Sarnafil,

L10'

7 Desk. Corian reinforced surface roof coating. Color RAL

2" 1 thk on top

of 1" 1thk 1023. plywood

2. CLT Roof

8 Steel rebar 3 3. Steel

4" Ø

9 Polyurethane

beam

resin

10 Existing

4 Steel

Slab

column

3

11 Concrete 5 4" Acrylic wall

12 Landscape 6 Led Strip Area

13 Drainage 7 Desk. Corian surface 2" 1 thk on top

14 Concrete of 1" sidewalk 1thk plywood

15 Planter. 8 Steel Wood rebar retaining 3 4" Ø wall

16 Soil 9 Polyurethane resin

R10'

17 Flashing 10 Existing Slab

L10'

11 Concrete wall

12 Landscape Area

13 Drainage

14 Concrete sidewalk

15 Planter. Wood retaining wall

16 Soil

17 Flashing

grade level 358.5'

desk 29"

R18'

L6'

R20'

L8'

R10'

L10'

pathway

finished floor Level 356.5'

added soil 3'-6"

R18'

L10'

0' 6" 1' 5'

SCHEMATIC BUNGALOW

BUNGALOW TYPES

0' 6' 12' 32' 64'

N

0' 6' 12' 32' 64'

N

GROUND LEVEL PLAN

GROUND LEVEL PLAN

HolLA Second Home Hollywood

Los Angeles, USA

Bauherr:

Planung:

Team:

Statik:

Mechanik:

Landschaftsgestaltung:

Bauingenieur:

Second Home

Selgascano

José Selgas & Lucía Cano mit Diego Cano-Lasso, María Levene,

Inés Olavarrieta, Paolo Tringali, Sixto Cordero, Víctor Jiménez,

Sara Ouass, Pilar Cano-Lasso, CatalinaVázquez,

Juan José Muñoz Muñoz, Julian Ocampo, Juan Saez Pedraja

Grundstücksfläche: 8.440 m 2

Bebaute Fläche: 3.747 m 2

Nutzfläche: 6.272 m 2

Planungsbeginn: 2015

Bauzeit: 2017 - 2019

Baukosten:

20 Mio. USD

Walter P.Moore

Henderson Engineers INC

Selgascano / Second Home

KPFF Consulting Engineers

„Wir konzentrieren uns auf die intensive

Suche nach neuen Wegen für die Natur.

Mit künstlichen Mitteln und Technologien

bedienen wir uns anderer Bereiche, die sich

sonst selten mit Architektur vermischen. All

dies folgt einem notwendigen Ziel: die Architektur

gegenüber der Natur wieder an

Boden verlieren zu lassen, ihre Präsenz zu

minimieren und ihre Rolle bei der Schaffung

von neuen Arten von Natur zu reduzieren.“

José Selgas, Lucía Cano:


architektur FACHMAGAZIN

56

Die neue Stadt

Es brodelt

und gärt

Theodorahus / Kopenhagen, Dänemark / ADEPT

Text: Linda Pezzei Fotos: Rasmus Hjortshoj, Jakob Birgens

Bereits 1847 gründete der Däne Jacob Christian

Jacobsen die heute weltbekannte Brauerei Carlsberg-Bryggerier

Kjøbenhavn in Kopenhagen. Ende

des 19. Jahrhunderts erlebte die Brauerei dank der

industriellen Produktionsweise einen rasanten Aufschwung.

Nach 160 Jahren turbulenter Industriegeschichte

inmitten des beliebten Stadtteils Vesterbro

wurde die Bierproduktion mit dem Jahr 2008 an andere

Standorte in Dänemark verlagert. Der Startschuss,

um das ehemalige Brauereigelände und Industrieareal

in ein neues Wohnquartier zu verwandeln.

Der Masterplan für das 30 ha umfassende Gelände

sah neben der Aufwertung der Umgebung allen voran

die Gestaltung eines nachhaltig aktiv-urbanen

Lebens vor. Das entstandene Ensemble zeichnet sich

heute auf der einen Seite durch zeitgemäße Ergänzungsbauten

aus, auf der anderen Seite wurden so

viele historische Gebäudeteile wie möglich behutsam

konserviert und restauriert. Das besondere Flair liegt

in der an allen Ecken erlebbaren Industriegeschichte

und dem kontrastierend-pulsierenden Leben dieses

modernen Stadtviertels.

u

Ein altes Industriegelände

einer weltbekannten

Brauerei wird zum pulsierenden,

nachhaltigen und

qualitätsvollen modernen

Wohn- und Büroquartier

im Herzen der Weltstadt

Kopenhagen. ADEPT ist

es mit dem Theodora

Haus gelungen, mit viel

Fingerspitzengefühl und

Innovationsgeist gegebene

historische Bautraditionen

in die Gegenwart

zu übersetzen und so ein

stadtteilprägendes Quartier

zu gestalten.


www.architektur-online.com

57

ADEPT


architektur FACHMAGAZIN

58

Die neue Stadt

Das ortsansässige Architekturkollektiv ADEPT verwandelte

das Areal rund um den ehemaligen Hefespeicher

im Sinne des Masterplans in ein modernes

Wohn- und Büroquartier. Ab 1883 wurde in den

Forschungslabors von Carlsberg ein untergäriger

Hefepilz gezüchtet, der später nach der Brauerei benannt

und vor Ort in großen Mengen zur Biergewinnung

gelagert wurde. Gleich nebenan steht auch das

berühmte Elefantentor. Das mit rot verzierten Kacheln

verblendete Wahrzeichen der Carlsberg Brauerei

wurde 1901 von Vilhelm Dahlerup entworfen und

diente als Wasserturm und Hopfen-Silo.

“Wir glauben, dass wir die Lebensfähigkeit und Vielfalt

unserer Städte verbessern können, wenn wir positive

Interaktionen zwischen Menschen, Funktionen und

öffentlichem Raum fördern. Wir beziehen Kunden und

Benutzer in die Konzeption von Orten ein, die ihnen

als flexibles Rahmengerüst dienen sollen, und zielen

darauf ab, die richtigen Bedingungen für eine positive

Entwicklung der Gemeinschaft in Städten und Gebäuden

zu schaffen”, bringen die Planer von ADEPT den

Kerngedanken des Projekts auf den Punkt. Das Theodora

Haus ist ein gemischt genutztes Gebäude, das

sich aus mehreren Wohnungstypologien sowie einem

Büroflügel zusammensetzt. Letzterer befindet sich in

dem einzigen historischen Gebäudeteil, der sich als

konservierbar erwies und bietet Ausblick auf einen

der vielen kleinen Plätze des Carlsberg-Quartiers.

Die 58 Wohneinheiten hingegen sind in dem U-förmig

dazu ergänzten Neubau untergebracht und um einen

halböffentlichen Hof angeordnet.

Durch Blick- und Wegebeziehungen fügt sich das

neue (alte) Quartier nahtlos in das städtebauliche

Gefüge ein und erweitert den Stadtteil um ein lebendiges

Konglomerat aus Damals und Heute. Besonderes

Augenmerk legten die Architekten dabei

auf die Gestaltung der zur Umgebung hin orientierten

Flächen und so betont das Theodora Haus ganz

bewusst den komplexen Charakter des Viertels, das

durch die vielen unterschiedlichen Fassaden geprägt

ist, welche die lokale Geschichte widerspiegeln.

“Nachhaltigkeit ist kein Branding. Es ist eine Notwendigkeit.”

Nach diesem Credo ist auch die ursprüngliche

Backsteinfassade des Hefespeichers in seinem

charakteristischen Verbund erhalten geblieben. Der

optische Übergang zu dem neuen Gebäudeteil geschieht

auf behutsame Weise über das Elefantentor

hinweg. Farbe und Oberflächenstruktur der Ziegel

wurden sorgfältig ausgewählt. So wird die historische

Fassade zwar respektvoll ergänzt, aber dennoch ein

modernes Statement gesetzt.

Aus der Ferne eine homogene

Silhouette, lässt sich die besondere

Struktur der Fassade erst bei genauerem

Betrachten erkennen.


www.architektur-online.com

59

ADEPT

Um diesen subtilen Eindruck zu erzielen, entwickelten

die Architekten in enger Zusammenarbeit mit einem

örtlichen Hersteller einen besonderen Ziegel, dessen

schmale Vorderseite konkav gewölbt ist. So ergibt

sich im Verbund verlegt an der einem der Hauptboulevards

des Carlsberg Komplexes zugewandten Fassadenfront

ein abwechslungsreiches Spiel aus Schatten

und Texturen, das sich in einer schwungvollen

Bewegung in Richtung Himmel aufzulösen scheint.

Das Besondere liegt in der Kombination des altbekannten

und historischen Baumaterials Ziegel und

dessen völlig neuer Interpretation in Form und Verlegetechnik.

Auf diese Weise entsteht ein äußerst moderner

und zeitgemäßer Eindruck, der dennoch das

Gefühl vermittelt, als wären die Gebäude schon genau

so seit jeher an Ort und Stelle gestanden. u


architektur FACHMAGAZIN

60

Die neue Stadt

Im Innenhof eröffnet sich

eine gestalterisch völlig

neue Welt, welche die Privatheit

und den besonderen

Charakter der Anlage

zusätzlich unterstreicht.

Die perforierten Metall-Fensterläden zur Straße hin

sind in Kopenhagen-Grün gestrichen und spiegeln

mittels ausgewählter grafischer Motive die Geschichte

des Hefespeichers auf dekorative Weise

wider. Auch dieses Element basiert auf einem der

Prinzipien der Köpfe von ADEPT: “Wir fördern eine

experimentelle Denkweise, die auf kreativen Ideen

basiert, geprüft durch das Brennglas unseres skandinavischen

Ansatzes, der Orte vor Gebäude setzt. Wir

erkunden unbekannte Gebiete, um innovative Lösungen

hervorzubringen.” Und als innovativ und unkonventionell

lässt sich das unbekümmerte Spiel und die

Interaktion mit den umgebenden Bauten, Strukturen

und der Historie durchaus beschreiben.

Der eher private Innenhof bildet schließlich einen

starken Kontrast zu den detaillierten und kleinteiligen

Ziegelstrukturen, die der Nachbarschaft zugewandt

sind. Die hofseitigen Fassadenflächen sind als

weißer Faserzement ausgeführt und mit einem davor

montierten Rankgerüst aus hellem Holz versehen.

Mit der Zeit sollen diese bewachsen als grüne Wände

den kleinen Garten einfassen, der den Bewohnern als

Ruheoase und nachbarschaftlicher Treffpunkt dient.

Eine organisch geschwungene, über Ebenen begehbare

Landschaft aus Grünflächen, Bäumen und Beeten

wird von einem Band aus Cortenstahl eingefasst,

rundherum laden Bänke aus Holz zum Verweilen ein.

Auch wenn die Zeiten des hektischen Brauereialltags

vorbei sind, so brodelt und gärt es doch weiter auf

diesem faszinierenden historischen Industriegelände

im Herzen Kopenhagens. Alt und Neu, Geschichte

und Gegenwart verschmelzen zu einem feingewebten,

vielschichtigen Konglomerat, dessen besonderes

Flair von ADEPT mit viel Fingerspitzengefühl

geformt wurde.


0m

0m

1m

1m

5m

5m

10m

10m

0m

0m

1m

1m

5m

5m

10m

10m

www.architektur-online.com

61

ADEPT

EG

N

OG 3

N

Theodorahus

Kopenhagen, Dänemark

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Carlsberg Byen

ADEPT

Anders Lonka, Martin Laursen, Martin Krogh,

Simon Poulsen, Camilla Klingenberg, Jens Arnar Árnason,

Arminas Sadzevicius, Telma Ribeiro

NorConsult

Grundstücksfläche: 2.618 m 2

Bebaute Fläche: 2.187 m 2

Bruttogeschossfläche: indoor 15.502 m 2

Innenhof 426 m 2

Balkone + Terrassen 622 m 2

Fläche Wohneinheiten: 58 Wohneinheiten / 4.405 m 2 = 75.9 m 2

(von 46 m 2 bis 168 m 2 )

Wohnfläche: 4.405 m 2

Bürofläche: 7.290 m 2

Öffentliche Flächen: 3.185 m 2

Planungsbeginn: 08/2017

Bauzeit:

2 Jahre

Fertigstellung: 03/2020

Baukosten: ca. 25,9 Mio. €

“ADEPT ist eine in Kopenhagen ansässige Architekturgemeinschaft.

Unser Credo lautet “Ort

vor Bauwerk”, denn wir sehen die Stadt als einen

Organismus, eine Synergie zwischen Menschen,

Funktionen und Orten. Wir arbeiten in allen Maßstäben

- unsere Entwürfe wachsen immer aus einer

sorgfältigen Studie der örtlichen Gegebenheiten.

Der Kontext ist uns wichtiger als klassische

Begriffe der Ästhetik. Denn in all unseren Projekten

dreht sich alles um die Menschen, welche die

Orte letztendlich benutzen und bewohnen.

(v.l.n.r.) Martin Krogh, Simon Poulsen,

Camilla Klingenberg, Anders Lonka,

Martin Laursen


architektur FACHMAGAZIN

62

Die neue Stadt

Das Haus

auf dem Haus

Lindenhausstraße / Luzern, Schweiz / Scheitlin Syfrig Architekten

Text: Linda Pezzei Fotos: Ben Huggler

Ein über 100 Jahre altes

Wohnhaus im Herzen

Luzerns wurde von den

ortsansässigen Scheitlin

Syfrig Architekten um

drei Geschosse plus Attikawohnung

aufgestockt.

Während sich das Gebäude

zur Hofseite hin als

modernes Bauwerk aus

einem Guss präsentiert,

tritt der Aufbau zur Straßenseite

hin geschickt in

den Hintergrund, sodass

die stuckverzierte Fassade

im Ensemble der Straßenflucht

wie gewohnt

zur Geltung kommt.

Das Luzerner Bauprojekt Lindenhausstraße der ortsansässigen

Scheitlin Syfrig Architekten zeigt, wie moderne

Nachverdichtung im Herzen von städtischem

Raum funktionieren kann. Obwohl dem bestehenden

100 Jahre alten Bau im wahrsten Sinne des Wortes ein

moderner Hut aufgesetzt wurde, bleibt der Charakter

der stuckverzierten Fassade im Ensemble mit der straßenseitigen

Fassadenflucht uneingeschränkt erhalten.

Dafür wurden die Architekten auch mit dem Iconic

Award: Innovative Architecture 2020 ausgezeichnet.

Allzu schnell kann die Kombination aus Alt und Neu

optisch ins Lächerliche abdriften, der Neubau alte

Strukturen erdrücken oder erhaltenswerte Substanz

kaschieren. Das Team von Scheitlin Syfrig Architekten

hat einen anderen Weg gewählt. Das vorgefundene

Bestandsgebäude zeigt sich als Teil einer heterogenen

Fassadenflucht und erinnert mit seinem

Steinsockel, den üppigen weißen Stuckaturen sowie

geschwungenen Formen und Ornamenten an frühere

Zeiten. Obwohl der Altbau im Inneren saniert und

um drei Geschosse sowie ein Dachgeschoss ergänzt

werden sollte, wollten die Architekten den ursprünglichen

Charakter des Bauwerks erhalten.

Zu diesem Zwecke wählten die Planer für die Aufstockung

eine dunkle Fassade aus horizontalen Aluminiumprofilen.

Im Kontrast zu dem hellen Bestand drängt

sich der Aufbau auf diese Weise nicht in den Vordergrund,

sondern nimmt sich bewusst zurück – gleichwohl

ohne sich dabei zu verstecken. Dieser Eindruck

wird noch dadurch verstärkt, dass die Struktur der

Fassade auch für die Klapp- und Schiebeläden übernommen

wurde. Selbst vor den Fensterfronten umlaufen

die horizontalen Lamellen das Gebäude. Dadurch

ist das Volumen von Alt und Neu zwar als ein Element

lesbar, dennoch scheint der Aufbau wie ein flüchtiger

Schatten über dem Bestand zu schweben.

Während straßenseitig ein klar ablesbarer Kontrast

zwischen Alt und Neu entsteht, präsentiert sich die

hofseitige Gebäudehülle aus einem Guss. Die frontseitige

Fassadengestaltung findet sich rückwärtig

als selbe ganzflächige Lamellenkonstruktion wieder.

Der einheitliche und monolithische Gesamteindruck

wird noch dadurch verstärkt, dass die Aluminiumprofile

zum einen bis an die Kante des Firstes reichen

und zum anderen auch die vorspringenden Balkone

ummanteln, welche so mit der Fassade zu einer Einheit

verschmelzen.

Ein weiterer gestalterischer Kniff der Architekten liegt

in der Drehung des Giebels des relativ steilen Schrägdaches.

Dessen Traufe orientiert sich an der Höhe der

angrenzenden Dachfirste und nimmt somit wieder

Bezug zur Umgebung auf. Durch die so entstandene

Ost-West-Ausrichtung bietet das Dach die idealen

Voraussetzungen für die effektive Energiegewinnung

mittels großflächiger Photovoltaik-Platten. Ziel der

Planer war es, nicht nur raumplanerisch effektiv, sondern

auch ökologisch zielführend zu bauen. Luzerns

Stimmbevölkerung hat sich im November 2011 zur

sogenannten 2000-Watt-Gesellschaft bekannt, die

als Sinnbild für eine nachhaltige Energiepolitik steht.

Das Konzept basiert auf einer energiepolitischen Vision,

die von Forschenden der ETH entwickelt wurde.

Laut der Studie können pro Person 2000 Watt Energieleistung

beansprucht werden, ohne dass die Erde

übernutzt wird. Das Projekt Lindenhausstraße soll neben

vielen anderen Vorzeigeprojekten zur Erreichung

dieses Umweltzieles beitragen.

u


www.architektur-online.com

63

Scheitlin Syfrig Architekten


architektur FACHMAGAZIN

64

Die neue Stadt

Blickt man ins Innere des Gebäudes, so wurden die

Wohnungen bis zum 3. Obergeschoss saniert, wobei

historische Elemente wie Türrahmen bewusst

erhalten und in die neuen Strukturen integriert

wurden. Auf diese Weise in Szene gesetzt, konnte

der ursprüngliche historische Charakter der Wohnräume

in die Neuzeit transportiert werden. Ab dem

4. Obergeschoss hingegen ist das Gebäude im Inneren

als reiner Neubau ausgeführt. Räumlich besonders

spannend zeigt sich die Attikawohnung mit ihrer

großzügigen Galerie sowie der Verkleidung des

Dachgiebels mit weiß lasierten 3-Schichtplatten, die

in einem einheitlichen Raster verlegt wurden.

Das Treppenhaus wurde in Sichtbeton und darauf abgestimmten

Bodenfliesen ausgeführt. Das Farbkonzept

zieht sich in einem Guss vom Eingangsbereich

bis hinauf in die Attikawohnung. Während das Gebäude

in seiner Erscheinungsform von außen von der

deutlich sichtbaren Differenzierung von Alt und Neu

lebt, verschmelzen historischer Bestand und moderner

Aufbau innenräumlich zu einer unzertrennbaren

Einheit. Für die Architekten ist dieser Ansatz im Zusammenhang

mit der Thematik der innerstädtischen

Verdichtung als kontemporäre Antwort auf die damit

einhergehenden Herausforderungen in der Planung,

Gestaltung und Konzeption zu verstehen. •

Die Balkone wurden so

konzipiert, dass sie aus

der Ferne betrachtet mit

der Einheit der Fassade

optisch verschmelzen. Der

Bewohner hingegen bleibt

geschützt vor Einblicken,

ohne auf den eigenen

Ausblick verzichten zu

müssen.


www.architektur-online.com

65

Scheitlin Syfrig Architekten

Lindenhausstraße

Luzern, Schweiz

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Privat

Scheitlin Syfrig Architekten

Mauritius Carlen, Sandra Fellmann, Paula Fischer,

Raphael Helfenstein, Dominik Lutz, Milena Marti, Pascal Ming,

Gilbert Mühlemann, Johanna Strauss, Marc Syfrig

Grundstücksfläche: 160 m 2

Nutzfläche: 1026.1 m 2

Planungsbeginn: 02/2016

Bauzeit:

25 Monate

Fertigstellung: 07/2019

Baukosten: 3,8 Mio. €

“Wir wollten das Bestehende erhalten und

mit etwas Neuem ergänzen, das sich gestalterisch

zurücknimmt.“

Mauritius Carlen, dipl. Architekt MA ZFH SIA.

Partner und Mitglied der Geschäftsleitung

bei Scheitlin Syfrig Architekten


architektur FACHMAGAZIN

66

RETAILarchitektur

Unendliches

Bücherregal

Im Dujiangyan Zhongshuge Bookstore in der chinesischen Stadt Dujiangyan

türmt sich ein raumgreifendes Bücherregal. Architekt Xiang Li verwirklichte

hier einen kontemplativen Raum, der vollkommen der Literatur gewidmet

ist und grenzenlos scheint.

Fotos: Feng Shao


www.architektur-online.com

67

RETAILarchitektur

Auf zwei Ebenen winden sich übermannshohe Bücherregale

aus Walnussholz über die gesamte Fläche des fast

1000 m² großen Geschäftes hinweg. In die kreisförmig

angeordneten Bücherwände sind Rundbogenöffnungen

als Durchgänge eingeschnitten. Durch diese kann man

sich seinen individuellen Weg durch den Raum schaffen,

um ihn zu erkunden. Durch das Öffnen und Ineinander

greifen der Bücherregalwände ist stets ein gesamtheitliches

Erleben des Raumes möglich. Die Bücherwände

und ihre Öffnungen besitzen unterschiedliche Größen

und Höhen, sodass sie sich an einigen Stellen miteinander

verweben, ohne sich aber in die Quere zu kommen.

So können differenzierte Räume im Innenraum des Ladens

entstehen, die zwar immer anders ausgeformt sind,

aber grundsätzlich aus denselben Elementen bestehen.

Die sich über jede verfügbare Wandfläche erstreckenden

Bücherregale bekommen so einen architektonischen

Charakter verliehen und erzeugen einen spannungsvollen

Innenraum.

Ergänzt wird diese Präsentation der Bücher in der Regalarchitektur

um einige Bereiche zum Verweilen. Dazu

zählen neben den Lesebereichen für Erwachsene und

Kinder ein hauseigenes Café und ein Veranstaltungsbereich.

Auch zählt ein eigener großzügiger Außenbereich

in Form einer Terrasse zum Bücherladen dazu, der über

die obere Ebene zugänglich ist.

Die Materialwahl verleiht dem gesamten Innenraum ein

einheitliches Wesen. Durch die mit Spiegeln verkleidete

Decke und reflektierende, großflächige Fließen am Boden

ist ein Anfang und ein Ende der Regalarchitektur

nicht auszumachen. Sowohl in der Horizontalen als auch

in der Vertikalen scheint sie sich in die Unendlichkeit zu

erstrecken. Und so lockt nicht nur die Literatur in diesen

Bookstore – auch die vielen Aufenthaltsmöglichkeiten

und die spektakuläre Gestaltung wollen bestaunt und

erkundet werden.


architektur FACHMAGAZIN

68

RETAILarchitektur

Kontrastreicher Raum

In der chinesischen Stadt Chengdu gestalten Neri&Hu einen Flagship Store

für Valextra, in dem Kontraste die Hauptrolle spielen. Von außen gibt die

Fassade nur an wenigen Stellen kurze lineare Einblicke in das Innere des Geschäftes.

Auch sie steht mit ihrer monotonen Oberfläche aus dunklem Beton

in Kontrast zur vielfältigen Materialpalette des Innenraumes.

Fotos: Pedro Pegenaute

Das Geschäft gliedert sich in zwei Bereiche. Der vordere

Bereich funktioniert als kreisrunder Raum im

Raum, der durch eine Regalstruktur aus Kreissegmenten

in Walnussholz erzeugt wird. In der Mitte dieses

Raumes ist ein Tischelement positioniert, das aus einem

massiven Teil aus grauen Ziegeln und aus einem

flächigen Teil aus weißem Marmor besteht. Dieses

Tischelement wird zusätzlich durch das sich darüber

befindende kegelförmige Oberlicht hervorgehoben.

Der zweite, hintere Bereich bietet einen intimeren Charakter,

der durch den reflektierenden Wandbelag mit

glasierten Keramikfliesen erzeugt wird. Auch hier befindet

sich im Zentrum ein massiver Präsentationstisch,

der mit Ziegel, weißer Keramik und Holz belegt ist. Ein

verbindendes Element beider Bereiche ist der Bodenbelag

aus traditionellen chinesischen Ziegeln in grauem

Farbton. Durch ihre Verlegung in unterschiedliche Richtungen

kennzeichnen sie die jeweiligen Bereiche.


www.architektur-online.com

69

RETAILarchitektur

Im Innenraum des Ladens treffen unterschiedliche

Materialien aufeinander: graue Ziegel am Boden und

an den Tischen, Stein am Tisch, Holz für das Regal

und die Tischplatte, smaragdgrüne Keramik für die

Wandverkleidung und weiße Keramik am Tisch, Messing

an den Türgriffen und Sichtbeton an der Decke.

Ein gerne genutztes Mittel für die Gestaltung: das

Erzeugen von Kontrasten. Diese werden durch die

verschiedenen Materialien und Oberflächentexturen

geschaffen. Die raue Oberfläche des Ziegels steht der

glatten der Keramik gegenüber. Durch ihre glänzende

Oberfläche reflektiert das Licht, im Unterschied

zur matten Holzoberfläche. Auch die Möblierung an

sich bringt verschiedene Gegensätze zusammen. Die

Schwere des Betons und Steines steht der Leichtigkeit

des Holzes gegenüber. Die Durchlässigkeit des

Holzregals kontrastiert mit der Abgeschlossenheit

des hinteren Raumes durch die smaragdgrünen Keramikfliesen.

Der wichtigste Kontrast bleibt aber immer

noch der zwischen Licht und Schatten. Vor allem

durch ihn können die handverlesenen Objekte in Szene

gesetzt werden, der Rest schafft die dafür notwendige

Atmosphäre.


architektur FACHMAGAZIN

70

RETAILarchitektur

Als wäre es ein Spiel...

Entgegen der ersten Idee des Auftraggebers, der ein einfaches Open-Space-Konzept

für seinen neuen, 334 m² Shop für Kinderbekleidung in Vila Meã/Amarante/Portugal

realisieren wollte, entwarfen die Architekten von stu.dere – Oficina de Arquitectura

e Design ein Projekt, das sich stark an der Zielgruppe orientiert und ein spielerisches

Einkaufserlebnis bietet.

Fotos: Ivo Tavares Studio

Im „Warehouse Morinha“ finden Kids nicht nur die

trendigste Mode, die labyrinthartige Einrichtung des

Shops lädt zur Entdeckung und Erforschung ein.

Prägendes Element des Designs der Verkaufsfläche

ist ein Drahtgeflecht, das physische, aber keine visuellen

Barrieren in den Räumen schafft. Generell

wählten die Architekten für dieses Projekt ausgefallene

Materialien, die sie ohne zusätzliche Veredelung

einsetzten. So wurde etwa Polycarbonat für

die Innenwände und für Raumteiler gewählt, was im

Zusammenspiel mit dem mikrozementbeschichteten

Boden ein industrielles Erscheinungsbild erzeugt. Als

Kontrast dazu sind die Decken und das Büro mit Birkensperrholz

ausgekleidet.

Das Raumkonzept umfasst im Erdgeschoss neben

der Verkaufsfläche ein Büro, einen kleinen Lagerraum,

die erforderlichen Nebenräume und neben der

Treppe ins Obergeschoss einen kleinen Spielbereich

für Kinder. Im Obergeschoss befindet sich ein offener

Bürobereich und ein Studio für Produktfotografie.

Beim Lichtkonzept setzten die Designer auf speziell

entwickelte Hängeleuchten im industriellen Stil. Im

Zusammenspiel mit dem Polycarbonat erzeugen diese

Leuchten Lichtreflektionen, die in eine Welt aus

Magie und Phantasie entführen sollen.


www.architektur-online.com

71

RETAIL architektur

© ECE / Pop Up My Brand / Ulrik Eichentopf

Blitzschnell nutzbarer

Keramikfliesen-Boden

Auf eine neue Plattform zur Markeninszenierung und Produktpräsentation setzt der

renommierte Projektmanagement-Spezialist ECE, der mit rund 200 Einkaufszentren

in elf Ländern europäischer Marktführer im Bereich innerstädtischer Shopping-Center

ist. Mit einem Pilotstore in der Mall Limbecker Platz in Essen präsentiert das Unternehmen

eine Mischung aus Pop-up- und Concept-Store mit wechselnden Themenund

Erlebniswelten. Den jeweiligen Marken wird eine unkomplizierte und flexible

Plattform geboten, auf der Produkte und Dienstleistungen interaktiv erlebbar sind.

© drytile-ceramics.com / Werner-Arthur Hering

Die schnelle Umsetzung des multifunktionalen Konzeptes

bei laufendem Betrieb ermöglichte das innovative

DryTile-System, das auf trocken ohne Kleber

verlegbaren keramischen Bodenfliesen mit Korkrücken

basiert. Es verbindet die Vorzüge keramischer

Fliesen mit aktuellen Anforderungen im modernen

Ladenbau, aber auch der Hotellerie, in Gewerbebauten

oder der Gastronomie - also überall dort, wo

Bodenflächen regelmäßig in gewissen Abständen

ausgetauscht beziehungsweise blitzschnell realisiert

werden müssen, um Ausfallzeiten und damit Umsatzverluste

zu minimieren.

Voraussetzung für den Einsatz von DryTile, das eine

bis zu achtmal schnellere Verlegung als mit herkömmlicher

Methode ermöglicht, ist ein besonders ebener

Untergrund. Hierauf erfolgt dann die Verlegung der

qualitativ hochwertigen DryTile-Fliesen. Deren rückseitige

dünne Korkschicht sowie die explizit für das

System entwickelte Spezialfugenmasse erlauben die

schnelle und sichere Verlegung ohne Kleber. Zudem

ergibt sich beim Aneinanderstoßen der Fliesen durch

den allseitig definiert überstehenden Korkrücken automatisch

eine elegante Schmalfuge.

Unverfugt ist der Belag sofort begehbar, nach der

Verfugung ist die Fläche nach 12 Stunden begehbar

und nach weiteren 12 Stunden voll belastbar.

Erhältlich sind die DryTile-Fliesen in zahlreichen Farben

und Oberflächen und in den Formaten 30 x 60,

45 x 90, 60 x 60, 90 x 90 und 60 x 120 Zentimeter.

Bei der Spezialfugmasse stehen ebenfalls mehrere

Farben zur Auswahl, sodass Ton-in-Ton- oder auch

Kontrast-Lösungen realisierbar sind.

AGROB BUCHTAL GmbH

Erwin Bauer

T +43 664 115 3558

DI Silvia Lederer

T +43 664 307 6686

www.agrob-buchtal.de


architektur FACHMAGAZIN

72

Retailarchitektur


www.architektur-online.com

| BA12-21G |

Licht

Dynamisches

Schaufenster

Im renommierten STEFFL-DEPARTMENT STORE im

ersten Wiener Gemeindebezirk entstand ein einzigartiges

Licht-Schaufenster, um eine gänzlich neue Produktwelt

für 50 Sport Fashion Brands auf der vierten Etage

spürbar zu machen.

Text: Alexander Magyar Fotos: Rudi Ferder

Für diese herausfordernde Aufgabe wurden die Grazer

Licht-Spezialisten rund um SHOUP / Dietmar Unger beauftragt,

sich etwas zu überlegen, das einerseits Aufmerksamkeit

erregt und andererseits auch dem Stil des Hauses gerecht

wird. Nach intensivem Briefing mit dem Creative-Team und

der Deko-Abteilung des Kaufhauses entstand eine Licht-Installation,

die Dynamik, Fashion und Sport spürbar machen. Mit

dem Spezialisten-Team von SHOUP wurden Materialien und

Gestalt des Hintergrundes definiert, und auch die Lichtquellen

als Werkzeug für Stimmung, Bewegung und Dramatik ausgewählt,

um die Blicke in das Schaufenster zu ziehen.

Die in einer fein abgestimmten Choreografie wechselnde

Licht-Stimmung lässt erahnen, was in dem neuen Sport Concept

Store auf Etage 4 zu erwarten ist. Eine sich wiederholende

siebenminütige Lichtschleife ist das Kernstück der Installation.

Diese Lichtschleife wurde nach gemeinsamer Überlegung

mit dem STEFFL-Team definiert und soll genau das repräsentieren,

was Besucher auf der vierten Etage erwartet.

Umgesetzt wurde die Lichtinstallation mittels 72 Stück

DMX-programmierter FP1 TITAN TUBES. Ein Produkt, das

speziell für Film- und Fernsehbeleuchtung entwickelt wurde.

Dieses Leuchtmittel bietet einen hohen CRI-Wert sowie enormen

Farbspielraum mittels spezieller LED CHIP Zusammenstellung

(Rot, Grün, Blau, Mint, Amber).

Dieses Projekt für den STEFFL-DEPARTMENT STORE war bereits

die zweite Aufgabenstellung für das Team von SHOUP.

Die erste Lichtinstallation wurde im Eingangsbereich des

Hauses als dynamische Lichtskulptur umgesetzt. Hier war

die Anforderung, mit Licht und Architektur dem Kunden einen

für das Auge interessanten EYE-Catcher anzubieten, der dem

Haus besondere Atmosphäre im Empfangsbereich verleiht.

Diese sich im Laufe des Tages verändernde Lichtstimmung

unterstützt die jeweilig gewünschte tageszeitabhängige Situation

(Geschäftsbetrieb, Bar, Restaurant). Auch Abends nach

Geschäftsschluss, wenn man sich in der bekannten STEFFL-

SKY-Bar im obersten Stockwerk des Hauses auf einen Cocktail

freut, wird man beim Ankommen vom Licht der Grazer

Lichtmacher begrüßt. Beide Projekte sind gute Beispiele für

Lichtkunst und seine Wirkung im öffentlichen Raum!

Schnell zur effizienten

Lichtlösung: mit TwinCAT 3

Lighting Solution

www.beckhoff.at/lighting-solution

Mit TwinCAT 3 Lighting Solution stellt Beckhoff eine über Excel

konfigurierbare Lichtlösung vor, die vom Engineering bis zur Wartung

auf die Vereinfachung aller Arbeitsschritte setzt. Alle typischen Lichtregelungen

sind integriert, die Anzahl der DALI-Linien ist unbegrenzt.

TwinCAT 3 Lighting Solution ist voll HTML- und webfähig, dezentral

skalierbar sowie direkt über Panel bedienbar. Schnelle Funktionsänderungen,

Adressierungen und Erweiterungen sind direkt im Betrieb

möglich, ebenso wie von DALI-Linien unabhängige Gruppierungen.

Für individuelle Lichtsteuerungen:

7-Zoll-Multitouch-Panel, Buskoppler, I/Os und

TwinCAT 3 Lighting Solution.


architektur FACHMAGAZIN

74

Licht

Wohnlich erhellt

An der prominenten Wiener Adresse Rathausstraße 1 befindet sich das neue Kundenund

Verwaltungszentrum der BUWOG, das in einer Arbeitsgemeinschaft der Architekten

Schuberth und Schuberth/ Stadler Prenn Architekten/ ostertag Architects

entstand. Beteiligt waren zusätzlich das Atelier Heiss für die Innenarchitektur und

Interior-Planung, die Landschaftsarchitekten Lindle+Bukor, sowie podpod design für die

Lichtplanung. Durch alle Gestaltungsaufgaben zieht sich das Thema Wohnen als Hauptmotiv

hindurch. So besitzt nicht nur der Innenraum des Bürogebäudes einen wohnlichen

Charakter, sondern auch der umliegende Stadtraum.

Text: Alexandra Ullmann Fotos: Alexander Chitsazan

Mit der Lage in der Schutzzone der Wiener Innenstadt

war ein sensibler Umgang im Rahmen der benachbarten

Bebauung notwendig. Die Fassade des Neubaus

versucht sich mit ihrer horizontalen und vertikalen

Gliederung an Elemente der Gründerzeitfassaden auf

zeitgenössische Art anzunähern. Mit seinen großzügigen

Öffnungen besitzt das Gebäude starke Präsenz im

Stadtraum, die durch die in die Architektur integrierte

Fassadenbeleuchtung stark verfeinert wird. Subtil werden

die Fensterlaibungen und die vertikalen Fugen der

metallischen Fassadenpanele hervorgehoben. Letztere

werden durch farbsteuerbares Licht ausgeleuchtet und

können in verschiedenen Farben erscheinen.


www.architektur-online.com

75

Licht

Durch die Steuerbarkeit der Leuchten lassen sich verschiedene

Lichtszenen programmieren und so kann die

Fassade farblich zu speziellen Events oder an die Corperate

Identity des Unternehmens angepasst werden.

Mit der Dämmerung wird die Fassadenbeleuchtung

eingeschaltet, ab elf Uhr abends darf die Nacht dann

Nacht sein und Dunkelheit macht sich breit. Allein die

Kolonnade und äußere Sockelzone bleiben aus Sicherheitsgründen

weiterhin ausgeleuchtet.

Zum Projekt zählen auch einige Sitzinseln im Straßenraum,

auf denen sich Leuchten in Form einer Wohnzimmer-Stehleuchte

befinden. Sie transportieren das Thema

Wohnen in den Außenraum und schaffen so auch

zu den Abendstunden eine einladende Atmosphäre, um

auf den Sitzbänken Platz zu nehmen. Die Licht-Inszenierung

setzt sich dann auch im 6,5 m hohen Eingangsfoyer,

sowie in den gesamten Büroräumlichkeiten des

Gebäudes fort. Warmweißes Licht dominiert im Innenraum,

auch die Wohnzimmer-Stehlampen lassen sich an

verschiedenen Stellen im Gebäudeinneren wiederfinden.

Das künstlerische Lampenelement der Eingangshalle

– genannt „YoYo“ – mit seinen neun Scheiben aus

farbigen Spiegeln, in die nach „Oben-und-Unten“-LED-

Lampen integriert sind, setzt das Atrium des Eingangsbereichs

in Szene. Ähnliche Leuchtelemente erhellen in

verschiedenen Variationen an mehreren Stellen des Bürobaues

den Innenraum. Jeder Bereich wurde dabei beleuchtungstechnisch

an seine individuellen Bedürfnisse

angepasst. So gibt es in den Arbeitsräumen eine durchgehende

Grundaufhellung und zusätzlich eine einstellbare

Beleuchtung für jeden Arbeitsplatz. Jeder Lichtkreis

ist einzeln steuerbar und dimmbar, um optimale

und angenehme Arbeitsbedingungen herzustellen.

Die aufmerksame und feinfühlige Arbeit der Lichtkünstler

von podpod in der neuen BUWOG Zentrale zeigt, wie

Lichtplanung mit Architektur, Innenarchitektur und

Landschaftsarchitektur gelungen zusammenspielen

kann. Dem Gebäude wird so nicht nur tagsüber Funktionalität

und Präsenz, sondern auch bei Dunkelheit der

letzte Feinschliff verliehen.


architektur FACHMAGAZIN

76

Produkt News

Multifunktionales

Beleuchtungskonzept

Inmitten der Münchner Altstadt gelegen stellt der Odeonsplatz architektonisch

eine besondere Herausforderungen dar: Der Hofgarten und die umliegenden prächtigen

Gebäude wie Residenz, Theatinerkirche und Feldherrenhalle setzen den Rahmen

für eine der repräsentativsten Adressen in München. Dieser Herausforderung

stellte sich der Projektentwickler Art-Invest Real Estate und baute 2019 den ersten

Stock einer denkmalgeschützten, klassizistischen Immobilie am Odeonsplatz 12 zu

einem zukunftsorientierten, modernen Büro mit einer Fläche von 500 m 2 um.

Entstanden sind dabei 40 Arbeitsplätze, ein großzügiger

Empfangsbereich mit Showküche, moderne

Besprechungsräume und offen konzipierte Shared

Spaces inklusive Teeküche, die in diesem traditionsreichen

Umfeld heute schon eindrucksvoll die Zukunft

der Büro- und Arbeitswelt zeigen.

Von intelligenter Beleuchtung

zu intelligenter Nutzung

Eine angenehme und produktivitätssteigernde Arbeitsumgebung

erfordert auch das richtige Licht. Als

Spezialist im Bereich innovativer Beleuchtung konnte

Molto Luce die Entscheider von Art-Invest Real Estate

überzeugen und wurde mit der Planung und Umsetzung

einer technisch anspruchsvollen und qualitativ

hochwertigen Beleuchtungslösung beauftragt. In en-

ger Zusammenarbeit mit dem Technikpartner wtec ist

eine gelungene Lichtatmosphäre über die gesamte Office-Fläche

entstanden, die mittels intelligenter Lichtsteuerung

umgesetzt wurde und zusätzlich die Basis

für diverse Smart-Building-Anwendungen schafft.

Die smartengine-Technologie von wtec basiert darauf,

LED-Leuchten mittels herkömmlicher Datenkabel

mit Spannung zu versorgen und gleichzeitig

multifunktionale Sensoren in diese Infrastruktur

einzubinden. Dadurch werden zahlreiche, herkömmliche

Infrastrukturen ersetzt bzw. vereinfacht sowie

hohe Einsparungen im Betrieb erzielt. Der durchschnittliche

gemessene Verbrauch der Beleuchtung

am Odeonsplatz liegt bei lediglich 1,9 W/m², somit

werden mehr als 70% der Energie gegenüber einer

herkömmlichen DALI-Lichtsteuerung eingespart.

Fotos: Art-Invest Real Estate / Maximilian Mutzhas Fotografie


www.architektur-online.com

77

Produkt News

Der wesentliche Unterschied der smartengine-Technologie

zu klassischen Lichtsteuerungssystemen

liegt in einer hocheffizienten, zentralen Spannungsversorgung.

Diese wird ergänzt durch das Sensornetzwerk,

welches unter anderem die Helligkeit,

Temperatur und Anwesenheit erfasst und so zu den

„Sinnesorganen“ der Immobilie wird. Über offene

Schnittstellen kann smartengine Daten mit anderen

Anwendungen der Gebäudetechnik austauschen

und wird so im intelligenten Gebäude zum „zentralen

Nervensystem“. Diese Technologie verbessert die

Nutzerzufriedenheit, schafft ein lernendes, zukunftsfähiges

Gebäude, kann den Verbrauch von Licht,

Heizung, Klima und Lüftung optimieren und so eine

deutliche Einsparung erzielen.

Beleuchtung mit Stimmungsund

Wirkungseffekt

Modernste und designorientierte Beleuchtungslösungen

von Molto Luce kombiniert mit der smartengine-Technologie

bilden bei diesem Vorzeigeprojekt

die Basis für eine harmonische, effiziente und ergonomische

Lichtatmosphäre. Und so präsentiert sich

die neue Bürofläche der Art-Invest Real Estate als

zukunftsorientiertes, geschmackvoll in die historische

Gebäudearchitektur eingebettetes Büroprojekt

mit einem detailliert durchdachten innenarchitektonischen

Gestaltungskonzept für ein Mehr an Arbeitsatmosphäre.

Molto Luce GmbH

T +43 (0)7242 698-0

office@moltoluce.com

www.moltoluce.com


architektur FACHMAGAZIN

78

Produkt News

Begrünbare Raumteiler

Einen innovativen, begrünbaren Zonierer, der frisches Grün, positive Energie und

gleichzeitig saubere Luft in Büros, Lounge Bereiche, Cafeterien, Hotellerie und Gemeinschaftsareale

bringt, bietet Objekteinrichter Selmer mit PARA VERT. Dieses

neue, modulare Designelement gestaltet Räume auf besondere Weise und zoniert

flexibel wie ein Paravent große Flächen, schafft Arbeitsinseln, inspirierende Rückzugsorte

und ein gutes Klima.

Angeboten in den Farben Weiß und Lava sind in den

Modulgrößen S, M, L jeweils drei verschiedene Sets

erhältlich, wobei die integrierten Container als Stauraum

genutzt oder begrünt werden können. Je nach

Modul und Set entstehen damit licht- und grünumspielte

kleine Nischen für den kollegialen Austausch,

eigenständige Arbeitsbereiche im Großraum und

Atmosphäre im schlichten Gebäude. Die Bepflanzung

ermöglicht dabei eine individuelle, natürliche

Aufwertung des Ambientes, bietet moderaten Sichtschutz

und angenehme Schallabsorption. Zudem

heben Pflanzen – und ihre Pflege – die Stimmung,

fördern Wohlbefinden, Konzentration, Kreativität und

die positive Beziehung zum Arbeitsplatz. Sie filtern

und binden Schadstoffe, erzeugen Sauerstoff, erhöhen

Luftfeuchtigkeit und senken Heizkosten, Geräusch-

und Stresspegel.

Als bewachsene Wand oder angeordnet als L, S, U,

V, Y oder Z lässt sich das System immer wieder neu

konfigurieren und passt sich so stets makellos und

formvollendet perfekt den aktuellen Bedürfnissen an.

Möglich macht diese vielseitige Raumgestaltung die

Verschraubung mit Lochraster an den Verbindungselementen:

Die flexibel nutzbaren, runden Container

aus Kunststoff lassen sich im 90°, 135° und 180°

Winkel an den sanft geschwungenen Metallstangen

befestigen. Diese sind 190 cm bis 250 cm lang und

stehen stabil auf dezenten Fußtellern. Auf drei bis

vier Ebenen verteilen sie sechs bis 26 Container und

eignen sich für Blumentöpfe bis zu Ø 21,5 x 20,5 cm

(B x H), aber auch als Stauraum.

Selmer GmbH

T +43 (0)6216 20210

info@selmer.at

www.selmer.at


www.architektur-online.com

79

Produkt News

Harter Kern

Nach gründlicher Planung, Entwicklung und Testung präsentiert PROJECT

FLOORS mit der SPC-CORE COLLECTION nun eine eigene, technisch ausgereifte

Kollektion im Bereich der Rigid Core Beläge. Die Vorteile dieser starren Belagsart,

die vom Markt seit einiger Zeit nachgefragt wird, liegen auf der Hand: Die Beläge

können auf fast jedem Untergrund verlegt werden, da ihr harter Kern ein Durchdrücken

von leichten Unebenheiten verhindert.

Der Belag ist extrem formstabil und so können die

Planken und Fliesen auch direkt auf vorhandenen

Keramik- oder Steinfliesen oder anderen Hartbelägen

verlegt werden, was eine Renovierung deutlich

sauberer und einfacher macht. Die integrierte Unterlage

ersetzt einen Arbeitsschritt und sorgt mit einer

deutlichen Trittschallverbesserung von 20 dB für

eine gute Raumakustik und bietet zudem zusätzliche

Fußwärme. Die Beläge der SPC-CORE COLLECTION

können schnell und ohne Trocknungszeiten verlegt

werden und sind sofort begeh- und nutzbar.

Wie alle Bodenbeläge des Herstellers ist auch die

SPC-CORE COLLECTION geprüft und gemäß IN-

DOOR AIR COMFORT GOLD zertifiziert. Sie weisen

damit keine Emissionen von flüchtigen Stoffen in die

Raumluft auf. Auch auf Weichmacher konnte vollständig

verzichtet werden.

Die neue Kollektion umfasst 17 Dekore, 13 davon haben

sich schon in der CLICK COLLECTION bewährt,

vier sind ganz neu. Vier Fliesen in Steinoptik und 13

Holzdekore, teilweise auch mit synchrongeprägter

Oberfläche, ermöglichen zukünftig insbesondere

im privaten Wohnbereich eine unkomplizierte und

wohngesunde Raumgestaltung.

PROJECT FLOORS GmbH

T +49 (0)2233 9687-0

info@project-floors.com

www.project-floors.com


architektur FACHMAGAZIN

80

Produkt News

Schlüsselfaktor Lebenszykluskosten

CO 2 -neutrale Gebäude werden Schritt für Schritt sowohl im privaten als auch im

öffentlichen Bau zum neuen Standard. In Österreich haben mehrere Städte, wie

zum Beispiel Wien, mit der 2019 gestarteten Klimaschutz-Initiative für Neubauten,

bereits Maßnahmen ergriffen, um den Auswirkungen des Klimawandels aktiv zu

begegnen. Hierzu können auch gezielt ausgewählte Produkte einen Beitrag leisten

und gleichzeitig den langfristigen Werterhalt von Immobilien sichern.

Fotos: Andreas Fromm

Diese Aspekte berücksichtigten auch die Bauherren

der Hamburger Erich-Kästner-Schule und entschieden

sich beim Boden auf fast 5.000 m² für

CO 2 -neutrale nora Kautschuk-Beläge. Der dort verlegte

noraplan unita ist mit seinen echten, das Licht

reflektierenden Granitsplittern nicht nur faszinierender

Blickfang, sondern darüber hinaus auch äußerst

belastbar und langlebig. Dass der Kautschuk-Belag

dauerhaft keine Beschichtung benötigt, macht ihn

unkompliziert und kostengünstig im Unterhalt.

„Die Anforderungen an Produkte für den öffentlichen

Bau werden komplexer“, weiß Bettina Haffelder, Vice

President nora DACH. „Bei der Entscheidung für einen

Bodenbelag wird neben einem attraktiven Design

auch zunehmend Wert auf die Nachhaltigkeit gelegt.

Bei knappen Budgets werden außerdem die Lebenszykluskosten

immer mehr zum Schlüsselfaktor“.

Seit Januar 2019 sind nora Böden als Teil der Interface

Initiative Carbon Neutral Floors über den

gesamten Produktlebenszyklus CO2-neutral. Das

Unternehmen setzt dabei auf den Dreiklang Vermeidung,

Reduzierung und Kompensation der verbleibenden

CO2-Emissionen durch den Erwerb von

Emissionsminderungszertifikaten. Den Architekten

der Erich-Kästner-Schule und der Hamburger Schulbaubehörde

als Bauherrn wurde die CO2-Neutralität

der nora Kautschuk-Beläge über den gesamten Lebenszyklus

durch ein entsprechendes Zertifikat bescheinigt.

Dies kann auf Wunsch ausgestellt werden,

sodass die Kunden ihren Beitrag zu einem verantwortlichen

Handeln auch nach außen dokumentieren

können. Durch ihre ausgezeichneten Materialeigenschaften

leisten die Kautschukböden darüber hinaus

einen Beitrag zu Gebäudezertifizierungen, wie z.B.

nach DGNB und ÖGNI.

nora flooring

systems GesmbH

+43 (0)7242 74 001-0

info-at@nora.com

www.nora.com


www.architektur-online.com

Neue LVT-Kollektion

Brushed Lines

Mit Brushed Lines erweitert Interface sein Portfolio

um eine spannende Kollektion. Das neue Design

ist inspiriert von der Natur und kombiniert diffuse

lineare Texturen mit organischen Formen und matten

Farbtönen. Der moderne Bodenbelag ergänzt

natürlich-verwitterte Elemente perfekt und spiegelt

die Faszination älterer Gebäude wider. Mit seinem

subtilen Design, das durch raue und natürliche Motive

angeregt wurde, steht Brushed Lines für moderne

Raffinesse und schafft es, das Licht einzufangen

und den Boden so zum Strahlen zu bringen. Die 20

Farbstellungen reichen von warmen und kühlen neutralen

Tönen bis hin zu erdigen, mineralähnlichen

Schattierungen. Für beste akustische Eigenschaften

sorgt die standardmäßige Rückenkonstruktion

Sound Choice. Durch den Anteil von 39 Prozent

recycelten Materialien ist die Kollektion auch unter

nachhaltigen Gesichtspunkten eine gute Wahl.

81

Produkt News

Interface Deutschland GmbH

T +49 (0)2151 / 37 18-0

info-at@interface.com

www.interface.com

+

© Interface

Textile Fassade faszinierend, flexibel & nachhaltig

Techquadrat Werbetechnik GmbH ist Spezialist der

Werbetechnik und Werbearchitektur. Als Komplettanbieter

produziert das Unternehmen besonders

facettenreiche und beeindruckende Lösungen in den

Bereichen Textile Architektur, Beschriftung, Lichtwerbung

sowie Präsentation. Mittels textiler Architektur

gestaltet das Unternehmen architektonisch

anspruchsvolle und einzigartige Gebäudefassaden.

Das textile Material bringt neben gestalterischen

Freiheiten, seiner leichten Optik und dennoch Belastbarkeit,

weiteren Mehrwert mit sich: Das zu ca. 1/3

lichtdurchlässige Gewebe bietet wirksamen Sonnenund

Hitzeschutz sowie Sichtkomfort vom Inneren

des Gebäudes.

Ebenso in Bezug auf Nachhaltigkeit punktet die textile

Fassade aufgrund ihrer Langlebigkeit und Energieeffizienz

mittels natürlicher Raumklimatisierung.

Zu den jüngsten Projekten im Bereich der textilen

Architektur zählt das in Gänserndorf/ Wien neu errichtete

OMV-Innovation & Technology Center. Die

formvollendete, um 15 Grad gedrehte Gebäudehülle

erinnert an die Drehbewegung eines Bohrstranges

– eine revolutionäre und exklusive Fassadengestaltung!

Vollendet wird das Gesamtbild durch die LED-

Leuchtbuchstaben und die in den Farben des Unternehmens

gehaltene Akzentbeleuchtung.

Techquadrat Werbetechnik GmbH

T +43 7243 54050-0

office@techquadrat.at

www.techquadrat.at

++


architektur FACHMAGAZIN

82

Produkt News

Fotos: TROX | DERFRITZ


www.architektur-online.com

83

Produkt News

Nachhaltig und sicher

Das HoHo Wien ist eine 24-geschossige Gewerbeimmobilie, die neben Büro- und

Businessflächen auch ein Hotel, Apartments, ein Restaurant sowie Health-, Beautyund

Wellnessbereiche in sich vereint. In Hybridbauweise aus Holz und Beton gefertigt

gab es bei diesem einzigartigen Projekt auch besondere Herausforderungen in

Bezug auf Brandschutz und Sicherheit.

Der Einbau eines Druckbelüftungssystems, das sich

selbst mechanisch regelt und einen konstanten

Überdruck im Stiegenhaus von mindestens 50 Pa

aufrechterhält, sorgt dafür, dass Flucht- und Rettungswege

im Brandfall rauchfrei bleiben. Das dient

der Selbstrettung sowie der Unterstützung der Einsatzkräfte.

Der Überdruck bewirkt eine Durchströmung

von Leckageflächen (z.B. um Türen herum)

vom geschützten Bereich in den möglicherweise

verrauchten Bereich. Eine Strömung von Rauch oder

verrauchter Luft in den Überdruckbereich wird damit

verhindert.

Bei den verbauten Komponenten setzte man auf

bewährte Qualitätsprodukte aus dem Hause TROX.

Für die Druckentlastung sorgen mehrere, zielführend

positionierte Druckregeleinheiten. Die Zulufteinbringung

erfolgt über Axialventilatoren der neuesten

Generation. Für die Abströmung kommen CE-zertifizierte

Entrauchungs-Axialventilatoren zum Einsatz.

Außerdem wurden drei Liftanlagen (Feuerwehrlifte)

verbaut. Auch dort erfolgt die Zuluft über Axialventilatoren,

sowie die Druckentlastung über selbstregulierende

Druckregeleinheiten.

Die Steuerung der Druckbelüftung stellt in großen

Objekten immer spezielle Anforderungen an das Planungsteam.

Das Besondere an dieser Lösung ist die

Steuerung mittels eines BUS-Systems. Bei Gebäuden

dieser Größenordnung wäre eine Schaltschrank-Verkabelung

viel zu aufwändig und ressourcenintensiv.

Mit einer BUS-Lösung spart man sowohl Material, als

auch Verkabelungsaufwand – und bleibt flexibel. Einzelne

Komponenten in der Peripherie können ganz

einfach angesteuert werden, egal wo im Gebäude

sie sich befinden. Mit diesem skalierbaren, flexiblen

System können die Vorgaben des hohen Sicherheitsstandards

und auch zukünftige Anforderungen

erfüllt werden. Ergeben sich Änderungen in der Nutzung

der Immobilie oder werden Mietbereiche verändert,

können diese Änderungen rasch an aktuelle Bedürfnisse

angepasst werden. Speziell für zukünftige

Wartungsarbeiten ist das ausgeführte BUS-system

bestens vorbereitet

Es wurde eine Lösung realisiert, die bei einem Brand

für größtmögliche Sicherheit im Falle einer Evakuierung

sorgt. Damit es aber gar nicht erst soweit

kommt, wurden im HoHo Wien viele vorbeugende

Maßnahmen ergriffen. Eine flächendeckende Brandmeldeanlage

zur frühzeitigen Alarmierung, eine

Sprinkleranlage, Schächte aus nicht brennbaren

Baustoffen, kleine Brandschutzabschnitte und das

Druckbelüftungssystem sorgen dafür, dass sich Menschen

im HoHo Wien wohl und sicher fühlen können.

TROX Austria GmbH

T +43 (0)1 25043-0

trox-at@troxgroup.com

www.trox.at


architektur FACHMAGAZIN

84

Produkt News

Glänzende Umgebung

für Parkettböden

Bei der Gestaltung ihrer neuen Geschäftsräume in Köln entschied sich die Firma Bodenständig

Parkett für eine innovative Bodenbeschichtung im Metallic-Design aus

dem Hause Murexin. Die im Schauraum präsentierten Parkettmuster kommen damit

noch besser zur Wirkung: Im kräftigen, farblichen und materiellen Gegenspiel mit

der neuen, glänzenden Umgebung werden die Hölzer perfekt in Szene gesetzt.

Auf der Grundfläche von 160 m² gingen

die Profis von Bodenbeständig Parkett dabei

selbst ans Werk. Der vorhandene Zementestrich

wurde vollständig gefräst, die

vorhandenen Spachtel- und Klebstoffrückstände

entfernt und die vorhandenen Dehnungsfugen

mit Edelstahl-Winkelschienen

beidseitig abgestellt. Die Verklebung erfolgte

mit Murexin Spezialklebstoff X-Bond

MS-K 88 Express. Grundiert wurde mit

Epoxy-Feuchtigkeitssperre 2K EP 170. Die

darauffolgende ausgleichende Kratzspachtelung

wurde mit Epoxy-Feuchtigkeitssperre

2K EP 170 und Thixotropiermittel TE 2K

hergestellt. Beschichtet wurde die gesamte

Fläche dann mit Epoxy Bindemittel EP 220

und Design füller Metallic Silber, aufgebracht

mit Murexin EP-Zahnung.

Die geschlossene, fugen- und porenlose

Oberfläche mit ihrem hohen Maß an Strapazierfähigkeit

und der einfachen Reinigung

waren bei diesem Objekt – neben der außergewöhnlichen

Optik – die entscheidenden

Argumente für die Wahl dieses außergewöhnlichen

Bodenbelags.

Mit der Metallic-Beschichtung von Murexin

erweitern sich die gängigen Gestaltungsmöglichkeiten

bei Bodenbeschichtungen,

die bisher bei Farbauswahl, Farbkombination

und Chips-Einstreuungen endeten, um

ein stilsicheres Highlight. Die Metallic-Optik

in Silber oder Bronze machen jeden

Raum zu etwas Besonderem.

Murexin GmbH

T +43 (0)2622 27401-0

info@murexin.com

www.murexin.com


www.architektur-online.com

85

Produkt News

Mattschwarze Silhouette

Badelemente in Schwarz wirken elegant und entfalten eine geradezu monolithische

Wirkung. Die Badmarke Bette bietet daher ab sofort auch Badewannen ihres

Portfolios, die den Namenszusatz Silhouette tragen und mit fest angeformter

Schürze ausgestattet sind, in einer edlen, mattschwarzen Variante an.

In der Mode, der Fotografie und der Architektur

wird monochromes Schwarz gezielt als ästhetisches

Stilmittel eingesetzt: Schwarz lässt Silhouetten und

Strukturen deutlicher hervortreten und schafft Klarheit.

Das gilt auch in der Badarchitektur, wo immer

mehr Badobjekte wie Armaturen, Waschtische oder

WCs oder ganze Bäder in mattschwarzen Oberflächen

inszeniert werden – und jetzt auch Schürzen-Badewannen

von Bette. Unter dem Namenszusatz

Silhouette fasst das Delbrücker Unternehmen

freistehende, wandgebundene und Eck-Varianten

der Badewannen-Kollektionen BetteLux und Bette-

Starlet zusammen. Mit ihren prägnanten Körpern

aus glasiertem Titan-Stahl und den großen, makellosen

Oberflächen ihrer Schürzen wirken diese Badewannen

im Ensemble des Bades fast wie grafische

Elemente. Die mattschwarze Oberfläche namens

„ebony“ treibt ihre Ausdruckskraft auf die Spitze –

die Badewannen entfalten dadurch eine monolithische,

fast mystische Präsenz.

Die Vorteile des glasierten Titan-Stahls kommen

auch in Mattschwarz voll zur Geltung: Das robuste

Material verzeiht kleine Unachtsamkeiten und auch

mal eine brennende Kerze auf dem Wannenrand. Mit

seiner glasharten und porenfreien Oberfläche bietet

es Schmutz und Bakterien nahezu keinen Nährboden

und lässt sich einfach sauber halten. Da die Glasur

UV-beständig ist, ist auch sichergestellt, dass Eleganz

und Brillanz der mattschwarzen Farbe im Laufe

der Jahre ungetrübt erhalten bleiben.

Bette GmbH & Co. KG

T +49 (0)5250 511-0

projekte@bette.de

www.my-bette.com


architektur FACHMAGAZIN

86

Produkt News

Bürogebäude werden smart

Mit der cloudbasierten Lösung KONE Office Flow ermöglicht KONE den

berührungslosen Zugang ins Gebäude und die kontaktfreie Bewegung zwischen

den Etagen. Das smarte Nutzermanagement für größere Büro- und

Geschäftsgebäude verbindet die Identifizierung der Person am Gebäudeeingang

mit der Zielwahlsteuerung der Aufzüge, die nun auch auf den

Smartphones der Nutzer verfügbar ist.

So wird ein neues Benutzererlebnis geschaffen: Betritt

der Nutzer das Gebäude, wird er anhand seines Smartphones

authentifiziert, der nächste verfügbare Aufzug

wird automatisch gerufen und die Zieletage angesteuert,

ohne dass man einen Knopf drücken muss. Das

verkürzt Warte- und Reisezeiten. Auch den Besuchern

können vor oder bei der Anreise Zugangscodes geschickt

werden, die ihnen den Weg vom Gebäudeeingang

bis in die Zieletage berührungslos ermöglichen.

Und in den Aufzügen zeigt KONE DX Car, dass sie viel

mehr sein können als ein leistungsfähiges, sicheres

Transportmittel: Wanddeckende Bildschirme schaffen

im Zusammenspiel mit einem ausgefeilten Lichtsystem

und beeindruckender Soundtechnik ein neues Erlebnis

für die Nutzer: sinnlich, inspirierend, aufregend

– so wie die Gebäude der Zukunft, die Kreativität und

Produktivität ihrer Nutzer fördern sollen.

KONE Office Flow und der DX Car setzen auf der

cloudbasierten digitalen KONE-Plattform mit ihrer

sicheren, offenen Schnittstelle (API) auf. Das ermöglicht

die flexible Integration einer wachsenden Zahl

von Angeboten und Services des Unternehmens und

seiner Partner. So lassen sich etwa Systeme zur Zeiterfassung

und Raumvergabe anbinden. Oder wie in

zwei Münchner Hotels, wo Serviceroboter über die

offene Schnittstelle die Aufzüge direkt ansteuern können.

Seit wenigen Monaten ist die Orientierungs-App

BlindSquare mit dem Aufzug im Berufsförderungswerk

Würzburg im Einsatz. Sie lotst sehbehinderte

Menschen per Sprachansage innerhalb des Gebäudes

in den Aufzug und teilt ihnen mit, sobald sie ihre Zieletage

erreicht haben. Bereits im Einsatz ist auch die intelligente

prädiktive Wartung für Aufzüge, Rolltreppen

und automatische Gebäudetüren.

Um die Entwicklung und Anbindung neuer Lösungen

voranzutreiben, erweitert KONE sein Eco-Partner-Netzwerk

durch die Zusammenarbeit mit weiteren

führenden Unternehmen der Gebäudeausrüstung,

speziell im Bereich smarter Zugangslösungen.

KONE AG

T +43 (0)1 863 67-0

office.at@kone.com

www.kone.at


www.architektur-online.com

87

Produkt News

Behutsam eingefügt

Kleinteilige Bebauung, Hofreiten, Torbögen und Klinker: Schon auf den ersten Blick

werden vielfältige Bezüge des neuen Rüsselsheimer Wohnkomplexes „Wohnen am

Verna-Park“ zu den Besonderheiten des Standorts, dem ehemaligen Werksgelände

des Automobilherstellers Opel deutlich.

Foto: Sebastian Schels

Das Bauprojekt zwischen Wald- und Frankfurter

Straße ist in seiner Typologie bestimmt durch die

Lage und das knapp 3.200 m 2 große Grundstück.

Maßstäblichkeit und Bauhöhe der sieben Gebäude

orientieren sich an der umgebenden Bestandsbebauung

und deren Anordnungen. Im städtebaulichen

Konzept waren zudem eine Durchwegung sowie gemeinschaftlich

genutzte Innenhöfe vorgesehen. Den

im Jahr 2016 ausgerufenen Wettbewerb konnten

Baur & Latsch Architekten für sich entscheiden: Ummauerte

Innenhöfe und die aufgelockerte, maximal

dreistöckige Bebauung wurden beibehalten, gleichzeitig

ein dichter Wohnmix als Ziel einer verträglichen

Nachverdichtung sichergestellt.

Eine wesentliche gestalterische Wirkung dieser Umsetzung

kommt der Klinkerfassade an sechs der

sieben Gebäude zu, die sich an der umgebenden

Bebauung orientiert: Im Vergleich zu anderen Regionen

Deutschlands ist der regionaltypische Klinker

des Rhein-Main-Gebiets überwiegend hell mit gelblich-grünem

Farbstich. Da die Ton- bzw. Lehmlagerstätten

mittlerweile stillliegen, fanden die Planer

adäquaten Ersatz bei GIMA im niederbayrischen

Marklkofen. In enger Abstimmung wurde der gewünschte

Farbton entwickelt und der Stein Elmo FK

durch unregelmäßig, eingebrannte weiße Schlämme

modifiziert. Ganz entscheidend für das Farbspiel ist

der Orginal-Kohlebrand. Das nachträgliche Einbrandverfahren

stellt sicher, dass die Schlämme und das

Klinkermaterial fest miteinander verbunden sind.

Die hohe Flexibilität des Produzenten zeigt sich auch

in der Herstellung der Klinker-Winkelriemchen, die in

fest definierten Winkeln im Sonderformat 115-240 x

15 x 71 mm in einem Stück direkt im Werk produziert

wurden. Auf der Baustelle vor Ort wurden die Riemchen

anschließend im Buttering-Floating-Verfahren

auf den Kalksandstein-Außenwänden im wilden Verband

befestigt. Optimale bauphysikalische Eigenschaften

wie Schutz vor Abrieb, Frost, Salz- oder

Säureeinwirkung sowie Anhaftungen von Schmutz

sprechen außerdem für die hohe Qualität und Nachhaltigkeit

der Klinkerfassade.

GIMA Girnghuber GmbH

T +49 (0)8732 24-0

info@gima-ziegel.de

www.gima-ziegel.de


architektur FACHMAGAZIN

88

Produkt News

Fassaden-Update

Der Wiener Stephansplatz ist durch den „Steffl“, Österreichs berühmtestem Dom,

das emotionale Zentrum Österreichs. Hier liegt auch das Hotel am Stephansplatz,

an dessen Fassade die Stadtluft der vergangenen Jahrzehnte genagt hat. Deshalb

sollte der schnörkellose Nachkriegsbau mit 53 Zimmern und angeschlossenem Cafe

Giacomo Aragall innen wie außen ein zeitgemäßes Facelift erhalten.

Für die Planer vom Büro archiguards ZT bestand nun

die Kunst darin, die bestehende grau-weiß marmorierte

Naturstein-Fassade in den ersten zwei Etagen

und im Eingangsbereich mit einer zeitgemäßen

Gestaltung der restlichen Wandteile in Einklang zu

bringen. Zum Einsatz kam dafür eine Spachteltechnik,

die durch den changierenden Charakter sehr gut

harmoniert. Die verwendete Dekor-Spachtel mit dem

Namen Accento (Hersteller Synthesa Perg) verleiht

dem Bau nun einen frischen Charakter und unaufdringliche

Eleganz.

Vor der Aufbringung der Dekor-Spachtel kam eine

Renovierspachtel (Histolith von Synthesa) für Putzausbesserungen

und ein Capatect Putzgrund zum

Einsatz. Die erste Dekorspachtel-Schicht, abgetönt

in den Farbnuancen Curcuma und Altweiss, wurde

mit einem rostfreien Metallhobel strukturiert aufgetragen.

Das Finish bildet der Auftrag einer farblosen

Accento Effektspachtel. Sie verleiht der Oberfläche

den letzten Schliff und die plastische Tiefe.

Synthesa Chemie Gesellschaft m. b. H.

T +43 (0)7262 560-0

office@synthesa.at

www.synthesa.at


www.architektur-online.com

89

Produkt News

Foto: Hanna Haböck

Dachgeschoßausbau

auf höchstem Niveau

Als Bauherr und Architekt in Personalunion errichtete das Planungsteam von Obenauf

einen außergewöhnlichen Dachgeschoßausbau in Holz-Leichtbauweise auf einem über

100 Jahre alten Gründerzeitgebäude in Wien-Währing. Mit viel Fingerspitzengefühl

wurde die historische Hülle dezent für gehobene Ansprüche adaptiert.

Errichtet wurde das neue Dachgeschoß in Holz-Leichtbauweise.

Ergänzend und unterstützend zur Holzbaukonstruktion

wurde auf Stahl- und Stahlbeton

gesetzt: Die Primärkonstruktion bildet ein tragendes

Stahl skelett, die sekundäre Konstruktion in Holz umfasst

alle Flächenbauteile. Insgesamt wurden allein im

Dachgeschoß über 25 Tonnen Stahl sowie rund 150

Kubikmeter Holz verbaut. Der gesamte Rohbau wurde

so weit wie möglich – inklusive Fenster- und Türeinbauten

– im Werk vorgefertigt. Die Oberflächengestaltung

passierte vor Ort auf der Baustelle.

Mit dem Facelift im Gebäude ging auch eine energetische

Aufwertung einher. Neue Fenster im gesamten

Gebäude minimieren die Wärmeverluste. Das neue

Dachgeschoß dämmt die Etage darunter und ist

selbst bestens gedämmt. Zwei Lagen ISOVER Uniroll

Classic mit jeweils 14 Zentimetern in der Holzriegelkonstruktion

sorgen für minimale Wärmeverluste im

Winter und verhindern ein Überhitzen im Sommer.

Auf der Innenseite der Dachkonstruktion sorgen

RIGIPS Riduro Holzbauplatten nicht nur für ein angenehmes

Innenraumklima, sondern übernehmen

gleichzeitig auch eine aussteifende Wirkung für den

gesamten Holzbau. Damit die Nachbarn darunter

nicht jeden Schritt mitbekommen ist die gesamte

Fläche mit der hochwertigen ISOVER Trittschalldämmung

TDPS 30 ausgestattet.

Saint-Gobain RIGIPS

Austria GesmbH

T +43 (0)3622 505-0

rigips.austria@saint-gobain.com

www.rigips.at

Saint-Gobain ISOVER

Austria GmbH

T +43 (0)2266 6060

isover-at.marketing@saint-gobain.com

www.isover.at


architektur FACHMAGAZIN

90

Produkt News

Foto: Markus Kaiser, Graz

Pflastersteine mit Mehrwert

Gepflasterte Wege mit freundlicher heller Farbwahl führen durch den kürzlich eröffneten,

von den Wiener Stadtgärten neu gestalteten Ludwig-Zatzka-Park in Wien 14.

Sie bieten einen besonderen Mehrwert, denn die dafür verwendeten Pflastersteine

unterstützen durch die reduNOx Technologie den Abbau gesundheitsschädlicher

Stickoxide in der Luft. Erzeugt wurden die Steine vom burgenländischen Pflastersteinerzeuger

Friedl Steinwerke.

reduNOx kann bei allen Betonpflastersteinen von

Friedl Steinwerke eingesetzt werden. Dafür wird dem

Stein Titandioxid zugesetzt, das unter Sonneneinstrahlung

den gewünschten schadstoffabbauenden

Effekt erzielt. Titandioxid beschleunigt mithilfe von

Sonnenlicht die Umwandlung von Stickoxiden, darunter

das gesundheitsschädliche Stickstoffdioxid,

in Nitrat. Letzteres wird durch Regenwasser oder

Kondenswasser von der Pflasterfläche abtransportiert

und in der Bodenzone mikrobiell zersetzt. Ein

positiver Nebeneffekt von reduNOx ist zudem, dass

Algen- und Pilzbewuchs verhindert und organische

Stoffe wie Moose zersetzt werden. reduNOx wirkt

schmutzabweisend und selbstreinigend.

Friedl Steinwerke GmbH

T +43 (0)2618 3208-0

weppersdorf@steinwerke.at

www.steinwerke.at

Friedl Steinwerke bieten diese Technologie seit Frühjahr

2020 an. Der Ludwig-Zatzka-Park ist das erste

Projekt in Wien, bei dem Pflastersteine mit reduNOx

Technologie eingesetzt wurden. Für die Gestaltung

der Wege wurden dort Classic VG4 Pflastersteine im

Format 20 x 15 x 8 cm im Farbton Zimt-schattiert mit

reduNOx Technologie gewählt.


www.architektur-online.com

91

Produkt News

Regenwassermanagement

Der Klimawandel ist ein globales Problem und bringt vor allem für Städte zwei wesentliche

Effekte mit sich: Die Durchschnittstemperatur steigt und die Intensität der

Niederschläge nimmt deutlich zu.

Mit zunehmenden Niederschlagsstärken steigt auch

die Überlaufhäufigkeit der Entwässerungssysteme.

Um ein sicheres Ableiten bzw. Speichern des Niederschlags

gewährleisten zu können, müssten Regenwasserrückhalteräume

geschaffen werden, für die in

urbanen Räumen kaum Flächen vorhanden sind. Einfach

verfügbar sind aber die Dachflächen: Sie stellen

einen nennenswerten Flächenanteil im Stadtbereich

dar und sind durch ihre bauliche Beschaffenheit zur

Nutzung als Retentionsfläche prädestiniert. So kann

beispielsweise auf 0°-Dächern im Tiefgaragenbereich

ohne größere Aufwendungen ein 100-jähriges

Regenereignis inklusive möglicher umliegender

Dachflächen zurückgehalten werden.

In die Praxis übertragen bedeutet das, Wasser-Retentionsboxen,

z. B. die WRB von Optigrün, auf den

Dachflächen einzusetzen. Die Boxen speichern das

Regenwasser und befördern es über Kapillarsäulen

nach oben. Ein kapillarwirksames Vlies, das darüber

liegt, verteilt das Wasser auf der gesamten

WRB-Oberfläche. So hält es die darauf aufgebrachte

Substratschicht feucht, die den Pflanzen als Wurzelbereich

dient. Auf diesem Weg steht den Pflanzen

das ursprünglich in den Wasser-Retentionsboxen gesammelte

Regenwasser wieder zur Verfügung. Bemerkenswert

ist, je mehr Regenwasser den Pflanzen

zur Verfügung steht, desto höher ist ihr Stoffwechsel,

der wiederum mehr CO 2 bindet. Ein weiterer positiver

Effekt entsteht durch den Verdunstungsvorgang

des gespeicherten Regenwassers, wofür eine hohe

Energiemenge benötigt wird. Diese Energie wird der

Umgebung entzogen und kühlt diese ab. Dieser Vorgang

ist einzigartig, denn es gibt nach aktuellem Forschungsstand

tatsächlich keine andere Möglichkeit

der aktiven Energieabfuhr und damit der Temperaturverminderung

in unserem Lebensraum.

Optigrün

International AG

T +49 (0)7576 772-0

info@optigruen.de

www.optigruen.de


architektur FACHMAGAZIN

92

Produkt News

Bilder: Bauunternehmen Bendl, Günzburg

Konsequent modellbasiert

Immer mehr Architekten und Fachplaner planen mit BIM. Bei Bauunternehmen

oder Fachhandwerkern ist das bisher noch selten der Fall. Das schwäbische Bauunternehmen

Bendl ist einer derer, die hier voranschreiten. Eigene Projekte sind

konsequent modellbasiert und in BIM umgesetzt.

Bendl Geschäftsführer Stefan Wiesemann hat sein

Unternehmen in nur drei Jahren einem durchgängigen

Strategie- und Strukturwechsel unterzogen.

Jedes schlüsselfertige Projekt wird heute in 3D geplant.

Externe, nicht modellbasierte Fachplanungen,

werden hierfür inhouse mit der BIM-Software Archicad

modellbasiert neu gezeichnet. Eine firmeneigene

Modellierungsrichtlinie, wichtig für eine konsistente

und einheitliche Modellierung, soll es bald ergänzend

geben. Aktuell greift die Abteilung Schlüsselfertigbau

bei dem Günzburger Spezialisten auf eine selbst

angepasste und zu Archicad gelieferte Modellierungsrichtlinie

zurück.

Bendl und seine Planungspartner haben sich auf

den Einsatz von Open BIM (herstelleroffener und

softwareunabhängiger BIM-Prozess) verständigt.

Sie gehen aktuell neue Wege bei einem Wohnprojekt

in der Günzburger Innenstadt. Bis 2023 entstehen

dort zwei Wohntürme mit Tiefgarage und 21

Wohneinheiten für seniorengerechtes Wohnen. Das

Bauunternehmen setzt hinsichtlich konstruktiver

und energetischer Qualität ein Zeichen: Als Hybrid

aus Holz- und Stahlbetonbau, wird der Wohnbau im

KFW 40-Standard entstehen.

Sowohl TGA-Planung, Tragwerksplanung, Architektur

und Holzbau arbeiten BIM-basiert. Die Partner

kennen sich aus anderen Projekten – und damit die

eigenen Stärken und Schwächen. Für den Bauherrn

ist Kostensicherheit wesentlich. Exakte Massen und

Mengen können dabei schon früh aus den Fachmodellen

gezogen werden. Sind diese ausreichend detailliert,

minimiert das Folgefehler und teure Zusatzkosten

auf der Baustelle. Die Digitalisierung ist dort

bereits angekommen: Projekträume vor Ort und der

Einsatz von VR-Apps wie BIMx bieten oft wichtige

Unterstützung bei der Umsetzung kniffliger Detailpunkte

in der Realität.

GRAPHISOFT

Deutschland GmbH

Vertrieb Österreich

mail@graphisoft.at

www.archicad.at


www.architektur-online.com

93

Produkt News

ABK-BIM-Software im Einsatz

Für ein geplantes Wohnhaus mit 7 Wohneinheiten im oberösterreichischen Pettenbach entschied

sich Architekt Prof. DI Siegfried Diesenberger von DIESENBERGER.RIHL ZT GmbH

für den erstmaligen Einsatz der ABK-BIM-Software, die der OpenBIM-Methode entspricht.

Das Gebäudemodell wurde aus Archicad

24 im IFC4-Format ausgegeben und direkt

in ABK eingelesen. Die grafische Darstellung

des Wohnhauses erfolgte während

der gesamten Bearbeitung im BIM-Viewer.

Laut Diesenberger ein großer Vorteil, da

eine visuelle Betrachtung immer gegeben

war und dadurch die Mengenermittlung für

den AVA-Prozess auch stets visuell überprüfbar

machte.

Im nächsten Schritt wurden mittels ABK-Interpreter

die in der IFC-Datei gelieferten

Mengeninformationen, Attribute und

geometrischen Daten als Kennwerte abgebildet

und Kategorien zugeordnet, wie

BIM-Typen und BIM-Materialien. Der Interpreter

fungierte als Filter und beugte somit

der Datenflut in der weiteren Verarbeitung

vor. Die übersichtlichen Ordnerstrukturen

begünstigten ein einfaches Arbeiten. Der

flexible Aufbau der ABK-BIM-Software erlaubte

es dabei, bspw. nach IFC-Entitäten,

Raumzuordnungen oder BIM-Materialien

koordiniert zu arbeiten.

Um von diesen modellierten Bauelementen

zu den entsprechenden LV-Positionen zu

gelangen, hat sich die Elementmethode bewährt.

Elemente setzen sich aus einzelnen

Positionen zusammen, die wiederum eine

effiziente, genaue und nachvollziehbare

Kostenermittlung ermöglichen. Grundlage

dafür sind Elementkataloge, auf die während

der Projektbearbeitung zugegriffen wird.

Bei diesem Projekt wurde bereits mit dem

neuen ABK-BIM-AVA-Elementkatalog gearbeitet,

der rund 2.000 Elemente und über

36.000 Positionen enthält. Er ist nicht mit

vordefinierten Gesamtaufbauten versehen,

sondern bietet einen flexiblen Einsatz auf

Set- bzw. Schichtebene. Ein wesentlicher

Vorteil, denn die Elemente sind somit vielseitig

kombinierbar und unterstützen bei

der Erstellung von Kostenschätzungen

und -berechnungen bis hin zur Erstellung

der Ausschreibung.

Beinahe jedem BIM-Element der IFC-Datei

wurde mittlerweile ein entsprechendes

ABK-Element zugeordnet. Die Mengen

hierfür wurden direkt aus den aus dem IFC

befüllten Kennwerten übernommen und

automatisch in die Mengenermittlungen

zum ABK-Element übertragen. Dadurch

entstand parallel zum Gebäudemodell eine

Projektelementliste, welche wiederum -

aufgrund der Elementmengen, der anteiligen

Positionsmengen und Preisen - letztendlich

einen Kostenplan für das Projekt

darstellt. Der Kostenplan kann in weiterer

Folge nicht nur im Kostenmanagement

weiterverwendet werden, sondern auch

– nach Positionen samt Mengen und ggf.

Preisen aufgeschlüsselt – unmittelbar in

ein Leistungsverzeichnis gemäß ÖNORM A

2063 übergeben werden.

„BIM ist ein Prozess, der ein Bauprojekt von

Beginn der Planungsarbeit bis zur Fertigstellung

und im Idealfall über den gesamten

Lebenszyklus begleiten soll. Das erfordert

verstärkte Kommunikation aller Beteiligten

und eine geeignete Software zum Datenaustausch

in integralen offenen Prozessen,

barrierefrei! Die ABK-BIM-Software scheint

mir nach den ersten Überprüfungen als

eine geeignete Lösung dafür! Die Entwicklung

ist bereits weit fortgeschritten. Jetzt

gilt es die Software verstärkt einzusetzen,

laufend einzelne Arbeitsschritte zu überprüfen

und zu perfektionieren!“, so das Fazit

von Diesenberger.

ib-data GmbH

T +43 (0)1 492 5570-0

abkinfo@abk.at

www.abk.at


architektur FACHMAGAZIN

94

edv

Städtebau-CAD:

Die digitale Stadt

CAD für die Stadtplanung dient nicht nur der Erstellung von Flächenwidmungs-

und Bebauungsplänen. Im Programm enthaltene Visualisierungsund

Präsentationsfunktionen können Laien auch städtebauliche Planungen

anschaulicher vermitteln.

Text: Marian Behaneck

CAD für Stadtplaner unterstützt städtebauliche

Planungsprozesse – vom Einlesen

der Grundlagendaten und der Analyse

der Bestandsdaten, über die Erstellung

und Präsentation von räumlichen und gestalterischen

Varianten, bis zur Übergabe

der Planung an übergeordnete Geografische

Informationssysteme (GIS). Das

Einsatzspektrum reicht von der vorbereitenden

und verbindlichen Flächenwidmungsplanung,

über die städtebauliche

Rahmenplanung, die Stadt- und Dorferneuerungsplanung,

bis hin zur Gestaltung und

Möblierung öffentlicher Räume oder der

Planung konkreter Projekte. Diese große

Bandbreite stellt hohe Anforderungen an

digitale Planungswerkzeuge.

Die digitale Stadt: Visualisierungs- und Präsentationsfunktionen können Laien

städtebauliche Planungen anschaulicher vermitteln. © Graphisoft

Vorteile und Möglichkeiten

Vorteile bietet CAD in der Stadt- und Raumplanung

bereits bei der Zeichnungserstellung:

Zeichen-, Konstruktions- und Änderungsfunktionen,

die Gruppen-, Folien-/

Layer- und Symbol-Technik, die automatische

Flächenerkennung, Schraffur und Einfärbung

von Flächen oder die Beschriftung

und Bemaßung sparen gegenüber der manuellen

Arbeitsweise viel Zeit und vermeiden

Fehler. Individuell erweiterbare Symbolbibliotheken

für Pflanzen, Verkehrsanlagen,

das Stadtmobiliar, Linien, Schraffuren oder

Texturen rationalisieren ebenfalls die Planerstellung.

Spezifische Funktionen, wie die

automatische Berechnung städtebaulicher

Kenndaten (Flächeninhalt, Grundflächenzahl,

Geschossflächenzahl, Baumassenzahl),

das digitale Geländemodell (DGM)

für die digitale Nachbildung der Topografie,

das digitale Stadtmodell (DSM) für

die Generierung städtebaulicher „Klötzchenmodelle“

oder die Verknüpfung von

Geometrie- und Sachdaten und die sich

daraus ergebenden Analysemöglichkeiten

machen Städtebau-CAD zu einem wertvollen

Planungswerkzeug. Lagepläne erhalten

durch die automatische Schraffur der

Dachlandschaft sowie durch Eigen- und/

oder Schlagschatten entsprechend einer

definierten Sonnenrichtung eine größere

Plastizität und Anschaulichkeit. Für eine

ansprechende Plangrafik sorgen Funktionen

für Farbverläufe, Schattierungen, Füllmuster

oder Texteffekte. Alternativ ermöglichen

Schnittstellen zu Grafikprogrammen

wie Adobe Photoshop oder Gimp einen Zugang

zu professionellen Bildbearbeitungsfunktionen.

Im Hinblick auf die Beteiligung

betroffener Bürger spielt die Möglichkeit

der anschaulichen Vermittlung städtebaulicher

Planung eine immer wichtigere Rolle.

Abstrahierende oder fotorealistische Visualisierungen

und zunehmend auch VR- und

AR-Präsentationen (Virtual/Augmented

Reality) gehören deshalb zum Funktionsumfang

von Städtebau-CAD.

Flächenwidmungs- und

Bebauungsplanung

Städtebau-CAD unterstützt Planer sowohl

in der städtebaulichen Struktur- als auch

Gestaltungsplanung. 2D-Kartenmaterial,

städtebauliche Kenndaten sowie die Zuordnung

dieser Informationen zu den einzelnen

Parzellen stehen im Vordergrund der

städtebaulichen Strukturplanung, zu der

neben der Flächenwidmungs- und Bebauungsplanung

auch die Verkehrs-, Energie-,

Entsorgungs- und Landschaftsplanung

gehören. Die Grundlage dafür ist herkömmliches

oder digitales Kartenmaterial. Am


www.architektur-online.com

95

edv

komfortabelsten ist es, wenn auf einer für

das CAD-Programm direkt verarbeitbaren

digitalen Datenbasis im ALK-, ALKIS- oder

ESRI-Shape-Format geplant werden kann.

Auch aus Totalstationen eingelesene Vermessungsdaten

werden interpretiert und

daraus Geländepläne mit entsprechenden

Zeichnungselementen, Symbolen und Höhenbeschriftungen

generiert. Liegen topografische

Karten, Katasterkarten oder

Stadtgrundkarten nur in Papierform vor,

müssen sie zuerst gescannt und gegebenenfalls

vektorisiert, d.h. in für CAD-Programme

direkt verarbeitbare Informationen

überführt werden. Dabei werden Karten gescannt

und in einer Pixeldatei gespeichert.

Diese Daten können anschließend über

Raster-/Vektor-Konvertierungsprogramme

automatisch oder halbautomatisch, alternativ

auch im CAD-Programm manuell vektorisiert

werden.

Die in ein CAD-Programm eingelesenen und

anschließend georeferenzierten, entzerrten

und kalibrierten Pixeldaten können alternativ

auch als „Hintergrundfolie“ genutzt

werden. Auf dieser Datengrundlage wird die

Neuplanung anschließend gezeichnet und

konstruiert. Die überlagerten Pixel- und Vektorinformationen

(gescannte Kartenvorlage

und „darübergezeichnete“ neue Parzellengrenzen,

Straßen, Gebäudegrenzen, Planzeichen

etc.) werden danach auf Großformatdruckern

gemeinsam ausgegeben. Die Daten

lassen sich vielfältig nutzen: Den Geometrieelementen

können alphanumerische Informationen

zugewiesen werden, Flächen eines

bestimmten Nutzungsprofils oder einer

bestimmten Größe grafisch hervorgehoben

werden etc. Die aktuellen Datenbankeinträge

jeder Parzelle (Parzellen-Nummer, Grundfläche,

unbebaute Fläche, bebaute Fläche,

Digitale Gelände- bzw. Stadtmodelle ergänzen das herkömmliche „Klötzchenmodell“.

© Computerworks

Anzahl der Vollgeschosse, Geschoss-/

Grundflächezahl, Straße, Eigentümer, Bilddatei-Verweis,

Ordnungsbegriff etc.) können

angezeigt, analysiert, modifiziert, selektiert,

sortiert, gelistet und in Form von Flächenbilanzierungen

oder Planlegenden ausgewertet

werden. Die Sachdaten werden intern

als EED-, Dictionary- oder Map-Objektdaten

oder extern beispielsweise als Microsoft

Excel- oder Microsoft Access-Daten abgelegt.

Flächenbilanzen können zur weiteren

Bearbeitung an Tabellen- oder Textbearbeitungsprogramme

übergeben werden.

Automatismen wie die selbstständige Zuweisung

und Prüfung von Flächen oder die

automatische Plan legendengenerierung rationalisieren

Arbeitsabläufe und reduzieren

Fehlerquellen.

Städtebauliche Gestaltungsplanung

Aus den Daten der Katasterämter und Vermessungsbüros

lassen sich dreidimensionale

Geländemodelle und daraus beliebige

Geländeschnitte entwickeln. Spröde thematische

Karten können grafisch aufbereitet

und anschaulich visualisiert werden. Zweidimensionale

Gestaltungspläne lassen sich

damit „bürgerfreundlich“ dreidimensional

aus beliebigen Perspektiven wiedergeben.

Zur Beurteilung städtebaulicher Planung

sind digitale Gelände- und Stadtmodelle

deshalb besser geeignet als gebaute Modelle:

sie sind schnell und einfach modifizierbar

und auch aus der Fußgängerperspektive

erlebbar. Von jedem Punkt des Geländemodells

kann die Position bzw. Höhe angezeigt

werden. Geländeabschnitte einer

bestimmten Höhenlage, Hangneigung oder

Sonnenexposition lassen sich grafisch hervorheben.

Aus dem DGM und DSM können

beliebige Geländeschnitte oder Straßenansichten

erzeugt werden. Oberflächen und

Massen (beispielsweise der Aushub von

Baugruben oder Aufschüttungen) sind per

Mausklick abrufbar. Erstellt werden digitale

Geländemodelle auf der Basis kartesischer

Vermessungspunkte eines elektronischen

Feldbuchs. Die Punkte werden mit Hilfe

der Triangulation oder eines aus Freiformkurven

bestehenden Rasters miteinander

verknüpft (vermascht) und auf dieser Basis

das Gelände generiert.

u

Das Spektrum von Städtebau-CAD reicht von der städtebaulichen

Rahmenplanung ... © Widemann Systeme

... bis zur Planung konkreter Quartiere und Gebäude.

© SketchUp/Trimble


architektur FACHMAGAZIN

96

edv

Smarte Konstruktions- und Zeichenhilfen

rationalisieren Arbeitsabläufe.

© Widemann Systeme

Automatismen und Konformitätsprüfungen steigern die Planungssicherheit.

© Widemann Systeme

Über ein alternatives Verfahren können anhand

einer Geländekarte mit dem Digitalisierer

Höhenlinien eingegeben werden und

das Geländemodell wird im Hintergrund automatisch

generiert.

Stadträume optimieren

Die Planung neuer städtischer Räume oder

die Einbindung neuer Ensembles in den

bestehenden Kontext setzt eine flexible Visualisierung

von Stadträumen, Sichtbeziehungen

und Raumproportionen voraus. In

Verbindung mit dem DGM bietet das digitale

Stadtmodell viele Möglichkeiten: Städtebauliche

Situationen lassen sich nicht nur

aus der Vogel-, sondern auch aus der individuellen

Perspektive der späteren Bewohner

beurteilen. Das ermöglicht Planern und

Laien eine bessere Beurteilung von Neubauvorhaben

im städtebaulichen Kontext.

Für einzelne Gebäude und Gebäudeensembles

können Schattenstudien durchgeführt

werden, um beispielsweise verschattete

Bereiche eines Gebäudeensembles oder

eines Straßenzuges zu überprüfen. Optionale

rechnergestützte Simulationen mit

Hilfe externer Programme ermöglichen die

Überprüfung von Quartieren hinsichtlich

der Luftströmung oder Hitzeentwicklung.

Damit lassen sich sowohl neue Planungen

als auch vorhandene Quartiere strömungstechnisch

und thermisch optimieren, was

nicht zuletzt angesichts der aktuellen klimatischen

Veränderungen immer bedeutsamer

wird.

men, Zeichen-, Konstruktions- und Auswertungsfunktionen

bieten aber nur speziell für

die Bauleit- und Stadtplanung konzipierte

Programme. Im Wesentlichen sind das

StadtCAD von euroGIS IT-Systeme, Vectorworks

von Computerworks und WS LAND-

CAD von Widemann Systeme. Dabei handelt

es sich um Erweiterungen von allgemeinen

oder bauspezifischen CAD-Programmen

(AutoCAD, BricsCAD), respektive um Eigenentwicklungen.

Bewährt haben sich modulare

Lösungen, die mit den individuellen

Anforderungen sukzessive erweitert werden

können (z.B.: Städtebau-Grundmodul,

ergänzt durch die Module DGM, DSM, GaLa,

GIS, etc.). Um Bestandsdaten hinterlegen zu

können, ermöglichen die Programme den

Import von TIF-, GIF-, BMP-, JPG-, DXF/

DWG- oder PDF-Dateien. CAD-Lösungen

sind zwar keine „Malprogramme“, dennoch

Was bietet der Markt?

Natürlich lassen sich auch mit bauspezifischen

Programmen Flächenwidmungs- und

Bebauungspläne zeichnen oder 3D-Stadtmodelle

generieren. Besondere Automatiskönnen

Rasterdaten in begrenztem Umfang

auch innerhalb des CAD-Programms

bearbeitet werden – beispielsweise um den

Plan in beliebigen Gradschritten drehen

oder den Arbeitsbereich freistellen zu können.

Beim Import von DGM-Punktdaten und

der automatischen Dreiecksvermaschung

(Triangulierung) sollte auf die maximale

Anzahl der Elemente geachtet werden. Höhenlinien

sollten ebenso dargestellt werden

können wie Böschungen, Verkehrsanlagen

oder Abgrabungen. Auswertungen sollten

eine Berechnung des Aushubs oder der zu

bewegenden Erdmassen ermöglichen. Beim

Digitalen Stadtmodell sollte eine unbeschränkte

Anzahl vordefinierter Gebäudetypen

darstellbar sein, die über die Geschosszahl,

Dach- und gegebenenfalls Gaubenform

definiert und modifiziert werden können.

Komplexe Gebäudeformen sollten über

Analysen der hinterlegten alphanumerischen Daten ermöglichen thematische Karten,

beispielsweise zu starkregengefährdeten Bereichen. © Widemann Systeme


www.architektur-online.com

97

edv

Visualisierungsstudien vereinfachen die Beurteilung

einzelner Bauvorhaben im städtebaulichen Kontext.

© Fraunhofer IGD

Auf dem 3D-Stadtmodell aufbauende optionale Simulationen

mit externen Programmen ermöglichen Vorhersagen

zu Luftströmungen oder der Hitzeentwicklung.

CD-adapco/Siemens

Verschneidungen mehrerer Baukörper definiert

werden können. Die Baukörper sollten

sich mit dem DGM automatisch verknüpfen,

respektive verschneiden lassen. Vorhandene

Bebauungen sollen im Format CityGML

etc. importiert werden können.

Entwicklungen und Trends

Zu den aktuellen Entwicklungen in der

Bauleit- und Stadtplanung gehören die digitale

Aufbereitung und Bereitstellung von

Flächenwidmungs- und Bebauungsplänen

in systemneutralen Datenformaten und

deren Übergabe an übergeordnete Systeme.

Standards wie INSPIRE oder XPlanung

erfüllen die Anforderungen zur Weitergabe

von Flächenwidmungs- und Bebauungsplänen

an geografische Informationssysteme,

respektive an webbasierte Informationssysteme,

um Planungsbeteiligte und Bürger

umfassend und schnell informieren zu

können. INSPIRE (Infrastructure for Spatial

Information in Europe) steht für eine

Richtlinie des Europäischen Parlaments zur

Schaffung einer europaweit standardisierten

Geodateninfrastruktur. Sie ist seit 2007

in Kraft und verpflichtet die EU-Mitglieder,

interoperable Geobasisdaten und Geofachdaten

sukzessive bereitzustellen. Building

Information Modeling (BIM) spielt in der

Stadtplanung noch eine untergeordnete

Rolle, weil es an Datenstandards fehlt. •

Programme und Anbieter*

Allplan (www.allplan.com), Archicad (www.graphisoft.com),

ARRIBA CA3D (www.rib-software.com), DATAflor (www.dataflor.de),

EliteCAD (www.elitecad.eu), MicroStation (www.bentley.com),

Revit (www.autodesk.de), SketchUp (www.sketchup.com),

SPIRIT (www.softtech.de), StadtCAD (www.stadtcad.de),

Vectorworks (www.computerworks.at), ViCADo.arc (www.mbaec.de),

WS LANDCAD (www.widemann.de)

* Ohne Anspruch auf Vollständigkeit

Schaltbare Folien oder Layer machen die

städtebauliche Planung transparenter.

© VectorWorks

Literatur- und Linkhinweise

Kuhlmann, Ch., Markus, F., Theurer, E.: CAD und GIS in der Stadplanung,

Bernhard Harzer Verlag, Karlsruhe, 2003

Pflüger, F.: EDV in der städtebaulichen Planung,

Dissertation an der Fakultät für Architektur der RWTH Aachen, 2000

Roos, L., Kleinschmit, B.: Virtuelle 3D-Stadtmodelle in der Stadt- und Freiraumplanung,

aus: Stadt und Grün / Das Gartenamt 1/2007, Patzer-Verlag, Berlin

Schultheiß, A.: INSPIRE haucht digitaler Stadtplanung neues Leben ein, aus: VDVmagazin

2/2014, Verband Deutscher Vermessungsingenieure e. V., Wuppertal

www.inspire.gv.at

www.xleitstelle.de

INSPIRE Österreich

Portal für XBau-/XPlanung


www.architektur-online.com

98

edv

Von Schätzpreisen zur Kostenverfolgung/Kostenkontrolle

Im Rahmen von Angebotsprüfungen erhalten

Architekten eine Vielzahl von Zahlen,

die nach der Vergabe mit wenigen Mausklicks

zum Aufbau einer Preisdatenbank

verwendet werden können. Daraus lassen

sich Datenbestände erstellen, mit deren

Hilfe man dann Ausschreibungen vor dem

Absenden bereits auspreisen kann.

Ein derartiger Kostenanschlag basiert auf

den Preisen von Firmen, mit denen man

immer wieder zusammenarbeitet, und hat

deshalb üblicherweise eine hohe Genauigkeit.

Alle Preise werden mit Index gespeichert,

und falls man sie nicht inaktiv setzt,

werden sämtliche bisher erhaltenen Preise

zur Preisberechnung verwendet. Mit Berücksichtigung

des Index wird pro Position

ein Mittelpreis aus allen für diese Position

gespeicherten Preise errechnet. Die Kostenschätzung

kann dann bereits von der

Kostenkontrolle übernommen werden. In

der Kostenverfolgung gibt es je Position für

Schätzung, Vergabe, Abrechnung je eine

Spalte und die sich iterierende Endsumme

ergibt sich immer aus der aktuellsten aus

den entsprechenden Modulen selbsttätig

entnommenen Zahlen: Ist der Auftrag bereits

vergeben, so wird die Schätzsumme

durch die Vergabesumme ersetzt, und diese

später durch die Abrechnungssumme.

Nicht ausgeschriebene Leistungen können

zusätzlich eingetragen werden.

ABIS Softwareentwicklungs GesmbH

T +43 (0)316 83 13 61

reichhart@abis-software.com

www.abis.at

Krisensicheres Büro

Maximale Flexibilität und eine 100-prozentig

perfekte Handhabung von Homeoffice-Situationen

– dafür stand untermStrich,

das Organisations- und Führungstool der

Architekten und Ingenieure, schon lang vor

Corona. Nun haben die Software-Experten

weitere Features eingebaut, welche die

Anwender noch reaktionsfähiger machen.

untermStrich X3 13.2 ermöglicht etwa, Honorarnoten

flexibel in der Datenbank zu

verschieben und anzugleichen, falls sich

die Projektanforderungen ändern. Und das,

ohne die Budget- oder die Liquiditätsplanung

über den Haufen zu werfen.

Besonders erfolgreich war bei untermStrich

auch der Online-Start der untermStrich

Akademie. Mehr als 3000 Teilnehmer haben

das neue Fortbildungstool für Führungskräfte

schon in den ersten Wochen

genutzt. Tägliche Webinare werden durch

Schwerpunktwochen ergänzt.

Zudem lädt das Unternehmen von 11. bis 15.

Jänner zur MESSE@home, dem digitalen

Branchentreff ein. Fachvorträge der Digita-

Geschäftsführer Peter Remitz und Guido R. Strohecker

lisierungsexperten kann man dort ebenso

erwarten wie eine hochkarätige Podiumsdiskussion,

bei dem unter anderem Vertreter

von LOVE architecture + urbanism und

kadawittfeldarchitektur vertreten sind. Die

Teilnahme ist kostenfrei!

untermStrich software GmbH

T +43 (0)3862 58106

office@untermstrich.com

www.untermstrich.com


Integrales Planen.

Was es bringt. Wie es funktioniert.

Wie Sie es realisieren.

Jetzt gratis

Whitepaper

herunterladen.

Gebäude von Anfang an optimal designen. Kollisionen werden vermieden, noch bevor sie entstehen.

Doppelte Arbeit und Fehleranfälligkeit reduzieren. Archicad verwirklicht das Integrale Planen.

Erfahren Sie jetzt alles. Whitepaper „Integrales Planen“ gratis unter: IntegralesPlanen.at


RAY LOUNGE

Am Ruhepuls

der Zeit.

www.selmer.at

Exklusiver Partner der Brunner Group für Österreich

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine