Berliner Zeitung 21.01.2020

BerlinerVerlagGmbH

Irgendwo in Iowa: Wergegen Trump antritt – Seite 3

Handball:

Deutschland

schlägt

Österreich

Seite 17

1°/7°

Nur leichte Bewölkung

Wetter Seite 2

DDR und West-Linke:

Jeffrey Herf über Antisemitismus

Feuilleton Seite 19

www.berliner-zeitung.de

Werprofitiert von der

Ganztagsbetreuung?

Tagesthema Seite 2, Leitartikel Seite 8

Dienstag,21. Januar 2020 Nr.17HA-76. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Corona-Virus: Berliner

Forscher entwickeln Test

Wissenschaft Seite 16

Luanda Leaks

Die

Millionen

der Prinzessin

VonJohannes Dieterich, Johannesburg

Feigheit kann man Isabel dos Santos

nicht vorwerfen. Als sich über

ihr ein Gewitter der Entrüstung zusammenbraute,

kündigte sie an, bei

den kommenden Präsidentschaftswahlen

anzutreten. Dass es dazu

kommen wird, ist allerdings unwahrscheinlich.

Denn beliebt ist die 46-

Jährige keineswegs, auch wenn man

sie in Angola gemeinhin die „Prinzessin“

nennt –

das ist jedoch

bitter gemeint.

Die Angolaner

wissen schon

lange, was jetzt

im Zug der „Luanda

Leaks“ bis

ans Ende der

Isabel dos Santos, Welt gedrungen

die reichste ist: Dass die älteste

Tochter des

Frau Afrikas

früheren Präsidenten

Eduardo dos Santos ihren sagenhaften

Reichtum der Vetternwirtschaft

verdankt.

Das Internationale Konsortium

investigativer Journalisten (ICIJ) hat

herausgefunden, dass dos Santos zusammen

mit ihrem kongolesischen

Mann Sindika Dokolo über ein Imperium

von mehr als 400 Firmen in

41 Staaten der Welt verfügt, von denen

94 in Steueroasen angesiedelt

sind. IhrReichtum hat der Angolanerin

mit britischer Staatsangehörigkeit

zu zahlreichen Villen –darunter

einem 50 Millionen Euro teuren Anwesen

in Monte Carlo –, einer 30 Millionen

Euro teuren Jacht sowie einer

künstlichen Insel in Gestalt eines

Seepferdchens in Dubai verholfen.

Doch erst musste sich dos Santos

mehr als eine Milliarde Euro an angolanischen

Staatsgeldern widerrechtlich

aneignen. Und das in einem

Land, in dem 60 Prozent der Bevölkerung

mit weniger als zwei US-

Dollar am Tagauskommen müssen.

Dos Santos war immer schon privilegiert.Während

in Angola ein brutaler

Bürgerkrieg herrschte, war sie

in London, wo sie in den Genuss einer

hervorragenden Ausbildung, zuletzt

als Ingenieurin im King’s College

kam. Bald standen ihr überall

die Türen offen; außer zu Hause unter

Papas Förderung auch in Portugal,

der ehemaligen Kolonialmacht

Angolas,inEngland oder Russland.

Vater Eduardo habe Angola „wie

seine Farm“ behandelt, sagt Menschenrechtler

Salvador Freire. Er

kannte keine Skrupel, seiner Tochter

per Dekret die Filetstücke der Wirtschaft

zukommen zu lassen und seinen

Sohn zum Generaldirektor der

Staatsfonds zu erklären. Auch die

Prinzessin wurde von keinen Skrupeln

geplagt. Ihre ersten Millionen

machte sie noch während des Bürgerkriegs

mit einem Nachtclub.

Umso verblüffender, dass Isabel

dos Santos jetzt über die „politische

Hexenjagd“ klagt. Ihre einzige

Chance sieht sie darin, bald selbst

Präsidentin zu werden: „Führen

heißt dienen“, sagte sie in einem TV-

Interview. Auf dieses Motto wäre sie

besser schon mal früher gekommen.

Todauf der Kreuzung

Trotz Abbiegeassistent überrollt einBVG-Bus eineRadfahrerin. DerDruck auf die Berliner Verkehrspolitik wächst

VonPhilippe Debionne, Elmar Schütze

und Lutz Schnedelbach

Der tödliche Unfall von

Sonntagmittag passierte

an einer ganz normalen

Kreuzung. DerVerkehr in

diesem Bereich ist vielleicht nicht

optimal geregelt, aber die Kreuzung

Groß-Berliner-Damm/Ecke Pilotenweg

inJohannisthal gilt auch nicht

als besonders gefährlich. Vor ein

paar Jahren erst ist der Radweg rund

15 Meter vorder Kreuzung direkt neben

die Fahrbahn verlegt worden,

sodass sich geradeaus fahrende Radfahrer

und Rechtsabbieger rechtzeitig

sehen können. Und dennoch ist

es passiert, dennoch wurde hier eine

Radfahrerin von einem BVG-Linienbus

überrollt. DerUnfall zeigt einmal

mehr,wie weit derWeghin zurVision

Zero des Senats ist, dem Ziel vonnull

Verkehrstoten.

Nach dem Unfall am Sonntag trafen

sich Aktivisten am Montagabend

zur Mahnwache an der Unfallstelle

in Johannisthal in Treptow. DerRad-

Lobbyverein ADFC stellte am Unfallortein

weiß gestrichenes Fahrrad als

Mahnsymbol auf. Anschließend fuhren

Teilnehmer zum Roten Rathaus

und zumVerkehrsministerium in die

Invalidenstraße, um für eine Verkehrswende

zu demonstrieren.

Die 35-jährige Frau war von einem

rechtsabbiegenden BVG-Bus

der Linie 265 überrollt worden. Die

Frau, die auf einem Rennrad unterwegs

war,überlebte den Unfall nicht.

Siestarb an Ortund Stelle.Wie genau

es zur Kollision kam, ist unklar.Hatte

der Fahrer die Frau übersehen?

Ein Mann sieht grün

Baustadtrat Florian Schmidt hat nichts gegen Kritik –wenn sie von ihm kommt.

Jetzt erhebt der Koalitionspartner schwere Vorwürfe gegen ihn. Berlin Seite 9

Der 265er war ein Citaro-Bus,

Baujahr 2019. Er gehört zuder neuesten

Serie von zwölf Meter langen,

einstöckigen Bussen von Mercedes,

die über moderne Kamera-Technik

verfügen. Diese soll beim Abbiegen

helfen. Wenn der Busfahrer rechts

blinkt, zeigt ihm ein Monitor, was

rechts neben dem Fahrzeug passiert.

Die Polizei kann den Unfallhergang

noch nicht rekonstruieren.„Die

Ermittlungen laufen noch“, sagte ein

Sprecher.Der Busfahrer und ein Passant,

der das Geschehen beobachtet

hatte, konnten noch nicht befragt

werden. Sieerlitten schwereSchocks

und kamen ins Krankenhaus.

Während die Polizei ihre Arbeit

macht, läuft eine Debatte über Verkehrspolitik

heiß. „Es macht fassungslos

und wütend, was in Berlin

geschieht“, teilte Sophie Lattke vom

Verein Changing Cities mit. Sie

nimmt die Unfallkommission der Senatsverkehrsverwaltung

in den Blick,

die schwere Unfälle untersucht und

Gefahrenstellen minimiert. „Was

macht die Kommission eigentlich?“,

fragt Lattke. „Sie scheint nicht verstanden

zu haben, dass der Status

quo keine Lösung ist.“

Die Fahrradaktivistin erinnerte

an einen Unfall mit einer Radlerin

vor zwei Wochen. Am 8. Januar war

am Kottbusser TorinKreuzbergeine

68-Jährige von einem rechtsabbiegenden

Lastwagen überrollt und getötet

worden. Es war die erste Radtote

2020. An der selben Stelle war

knapp zwei Jahrezuvor eine Fußgängerin

von einem rechtsabbiegenden

Lastwagen getötet worden. In der

Zwischenzeit war die Kreuzung baulich

nicht entschärft worden.

An der Kreuzung in Johannisthal

gab es nach Auskunft der Verkehrsverwaltung

in den vergangenen drei

„Es macht fassungslos und wütend,

was in Berlin geschieht.“

Sophie Lattke vom Verein Changing Cities

Jahren einen Unfall mit Personenschaden:

einen schwerverletzten

Autofahrer –dazu kamen vier Unfälle

mit Sachschäden. Die Unfallkommission

hat die Kreuzung also

bisher nicht im Fokus gehabt.

Doch das soll sich ändern. Am

Dienstag werde „ein Prüfer aus der

Abteilung Verkehrsmanagement die

Begebenheiten aus Sicht der Unfallkommission

prüfen“, sagte Jan

Thomsen, Sprecher der Verkehrsverwaltung,

am Montag. Doch schon

jetzt ergebe eine erste Analyse, dass

„bei dieser Kreuzung nicht die Infrastruktur

das Problem“ sei.

Unabhängig von den Ermittlungen

der Polizei wirft der Unfall Fragen

zum Miteinander vonBVG-Bussen

und RadfahrerninBerlin auf. Jeder

Buslenker und jeder Radler wird

Situationen kennen, in denen sie

einander sehr nahe kommen. Oft

fahren Radfahrer auf Busspuren,

dorthaben sie in der Regel Platz und

sind geschützt vor Autos. Kommt

dann aber ein Bus, kann es gefährlich

eng werden. Das gilt besonders

für Haltestellen, bei denen der Bus

an den rechten Straßenrand muss,

um Fahrgästeaus-und einsteigen zu

lassen. Konflikte sind programmiert,

schwereUnfälle jedoch selten.

Bei aller Trauer um die Tote von

Johannisthal würdigt selbst der

ADFC die verantwortungsvolle Arbeit

der Busfahrer. „Von uns gibt es

ein ganz großes Lob an die Fahrer“,

sagt Sprecher Nikolas Linck. „Obwohl

sie viel unterwegs sind, passiert

zum Glücksehrselten etwas.“

Die BVG betreibt 156 Buslinien,

auf denen 1500 Busse unterwegs

sind –1112 vonihnen verfügen über

einen Abbiegeassistenten. Derzeit

werden alle Doppeldecker damit

ausgestattet. Zuletzt gab es zwei tödliche

BVG-Unfälle: Am 5. Februar

2018 erfasste auf dem Steglitzer

Damm ein Bus einen 85-Jährigen,

der auf die Straße getreten war. Am

4. Oktober 2019 wurde am

Zwickauer Damm in Rudow eine

Rentnerin überrollt und getötet. Sie

war bei Rot über die Ampel gegangen.

Zum Vergleich: Insgesamt legt

die Busflotte der BVG jährlich rund

90 Millionen Kilometerzurück.

FürBVG-Sprecherin PetraNelken

ist das ein schwacher Trost.„Wir sind

mächtig erschüttert“, sagte sie am

Montag der Berliner Zeitung.

VOLKMAR OTTO

EU erwägt

Militärmission

vor Libyen

„Sophia“ soll wieder

aufgenommen werden

Nach dem Libyen-Gipfel erwägt

die EU eine Wiederbelebung ihrer

Militärmission „Sophia“ vor der

Küste des Bürgerkriegslandes. Der

EU-Außenbeauftragte Josep Borrell

sprach sich am Montag beim Außenministertreffen

der 28 Mitgliedstaaten

klar dafür aus.„Ichdenke,wir sollten

sie wiederaufleben lassen“, sagte

er über den Anti-Schleuser-Einsatz,

der aber auch den Waffenschmuggel

unterbinden soll. Bundesaußenminister

Heiko Maas (SPD) hatte sich

zuvor offen für einen solchen Schritt

gezeigt. „Ich kann ja nicht sagen, ich

halte die Zustände für unmenschlich,

und dann befürworten, wenn Leute

dahin zurückgebracht werden“, sagte

er in der ARD.Zudem wirdinder EU

darüber diskutiert, ob die Ergebnisse

der Libyen-Konferenz mit einer Mission

in dem Land selbst abgesichert

werden könnten.

Die EU-Mission „Sophia“ soll eigentlich

zum Kampfgegen Schmuggel

und Menschenhandel beitragen.

Biszum Ende der Marinemission im

vergangenenJahr wurden am Rande

aber auch immer wieder Migranten

aus Seenot gerettet. Seit dem Frühjahr

2019 ist die EU jedoch nicht

mehr mit Schiffen vor Ort, sondern

beschränkt sich auf die Ausbildung

der libyschen Küstenwache.

Maas sagteaußerdem, wichtigstes

Ziel seinun, dafür zu sorgen, dass diejenigen,

die die Bürgerkriegsparteien

mit Waffen und Soldaten versorgt

hätten, die Unterstützung einstellten.

Auf diese Art und Weise sollten die

Bürgerkriegsparteien dazu gezwungen

werden, an den Verhandlungstisch

zu kommen. Das Waffenembargo

werde auch Thema im Sicherheitsrat

der Vereinten Nationen sein.

Bereits in dieser Wochesolle es bei einem

Treffen darum gehen, wie aus

der Waffenruhe ein Waffenstillstand

gemacht werden könne.

16 Staaten und Organisationen

hatten sich am Sonntag in Berlin

darauf geeinigt, internationale Anstrengungen

zur Überwachung des

bereits seit 2011 bestehenden UN-

Waffenembargos zu verstärken. Gefordertwirdeine

umfassende Demobilisierung

und Entwaffnung der Milizen

in dem Bürgerkriegsland. Verletzungen

eines Waffenstillstandes

sollen sanktioniert werden. (dpa)

PolitikSeite 5, Kommentar Seite8

Berliner Verlag GmbH, 11509 Berlin

Redaktion: (030) 63 33 11-457

(Mo-Fr13-14 Uhr), Fax-499;

leser-blz@berlinerverlag.com

Leser-Service: (030)23 27-77, Fax-76;

www.berliner-zeitung.de/leserservice

Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97;

anzeigen@berlinerverlag.com

Postvertriebsstück A6517

Entgelt bezahlt

4

194050

501603

21004


2* Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020

·························································································································································································································································································

Tagesthema

DIW-Studie

Der Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder wird zwar teuer werden,

dem Staat auf der anderen Seite aber auch Einnahmen bescheren.

Kosten-Nutzen-Rechnung

VonTobias Peter

Zahl der

Wochenarbeitsstunden

Erwerbstätigenquote

von

Müttern mit

Kindern in

ganztägigen

Betreuungsangeboten

00,00

90,0%

35,94

OST WEST OST WEST OST WEST OST WEST

Alleinerziehend und

Akademikerin

100,0%

34,55

83,8% 82,7%

32,91 30,19

Alleinerziehend und

Nicht-Akademikerin

91,8% 93,8% 88,5% 88,5%

33,45 25,83 33,34 24,0

Paarhaushalt und

Akademikerin

Paarhaushalt und

Nicht-Akademikerin

BLZ/GALANTY; QUELLE: DIW

Der geplante Ausbau der

Ganztagsbetreuung für

Grundschüler ist zwar

teuer, erfinanziert sich

aber zum Teil selbst. Das ist das Ergebnis

einer Studie des Deutschen

Instituts für Wirtschaftsforschung

(DIW)imAuftrag des Bundesfamilienministeriums.

Während Milliarden in den Ausbau

von Ganztagsplätzen und in

den laufenden Betrieb investiert

werden müssen, rechnet die DIW-

Studie im Gegenzug auch mit zusätzlichen

Einnahmen von bis zu

zwei Milliarden Euro im Jahr für den

Staat.

Die Wissenschaftler betonen,

dass der geplante Rechtsanspruch

auf einen Ganztagsplatz in der

Grundschule Müttern bessere Möglichkeiten

gibt, erwerbstätig zu sein.

Mehr Mütter könnten dann überhaupt

arbeiten, andere würden ihre

Stundenzahl erhöhen. Das Arbeitsvolumen

von Müttern mit Grundschulkindern

werde um drei bis sieben

Prozent wachsen, prognostizieren

die Forscher. Die Folge: zusätzliche

Steuereinnahmen und weniger

Ausgaben für Sozialleistungen wie

Kinderzuschlag oder Wohngeld.

„Nichts, was du für Kinder tust,

ist jemals verschwendet, und deswegen

ist jeder einzelne Euro sowieso

schon sein Geld wert“, sagte

Bundesfamilienministerin Franziska

Giffey (SPD) bei der Vorstellung

der Studie in Berlin. „Aber was

wir hier sehen ist, dass da auch noch

etwas bei rauskommt, und das ist

doch gut.“

Im Koalitionsvertrag von Union

und SPD im Bund ist vereinbart,

dass alle Kinder in der Grundschule

in Deutschland ab 2025 einen Anspruch

auf Ganztagsbetreuung haben

sollen. Konkret heißt das: Der

Anspruch soll vonder ersten bis zur

vierten Klasse gelten –und zwar an

fünf Tagen in der Woche, für acht

Stunden am Tag.

Länder fordernmehr Mittel

Die Kultusminister der Länder fordern

deshalb mehr Mittel des Bundes

für die Schaffung des Rechtsanspruchs

auf Ganztagsbetreuung in

der Grundschule. „Bildung ist eine

gesamtgesellschaftliche Aufgabe,

deshalb sehen wir den Bund hier mit

in der Pflicht“, sagt die Präsidentin

der Kultusministerkonferenz, Stefanie

Hubig, der Berliner Zeitung (RedaktionsnetzwerkDeutschland).

Die SPD-Politikerin, die Bildungsministerin

in Rheinland-Pfalz

ist, führte mit Blick auf den Bund

aus: „Bisher hat er zwei Milliarden

Euro für den Ganztagsanspruch

vorgesehen. Die Einführung ist mit

7,5 Milliarden Euro allerdings um

ein vielfaches teurer.“ Hubig erklärte:

„Nach unseren Zahlen kommen

dazu nochmals 4,5 Milliarden

laufende Kosten proJahr.“

Mehr Anstrengungen des Bundes

verlangte auch die Linke. Die Pläne

von Giffey seien für die Umsetzung

des Rechtsanspruchs „noch zu

dünn“, erklärte die Linken-Bildungsexpertin

Birke Bull-Bischoff. „Das

Personal können sich die Länder ja

schließlich nicht einfach backen.“

HöhereNachfrage im Osten

Die Bundesregierung geht davon

aus, dass für 75 Prozent der Grundschulkinder

ein Ganztagsplatz benötigt

wird–das derzeitige Angebot

decke den Bedarfbereits für 50 Prozent

ab. Die Nachfrage sei aber regional

sehr unterschiedlich –imOsten

oder den Stadtstaaten Hamburg

und Berlin sei sie deutlich höher als

in anderen Ländern.

DieGewerkschaft Erziehung und

Wissenschaft (GEW)wirft Bund und

Ländern vor, den geplanten Ausbau

der Ganztagsbetreuung an Grundschulen

nicht ausreichend mit pädagogischem

Personal zu unterfüttern.

„Einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit

können Ganztagsangebote

nur dann leisten, wenn die

pädagogische Qualität einen hohen

Stellenwert hat“, sagte Ilka Hoffmann,

GEW-Vorstand für das

Thema Schule. „Eltern möchten

nicht, dass ihreKinderden Tagüber

beaufsichtigt werden,sondern, dass

ihnen im Ganztag Bildung und Erziehung

auf hohem Niveau angeboten

werden.“ (mit AFP)

Tobias Peter glaubt: Gerade

sozial schwächeren Familien

nützt der Ganztagsausbau.

Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen

oder Sorge für den

Haushalt sind noch immer Arbeiten,

die vorwiegend Frauen ausführen.

Und damit ein Grund für die Ungleichheit

zwischen den Geschlechtern,

stellt die diesjährige Studie

„Time to Care“ (deutsch etwa „Zeit,

sich zu kümmern“) dar. Für Frauen

bedeute diese unbezahlte Arbeit häufig

den Schritt in eine Armutsfalle.

Der Einfluss von sogenannter

Care-Arbeit auf Einkommen, Vermögen,

Bildungschancen und Armutsgefährdung

erfahre imZusammenhang

mit Ungleichheit zu wenig

Aufmerksamkeit, sagte Ellen Ehmke,

Analystin für soziale Ungleichheit

bei Oxfam Deutschland. „Wir sollten

den Wert dessen anerkennen.“

„Der direkte Zusammenhang

zwischen Vermögensungleichheit

und Care ist, dass Frauen viel weniger

Vermögen aufbauen können

über ihr Leben, weil sie einen Großteil

ihrer Arbeit in unbezahlter Pflege

und Fürsorge leisten“, sagte Ehmke.

In ländlichen Gebieten ärmerer Länder

verbringen Frauen täglich bis zu

14 Stunden mit Pflege- und Fürsorgearbeit,

wie Oxfam berichtet. „Auch

Mädchen müssen dabei häufig mithelfen.“

Die Klimakrise verschärfte

die Situation –unter anderem weil

etwa Wege zu Wasserstellen länger

werden oder der Anbau vonGemüse

schwieriger werde.

Auch Deutschland betroffen

Auch in reicheren Ländern wie

Deutschland verschärfe die vornehmlich

vonFrauen geleistete Fürsorgearbeit

die Ungleichheiten im

Wohlstand. Solange es nicht ausreichend

öffentliche Angebote gebe für

etwa Kinderbetreuung, könnten in

Studie zur Ungleichheit

Frauen in der Armutsfalle

Ungleichheit

zwischen Männern und Frauen in Deutschland

Männer

Frauen

100 %

21 %

100 % 100 % 100 %

49 % 53%

52 %

Bruttostundenlöhne Einkommen Rente Fürsorgearbeit

BLZ/GALANTY; QUELLE: OXFAM

Familien mit hohem Einkommen

beide Elternviel früher wieder arbeiten

gehen als in Familien mit niedrigerem

Einkommen. Dadurch werde

die Ungleichheit zwischen Haushalten

noch weiter vertieft.

Männer besitzen mehr Vermögen

Der Unterschied zwischen Arm und

Reich insgesamt in der Welt ist laut

der Hilfsorganisation Oxfam weiterhin

dramatisch hoch. Auch die Vermögenskonzentration

habe an der

Spitze imletzten Jahr weiter zugenommen,

betonte die Organisation

bei der Vorstellung ihres Ungleichheitsberichts

kurz vor Beginn der

Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums

(WEF)inDavos.

Oxfam beruft sich dabei unter anderem

auf die Finanznachrichtenagentur

Bloomberg, deren Angaben

zufolge das Vermögen der

500 reichsten Menschen der Welt im

Vorjahr um ein Viertel gestiegen ist.

Vorallem auch zwischen Frauen und

Männern ist der Wohlstand Oxfam

zufolge ungleich verteilt. Demnach

besitzen Männer 50 Prozent mehr

Vermögen als Frauen.

Oxfam fordert von der Bundesregierung,

mehr in öffentliche Kinderbetreuung

und soziale Absicherung

in armenLändern zu investieren, sowie

weltweit Frauenrechte und -organisationen

zu stärken. In Deutschland

und auf der ganzen Welt müssten

zudem Konzerne und Menschen

mit sehr großem Vermögen einen fairenAnteil

zum Allgemeinwohl beitragen:

„Die Bundesregierung muss sich

für eine weltweite Mindeststeuer einsetzen

und Entwicklungsländer dabei

unterstützen, Konzerne stärker zu

besteuern“, lautet eine weitereForderung

der Organisation. (dpa)

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute befinden sich nur wenige dünne Wolken am Himmel, und es ist mit

Höchstwerten von 4bis 7Grad zurechnen. Der Wind weht schwach bis

mäßig aus West. In der Nacht betragen die Temperaturen 1bis minus

2Grad. Dazu ist der Himmel teils sternenklar, teils stark bewölkt.

Biowetter:

Bluthochdruck

Kopfschmerzen

Schlafstörungen

Rheumaschmerzen

Atemwegsbeschwerden

Gefühlte Temperatur: maximal 7Grad.

Wind: schwach aus West.

Belastung

mäßig

mäßig

mäßig

mäßig

mäßig

Berliner Luft: gestrige Höchstwerte

um 8Uhr: Feinstaub: 23 µg/m³;

Kohlenmonoxid: 0,6 µg/m³;

Stickstoffdioxid: 53 µg/m³;

Luftfeuchtigkeit: 100%

Wittenberge

0°/5°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

-1°/6° 1°/7°

Luckenwalde

-1°/4°

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

stark bewölkt wolkig heiter

2°/7° 0°/5° -2°/5°

Prenzlau

0°/5°

Cottbus

-2°/6°

Frankfurt

(Oder)

0°/5°

Hoch Ekart reicht von den Britischen Inseln über das zentrale Mitteleuropa bis

Osteuropa. Damit ist oft, aber nicht überall freundliches Wetter verbunden. Rund

um die Iberische Halbinsel und die Balearen bestimmt ein Tief mit unwetterartigen

Regengüssen den Tag. Auch in Nordwesteuropa fällt etwas Regen.

Köln

-2°/6°

Sylt

0°/5°

Saarbrücken

-3°/3°

Hannover

0°/5°

Konstanz

-3°/3°

Hamburg

0°/5°

Erfurt

-3°/4°

Frankfurt/Main

-1°/5°

Stuttgart

-2°/4°

Rostock

3°/6°

Magdeburg

-1°/6°

Nürnberg

-4°/4°

München

-2°/4°

Rügen

2°/6°

Dresden

-2°/6°

Deutschland: Heute zieht sich nur

selten die Sonne hinter Wolken zurück.

Der Himmel präsentiert sich locker

bewölkt. Dabei werden während

des Tages 3bis 7Grad erreicht,

nachts kühlt es dann auf 4bis minus

5Grad ab. Der Wind weht schwach

aus West. Morgen weicht die Sonne

oftmals auch einigen Wolkenfeldern.

Die Höchsttemperaturen klettern auf

3bis 8Grad, und der Wind weht

schwach aus Nordwest.

Schneehöhen:

Thüringer Wald bis 40 cm

Harz bis 5cm

Erzgebirge bis 20 cm

Bayerische Alpen bis 180 cm

Mondphasen: 24.01. 02.02. 09.02. 15.02.

Sonnenaufgang: 08:04 Uhr Sonnenuntergang: 16:31 Uhr Mondaufgang: 05:07 Uhr Monduntergang: 13:20 Uhr

Lissabon

14°

Las Palmas

17°

Madrid

10°

Reykjavik


Dublin


London


Paris


Bordeaux

13°

Palma

15°

Algier

18°

Nizza

15°

Trondheim


Oslo


Stockholm


Kopenhagen


Berlin


Mailand


Tunis

17°

Rom

12°

Warschau


Wien

3° Budapest


Palermo

17°

Kiruna

-3°

Oulu


Dubrovnik

13°

Athen

11°

St. Petersburg


Wilna


Kiew


Odessa


Varna


Istanbul


Iraklio

12°

Archangelsk


Moskau


Ankara


Antalya

15°

Acapulco 33° Schauer

Bali 24° Gewitter

Bangkok 33° heiter

Barbados 27° heiter

Buenos Aires 29° wolkig

Casablanca 15° Schauer

Chicago -2° wolkig

Dakar 27° wolkig

Dubai 22° sonnig

Hongkong 20° bedeckt

Jerusalem 4° Regen

Johannesburg 31° Schauer

Kairo 16° heiter

Kapstadt 28° sonnig

Los Angeles 14° wolkig

Manila 29° heiter

Miami 20° wolkig

Nairobi 29° heiter

Neu Delhi 20° bewölkt

New York 2° wolkig

Peking 2° heiter

Perth 25° wolkig

Phuket 34° wolkig

Rio de Janeiro 27° Schauer

San Francisco 12° Regen

Santo Domingo 28° heiter

Seychellen 29° wolkig

Singapur 35° wolkig

Sydney 34° sonnig

Tokio 12° wolkig

Toronto -1° bedeckt


Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020 3

·························································································································································································································································································

Seite 3

Auf dem Küchentisch stehen Kekse,

Nüsse und Plastikbecher mit Wein.

Doch es ist kein Durchkommen an

diesem Nachmittag in der Villa von

Channing Dutton. Mehr als einhundert

Leute hat der 65-Jährige bei eisigem Winterwetter

an der Tür begrüßt. DieHälfte der Besucher

hockt nun auf Klappstühlen in dem

Wohnzimmer mit Eichenholzdecke und Acrylgemälden.

Der Rest drängt sich im Flur

und rund um den Kochblock.

„Die Situation ist dramatisch. Es muss etwas

passieren“, sagt der Hausherr beim Händeschütteln.

Über sein Hemd hat er ein enges

T-Shirt gezogen. „Climate Change is a

Crisis“ (Der Klimawandel ist eine Krise),

steht darauf. Seit 15 Jahren engagiertsich der

Anwalt privat für den Umweltschutz. In seinem

380-Quadratmeter-Haus im Westen

vonDes Moines veranstaltet er heute für Unterstützer

eine Gesprächsrunde mit dem demokratischen

Präsidentschaftsbewerber

TomSteyer.

DerKandidat, dessen Gesicht auf zahlreichen

Werbetafeln der Hauptstadt des Bundesstaats

Iowaprangt, tritt mit hochgekrempelten

Ärmeln und rot-blauer Schottenkrawatte

vors Publikum. Überzeugen muss

Steyer hier niemanden, wenn er argumentiert:„Wir

können uns nicht immer vordringlich

um andere Themen kümmern. Das

Klima muss an erster Stelle stehen!“ Vorden

bodentiefen Fenstern mit Waldblick hängt

ein großes Plakat: „Sei ein Klima-Wähler!“

Während Steyer im Villenviertel gegen die

Erderwärmung kämpft, wird sein Konkurrent

Andrew Yang an der Drake-Universität

wenige Kilometer weiter schon als „der

nächste Präsident Amerikas“ vorgestellt.

Keine zehn Autominuten entfernt tritt derweil

Ex-Vizepräsident Joe Biden vor einen

Kamerapulk. Pete Buttigieg, der ebenfalls

das Weiße Haus erobern möchte, sitzt im

Auto zu einem Auftritt im NachbarortAmes.

Es ist Januar,eine unwirtliche Zeit in Iowa,

das als der wohl unspektakulärste „Überflugstaat“

im Mittleren Westen Amerikas gilt.

GutdreiMillionen Menschen leben hier.Ansonsten

gibt es sehr viel Mais und Schweine.

„Ich komme aus DesMoines“, hat der amerikanische

Schriftsteller Bill Bryson seiner Heimat

ein ironisches Denkmal gesetzt: „Einer

muss es ja.“

VomCoffee-Shop zum Gemeindezentrum

In dem Bundesstaat im Mittleren Westen der USA beginnen in zwei Wochen

die Vorwahlen der Demokraten. Werhier siegt, hat gute Chancen, im

Herbst gegen Donald Trump anzutreten. Doch noch sind viele Bürger

unsicher,welcher Bewerber den Präsidenten schlagen könnte

Doch alle vier Jahre wird das öde Agrarland

zum Nabel des nationalen Politikbetriebs.

Am 3. Februar beginnen hier nämlich die demokratischen

Vorwahlen, an deren Ende im

Juli der Herausforderer von US-Präsident

Donald Trump gekürt wird. Seit der unbekannte

Erdnussfarmer Jimmy Carter 1976

den Caucus in Iowa gewann und dann tatsächlich

ins Weiße Haus einzog, gilt der Staat

als wichtigster Frühindikator.Wer hier siegt,

hat die Kandidatur zwar nicht sicher. Aber

weresumgekehrtnicht unter die ersten drei

schafft, der ist erfahrungsgemäß frühzeitig

aus dem Rennen.

Entsprechend hoch ist die Politpromidichte.

Zwölf der einstmals 24 Bewerber für

den Spitzenposten der Demokraten sind

noch im Rennen. Außer dem Multimilliardär

Mike Bloomberg, der die erstenWahltermine

auslässt, reisen gerade alle in ihren Bussen

oder SUVs kreuz und quer von Coffee-Shop

zu Schulhalle und weiter zum nächsten Gemeindezentrum

durch den Bundesstaat.

Wersonntagabends in der menschenleeren

City von Des Moines hungrig im Restaurant

„Centro“ landet, dem kann es passieren, dass

plötzlich eine Frau im blauen Kapuzenpulli

hereinstürmt und sich mit ihrem Mann an

den Nachbartisch setzt. Zu Salat und Nudeln

bestellt die linke Senatorin Elizabeth Warren

ein Bier,das sie tatsächlich wie in ihremWerbespot

aus der Flasche trinkt. Für das Gespräch

mit ihrem Begleiter hat sie aber nur

wenig Zeit. Erst starrt sie konzentriert ins

Smartphone, dann berät sie sich mit ihrem

Team ein paar Tische weiter.

Auch im Örtchen Knoxville ist Warren

schon gewesen. Farmersfrau Nancy Dittmer

hat dort ihren Auftritt erlebt. „Elizabeth ist

sehr klug“, sagt die 67-Jährige.Aber das Programm

sei ihr etwas zu radikal. „Der künftige

Präsident muss uns zusammenbringen“, findet

sie. Das spräche für Joe Biden. Aber:

„Hundert Prozent entschieden bin ich noch

nicht“, gesteht Dittmer.

Damit befindet sich die Seniorin in guter

Gesellschaft. Erst 40 Prozent der registrierten

Demokraten in Iowawissen nach einer aktuellen

Umfrage sicher, wem sie in zwei Wochen

ihreStimme geben. DerRest hat entweder

noch keine Meinung oder ist bereit, seine

Präferenz zu überdenken. Entsprechend

schwankend sind die Prognosen. Derzeit liegen

Biden, Warren, der ultralinke Senator

Bernie Sanders und der pragmatische Ex-

Bürgermeister Pete Buttigieg mit Werten

zwischen 15 und 20 Prozent in Iowaeng beieinander

auf den ersten vier Plätzen. Mit etwas

Abstandfolgt Amy Klobuchar,die Senatorin

von Minnesota. Milliardär Steyer besetzt

einen krassen Außenseiterplatz.

Für Biden, der bundesweit als Favoritgilt,

ist das trotzdem kein tolles Ergebnis.Wer den

77-Jährigen aus der Nähe erlebt, der ahnt,

wo seine Schwächen liegen. „Thank you,

thank you, thank you!“, ruft er den Freiwilligen

bei der Stippvisite eines Wahlbüros in

der Nähe des Flughafens vonDes Moines zu.

40 jüngere Helfer in Jeans und Kapuzenjacken

sitzen mit ihren Laptops und Handys

an engen Tischen und versuchen, potenzielle

Wähler zu mobilisieren. Biden, der sein

übliches dunkelblaues Sakko trägt, hat der

Irgendwo

in Iowa

VonKarlDoemens, Des Moines

Iowa

BLZ/GALANTY

IMAGO STOCK&PEOPLE

Truppe ein Tablett Cupcakes und ein strahlendes

Zahnpastalächeln mitgebracht. Aufmunternd

geht er durch die Reihen, schüttelt

Hände und klopft Schultern: „Es wird gut

laufen“, sagt er:„Und das habe ich Euch zu

verdanken.“

Der unmittelbare Kontakt mit Menschen

ist eigentlich die Stärke des Kandidaten, dessen

mäandernde Reden öfter glanzlos wirken.

Doch heute will der Funke nicht überspringen.

„Wir sind mitten im Kampf um die

Seele Amerikas“, sagt Biden. Der Satz hat

Tiefe und Ernsthaftigkeit, klingt inzwischen

aber abgedroschen. Die Unterstützer klat-

schen. Euphorie spürtman nicht. Anders als

beim Alt-Revoluzzer Sanders, der mit seiner

Kampfansage an das Establishment eine eingeschworene

Fangemeinde um sich schart,

speist sich die Unterstützung für Biden eher

aus der Vernunft. „Ich bin für JoeBiden, weil

…“, steht auf einem selbst gemalten Plakat

im Wahlkampfbüro. Seine Unterstützer können

eine Antwort dazu schreiben. „Er kann

Trump schlagen“, steht da. „Wir brauchen

mehr Einheit, nicht mehr Spaltung“, hat ein

anderer geschrieben.

DieWiederherstellung der alten Ordnung

nach der gesellschaftlichen Verwüstung der

Trump-Jahre – so lässt sich Bidens Programm

zusammenfassen. Aber reicht das,

um selbst Präsident zu werden?

Warren und Sanders versprechen radikale

Steuer- und Sozialreformen. Buttigieg verkörpert

einen Generationenwechsel. „Liebe

Freunde, Unabhängige und künftige Ex-Republikaner“,

begrüßt der 38-Jährige das Publikum

im Historischen Museum von Des

Moines.ButtigiegsMann Chasten ist mit dabei.

Die 700 Zuhörer im Saal wirken jünger

und hipper als bei anderen Veranstaltungen.

Der Vortrag des Ex-Bürgermeisters von

South Bend dreht sich um eine Reform der

Krankenversicherung, den Klimawandel, die

laxen Waffengesetze und Trumps Iran-Politik.

Zu diesen Themen kommen auch die

meisten Fragen.

DasImpeachment ist weit weg

Das Amtsenthebungsverfahren der Demokraten

gegen den Präsidenten, das in Washington

derzeit die Schlagzeilen beherrscht,

spielt in Iowahingegen keine Rolle.

Jedenfalls nicht als Thema des Wahlkampfs.

Aber das Impeachment hat praktische Folgen:

Die Senatoren unter den Präsidentschaftsbewerbernmüssen

nun während der

Woche bei dem Prozess im 1600 Kilometer

entfernten Washington anwesend sein. Für

die Betroffenen bedeutet das in einem dichten

Feld einen gefährlichen Wettbewerbsnachteil.

Eigens angemietete Charterflieger

sollen die Politiker zumindest an einzelnen

Abenden in die politische Arena fliegen.

Nicht nur Warren und Sanders haben

durch die dienstliche Verpflichtung während

der Endphase der Iowa-Wahlen ein Handicap,sondernauchKlobuchar.Die

59-Jährige

gilt bei einigen Beobachternals Geheimtipp,

falls das Spielfeld durch das Ausscheiden eines

der Favoriten noch einmal aufgemischt

wird: Sie vertritt wie Biden und Buttigieg einen

pragmatischen Kurs, ist aber jünger als

der eine und erfahrener als der andere.

„Ich kann Leute zusammenbringen. Ich

weiß, wie man etwas hinkriegt.Ich habe eine

Reihe Gesetze durchgebracht“, preist sich

Klobuchar bei einem Townhall-Treffen in

Perryan. DerOrt hat7500 Einwohner.Jeder

Vierte arbeitet in derörtlichen Schweineverarbeitungsfabrik.

Klobuchar setzt auf Bodenständigkeit.

Sie berichtet von ihrem

Großvater, der unter Tage arbeitete, ihrem

Alkoholiker-Vater, dem sie als Teenager die

Autoschlüssel abnehmen musste, und den

Komplikationen nachder Geburt ihrerTochter.

Damit verknüpft sieihrepolitischen Forderungen.

BeiDon Harmelink kommtdas gutan. Der

70-jährige ehemalige Produktionsplaner hat

den Republikanernwegen ihrer Abtreibungspolitik

voreiniger Zeit den Rücken gekehrt. Er

will Klobuchar unterstützen, weil sie auch

Wechselwähler erreiche. Biden habe „zu viel

Altlasten“, meint er. Und Buttigieg? Der sei

sympathisch, als Schwuler aber chancenlos.

Undwas wäre, wenn am Ende doch die Linken

Warren oder Sanders gegen Trumpantreten

sollten? Harmelink legt seine Stirn inFalten

und stöhnt: „Dann muss ich in der Wahlkabine

ganz genau nachdenken.“

Abwägen, Zögern, Hinterfragen überall.

Viele Menschen in Iowascheinensichmit ihrer

Entscheidung, von der die Zukunft des

Landes abhängen könnte,schwerzutun.Klimaaktivist

Dutton aber ist sicher: Erwill für

Steyer stimmen. „Ich schätze die Leidenschaft,

mit der sich Tomfür die Klimapolitik

einsetzt“, sagt er. Sollte es der Milliardär

nicht schaffen, wäre Sanders seine zweite

und Warren seine dritte Wahl.

Als die beiden Linken bei der TV-Debatte

in der Universität vonDes Moines wegen angeblich

frauenfeindlicher Äußerungen von

Sanders heftig aneinandergeraten, ist

Dutton empört, dass sich die Demokraten

gegenseitig beschädigen. „Meine Güte, dieser

Zickenkrieg ist so langweilig“, twittert er.

„Können wir bitte diesen albernen Streit beenden

und endlich die wirklichen Herausforderungen

angehen?“

Noch ist nicht sicher, obsein Wunsch in

Erfüllung geht.

KarlDoemens

traf Elizabeth Warren beim Italiener

und JoeBiden im Einkaufszentrum.


4* Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020

·························································································································································································································································································

Politik

NACHRICHTEN

Iran droht mit Ausstieg aus

Atomwaffensperrvertrag

Irans Außenminister Mohammed

Dschawad Sarifhat einen möglichen

Ausstieg seines Landes aus

dem Atomwaffensperrvertragins

Gespräch gebracht. „Die europäischen

Ankündigungen haben keinerlei

rechtliche Grundlage“, sagte

Sariflaut staatlicher Nachrichtenagentur

Icana am Montag. Deutschland,

Frankreich und Großbritannien

haben im Atomkonflikt ein

Streitschlichtungsverfahren eingeleitet.

Sollte die Angelegenheit vor

den Sicherheitsrat kommen, überlege

man sich, aus dem Atomwaffensperrvertragauszutreten,

sagte

Sarif. Voreinem solchen Schritt

seien aber noch andereMaßnahmen

denkbar. (dpa)

Immer mehr Arbeitnehmer

zahlen Spitzensteuersatz

Immer mehr Arbeitnehmer zahlen

in Deutschland den für Top-Verdiener

gedachten Spitzensteuersatz. Im

bisher letzten abgeschlossenen Finanzjahr

2015 betraf dies mehr als

jeden zwölften Steuerzahler –mehr

als 3,5 Millionen Bürger,wie aus der

Regierungsantwortauf eine Anfrage

der Linksfraktion hervorgeht, über

die die Süddeutsche Zeitung zuerst

berichtete.Für 2018 schätzt die Bundesregierung

die Zahl der Spitzensteuersatz-Zahler

auf 4,1 Millionen,

endgültige Daten liegen noch nicht

vor. DerSpitzensteuersatz liegt derzeit

bei 42 Prozent und fällt ab rund

56 000 Euro zu versteuerndem Einkommen

im Jahr an. (dpa)

Norwegens Regierung

zerbricht

Die Koalition unter Ministerpräsidentin

Erna Solberg verliertihre Mehrheit. DPA

Norwegens Mitte-Rechts-Regierung

ist zerbrochen. Dierechtspopulistische

Fortschrittspartei FrPkündigte

am Montag an, sich aus dem Regierungsbündnis

zurückzuziehen. Hintergrund

seien Differenzen um die

Rückkehr einer mutmaßlichen IS-

Anhängerin aus Syrien, sagte FrP-

Chefin SivJensen. Die29-jährige

Frau war am Freitag mit ihren beiden

kleinen Kindernnach Norwegen zurückgekehrt.

AusProtest gegen die

Genehmigung zieht sich die FrPnun

aus der Regierung zurück. Damit

verliertdie regierende Koalition unter

Ministerpräsidentin Erna Solberg

ihreParlamentsmehrheit. (dpa)

Journalisten-Mord auf Malta:

Weiterer Politiker-Rücktritt

Knapp eine Woche nach ihrer Vereidigung

ist eine Ministerin in Malta

wegen der Kontakte ihres Mannes zu

einem der mutmaßlichen Drahtzieher

des Mordsander Enthüllungsjournalistin

Daphne Caruana Galizia

zurückgetreten. DieTimes of Malta

hatte am Sonntag enthüllt, dass Caruanas

Mann, Ex-Vizepolizeichef Silvio

Valletta, im September 2018 gemeinsam

mit dem Geschäftsmann

Yorgen Fenech zu einem Fußballmatch

nach Großbritannien gereist

war.Valletta war als stellvertretender

Polizeichef an den Ermittlungen zur

Ermordung der Journalistin Caruana

Galizia im Oktober 2017 beteiligt; Fenech

muss sich in dem Fall seit November

wegen Beihilfe zum Mord

verantworten. (AFP)

Am Weltwirtschaftsforum in Davos werden rund 3000 Personen teilnehmen. Mit dabei sind u. a. Bundeskanzlerin Merkel, Klimaaktivistin Thunberg und US-Präsident Trump. DPA

Grüne Revolution in Davos

Top-Manager werden auf dem Weltwirtschaftsforum aufgefordert, ihre Konzerne klimaneutral umzubauen

VonMarina Kormbaki

Die Welt dreht sich in dieser

Woche um das

Schweizer Bergdorf Davos.

Entscheider aus Politik

und Wirtschaft reisen dorthin,

um in der Abgeschiedenheit der

Graubündner Alpen globale Probleme

zu bereden und um für ihre

Vorstellungen von einer besseren

Welt zu werben. In seiner 50. Ausgabe

wartet das WeltwirtschaftsforuminDavos

mit einer Premiereauf:

Erstmals stehen die Risiken des Klimawandels

im Fokus des viertägigen

Treffens.

Eine Billion Bäume

„Die Welt befindet sich in einer Notlage“,

sagte der Gründer desWeltwirtschaftsforums,

Klaus Schwab. Viel

Zeit zum Handeln bleibe nicht mehr,

mahnte der deutsche Ökonom. So

fordert das Weltwirtschaftsforum die

in Davos versammelten Wirtschaftsbosse

dazu auf, ihre Unternehmen

bis 2050 klimaneutral aufzustellen –

sie sollen nicht mehr Kohlendioxid

ausstoßen, als sie binden können.

Dafür sollen in den nächsten zehn

Jahren eine Billion Bäume auf der

Welt gepflanzt werden.

Dass jedoch der erste prominente

Redner des Treffens die versammelte

globale Elite zu mehr Klimaschutz

motiviert, darf bezweifelt werden.

Donald Trump hat sich für den

Dienstagvormittag angekündigt.

Vommenschlichen Einfluss auf das

Klima ist Trump nicht überzeugt;

eine seiner ersten Amtshandlungen

war es, den Ausstieg der USA aus

VonMarkus Decker

Die Vorsitzende der Linksfraktion

im hessischen Landtag, Janine

Wissler, schließt eine Kandidatur für

den Vorsitz der Bundespartei nicht

mehr aus. „Wir haben zwei amtierende

Parteivorsitzende“, sagte sie

der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland). „Mit beiden

habe ich sehr gut zusammengearbeitet.

Sie müssen erst mal sagen,

was sie wollen. Und dann muss ich

mir das überlegen.“ Bereits voreiner

Woche hatte die 38-Jährige am

Rande einer Pressekonferenz in

Wiesbaden auf eine Nachfrage erklärt:

„Ich bin da noch nicht entschieden.“

Parteitag im Juni

Der Bundesparteitag mit den Vorstandswahlen

ist für den 12. bis 14.

Juni 2020 in Erfurtgeplant. DieSatzung

enthält eine Bestimmung,

wonach Parteivorsitzende nach

achtjähriger Amtszeit nicht mehr

antreten sollten. Bei Katja Kipping

Das Weltwirtschaftsforum in Davoswurde

1971 vonKlaus Schwab,81, ins Leben gerufen.

Dem Wirtschaftsprofessor,geboren in

Ravensburg,geht es um „ein vernünftiges

Management unserer globalen Probleme“.

Zum Konzept gehörtauch, Politiker jeder

Couleur zu Wort kommen zu lassen.

dem Pariser Klimaschutzabkommen

zu verkünden.

Irgendeine starke Botschaft wird

der US-Präsident in Davos aber bestimmt

setzen wollen. Schließlich beginnt

am selben TaginWashington

das Amtsenthebungsverfahren gegen

ihn. ZumBeispiel könnte sich Trump

mit GretaThunbergzum Plausch treffen.

Bei ihrem ersten Davos-Besuch

vor einem Jahr campierte die schwedische

Klimaaktivistin noch im

Freien. Diesmal darf Thunberg nach

Trump auf der Hauptbühne der Tagung

sprechen, auf persönliche Einladung

des Cheforganisators Schwab.

Allerdings musste Thunberg erste

Termine wie einen Protestmarsch

und eine Pressekonferenz wegen einer

fiebrigen Erkrankung am Montag

absagen. Ein Sprecher der Aktivistin

ging gegenüber der Zeitung DieWelt

aber davon aus, dass die 17-Jährige

alle Termine am Dienstag wahrnehmen

werde.

„Wir brauchen Systemwandel,

keinen Klimawandel“, schrieb der

GLOBALER AUSTAUSCH

Historisch war der Handschlag zwischen Israels

Premier Shimon Peres und Palästinenserführer

Jassir Arafat 1994 in Davos. Unter

den rund 3000 Gästen in diesem Jahr ragen

zwei Personen heraus: die schwedische Klimaaktivistin

Greta Thunberg und US-Präsident

Donald Trump.

81-jährige Schwab Thunberg ineinem

Brief, über den der Dokumentarfilmer

MarcusVetter im ARD-Film

„Das Forum“ berichtet. „Ich werde

die Teilnehmer eine Erklärung unterschreiben

lassen, angepasst an

die Verantwortung, die sie im Wirtschafts-

und Finanzwesen und in der

Politik tragen“, sicherte Schwab zu.

Ob sich Thunberg damit zufrieden

gibt? Im Namen der vonihr initiierten

Bewegung „Fridays for Future“

forderte die junge Schwedin in

einem offenen Brief in der britischen

Zeitung Guardian alle Davos-Teilnehmer

auf, „unverzüglich und vollständig“

sämtliche Investitionen in

fossile Brennstoffe zu beenden. Und

so treibt das Klima-Thema auch die

Finanzbranche um. Vorwenigen Tagen

sprach sich Larry Fink, Chef des

Vermögensverwalters Blackrock, für

mehr Umweltbewusstsein aus. Fink

kündigte an, sich von Anlagen trennen

zu wollen, die mehr als ein Viertel

ihrer Einnahmen aus der Kohleproduktion

erwirtschaften.

Konkurrenz für Kipping und Riexinger

Janine Wissler und Jan Korte könnten für den Vorsitz der Linkspartei kandidieren

und Bernd Riexinger sind diese

acht Jahre im Juni vorbei. Allerdings

verlautet selbst aus dem Lager

ihrer Kritiker, womöglich

könne sie oder er vielleicht doch

länger amtieren. Im Zweifel wäre

das wohl eher

Kipping, die politisch

gerade

sehr aktiv ist,

sich aber noch

nicht erklärt

hat.

Das dürfte

sie wohl im

März nach der Janine

geplanten Strategiekonferenz

Wissler

in Kassel tun.

Wissler ist seit 2008 Abgeordnete

im hessischen Landtag und dort

Fraktionsvorsitzende.Überdies ist sie

seit 2014 eine der stellvertretenden

Parteivorsitzenden, hat es in der

chronisch polarisierten und aufgeheizten

Partei aber stets vermocht,

sich nicht allzu deutlich auf eine Seite

zu schlagen. Wohl auch deshalb sind

DPA

ihreErgebnisse auf Parteitagen meistens

sehr gut.

Nicht zuletzt Wissler wird zugeschrieben,

dass die Linke bei den vorangegangenen

hessischen Landtagswahlen

stets klar über fünf Prozent

lag.

Freilich verharren

die hessischen

Grünen

fest in der

schwarz-grünen

Koalition. Viel

Jan

Korte

DPA

spricht dafür,

dass dies auf absehbare

Zeit so

bleibt. Die fehlende

Machtperspektive

könnte dazu führen, dass

die Diplom-Politologin Wissler, die

dem trotzkistischen Netzwerk

Marx21 angehört, den Sprung nach

Berlin jetzt wagt. 2017 hatte sie auf

eine Kandidatur für den Bundestag

noch verzichtet.

Unterdessen versuchen die Reformer

in der Linken um Fraktionschef

Dietmar Bartsch, den Parla-

Mit Spannung wird auch der für

Donnerstag geplante Auftritt von

Kanzlerin Angela Merkel erwartet.

Mit dem jüngst beschlossenen Klimaschutzgesetz

müht sich die Bundesregierung,

Deutschlands ramponiertem

Ruf als Klimamusterschüler

wieder gerecht zu werden. Angekündigt

sind weitere23Premierminister,

22 Präsidenten und fünf Angehörige

von Königshäusern. Irans Außenminister

Mohammed Dschawad Sarif

sagte seine Teilnahme ab.

Überlebensfrage der Menschheit

Bundesentwicklungsminister Gerd

Müller sieht Wirtschaft und Industrienationen

in der Pflicht. „Der Klimawandel

ist die Überlebensfrage

der Menschheit. Deshalb müssen

gerade die Wohlhabenden beim Klimaschutz

vorangehen“, sagte der

CSU-Politiker der Berliner Zeitung

(Redaktionsnetzwerk Deutschland).

„Mein Appell an Davos ist: Der Veranstalter

und die teilnehmenden Organisationen

und Unternehmen

sollten sich klimaneutral stellen“,

sagte Müller.

Grünen-Fraktionschef Anton

Hofreiter warnt vor Schaufensterprojekten.

„Die Wirtschaft darf den

nötigen ökologischen Wandel nicht

oberflächig angehen“, sagte Hofreiter.

„Wer als Unternehmen verantwortlich

und vorausschauend handeln

will, muss den Klimaschutz tief

im eigenen Geschäftsmodell verankern,

Investitionen in klimaschädliche

Geschäftsbereiche drastisch zurückfahren

und stattdessen in neue,

saubere Produkte und Technologien

investieren.“

mentarischen Geschäftsführer der

Bundestagsfraktion, JanKorte,zueiner

Kandidatur zu bewegen. Bartsch

und Korte sind befreundet. Bisher

möchte der 42-jährige gebürtige

Niedersachse, der politisch seit langem

in Sachsen-Anhalt zu Hause ist,

nicht antreten. In Kortes Umfeld

wird jedoch nicht ausgeschlossen,

dass sich dies noch ändernkönnte.

Gemeinsames Papier

Dashätte wohl zur Folge,dass er seinen

Jobals Fraktionsgeschäftsführer

aufgeben müsste. Korte äußert sich

auf Anfrage nicht zu etwaigen Ambitionen.

DerJob als Parteichef gilt wegen

der zahlreichen internen Streitereien

als undankbar.

Wissler und Korte kennen sich

schon lange und haben 2019 ein gemeinsames

Papier zum Umgang mit

dem Rechtsextremismus geschrieben.

Dass beide streng genommen

Westdeutsche sind, würde nicht

mehr so sehr ins Gewicht fallen, weil

Korteschon vorüber 15 Jahren nach

Ostdeutschland zog.

Applaus für

rassistische

Witze

Sachsen-Anhalt: Kritik

nach Büttenrede

VonFelix Huesmann

Eine Büttenrede in der sachsenanhaltischen

Provinz sorgt für

Aufregung. In der Rede auf der

Prunksitzung des Narrenbundes in

Süplingen war am Sonnabend in

rassistischer Manier von „Negern“

und „Asylanten“ die Rede, wie die

Magdeburger Volksstimme berichtet.

Statt mit Protest und Widerspruch

reagierten die Zuschauer in

dem Ortsteil von Haldensleben

demnach vor allem mit Klatschen

und Johlen.

Die Zeitung veröffentlichte Auszüge

aus der Büttenrede. Der Redner

habe etwa über die Inschrift auf

dem Berliner Reichstagsgebäude

gesprochen. „Dem deutschen

Volke“ steht da. Nordafrika gehört

nicht mehr zu Deutschland. Dashaben

wir verloren“, sagte er demnach.

„Trifft ein Asylant eine Fee“,

habe ein weiterer „Witz“ begonnen.

„Die Feesagt, du hast drei Wünsche

frei. Sagt der Asylant: Als Erstes

wünsche ich mir Geld. Viel Geld für

mich, meine vier Frauen und meine

20 Kinder. Die Fee schaut ins deutsche

Gesetzbuch und sagt: Kein

Problem, bekommst du. Und

schwupps war Geld da.“

Kein Problembewusstsein

Außerdem habe der Büttenredner

erklärt, 87 Prozent der deutschen

Bürger hätten „wie früher in der

DDR“ keine Ahnung. So groß war bei

der letzten Bundestagswahl der Anteil

der Bevölkerung, die nicht die

AfD gewählt haben. Der Mann habe

auf Nachfrage jedoch behauptet,

Zuschauer reagierten auf die umstrittene

Rede mit Johlen und Klatschen.

DPA

diese Zahl sei zufällig gewählt worden,

so die Volksstimme.

Ein großer Teil des Publikums

habe mit Applaus reagiert, lediglich

leises Raunen habe sich teilweise

darunter gemischt. Der Vizepräsident

des Süplinger Narrenbundes

habe in der Büttenrede anschließend

keine problematischen Passagen

erkennen wollen. Der Vereinspräsident

finde zwar nicht alle Passagen

der Rede richtig, habe jedoch

auch kein Problem damit, wenn jemand

„Neger“ sage.

Der Inhalt der Büttenrede sei

schon seit der Generalprobe vor

mehreren Tagen bekannt gewesen.

DasPräsidium habe sie jedoch nicht

unterbinden wollen –mit einemVerweis

auf die Unterdrückung von

Meinungen in der DDR. Im Karnevalsverein

und unter den Zuschauern

habe es jedoch auch kritische

Stimmen gegeben.

Die stellvertretende Vorsitzende

der Linksfraktion im Landtag von

Sachsen-Anhalt, Eva von Angern,

forderte nun strafrechtliche Konsequenzen

für die Büttenrede. „Dagegen

muss hart vorgegangen werden,

das ist auch strafrechtlich relevant“,

sagte sie der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland) am

Montag und fügte hinzu:„Das gehört

nicht nur nicht in den Karneval. Das

gehört nirgendwohin. Auch Büttenreden

dürfen nicht alles.“

Auch auf Twitter wurde die Büttenrede

am Montag vielfach kritisiert.


Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020 5 *

·························································································································································································································································································

Politik

Warten auf den Frieden: regierungstreue Kämpfer in Libyens Hauptstadt Tripolis.

AFP/MAHMUD TURKIA

Kriegsmüde

Es gibt jetzt ein Abkommen, das die vielen Konflikte in Libyen befrieden soll. Doch wie realistisch sind die Pläne?

VonJan Kuhlmann

und Johannes Schmitt-Tegge

Seit neun Jahren tobt in Libyen

ein Bürgerkrieg –nun

will der Berliner Gipfel den

Wegzurück zu einem politischen

Prozess bahnen. Vertreten warendie

wichtigsten Mächte,die in Libyen

mitmischen. DasAbschlussdokument

enthält zahlreiche Punkte,

die zum Ende der Gewalt führen sollen.

Die Unterzeichner vermeiden

Euphorie. Sie wissen, dass die Umsetzung

des Abkommens schwer

werden wird. EinRealitätscheck.

Waffenstillstand: Die Erklärung ruft

alle Konfliktparteien auf, ihre Anstrengungen

für einen dauerhaften

Waffenstillstand zu verstärken. Ein

Ende der Kämpfe wäre die Voraussetzung

für alle weiteren Schritte.

Dabei ist jedoch vor allem fraglich,

ob der mächtige General Chalifa

Haftar dazu bereit ist. Anders als sein

Gegenspieler Fais al-Sarradsch, Chef

der international anerkannten Regierung,

weigert ersich, einen Waffenstillstand

zu unterzeichnen.

Haftar hatte im Frühjahr vergangenen

Jahres eine Offensive auf Tripolis

begonnen, wo die Sarradsch-

Regierung sitzt. Haftars selbst ernannte

Libysche Nationalarmee

(LNA) konnte seitdem zusammen

mit lokalen Verbündeten große Gebiete

unter Kontrolle bringen. Ohne

starken Druck von außen dürfte

Haftar kaum Anreiz verspüren, seine

Operation zu beenden.

Keine ausländische Einmischung: Die

Unterzeichner sagen zu, sich nicht in

den Bürgerkrieg einzumischen. Allerdings

gibt es viele unterschiedliche

Interessen und mindestens genauso

viel Misstrauen. Ein Beispiel:

Russland, Ägypten und die Vereinigten

Arabischen Emirate (VAE) unterstützen

zwar Haftar, verfolgen aber

nicht unbedingt dieselben Ziele. So

wollte Moskau den General zu einem

Waffenstillstand drängen –Ägypten

und die VAEsollen sich jedoch quer

gestellt haben. Keine Seite dürfte zudem

von sich aus anfangen, die Unterstützung

zu beenden, ohne dass

die Gegenseite dasselbe tut –sowill

Haftar einen Abzug der türkischen

Truppen, die Sarradsch unterstützen.

Die Türkei wiederum wird nur

dann abziehen, wenn Haftar keine

ausländische Hilfe mehr erhält.

Auflösung bewaffneter Gruppen:

Diese Forderung tauchte 2015 in einer

von den UN vermittelten politischen

Vereinbarung auf. Sie scheint

schwer durchsetzbar:InLibyenkonkurrierten

schon vor Haftars Angriff

zahlreiche Gruppen um Macht.

Seine Offensive hat zwar Gruppen

vereint, die vorher teils offen gegeneinander

kämpften. Ihre alten Konflikte

könnten aber neu ausbrechen,

wenn der gemeinsame Feind auf der

jeweils anderen Seite verschwindet.

BeiAuflösung einer Gruppe könnten

deren unnachgiebige Mitglieder

auch neue Bündnisse formen.

Umsetzung des Waffenembargos:

Das UN-Waffenembargo für Libyen

„Es wird ein breites Instrumentarium debattiertwerden,

was die EU tun kann. Dafür müssen

aber erst die Voraussetzungen geschaffen

werden. Die haben wir noch nicht.“

Außenminister Heiko Maas drückt die Erwartungshaltung der Bundesregierung aus.

gilt seit 2011, trotzdem verstoßen andere

Länder regelmäßig dagegen.

Mit der Berliner Vereinbarung soll

die Einhaltung nun noch stärker„auf

See, aus der Luft und an Land“ und

durch Satellitenaufnahmen kontrolliert

werden. Wirkliche Chancen

hätte das Embargo wohl erst, wenn

der UN-Sicherheitsrat die verantwortlichen

Länder bei Verstößen mit

harten Sanktionen belegen würde.

Das scheint wegen der Differenzen

im UN-Gremium unwahrscheinlich.

Rückkehr zum politischen Prozess:

Dieser soll weiter unter Federführung

der UN laufen, und zwar im

Rahmen des politischen Abkommens,

das libysche Vertreter unter

UN-Vermittlung ausgehandelt und

Ende 2015 unterschrieben hatten. Es

führte unter anderem zur Bildung

der internationalen anerkannten

Sarradsch-Regierung. Haftar und

das mit ihm Verbündete Parlament

in der ostlibyschen Stadt Tobruk erkennen

dieses Abkommen jedoch

nicht an –der General selbst erklärte

es Ende 2017 für nichtig. Es ist deshalb

eine sehr brüchige Grundlage

für einen politischen Prozess.

Schutz der Öl-Infrastruktur: Libyen

besitzt die größten nachgewiesenen

Erdölvorkommen Afrikas, und Ölsowie

Gasexporte sind heute die fast

einzig verbleibenden Einnahmequellen

des Landes. Seit 2011 werden

diese Ressourcen im Machtkampf

gewissermaßen als Geisel genommen.

Haftars Truppen und Verbündete

kontrollieren den Zugang

zu den wichtigsten Terminals. Der

Schutz der Ölfelder, Pipelines und

Exporthäfen hängt nach Einschätzung

des Vorsitzenden der Nationalen

Erdölgesellschaft (NOC) daher

direkt davon ab,obsich eineWaffenruhe

im Land dauerhaft durchsetzen

lässt und die Kämpfe enden.

Mission der Bundeswehr: Einsolcher

Einsatz ist nicht Teil des Berliner Abkommens,

wird aber diskutiert. Die

Bundeswehr könnte – zusammen

mit anderen europäischen Armeen –

einen dauerhaften Waffenstillstand

in Libyen überwachen. Doch die

Bundesregierung bremst. Sie verweist

darauf, dass dafür zunächst

einmal ein Waffenstillstand umgesetzt

werden müsste. Auch danach

würde eine solche Mission einige Risiken

bergen –ineinem zersplitterten

Land, in dem zahlreiche Milizen

um Einfluss buhlen und deren

Chaos sich Terrorgruppen zunutze

machen. (dpa)

„Der Schlüssel zum gegenseitigen Verständnis ist der Jugendaustausch“

Als ich Mitte der 80er-Jahre in

Haifa geboren wurde, gab es in

Israel noch vermehrt Stimmen, die

sich weigerten, Kontakt zu Deutschland

oder gar Deutschen zu haben.

Durchsetzen konnten sie sich nicht:

Heute verbinden 92 Direktflüge pro

Woche Israel und Deutschland. Vor

einem Jahr habe ich meinen Posten

als Sprecherin der israelischen Botschaft

in Berlin angetreten und

habe mich seitdem oft gefragt, was

sich in den letzten 30 Jahren veränderthat.

Die heutigen Beziehungen zwischen

Israel und Deutschland sind

ein komplexes und vielfältiges System

persönlicher, beruflicher und

institutioneller Beziehungen auf verschiedenen

Ebenen zwischen Menschen,

zivilgesellschaftlichen Organisationen,

Privatunternehmen,

Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen,

Hochschulen, kulturellen

Institutionen, Ministerien, Sicherheitsinstitutionen

und Staatsoberhäuptern.

Sie treten in der Gegenwart

vor dem Hintergrund einer

Geschichte auf, die unsere beiden

Nationen für immer miteinander

verbindet. Gleichzeitig gibt es vermehrt

Störmeldungen, die die Ge-

schichte von Aufarbeitung, Aussöhnung

und Zusammenwachsen zurückwerfen.

Zuletzt kam eine Studie

im Auftrag des Jüdischen Weltkongresses

zu dem Ergebnis,dass der israelbezogene

Antisemitismus in

Deutschland bei 40 Prozent liegt.

Zeitweise schien es dieses Jahr, dass

kein Monat ohne eine Attacke auf einen

Rabbi verstrich, und im Oktober

kam die erschreckende Nachricht,

dass ein deutscher Neonazi in Halle

unter betenden Juden ein Massaker

veranstalten wollte und dabei zwei

unschuldige Menschen erschoss.

Frage: Reicht Bildung?

Seit meiner Ankunft in Deutschland

wurde ich mehrmals sowohl als

israelische Diplomatin, als Jüdin, als

Enkelin von Deutschen, die in den

1930er Jahren vordem Naziterror geflohen

sind, und auch als Enkelin von

Auschwitz-Überlebenden gefragt, ob

ich glaube, dass auch in 20 Jahren

noch deutsche SchülerVernichtungslager

besuchen sollten. DerBesuch ist

wichtig und bedeutsam. Aber es

reicht nicht aus,Vernichtungslager zu

besuchen, um das Ausmaß dieses

brutalen Phänomens zu verstehen,

durch das weltweit ein Drittel aller Juden

in den von den Nazis und ihren

Gastbeitrag

Shir Gideon, Sprecherin

der Botschaft Israels in Deutschland,

über die Zukunft der Beziehungen

VonShir Gideon

TWITTER/ SHIR GIDEON

Helfern geführten Todesfabriken ermordet

wurden, und zu vermitteln,

dass ein monströses Verbrechen wie

dieses nie wieder passieren darf.

Brauchen deutsche Schüler diesen

Besuch? Die Antwort betrifft

nicht nur die israelisch-deutschen

Beziehungen, sondern ist zusätzlich

eine innerdeutsche Frage, deren Beantwortung

von der deutschen Gesellschaft

und der deutschen Regierung

gegeben werden muss, insbesondere

angesichts des zunehmenden

Antisemitismus.

Denn auch wenn die Frage der

persönlichen Schuld für die dritte

Generation nach dem Holocaust irrelevant

ist, ist die kollektiveVerantwortung

heute mindestens genauso

wichtig wie in der Zeit unmittelbar

nach Kriegsende. Die Geschichtswissenschaften

sind ein wichtiges

Scharnier zur Vermittlung dieser

Verantwortung. In erster Linie eine

akademische Disziplin, sind ihre

Forschungsergebnisse ein Mittel

zur Gestaltung einer besseren Gegenwartund

Zukunft. Eine gleichermaßen

tragende Rolle fällt der politischen

Bildung zu, die dazu beitragen

soll, einen belastbaren Demokratiebegriff

zu entwickeln und

aufrechtzuerhalten.

Das geschieht aber nicht nur

durch Lehrbücher oder Museumsbesuche.

Umein komplexes Demokratieverständnis

und dessen Relevanz

für die Gesellschaft als Ganzes

zu vermitteln, ist eine Auseinandersetzung

mit dem dunkelsten Kapitel

der Menschheitsgeschichte unumgänglich.

DerBeschlagnahmung des Eigentums

von deutschen Bürgern mit jüdischer

Abstammung und ihre organisierteVernichtung

sind Dämonisierung,

soziale Ausgrenzung, Rechtsverweigerung

und die Aberkennung

der Staatsbürgerschaft vorausgegangen.

Die Konzentrations- und Vernichtungslager

liefern nach wie vor

ein greifbares Bild eines unvorstellbaren

Ausmaßes an Bösem und Grausamkeiten,

zeugen aber nicht zuletzt

von einem zuvor fehlenden soliden

Konzept von Demokratie, geringer

sozialer Verantwortung für Minderheiten

sowie abgeschaffter Menschen-

und Bürgerrechte.

Die deutsch-israelischen Beziehungen

haben sich im Schatten des

Holocaust gebildet und entwickelt.

Um eine bessere und stabilere Zukunft

zu erschaffen, müssen wir danach

streben, gemeinsame Erfahrungen

zu etablieren. Zum einen sollten

sie die Vergangenheit verarbeiten,

aber gleichzeitig zeitgemäß dem Israel

und dem Deutschland des dritten

Jahrtausends entsprechen. Der

Schlüssel hierzu ist der Jugendaustausch,

der zum gegenseitigen Verständnis

beiträgt, Stereotypen beseitigt

und Toleranz fördert, was sich positiv

auf beide Gesellschaften auswirken

wird.

Dadurch könnte sichergestellt

werden, dass die Beziehungen weiterhin

ein Anker sind, der Israel und

Deutschland verbindet, dass sie auf

Partnerschaften und gemeinsamen

Werten als auch auf Interessen basieren

und damit beiden Völkern einen

echten Mehrwert bieten.


6 Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020

·························································································································································································································································································

Wirtschaft

DAX-30 in Punkten

21.10.19

MÄRKTE

▲ 13539,53 (+0,10 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

21.10.19

Euro in US-Dollar

21.10.19

Stand der Daten:20.01.2020 (16:45 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

20.1.20

▼ 65,05 (–0,46 %)

20.1.20

▼ 1,1085 (–0,21 %)

Quelle

aus DAXund MDAX vom20.01.zum Vortag

20.1.20

Qiagen 32,38 +4,49 WWWWWWWWWWW

Rheinmetall 107,85 +2,96 WWWWWWWW

Hochtief 120,20 +2,74 WWWWWWW

ProSiebenSat.1 13,40 +2,25 WWWWWW

CTS Eventim 60,05 +2,21 WWWWWW

Rational 729,50 +2,10 WWWWWW

Verlierer

aus DAX und MDAX vom 20.01. zum Vortag

Commerzbank 5,17 WWWWWW –2,25

DeliveryHero 68,46 WWWWWW –2,20

Deutsche Bank NA 7,43 WWWWWW –2,15

Lufthansa vNA 14,98 WWWWW –1,77

Zalando 46,30 WWWWW –1,72

DialogSemic. NA 43,97 WWWWW –1,63

Leitbörsen imÜberblick

52-WochenHoch/Tief 20.01. ±%z.17.01.

Euro Stoxx 50 (EU) –0,28

3814/3094 3797,74

CAC 40(FR) – 0,41

6110/4820 6075,66

S&P UK(UK) – 0,28

1562/1363 1543,54

RTS (RU) +0,53

1652/1152 1646,47

IBEX (ES) –0,27

9710/8409 9655,60

Dow Jones (US) +0,17

29374/24244 29348,10*

Bovespa (BR) +0,69

118564/89409118364,40

Nikkei (JP) +0,18

24116/20111 24083,51

Hang Seng (HK) –0,71

30280/24900 28800,63

Stx Singap. 20 (SG) +0,04

1673/1464 1672,50

Tagesgeld Zins p.a. für Beträge

Kundenkontakt ab 1€ 5.000€ 50.000€

Renault Bank direkt */**

renault-bank-direkt.de 0,45 0,45 0,45

Advanzia **

advanzia.com - 0,30 0,30

Akbank

akbank.de 0,26 0,26 0,26

PSA Direktbank **

psa-direktbank.de 0,25 0,25 0,25

RaboDirect **

rabodirect.de 0,25 0,25 0,25

ING *

ing.de 0,25 0,25 0,25

Postbank

postbank.de 0,01 0,01 0,01

Santander

santander.de 0,01 0,01 0,01

Targobank

targobank.de 0,01 0,01 0,01

Commerzbank

069/98660966 0,00 0,00 0,00

Berliner Sparkasse

030/86986969 0,01 0,01 0,01

Berliner Volksbank

030/30633300 0,001 0,001 0,001

Mittelbrandenburgische Sparkasse (Online)

mbsdirekt.de 0,001 0,001 0,001

Sparda-Bank Berlin

030/42080420 - 0,001 0,001

BBBank

bbbank.de 0,00 0,00 0,00

Mittelwert von 85 Banken 0,09 0,09 0,09

*Neukunden /Neuanlagen

** Einlagensicherung 100.000 Euro

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Edel- &NE-Metalle (Freitag),

Baudarlehen (Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung

Die Bahn sucht Mitarbeiter–und stelltaucheinigeehemalige Langzeitarbeitslose ein.

Von Rasmus Buchsteiner

Betriebe nutzen nach einer Studie

des Deutschen Gewerkschaftsbundes

(DGB) befristete Arbeitsverträge

vorallem zur Erprobung vonBeschäftigten.

Diemit Abstand am häufigsten

genannten Gründe seien das

sogenannteScreening oder die Erprobung

von Beschäftigten. Zudem würden

Befristungen mit dieser Begründung

tendenziell zunehmen, heißt es

inderUntersuchung,diedemRedaktionsNetzwerkDeutschland

(RND) vorliegt.

42ProzentderbefragtenUnternehmen

hätten 2018 beim Betriebspanel

des Forschungsinstituts der Bundesagenturfür

Arbeit (IAB) entsprechende

Angabengemacht. „Dazu kommen

noch 2 Prozent von Betrieben, die

Neue Perspektiven

Zehntausende Ex-Langzeitarbeitslose haben wieder einen regulären Job.Der Staat zahlt Zuschüsse

Von Rasmus Buchsteiner

Ich bin zufrieden“, sagt Mike

Jordan. „Und ich bin happy,

dass ich hier eine Chance bekommen

habe.“ Der47-Jährige

mit den breiten Schultern steht an

Gleis 7des Berliner Ostbahnhofs. Er

trägt Arbeitshandschuhe,dazu Blaumann

und eine orangefarbene

Warnweste.Seine Aufgabe ist es,den

Bahnhof sauber zu halten. Das bedeutet:

Müll aufsammeln, Toiletten

reinigen, den Boden wischen. Seit einigen

Wochen nun hat Jordan diesen

Job. Es ist sein erster nach mehr als

fünf Jahren Arbeitslosigkeit, nach

mehr als fünf Jahren Leben mit

HartzIV.

Das alles liegt nun hinter ihm.

Undauch hinter fast 42000 Männern

und Frauen, die über Jahre hinweg

keine Chance auf einen sozialversicherungspflichtigen

Job und von

ihrem Jobcenter allenfallsdannund

wann eine Fördermaßnahme angeboten

bekamen –aber nichts mit Tariflohn

und zu regulären Konditionen.

Mit dem sozialen Arbeitsmarkt

wollte die große Koalition –insbesonderejedoch

die SPD –neue Perspektiven

für Langzeitarbeitslose

schaffen.

Hinter alledem verbirgt sich ein

Kombilohnmodell. Bedeutet: Der

Staat zahlt Lohnkostenzuschüsse.

Im ersten Jahr liegen diese je nach

Fördervariante bei 75 oder 100 Prozent,

später sinken sie ab. 4Milliarden

Euro hat die Bundesregierung

MEHR ARBEITSLOSE DURCH HANDELSHEMMNISSE

Jobs fehlen: Ein geringes

Wachstum der Weltwirtschaft

dürfte die Zahl der

Arbeitslosen nach neun Jahren

Stabilität erstmals wieder

in die Höhe treiben. Die

Weltarbeitsorganisation

(ILO) rechnet für 2020 weltweit

mit 2,5 Millionen mehr

Arbeitslosen als im vergangenen

Jahr.Das entspreche

der Zahl der jungen Menschen,

die neu auf den

Arbeitsmarkt kommen. Es

würden nicht genügend neue

Jobs geschaffen, um die

Menschen zu beschäftigen.

Rückgang in Europa: Entgegendem

weltweiten Trend

geht die Zahl der Arbeitslosen

in Nord-, Süd- und Westeuropa

noch einmal zurück –

von15,6 Millionen im vergangenen

Jahr auf 15,3 Millionen

im laufenden Jahr,

wie die ILO schreibt. Handelshemmnisse

und Protektionismus

könnten aber bedeutende

Folgen haben,

warnt die Organisation. Im

kommenden Jahr werde die

Zahl in dieser Region wohl

auf 15,4 Millionen Arbeitslose

steigen.

Über die Probezeit hinaus

DGB: Viele Betriebe befristen Verträge nur deshalb, weil sie Arbeitskräfte testenwollen

Problem mit Jugendlichen:

Die ILO schätzt, dass bei

weltweit 5,7 Milliarden Menschen

im arbeitsfähigen Alter

(ab 15 Jahren) in diesem

Jahr 188 Millionen Menschen

arbeitslos sind. Zusätzlich

hätten 165 Millionen

Menschen nicht genügend

bezahlte Arbeit. Insgesamt

dürften 267 Millionen

jungeMenschen zwischen

15 und 24 Jahren weder in

Arbeit noch Ausbildung

sein –eine Zahl, die die

Weltarbeitsorganisation „erschütternd“

nennt.

dafür bereitgestellt. Die rechtliche

Grundlage, das sogenannte Teilhabechancengesetz,

ist nun seit einem

Jahr in Kraft. 500 Millionen Euro sind

bereits ausgegeben.

Arbeitsminister Hubertus Heil

nutzte einenOrtstermin am Montag

am Berliner Ostbahnhof, um Bilanz

zu ziehen. Kaum verwunderlich: Aus

Sicht des SPD-Politikers ist das Ganze

einErfolg.

Menschen, so seine Botschaft, die

sehr lange arbeitslos gewesen seien,

bekämen nun eine geregelte Beschäftigung.

Arbeit statt Arbeitslosigkeit

zu finanzieren, darum soll es

gehen.

70 Prozent der Unternehmen, die

geförderte Jobs in diesem Rahmen

anbieten, seien übrigens Privatfirmen

und nicht Kommunen oder gemeinnützige

Träger.„MitCoachings

und Lohnkostenzuschüssen unterstützen

wir die Unternehmen dabei“,

sagt der Minister. Arbeit gebe

Struktur und Anerkennung und sorge

für soziale Kontakte.Sie sei„mehr

als Broterwerb“.

hauptsächlichbefristen, weil sie glauben,

das würde die Motivation der Beschäftigten

steigern“, heißt es in der

Untersuchung. Damit würden knapp

45 Prozent der Unternehmen durch

befristete Arbeitsverträge bestehende

gesetzliche Möglichkeiten ausnutzen,

um Beschäftigteüberdie Probezeit hinaus

zu testen und zu „motivieren“.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie

Buntenbach sagte, die Leidtragenden

vonBefristungen seiendie Beschäftigten.„DieChancenaufAufstiegund

ein

gutes Einkommen sinken, während

das Risikofür Armutund Arbeitslosigkeit

steigt“, sagte sie. Schwarze Schafe

bei sachgrundlosen Befristungen seien

große Unternehmen mit mehr als

250 Mitarbeitern. „Die Befristungen

dienendazu,dasPersonalzuerproben

undzuflexibilisieren“,kritisierteBuntenbach.„Dasist

aber durch eine hierzulande

im europäischen Vergleich

ohnehin schon lange Probezeit jetzt

schon gesetzlich möglich, dazu

braucht es keine Befristungen.“

Laut DGB-Untersuchung hatten

2018 rund 3,2 Millionen Menschen

einenbefristetenArbeitsvertrag–doppelt

so viele wie 1996. Fast jede zweite

Neueinstellung erfolge befristet, heißt

es in der Expertise.Kurzfristige Befristungen

mit weniger als einem Jahr

Dauer machen demnach 56 Prozent

aller aktuellen Befristungen aus. Bei

21,2 Prozent geht es um zwölf Monate

bis zwei Jahre.

Die DGB-Studie verweist auf eine

geringereArbeitszufriedenheit bei befristet

Beschäftigten. 2018 hätten sich

lediglich knapp 6Prozent von ihnen

bewusst für ein befristetes Arbeitsver-

FOTO: DANIEL BOCKWOLDT/DPA

Mike Jordan sieht das alles ganz

ähnlich. Der gelernte Maurer wollte

raus aus HartzIV. „Ich habe vieleBewerbungen

geschrieben. Aber als alleinerziehender

Vater hatte ich es

schwer, habe viele Absagen bekommen“,

berichtet er. Und was noch

hinzukam: Jordan erkrankte, erlitt

unter Epilepsie. Schließlich machte

er eine Umschulung zum Gebäudereiniger

–und bekamvom Jobcenter

den Tipp, esdoch mal bei der Bahn

zu versuchen.

Nunsteht Jordan an Gleis 7, nicht

nur mit Heil, sondern auch mit Konzernpersonalvorstand

Martin Seiler.

Der Manager hat bereits angekündigt,

dass die Männer und Frauen,

die nun in Berlin, Köln und Wanne-

Eickel im Zugedieses Jobprogramms

bei der Bahn tätig sind, sicherlich

auch übernommen werden. ZumindestunterderVoraussetzung,dasses

keine größeren Schwierigkeiten gebe.

Um17Beschäftigte geht es da.

Angesichts von205 000 Mitarbeitern

im gesamtenKonzernist die Zahl allerdings

vergleichsweise gering. Die

vonchronischem Arbeitskräftemangel

geplagte Bahn sieht ihr Engagement

gegen Langzeitarbeitslosigkeit

vorallemals Beitrag zur Übernahme

gesellschaftlicher Verantwortung.

Der Vorstand der Bundesagentur

für Arbeit, Daniel Terzenbach, befand:

„Der soziale Arbeitsmarkt

funktioniert.“ Allerdings seien immer

noch rund 700000 Menschen

von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen.

hältnis entschieden. Laut Untersuchung

betreffen nur auf einen bestimmten

Zeitraum angelegte Jobs vor

allem deutsche Arbeitnehmer zwischen

25 und 40 Jahren mit Abschluss

in AusbildungoderStudium.

Beibefristet Angestellten ist das Risiko,

arbeitslos zu werden, den Angaben

zufolge viermal so hoch wie bei

Beschäftigten mit unbefristetem Vertrag:

„Ein häufiges Abwechseln zwischen

befristeter Beschäftigung und

Arbeitslosigkeit ist mit hohen Risiken

verbunden,bishinzueinemAbdriften

ins Hartz-IV-System, wenn Anwartschaftszeiten

fürs Arbeitslosengeld

nicht gesammelt werden können.“

Laut Koalitionsvertrag vonUnion und

SPD sollen sachgrundlose Befristungen

künftig per Gesetz eingeschränkt

werden.

VW will jetzt

doch Batterien

aus China

Kooperation mit Hersteller

Guoxuangeplant

Von Jan-Henrik Petermann

In Salzgitter stelltVWauch selbst Batteriezellen

her.

FOTO: JULIAN STRATENSCHULTE/DPA

D erchinesischeBatteriehersteller

Guoxuan verhandelt mit Volkswagen

über eine mögliche Zusammenarbeit.

Es solle generell um Technik,

Produkte und Kapital gehen,

hieß es am Montag in einer Mitteilung

des Unternehmens. Beide SeitenhättenaberbisherkeineEinigung

auf eine spezifische Kooperation, deren

Methoden und Inhalte sowie

Preise und andereAspekte erzielt.

VW hatte die Gespräche mit Guoxuan

bereits am vergangenen Freitag

nicht kommentieren wollen. Der

deutsche Konzernwill seine Elektroautoflotte

in den kommenden Jahren

stark ausbauen, dafür –zumindest

auf mittlere Sicht –aber vor allem

eigene Komponenten statt externer

Zulieferungen einsetzen.

Guoxuan erklärte,essei keine Verpflichtung

oder andere Regelung für

eineZusammenarbeitmitdenWolfsburgernunterschrieben

worden. „Es

herrscht bedeutende Unsicherheit

über die genannten Angelegenheiten“,

hieß es in einem Bericht, wonach

Volkswagen einen 20-prozentigen

Anteil an der Firma erwerben

und damit nach Gründer Li Zhen

zweitgrößter Eigner werden wolle.

China hat als wichtigster Automarkt

der Welt eine enorme Bedeutung

für VW.Allein in diesem Jahr will

der Konzern mit seinen Joint-Venture-Partnern

im Land mehr als

4Milliarden Euro ausgeben –40Prozent

davon sollen in die E-Mobilität

fließen. Ziel ist es,imJahr 2025 in China

1,5 Millionen Elektroautos ausliefernzukönnen.

DasAutogeschäft hatte sich in der

Volksrepublik zuletzt deutlich abgekühlt,

auch aufgrund des insgesamt

nicht mehr ganz so hohen Wirtschaftswachstums.Der

VW-Konzern

kamdabeiimVergleichzumanchanderem

Hersteller noch relativ gut

weg: Im vergangenen Jahr konnten

die Auslieferungen der Konzernmarken

im Reich der Mitte noch einmal

leicht um 0,6 Prozent auf insgesamt

4,234 Millionen Autos zulegen. Das

entspricht mittlerweile fast 40 Prozent

der weltweiten Verkäufe.

Weil deutsche Hersteller bisher

stark von Batteriezellenlieferanten

aus Ostasien abhängig sind, will VW

künftig vorallem auf eigene Bauteile

setzen. Vondiesem Frühjahr an baut

das Unternehmen mit dem schwedischen

Partner Northvolt eine Zellfertigung

in Salzgitter auf. Eine Pilotanlage

läuft dort bereits. In Braunschweig

startete zudem schon die

erste von zwei Produktionslinien für

eigeneBatteriesysteme.UnddasVW-

Werk Kassel verantwortet große Teile

der Elektroantriebe.

Bis die eigenen Komponenten

weltweit in großen Mengen bereitstehen,

dürfte es aber noch dauern.

Der Ausbau weiterer Kooperationen

könnte daher ein Zwischenschritt

sein. Der1998 gegründete,mittelgroße

Hersteller Guoxuan sitzt in Hefei

in der Provinz Anhui, wo Volkswagen

in einem Joint Venture mit dem chinesischen

Autobauer JACelektrische

Autos bauen will. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020 7

·························································································································································································································································································

Wirtschaft

Sono kann

weiter E-Autos

bauen

Crowdfundingkampagne

bringt 50 Millionen Euro

Von Thomas Magenheim

Die Botschaftist kurz, aber sie hat

es in sich: „Wir haben es geschafft“,

hat das Münchner Elektroauto-Start-up

Sono Motors am Wochenende

verkündet. Zwei Tage vor

Ablauf einer letzten Fristam20. Januar

füreineungewöhnlicheGeldsammelaktion

sind die benötigten

50 Millionen Euro zusammengekommen.

Ohne diese Summe wäre das

ambitionierte Vorhaben, ein mit Solarzellen

bestücktes Elektroauto in

Seriezubauen,beendet gewesen.

Die Sono-Macher hatten sich zuvormit

traditionellen Investoren zerstritten,weildie

denKursder beiden

Gründer Jona Christians und Laurin

Hahn nicht mitgehen wollten. Das

Duo pocht darauf, ihr Auto mit dem

Markennamen Sion unter strikt

nachhaltigen Kriterien inEuropa zu

bauen und nur Zuliefererzuzulassen,

die sich Nachhaltigkeitskriterienverpflichten.MöglicheGeldgeberhatten

dagegen eine möglichst billige Produktion

verlangt.

Zwei Welten waren aufeinandergeprallt

mit Renditeinteressen traditioneller

Investoren aufder einen Seite

und dem Ökoziel,ein selbstladendes

und zum Verleihen ausgelegtes

Elektroauto zu bauen, das den Verkehrreduziert,auf

der anderen Seite.

Weil Hahn und Christiansdabeiauch

vier Jahre nach der Sono-Gründung

recht kompromisslosgeblieben sind,

stand das Unternehmen Ende 2019

plötzlichohneInvestoren da.50Millionen

Euro mussten schnell her,um

Gerätschaften für die geplante Serienproduktion

im schwedischen

Trollhättan zu kaufen und Serienprototypen

zu bauen.

Vorhabendrohte zu scheitern

Als letzter und verzweifelt anmutender

Wegblieb nur noch eine Crowdfundingkampagne

im Internet.

Möglichst viele der 11600 Vorbesteller

eines Sion sollten dazu gebracht

werden, ihr 25500 Euro teueres

Elektroauto vorab voll zubezahlen.

Parallel wurde im Internet um

private Darlehen geworben.

Die Kürze der Zeit und Höhe der

Investitionssumme schienen das

Vorhaben aber scheitern zu lassen.

Doch Sion-Käufer sind weniger mit

Kunden von VW und Co. zu vergleichen,

sondern eher mit denen des

US-Elektropioniers Tesla. WasUnternehmenund

Kunden verbindet, istin

diesem Fall vorallem auch eineIdee.

Dennoch wären die 50 Millionen

Euro nicht erreicht worden, hätten

zwei Sono-Altaktionäre nicht noch

10 Millionen Euro nachgeschossen.

Dashabendie Beteiligungsfirma Wiventure

und das Familienoffice

ELFH Holding in den letzten Tagen

getan. Gut 40Millionen Euro haben

Sion-Kunden beigesteuert, die sozu

Sono-Investoren gewordensind.

Dafür haben Hahn undChristians

sich imGegenzug verpflichtet, ihre

Gewinnbezugsrechte komplett an

einen Pool abzutreten, ausdem jetzigeUnterstützerschöpfenkönnen,sobald

Sono profitabel wird. Bis dahin

ist es trotz des jetzigen Finanzierungserfolgs

noch einlangerWeg.

Continental-ChefElmar Degenhartmit

einem Sion. Conti liefertden Antriebsstrang

des Autos. FOTO: CHRISTOPHE GATEAU/DPA

Malaysia schickt Plastikmüll zurück

Von Frank-Thomas Wenzel

Die malaysische Regierung

kämpft verbissen gegen

den Import von ungewolltem

Plastikmüll. Geradewurdenmehrals4000Tonnenin

Industriestaaten zurückgeschickt.

Weitere Retouren stehen an. Wir erläutern,

was beim Recycling von

Kunststoff schiefläuft.

Woher stammt der Plastikabfall?

Nach Angaben der Regierung

wurden von insgesamt 150 Containern43nach

Frankreich und 42 nach

Großbritannien zurückgeschickt.

Die USA, Kanada, Spanien, Portugal

und Litauen sind weitere Empfängerstaaten.

DerAbfall war in den vergangenen

gut drei Monaten ins Land

gelangt. Es dürfte sich um Kunststoffmüll

minderer Güte handeln, der für

illegale Recyclingfirmen bestimmt

war. Die Kosten für die Rücktransporte

werden von den Importeuren

und den Frachtunternehmen getragen.

Deutsche Firmen sind nicht betroffen.

Indes kündigte Malaysias

Umweltministerin YeoBee Ying an,

dass bis Mitte des Jahres weitere

110 Container in ihre Herkunftsländer

zurückgeschickt werden.

Wie ist der illegale Handel mit dem

Müll möglich?

Vor allem wegen mangelnder

Transparenz und Kontrollen sowohl

in den Ausfuhr- als auch in den Einfuhrländern.

Ferner ist der Transport

per Schiff billig. Hinzu kommt, dass

es eine riesige Grauzone gibt: Malaysia

spielt im globalen Geschäft mit

Plastikabfällen eine wichtige Rolle.

Bestimmte Stoffe werden, wenn sie

sortenrein und sauber sind, für mehrere

Hundert Dollar pro Tonne gehandelt

–der bekannteste ist PET, aus

dem unter anderem Getränkeflaschen

gemacht werden. Es sind weitgehend

Abfälle,die in Unternehmen

angefallen sind, die Kunststoffprodukte

herstellen. Doch es ist auch viel

gemischtes und verunreinigtes Plastik

im Umlauf. Selbst das vorschriftsmäßige

thermische Verwerten in

Müllverbrennungsanlagen ist teuer.

Deshalb suchen Entsorger billige

Wege, um die Reststoffe loszuwerden.

Kontrollen haben gezeigt, dass

immer wieder Plastik vermischt mit

Restmüll von Privathaushalten –etwa

ausden USA –nach Malaysia exportiertwird.

Warum landet der Kunststoff ausgerechnet

in Malaysia?

Jahrelang importierte China große

Mengen. Daswurde vorzweiJahren

von der dortigen Regierung gestoppt,

weil es für sie mittlerweile

schwer genug ist, den eigenen Plastikmüll

zu entsorgen. DieStröme des

Abfalls haben sich seither unter anderem

nach Indonesien, Hongkong

und Malaysia verschoben. Häufig

legt der Müll weite Wege über mehrere

Staatenzurück. In denImportländerngibt

es eine große Zahl nicht genehmigter

Recyclinganlagen. Diese

sortieren häufig den verkäuflichen

Von Alexander Sturm

Die Mieten bei Neuverträgen

sind in Deutschland zum Jahresende

2019 nicht weiter gestiegen.

Im vierten Quartal hätten die

Durchschnittsmieten bei neu abgeschlossenen

Verträgen gemessen

am Vorquartal stagniert, teilte der

Immobilienspezialist F+B am Montag

mit.

Im Vergleich zum vierten Quartal

2018 beobachtete die Firma, die

Städte und Gemeinden bei der Aufstellung

von Mietspiegeln berät,

leichte Rückgänge von 0,3 Prozent.

Der Abfall wurde illegal vor allem aus europäischen Ländern importiert

Arbeiter öffnen einen Container voller nicht recycelbarer Kunststoffe,der von den BehördenimWesthafen

in Klang,Malaysia,festgesetztwurde.

FOTO: VINCENT THIAN/DPA

F+B-Geschäftsführer Bernd Leutner

sieht darin eine zunehmende

Marktberuhigung.

DieZahlen bedeuten aber nicht,

dass Mieter nun aufatmen können:

Die Neuvertragsmieten signalisieren

die Richtung am Immobilienmarkt,

bilden aber nur einen kleinen

Teil ab. Inbestehenden Verträgen

stiegen die Mieten laut F+B weiter:

Die Bestandsmieten kletterten

im vierten Quartal um 0,4 Prozent

zum dritten Quartal und um

1,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Die Immobilienpreise stiegen

unterdessen viel stärker als die

HIESIGE VERWERTER UNTER DRUCK

Preise sinken: Harte Zeiten für hiesige

Kunststoffrecycler.Nach Angaben des Branchendiensts

Euwid sind die Preise für Plastik

als Sekundärrohstoff in den vergangenen Monaten

stark gesunken. Vongewaltigen Herausforderungen

in diesem Jahr ist die Rede.

Es werde keine schnelle Trendumkehr geben.

Firmen hätten teilweise den Einkauf bestimmter

Qualitäten gestoppt. Vorallem sortenreine

Produktionsabfälle stünden unter

Druck. Das Angebot an neuem Kunststoff ist

groß, zugleich ist der Absatz insbesondere in

der Autoindustrie eingebrochen.

Rohstoff fehlt: Viele Autozulieferer haben

die Fertigung zurückgefahren. Das drückt

auch das Preisniveau für wiederverwerteten

Kunststoff. Ein weiteres Problem ist, dass die

Kunden Ware verlangen, die mit dem Blauen

Engel versehen ist. Das Umweltzeichen wird

aber nicht für Abfälle aus der Produktion,

sondernnur fürRezyklate vergeben, die zu

80 Prozent aus tatsächlich gebrauchten Produkten

bestehen. Es soll Recyclingfirmen geben,

die für Produktionsabfall mittlerweile Zuzahlungen

verlangen. Und einigeVerwerter

sollen bereits auf der Kippe stehen.

Neuvertragsmieten steigen nicht mehr

Immobilienfachleutesehen leichte Beruhigung desMarkts

Sekundärrohstoff heraus und verbrennen

den Rest unter unzulänglichen

Bedingungen, in vielen Fällen

landeterauchaufnichtgenehmigten

Deponien. DieHinterlassenschaften

können ins Meer und die Nahrungskettegelangen.LautUmweltministerin

Yeo wurden zuletzt mehr als 200

illegale Recyclingfirmen in ihrem

Land dichtgemacht. Die Politikerin

hat dem Müllschmuggel den Kampf

angesagt: Malaysia dürfe nicht zum

„Mülleimer der Welt“ werden.

Exportiertauch Deutschland Plastikabfall

nach Malaysia?

Ja. Die Mengen sind zuletzt sogar

stark gestiegen. Laut Statistischem

Bundesamt wurden in den ersten

neun Monaten 2019 „Direktausfuhren“

von135000 Tonnen gezählt, das

entspricht einer Steigerung um

27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Wobei noch Müll in unbekannter

Menge hinzukommt, der über Umwege

in das Land gelangt. Insgesamt

führten deutsche Firmen in den drei

Quartalen 784000 Tonnen „Altkunststoffe“

aus –mit einem Wert vonfast

240 Millionen Euro. Wobei der allergrößte

Teil tatsächlich legal wiederverwertet

wird. Aber Nichtregierungsorganisationen

finden immer

wieder auf malaysischen Müllkippen

Verpackungen von deutschen Konsumgütern–wie

Behälter für Flüssigwaschmittel.

Branchenkenner vermuten,

dass diese über verschlungene

Wege und Umwege von Herstellern

oder Händlern kommen. Der

Naturschutzbund schätzt, dass überdies

jährlich etwa 4000 Tonnen Reststoffe

aus gelben Säcken und gelben

Tonnen in Malaysia landen. Zugleich

wurden von Januar bis September

2019 nach Deutschland 356000 Tonnen

Plastikabfall im Wert von

108 Millionen Euro eingeführt. Dieser

wurde entweder recycelt, verbrannt

oder weitertransportiert.

Lässt sich der Müllexport überhaupt

eindämmen?

Umweltorganisationen machen

sich dafür stark, zumindest die Ausfuhr

von Plastikabfällen minderer

Qualität zu verbieten, da die Gefahr

bestehe,dassderMüllinLändernmit

geringeren Entsorgungsstandards

nicht recycelt, sondern verbrannt

oder deponiert werde. Mit einem

Verbot würden negativeökologische

Folgen dortverringertund die Kreislaufwirtschaft

mit Sortier- und Recyclinganlagen

in den HerkunftsländerninSchwung

gebracht. Einwichtiger

Schritt ist dabei, dass mehr als

160 Staaten sich im Frühjahr mit der

AktualisierungdessogenanntenBasler

Übereinkommens darauf geeinigt

haben, dass Ausfuhren vom nächsten

Jahr an strenger geregelt werden:

Sowohl die Behörden des exportierenden

als auch die des importierenden

Landes müssen der Verschiffung

des Abfalls zustimmen. Gleichwohl

sollen die gefragten sortenreinen Sekundärrohstoffe

weiterhin global frei

gehandelt werden. Daraus werden

unter anderem Komponenten für die

Automobilindustrie gefertigt.

Mieten – wie schon seit Jahren.

Eigentumswohnungen verteuerten

sich im vierten Quartal um 5,4 Prozent

binnen Jahresfrist und Einfamilienhäuser

um 3,8 Prozent. F+B

beobachtet bei den Käufern aber

einen Wandel: Internationale

Großanleger zögen sich teils aus

Deutschland zurück. Ein Grund sei

die unübersichtliche und kaum kalkulierbare

Mietenregulierung, die

sich auch je nach Bundesland

unterscheide. Für die kräftigen

Preisaufschläge seien vor allem

Käufe aus dem Inland verantwortlich,

etwa von Immobilienkonzernen,

Fonds, reichen Privatanlegern

und Selbstnutzern.

Leutner warnte vor einem „Herdeneffekt“:

Schon öfter hätten

deutsche Investoren verzögert auf

internationale Kapitalmarktrends

reagiert und spät Immobilien geoder

verkauft. „Besonders prozyklisch

agiert die öffentliche Hand,

die ihreBestände aus heutiger Sicht

zu Spottpreisen verkaufte,umdiese

nun mit enormen Aufschlägen teils

wieder zurückzukaufen –teilweise

auf einem Preisniveau, auf dem private

Kaufinteressenten längst ausgestiegen

sind“, sagte Leutner.

NACHRICHTEN

Gewerkschaft Ufo setzt

Streikvorbereitungen aus

Beider Lufthansa droht vorerst nun

doch kein Streik der Flugbegleiter.

DieGewerkschaft Ufobrach am

Montag ihreVorbereitungen für den

Arbeitskampf ab.Zuvor hatte das

Unternehmen einen neuen Vorstoß

zur Lösung des Tarifkonflikts unternommen.

„Wir sind mit einer Lösungsinitiativeauf

die Ufozugegangen“,

erklärte eine Sprecherin. Ursprünglich

hatte UfoamMittwoch

einenStreik ankündigen wollen.

ZumInhalt der Annäherung machten

beide Seiten keine Angaben, da

noch Details ungeklärtseien. Die

Gespräche waren zuletzt an der Frage

gescheitert, ob man die Mediation

tariffremder Fragen einer

Schlichtung vorschalten sollte. (dpa)

Bundesbank: Stagnation

zum Jahresende

DiedeutscheWirtschaftist nach

Einschätzung der Bundesbank Ende

2019 nicht mehrgewachsen.„Die

deutsche Wirtschaftsleistung blieb

im letzten Quartal 2019 wohl insgesamt

unverändert“, heißt es im am

Montag veröffentlichten Monatsbericht

der Notenbank. Auftrieb sei

nach wie vorvon der Binnenwirtschaft

gekommen.„Demgegenüber

hieltdie Abwärtsbewegung in der exportorientierten

Industriean.“ Allerdings

sehen die Ökonomen zunehmend

Anzeichen dafür,dasssich das

verarbeitende Gewerbe stabilisieren

könnte.Sohabe sich die Auftragslage

nicht weiter eingetrübt. (dpa)

Gastgewerbe

steigert Umsatz

Preiserhöhungen schreckten Kunden

2019 nicht ab. FOTO: IMAGO IMAGES

Hoteliers und Gastwirte in Deutschland

haben im November 2019 bessereGeschäfte

gemachtals ein Jahr

zuvor.Bereinigt um Preiserhöhungen

(real) verbuchten sie ein Umsatzplus

von1,9 Prozent, wie das

Statistische Bundesamt am Montag

mitteilte.Nominal stiegen die Erlöse

um 4,7 Prozent. Auch im Vergleich

zum Vormonat verbesserten sich die

Umsätze. VonJanuarbis November

2019 setzte die Branche real 0,9 Prozent

mehr um als im Vorjahreszeitraum.

Einschließlich Preiserhöhungen

(nominal) lag das Wachstum bei

3,4 Prozent. Für die Statistik werden

Betriebe im Hotel- und Gaststättengewerbe

berücksichtigt, die auf

einen Umsatz vonmindestens

150000 Euro im Jahr kommen. (dpa)

Keine neuen

Rekorde am Himmel

Im deutschen Luftraumhat es im

vergangenen Jahr weniger Verkehrsflüge

gegeben als ein Jahr zuvor.Erstmalsseit

2013 sei die Zahl derkontrollierten

Flugbewegungen mit

3,334 Millionengesunken, berichtet

die Deutsche Flugsicherung am

Montag. Daswaren 0,4 Prozent weniger

als im Jahr 2018. Dierückläufige

Tendenz hatte zur Jahresmitte

eingesetzt. DieZahlen für Starts und

Landungengingen besonders an den

Regionalflughäfen (minus 3,1 Prozent)

zurück, was mit der Geschäftsaufgabe

kleinerer Airlineszutun hat.

DieZahl derÜberflüge sank um

0,5 Prozentauf 1,29 Millionen. (dpa)


8 Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020

·························································································································································································································································································

Meinung

Libyen

ZITAT

Die EU und ihre

nächsten Schritte

Damir Fras

fordert, das Schicksal der Flüchtlingenicht

außer acht zu lassen.

Die Berliner Libyen-Konferenz bietet

den Europäern eine Chance, sich

endlich um die untragbaren Zustände in

ihrer Nachbarschaft zu kümmern. Zu

viele Jahrehat die EU dem Krieg in Libyen

nur zugesehen. Sie ließ zu, dass Flüchtlingslager

entstanden, in denen Menschen

gefoltertwerden. Siehat es sogar als

einen Erfolg verkaufen wollen, dass es

eine Zusammenarbeit mit der libyschen

Küstenwache in Migrationsfragen gibt.

Nun soll alles anders werden. Die verfeindeten

Lager in Libyen sollen die Waffenruhe

halte nund keineWaffen aus dem

Ausland mehr bekommen. Wird es endlich

Frieden geben? Nein, so weit ist es

noch lange nicht. Die Berliner Libyen-

Konferenz markiert allenfalls den Beginn

eines langen Prozesses, dessen Ende ungewiss

ist.

Es gibt noch viele Fragen.Warumsollte

der libysche General Haftar jetzt Ruhe geben?

Er hat bereits einen Großteil des

Landes unter seiner Kontrolle. Warum

sollte Russland im UN-Sicherheitsrat einer

Überwachung von Waffenembargo

und Waffenstillstand durch eine Mission

der Vereinten Nationen zustimmen? Präsident

Putin hat schon mehrfach bewiesen,

dass ihm die Durchsetzung eigener

Interessen wichtiger ist als gemeinschaftliches

Vorgehen.

DieEUhat aber dennoch eine Chance.

Bevor sie Soldaten nach Libyen entsendet,

sollte sie ihre Marine-Mission „Sophia“

wieder aufleben lassen, um Schiffbrüchige

im Mittelmeer zu retten. Sie

müssen dann aber auch in der EU aufgenommen

werden. Das dürfte das größte

Problem werden. Den Weg zum Frieden

am Konferenztisch zu skizzieren ist einfacher

als Flüchtlinge ins eigene Land zu

lassen.

Linke

Ewiger Streit ums

Spitzenpersonal

Markus Decker

hält es fast für zweitrangig,wer die

Partei künftig führt.

Fünf Monate vordem Parteitag der Linken

kommt das Personal-Karussell in

Gang. Denkbar scheint neuerdings, dass

die Vorsitzenden Katja Kipping oder

BerndRiexinger im Amt bleiben. Denkbar

ist aber auch, dass sich die hessische Fraktionsvorsitzende

Janine Wissler und Bundestagsfraktionsgeschäftsführer

JanKorte

zu einer Kandidatur aufraffen.

Unddoch sind die handelnden Personen

am Ende zweitrangig. Letztlich entscheidend

ist, ob die Partei- und Fraktionsvorsitzenden

an einem Strang ziehen.

Das taten sie bisher nicht. Vielmehr fanden

in der Ära Sahra Wagenknecht wilde

und unansehnliche Kämpfe vor allem

zwischen ihr und Kipping statt. Auch vorher

gab es in der Linken chronische Streitereien

von einer Länge und Intensität,

die sich keine andere imBundestag vertretene

Partei leistet.

Im Übrigen ist es so,dass der vonmanchen

in der Partei behauptete Gegensatz

zwischen der arbeitenden Bevölkerung auf

dem Land und den akademischen Milieus

in den Städten gar nicht zwingend existiert.

Die Linke könnte die Vertretung beider

Gruppen durchaus unter einen Hut

bringen. Sie müsste sich nur mal auf gemeinsame

Botschaften konzentrieren,

statt Gegnernstets Argumente frei Haus zu

liefern. An der Spitze eines zerstrittenen

Haufens,als der sich die Linke zuletzt darbot,

verschleißt sich jedenfalls das beste

Spitzenpersonal. Ohnehin sollte Konsens

sein, dass Gewählte die Positionen der Partei-

und Fraktionsmehrheit vertreten müssen,

dafür aber auch Loyalität verdienen.

Eine Selbstverständlichkeit, die nur dummerweise

in der Linken nicht immer

selbstverständlich ist. Die linke Losung

„Das Team ist der Star“ –das wäremal was.

Davos bemüht sich um Klimaneutralität.

Investiere in die Frauen und du bekommst

dein Geld zurück. Im Grunde

könnte man die neue Studie des Deutschen

Wirtschaftsinstitutes mit diesem

einen Satz beschreiben. DieWissenschaftler

haben sich mit den Kosten eines ehrgeizigen

Projektes der großen Koalition beschäftigt:

Bis2025 sollen alle Grundschulkinder bis zur

vierten Klasse einen Anspruch auf einen

Ganztagsplatz haben. Dass das Milliarden

kosten wird, ist schon lange bekannt. Die

Kosten waren ja per se schon als Gegenargument

zu den Plänen angeführt worden, jenseits

vonallen pädagogischen oder sozialpolitischen

Vorzügen oder Nachteilen der

Ganztagsbetreuung.

Die neue Studie legt nun dar, dass die

Steuereinnahmen im Gegenzug auch steigen

werden. Weil Frauen dann ganztags arbeiten

können und entsprechende Steuern

und Abgaben entrichten. Denn es sind ja

auch im 21. Jahrhundertvor allem die Mütter,

die zu Hause bleiben, wenn Kinder

kommen. Später kehren sie allenfalls in

Teilzeit auf den Arbeitsmarkt zurück,

schon allein, weil Kitas und Horte oft zu

früh schließen. Eine große Karriere machen

dann logischerweise die wenigsten.

Daher verdienen Frauen im Schnitt deutlich

weniger als Männer, haben geringere

Renten, ein größeres Armutsrisiko. Zynisch,

aber logisch.

Investiere inFrauen und du bekommst

dein Geld zurück. Der Effekt ist bekannt,

man kennt ihn aus den Projekten, mit denen

in den sogenannten Entwicklungsländern

Bildung, Gesundheit und Wohlstand gefördertwerden

sollen. Wasdie Erwerbstätigkeit

von Frauen betrifft, ist Deutschland – gemeint

ist hier der Westen –erst seit wenigen

Jahrzehnten kein Entwicklungsland mehr.Es

Am kommenden Montag würdigen wir

wieder und in aller Form die vielen Zehnmillionen

Opfer des nationalsozialistischen

Deutschland. Proklamierthatte den Gedenktag

Bundespräsident Roman Herzog (CDU)

1996, und das mit der Zustimmung aller (damals)

im Bundestag vertretenen Parteien.

Vorher war kein Präsident auf eine solche Idee

gekommen; und da wir in einer repräsentativen

Demokratie leben, muss man sagen: 50

lange Jahre fehlte es den Deutschen mehrheitlich

an Reife, Einsicht und Kraft, in klarer

Form an die Jahre des Mordens und der

Schande zu erinnern. Aber 1996, nach dem

Ende des Kalten Krieges,der auch dieVergangenheit

eingeeist hatte,war es endlich so weit.

Herzogs präsidiale Setzung entsprach dem

vorherrschend gewordenen Willen der Deutschen,

der volonté générale.

Der damalige Bundespräsident wählte

den Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers

Auschwitz, den 27. Januar 1945.

Auch das war ein kluger, nicht selbstverständlicher

Akt. In Auschwitz ermordeten

Deutsche etwa eine Million Juden;

Auschwitz steht zudem für den unbeschreiblichen

Terror, mit dem die deutschen Besatzer

die christliche Bevölkerung Polens verfolgten;

schließlich befreiten Rotarmisten

diese Stätte des abgrundtief Bösen, also sowjetische

Soldaten, deren Land gleichfalls in

ungeheurem Ausmaß Opfer deutscher Aggression

geworden war. Nicht zuletzt steht

Auschwitz für die Notwendigkeitund Legitimität

des gerechten Krieges.

Ganztagsbetreuung

Rechnet

sich

Christine Dankbar

meint, dass man den Ausbau vonHort- und Kitaplätzen nicht

als sozialpolitische Maßnahme missverstehen sollte.

ist janoch gar nicht so lange her, dass die

Hausfrauenehe der Standard war. Es wird

viel darüber gesprochen und geschrieben,

ob die umfassende Kinderbetreuung in der

früheren DDR den Kinder geschadet hat

oder nicht. Man kann aber ruhig auch einmal

thematisieren, dass die Rundum-Betreuung

durch nicht berufstätige Mütter für

die betroffenen Kinder im Westen auch kein

Zuckerschlecken war. Kein Schritt im eigenen

Zuhause ohne Überwachung. Hast du

die Hausaufgaben fertig? Wasmachst du am

Kühlschrank? Jetzt wirdnoch nicht ferngesehen!

Viele von uns sind mit 18 Jahren sofort

ausgezogen.

Das mag lustig klingen, aber wenn man

bedenkt, dass damals die eine Hälfte der

KOLUMNE

75 Jahre nach

der Befreiung

von Auschwitz

Götz Aly

Historiker

Darüber hinaus begehen wir in diesem

Jahr bis zum 8./9. Maiinvielen Gedenkschritten

den 75. Jahrestag der deutschen Kapitulation.

Es ist der Tag, an dem die Truppen der

Anti-Hitlerkoalition den deutschen Armeen,

die Europa mit dem schrecklichsten Krieg aller

Zeiten überzogen hatten, nach schweren

Verlusten das Handwerk legten. Insgesamt

hatte die Wehrmacht 19 Millionen deutsche

Männer mobilisiert, praktisch alle,die laufen

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

Bevölkerung ihren Ehrgeiz und ihre Talente

ausschließlich im Haushalt ausleben

musste, damit die andere Hälfte ungestört

Karriere machen konnte, dann bleibt einem

das Lachen doch eher im Hals stecken.

Und kommen Sie mir jetzt nicht damit,

dass es für Mütter (und heute auch ein

bisschen für Väter) doch wunderbar sein

muss, genügend Zeit fürs Kind zu haben.

WerNachwuchs bekommt, weiß, dass man

auf Jahre hinaus im Zwiespalt leben wird.

Ist man beim Kind, denkt man, man

müsste eigentlich am Arbeitsplatz sein.

Und umgekehrt. Kinder zu haben ist

klasse,aber weresals Idylle beschreibt, hat

absolut keine Ahnung davon.

DieWirklichkeit ist ohnehin viel profaner:

Beim Ausbau der Kinderbetreuung geht es

nämlich schon lange nicht mehr darum, Eltern

die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung

zu geben, indem sie berufstätig bleiben.

Es geht darum, die Strukturen der gesellschaftlichen

Realität anzupassen.

DerJob für beide,Mutterund Vater,ist für

die meisten Familien schlicht lebensnotwendig.

Bei den rasant steigenden Mieten

können Familien mit Kindern inden Ballungszentren

nur mithalten, wenn beide Elternteile

arbeiten gehen. Das heutige Rentenniveau

legt ohnehin nahe,dass jeder besser

für sich selbst vorsorgt. Undwer sich ein

bisschen mit dem Scheidungsrecht befasst

hat, rät jeder jungen Mutter, bloß nicht den

Anschluss an den Arbeitsmarkt zu verlieren.

Gleichzeitig macht es aber auch der geografische

Wandel notwendig, dafür zu sorgen,

dass man nicht regelmäßig einen großen Teil

der erwerbstätigen Generation aus qualifizierten

Jobs verliert.

Investiere in die Frauen und du hilfst dir

selber als Staat.

konnten. Die blutige Niederlage, der Zusammenbruch

Hitlerdeutschlands sollte in den

kommenden Wochen unbändige Freude wecken.

Denn, liebe Leserinnen und Leser,

schließen Siebitte die Augen und stellen sich

nur fünf schaurige Minuten lang vor, wie Europa,

ja die Welt aussähe, wenn Deutschland

diesen Krieg gewonnen hätte –ein Wunsch

übrigens, den selbst der spätere Pazifist,

Nichtnazi und widerwillig für volle sechs

Jahre eingerückte Soldat Heinrich Böll lange

Zeit hegte.StellenSie sich vor, wie unsereStraßen

hießen, welche Denkmäler auf unseren

Plätzenstünden. Wiewären wirselbst geworden?

Waslehrten unsere Schulbücher? Statt

„Harry Potter“ würden unsereKinder denTatsachenbericht

verschlingen „Ruf des Ostens.

Wie wir Lebensraum auf der Krim schufen

und 300 000 Feinde des Großdeutschen Reiches

beseitigten“. Genug. Feiern wir die Wochen

der 75. Wiederkehr der deutschen Niederlage

–der Befreiung der Deutschen von

sich selbst.

Die nun seit 25 Jahren Tradition gewordene

Gedenkrede im Deutschen Bundestag

wirddiesmal, am 29. Januar,der Staatspräsident

Israels,Reuven Rivlin, halten. In denTagen

zuvor wird Bundespräsident Steinmeier

auf Einladung Rivlins in Israel zu Gast sein

und dort sprechen. Am 27. Januar treffen

sich beide in der Gedenkstätte Auschwitz,

um dann gemeinsam nach Berlin zu reisen.

Das ist ein sehr starker Vertrauensbeweis,

dem wir uns in Zukunft würdig erweisen

müssen.

„Das Leben ist voller

Verbote, aber im

Umweltschutz ist man

immer gleich die

Spaßbremse, wenn man sie

einfordert.“

Katharina Fegebank, Spitzenkandidatin der Grünen

für die Bürgermeisterwahl in Hamburg, imInterview

mit dem Spiegel

AUSLESE

Waffenruhe

für Libyen

Die Libyen-Konferenz in Berlin hat der

Bundeskanzlerin viel Lob eingebracht.

„Die vielen positiven Reaktionen

aus der EU und anderen Ländern zeigen:

Diedeutsche Außenpolitik hat mit der Libyen-Konferenz

in Berlin tatsächlich einen

Erfolg erzielt“, schreibt der Tagesspiegel.„Deutschland

spielte bei den Waffenstillstandsverhandlungen,

bei denen alle

wichtigen Weltakteure am Tisch saßen,

eine zentrale Rolle“, meint auch die niederländische

Zeitung De Telegraaf.

Die Aussicht auf Frieden sehen viele

Zeitungen skeptisch. Der Zürcher Tages-

Anzeiger hält es für „fraglich, ob die politischen

Zusagen von Berlin auch wirklich

eingehalten werden“. Nötig seien „robuste

Mechanismen“, um eine Waffenruhe

durchzusetzen. Die Moskauer Tageszeitung

Iswestija kritisiert, dass es

nicht gelungen ist, die Vertreter der beiden

Konfliktparteien an einen Tisch zu

bringen. „Umden Konflikt beizulegen, ist

eine innerlibysche Konferenz notwendig,

bei der die beiden Kraftzentren des

Landes endlich einander zuhören.“

Die italienische Tageszeitung La Repubblica

wiederum ruft Wladimir Putin

als eigentlichen Sieger von Berlin aus:

„Indem er Haftar mit seinen Söldnern

unterstützte, esaber vermied, sich mit

offiziellen Kräften einzuschalten, gewann

er eine politische Rolle in Nordafrika

und an der südlichen Mittelmeerküste,

die die Sowjetunion verloren

hatte.“ Christine Dankbar

PFLICHTBLATT DER BÖRSE BERLIN

Herausgeber: Dr.Michael Maier.

Chefredakteur: Jochen Arntz (ViSdP).

Mitglieder der Chefredaktion: Elmar Jehn, Margit J. Mayer.

Newsdesk-Chefs (Nachrichten/Politik/Wirtschaft):

Tobias Miller,Michael Heun.

Textchefin: Bettina Cosack.

Newsroom-Manager: Jan Schmidt.

Teams:

Investigativ: Kai Schlieter.

Kultur: Harry Nutt.

Regio: Arno Schupp, Karim Mahmoud.

Service: Klaus Kronsbein.

Sport: Markus Lotter.

Story: Christian Seidl.

Meinungsseite: Christine Dankbar.

Seite 3/Report:Bettina Cosack.

Die für das jeweiligeRessortanerster Stelle Genannten sind

verantwortliche Redakteure im Sinne des Berliner Pressegesetzes.

Reporterin: Sabine Rennefanz.

ArtDirektion: Annette Tiedge.

Newsleader Regio: Stefan Henseke, Susanne Rost, Marcus Weingärtner.

Newsleader Sport: Matthias Fritzsche, Christian Schwager.

Hauptstadtredaktion: Gordon Repinski (Ltg.), StevenGeyer (Stv.).

RND Berlin GmbH, GF: UweDulias, Marco Fenske.

Autoren: Joachim Frank, Holger Schmale, Dieter Schröder,ArnoWidmann.

Istanbul: Frank Nordhausen, Moskau: Stefan Scholl,

Rom: Regina Kerner,

TelAviv: Anja Reich, Washington: KarlDoemens.

Redaktion: Berliner Newsroom GmbH, Berlin24 Digital GmbH,

Geschäftsführung: Aljoscha Brell, Alte Jakobstraße 105, 10969 Berlin

Lesertelefon: 030-63 33 11-457, E-Mail: leser-blz@berlinerverlag.com

Berliner Verlag GmbH, Geschäftsführer:Holger Friedrich, Dr.Michael Maier.

Postadresse 11509 Berlin. Besucher:Alte Jakobstraße 105,

Telefon: (030) 23 27-9; Fax: (030) 23 27-55 33;

Anzeigen: BVZ Berliner Medien GmbH, Dr.Michael Maier.

Postfach 11 05 06, 10835 Berlin;

Anzeigenannahme: (030) 23 27-50; Fax(030) 23 27-66 97

Es gilt Anzeigenpreisliste Nr.30, gültig seit 1.1.2019.

Druck: BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH,

Geschäftsführer Steffen Helmschrott

Am Wasserwerk 11, 10365 Berlin,

Internet: www.berliner-zeitungsdruck.de

Die Berliner Zeitung erscheint sechs Mal in der Woche. Bezugspreis monatlich

45,90 €einschl. 7% Mehrwertsteuer,außerhalb vonBerlin und Brandenburg

49,50 €; AboPlus, inklusiveStadtmagazin tip 54,19 €(nur in Berlin und

Brandenburg). Bezugspreis des Studentenabonnements monatlich 27,60 €,

außerhalb vonBerlin und Brandenburg 28,50 €. Das E-Paper kostet monatlich

29,99 €einschl. 7% Mehrwertsteuer.Der Preis für Studenten beträgt

monatlich 18,99 €.Im Falle höherer Gewalt und bei Arbeitskampf

(Streik/Aussperrung) besteht kein Belieferungs- und

Entschädigungsanspruch. Erfüllung und Gerichtsstand Berlin-Mitte.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder Fotomaterial

wird keine Haftung übernommen.

Die Auflageder Berliner Zeitung wird vonder unabhängigen Informationsgemeinschaft

zur Feststellung der Verbreitung vonWerbeträgerngeprüft.

Die Berliner Zeitung ist die reichweitenstärkste Abonnementzeitung Berlins

und erreicht laut Mediaanalyse 2019 in Berlin und

Brandenburg täglich 267 000 Leser.


Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020 – S eite 9 *

·························································································································································································································································································

Berlin

Goldmünzendiebstahl:

Staatsanwaltschaft

fordertlange Haft

Seite 14

Abgewiesen: Klage gegen Erweiterung des Flughafens ist gescheitert Seite 10

Ausgetanzt: Der Club Griessmuehle steht vor dem Aus. Die Betreiber wollen kämpfen Seite 12

Stadtbild

Weiser Rat

einer Leserin

Susanne Dübber

freut sich über Post von

Leserinnen und Lesern.

Über Kolleginnen und Kollegen,

die nerven, schrieb ich hier vergangene

Woche. Ob Rauchen im

Büro, verdreckte Schreibtische oder

laut klingelnde Handys –mir fiel viel

ein. Jetzt bekam ich den Brief einer

Leserin, die weisen Ratgibt.

Helene Schulzeaus Mitte schreibt

mir darin: „Wäre esnicht besser, die

Punkte, die man an dem Kollegen

nicht mag, einfach zu ignorieren, anstatt

sich vondem Tunund Nichttun

der Kollegen nerven zulassen? Die

Frage lautet: Was nervt Sie? Ich

denke,man sollte besser fragen: Wovon

lassen Sie sich nerven? Es liegt

doch immer auch an mir, wenn ein

Kollege mich nervenkann, oder besser

gesagt, wenn ich zulasse, dass er

mich nervenkann.

Sie lenken erneut die Aufmerksamkeit

der Leser darauf, sich auf

das Nerven der Kollegen zu konzentrieren.Wäreesnicht

besser,die Aufmerksamkeit

auf die positiven Seiten

der nervenden Kollegen zu legen?

Und damit sich selbst vor Energieverlust

durch Genervtsein zu schützen?

Gleichzeitig könnte man den

Kollegen trotz störender Nebensächlichkeiten,

wie Sieesnennen, weiterhin

schätzen. Klingt es nicht einfacher,

mich selbst zu ändern, als zu

versuchen, den anderen zu ändern?

Ich arbeite seit Jahren mit Menschen

in Unternehmen an genau

diesen Themen und erlebe dabei immer

wieder, wie viel leichter, freudvoller

und respektvoller der Umgang

miteinander wird, wenn die Menschen

erkennen, dass der Wegzueinem

entspannten und wertschätzenden

Miteinander in einem selbst

liegt.

Natürlich will ich damit nicht ungespültes

Geschirr neben der Spülmaschine

und Ähnliches rechtfertigen.

Ichlasse mir davon jedoch nicht

meine Freude und Energie nehmen.

Ich nutze/reserviere/erhalte/ mir

meine Energie für meine Arbeit,

meine Familie und meine Freizeit.

Versuchen Sieesauch mal so.“

Herzlichen Dank für Ihre offenen

Worte, Frau Schulze, Siehaben wirklich

recht! Sich selbst nicht als Opfer

zu sehen, macht vieles leichter.Freiherr

Knigge (1752–1796) sagt ebenfalls

Bedenkenswertes zum Thema:

„Jeder Mensch gilt in dieser Welt nur

so viel, als wozu er sich selbst macht.

EinSatz, dessen Wahrheit auf die Erfahrung

aller Zeitalter gestützt ist.

Ohne also sich zur Prahlerei und zu

niederträchtigen Lügen herabzulassen,

soll man doch nicht die Gelegenheit

verabsäumen, sich von seinen

vorteilhaften Seiten zu zeigen.“

Im Büro wird geplauscht, telefoniert, integriertund

intrigiert.

IMAGO/IKON IMAGES

Schmidt hat oft Umstrittenes umgesetzt: den Ankauf der Rigaer 101 MARKUS WÄCHTER (2) Auf die Bergmannstraße ließ er Punkte malen, um den Verkehr zu beruhigen. IMAGO

Als die Kritik zu groß wurde, ließ er die grünen Punkte durch Findlinge ersetzen. Haben auch nur kurz gestanden: die Parklets in der Bergmannstraße. BERND FRIEDEL

Der Regierende Bürgermeister

fordert Aufklärung,

die Opposition zitiert

ihn vor den Hauptausschuss

und der Rechnungshof

prüft jetzt seinen Fall: Gegen Florian

Schmidt, Baustadtrat in Friedrichshain-Kreuzberg,

eigentlich Shootingstar

der Berliner Grünen, stehen

Vorwürfe im Raum, die so schwer

wiegen, dass sie ihn Amt und Reputation

kosten könnten, sollten sie

sich bewahrheiten: Schmidt soll der

Opposition bei einem umstrittenen

Hausankauf in der Rigaer Straße 101

durch den Bezirk im Namen der

ebenfalls umstrittenen Genossenschaft

Diese EG Akten vorenthalten

haben –auch, damit Informationen

nicht an kritisch berichtende Medien

und somit an die Öffentlichkeit

gelangen. Er soll Tatsachen verschleiert

und vielleicht sogar Akten

manipulierthaben.

Sonderprüfung am Rechnungshof

KarinKlingen, Präsidentin des Berliner

Rechnungshofs, der Kontrollinstanz

der Verwaltung in Sachen Finanzen,

teilte der Berliner Zeitung

am Montag mit, der Rechnungshof

habe ein Sonderprüfungsteam

„Wohnen“ eingerichtet, das die Ausübung

der bezirklichen Vorkaufsrechte

zugunsten der Diese EG

prüfe.„DerRechnungshof wirddiese

Woche Einsicht in alle maßgeblichen

Unterlagen einfordern und dabei

auch prüfen, dass der Verwaltungsvorgang

vollständig ist.“

Die Kreuzberger SPD, Schmidts

Koalitionspartner in der Bezirksverordnetenversammlung,

machte die

Vorwürfe öffentlich, drang auf vollkommene

Offenlegung der Akten

und eine Entschuldigung von

Schmidt. Dem Regierenden Bürgermeister

MichaelMüller (SPD) ist das

nicht genug: Es handele sich um

„weitreichende, sehr schwerwiegende

Vorwürfe“ gegen Schmidt,

sagte Michael Müller der Berliner

Zeitung am Montag. „Ich erwarte

von der bezirklichen Ebene, dass

umgehend alles Notwendige zur

umfassenden Aufklärung des Vorgangs

unternommen wird.“ Zuvorderst

sei die Bezirksbürgermeisterin

Monika Hermann (Grüne) gefragt.

„Aber auch den zuständigen Parteigremien

der Grünen empfehle ich

eine gründliche Prüfung.“

Kein Freund

von Kritik

Halbwahrheiten, Manipulation, Verschleierung –die

Vorwürfe gegen Grünen-Stadtrat Florian Schmidt

Seit 2016 ist Schmidt für Bauen in Friedrichshain-Kreuzberg zuständig.

Müller ist eigentlich großer Fan

des Vorkaufsrechts und hat mehrfach

angekündigt, die Stadt „zurückkaufen“

zu wollen. Die Alleingänge

von Schmidt im Namen der Diese

EG, deren Finanzierung schon damals

gerüchteweise ungesichertwar,

kommentierte der Regierende aber

Ende November in einer Rede spöttisch

und bezeichnete Schmidt dabei

als „Mini-Mini-Robin Hood“, der

die Konsequenzen für Fehlentscheidungen

selbst zu tragen habe.

Die Senatsfinanzverwaltung erklärt

auf Nachfrage, dass das bezirkliche

Vorkaufsrecht in Berlin bisher

VonAnnika Leister

DPA

49 Mal gezogen wurde und so 1393

Wohnungen gesichert wurden. Am

häufigsten zog Schmidts Bezirk

Friedrichshain-Kreuzberg die Option:

Bei 18Aufkäufen sicherte der

Bezirk 436 Wohnungen vor dem

Übergang in private Hände ohne genügenden

Mieterschutz. Neukölln

nutzte das Vorkaufsrecht 13 Mal, sicherte

aber mehr Wohnungen als

Schmidt –478. Den dritten Platz belegen

mit sechs Hauskäufen Mitte

(228 Wohnungen) und Tempelhof-

Schöneberg(125 Wohnungen).

Dabei, betont die Finanzverwaltung,

liege die Verantwortung für das

bezirkliche Vorkaufsrecht allein

beim Bezirk –ebenso wie die finanzielle

Prüfung von Genossenschaften,

für die das Vorzugsrecht gezogen

werde. In der „weit überwiegenden

Zahl von Fällen“ gingen die Bezirke

„vernünftig und wirtschaftlich klug“

mit dem Instrument um, sodie Verwaltung.

Die FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus

beantragte am Montag

nicht nur Schmidt, sondernauchFinanzsenator

Matthias Kollatz (SPD)

am Mittwoch vor dem für Finanzen

zuständigen Hauptausschuss zum

Thema zu befragen. Die CDU erwägt,

einen Untersuchungsausschuss

einzusetzen.

Schmidt entschuldigt sich

Schmidt selbst räumte am Montag in

einer erneuten Stellungnahme in einigen

Punkten Fehler ein und entschuldigte

sich. Es sei zu zwei„formalen

Fehlern“ gekommen: Er habe der

SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung

zu spät mitgeteilt,

warum drei Akten vom Bezirksamt

nicht herausgegeben werden konnten.

Grund dafür seien aber nicht politische

Motivegewesen, sondernunter

anderem die Rechte Dritter, die

durch Veröffentlichung hätten verletzt

werden können, so Schmidt. Außerdem

hätten mehrere Parteien Akteneinsicht

erhalten –bei der FDP im

August habe er die Akten nicht durchlaufend

nummeriert herausgegeben.

Bei anderen Parteien später schon.

Durchdie unterschiedliche Nummerierung

erhob nicht nur die SPD den

Verdacht, dass es zu Manipulierungen

gekommen sein könnte.

Doch ein vonder SPD aus einer internen

Sitzungüberliefertes Zitatvon

Schmidt konterkariertdiese Behauptungen:

Dort sagte Schmidt, er habe

die Akten zurückgehalten, um zu verhindern,

dass die Inhalte vonder Opposition

„instrumentalisiert und von

einem Redakteur des Tagesspiegels

zur politischen Agitation genutzt werden“.

Schmidt bestreitet das Zitat

nicht, sondern behauptet nun, dass

er in der „hitzigen“ Sitzung lediglich

eine falsche Aussage getätigt habe.In

seiner Stellungnahme am Montag

entschuldigt er sich dafür.Seine Aussagen

seien „misslich und unangebracht

gewesen“, das Akteneinsichtsrecht

sei ein hohes Gutund „elementarfür

diedemokratische Kontrolle“.

NACHRICHTEN

Fernverkehr nach Brand

unterbrochen

Nach einem Brand unter dem Stadtbahnbogen

in Mitte ist der Regionalund

der Fernverkehr am Montagnachmittag

für etwa 90 Minuten unterbrochen

worden.Wiedie Feuerwehr

auf Twitter mitteilte,brannte es

aus noch ungeklärter Ursache unter

den Bögen am Monbijouparkinder

Nähe des Hackeschen Marktes.Laut

der Feuerwehr waren 18 Einsatzkräfte

vorOrt,die den Brand noch am Nachmittag

löschten. Menschen waren

demnach nicht gefährdet.Wieein

Sprecher der Deutschen Bahn sagte,

mussten bis zu 40 Regional- und

Fernbahnen in dieser Zeit umgeleitet

werden undhatten zum TeilVerspätung.

DieS-Bahnenseien auch während

der Löscharbeiten über den

Stadtbahnbogen gefahren. (dpa)

Amphibienfahrzeug räumt

Heiligen See in Potsdam auf

DerHeilige SeeimPotsdamer Neuen

Garten wirdseit Montag mit einem

Amphibienfahrzeug vonSeegras befreit.

Etwa 10 000 bis 15 000 Quadratmeter

Seegras hatten sich vomGrund

des Sees gelöst und treiben derzeit

auf der Oberfläche am Uferbereich,

wie die Stiftung Preußische Schlösser

und Gärten Berlin-Brandenburg

(SPSG) mitteilte.Würde es nicht entfernt,

könnte den Angaben nach unter

anderem der Sauerstoffgehalt des

Sees sinken und damit das Ökosystem

gefährdet werden.Die Entfernung

desSeegrases soll noch bis Freitag

andauern. Nach Angaben der Stiftung

gab es auch in den vergangenen

Jahren Probleme mit Seegrasauf dem

Heiligen See, jedoch in geringerem

Ausmaß. (dpa)

„Liebig 34“-Prozess wird

Ende Januar fortgesetzt

Nach mehrerenWochen geht der Prozess

um das Haus„Liebigstraße 34“ in

Friedrichshain am 30. Januar weiter.

Um einen reibungslosen Ablauf zu

gewährleisten, wurde die Hauptverhandlung

zu der Zivilklage in das Kriminalgericht

verlegt, wie eine Sprecherin

am Montag mitteilte.Beim

Prozessauftakt MitteNovember2019

war es zu tumultartigen Szenen im

Landgericht für Zivilsachengekommen.

Zwei junge Frauen hatten sich

die Kleidung vomOberkörper gerissen

und waren durch den Gerichtssaal

gestürmt. Unterstützerinnen riefen„Liebig

bleibt“. Stühle flogen

durch die Gegend. Justizbeamte

schleppten die Protestiererinnen

weg. DieZuschauer mussten den Saal

verlassen. DerEigentümer des symbolträchtigen

Hauses hatte eine Räumungsklage

eingereicht, die sich gegen

die Bewohnerinnen des„anarcha-queer-feministischen

Hausprojekts

Liebig 34“ richtet. (ls.)

Demonstration für den Erhalt der Liebigstraße

34

IMGAO IMAGES


10 * Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020

·························································································································································································································································································

Berlin

Am 31. Oktober 2020 soll der Flughafen Berlin Brandenburg,kurz BER, ans Netz gehen. Doch mit einer Anfangskapazität von 22 Millionen bis 24 Millionen Passagieren pro Jahr gilt er als zu klein. Darum entsteht ein weiteres Terminal.

BERLINER ZEITUNG/PAULUS PONIZAK

BER-Nachbargemeinden scheitern vor Gericht

Klage gegen Erweiterung des Flughafens abgewiesen. Ein anderes Verfahren, in dem es auch um den Weiterbetrieb Schönefelds geht, wird fortgesetzt

VonPeter Neumann

Die Verhandlung im Oberverwaltungsgericht

Berlin-Brandenburg

war

nicht einmal zweieinhalb

Stunden im Gange,dakündigte

sich schon eine Niederlage an. „Es

gibt ernste Zweifel an der Zulässigkeit

der Klage der Gemeinden“, sagte

Joachim Buchheister, der Vorsitzender

Richter des Sechsten Senats,kurz

nach 12 Uhr. Am Nachmittag verkündete

er das Urteil: Die Klage, die

Blankenfelde-Mahlow, Eichwalde,

Großbeeren und Schulzendorf gegen

die Erweiterung des Flughafens

BER eingereicht haben, wurde abgewiesen.

Eine Revision zum Bundesverwaltungsgericht

wurde nicht zugelassen.

Über eine weitereKlage zu

dem Thema wirdweiter verhandelt.

Der Rohbau des BER-Terminals

T2 ist fertig, nun wirdamAusbau gearbeitet.

Wenn alles gut geht, stehen

in dem spartanisch wirkenden

Zweckbau ab Ende Oktober 2020 voraussichtlich

zwölf Check-in-Schalter

zur Verfügung –dringend benötigte

Zusatzkapazität für den BER.

Eurowings, Norwegian und andere

Billigflieger werden das Terminal

nutzen. Doch die vier Anwohnergemeinden,

die sich in der Schutzgemeinschaft

Umlandgemeinden

Flughafen Schönefeld zusammengeschlossen

haben, und der Bürgerverein

Brandenburg-Berlin (BVBB)

bewerten den Baudes T2 kritisch.

Sie sehen das Terminal, das dem

BER Zusatzkapazität von sechs Millionen

Passagierepro Jahr verschafft,

im Zusammenhang mit dem geplanten

weiteren Ausbau des neuen

Schönefelder Flughafens. 2040 soll

der BER jährlich 58 Millionen Fluggäste

abfertigen können –sosieht es

der Masterplan der Flughafengesellschaft

FBB vor. Doch für diesen Plan,

der auf T2 aufbaut, hätte es ein Planfeststellungsverfahren

geben müssen,

an dem auch die Gemeinden zu

beteiligen wären, so die Gemeinden.

Zudem habe es für das T2 keine Umweltverträglichkeitsprüfung

gegeben.

Auch der Bürgerverein wehrt

sich gegen die Salamitaktik der FBB.

Verein muss nun allein kämpfen

Wieberichtet haben die Gemeinden

und der Verein gegen die 31. Änderung

des BER-Planfeststellungsbeschlusses,der

den Baudes Terminals

ermöglicht, Klage eingereicht. „Zudem

hat der BVBB bei der Kreisverwaltung

Dahme-Spreewald gegen

die Baugenehmigung Widerspruch

eingelegt“, so Rechtsanwältin Franziska

Heß, die den Bürgerverein vertritt,

am Montag während des ersten

Verhandlungstages im Oberverwaltungsgericht.

Wenn die Klage ge-

Zahl der Fluggäste

an Berliner Flughäfen (Tegel und Schönefeld) in Millionen

22,2

2010

23,9

2011

25,2 26,2

2012

2013

27,9

2014

29,5

32,8 33,3

2015 2016 2017 2018 2019

„Wir haben die Klage

sehr ernst gemeint.

Vondem Bau des Terminals T2

sind die Gemeinden und

ihre Bürger durchaus betroffen.“

Michael Schwuchow (SPD),

Bürgermeister der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow

34,7 35,6

BLZ/GALANTY

wonnen wird, wäre auch die Baugenehmigung

hinfällig –und das Terminal

dürfte erst einmal nicht geöffnet

werden. Bevoresans Netz gehen

kann, wären Teile des Planänderungsverfahrens

zu wiederholen.

Seit dem am Montag ergangenen

Zwischenurteil ist allerdings klar,

dass der Verein seine Interessen im

Oberverwaltungsgericht nun allein

vertreten muss. Während der BVBB

als anerkannte Umweltorganisation

eine Klagebefugnis besitzt, wie das

Gericht bestätigte, mussten die Gemeinden

nachweisen, dass sie in ihrenRechten

verletzt worden sind. So

sehr sich die Rechtsanwälte Franz

Günter Siebeck und Markus Hofmann

anlässlich mehrere Nachfragen

des Vorsitzenden Richters auch

bemühten: Es gelang ihnen nicht.

Er sehe nicht, dass die 31. Änderung

des Planfeststellungsbeschlusses

die Planungshoheit und dasWohnungseigentum

der Kommunen beeinträchtigt,

so Buchheister. Zwar

könnte Fluglärm ein Negativfaktor

sein. Doch beim Bau des Terminals

T2 gehe es darum, dass der BER mehr

Passagiere abfertigen kann. „Fluglärm

entsteht durch Flugbewegungen,

nicht durch Fluggäste“, sagte der

Gerichtspräsident. Er bezog sich auf

die Zahl von 360 000 Starts und Landungen

pro Jahr, von der im BER-

Planfeststellungsbeschluss die Rede

ist. Es sei nicht absehbar, dass der

Wert überschritten und der Lärmzunehmen

werde.

Kommt die dritte Startbahn?

„Wir haben die Klage sehr ernst gemeint“,

sagte Michael Schwuchow,

Bürgermeister von Blankenfelde-

Mahlow. DerBau desT2sei der erste

von mehreren Schritten, die Kapazität

des BER zu erweitern. „Davon

sind die Gemeinden und ihreBürger

durchaus betroffen.“ Er befürchtete,

dass die Belastung immer weiter zunimmt:

Irgendwann werde dann

eine dritte Start- und Landebahn als

notwendig erscheinen, so der SPD-

Politiker. Planer Dieter Faulenbach

da Costa, der den Bürgerverein berät,

kritisierte das Urteil:„Es zeigt das

Dilemma der Gemeinden.“ Siebekämen

keine Chance,den BER-Ausbau

aufden Prüfstand zu stellen.

An diesem Dienstag wird die Verhandlung

im Oberverwaltungsgericht

fortgesetzt. Der Bürgerverein

klagt auch gegen die 27. Änderung

des Planfeststellungsbeschlusses.

Sieerlaubt es,den jetzigen Flughafen

Schönefeld weiter zu betreiben.

Peter Neumann

würde sich wundern, wenn

der Bürgerverein gewinnt.

Das Wirtschaftswunder von Schönefeld

Der Flughafen wird bis zu 70 000 Arbeitsplätze sichern, sagen Ökonomen. Am BER wird der Probebetrieb vorbereitet

VonPeter Neumann

Heimlich, still und leise hat Anfang

Januar eine weitere Phase

auf demWegzur Eröffnung des Flughafens

BER in Schönefeld begonnen.

In Vorbereitung des Probebetriebs,

der im Aprilstarten soll, machen sich

Beschäftigte der Flughafengesellschaft

FBB und deren Partner mit

den Anlagen vertraut. Schilder, die

seit kurzem amBahnhof Flughafen

Schönefeld stehen, leiten sie zu den

Bussen, die sie zum BER fahren.

„Wir sind in den Schulungsprozess

eingestiegen“, bestätigte FBB-

Chef Engelbert Lütke Daldrup am

Montagabend beim ersten Wirtschaftsgespräch

am neuen Flughafen,

zu dem mehr als 130 Teilnehmer

zum Willy-Brandt-Platz am BER gekommen

waren. Dortging es darum,

wie viele Arbeitsplätzeder Flughafen

Hier lang zur BER-Schulung: Schild am Bahnhof Flughafen Schönefeld

PETER NEUMANN

tem gebe es am BER viel Raum für

Wachstum

München und andere Beispiele

zeigten, dass Flughafenregionen ein

„Magnet für Hochqualifizierte“

seien, sagte Lehrs Ko-Autor Oliver

Rottmann, Professor an der Universität

Leipzig. Das fördere Innovationen

in der regionalen Wirtschaft. Für

international tätige Unternehmen

sei die Nähe zu einem Flughafen zudem

ein wichtiger Standortfaktor.

„Wir sind uns klar: Die Entwicklung,

von der wir hier sprechen, ist

davon abhängig, dass der BER tatsächlich

aufmacht“, sagte der Flughafenchef.

Doch er sei zuversichtlich,

dass der Flugbetrieb am 31. Oktober

2020 beginnt. „Wir haben fast alles

fertig, und zwar richtig fertig“, betonte

Lütke Daldrup. Nur zwei Themen

seien übrig geblieben: Für die Sicherheitskabel

und die Sicherheits-

schaffen und sichern wird. Zwei

Wirtschaftswissenschaftler aus Leipzig

stellten die Ergebnisse ihrer Studie

zu diesem Thema vor.

Derzeit sichereder Luftverkehr in

Tegel und Schönefeld insgesamt

rund 40 000 Vollzeitarbeitsplätze,

sagte Thomas Lehr vom Beratungsunternehmen

Conoscope. Davon

befinden sich 18 000 auf den Flughäfen.

Für 2035, wenn der BER anderthalb

Jahrzehnte in Betrieb ist, sei mit

insgesamt 60 000 bis 70 000 Arbeitsplätzen

zu rechnen. Die Zahl der direkten

Vollzeitstellen werde sich

mehr als verdoppelt haben – auf

38 400.

Er wies darauf hin, dass diese Zahl

konservativ geschätzt sei. „Es wird

spannend sein zu sehen, wie sie sich

tatsächlich entwickelt“, sagte Lehr.

Er erwarte einen „Niveausprung“.

Anders als im jetzigen Flughafensysstromversorgung

müssten die Prüfung

im März 2020 abgeschlossen

werden. Auch bei den Dübeln, für die

Bescheinigungen einzuholen sind,

seien Fortschritte zu verzeichnen.

Jan Eder, Hauptgeschäftsführer

der Industrie- und Handelskammer

(IHK) Berlin, mahnte den baldigen

Ausbau der Abfertigungskapazität

an. „Der BER ist zu klein geplant, das

kann nicht so bleiben.“ Er warnte

den Berliner Senat und die Brandenburger

Landesregierung davor, die

nächtliche Ruhezeit am BER auszuweiten.

Sicher war es eine „Eselei“,

den Flughafen stadtnah zu bauen, so

Eder. Doch jede weitere Einschränkung

der Betriebszeiten bedeute,

dass der BER insbesonderefür Interkontinentalverbindungen

unattraktiv

wird. „Eigentlich“, so der Wirtschaftsvertreter,„bräuchten

wir eine

24-Stunden-Betrieb am BER.“


Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020 11

· ·

·······················································································································································································································································································

Berlin

Initiative für

besetzte

Gebäude

Unterstützung für

„Kein Haus weniger“

Mit Unterstützung prominenter

Persönlichkeiten aus Kunst

und Kultur will die Initiative „Kein

Haus weniger“ in Berlin für den Erhalt

vonalternativen Haus- und Kulturprojekten

kämpfen.

Zu den Unterzeichnern gehören

nach Angaben vom Montag unter

anderem die Autorinnen Elfriede Jelinek

und Sibylle Berg, Choreographin

Sasha Waltz, Sängerin Nina Hagen,

Tocotronic-Sänger Dirk von

Lowtzow, Regisseur Leander Haußmann,

Journalist Günter Wallraff

und die Intendanten Thomas Oberender

(Berliner Festspiele), Thomas

Ostermeier (Schaubühne) und René

Pollesch (künftig Volksbühne).

„Ohne seine alternativen Hausund

Kulturprojekte wäre Berlin lediglich

die Stadt, in der mal die

Mauer stand. Tausende Menschen

finden in Hausprojekten bezahlbaren

Wohnraum ohne Angst vor Verdrängung

haben zu müssen; Menschen,

die anderswo diskriminiert

werden, finden hier ein sicheres Zuhause.

Die Häuser und Projekte bieten

zudem eine elementar wichtige

Infrastruktur für ihre Nachbarschaften.

Hier finden sich Räume für

Mietberatungen, politische Vernetzung,

kulturelle Veranstaltungen

und Orte zum Verweilen ohne Konsumzwang.“,

heißt es in dem Aufruf

der Initiativen aus dem Zivilleben.

„Sie wäresozial, politisch und kulturell

um Vieles ärmer.“ Stadtmarketing,

Ferienwohnungsplattformen

und Immobilienkonzerne bedienten

sich der Berliner Subkultur „für den

Verkauf eines rebellischen

Images“.Die Initiatoren fordern einen

Bestandsschutz für soziale und

kulturelle Projekte sowie einen

Schutz vorVerdrängung für Kleingewerbe.(dpa)

Auch Choreografin Sasha Waltz setzt sich

für die Initiative ein.

DPA

Die Metropolenbibliothek

Neue Studien zeigen, dass das Raumprogramm der ZLB einen gewaltigen Neubau erzwingt

VonNikolaus Bernau

Seit 40 Jahren wird über den

Neubau für die Zentral- und

Landesbibliothek (ZLB) debattiert.

Nunist man wieder

so weit, wie man Mitte der 1980er-

Jahreschon einmal war:Esgibt nach

einem komplizierten und von der

ZLB mit großem Engagement betriebenen

„Dialogverfahren“ drei neue

städtebauliche Machbarkeitsstudien

für eine Erweiterung der 1954

eingeweihten Amerika-Gedenkbibliothek

(AGB) am Halleschen Ufer.

Seit dem Spätsommer des vergangenen

Jahres haben Architekten,

Landschafts-, Verkehrs- und Bibliotheksplaner,

aber auch interessierte

Bürger vor allem aus Kreuzberg über

Modellen, Studien und Plänen für das

große Gelände zwischen Zossener

Straße,Waterloo-Ufer am Landwehrkanal,

Blücherplatz und Blücherstraße

gesessen. Dass die weite Wiese

hin zur Zossener Straße Baulandreserve

für die Bibliothek ist, steht zwar

seit den 80er-Jahren fest. Aber wie soll

künftig mit dem vorzüglichen Bau

der AGB umgegangen werden, der

unter Denkmalschutz steht, mit den

davor gelegenen Grünflächen und

der verkehrsreichen Blücherstraße?

Undvor allem, wohin sollen die etwa

38 000 Quadratmeter gewuchtet werden,

die die ZLB als künftige „Metropolenbibliothek“

plant?

Modelle im Rohzustand

1954 eingeweiht: die Amerika-Gedenkbibliothek. BLZ

Seit dem Jahr 1980 wird

die Erweiterung der Amerika-Gedenkbibliothek

am

HallschenUfer gefordert,

die seit 1996 mit der

Stadtbibliothek an der

Breiten Straße Hauptstandortder

BerlinerZentralund

Landesbibliothekist.

Das Wettbewerbsergebnis

EIN LANGER WEG

von87fiel den Sparrunden

der 90er zum Opfer. 2013

scheiterte ein Projekt für

das Tempelhofer Feld. Nun

sollwieder an der AGBgebautwerden.

Öffentliche

Bibliotheken sind seit etwa

2000eineder wichtigsten

Kultur-Bauaufgaben. Berühmt

wurden seither etwa

die Neubauten in Seattle

(Architekt Rem Koolhaas/

OMA, 2004), Amsterdam

(JoCoenen, 2007), Birmingham

(Mecanoo,

2013), Aarhus (Schmidt

Hammer Lassen 2016), Tianjin

(MVRDV2017) oder

Helsinki (ALA Architects

2018).

Heraus gekommen sind drei städtebauliche

Varianten, die von den Planern

der Büros Urban Catalyst

GmbH, David Chipperfield Architects

Berlin und LK Argus bearbeitet wurden.

In der einen wird die Amerika-

Gedenkbibliothek seitlich eingefasst

von sie deutlich überragenden Baukörpernentlang

der Blücherstraße,in

der anderen ergänzt um einen zunächst

flacheren, dann zur Zossener

Straße hin bis zu einem veritablen

Turm ansteigenden Baukörper, der

den Blücherplatz um einen hofartigen

Nebenplatz erweitert. Und dann

gibt es noch die Lösung mit einem

einzeln stehenden, ungewöhnlich

massigen und hoch ragenden Baukörper

an der Ecke Zossener Straße

und Waterloo-Ufer.

Wohlgemerkt: Das sind keine

Entwürfe, sondern Massenstudien.

Bedauerlicherweise wurden die Modelle

dazu im Rohzustand belassen,

was die kommende Debatte erheblich

belasten dürfte. Soerscheinen

die Baumassen nämlich noch gröber

verteilt, also sie schon sind. Auffällig

ist auch, dass die zeitweilig als denkbar

bezeichnete Erweiterung des

ZLB-Geländes über die Blücherstraße

hinaus auf eine Ecke des bisherigen

Friedhofsgeländes offenbar

passé ist.

Immerhin zeigen die Modelle genau,

wohin nach demWillen vonZLB,

Bezirksamt und Senatskultur- und

Senatsbauverwaltungen die Reise gehen

soll: Zu einem auch baulich gewaltigen

Kulturzentrum, dass sich in

seinen Proportionen eher an den hohen

Wohnhäusern nördlich des

Landwehrkanals als an die Mietskasernenstadt

im westlichen Kreuzberg

anschließt. Dabei ist das Raumprogramm

für die ZLB unter ihrem DirektorVolker

Heller bereits massiv zusammengestrichen

worden – beim

Wettbewerb für das dann amTempelhof-Referendum

gescheiterten Projekt

waren 2013 noch 51 000 Quadratmeter

gefordert worden. So sollen

Baukosten gespartwerden.

Im Großen und Ganzen bestätigen

diese drei Modelle aber, was

schon die Ergebnisse des vergangenen

Schinkel-Wettbewerbs 2018 vermuten

ließen: Das Raumprogramm

für diese „Metropolenbibliothek“ ist

immer noch sehr umfangreich, die

zur Verfügung stehenden Grundstücke

müssen massiv bebaut werden,

um es zu fassen. Dasliegt wesentlich

daran, dass die ZLB bisher plant, in

diesen Neubau auch eher auf die unmittelbare

bezirkliche Umgebung

ausgerichtete Aufgaben wie etwa Arbeitsräume

für Nutzer –sogenannte

Maker-Spaces –, Lernzimmer für

Schüler oder Spezialabteilungen wie

etwa das Berlin-Forschungszentrum

sowie die gesamte Verwaltung mit

unterzubringen.

Beispiel Birmingham

Kultursenator Klaus Lederer betonte

in seiner Stellungnahme zu dem Projekt

sogar ausdrücklich, dass die

neue ZLB „die Vision einer mit der

sozialräumlichen Umgebung interagierenden

und integrativ wirkenden

Bildungs-, Kultur- und Begegnungsstätte“

verwirklichen soll.

Aber die Institution ZLB ist vorallem

eine Gesamtberlinische. Methodisch

folgen die Planer denn auch

weiter dem Beispiel etwa von Birmingham

oder Amsterdam. Verworfen

wird dagegen bisher das Vorbild

etwa der Public Library New Yorks

oder der sensationellen neue Hauptbibliothek

Oodi in Helsinki.

Diese konnten stadträumlich

auch deswegen relativ bescheiden

bleiben, weil etwa die Büros der Mitarbeiter

oder ganze Spezialabteilungen

an andereStandorte ausgelagert

blieben. Kurz:Eskann davon ausgegangen

werden, dass die öffentliche

und die politische Debatte um den

ZLB-Neubau neues Feuer gewinnt.

Hilfe für

obdachlose

Familien

Neue Notunterkunft ist

meistens ausgelastet

Die Notunterkunft für wohnungslose

Familien in Heiligensee

wurde seit ihrer Einrichtung im

Mai2019 vonknapp 100 Familien genutzt.

Vonden insgesamt 342 Menschen

waren 180 Kinder. Das teilte

der Senat anlässlich eines Besuchs

von Sozialsenatorin Elke Breitenbach

(Die Linke) und Familiensenatorin

Sandra Scheeres (SPD) in der

Einrichtung am Montag mit.

Träger der „Notübernachtung für

wohnungslose Familien am Bärensprung“

ist das Evangelische Jugendund

Fürsorgewerk, sie gehörtzum Diakoniezentrum

Heiligensee. Die Einrichtung

bietet Schlafplätze für 44

Personen. „Mit dieser Einrichtung

konnten wir die Zahl der Plätze für

wohnungslose Familien mehr als verdoppeln“,

sagte Breitenbach. Eine

weitere Notunterkunft für Familien

gibt es Kreuzberg, sie bietet 30 Plätze

in der Wrangelstraße.Nutzen können

das Angebot Familien mit mindestens

einem minderjährigen Kind,

aber auch schwangere Frauen mit

Mutterpass, die entweder schon obdachlos

sind oder kurz vor der Obdachlosigkeit

stehen. Jede Familie bekommt

in der Notübernachtung ihr

eigenes Zimmer und kann Hilfsangebote

des Diakoniezentrums nutzen.

„Wir sehen es hier als unsereAufgabe,

den Familienverbund wieder

zusammenzubringen“, sagte Leiterin

Jana Stritzke. Eltern und Kinder

sollten hier die Möglichkeit bekommen,

aus dem Krisenmodus wieder

in ihre Rollen zurückzufinden. Die

Einrichtung ist laut Stritzke meistens

ausgelastet, ein Aufenthalt dauere

im Durchschnitt drei Wochen. Die

genaue Zahl der Obdachlosen in

Berlin ist nicht bekannt, Schätzungen

schwanken zwischen 6000 und

10 000. (mrg.)

Ein Platz für Familien und ein Schutz vor

der Obdachlosigkeit.

DIAKNOISCHES WERK

DieZukun beginnthier

Messe Ausbildung &Karriere

14. &15. Februar 2020

9–16 Uhr

Cafe Moskau

Karl-Marx-Allee 34

10178 Berlin

Eintritt

kostenlos.

BERLIN

MESSEN


12 Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020

·························································································································································································································································································

Berlin

Beliebt über die Grenzen der Stadt hinaus: Die Griessmuehle bietet ein alternatives Programm zum Berliner Nachtleben.

BERLINER ZEITUNG/SABINE GUDATH

Überragende Subkultur

Mit dem Neuköllner Technoclub Griessmuehle steht ein weiterer hochgelobter Berliner Szene-Ort vor dem Aus. Die Betreiber wollen kämpfen

VonMechthild Henneke

Am Sonntagnachmittag ist

die Party am Neuköllner

Schifffahrtskanal noch

nicht vorbei. Stephan war

nur kurz was essen und ist jetzt zurück

zum Technoclub Griessmuehle

gekommen. Der Rollstuhlfahrer

fährt die Zufahrtsstraße zu dem

Kubus entlang, durch dessen

Wände Beats wummern. „Für mich

ist das hier ein Ort der Entfaltung –

transportiert durch die Musik und

die Vibes“, sagt er und steigert sich

noch: „Die Griessmuehle ist einfach

wahre Berliner Subkultur.“

Der 41-Jährige Stadtführer kommt

seit Jahren in den Club und verfolgt

mit Sorge, was aus einem seiner

Lieblingsorte wird.

Wenn es schlecht läuft, ist in

knapp zwei Wochen die Musik aus.

Am 31. Januar endet der Mietvertrag

für die Szenelocation, die in

Medien weltweit hochgelobt wird.

Der britische Guardian nennt sie

einen Ort, wo man „das normale

Leben für eine kurze Zeit in einer

autonomen Zone vergessen kann“.

Der Lonely Planet-Führer hebt das

tolerante Miteinander zu Elektroklängen

hervor.

Vor vier Jahren kaufte die S

Immo, eine österreichische Immobilien-Investmentgesellschaft,

das

1,2 Hektar große Gelände gegenüber

vom Hotel Estrel Berlin. Im

Juli vergangenen Jahres kündigte

die Aktiengesellschaft dem Hauptmieter,

dem Logistikunternehmen

H.Z.-Logistik, mit dem die Griessmuehle

einen Untermietvertrag

abgeschlossen hat.

Investoren erhalten freie Bahn

Jetzt will die SImmo das Gelände

ohne Mieter weiterverkaufen. „Auf

dem Areal sollen Bürohäuser, Loft,

Workshop-Gebäude und eine

Community Hall entstehen“, heißt

es in einer Presseerklärung der S

Immo. Die Baugenehmigung

wurde Ende November vom Bezirk

erteilt und mit den bauvorbereitenden

Maßnahmen solle zeitnah

begonnen werden. Im Moment befände

sich die Gesellschaft mit

Banken, Equity Partnern und potenziellen

KäufernimGespräch.

Im Klartext: Neue Investoren

sollen freie Bahn für eigene Pläne

erhalten. DieGriessmuehle kommt

in dem Konzept nicht vor. „Ich bin

ultratraurig, dass der Club zumacht“,

sagt dazu Selina, eine 28-

jährige Groß- und Außenhandelskauffrau,

die am Sonntag zum Tanzen

gekommen ist. „Der Club ist

musikalisch überragend“,

schwärmt sie. Imschwarzen Netz-

T-Shirt und mit hochgebundenen

Haaren steht sie im Garten und genießt

eines der letzten Wochenenden

auf dem Gelände.

Sie hat auch die Petition unterschrieben,

die der Club auf

Change.org online gestellt hat.

Schon fast 36 000 Personen haben

sich innerhalb von einer Woche

eingetragen. Einige von ihnen

nicht nur wegen der Griessmuehle

sondern wegen der Berliner Club-

Kultur generell. Zurzeit sind mehrere

Party-Orte in Gefahr, darunter

das bekannte KitKat und der Sage

Club in der Köpenicker Straße.

Technoclubs kreierten in den

neunziger Jahren Berlins Ruf als

Welthauptstadt der Coolness, wo

die Freiheit sich in Beats per Minute

ausdrückt und alte, vergessene

Orte zur Keimzelle von Zukunftsvisionen

werden.

„Die Griessmuehle ist

einfach wahre

Berliner Subkultur.“

In der Griessmuehle hat zuletzt

sogar ein Designer der Fashion

Week seine Modelle präsentiert.

Start-ups zeigen auf regelmäßigen

Flohmärkten ihre Produkte, Kino

und Sport holen während der Woche

die Anwohner aufs Gelände.

Dann wird der zentrale Clubsaal

zum Vorführraum und die Gänge

der einstigen Nudelfabrik werden

Stephan, Stadtführer und regelmäßiger Besucher der Griessmuehle über

den Neuköllner Club.

ausgeleuchtet. Am Wochenende

können sich die Besucher vielerorts

nur tastend vorwärtsbewegen.

DieMusik weist den Weg, die dunklen

Ecken sollen dunkel bleiben.

Die Griessmuehle atmet die verruchte

Magie der Techno-Locations.

Ihr Betreiber, David Ciura,

kann sich keinen Umzug in ein

neugebautes Gebäude vorstellen,

eher schon auf ein anderes Gelände

der Stadt.

Sein vorrangiges Ziel ist es aber,

mit der S Immo ins Gespräch zu

kommen, was bisher nicht gelang.

„Die S Immo soll einlenken und

den Diskurs mit uns suchen“, sagt

der 36-Jährige, der diesen Ort vor

acht Jahren bei einer Fahrt mit der

Ringbahn entdeckte. Für die Zukunft

wünscht er sich eine Mischnutzung

des Geländes mit „mehr

Kultur und weniger 24-Stunden-

Partys“. Das Gelände könne zum

Beispiel geteilt werden, um das,

was zurzeit dort besteht, zu erhalten.

Ciura hat prominente Unterstützung

von Senatorin Ramona

Pop (Grüne). „Wir appellieren an

den neuen Eigentümer, den

Standort der Griessmuehle zu sichern

und sind in Gesprächen mit

den Akteuren“, erklärtsie dazu. Zu

viele Clubs würden geschlossen

oder seien von Schließung bedroht.

„Die Griessmuehle prägt

die Berliner Clubszene, ihre

Kunst- und Kulturangebote sind

von großer Bedeutung für den

Kiez“, fügt sie hinzu.

Auch der Bezirk bemüht sich,

die Griessmuehle nicht zu verlieren,

wie Christian Berg, Sprecher

von Bürgermeister Martin Hikel

(Grüne), sagt. „Unser erstes Ziel

wäre es, dass die Griessmuehle

übergangsweise am Standort verbleiben

kann und dass wir einen

neuen Standortfinden.“ Am Dienstag

will sich der Grünen-Abgeordnete

Georg Kössler mit der SImmo

treffen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Die Österreicher haben sich bisher

wenig kompromissbereit gezeigt.

„Die Betreiber der Griessmühle haben

uns bis heute keine Kaufinteressenten

vorgeschlagen und auch

nicht um einen Gesprächstermin

gebeten“, heißt es in ihrem Statement.

Das bestreitet Ciura. Sie hätten

mittlerweile sogar einen konkreten

Interessenten genannt.

Den Verkaufspreis schätzt er

auf mehr als 20 Millionen Euro,

wobei die SImmo das Gelände seinen

Informationen nach für 2,3

Millionen Euro gekauft habe. Auf

einer Kundgebung am Rathaus

Neukölln wollen die Griessmuehlen-Mitarbeiter

und ihre Unterstützer

am Mittwoch auf ihr

Thema aufmerksam machen. Dort

tagt zeitgleich die Bezirksverordnetenversammlung.

„Die Hoffnung

stirbt zuletzt“, sagt Ciura.

Mechthild Henneke

findet, dass Berlin Locations

wie die Griessmuehle braucht.

Als Berlin über Nacht zur Metropole wurde

Vorhundert Jahren wurde die Stadt zu Groß-Berlin. Das soll mit einem großen Bürgerfest, vielen Ausstellungen und Veranstaltungen gefeiert werden

VonMelanie Reinsch

Vor 100 Jahren hat Berlin die Weichen

gelegt für eine Hauptstadt,

wie man sie heute kennt. Denn am 1.

Oktober 1920 trat das Groß-Berlin-

Gesetz in Kraft, durch das Berlin mit

den sieben umliegenden Städten,

sowie 59 Landgemeinden und 27

Gutsbezirken zusammenwuchs.

Über Nacht wurde Berlin so zu einer

knapp 4-Millionen-Einwohner-Metropole,

eine Marke also, auf die die

Stadt inzwischen wieder zusteuert.

Nach London und NewYorkwar Berlin

damit die drittgrößte Stadt nach

Anzahl der Einwohner. Flächenmäßig

lag nur Los Angeles noch vorBerlin.

Grund genug, dieses Jubiläum

der Stadt gebührend zu feiern.

Am 1. März 2017 gründete sich

dazu die „Initiative 100 Jahre (Groß-

)Berlin“ mit dem Ziel, durch Ausstellungen

und Veranstaltungen diesen

Geburtstag angemessen zu würdigen.

So wird es in jedem Stadtteil

über das Jahr verteilt Ausstellungen

in den Bezirksmuseen geben, es wird

ein großes Bürgerfest mit Open-Air-

Kino vordem Roten Rathaus stattfinden,

Fachgespräche und Veranstaltungen

geben. Die zentrale Ausstellung

„Chaos & Aufbruch – Berlin

1920/2020“ zu Groß-Berlin wird am

26. AprilimMärkischen Museum eröffnet.

„Es war spektakulär,was 1920

passiertist. Es war aber nicht unumstritten.

Denn es gab auch Vorortgemeinden,

die nicht so begeistertwaren

von Groß-Berlin“, sagte der Regierende

Bürgermeister Michael

Müller (SPD) am Montag bei derVorstellung

des Programms. Schon damals

habe es eine Rolle gespielt, wie

man so eine riesige Stadt organisiert,

wie man sie zu einer liebens- und lebenswerten

Stadt mache, in der

möglichst viele Menschen auch

möglichst gut zusammenleben können.

So habe der Ausbau der Infrastruktur,

der kommunale Wohnungsbau

oder der Ausbau des öf-

Michael Müller (SPD) will Berlin zur Modellregion für das 365-Euro-Ticket machen. DPA

Auch heute könne man Berlin

noch immer weiter entwickeln.

Chancen müsse man sehen und sie

nutzen. Er setze daher auch in diesem

Jahr auf den Ausbau Berlins im

Bereich Wissenschaft und Forschung.

Als Beispiel nannte der Refentlichen

Nahverkehrs im Fokus gestanden.„Inden

20er-Jahren wurden

40 Kilometer U-Bahnlinien gebaut.

Das folgte dem Anspruch, eine gute

Stadt zu organisieren – und zwar

nicht für einige wenige, sondern für

möglichst viele“, so Müller.

gierungschef das neue Herzzentrum,

das in einem Neubau auf dem

Charité Campus Virchow-Klinikum

entstehen soll und das der Bund mit

100 Millionen Euro bezuschusst. Anspruch

müsse sein, das modernste

und digitalste Herzzentrum der Welt

zu schaffen, betonte Müller.

Auch beim Siemens-Campus

würde die Schnittstelle zwischen

Wissenschaft und Forschung sichtbar.

Hier soll das autonome Fahren

getestet werden und an Lösungen

für den Klimaschutz gearbeitet werden.

Siemens will zudem mehr als

einhundert Jahre nach dem Bau der

Siemensstadt in Spandau den Standort

zueinem Zukunftscampus entwickeln.

Aber auch die Urban Tech Republic,

die auf dem Tegel-Gelände in den

kommenden Jahren entstehen soll,

sei Teil dieser Chancen für Berlin.

Hier soll ein innovativer Forschungsund

Industriepark für urbane Technologien

entstehen.

Doch dabei soll es nicht bleiben.

Müller will Berlin zu einer Modellregion

für das 365-Euro-Ticket erklären

lassen. Mit einem Brief hat sich

der Senatschef dazu an Bundesverkehrsminister

Andreas Scheuer

(CSU) gewandt und schon mal Berlins

Interesse bekundet. Denn das

Ministerium will zehn Modellregionen

für das 365-Euro-Ticket ausloben

und finanziell fördern. Einoffizielle

Bewerbung sei das noch nicht,

aber die Ankündigung einer Bewerbung,

so Müller.

Das Projekt des Bundes gehört

zum Klimapaket, das im vorigen Jahr

verabschiedet wurde. „Mit soeinen

Versuch muss man in die Millionenmetropole

rein“, so Müller.Berlin sei

für solch ein Projekt genau der der

richtige Standort. Daher habe er

auch jenseits des offiziellen Bewerbungsverfahrens

angekündigt, dass

„Berlin auf jeden Fall dabei ist“.

www.100-Jahre-gross-berlin.de


Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020 13

· ·

·······················································································································································································································································································

Berlin

Müller:

U-Bahn-Netz

wird wachsen

Ausbau bleibt in Koalition

jedoch umstritten

Der Regierende Bürgermeister

Michael Müller geht davon

aus,dass Berlins U-Bahn-Netz weiter

wächst. „Die Machbarkeitsstudien

liegen vor“, sagte der SPD-Politiker

am Montag.

„Ich habe in der letzten Senatssitzung

angesprochen, dass ich die

auch sehen möchte,sodass wir uns

im Senat damit auseinandersetzen

können, an welchen Stellen macht

das Sinn oder nicht.“ Ganz neue Linien

seien aus finanziellen Gründen

unrealistisch. „Wir wollen aber

vorankommen mit dem Ausbau

des U-Bahn-Netzes.“ Dafür bieten

sich Müller zufolge mehrere Strecken

an.

Respekt vor Stadtplanern

„Und ich gehe davon aus, dass es

an mehreren Stellen für uns erstens

Sinn macht und zweitens auch finanzierbar

ist.“

Müller zeigte Respekt für die

Stadtplaner der 1920er Jahre. Damals

sei ein U-Bahn-Netz von 40

Kilometern Länge gebaut worden,

so der Regierende Bürgermeister –

„eine Aufsehen erregende Größenordnung“.

Der U-Bahn-Ausbau ist in der

Koalition umstritten. Verkehrssenatorin

Regine Günther (Grüne)

hatte zuletzt im Dezember darauf

hingewiesen, dass U-Bahn-Bauten

teuer und langwierig seien.

Verkehrssenatorin Regine Günther

ist allerdings nicht gegen zusätzliche

U-Bahn-Kilometer, sondernplädiertfür

nüchternes Abwägen

darüber, wo U-Bahn, Tram

oder Busdie überzeugendereAlternativesei.

(dpa)

Die U-Bahn zählt zu den Hauptverkehrsmitteln

der Stadt.

DPA

ROBERT DOWNEY JR.

hätte seit seiner Ankunft in Berlin die

Stadt so richtig schön unsicher machen

können. Hat eraber nicht! Die

Präsidentensuite im Waldorf Astoria

war viel zu gemütlich, ein Raum der

Suite war ihm extrafür Massagen hergerichtet

worden, ein Butler stand

rund um die Uhrbereit. Undmit fast

55 zieht man ja auch nicht mehr so

hektisch um die Häuser. Soließ der

Hollywoodstar sich also nur zur Fan-

Premiere von „Die fantastische Reise

des Dr. Dolittle“ am Sonntag in den

Zoo-Palast chauffieren (ja, liegt auf

der dem Hotel gegenüber liegenden

Straßenseite –aber trotzdem!). Und

zum Abendessen ins The Grand in

der Hirtenstraße in Mitte.Dortgab es

eine Geburtstagstorte und ein Ständchen

vomStar für seinen jungen Kollegen

HarryCollett, der am Freitag 16

Jahre alt geworden war und neben

RobertDowney jr.in„Diefantastische

Reise des Dr.Dolittle“ spielt. Dervon

einem Künstler bemalte Buddy Bär,

den Downey jr. amMontag kurz vor

der Abreise Richtung Paris signierte,

soll für eine wohltätige Organisation

versteigertwerden.

ANNA DEPENBUSCH

schwankt zwischen aufgekratzt und

hochkonzentriert. Sie hat in ihrer

Karriere schon sieben Alben aufgenommen,

aber diese Aufnahme am

Montag zur Mittagsstunde in den

nach dem Erfinder von Schallplatte

und Grammophon benannten Emil-

Berliner-Studios in der Köthener

Straße war so besonders,die wirdsie

niemals vergessen. In einer Zeit, in

der die Technik dermaßen perfektioniert

ist, dass es dem Zuhörer nicht

auffällt, wenn ein Musiktitel aus verschiedenen

Aufnahmen zusammengestückelt

wurde (was oft passiert),

hat sich die Hamburgerin einem besonderen

Stress ausgesetzt. Sie saß

im Studio, wartete auf das rote Licht

und wusste, was sie in den nächsten

zweimal 18 Minuten singt und am

Flügel dazu spielt, wirdgenau so auf

ihrem nächsten Vinyl-Album zu hören

sein. Ihr Gesang wurde nämlich

liveimStudio nebenan in einen Plattenrohling

geritzt, der wenige Stunden

später als Kopiervorlage ins

Presswerk gebracht wurde. Keine

nachträglichen Änderungen möglich.

Gleichzeitig ein Horror und ein

Traum. DieSängerin wirkte wild entschlossen,

die Sache positiv zu nehmen.

War jaauch ihre eigene Idee:

„Jetzt habe ich mein eigenes Label

gegründet und kann so was machen.“

Der Album-Titel „Echtzeit“

animierte sie zur ungewöhnlichen

Artder Aufnahme:„Wenn das Album

Hier wird noch live gekratzt

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Anna Depenbusch singt

in den Emil-Berliner-Studios

direkt auf Vinyl. Robert Downey jr.

zieht mit fast 55 nicht mehr um die

Häuser.Falko Hennig grüßt aus

Patagonien

RobertDowneyjr. ließ sich in den Zoo-Palast chauffieren –einmal über die Straße.

Anna Depenbusch hat ein ungewöhnliches Experiment gewagt.

IMAGO

CHRISTIAN SCHULZ

schon so heißt, dann muss ich es

auch in Echtzeit aufnehmen.“ Die

Künstlerin freut sich, in Berlin das

passende Studio gefunden zu haben:

„Dakann man in Europa ganz schön

suchen, das beherrschen nicht

viele.“

DieFans dürfen sich auf eine Fortsetzung

ihres größten Hits „Tim liebt

Tina“ freuen, in dem sich beide noch

mal begegnen, um nun ja vielleich

doch noch zum Paar zu werden, wobei

ein fitnessorientierter Modetanz

eine gewisse Rolle spielt.

Im titelgebenden Lied des Albums

heißt es „In Echtzeit Fehler machen,

in Echtzeit drüber lachen“, was sich

dann aber als nicht ganz so leicht erwies.

Kurz nach dem Start der Aufnahme

der B-Seite des Vinyl-Albums

brach Anna Depenbusch ab. Dieser

Rohling war versaut, wurde umgehend

durch einen neuen ersetzt.

Dann fing sie neu an und sang die Titelbis

zum Schluss durch. Wenn man

genau hinhört, müsste man kurz vor

dem Klaviersolo am Ende hören, wie

sie den Klavierhocker verschiebt.

Aber eventuell wurde auch die zweite

Aufnahme genommen, denn nach einer

Pause gönnte sich die Künstlerin

einen zweiten kompletten Versuch

vonjeder Seite.

Das Album erscheint am 6. März,

am 3. April singt Anna Depenbusch

seine Titelund einige mehr im Admiralspalast.

FALKOHENNIG

wäre amMontagabend bei der großen

Gala „25 Jahre Reformbühne

Heim und Welt“inder Volksbühne so

gern dabei gewesen. Schließlich gehört

erseit dem Gründungsjahr der

inzwischen legendären Lesebühne

zu ihren Stammvorlesern. Am Ende

konnte seine Teilnahme am Jubiläum

nur mit einem technischen Kniff bewerkstelligt

werden: „Ich bin gerade

in Patagonien, es gibt also einen Einspielfilm

mit mir.“ Die Reformbühne

gibt es seit einem Vierteljahrhundert

jeden Sonntag -auch wenn ihr Ort

vom Schokoladen über das Kaffee

Burger, die Panorama-Lounge und

die Jägerklause zurVolksbühne wechselte,

war das die Konstante. Warum

das immer funktioniert hat? Falko

Hennig hat da eine Theorie: „Die

Hauptsache ist wohl, dass wir befreundet

sind und uns jeden Sonntag

wie ein Stammtisch treffen.“

Ewig wird das nicht so weitergehen,

das ist ihm klar.Aber weitere25Jahre

gibt er der Reformbühne noch. „Wir

sind ja durchaus rüstig.“ Allerdings

könnte es auch früher enden: „Wenn

das Publikum irgendwann nicht

mehr erscheint, sind wir am Ende.“

Feuer im

Fußballzug aus

Freiburg

Gutachten: Heizungsdefekt

löste Brand aus

Rund drei Monate nach dem

Brand in einem Sonderzug von

Freiburger Fußballfans in Berlin halten

Fachleute einen technischen Defekt

für die Ursache.

Das Feuer sei durch einen Fehler

in der Heizung und die damit verbundene

Überhitzung der Anlage

ausgelöst worden, hieß es in einem

Zwischenbericht der Bundesstelle

für Eisenbahnunfalluntersuchung

(BEU). Damit wurden erste Annahmen

der Bundespolizei am Montag

bestätigt. Zuvorhatten mehrereMedien

über das Gutachten vomFreitag

berichtet.

700 Fans an Bord

Nach dem Unfall mit drei Leichtverletzten

war auch spekuliert worden,

dass Pyrotechnik der Fans eine Rolle

gespielt haben könnte. Nun hieß es,

es lägen „keine Erkenntnisse vor,

dass das Ereignis auf die Einwirkung

Dritter zurückzuführen ist“. Mitdem

Zwischenbericht ist die Untersuchung

nicht abgeschlossen. Die Ermittler

würden sich laut BEU noch

mit der Ausbreitung des Brandes

und mit Fragen der Instandhaltung

des Zuges beschäftigen. DerZug war

1954 gebaut worden.

Das Feuer brach am Abend des

19. Oktober auf der Fahrtvon Berlin-

Charlottenburg nach Freiburg im

Breisgau aus. An Bord waren 700

Fans des SC Freiburg, die nach einem

Spiel bei Union Berlin nach

Hause wollten. Kurz nach der Abfahrt

musste der Zug beim S-Bahnhof

Bellevue evakuiert werden. Ein

Waggon brannte komplett aus. Es

entstand ein Sachschaden in Höhe

von155 000 Euro. (dpa)

Der Zug,der vor rund drei Monaten Feuer

fing.

MORRIS PUDWELL

VERMISCHTES

DIENSTLEISTUNGEN

TRAUERANZEIGEN

Dr. Ing.-habil.

Wilfried Stallknecht

Dipl.-Architekt

Meister des Tischlerhandwerks

*12.08.1928 †22.12.2019

ln stiller Trauer

Ehefrau Edith, Angehörige und Freunde

Traueranzeige

Wir beraten Sie gern. Anzeigenannahme: (030) 2327-50

STELLENMARKT

KAUFMÄNNISCHE BERUFE

Polnischer Hersteller von Holzfenstern

und Türen sucht für

Berliner Außenstelle Vertriebsmitarbeiter/in

in Festanstellung,

Aufgabenbereich: Angebotslegung

mit Fensterbau-Software,

Kommunikation mit der Firmenzentrale

in Polen, Akquisition,

Kundenbetreuung, Reisetätigkeit;

Voraussetzungen:

deutsche Sprache verhandlungssicher

in Wort und Schrift,

gern gesehen Polnisch als Arbeitssprache,

Berufsabschluß

in Bauwesen /Handwerk, gern

gesehen Computer-Kenntnisse

(ProLogic, CAD, Office); Bewerbungen

bis 29.02.2020 per Mail

erbeten an

stolarka@t-online.de

Schenken Sie sich

Unendlichkeit.

Mit einer Testamentsspende

an EuroNatur helfen Sie,

das europäische Naturerbe

für kommende Generationen

zu bewahren.

Wir informieren Sie gerne.

Sabine Günther

Telefon +49 (0)7732/9272-0

testamentsspende@euronatur.org

BERLINER

ADRESSEN

renov. preisw. v. A–Z,eig. Tap./Tepp.

Laminat, Möbelrücken &Entrümpeln,

10% Rabatt f. Senioren bei Leerwhg.

Telefonische Anzeigenannahme: 030 2327-50

AN- UND VERKÄUFE

KAUFGESUCHE

Kaufe Ölgemälde, Münzen, Antiquität.Dr.

Richter, 01705009959

4€ Ansichtsk. vor45, 030 4443802


14 Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020

·························································································································································································································································································

Berlin

Ruhige

Nachbarschaft

in Kreuzberg

Friedhof könnte

teilweise bebaut werden

VonHans Korfmann

Am 18. Dezember überreichten

Vertreter einer Bürgerinitiative

einem Vertreter des Senats für Kultur

und Europa 4000 Unterschriften besorgter

Kreuzberger.Sie protestierten

damit gegen die geplante Errichtung

eines Wohngebäudes auf den denkmalgeschützten

Friedhöfen an der

Bergmannstraße. Die Aktion fand im

letzten Moment statt, denn der Bauantrag

des evangelischen Friedhofsverbandes

stützte sich auf den Sonderparagrafen

246 zur Errichtung von

Flüchtlingsunterkünften, der mit

dem Jahresende seine Gültigkeit verlor.

Daraufhin soll am 30. 12. die Entscheidung

gefallen sein: Der Evangelische

Friedhofsverband Stadtmitte

kann sich auf künftige Mieteinnahmen

freuen, es darf gebaut werden.

Details aus dem Bauplan wurden

noch nicht bekannt, doch handelt es

sich laut Denkmalschutzbehörden

um ein 50 Meter langes, fünf Stockwerke

hohes und 14 Meter in den

Friedhof hineinragendes Gebäude

entlang der Jüterboger Straße. Geplant

sind Mietwohnungen, die wegen

des Sonderbaurechts zunächst

Flüchtlingen als Unterkunft dienen

müssen. Danach können sie auf dem

freien Marktangeboten werden.

Ohne die Zuhilfenahme des Paragrafen

246 hätte für einen derart frei

stehenden Bau keine Baugenehmigung

erteilt werden können. Laut

Baugesetzbuch dürfen Neubauten

nur an bereits bestehende Gebäude

anschließen. Nach der nun geneh-

Herr Gysi, in Ihren Adern fließt als

Beimischung ja auch blaues Blut –

Ihre Großmutter war eine geborene

von Schwanebach. Nehmen Sie Anteil

am erlauchten Leben und Treiben

des heutigen Adels?

Komischerweise laden mich

diese Kreise nicht ein. Ich befürchte,

sie haben Recht. Beim

Schreiben meiner Autobiografie

wurde mir bewusst, wie unterschiedlich

politisch und sozial

meine Vorfahren waren, welch unterschiedlichen

Schichten sie angehörten.

Auf jeden Fall stellte ich

fest, wie viele Leben es geben muss,

bevor das eigene entsteht. Ich bin

eine Mischung aus vielem, aber der

Adelsanteil hält sich in deutlichen

Grenzen.

Sie sind sicher im Bilde darüber,

was im britischen Königshaus gerade

wieder los ist. Haben Sie Verständnis

dafür, dass Meghan und

Harrysich ins kanadische Exil begeben

wollen?

Vor dem Hintergrund der Umstände

des Todes seiner Mutter

kann ich verstehen, dass er alles

tut, um seine Familie dem medialen

Druck zu entziehen. Eine solche

Belagerung, Paparazzi, die

praktisch jeden ihrer Schritte verfolgen

und fotografieren, dazu

noch erfundene Stories – das ist

kein angenehmes Leben. Ob sie

damit die Medien loswerden, wage

ich allerdings zu bezweifeln.

Der Adel in Deutschland ist lange

abgeschafft, trotzdem tragen nicht

wenige Sprösslinge ihre Titel wie

einen Ausweis von Exzellenz vor

sich her. Warum macht so ein Namens-Karneval

eigentlich heute

noch immer Eindruck auf viele

Menschen?

Das liegt zum Teil auch an der

ausufernden Berichterstattung.

Wenn der sogenannte europäische

Hochadel auf jedem zweiten

Zeitschriftentitel prangt, wird der

Eindruck verfestigt, dass jemand

etwas Besonderes sei, wenn sie

oder er einen Adelstitel trägt. Falls

man übrigens nicht viel leistet,

Die Interview-Kolumne

Eine Curry

mit Gysi

Die Chefredakteure Jochen Arntz und

Elmar Jehn reden jede Woche mit Gregor Gysi –

über das, was die Stadt, das Land und

die Welt bewegt. Ein paar Minuten nur,solange

man eben zusammensteht für

eine Curry am Mittag.

Unser Thema in dieser Woche:

Adel verpflichtet

Elmar Jehn (l.), Gregor Gysi und Jochen Arntz

versuchen manche als Adlige oder

Adliger so einen Ersatz für Bedeutung

zu finden.

Neben den Windsors sorgt auch der

Clan der Hohenzollern für Schlagzeilen.

Lebenslanges Wohnrecht in

Schlössern wie Cecilienhof fordern

die Nachfahren Kaiser Wilhelms II.

Ihre Partei läuft Sturm dagegen.

Haben Sie gar kein Verständnis für

eine Großfamilie auf Wohnungssuche?

Wir sollten uns schon entscheiden.

Entweder ist der Adel als

Machtfaktor abgeschafft, was

auch mit entsprechenden Enteignungen

schon in den 20er Jahren

verbunden war, dann muss man

auch nicht über Wohnrechte in

Schlössern diskutieren. Oder man

meint, die Kaiser-Nachfahren, die

übrigens auch noch der Nazi-Diktatur

Vorschub leisteten, sind

heute noch wichtig für unser

Land. In Deutschland wurde nach

dem vom Kaiserreich ausgehenden

1. Weltkrieg die Republik ausgerufen,

auf die wir stolz sein sollten,

statt auf das Kaiserreich. Die

Denkmalpflege ist etwas völlig anderes.

Adel verpflichtet, wozu würden Sie

den Adel gerne verpflichten?

Damit war die Hoffnung auf

Moral und Sitte gemeint. Adlige

dürfen selbstverständlich versuchen,

diesbezüglich vorbildlich

zu sein. Aber sie sind Bürgerinnen

und Bürger wie jede und jeder

andere imLand, mit den gleichen

Rechten und Pflichten. Das

„von“ soll ein normaler Bestandteil

des Namens sein.

Noch mal zurück zu Ihrer Großmutter.Wie

präsent ist das aristokratische

Erbe in Ihrem Leben?

Na ja, für den Adel gehört man

irgendwie zur Familie, wenn man

im gleichen Haus wohnt. So

dachte auch meine Mutter, sie

hatte schon einen bestimmten

Stil. Mein Vater war anders und

letztlich herrschte bei uns eher

Normalität.

POLIZEIREPORT

Feuer an einer Schule.

Unbekannte haben in der vergangenen

Nacht ein Feuer an einem Schulgebäude

in Charlottenburggelegt.

Anwohner alarmierten kurzvor 23

Uhrdie Feuerwehr und die Polizei in

die Schillerstraße,als sie die Flammen

an der auf dem Schulgelände

befindlichen Sporthalle emporsteigen

sahen. Einsatzkräfte löschten

den Brand. Verletzt wurde niemand.

DiePolizei geht vonvorsätzlicher

Brandstiftung aus.

Einbrecher festgenommen.

Polizisten haben am Sonntag zwei

Einbrecher in Wittenau festgenommen.

EinAnwohner des Windhalmwegs

hatte einen Mann dabei beobachtet,

wie dieser versuchte,über einen

Balkon an einem Mehrfamilienhaus,ineine

Wohnung im Hochparterrezugelangen.

DerAnwohner

alarmierte die Polizei und sprach

den Mann an, der daraufhin flüchtete.Zeitgleich

nahm der Zeugedrei

weiterePersonen wahr,allerdings

schon in der Wohnung, die über ein

Seitenfenster aus der Wohnung

flüchteten. Polizisten nahmen zwei

der flüchtigen Tatverdächtigen fest

und brachten die beiden 33 und 35

Jahrealten Männer in ein Gewahrsam.

In der Nähe des Tatortes fanden

Polizisten noch Schmuck, der aus

der Wohnung stammte,und stellten

ihn sicher.

Erneut Feuer im Müllraum.

Erneut hat es in einem Müllraum eines

mehrgeschossigen Wohnhauses

in der Friedrichstraße gebrannt. Das

ist das dritte Malinnerhalb vonvier

Wochen,sagten Anwohner.Die Feuerwehr

war mit 20 Beamten im Einsatz.

DiePolizei vermutet vorsätzliche

Brandstiftung. Zuletzt hatte es

vorzehn Tagen gebrannt.

Gold ist geil

Staatsanwalt fordert für den Diebstahl der Riesenmünze Big Maple Leaf aus dem Bode-Museum hohe Haftstrafen

Der Friedhof auf der Bergmannstraße ist

legendär.

BLZ/GERD ENGELSMANN

migten Errichtung des umstrittenen

Neubaus allerdings wirdeine Baubewilligung

zur Schließung der etwa 100

Meter langen Baulücke,die zwischen

den Altbauten der Jüterboger Straße

und dem Neubau auf dem Friedhof

entsteht, keine Probleme mehr bereiten.

Damit sind die Weichen für eine

weitergehende Bebauung des Friedhofs

gestellt. Details zur Genehmigung

des Neubaus sind bislang nicht

bekannt geworden. Die Bürgerinitiative

schreibt auf ihrer Website Bergmannfriedhöfe.de:

„Leider hat sich

bisher weder die Senatsverwaltung

für Kultur und Europa noch die

Kreuzberger Bauaufsicht, die Evangelische

Kirche oder die Berliner Presse

zur Sache geäußert.“

Wie schwer sich auch die Politik

damit tut, ihren Bürgernzuerklären,

wie sie zu ihrer positiven Entscheidung

kam, zeigt auch die Tatsache,

dass drei Wochen nach der Baugenehmigung

im Dezember noch

keine Presseerklärung herausgegeben

wurde. Bei Anfragen auf dem

Landesdenkmalamt, das sich in seinem

Gutachten Ende Dezember

noch gegen den Bau ausgesprochen

haben soll, wird auf die Pressestelle

des Senats verwiesen. Dass auch von

dort trotz mehrfacher Anfragen bis

heute noch keine Antwort auf die

Frage gefunden werden konnte, wie

man sich über die Empfehlungen

der Fachbehörden und die Sorgen

der Bürger so schnell und einfach

hinwegsetzen konnte, wirft kein gutes

Licht auf Staat und Kirche. Bestenfalls

ein Zwielicht.

VonKatrin Bischoff

Inder Nacht zum 27. März 2017

sprangen drei dunkle Gestalten

vom S-Bahnhof Hackescher Markt

auf die Gleise und marschierten im

Gänsemarsch in Richtung Bode-Museum.

Ein Video aus der Überwachungskamera

des Bahnhofs hielt

kurz nach 3Uhr fest, wie sie auf den

Gleisen verschwanden. Nicht einmal

eine Stunde später sind diese Gestalten

offenbar um eine 100 Kilogramm

schwere Goldmünze im Wert von

3,75 Millionen Euro reicher –gestohlen

auf spektakuläre Weise aus dem

Bode-Museum.

Staatsanwalt Thomas Schulz-Spirohn

ist sich sicher, dass die drei

dunklen Gestalten unter den vier Angeklagten

zu finden sind, die sich seit

mehr als einem Jahr wegen des Diebstahls

der GoldmünzeBig Maple Leaf

vor dem Landgericht verantworten

müssen: die Brüder Wayci und Ahmed

R. sowie ihr Cousin Wissam R.

Sie sind Mitglieder einer polizeibekannten

arabischstämmigen Großfamilie.

Insiderinfos geliefert

Für Schulz-Spirohn ist es erwiesen,

dass die Brüder und ihr Cousin diejenigen

sind, die die wagenradgroße

Goldmünze aus dem Museum bugsierten,

und sie sich damit des gemeinschaftlichen

Diebstahls in einem

besonders schweren Fall schuldig

gemacht haben. In seinem Plädoyer

fordert er daher an diesem

Montag für den 21-jährigen Ahmed

und den 23-jährigenWissam R. Haftstrafen

von jeweils sieben Jahren,

Wayci R., 25 Jahre alt, soll für fünf

Jahreins Gefängnis.

Auch den vierten im Bunde hält

Schulz-Spirohn für einen Täter. Der

Die Goldmünze wurde vor fast drei Jahren gestohlen. Seitdem fehlt von ihr jede Spur. DPA

große Goldmünze ausgestellt war.

Mit einem Rollbrett sollen die drei

Männer ihreMillionenbeute zum offenen

Fenster gebracht, die Big Maple

Leaf auf ein Vordacht und von

dort auf den Bahndamm bugsiert

haben. Mit einer Schubkarre fuhren

sie ihre Beute zu einem Seil, an dem

sie die Zwei-Zentner-Münze inden

Monbijoupark hinabließen und in

ein Fluchtfahrzeug luden. DerGoldschatz

ist bis heute verschwunden.

Schulz-Spirohn geht davon aus,dass

er zerlegt und verkauft wurde.

Hinweise von V-Männern brachten

die Ermittler auf die Spur der Angeklagten.

Am Seil, das zum Monbijoupark

führte, wurde die DNA von

Wissam R. gefunden. BeiHausdurchsuchungen

stellten die Fahnder Kleidungsstücke

sicher, die zahlreiche

Partikel von hochreinem Gold aufwiesen.

Auch im Mercedes von Wissam

R. wurden diese Goldteilchen

21-jährige Denis W.,ein Schulfreund

von Ahmed R., hatte kurz vor dem

spektakulären Millionencoup begonnen,

als Wachmann im Bode-

Museum zu arbeiten. Er soll den

Tipp für die Tatund Insiderinformationen

gelieferthaben.

36 Verhandlungstage sind vergangen,

22 Zeugen wurden gehört. Für

den Staatsanwalt steht fest, dass die

drei Mitglieder der Familie R. in der

Tatnacht nur kurzimMuseum waren

und binnen 16 Minuten zu Gold kamen.

Sie stiegen über das einzige

nicht alarmgesicherte Fenster in das

Haus ein. Dabei gingen sie laut

Schulz-Spirohn „professionell, gezielt,

gut informiertund hochdiszipliniert“

vor. Es sei ihnen bei dem dreisten

Coup egal gewesen, dass noch ein

Wachmann im Haus gewesen sei.

Sieliefen unbemerkt in den Raum

243, zerschlugen die Vitrine ohne

Alarmanlage, inder die wagenradentdeckt.

„Die Partikel können nur

von der gestohlenen Münze stammen“,

so Schulz-Spirohn. Zudem

seien winzige Glasstücke der zerschlagenen

Vitrine auf Schuhen der

Angeklagten entdeckt worden. Und

eine Freundin habe in einer ersten

Vernehmung erzählt, wie Wayci R.

mitdem Coup geprahlt, vomGold geschwärmt,

sich Rolex-Uhren besorgt

und gesagt habe,wie schön es sei „so

jung und schon so reich“ zu sein.

Auch wenn die Freundin ihreAussage

zurückgezogen habe und sicherlich

kein Indiz allein für den Tatnachweis

geeignet sei, so würde die

Fülle der Spuren wie Mosaiksteinchen

ein Bild zusammensetzen. Ein

Bild, das keinen Zweifelander Täterschaft

der Angeklagten lasse.

Einbruchswerkzeug im Kofferraum

Für Schulz-Spirohn ist eine Verurteilung

nach Jugendstrafrecht für die

zur Tatzeit noch Heranwachsenden

keine Option.Erkönne eine positive

Entwicklung, wie sie vonder Jugendgerichtshilfe

den Angeklagten bescheinigt

worden sei, nicht erkennen.

So sei etwa der vorbelastete

Wissam R. im vorigen Novemberauf

dem Wegzueiner Gerichtsverhandlung

in Erlangen in seinem Wagen

von der Polizei gestoppt worden –

der Kofferraum randvoll mit Einbruchswerkzeug

gefüllt.

Schulz-Spirohn beantragte in seinem

Plädoyer zudemfür alle vier Angeklagten,

die derzeit noch auf

freiem Fuß sind, Haftbefehle. Esbesteheerhebliche

Fluchtgefahr,sodie

Begründung. Zudem will der Staatsanwalt

das Vermögen der Angeklagten

einziehen lassen –imWert der

Tatbeute von3,75Millionen Euro.

Nächsten Montag beginnen die

Verteidiger mit ihren Plädoyers.

Dreimal hat es in den vergangenen Tagen

im Müllraum des Hauses gebrannt. PUDWELL

Polizisten angegriffen.

Unbekannte haben in der Nacht

zum Montag eine 31-jährige Polizeimeisterin

und einen 32-jähriger Polizeiobermeister

bei einem Einsatz

in Friedrichshain leicht verletzt. Gegen

Mitternacht hatten Zeugen die

Feuerwehrund Polizei in die Rigaer

Straße/Ecke Liebigstraße gerufen,

weil auf der Fahrbahn Weihnachtsbäume

und Unratbrannten. Etwa 15

schwarzgekleidet Personen standen

zu dem Zeitpunkt in unmittelbarer

Nähe zum Feuer. Einsatzkräfte

löschten den Brand. Knapp eine

halbe Stunde später brannte erneut

Müll sowie ein E-Scooter auf der

Fahrbahn. Etwa zehn Personen standen

erneut in der Nähe des Feuers,

zogen sich jedoch in ein Haus in der

Liebigstraße zurück. Als sich Einsatzkräfte

einer Einsatzhundertschaft

der Eingangstür näherten,

sprühte mindestens eine unbekannte

Person Feuerlöschpulver einer

Polizistin und einem Polizisten

ins Gesicht. Beide Dienstkräfte erlitten

Atemwegsreizungen. DerStaatsschutz

ermittelt.

Homophob beleidigt.

In derHardenbergstraße in Charlottenburghat

am Sonntagein 16-Jähriger

einen 15 Jahrealten Jugendlichen

homophob beleidigt. Außerdemversuchte

er,das Opfermit einemGürtelzuschlagen.

Das

misslang. Der16-Jährige bestritt die

Tat. DiePolizeiermittelt wegen Beleidigungund

versuchter gefährlicher

Körperverletzung. (ls.)


Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020 15

· ·

·······················································································································································································································································································

Brandenburg

Grüne Woche

entdeckt die

DDR neu

Ost-Produkte finden auf der

Messe großen Zuspruch

VonMikeWilms

Bäcker Daniel Scheel hat eine Torteaus

Kathi-Backmischungen gezaubert. A. KLUG

Kathi, Komet, Filinchen: Ohne

Ost-Produkte wäre die Grüne

Woche nicht komplett. Auf der weltweit

größten Ernährungsmesse präsentieren

die Hersteller klassischer

DDR-Marken neue Produktvarianten.

Besucher können die Leckereien

noch bis zum 26. Januar in den Bundesländer-Hallen

auf dem Gelände

der Messe Berlin kosten und auch

kaufen. DerTrend geht im Jahr 2020

klar zu Bio-Lebensmitteln, gesunder

Ernährung und Zutaten aus regionaler

Herstellung. Einige Neuheiten erinnern

daher nur noch vage an Vorgängerprodukte,

die in der DDR in

jedem Haushalt zu finden waren.

DasSortiment der Kathi-Backmischungen

beispielsweise wurde zur

Grünen Woche um die Produktreihe

„Bewusst genießen“ erweitert. „Die

Sorten Dinkel-Schoko-Cookies,Dinkel-Streuselteig

und Dinkel-Minikuchen

sind zuckerreduziert“, sagt Bäckermeister

Daniel Scheel. Er hat aus

den neuen Kathi-Erzeugnissen zwei

große Torten gezaubert–eine hat die

Form der Zahl der 30. „Der Grund

dafür ist, dass wird indiesem Jahr

zum 30. Mal auf der Grünen Woche

ausstellen“, sagt Stand-Mitarbeiterin

Johanna Breuer. Sie betont, dass

die Zutaten der Backmischungen –

dem Trend zur Regionalität entsprechend

–auf Feldern inden neuen

Bundesländernangebaut werden.

Ausschließlich aus Sachsen und

Sachsen-Anhalt stammt der Hartweizen

für die seit DDR-Zeiten beliebten

Riesa-Nudeln. „Die Verbraucher

achten immer mehr auf solche

Besonderheiten“, sagt Gästebetreuerin

Beate Lehmann am Riesa-Stand

in der Sachsenhalle. Das Unternehmen

werdeimJahr 2020 noch stärker

auf „die Bio-Schiene“ setzen und in

naher Zukunft Dinkel-Nudeln auf

den Markt bringen. Auf der Grünen

Woche greifen die Besucher bevorzugt

zu den neuen Wok-Nudeln für

asiatische Gerichte und zu Fußball-

Nudeln in Form von Bällen, Pokalen

und Turnschuhen. „Einkäufe verpacken

wir natürlich umweltfreundlich

in Mehrwegtaschen“, sagt Lehmann.

Dieneuen Wünsche der Verbraucher

haben auch beim Unternehmen

Wurzener, inder DDR bekannt

für Erdnussflips, zueinem Umdenken

geführt. Man setzte aktuell verstärkt

auf „Convenience-Produkte“,

die gesund und trotzdem schnell in

der Zubereitung seien, so Mitarbeiter

Peter Irion. NeuimAngebot habe

man zum Beispiel „Kuko“, einen

Kurzkoch-Reismix in den Varianten

Gerste, Dinkel und Weizen. Die Gerichte

seien in zehn Minuten verzehrfertig

und kämen zugleich dem

Trend zu leichter Küche entgegen.

Gewohnt deftig ist dagegen das

Angebot am Stand mit der Eberswalder

Wurst in der Brandenburghalle.

In der Warenauslage gibt es Salami-

Sorten aus der neuen Produktreihe

„Schorfheider Unikate“ und luftgetrockneten

Schinken mit Meersalz.

„Auch wir setzen natürlich auf regionale,

nachhaltige Herstellung“, sagt

Mitarbeiter Kai Lingstädt. Alle Neuheiten

seien vomPrignitz-Schwein.

Keine Zukunft: Ein Eimerkettenbagger im Braunkohletagebau Jänschwalde in der Lausitz.

Investitionsturbo für die Lausitz

Der Ausstieg aus der Braunkohleverstromung in der Lausitz ruft Unternehmen auf den Plan

VonElmar Schütze

Das ging schnell: Eine

knappe Woche nach der

Einigung über den Fahrplan

für den Ausstieg aus

der Kohleverstromung auch in der

Lausitz ruft die Industrie nach öffentlicher

Hilfe für private Investitionen.

Andernfalls sei der angestrebte

Strukturwandel in der Lausitz zumindest

von den Unternehmen

kaum zu erwarten.

20 000 Arbeitsplätzestabil

4

Bundesländer haben Kohleregionen:

Nordrhein-Westfalen,

Sachsen, Sachsen-

Anhalt und Brandenburg.

Das Zauberwort lautet Sonderabschreibungen,

eine Form des Steuerrabatts.

Dabei können Unternehmen

Abschreibungen vorziehen und

damit schnell deutlich mehr Geld für

Investitionen zur Verfügung haben.

Für Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer

der Unternehmensverbände

Berlin-Brandenburg

(UVB), sind solche Sonderabschreibungen

„ein Investitionsturbo, damit

in der Lausitz so schnell wie

möglich neue Industrien und Arbeitsplätze

entstehen“, wie er am

Montag in Berlin sagte.Die Messlatte

des UVB sei es,die derzeitige Anzahl

von20000 industriellen Arbeitsplätzen

inder Lausitz stabil zu halten –

und das ohne Kohleverstromung.

Aus seiner Sicht gehe es nämlich

„nicht nur um die CO 2 -Bilanz, sondernauch

um die Beschäftigungsbilanz“.

Und diese Bilanz könne nur

dann positiv ausfallen, wenn sich

neue Unternehmen ansiedelten.

Sollte dies nicht geschehen, entstehe

„ein großer politischer Flurschaden“.

Um das zu vermeiden, brauche

es Investitionshilfen.

Auf diese Hilfe wartet etwa die

chemisch-pharmazeutische Industrie,derzeit

mit insgesamt 37 000 Arbeitsplätzen

in den bisherigen

Braunkohlerevieren vertreten. Die

Unternehmen seien prinzipiell bereit,

in die Lausitz zu gehen, „ohne

Anreize werden diese Investitionen

aber ausbleiben“, sagte Nora

Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin

der Nordostchemie-Verbände,

am Montag in Berlin. Eine

nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung

und gutbezahlte Arbeitsplätze

seien sonst kaum möglich.

Doch der Weg, Investitionen über

Sonderabschreibungen zu fördern,

ist nicht unumstritten. Kritik gab es

zuletzt etwa bei der Förderung des

Wohnungsneubaus durch die Bundesregierung

im vergangenen Jahr.

Der Bundesrechnungshof monierte,

dass „die Regelung sehr schwer administrierbar

sei und bei den Fi-

573 MILLIONEN PRO JAHR

40

Milliarden Euro Finanzhilfen

gibt der Bund. 573 Millionen

Euro davonerhält

Brandenburg jährlich.

20000

Industriearbeitsplätze gibt

es derzeit in der Lausitz.

Diese Zahl soll möglichst

gehalten werden.

nanzämterndeutliche Mehrarbeiten

verursachen werde“. Zudem gestatten

Sonderabschreibungen Doppelförderungen

derselben Investition.

DasAbkommen um den Ausstieg

aus der Kohleverstromung wollte

Unternehmensfunktionär Amsinck

insgesamt nicht kritisieren. Zwar

hätte er es sich deutlich früher vorstellen

können –der Bericht der Kohlekommission

liegt seit mehr als einem

Jahr vor –,dennoch sei es „ein

wichtiges Signal für die Lausitz“.

Dassieht Brandenburgs Ministerpräsident

Dietmar Woidke (SPD) genauso.

Ungeachtet der Forderungen

der Wirtschaft sieht er die Verständigung

zur Strukturstärkung der Regionen

sowie zum Ausstiegspfad aus

der Braunkohleverstromung und

den damit verbundenen Klimaschutz

„als positiven und dringend

notwendigen Schritt“. „Ich bin froh,

dass jetzt Klarheit herrscht und wir

Planungssicherheit bekommen. Die

Menschen in den Revieren müssen

Kabinett statt Küche

DPA

wissen, wie es weitergeht“, sagte

Woidke nach Bekanntwerden der

Vereinbarungen vergangene Woche.

Damit werdeeine langjährige Finanzierung

der Strukturstärkung gewährleistet.

„Die Lausitz bleibt Energie-

und Industrieregion.“

In der Vereinbarung hat die Bundesregierung

zugesichert, dass der

Gesetzentwurf zum Kohleausstieg

noch im Januar im Bundeskabinett

beraten werden soll. Das entsprechende

Gesetzgebungsverfahren

soll im ersten Halbjahr 2020 abgeschlossen

sein. Daraus werden sich

für die vier Kohle-Bundesländer

Nordrhein-Westfalen, Sachsen,

Sachsen-Anhalt und Brandenburg

bis Ende 2038 Finanzhilfen in Höhe

von 40Milliarden Euro ergeben. Für

Brandenburg ergeben sich daraus

jährlich etwa 573 Millionen Euro.

Einklares Signal gibt es für die Zukunft

des bisherigen Kohlekraftwerks

Jänschwalde nördlich von

Cottbus. Es soll zum Gaskraftwerk

umgebaut werden und dann zum

Beispiel auch die Fernwärmeversorgung

in der Region sicherstellen.

„Mit dieser Investition hat der Energiestandort

Jänschwalde eine echte

Perspektive“, so Woidke. Das Braunkohlekraftwerk

soll schrittweise von

2025 bis 2028 vom Netz gehen. Ihm

sei bewusst, „dass das insbesondere

in der Lausitz auch kritisch gesehen

wird. Dafür habe ich Verständnis.

Aber der jetzt gefundene Wegbringt

alle Interessen gut zusammen.“ Dafür

stehe er ein. Das Kraftwerk

Schwarze Pumpe soll mit zwei Blöcken

bis Ende 2038 laufen.

Brandenburger Landfrauen fühlen sich von der Politik oft nur unzureichend wahrgenommen

Brandenburger Landfrauen fühlen

sich vonder Politik nicht immer

ausreichend mit ihren Problemen

wahrgenommen. „Auf dem

Lande fehlende Ärzte, nicht ausreichende

Gesundheitsversorgung,

aber auch schlechte Breitbandversorgung

oder geschlossene Verkaufsstellen

sind Themen, die uns

beschäftigen“, sagte Jutta Quoos,

Vorsitzende des Landfrauenverbandes.

Diese Themen werden immer

an die Politik herangetragen.

„Gleichwertige Lebensverhältnisse

muss es sowohl in der Stadt als auch

auf dem Lande geben“, sagte sie.

FürVerbraucher sei der Landfrauenverband

nach wie vorauf der Grünen

Woche in jedem Jahr eine gute

Anlaufstelle. „Wir informieren aus

erster Hand, wie Nahrungsmittel

hergestellt werden“, sagte sie.Neben

einem Quiz gebe es dann auch das

eine oder andereBack- oder Kochrezept.

„UnsereFrauen stehen mitten im

Leben, haben eine Meinung, die sie

vertreten“, sagte Quoos. Sie ließen

sich auch nicht auf vermeintlich

klassische Frauenthemen wie Kochen,

Backen, Kindererziehung,

Handarbeiten oder Gartengestaltung

reduzieren. Landfrauen von

heute arbeiteten zwar nicht unbedingt

in der Landwirtschaft, lebten

aber im ländlichen Raum. Dort haben

sie möglicherweise ihren Job.

Ein„Armutslesebuch“

„Auf Bundesebene vertreten wir im

politischen Berlin die Landfrauen“,

sagte Clara Billen, Pressesprecherindes

Deutschen Landfrauenbundes.

Die Außendarstellung sei immer

noch schwierig. Das Zusammenkommen

der Frauen und ihre

Gemeinschaft sei wichtig, dann kämen

die Themen auf den Tisch wie

Frauenpolitik, gleichwertige Lebensbedingungen

im ländlichen

Raum, Verbraucherpolitik und Ehrenamt.

„Wir müssen uns dann zu Wort

melden, wenn es scheint, dass der

ländliche Raum von der Politik vergessen

wird“, betont Quoos. „Die

neue Brandenburger Koalitionsregierung

hat unsere Forderungen auf

dem Tisch liegen“, sagte Quoos.

Gleichstellung sei ein wichtiges

Thema.

Bei aller vermeintlichen Idylle

des Landlebens gebe es zunehmend

Probleme,die noch nicht so breit in

der Öffentlichkeit wahrgenommen

würden. „Derzeit wird ein „Armutslesebuch“

erarbeitet“, sagte Quoos.

Frauen aus Brandenburg berichten

über ihre schwierige Situation, finanziell

über die Runden zu kommen.

Oft werden im ländlichen

Raum nur Mindestlöhne gezahlt.

„Frauen, die immer gearbeitet haben,

rutschen am Ende eines Arbeitslebens

in die Altersarmut“,

sagte sie.„Dasist bitter.“ Diebesondere

Arbeitssituation dieser Frauen

müsse bei der Rentenpolitik berücksichtig

werden.

Mittlerweile gebe es auch eine

leichte Durchmischung in den Regionen

durch den Zuzug junger Familien

aus den Städten. „Die Frauen

wollen wir einbeziehen“, sagte

Quoos.

„Der ländliche Raum ist im Wandel“,

sagt auch Billen.„Junge Frauen

kommen mit neuen Ideen.“ Es

gründeten sich Initiativen für junge

Landfrauen.

Rund 1100 Frauen sind nach den

Angaben Mitglied in dem 1992 gegründeten

Brandenburger Verband.

Bundesweit sind es etwa 500 000 –

eine seit Jahren stabile Zahl. Die

Frauen arbeiten lautVerband alle ehrenamtlich.

Quoos,die seit 1992 dem

Brandenburger Landfrauenbund

vorsteht, will das Amt in diesem Jahr

in jüngereHände geben. (dpa)

NACHRICHTEN

Blankenfelde: Leiche im

Keller entdeckt

In Blankenfelde-Mahlow(Teltow-

Fläming) ist am Montagmittag eine

Leiche entdeckt worden. Sielag in einem

Keller eines mehrgeschossigen

Wohnhauses.Zuvor hatte sich der 59

Jahrealte BerndS.bei der Polizei gemeldet

und zugegeben, den Mann

getötet zu haben. Beidem Opfer

handelt esich um einen Bosnier.Täter

und Opfer sollen regelmäßig Geschäfte

miteinander abgeschlossen

haben. Diesmal ging es um den Verkauf

eines 40 000 Euro teuren Autos.

Zuletzt waren die beiden Männer am

Sonnabend gesehen worden. (ls.)

Gericht verurteilt Paar

nach Kindesmisshandlung

Wegen Misshandlung und Vernachlässigung

ihrer Stieftochter ist eine

Frau vomPotsdamer Amtsgericht zu

zweieinhalb Jahren Haft verurteilt

worden. DerVater des fünfjährigen

Mädchens wurde am Montag zu einer

Geldstrafe von80Tagessätzen

verurteilt, wie ein Sprecher des Gerichts

mitteilte.ImFrühjahr 2017

wurde das damals zweieinhalbjährige

Mädchen laut Gericht durch

Schläge und Schütteln lebensbedrohlich

verletzt. DasKind sei außerdem

unterernährtgewesen. Seit einem

längeren Krankenhausaufenthalt

nach einer Ohnmacht durch die

schwerenVerletzungen befindet sich

das Mädchen in der Obhut des Jugendamtes.

(dpa)

Woidke: Billigprodukte

schaden Landwirtschaft

Brandenburgs Ministerpräsident

Dietmar Woidke (SPD) hat auf der

Grünen Woche Verbraucher,konventionelle

und ökologische Landwirte

zu einem „konstruktiven Dialog“

aufgefordert. „Wer denkt, Landwirte

lassen sich gegeneinander ausspielen,

täuscht sich. Produzenten

und Konsumenten müssen an einen

Tisch“, sagteWoidke am Montag laut

Mitteilung. Verbrauchernmüsse klar

sein, dass Billigprodukte die Landwirtschaft

kaputt machten. (dpa)

Unfalltod von Studentin:

Ein Jahr Bewährung

Im Prozess um den Unfalltod einer

22-jährigen ägyptischen Studentin in

Cottbus ist ein Autofahrer zu einer Jugendstrafe

voneinem Jahr auf Bewährung

verurteilt worden. Das

Amtsgericht Cottbus sprach ihn der

fahrlässigen Tötung schuldig. Die

Staatsanwaltschaft hatte in ihrem

Plädoyeracht Monate auf Bewährung

gefordert. DieVerteidigung plädierte

auf Freispruch. DasGericht sah es als

erwiesen an, dass der 22-jährige Autofahrer

aus Dresden in hohem Maße

grob fahrlässig gehandelt habe,als er

am 15. April2017 den Unfall verursacht

hatte.Das Auto hatte die Frau

an einer Straßenbahnhaltestelle erfasst.

Erlaubt war Tempo 30. DasGericht

ging davon aus,dass der Autofahrer

mehr als 50 Kilometer pro

Stunde gefahren war. (dpa)

LOTTO-QUOTEN

Gewinnzahlen:

12 -14-22- 32 -41- 43, Sz. 3

QUOTEN

Klasse 1: unbesetzt

Klasse 2: 3x537.087,60 Euro

Klasse 3: 79 x10.197,80 Euro

Klasse 4: 703 x3.437,90 Euro

Klasse 5: 3884 x207,40 Euro

Klasse 6: 33 186 x48,50 Euro

Klasse 7: 72,140 x22,30 Euro

Klasse 8: 605 910 x11,90 Euro

Klasse 9: 550 947 x5Euro

Alle Angaben ohne Gewähr!


16 * Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020

·························································································································································································································································································

Wissenschaft

Coronaviren in einer kolorierten Mikroskopaufnahme. Die Virusfamilie ist genetisch sehr variabel. Zu ihren Vertreterngehören die Sars-Viren, die 2002/2003 eine weltweite Erkrankungswelle verursachten.

FRED MURPHY &SYLVIA WHITFIELD/CDC

VonWuhan in die Welt

In China steigt die Zahl der Menschen, die mit dem neuen Sars-Virus infiziert sind. Berliner Forscher haben einen Test entwickelt, der den Erreger identifiziert

VonSven Siebert

Was da kurz vor dem

Jahreswechsel bei

Twitter zu lesen war,

erinnerte die Virusexperten

an der Charité an einen alten

Bekannten. In Wuhan, einer Elf-Millionen-Metropole

in Zentralchina,

war offenbar eine neuartige Viruserkrankung

ausgebrochen. Noch gab

es weder offizielle Bestätigung noch

detaillierte Informationen über die

Artdes Virus. NurGerüchte in sozialen

Medien. Aber das Team um

Christian Drosten, Direktor des Instituts

für Virologie, ahnte: Das

könnte ein Sars-ähnlichesVirussein.

Und für Sars-ähnliche Viren sind er

und sein Team Experten.

Übertragung vonMensch zu Mensch

Das Ausmaß: Die Zahl bestätigter

Fälle der durch ein

neues Sars-Virus ausgelösten

Lungenkrankheit in

China ist übers Wochenende

sprunghaft auf rund 220 gestiegen.

Mittlerweile gibt es

drei bekannte Todesfälle.

DREI TODESFÄLLE, MEHR ALS 220 INFIZIERTE

Sars gilt als erste Infektionskrankheit

mit weltweiter Ausbreitung (Pandemie)

im noch jungen Jahrhundert. In

den Jahren 2002/2003 erkrankten –

ebenfalls zuerst in China – rund

8000 Menschen, 800 starben an dem

Schweren Akuten Atemwegssyndrom

(SevereAcute RespiratorySyndrome,

kurz Sars). Christian Drosten,

damals noch junger Wissenschaftler

am Hamburger Tropeninstitut,

gelang es als Erstem, einen

zuverlässigen Test auf das neue Virus

zu entwickeln. „Seit damals arbeite

ich an den Coronaviren, zu denen

Sars gehört“, sagt Drosten, der 2017

an die Charité wechselte.

„Können wir da was machen?“,

fragten sich kurz vor Silvester die

Berliner Virologen. Die Antwort lautete

spätestens in dem Moment „Ja“,

in dem von Virologen aus Wuhan

selbst der Verdacht geäußert wurde,

es handele sich um ein Sars-ähnliches

Virus. DieBerliner entschieden,

sich selbst auf die Suche nach einem

geeigneten Virus-Nachweis zu machen.

Während Drosten 2003 noch

eine Speichelprobe eines Sars-Kranken

benötigte,arbeitete das Charité-

Team diesmal nur mit Daten über

die Sars-Virusgruppe.

Seit 2003 sind Sars und eine ganze

Reihe verwandter Viren sequenziert

worden. Das heißt: Das Erbmaterial

des Erregers ist entschlüsselt. In der

DNA und RNA werden alle Informationen

über Aufbau und Entwicklung

eines Lebewesens oder eines

Virusdurch eine jeweils typische Abfolge

bestimmter Molekülgruppen

kodiert. Werdiese Sequenzen kennt,

kann typische, unverwechselbare

Muster in der Erbsubstanz finden.

DieBerliner fingen an, auf dieser Datenbasis

ein Test-Kit zu entwickeln,

das alle Sars-verwandten Viren sicher

identifizieren kann. Niemand

musste dazu im Schutzanzug vor einer

Sterilbank sitzen und Virusproben

pipettieren –die Arbeit fand im

Wesentlichen am Computer statt.

Inzwischen hatten die Chinesen

die Sequenz des neuen Wuhan-Virus

veröffentlicht. Und nach einem Wochenende

intensiver Arbeit lag

schließlich ein zuverlässiger Test vor.

Die Berliner Arbeitsgruppe hatte

eine typische Sequenz gefunden, die

nur in Sars-Viren einschließlich

„Wuhan“ zu finden ist. Die Forscher

testeten ihre Kits an Proben praktisch

aller bekannten Viren, die für

Atemwegserkrankungen sorgen und

in den Kühlkammern der Charité

schlummern. MitErfolg.

Eine Berliner Bio-Technologie-

Firma stellt nun mit modernen gentechnischen

Verfahren die Test-Kits

her.Anein Stückchen RNA mit der typischenVirus-Sequenz

wirdein Fluoreszens-Farbstoff

gekoppelt. DerTest

lässt sich mit den geeigneten Laborgeräten

in Kliniken überall auf der

Welt einsetzen. Kommt er mit dem

Wuhan-Virus in Berührung, fängt die

Probe nach rund einer Stunde gewissermaßen

an zu leuchten.

Drosten hat veröffentlicht, wie

der Test entwickelt und überprüft

wurde. Auf der Internetseite der

Weltgesundheitsorganisation WHO

lässt sich das nachlesen. Aus dem

Charité-Institut werden nun Test-

Kits in alle Welt verschickt.

Der Anfang: Der Großteil der

Infektionen konzentriertsich

mit 198 bekannten Fällen

auf die 11-Millionen-Metropole

Wuhan. Ausgangspunkt

ist wohl ein Markt. Weitere

Fälle gibt es in Peking,

Shanghai und Guangdong.

Vorsichtsmaßnahmen: Polizisten mit Mundschutz in Peking.

DieAusbreitung: Nach FälleninThailand

undJapan

wurde auch in Südkoreaeine

Infektionbestätigt. Britische

Experten gehen davonaus,

dass dieKrankheit wesentlich

weiterverbreitetist.Eskönne

1700 Infiziertegeben.

MARK SCHIEFELBEIN/AP/DPA

Aber was nützt so ein Test? Das

Wuhan-Virus breitet sich weiter aus.

Am Montag wurde aus China von einem

sprunghaften Anstieg der

Krankheitsfälle berichtet. Offiziell

rund 220 Menschen sind bisher infiziert,

drei gestorben. Es gibt offenbar

einzelne Fälle in Thailand, Japan und

Südkorea. Die Tests können helfen,

Verdachtsfälle zweifelsfrei aufzuklären,

sagt Drosten. Wichtig sei vor allem,

zu bestimmen, ob eine Menschzu-Mensch-Übertragung

des neuen

Virus möglich ist. Das scheint tatsächlich

der Fall zu sein, wie am

Abend bekannt wurde.InzweiFällen

sei eines Übertragung vonMensch zu

Mensch nachgewiesen, meldete die

Nachrichtenagentur Xinhua.

BeiSars war das vor17Jahren der

Fall. Bei dem Corona-Virus aus Wuhan

ist noch nicht klar: Muss man

mit den Tieren, also den ursprünglichen

Virus-Wirten, in Berührung

kommen, um sich zu infizieren?

Oder reicht es, dass auf Bahnhöfen

und Flughäfen, in Hörsälen und

Kantinen ein Mensch den anderen

anniest, um dasViruszuübertragen?

Die Sars-ähnlichen Coronaviren

stammen nach Drostens Erkenntnissen

aus Hufeisennasen-Fledermäusen,

wie sie in Asien verbreitet sind.

Bei Sars nahm man an, Menschen

hätten sich durch den Verzehr von

Schleichkatzen, einer asiatischen

Säugetiergruppe, infiziert. Die

Schleichkatzen ihrerseits hatten

möglicherweise Fledermäuse gefressen.

Der Verkauf von Schleichkatzen

ist wegen Sars nun in China verboten.

Aber Drosten ist nicht sicher, ob

damit der damalige Übertragungsweg

tatsächlich unterbrochen

wurde. ImFall von Sars gab es Drosten

zufolge auch Hinweise, dass

Marderhunde das Virus trugen. Sie

werden in China massenweise in

großen Farmen gezüchtet. Ihr Fell

findet sich an den Kapuzen vieler

Winterjacken. Die wirtschaftliche

Bedeutung der Marderhunde ist deswegen

für China groß.

Drosten vermutet, dass Insekten

die ursprünglichen Wirtevieler Viren

sind. Denn viele Säugetiere sind Insektenfresser.Und

auch der Mensch

könnten diesem Risiko künftig vermehrtausgesetzt

sein. Denn der Forscher

ist überzeugt, dass künftig

auch Insekteneiweiß für unsereNahrungsmitteln

verwendet wird. „Wir

werden anfangen müssen Insekten

zu essen, um den Proteinbedarf einer

wachsenden Weltbevölkerung

zu decken.“ Deshalb hat er in seinem

jüngst publizierten Projekt nach VireninInsekten

gefahndet.

Für die im Fachblatt Plos Pathogens

veröffentlichte Studie haben die

Forscher die Tatsache genutzt, dass

man bei der Sequenzierung von Insekten-Genen

immer auch Spuren

von viralem Erbmaterial findet. In

Bonn gibt es eine Datenbank, die die

Gene von mehr als 1200 Insektenarten

auflistet.„Wir haben gewissermaßen

deren Müll durchsucht“, berichtet

Drosten. Es sei wohl die bisher

größte Einzelstudie zur Entdeckung

neuer Viren. Das Suchprogramm

fand typische Virus-Sequenzen –

Hunderte bisher unbekannte Viren

aus mindestens 20 Gattungen. Mit

den Daten kann man nun Proben von

Patienten untersuchen, die an einer

unbekanntenVirusinfektion leiden.

Sars wurde wieder harmlos

Aber nicht alle Viren, die sich im Tierreich

tummeln, können auf den Menschen

überspringen. Einen Fall wie

Sars oder „Wuhan“ gebe es nur etwa

alle zehn Jahre, sagt Drosten. Und

nicht immer ist ein solcher Wirtswechsel

gefährlich. Manche Viren

verursachen nur einen Schnupfen

oder bleiben ohne Symptome. Andere–wie

Sars –führen zu einer Pandemie,

verschwinden aber von allein

wieder. Das Sars-Virus mutierte und

verlor die Fähigkeit zur Infektion

menschlicher Zellen wieder. Wie es

mit Virus aus Wuhan weitergeht, ist

offen. Drosten: „In der überwiegenden

Mehrzahl gelingt es einem Virus

nicht, sich erfolgreich zu etablieren.“

Gesellschaftliche Wendepunkte für den Klimaschutz

Dezentrale Energiegewinnung, Erziehung zu mehr Umweltbewusstsein in der Schule und Bauen mit Holz –Potsdamer Forscher zeigen Wege für einen grundlegenden Wandel

tionen für erneuerbareEnergien. Außerdem

empfehlen die Forscher einen

Umbau der Energieversorgung

vonzentralen Kraftwerken hin zu dezentraler

Energiegewinnung, etwa

durch Solar-und Windkraft.

Auch Städte können viel bewirken,

macht das Team klar. Direkte

und indirekte Emissionen von Gebäuden

summieren sich weltweit zu

20 Prozent des Treibhausgasausstoßes.

Die Wissenschaftler schlagen

große Vorzeigeprojekte vor, in denen

auch klimafreundliches Bauen gezeigt

werden könnte. Sokönne ein

Echte gesellschaftliche Trendwenden

könnten nach Forscherangaben

helfen, das Klima effektiv zu

schützen. Ein internationales Team

nennt dafür Bereiche wie Energie,Finanzwelt

und Bildung. Bis spätestens

2050 müsse der gesamte globale

Treibhausgasausstoß auf Null reduziert

sein, was tiefgreifende Änderungen

nötig mache.

Die Gruppe um die Leitautorin

Ilona M. Otto, Soziologin am Potsdam-Institut

für Klimafolgenforschung

(PIK), hat zahlreiche Expertenvorschläge

analysiert und präsentiertnun

mögliche Trendwenden

und Wege, die sie als Kippinterventionen

bezeichnen. Die Studie, an

der auch der ehemalige PIK-Direktor

Hans Joachim Schellnhuber beteiligt

ist, erschien am Montag im Fachmagazin

PNAS.

Einer der benannten Bereiche ist

die Energieerzeugung. Die Forscher

betonen, dass der Trend wegvon fossilen

Brennstoffen gehen müsse.Dabei

sei vorallem die Politik gefordert:

2015 waren die Subventionen für

Kohle, Erdöl und Erdgas noch mehr

als doppelt so hoch wie die Subvengroßes

Gebäude, das zu 80 Prozent

aus laminiertem Holz errichtet

werde, Tausende Tonnen Kohlendioxid

(CO 2 )vermeiden.

Im Bereich Bildung fordern die

Forscher um Ilona Otto und Hans

Joachim Schellnhuber ebenfalls

mehr Bemühungen. „Nachhaltigkeit

kann nicht auferlegt werden, sie

muss gelernt werden“, schreiben sie.

Deshalb plädieren sie dafür,indeutlich

höherem Maße als heute eine

umwelt- und klimabewusste Lebensweise

in den Schulunterricht

einzubeziehen.

Wichtig seien auch Informationen

für die Verbraucher. Unter den

analysierten Vorschlägen waren

auch Angaben über den Ausstoß von

Treibhausgasen zur Herstellung eines

Produkts auf jeder Packung,

ähnlich wie die Nährwertangaben

bei Lebensmitteln.

Andreas Ernst vonder Universität

Kassel, selbst nicht an der Studie beteiligt,

ist der Ansicht, dass soziale

Kippinterventionen ein sehr guter

Weg sind, den Blick auf die gesellschaftlichen

Möglichkeiten des Umsteuerns

zu richten. MitGeschick an

der richtigen Stelle platzierten Maßnahmen

könnten umfassende Erfolge

bei der Bewältigung der Klimaerwärmung

haben.

„Die in der Studie vorgestellten

Ansatzpunkte sind an sich keineswegs

neu“, sagt Ernst. „Neu ist die

Hypothese, dass es mit bestimmten,

eleganten Interventionen gelingt,

großflächige Veränderungen auszulösen.“

Die inder Studie besprochenen

Eingriffe blendeten allerdings

noch politische und wirtschaftliche

Machtfragen als wesentliche Beharrungsfaktoren

völlig aus. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020 17 *

·························································································································································································································································································

Sport

Für

den

Trainer

DHB-Auswahl rehabilitiert

sich mit Sieg gegen Österreich

VonCarolin Paul, Wien

Ganz kurz keimte noch einmal

Hoffnung auf. Der Teammanager

der deutschen Handball-Nationalmannschaft,

Oliver Roggisch, beobachtete

angespannt die Begegnung

zwischen Weißrussland und

Spanien. Doch es kam, wie es kommen

musste.Trotz einer starken Anfangsleistung

unterlag das Team von

Juri Schewzow den Iberern deutlich

(28:37) –ein nochmaliger Fingerzeig,

wie utopisch die Chancen der DHB-

Auswahl gewesen waren. Das

musste auch Roggisch erkennen, der

sich bereits während der zweiten

Halbzeit vomGeschehen entfernte.

Obwohl das Hauptrunden-Aus

nun endgültig besiegelt war, musste

das Spiel gegen Österreich selbstredend

noch gespielt werden. Ein

„Charaktertest“, wie es seitens der

Funktionäre beschrieben wurde.

Würde sich die Mannschaft nach

dem schmerzhaften Ausscheiden

wieder motivieren und ihreLeistung

abrufen können? „Was macht diese

Mannschaft mit ihrem Trainer?“,

fragte DHB-Vizepräsident Bob Hanning

kokettierend. „Österreich in Österreich

ist der beste Gegner, um

diese diese Fragen zu überprüfen.“

DieAntwort: Nach einer verhaltenen

Anfangsphase gewinnen Prokop

und sein Team das Nachbarschaftsduell

mit 34:22(16:13) deutlich.

Technische Fehler, ein schlechte

Wurfausbeute, kein Zugriff in der

Abwehr –imSpiel ist die deutsche

Mannschaft zu Beginn nicht wirklich.

Nach zehn Minuten zeigt die

Anzeigetafel ein enttäuschendes 3:5.

Erst im Schlussdrittel der ersten

Halbzeit werden Prokops Schützlinge

ihrer Favoritenrolle gerecht.

Leichte Tore dank Bitter

Der mittlerweile zwischen den Pfosten

aktiveJohannes Bitter überzeugt

in seinem 150. Länderspiel bis zur

Torhüter Johannes Bitter herzt Rückraumspieler

Paul Drux.

GETTY/ROSE

Pause mit sieben Paraden, darunter

ein gehaltener Siebenmeter. Durch

seine Verstärkung kommt das Gegenstoßspiel

ins Rollen und die

DHB-Auswahl zu leichten Toren. In

der 28. Minute liegt das Team erstmals

mit vier ToreninFront (16:12).

Österreich indes ist nicht nur als

„Jausengegner“ angetreten, wie es

der Nordhorner Bundesliga-Spieler

Robert Weber vor der Partie ausgedrückt

hatte. Die Gastgeber erhofften

sich gleichermaßen einen dritten

Platz in der heimischen Hauptrunden-Gruppe,

umweiter die Chance

auf Platz fünf bei der EM am Leben

zu halten und sich dadurch die Teilnahme

an einem Olympia-Qualifikationsturnier

zu sichern. DasTicket

für das Duell um Platz fünf in Stockholm

lösen allerdings die Deutschen.

Nach 40. Minuten beträgt der

Vorsprung bereits sieben Treffer

(23:16) und wächst dank eines souveränen

Auftritts vonBitter stetig an.

Ob diese Leistung die Trainer-Debatte

verstummen lassen kann, wird

Hanning selbst beantworten müssen.

„Genießen konnte ich vielleicht

die letzten zehn Minuten, das war

mental schon eine große Herausforderung“,

sagt Prokop im Nachgang.

Ein langer Schatten

Warum die Berliner Eiskunstläufer Hase/Seegert um ihren Status als bestes deutsches Paar kämpfen müssen

VonBenedikt Paetzholdt

Die Eissporthalle II im

Sportforum Hohenschönhausen

hat sich im

vergangenen Jahr verändert.

An der gekachelten Wand oberhalb

der Eisfläche findet sich nun

eine Urkundengalerie, die schon bei

kurzer Betrachtung vermittelt, wie

erfolgreich hier in den Sportarten

Eiskunstlauf und Eistanz gearbeitet

wird. Podiumsplätze bei Olympischen

Spielen, Welt- und Europameisterschaften

seit den 60er Jahren

sind hier dokumentiert. Der letzte

große Erfolg auf internationaler

Bühne made in Berlin liegt allerdings

16 Jahre zurück. Kati Winkler und

René Lohse gewannen bei der WM

2004 in Dortmund die Bronzemedaille

im Eistanz.

Gleich nebenan hängt ein Schaukasten,

der die Generation an Eisläufernvorstellt,

die derzeit am Berliner

Bundesstützpunkt trainieren. Auf

den Erinnerungen an die Deutschen

Meisterschaften Anfang des Jahres

finden sich viele glückliche Berliner

Gesichter, die Botschaft lautet auch:

Hier geht es nach durchwachsenen

Jahren wieder aufwärts!Vorallem die

Paarläufer aus der Hauptstadt befinden

sich im Aufschwung. Was mit

der Entscheidung zusätzlich befeuert

wird, dass Alexander König, der

Aljona Savchenko und Bruno Massot

zum Olympiasieg 2018 führte, seit

letztem Jahr als neuer Bundestrainer

das Paarlauf-Leistungszentrum organisiert.

Den Deutschen Meistern Minerva

Fabienne Hase, 20, und Nolan

Seegert, 27, werden sogar Außenseiterchancen

auf eine Medaille bei der

Europameisterschaften in Graz zugetraut.

Am Mittwoch sind sie mit

dem Kurzprogramm gefordert, am

Freitag folgt die Kür zu einem Arrangement

desWelthits The house of the

rising sun.

Die veränderte Wahrnehmung

des Paares hat allerdings weniger mit

dem Auftritt auf nationaler Ebene zu

tun, schon im vergangenen Jahr holten

sie diesen Titel. Beim Grand Prix

in Moskau im November liefen

Hase/Seegert auf Platz drei, gewannen

mit Bronzeihreerste internationale

Medaille. „Wir haben gesehen,

dass wir international konkurrenzfähig

sind“, sagt Seegert.

Daraus leitet sich, so sehen sie es

selbst, kein Anspruch ab, inÖsterreich

erneut in die Phalanx des russischen

Trios einzudringen, das als fa-

Grand Prix in Moskau: Minerva Hase und Nolan Seegertgewinnen Bronze.

vorisiertgilt. „Es müsste einiges passieren,

dass die Jury uns da reinlaufen

lässt“, sagt Hase, „dahinter ist

alles möglich.“ Einsechster Platz wie

im Vorjahr wärefür sie ein Erfolg.

DerTraum vonPeking

Die EMist für die beiden ohnehin

nur ein Zwischenschritt. In dieser

Sportartgeht es darum, bei den Wer-

Cool bleiben

IMAGO IMAGES

tungsrichtern und den Zuschauern

ein positives Image aufzubauen. „Im

Eislaufen ist es ja so, dass man sich

einen gewissen Status erarbeitet und

einen Namen hat. Es ist schon wichtig,

dass man sich bei der EM gut präsentiert,

denn dann ist man schon

mal im Gedächtnis der Leute“, erklärtSeegert.

Schon im Märzsteht in

Montréal, Kanada die WM an, wofür

sie –anders als das zweite Berliner

EM-Duo Annika Hocke/RobertKunkel

–bereits sicher qualifiziert sind.

Undnatürlich schweifen die Gedanken

manchmal schon in Richtung

Peking ab. 2022 finden dort die

nächsten Olympischen Winterspiele

statt; die vor zwei Jahren hatten sie

noch verpasst. Eine Enttäuschung,

die sie lange beschäftigt hat und immer

noch umtreibt.

Während die sensationelle Kür

von Savchenko und Massot, mit der

sich in Südkorea nach Platz vier im

Kurzprogramm noch zum Olympiasieg

liefen, branchenübergreifend

die Sportwelt verzückte, haderten

die beiden damit, dass sie auch aufgrund

einer Verletzung Hases im

Ausscheidungsduell um Startplatz

zwei an Hocke und ihrem vorherigen

Partner Ruben Blommaert gescheitert

waren. „Wir standen immer im

Schatten dieser Qualifikation“, sagt

Seegert. „Bis wir zum ersten Paar in

Deutschland aufgestiegen sind,

mussten wir sie fünf-, sechsmal

schlagen, dann haben die Leute das

gemerkt.“

Ob die beiden ihren erworbenen

Status behalten können, hängt allerdings

nicht alleine davon ab, obsie

ihre aktuellen Konkurrenten in

Schach halten. Noch immer kokettiert

Savchenko, die mittlerweile

Mutter einer Tochter ist, mit einem

Comeback. Mit Massot, der inzwischen

als Trainer arbeitet, befände

sie sich im Austausch, lässt sie wissen.

Und zieht damit natürlich die

Aufmerksamkeit auf sich.

„Wir versuchen, Aljona Aljona

sein zu lassen. Sie die beste Paarläuferin,

die es jemals gab,und das wird

vielleicht auch immer so bleiben“,

sagt Seegert.„Wir sehen uns nicht als

Nachfolger, sondern versuchen, unser

eigenes Ding zu machen.“ Eine

Rückkehr des Gold-Duos würde zudem

die Balance im deutschen Eislaufen

verändern. Hase sagt: „Vor

Pyeongchang haben sie beide Startplätze

geholt, das war deren Verdienst.“

Für 2020 müssen Hase/Seegert

die Plätze allerdings selbst erkämpfen:

„Und dann wäre esnatürlich

schön, wenn wir selbst antreten

könnten. Aber wenn sie wieder anfangen

will, fängt sie an. Es bringt ja

nix, deswegen jetzt schon heiß zu

laufen.“

DieKonzentration wollen die beiden

Berliner vielmehr auf ihreeigene

Performance legen. Damit eines Tages

auch ihre Erfolge in der Eishalle

vermerkt sind.

Naomi Osaka hatte kein leichtes Jahr.Jetzt will sie bei den Australian Open dort weitermachen, wo sie 2019 aufgehört hat

VonDoris Henkel, Melbourne

Es war eine merkwürdige Situation

vor einem Jahr in Melbourne.

Während des ganzen Turniers

hatte sich Naomi Osaka immer

wieder gesagt: Egal wie,aber irgendwie

musst du da durch. Sie fühlte

sich in der Gegenwart ihres deutschen

Coaches Sascha Bajin nicht

mehr wohl, der sie vier Monate vorher

zum Titel bei den US Open geführt

hatte, und der auch in Australien

noch auf der Bank saß. Trotz der

zum Teil lähmenden Stimmung gewann

sie den Titel, den zweiten bei

einem Grand-Slam-Turnier innerhalb

kurzerZeit, und sie hatten allen

Grund, stolz auf sich und ihre Beharrlichkeit

zu sein. Keine drei Wochen

später verkündete sie das Ende

der Partnerschaft mit der Erklärung,

glücklich zu sein sei ihr wichtiger als

Erfolg zu haben.

Es wurde ein schwieriges Jahr.Bis

Ende Juni und noch mal dreiWochen

im August hielt sie die Position an

der Spitzeder Weltrangliste,Sponsoren

standen Schlange, und jeder

wollte was von ihr. In Japan, dem

Heimatland ihrer Mutter, für das sie

spielt; in den USA, dem Land ihrer

Kindheit und Jugend, und in der karibischen

Heimat ihres Vaters. Anfang

August ließ sie die Welt wissen,

sie habe seit Monaten keinen Spaß

mehr beim Tennis gehabt und habe

sich selbst eine viel große Last aufgeladen.

Es sei eine harte Zeit gewesen,

aber sie werdesich Mühe geben, den

verlorenen Spaß wiederzufinden.

Wer Naomi Osaka dieser

Tage in Melbourne erlebt,

der sieht eine junge

Frau, der es viel, viel besser

geht. DieinMomenten unbeschwert

wirkt, obwohl

ihr das nicht in die Wiege

gelegt wurde, und deren

leicht schrulliger Humor

neue Blüten treibt. Es gibt

kaum jemandem auf dem

Planeten Tennis, der so

vielsagende Pausen in

Sätze einbaut und dann hinterher

um Entschuldigung bittet, weil die

Pause zu lang und unhöflich war.

Eine Kostprobe dieses Humors, der

manchmal wie ein Wagen auf drei

Rädern durch die Gegend holpert,

gab sie bei einem kleinen Auftritt im

Rahmen der Auslosung vor ein paar

Tagen. Als sie gefragt wurde, obsie

eine Chance gehabt habe, mit der

von ihr bewunderten Serena Williams

ein paar Ratschläge für eine erfolgreiche

Titelverteidigung einzuholen,

da folgte zunächst wieder

eine Pause.Dann dozierte sie: „Okay,

ich muss Sie wohl unterrichten, wie

ich als Person so bin. Ich rede nicht

mit Leuten. Ichstarresie nur aus der

Entfernung an; das ist Lektion

Nummer 1. Nummer

2ist: Sollte ich mit Serena

reden müssen, wirdsie zuerst

mit mir reden und ich

bin dann so überrascht

darüber, dass ich nicht

antworten kann.“

DPA/SCOTT BARBOUR

In diesem Irrgarten von

Wörternund Pausen muss

Bitte lächeln: sich nun der neue Mann

Naomi Osaka. auf der Bank zurecht finden.

Im Dezember verkündeten

Naomi Osaka und der Belgier

Wim Fissette den Beginn ihrer Zusammenarbeit;

eben jener Fissette,

der Angelique Kerber 2018 zum

Wimbledontitel geführt hatte. Der

sei wirklich nett, sagt sie, „wir nennen

ihn Fissetti. Ichweiß, dass er mit

vielen Top-Spielerinnen gearbeitet

hat, und ich habe das Gefühl, dass

ich von seinen Erfahrungen viel lernen

kann.“ DerCoach ist nicht weniger

angetan. Er sagt, zu Beginn der

Zusammenarbeit habe er sich gefragt,

wie sie wohl im Spiel ticke; ob

sie ihrer Intuition folge oder eher klar

denke und kalkuliere. Er fand es

schnell heraus. „Sie ist eine sehr intellektuelle

Spielerin und Person, die

genau weiß, was sie tut. Und ich

denke, das hilft ihr, inden entscheidenden

Momenten cool zu bleiben.

Sie ist super ehrgeizig für ihr Alter,

und wenn ich mit ihr arbeite, dann

muss es das Ziel sein, wieder die

Nummer eins zu werden und Grand-

Slam-Turnierezugewinnen.“

Erste Etappe -das Unternehmen

Titelverteidigung in Melbourne,

diesmal in besserer Verfassung und

in deutlich entspannterer Gesamtsituation.

Bei den US Open vor vier

Monaten sei sie mit dieser Aufgabe

überfordert gewesen, sagt Naomi

Osaka. „Diesmal bin ich besser vorbereitet,

hoffentlich geht es gut.“Wie

weit sie kommen wird, wirdsich zeigen;

aber dass er ihr besser geht als

vor einem Jahr, ist nicht zu übersehen.

NACHRICHTEN

Magath findet neue Rolle im

Fußballgeschäft

FUSSBALL. Felix Magath arbeitet

künftig als Boss vonFlyeralarmGlobal

Soccer.Der 66-Jährige beendete

für sich gleichzeitig das Trainer-Kapitel.

„Ich bin zu dem Schluss gekommen:

DieZeit des Trainers Magath

ist vorbei, insofernist der Entschluss

da, dem Fußball in anderer

Weise helfen zu wollen“, sagte Magath.

Dergebürtige Aschaffenburger

kümmertsich um den Drittligisten

Würzburger Kickers und den FC AdmiraWacker

Mödling aus Österreich.

DieOnlinedruckerei Flyeralarmunterstützt

beide Vereine finanziell und

ist außerdem Namenssponsor der

Frauen-Bundesliga.

Deutsche Wasserballer

verpassen Viertelfinale

WASSERBALL. Diedeutschen Männer

haben bei der EM in Budapest erwartungsgemäß

das Viertelfinale

verpasst. DieAuswahl vonBundestrainer

Hagen Stamm unterlag dem

ungeschlagenen Vizeweltmeister

Spanien in der Zwischenrunde klar

mit 6:12 (1:1, 3:6, 0:3, 2:2). Dasdeutsche

Team spielt somit ab Mittwoch

um die Plätzeneun bis zwölf. Im

Kampf um das Olympia-Ticket

bleibt es somit spannend.„Dafür reichen

Platz neun und zehn wahrscheinlich“,

sagte Bundestrainer Hagen

Stamm.

Berlins Nachwuchssportlerin

des Jahres ist Lena Röhlings

AUSZEICHNUNG. DieKanutin Lena

Röhlings ist Berlins Nachwuchssportlerin

des Jahres.Die 17-Jährige

gilt als eines der größten Talente im

deutschen Kanurennsportund

wurde am Montag im Wintergarten

Varieté Berlin ausgezeichnet. Röhlings

setzte sich vorder Modernen

Fünfkämpferin Annika Schneider

(18 Jahre) und Ringerin Olivia Andrich

(16) durch. DerBerliner Schulsportpreis

ging an den Grünen Campus

Malchow.

ZAHLEN

Handball

Europameisterschaft, Hauptrunde

Gruppe I

Kroatien -Tschechien 22:21

Weißrussland -Spanien 28:37

Österreich -Deutschland 22:34

1. Spanien 4 131:105 8

2. Kroatien 4 105: 91 8

3. Deutschland 4 115:103 4

4. Österreich 4 103:120 2

5. Weißrussland 4 102:124 2

6. Tschechien 4 100:113 0

Gruppe II

Portugal -Island 25:28

Slowenien -Ungarn 28:29

Norwegen -Schweden 23:20

1. Norwegen 3 93:77 6

2. Slowenien 3 79:75 4

3. Ungarn 3 82:82 4

4. Portugal 3 88:87 2

5. Island 3 73:79 2

6. Schweden 3 64:79 0

Tennis

Australian Open, 1. Runde

Frauen: Julia Görges (Bad Oldesloe) -Viktoria

Kuzmova (Slowakei) 6:1, 6:2, Ashleigh Barty (Australien/Nr.1)-Lesia

Zurenko(Ukraine) 5:7, 6:1,

6:1, Naomi Osaka (Japan/Nr.3)-Marie Bouzkova

(Tschechien) 6:2, 6:4, Petra Kvitova (Tschechien/Nr.7)-Katerina

Siniakova(Tschechien)

6:1, 6:0, Serena Williams (USA/Nr.8)-Anastasia

Potapowa (Russland) 6:0, 6:3,

Männer: Philipp Kohlschreiber (Augsburg) -Marcos

Giron (USA) 7:5, 6:1, 6:2, NovakDjokovic

(Serbien/Nr.2)-Jan-Lennard Struff (Warstein)

7:6 (7:5), 6:2, 2:6, 6:1, Roger Federer

(Schweiz/Nr.3)-Steve Johnson (USA) 6:3, 6:2,

6:2, Stefanos Tsitsipas (Griechenland/Nr.6)-Salvatore

Caruso (Italien) 6:0, 6:2, 6:3, Matteo Berrettini

(Italien/Nr.8)-AndrewHarris (Australien)

6:3, 6:1, 6:3


Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020 – S eite 18

·························································································································································································································································································

Sport

Aufstehen lernen: Javairo Dilrosun macht das passende Gesicht zur heftigen Niederlage gegen den FC Bayern.

IMAGO IMAGES/BERND KÖNIG

Gift gesucht

Hertha BSC will im Kampf gegen den Abstieg die Offensive stärken, doch Trainer Jürgen Klinsmann nimmt auch seine derzeitigen Spieler in die Pflicht

VonMichael Jahn

Als Schiedsrichter Tobias

Stieler, 38, am Sonntagabend

das Duell zwischen

Hertha BSC und dem FC

Bayern abgepfiffen hatte, feierten

die Münchner Profis ausgelassen mit

ihren zahlreichen Fans unter den mit

74 667 Zuschauern ausverkauften

Olympiastadion. Das Gegenprogramm

fand in der Ostkurve statt.

Herthas Spieler trabten niedergeschlagen

in Richtung ihrer treuesten

Anhängerschaft, wagten sich aber

nicht über die blaue Tartanbahn hinaus,

weil sie nicht wussten, wie die

Reaktion nach der 0:4-Niederlage

ausfallen würde. Die Stimmung

blieb ruhig und gedämpft, die Kurve

hatte sich schnell geleert.

Es war für die Berliner schwierig,

Spiel und Resultat einzuordnen in

die laufende Saison. Waresein herber

Rückschlag auf dem vor Weihnachten

vorsichtig eingeschlagenen

WegRichtung gesichertes Mittelfeld?

Waren die Bayern eine, gar zwei

Nummernzugroßfür Hertha BSC?

Fakt ist, Hertha steckt mitten im

Abstiegskampf und sollte die Pläne,

die schon in der nächsten Saison in

Richtung Europa League führen sollen,

zumindest öffentlich zurückstellen.

Oft wird allerdings vergessen,

dass Klinsmann stets betont hatte,

das es „erstmal einzig und allein um

den Klassenerhalt geht“. Und das

man dafür sehr hartarbeiten muss.

DerTrainer fing auch unmittelbar

nach Spielende mit der Aufbauarbeit

an, die seine Spieler betrifft. „Ich

habe gleich in der Kabine gesagt:

,Männer,das 0:4 braucht ihr euch gar

nicht in die Köpfe bringen lassen.

Das passiert. Man kann gegen Bayern

verlieren’.“ Davon berichtete

Klinsmann am Montag. Auch davon,

dass er seinen Profis sagte,dass man

die dringend nötigen Punkte vor allem

gegen Mannschaften aus der

unteren Tabellenhälfte und aus dem

Mittelfeld holen müsse.

Dennoch hatten sie sich bei Hertha

etwas mehr erwartet im Duell gegen

die Bayern, einen Punkt gegen

den Favoriten hätte etwa der Trainer

„mega“ gefunden. Zwar hielt die

Mannschaft dann auch defensiv eine

Stunde lang sehr gut mit, setzte zudem

einige kleine Nadelstiche,„aber

ich hätte mir natürlich etwas mehr

Giftigkeit gewünscht“, gab Klinsmann

am Tagnach der Niederlage

zu.„Wir haben auf einige Konter spekuliert

und gehofft, dass ein Ding

reingeht. Im Moment hat das Resultat

schon gewurmt.“

Das 0:4 war nämlich die höchste

Heimniederlage von Hertha gegen

den FC Bayern seit einem 0:6 am 17.

März2012. Zwei Monate später stieg

Berlin damals nach den Relegationsspielen

gegen Fortuna Düsseldorf

(1:2; 2:2) ab.

Es gab auch andereZeiten, die gar

nicht so lange zurückliegen, als unter

dem Trainer PalDardai im Olympiastadion

den Bayern das Leben

schwerer gemacht worden war als

nun zum Startder Rückrunde.ImFebruar

2019 unterlag Hertha BSC im

DFB-Pokal dramatisch 2:3 nach Verlängerung

erst, und in der Liga wurden

die Bayern im September 2018

gar mit 2:0 bezwungen. Damals

stimmte die Balance zwischen Defensive

und Offensive besser. Das

war ein wesentlicher Unterschied zu

heute.

„Es geht dabei um Qualitätsverbesserung.

Wenn wiretwas finden im offensiven Bereich,

würde uns das enorm helfen.“

Jürgen Klinsmann über die Bemühungen von Hertha BSC und Manager Michael Preetz,

der Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt neue Impulse zu verleihen.

Klinsmann aber hat auch ein

schweres Erbe nach dem erfolglosen

Intermezzo von Trainer Ante Covic

angetreten und Ende November eine

starkverunsicherte Mannschaft vorgefunden,

deren Hierarchie er ge-

rade heftig verändert. Bayerns Thomas

Müller, dem ein Treffer und ein

Assist gelang, sagte später: „Es gab

keine Phase,inder wir zitternmussten.“

Das spricht nicht für den Gastgeber.

DerTrainer fordertnun, dass sich

die Mannschaft mehr zutrauen,

mehr Torgefahr ausstrahlen muss.

Gegen Bayern mussten die beiden

schnellen Angreifer auf den Außenbahnen,

Javairo Dilrosun und Dodi

Lukebakio, auch viel Defensivarbeit

leisten, weil der Druck der Münchner

immer stärker wurde.Klinsmann

will, dass „wir Tore auch mal erzwingen

müssen“. Der55-Jährige meinte

auch eine Szene beim Stand von0:4,

als der eingewechselte Pascal Köpke

eine große Chance vergab, das Resultat

etwas freundlicher zu gestalten.

Es scheint aber,als ob das positive

Denken, dass Klinsmann jeden Tag

vorlebt, auch seine Profis immer

mehr verinnerlichen. So sagte etwa

Kapitän Marvin Plattenhardt: „0:4

hört sich blöd an und ist hoch. Aber

das müssen wir abhaken und das

können wir verkraften.“ Lukas Klünter

machte sich und den Seinen

Hoffnung: „Zwei Drittel des Spiels

haben wir gut umgesetzt, was wir

wollten. Man hat gesehen, wir können

es.“ Klünter hatte den Elfmeter

verursacht. Klinsmann: „Das war der

Knackpunkt im Spiel. Beidiesem Elfer

haben wir den Kopf geschüttelt.

Solch einen Strafstoß möchten wir

auch gernmal bekommen.“

Klinsmann deutete am Montag

an, dass Manager Michael Preetz

weiter auf dem Transfermarkt unterwegs

ist „Micha ist am Arbeiten. Es

geht dabei um Qualitätsverbesserung.

Wenn wir etwas finden im offensiven

Bereich, würde uns das

enorm helfen.“ Mehr Gift wird gesucht,

dennoch: „Unser Kader ist gut

genug, um die Klasse zu halten.“ Die

MissionKlassenerhalt sieht der Trainer

nach dem Rückschlag nicht in

Gefahr.„Dasist keineeinfache Situation.

Wir ziehen uns da hoch, davon

bin ich überzeugt. Aber das ist ein

Prozess, der auch nervenaufreibend

für viele ist.“

Michael Jahn

erinnertsich an eine ähnliche

Krise bei Hertha BSC.

Zurück nach 50 Jahren

Dank ihres überragenden Quarterbacks Patrick Mahomes erreichen die Kansas City Chiefs mal wieder den Super Bowl gegen die San Francisco 49ers

VonMatti Lieske

Zum ersten Mal spielten die Kansas

City Chiefs im Super Bowl, als

der Super Bowl noch gar nicht Super

Bowl hieß. Im Januar 1967 war das,

und sie verloren das Match, in dem

erstmals die beiden Conference-Gewinner

den Titel in der National

Football League (NFL) ausspielten,

gegen die Green Bay Packers. Drei

Jahrespäter waren sie wieder Teil des

Super Bowl, wie das große Spiel inzwischen

auf Anregung des Chiefs-

Gründers und -Besitzers Lamar

Hunt hieß. Diesmal gewann Kansas

City in New Orleans gegen die Minnesota

Vikings und wurde der vierte

Super-Bowl-Champion der NFL-Geschichte.

Danach mussten die Fans

des Teams ein kleines Weilchen warten

bis zum nächsten Anlauf.

„Ohja, 50 Jahre, das war zu lange,

aber jetzt fahren wir wieder zum Super

Bowl“, sagte Team-Besitzer Clark

gleich zum 0:24 in der Vorwoche gegen

die HoustonTexans,als am Ende

noch ein 51:31-Sieg heraussprang.

„Nur 10, keine 24, das war doch

ziemlich gut“, scherzte

Guard Mitchell

Schwartz. Die entscheidende

Szene kam kurz

vorder Halbzeit, als Mahomes

keine Anspielstation

sah, einfach

selbst die Seitenlinie

entlangrannte und den

Touchdown zur 21:17-

Führung herausholte.

Den letzten Aufholversuch

der Titans beendete

der Quarterback

dann mit einem spektakulären

60-Yards-

Touchdown -Pass auf Sammy Watkins.

Kansas City ist dank Mahomes

leichter Favorit imSuper Bowl, der

jedoch zumindest von der Papier-

Ausgezeichnet:

Patrick Mahomes.

AP/CHARLIE RIEDEL

Hunt nach dem 35:24 im heimischen

Arrowhead Stadium gegen die zähen

Tennessee Titans. Zuvor hatte er erleichtert

die nach seinem Vater benannte

Lamar-Hunt-Trophy für den

Gewinn der American Football Conference

(AFC) in die Höhe gestemmt.

Im vergangenen Jahr war das talentierteste

Chiefs-Team seit einem halben

Jahrhundert angleicher Stätte

noch an den New England Patriots

gescheitert, weil ein Abwehrspieler

beim entscheidenden Spielzug ein

paar Zentimeter im Abseits gestanden

hatte. Nun spielen die Kansas

City Chiefs am 2. Februar in Miami

gegen die SanFrancisco 49ers,die im

anderen Halbfinale die Green Bay

Packers mit 37:20 bezwangen.

Diesmal ließ die Chiefs-Mannschaft

um den überragenden Quarterback

Patrick Mahomes Zweifel am

Einzug ins Endspiel nur am Anfang

aufkommen, als sie gleich wieder mit

0:10 in Rückstand geriet. Kein Verform

her ein offenes, spannendes

und punktreiches Treffen zweier

grundverschiedener Teams verspricht.

Die Stärke der Chiefs ist das

Pass-Spiel, mit dem sie

4498Yardsinder Saison

erreichten, doch San

Francisco verfügt über

eine formidable Defense,

die am Sonntag

mit Green Bays Aaron

Rodgers einen der besten

Quarterbacks der

Liga sicherer kontrollierte,

als es die Statistiken

aussagen. Für 326

Yards brauchte Rodgers

39 Pässe, und die Packers

konnten erst

punkten, als das Match

längst verloren war.Probleme hatten

die 49ers allerdings während der Saison

mit beweglichen, lauffreudigen

Quarterbacks, was für Mahomes

spricht.

San Franciscos offensive Stärke

liegt eindeutig im Laufspiel, da waren

die 49ers mit 2305 Yards zweitbestes

Team der NFL nach den Baltimore

Ravens. Gegen Green Bay gelangen

Running Back Raheem Mostert

als erstem Spieler in einem

Play-off-Match mehr als 200 erlaufene

Yards und vier Touchdowns,

seine 220Yardswaren die zweitmeisten

überhaupt. In der zweiten Halbzeit

setzte Coach Kyle Shanahan

praktisch nur noch auf Läufe, Quarterback

Jimmy Garoppolo warf bloß

noch zwei Pässe und lediglich acht

insgesamt. Ähnlich war es schon

eine Woche zuvor gegen die Minnesota

Vikings gewesen, doch Shanahan

wies Spekulationen zurück, der

Quarterback könnte nicht völlig gesund

sein. Die Taktik habe er gewählt,

„weil sie funktionierte“.

Verletzt vom Feld musste Running

Back Tevin Coleman, der gegen

Minnesota noch die Hauptarbeit geleistet

hatte. Viel wird beim Super

Bowl davon abhängen, ob er wieder

fit ist, denn die Chiefs haben gegen

Tennessee gezeigt, dass ihre Verteidigung

funktioniert, wenn sie sich

auf einen Läufer konzentrieren

kann. Derrick Henry, den besten

Running Back der Liga, der in den

drei Spielen zuvor jeweils mehr als

180 Yards erlaufen hatte, hielten sie

bei 69 Yards, ein wichtiger Faktor für

ihren Sieg.

Raheem Mostert, ein begeisterter

Surfer aus Florida, der vorher bei

sechs NFL-Teams durchgefallen war,

hat am Sonntag allerdings bewiesen,

dass er sich vor keiner Defense

fürchten muss. Zunächst genoss der

27-Jährige aber den Augenblick. Dies

sei der glücklichste Tag seines Lebens,

sagte er, bevor er in Hinblick

auf mögliche familiäre Verwicklungen

schnell hinzufügte: „nach der

Hochzeit und der Geburt meines

Sohnes.“


Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020 – S eite 19

·························································································································································································································································································

Feuilleton

75 Jahre Befreiung

von Auschwitz in

TV-Dokumentationen

Seite 21

„Und viele gute Nachrichten gibt es auch.“

Michaela Schlagenwerth über Förderung von Tanz für junges Publikum und das Festival Purple Seite 20

Diplomatie

Die Macht

und die Bilder

Harry Nutt

rätselt über die aktuelle

politische Ikonografie.

Esist schon ein paar Tage her,aber

ich bekomme eine Szene aus den

politischen Nachrichten der letzten

Tage nicht aus dem Kopf. Es sind

Fernsehaufnahmen, die Wladimir

Putin zusammen mit Dmitri Medwedew

nach dessen überraschendem

Rücktritt als Ministerpräsident

der Russischen Föderation zeigen,

ein Amt, das Medwedew fast acht

Jahre innehatte. Die beiden sprechen

miteinander,beinahe ohne Mimik

und Gestik, als gelte es, indiesem

Moment die politische Normalität

als solche abzubilden: ein Arbeitsgespräch

unter Staatsmännern.

Die Kommentatoren spekulieren

bereits seit Tagen darüber,was es mit

den angekündigten Änderungen der

russischen Verfassung auf sich haben

könnte. Wladimir Putin regelt

seine Nachfolge, und in diesem Arrangement

erschien Dmitri Medwedew

von Beginn an wie eine dienstbare

Konstante. Man ist geneigt,

Sprechblasen dazu zu erfinden:

„Dmitri, du weißt ja, wie das hier

läuft“, könnte Putin darin sagen,

während Medwedews Antwort ein

durch viele Symbole oder auch

Urghs und Ähs dargestelltes Schweigen

wäre. Aber das ist zu viel der Fantasie.

Tatsächlich soll die Szene das

vorhandene Machtgefälle, von dem

jeder weiß, negieren. Medwedew fügt

sich der Anordnung, als könne es für

ihn keine andereLösung geben –obwohl

oder weil er Putins Entwurf gar

nicht kennt. Bemerkenswert andieser

demonstrativ unbeholfenen

Kommunikation der politisch Mächtigen

ist vorallem, dass sie überhaupt

in Szene gesetzt wurde.

Ein ganz anderes Bild präsentierten

die Medien vonder Libyen-Konferenz

im Berliner Kanzleramt. Die

Akteure des diplomatischen Protokolls,

einige stehend, andere gebückt,

umringen Kanzlerin Angela

Merkel und einen gebannt zuhörenden

Wladimir Putin. Das Bild erweckt

den Anschein, dass die in Blau

gekleidete Kanzlerin gerade in diesem

Augenblick die entscheidenden

Wortevon sich gibt oder vernimmt.

Das Bild aus Berlin ist ein pressehistorisches

Zitat. Die Fotografin

Barbara Klemm hatte eine inzwischen

ikonografische Szene mit

Bundeskanzler Willy Brandt und

dem Generalsekretär der KPdSU

Leonid Breschnew im Jahre 1973

festgehalten und dabei den Eindruck

erweckt, als könne man der Geschichte

im Augenblick ihres Entstehens,

vielleicht sogar ihrer Unentschiedenheit,

zusehen. Keine Atempause

– Geschichte wird gemacht.

Bilder,die davon künden, aber auch.

Wenn alles gesagt ist, wird es symbolpolitisch

noch einmal wiederholt. ALEXEI NIKOLSKY

Jassir Arafat kam gerne und oft in die DDR. Hier empfängt ihn Erich Honecker 1982 in Ost-Berlin.

Eine neue Art von Judenhass

Jeffrey Herfs Buch über die Israel-Feindlichkeit der DDR und der westdeutschen radikalen Linken

VonAnja Reich

Im Juni 1967, kurz nach Ende

des Sechstagekrieges, bekommt

Albert Norden einen

Auftrag vom Politbüro. Er soll

„jüdische Bürger der DDR“ dazu

bringen, die „Israel-Aggression und

das Komplott Israel-Washington-

Bonn zu verurteilen“. Norden, Direktor

des Nationalrats der Nationalen

Front, gehört zuden Juden, die

sich nach dem Ende des Zweiten

Weltkrieges für ein Leben in der DDR

entschieden hatten. Sein Vater, ein

Rabbiner, war im KZ Theresienstadt

vonden Nazis ermordet worden.

Norden hat Probleme,den Auftrag

zu erfüllen. Jüdische Intellektuelle

wie der Schriftsteller Arnold Zweig

bitten den Politbüro-Vorsitzenden

Willi Stoph in einem Telegramm, „der

Diffamierung, ja, der Ausrottung der

Opfer und ihrer jetzigen Landsleute

in Israel entgegenzutreten“. Die KZ-

Überlebende Lin Jaldati begründet

ihre Weigerung mit der Drohung eines

PLO-Führers, die Juden vernichten

zu wollen. Helmut Aris,Präsident

des Verbandes der Jüdischen Gemeinden

in der DDR, schreibt: „Für

uns ist es ein schwieriges Problem:

Damals sind unsere Brüder und

SchwesterninDeutschland ermordet

worden und heute lassen sie wieder

ihr Leben im Nahen Osten“.

Es ist bestürzend zu lesen, wie gerade

einmal 20 Jahre nach dem Sieg

der Alliierten über das Hitler-Regime

jüdische Überlebende ihre Staatsführung

an die Lehren der deutschen

Geschichte erinnern–und wie

sie damit scheitern: Willi Stoph ignoriert

den Widerspruch. Albert Norden,

der Rabbinersohn, findet andere

Freiwillige, darunter Friedrich

Karl Kaul, Lea Grundig, GerryWolff,

Ernst Reifenberg. Ihre Erklärung erscheint

am 9. Juni 1967 im Neuen

Deutschland.

Jeffrey Herf, 73, US-amerikanischer

Historiker, erzählt diese Begebenheit

in seinem Buch „Unerklärte

Kriege gegen Israel“. Er schreibt

dazu: „Dieser Versuch war einer der

wenigen Fälle,bei denen das Regime

auf Widerstand stieß“. An Beispielen

für die anderen Fälle fehlt es ihm

nicht. Vier Jahre lang hat er in deutschen

Archiven Akten des Politbüros,

des Ministerrates, des Verteidigungsministeriums

und des Ministeriums

für Staatssicherheit gelesen.

Waserdarin fand, erzählt ein Kapitel

DDR-Geschichte, über das bisher

wenig bekannt ist: die feindliche

Haltung gegenüber Israel und die

Unterstützung von Israels Feinden

durch „gigantische Waffenlieferungen

und militärische Ausbildung“.

Eine neue Art von Judenhass, die

Jeffrey Herf zu der Frage veranlasst,

ob die DDR womöglich die „zweite

antisemitische Diktatur im Deutschland

des 20. Jahrhunderts“ war.

1947 hatte der sowjetische Außenminister

Andrej Gromyko in der

UN-Vollversammlung noch „das Bestreben

der Juden, einen eigenen

Staat zu gründen“, verteidigt. Aber

schon zwei Jahrespäter sah alles anders

aus. Der Kalte Krieg hatte begonnen,

und Israel stand als Verbündeter

der westlichen Welt und der

Amerikaner nun auf der „falschen

Seite“, war Feind, Imperialist, Aggressor.

Inder Sowjetunion kam es

zu „antikosmopolitischen“ Säuberungen

und Scheinprozessen gegen

Kommunisten, darunter viele Juden.

In Prag wurde den Angeklagten des

Slansky-Prozesses vorgeworfen, Teil

einer zionistischenVerschwörung zu

sein. In Ost-Berlin musste Paul Merker

für zwei Jahre ins Gefängnis Hohenschönhausen.

Er hatte sich für

DAS BUCH

Wiedergutmachungszahlungen an

jüdische Holocaust-Überlebende

und die Unterstützung Israels eingesetzt.

„Spätestens im Herbst 1952“,

schreibt Herf, „war es im gesamten

Ostblock unmöglich geworden, Israel

öffentlich zu unterstützen.“

Die DDR beteiligte sich nicht an

Wiedergutmachungszahlungen an

Israel, unterhielt als einziger Staat des

Warschauer Paktes nie diplomatische

Beziehungen zu Israel, eröffnete aber

Jeffrey Herf: Unerklärte Kriege gegenIsrael.

Die DDR und die westdeutsche radikale Linke1967–1989.

Ausdem Englischen vonNorbertJuraschitz. Wallstein-Verlag.518 Seiten, 39 Euro

IMAGO IMAGES

1973 eine PLO-Vertretung in ihrer

Hauptstadt. Auch das war einzigartig.

PLO-Führer Jassir Arafat kam oft und

gerne in die DDR. Die SED-Führung

unterstützte nationale Befreiungsbewegungen,

und dazu zählten auch

arabische Staaten, die Israel dasExistenzrecht

verweigerten, sowie palästinensische

Terrororganisationen, die

Anschläge auf Juden verübten.

Nach dem Sechstagekrieg, den Israel

gewann,schicktedie DDR Jagdflugzeuge,

Panzer, Scharfschützengewehre,

Panzerabwehrgeschütze,

Granatwerfer, Kalaschnikows, Tretminennach

Ägypten und Syrien.Zur

gleichen Zeit hielt Walter Ulbricht in

Leipzig eine Rede,inder er Israel mit

Nazideutschland verglich. Jeffrey

Herf hat diese Rede das erste Mal in

den Achtzigern imArchiv der Universität

Harvardgelesen und war fassungslos,

wie Ulbricht, der selbst als

Kommunist gegen die Nazis gekämpft

hatte, so geschichtsvergessen

sein konnte.Als der Historiker in

der Bundesstiftung für Aufarbeitung

der SED-Diktatur sein Buch vorstellt,

merkt man ihm die Fassungslosigkeit

immer noch an, scheint ihn die

Wucht seiner Erkenntnisse erst richtig

zu erreichen, hier, mitten in Berlin,

wo alles geschah. „Das war nur

einVierteljahrhunderther gewesen“,

ruft er, „nur ein Vierteljahrhundert!“

Mit offenem Jackett steht er auf der

Bühne,ein großer,hagerer Mann, der

Deutsch mit amerikanischem Akzent

spricht und versucht, seine Recherchen

in einen einstündigen Vortrag

zu packen, damit das Publikum deren

Ungeheuerlichkeit begreift.

Es geht nicht nur um die DDR,

sondern auch umdie radikale westdeutsche

Linke,die nicht wenigerisraelfeindlich

war. Bei der Flugzeugentführung

1976 in Entebbe sortierten

die deutschen Terroristen Wilfried

Böse und Brigitte Kuhlmann

die Passagiere nach Juden und

Nichtjuden. Und wenige Tage nach

dem Brandanschlag auf ein jüdisches

Gemeindezentrum in München

im Februar 1970, bei dem sieben

Menschen ums Leben kamen,

fragte Dieter Kunzelmann, der vielen

vor allem als West-Berliner Politclown

inErinnerung ist, seine Genossen:

„Wann endlich beginnt bei

euch der Kampf gegen die heilige

Kuh Israel?“ Der Anschlag ist bis

heute nicht aufgeklärt.

„Unerklärte Kriege gegen Israel“

ist eine Sammlung bislang unbekannter

Zeitdokumente, ein wichtiges

Werk zur Aufarbeitung deutscher

Geschichte,eineChance,blinde Flecken

zu füllen und sich zu fragen,

warum die Reaktionen auf Israel bis

heute oft so reflexhaft sind.

Im April und August 1990 verabschiedete

die letzte DDR-Volkskammer

zwei Resolutionen, in denen sie

sich „für die Heuchelei und Feindseligkeit

der offiziellen DDR-Politik gegenüber

dem Staat Israel“ und „für

die Verfolgung und Entwürdigung

jüdischer Mitbürger auch nach 1945

in unserem Lande“ entschuldigte.

Aber dann kam die Wiedervereinigung,

das Thema war vom Tisch.

Dass es jetzt ausgerechnet von einem

Nichtdeutschen wiederbelebt

wird, ist sicher kein Zufall.

NACHRICHTEN

Jüdisches Museum: neue

Dauerausstellung im Mai

Nach einem Umbau vonmehr als

zwei Jahren öffnet das Jüdische Museum

Berlin am 17. Maiseine neue

Dauerausstellung. Im Gebäude des

Architekten Daniel Libeskind in

Kreuzbergsollen auf 3500 QuadratmeternGeschichte

und Gegenwart

des Judentums gezeigt werden, wie

das Museum mitteilte.Infünf Kapiteln

zeichne die Schau das Leben der

Juden in Deutschland vomMittelalter

bis zur Gegenwartnach. (dpa)

Der Schweizer Regisseur

UrsEgger ist gestorben

Erst vorwenigen Tagen wurde sein

Historienfilm „Das Wunder von

Wörgl“ für den Grimme-Preis 2020

nominiert. Nunwurde durch den

Nachrichtendienst Mediabiz bekannt,

dass der Schweizer Regisseur

UrsEgger am 19. Januar im Alter von

66 Jahren starb.Abden 90er-Jahren

hatte der gebürtige Berner immer

wieder auch in Deutschland gearbeitet,

unter anderen mit Hannelore

Elsner bei der Krimiserie „Die Kommissarin“

oder mit dem jungen Til

Schweiger in der Neuverfilmung von

„Die Halbstarken“. (BLZ)

Ibiza-Video erhält nach ihm

selbst benannten Ibiza-Preis

DasIbiza-Video mit dem Ex-FPÖ-

Chef Heinz-Christian Strache in der

Hauptrolle hat in Wien einen Preis

erhalten −und zwarden nach ihm

benannten Ibiza-Preis.Der Verband

Filmregie und das Magazin „Dossier“

wollen mit der neu ins Leben

gerufenen Auszeichnung Videos

würdigen, „die einen Beitrag zum

demokratiepolitischen Diskurs leisten,

eine positiveDebatte zu einem

öffentlich relevanten Thema auslösen

oder ein gesellschaftspolitisches

Tabu brechen“, hieß es am Montag

in Wien. (dpa)

Echtheit von Selbstbildnis

van Goghs bestätigt

Nach Jahrzehnten vonZweifeln an

der Echtheit eines Porträts vonVincent

vanGogh gibt es nun Gewissheit:

DasBild im Besitz des norwegischen

Nationalmuseums in Oslo sei

echt, teilte das VanGogh Museum

mit. Untersuchungen hätten zweifelsfrei

ergeben, dass es vonder

Hand des niederländischen Malers

(1853-1890) stammte.Van Gogh

hatte sich selbst Ende August 1889 in

der psychiatrischen Klinik in Saint-

Rémy gemalt. „Es ist bisher das einzige

Werk,von dem bekannt ist, dass

er es während einer Psychose

malte“, so das Amsterdamer Museum.Das

Museum in Oslo hatte das

Bild 1910 gekauft. (dpa)

Dieses Bild des Osloer Nationalmuseums

ist ein echter VanGogh. AP/PETER DEJONG


20 Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020

·························································································································································································································································································

Feuilleton

Meermonster und fliegende Gelenke

Purple, das Tanzfestival für Kinder und Jugendliche, eröffnet mit „Hocus Pocus“ von der Compagnie Philippe Saire in den Uferstudios

VonMichaela Schlagenwerth

Nackte Oberkörper können

fliegen. Ellbogen

und Füße auch. Es

braucht dafür nur einen

dunklen Raum und zwei Leuchtstoffröhren.

Dann ist es ganz einfach.

Zumindest sieht es so aus bei

„Hocus Pocus“, dem Stück der

Compagnie Philippe Saire, mit dem

das Tanzfestival Purple für Kinder

und Jugendliche in den Uferstudios

eröffnet. „Hocus Pocus“ ist eine fantastische

Reise,inder die Requisiten

vorallem aus den eigenen Gelenken

und Extremitäten zweier Tänzer bestehen.

Ganz langsam ins Licht geschoben

kann so ein Ellbogen

schon mal wie ein kleines, verhutzeltes

Wichtelgesicht aussehen und

ein nackter Rücken gleich wie ein

ganzes Ungeheuer.

Ein„Nein!“ kann helfen

Die Compagnie Philippe Saire lässt Figuren fliegen und Albträume platzen.

„Hocus Pocus“ ist ein zauberhafter

Festivalauftakt mit zwei Abenteurern,

die in ihren Albträumen durch

die Lüfte und manchmal auch unter

Wasser fliegen und dort Meeresungeheuern

und anderen Monstern

begegnen. Sie werden bedroht und

verschluckt, und am Ende geht doch

alles gut. Weil man zum Beispiel

manchmal nur „Nein!“ sagen muss.

Dann hörtdas Monster sofortauf.

Vor fünf Jahren, als die Finnin

Virve Sutinen die Leitung des Festivals

Tanz im August übernahm, fand

sie klare Worte zum Thema Tanz,

Kinder und Jugendliche in Berlin. Sie

war fassungslos, denn für Kinder

und Jugendliche gab es jenseits der

Märchenballette so gut wie keine

professioniellen Tanzproduktionen

in der Stadt. Selbstverständlich

müsse ein Festival voneiner Größenordnung

wie Tanz im August auch

internationale Produktionen für die

jüngeren Zuschauer präsentieren,

sagte sie damals.

Bislang ist daraus nichts geworden.

DasGeld reicht nicht für eine eigene

Kuratorin. Bei Tanz im August

gibt es dafür jetzt familiengeeignete

Stücke.Das ist schon ein gutes Angebot,

aber Produktionen, die sich explizit

an Kinder und Jugendliche

richten, sind trotzdem etwas anderes.

DieSituation war und ist eigentlich

immer noch absurd. In Berlin leben

so viele Choreografinnen und

Choreografen wie nirgendwo sonst

in Deutschland. Aber professionelle

Produktionen für ein junges Publikum

gab es –bis auf wenige Solitäre–

vorvier Jahren so gut wie nicht in der

Stadt. Damals fand zum ersten Mal

das von der Tänzerin und Choreografin

Canan Erek gegründete Tanzfestival

Purple statt. Parallel gründete

der Verein TanzZeit die Tanzkomplizen,

die ebenfalls die Produktion

von zeitgenössischen

Tanzstücken für junges Publikum

auf ihreAgenda gesetzt haben.

Eigentlich, so könnte man glauben,

wurde mit Purple und Tanzkomplizen

eine riesige Angebotslücke

zumindest ansatzweise geschlossen.

Endlich zeitgenössische

Tanzstücke für Kinder und Jugendliche!

Getanzt von professionellen

Tänzern und entwickelt von professionellen

Choreografen! Doch am

Anfang war es mitnichten ein Selbstläufer.„Für

die erste Festivalausgabe

mussten wir uns unser Publikum

erst noch erkämpfen“, sagt die Kuratorin

Canan Erek. Kindern und Jugendlichen

wurde das Selbst-Tanzen

durch den Verein TanzZeit und Tanz

ist klasse! vom Berliner Staatsballett

damals zwar schon eine Weile ermöglicht.

Aber selbst Tanz zu sehen

PHILIPPE PACHE

ist noch einmal etwas anderes.Denn

die Zuschauer, egal welchen Alters,

sind dabei vor allem auf sich selbst

zurückgeworfen, auf ihre eigene

sinnlicheWahrnehmung und ihreeigenen

Assoziationen. Gerade das

macht ja das Besondereund Großartige

von Tanz aus. Aber für diejenigen,

die die Kinder erst ins Theater

bringen müssen, für die Erwachsenen

und vorallem für die Lehrer,die

vor allem an kognitiven Zugängen

arbeiten, ist das auch eine Herausforderung.

Nach nur vier Jahren Aufbauarbeit

müssen sich weder Canan Erek

mit Purple noch die Tanzkomplizen

um Publikum Sorgen machen. Ihre

Vorstellungen sind regelmäßig ausverkauft.

Wernoch eine der Vorstellungen

des Festivals besuchen

möchte,sollte sich unbedingt vorher

informieren. Im Theater Strahl, im

Theater o. N. und in der Jugendtheaterwerkstatt

Spandau geht das Festival

mit Produktionen für unterschiedlichste

Altersgruppen weiter.

Förderungen

Und viele gute Nachrichten gibt es

auch. Eine verkündete der Kultursenator

Klaus Lederer beim Festivalauftakt

in seinem Grußwortpersönlich.

Purple wird auch im nächsten

Jahr weiter gefördert. Ebenso die

Tanzkomplizen. Darüber hinaus

haben sich die beiden Akteure mit

dem Theater Strahl und dem Theater

o. N. zusammengeschlossen und

als Offensive Tanz für junges Publikum

Berlin für 2020 und 2021 eine

Förderung von Tanzpakt Stadt-

Land-Bund erhalten. Sechs Tanzproduktionen

werden so finanziert,

Vermittlungsformate für Kinder

und Jugendliche, aber auch für

Lehr- und Erziehungskräfte und

insgesamt drei Symposien.

Die Entscheidung der Tanzpakt-

Jury setzt für das Land Berlin ein klares

Zeichen: Hier besteht Bedarf!

Nunkann man nur hoffen, dass dieses

Signal auch ankommt. Denn für

den zeitgenössischen Kinder- und

Jugendtanz besteht noch einiges an

Bedarf. Da könnte Berlin von anderen

Ländern, von Schweden etwa

oder den Niederlanden, noch eine

Menge lernen.

Purple −internationales Tanzfestivalfür junges

Publikum noch bis 26.Januar,Karten und

Programm unterpurple-tanzfestival.de

Leserreisen

LESERREISEN

INFORMATIONEN UNTER

030 –5444 59 62

KENNWORT:

BERLINER ZEITUNG

Tiroler Alpenzauber in Landeck

7-tägige Busreise ohne Hotelwechsel

mit umfangreichem Ausflugsprogramm

Facettenreiches Georgien

10-tägige Rundreise mit deutschsprachiger

Reiseleitung rund um die Uhr

Sommerliches Pommern

7-tägige Bus-Rundreise –

sichern Sie sich die letzten Plätze!

Schloss Linderhof ©Shutterstock/scirocco340 Ananuri Festung© Fotolia/ggaallaa Rollberg ©Fotolia majonit

Malerische Berge, kristallklare

Bergseen, herzhafter

Käse –all das vereint unsere

Reise durch 5Alpenländer

und Aufenthalten unter anderem

in Ischgl und Appenzell.

Entdecken Sie frischen

Wein direkt vom Weingut

und leckeren Käse aus dem

Käsekeller. Eine Reise mit

einzigartigem Alpenpanorama

wartet auf Sie.

31.07. –06.08.2020

weitere Termine online

ab €1.299,–

Preis p. P. im DZ

Im Preis enthaltene Leistungen:

·Busan-/-abreise ab Berlin

·Alle Fahrten im 4*-Komfort-Reisebus

·6ÜN/HP im 4*-Hotel Schrofenstein, Landeck

·Spaziergang in den Gärten von Schloss

Trauttmansdorff

·Weinprobe und Käse-Kostproben

·Stadtrundgang in Vaduz und Ischgl

·Berg- und Talfahrt mit der Venet-Seilbahn

·Panoramafahrt Silvretta-Stausee

·Führung im Schloss Linderhof

Zusätzliche Kosten p. P.:

·EZ-Zuschlag: €120,–

Auf unserer Erlebnisreise

erhalten Sie einen einmaligen

Einblick in die Kultur

des Landes am östlichsten

Rand Europas. Erblicken

Sie den Kasbek, den Berg

des Prometheus, lauschen

Sie der Sage vom Goldenen

Vlies und durchstreifen Sie

Tiflis, die Hauptstadt an der

Kreuzung von Heer- und

Seidenstraße.

02.05. –11.05.2020

weitere Termine online

€1.933,–

Preis p. P. im DZ

Im Preis enthaltene Leistungen:

·Flug mit Turkish Airlines ab Berlin-Tegel

·Rundreise im modernen Reisebus

·9ÜN/F in 4*- und 5*-Hotels

·Deutsche Reiseleitung bei allen Ausflügen

·Tiflis: Stadtbesichtigung, Fahrt mit der

Seilbahn

·Dschwari-Kloster, Swetizchoweli-Kathedrale,

Weinprobe

·Ananuri-Festung, Gergeti-Dreifaltigkeitskirche

·Höhlenstadt Uplisziche, UNESCO-Kloster

Gelati

·Batumi: Stadtführung, Freizeit

Zusätzliche Kosten p. P.:

·EZ-Zuschlag: €499,–

·Kulinarik-Spezial-Angebot: €228,–

Unsere Sommerreise begeistert

Sie mit den schönsten

Zielen in Pommern

und Posen. Genießen Sie

eine Woche in der Zeit

der Hanse, wunderschöne

Landschaften, erfrischende

Ostsee und den Service

bequem in unserem

4-Sterne-Komfort-Reisebus

chauffiert zu werden.

04.04. –10.04.2020

weitere Termine online

€1.099,–

Preis p. P. im DZ

Im Preis enthaltene Leistungen:

·Busan-/-abreise ab Berlin

·Alle Fahrten im 4*-Komfort-Reisebus

·6ÜN/F in zentralen 4*-Hotels

·24/7 deutschsprachige Reiseleiter-

Betreuung

·Stadtführungen mit max. 22 Teilnehmern

·Posen, Danzig, Bromberg, Gdingen und

Stettin

·Besichtigung der Erzkathedrale in Gnesen

·Orgelkonzert in der Kathedrale von Oliwa

·Schiffsfahrt auf dem Oberländer Kanal

mit Sekt

·Deutschordenburg Marienburg

Zusätzliche Kosten p. P.:

·EZ-Zuschlag: €219,–

Mehr Informationen auch unter www.berliner-zeitung.de/leserreisen |leserreisen@berliner-zeitung.de

Detaillierte Informationen zur Reise und rechtliche Hinweise erhalten Sie vom Reiseveranstalter.

Beratung und Buchung: 030 –5444 5962 Reiseveranstalter (i. S. d. G.): Humboldt ReiseWelt GmbH, Bückebergstr. 26, 31710 Buchholz

Berliner Zeitung Leserreisen

LESERREISEN


Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020 21

· ·

·······················································································································································································································································································

Feuilleton

In die

aufgerissene

Klangwelt

Das Tetzlaff-Quartett im

Kammermusiksaal

Der Cop

aus

Rosenheim

Joseph Hannesschläger

ist gestorben

VonMartin Wilkening

Essind nicht immer die Spätwerke

eines Komponisten, die besondere

Herausforderungen darstellen.

Schroff, maßlos und ohne Rücksicht

auf Gewohnheiten treten manchmal

gerade die frühen Werke auf. Beim

Streichquartett etwa gilt dies für den

allgemein als harmlos angesehenen

Antonin Dvorak, der erst nach einer

langen Reihe von Experimenten zu

den hörerfreundlichen späteren

Quartetten gelangte. Und es gilt

auch für Arnold Schönberg: Keines

seiner fünf Streichquartette stellt

solch eine gezielte Überforderung

dar wie das 1905 entstandene op.7.

Mit einem einzigen Satz von 45

Minuten Länge schlägt dieses Quartett

noch die meisten Symphonischen

Dichtungen. Spieler wie Hörer

finden sich fast pausenlos mit einem

hyper-expressiven Tonsatz konfrontiert,

in dem sich extrem gegensätzliche

Charakterezueinem vielschichtigen

Bewusstseinsstrom überlagern.

Dessen Darstellung verlangt

ebenso Tollkühnheit wie geistige

Durchdringungskraft und vom Hörer

außerdem ein hohes Maß anBereitschaft

zur Hingabe. Ich habe das

Stück bisher noch nie gehört, ohne

mich irgendwo innerlich zu verabschieden.

Doch an diesem Abend

war das anders.

Schon die ersten Takte sind ein

Schock. Rückhaltlos stürzt sich das

Tetzlaff-Quartett in die aufgerissene

Klangwelt dieser Musik, einen seelischen

Taumel, aus dem die erste

Geige mit energischen Gesten zu

entkommen sucht, während die

Bratsche ihn aufwühlt und das Cello

wie eine ferne innere Stimme Trost

verspricht. Radikal setzen sich die

vier Stimmen den Spannungen dieser

Musik aus, die sich zwar Halt

durch die Anlehnung an die Matrix

eines klassischen Formschemas

gibt, dieses aber gleichzeitig vollkommen

verwandelt zum psychischen

Protokoll. EinWunder ist, dass

diese Spannung hält− nicht nur,weil

ebenso die lyrischen Momente, die

Augenblicke des Bei-sich-Seins mit

Das Tetzlaff-Quartett arbeitet schon lange,

aber sporadisch zusammen. GEORGIA BERTAZZI

ihren eigenen Farben intensive Präsenz

gewinnen, sondern auch, weil

man spürt, dass die Musiker sich in

jedem Moment des Reichtums dieser

Partitur bewusst sind. Die Überzeugungskraft

entsteht ganz von innen

heraus,wirkt nie forciert.

Schönbergs Quartett gehört seit

langem zum Kernrepertoire dieses

Streichquartetts, das anders ist als

andere, weil es sich nur periodisch

trifft und alle Mitglieder in erster

Linie eigene Wege als Musiker verfolgen.

Aber seit 1994 spielen

Christian Tetzlaff und seine

Schwester, die Cellistin Tanja Tetzlaff,

mit der Geigerin Elisabeth Kufferath

und der Bratschistin Hanna

Weinmeister zusammen. In Beethovens

Quartett op.130, dem zweiten

Großformat dieses Programms,

fehlt manchmal der letzte quartettmäßige

Schliff, auch wirken die

schnelleren Sätze etwas gehetzt,

weniger intensiv als die abschließende

„Große Fuge“, deren

Schroffheiten bis ins Letzte ausgespielt

werden.

Die Holocaust-Überlebenden Egon Holländer,Nina Weilova, Fishel Rabinovicz, Ivan Lefkovits (v.l.)

VonTorsten Wahl

Die letzten Zeugen

Neue Dokumentationen zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

Dokumentationen zum 75. Jahrestag der

Befreiung vonAuschwitz:

Bomben auf Auschwitz? Di, 20.15 Uhr,Arte

Clauberg und die Frauen von Block 10 Di,

21.50 Uhr,Arte

Die Zeugen –Eine Reisezuden letzten Überlebenden

des Holocaust Sa, 19.20 Uhr ,3sat

In Kürze wird niemand mehr

berichten können“, heißt es zu

Beginn. „Jeden Tagsterben 30

bis 40 Holocaust-Überlebende

allein in Israel.“ Die 3sat-Reportage

„Die Zeugen“ begleitet eine Autorin

und einen Fotografen bei deren

Reise zu den letzten Überlebenden

des Holocaust, fast alle sind über 90

Jahre alt. Manche haben schon oft

Auskunft gegeben. Der Wiener

Künstler Arik Brauer spottet gar darüber,dass

ein Jude wie er immer wieder

seine zerstörte Kindheit beweinen

dürfe. Andere dagegen öffnen

sich im hohen Alter zum ersten Mal.

Eine Berlinerin will bis an ihr Lebensende

nicht über Auschwitz

sprechen, zeigt vor der Kamera aber

zum ersten Mal ihre eintätowierte

Häftlingsnummer.

Auch andere Dokumentationen

zum 75. Jahrestag der Befreiung des

Vernichtungslagers Auschwitz durch

die Rote Armee bauen auf die bewegenden

Erinnerungen von Überlebenden.

So berichten im Arte-Film

„Claubergund die Frauen vomBlock

10“ sechs Frauen davon, wie sie die

„medizinischen Experimente“

durchlitten, die deutsche Ärzte an

ihnen durchführten, um synthetische

Hormone zu testen und neue

Methoden der Massensterilisierung

auszuprobieren. Fünf von ihnen

sind in den letzten Jahren verstorben.

In der ZDF-Dokumentation

„Ein TaginAuschwitz“ kann die 88-

jährige Irina Weiss ihre Ankunft im

Lager rekapitulieren: Sie war 13, als

sie an der berüchtigten Rampe von

ihrer Familie getrennt wurde. Auf einem

Foto entdeckt sie jetzt ihreMutter

und ihren Bruder, die nicht ahnen,

dass sie schon für die Gaskammern

„selektiert“ wurden und nur

noch wenige Stunden leben werden.

So erschütternd diese Zeugnisse

sind –inZukunft werden neue Formen

gefunden werden müssen, um

das Nachdenken über den Holocaust

weiter zu befördern. In dieser Woche

laufen einige Dokumentationen, die

Ansätze dazu liefern. So fragt das

Arte-Dokudrama„1944 –Bomben auf

Auschwitz?“, ob die Alliierten die Ermordung

Hunderttausender Juden,

vorallem aus Ungarn, hätten stoppen

können. Der Film stellt mit Schauspielern

nach, wie zwei Häftlinge im

April 1944 aus dem Lager fliehen

konnten und in der Slowakei detaillierte

Berichte über den Aufbau, den

Ablauf und die Pläne in Auschwitz zu

Protokoll gaben. Vonjüdischen Organisationen

gelangten die Informationen

spätestens im Sommer 1944 zu

den Alliierten –und die Briten unter

Winston Churchill waren zunächst

bereit, Bombenangriffe auf die Gaskammernund

Transportwege zu flie-

EINE AUSWAHL

Die Versteigerer:Profiteure des Holocaust

So, 22.50 Uhr,MDR

Vernichtet –Eine Familiengeschichte aus

dem Holocaust Mo, 27.1. 23.45 Uhr,ARD

EinTaginAuschwitz Di, 28.1. 20.15Uhr,ZDF

Die letzten Zeugen. Leben nach der Shoah

Mi, 29.1. 11.15 Uhr 3sat

gen. In Interviews mit Historikern

wird eine der „schwerwiegendsten

moralischen Fragen des 20. Jahrhunderts“

diskutiert. Denn bei einer Flächenbombardierung

von Auschwitz

bestand das hohe Risiko, auch Abertausende

Häftlinge zu töten.

Auch der ZDF-Film „Ein Tag in

Auschwitz“ spielt 1944 und rekonstruiert

die Abläufe eines Tages anhand

Hunderter Bilder,die der Lagerfotograf

im Auftrag der SS anfertigte.

Allein an jenem 26. Mai1944 werden

mehr als zehntausend meist ungarische

Juden umgebracht und verbrannt.

Ein Angehöriger eines Sonderkommandos,

der die Leichen aus

den Gaskammern holte, kann noch

erzählen, wie er sich motivierte: „Wie

komme ich hier lebend heraus, um

diese Geschichte zu erzählen?“ Zugleich

fragen die Autoren Winfried

Laasch und Friedrich Scherer danach,

werder Fotograf war.

Der SS-Mann Bernhard Walter

lebte mit seiner Frau und seinen Kindern

unweit des Lagers, wurde nach

Die Unabkömmlichen

SRF/P.S. 72 PRODUCTIONS GMBH

dem Krieg Filmvorführer und bei

den Frankfurter Auschwitz-Prozessen

nur als Zeuge geladen.

Die Frage nach den Tätern ist seit

jeher ein wichtiger Punkt in der Auseinandersetzung

mit dem Holocaust.

Die Arte-Dokumentation über die

medizinischen Experimente an

Frauen zeigt die Karrieredes strebsamen

Wissenschaftlers Carl Clauberg,

der in der Fachwelt einen guten Ruf

genoss und kein Problem damit

hatte,sich vonSS-Reichsführer Heinrich

Himmler in Auschwitz einen eigenen

Block für seine Versuche genehmigen

zu lassen. Ein polnisches

Gericht verurteilte ihn, nach seiner

Freilassung 1955 wurde er in der Bundesrepublik

erneut angeklagt und

starb kurzdarauf.

Immer häufiger widmen sich Dokumentationen

den Formen des Gedenkens.

So fragt der MDR-Film

„Auschwitz – Gedenkstätte in Gefahr“,

wie mit den zerfallenden Bauten

umgegangen werden soll. Der

Berliner Autor Andreas Christoph

Schmidt zeigt in seinem Beitrag

„Vernichtet“ in der ARD,wie die Orte

heute gestaltet sind, an denen die

Mitglieder einer jüdischen Familie

aus dem brandenburgischen Glambeck

ermordet wurden. Der Film rekonstruiert,

wie die Mutter und ihre

drei halbwüchsigen Kinder erst in ihremHeimatdorfattackiert,

dann penibel-bürokratisch

erfasst und deportiert

wurden. Die Mutter wurde

bei Kaunas erschossen, die Tochter

starb in Auschwitz, ein Sohn in Treblinka,

vom Jüngsten fehlt jede Spur.

Vonder Tochter blieb nur ein Klassenfoto,

vom Sohn eine Unterschrift

als „Paul Israel“. Die Familie wäre

komplett vergessen –gäbe es nicht

diesen bewegenden Film.

Mit Alexander Weigel und Maik Hamburger sind zwei langjährige Dramaturgen des Deutschen Theaters gestorben

VonUlrich Seidler

Esscheint fast, als seien die beiden

zu einer Sitzung ins Jenseits

gerufen worden. Undesgäbe für sie

in der Tatjede Menge zu bereden

und viele Leute wiederzusehen: Zwei

der wichtigsten Dramaturgen aus

dem Zentralnervensystem des DDR-

Theaters haben innerhalb einer Woche

in Berliner Hospizen aufgehörtzu

leben: Alexander Weigel starb am

Montag, den 13. Januar, Maik Hamburger

am Donnerstag, den 16. Januar.

Sie haben sich in den 1950er-

Jahren als Studenten in der vonihrem

Kommilitonen Adolf Dresen geleiteten

Leipziger Universitätsbühne kennengelernt.

Undals Dresen 1965 ans

Deutsche Theaters ging, holte er die

beiden in die Dramaturgie, wo sie

lange Jahreeng zusammenarbeiteten

und unter anderem an Dresens legendärer

68er „Faust I“-Inszenierung

beteiligt waren −Hamburger blieb bis

1995,Weigel bis 2001 am Hause.

Den 1935 in Zwickau geborenen

Weigel zogesnoch während des Geschichtsstudiums

ins Theater. Nach

Stationen in Rostock und Greifswald

kam er nach Berlin. Außer mit Dresen

arbeitete er mit vor allem mit

Heiner Müller, aber auch mit Jürgen

Gosch und Matthias Langhoff und

brachte die traditionsreichen Blätter

des Deutschen Theaters heraus. Seit

2001 arbeitete er als freier Autor und

gestaltete Abende mit seiner Frau,

der Schauspielerin Blanche Kommerell.

DasPortal nachtkritik.de hat aus

privatem Umfeld vonWeigels Toderfahren

und meldete ihn am Sonntag.

Maik Hamburger ist vier Jahre älter.Wie

seine Tochter Hannah Hamburger

der Berliner Zeitung am Montag

sagte, ist seine Familie bei ihm

gewesen, als er nach einer Krebserkrankung

friedlich einschlief. Hamburger,

der seinen Interessenschwerpunkt

bei Shakespeare fand,

wurde 1931 in Shanghai als Sohn des

Architekten Rudolf Hamburger geboren.

Seine Mutter Ursula Maria

Hamburger, geborene Kuczynski,

war die jüngere Schwester des Wirtschaftswissenschaftlers

Jürgen Kuczynski.

DieKommunistin und sowjetische

Kundschafterin wurde unter

dem Autorenpseudonym Ruth Werner

und durch ihre verfilmte Autobiografie

„Sonjas Rapport“ bekannt.

Hamburgers Kindheit und Jugend

war geprägt von Ortswech-

seln, außer in China lebte er in der

Tschechoslowakei, in Polen, der

Schweiz und London, bis er 1951

seiner Mutter in die DDR folgte, um

in Leipzig Physik zu studieren −und

dort, wie eingangs erwähnt, Dresen

und Weigel zu begegnen, was dem

Lebensweg eine neue Richtung gab.

15 Shakespeare-Dramen sowie

Werke von Sean O’Casey, Arthur

Miller und Tennessee Williams hat

er übersetzt, aus tiefer Kenntnis und

stets nah an der spielerischen Praxis

der Theaterproben. Als langjähriger

Vizepräsident der Shakespeare-Gesellschaft

half er,die Ost- und Westforschung

zusammenzuführen −

ein Unterfangen, das bei wenigen

Institutionen gelang. Es wäre interessant

zu erfahren, was die beiden

so unabkömmlich macht.

VonTorsten Wahl

Anjedem Dienstag kurz vor halb

acht lassen sich mehr als vier

Millionen Zuschauer vom ZDF ins

sommerlich-idyllische Chiemgau

versetzen. Schon seit 2002 läuft hier

die Krimiserie „Die Rosenheim-

Cops“, deren Helden natürlich alles

andere als „Cops“ nach amerikanischem

Vorbild sein wollen, sondern

eher Bullen àlaOberbayern. Joseph

Hannesschläger spielte von der ersten

Folge an den gemütlich-gesetzten

Kriminalhauptkommissar Korbinian

Hofer,der das Landleben genießen

möchte.

Aber immer, wenn er mit seiner

Schwester auf dem gemeinsamen

Hof sein Frühstück einnehmen will,

ruft ihn ein Anruf der Polizeisekretärin

Stockl zum Dienst: Es hat wieder

eine Leiche im Chiemgau gegeben.

Joseph Hannesschläger war das Gesicht

der Serie.

Der Münchener

hatte zunächst

Koch gelernt,

sich dann

aber zum

Schauspieler

ausbilden lassen

und war seit

IMAGO IMAGES

TOP 10

Sonntag,19. Januar

Joseph

Hannesschläger

Beginn der

neunziger Jahre

häufig als bayrische

Type im Fernsehen zu sehen,

etwa in Krimiserien wie „SOKO

5113“ und „Der Bulle von Tölz“.

Daneben spielte er in München

Theater, schrieb eigene Kabarettprogramme

und war auch als Musiker

aktiv. Sonahm er 2011 das Album

„München im Sommer“ mit

selbst geschriebenen Songs auf.

Hier zeigte er sich von der Blasmusik-Polka

bis zum Blues stilistisch

sehr vielseitig und behauptete augenzwinkernd:

„Ich bin bayrisch,

aber funky!“

Seine prägende Rolle aber war der

Rosenheim-Cop Korbinian Hofer,

den er in mehr als 250 Episoden verkörperte.

Joseph Hannesschläger

spielte ihn als bodenständigen, gesetzten

Kerl, der schon dank seiner

stattlichen Statur her Autorität verströmte,

der aber auch viel trockenen

Humor besaß. Im Oktober 2019

musste er bekannt geben, dass er an

Krebs erkrankt sei und aus der Serie

aussteigen müsse. AmMontagmorgen

ist Joseph Hannesschläger in einem

Münchener Hospiz im Alter

von57Jahren gestorben.

ZDF-Programmdirektor Norbert

Himmler nannte ihn einen „großen

Volksschauspieler“, der mit seiner

unvergleichlichen Mischung aus

bayerischem Charme und hintergründiger

Schlitzohrigkeit das Erfolgsformat

geprägt habe. Im ZDF

laufen in den nächstenWochen noch

einige Folgen mit Korbinian Hofer

als Rosenheim-Cop. Das ZDF hat

wegen des Todes die Reihenfolge der

Folgen getauscht, so dass schon am

heutigen Dienstag eine neue Episode

mit Joseph Hannesschläger zu

sehen sein wird. DieFolge heißt „Der

Bart muss weg“.

1 Polizeiruf 110 ARD 8,79 24 %

2 Tagesschau ARD 7,37 21 %

3 Frühling ZDF 5,62 15 %

4 Biathlon, Männer ZDF 5,07 29 %

5 Ich bin ein Star ... RTL 5,01 23 %

6 heute-journal ZDF 4,98 16 %

7 heute-spezial ZDF 4,76 13 %

8 Biathlon, Frauen ZDF 4,58 29 %

9 RTL aktuell RTL 4,37 16 %

10 TerraX ZDF 4,30 13 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


22 Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020

·························································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Berliner Ensemble (& 28 40 81 55)

20.00 Kleines Haus: Aufder Straße

20.00: Der Gott des Gemetzels

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)

19.30: Andrea Chenier

DT-Kammerspiele (& 28 44 12 25)

20.00 Box: Jutta Wachowiak erzählt Jurassic Park

20.00: Ode

Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)

19.30: Die Nacht vonLissabon

Renaissance-Theater (& 312 42 02)

20.00: Extrawurst

Schaubühne (& 89 00 23)

19.30 Saal A: Hamlet

20.00 Globe: Love hurts in Tinder Times

20.30 Studio: März

SchlossparkTheater (& 78 95 66 71 00)

20.00: Ichbin nicht Mercury

Studio 1 (Mariannenpl. 2)

19.00 Studio 1: abandoned positions

Vaganten Bühne (& 313 12 07)

20.00: Ruhm

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

19.30 3. Stock: Final Fantasy

19.30: Lulu

KABARETT/VARIETÉ

Admiralspalast (& 22 50 70 00)

20.00: Whiskey youare the devil (Danceperados of

Ireland)

Barjeder Vernunft (& 883 15 82)

20.00: Turnadot –Eine Brexit-Operette (CaCarrington-Brown)

Chamäleon (& 400 05 90)

20.00: Out of Chaos (Gravity &Other Myths)

Distel (& 204 47 04)

20.00: Zirkus Angela

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

19.30: Vivid

Kookaburra (& 48 62 31 86)

20.00: HowtobecomeaBerliner in one hour?

(Karsten Kaie)

Stachelschweine (& 261 47 95)

20.00: Überall ist besser als nichts!

StageBluemax Theater (& 018 05 44 44)

20.00: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)

19.30: Mamma Mia! –Das Musical mit den Hits

vonABBA

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

20.00: Geschichten aus der Hausarztpraxis, oder:

WieKekse Ihr Leben rettenkönnen! –Die Show (Dr.

Carsten Lekutat)

KLASSIK

BKA (& 202 20 07)

20.00: Die UnerhörteMusik, Neue und zeitgenössische

Musik des ausgehenden 20. und des 21.

Jahrhunderts

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)

19.00 Gr.Saal: Deutsches Filmorchester Babelsberg,

Sonia Grané (Sopran), Melissa Domingues (Mezzosopran),

Joel vonLerber (Harfe), Ltg.Aurélien Bello, Neujahrskonzert

der Volkssolidarität, Moderation: Tina Knop –Beethoven:

Ouvertüre zur Oper „Fidelio“ E-Durop. 72; Mozart: „Non

so più cosa son“, Arieaus der Oper „Le nozze de Figaro“;

Gounod: „Jeveux vivre“, Arie aus der Oper„Roméo et

Juliette“; Ginastera: 3. Satz aus dem Konzertfür Harfe

und Orchester op.25; Délibes: Blumenduett aus der Oper

„Lakmé“; Glinka: Ouvertüre zur Oper „Ruslan undLudmila“;

Strauß (Sohn): „Vom Donaustrande“, Schnellpolka op.

356; Smetana: „Die Moldau“ aus dem Zyklus Sinfonischer

Dichtungen „Mein Vaterland“ u. a.

20.00 Kl. Saal: Quatuor Modigliani, Haydn: Streichquartett

d-Moll op. 76 Nr.2„Quintenquartett“; Ravel:

Streichquartett F-Dur;Tschaikowsky: Streichquartett Nr.3

es-Moll op. 30

Philharmonie (& 25 48 83 01)

13.00 Foyer: Lunchkonzert

20.00: OrchestreNational de France, Ltg.Emmanuel

Krivine, Julia Fischer (Violine), Debussy: Préludeà

l’après-midi d’un faune; Prokofjew: Konzertfür Violine

und Orchester Nr.1D-Dur op. 19; Rimsky-Korsakow:

„Scheherazade“, Symphonische Suite op.35

Philharmonie/Kammermusiksaal (& 25 48 81 32)

17.00: Stipendiaten der Karajan-Akademie der

Berliner Philharmoniker,Carte blanche

Pierre Boulez Saal (& 47 99 74 11)

19.30: DenisKozhukhin(Klavier), Schubert: Vier

Impromptus; Jörg Widmann: „Idyll &Abgrund“, sechs

Schubert-Reminiszenzen für Klavier;Ravel:Sonatine

für Klavier;Boulez: Douze Notations; Prokofjew:

Sonate Nr.7B-Dur op. 83

Schwartzsche Villa (& 902 99 22 12)

20.00: Alle guten Geister:Stephan Gähler (Tenor),

Elise Elvers (Violine), Linda Mantcheva (Violoncello),

Heidemarie Wiesner (Klavier), Niedersorbisch-deutsche

Moderation: Gregor Kliem –Sorbische

Werkevon Cyz, Pogoda, Elikowski-Winkler,Roy,Kowal

u. a.

KINDER

Amerika-Gedenkbibliothek (& 902 26 -0)

9.00 Lernzentrum: Der Zauberer vonOzo, Robotik-Workshop.

Anm. erf.

9.45 Kinderbibliothek: Bücherbabys –Spielen, singen

und natürlich Bücher anschauen,Workshop (bis 3

J.). Anm. erf.

17.00 Jugendbibliothek: Kinderbuchklassiker in der

Jurte, Vorlesestunde mit Alan Doan Minh

(ab 8J.). Anm. erf.

Atze Musiktheater (& 81 79 91 88)

10.00 Studio: Malala(ab 10 J.)

10.30: Albirea –Nur ein Kind kann die Welt retten,

Fantasy-Singspielmit Video-Mapping,Kammerorchester

undChor (ab 10 J.)

Computerspielemuseum (& 60 98 85 77)

10.00, 10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele

in unser Leben traten, Videogames

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (& 53 07 12 50)

11.00: Teenagers in Trouble, Platypus Theater,English

Children’sTheatre (ab 11 J.). Anm. erf.

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

16.00: Im Labyrinth der Bücher,Young Show(ab 5J.)

Gemeinschaftshaus Lichtenrade (& 902 77 70)

10.00: Teddybär tanzt, RobertMetcalf (ab3J.)

Gemäldegalerie (& 266 42 42 42)

10.00: Kinder-Reich in der Gemäldegalerie. Die

Werkstatt des Malers

Grips Hansaplatz (& 39 74 74 77)

10.00: Die LückeimBauzaun (ab6J.)

Grips Podewil (& 39 74 74 77)

11.00: Das Nacktschnecken-Game (ab 12 J.)

JugendmuseumSchöneberg (& 902 77 61 63)

14.00: Villa Global. The Next Generation

14.00: Wunderkammern–Wunderkisten

Labyrinth Kindermuseum (& 800 93 11 50)

9.00:Natürlich heute!, Umweltausstellung für Kinder

MACHmit! Museum für Kinder (& 74 77 82 00)

10.00: Aufdem Holzweg,Ausstellung über Holz

10.00: AufBiegen ohne Brechen –Eisstiele für’s

Handgelenk

14.00: Glühwürmchen im Glas, Bezahlwerkstatt: 3€

Puppentheater Berlin (& 342 19 50)

10.00: Die drei Winterriesen und derFrühling

Puppentheater Prenzlkasper (& 21 79 10 60)

10.00, 16.00: Hänsel und Gretel, Ulrich Müller-

Hönow

Schaubude (& 423 43 14)

10.00: Peterchens Mondfahrt, Figurentheater Marie

Bretschneider(ab 4bis 8J.)

Rock

Als das Leben

noch einfach

war

Easy Livin’“ von der britischen

Band Uriah Heep

war in den Siebzigern ein beliebter

Party-Crasher –

schließlich waren alle auf ein

unbeschwertes Leben aus.

Undwer,wenn nicht Rockstars

waren geeignet, Rausch, Lärm

und Leichtigkeit in die handelsüblichen

Formate zu überführen.

Eigentlich war der

Song „Easy Livin’“ aber ein

Missverständnis. Ken Hensley

von Uriah Heep, der ihn geschrieben

hat, wollte sich mit

dem Stück gegen das Rockstar-

Image zur Wehr setzen, dass

diese alles zu leicht und nichts

ernst nehmen. Womit wir

schon beim seltsamen Format

„Music &Stories“ sind, in dem

Andy Scott von den Glam-RockernThe

Sweet die Musik seiner

Kollegen Uriah Heep, Nazareth

und Wishbone Ash vorstellt.

Nostalgischer Gitarrenrock,

altersgerecht moderiert

von einem, der es wissen

muss. HarryNutt

Music &Stories 19 Uhr,Tempodrom,

Möckernstraße10

Wirfreuen uns

auch auf

Ihren Delfin

Exzentrische Synthpopper pflegen die

deutsch-britische Freundschaft, und das

The Chap, ein brexitresistentes

Quintett aus London

und Berlin, haben gerade

ein neues Album veröffentlicht.

Es ist ihr siebtes, seit sie

die Band 2000 gegründet haben. Es

heißt nostalgisch „Digital Technology“

und geht von fühlenden Algorithmen

aus, deren eventueller Indiepop

sich womöglich wie dieses

Album anhören würde – also ein

bisschen nerdig, aber deep, mit Gitarren,

Bass, Drums und Stimmen,

dabei viel (und diesmal noch mehr)

Elektronik für Beats und Melodien.

MitGründungsmitglied Johannes

vonWeizsäcker verantwortet ein geschätzter

Kollege die Gitarre,

Stimme(n) und ein paar andere Instrumente,

weshalb die Band zumindest

zu einem Fünftel eine Art

Hausband der Berliner Zeitung ist.

„Digital Technology“ sei eigentlich

als Technoalbum geplant gewesen,

sagten sie gerade in einem Interview.

Das zeigt sich in einigen böswilligen

und gradlinigen Drums wie

in „Merch“ oder unter dem Killerhummel-Bass

von „I Recommend

YouDothe Same“. Aber im Herzen

blieb doch der erprobte Synth-Pop

CTM-Festival holt die

Elektronik-Avantgarde zum Ablesen der

digitalen Wasserstände.

mit viel zärtlichen Gesängen, motorischen

Beats, flickernden Minimalmustern

und artrockigen Abschweifungen

wie im harmonisch-elegant

schiefgelegten „Help Mother“ oder

auch dem schön zickigen Funk vom

griffig betitelten „Toothless Fuckface“.

Pophit des Albums sollte indes

„BringYour Dolphin“ werden, mit einem

fein insistierenden Post-Punkbass

und Kunststreicher-Schüben zu

hell hauchendem Gesang. DerName

des Songs passt zwar zweifellos zur

surrealistischen Tendenz der (zu

zwei Fünfteln weiblichen) Chaps,

wurde jedoch ganz sachlich von einem

Aufdruck der Ukulele inspiriert,

die Weizsäcker hier spielt. Live habe

ich sie länger nicht mehr gesehen,

aber einem Kritiker des Online-Magazins

Quietus erschienen sie einmal

als das unterdrückte Es des Indiepop,

was ich als dringende Empfehlung

gernübernehme.

Am Wochenende beginnt die

Club Transmediale, kurz CTM, die

uns bis zum übernächsten Wochenende

wie seit 1999 über den Wasserstandder

elektronischen Avantgarde

informieren wird. Die bewegt sich

zum einen in frei flottierenden Expe-

Markus Schneider

empfiehlt das Berlin-Londoner Quartett

The Chap und das Eröffnungswochenende

des CTM-Festivals mit feinster,

kritischer Klangkunst und DJs,

die zum Tanz auf den Nasen von

Immobilienhaien laden.

Motorische Beats und zärtliche Gesänge –The Ch

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (& 883 85 51) Lindenberg!

Mach dein Ding 17.15, 20.30

Cinema Paris (& 881 31 19) Knives Out–Mordist

Familiensache 14.30,17.30

Delphi Filmpalast (& 312 1026) 1917 –Der Film

(OmU) 20.00; Judy 14.00, 17.00

Delphi LUX (& 322 93 10 40)Knives Out–Mordist

Familiensache (OmU) 17.10; Knives Out –Mord ist

Familiensache (OF) 14.00, 20.00; 1917 –Der Film

13.30, 16.15, 19.00, 21.40; Freies Land 14.30,

17.15; Judy 20.00;ARainy Day InNew York (OmU)

18.40; Albrecht Schnider –Was bleibt 13.30; Judy

(OmU) 16.00, 20.50; The Peanut Butter Falcon

(OmU) 19.00, 21.15; Vom Gießen des Zitronenbaums

13.40, 16.40; Miles Davis: Birth of the Cool

(OmU) 15.30, 21.30; Parasite 18.00; Queen &

Slim (OmU) 14.15, 20.50; Aretha Franklin:Amazing

Grace (OmU) 14.00; Einsam zweisam 19.00; Die

Sehnsucht der Schwestern Gusmao 16.00

Filmkunst 66 (& 882 17 53) Motherless Brooklyn

20.00; Pavarotti (OmU) 17.30; Crescendo #makemusicnotwar

20.15; The Peanut Butter Falcon

17.45

Kant Kino (& 319 98 66) 40 Jahre Joy Division im

Kant: B-Movie: Lust &Sound in West-Berlin 22.30;

40 Jahre Joy Division im Kant: Control 17.30; Lindenberg!

Mach dein Ding 14.30, 17.30, 20.30;

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.30, 17.15,

20.00;ARainy Day In NewYork 14.00, 18.30; Das

perfekte Geheimnis 16.00; Die schönste Zeit unseresLebens20.45;The

Farewell 15.00; Der geheime

Roman des Monsieur Pick 16.15, 18.30, 20.45

Zoo Palast (& 018 05/22 29 66) Premiere: Die

Hochzeit 20.00; Bad Boys for Life 15.00, 18.00,

21.00; Lindenberg! Mach dein Ding 17.50,21.00;

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 14.30; Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 14.45, 17.45; 3D: Star

Wars: Der AufstiegSkywalkers 21.00; Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 17.40, 20.50; Vier zauberhafte

Schwestern 15.20; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 21.00; Knives Out –Mord ist Familiensache

18.00; Das perfekte Geheimnis 15.10

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (& 20 07 88 88) 2040 –Wir

retten die Welt! (OmU) 12.45; ARainy Day InNew

York (OmU) 17.45; Einsam zweisam –Deux moi

(OmU) 14.15; Latte Igel und der magische Wasserstein

16.15; Der Leuchtturm –The Lighthouse

(OmU) 20.45; Milchkrieg in Dalsmynni 11.00;

Milchkrieg in Dalsmynni –Heradid (OmU) 19.15;

Why Don‘t You Just Die! –Papa, sdokhni (OmU)

22.40; Alva (OmU) 14.15; Bunuel im Labyrinth

der Schildkröten 12.45; Freies Land (DFmenglU)

19.30; Lara (DFmenglU) 15.50; Marianne &Leonard

–Words of Love (OmU) 11.00; Midsommar

(OmU) 21.40; Systemsprenger (DFmenglU) 17.30;

TheFarewell (OmU) 17.00; Dergeheime Romandes

MonsieurPick–Lemystere Henri Pick (OmU)18.50;

Joker (OmU) 22.45; Mein Ende. Dein Anfang. (DFmenglU)

14.50; MotherlessBrooklyn(OmU) 11.00;

Parasite –Gisaengchung (OmU) 20.30; Die Wache

–Auposte! (OmU) 13.30

Tilsiter-Lichtspiele (& 426 81 29) Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 14.00, 18.15; Freies Land

20.30; Lara 16.15; Parasite –Gisaengchung(OmU)

23.00; Aretha Franklin: Amazing Grace (OmU)

22.00; Der geheime Roman des Monsieur Pick –

Le mystere Henri Pick (OmU) 20.00; Der marktgerechte

Mensch 18.00; Schönheit &Vergänglichkeit

14.00; Systemsprenger 15.30

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz 1917 –Der Film

14.45, 17.40, 20.10; 3Engel für Charlie 13.45,

16.20, 19.10; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

20.10; Bad Boys for Life 17.30, 19.40; Bad Boys

for Life (OF) 20.20; IMAX: Bad Boys for Life 14.10,

17.00,20.00; Cats 17.15; Die Eiskönigin II 14.20,

16.50;The Grudge 20.45; Jumanji –The Next Level

14.00, 16.50, 19.45; Knives Out –Mord ist Familiensache

15.00, 16.40, 19.50; Latte Igel und der

magische Wasserstein 15.00; Lindenberg! Mach

dein Ding 14.10, 17.15, 20.30; LeMans 66: Gegen

jede Chance 17.15; The Peanut Butter Falcon

14.20; Das perfekte Geheimnis 19.20; Queen &

Slim 20.40; 3D: Spione Undercover: Eine wilde

Verwandlung 18.00; Spione Undercover: Eine wilde

Verwandlung 14.45; 3D: Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 13.45, 17.00, 20.30; Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 16.30,20.40; Thomas und seine

Freunde: Große Welt! Große Abenteuer! 14.00;

Vier zauberhafte Schwestern 15.00, 17.45; Wonder

Boy, Olivier Rousteing,nesous X(OmU) 15.10

Zukunft (& 01 76/57 861079) British Shorts

Kurzfilmfestival (OF) 20.00; Joker (OmU) 22.30;

Die Wache –Au poste! (OmU) 18.15; Milchkrieg

in Dalsmynni –Heradid (OmU) 18.00; Porträt einer

jungen Frau in Flammen –Portrait de la jeune

fille enfeu (OmU) 19.50; Why Don‘t You Just Die!

–Papa, sdokhni (OmU) 22.10

HELLERSDORF

CineStar (& 04 51/703 02 00) 1917 –Der Film

13.40, 16.40, 19.40; Bad Boys for Life 13.30,

17.00, 20.00; Die Eiskönigin II13.50, 16.30; Jumanji

–The Next Level 16.40, 19.50;

Knives Out –Mord ist Familiensache 19.20; Lindenberg!

Mach dein Ding 13.50, 16.30, 19.50;

Das perfekte Geheimnis 20.00; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 14.10; 3D: Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers 16.20, 19.30; Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers 13.40; Vier zauberhafte

Schwestern 14.00, 17.00

Kino Kiste (& 998 74 81) Gerhard Richter Painting

(m. Gast) 18.00; Morgen sind wir frei 20.10;

Rotschühchen und die sieben Zwerge 16.10; Die

schönste Zeit unseres Lebens 14.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (& 038 71/211 4109) 1917 –Der

Film 14.20, 17.10, 20.00; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 20.10; Bad Boys for Life 14.20,

17.00, 20.00; 3D: Die Eiskönigin II14.15; Die Eiskönigin

II 14.30, 17.20; The Grudge17.30; Jumanji

–The Next Level17.20,19.50;KnivesOut –Mordist

Familiensache17.15,19.45;Latte Igel undder magische

Wasserstein 15.00; Lindenberg! Mach dein

Ding 16.30, 19.30; Miniblockbuster –6Kurzfilme

14.00; Das perfekte Geheimnis 19.40; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 14.50; 3D: Star

Wars: Der Aufstieg Skywalkers 16.40, 19.50; Star

Wars: Der Aufstieg Skywalkers 14.10, 20.15; Vier

zauberhafte Schwestern 14.40, 17.10

KREUZBERG

Babylon (& 61 60 96 93) A Knives Out –Mord

ist Familiensache (OmU) 17.00, 21.30; Preview:

Little Women (OmU) 20.00; B ArethaFranklin: Amazing

Grace (OmU) 16.40; Parasite –Gisaengchung

(OmU) 18.40

fsk amOranienplatz (& 614 2464) Little Joe –

Glück ist ein Geschäft (OmU) 17.45, 20.00; Milchkrieg

in Dalsmynni –Heradid (OmU) 19.00, 22.15;

Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao –Avida

invisivel deEuridice Gusmao (OmU) 21.00

Moviemento (& 692 4785) Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 22.00; Vom Gießen des Zitronenbaums

–ItMust Be Heaven (OmU) 13.00, 15.15,

17.30, 19.45; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

11.00, 16.00; Little Joe –Glück ist ein Geschäft

(OmU) 13.30, 18.30, 21.00; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 19.00; Der kleine Rabe Socke 3

–Suche nach dem verlorenen Schatz 14.45; Der

Leuchtturm –The Lighthouse (OmU) 16.30; Thomas

und seine Freunde: Große Welt! Große Abenteuer!

12.45;Vom Gießen des Zitronenbaums –ItMust Be

Heaven (OmU) 10.30; Yung (OmenglU) 21.30

Sputnik (& 694 11 47) Alles außer gewöhnlich –

Hors normes (OmU) 17.45; B-Movie: Lust &Sound

in West-Berlin (OmenglU) 22.00; BritishShorts Festival

(OF) 20.00; Milchkrieg in Dalsmynni –Heradid

(OmU) 16.00; Einsam zweisam –Deux moi (OmU)

18.00; The Farewell (OmU) 20.00; Human Nature:

Die CRISPR Revolution (OmU) 16.00; Parasite –Gisaengchung

(OmU) 22.00

Yorck (& 78 91 32 40) Lindenberg! Mach dein

Ding 14.30,17.30,20.30; New Knives Out –Mord

ist Familiensache 18.50; Parasite 16.00, 21.40;

Spione Undercover: Eine wildeVerwandlung 13.50

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (& 538 95 90) Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 20.00; Bad Boys for Life 17.30,

20.30; Die Eiskönigin II15.00, 17.45; Knives Out –

Mord ist Familiensache 17.15, 20.15; Lindenberg!

Mach dein Ding 15.00, 17.00, 20.00; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 14.45; 3D: Star

Wars:Der Aufstieg Skywalkers 14.15, 17.15, 20.15;

Vier zauberhafte Schwestern 15.15

Union Filmtheater (& 65 01 31 41) Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 13.15, 20.15; Judy 13.00,

17.45, 20.15; Lara 15.45; Lindenberg! Mach dein

Ding 14.00, 17.00, 20.00; Vom Gießen des Zitronenbaums

15.30, 18.00

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (& 93 03 02 60) 1917

–Der Film 14.00, 17.00, 20.00; 3Engel für Charlie

14.00; Bad Boys for Life 14.00, 17.00,20.00; Die

Eiskönigin II14.00, 17.00; 3D: Jumanji –The Next

Level19.55; Jumanji –The Next Level14.00, 17.00;

Knives Out –Mord ist Familiensache 16.30, 19.45;

Lindenberg! Mach dein Ding 16.30, 19.40; Das

perfekte Geheimnis 19.50; Sneak Preview 20.30;

Spione Undercover: Eine wildeVerwandlung 14.10;

3D: StarWars: Der Aufstieg Skywalkers 19.30; Star

Wars: Der Aufstieg Skywalkers 14.10, 16.30; Vier

zauberhafte Schwestern 14.00, 17.30

MITTE

Acud (& 44 35 94 98) Lara (OmenglU) 18.45;

Parasite 20.45; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-

Alarm 17.00; But Beautiful –Nichts existiert unabhängig

(OmU) 19.45; Das Kapital im21. Jahrhundert

–Capital inthe Twenty-First Century (OmU)

21.45; Der marktgerechte Mensch (OmU) 17.45

Babylon (& 242 59 69)Top Secret!:Atomic Blonde

(OmU) 22.30; Fellini 100: Fellinis 81/2 –Otto e

mezzo (OmenglU) 19.30; Fellini 100: FellinisAmarcord

(OmenglU) 22.15; Fellini 100: Fellinis La Strada

–Das Lied der Straße (OmenglU) 17.30;

Top Secret!: Geheimnis eines Lebens –Red Joan

(OmU) 17.15;Top Secret!: The ImitationGame–Ein

streng geheimes Leben (OmU) 19.15; Kill MeToday,

Tomorrow I‘m Sick! 20.00; Top Secret!: Das Leben

der Anderen (OmenglU) 17.15; Top Secret!: Mission:

Impossible (OmU) 21.30

Central Hackescher Markt (& 28 59 99 73) Joker

(OmU) 21.15; Der Leuchtturm –The Lighthouse

(OmU) 16.30; Vom Gießen des Zitronenbaums –It

Must Be Heaven (OmU) 14.30, 19.00; Queen &

Slim (OmU) 12.15, 14.45, 17.15, 20.00; Thomas

und seine Freunde: Große Welt! Große Abenteuer!

10.30;Yung (OmenglU) 22.45

CineStar CUBIX (& 04 51/703 0200) 1917 –

Der Film 11.50, 14.00, 17.30, 19.40, 23.10;

1917 –Der Film (OF) 17.15, 19.50; 3Engel für

Charlie 11.45, 22.30; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 11.20, 14.20; Bad Boys for Life 11.00,

13.45,17.00, 20.10, 23.15; Bad Boys forLife (OF)

22.45; Cats 11.45; Cats (OF) 13.40; Die Eiskönigin

II 11.15, 17.20; Die Eiskönigin II–Frozen 2

(OF) 14.50; Joker (OF) 22.50; 3D: Jumanji –The

Next Level 20.15, 23.15; Jumanji –The Next Level

14.30, 17.10; Der kleine Rabe Socke 3–Suche

nach dem verlorenen Schatz 11.30; Knives Out –

Mord ist Familiensache 20.10, 23.15; Knives Out

–Mord ist Familiensache (OF) 16.30, 19.30; Lindenberg!

Mach dein Ding 16.45, 20.00; Das perfekte

Geheimnis 16.20; 3D: Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 11.10; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 13.40; 3D: Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 14.10, 19.10; Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 16.15; 3D: Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers –StarWars:The Rise ofSkywalker

(OF) 22.50; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers –

Star Wars: The Rise ofSkywalker (OF) 20.30; Vier

zauberhafte Schwestern 11.30, 13.50

Hackesche Höfe (& 283 46 03) 1917 –Der Film

(OmU) 16.30, 19.00, 21.30; ARainy Day InNew

York (OmU) 14.30; Lindenberg! Mach dein Ding

14.00, 19.30, 22.15; Die Sehnsucht der Schwestern

Gusmao –Avida invisivel de Euridice Gusmao

(OmU) 16.45; The Farewell (OmU) 19.00; Little Joe

–Glück ist einGeschäft (OmU) 14.15, 21.15; Miles

Davis: Birth of the Cool (OmU) 16.30; Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 14.15, 16.45, 19.15; Einsam

zweisam –Deux moi (OmU) 21.45;Aquarela (OmU)

15.15; Der geheime Roman des Monsieur Pick –

Le mystere Henri Pick (OmU) 17.15; Jeanne d‘Arc

(OmU) 22.00; Judy (OmU) 19.30

International (& 24 75 60 11) Knives Out –Mord

ist Familiensache (OmU) 21.30; Lindenberg! Mach

dein Ding 18.30

Z-inema (& 28 38 91 21)Why Don‘t You Just Die!

(OmU) 20.00

Zeughauskino (& 20 30 47 70) Amphitryon –Aus

den Wolken kommt das Glück 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex NeuköllnArcaden (& 01 80/505 06 44)

1917 –Der Film 14.50, 17.10, 20.15; 1917 –Der

Film (OF) 19.50; Baba Parasi (OmU) 20.30; Bad

Boys for Life 14.20, 17.00, 20.10; Bad Boys for

Life (OF) 19.55; Cep Herkülü: Naim Süleymanoglu

–Pocket Hercules (OmU) 14.15; Die Eiskönigin

II 14.15, 17.15; Jumanji –The Next Level 14.00,

17.20, 20.10; Knives Out –Mord ist Familiensache

20.00; Latte Igel und der magische Wasserstein

14.00; Lindenberg! Mach dein Ding 16.50, 19.55;

Mucize Ask (OmU) 17.35; Spione Undercover: Eine

wilde Verwandlung 14.30, 17.15; Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 14.00, 16.10,19.35; Vier zauberhafte

Schwestern 14.45,17.20

IL KINO (& 91 70 29 19) The Farewell (OmenglU)

22.50; Land des Honigs – Medena Zemja:

Honeyland (OmU) 12.30; Milchkrieg inDalsmynni

–Heradid (OmU) 18.50; Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 10.00, 20.30; Die Sehnsucht der

Schwestern Gusmao –Avida invisivel deEuridice

Gusmao (OmU) 14.10; Systemsprenger (DFmenglU)

16.40

Neues Off (& 62 70 95 50) Queen &Slim (OmU)

16.30,19.30, 22.30

Passage (& 68 23 70 18) 1917 –Der Film (OmU)

15.00, 17.45, 20.30; Sneak Preview 22.30; Joker

(OmU) 17.45, 20.30; Judy (OmU) 16.00, 20.00;

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 15.00, 17.30;

Miles Davis: Birth of theCool (OmU)18.30; Motherless

Brooklyn (OmU) 21.00

Rollberg (& 62 70 46 45)1917–Der Film –1917

(OF) 16.45,19.30,22.15; Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 17.00, 20.00; Knives Out –Mord ist

Familiensache (OF) 16.00, 19.00; Der Leuchtturm

–The Lighthouse (OF) 21.50; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers –StarWars:The Rise of Skywalker

(OF) 17.20, 20.30;The Farewell (OmenglU) 19.10;

Queen &Slim (OF) 16.20, 21.30

UCI Luxe Gropius Passagen (& 66 68 12 34)

1917 –Der Film 14.25, 16.45, 20.10; Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 14.00; Bad Boys for

Life 14.00, 16.50, 20.00; Die Eiskönigin II 14.40,

17.25; 3D: Jumanji 19.30; Jumanji 16.40; Knives

Out 19.50; Lindenberg! Mach dein Ding 17.10,

19.40; 3D: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

17.10, 20.15; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

14.10;Vier zauberhafte Schwestern 14.30


Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020 23

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

ap haben allerhand im Gepäck. Im Nebel unser Zeitungskollege Johannes von Weizsäcker.

rimenten, zum anderen im Clubkontext.

Reingefeiert wird daher in der

Freitagnacht prall im Berghain mit

zahlreichen DJs, wobei der Set von

Catu Diosis auch auf die weiterführende

Zusammenarbeit mit dem

ugandischen Nyege-Nyege-Festival

in Kampala einstimmt (unbedingt in

Diosises Nyege-Nyege-Auftritt auf

Youtube reinschauen). Exemplarisch

hier zwei DJs aus dem restlichen

Programm: Das etwas ungewöhnliche

Pseudonym der britischen

Produzentin Afrodeutsche aus

Manchester verdankt sich einerseits

dem lang inDeutschand lebenden

ghanaischen Vater von Henrietta

Smith-Rolla (so ihr bürgerlicher

Name). Hörbar wurde er jedoch von

„Afrogermanic“ inspiriert, einem alten

Track der Detroiter Technolegende

Underground Resistance. Afrodeutsches

Electro –dem Albumdebüt

2018 folgte im letzten Herbst

eine super EP -– steht deutlich im

Zeichen der Neunziger,klingt knapp

und trocken, dabei geschmeidig und

von warm schimmernden Harmonien

durchzogen. Giant Swan wiederum,

ein Duoaus NewYork, bevorzugt

rumpelnde und rempelnde Ag-

POP

The Chap 22.1., Berghain Kantine. 20

Uhr

CTM-Festival von24.1. bis 2.2., verschiedene

Orte

Popsalon Balzer/ Müller 22.1., Deutsches

Theater.21Uhr

STAPHANIE PIEHL

gression, mit häckselnd verfremdeten

Stimmsamples und

dröhnendem missgelaunten Knirschen,

Dengeln und Bollern.

Das offizielle Eröffnungskonzert

gibt es dann tags darauf im HAU. Zunächst

beschäftigt sich die Klangkünstlerin

Jasmine Guffond mit den

uns ständig und meist unmerklich

begleitenden Überwachungstechnologien

und unserer stillschweigenden

Komplizenschaft, mit der

wir uns darin offenbaren. (Einen

Eindruck davon geben die unruhigen

und beunruhigten Ambientnoises

ihres letzten Albums „Traced“

von2017). Im zweiten Teil gibt es die

Tanzperformance „Frontera“, die

sich den kontrollierten Körpernwidmet.

Danach, klar, Party in der bedrohten

Griessmühle –ihr Gelände

wird gerade von dessen Großgrundbesitzernweggentrifiziert.

Schließlich: Jens Balzers und Tobi

Müllers Dienstagssalon, der jetzt

schon zum zweiten Mal auf einem

Mittwoch liegt. Gäste sind die Popkritikerin

Julia Lorenz und der

Kunsttheoretiker Jörg Heiser (mit

seinem neuen Buch über die Verflechtung

vonKunst und Popmusik).

Literatur

Das Denkmal

im

Wald

Die Gedenkstätte Paneriai,

die an die Ermordung von

mehr als 70 000 Juden zwischen

1941 und 1944 erinnert,

befindet sich in einem Waldgebiet

in der Nähe der litauischen

Hauptstadt Vilnius. In

einer Ausstellung werden Fotografien

der in Paneriai ermordeten

Menschen, Erlasse

der Okkupationsmacht und

andere Dokumente gezeigt.

Dass Litauen sich auf diese

Weise seiner Verantwortung

stellt, hat sehr viel mit dem

Schriftsteller Tomas Venclova

zu tun, der seine Landsleute

nach der Wiedererlangung der

Unabhängigkeit dazu ermunterte,

sich der Mitverantwortung

und Mittäterschaft beim

Holocaust in Litauen zu stellen.

„Der lange Schatten der

Jahrhundertmitte“ ist eine

Veranstaltung zu Ehren des inzwischen

86-jährigen Venlova

überschrieben, in der u. a.

Dürs Grünbein Werke des

Dichters vorträgt. HarryNutt

Tomas Venclova 19 Uhr,Akademie der

Künste, Pariser Platz 4

Schillertheater-Werkstatt (Bismarckstr.110)

10.00: Purple –Tanzfestival für junges Publikum: Normen,

Normen, Normen, ab 12 Jahren/ ab 6. Klasse

–-Immer im Anschluss:Bewegtes Nachgespräch (ca.

45 Minuten) ANDERS SEIN Wasist eigentlich „die

Norm“, und was heißt „anders sein“? Wiewollen wir

uns zur Umwelt in Beziehung setzen, ohne uns zu

verbiegen? Ausgehend voneigenen Erfahrungen in

der Schule überlegen wir,wie das Thema im Stück in

Bewegungen umgesetzt worden ist. –(ab 12 J.)

Schlossplatztheater (& 651 65 16)

10.00: Klangquadrat,musikalische Performance (ab

2bis 10 J.)

Schwartzsche Villa (& 902 99 22 12)

10.30: Fli-Fla-Flockenzauber,Zuckertraumtheater (ab

2bis 8J.)

Sepp Maiers 2raumwohnung (& /34 35 32 56)

10.00: Wasist ein Zazausel?, Lingulino –Kindertheater

unterwegs, Kindertheater (ab 2bis 4J.). Anm. erf.

Theater an der Parkaue (& 55 77 52 52)

10.00: Unterscheidet euch!, Turbo Pascal, Ein

Gesellschaftsspiel –interaktiveInszenierung (ab 10

bis 14 J.)

theater strahl (& 69 59 92 22)

19.30: Can touch this, Tanzstück (ab 12 J.)

Zeiss-Großplanetarium (& /42 18 45 10)

9.30: Der Regenbogenfisch und seine Freunde

11.00: Mit Raketen zu Planeten

LITERATUR/VORTRAG

Akademie der Künste am Pariser Platz (& 200 57

10 00)

19.00 Plenarsaal: Der langeSchattender Jahrhundertmitte.

Ein Abend für Tomas Venclova,Lesung und

Gespräch mit Tomas Venclova,Ellen Hinsey, Durs

Grünbein. Mod.: Matthias Weichelt

Bruno-Lösche-Bibliothek (& 901 83 30 25)

19.30: Die Präparatorin, Andreas Wagner,mit

Weinverkostung

Buchhändlerkeller (& 55 14 93 58)

20.30: Gleichschaltung als Erinnerung.Essays von

EikeGeisel (1944 –bis1997), vorgestellt vonder

Edition Tiamat

Geistesblüten (& 49 96 17 92)

19.00: Das Monster,Sabin Tambrea und Madame

Nielsen

Helene-Nathan-Bibliothek (& 902 39 43 42)

18.00: LEA Leseklub

jW-Ladengalerie (& 536 35 5- 56)

19.00: Wann wir streiten Seit’ an Seit’, Heinz

Niemann, Berliner Buchpremiere mit dem Autor,Mod.:

Frank Schumann. Anm. erf.

Karl-Liebknecht-Haus (Kleine Alexanderstr.28)

10.00: Seniorenklub: EinigeUrsachen desAntisemitismus,

Ellen Brombacher,Vortrag,Moderation: Helga

Labs

Literaturforum im Brecht-Haus (& 282 20 03)

20.00: Marzahn mon amour, Katja Oskamp, Lesung

nd Gespräch mitKatja Oskamp undAnnett Gröschner

Literaturhaus Berlin (& 887 28 60)

19.30: Andere Leute, Dorota Masłowska, Buchvorstellung,Mod.:

Emilia Smechowski

Museum Reinickendorf (& 404 40 62)

18.00 Kabinett/Hannah-Höch-Raum: Untergetaucht

auf Reiswerder –Spurensuche auf einer Insel im

Norden Berlins, Christiane Carstens, Lesung und

Gespräch

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)

20.00: Literatur Live: Briefwechsel vonHannah Arendt

&MaryMcCarthy, Katharina Thalbach &Sandra

Quadflieg,Hörbuchpremiere

Schokoladen Mitte (& 282 65 27)

19.00: LSD –Liebe Statt Drogen

FÜHRUNG

Hamburger Bahnhof /Museum für Gegenwart

Berlin (& 39 78 34 11)

12.00, 16.00: Materialität in der Kunst, Treff: Foyer

Meyers Stadtgänge (& 442 32 31)

11.00: DieSaarbrücker -PrenzlauerBerg.Intelligente

Orte in 1000 Schritten .Von Wein Bier und Brot nun

zum-Stadtumbau, Kultur-, Ideen und HighTech, Bernd

S. Meyer, Treff: Senefelderdenkmal, Senefelderpl.

(U2), Ausg.Saarbrücker Str.

Olympiastadion (& 30 68 86 18)

11.00: Tour durchs Olympiastadion

11.30: Tour durchs Olympiastadion (in English)

KONZERT

A-Trane (& 313 25 50)

21.00: KarlSchloz –Made in Berlin, special guests:

Patrick Braun (sax), Reggie Moore (p)

Auster Club (& 6113302)

20.00: CoryWells, special guests: LizzyFarrall,

opener:LukeRainsford

b-flat (& 283 31 23)

21.00: Foyl Aka

Badehaus (& 95 59 27 76)

21.00: The Swag Jam

Badenscher Hof Jazzclub (& 861 00 80)

21.00: Walter Gauchel (sax, fl) & Ekkehard Wölk (p),

Cookin’ with Jazz

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str.70)

20.00: Tusks

Cafe Tasso (& 48 62 47 08)

20.00: Sebastian Böhlen (g) &Kenneth Dahl

Knudsen (b)

Donau115 (Donaustr.115)

19.00: Two-Song Tuesday–open mic

Heimathafen Neukölln (& 56 82 13 33)

20.00: Songslam –Der Sängerwettstreit im Heimathafen

Hintersee Bar (Greifenhagener Str.55)

20.30: Brazil&Jazz: Bossa 2–Felix Astor (voc, g),

Christoph Adams (acc)

Prachtwerk Berlin (Ganghoferstr.2)

20.00: Mark Bérubé +River Into Lake

Quasimodo (& 318 04 56 70)

22.30: Martha High &The Italian RoyalFamily

Rickenbacker’s (& 81 89 82 90)

21.00: Bluesrock-Session mit Heinz Glass u. a.

Schlot (& 448 21 60)

21.00: Raumschiff Jazz

SO36 (& 61 40 13 06)

20.00: Anti Flag,The Creepshow, Homeless Gospel

Chior

Zig Zag Jazz Club (& 94 04 91)

21.00: The Zig Zag Jazzed Up Jam Session –Uri

Gincel (p), Yonatan Levi (b), Tobias Backhaus (dr)

CLUB

Bar Tausend (& 41 71 54 69)

22.00: Tausend Brazil –TuesdaySpecial hosted by

Dubben

Cassiopeia (& 47 38 59 49)

23.00: Super Tuesday, RayBang,Dick Nasty

Crack Bellmer Bar (Revaler Str.99)

18.30: Bellmeria, Velasco, Amy Dabbs, SpecialWarm-

Up mit Bogdan Asanovici

Maxxim Berlin (& 41 76 62 40)

19.00: Farout After Work Party, Tiefton, Dee Noe Ree

Monster Ronson’sIchiban Karaoke (& 89 75 13

27)

21.00: The House of Presents

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: Vinylsounds

Suicide Club (Revaler Str.99)

23.59: Encore.Une.Fois

KINO

Wolf (& 921 03 93 33) The Farewell (OmenglU)

18.50; Der Leuchtturm – The Lighthouse (OmU)

16.30; Little Joe –Glück ist ein Geschäft (OmU)

21.10; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao –A

vida invisivel de Euridice Gusmao(OmU)18.10;Die

Tigerentenbande –Der Film 16.40; VomGießen des

Zitronenbaums –ItMust Be Heaven (OmU) 11.00,

21.00

PANKOW

Blauer Stern Pankow (& 47 61 18 98) Lindenberg!

Mach dein Ding 17.30, 20.30; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 15.15; Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 14.40, 17.15; Knives Out

–Mord ist Familiensache 20.00

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (& 42 84 51 88) 1917 –Der

Film 15.15, 18.00; 1917 –Der Film (OmU) 20.45;

Lindenberg! Mach dein Ding 14.40, 17.30, 20.30;

Judy 17.15; Parasite 20.00; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 15.00; Knives Out –Mord

ist Familiensache 14.50, 20.30; Knives Out –Mord

ist Familiensache(OmU) 17.40;FreiesLand 14.40,

17.20,20.00

Kino inder Kulturbrauerei (& 04 51/703 02 00)

1917 –Der Film 14.00, 17.10, 20.00; 1917 –Der

Film (OmU) 22.50; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 16.45, 19.00; Die Eiskönigin II 14.20; The

Farewell (OmU) 23.00; Freies Land 21.30; Judy

13.40; Der kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem

verlorenen Schatz 14.45; Knives Out –Mord ist Familiensache

16.00, 20.00; Knives Out –Mord ist

Familiensache (OmU) 22.50; Der Leuchtturm –The

Lighthouse (OmU) 22.40; Lindenberg! Mach dein

Ding 13.30, 16.40, 19.45; Milchkrieg inDalsmynni

16.45; Parasite –Gisaengchung (OmU) 21.30;

The Peanut Butter Falcon 19.00; Das perfekte Geheimnis

16.20; Queen &Slim 19.20; Queen &Slim

(OmU) 22.20; Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

13.30; StarWars:Der AufstiegSkywalkers

–Star Wars: The Rise ofSkywalker (OmU) 13.45,

16.50, 19.30; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

(OF) 21.45; Vier zauberhafte Schwestern 14.00,

16.30; Vom Gießen des Zitronenbaums 19.00

Krokodil (& 44 04 92 98) Gundermann Revier

19.30; Land des Honigs –Medena Zemja: Honeyland

(OmU) 18.00; Schönheit &Vergänglichkeit

21.15

Lichtblick-Kino (& 44 05 81 79) The Farewell

(OmU) 20.15; Der Himmel über Berlin (OmenglU)

22.00; Parasite (OmenglU) 18.00; Rote Räte –Die

bayrischeRevolution aus der Sicht vonAugenzeugen

17.00

UCI Kinowelt Colosseum (& 44 01 92 00) 1917

–Der Film 14.15, 17.05, 19.40,22.30; 3Engel für

Charlie 17.20; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

19.55; Bad Boys for Life 14.25, 17.00, 20.00,

22.45; Cats 14.30; Die Eiskönigin II14.20,17.15;

The Grudge 22.35; Joker 22.35; 3D: Jumanji –The

Next Level 19.55; Jumanji –The Next Level 14.15,

17.00; Knives Out –Mord ist Familiensache 16.50,

19.45, 22.45; Latte Igel und der magischeWasserstein

14.25; Lindenberg! Mach dein Ding 14.20,

16.40, 19.40, 22.40; Das perfekte Geheimnis

19.50; Queen &Slim 22.45; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 14.20; 3D: Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 16.45, 22.40; Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 14.35, 19.40; Systemsprenger

19.40; Underwater –Esist erwacht 19.55, 22.30;

Vier zauberhafte Schwestern 14.30, 17.05

REINICKENDORF

CineStar Tegel (& 04 51/703 02 00) 1917 –

Der Film 13.50, 16.50, 19.50; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 17.20; Bad Boys for Life 14.15,

17.00, 20.05; Die Eiskönigin II 14.10, 16.50; The

Grudge 20.20; 3D: Jumanji –The Next Level 19.30;

Jumanji –The NextLevel13.50,16.45;KnivesOut –

Mord ist Familiensache 16.15, 19.45; Lindenberg!

Mach dein Ding 13.50,16.25, 19.35; Das perfekte

Geheimnis 13.15, 20.15; Spione Undercover: Eine

wilde Verwandlung 13.45; 3D: Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 14.10, 16.40, 19.55; Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers 19.20; Vier zauberhafte

Schwestern 14.10, 17.30

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (& 852 30 04)

Freies Land 17.00; Das perfekte Geheimnis 14.00,

20.00

Cosima (& 85 07 58 02) Alles außer gewöhnlich

20.15; Die zwei Päpste 18.00

Odeon (& 78 70 40 19) Knives Out –Mord ist Familiensache

(OmU) 14.40, 20.30; Queen &Slim

(OmU) 17.30

Xenon (& 78 00 15 30) Crescendo #makemusicnotwar

(OmU) 18.00; Judy (OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (& 01 80/505 02 11) 1917

– Der Film 13.30, 16.30, 20.10; Bad Boys for

Life 17.00, 20.00; Die Eiskönigin II 10.00, 12.20,

14.40; Jumanji –The Next Level 14.00, 17.20,

19.30; Der kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem

verlorenen Schatz 10.00; Lindenberg! Mach dein

Ding 20.15; Das perfekte Geheimnis 17.30; Pettersson

und Findus: Findus zieht um 10.00;

Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung 10.00,

12.15, 14.30; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

12.10, 16.55, 20.15; Vier zauberhafte Schwestern

10.00, 11.50, 15.10

Kino im Kulturhaus Spandau (& 333 6081) Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 15.30, 20.15; Ich

war noch niemals in NewYork 13.00; Lara 18.00

STEGLITZ

Adria (& 01 80/505 07 11) Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 14.00, 17.00, 20.00

Cineplex Titania Palast (& 01 80/505 05 20)

1917 –Der Film 13.15, 16.40, 20.00,22.55; 1917

–Der Film (OF) 22.50; Bad Boys for Life 14.20,

17.00, 20.00, 23.00; Bad Boys for Life (OF) 20.00,

23.05; Die Eiskönigin II 10.00, 12.15, 14.25,

17.20; Jumanji –The Next Level 11.00, 14.05,

17.00, 19.55; Der kleine Rabe Socke 3–Suche

nach dem verlorenen Schatz 10.00, 12.15; Knives

Out –Mord ist Familiensache 14.00,17.00, 19.40,

23.00; Latte Igel und der magische Wasserstein

10.00, 12.00; Lindenberg! Mach dein Ding 16.55,

20.00, 22.50; Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

10.00, 12.00, 14.00; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 10.00, 16.10, 19.30, 23.00; Vier

zauberhafte Schwestern 10.00, 12.10, 14.30

Thalia Movie Magic (& 774 34 40) Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 18.00; Bad Boys for

Life 20.30; Die Eiskönigin II 15.15, 18.00; Jumanji

–The Next Level 15.15; Knives Out –Mord

ist Familiensache 20.30; Lindenberg! Mach dein

Ding 17.45, 20.30; Spione Undercover: Eine wilde

Verwandlung 15.30; Stephen Kings Doctor Sleeps

Erwachen 17.30, 20.30; Vier zauberhafte Schwestern

15.30

TIERGARTEN

Arsenal (& 26 95 51 00) Federico &Marcello:

Fellinis Das süße Leben –La dolce vita (OmenglU)

20.00; Magical HistoryTour: Die Abenteuer des

Rabbi Jacob–Les aventures deRabbi Jacob (OmU)

19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (& 040/80 80 69 69)

1917 – Der Film 13.30, 16.30, 16.40, 19.45,

22.50, 23.00; 3Engel für Charlie 19.30, 22.30,

22.50; 7500 –Der Film 22.10; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 14.20, 17.20,19.45; Bad Boys for

Life 13.45, 16.50, 17.00, 19.30, 20.15, 22.50;

Cats 16.40; Die Eiskönigin II14.00, 16.50, 19.50;

The Grudge17.00,20.30,22.45;Joker 19.00;Judy

16.10; 3D: Jumanji –The Next Level 19.45,23.00;

Jumanji –The Next Level 12.30, 13.40, 16.00,

16.40; Knives Out –Mord ist Familiensache 13.30,

13.50, 16.20, 19.40, 19.50, 23.00;

Lindenberg! Mach dein Ding 13.20, 16.40, 19.30,

22.45; Parasite 19.15; Das perfekte Geheimnis

16.35, 19.40; Queen &Slim 19.45, 23.00; Spione

Undercover: Eine wilde Verwandlung 13.45, 17.00;

3D: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 13.40,

17.00, 20.30, 22.50; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

13.00, 16.15, 16.30, 19.45, 20.00, 22.40;

Underwater –Esist erwacht 22.35; Vier zauberhafte

Schwestern 14.00, 16.15; Zombieland 2:Doppelt

hält besser 22.55

Filmrauschpalast (& 394 43 44) Jam (OmU)

17.30; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao –A

vida invisivel de Euridice Gusmao (OmU) 19.30;

Why Don‘t You Just Die! –Papa, sdokhni (OmU)

22.00

TREPTOW

Astra (& 636 16 50)Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl19.00; BadBoysfor Life 17.00, 20.00, 22.30;

Die Eiskönigin II 14.30, 16.45; Jumanji –The Next

Level 19.00; Lindenberg! Mach dein Ding 14.00,

17.00, 20.15, 22.00; Spione Undercover: Eine wilde

Verwandlung 14.30; 3D: Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 20.15, 22.00; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers14.00,17.00; Vier zauberhafte Schwestern

14.00, 16.00

Casablanca (& 677 57 52) The Good Liar –Das

alte Böse 20.30; The Peanut Butter Falcon 16.00;

Systemsprenger 18.00

CineStar –Treptower Park (& 04 51/703 02 00)

1917 –Der Film 14.05, 17.00, 20.15; 3Engel für

Charlie 14.10; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

17.00; Bad Boys for Life 14.15, 17.15, 20.15; Die

Eiskönigin II14.00, 16.50; The Grudge 20.00; 3D:

Jumanji –The Next Level 20.00; Jumanji –The Next

Level 14.15, 17.15; Knives Out –Mord ist Familiensache

16.50, 19.45; Lindenberg! Mach dein

Ding 14.00,16.35,19.45; Das perfekte Geheimnis

19.45; Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

14.20; 3D: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

16.55; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 14.00,

19.30;Underwater –Esist erwacht 20.15; Vier zauberhafte

Schwestern 14.15,17.15

WEDDING

Cineplex Alhambra (& 01 80/505 03 11) 1917

–Der Film 14.00, 17.15, 19.40; 1917 –Der Film

(OF) 19.50; BabaParasi(OmU) 20.10; BadBoysfor

Life 14.00, 17.00, 20.00; Die Eiskönigin II 14.15,

17.20; Jumanji –The Next Level 14.10, 16.40,

20.00; Spione Undercover: Eine wildeVerwandlung

14.15, 17.00; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

16.45,19.30; Vier zauberhafte Schwestern 15.00

City Kino Wedding (& 01 77/270 1976) The

Irishman (OmU) 21.15; Institut für Romanistik: Sin

Nombre (OmU; m.Einführung) 19.00

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (& 471 4001) Mein Ende. Dein

Anfang. 18.00; My Life is aGunshot: Joke Lanz

(teilw.OmU) 20.00

Toni &Tonino (& 92 79 12 00) Ballett aus dem

Royal Opera House London: Coppelia 18.00; Joker

21.00; Lindenberg! Mach dein Ding 12.30,15.15;

Die Eiskönigin II 13.15, 15.30; Der kleine Rabe Socke

3–Suche nach dem verlorenen Schatz 11.30;

Lindenberg! Mach dein Ding 17.45,20.30

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (& 85 40 60 85) ARainy Day

In New York 18.00; Miles Davis: Birth of the Cool

(OmU) 20.30;Porträt einer jungen Frau in Flammen

15.30

Eva-Lichtspiele (& 92 25 53 05) Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 15.15;The Peanut Butter Falcon

17.45; Vom Gießen des Zitronenbaums 20.30

ZEHLENDORF

Bali (& 811 46 78) Idioten der Familie 20.30; Die

schönste Zeit unseres Lebens 18.00

Capitol (& 831 6417) Judy 17.45; Lindenberg!

Mach dein Ding 14.45,20.30

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (& 03 31/271 81 12)

Abschied von gestern (m. Einführung) 17.00; Nie

wieder schlafen –nie mehr zurück 19.30

Thalia Potsdam (& 03 31/743 70 20) Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 15.45, 20.45; Crescendo

#makemusicnotwar 18.15; Freies Land 20.45;

Der geheime Roman des Monsieur Pick16.30; Judy

13.45, 16.00; Lindenberg! Mach dein Ding 10.30,

17.30, 20.45; Little Joe –Glück ist ein Geschäft

21.00; Film trifft Leben: Der marktgerechte Mensch

(m. Gästen) 18.30; Nur die Füße tun mir leid –900

Kilometer Jakobsweg 13.45;The Peanut Butter Falcon

14.15; Vom Gießen des Zitronenbaums 15.15,

18.45

UCI Luxe Potsdam Center (& 03 31/233 70)

1917 –Der Film 14.00, 17.00, 20.10; Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 13.50, 20.15; Bad Boys

for Life 13.45, 16.45, 20.00; Cats 14.00; Die Eiskönigin

II 13.45, 14.00, 17.00; 3D: Jumanji –The

Next Level 16.50; Jumanji –The Next Level 19.40;

Knives Out –Mord ist Familiensache 16.45, 20.00;

Lindenberg! Mach dein Ding 16.40,19.50;

Das perfekte Geheimnis 20.00; 3D: Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers 16.15, 20.00; Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers 14.20; Vier zauberhafte

Schwestern 14.15,17.40

UMLAND

ALA Falkensee (& 033 22/279 8877) Knives Out

–Mord ist Familiensache 17.00, 20.00; SpioneUndercover:

Eine wilde Verwandlung 14.30

Capitol Königs Wusterhausen (& 033 75/46 97 77)

Der geheime Roman des Monsieur Pick 20.00; Die

schönste Zeit unseres Lebens 17.00

CineStar Wildau (& 04 51/703 02 00) 1917 –

Der Film 14.10, 17.00, 20.20; 3Engel für Charlie

16.50; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 16.50;

Bad Boys forLife14.15, 17.15, 19.45; DieEiskönigin

II 14.20, 17.00; TheGrudge20.30;3D: Jumanji

–The Next Level 20.15; Jumanji –The Next Level

14.00,17.10; Knives Out –Mord ist Familiensache

17.15, 19.45; Latte Igel und der magische Wasserstein

15.00; Lindenberg! Mach dein Ding 14.00,

17.00, 20.00; Das perfekte Geheimnis 14.10,

20.00; Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

14.20; 3D: StarWars: Der Aufstieg Skywalkers

17.00, 20.15; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

14.30, 19.40; Underwater –Es ist erwacht 19.45;

Vier zauberhafte Schwestern 14.15, 17.30

Filmpalast Bernau (& 033 38/70 54 54) Bad

Boys for Life 18.00, 20.30; Die Eiskönigin II 15.45;

Jumanji –The Next Level 15.00; Knives Out –Mord

ist Familiensache 20.30; Motherless Brooklyn

20.30; Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

15.00; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 17.30;

Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen 17.15

filmpalast Eisenhüttenstadt (& 03364/40 83 10)

Bad Boys for Life 17.30, 19.30; Die Eiskönigin II

17.00;Jumanji –The NextLevel 20.00;Lindenberg!

Mach dein Ding 16.45, 19.45; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 19.30; Vier zauberhafte Schwestern

17.15

Linden-Kino Wusterhausen (& 03 39 79/145 93)

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 17.00, 19.15

Movieland Erkner (& 03362/3668) Bad Boys for

Life 17.30, 20.00; Die Eiskönigin II 15.00; Jumanji

–The Next Level 20.45; Knives Out –Mord ist Familiensache

18.00;Thomas und seine Freunde: Große

Welt! Große Abenteuer! 16.00

Kammerspiele Kleinmachnow (& 03 32 03/84 75 84)

Latte Igel und der magische Wasserstein 15.00

Scala Kulturpalast Werder (& 033 27/462 31 75)

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 16.00; Crescendo

#makemusicnotwar 18.15; Systemsprenger

20.15


24 Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020

·························································································································································································································································································

Netzwerk

NACHRICHTEN

WikiTribune Social hat

schon rund 500000 User

CHAT

„Bloß nicht

Twitter

aufmachen“

Kurze Fragen, schnelle Antworten:

Im Chat kommen Menschen

zu Wort, die sich beruflich in

der digitalen Welt bewegen: TomHillenbrand

studierte Europapolitik

und war Ressortleiter bei Spiegel Online.

Am13. Februar erscheint sein

neuer Roman „Qube“ bei Kiepenheuer

&Witsch. Es geht um digitale

Superintelligenz und wie der

Mensch mit wildgewordener Technik

umgeht.

Womit beginnt morgens Ihr Einstieg

in die digitale Welt?

Financial Times, dann LingoDeer

zum Japanischlernen. Bloß nicht

Twitter aufmachen.

Ein großes Thema zurzeit sind Fake

News.Was ist für Sieeigentlich glaubwürdig

im Netz?

Ich glaube erstmal gar nichts, vor

allem wenn es mich über YouTube

oder Twitter erreicht. Inzwischen

lässt sich alles perfekt fälschen.

Und zum Thema Künstliche Intelligenz:

Werden Mensch und Maschine

friedlich zusammenleben?

Zusammen leben ja, aber vermutlich

eher wie ein völlig entfremdetes

Ehepaar, das einander nicht

über den Wegtraut.

Das Smartphone ist unser ständiger

Begleiter geworden. Auf welches Tool

würden Sieungern verzichten?

„Scannable“, damit lassen sich

Dokumente schnell erfassen und

scannen –seitdem bin ich komplett

frei von Bons, Rechnungsbelegen

und anderen Papierfitzeln.

Soziale Medien bedeuten eigentlich

Geben und Nehmen: Sind Sieeher der

Konsument oder Produzent in den

Netzwerken?

Der Konsum überwiegt, alle Produktionskapazitäten

fließen in

meine Bücher.

Welchen Science-Fiction-Film haben

Sienicht nur einmal gesehen?

David Lynchs „Dune“ dürfte ich

zwanzigmal angeschaut haben.

Lesen SieBücher in der digitalen oder

gedruckten Version?

Sachbücher nur noch digital. Alte

SF oder Fantasy hingegen sehr gerne

als vergilbte Taschenbücher aus dem

Antiquariat.

Es gibt Menschen, die behaupten,

Computer sind nur erfunden worden,

damit gespielt werden kann.

Spielen Sieauch?

Ja, aber nur analog. Brettspiele,

Strategiespiele,Rollenspiele.

Vielen Menschen macht die Zukunft

Angst. Welcher Podcast macht Ihnen

Mut?

„Tech Tonic“, da interviewt die Financial

Times Forscher zu neuen

Technologien. Da merkt man, dass

sich viele verantwortungsbewusste

Menschen mit der Zukunft befassen

und es nicht nur Zuckerbergs gibt.

Fällt es Ihnen schwer, amAbend abzuschalten?

Nö, ist einfach. Handy um neun

aus, dann nur noch lesen. Glauben

Siemir,dakommt man runter.

TomHillenbrand wurde für

seine Romane mit vielen

Preisen ausgezeichnet.

Künstliche Intelligenz (KI) klingt für die einen verheißungsvoll, andere haben Angst davor,sich auf selbstdenkende Maschinen verlassen zu sollen.

Die „Grüne Woche“ holt die Themen

Ernährung und Lebensmittelqualität

wieder stärker in unser

Bewusstsein. Wasauf der Messe

präsentiert wird, muss „draußen“

kontrolliert werden. Zum Beispiel in

Gaststätten und Imbiss-Buden. Dafür

gibt es „Topf Secret“.

Bundesweit wurde seit Anfang

2019 auf Basis von „Topf Secret“

knapp 41 000 Mal der Einblick in

Kontrollergebnisse von Lebensmittelbetrieben

jeglicher Artbei den zuständigen

Behörden beantragt.

Foodwatch sorgt für Transparenz

Diese Zahl nennt die Verbraucherschutzorganisation

Foodwatch, die

die Plattform gemeinsam mit dem

Portal für Informationsfreiheit

Der ewige Zweifel

Viele Menschen fürchten Künstliche Intelligenz. Innovationen haben Menschen schon oft verunsichert

VonAdrian Lobe

Wenn von neuen Technologien

wie Algorithmen,

Robotik oder

Künstlicher Intelligenz

die Rede ist, dann mischen sich

in die Gespräche auch immer diffuse

Ängste. Die KI, so ein Drohszenario,

könnte die Herrschaft übernehmen

und die Menschheit unterjochen.

Doch die Angst vorinnovativer Technik

ist so alt wie die Technik selbst.

Schon bei der Erfindung des Buchdrucks

gab es Befürchtungen wegen

der Fülle an Druckerzeugnissen.

Sorgevor zu vielen Büchern

Der Philosoph Gottfried Wilhelm

Leibniz klagte seinerzeit, dass das

„Bücherwesen wegen der übergroßen

Menge“ nicht zu bewältigen sein

werde. Eine Klage, der sich viele seiner

Zeitgenossen anschlossen.Wenn

jährlich 100, oder gar 100 0neue Bücher

hinzukämen, würden „gute Bücher

durch schlechte wegen der

Neugierigkeit der Menschen ausgestoßen

werden und viel nützliche

Nachrichtungen entweder verloren

gehen und letztlich in dem abscheulichen

Wald der unzählbaren Bücher

wohl nicht mehr werden gefunden

werden können“, schrieb Leibniz.

Dass in Deutschland pro Jahr gut

78 000 Neuerscheinungen auf den

Marktkommen und eineWissensgesellschaft

über Suchmaschinen organisiert

wird, hätte sich der Philosoph

wohl nicht träumen lassen.

Doch die Frage, wer das alles lesen

soll, ist nicht neu, im Gegenteil.

Buchdruck: Die Erfindung

des modernen Buchdrucks

und der Druckerpresse wird

Johannes Gutenberg im 15.

Jahrhundertzugeschrieben.

Kritiker fürchteten, dass die

Leser bei der großen Auswahl

die wirklich guten Bücher

nicht mehr finden werden.

Schon der Stoiker Seneca sorgte sich

im ersten Jahrhundertnach Christus

– der Buchdruck und das Smartphone

waren da noch Jahrhunderte

entfernt –umeine Zerstreuung des

Geistes.„Die Menge der Bücher zerstreut.

Da du also nicht so viel lesen

kannst, als du haben möchtest, so

genügt es,soviel zu haben, als du lesen

kannst.“ Über die Aktualität von

Seneca ließen sich ganze Seminare

bestreiten. Man kann darin auch

eine Kritik an Smartphones und derenablenkender

Wirkung lesen.

Dasist ja das Bemerkenswerte an

den Zitaten vonSeneca und Leibniz:

Dass sich die Sorgen der Menschheit

über die Jahrhunderte nicht verändert

haben –und zwar unabhängig

von ihren Technologien, die ja immer

mit dem Anspruch daherkommen,

bestimmte Probleme zu lösen.

Auch bei der Erfindung des Radios

im 19. Jahrhunderts wurden

Topf Secret

Foodwatch darf Kontrollergebnisse von Lebensmittelbetrieben online stellen

ERFINDER UND DIE KRITIK

Telefon: Erste Apparaturen

wurden um 1860 herum der

Öffentlichkeit vorgestellt. Der

deutsche Lehrer und Erfinder

Johann Philipp Reis präsentierte

sein „Telephon“ in

FrankfurtamMain. Früh gab

es die Angst, vonSpionen

abgehörtzuwerden.

Fotografie: Die Erfindung

löste ebenfalls Sorgen vor

Eingriffen in die Privatsphäre

aus. 1890 postulierten US-

Rechtswissenschaftler „Das

Recht auf Privatheit“, das als

Abwehrrecht gegendie öffentliche

Abbildung entwickelt

wurde.

Sorgen geäußert, das Medium werde

die jungen Leute ablenken und ihre

Konzentrationsfähigkeit mindern.

Nachdem 1979 der erste Walkman

vonSony verkauft wurde,lamentierten

Kulturkritiker, das Gerät isoliere

die Menschen und mache sie zu Autisten.

Auch dem Telefon schlug im 19.

Jahrhundert viel Skepsis entgegen.

So berichtete der New Yorker darüber,

dass Menschen bei Gewittern

einen Bogen um Telefonapparate

machten, weil sie Angst hatten, dass

der Blitz darin einschlagen könnte.

Und natürlich gab es schon damals

Bedenken, die Telefone könnten zu

Spionagezwecken missbraucht werden.

DieErfindung der Fotografie löste

im 19. Jahrhundert ebenfalls Sorgen

vor Eingriffen in die Privatsphäre

aus.1890 postulierten die Rechtswissenschaftler

Samuel D. Warren und

trollierte Betrieb beanstandet, größtenteils

wegen Hygienemängeln.

Jüngste niedrigere Zahlen seien

Folge veränderter Erfassungsmethoden,

heißt es bei Foodwatch.

Der Verein fühlt sich bestätigt

durch einen Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs

(VGH) Baden-

Württemberg. Sprecher Sarmadi findet:

„Die Richter zerpflücken darin

in aller Deutlichkeit die Argumente,

welche die Gastro-Lobby gegen

„Topf Secret“ ins Feld führt.“

Testssind Momentaufnahmen

DerVGH in Mannheim hatte als erstes

Obergericht zugunsten der Verbraucher

entschieden. Demnach

können sie Auskunft über lebensmittelrechtliche

Kontrollen in Be-

GETTY IMAGES/TAMPATRA

Louis D. Brandeis in der HarvardLaw

Review „Das Recht auf Privatheit“,

das explizit auf die Fotografie Bezug

nimmt und als Abwehrrecht gegen

die öffentliche Abbildung entwickelt

wurde. Die Autoren schreiben: „Fotografische

Momentaufnahmen und

das Zeitungsgeschäft sind in die heilige

Umgebung des privaten und

häuslichen Lebens eingedrungen.“

Und durch viele mechanische Geräte

droht es Wirklichkeit zu werden,

dass,„was auf der Toilette geflüstert

wurde, vom Dachfirst aus proklamiertwerden

wird“. Vordem Hintergrund

der allgegenwärtigen Smartphone-Fotografie

erscheint der Aufsatz

in ganz neuem Licht.

Präsident fürchtet Stromschläge

Dertechnische Fortschritt wurde zuweilen

auch durch irrationale Technikskepsis

blockiert. So ließ US-Präsident

Benjamin Harrison, der von

1889 bis 1893 das Land regierte, das

Licht im Weißen Haus ausknipsen,

weil er Angst vor Stromschlägen

hatte.

In der historischen Rückschau

zeigt sich, dass sich nicht alle Befürchtungen

im Hinblick auf die

Technik bestätigt haben, die technologischen

Entwicklungen aber neue

Probleme wie die Verletzlichkeit der

Privatsphäre geschaffen haben, auf

die Technik nur bedingt antworten

kann. Angesichts der zunehmenden

Überwachung und Cybergefahren,

die mit der Verbreitung internetfähiger

Geräte einhergehen, kann eine

gesunde Technikskepsis auf keinne

Fall schaden.

„FragDenStaat“ betreibt. Auf ein Ergebnis

müssen die Interessierten

dann jedoch schon mal mehrere

Monate warten.

„Topf Secret“ steht gerade nicht

für Geheimniskrämerei um das, was

in Restaurants in den Topf kommt.

„Es geht dabei um Transparenz bei

Hygiene nicht nur in Restaurants,

sondern auch in Hofläden, Bäckereien,

Metzgereien, Supermärkten –

kurz inallen Betrieben, die mit Lebensmitteln

handeln“, erläutert DarioSarmadi

vonFoodwatch.

Bisher machen nach Darstellung

von Foodwatch die Kontrollbehörden

in Deutschland nur in Ausnahmefällen

öffentlich, wie es um die

Sauberkeit in Betrieben bestellt ist.

Seit Jahren werde jeder vierte kontrieben

verlangen und von den zuständigen

Stellen die Berichte zugeschickt

bekommen. DemDeutschen

Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga)

stößt der Richterspruch sauer

auf. „Wir befürchten, dass Betriebe

auf ewig gebrandmarkt im Internet

am Pranger stehen“, sagt Hauptgeschäftsführerin

Ingrid Hartges. „Beurteilungen

sind immer nur Momentaufnahmen.“

Aus Sicht des Verbraucherzentrale

Bundesverbandes hingegen ist

die VGH-Entscheidung ein Zeichen

dafür, dass eine Internetveröffentlichung

dem Zweck des Verbraucherinformationsgesetzes

entspricht,

den Markt transparenter zu machen

und den Verbraucherschutz zu stärken.

K. Kronsbein mit dpa

Dasneue Online-NetzwerkdesWikipedia-Gründers

Jimmy Wales hat in

weniger als drei Monaten fast eine

halbe Million Nutzer gewonnen. Es

sei „in seiner heutigen Form eher ein

direkter Konkurrent für Twitter als

für Facebook“, sagte Wales auf der

Innovationskonferenz DLD in München.

Mitdem NetzwerkWT.Social

(WikiTribune Social)wolle er eine

werbefreie Alternativezum aufAnzeigen

basierenden Geschäftsmodell

der heutigen Platzhirsche wie

Facebook bieten, sagte Wales. (dpa)

Lufthansa-Organisation ab

jetzt in der Google-Wolke

DieLufthansa Group hat Google

Cloud als einen strategischen Partner

für die Optimierung ihrer operativen

Performance ausgewählt. Das

Luftfahrtunternehmen wirdseine

Systeme und Datenquellen in einer

einheitlichen Plattformzusammenfassen

und dazu die Machine-Learning-Lösungen

vonGoogle Cloud

nutzen. Dieneue Betriebsplattform

berücksichtigt die für einen stabilen

Betrieb zentralen Faktoren wie Flugzeugwechsel

und Wartung sowie

Einsatzplanung der Besatzungen,

und optimiertderen Zusammenspiel.

DiePlattformwirdEmpfehlungen

für die Verbesserungen bei der

Fluggastpünktlichkeit bereitstellen

sowie für die Einhaltung vonFlugplänen

-auch bei wetterbedingten

Störungen oder Verzögerung. (dpa)

Snapchat-Gründer Spiegel

nutzt gernTikTok

Snapchat-Gründer Evan Spiegel auf der

Innovationskonferenz DLD,München. DPA

Snapchat-Gründer Evan Spiegel

zeigt Herz für die Konkurrenz: Er verbringt

gernZeit bei TikTok und ist

nicht sauer,dass Facebook seine

Ideen kopierthat. „Ich liebe TikTok“,

bekannte Spiegel bei einem Auftritt

auf der Innovationskonferenz DLD

in München. Zudem schloss er auf

Nachfrage nicht aus,dass die zum

chinesischen Bytedance gehörende

Videoplattformmit der Zeit größer

werden könnte als Facebooks Instagram.

Instagram und andereFacebook-Dienste

kopieren Snapchat oft.

Aufdie Frage,obihm das zusetze,

antwortete Spiegel: „Ärgernwürden

wir uns,wenn wir nicht noch mehr

Ideen hätten.“ Vielmehr helfe das

Kopieren, die Idee bei den Nutzern

noch populärer zu machen. (dpa)

US-Firma sammelte drei

Milliarden Personenbilder

Eine obskureUS-Firma hat laut eines

Berichtes der „New York Times“

rund drei Milliarden Bilder vonMenschen

aus dem Internet zusammengestellt,

um eine umfassende Datenbank

zur Gesichtserkennung zu entwickeln.

Im vergangenen Jahr sei der

Zugang dazu mehr als 600 Behörden

als Service angeboten worden, so die

Zeitung unter Berufung auf das Unternehmen

namens Clearview.Angaben

dazu, welche Behörden das

waren, macht Clearview nicht. Für

die Datenbank seien öffentlich zugängliche

Bilder bei Plattformen wie

Facebook und YouTubeoderdem

US-Bezahlservice Venmo eingesaugt

worden, hieß es.Eine Sammlung in

dieser Dimension übertrifft alle bisher

bekanntgewordenen Datenbanken

zur Gesichtserkennung. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 17 · D ienstag, 21. Januar 2020 25

· ·

·······················································································································································································································································································

TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) Livenach Neun 9.55

(für HG) Sturmder Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Werweiß denn

sowas? 12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für

HG) ARD-Buffet 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG)

Rote Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10

(für HG) Sturmder Liebe 16.00 (für HG)

Tagesschau 16.10 (für HG) Verrückt nach Meer

17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 (für HG)

Brisant 18.00 (für HG) Werweiß denn sowas?

18.50 (für HG) Familie Dr.Kleist 19.45 (für HG)

Wissen voracht –Natur 19.50 (für HG) Wetter

19.55 (für HG) Börse 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Um Himmels Willen

Familienserie. Nervensäge. Im Kloster

freuen sich alle, dass Schwester Claudia

wieder zurückgekehrtist, doch

irgendetwas scheint mit ihr nicht zu

stimmen.

21.00 (für HG) In aller Freundschaft

Arztserie. Schützenbrüder

21.45 (für HG) Fakt

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) 3nach9 –Best of

0.45 (für HG) Nachtmagazin

1.05 (für HG) Um Himmels Willen

RTL

6.00 Guten Morgen Deutschland 8.30 (für HG)

Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap 9.00

Unter uns. Daily Soap 9.30 (für HG) Alles was

zählt. Daily Soap 10.00 Der Blaulicht Report

11.00 Der Blaulicht Report 12.00 Punkt 12 –

Das RTL-Mittagsjournal 14.00 Die Superhändler

–4Räume, 1Deal. Trödelshow 15.00 Die

Superhändler –4Räume, 1Deal. Trödelshow

16.00 Mensch Papa! Väter allein zu Haus 17.00

Herz über Kopf. Telenovela 17.30 Unter uns. Daily

Soap 18.00 Explosiv –Das Magazin 18.30

Exclusiv –Das Starmagazin 18.45 RTL Aktuell

19.03 RTL Aktuell –Das Wetter 19.05 (für HG)

Alles was zählt. Daily Soap 19.40 (für HG) Gute

Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 Deutschland sucht den Superstar

Castingshow. Der DSDS-Kids Sieger

2012, Marco Kappel, tritt erneut vor

Dieter Bohlen an. Der riet ihm damals,

immer weiterzumachen mit der Musik. Ob

Marco erneut überzeugen kann?

22.15 (für HG) Ich bin ein Star –Holt mich

hier raus!

0.00 RTL Nachtjournal

0.27 RTL Nachtjournal –Das Wetter

0.30 Ich bin ein Star –Holt mich hier raus!

2.05 Deutschland sucht den Superstar

3.55 Exclusiv –Das Starmagazin

MDR

15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt 16.00 (für HG)

MDR um 4 17.45 (für HG) Aktuell 18.05 (für

HG) Wetter für 3 18.10 (für HG) Brisant 18.54

(für HG) Unser Sandmännchen 19.00 Regionales

19.30 (für HG) Aktuell 19.50 (für HG) Einfach

genial 20.15 (für HG) Umschau 21.00 (für HG)

Der weite Wegzum Meer –Schiffbau in Roßlau

21.45 (für HG) Aktuell 22.05 (für HG) 1990 –

Zwischen Ende und Anfang 22.48 Aktuell 22.50

(für HG) Polizeiruf 110: Barry schwieg.Krimireihe,

DDR 1979 0.05 (für HG) Klemperer –Ein Leben

in Deutschland 1.38 Aktuell

Bayern

14.45 (für HG) Gefragt –Gejagt 15.30

Schnittgut. Alles aus dem Garten 16.00 (für HG)

Rundschau 16.15 (für HG) WirinBayern 17.30

Regionales 18.00 (für HG) Abendschau 18.30

(für HG) Rundschau 19.00 (für HG) Gesundheit!

19.30 (für HG) Dahoam is Dahoam 20.00 (für

HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Tatort: Falsch

verpackt. Krimireihe, D2011 21.45 (für HG)

Rundschau Magazin 22.00 (für HG) Capriccio

22.30 Traumhäuser 23.15 nachtlinie 23.45

klassik shorts 23.50 Mariss Jansons und Daniel

Barenboim 0.35 Rundschau Nacht

Vox

5.20 CSI: NY 6.00 Bones –Die Knochenjägerin

6.55 CSI: Den Täternauf der Spur 8.45 Verklag

mich doch! 10.50 VoxNachrichten 10.55 Mein

Kind, dein Kind –Wie erziehst du denn? 11.55

Shopping Queen 12.55 Zwischen Tüll und Tränen

14.00 Mein Kind, dein Kind –Wie erziehst du

denn? 15.00 Shopping Queen 16.00 Salonfähig

–Wer macht schöner? 17.00 Zwischen Tüll und

Tränen 18.00 First Dates –Ein Tisch für zwei

19.00 Das perfekte Dinner 20.00 Prominent!

20.15 Hot oder Schrott –Die Allestester 0.15

VoxNachrichten

Super RTL

10.35 Sammy 11.05 Die Dschungelhelden

11.30 Grizzy &die Lemminge 11.55 Go Wild!

12.15 Trolls 12.45 Friends 13.10 Sally

Bollywood 13.40 Angelo! 14.05 Die Tomund

JerryShow 14.30 Zak Storm 14.55 Dragons

15.20 Scooby-Doo! 15.45 Alvinnn!!! und die

Chipmunks 16.15 Grizzy &die Lemminge 16.40

Dennis &Fletscher 17.10 Mighty Mops 17.40

Zak Storm 18.05 Die Tomund JerryShow 18.40

Woozle Goozle 19.10 Alvinnn!!! und die

Chipmunks 19.30 Angelo! 20.15 Snapped

–Wenn Frauen töten 0.00 Böse Mädchen

Sport1

5.35 SportClips 6.00 Teleshopping 15.30

Normal 16.00 Cajun Pawn Stars –Pfandhaus

Louisiana 16.30 StorageWars –Die Geschäftemacher.Doku-Soap.

Guter Riecher /Selbstläufer

17.30 StorageWars –Geschäfte in NewYork

18.30 Sport1 News 19.00 Magenta Sport: Arena

20.00 StorageWars –Die Geschäftemacher.

Doku-Soap 20.15 StorageWars –Geschäfte in

Texas 22.15 Goooal! –Das internationale

Fußball Magazin 22.45 Scooore! 23.30 Sport1

News 0.00 SportClips 0.45 Teleshopping Nacht

ZDF

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

heute Xpress 9.05 (für HG) Volle Kanne –Service

täglich 10.30 (für HG) Notruf Hafenkante 11.15

(für HG) SokoWismar.Wunderkind 12.00 heute

12.10 drehscheibe 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 heute –inDeutschland 14.15

Die Küchenschlacht 15.00 (für HG) heute Xpress

15.05 (für HG) Bares für Rares 16.00 (für HG)

heute –inEuropa 16.10 (für HG) Die Rosenheim-Cops.

Der Todkam auf Kufen 17.00 (für

HG) heute 17.10 (für HG) hallo deutschland

17.45 (für HG) Leute heute 18.00 (für HG) Soko

Köln. Schwarzes Schaf 19.00 (für HG) heute

19.20 (für HG) Wetter 19.25 (für HG) Die

Rosenheim-Cops. Krimiserie. Beichte eines Toten

20.15 (für HG) ZDFzeit

Nelson Müllers Lebensmittelreport–Wie

gut sind Kartoffeln, Avocado und Gemüse

aus der Dose? Nelson Müller deckt in

seinem Lebensmittelreportsomanch

unschöne Wahrheit über Gemüse auf.

21.00 (für HG) Frontal 21

21.45 (für HG) heute journal

22.15 (für HG) 37º: Nur Haut und Knochen

22.45 (für HG) Markus Lanz

0.00 heute+

0.15 (für HG) Barry Seal –Drogen für

Amerika Actionkomödie, USA 2017

Sat.1

5.30 Sat.1-Frühstücksfernsehen 10.00 Im

Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfenfür Sie!

11.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir

kämpfen für Sie! 12.00 Anwälte im Einsatz

13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 AufStreife

15.00 AufStreife –Die Spezialisten 16.00 Klinik

am Südring 17.00 Klinik am Südring –Die

Familienhelfer 17.30 Klinik am Südring /oder

Sat.1 Regional-Magazine 18.00 AufStreife –Die

Spezialisten. Als eine alleinerziehende Mutter

Besuch vonihrer Schwester bekommt,

überschlagen sich die Ereignisse. Nicht nur die

Schwester verletzt sich schwer,sondernder

jugendliche Sohnbekommt Fieber. 19.00 Genial

daneben –das Quiz 19.55 Sat.1 Nachrichten

20.15 (für HG) Navy CIS Krimiserie. Toddurch

Gartenzwerg.Zivas problematische

Rückkehr trübt die Stimmung im Team

und niemand weiß, mit der Situation

umzugehen. Doch viel Zeit zum Grübeln

bleibt nicht, denn ein neuer Fall steht an.

21.15 Navy CIS: L.A.

Krimiserie.Der letzte Versuch

22.15 Hawaii Five-0

Krimiserie.Bewährungsprobe

23.10 SpiegelTV–Reportage

0.15 Dinner Party –Der Late-Night-Talk

1.15 So gesehen

WDR

12.45 (für HG) Aktuell 13.05 (für HG) Elefant,

Tiger&Co. 13.55 (für HG) Hogräfer packt’san

14.25 (für HG) Um Himmels Willen 16.00 (für

HG) Aktuell 16.15 Hier und heute 18.00 (für HG)

Aktuell /Lokalzeit 18.15 (für HG) Servicezeit

18.45 (für HG) Aktuelle Stunde 19.30

Regionales 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Abenteuer Erde 21.00 (für HG) Quarks

21.45 (für HG) Aktuell 22.10 (für HG) Über die

Grenze –Alles auf eine Karte. Krimireihe, D2017

23.35 (für HG) Border Run –Tödliche Grenze.

Drama, USA 2012 1.05 (für HG) Quarks

NDR

13.10 (für HG) In aller Freundschaft –Die jungen

Ärzte 14.00 (für HG) NDR Info 14.15 (für HG)

die nordstory 15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt

16.00 (für HG) NDR Info 16.20 (für HG) Mein

Nachmittag 17.10 (für HG) Leopard, Seebär &

Co. 18.00 Regionales 18.15 (für HG) NaturNah

18.45 (für HG) DAS! 19.30 Regionales 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Visite 21.15

(für HG) Panorama 3 21.45 (für HG) NDR Info

22.00 (für HG) Tatort: Nachtsicht. Krimireihe, D

2017 23.30 (für HG) Weltbilder 0.00 Familienleben

1.35 (für HG) Rügen ... mit Judith Rakers

Kabel eins

7.40 (für HG) Navy CIS: L.A. 8.35 Navy CIS 9.30

Blue Bloods 11.10 Numb3rs 12.05 (für HG)

Castle 13.00 (für HG) Castle 14.00 (für HG) The

Mentalist 14.55 (für HG) Navy CIS: L.A. 15.50

kabel eins news 16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer

Leben täglich 17.55 Mein Lokal, Dein Lokal –

Der Profi kommt 18.55 Achtung Kontrolle! Wir

kümmernuns drum 20.15 (für HG) Die

Wutprobe. Komödie, USA 2003 22.25 (für HG)

Cool &Fool –Mein Partner mit der großen

Schnauze. Actionkomödie, USA 2005 0.10 (für

HG) ScaryMovie 4. Horrorkomödie, USA 2006

RTLZWEI

5.20 PrivatdetektiveimEinsatz 6.00 PrivatdetektiveimEinsatz

7.00 Die Straßencops –Jugend

im Visier 8.00 Frauentausch 10.00 Frauentausch

12.00 Frauentausch 14.00 Die Reimanns–Ein

außergewöhnliches Leben 16.00 Hartz und

herzlich –Tag für TagBenz-Baracken 18.05 Köln

50667 19.05 Berlin –Tag &Nacht 20.15 Hartz

und herzlich 22.15 Armes Deutschland –Deine

Kinder 0.15 Autopsie –Mysteriöse Todesfälle

1.05 Autopsie –Mysteriöse Todesfälle 1.50

Autopsie –Mysteriöse Todesfälle 2.40 Autopsie

–Mysteriöse Todesfälle

Eurosport 1

5.00 Tennis. Australian Open. Tag2,live 9.00

Matchball Becker 9.15 Tennis. Australian Open.

Tag2,live 14.30 Matchball Becker 15.00

Tennis. Insider 15.30 Tennis 16.30 Springreiten

17.30 Olympische Jugendspiele 2020. Highlights

vomTage 18.05 Handball: EM 2020. Hauptrunde:

Norwegen –Island, live 20.05 Nachrichten

20.10 Handball: EM 2020. Hauptrunde: Ungarn

–Schweden, live 22.15 Motorsport 23.15

Nachrichten 23.25 Spirit of Yachting 23.55

Tennis 0.25 Game, Schett &Mats

TV-Tipps

ARTE, 20.15 UHR DOKUMENTARFILM

1944: Bomben auf Auschwitz?

ImApril 1944 entkamen zwei Gefangene wie durch ein Wunder dem Konzentrations-

und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und berichteten

der Welt erstmals aus erster Hand von der schrecklichen Wahrheit. Rudolf

Vrba (in Spielszenen: David Moorst, l.) und Alfred Wetzler (Michael Fox)

hatten durch ihre Funktionen detailliertes Wissen über die Mechanismender

Massenvernichtung. Wassie dem slowakischen Judenrat aus dem deutschen

Vernichtungslager berichteten,floss in einen detaillierten Report, der das

Ausmaß der vonden Nazisbetriebenen „Endlösung“ verdeutlichte,später

bekannt geworden als die „Auschwitz-Protokolle“.Zwischen den Alliierten

entbrannte daraufhin eine heftige Debatte,wie sieden Massenmordin

Auschwitz verhindernkönnten.

(D/2019)

Foto: ZDF

Anzeige

©MonikaRittershaus

NORMALVARIANTE –MITTEL -mittel

7 8 2

9 4 1

6

3 5 4 8

2 5

9 1 4

5 9 3

8 2 6

3

7

MitDIAGONALEN-schwer

MIT –SCHWER

9 5

6 8

4 2

1 6 4

SUDOKU

4 2

5 1

HarryKupfer

7

Konzert im

Gedenken an

Harry Kupfer

26. JANUAR UM 11 UHR

5EURO (030) 47 99 74 00

Auflösung

AUFLÖSUNG

vom VOM20.1.2020

XX. 2020

mittel MITTEL

4 1 7 5 6 9 2 3 8

2 8 3 7 4 1 9 5 6

9 6 5 8 3 2 4 1 7

7 3 9 1 5 4 8 6 2

1 5 8 9 2 6 3 7 4

6 4 2 3 7 8 1 9 5

8 2 1 6 9 5 7 4 3

5 7 4 2 1 3 6 8 9

3 9 6 4 8 7 5 2 1

AUFLÖSUNG

Auflösung

VOM XX. 1. 2020

vom 20.1.2020

schwer

SCHWER

8 5 1 4 2 9 3 7 6

2 3 7 6 8 5 1 4 9

9 6 4 7 3 1 2 5 8

6 1 9 2 4 7 5 8 3

3 4 2 9 5 8 7 6 1

7 8 5 3 1 6 4 9 2

4 7 8 1 6 3 9 2 5

5 9 3 8 7 2 6 1 4

1 2 6 5 9 4 8 3 7

RBB

5.30 (für HG) Panda, Gorilla &Co. 6.20 zibb

7.20 (für HG) Brisant 8.00 (für HG) Brandenburg

aktuell 8.30 (für HG) Abendschau 9.00 (für HG)

In aller Freundschaft 10.30 (für HG) Rote Rosen

11.20 (für HG) Sturmder Liebe 12.10 (für HG)

Hauptstadtrevier 13.00 rbb24 13.10 (für HG)

Verrückt nach Meer 14.00 (für HG) Tiere bis

unters Dach. Zorros Rückkehr 14.30 (für HG)

Manfred Stolpe: „Der Mensch im Mittelpunkt“

15.00 Gedenkfeierfür Manfred Stolpe 16.30

Heimatjournal 17.00 (für HG) rbb24 17.05 (für

HG) Panda, Gorilla &Co. 17.55 (für HG) Unser

Sandmännchen 18.02 rbb UM6 18.27 zibb

19.30 (für HG) Abendschau /Brandenburg

aktuell 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Geheimnisvolle Orte

Das Gefängnis Moabit. Mitten in Berlin

hinter dicken Mauernund meterhohem

Stacheldraht befindet sich einesder

ältestenUntersuchungsgefängnisse

Deutschlands –die JVAMoabit.

21.00 (für HG) GSG9 –Terror im Visier

21.45 (für HG) rbb24

22.00 (für HG) Nuhr im Ersten

22.45 Die Florian Schroeder Satireshow

23.30 (für HG) Abendshow

0.15 (für HG) rbb queer 4you

1.00 (für HG) Abendschau

ProSieben

5.00 Mom 5.40 The Middle 6.20 (für HG) Two

and aHalf Men 7.40 (für HG) The Big Bang

Theory 8.55 (für HG) HowIMet Your Mother

10.45 Mike&Molly 11.10 Fresh Off the Boat

11.40 Last Man Standing 12.10 2BrokeGirls

12.35 Mom 13.25 (für HG) Twoand aHalf Men.

Sitcom 14.45 The Middle. Comedyserie. Die

Bessere gewinnt 15.10 The Middle. Comedyserie.

Der faule Zauber 15.40 (für HG) The Big

Bang Theory. Sitcom. Die Imitations-Irritation /

Die Ablehnungs-Attraktion /Die Vollzugs-Verweigerung

17.00 taff 18.00 Newstime 18.10 (für

HG) Die Simpsons. Zeichentrickserie.Aufder

Flucht /Der Tortenmann schlägt zurück 19.05

Galileo. Magazin

20.15 Galileo Big Pictures: Geheimnisvoll –

30 Bilder,die uns rätseln lassen!

Rankingshow. AimanAbdallah erzählt

unter anderendie Geschichte des

„Highwayoftears“ in Kanada. Wasist

sein Geheimnis?

22.15 Galileo Big Pictures: Magic –

30 Bilder,bei denen wir uns die Augen

reiben

Rankingshow

0.05 Galileo Big Pictures: Geheimnisvoll –

30 Bilder,die uns rätseln lassen!

Rankingshow

Arte

10.55 (für HG) Die WinzlingeinfreierWildbahn

11.45 Medizin in fernen Ländern 12.15 Re:

12.50 Arte Journal 13.00 Stadt Land Kunst

13.45 Chicago. Musikfilm, USA/D 2002 15.40

Medizin in fernen Ländern 16.05 Big Pacific

16.50 Xenius 17.20 Medizin in fernen Ländern

17.50 (für HG) Wüste Wurzeln, starkeStämme

19.20 Arte Journal 19.40 Re: 20.15 1944:

Bomben auf Auschwitz? Dokumentarfilm, D

2019 21.50 (für HG) Medizinversuche in

Auschwitz 22.40 Die Kinder vonMarkt Indersdorf

23.35 Papier-Brigade 0.40 Arte Reportage

3Sat

11.40 (für HG) Richard Löwenherz –Gefangen in

Niederösterreich 12.10 (für HG) Das Geheimnis

des toten Vaters 13.00 (für HG) ZIB 13.15

Bahnhöfe dieser Welt –Nächster Halt Zukunft

13.25 Der Äquator –Breitengrad der Extreme

(1-5/5) 17.00 Kairo –Kapstadt 18.30 nano

19.00 (für HG) heute 19.20 Kulturzeit 20.00 (für

HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Die 7. Stunde.

Kriminalfilm, D2015 21.45 kinokino 22.00 (für

HG) ZIB 2 22.25 (für HG) Streif –One Hell of a

Ride. Dokumentarfilm, A2014 0.20 Der Tod–

das letzte Tabu 0.45 10 vor10

Phoenix

11.30 Unsere Welt in Zukunft 11.00 Handelskriege

11.15 Unsere Welt in Zukunft 11.30

phoenix vorort 12.45 Virtual Reality –Schöne

neue Welt? 13.45 Kampf um Kuba 14.00

phoenix vorort 14.45 Der USA-Iran Konflikt

15.15 Pulverfass Libyen 16.00 (für HG)

Klimawandel –Die Fakten mit Harald Lesch

16.45 Klimafluch &Klimaflucht 17.30 phoenix

der tag 18.00 Eröffnungspläoyers im Impeachement-Verfahren

gegenDonald Trump 21.45 (für

HG) heute journal 22.15 Phoenix Runde 23.00

phoenix der tag 0.00 Phoenix Runde

Kika

13.20 Mirette ermittelt 13.40 (für HG) Die

Pfefferkörner 14.10 (für HG) Schloss Einstein –

Erfurt 15.00 Trio –Cybergold 15.50 Max &

Maestro 16.00 Die Abenteuerdes jungenMarco

Polo 16.50 Peter Pan 17.35 (für HG) Der kleine

Prinz 18.00 Shaun das Schaf 18.15 (für HG)

Ritter Rost 18.40 Wolkenkinder 18.47

Baumhaus 18.50 Unser Sandmännchen 19.00

(für HG) Wickie und die starken Männer 19.25

(für HG) Pur+ 19.50 (für HG) logo! 20.00 (für

HG) Kika Live 20.10 Die Jungs-WG –Abenteuer

Amsterdam 20.35 Die Mädchen-WG

Dmax

6.00 Die Schatzsucher 6.50 Infomercial 8.50

Hardcore Pawn 9.20 Auction Hunters 9.50

Infomercial 10.15 House Hunters 10.45 Die

Abräumer 11.15 Border Control 12.15 Steel

Buddies 13.15 Railroad Alaska 14.15 Die

Schatzsucher 16.15 Die Zwangsvollstrecker

17.15 SteelBuddies 18.15 Asphalt-Cowboys

19.15 A2 –Abenteuer Autobahn 20.15 Steel

Buddies 21.15 Cash für Chrom 22.15 112:

Feuerwehr im Einsatz 23.10 DMAX News 23.15

Outback Inferno 0.10 DMAX News

Tagesschau 24

5.00 Tagesschau 5.02 Hessenschau 5.30

ARD-Morgenmagazin 9.00 Tagesschau-Nachrich

ten 9.15 Bizeps, Trizeps, graue Zellen–wie

Muskeln uns schlau und gesund machen 10.00

Tagesschau-Nachrichten 10.15 Super.Markt

11.00 Tagesschau-Nachrichten 13.00

ZDF-Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau-Nachrichten

19.15 Die Grünen und die Macht 20.00

Tagesschau 20.15 Aristoteles Onassis 21.00

Tagesschau 21.02 Helfende Hunde 21.32

Kleiner Wohnen! –Neuanfang in der Rente

22.00 Marktcheck 22.45 Tagesschau vor20

Jahren 23.00 Tagesthemen 23.30 Fakt 0.00

Umschau 0.45 Shift 1.00 Nachtmagazin

ONE

6.50 Brisant 7.30 Liebe am Fjord –Das Ende

der Eiszeit. Liebesmelodram,D2011 9.00

Brisant 9.40 Bezaubernde Jeannie 10.05

Bezaubernde Jeannie 10.30 Lindenstraße 11.00

Familie Dr.Kleist 11.50 Sturmder Liebe 12.35

Sturmder Liebe 13.25 Um Himmels Willen

14.15 Mein Nachbar,sein Dackel &ich.

Komödie, D2009 15.40 Familie Dr.Kleist

16.30 Bezaubernde Jeannie 16.55 Bezaubernd

Jeannie 17.20 Lindenstraße 17.50 Hartaber

herzlich 18.40 Sturmder Liebe 19.25 Sturmde

Liebe 20.15 Doctor Who Classics 21.05 Doctor

Who 22.15 Doctor Who 23.05 My Mad FatDiar

23.55 Doctor Who Classics 0.45 Doctor Who

ZDF NEO

5.05 (für HG) TerraXpress 5.35 (für HG) TerraX:

Spione im Tierreich 8.05 Topfgeldjäger 9.00 (für

HG) Lafer!Lichter!Lecker! 9.45 (für HG) Bares fü

Rares 11.30 Dinner Date 12.15 (für HG) Monk

13.35 Psych 15.00 (für HG) Monk 16.20 Psych

17.40 (für HG) Bares für Rares 18.35 Dinner

Date 19.20 (für HG) Bares für Rares 20.15 (für

HG) Marie Brand und das ewigeWettrennen.

Krimireihe, D2017 21.45 (für HG) Marie Brand

und der Liebesmord.Krimireihe, D2017 23.15

Kramer gegenKramer.Drama, USA 1979 0.55

(für HG) Springflut 2.20 (für HG) App. Thriller,NL

2013 3.35 (für HG) TerraX:AbenteuerSibirien

4.20 (für HG) TerraX:AbenteuerSibirien

ZDF INFO

5.30 ZDF-History 8.13 heute Xpress 8.15 Die

Jagd nach den goldenen Armreifen 9.00

Täterjagd 12.45 ZDF-History 18.45 Völkische

Siedler –Schattenwelten auf dem Land 19.30

Chancen für alle? –Schule im Brennpunkt 20.15

Armtrotz Arbeit –Überlebenmit Niedriglohn

21.00 (für HG) Genug zum Leben? –Hartz IV au

dem Prüfstand 21.45 Deutschland extrem–Extremismusvon

links und rechts 22.30 Rechtsrock

in Deutschland –Das Netzwerk der Neo-

Nazis 23.15 (für HG) Die Welt der Reichsbürger

0.00 Szene Deutschland 0.45 (für HG) heute

journal 1.15 Mysteriendes Weltalls 2.00

Mysteriendes Weltalls

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Musikstadt Berlin mit Kai Luehrs-Kaiser /

Streifzügedurch das klassische Musikleben der

Hauptstadt, ca. 56 Min.

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Konzert Ultraschall Berlin –Festival für neue

Musik /Akademie der Künste Berlin, Hanseatenweg,

ca. 117 Min.

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

KLASSIK-WERKSTATT mit Clemens Goldberg /

Hindemiths Kammermusiken, ca. 56 Min.

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) Musik

Der Kontinente mit Peter Rixen /Worldwide

Favourites –Teil 1, ca. 56 Min

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) Lesung

Rohstoff (2/20) /Von Jörg Fauser /Gelesenvon

Lars Eidinger,ca. 30 Min.

20.10 Deutschlandfunk (97.7 MHz) Hörspiel

Ach, du lieber Augustin, wie fröhlich ich bin /Von

Ines Geipel und HeikeTauch /Nach Texten von

IngeMüller /Mit Johanna Schall /Regie: Ulrich

Gerhardt /Produktion: ORB /DLF 1997,

ca. 45 Min.

0.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Chormusik Lobe den Herrn!/Singen als

interreligiöse Begegnung /Gesprächsgäste u.a.:<