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Ich bin nicht Melanie Meiler

Ich bin nicht Melanie Meiler

Tonia Töpfer

Tonia Töpfer Ich bin nicht Melania Meiler! rischen Schreibprozess nur noch auf sich, um möglichst viel Geld zu verdienen. Ich bin nicht Melania Meiler. Dies träfe vielleicht auf Sibylle Schreyer zu, aber ich bin nicht Melania Meiler und ich bin auch nicht Sibylle Schreyer. Ich bin Tonia Töpfer! Ich schreibe aus ganz andern Motiven. Es stimmt, auch ich brauche Geld, sehr viel Geld, aber ich brauche auch Luft, ich brauche Raum, ich muss mich auf dieser Welt als Frau bewegen können, diesen Raum gibt es aber noch gar nicht. Nein, ich bin nicht wie Sibylle Schreyer. Ich lebe nicht von der Gewissheit, dass ein Buch gar nicht anspruchslos genug sein kann, um bestens verkauft zu werden. Ich übe nicht permanenten Verrat an meiner Kunst. Mir bleibt auch gar keine Wahl. Mein Beruf ist meine Sucht. Ich bin beobachtungssüchtig und assoziationswütig dazu. Weil ich mich an nichts halten kann, weil meine Welt weder moralische Gesetze noch irgendwelche Konventionen kennt. Wenn ich mein Leben nicht schreibend auf den Tasten ordne, zerfällt es mir in tausend Stücke. Dass ich einen aufwendigen Lebenswandel führe, gebe ich zu, jedoch von Extravaganz kann nicht die Rede sein! Diesen Vorwurf meines Verlages weise ich vehement von mir! Bloss weil ich mich mit Crevettencocktails und Lachsbrötchen anstatt mit Butterstullen und Leberwurst ernähre, kann von Extravaganz nicht die Rede sein. Sibylle Schreyer ist extravagant! Ich nicht. Was sich Sibylle Schreyer mit dem Erlös ihrer biederen Romane über das einfache Landleben alles erlaubt! Nachdem sie sich ihre Villa von oben bis unten mit englischen Möbeln aus dem 18 Jahrhundert vollstopfte, will sie diese jetzt gegen solche aus Frankreich aus dem 17. Jahrhundert austauschen. © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht. Ich aber, ich leide unter dem Fluch, begabt zu sein! Sie können sich ja nicht vorstellen, wie anstrengend es ist, mit meinen Begabungen in dieser Welt leben zu müssen, mit meiner Fähigkeit, Menschen zu erkennen, in ihrem Wesen zu erfassen, zu durchschauen. Sie stel- - 21 -

len sich dies viel zu leicht vor, aber es ist nicht einfach. Denken Sie denn, in der Art und Weise, wie Sie sich ihre Beine verschränken, sei kein Roman versteckt? Denken Sie doch nicht, Sie könnten ihr Privatleben vor mir verbergen, bloss dadurch, dass Sie sich hier neutral und korrekt verhalten. Es ist ein Fluch, Ihre Gesten und Ihre Gesichter laufend unfreiwillig entlarven zu müssen. Glauben Sie denn, Ihre Präsenz hier, sage nichts aus? Sie denken doch nicht, ich wüsste nichts über Verkrampfungen in der Hals- und Schulterpartie? Wie froh wäre ich, Sie hörten auf, sich laufend zu entblössen. Aus der Art und Weise wie Sie sich eben die Krawatte zurechtgestrichen haben, bin ich doch gezwungen, andere Situationen abzuleiten, in welchen Sie sich die Krawatte auch zurecht gestrichen haben. Vielleicht war es ein anderer Ort, vielleicht war es eine andere Krawatte, vielleicht sogar ein anderes Gegenüber, vielleicht redeten Sie gerade mit der Geliebten über ihre Ehefrau oder mit der Ehefrau über ihre Geliebte und vielleicht redeten Sie auch mit ihrem Chef und vielleicht ist ihr Chef eine Chefin und vielleicht ist Ihre Chefin Ihre Geliebte! Sie sind durchsichtig wie Glas. Meinen Sie denn, solchen Geschichten, wie Sie sie mir hier vorführen, könne ich mich einfach entziehen? Damit muss ich leben, ich bin dazu verflucht, damit leben zu müssen, mit Ihren Geschichten die mich allesamt nichts angehen…Was kann ich dafür, dass ich voraushören kann, was Sie morgen Ihren Buchhändlerkollegen sagen und was diese nicht sagen werden? Glauben Sie etwa, ich könne mir nicht vorstellen, was Ihnen jetzt durch den Kopf geht? Ich will nicht Sie auch noch durchschauen müssen! Denken Sie denn wirklich, ich sei Schriftstellerin geworden, weil ich mir freiwillig vorstelle, was einer Buchhandelslehrfrau durch den Kopf geht? Ich bin Schriftstellerin geworden, weil ich nicht anders kann, als mir vorzustellen, was einer Buchhandelslehrfrau durch den Kopf geht! Besonders wenn sie solche Büchertische aufbauen, wenn sie 60 Stühle aufstellen musste, alle mühsam aus © Teaterverlag Elgg in Belp. Kein Bearbeitungs- und Kopierrecht. Kein Aufführungsrecht. - 22 -

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