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E_1948_Zeitung_Nr.022

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14 AUTOMOBIL-REVUE

14 AUTOMOBIL-REVUE MITTWOCH, lt. MAI 1948 - Nr. 22 Motor Ton 100 bis 120° C verschieden verhalten. Das eine Oel wird sehr dünnflüssig, das andere hat seine Viskosität besser beibehalten. Die folgende Tabelle zeigt die Qualitätsunterschiede eines guten und eines schlechten Oeles, seine Viskositäten bei verschiedenen Temperaturen und bei verschiedenen Geschwindigkeiten «rmittelten Oelverbrauch in Deziliter pro 100 km. Verbrauch an gutem und schlechtem Motorenöl, Test Schlechtes Oel Gutes Oel Spez. Gewicht 0,905 0,875 Viskositäten o E/20O C 28 25 »E/50OC 5,1 5,3 cSt/100« C 3,8 4,6 Viskose-Index 60 110 Verbrauch an Oel in Deziliter pro 100 getahr, km. bei 50 km/h 0,6 0,52 bei 65 km/h 2,7 0,83 bei 80 km/h 8,1 5,00 bei 95 km/h 13,8 12,40 Sowohl beim guten als beim schlechten Oel steigt der Oelvefbrauch mit höherer Geschwindigkeit naturgemäss an. Der Verbrauch an gutem und schlechtem Oel ist verschieden, geringer selbstverständlich beim guten Oel. Der Verbrauch sinkt, weil die Viskosität des Oeles bei den herrschenden Motorenöltemperaturen grösser ist. Sauberer Motor. Noch vor 10 Jahren war es üblich, einen Motor nach 30 000 km einer innern Revision zu unterwerfen, da er nicht mehr richtig « zog ». Nach der Demontage zeigten sich verklebte Kolbenringe, verharzte Ventilgestänge und Sitze, verrusster Kolbenboden. Mühsam musste alles entlackt werden. Die heutigen Motorenöle erlauben Betriebsleistungen von 100 000 km und mehr. Dabei wird das Oel periodisch nach 2000 bis 3000 km gewechselt. Die zukünftigen Oele werden es sogar möglich machen, Zehntausende von Kilometern zu fahren, ohne Abb. 2 HD-MOTORENÖL ERHÄLT DEN MOTOR SAUBER. Dos linke Bild zeigt, wie sich die Schlamm- und Teerstoffe in einem üblichen Motorenöl (ohne chemische Zusatzstoffe) zusammenballen und an die Metalloberflächen niederschlagen. Das rechte Bild zeigt, wie durch die Zusätze jedes Schlammteilchen umhüllt und am Absetzen verhindert wird. Abb. 3 HD-MOTORENDL VERHINDERT EIN VERKLEBEN DER KOLBEN- RINGE. Das obere Bild zeig» den verharzten Kolbenring mit üblichem Motorenöl umspült, das untere Bild zeigt, wie das HD-Oel die Teerstoffe auflöst. einen Oelwechsel vorzunehmen! Neuzeitliche Motorenöle sind nicht mehr wie früher reine, raffinierte Mineralöle, sondern sie enthalten, wie in der «A.-R.» wiederholt ausgeführt wurde, chemische Zusätze, die man als « Seifen» bezeichnen könnte. Wasser wäscht nicht sehr gut, Seifenwasser wäscht besser und entfernt den Schmutz besser. Genau so verhindern diese Zusätze in einem Motorenöl das Ansetzen von Teer, Schlamm und Staub an den Oberflächen aller innern Teile eines Motors. Oeffnet man nach 100 000 km einen Motor, der mit solchen neuen Oelen gefahren wurde, so sieht er in seinem Innern noch genau so sauber aus wie in neuem Zustand. Solche neuzeitliche Motorenöle werden HD-Oele genannt, von Heavy Duty, Hochleistung. Wie diese Oele arbeiten, zeigen die folgenden Bilder. 2. Qualitätsfortschritte der Getriebeöle. Getriebeöle waren bis vor rund 20 Jahren nichts anderes als dickflüssige Mineralöle, Das dickste Getriebeöl für den Sommerbetrieb in schweren Lastwagengetrieben war ein Heissdampfzylinderöl. Ein Getriebeöl für den Winter war ein mit Maschinenöl vermischtes Zylinderöl. Alle diese Mischungen hatten den Nachteil, dass sie in der Kälte sehr zäh wurden und das Schalten der Getriebe erschwerten oder verunmöglichten. Mit dem Studium der Viskositäten bei tiefen Betriebstemperaturen hat sich gezeigt, dass solche Getriebeöle in ihrem physikalischen Verhalten wesentlich verbessert werden konnten. Gleichzeitig wurden auch die Dichtungsverhältnisse in den Getriebekasten so verbessert, dass man weniger viskose Getriebeöle verwenden konnte. In der Folge entstanden die von der SAE (Society of Automotive Engineers) standardisierten Getriebeöle SAE 90, als dünnes Oel für den Winter, SAE 110 und SAE46Q. als mittlere Typen und SAE 250 als- viskoser Typ für den Sommerbetrieb. Die Schmiermittelmdustrie hat sich bemüht, Getriebeöle auf den Markt zu bringen, die das für reine Mineralöle bestmögliche Verhalten in der Kälte aufweisen, also so wenig als möglich eindicken. Treten extreme Druckbelastungen auf, so wird der Schmierfilm von Getriebeölen SAE 90 bis und mit SAE 250 zerdrückt, und es tritt metallischer Kontakt und ein Anfressen der Zahnflanken ein. Um diese Erscheinung zu beheben, hat man vor njnd 10 Jahren begonnen, den Getriebeölen Schwefel, Schwefelverbindungen oder Chlorverbindungen beizufügen. Damit wurde erreicht, dass die Druckbelastung rund dreimal gröscer sein konnte, bevor ein metallischer Kontakt eintrat. Das war damals schon bereits ein grosser Schritt vorwärts und führte wenige Jahre später zur Einführung eines noch weitaus verbesserten Getriebeöles für Hypoidverzahnungen. Hypoidöle sind in der Viskosität genau gleiche Oele wie SAE 90, SAE 110, SAE 140 oder SAE 250, doch sind sie chemisch anders aufgebaut. Sie stellen keine reinen Mineralöle dar, sondern sind Gemische von Mineralölen, Bleiseifen und Schwefelverbindungen. Durch diese komplizierten Zusätze wird erreicht, dass die Druckbelastung in einem Getriebe rund 25fach höher sein kann, bis ein Zerdrücken des Schmierfilms eintritt, als mit den üblichen Getriebeölen der gleichen Viskosität. Hypoidöle dienen in erster Linie für die Schmierung der Hypoid- Hinterachsen in allen amerikanischen Wagen. Vorteilhaft wird dabei nur ein dünnes Oel wie SAE 90 Hypoid angewendet. Test Viskositäten o E/50o C 0 E/20o c oE/ 0o C Viskose-Index Druckfestigkeit Schaltvermögen in kaltem Zustand Eigenschaften von Getriebeölen. Früher Heute X 13 CD O.KM 18 150 1400 44 480 5000 18 135 800 60 80 Reine Mineralöle 25fach mit geringer erhöhte Druckfestigkeit Festigkt. massig schlecht gut 15 101 600 90 lOfach erhöhte Festigkt. sehr gut Solche Oele sollen nicht mifeinaner gemischt werden, hingegen ist ein Hypoidöl mit einem reinen Mineralöl ohne weiteres verdünnbar. Neuzeitliche Hypoidöle sind so aufgebaut, dass sie nicht verdicken, und nicht verharzen, indem sie keine fetten Oele aufweisen. Die höhere Druckfestigkeit ist für die Hypoidgetriebe eine Notwendigkeit und für alle andern Getriebearten ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor. Aus dieser Ueberlegung heraus ist zu empfehlen, Hypoidöle vermehrt anzuwenden. , Getriebefett ist ein Gemisch von Getriebeöl mit Seife. Mehr Seife gibt ein festeres und zäheres Fett, was verhindert, dass bei undichten Getrieben Schmiermittel ausläuft Es fliesst denn auch bei Betriebswärme nicht aus, gibt aiber durch 6eine erhöhte Konsistenz einen bestimmten Energieverlust. Bei tiefen Wintertemperaturen wird es so zäh, dass ein Schalten der Getriebe nicht mehr möglich ist. Aus dieser Erfahrung heraus geht die Verwendung von Getriebefett mehr und mehr zurück, wa6 vom schmiertechnischen Standpunkt aus zu begrüssen ist. An dessen Stelle soll Hypoidöl in geeigneter Viskosität treten. Einheitsgetriebeöl (Univewalgetriebeöl) ist ein anderes neuzeitliches Getriebeschmiermittel. Der Ausdruck * Einheit » (Universal) bezieht sich weniger auf die Verwendung eines solchen Oeles auf Sommer und Winterzeiten, vielmehr meint der Begriff Einheitsgetrieibeöl, dass das Schmiermittel in Getrieben mit Hypoidkonstruktion als auch in allen andern Konstruktionen eingefüllt werden kann. Da6 Produkt wurde von der US-Armee geschaffen und spezifiziert und diente tatsächlich als Einheitsgetriebeöl für ihren Wagenpark. Es fällt unter die Viskositätsbegrenzung von SAE 80 bis SAE 90 trod stellt ein schwaches Hypoidgetriebeöl dar. Die Viskosität ist somit geringer als bei den üblichen Getriebeölen SAE 90 Hypoid und kann in älteren Wagenkonstruktionen einen gewissen Oelverlust geben. Der amerikanische Armeewagenpark war aus neuen Wagen zusammengesetzt, so dass die Schmiermittel nur nach den besten schmiertechnischen Gesichtspunkten und nicht nach den Dichtungszuständen, Wagenalter usw. ausgewählt wurden. Für manche Zwecke hat sich ganz allgemein das Universal-Getriebeöl nicht bewährt, weil es für ältere Wagen zu dünnflüssig ist. 3. Qualitätsfortschritte der Schmierfette. Vor 80 Jahren wurden durch Mischen von Harzseifen mit Mineralölen die ersten Konsistenzfette hergestellt. Die Harzseife hatte dabei den Zweck, dem Mineralöl den flüssigen Charakter zu nehmen und ein konsistentes Gemisch zu schaffen, das nicht abfliesst und nicht abtropft. Die erste Verbesserung wurde einige Jahrzehnte später dadurch erzielt, dass man an Stelle von Harzseife Talgseife verwendete, wodurch das Fett mechanisch beständiger wurde. Die ersten solchen Konsistenzfette wurden gelb gefärbt und dienten als Maschinenfette; das gleiche Fett wurde später rot gefärbt und hat als Spritzfett anfangs für Staufferbüchsen und später für Schmiernippel (Tekalemitnippel etc.) im Automobilunterhalt Eingang gefunden und sich leider bis auf den heutigen Tag noch erhalten. Ein Schmierfett ist ein Gemisch von Mineralöl und Seife, wobei die letztere als Fremdstoff und Aufsteifungsmaterial dient. Schmiertechnisch ist nur das darin anwesende Mineralöl (rund 80 %) wertvoll, und es schmiert nur entsprechend seiner (mehr oder weniger hohen) Viskosität. Einfache Schmierfette dieser Art enthalten gewöhnlich Spindelöl als Schmiermittel und schmieren deshalb die Schmierstellen nur mit einem sehr dünn- Basel Viaduktstrasse Tel. (061) 47800 Chur Grand-Garage L. Dosch Tel. (081) 2 1? 13 Luzern Franz Koch Automobile Löwenstrasse 18 Tel. 2 7777 Aarau FRITZ GLAUS t co. AARAU TEL. (MX) 21333 Bern Schneiter & Co. AG. Service und Ersatzteile Schwarztorstr. 58 Tel. 23344 Verkauf: Effingerstr.53 Tel. 25505 St. Gallen E. Wagner Unterer Graben 21 Tel. (071) 2 55 25 Zürich Agence Americaine Automobiles S.A. Dufourstr. 23 Tel. 327273 Biel Garage Probst Freiestrasse 7 Tel.(032)22524 Lugano 6d Garage Ferrari & Crescionini Modernste, neuzeitliche Garage am Piatze Stefano Franscini 8 Tel. 23635 Solothurn Garage Weissenstein E. Kupferschmied & O. Müller Grenchenstr. 12 Tel. 21442 Auto-Ol tze und Druck aushält, ohne sich zu verändern

Nr. 22 - MITTWOCH, 12. MAI 1948 AUTOMOBIL-REVUE 15 Ölten Garage Moser Baslerstrasse 47/49 Tel. 5 42 80 Biel Garage Probst Freiestrasse 7 Tel. (032) 2 25 24 Zug J. Iten Automobile Baarerstr. 78 Tel. (042) 40031 Bern -Worblaufen Gebr. Bärtschi AG. Tel. (031) 48282 Aadorf E. Ruckstuhl Garage Tel.(052)47319 Reiden Gebr. Zimmerli Garage Tel. 8 33 66 Chur Grand-Garage L. Dosch Tel.(081)21313 Zürich Agence Americaine Automobiles S.A. Dufourstr.23 Tel. 32 72 73 Brunnen Jos. Inderbitzin Garage Gersauerstr. Seenähe Tel. 2 20 Aarau $§^§2^ . a ^ FRITZ GUUS ico. AARAU TEL. (0641 21333 Solothum Garage Weissenstein E. Kupferschmied & O. Müller Grenchenstr. 5 Tel. 21442 Glarus Central-Garage Ryffel F. Schielly-Ryffel Tel. (058)51834 Locarno Garage Antonio Leoni succ. a Flli. Leoni Vicino alla Posta Tel. 7 48 80 Baden Garage Leoni Bruggerstr. 50 Tel. 24888 Winterthur Eulachgarage AG. Technikumstr. 67 Tel. (052) 2 23 33 Filiale Töss: Zürcherstr. 217 Tel. (052) 2 74 00 Liestal Blank AG. Automobile Te.724 4 Basel Grosspeter AG. Grosspeterstr. 12 Tel. (061) 4 99 40 Luzern Garage Schwerzmann Kauffmannweg 22-24 Habsburgerstr. 29 T i Basel Viaduktstrasse Tel. (061) 4 78 " " Zug J. Iten Automobile Baarerstr. 78 Tel. (042) 4 00 31 Locarno Jacques Wiedmann Via Vallemaggia Ausfahrstr. Centovalli Tel. 71665 Bern Bdimu §aiaqt A.$ Casinoplatz Tel. (031) 3 7777 Solothurn Werkhof-Garage AG. Werkhofstr. 15 Tel. 065) 2 18 48 Bellinzona Garage Moderne Ulrich & Co. Viale Portone Tel. (092) 51764 Lugano Gd Garage Ferrari & Crescionini Modernste, neuzeitliche Garage am Platze Stefano Franscini 8 Tel. 23635 Interlaken Garage Eiger H. Moecklin Te.2 3 Zürich Strehler, Jauch & Cie. Mozartstr.2 Tel. (051) 341101 Bern Ueüettut Qakaqe 4.§ Casinoplatz Tel. (031) 3 77 77 Aadorf E. Ruckstuhl Garage Tel.(052)47319 Luzern Franz Koch Automobile Löwenstrasse 18 Tel. 2 77 77 Lugano Garage Monte Ceneri R. Morganti Nähe SBB-Bahnhof Tel. 2 24 65 Biel Garage Probst Aarau Ölten Garage Moser St. Gallen E.Wagner Basel Freiestrasse 7 Tel. 032 2 25 24 FRITZ GLAUSt CO. AARAU TEL. (044) 213 33 Baslerstrasse 47/49 Tel. 54280 Unterer Graben 21 Tel.(071)25525 Viaduktstrasse Tel. (061) 47800 Chur Grand-Garage L. Dosch Tel. (081 21313 Baden Garage Leoni Bruggerstr. 50 Tel. 2 48 88 Reiden Gebr. Zimmerli Garage Tel. 83366 ViJImergen/Aargau Rob. Huber Automobiles • Garage Tel. (057)61379 Bern ßetlatue Qatagt A§ Casinoplatz Tel. (031) 37777 Glarus Central-Garage Ryffel F. Schielly-Ryffel Tel. (058)51834 Basel Viaduktstrasse Tel. (061) 47800 Solothurn Garage Weissenstein- E. Kupferschmied & O. Müller Grenchenstr. 12 Tel. 21442 Lugano Gd Garage Ferrari & Crescionini Modernste, neuzeitliche Garage am Platze Stefano Franscini 8 Tel. 2 3635 Liestal Blank AG. Automobile Tel. 7 2414 Bellinzona Garage Moderne Ulrich & Co. Viale Portone Tel. (092) 51764 St. Gallen E. Wagner Unterer Graben 21 Tel.(071)25525 Aarau FRITZ OlAUStca AARAU ttl_ IM4) 213 33 St. Gallen E. Wagner Unterer Graben 21 Tel. (071) 2 55 25 Lugano Gd Garage Ferrari & Crescionini Modernste, neuzeitliche Garage am Platze Stefano Franscini 8 Tel. 2 36 35 Bern Schneiter & Co. AG. Service und Ersatzteile Schwarztorstr. 58 Tel. 2 33 44 Verkauf: Effingerstr.53 Tel. 2 55 05 Winterthur Eülachgarage AG. Technikumstr. 67 Tel. (052) 2 23 33 Filiale Töss: Zürcherstr. 217 Tel. (052) 27400 Basel an j Heuwaage Tel. 26300 Zürich Agence Americaine Automobiles S.A. Dufourstr.23 Tel. 327273