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Ramana Maharshi_Die Perlen Bhagavans

Alle Wesen wünschen sich stets Glück, ein Glück ohne jeden Schatten einer Sorge, Gleichzeitig liebt sich jeder selbst am meisten. Die Ursache für Liebe ist nur das Glück. Daher liegt das Glück nur in uns selbst . . .

Die

Die Quelle ist wie der Punkt, der keine Dimension hat. Er expandiert auf der einen Seite als Kosmos und auf der anderen als Unendliche Seligkeit. Dieser Punkt ist der Dreh- und Angelpunkt. Von ihm aus geht ein einziges vasana aus und erweitert sich als der Erfahrende („Ich“) und das Erfahrene („Welt“). Vasistha antwortete Rama auf seine Frage: „Was ist dieser riesige Spiegel, in dem alles nur wie eine Reflexion ist? Was ist das Herz aller Seelen und aller Wesen in diesem Universum?“: „Alle Kreaturen dieses Universums haben zwei Herzen – eines ist erachtenswert, das andere nicht. Höre, wie sie zu betrachten sind: Das nicht zu erachtende ist das physische Organ namens Herz, welches in der Brust als Teil des verderblichen Körpers enthalten ist. Das erachtenswerte ist das Herz, welches die Natur reinen Bewusstseins hat. Es ist sowohl innerhalb und außerhalb von uns, kennt aber wiederum weder eine Innen- noch ein Außenseite.“ Dies ist das wirklich wertvolle Herz. Dieses ist der Spiegel, der alle Reflexionen enthält. Es ist die Grundlage und die Quelle aller Objekte und das Schatzhaus allen Reichtums. Daher ist nur dieses Bewusstsein, welches das Herz von allen ist, aber nicht dieses Organ, das einen kleinen Teil des Körpers bildet, leblos wie ein Stein ist und verderblich. Daher kann man die Auslöschung aller Wünsche und die Kontrolle des Atems durch die Praxis des Einschmelzens des Gemüts in das Herz erlangen, welches Reines Bewusstsein ist. Die Konzentration aller Gedanken allein auf das Selbst wird zu Glück und Seligkeit führen. Das Einziehen und Zurückhalten der Gedanken und ihre Hinderung daran, nach außen zu wandern, nennt man vairagya. Ihr Fixieren im Selbst ist sadhana oder abhyasa (Praxis). Die Konzentration auf das Herz ist dasselbe wie die Konzentration auf das 50

Selbst. Das Herz ist ein anderer Name für das Selbst. Das Selbst ist das Herz. Das Herz ist Selbstleuchtend. Licht steigt aus dem Herzen auf und gelangt ins Gehirn, das der Sitz des Gemüts ist. Die Welt wird mit dem Gemüt gesehen, also durch das reflektierte Licht des Selbst. Wahrgenommen wird sie mit der Hilfe des Gemüts. Sobald das Licht im Gemüt erstrahlt, wird dieses der Welt gewahr. Wird es dagegen nicht beleuchtet, dann ist es der Welt nicht gewahr. Wird das Gemüt nach innen zur Quelle des Lichts hin gewendet, dann hört das objektive Wissen auf und das Selbst allein leuchtet als das Herz. Der Mond scheint wegen des reflektierten Lichts der Sonne. Sobald die Sonne untergegangen ist, eignet sich der Mond gut zur Beleuchtung von Objekten. Geht die Sonne dann wieder auf, braucht niemand mehr den Mond, obwohl die fahle Silhouette der Mondscheibe noch am Himmel sichtbar bleibt. Ebenso ist es auch mit Herz und Gemüt. * * * 51