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architektur FACHMAGAZIN Ausgabe 5 2021

Bauen für die Zukunft kann als selbstverständlich abgetan werden – nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die (nahe?) Zukunft bauen wir. Welche Eigenschaften den Gebäuden dabei von ihren Entwicklern mitgegeben werden, um fit für kommende Zeiten und Nutzungen zu sein, ist oft recht unterschiedlich, wie die Projekte dieser Ausgabe zeigen.

Bauen für die Zukunft kann als selbstverständlich abgetan werden – nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die (nahe?) Zukunft bauen wir. Welche Eigenschaften den Gebäuden dabei von ihren Entwicklern mitgegeben werden, um fit für kommende Zeiten und Nutzungen zu sein, ist oft recht unterschiedlich, wie die Projekte dieser Ausgabe zeigen.

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FACHMAGAZIN

WISSEN, BILDUNG, INFORMATION FÜR DIE BAUWIRTSCHAFT

Erscheinungsort Perchtoldsdorf, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf. P.b.b. 02Z033056; ISSN: 1606-4550

05

www.architektur-online.com

Juli/Aug. 2021

Architektur für

die Zukunft

© Tahmineh Monzavi


D I E KO L L E K T I O N

K A RT E L L BY L AU F E N

I ST IM L AU F E N

SPACE , SAL ZGRIES 21,

1 0 1 0 W I E N

AU SG E STELLT.

STAY IN SHAPE. LIKE YOUR BATHROOM.


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3

Editorial

Gestern, heute und morgen

Im April 1994 erschien die erste Ausgabe von architektur – damals noch ohne

den Namenszusatz Fachmagazin – im Orac Verlag. Als das Magazin 1996 überraschend

eingestellt werden sollte, stand für meine Mutter, Silvia, die von Anfang an

mit Oskar Schmidt in der Redaktion des Magazins arbeitete fest, dass sie architektur

aus eigener Hand weiter produzieren möchte.

So wurde im Juli 1996 der Laser Verlag gegründet.

Mein Vater, Walter war, neben seiner

selbst schon fordernden Anstellung im

Management eines großen, internationalen

Unternehmens, nun auch Teil dieses Unterfangens.

Noch ahnte er wohl nicht, dass er

in den folgenden Jahren die Chefredaktion

im Verlag übernehmen würde.

Zu Beginn dieser turbulenten Zeit war ich

gerade 13 Jahre alt. Unser Wohnzimmer

wurde praktisch über Nacht zum Zweitbüro

umfunktioniert. Abends und an den Wochenenden

wurden dort Texte geschrieben,

Layouts vorbereitet sowie Dias und Pläne

gescannt. Berge von Presseunterlagen waren

in Rollwägen und auf Ablagen verteilt.

Als es 1997 darum ging unsere langjährigen

Räumlichkeiten in Perchtoldsdorf zu beziehen

und Diese 2000 von Grund auf zu sanieren,

war die ganze Familie, inklusive meiner

Großeltern zur Stelle. Langsam kehrten

die Struktur und Stabilität in den Verlag ein,

wie wir sie heute kennen. Auch unser langjähriger

Mitarbeiter und Wegbegleiter Nicolas

Paga war zu diesem Zeitpunkt bereits

Teil des Teams.

Zu Studienzeiten wurde auch ich langsam

eingebunden und sammelte erste Erfahrungen

in der Grafik und in der Pflege unserer

Datenbanken, bis ich 2009 voll und ganz in

den Verlag einstieg. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise

eine schwierige Zeit für das

Unternehmen. Für mich war es aber eine

Chance, Aufgaben und Verantwortung, an

der Seite meiner Eltern zu übernehmen, die

ich mir bis dahin nur schwer zugetraut hätte.

In den folgenden Jahren haben wir, mit der

Unterstützung unserer Mitarbeiter, den Erfolg

des Verlages und von architektur Fachmagazin

ausbauen können.

Nun hat mein Vater nach über 47 Berufsjahren

seinen verdienten Ruhestand angetreten

und seine Aufgaben als Chefredakteur

an mich übergeben. Die Lücke zu schließen,

die er hinterlässt, wird eine Herausforderung

sein. Aber eine, der ich dank der guten

Zusammenarbeit mit unserem Team mit

Freude entgegensehe.

Abschließend bleibt mir nur zu sagen: Ich

wünsche meinem Vater einen erholsamen,

glücklichen, aber auch ereignisreichen Ruhestand

und Ihnen viel Freude mit der aktuellen

Ausgabe.

Andreas Laser


architektur FACHMAGAZIN

4

Inhalt

Editorial 03

Architekturszene 06

Fassaden können

Grenzen überwinden

Magazin 12

Bau & Recht 32

Bauverbotsklage, was nun?

Wohnen auf dem Wasser 34

Floating Home / Amsterdam / i29

Neues Gesicht für 40

den Busverkehr

Busstation Vilkaviškis / Litauen /

Architekt Gintaras Balčytis

Wie gedruckt 46

TECLA / Massa Lobarda, Italien /

Mario Cucinella Architects, WASP

Architektonischer Katalysator 52

Majara Residenz / Hormus, Iran /

ZAV Architects

Gott sei Dank! 58

Kocanda /

Kravsko, Tschechische Republik / ORA

Back to the roots 64

Shelters für das Hotel Bjornson /

Jasná, Demänovská Dolina, Slowakei /

Ark-shelter

Hotel- & Gastroarchitektur 70

Licht 82

Produkt News 84

edv 110

Baudokumentations-Apps:

Mängel mobil managen

34

40

46 52

58

64

MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER Laser Verlag GmbH; Hochstraße 103, A-2380 Perchtoldsdorf, Österreich

CHEFREDAKTION Andreas Laser (andreas.laser@laserverlag.at)

REDAKTION DI Linda Pezzei, Edina Obermoser, Alexandra Ullmann, Dolores Stuttner, DI Marian Behaneck, Alexander Magyar, Mag. Theresa Stachowitz, Mag. Matthias Nödl

GESCHÄFTSLEITUNG Silvia Laser (silvia.laser@laserverlag.at) n LTG. PRODUKTREDAKTION Nicolas Paga (nicolas.paga@laserverlag.at) Tel.: +43-1-869 5829-14

GRAFISCHE GESTALTUNG & WEB Andreas Laser n LEKTORAT Helena Prinz n DRUCK Bauer Medien & Handels GmbH

ABONNEMENTS Abonnement (jeweils 8 Ausgaben/Jahr): € 94,- / Ausland: € 115,-, bei Vorauszahlung direkt ab Verlag n Studentenabonnement (geg. Vorlage einer gültigen Inskriptionsbestätigung):

€ 64,- / Ausland: € 91,- (Das Abonnement verlängert sich automatisch, sofern nicht mind. 6 Wochen vor Erscheinen der letzten Ausgabe eine schriftliche Kündigung bei uns einlangt.)

EINZELHEFTPREIS € 14,- / Ausland € 18,-

BANKVERBINDUNG BAWAG Mödling, Konto Nr. 22610710917, BLZ 14000, IBAN AT 87 1400022610710917, BIC BAWAATWW n Bank Austria, Konto Nr. 51524477801, BLZ 12000

IBAN AT 231200051524477801, BIC BKAUTWW; UID-Nr. ATU52668304; DVR 0947 270; FN 199813 v; n ISSN: 1606-4550

Mit ++ gekennzeichnete Beiträge und Fotos sind entgeltliche Einschaltungen. Die Redaktion haftet nicht für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos. Berichte, die nicht von einem Mitglied

der Redaktion gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Das Magazin und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.


Max Exterior Oberflächen:

• kreative Freiheit

• individuelle Gestaltungsmöglichkeiten

• Fassadengestaltung, Balkonbekleidungen

und Outdoor-Möbel

Fundermax GmbH

office@fundermax.at

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„„Sei das Original,

nicht die Kopie.“

(Hannes K., Architekt)


architektur FACHMAGAZIN

6

Architekturszene

IKEA Westbahnhof

© Qerkraft Architekten/IKEA

Fassaden können

Grenzen überwinden

Der erste Blick fällt immer auf die Fassade eines Gebäudes. Auch für Architekten

und Planer hat sie einen wichtigen Stellenwert. Denn die äußere Hülle eines

Hauses ist der Faktor, der die Wirkung des betreffenden Bauwerks und in weiterer

Folge das Stadtbild definiert. In den letzten Jahren war die urbane Architektur

diesbezüglich einem erheblichen Wandel unterworfen. Und zwar besteht das Ziel

vieler Städte darin, den verfügbaren Raum sinnvoll zu nutzen. Hier kommt die

intelligente – und vor allem integrative – Fassadengestaltung ins Spiel.

Text: Dolores Stuttner

Genauer gesagt, werden fassadenlose Bauten derzeit

als Architektur der Zukunft gehandelt. Die klassische,

massive und bisweilen gesichtslose Außenhülle hat

vielerorts ausgedient. Mit einer klaren Abgrenzung

des Außen- und Innenraums soll vor allem bei öffentlichen

Gebäuden Schluss sein. Während der fließende

Übergang zwischen dem öffentlichen und privaten

Bereich im arabischen Raum nichts Neues ist, zeigt in

Wien der Möbelhersteller IKEA vor, wie sich das Konzept

auf europäischer Ebene umsetzen lässt.

Die Transparenz der Moderne

Mit einer innovativen Herangehensweise an die Fassadengestaltung

wäre es Gebäuden möglich, bauliche

Grenzen zu sprengen. Gewährt ein Bauwerk den

Blick in sein Inneres, wird dieses zum Teil des Stadtmobiliars

– eine strikte Trennung zwischen Innenund

Außenraum findet dann nicht mehr statt. Dieses

Konzept soll schon bald am Gelände des Wiener

Westbahnhofs Einzug finden. Dort realisiert IKEA mit

dem Architekturbüro Querkraft ein Bauwerk ohne

Fassade. Das Konstrukt erscheint dabei wie ein offenes

Regalsystem, womit die Fassade als sogenannter

„Schnitt im Raum“ an Bedeutung verliert. Der Außenraum

bietet Platz für Begrünungen und fungiert als

Aufenthalts- und Begegnungszone für die Besucher.

Das fassadenlose Gebäude lässt öffentliche und private

Räume geradezu nahtlos ineinander übergehen.

Dass die westliche Kultur mit diesem Konzept weitgehend

Neuland beschreitet, ist wenig verwunderlich.

Denn in Europa wird die Trennung von Außenund

Innenbereich ganz klar durch Mauern, Zäune

und Fassaden bestimmt. Ihren Ursprung hat die Idee

vielmehr im arabischen Raum. Denn hier herrscht ein

offeneres Verständnis, wenn es um private und öffentliche

Zonen im Stadtraum geht. Und dies macht

sich letzten Endes auch in der modernen Architektur

vor Ort bemerkbar.

u


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7

Architekturszene

Bereit für neue

Momente.

Der neue Audi Q5 Sportback.

Future is an attitude

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Kraftstoffverbrauch kombiniert: 5,6 – 8,4 l/100 km. CO₂ -Emissionen kombiniert: 148 – 212 g/km. Angaben zu

Kraftstoffverbrauch und CO₂-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit von der gewählten Ausstattung des

Fahrzeugs. Stand 05/2021. Symbolfoto.


architektur FACHMAGAZIN

8

Architekturszene

Eine Architektur ohne Zutrittsbarrieren

Die Idee der fassadenlosen Bauwerke beschränkt

sich also nicht nur auf Großhandelsketten.

Das Konzept findet langsam,

aber sicher in Städten auf der ganzen Welt

Einzug. Als aktuelles Beispiel ist hier die iranische

Stadt Teheran zu erwähnen. Ebendiese

erfährt zurzeit einen gesellschaftlichen

Aufbruch in die Moderne, was sich

auch in der Architektur widerspiegelt. Vor

allem die junge Generation der Bauplaner

setzt sich für ein inklusives und modernes

Stadtbild ein, das sich gleichzeitig an den

historischen Wurzeln des Landes orientiert.

Für Begeisterung sorgt dort derzeit der Entwurf

zur Neugestaltung des – bisher eher

spärlich besuchten – Einkaufszentrums

„Tehran Eye“. Mit dem Umbau des neunstöckigen

Gebäudes wurde das örtliche Architekturbüro

FMZD beauftragt. Das etwas

abseits gelegene Bauwerk wollen die Planer

an die kleinteilige Bebauung, die es umgibt,

anpassen und mit dieser verknüpfen. Dafür

soll eine geschwungene Hülle sorgen, die

das Einkaufszentrum vollständig umgibt.

Mit ihr wird das Stadtleben auf einer neuen

und gleichzeitig höheren Ebene fortgeführt

– die Fassade hat damit nicht etwa eine abgrenzende,

sondern eine integrative Funktion.

Über den lebendigen Außenbereich

werden die Besucher Stock für Stock immer

weiter in das Innere des Baus geleitet.

In den Fassadenmantel wollen die Architekten

ebenso Bepflanzungen mitsamt größeren

Grünflächen sowie Cafés und Geschäfte

integrieren. Das Einkaufszentrum lässt sich

damit bereits an der Fassade erleben und

beobachten. Während das Konzept zweifelsohne

innovativ ist, dient der traditionelle

arabische Basar den zuständigen Architekten

als Inspiration für ihren Entwurf.

Denn im sogenannten „Suk“ trennen Labyrinthe,

anstatt von Türen und Wänden, den

öffentlichen und privaten Raum voneinander

ab. In den schmalen Gassen des Markts

ist die ausgelegte Ware für jeden Besucher

zugänglich. Dahingegen nimmt das Lager

die Form eines Dickichts an, das in einen

Kassenraum oder den Wohnbereich der

Besitzer mündet. Die verworrenen Gänge

dienen hier als Schutz. Das Labyrinth bestimmt

also, wie weit eine Person in den

privaten Raum eindringen darf, wobei sich

die Grenze immer wieder neu verhandeln

lässt. Jenes gesteigerte Maß an Flexibilität

käme auch der heutigen Architektur zugute,

die auf unterschiedliche Anforderungen

reagieren und Anpassungsfähigkeit beweisen

muss.

Zugänglichkeit in der Stadtarchitektur

für mehr Lebensqualität

Sogenannte „fassadenlose Gebäude“ vermissen

also nicht wirklich eine Fassade.

Vielmehr verfügen sie über einen lebendigen

Außenbereich, der das Verschwimmen

städtebaulicher Grenzen fördert. In diesem

Fall bildet die Hausfassade einen eigenen

Raum – dieser kann letztendlich genauso

tief und groß sein, wie der Bau, der sich hinter

ihr verbirgt.

Damit lässt sich ein neues Gefühl von Architektur

sowie von Zugänglichkeit und

Offenheit schaffen. Die Fassade wird somit

vom öffentlichen Raum zum Lebensraum in

der Stadt. Mit dieser Herangehensweise ist

eine intelligente Nutzung des begrenzten

Platzangebots in Großstädten möglich. Und

aufgrund der stetig steigenden Bevölkerungszahlen,

braucht es genau solche Innovationen

in der Baukunst.

u

IKEA Westbahnhof

© Qerkraft Architekten/IKEA


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9

Magazin


architektur FACHMAGAZIN

10

Architekturszene

Tehran Eye

© FMZD Architects

Doch nicht nur auf das Leben und Erleben

der Stadt, sondern auch auf das Ortsbild

hat die Fassade erheblichen Einfluss. Sie

fungiert als Visitenkarte einer Stadt und

gewährt Einblicke in die Vergangenheit

und die gegenwärtige Kultur – für die Bevölkerung

entsteht mit einer stimmigen

Architektur die Identifikationsmöglichkeit

mit dem Ort. Moderne Baustile stehen oft

in Konflikt mit historischen Gebäuden – fas-

sadenlose Häuser könnten eine Lösung für

das Problem liefern. Letztgenannte Bauwerke

wirken durch ihre Offenheit nicht etwa

unnötig penetrant, sondern haben einen

inklusiven Charakter. Sie fügen sich in bestehende

Baustrukturen nahtlos ein, da sie

nicht für sich stehen, aber sich nach außen

hin öffnen. Die neue Form der Zugänglichkeit

erweist sich aber nicht ausschließlich

in historischen Stadtteilen als vorteilhaft.

Tehran Eye

© FMZD Architects

In modern bis pragmatisch gestalteten Bezirken

könnte sie einen belebenden Effekt

haben. So wirkt ein Einkaufszentrum mit

offener Fassade nicht wie ein verschlossener

Glaspalast. Das Leben findet hier nicht

ausschließlich im Gebäude statt, da es sich,

klar erkennbar, nach außen hin verlagert.

Durch die einladende Wirkung der Fassade

kommt die scharfe Abgrenzung des Baus

abhanden, sodass dessen Innenleben unweigerlich

in den Stadtraum vordringt.

Auch der Förderung der städtebaulichen

Dichte kommt die offene Fassadenarchitektur

zugute. Ein Ziel moderner Architekten

ist es, hohe Lebens- und Wohnqualität auf

engem Raum zu gewährleisten. Fassadenlose

Häuser erlauben es, Freizeiteinrichtungen

und Aufenthaltsräume in die Außenhülle

eines Bauwerks zu integrieren, sodass

der Flächenverbrauch minimal bleibt.

Alle Herausforderungen, denen sich die

heutige Stadtarchitektur stellen muss,

vermag die offene Fassade natürlich nicht

zu lösen. Allerdings stellt auch sie einen

Schritt in Richtung nachhaltiger Lebensqualität

auf begrenztem Raum dar. Sie liefert

innovative Lösungsansätze und schafft

es, neue Bauwerke in bestehende Strukturen

zu integrieren.


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11

Magazin

Wenn sich Deutschland

und Österreich

endlich mal einig sind.

*

GANZ SCHÖN JOSKO

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Echte Qualität kennt keine Grenzen.

Denn außergewöhnliches Design, ehrliches Handwerk und

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Wäldern, sind für uns selbstverständlich. Dies alles zu vereinen,

schafft Fenster, die über Jahre hinweg begeistern. Kein Wunder

also, dass Josko Nummer 1 bei Holz/Alu-Fenstern in Österreich

und Deutschland ist. Und das macht uns echt stolz.

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architektur FACHMAGAZIN

12

Magazin

Bildung für

die Zukunft

Ein Binnenland mit zerklüftetem Gelände, gefasst von den Victoriafällen und

mehreren Seen. Ein Ort üppig und grün, umgeben von einer weiten, fast szenisch

anmutenden Hügellandschaft. Mittendrin der Campus des Chalimbana Local

Government Training Institute (CLGTI). Hier im Süden Afrikas werden die Kommunalbeamten

Sambias ausgebildet. Vor einigen Jahren jedoch gelangte man zu der

harten Erkenntnis: Das Gelände ausgeschöpft, der Gebäudebestand veraltet, die

öffentlichen Räume abgenutzt und die Struktur unübersichtlich.

Text: Linda Pezzei Fotos & Grafiken: Ahmad Berry, KfW Entwicklungsbank

Daraufhin wurde 2013 ein Wettbewerb ausgelobt,

den bestehenden Campus sowohl

architektonisch wie auch städtebaulich zu

sanieren und zu erweitern. Diesen konnten

CITYFÖRSTER Rotterdam 2014 für sich

entscheiden. Die international und interdisziplinär

agierende Partnerschaft von

Architekten, Ingenieuren und Stadtplanern

schien prädestiniert für ein so anspruchsvolles

Projekt. Als grenzüberschreitendes

Kompetenznetzwerk befassen sich die Kooperationspartner

mit Nachhaltigkeit und

den Lebenszyklen von Architektur und

Städten. Sie konzipieren, planen und realisieren

Gebäude, städtebauliche Strukturen

und Freiräume für die kompakte, gemischte,

multimodal vernetzte, produktive, zirkulär

organisierte und klimaadaptive Stadt.

Der Masterplan

In diesem Sinne entstand auch für den

CLGTI ein Masterplan für den gesamten

Campus in Chalimbana. CITYFÖRSTER ent-

warfen zudem verschiedene Typologien für

die Bildungsgebäude, Studenten- und Lehrerwohnheime.

Neben dem Ziel, eine klare

Identität und eine definierte Struktur zu

schaffen, lag gerade die bauliche wie funktionale

Qualität im Fokus der Gestalter. Die

Jury würdigte insbesondere die auffallend

einfache, aber kraftvolle städtebauliche Idee

und betonte, dass CITYFÖRSTER den fragmentierten

Gebäudekomplex in einen „richtigen

Campus“ mit harmonischem Erscheinungsbild

unter Wahrung der natürlichen

Schönheit des Geländes verwandelt habe.

u


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13

Magazin

AXOR ONE — THE ESSENCE OF SIMPLICITY

DESIGNED BY BARBER OSGERBY


architektur FACHMAGAZIN

Die Struktur

Die neuen zeitgemäßen Gebäude und klaren

Strukturen folgen einem kompakten Raster.

Im Zusammenspiel mit der hügeligen Topographie

des Geländes, den Bestandsbauten

und den großen Bäumen entstand so

ein klar definierter öffentlicher Raum von

hoher Qualität. Die Gestaltung der Häuser

als halb offene Blöcke in Kombination mit

zugehörigen Terrassen schafft auch kleinere,

privatere „Nachbarschaften“ mit eigenem

Charakter. Das neue Herzstück des

Campus sind die Erschließungswege mit

Fußgänger anbindung. Die Fußwege erstrecken

sich zwischen zwei Clustern an gegenüberliegenden

Enden des Campus: einem

Cluster mit Studentenwohnheimen im

Norden und einem mit eher pädagogischem

Programm im Süden. Diese beiden Cluster

sind umgeben von Lehrerwohnheimen und

Freizeiteinrichtungen wie Sportplätzen.

14

Die Vision

Über die Jahre ist die Vision eines ökologisch

nachhaltigen Campus schließlich zur

Wirklichkeit geworden. Eine passive und

autarke kleine „Stadt” ist entstanden. Der

ausgegrabene Boden wurde dazu verwendet,

um ihn zu Ziegeln zu pressen oder zu

Stampflehmwänden zu verarbeiten. Dies

dient in Kombination mit der Nutzung der

Sonnenenergie, dem passiven Kühlen und

Heizen der Gebäude. Alle Objekte wurden

wiederum in Richtung Ost-West ausgerichtet,

sodass die Hauptfassaden (Nord und

Süd) von den niedrigen Sonnenwinkeln

kaum tangiert werden. Ein weiterer Baustein,

wie der Bedarf an Sonnenschutz und

Kühlung auf klimafreundliche Weise reduziert

werden konnte. Die doppellagigen Dächer

wurden zusätzlich in einer optimalen

Neigung ausgeführt.

Magazin

Das Campusgelände ist als eine funktionale

Landschaft konzipiert und angelegt und

dient als Wasserpuffer auch dem Erosionsschutz.

Bei der Ausführung der Baumaßnahmen

setzten die Architekten auf sambisches

Know-how: Soweit möglich kamen bei der

Umsetzung vorwiegend lokale Materialien

und Techniken zum Einsatz. Die programmatische

Anordnung der Gebäude wiederum

ermöglicht einen geschlossenen Wasserkreislauf,

der nur durch die Schwerkraft

angetrieben wird. Das Regenwasser und das

geklärte Abwasser können lokal ins Grundwasser

abfließen. Schlafsäle und Klassenräume

werden passiv belüftet, unter anderem

über spezielle Solarkamine. Die einfache und

effektive Konstruktionstechnik minimiert

zum einen Wartungs- und Energiekosten

und maximiert zum anderen den Einsatz an

lokalen Arbeitskräften und Materialien.

Die Nutzer

Der neue Campus bedeutet eine direkte

und deutliche Verbesserung der Wohn- und

Lebensqualität für Studierende, Lehrende

und Mitarbeiter des CLGTI. Darüber hinaus

bietet die klare Gliederung des Masterplans

eine robuste Struktur für die Zukunft.

Durch die schrittweise Verdichtung kann

die Campus-Kapazität sogar noch verdoppelt

werden. Die Bauwerke und die Räume

dazwischen stehen nun für eine klare Identität,

die sich Nutzern und Besuchern auf

den ersten Blick erschließt. Darüber hinaus

bedeutet das Projekt auch eine Stärkung

der Ausbildungsstruktur der sambischen

Beamten – eine Investition also in genau die

Menschen, die ihr Land führen werden. Eine

Investition, die sich in Zukunft (hoffentlich)

auszahlen wird.


www.cityfoerster.net


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15

Magazin

ZEHN ARCHITEKT:INNEN.

EINE ÜBERZEUGUNG.

WIR-

STEIGEN-

UM.AT

Entwerfen, Visualisieren, Auswerten, Publizieren und

Zusammenarbeiten – Archicad überzeugt Architekt:innen auf

ganzer Linie. Aber lassen wir sie selbst zu Wort kommen:

in unserem neuen Film „Warum auf Archicad umsteigen?“

Jetzt anschauen auf

wir-steigen-um.at


architektur FACHMAGAZIN

16

Magazin

Urlaub auf der

Müllinsel?

Was ist der beste Weg, um mit dem Plastikmüllproblem in den Ozeanen umzugehen?

Eine Idee könnte sein, eine Insel daraus zu bauen – und auf diese dann ein außergewöhnliches

Hotel zu setzen.

Renderings: Margot Krasojević

Margot Krasojević Architects sind ein multidisziplinäres

Büro, welches sich auf die Integration von

Umweltfragen, erneuerbaren Energien und Nachhaltigkeit

als Teil des architektonischen Planungsprozesses

konzentriert. Bei ihrem futuristischen Entwurf

des Recycled Ocean Plastic Resort stand die zunehmende

Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikmüll

im Fokus. Sie nutzten Simulationssoftware, um

die Bewegung von Plastikmüll im Meer zu untersuchen.

Die daraus gewonnenen Erkenntnisse dienten

als Ausgangspunkt, um Möglichkeiten zum Sammeln

von Plastikmüll zu finden und diesen vielleicht sogar

sinnvoll zu nutzen. Mit diesen Zielen vor Augen hat

Krasojević ein Design entwickelt, welches Plastik in

eine Insel verwandelt.

Spezielle Netze, in denen sich Säcke mit recyceltem

Meeresplastik befinden, sollen zu einer schwimmenden

Deponie verwoben und am Meeresgrund verankert

werden. Gepflanzte Mangrovenbäume durchwurzeln

dann diese Müllinsel und machen sie schließlich

zu einer stabilen Struktur, die als Fundament für die

Bebauung dient. Das weitere Einfangen von Plastik

erlaubt es der Insel auch darüber hinaus, stetig weiter

zu wachsen und die Meere weiter zu säubern.

Das angedachte, auf der Plastikinsel sitzende Hotel

wird als selbsterhaltendes Bauwerk konzipiert. Verflochtene

Bänder aus biologisch abbaubarem Betonfasergewebe

verleihen der Struktur Festigkeit. Das

Band wird in einem Design integriert, das an Tentakel

erinnert, die sich über die gesamte Insel ausbreiten.

Sie können bei Schlechtwetter überschüssiges

Wasser vorübergehend aufnehmen und so mögliche

Überschwemmungen verhindern.

Das Hotel soll über überdachte Zimmer und Bereiche

zum Campieren verfügen. Geduscht wird mit gefiltertem

und entsalztem Meerwasser und die Energieversorgung

soll mit Solarenergie gedeckt werden.


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17

Magazin

WIR SCHLIESSEN DEN KREISLAUF DES GESTEINS

REZYKLIERTES GESTEIN

ÖKOBETON

5

4

6

NASSAUFBEREITUNG

HOCHBAURESTMASSEN

1

3

BRECHEN

2

1 ANLIEFERUNG DER HOCHBAURESTMASSEN

Mineralische Baurestmassen, die zum Beispiel beim Abbruch von

Gebäuden anfallen, werden in unsere Annahmestellen angeliefert.

VORSORTIERUNG

2 VORSORTIERUNG

Entfernung von groben Verunreinigungen wie Holz, Metallen und

Kunststoffen im Zuge der Anlieferung. Diese werden händisch

aussortiert und einer Wiederverwertung zugeführt.

3 BRECHEN

Das vorsortierte Material wird mittels Brecher zerkleinert.

4 NASSAUFBEREITUNG & SIEBKLASSIERUNG

Das gebrochene Material wird gewaschen, klassiert (gesiebt) und

kleinste noch vorhandene störende Teile werden maschinell entfernt.

5 REZYKLIERTE GESTEINSKÖRNUNGEN

Mehr als 98% der Baurestmassen werden wiederverwendet und können

als zertifizierte Gesteinskörnungen dem Wertekreislauf erneut zugeführt

werden.

6 ÖKOBETON

Der Kreislauf schließt sich: Die aufbereiteten, gewaschenen und rezyklierten

Gesteinskörnungen werden zu zertifiziertem ÖKOBETON verarbeitet.

Ein nachhaltiger Baustoff mit hohen Produkt- und Qualitätsstandards ist entstanden.

ÖKOBETON - der Baustoff für nachhaltiges Bauen


architektur FACHMAGAZIN

18

Magazin

Gestapelte

Schrebergärten

Nach einer langwierigen Umwidmungsphase eines leeren Grundstückes an der Gudrunstraße,

im 11. Wiener Gemeindebezirk, entstand nun ein Neubau mit 50 erschwinglichen

Business Apartments. Federführend waren die Architekturbüros BFA und KLK,

die in den letzten Jahren schon mehrere Projekte gemeinsam abgeschlossen haben.

Fotos: David Schreyer

Die Fassade des siebenstöckigen Gebäudes soll an

traditionelle Wiener Schrebergärten erinnern, die hier

rhythmisch versetzt aufeinandergestapelt wurden.

Sie bieten in einem überwiegend gewerblich genutzten

Quartier in der Nähe des Wiener Hauptbahnhofes

einen städtebaulichen Kontext. Durch eine Ausrichtung

aller Wohnungen nach Südosten wurden optimale

Belichtungsverhältnisse und helle Wohnräume

erreicht. Die Lärmbelästigung wurde durch die gleiche

Maßnahme reduziert, da die Wohneinheiten zur

verkehrsberuhigten Seitenstraße hin orientiert sind.

Der Entwurf der Architekten ordnet auf einer Bruttogrundfläche

von 3.900 m 2 die effizienten Wohnungsgrundrisse

kompakt an. Die so entstandenen

Mikro-Apartments erfüllen die Anforderungen des

Bauherrn an moderne, temporäre Wohnräume, die ein

Maximum an Komfort bei möglichst niedrigen Mieten

bieten. Im Erdgeschoss finden zudem zusätzlich

sechs kleine Büros Platz.

Jedes Apartment ist hofseitig über einen offenen

Laubengang und eine Außentreppe erreichbar. Der

kompakte Grundriss besteht aus einem großzügigen

Hauptflur, einem Schlafbereich, Sanitäranlagen, einem

Wohnraum mit Satteldacherker und einem weit

ausladenden Balkon. Die auskragenden Erker dienen

zudem als bauliche Abgrenzung zu den benachbarten

Apartments und sorgen für Privatsphäre.


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19

Magazin

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architektur FACHMAGAZIN

20

Magazin

Mit der Kraft

der Sonne

Das Bürogebäude Powerhouse Telemark ist das inzwischen vierte Powerhouse-Projekt

des norwegischen Architekturbüros Snøhetta, das im Rahmen der Klimahaus-Initiative

„Powerhouse“ entstanden ist. Auf dem geneigten Dach der imposanten

Gebäudestruktur wird mit Hilfe der Sonne mehr Energie produziert, als in den Büros

verbraucht werden kann.

Fotos: R8 Property ASA

Weithin sichtbar mit seiner außergewöhnlichen

Form ist das Bauwerk eines der innovativsten Bürogebäude

unserer Zeit. Das elfstöckige Bürohaus

am Ufer des Flusses Porsgrunnselva wurde von

den Architekten strikt nach der Sonne ausgerichtet.

Sie vergrößerten die Dachfläche durch eine

24-Grad-Neigung nach Süden und statteten sie

komplett mit Fotovoltaik-Panels aus – nur ein kleiner

Teil blieb für eine Dachterrasse frei. Darüber hinaus

bezieht das Gebäude auch Sonnenenergie aus der

an der Südfassade errichteten Fotovoltaikanlage.

Mit seinen insgesamt 1.482 m 2 PV-Panels erzeugt

das Powerhouse jährlich 256.000 Kilowattstunden

Strom aus Solarenergie, weit mehr, als das Gebäude

selbst verbraucht – die überschüssige Energie

wird in das öffentliche Energienetz eingespeist.

Für die Belichtung des Konferenzzentrums unter

dem geneigten Dach und seine verschieden großen

Tagungsräume wurden Lichtbänder auf dem Dach

installiert. Um die Sicherheit des Wartungspersonals

auf dem stark geneigten Dach nicht zu gefährden,

wurde auf außenliegenden Sonnenschutz verzichtet.

Architekten und Bauherren entschieden sich

stattdessen für Oberlichter mit selbsttönendem Glas.

Ausgeführt wurde die Verglasung mit SageGlass

Zweifach-Isolierglas Classic. Das elektrochrome Glas

ermöglicht ein intelligentes Tageslichtmanagement

mit sowohl automatischer wie manueller Steuerung.

Im Normalfall reagiert das Glas selbstständig und

tönt die Scheiben je nach Stärke des Sonnenlichteinfalls.

Beim Powerhouse Telemark können die Gläser

aber auch manuell angesteuert werden, um den Grad

der Verdunkelung auch individuell regeln zu können.

Für Kjetil Trædal Thorsen, einen der Gründungspartner

von Snøhetta, erwächst aus dem Klimawandel

„eine zentrale Verantwortung von Architekten und

Gestaltern, sich mit unserer gebauten Umwelt zu

beschäftigen. Dafür brauchen wir mehr branchenübergreifende

Allianzen wie die von Powerhouse,

um Industriestandards für nachhaltige Gebäude und

Städte zu etablieren, sowohl auf wirtschaftlicher, sozialer

als auch auf ökologischer Ebene“.


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21

Magazin

Nachhaltiges Bürokonzept

Powerhouse Telemark ist ein hochmodernes Bürogebäude

mit Plusenergiestandard und damit ein

Modellprojekt in doppeltem Sinn: Denn sowohl seine

energetische Performance wie auch sein innovatives

Innenraumkonzept sind wegweisend. Nach

Ansicht von Snøhetta ist ein Gebäude erst dann

wirklich nachhaltig, wenn es immer wieder für neue

Nutzungen konfiguriert werden kann. Die Architekten

verfolgten daher eine Strategie von flexiblen Arbeitsbereichen

und Räumen. Die 8.403 m 2 Bürofläche

verteilen sich auf elf Etagen. Es gibt Co-Working-Spaces,

ein Restaurant, gemeinsame Meetingräume und

eine Dachterrasse mit Blick über den Fjord sowie

eine Vielzahl völlig unterschiedlicher Büroebenen.

Die interne Anordnung der Büros und Arbeitsräume

ist so variabel gestaltet, dass jederzeit neue Arbeitsplatzkonfigurationen

möglich sind, um den veränderten

Ansprüchen seiner Nutzer gerecht zu werden.

Für die Verbesserung von Tageslichtausbeute und

Energieverbrauch wurde die Anordnung der Büros

nach dem Prinzip der Tageslichtoptimierung

vorgenommen. Demzufolge wurden geschlossene

Büroräume an die Nordost-Fassaden gelegt, die offenen

und flexibel nutzbaren Büroflächen dagegen

nach Süden und Westen orientiert. Die lichtoffene

Holzverkleidung an den Fassaden bietet natürlichen

Sonnen- und Blendschutz für die Arbeitsplätze und

trägt auch dazu bei, dass sich die Außenwände nicht

unnötig aufheizen. Mit diesen Lowtech-Maßnahmen

konnte der Nettoenergieverbrauch des Powerhouse

Telemark im Vergleich zu ähnlichen Neubauten um

70 Prozent gesenkt werden.


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22

Magazin

Leben im Stall

Wo früher Tiere vor der Grenzüberquerung eine Quarantäne durchlaufen mussten,

wird heute gewohnt. An der belgisch-niederländischen Grenze gelegen, gestalteten

B-architecten die früheren Stallanlagen um und schafften so Raum für ein gemeinschaftliches

Wohnprojekt, das sich Qville nennt.

Fotos: Lucid

In 13 Häusern fügen sich 44 Wohnungen verschiedener

Größen von 1- bis 4-Zimmer zu einer Wohngemeinschaft

zusammen. Die parkenden Autos sind unter die

Erde verbannt, die Oberfläche gehört den Fußgängern,

Fahrradfahrern und spielenden Kindern. Bei diesem

Projekt handelt es sich nicht nur um den Zusammenschluss

von Wohnungen, denn vieles wird hier geteilt:

ein kleiner Teich, eine überdachte Sommerküche, ein

Indoor-Pool, ein Gemeinschaftsraum mit Arbeitsplätzen

und auch gemeinsam nutzbare Autos stehen zur

Verfügung. Das 1,7 ha große Areal ist auch für Touristen

offen, die hier in einem der Gästezimmer unterkommen

können. Ein Pub schafft die Verbindung zur

Nachbarschaft, die so hierher eingeladen wird.


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23

Magazin

Den Charme der Anlage macht das Bestehende aus.

Das Ensemble umfasst eingeschossige Zeilenbauten

mit Backsteinmauerwerk und Satteldach. Nichts

erinnert mehr an deren frühere Nutzung als Stall.

Feinfühlig sind die Bestandsbauten auf Vordermann

gebracht worden, die fehlenden Bestandteile behutsam

wiederhergestellt und erkennbar gemacht durch

die hölzernen Fassaden. Erstaunlich ist, wie eine derartige

Stallanlage ein solch charmantes Bild für eine

Wohngemeinschaft abgeben kann. Dass das Konzept

fruchtet und die Bauten zum Wohnen adaptiert werden

konnten, ist den Händen der B-architecten geschuldet.

Noch hat das Konzept von Qville etwas experimentelles

an sich. Glückt der Versuch, unterstützt er hoffentlich

die Entwicklung weiterer derartiger Wohnprojekte.

Groß denken

bis ins Detail.

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24

Magazin


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25

Magazin

In die Landschaft

The Young Old House — das junge alte Haus: Ein sehr treffender Name für das alte

Haus, das die spanischen Architekten Lys Villalba und Enrique Espinosa einer Revitalisierung

und Erweiterung unterzogen haben. Das grundsätzliche Erscheinungsbild

des rund 60 Kilometer von Madrid entfernten Bauwerks entspricht dabei weiterhin

den Erwartungen an das ländliche Umfeld: Holzblockbau, Steinsockel und Satteldach

auf der grünen Wiese vor einer landschaftlichen Kulisse.

Fotos: José Hevia

Um den Wohnbedürfnissen der sechsköpfigen Familie

zu entsprechen, deren Leben sich nun zwischen

Stadt und Land abspielen soll, wurde die ehemalige

Sommerunterkunft an drei Stellen mit metallverkleideten

Volumen erweitert. Eine neue Außenhülle und

die hinzugefügten Volumina in Form von Metallboxen

ermöglicht nun die ganzjährige Nutzung.

An drei Stellen der Fassade schließen die auffallenden

Erweiterungen am Bestandsgebäude an. Eine

von ihnen erstreckt sich fast über die gesamte

Länge der Südseite und erweitert den Wohnraum.

Die ehemaligen vier kleinen Fenster sind durch ein

großflächiges ersetzt. Sie lassen eine innige Beziehung

zwischen Haus und Landschaft entstehen. Die

quietschbunten Rahmen der Fenster und Türen mar-

kieren das Neue. Noch schriller wird es im Innenraum,

wo grelles Gelb und Blau die neu hinzugefügten Bereiche

im Wohnraum kennzeichnen.

Für das gemeinsame Familienleben war auch mehr

Platz für die Schlafbereiche notwendig. Neben dem

Schlafzimmer der Eltern im Bestandsbau gibt es nun

auch einen für die vier Töchter. Er befindet sich in

dem größten hinzugefügten Volumen an der Ostfassade.

Der Höhenunterschied vom Bestandsbau in

den hinzugekommenen Schlafraum wird geschickt

mit einer Stufe überdeckt, die nun als Sitzbank funktioniert.

Gedeckt ist der Raum mit derselben Deckenkonstruktion

wie der Bestandsbau. Diese wird hier

einfach verlängert und kaschiert so den Übergang

von Alt und Neu.

u


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26

Magazin

Das letzte angedockte Volumen ist zwar das flächenmäßig

kleinste, dennoch ist es nicht weniger wichtig.

Es nimmt westseitig den Heizraum auf und macht das

gesamte Wohnhaus somit zur kalten Jahreszeit erst

bewohnbar. Und auch die bestehenden Fassadenflächen

wurden dafür thermisch adaptiert: Die äußeren

Holzbretter wurden entfernt, eine dämmende Schicht

aufgebracht und die Bretter wieder montiert.

Revitalisiert wurden auch nicht mehr benötigte Materialien

des alten Hauses. Daraus entstanden nicht nur

neue Möbel, der Esstisch besteht aus entfernten Deckenbalken,

ein Teil des entfernten Steinsockels der

Fassade fungiert nun als Austrittsstufe vom Wohnraum

auf das freie Feld – so wurde vielen abgebrochenen

Bestandteilen ein zweites Leben eingehaucht.

Durch diese Interventionen ist das Haus von 113 m²

auf eine Wohnfläche von 170 m² gewachsen. Natürlich

hätte die Erweiterung auch das gesamte Bestandsgebäude

umhüllen und noch mehr Platz schaffen

können. Stattdessen wurde aber nur so viel Raum

wie unbedingt benötigt hinzugefügt. Auch die charmante

Konstellation aus alter Holzfassade mit Steinsockel

und gewellter Aluminiumfassade kommt erst

so richtig zur Geltung. Die Architekten Lys Villalba

und Enrique Espinosa schafften mit ihrem kreativen

und gleichzeitig pragmatischen Revitalisierungskonzept

etwas, das man an diesem Ort nicht erwartet.

Trotzdem scheint The Young Old House genau hierher

zu gehören.


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Magazin


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28

Magazin

Nachhaltiges

& kreatives Bauen

In Sachen Kreislaufwirtschaft ist ÖKOBETON ein echter Alleskönner. Richtig eingesetzt,

schafft er damit einen wesentlichen Beitrag zum ökologischen Bauen.

Aber auch gestalterisch hat er einiges zu bieten, denn von außen betrachtet sieht

man optisch keinen Unterschied zu herkömmlichem Beton. Es besteht aber die

Möglichkeit die Betonstruktur durch Sandstrahlen, Schleifen oder Stocken sichtbar

zu machen, wenn dies aus Designgründen gewünscht wird.

Mit der Produktlinie ÖKOBETON führt die

Wopfinger Transportbeton Ges.m.b.H. als

erstes Unternehmen in Ostösterreich Baurestmassen

durch hochwertige Aufbereitung

wieder der Betonproduktion zu und schließt

somit den Kreislauf des Gesteins. Teure

Deponieflächen, für kommende Generationen

wiederum Altlasten, können damit fast

gänzlich eingespart werden. Ebenso werden

Sand- und Kiesressourcen geschützt,

wodurch der Fußabdruck in der Kategorie

„Land Use“ signifikant gesenkt wird.

Um hochwertig rezyklierte Gesteinskörnung

mit gleichbleibender Qualität herzustellen,

sind moderne Aufbereitungstechnik

und strikte Vorgaben im Prozesskreislauf

einzuhalten. Den Kernprozess des von

Wopfinger in Pionierarbeit entwickelten

Nassaufbereitungsverfahrens stellt das

Waschen und Sieben der zerkleinerten Baurestmassen

nach vorheriger Entfernung unerwünschter

Fremdstoffe dar.

Rund 98% des Ausgangsmaterials können

so dem Stoffkreislauf wieder zugeführt werden.

Dieses hochwertige Recyclingmaterial

kann problemlos natürliche Sande und Kiese

bei gleichbleibender Betonqualität ersetzen.

Das so hergestellte Recyclingmaterial

wird nach geltenden Regelwerken kontrolliert

und fremdüberwacht.

Unter Beachtung gewisser grundlegender

Voraussetzungen können so hergestellte

hochwertige Ökobetone, neben Anwendungen

als Füllbeton oder Magerbeton,

auch im konstruktiven Betonbau verwendet

werden. Damit steht nun im Vergleich

zu herkömmlichen Transportbetonen ein

ÖNORM geprüftes, gleichwertiges Transportbetonprodukt

zur Verfügung, welches

sowohl Ressourcen schont als auch Deponievolumen

spart.

Das Ziel von Wopfinger ist es, durch gezielte

Forschung die Einsatzmöglichkeiten des

ÖKOBETONS noch mehr zu erweitern sowie

die Ressourcenschonung zu erhöhen. ÖKO-

BETON ist beim Österreichischen Institut für

Bauen und Ökologie mit dem IBO-Gütesiegel

zertifiziert, im „baubook“ gelistet und darüber

hinaus mehrfach als innovatives, nachhaltiges

Produkt ausgezeichnet (z.B.: NÖ-Innovationspreis

2020, ÖGUT Umweltpreis

2019, Energy Globe Award 2019).

Wopfinger Transportbeton Ges.m.b.H.

T +43 (0)2253 6551-0

office@wopfinger.com

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29

Magazin


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30

Magazin

Eine Kaskade

begrünter Dächer

Wohnen, Arbeiten, Bildung und Freizeit vereinen – diese Nutzungsvielfalt hat sich

das Projekt Sirius im Seeparkquartier von Aspern zum Ziel gesetzt. Nach einem

Entwurf der norwegischen Architekten Helen & Hard entstand aus dieser Vorgabe

ein sternförmig um einen Innenhof arrangiertes, dreiteiliges Gebäude-Ensemble.

Fotos: Kurt Hörbst

Errichtet in Stahlbetonbauweise, setzt das Projekt in

vieler Hinsicht auf Nachhaltigkeit, von außen sichtbar

durch den großzügigen Einsatz von Holz und

Grün. Von den rund 10.000 m 2 Gesamtfassadenfläche

sind rund 7.500 m 2 als hinterlüftete Holzfassade

ausgeführt; die höhengestaffelten Dächer wurden

extensiv begrünt und entfalten bei Sommerhitze

eine temperaturausgleichende Wirkung.

Die Gründächer ebenso wie sämtliche Dachgärten und

Terrassen des Objekts – insgesamt mehr als 4.100 m 2

Fläche – haben einen Aufbau als Umkehrdach. Die

Dämmschicht bildet hochdruckfestes Austrotherm

XPS® TOP 30. Es trägt die intensive Begrünung der

Dachgärten und auf den begehbaren Terrassenflächen

den Belag mit Betonplatten im Splittbett. Das

Umkehrdach ist eine sichere und nachhaltige Form

des Bauens, denn hier liegt die Dämmung nicht unter

der Abdichtung, sondern darüber – positiv sowohl für

die Langlebigkeit des Dachs als auch in Hinblick auf

die spätere Abfallbilanz, denn damit wird die sortenreine

Trennung der Materialien einfach.


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31

Magazin

Um gemeinsam die grüne Dachkaskade zu bilden,

sind die drei Baukörper in ihrer Gebäudehöhe gestaffelt,

wobei sich die Hochpunkte jeweils zu einem

öffentlichen Platz orientieren. An diesen markanten

Stellen der Gebäude befinden sich die Zugänge

der einzelnen Bauteile. Optisch verstärkt werden

sie durch ein ebenfalls gestaffeltes, vollverglastes

Atrium, den „Magic Cave“. Einer davon beherbergt

den Concierge-Bereich und die Lounge des „Vienna

Academic Guesthouse“, die beiden anderen werden

künstlerisch bespielt.

Das Gästehaus der Universität Wien und der TU

Wien bietet rund 140 Serviced Apartments. Dazu

bietet Sirius 113 frei finanzierte Eigentumswohnungen,

einen Mehrzweck-Turnsaal und eine Volkshochschule.

Ergänzt wird das kurz- und langfristige

Wohnangebot mit 2.200 m 2 Bürofläche sowie Geschäften

und Gastronomie.

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32

Bau & Recht

Bauverbotsklage,

was nun?

Stellen Sie sich vor, Sie wollen ein baubehördlich bewilligtes Bauvorhaben realisieren

und Ihr Nachbar konfrontiert Sie mit einer Bauverbotsklage – allenfalls

in Verbindung mit einem Antrag auf Erlassung einer einstweiligen Vorkehrung

– gestützt auf die Behauptung, Ihr Bauvorhaben würde seinen Gebäudebestand

oder seine Liegenschaft gefährden. Ein unvorstellbares Szenario? – Mitnichten,

die §§ 340 ff ABGB machen dies möglich.

Text: Mag. Theresa Stachowitz und Mag. Matthias Nödl

Man kann als bekannt voraussetzen, dass

es für die Realisierung eines Bauvorhabens

behördlicher Bewilligungen, insbesondere

einer Baubewilligung, bedarf. Hat man

eine solche rechtskräftige Bewilligung nach

einem manchmal (z.B. aufgrund von nachbarlichen

Einwendungen) mühseligen Behördenverfahren

endlich in der Hand, kann

man grundsätzlich davon ausgehen, dass

man das Bauvorhaben auch bewilligungsgemäß

realisieren darf.

Doch Achtung! – Ein Nachbar könnte ungeachtet

der erfolgreich abgewickelten

Behördenverfahren auch mit einer Klage

vor einem Zivilgericht dem Bauvorhaben

noch den Garaus machen oder es zumindest

verzögern. Denn die §§ 340 ff ABGB

ermöglichen dem Nachbarn unter bestimmten

Voraussetzungen die Erhebung einer

Bauverbotsklage, die auch mit einem Antrag

auf Erlassung einer einstweiligen Vorkehrung

(z.B. eines Baustopps) verbunden

werden kann.

Bei einer Bauverbotsklage handelt es sich

um eine Sonderform der Besitzstörungsklage,

die den Zweck hat, eine Gefährdung

des Besitzes an einer Liegenschaft oder

eines dinglichen Rechts an einer Liegenschaft

durch Bauführung (oder Abbruch

eines Bauwerks) abzuwehren. Sie ist binnen

30 Tagen ab Kenntnis der Gefahr bei

Gericht einzubringen und auf das gerichtliche

Verbot der begonnenen Bauführung

gerichtet. Über die Klage wird mittels Endbeschluss

entschieden.

Das Verfahren über eine Bauverbotsklage

ist – wie im Falle einer Besitzstörungsklage

– ein vereinfachtes Verfahren; das Gericht

hat darüber von Gesetzes wegen „auf das

schleunigste“ zu entscheiden. Vorrangiges

Ziel einer solchen Klage ist es, den ungefährdeten

Besitzstand des Klägers wiederherzustellen,

folglich ist das Verfahren

vorwiegend auf die Beurteilung der Frage

beschränkt, ob die Bauführung den Besitzstand

des Klägers gefährdet oder nicht.

Ein solches vereinfachtes Verfahren hat für

den beklagten Bauherrn den erheblichen

Nachteil, dass der Kläger im Falle seines

Obsiegens relativ rasch ein gerichtliches

Bauverbot erwirken kann. Der beklagte

Bauherr muss sich diesfalls vorerst an das

gerichtliche Bauverbot halten und kann

sein Recht, das Bauvorhaben fortzusetzen

und zu realisieren, nur mittels gesonderter

Klage durchsetzen, über die in einem ordentlichen

Verfahren zu entscheiden ist.

Dennoch können sich für einen durch Bauverbotsklage

bedrohten Bauherrn abhängig

von den Umständen des Einzelfalls

Argumente ergeben, die er gegen eine

Bauverbotsklage einwenden könnte. So

setzt eine Besitzstörung generell eine eigenmächtige

Störung voraus, die im Falle

einer gesetzmäßigen bzw. dem Baukonsens

entsprechenden Bauführung in aller Regel

fehlt. Möglich wäre auch, die fehlende Wiederholungsgefahr

der Störung einzuwenden,

insbesondere wenn die inkriminierte

Bauführung schon abgeschlossen ist.

Auch der Einwand der schikanösen Rechtsausübung

und damit der rechtsmissbräuchlichen

Klagsführung wäre denkbar, insbesondere

wenn die vom Kläger behauptete

Gefährdung jeder Tatsachengrundlage entbehrt

oder die vermeintliche Gefährdung

schlicht „aufgebauscht“ wird. Hat der Bauherr

dem Nachbarn etwa vor Baubeginn die

Durchführung von Sicherungsmaßnahmen

angeboten und der Nachbar diese grundlos

abgelehnt, wäre auch argumentierbar, dass

es dem Kläger am rechtlichen Interesse einer

Bauverbotsklage fehlt.

Im Zusammenhang mit einer Bauverbotsklage

ist auch Art XXXVII EGZPO zu beachten,

der eine Verknüpfung zwischen

den zivilrechtlichen Bestimmungen über

das Bauverbot und dem baubehördlichen

Rechtsschutz herstellt. Demnach ist ein

Nachbar zur Erhebung einer Bauverbotsklage

gemäß § 340 ABGB nicht berechtigt,

wenn er im baubehördlichen Verfahren

trotz gehöriger und rechtzeitiger Ladung

zur Bauverhandlung nicht erschienen ist

und/oder keine Einwendungen gegen das

Bauvorhaben erhoben hat. Diesfalls ist von

einer Verschweigung des Rechts auf Erhebung

einer Bauverbotsklage durch den

Nachbarn auszugehen.


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Eine Sonderstellung nehmen in diesem

Zusammenhang vereinfachte Baubewilligungsverfahren

(z.B. gemäß § 70a BO

für Wien) ein, die dem Bauherrn unter bestimmten

Voraussetzungen die Möglichkeit

zu einem raschen Baubeginn verschaffen

und eine Verzögerung von Bauvorhaben

durch nachbarliche Einwendungen verhindern

sollen. Dem Bauherrn kommt damit

das gesetzliche Recht zu, das behördlich

nicht untersagte Bauvorhaben auch ohne

Baubewilligung zu realisieren. Aus Art XXX-

VII EGZPO lässt sich für solche vereinfachten

Baubewilligungsverfahren durchaus

das Argument gewinnen, dass dem Nachbarn

mangels Parteistellung im vereinfachten

Verfahren damit auch kein Recht zur

Erhebung einer Bauverbotsklage zukommen

soll.

Mit der Bauverbotsklage kann auch ein Antrag

auf Erlassung eines einstweiligen Bauverbots

verbunden werden (§ 341 ABGB

iVm § 456 ZPO). Ein einstweiliges Bauverbot

setzt jedoch die Bescheinigung von

Anspruch und Gefährdung voraus. Auch

kann der Bauherr ein einstweiliges Bauverbot

verhindern, indem er eine angemessene

Sicherheitsleistung anbietet und gerichtlich

hinterlegt. Ein einstweiliges Bauverbot

bleibt jedoch aufrecht, wenn der Bauverbotskläger

seinerseits eine Sicherstellung

zur Abdeckung der Folgen des einstweiligen

Bauverbots leistet. Die Angemessenheit

der jeweiligen Sicherheitsleistung

richtet sich nach dem Schaden, der aus

der Gefahr der Bauführung und den Kosten

seiner Beseitigung entstehen könnte bzw.

nach dem durch das Bauverbot potenziell

verursachten Schaden.

Eine erfolgreiche Bauverbotsklage (samt

Antrag auf Erlassung einer einstweiligen

Vorkehrung) kann sohin eine empfindliche

Verzögerung und Verteuerung einer

Bauführung bewirken. Empfehlenswert ist

es daher jedenfalls, vor Baubeginn eine

(gerichtliche oder außergerichtliche) Beweissicherung

des (Bau-)Zustandes der

Nachbarliegenschaften vorzunehmen, um

allfällige Vorschäden dokumentieren und

in einem späteren Verfahren beweisen zu

können, dass die Liegenschaft des Klägers

durch die Bauführung nicht gefährdet wird.

Auch die Vorabstimmung der Bauführung

mit den Nachbarn (samt Setzung von akkordierten

Sicherungsmaßnahmen) und

die Vorabklärung möglicher Risiken der

Bauführung für den nachbarlichen Bestand,

jeweils vor Baubeginn, können sich als hilfreich

erweisen.

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Architektur für die Zukunft

Wohnen auf

dem Wasser

Floating Home / Amsterdam / i29

Text: Edina Obermoser Fotos: Ewout Huibers

Im Zuge eines urbanen Masterplans von Space&Matter

verwandelt sich der Johan van Hasselt Kanal, ein

stillgelegter Nebenkanal im Norden von Amsterdam,

bereits seit 2008 in eine schwimmende Siedlung mit

zirkulärem Ansatz. Als Teil eines dynamischen Stadtteils

mit industrieller Vergangenheit entwickelte sich

das Projekt über Jahre hinweg zu einem gemischten,

sich selbst versorgenden Wohngebiet. Schoonschip

setzt sich aus 30 Parzellen auf dem Wasser zusammen,

die von über 100 Personen in 46 Einheiten nachhaltig

bewohnt werden. Die einzelnen Häuser docken

rund um vier, vom Kai ins Wasser ragende, T-förmige

Stege an. Sie verbinden sich parallel zum Ufer in

Form einer langen Brückenstruktur und fungieren

als kommunikativer Außenraum und Treffpunkt der

schwimmenden Kommune. Anstatt Vorgärten und

Autoabstellplätzen parken rund um die Häuser die

Boote der Bewohner.

Die energieautarke Wohnsiedlung funktioniert als in

sich geschlossenes Ökosystem inmitten seiner Umgebung.

Nach dem Vorbild einer Kreislaufwirtschaft

liegt das eigentliche Kraftwerk von Schoonschip unter

den Stegen verborgen. Dort befinden sich sämtliche

Leitungen und Installationen. Mittels Wärmepumpen

wird das Wasser des Kanals zum Heizen genutzt.

Die Stromversorgung des nachhaltigen Viertels garantieren

Solarpaneele. Überschüssige Energie tauschen

die einzelnen Häuser untereinander aus oder

geben sie ans städtische Versorgungssystem weiter.

Zudem achtet man auf eine Minimierung der Abfälle

und schafft Platz für natürliche Artenvielfalt. u

Stadt, Land, Meer – für

das Floating Home wagte

sich das Architekturbüro

i29 aufs Wasser. Das

Wohnhaus entstand als

Teil Europas nachhaltigster,

schwimmender Nachbarschaft

Schoonschip im

Kanal von Amsterdam.

Als in sich geschlossenes

Ökosystem fügen sich die

insgesamt 46 Haushalte

auf 30 Grundstücken

in die niederländische

Metropole ein und zeigen,

wie energieeffizientes

Wohnen in Zukunft aussehen

könnte.


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i29


architektur FACHMAGAZIN

36

Architektur für die Zukunft

Frei nach dem Motto: „Jedem das Seine“, sorgen individuelle

Entwürfe von unterschiedlichen Architekten

für Abwechslung im Kanal. Für die einzelnen schwimmenden

Häuser beauftragten die Bewohner verschiedene

Planer. Diese erhielten für die Bebauung

der Wasserparzelle ähnliche Vorgaben, um die Kompatibilität

mit dem schwimmenden Fundament zu

sichern, konnten sich aber in der Gestaltung frei entfalten.

Passend zum umweltfreundlichen Konzept fiel

die Materialwahl bei den meisten Projekten auf Holz.

Das Ergebnis ist ein lebendiger Mix an Wohnbooten,

die sich zu einer dynamischen Siedlung zusammenfügen.

Sie folgen derselben Grundidee, heben sich

mit individuellen Designs aber klar voneinander ab.

Eines der Wohnhäuser ist das Floating Home. Das

niederländische Büro i29 nutzte auf Wunsch der

Bauherren die Grundstücksgrenzen voll aus. Es entwickelte

für die Bewohner ein Wohnboot mit klarer

Kubatur und maximaler Wohnfläche. Mit gezielt positionierten

Einschnitten und einer extravaganten

Dachform verleihen sie dem schlichten Baukörper

seine Raffinesse. Die Öffnungen rücken die unkonventionelle

Lage im Kanal in den Vordergrund.

Sie bieten Ausblicke aufs Wasser und spannen geschützte

Aufenthaltsräume im Freien auf. Von außen

erscheint das schwimmende Häuschen ganz in

Schwarz. Während die Fassaden komplett in schmale,

vertikale Holzlatten gekleidet sind, führen dunkle

Solarpaneele die einheitliche Hülle auf den Dachflächen

fort und lassen das Hausboot mit seiner Farbgebung

optisch mit dem dunklen Wasser des Kanals

verschmelzen.


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i29

Großflächige Verglasungen

sorgen im Inneren

des schwimmenden

Hauses für lichtdurchflutete

Räume und schaffen

zusammen mit Weiß, Grau

und Holzakzenten ein

warmes Wohnambiente.

Die obere Begrenzung des Hauses wirkt auf den ersten

Blick wie ein simples Satteldach. Sein besonderer

Clou besteht darin, dass es leicht diagonal verschoben

auf den Wänden aufliegt. Dadurch optimierten

die Planer den Raum im Inneren und verliehen dem

Volumen eine charakteristische Form. Im Gegensatz

zu den Ansichten zieht sich im Haus helles Weiß

durch alle Bereiche. Das Design sorgt für spannende

Kontraste und fasst Innen und Außen gleichzeitig zu

einem harmonischen Gesamtbild zusammen.

Die Wohnbereiche des Floating Home verteilen sich

über drei Geschosse. Ein Split-Level-Grundriss mit

einem Atrium und einer offenen Treppe verwebt die

einzelnen Bereiche miteinander und ergibt dynamische

Blickbeziehungen. Beim Betreten des Hauses

gelangt man direkt in das Zwischenniveau. Dieses ist

galerieartig ausgeführt und beinhaltet einen zentralen

Gemeinschaftsbereich und ein Schlafzimmer mit

Bad en suite. Über ein paar Stufen kommt man auf

dem Weg nach unten zuerst an einer großen Fensterfront

vorbei, die sich zu einer überdachten Loggia hin

öffnet und schließlich in das unterste der drei Stockwerke.

Dort befinden sich mit direktem Blick auf die

Wasseroberfläche ein Bad, zwei Zimmer und ein doppelgeschossiger

Wohnraum.

Den krönenden Abschluss bildet die obere Etage. Sie

umfasst die Küche und einen Lounge-Essbereich.

Durch großflächige Öffnungen in den Fassaden- und

Dachflächen erscheint der Raum in Kombination mit

den hellen Materialien und der großen eingebauten

Küchenzeile aus Holz hell und freundlich. Außerdem

ergeben sich Panoramablicke nach draußen aufs

Wasser und die Umgebung. Sowohl an die Unterseite

des Dachs als auch die Zwischendecke zum mittleren

Level schmiegen sich die weiß gestrichenen Sichtbalken

der Konstruktion und zeichnen die Kraftverläufe

nach. Ein Ausschnitt an einer Gebäudeecke

wird zu einer Dachterrasse, die das Raumprogramm

des Familienheims komplettiert und Ausblicke auf

den Hafen im Westen bietet.

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38

Architektur für die Zukunft

Das Studio i29 ist bekannt für seine Entwürfe und die

detaillierte Planung bis hin zum Innenausbau. Auch

das Floating Home kreierten sie trotz knappen Budgets

als smartes Wohnhaus mit selbstbewusstem

Design. Es fügt sich stimmig in die Nachbarschaft ein

und hebt sich doch klar von ihr ab. Mit Schoonschip

macht sich die Architektur auf zu neuen, nachhaltigen

Ufern. Das schwimmende Viertel demonstriert

als Leuchtturmprojekt eindrucksvoll, wie energieeffizientes

Wohnen mit möglichst geringem ökologischen

Fußabdruck auf dem Wasser funktioniert. Steigen

die Pegel der Weltmeere weiter oder möchte man

einfach einen Tapetenwechsel, bleibt einem dann nur

noch eines: Leinen los!


Grünflächen oder einen

Garten gibt es auf dem

Wassergrundstück nicht.

Dafür spannt ein Einschnitt

im Dach einen geschützten

Außenraum auf, der mit

Blick auf den Kanal und die

Umgebung lockt.


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i29

Ebene 1 Ebene 2

Ebene 3

Floating Home

Amsterdam, Niederlande

Bauherr:

Planung:

Team:

Statik:

Interior:

Nachhaltigkeit:

Privat

i29

Chris Collaris, Jaspar Jansen, Jeroen Dellensen

Bartels en Vedder

Simon Sintenie

Metabolic

Grundstücksfläche: 180 m 2

Bebaute Fläche: 120 m 2

Nutzfläche: 160 m 2

Planungsbeginn: 07/2019

Bauzeit:

8 Monate

Fertigstellung: 01/2021

www. i29.nl

„In einer Welt, die immer digitaler wird, gestalten wir

physische Erfahrungen um uns herum; klar, effektiv,

überraschend. Wir liefern Arbeit, die sich durch

ihre Einfachheit auszeichnet. Wir innovieren durch

Design und entwerfen Projekte, die eine bessere Zukunft

inspirieren. Wir verändern uns ständig, um relevante

Architektur zu schaffen, vorauszuschauen und

zukunftssicher zu arbeiten.“

i29


architektur FACHMAGAZIN

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Architektur für die Zukunft

Neues Gesicht

für den Busverkehr

Busstation Vilkaviškis / Litauen/ Architekt Gintaras Balčytis

Text: Alexandra Ullmann Fotos: Norbert Tukaj


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41

Gintaras Balčytis

Das Umtriebige eines

Verkehrspunktes wird in

der Busstation Vilkaviškis

in Litauen als Potenzial

genutzt, um urbanen

Mehrwert zu schaffen.

Die Funktion als Bushaltestelle

ist dabei nur

eine Facette. Architekt

Gintaras Balčytis verlieh

der Busstation mit ihrem

ungewöhnlichen Erscheinungsbild

gleich mehrere

wegweisende Gesichter,

die allesamt unter der

durchlöcherten Betonplatte

Zusammenschluss

finden.

Die durchlöcherte Betonplatte ist der obere Abschluss

einer Busstation in der litauischen Kleinstadt

Vilkaviškis. Das Besondere: Die Platte überdeckt einen

Ort, der mehr ist als nur der Ankunfts- und Abfahrtsort

von Bussen. Der litauische Architekt Gintaras

Balčytis verleiht dem Verkehrspunkt vielfältige

neue Gesichter.

In der Kleinstadt selbst wohnen etwa 13.000 Menschen.

Berechnet man das Einzugsgebiet mit ein,

verdreifacht sich diese Zahl. Da die umliegenden

kleinen Ortschaften nur wenig Infrastruktur bieten,

finden sich die Dinge des täglichen Bedarfs, Schulen

und Arbeitsstätten in Vilkaviškis, das als Dreh- und

Angelpunkt für den Umkreis fungiert. Ein Netz an

regionalen Busverbindungen stellt die Verbindung

zwischen Land und Stadt sicher und deren Haltestellen

sind für Tausende die Tore zur Versorgung, zur

Arbeit und zur Bildung. Im Zentrum dieses öffentlichen

Verkehrsnetzes liegt die von Architekt Gintaras

Balčytis entworfene Busstation, die unter ihrem markanten

Flachdach zeigt, welche Potenziale in einem

solchen Verkehrspunkt stecken.

Zahlreiche Menschen der umliegenden Gemeinden

nutzen diesen zentrumsnahen Knotenpunkt mit seinen

acht Busterminals, die sich auf der straßenabgewandten

Kante des spitz zulaufenden Grundstücks

befinden. Die Busparkplätze schmiegen sich in gewohnter

Manier aneinander und Passagiere erreichen

sie über einen breiten gepflasterten Weg entlang der

Fassade. Das prägnante Sichtbeton-Dach bildet für

die Wegverbindung und die Warteplätze ein Vordach,

indem es gestützt durch filigrane Stahlsäulen beinahe

neun Meter über die Fassade herausragt. u


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42

Architektur für die Zukunft

Das Stationsgebäude selbst ist eingeschossig und

seine Außenhülle komplett mit weißen Aluminiumpaneelen

verkleidet. Sie schützen die tragende Betonstruktur

vor Nässe und verleihen dem Bau ein

kompaktes Erscheinungsbild. An nur zwei Stellen

wird dieses durch große Glasflächen aufgebrochen.

Sie markieren die beiden Hauptseiten mit ihren Zugängen

ins Gebäudeinnere.

Auf der einen Hauptseite wirkt das Gebäude durch

die Busterminals wie ein Verkehrsbau. Ein vollkommen

anderes Bild zeichnet sich auf der anderen

Hauptseite ab. Die 43 mm dicke Betondecke ragt an

dieser Stelle noch weiter hervor und lässt einen überdachten

Platz entstehen. Sie ruht auf den schlanken

weiß lackierten Stahlsäulen, die sich hier ebenso wie

auf der Terminalseite wiederfinden.


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43

Gintaras Balčytis

Einen wesentlichen Anteil am Charme und der Atmosphäre

dieser Architektur hat die Integration der

am Grundstück vorgefundenen Bäume – für den

Architekten eine elementare Komponente seines

Entwurfs. Realisiert wurde dieses Vorhaben durch

charakteristische Durchlöcherungen in Kreisform,

durch die sich die mächtigen Kronen der Bäume

hindurch zu winden scheinen. Der Außenraum unter

der um 6,58 m erhöhten Betondecke geht schließlich

in einen Park über, der sich bis zur äußersten

Spitze des Grundstücks zieht. Das Café, das als

gläserner Pavillon auf dem Platz steht, ist ebenfalls

ein signifikanter Bestandteil des hier entstandenen

öffentlichen Raumes. Als Treffpunkt und Veranstaltungsort

belebt es die eigentliche Busstation und

bringt mit sich, dass nicht nur Buspassagiere, sondern

auch Einheimische vom Ort angezogen werden.

Auch der öffentlich zugängliche Kräutergarten

bei der größten Kreisöffnung in der Decke vermag

das zu unterstützen.

Die Busstation trachtet danach ein öffentlicher

Raum für alle zu sein. Durch die runden Formen

und hellen Oberflächen in Zusammenspiel mit den

Bäumen und den Grünflächen entsteht ein Ort, der

dieses Vorhaben bestärkt und ermöglicht. u

Filigrane Stahlsäulen tragen

die um sechs Meter erhöhte

Betonplatte. Unter ihr

entsteht ein überdachter

öffentlicher Raum, der in eine

grüne Parkanlage ausläuft.


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44

Architektur für die Zukunft

Die beiden Gesichter, die das Stationsgebäude an

seinen beiden Hauptseiten – als Busterminal und als

öffentlicher Raum – annimmt, könnten unterschiedlicher

in ihrem Wesen nicht sein. Das verbindende

Element zwischen beiden ist das Stationsgebäude

selbst, das sowohl von der einen als auch von der anderen

Seite aus zugänglich ist. Die beiden anderen

Fassadenseiten präsentieren sich hingegen vollends

geschlossen - keinerlei Fensteröffnungen oder Zugangsmöglichkeiten

ins Innere sind hier vorhanden.

Diese Gestaltungsentscheidung führt dazu, dass die

Verbindung zwischen den Busterminals und dem

Platz gestärkt wird. Im Gebäude selbst entsteht so

eine zentrale Mitte, zu der alle im Raum enthaltenen

Geschäfte und Gewerbeflächen hin orientiert sind.

Ebenfalls Teil des Raumkonzepts ist ein witterungsgeschützter

Wartebereich und die notwendigen Servicebereiche

für den Busverkehr.

Die Busstation in Vilkaviškis ist somit nicht nur Verkehrsknoten

und Arbeitsplatz für die Busbediensteten

sowie die Beschäftigten in den Läden, sondern

auch Teil der Nahversorgungskette. Die lokale Wirtschaft

soll so gefördert und die Kleinstadt gestärkt

werden. Nicht zu unterschätzen ist auch die touristische

Wirkung des Baus. Innerhalb Litauens ist er seit

seiner Eröffnung im Jahr 2020 eine kleine Sehenswürdigkeit

geworden. Aus dem ganzen Land reisen

Menschen an, um seine Architektur zu bewundern.

Die Busstation von Vilkaviškis hinterfragt nicht nur

das herkömmliche Wesen von Verkehrshaltestellen.

Sie verleiht einem Funktionalbau Charakter und

sorgt dafür, dass Menschen sich damit identifizieren

können. Über kurz oder lang profitiert die gesamte

Stadt davon: Sie bekommt mit der Busstation ein

neues Aushängeschild und ihre Bewohnerinnen und

Bewohner einen gemeinschaftlichen Raum. •


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45

Gintaras Balčytis

Busstation Vilkaviškis

Vilkaviškis, Litauen

Bauherr:

Architekt:

Statik:

Transportunternehmen „Kautra“ und Gemeinde Vilkaviškis

Gintaras Balčytis/ Balčytis Studija

UAB Ekointera

Grundstücksfläche: 11.297 m²

Bebaute Fläche: 3.300 m²

Nutzfläche: 2.146 m²

Planungsbeginn: 2017

Bauzeit:

1 Jahr

Fertigstellung: 2020

www.balcytis.com

„The most important role is played by the

space created by architecture and its relation

to the environment. This is the essence

of the architecture. In this project the relationship

of architecture to the existing park

with old trees made this design much more

than a bus station – it is a landscape, event

space and even a tourist destination.“

Gintaras Balčytis

© Tomas Petreikis


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46

Architektur für die Zukunft

Wie gedruckt

TECLA / Massa Lobarda, Italien / Mario Cucinella Architects, WASP

Text: Edina Obermoser Fotos: Iago Corazza

200 Stunden, 7.000 Maschinencodes, 350 Schichten,

150 Kilometer Drucksubstanz, 60 Kubikmeter Naturmaterial

und gerade einmal 6.000 Watt – das ist TECLA,

ein kleines Häuschen, das derzeit in der Baubranche

für Aufsehen sorgt. In Kooperation mit WASP entwickelten

Mario Cucinella Architects mit dem Projekt den

ersten gedruckten Bau aus Erde. Der klimafreundliche

Prototyp ist nachhaltig und basiert auf einer dualen

Entwurfsstrategie, die Tradition und Moderne miteinander

verbindet.


www.architektur-online.com

47

Mario Cucinella Architects, WASP

Sein Name beschreibt das kompakte Haus, das an

eine Kombination aus Höhle und Iglu erinnert, kurz

und knapp: Technology & Clay, TECLA. Technologie,

Erde und jede Menge Forschung – das sind die Dinge,

die sich hinter der Idee des emissionsfreien Erdhauses

verbergen. Die Planer steckten unter der Leitung

des italienischen Architekten Mario Cucinella

und Massimo Moretti, dem Gründer der auf 3D-Druck

spezialisierten Firma WASP, all ihr Know-how in das

Projekt. TECLA soll die Antworten auf globale Probleme

liefern und laut dem innovativen Duo selbst

„den Beginn einer neuen Ära darstellen“.

Als Inspiration für die nachhaltige Behausung dienten

sowohl traditionelle Konstruktionen als auch moderne,

technologiebasierte Produktionsmethoden.

Das Ergebnis ist ein spannender Mix aus Hightech

und natürlichen Ressourcen. Durch die Verwendung

von Erde bietet die Konstruktion eine klimafreundliche

Alternative, die auch in ländlichen Gebieten einfach

herzustellen ist und ganz ohne den aufwändigen

Transport von Baustoffen auskommt. Neben dem

Naturmaterial besteht das Druckgut aus Wasser, bindendem

Kalk und Reisspelzen. Mit Reisspelzen sind

auch die Hohlräume zwischen den Bahnen aus dem

3D-Drucker gedämmt.

u


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48

Architektur für die Zukunft

Durch den Schichtaufbau

erhalten die Wände eine

spannende Struktur. Ein

kleines Bäumchen sorgt

inmitten der ganz in

Naturtönen gehaltenen

Innenräume für einen

grünen Farbtupfer.


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49

Mario Cucinella Architects, WASP

TECLA fungiert als zirkuläres Modell, das digitales

Design und traditionelle Bautechnik kombiniert. Die

verwendeten Materialien sind einer der Faktoren, die

das Erdhäuschen so nachhaltig machen. Durch die

Verwendung lokaler Rohstoffe, die je nach Bauplatz

im Umfeld gewonnen werden können, ist es möglich,

die Emissionen zu senken und Wohnraum mit minimalem

CO 2 -Ausstoß zu schaffen. Positiv wirkt sich

aber nicht nur der verkürzte Transportweg, sondern

auch der natürliche Ursprung des Baumaterials aus.

So spart man sämtliche Verpackungsstoffe ein und

reduziert Abfall.

Die kuppelförmigen Mini-Häuser entstanden in Massa

Lobarda, einer italienischen Gemeinde in der Emilia-Romagna,

in unmittelbarer Nähe des Firmengeländes

der 3D-Druckexperten. Im Zuge der ausgiebigen

Forschungsarbeit beschäftigten sich die Planer mit

Mapei, einem Spezialisten für Baumaterialien, ausgiebig

mit dem geografischen Kontext und stimmten die

organische Form und die genaue Zusammensetzung

des Hauses darauf ab. Die Erdmischung für den Druck

ist perfekt an die klimatischen Bedingungen angepasst.

Außerdem wurden mittels parametrischer Planung

die thermische Masse, Dämmung und Belüftung

der Behausungen optimiert. Je nach Standort lässt

sich TECLA an unterschiedliche Klimazonen adaptieren

und überall auf der Welt aufbauen.

Das prototypische Projekt setzt sich aus zwei kuppelartigen

Baukörpern zusammen, die im Inneren zu

einer Wohneinheit verwachsen. 350 Schichten mit

einer Stärke von 12 Millimetern bauen sich entlang

der gekrümmten Wände und Decken übereinander

auf und schließen oben mit einem kreisrunden Dachfenster

ab. Dieses bildet neben dem Eingang die einzige

Öffnung und lässt reichlich Tageslicht von oben

in die Räume fallen. Die gedruckten Mauern überzieht

an der Außenseite eine lebendige Struktur aus

vertikalen Rillen. Sie werfen je nach Tageszeit und

Lichteinfall unterschiedliche Schatten auf die Ansichten

und verleihen dem natürlichen Erdbau sein

charakteristisches Aussehen.

u


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50

Architektur für die Zukunft

Neben der Küchenzeile

gibt es im Anschluss an

den Schlafbereich sogar

eine kompakte Nasszelle.

Ihre Wände sind ebenfalls

aus Erde gedruckt und

führen das organische

Design harmonisch fort.

Die Innenwände sind geprägt von den feinen Erdlayern

und den sanften Farbtönen des Naturmaterials.

Mit einer Wohnfläche von 60 Quadratmetern und einer

Höhe von rund 4 Metern bietet die Behausung

Platz für alle essentiellen Funktionen. Der Grundriss

ähnelt einer liegenden Acht, die TECLA in zwei Zonen

einteilt. Während eines der beiden Schichtvolumen

zum Schlafen dient und über ein Badezimmer

verfügt, ist im anderen der Wohnbereich untergebracht.

In letzterem streckt sich zentral unter dem

Oberlicht ein zartes Bäumchen der Kuppelöffnung

entgegen. Rund um das Gewächs legt sich ein Tisch,

der zum Essen und Zusammenkommen einlädt. Die

Einbauten – wie zum Beispiel die kompakte Küchenzeile

– sowie einige Möbel bestehen ebenfalls aus

Druckmaterial und sind in die Erdkonstruktion integriert.

Sie schmiegen sich an die geschwungenen

Mauern und folgen dem Cradle-to-Cradle-Prinzip.

Bei zukünftigen Anpassungen oder Nutzungsänderungen

können sie einfach rückgebaut bzw. recycelt

und umgenutzt werden.

Die Technologie hinter dem gedruckten Häuschen

nennt sich Crane WASP. Dabei handelt es sich um

3D-Drucker, die modular und zeitgleich auf mehreren

Ebenen drucken. Für die Umsetzung von TECLA kamen

zwei aufeinander abgestimmte Druckarme zum

Einsatz, die dank smarter Softwareprogrammierung

synchronisiert zusammenarbeiten. Sie produzieren

jeweils in einem Bereich von 50 Quadratmetern und

realisierten die Erdkokons innerhalb von wenigen Tagen.

Besonders bemerkenswert ist auch die enorme

Energieeinsparung der Konstruktion: Für den Bau

des Häuschens benötigten die Roboterarme lediglich

6.000 Watt.

Das Projekt öffnet mit seinem dualen Ansatz neue

Türen für die Architektur der Zukunft. Weltweit ist

der Bausektor derzeit für fast 30% der CO 2 -Emissionen

verantwortlich. Mit seinen klimafreundlichen und

ressourcenschonenden Qualitäten bietet TECLA eine

nachhaltige Alternative zu konventionellen Bauten.

Mario Cucinella Architects, WASP und ihre Partner

überzeugen mit der Kombination des Lowtech-Materials

und innovativer 3D-Druck-Technologie. Sie

bieten eine mögliche Antwort auf Wohnungsbedarf

in Folge von Migration oder Naturkatastrophen und

zeigen, dass Wohnhäuser aus dem Drucker kein filmreifer

Science-Fiction-Einfall mehr sind.


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51

Mario Cucinella Architects, WASP

Sistema di Schermatura

Shading System

Oblò apribili

Opeanble Skylights

Sistema di drenaggio acqua

Water Drainage System

Auto-ombreggiamento

Self Shading

Guscio altamente Performante

Performative Envelope

Ventilazione intercapedine

Infill Ventilation

TECLA

Massa Lobarda, Italien

Architektur & Einrichtung: Mario Cucinella Architects

Team:

Mario Cucinella (Gründer), Irene Giglio (Projektleitung),

Augusto Barichello

Nachhaltigkeitsforschung: SOS – School of Sustainability Bologna

Team:

Lorenzo Porcelli, Stefano Rosso, Lori Zillante

3D-Druck-Technologie: WASP

Team:

Massimo Moretti (Gründer), Alberto Chiusoli,

Francesco De Fabritiis, Lapo Naldoni, Massimo Visonà

Statik:

Milan Ingegneria

Material:

Mapei

Landschaftsarchitektur: Frassinago

Lichtplanung:

Lucifero’s

Bebaute Fläche: 60 m 2

Nutzfläche: 45 m 2

Planungsbeginn: 2019

Bauzeit:

200 Stunden

Fertigstellung: 2021

www.mcarchitects.it

www.3dwasp.com

„Wir denken gerne, dass TECLA der Beginn

einer neuen Ära ist. Es wäre wirklich außergewöhnlich,

die Zukunft zu gestalten, indem

man dieses uralte Material mit den Technologien,

die uns heute zur Verfügung stehen,

transformiert. Die Schönheit dieses Hauses

ist das Ergebnis einer technischen und materiellen

Leistung; es war nicht nur ein ästhetischer

Ansatz. TECLA ist eine ehrliche

Form, eine aufrichtige Form.“

Mario Cucinella


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52

Architektur für die Zukunft

Architektonischer

Katalysator

Majara Residenz / Hormus, Iran / ZAV Architects

Text: Edina Obermoser Fotos: Tahmineh Monzavi, Soroush Majidi, Peyman Barkhordari

Was von oben betrachtet so aussieht, als hätte jemand

Konfetti an die Küste der iranischen Insel Hormus gestreut,

entpuppt sich bei näherer Betrachtung als bunte Ansammlung

kleiner Ferienhäuschen. Die 200 farbenfrohen

Kuppelbauten stammen vom Büro ZAV Architects. Sie

realisierten das Ensemble mit Blick auf den Persischen Golf

als zukunftsweisendes Projekt, das Touristen anziehen und

gleichzeitig die lokale Bevölkerung auf sozialer, wirtschaftlicher

und politischer Ebene stärken soll.


www.architektur-online.com

53

ZAV Architects

Hormus ist fast kreisrund und befindet sich südlich

des iranischen Festlandes im Persischen Golf. Die sogenannte

„Straße von Hormus“ gilt als eine der wichtigsten

Handelsstraßen der Erdölindustrie. Aufgrund

ihrer strategischen Lage ist die Insel seit langer Zeit

besiedelt und das, obwohl es auf ihr weder Süßwasser

noch üppige Vegetation gibt. Heute hat das Eiland

keine wesentliche wirtschaftliche Bedeutung

mehr, sondern ist eher als illegaler Umschlagplatz für

Zigaretten bekannt. Um das zu ändern entstand der

Plan, Tourismus auf Hormus zu implementieren und

den rund 6.500 Einwohnern damit eine neue Perspektive

mit Zukunft zu geben.

Lediglich 7% der felsigen Insel sind besiedelt. Sie

wartet trotz ihres kargen Geländes mit einer sehenswerten

Naturlandschaft auf. Nicht umsonst wird

Hormus auch als „Regenbogeninsel“ bezeichnet. Die

Sedimentgesteine und Felsen der Berge, Hügel und

Strände erstrahlen vor der Kulisse des tiefblauen

Ozeans in bunten Farbtönen von Gelb bis Rot und

Blau. Sie bieten das perfekte Fotomotiv und verleihen

Hormus seinen einzigartigen Charme. Das iranische

Architekturbüro entwarf mit der Majara Residenz

ein kleines Feriendorf, das zum neuen sozialen Treffpunkt

auf der beeindruckenden Insel werden soll. Es

wurde so konzipiert, dass es für die Bewohner eine

legale Einnahmequelle darstellt und Hormus zur attraktiven

Tourismusdestination macht. Ganz nebenbei

werden auf diese Weise die lokalen Gemeinschaften

gefestigt.

u


architektur FACHMAGAZIN

54

Architektur für die Zukunft

Große Bauprojekte entstehen in dem orientalischen

Land oft beeinflusst von glorifizierten, historischen

Bauten und inspiriert von westlichen Vorbildern.

Das resultiert in monotonen Komplexen am Strand,

die wie hin und her gerissen zwischen zwei Welten

wirken. Bei der Planung der Ferienanlage ging das

vierköpfige Architektenteam ganz bewusst andere

Wege. Sie konzentrierten sich auf den Kontext und

bezogen sowohl die Umgebung als auch die Menschen

in den Entwurf mit ein. Dafür beschäftigten sie

sich eingehend mit dem Bauplatz und der Frage, wie

Architektur nachhaltige Veränderung in ihrem Umfeld

bewirken kann.

Das Ergebnis ist ein kleinteiliges Ensemble, das sich

am Strand regelrecht in den Sand zu ducken scheint.

Auf dem 10.000-Quadratmeter-Areal setzt es sich

aus rund 200 Lehmkuppeln unterschiedlicher Größe

und einer Höhe von bis zu 3,5 Metern zusammen. In

kleinen Grüppchen organisiert, beinhalten sie 17 Ferienwohnungen

mit Platz für über 80 Gäste, Gemeinschafts-

und Restaurantbereiche, Cafés, Gebets- bzw.

Versorgungsräume und eine Touristeninformation.

Die einzelnen Agglomerationen sind abwechselnd in

kräftiges Gelb, Rot, Blau und Grün getunkt. Mit ihrer

Gestaltung passen die Kuppelbauten perfekt auf die

farbenfrohe Insel. Auch in sämtlichen Innenräumen

setzt sich der fröhliche Farbcode fort. Hier ziert er

Wände, Böden und sogar Möbel und rundet Majara

stimmig ab. Ein geschwungenes Wegesystem mit

vielfältigen Außenflächen verbindet die kompakten

Bauten miteinander und fungiert als Begegnungsort.

Genutzt wird die Anlage sowohl von Touristen als

auch von den Einheimischen selbst.

Die einzelnen, unterschiedlich

hohen

Kuppelbauten schließen

sich jeweils zu kleinen

Einheiten zusammen, in

denen die verschiedenen

Funktionen der Ferienanlage

untergebracht sind.


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55

ZAV Architects

Besonders ist nicht nur das Design der Anlage, sondern

auch die Konstruktion der Kuppelhäuser. Sie

beruht auf einer innovativen, von Nader Khalili entwickelten

Technik namens SuperAdobe. Dabei handelt

es sich um eine einfache Bauweise mit Stampflehm

und Sand. Die Rohstoffe werden in kompakte Päckchen

abgefüllt und ringförmig übereinandergestapelt.

Zwischen die einzelnen Schichten kommt eine

Bewährung aus Stacheldraht, die für Stabilität sorgt.

Abschließend wird die Tragstruktur an der Außenund

Innenseite verputzt. Die Naturmaterialien garantieren

in Kombination mit dem dicken Wandaufbau

eine natürliche Klimatisierung der Räume. Das minimiert

den Energiebedarf der Ferienresidenz. Durch

die Verwendung lokaler Ressourcen können zudem

weitere Kosten eingespart und Emissionen sowie Abfälle

reduziert werden.

Mit der Anlage entstanden 50 neue Arbeitsstellen.

Das neue Urlaubsparadies verschaffte den Einwohnern

bereits vor seiner Eröffnung Arbeit. In Abstimmung

mit den Bauherren steckten die Architekten

den Großteil des Budgets in die Ausbildung von Arbeitskräften

vor Ort, anstatt in teure Materialien. Sie

zeigten ihnen, wie sich die in der Region bekannte

Kuppelbauweise in kleinem Maßstab und mit regionalen

Rohstoffen einfach realisieren lässt. Das erlernte

Wissen diente aber nicht nur der konstruktiven

Verwirklichung von Majara, es kann im Anschluss bei

zukünftigen Projekten angewendet werden und ist

dadurch sehr nachhaltig.

u


architektur FACHMAGAZIN

56

Architektur für die Zukunft

Sämtliche Innenräume

werden ebenfalls von

strahlenden Grün-, Gelb-,

Rot- und Blautönen

durchzogen. Sie fassen

das abwechslungsreiche

Raumprogramm stimmig

zusammen.

Die Majara Residenz ist weit mehr als nur ein Ferienkomplex

– sie ist ein Stück Entwicklungsarbeit.

Fernab von politischen und wirtschaftlichen Konflikten

wird das multifunktionale Projekt zum neutralen

Vermittler. Es bringt mit Staat, Investoren, lokaler Bevölkerung

und Touristen verschiedene Interessensgruppen

zusammen. Mit der modernen Interpretation

der traditionellen Kuppelbauten und der Umsetzung

mit lokalen Arbeitskräften und Materialien stärkten

die Maßnahmen von ZAV Architects und den Auftraggebern

zusätzlich das Bruttoinlandsprodukt des

Landes. Die bunten Erdkuppeln demonstrieren, wie

Architektur auf sozialer, kultureller und ökonomischer

Ebene zum Katalysator werden und die Weichen

für neue Wege in die Zukunft stellen kann. •


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57

ZAV Architects

Majara Residenz

Hormus, Iran

Bauherr:

Planung:

Projektleitung:

Designteam:

Landschaft:

Interior:

Weitere:

Statik:

Ehsan Rasoulof, Ali Rezvani (Eigentümer)

ZAV Architects

Mohamadreza Ghodousi, Fatemeh Razaei,

Golnaz Bahrami, Soroush Majidi

Sheila Ehsaei,Sara Jafari, Payman Barkhordari,

Mohsen Safshekan, Kaveh Rashidzadeh,

Hossein Panjehpour

Maryam Yousefi, Morteza Adib

Sara Jafari, Taraneh Behboud, Sara Nikkar,

Mohsen Dehghan

Soroush Majidi, Payman Barkhordari, Sheila Ehsaei,

Somayeh Saeidi, Fereshteh Assadzadeh,

Arshia Hashemipour, Dorsa Tavakoli, Sara Fallahzadeh

Behrang Baniadam, Rouhi Touski

Grundstücksfläche: 10.000 m 2

Bebaute Fläche: 4.000 m 2

Nutzfläche: 3.600 m 2

Planungsbeginn: 2016

Bauzeit: 2017

Fertigstellung: 2020

www.zavarchitects.com

„Wir streben danach, die Funktion unserer Praxis

über die vordefinierten Grenzen der gebauten

Umgebung hinaus neu zu definieren, um

eine soziopolitische und ökonomisch-kulturelle

Handlungsfähigkeit zu haben. In unserer Arbeit

versuchen wir, architektonische Vorannahmen

zu verschieben, um Raum für eine kritische Neubewertung

von Vorzügen, Techniken und räumlichen

Diagrammen zu schaffen.“

ZAV Architects


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Architektur für die Zukunft

Gott sei Dank!

Kocanda / Kravsko, Tschechische Republik / ORA

Text: Linda Pezzei Fotos: BoysPlayNice

Das Areal kann auf eine lange und bewegte

Geschichte blicken. Im Mittelalter diente das

Barock-Ensemble als Posthalterei auf dem

Weg von Wien nach Prag. Zwischenzeitlich

zog eine Keramikfabrik ein und heute will

der neue Besitzer nach einsetzendem Verfall

den ursprünglichen Gedanken des Herbergsbetriebs

wieder aufleben lassen.


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59

ORA

Kocanda geht auf den deutschen Ausdruck Gott sei

Dank zurück. Solange die Menschen sich erinnern

können, wurde dieses schöne Fleckchen Erde in dem

kleinen südmährischen Dorf Kravsko so genannt. Die

Geschichte des zentralen Barockgebäudes reicht bis

ins Mittelalter zurück. Damals diente es als Posthalterei

auf der Verbindungsstrecke zwischen Prag und

Wien. Obwohl in scheinbar seelenloser Idylle gelegen,

hat das Areal also schon zahlreiche Reisende begrüßen

dürfen.

Der Postkutschenhof mitsamt mittelalterlichem Barocksaal

wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

in eine namhafte Keramikfabrik umgewandelt

und um einige Industriegebäude erweitert. In den

neunziger Jahren wurde die Produktion allerdings

eingestellt, das Objekt wechselte schließlich den Besitzer

und der Verfall setzte ein. Gott sei Dank fand

sich in Kravsko vor einigen Jahren ein mutiger Käufer,

der beschloss, das Kleinod zu sanieren und das

Objekt für gesellschaftliche Veranstaltungen und

Agrartourismus zu nutzen. Der Komplex soll nach

Abschluss aller Maßnahmen über mehrere Säle, eine

stetig wachsende Anzahl an Betten sowie eine eigene

Küche verfügen.

Das Projekt scheint dem Team von ORA (original regional

architecture) wie auf den Leib geschneidert.

Mit Sitz in der tschechisch-mährischen Peripherie

hat sich das junge Kreativteam auf das Bauen im regionalen

Umfeld spezialisiert. “Wir reißen nicht unnötig

ab. Wir arbeiten immer mit dem Kontext, suchen nach

Wegen, das Neue mit dem Alten zu versöhnen, um

die Erinnerungsfragmente eines Ortes zu erhalten”,

beschreiben sie ihre Herangehensweise an Projekte

wie dieses. Der erste Schritt der Wiederbelebung des

geschichtsträchtigen Ortes: Der Umbau des Hauptgebäudes

zu einem Gästehaus und die Renovierung

des Barocksaals, der für gesellschaftliche Veranstaltungen

und Hochzeiten genutzt werden soll. u


architektur FACHMAGAZIN

60

Architektur für die Zukunft

Die Lage und der Ort scheinen dafür wie prädestiniert.

Kein Wunder, dass man bereits im Mittelalter

die Vorzüge des Areals als Rastpunkt erkannte: Der

Komplex befindet sich auf den Hügeln unweit des

Dorfes Kravsko bei Znojmo - einer bekannten Weinbaugegend.

Das Kocanda-Gebäude sticht dominierend

hervor und bietet weite Ausblicke auf die Umgebung.

Bei der Ankunft öffnet sich der Blick über eine

großzügige Parkanlage hin zu der würdevoll langgestreckten

Hauptfassade, die sogleich die Zeiten

offenbart, die das Gebäude bereits überdauert hat.

Uralte, windschiefe Bäume schmiegen sich an die

Ecken des Hauses, als wollten sie es beschützen, als

wären sie eins. Und in den angelegten Beeten wächst

üppiges Grün. Ein Platz, an dem man sich sofort zuhause

fühlt.

Auf den ersten Blick wird deutlich: Kocanda hat im

Laufe der Zeit viele Veränderungen und Umgestaltungen

erfahren. Gerade das macht den Ort so lebendig

und verleiht ihm eine gewisse Würde - und

vielleicht auch einen Hauch von Mysterium. Die Architekten

zielten mit ihren Maßnahmen darauf ab,

das Gebäude von Störungen zu befreien, um letztlich

ein harmonisches Ganzes zu schaffen. Sie wollten die

Kompaktheit des ursprünglichen Volumens und auch

die ursprünglichen Öffnungen wiederherstellen. Zudem

sollten die Repliken der ursprünglichen Fenster

vervollständigt werden. Gleichzeitig wollten die Planer

den Effekt einer übermäßig retuschierten Optik

tunlichst vermeiden. Putzausbesserungen wurden

daher nur lokal vorgenommen, was sich in wilden Flecken

an der Fassade äußert. Diese Optik ist gewollt,

sie soll die Geschichte dieses Ortes für den Besucher

auf einen Blick greifbar machen.


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61

ORA

Nähert man sich nun im weiten Bogen auf dem gepflasterten

Weg gehend dem ehemaligen Postkutschenhaus

(früher wäre man natürlich stilecht mit

einigen PS im gefederten Wagen vorgefahren), zieht

einen die großzügig verglaste Öffnung des Rundbogens

geradezu ins Innere. Hier wird man ein paar

Stufen erhöht von einem gepflasterten Foyer empfangen,

das auf der gegenüberliegenden Seite durch

einen ebenso verglasten Rundbogen in Richtung

Garten wieder verlassen werden kann. Dreht man

sich noch einmal um, wird der Springbrunnen in der

Rotunde vor dem Haus wie in ein Bild gerahmt perfekt

in Szene gesetzt.

Das Interieur der öffentlichen Räume und Zimmer ist

bewusst spartanisch gehalten, wobei es ihnen nicht

an Charme mangelt. Die ursprünglichen mittelalterlichen

und industriellen Elemente wurden so weit

möglich erhalten. Die Architekten setzten zudem

auf den Einsatz authentischer Materialien – an einigen

Stellen kommen sogar die Originalgemälde zum

Vorschein. Türen oder die ornamentalen Holzböden

wurden – wo möglich – im Original beibehalten. Wo

es einer Erneuerung bedurfte, wurde für den Bodenbelag

auf Basalt und Zementfliesen zurückgegriffen.

“Es zeigt, wie solide alte Häuser gebaut sind und wie

leicht sie sich für neue Funktionen adaptieren lassen.

Es ist auch ein Beispiel dafür, wie man mit Brachflächen

in der Peripherie umgehen kann”, bringen ORA

die Besonderheit von Kocanda auf den Punkt. u

Die Innenraumgestaltung

der Zimmer wirkt schlicht

und zurückhaltend. Der

Fokus liegt auf den Materialien

und Oberflächen

sowie kleinen Details.


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62

Architektur für die Zukunft

Ausgesuchte Vintage-Objekte

unterstützen den individuellen

Charakter des

Anwesens und verleihen

den Räumen einen ganz

eigenen Charme.

Die Rekonstruktion von Kocanda erfolgte mit viel

Respekt vor der Geschichte des Ortes. So ist jeder

Raum anders. Es gibt Mehrbett-Familiensuiten, Vierbett-,

Dreibett- und Zweibettzimmer. Alte Möbel wie

Tische, Schränke, Stühle, Waschtische oder historische

gusseiserne Badewannen stammen von dort

oder wurden nach akribischer Suche aus verschiedenen

Teilen des Landes hierher geliefert. So wird

überall spürbar, dass man sich in einem alten Haus

befindet. Die weißen Wände sorgen für den nötigen

Kontrast und verleihen den Räumen Ruhe. Sie dienen

zugleich als Galerie für die Original-Gipsformen, die

früher für die Herstellung von Keramik verwendet

wurden. Diese Fundstücke und gewöhnlichen Gebrauchsgegenstände

entwickeln so eine ganz eigene

ästhetische Qualität, erinnern zugleich an die Geschichte

der Gegend und geben dem Besucher einen

Einblick, wie Keramikwaren entstehen.


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63

ORA

Erdgeschoss

1. Stock

0

1 5 m

0

1 5 m

© ORA 2021

A 2021

© ORA 2021

Zu einem solchen Herrenhaus gehört natürlich auch

ein entsprechend gestalteter Garten. Dieser ist in

mehrere Abschnitte unterteilt. Vor der Kocanda befindet

sich ein repräsentativer Park mit jahrhundertealten

Douglasien. Die Landschaftsgestaltung sollte

aber auch den spezifischen Charakter der einzelnen

Orte des Areals widerspiegeln. Im neuesten Teil der

ehemaligen Produktionsstätten befindet sich ein Restaurant,

zu dem ein kleiner Nutzgarten gehört. Der

ältere Teil der Fabrikanlage ist wiederum von einer

informelleren, wilderen Gartengestaltung umgeben.

Zum Landschaftsareal gehört auch ein kleiner See,

der mit Regenwasser gespeist wird.

Der gesamte Komplex der Kocanda besteht aus Gebäuden

aus verschiedenen Zeitepochen, die unterschiedlichen

Zwecken gedient haben. Für die Zukunft

bleibt also noch viel Potenzial für weitere, behutsame

Annäherungsversuche und mutige Zukunftsvisionen.

Vom Postkutschenhaus zur Keramikfabrik und

zurück zum Ursprungsgedanken der Beherbergung

Reisender. Dass ein solcher Ort auf eine solche Weise

für die Zukunft erhalten bleibt: Gott sei Dank! •

Kocanda Kravsko

Kravsko, Tschechische Republik

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Grundstücksfläche: 956 m 2

Bebaute Fläche: 704 m 2

Nutzfläche: 956 m 2

Planungsbeginn: 2018

Bauzeit:

2 Jahre

Fertigstellung: 2020

www.o-r-a.cz

ITVV spol. s.r.o.

ORA

Barbora Hora, Jan Hora, Jan Veisser

“Ich bin überzeugt, dass jedes Haus, das nicht abgerissen

und neu gebaut werden muss, im Prinzip ökologisch ist. Das

Gebiet von Kocanda hat im Laufe der Geschichte mehrere

Umnutzungen erfahren. Vor ein paar Jahren wurde das gesamte

Areal dem langsamen Verfall preisgegeben, obwohl

es sich um ein denkmalgeschütztes Kulturdenkmal handelt.

Wir haben nur ein weiteres kurzes Kapitel im Leben eines

Hauses geschrieben, das auch uns überdauern wird.“

Jan Hora


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Architektur für die Zukunft

Back to

the roots

Shelters für das Hotel Bjornson / Jasná, Demänovská Dolina, Slowakei / Ark-shelter

Text: Linda Pezzei Fotos: BoysPlayNice

Ark-shelter, das ist ein Werkstatt-Atelier, betrieben von

Architekten und Handwerkern, welche gemeinsam die

Grenzen ihres Hütten-Modulbau-Systems ausloten und

neue Wohnformen kreieren. Für das Hotel Bjornson

entstand so in der Niederen Tatra der Slowakei ein

Hotelprojekt aus mehreren eigenständigen Hütten inmitten

einer Waldlichtung. Für ein Urlaubserlebnis, das

erdet. Fernab von Alltagsstress und Hamsterrad.


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Ark-shelter

Demänovská Dolina diente bereits in der Eiszeit als

Siedlungsgebiet, später gingen die Schäfer mit ihren

Herden in die Höhenlagen und heute ist das Tal ein

beliebtes Touristenziel für Wanderer und Wintersportler

aus aller Welt. Es befindet sich in der Niederen

Tatra, einem Gebirgszug in den Karpaten der Slowakei.

Der perfekte Ort für das Konzept des Hotels

Bjornson: einer Apartmentsiedlung der anderen Art.

Um die Geschichte hinter der Entstehung der sogenannten

Shelters für das Hotel Bjornson zu verstehen,

heißt es zuerst einmal, deren Erfinder näher

kennen zu lernen. Alles begann vor fünf Jahren, als

die zwei engagierten, belgischen Architekturstudenten

Michiel De Backer und Martin Mikovčák darüber

sinnierten, wie die Menschen heutzutage eigentlich

ihr Leben leben. Alltagsstress, Hektik, höher, schneller,

weiter – „viele von uns seien gefangen in einem

Hamsterrad.“ Die naheliegende Lösung der beiden:

die Rückbesinnung auf die Natur. Slow Down. Back

to the roots.

Somit war die Philosophie von Ark-shelter geboren

und es dauerte nicht lange, bis die erste kompakte

Hütte gebaut werden konnte: “Wir integrierten alle

notwendigen Gegenstände, die wir zum Überleben

brauchten, in das Herz der Natur und begannen

ganz ohne Stromnetz mit Sonnenkollektoren, Batterien

und Wasserrückgewinnungssystemen.” In

weiterer Folge wurden die Hütten an verschiedenen

Orten aufgestellt: auf offenen Feldern, in Wäldern,

auf Skipisten, an Seen oder auf Gebäudedächern.

Dies führte schließlich dazu, dass die Architekten

ihre Sichtweise änderten. Heute verstehen sie ihre

Hütten eher als Module, die beliebig aneinandergefügt

werden und somit auch zu größeren Komplexen

wachsen können.

u


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Architektur für die Zukunft

2019 wurden Ark-shelter von dem Team des Hotel

Bjornson gebeten, eine Gruppe von Waldwohnungen

für ein Grundstück im Herzen der Demänovská Dolina

zu entwickeln. Der Investor hatte eine klare Vorstellung

von einseitig orientierten Doppelkabinen, die

in der Umgebung des bestehenden Hotelgebäudes

platziert werden sollten. Die räumliche Designlösung

lag für die Architekten demnach relativ schnell und

einfach auf der Hand. Zugleich betonen die findigen

Entwickler die Wichtigkeit des nachhaltigen Ansatzes

hinter dem Projekt: “Wir halten das Konzept, die Module

zwischen den Bäumen zu platzieren, für ökologisch.

Nicht nur wegen des Baumschutzes, sondern

auch aufgrund des minimalen Kontakts der Module

mit dem Boden.” Anstelle von klassischen Fundamentplatten

aus Beton setzten Ark-shelters auf eine

auf Stützen aufgeständerte Bauweise. So wirken die

vom Erdboden losgelösten Hütten beinahe schwebend.

Die Landschaft umfließt die Satellitengebäude

regelrecht und lässt den Besuchern viel Raum zum

Atmen. Die begrünten Dächer wirken wie gegen den

Himmel gehievte kleine Biotope, die den Anschein

eines perfekten Miteinander von Mensch und Natur

erwecken. Ganz im Sinne des Gebens und Nehmens.

Der räumliche Entwurf der Shelter basiert zum einen

auf den Vorstellungen des Bauherrn von der

Gestaltung der Außenhülle – der einseitigen Ausrichtung

und den gewünschten Blickachsen – und

zum anderen auf den praktischen Anforderungen

an die Wohnbereiche. Jede Einheit besteht aus zwei

unabhängigen Modulen, die jeweils eine eigenständige

Unterkunft umfassen. Diese wiederum beinhaltet

ein Schlaf-Wohnzimmer, ein Kinderzimmer, einen

Eingangsbereich und ein Bad. Jede dieser beiden

separat funktionierenden Einheiten kann durch das

Verschieben der Trennwand zwischen den Wohnräumen

zu einer großen Einheit verbunden werden. Es

entsteht ein geräumiger zentraler Raum, in dem sich

beispielsweise zwei Familien treffen oder Freunde

austauschen können.


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Ark-shelter

Es gibt zwei Wohnungstypen, die als gespiegelte

und gegeneinander verschobene Module funktionieren.

Durch kleine räumliche Eingriffe, wie z.B.

ein größeres Bad oder das Hinzufügen eines zusätzlichen

Balkons, lassen sich die Shelter ohne

großen Aufwand individualisieren und aufwerten.

Wie ein Fernrohr fassen die vollflächigen Glasfronten

den Ausblick in die umgebende Natur in

einen Rahmen und holen gleichzeitig viel Licht ins

Innere der Räume. An den Längsseiten hingegen

sind die Module geschlossen und bieten so einen

geschützten Rückzugsort und die nötige Privatsphäre.

Vom Bett aus können die Gäste den Blick

über den Balkon direkt hinaus ins Grüne oder die

verschneite Winterlandschaft schweifen lassen.

Naturbelassene Holzoberflächen sorgen dabei für

ein behagliches Wohngefühl.

u

Die Ark-shelter versprechen

einen naturnahen

Rückzugsort, ohne dass der

Gast dabei auf Komfort und

Anschluss an die Zivilisation

verzichten muss.


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68

Architektur für die Zukunft

Seitlich von den Nachbargebäuden

abgeschirmt,

öffnet sich der Blick durch

das große Panoramafenster

hin zur Natur.

Die Hütten sind mitten im Wald und gleichzeitig im

Herzen des Skigebiets Jasná platziert – gerade so

weit voneinander entfernt, dass man sich weder alleine

noch bedrängt fühlen muss. Die einzigartige Atmosphäre

des Resorts gründet gerade in dem Mit- und

Nebeneinander von touristischer Erschließung und

scheinbarer Wildnis. Hier funktioniert das Paradox

von Mittendrin und Rückzugsort wunderbar. Im Winter

schaukeln die Sitze des Sesselliftes leise knarrend

am Seil vor dem Fenster und frühe Skitourengeher

grüßen schwer atmend beim leisen Vorbeistapfen. Im

Sommer kann man sich vom Vogelgezwitscher wecken

lassen, Eichhörnchen beim Anlegen der Wintervorräte

beobachten oder mit etwas Glück, einen Blick

auf ein vorbeihuschendes Reh erhaschen.

Es liegt an der Anordnung der Module, dass ein solcher

Grad an Privatsphäre und Ruhe in dennoch unmittelbarer

Nähe zum Hauptgebäude des Hotels sowie

zum Touristengebiet gewährleistet werden kann.

Zum Gesamtkonzept gehört auch eine Erweiterung

des Hotelrestaurants und ein Wald-Wellness-Bereich.

Letzterer fügt sich aus vier Ark-shelter-Modulen zusammen,

die ein Cluster von Saunen und Entspannungsräumen

inklusive Massagemöglichkeit bilden.

Wie ein Kleeblatt sind die einzelnen Module um eine

Holzplattform mit der Möglichkeit zum Abkühlen und

Verweilen angeordnet. Jedes Element öffnet sich –

wie auch die Wohnmodule – mit einer Fassade vollflächig

in Richtung Natur und lässt die Grenzen zwischen

Innen und Außen verschwimmen.

Den Architekten ist es nicht nur gelungen, ein ungemein

vielseitiges Wohn-Modul zu entwerfen,

Ark-shelter kann auch dem eigenen Anspruch gerecht

werden, individuell mit der Umgebung in Kontakt

zu treten. Auf der einen Seite bieten die Shelter

einen witterungsgeschützten Rückzugsort, auf der

anderen Seite verläuft die Grenze zwischen Natur

und Wohnraum scheinbar fließend. Der Respekt für

die Landschaft und der Ansatz des minimalinvasiven

Eingriffs machen das Hotel Bjornson zu einem nachahmenswerten

Modell für Tourismusgebiete rund

um die Welt. Back to the roots – zurück zu unseren

Wurzeln – leben im Einklang mit der Natur und sich

selbst im Hier und Jetzt wiederfinden – dafür stehen

Ark-shelter und darin liegt ein enormes Potenzial für

die Zukunft.


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Ark-shelter

0 0,5 1,5 3 5

Shelters für das Hotel Bjornson

NiedereTatra – Jasná, Demänovská Dolina, Slowakei

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Hotel Bjornson, in der Rolle der programmatischen Führung

Ark-shelter

Michiel De Backer, Viktor Mikovčák, Martin Mikovčák

Archekta

Grundstücksfläche: 3.600 m 2

Bebaute Fläche:

11x75 m 2 Wohn-Module / 4x20 m 2 Wellness-Module

Nutzfläche: 700 m 2

Planungsbeginn: 2019

Fertigstellung: 2020

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“In der heutigen, schnelllebigen Welt sind wir

in eine Dauerschleife von Druck und Terminen

geraten, die uns gestresst und belastet zurücklassen.

Wir haben einen Weg gefunden, diesem

hektischen Leben zu entkommen und zu unseren

Wurzeln zurückzukehren. Wir glauben, dass

die Menschen die Auszeit finden, die sie brauchen,

wenn wir die Natur wieder in unser Leben

integrieren. So entstand die Ark-shelter-Philosophie

und jede Hütte wird danach gebaut.“


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Hotel- & Gastroarchitektur

Von Rang

und Namen

Wenn David Chipperfield, Enzo Enea, Marc Mark, Richard Meier und Matteo Thun

für ein Projekt zusammenkommen, klingt das nach ganz großem Kino. Oder Architektur

auf höchstem Niveau. Welche Kulisse könnte sich da besser eignen als

ein ausgedehnter Olivenhain an den westlichen Hängen des Gardasees. Sehnsuchtsort

für viele und auch hoch geschätzt von den Architekten selbst, bietet

das Eden Reserve einen geschützten Rückzugsort für gutbetuchte Architekturliebhaber.

Film ab!

Text: Linda Pezzei Fotos: Eden Reserve Hotel, David Chipperfield Architects


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Hotel- & Gastroarchitektur

Inmitten der für die Region typischen malerischen

Naturlandschaft und eingebettet in den Parco dell‘Alto

Garda befindet sich das weitläufige Eden

Reserve. Auf 78.000 m 2 Fläche und nur wenige

Minuten von der Seepromenade in Gardone Riviera

sowie dem historischen Salò entfernt, ist

dieses neue Schmuckstück der Region optimal

gelegen. Ob Boutiquehotel, Landmark Penthouse

oder private Villen – von überall aus eröffnen sich

traumhafte Ausblicke auf den Gardasee und das

benachbarte Ufer.

Die dürften den Gästen wohl ebenso wichtig sein,

wie das Renommee der internationalen Stararchitekten,

die für dieses Projekt in ein Boot gestiegen

sind. Bereits in der Belle Epoque gegen Ende des

19. Jahrhunderts zog Gardone als exklusiver Urlaubsort

für die Reichen Scharen des wohlhabenden

Bürgertums an. Prächtige Paläste und Villen

prägen bis heute das Ortsbild. So ist auch im Eden

Reserve jede der Villen ein Unikat für sich. Dennoch

entstand zusammen mit dem 5* Boutique

Hotel mit Gourmet-Restaurant sowie Spa- und

Wellnessbereich letztlich ein stimmiges Ensemble.

“Wir wurden sehr früh direkt vom Eigentümer

kontaktiert, von Beginn an in das Gesamtprojekt

involviert und konnten den Masterplan beeinflussen,

der so angelegt wurde, dass sich alle Villen

völlig frei und unabhängig voneinander in die

Landschaft fügen - für deren Gestaltung Enzo

Enea glücklicherweise gewonnen werden konnte”,

erklärt Matteo Thun.

Das BOUTIQUE HOTEL von Matteo Thun

Matteo Thun & Partners zeichnen für das private

5* Boutique Hotel des Eden Reserve – Gardone

verantwortlich. Die neun äußerst luxuriös gestalteten

Suiten bieten den Hotelgästen auf 45 bis

150 m 2 nicht nur viel räumlichen Komfort, sondern

auch ein exklusives Entertainment. Im sogenannten

Clubhouse kamen ausschließlich natürliche

Materialien zum Einsatz. Helle Böden, klassische

Formen und großzügige Proportionen unterstützen

auch im Inneren die Leichtigkeit der Architektursprache.

Das Clubhaus greift das Thema

der Transparenz auf und interpretiert mit seiner

Glasmosaik-Fassade spielerisch die Farben der

Umgebung – in Anlehnung an ein Aquarium.

Auch die vier terrassiert angeordneten Landmark

Apartments von Matteo Thun & Partners greifen

die typische Architektur der Gegend auf. Kombiniert

mit modernen Elementen entsteht so eine

Harmonie zwischen Landschaft und Gebautem,

eine Art Brücke zum See. Bei allen Objekten setzte

Thun der Maxime des „genius loci” folgend, auf

die Philosophie des “Triple Zero” – 0 km, 0 C0 2 , 0

Abfall. So wurden für Stein, Putz, Glas und Holz

nur lokale Materialien verwendet. “Die Nutzung

der Topographie eines alten Olivenhains sowie die

hervorragende Zusammenarbeit mit Berufskollegen

aus der ganzen Welt machen dieses Projekt

einzigartig in ganz Europa”, unterstreicht Thun

die Besonderheit des Projekts.

u


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Hotel- & Gastroarchitektur

DIE VILLA RICHARD MEIER

Weiß leuchtend und beinahe futuristisch anmutend

fügt sich die von Pritzker-Preisträger Richard Meier

gestaltete Villa in die Hügellandschaft am Gardasee.

Zahlreiche Aus- und Durchblicke setzen die Umgebung

gekonnt in Szene und lassen das lichtdurchflutete

Innere mit der Umgebung nahezu verschwimmen.

Sind es nun das klare Blau des Sommerhimmels,

das satte Grün der Berge oder das zarte Rosa der

Morgendämmerung, die das Gebäude so zum Leuchten

bringen oder ist es gerade umgekehrt? Klar ist:

Die für Meier typische, strikte und kantige Architektursprache

verstärkt in ihrer schlichten Eleganz noch

die Imposanz der umgebenden Landschaft.


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Hotel- & Gastroarchitektur

DIE VILLEN SPHERE NORD, OVEST UND SUD

Architekt Marc Mark fügt sich in seinem Stil ebenso

cool, clean und elegant in die Riege seiner namhaften

Kollegen – interpretiert “seine” Villen allerdings eher

als modern anmutende Lofts, wie sie auch in den

Metropolen dieser Welt zu finden sein könnten. Der

besondere Reiz liegt hier im Kontrast der Materialität

zur Umgebung. Fassade und Böden folgen der kühlen

Farbigkeit der klassischen Moderne. Reduktion,

Offenheit und Transparenz spiegeln den Anspruch

an die Qualität wider, den sich auch die Gäste wünschen.

Interessanterweise tut dieser Bruch dem Projekt

in seiner Gesamtheit gut, anstatt zu irritieren.

“Wir wollten einen Kontrapunkt zu den immer gleichen

Architekturen am Gardasee setzen”, bestätigt

auch Marc Mark, “lokale Materialien und Zitate der

ortsüblichen Bauweise haben wir allerdings ganz

bewusst eingesetzt.” Die lokale Nähe der Architekten

spielte ihnen bei dieser Herangehensweise mit

Sicherheit in die Hände – und erklärt vielleicht auch

den von den Kollegen abweichenden Gestaltungsansatz.

“Die Zusammenarbeit war kollegial und interessant.

Kollegial deshalb, weil man sich auf einem

gewissen Niveau keine Gedanken um die jeweilige

Kompetenz oder Berechtigung machen muss. Interessant,

weil die Herangehensweise der einzelnen

Architekten doch jeweils sehr unterschiedlich war.

Dieser Unterschied zwischen den global arbeitenden

Kollegen Meier und Chipperfield und dem sich eher

auf das Lokale konzentrierenden Matteo Thun war

äußerst bemerkenswert und zugleich sehr lehrreich”,

bringt Mark die Quintessenz seiner Arbeit am Projekt

Eden Reserve auf den Punkt.

u


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Hotel- & Gastroarchitektur

Fotos: David Chipperfield Architects

DIE VILLEN CHIPPERFIELD NORD UND OVEST

“Die Typologie der beiden Villen interpretiert die Architektur

der Limonaias, jener ortstypischer Gebäude

für den Zitronenanbau, die bis Ende des 19. Jahrhunderts

die westlichen Uferhänge des Gardasees

geprägt haben”, verrät Chipperfield seine Inspiration.

In Anlehnung an die Limonaias sind die Baukörper

zum Hang hin von drei massiven Außenwänden eingefasst,

die auf einem Sockel aufbauen und dessen

Bruchsteinmauerwerk fortführen. Die zum Tal orientierte

Seite öffnet sich mit geschosshohen Fenstern

zur mediterranen Landschaft. Vorgelagerte Pergolen

mit schlanken Stützen führen den Rhythmus

der Olivenbäume fort. Sie dienen als Sonnenschutz

und erweitern den Innenraum um einen geschützten

Außenbereich, an den sich weitere Terrassen mit Außenpools

anschließen.

Neben dem Naturstein aus Steinbrüchen der Umgebung

sind die eleganten Pergolen aus Holz die charakteristischsten

Elemente der beiden Villen aus der

Feder des britischen Stararchitekten. Während die

schlanken Steinpfeiler die Silhouetten der umliegenden

Zypressen interpretieren, sorgen die Holzlamellen,

den Bäumen gleich, durch lebhaftes Schattenspiel

für Erleichterung an heißen Sommertagen. Die

minimalistische Formensprache fügt sich zurückhaltend

in die Umgebung und bildet ein stimmiges Pendant

zu den anderen Villen – die zwar auf den ersten

Blick alle recht unterschiedlich erscheinen mögen,

denen aber dennoch die gleiche Philosophie zugrunde

liegt: weniger ist mehr, die Landschaft ist der eindeutige

Hauptdarsteller.


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Hotel- & Gastroarchitektur

DIE LANDSCHAFTSARCHITEKTUR

VON ENZO ENEA

Enzo Enea steht für eine architektonische Gestaltung

der Umgebung, welche Landschaftselemente und Architektur

verbindet, indem sie die Grenze zwischen

Innen- und Außenräumen aufzulösen sucht. Inspiriert

von der imposanten Natur rund um den Gardasee

ist für das Eden Reserve so ein Landschaftspark

entstanden, welcher die Villen zu einer Einheit zusammenführt

und ganz natürlich in die Umgebung

einbettet. Ortstypische Pflanzen, arrangiert in einer

harmonischen, weichen Formensprache, gehen fließend

in die Hartlaubwälder an den Berghängen über.

Lineare Farbbänder intensivieren das vorhandene

Bild des terrassierten Geländes und setzen mit einer

Blütezeit von Februar bis Oktober farbliche Akzente.

„Die einzelnen Villen spielen auf unterschiedliche

Weise mit den Reizen der Terrassierungen. Jedes

Grundstück verfügt so über verschiedene Ebenen,

welche individuell nutzbar gemacht werden können

und durch ihre Vielgestaltigkeit Raum für ‚Mehr’ bieten”,

legt Enea sein Konzept dar. Eine Herausforderung

bestand darin, dass die Architekten ihre Entwürfe

eigenständig in der Landschaft positionieren

konnten. Enea war schließlich dafür verantwortlich,

alle Objekte zu einer Gesamtkomposition zu vereinen:

“Das ist immer eine Herausforderung, weil ein

sehr unterschiedliches Verständnis vom Bezug von

Architektur zur Landschaft besteht. Architekten haben

oftmals eigene Strategien für die Entwicklung

und Gestaltung der Grundstücke. Die Landschaftsarchitektur

hat die Aufgabe, diese unterschiedlichen

Ansätze zu vereinen, um ein harmonisches Gesamtbild

zu konzipieren.”

Insgesamt ist es den Architekten gelungen, ihrer

eigenen Handschrift treu zu bleiben und dabei dennoch

ein einzigartiges Ensemble zu schaffen, das

gekonnt mit der umgebenden Naturlandschaft in Interaktion

tritt. Großer Pluspunkt - alle Objekte fügen

sich äußerst dezent und zurückhaltend in die Landschaft

und lassen dem See, den Olivenhainen und

Zypressenwäldern großzügig den Vortritt. Schlichte

Eleganz par excellence. Was hätte man auch anderes

erwarten sollen.


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Hotel- & Gastroarchitektur

Symphonie

der Räume

Das historische Hotel Weisses Kreuz in Innsbruck befindet sich in einem Gebäude

aus den 1460er Jahren. Das von der Architektur und den Bauelementen der

verschiedensten Epochen geprägte Haus ist von noa* nun umfassend renoviert

und um ein Dachgeschoss erweitert worden.

Fotos: Alex Filz

Durch einen langen Korridor betritt der Gast im Erdgeschoss

das Hotel. Spiegel an den Wänden und der

Decke lösen die Architektur auf und stellen die Person

in den Vordergrund. Von hier aus erreicht man

mittels Lift das neue sechste Obergeschoss. Sofort

fällt im langgestreckten Raum eine 13 Meter lange,

maßgefertigte Tafel aus Messing mit barocken Verzierungen

auf. Hier findet nicht nur der Empfang

statt, er ist auch Frühstücksbuffet, Bartresen und

Treffpunkt für den Abend. Die Wände sind in royalem

Dunkelblau gehalten und der Boden ist aus geräucherter

Eiche.

Das blaue Dachgeschoss mit seinen Erkern und Nischen

aus Glas sowie den spektakulären Aussichten

bietet verschiedene Sitzbereiche mit außergewöhnlichen

Sesseln und Leuchten im Gatsby-Stil. Hellrosa

und Ockergelb und Messing setzen reizvolle Effekte.

Herausfordernd bei den bestehenden Geschossen,

in denen sich die Gästezimmer und Suiten befinden,

waren die unterschiedlichen Raumhöhen, die gotischen

Decken und Bögen. Noa* gelang es hier, System

in die Unordnung zu bringen. Ebenfalls musste

eine Lösung für die Zimmer im fensterlosen Mittelteil

gefunden werden. Die Architekten integrierten einen

Lichthof zwischen dem ersten und sechsten Obergeschoss.

Damit werden die Räume natürlich belichtet

und verfügen sogar über eine kleine private, begrünte

Terrasse.


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Hotel- & Gastroarchitektur

Die Zimmer selbst folgen in sich geschlossenen Farbcodes.

Jeweils in eine Farbe getaucht, wird der Raum

zum Rahmen selbst, in dem die barocken Elemente

inszeniert werden. So wird auch die Farbe zum Teil

dieser Zeitreise, auf die sich der Gast hier begibt. Der

jeweilige Farbton gibt auch einen Hinweis auf die Konfiguration

des jeweiligen Zimmers. So sind die roten im

Vergleich zu den hellblauen Zimmern etwas großzügiger,

die dunkelblauen haben einen Balkon, während

die grünen eine Terrasse im Lichthof anbieten und die

grauen als Twin-Zimmer eingerichtet sind. Dabei ist

die gesamte Ausstattung mit der Farbe durchkomponiert:

Vom Teppich und Fliesen über die Wandfarbe bis

hin zu den Vorhängen und Möbelstücken. Das Thema

Barock findet sich in besonderen Details wieder, so ist

beispielweise immer ein Bein des Waschtisches oder

einer Kommode barockisiert, aber auch in anderen

Accessoires blitzt es immer wieder durch. Akzentuiert

wird der barocke Touch zusätzlich durch eine eigens

angefertigte Fotografie-Serie von opulent gekleideten

Damen, die durch skurrile Accessoires das Leitthema

„Barock-Schick-Schock“ aufgreifen.


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Hotel- & Gastroarchitektur


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Hotel- & Gastroarchitektur

Natur trifft

Industrie

Mit dem Omnomnom Cafe gestaltete das ukrainische Büro replus design bureau

in seinem Heimatland ein Cafe, das von Kontrasten lebt, in dem Natürliches auf

Industrielles trifft und so einen reizvollen Raum entstehen lässt.

Fotos: Sosnov Max

Eine eingezogene Betonplatte teilt den Raum in eine

untere und eine obere Ebene. Die Platte ist dabei

nicht durchgehend, sie spart Bereiche aus und versetzt

den Raum bewusst in Spannung. So kann sich

der Raum an manchen Stellen vom Estrichboden bis

hinauf zur Decke oder auch nur bis zur rauen Unterseite

der raumteilenden Betonplatte erstrecken.

Ein spannungsvolles Zusammenspiel aus hohen und

niedrigen Bereichen entsteht. Das Durchschreiten

des Raumes wird zu einer Entdeckung, die Auswahl

des Lieblingssitzplatzes fällt schwer.

Der erhöhte Sitzbereich der oberen Ebene ist über

zwei stählerne Wendeltreppen erreichbar. Das Miteinander

aus industriellen, roh belassenen Materialien,

mit ihren harten Kanten, und natürlichen Materialien,

mit ihren organischen Formen, schafft die spezielle

Atmosphäre des Cafes.

Haustechnische Elemente sind sichtbar belassen

und prallen mit dekorativen Baumstämmen zusammen.

Die hölzernen Oberflächen der Tische, die textilen

Bezüge der Möbel und nicht zuletzt die vielen

Pflanzen bringen Gemütlichkeit. Vor allem die Platzierung

der Pflanzen ist eng mit der Raumgestaltung

verknüpft. Pflanzentröge säumen etwa die abschließende

Kante der eingezogenen Betonebene und

schaffen so einen sanften Übergang zwischen unten

und oben.

Natürliches Licht, das über die große Glasfront ins

Innere strömt, verbindet sich mit künstlichen Lichtquellen.

Diese sind in unterschiedlichen Ausgestaltungen

über den gesamten Innenraum verteilt. Sie

hängen als Kugelleuchten von der Decke oder sind

im Estrichboden und in der Unterseite der rohen Betonebene

eingelassen. Eine raumgreifende Lichtinstallation

beim Eingang bringt etwas futuristisches

mit sich. Alle zusammen schaffen eine lauschige

Stimmung und spiegeln gleichzeitig das grundlegende

Gestaltungsprinzip wider. Natur trifft Industrie,

oder anders gesagt: Ursprüngliches trifft auf von

Menschenhand geschaffenes. Im Omnomnom Cafe

gelang den Designern eine eindrucksvolle Komposition

aus beiden Welten.


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Hotel- & Gastroarchitektur

Vakuum in der

Stadtlandschaft

Garküchen, mobile Verkaufsstände, Mopeds, Tuk-tuks, geschäftiges Treiben

und Lärm – das Leben in Thailands Hauptstadt Bangkok spielt sich auf

der Straße ab. In einem der solch belebten Viertel befindet sich das Other

Cafe: Whitespace Ltd. gestalteten einen Raum, der sich vom Geschehen auf

der Straße absetzt und gleichzeitig als Teil davon funktioniert.

Fotos: Thanaruj Vacharasindhu

Die Straße, an der das Other Cafes liegt, ist Verkehrsraum,

Parkplatz, Markt, Küche, Esszimmer und

Wohnraum zugleich. Im Erdgeschoss eines typischen

Ladenhauses untergebracht, reiht es sich in eine Zeile

mit Geschäften ein. Nebenan gibt es eine Garküche

mit einigen Sitzplätzen unter einer schützenden

Überdachung.

Das Cafe greift den stadträumlichen Kontext auf,

interpretiert den Straßenraum und setzt ihn gewissermaßen

im Inneren fort. Der Übergang von Innen

nach Außen ist durch die große Glasfläche mit der

Eingangstür markiert, die beides visuell in Beziehung

bringt. Die im Cafe verwendete Materialpalette aus

Beton, Glas und Edelstahl greift die der Straße auf.

Sie ist auf die reinen rohen Materialien reduziert,

die hier geradezu minimalistisch erscheinen. So entsteht

ein konzentrierter Ort, der wie aus einem Guss

scheint und vollkommene Ruhe ausstrahlt.


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Hotel- & Gastroarchitektur

Der längliche Raum mit seinen insgesamt 64 m² ist

zweigeteilt. Der vordere Bereich erstreckt sich in seiner

Höhe bis zur Decke. Seinen Mittelpunkt bildet

eine gegossene Betonplatte, die als Tisch genutzt

wird. Der hintere Bereich ist in zwei Ebenen unterteilt.

Die untere spiegelt den Aufbau der Ladenzeile

mit den erdgeschossigen Läden wider. Von der darüberliegenden

blicken die Gäste – wie von einem

Balkon aus – auf das Treiben rund um den fragmentarischen

Zementtisch. Und auch das Design der

Sitzmöbel im Inneren erinnert nicht zufällig an das

Mobiliar, das so auch auf der Straße zu finden sein

könnte. Ein Sitzbereich auf dem kleinen terrassenartigen

Vorbereich, den jeder Laden hier hat, darf dabei

natürlich nicht fehlen.

Mit diesem Projekt schafften Whitespace Ltd. in der

chaotischen Stadtlandschaft von Bangkok ein Cafe,

das den Bezug zu seinem Kontext nicht verliert und

sich sogar von ihm inspirieren lässt.


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Licht

Historische Substanz

und modernste Technik

Der weltberühmte Prunksaal der Österreichischen Nationalbank erhielt eine neue

Beleuchtung. Eines der wesentlichen Ziele des Projekts war natürlich, die modernste

Technik so unsichtbar wie nur möglich in diesem historischen Ambiente

einzusetzen. Die Lichtplanung für dieses Projekt stammt von Helmut Regvart von

der Firma Lighting Design Austria. Mit ihm sprach architektur über die speziellen

Herausforderungen und die Umsetzung des Beleuchtungskonzepts.

Text: Alexander Magyar Fotos: Lighting Design Austria

Welche Vorteile bringt die neue Beleuchtung

des Prunksaals gegenüber der bisherigen?

Alle Blendungspunkte wurden auf ein Minimum

reduziert. Die Farbwiedergabe wurde

um ein Vielfaches verbessert. Nun sind die

gesamten Deckenfresken in ihrer vollen

Schönheit zu sehen und zusätzlich kommen

die künstlerischen 3D Effekte heraus,

die vorher nicht wahrgenommen wurden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass nun

die konservatorischen Vorgaben/Notwendigkeiten

zu 100% eingehalten werden.

Trotzdem war es möglich, den Prunksaal in

seiner ganzen Pracht zu inszenieren.

Was wird den Besuchern auf dem Weg

durch den Raum am ehesten auffallen?

Ich denke, dass selbst Besucher, die den

Prunksaal schon öfter gesehen haben,

nicht genau wissen, was anders ist. Aber im

Gesamteindruck wird man sehr wohl wahrnehmen,

dass sich der Prunksaal wesentlich

verändert hat, da nun Details sichtbar

sind, die vorher einfach untergegangen

sind. Genau dieser Effekt – etwas, das man

kennt, zu sehen und das komplett frei von

Störungen durch falsche Farben oder Blendungen

ist, macht die Anlage so wertvoll.

Es war ausdrücklich nicht der Wunsch ein

Disney Land zu erzeugen, sondern den

Prunksaal in seiner ganzen unverfälschten

Schönheit mit allen Details zu zeigen.

Was unterscheidet ein Bild in alter Beleuchtung

und ein Bild in der neuen Ausleuchtung

voneinander?

Die alte Beleuchtung hat alles sehr flach und

ausgewaschen, sagen wir verblasst, wirken

lassen. Nun sind die Farben sichtbar, Licht

und Schatten ergeben spannende Details

und 3D Effekte, die Akzentuierung erlaubt

es, den Prunksaal mit einem Gefühl von

Erhabenheit, Größe und unglaublichem Detailreichtum

wahrzunehmen. Manche Bauteile

sind erst jetzt in ihrer vollen Schönheit

dargestellt, die vorher ein „Schattendasein“

gefristet haben. Auch die Bücherausstellung

ist jetzt lebendig und zeigt unglaublich

vielfältige Details. Zudem hat die neue Beleuchtung

die Möglichkeit geschaffen, auf

die vielen verschiedenen Events im Prunksaal

punktgenau mit einer großen Flexibilität

zu reagieren – und das alles, ohne der

historischen Substanz zu schaden.

Wie ist es möglich, dass die Figuren auf den

Bildern nun auch Präsenz im Raum erhalten

haben, die vorher nicht da war?

Vorher bestand die Beleuchtung aus Metalldampflampen.

Deckenflutern, die nur die

Decke/Fresken beleuchtet haben. Zusätzlich

gab es noch Halogenlampen, die stark

sichtbar mit großer Blendung angebracht

waren. Das neue Beleuchtungskonzept basiert

nun auf rund 350 LED-Lichtpunkten

– mit insgesamt weniger Anschlussleistung

als vorher, aber mit viel längerer Lebensdauer

und wenig Wartungsaufwand.

Diese LED-Strahler mit verschiedenen Optiken

leuchten nun zielgerichtet und effizient

die Flächen in der Besucherebene und

auf der Galerie aus. Und das im Zusammenspiel

mit einer KNX/DALI Steuerung:

Sie ermöglicht jeden einzelnen Lichtpunkt

anzusprechen, je nach Erfordernis zu dimmen

und so eine uneingeschränkte Anzahl

an Lichtstimmungen zu erzeugen.


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Licht

Mit welchen Zielsetzungen ist man an den

Sichtbereich der Besucherebene herangegangen,

um die Schönheiten des Prunksaales

unmittelbar erlebbar zu machen?

Der Umsetzung ist eine groß angelegte

Bemusterung vorangegangen, um den EntscheiderInnen

die Möglichkeit zu geben,

eine genaue Vorstellung vom möglichen

Endergebnis zu bekommen. Oberstes Ziel

war es, die Beleuchtung so unsichtbar wie

nur möglich zu machen. Ähnlich einer Bühnenbeleuchtung,

die vom Zuschauer nur

dann wahrgenommen wird, wenn sie nicht

korrekt ausgeführt ist. Das heißt zielgerichtet,

effizient zu beleuchten und Blendungen

so weit wie möglich zu reduzieren.

In diesem Zusammenhang wurden Serienleuchten

kundenspezifisch weiterentwickelt

und adaptiert, um diesen Anforderungen

gerecht zu werden. Ein Hauptpunkt

war z.B., die Leuchten so aufzurüsten, dass

die Einstellung nicht „im Vorbeigehen“ verändert

werden kann. Man muss bedenken,

dass der Prunksaal eine wissenschaftliche

Bibliothek ist, wo täglich zahlreiche Bücher

ausgehoben, bzw. zurückgebracht werden.

Diese Arbeiten finden während des Besucherbetriebes

statt und erfordern eine garantierte

Fixierung der Leuchten. Nur so ist

zu gewährleisten, dass das Erlebnis für lange

Zeit unverfälscht erhalten bleibt.

Was waren die größten

Herausforderungen dieses Projektes?

Die konservatorischen Angaben, die historische

Substanz, die Dimension des Prunksaals,

die technische Problematik, alle

notwendigen Elektroleitungen für Energie,

Sicherheit und Steuerung so zu verlegen,

dass das BDA es abnehmen wird und die

Besucher von der technischen Infrastruktur

nichts mitbekommen. Natürlich auch

die genaue Einhaltung des Kostenrahmens

– eine Herausforderung für sich.

Beyond Lighting.

Werden Sie herstellerunabhängig digitaler - dank offener Schnittstellen

und dem SITECO Connect. Wir verwandeln die Lichtquelle in eine multifunktionale

Basis, die weit über die reine Beleuchtung hinausgeht. Das verstehen wir unter

Beyond Lighting. Mit unseren Beleuchtungslösungen wie dem Lichtbandsystem

Licross bilden wir die Grundlage für die vernetzte Zukunft unserer Kunden. Die

High-Speed Datenübertragung bis zum Gerät Ihrer Wahl ermöglicht maximale

Connectivity über WiFi, Bluetooth oder UWB.

Was auch immer die Zukunft bringt, mit unserer Infrastruktur sind Sie bestens

vorbereitet für die Anwendungen von morgen.

siteco.at


architektur FACHMAGAZIN

84

Produkt News

Intelligente Einbaulösung

Speziell für den flächenbündigen Einbau hocheffizienter Kompakttiefstrahler in

verputzte und unverputzte Betondecken hat BEGA neue Deckeneinbauleuchten

entwickelt. Sie entfalten durch die flächenbündige Integration von Glas in Betondecken

eine besonders faszinierende Wirkung.

Unterschiedliche Leuchtengrößen und verschiedene

Lichtstärkeverteilungen (symmetrisch-bündelnd,

symmetrisch-streuend, symmetrisch-breitstreuend,

asymmetrisch, bandförmig) bieten eine große Bandbreite

für die individuelle Planung.

Perfekt passende Einbaugehäuse sind die Grundlage

für den präzisen Betoneinbau der neuen Kompakttiefstrahler

ohne Rahmen und Kanten. Damit kann

sowohl ein flächenbündiger Einbau in Elementdecken

als auch in Ortbetondecken realisiert werden.

Das Gehäuse für den putzbündigen Einbau wird mit

einer Nivelliervorrichtung zur exakten Einstellung der

Putzstärke geliefert. Nach Fertigstellung der Betondecke

erfolgt der Einbau der Leuchte werkzeugfrei

und komfortabel mittels eines Bajonettverschlusses.

Die Leuchten sind mit einer Farbtemperatur von

3000 K oder 4000 K erhältlich. Die nahezu verschleißfreien

optischen Systeme ermöglichen eine

hervorragende Lichtkontrolle. Das BEGA Thermal

Management® schützt die temperaturempfindlichen

Komponenten der Leuchten, die in unterschiedlichen

LED-Leistungen und Abmessungen zur Verfügung

stehen, vor Überhitzung.

BEGA Leuchten GmbH

Tel. +43 (0)512 343150

info-austria@bega.com

www.bega.com


www.architektur-online.com

85

Produkt News

FÜR JEDE

ANWENDUNG EINE

SUPER WAHL.

www.lafarge.at

JETZT Lafarge APP

RICHTIG BETONIEREN

auf Ihr Handy laden!

Qualität setzt sich durch

Berker gehört zu den Top-Marken im Bereich Schalter & Meldesysteme,

wird mit hoher Innovationsbereitschaft in Verbindung

gebracht, genießt hohe Sympathiewerte und verdient

für die höchste Weiterempfehlungsrate den market Quality

Award: Das ist das Ergebnis des umfangreichen market

Markttests, der die Positionierung der Marke im Vergleich

zur Konkurrenz analysiert. Befragt werden dafür Häuslbauer,

Hauskäufer sowie Renovierer und Generalsanierer. Vor allem

das Preis-Leistungsverhältnis ist ein Grund dafür, dass Berker

von den Befragten uneingeschränkt weiterempfohlen wird.

Auch bei der Markentreue hat das Unternehmen die Nase

vorn: Gleich 72 Prozent der befragten Anwender fühlen sich

stark an die Marke Berker gebunden.

In Österreich wird die Marke Berker exklusiv durch Siblik Elektrik

vertreten. Erleben kann man die Berker-Qualität in jeder

Siblik-Niederlassung sowie im neuen Siblik SmartHome Store

in Graz.

Siblik Elektrik GmbH & Co. KG

T +43 (0)1 68 006-0

info@siblik.com

www.siblik.com

Entscheidend für jeden Bau ist ein solides Fundament.

Unsere Zemente sind regional und ökologisch. Und natürlich

haben wir für jede Anwendung den richtigen Zement.

Lafarge – Fundament

der Zukunft.


architektur FACHMAGAZIN

86

Produkt News

Drei exklusive Bad-Konzepte

Mit den veränderten Anforderungen an Funktion und Gestaltung von Badezimmern

haben sich AXOR und das britische Designer-Duo Barber Osgerby beschäftigt:

Entstanden sind drei exklusive Bad-Konzepte, die den „Compact Luxury“

Gedanken in den Metropolen New York City, Seoul und Kopenhagen aufgreifen.

Der Entwurf für ein New Yorker Loft-Badezimmer,

das „Contemporary Industrial“ Badezimmer, ist durch

freiliegenden Stahl und Ziegelwände sowie der Ästhetik

von ehemaligen Fabriken geprägt. Im Mittelpunkt

steht eine moderne, freistehende Badewanne

und die elegante, archetypische Form einer bodenstehenden

Wannenarmatur in Matt Black. Neben der

Wanne befindet sich ein Doppelwaschbecken mit

Aufsatz-Waschtischen, die von eleganten AXOR One

Armaturen flankiert werden – alles auf einem langen

Vintage-Sideboard montiert.

Gestaltet für die Bedürfnisse einer jungen Familie

verschreibt sich das skandinavische Badkonzept

„Modern Simplicity“ dem Thema Einfachheit. Ein

durchdachter Grundriss und die mit Bedacht ausgesuchten

Objekte, Farben und Oberflächen werden

durch die großzügige Nutzung von natürlichem

Licht unterstützt,

Ein großer Steinwaschtisch ist mit zwei AXOR One

3-Loch-Armaturen (Brushed Nickel veredelt) versehen.

Ein offener Duschbereich bietet dank einer

wandmontierten Kopfbrause, schulterhohen Dusche

und Handbrause vielseitige Duschoptionen. Ruhig,

taktil und organisch ist die Holzbadewanne groß genug

für ein Bad allein oder gemeinsam.

Das Konzept „International Elegance“ orientiert sich

an der Metropole Seoul. Bestmögliche Raumnutzung,

bedachte Wahl von Objekten und Augenmerk auf

Qualität und Handwerk schaffen eine warme und natürliche

Umgebung. Die AXOR One Armaturen und

AXOR Universal Circular Accessoires sind in der

Oberfläche Polished Gold Optik veredelt. In der Dusche

verfügt die AXOR One Kopfbrause über einen

speziell angefertigten Deckenanschluss. Am Waschbecken

ist über einem Teak-Waschtisch mit dunkler

Naturstein-Oberfläche ein AXOR One Wandauslauf.

Hansgrohe Handelsges.m.b.H.

info@axor-design.at

www.axor-design.com


www.architektur-online.com

87

Produkt News

TECTUS® Glas

Das Beschlagsystem

für Ganzglastüren

Tradition trifft Innovation

Der Kompositionsfreiheit im Bad sind mit der Kollektion Kartell by LAUFEN keine Grenzen

gesetzt. Denn diese umfasst nicht nur Sanitärkeramiken, Waschtische, Armaturen

und Badewannen – feste, unverzichtbare Elemente – sondern auch Badmöbel und Badzubehör,

dank derer die Badezimmergestaltung immer wieder verändert werden kann.

Durch die Koexistenz dieser sehr unterschiedlichen Elemente im Badezimmer ist eine

Kollektion entstanden, die die Tradition italienischen Designs mit der Innovation von

LAUFEN verbindet.

Die klaren, geometrischen Linien der Keramiken und der Badmöbel bilden den Ausgangspunkt,

um den herum durch die Kombination mit Accessoires, der ganz persönliche

Badezimmerstil gestaltet werden kann. Das Zubehör verleiht mit seiner Transparenz

Leichtigkeit und bietet die Möglichkeit, mit Farbe zu spielen, und so einen

lebhaften oder eher neutralen und besinnlichen Stil zu schaffen.

Die Kollektion Kartell by LAUFEN ist im LAUFEN Space, Salzgries 21, 1010 Wien ausgestellt.

Besichtigungen oder Beratungen im Rahmen der Öffnungszeiten nachmittags

oder mit individueller Terminvereinbarung.

Das Beschlagsystem TECTUS® Glas

bis

80 kg

LAUFEN Austria AG

T +43 (0)2746 6060-0

office@at.laufen.com

www.laufen.co.at

Ihr Kontakt

Alexander Moser

+43 664 / 167 2514

Erfahren Sie mehr:

www.tectus-glas.de

Bandsystem Griff Magnetplatte

Schließmagnet


architektur FACHMAGAZIN

88

Produkt News

Brettsperrholz und Brandschutz

Bauen mit Holz ist ökologisch. Holz wächst nach und kann bei Abriss eines Gebäudes

umweltbewusst entsorgt oder recycled werden. Für ein waldreiches Land

wie Österreich ist es naheliegend sich professionell mit dem Thema Bauen mit

Brettsperrholz in allen Belangen auseinanderzusetzen. Auch im Brandschutz.

Es sprechen unterschiedlichste Gründe dafür

ein Bauprojekt in Massivholzbauweise

auszuführen. Der hohe Grad an Vorfertigung

reduziert die Bauzeit auf der Baustelle

und erhöht gleichsam die Qualität der

Ausführung erheblich. Dies bringt immer

mehr Planer und Architekten dazu sich mit

der Massivholzbauweise näher zu beschäftigen.

Das Bauen mit Brettsperrholzelementen

lässt die Planung speziell im Bereich

Brandschutz in den Vordergrund rücken.

Denn die Leitungsführung der Haustechnikinstallationen

sowie die dazugehörigen

Abschottungen gehören im Vorfeld sorgsam

geplant.

In den letzten Jahren hat es im Bereich Bauen

eine Vielzahl an Innovationen gegeben.

Bei der Überarbeitung der OIB-Richtlinie

ist auch das Bauen mit Holz berücksichtigt

worden. Der Brandschutzproduktehersteller

Air Fire Tech hat im Zuge eines darauf

aufbauenden Forschungsprojektes mit der

Holzforschung Austria neue Lösungskonzepte

entwickelt. Die Erkenntnisse dieses

Projektes werden abermals durch die Holz-

forschung Austria in einer Fachbroschüre

zusammengefasst. Die Broschüre kann

nach Fertigstellung beim Hersteller angefordert

werden.

Die 3 Konzepte

Auch im Holzbau hat es sich bewährt, die

Leitungsführungen von Sanitär, Heizung,

Klima und Lüftung in Schächten zu konzentrieren.

Als Entscheidungsgrundlage

für die Planung sind 3 unterschiedliche

Konzepte für die Abschottungen der haustechnischen

Rohr- und Leitungsführungen

möglich.

Die Einzelrohrdurchführung

durch Brettsperrholz

Im Zuge des bereits erwähnten Forschungsprojektes

wurden eine Vielzahl zusätzlicher

neuer Einzelrohrdurchführungen

für brennbare und nicht-brennbare Rohre

sowie Feuerschutzabschlüsse FLI-VE90

und Brandschutzklappen für Lüftungsleitungen

in Wand- und Deckenelementen aus

Brettsperrholz geprüft.

Einzelrohrdurchführung

aufgesetzte Brandschutzmanschette

in Brettsperrholz

Das Kombischott /

Mischschott Tirotech in Brettsperrholz

Von einem Kombischott spricht man, wenn

Rohre und Kabel durch eine gemeinsame

Öffnung geführt und mit einem Abschottungssystem

verschlossen werden. Von

einem nationalen Mischschott spricht man,

wenn durch ein Kombischott zusätzlich

Luftleitungen mit Brandschutzklappen oder

Feuerschutzabschlüssen geführt werden.

Tirotech® Mischschott mit Air Fire Tech Brandschutzmanschetten

und Feuerschutzabschluss FLI-VE

Air Fire Tech Mischschott aus

Tirotech Brandschutzmörtel

nach dem Brandversuch


www.architektur-online.com

89

Produkt News

Der neuartige Tirotech® Brandschutzmörtel

überzeugt, nebst geringem Gewicht und

seiner raschen Erstarrung auch durch eine

einfache und schnelle Verarbeitung ohne

aufwändiger Laibungsausbildung. In der

Praxis bedeutet dies, dass auch unebene

mit z. B. Motorsägen ausgeschnittene Laibungsflächen

in Durchbrüchen mit Tirotech

Brandschutzmörtel ausgefüllt werden

können. Aus statischen Gründen sind in

den Durchbrüchen zur Stabilisierung Holzschrauben

oder Drahtstifte (Nägel) als Bewehrung

zu setzen.

Durchbruch in Brettsperrholz

mit Kettensäge ohne aufwändiger

Laibungsausbildung bei

Tirotech Brandschutzmörtel

Der Schachttyp A –

Schachtwände aus Gipskarton

Neben der Einzelrohrdurchführung und den

neuen Kombiabschottungen gibt es eine

weitere und seit Jahrzehnten bewährte

Bauweise, die sich für den Holzbau geradezu

aufdrängt: den Schachttyp A, die einseitig

beplankte Gipskartonständerwand. Entsprechend

der OIB Richtlinie 2 Brandschutz

sind bei Gebäuden der Gebäudeklasse 4

und 5 mit nicht mehr als sechs oberirdischen

Geschoßen an der Schachtinnenseite

eine Bekleidung in A2 erforderlich. Bei

Gebäuden der Gebäudeklasse 5 mit mehr

als sechs oberirdischen Geschoßen müssen

die Schachtwände in A2 ausgeführt

werden. Als Spezialist für Brandschutz in

Schachtwänden entwickelte Air Fire Tech

bereits vor Jahren vorgefertigte Gipsmodule

die auf die jeweilige Schachtwandbeplankung

und den vorliegenden Rohrtypen

und Isolierungen abgestimmt sind. Diese

Module sind nun auch mit einer integrierten

Dichtebene ausgestattet und können

neben den Sanitärleitungen nun auch für

Klimaleitungen, isolierte Luftleitungen oder

Kabel verwendet werden.

Fazit

Es kommt auf das Bauvorhaben an, wo

man mit einem der oben genannten Konzepte

den meisten Gestaltungsspielraum

generiert. Im Zuge des Forschungsprojektes

sind nun eine Vielzahl an zusätzlichen

innovativen und zugelassenen Abschottungsmöglichkeiten

für die Massivholzbauweise

verfügbar.

AIR FIRE TECH

Brandschutzsysteme GmbH

T +43 (0)1 982 01 74-0

office@airfiretech.at

www.airfiretech.at

Luftdichtes Premo Rorcol Brandschutzmodul

aus Gipsplatten für Rohrdurchführungen

Einseitig beplankte Gipskartonschachtwand

in Brettsperrholz mit luftdichten Gipsplattenmodulen

zur Abschottung von Sanitärleitungen

und WC-Montagegestell


architektur FACHMAGAZIN

90

Produkt News

Vielfältige Raumabschlüsse

Planer und Architekten wissen, wie komplex die Anforderungen an moderne

Raum abschlüsse heute sein können. Brandschutz, Schallschutz und Einbruchsschutz

sind einige der Aufgaben, die Hightech-Türen und -Tore erfüllen müssen.

Und mit Drehflügeltür, Pendeltür, Schiebetür, Drehflügeltor, Schiebetor, Hubtor,

usw. gibt es eine Vielfalt an Varianten.

Oft ist ein Mix aus verschiedenen Funktionen gefragt

und Design spielt natürlich eine ebenso entscheidende

Rolle. Hier kommen die Experten von Peneder ins

Spiel: als Entwickler, Produzent und Lieferant von

multifunktionalen Raumabschlüssen versteht das

innovative Unternehmen mit Stammsitz in Oberösterreich

Türen und Tore als anspruchsvolle Technologieelemente

des Gebäudes. Modulare Vielfalt ist

dabei der Schlüssel zur perfekten Lösung für jede

Herausforderung.

Auftraggeber von Peneder schätzen die Vielfalt des

Produktsortiments. Smarte Ideen und Kreativität

sind dabei die Schlüsselwörter. Oft werden Lösungen

gefunden, an die zunächst gar nicht gedacht wurde:

zum Beispiel ein Tor als Nachtabschluss in einem

Büro. Im eigenen Peneder Firmengebäude ist diese

Lösung bereits umgesetzt und gilt als einfach und

praktikabel. Sensible Bereiche werden abends mit einem

Brandschutztor automatisch abgeschottet.

Und auch die Optik ist immer ein besonders wichtiges

Thema, denn Tür und Tor sind zentrale Gestaltungselemente.

Sie haben großen Einfluss auf die

Wahrnehmung eines Raums. Daran wird beim Produzenten

schon bei der Entwicklung und Fertigung der

Lösungen gedacht: Der architektonische Anspruch

lautet stets, die Türe als Designkomponente in das

Raumkonzept integrierbar zu machen, sozusagen als

eigenständiges, individuelles Interieur-Element.

Peneder Bau-Elemente GmbH

T +43 (0)50 5603 - 0

brandschutz@peneder.com

www.peneder.com


www.architektur-online.com

Produkt News

Brandschutz kennt

keine Kompromisse

INLAP

Einfach & effizient dämmen

Gerade ältere Wohnobjekte weisen häufig aufgrund von mangelhaft

gedämmten Garagen- und Kellerdecken eine schlechte

Energieeffizienz auf. Solche Energielecks lassen sich einfach und

effizient mit den neuen ISOVER Topdec Decken-Dämmplatten

schließen, die aus Steinwolle oder der Hochleistungs-Mineralwolle

„ISOVER ULTIMATE“ bestehen.

Die Deckenplatten punkten neben der niedrigen Wärmeleitfähigkeit

auch mit einer exzellenten Schallabsorption, welche die

Halligkeit von Räumen auf ein angenehmes Niveau reduziert.

Topdec kann dadurch auch als Akustikdecke für lange Gänge,

in Büros oder in Räumlichkeiten von Schulen eingesetzt werden.

Die innovativen Decken-Dämmplatten sind in verschiedenen

optisch ansprechenden Oberflächen verfügbar: Je nach ästhetischem

Anspruch und Nutzung des Raumes kann zwischen verschiedenen

fertigen Strukturen, Oberflächen oder Beschichtungen

und Farben gewählt werden. Dabei ist das gesamte ISOVER

Topdec Plattensortiment sowohl bei der Verarbeitung als auch

im verbauten Zustand als gesundheitlich völlig unbedenklich

eingestuft und mit dem Gütesiegel „Blauer Engel“ für besondere

Umweltfreundlichkeit ausgezeichnet.

Saint-Gobain ISOVER Austria GmbH

T +43 (0)2266 6060

isover-at.marketing@saint-gobain.com

www.isover.at

Brandschutzklappen für Luftleitungen

PREMO RORCOL

individuell gefertigte Rohrabschottungen

für Schachtwände

www.airfiretech.at


architektur FACHMAGAZIN

92

Produkt News

Fotos: TROX

Symbiose von Ökonomie und Ökologie

In Zeiten des Klimawandels rücken ökonomische und ökologische Aspekte der

Anlagentechnik immer stärker in den Vordergrund. Ein gelungenes Beispiel ist

Cloud No. 7, ein 18-stöckiges Hochhaus im Europaviertel von Stuttgart. Mit seinen

61 Metern ist es das höchstgelegene innerstädtische Wohnhaus in Stuttgart,

beherbergt ein First-Class-Hotel mit 175 Zimmern und zusätzlich 34 Business

Appartements sowie 25 individuelle Luxuswohnungen.

Eine wichtige Rolle kommt in einem solchen

Gebäude dem Brandschutz zu, der auch

einen wesentlichen Kostenfaktor darstellt.

Eine neu entwickelte Regelungstechnik

für Entrauchungsventilatoren kann dabei

zu einer enormen Kostenersparnis – ohne

irgendwelche Abstriche in Bezug auf die

Sicherheit – führen. Ein direkt ans Drehstromnetz

angeschlossener Motor eines

Ventilators würde mit der für die Netzfrequenz

typischen konstanten Drehzahl laufen.

Durch den Einsatz eines Frequenzumrichters

und die Steuerung von Frequenz

und Spannung wird eine stufenlose Regelung

der Drehzahl bzw. des Moments beim

Drehstrommotor möglich, die sich an der

tatsächlich erforderlichen Last orientiert.

Während bei Lüftungsventilatoren die Dreh-

zahlanpassung (bedarfsgerechte Versorgung)

gang und gebe ist, sind bei Entrauchungsventilatoren

Frequenzumrichter zur

Regelung des Volumenstroms bisher nicht

zum Einsatz gekommen.

Mit der neuen Frequenzumrichtereinheit X

FANS-Control – zertifiziert nach EN 12101-3

– ist die Steuereinheit TROXNETCOM nun

auch in der Lage, die Drehzahlen von Entrauchungsventilatoren

in Ein- und Mehrbereichsanlagen

sicher und exakt anzupassen.

Die Drehzahlanpassung erzielt dabei enorme

Einsparungen bei Investitions-, Installationsund

Instandhaltungskosten: So ist es z.B. mit

der Frequenzumrichtereinheit möglich, nur

noch einen Entrauchungsventilator für mehrere

Rauchabschnitte einzusetzen.

Daraus resultieren weniger Platzbedarf, we-

niger Komponenten, Kanäle und Leitungen,

weniger Montagearbeiten, und ein geringerer

Wartungsaufwand. Das optionale TROX

X-FANS Ventilator Diagnosesystem ermöglicht

zudem eine zustandsabhängige Wartung

über die reine Lagerüberwachung hinaus.

Das Hochhaus Cloud No. 7 ist mit Entrauchungsventilatoren

der Baureihen BVDAX,

BVAXN und BVZAXN und einer Regelung

über Frequenzumrichter von TROX ausgestattet.

Den Investoren erschloss sich dank

des neuen Umrichter-Systems ein enormes

Einsparpotenzial.

TROX Austria GmbH

T +43 (0)1 25043-0

trox-at@troxgroup.com

www.trox.at


www.architektur-online.com

Innovatives

Logistikkonzept

93

Produkt News

KONE beschäftigt in Österreich 200 TechnikerInnen

im Außendienst und betreut über 27.000 Anlagen im

Bereich Aufzüge, Rolltreppen und Automatiktüren. Einer

der wesentlichen Faktoren für die Wartung und

Instandhaltung ist dabei die Logistik, welche die Verfügbarkeit

der notwendigen Ersatzteile, Materialien

und Werkzeuge sicherstellt. Die steigenden Anforderungen

zur CO 2 -Reduktion, Zufahrtsbeschränkungen

und der weitere Rückgang der Verkehrs- und Parkflächen

in Innenstädten erfordern dafür neue zukunftsorientierte

Lösungen: Unter dem Titel „LOGSTEP

- Logistic Solutions for Technical Personnel“ wurde

im Rahmen einer Kooperation der KONE AG und dem

österreichischen Logistikberatungsunternehmen

ECONSULT ein Pilotprojekt mit innerstädtische Mikro-Hubs

entwickelt. Diese dienen einerseits als Materiallager,

sind Empfangsadressen und Pick-Up-Points

für die Material- und Ersatzteillieferungen an die

TechnikerInnen und sollen zudem als Sammelstellen

für die Entsorgung von Verpackungsmaterialien und

Wertstoffen dienen. In einem weiteren Schritt werden

im Lauf des Pilotbetriebs ausgewählte TechnikerInnen

in den inneren Wiener Bezirken mit E-Lastenfahrrädern

oder E-Scootern ausgestattet. Der Vorteil für

Im „Viertel Zwei“, dem neuen Büro- und Wohnviertel im 2. Wiener Gemeindebezirk,

trafen sich die Projektpartner zum Start des Pilotbetriebs (v.l.n.r.): Petru Huurinainen

(KONE Geschäftsführer), Jürgen Schrampf (ECONSULT), Momcilo Kostic (KONE Techniker),

Stefan Weiss (SCHIG mbH), davor Sertic (WKW), Angelika Winkler (Stadt Wien)

die Fachkräfte liegt in der größeren Flexibilität und

Geschwindigkeit. Vor allem im dicht bebauten Gebiet

können die Einsatzorte so rascher erreicht werden.

Auch das Thema der oftmals nicht verfügbaren Haltezonen

und Parkplätze wäre damit gelöst. Ziel des

Pilotprojekts ist eine Überführung der funktionierenden

Lösung in den operativen Betrieb und die konzernweite

Ausrollung auf weitere Städte und Länder.

KONE AG

T +43 (0)1 863 67-0

office.at@kone.com

www.kone.at


architektur FACHMAGAZIN

94

Produkt News

Der Aufzug für

die Stadt von morgen

Mit der Erfindung der Aufzugsfangvorrichtung vor über 160 Jahren leitete Elisha

Otis ein neues Zeitalter ein. Städte fingen an, in die Höhe zu wachsen. Der Wolkenkratzer

als Sinnbild und Symbol der modernen Stadt war geboren. Heute nutzen

unzählige Menschen tagtäglich einen Aufzug – der höchste Standards in puncto

Sicherheit und Zuverlässigkeit erfüllen, den Fahrgästen einen angenehmen

Aufenthalt ermöglichen und sich bestmöglich in das Gebäude einfügen soll. Der

Aufzug als attraktive vertikale Lounge, in der sich Fahrgäste gern aufhalten – mit

dem neuen Gen360 macht Otis dies möglich.

Der Gen360 steht für ein klares, edles und intuitives

Design. Eine ausgeklügelte Beleuchtung, hochwertige

Materialien und ein immersives Sound-Design für

eine erweiterte Raumwahrnehmung sind nur einige

Beispiele für die hochwertige Aufmachung. Für die

Information und Unterhaltung sorgt die eView-Technologie,

die nun auch eine 2 Wege-Bildverbindung

ermöglicht. Optional kann auch ein 18‘‘-Bildschirm

installiert werden. Die gestalterischen Möglichkeiten

des Gen360 sind umfangreich, sodass Kunden ihrem

Aufzug eine persönliche Note geben können.

Er fügt sich nicht nur optisch bestmöglich in jedes

Gebäude ein, sondern steht auch für einen neuen

Weg der Integration von Aufzugssystemen. Dank

variabler Kabinenmaße bietet er mehr Flexibilität,

sowohl bei der Planung von neuen Gebäuden als

auch bei Bestandsbauten. Durch das platzsparende

Design und die effiziente Nutzung des Schachtraums

ist der Gen360 auch für den Einsatz in Gebäuden mit

geringem Platzangebot geeignet.

+

Neues Sicherheitskonzept dank

Drive-by-Wire-Technologie

Während Architekten und Gebäudeplaner bei ihrer

Arbeit von den neuen Gestaltungsmöglichkeiten

profitieren, steht die Drive-by-Wire-Technologie für

ein neues Sicherheitskonzept im Betrieb und mehr

Zuverlässigkeit im Alltag. Diese Technologie, die seit

Jahrzehnten in der Luft- und Raumfahrt sowie in der

Automobilindustrie eingesetzt wird, verfolgt im Kern

den Ansatz, mechanische Systeme durch elektronische

zu ersetzen. Mit Blick auf den Gen360 erlaubt

die Technologie die Überwachung kritischer Systeme

rund um die Uhr. Darüber hinaus ist es jederzeit

möglich, Rückschlüsse über den Status der Anlage

zu ziehen und gegebenenfalls direkt und schnell zu

reagieren.

Der Gen360 wurde mit dem Ziel entworfen, neue

Maßstäbe in puncto Design und Sicherheit zu setzen.

Er ist zugeschnitten auf die Anforderungen und

Herausforderungen im Zeitalter der Smart City. Dank

neuester digitaler Technologien verwandelt sich der

Aufzug zu einer innovativen und smarten Mobilitätsplattform,

die sich durch mehr Gestaltungsspielräume

und ein innovatives Sicherheitskonzept auszeichnet

und eine Vielzahl neuer Möglichkeiten verspricht.

OTIS GesmbH

T +43 (0)1 61005-0

austria@otis.com

www.otis.com/de/at


www.architektur-online.com

95

Produkt News

Innovative Bandlösung für Ganzglastüren

Mit dem Beschlagsystem TECTUS Glas hat SIMONSWERK eine ästhetische und

funktionale Lösung für den flächenbündigen Einbau von Ganzglastüren entwickelt.

Glastürblatt, Zarge, Band- und Schließsystem liegen in einer Ebene – so

behält eine großzügige Verglasung, die beispielsweise in Büros oder privaten

Wohnbereichen dem akustischen Schutz dient und gezielte Ein- und Durchblicke

schafft, ihre ästhetische Qualität.

Das Bandsystem TECTUS TEG 310 2D kann dank der

besonderen Materialkomponenten und Klemmtechnik

Belastungen bis zu 80 kg pro Paar aufnehmen und

einen dauerhaft perfekten Türsitz garantieren. Der

Belastungswert entspricht einer Glastür in den Abmessungen

von ca. 10 x 1300 x 2500 mm und deckt

damit alle gängigen Größen auch im Objektbau ab.

Das magnetische Schließsystem KEEP CLOSED, bestehend

aus Schließmagnet, Magnetplatte und passenden

Griffvarianten ist perfekt auf das Bandsys-

tem TECTUS Glas abgestimmt. In der Zarge arbeitet

der Schließmagnet KCM 50 kontakt-, geräusch- und

stromlos. Die dauerhafte und zuverlässige Schließung

kann individuell auf das persönliche Empfinden eingestellt

werden. Die Griffe KCH 1200 und KCH 1700 passen

sich ideal dem Erscheinungsbild der flächenbündigen

Ganzglastür an. Die Fixierung erfolgt einfach

und stabil mit Hilfe einer Positionierungsschablone

und des bereits am Griff aufgebrachten Klebestreifens,

so dass keine Glasbearbeitung erforderlich ist.

SIMONSWERK GmbH

T +49 (0)5242 413-0

info@simonswerk.de

www.simonswerk.com


architektur FACHMAGAZIN

96

Produkt News

Upcycling-Architektur

In direkter Nähe zur HafenCity entsteht mit dem Hammerbrooklyn.DigitalCampus

eines der wichtigsten Zukunftsprojekte der Hansestadt: Initiatoren aus Politik,

Privatwirtschaft und Wirtschaftswissenschaft haben hierfür eine gemeinnützige

Stiftung gegründet, um einen Ort für Forschung, Austausch und Erprobung von Zukunftsmodellen

zu schaffen. Mit dem DigitalPavillon als Herzstück entstanden auf

über 7.500 m² Co-Working- und Co-Creation-Spaces, offene „Expeditionsräume“

sowie ein Auditorium und eine „Townhall“ mit Gastronomie und Eventflächen.

Neben der Digitalisierung steht Nachhaltigkeit im

Hammerbrooklyn im Fokus. Deswegen setzte man

in der Architektur auch auf ein innovatives Upcycling-Projekt:

Ursprünglich als US-Pavillon für die

Expo 2015 in Mailand konzipiert, hat er in Hamburg

eine neue Heimat gefunden. Im Innenausbau setzte

man auf recycelte bzw. recycelbare Materialien und

energieeffiziente Technik: So wurden z. B. alte Holzpaneele

aus dem Expo-Pavillon übernommen, genauso

wie die Stahlkonstruktion für den schwebend

wirkenden „Expeditionsraum“. Der 23 Meter lange

und über 80 m² große, teilbare Besprechungsraum

schwebt zwischen Ebene 2 und 3. Für die vollflächigen

Glaswände im Expeditionsraum sowie für weitere

abgetrennte Büro- und Arbeitsräume wählten die

Architekten von SPINE ARCHITECTS vollflächige

Glaswände vom Typ Lindner Life 125 Stereo. Mit einer

bündigen Glaseinfassung passt sie sich dezent

dem Gesamtkonzept an und entspricht sowohl den

Anforderungen an Schallschutz, Brandschutz und

Absturzsicherheit. Darüber hinaus erfüllt es als kreislauffähiges,

Cradle to Cradle Certified® System alle

Erwartungen an nachhaltigen Innenausbau. Auch

diverse Trockenbauarbeiten sowie die Montage von

energieeffizienten Deckensegeln und mobilen Trennwänden

stammen von Lindner.

Lindner GmbH

T +43 2252 86160-0

austria@lindner-group.com

www.lindner-group.com


www.architektur-online.com

97

Produkt News

DELTABEAM

DELTABEAM ®

EIN TRAGENDES ARGUMENT

EIN TRAGENDES ARGUMENT

DELTABEAM ®

DELTABEAM ®

EIN TRAGENDES ARGUMENT

EIN TRAGENDES ARGUMENT

adobestock / ©pixamo

Die neuen Holzöle

Der nachwachsende, natürliche Baustoff

Holz erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Damit Holzteile im Innen- und Außenbereich

geschützt werden und lange

natürlich schön bleiben, gibt es von Sto

jetzt zwei neue Produkte: Das StoTop

Wood Oil für die Fassade verleiht einen

klassischen Holz-Look und verlängert

die Lebensdauer der Oberfläche. Das

StoAqua Top Wood Oil ist auch unbedenklich

für den Schutz von Holzbauteilen

im Innenraum verwendbar und sorgt

für eine matte Optik.

StoTop Wood Oil verleiht senkrechten

Holzoberflächen im Außenbereich das

typisch lebendige und seidenmatte Erscheinungsbild

geölter Hölzer. Das festkörperreiche,

wasserabweisende und

hoch witterungsbeständige Naturöl eignet

sich für maßhaltige und begrenzt

maßhaltige Hölzer wie Fassaden, Fenster

oder Türen. Es lassen sich außerdem

problemlos Pigmente zumischen, was

das Fassaden-Öl ideal für längere Renovierungszyklen

macht. Der Farbton

unterstreicht dann die natürliche Anmutung

des Holzes. Zur Auswahl stehen alle

Farbtöne des StoColor Holzlasurfächers

sowie trendige Grautöne wie Silbergrau

und Schiefergrau.

Ob Wände, Decken oder Holzverkleidungen,

immer mehr Menschen schätzen bei

der Innenraumgestaltung das warme,

heimelige Gefühl, das von Holz ausgeht.

Damit die Oberfläche geschützt wird

und lange schön bleibt, ist professioneller

Holzschutz unumgänglich. Das neue

StoAqua Top Wood Oil kommt ganz ohne

Lösemittel- oder Weichmacherzusätze

aus. Das verwendete Pflanzenöl ist in

Wasser emulgiert und verleiht den Holzteilen

eine sanft matte Optik. Es ist farblos,

in den Holzfarbtönen des StoColor

Holzlasurfächers sowie zusätzlich in fünf

trendigen Grautönen erhältlich. Im Außenbereich

schützt StoAqua Top Wood

Oil nicht oder begrenzt maßhaltige Holzoberflächen

wie Gartenmöbel, Holzverkleidungen,

Fensterläden oder Tore.

Sto Ges.m.b.H.

T +43 (0)4242 33133-0

info.at@sto.com

www.sto.at

HOLZ – STAHL – BETON

Im HOLZ harmonischen – STAHL – BETON Verbund

Im harmonischen Verbund

Große Spannweiten

• HOLZ

Große Spannweiten

FÜR – STAHL hochflexible – BETON Grundrisse

HOLZ Im • harmonischen OHNE FÜR hochflexible

– STAHL

tragende

– BETON

Innenwände Verbund Grundrisse

• OHNE tragende Innenwände

Im Große • harmonischen OHNE Spannweiten UnterzügeVerbund

Große • FÜR Spannweiten hochflexible Grundrisse

• OHNE tragende Innenwände


FÜR

OHNE

hochflexible

Unterzüge

Grundrisse

• OHNE tragende Innenwände

• OHNE Unterzüge

Der legero united campus

Der legero im Zeitraffer: united campus

im Zeitraffer:

Der legero united campus

im Zeitraffer:

Der legero united campus

im Zeitraffer:

www.peikko.at

www.peikko.at

www.peikko.at

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architektur FACHMAGAZIN

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Produkt News

Kulturelles Erbe erhalten

Die Villen rund um den Claudiaplatz im Innsbrucker Stadtteil Saggen sind mit ihrem

historistischen Baustil nicht nur ein Zeugnis der Baukultur in der Gründerzeit,

sie spiegeln zugleich das Vermögen und die soziale Stellung der Erbauer wider.

Als kulturelles Erbe steht diese gesamte Gründerzeitgruppe

unter Ensembleschutz, ein besonderes

Schmuckstück ist dabei die Zinsvilla in der Claudiastraße.

Deren Fassade ist unter Verwendung

neobarocker Gestaltungselemente nicht nur vertikal

wie horizontal anspruchsvoll gegliedert, sondern

mit Fensterbögen, vorspringendem Dachsims,

Erkern und Balkonen, Kuppeln und Türmchen sowie

zahlreichen Reliefs und Skulpturen reich dekoriert.

Ebenfalls charakteristisch für den Neobarock ist die

Aufnahme von Plastiken in mit Ornamenten verzierte

Nischen in der Fassade.

Vor zwei Jahren wurde die aufwendig gestaltete und

mit Türmchen, Gauben und Giebeln geschmückte

Fassade saniert und erhielt einen neuen Beschichtungsaufbau

mit dem Brillux Silikat-System: Nach der

Entfernung des schadhaften Putzes sorgte Fondosil

1903 für eine gute Verfestigung des mineralischen

Untergrunds. Mit Mineral-Leichtputz G 3679 wurde

dann ein dekorativer, wetterbeständiger, mineralischer

und leicht strukturierten Putz realisiert. Die

Schlussbeschichtung erfolgte mit Ultrasil HP 1901.

Nach Vorgabe des Denkmalamts sollte sich die Farbgestaltung

an der ursprünglichen Farbigkeit in einem

Sandfarbton und hellem Beige orientieren.

Brillux Farben GmbH

T +43 732 370740-0

info@brillux.at

www.brillux.at


www.architektur-online.com

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Produkt News

Schlank & clever:

Unsere ALUternative

Elegant – das einzigartige Konzept

für Kunststofffenster

Fotos: Alpenländische/Florian Scherl,

Optischer Blickfang

Abseits von klassischen Wohnprojekten

gibt es immer mehr Bauvorhaben, die

modernes Wohnen mit aktuellen Standards

und markanten Akzenten verbinden.

Wie die neu errichtete Wohnanlage

in Wattens mit insgesamt 46 Miet- und

Eigentumswohnungen, die nach den neuesten

Energie-Standards errichtet und

„klima:aktiv“-zertifiziert ist.

In enger Zusammenarbeit mit dem Bauherrn

und dem Architektenteam wurden

für die Fassade dieses Projekts besonders

geeignete Systeme und Produkte aus dem

Produktprogramm der Röfix AG ausgewählt.

Dem Energieausweis entsprechend

waren hohe Anforderungen gestellt, die

mit einem passenden Wärmedämmsystem

erfüllt werden konnten und zusätzlich

Passivhausqualität garantieren. In Kooperation

mit den Architekten wurde zudem

eine Lösung für einen speziellen Oberputz

gewählt, welcher einfärbbar ist und mit

einer besonderen Verarbeitungstechnik

für eine außergewöhnliche Ästhetik sorgt.

Gemeinsam mit den Experten von Röfix

wurden dafür im Vorfeld verschiedene

Verarbeitungstechniken getestet: Mit der

„Hufeisen-Optik“ wurde schließlich ein

Design gewählt, das bei Wohnanlagen

noch nicht weit verbreitet ist. Die besondere

Textur und Haptik überzeugt und

macht das Objekt zusätzlich zu einem

Herzeigeprojekt in der Region.

RÖFIX AG

T +43 (0) 5238 510

office.zirl@roefix.com

www.roefix.com

Deceuninck ist die cleverste Wahl,

wenn es die innovativsten Fenster &

Türen oder Terrassensysteme sein

sollen: Umweltfreundliche Produkte,

die den Komfort in Gebäuden

deutlich erhöhen, ent wickelt als

Lösungen für eine bessere Welt.

Eine von vielen cleveren Lösungen

– das Fenster-Konzept Elegant:

▪ minimalistisches Design mit einzigartig

schlankem Überschlag

▪ hervorragende Wärmedämmung bis

U f

0,88 W/m 2 K und Langlebigkeit

▪ Profil-Designs für Renovierung und

Altbau

▪ optional mit patentierter Glasfaser-

Techno logie ThermoFibra für

maximal große Fenster ohne

Stahlarmierung

▪ 100 % recycelbar

▪ eine ökologische wie ökonomische

Alternative zu Aluminiumfenstern

deceuninck-elegant.de

Deceuninck Germany GmbH


architektur FACHMAGAZIN

100

Produkt News

© Marcus Ebener Fotografie

Dreidimensional

und denkmalgerecht

Im Berliner Stadtteil Kreuzberg ist die Erweiterung des traditionsreichen Gewerbehofs

Lichtfabrik fertiggestellt worden, die nach den Plänen der Berliner Büros

Bollinger+Fehlig Architekten und Stoeckert Architekten realisiert wurde. An der

Fassade kamen hochwertige Aluminiumsysteme von WICONA zum Einsatz.

Als loftartiges Geschäftshaus mit Büroflächen und

Ladenlokalen nimmt das Gebäude die traditionelle

Gliederung der Berliner Gewerbehöfe auf und bringt

diese in Einklang mit einer zeitgemäßen und eigenständigen

Architektur. Besonders ins Auge fällt dabei

die Fassade. Diese wurde mit polygonal verkippten

und vorgehängten Formteilen aus Glasfaserbeton

sowie jeweils leicht schräg versetzten Fensterpaaren

realisiert. Dadurch wird die planebene Fläche der Vorhangfassade

in ein dreidimensional moduliertes Gewand

übersetzt und es entsteht im Bereich der Fenster

ein aufgelockertes Spiel aus Brüstung, Sturz und

seitlicher Laibung. Umgesetzt wurden die Fenster mit

dem modularen Fenstersystem WICONA 75 MAX.

Das System ermöglicht durch besonders schmale

Profile einen sehr hohen Anteil an transparenter

Fläche und sorgt so für eine sehr gute Sicht nach

draußen. Zudem überzeugt es auch optisch. Durch

die spezielle Konstruktion sind Fest- und Öffnungsfelder

kaum zu unterscheiden. Verdeckte Bänder und

Beschläge garantieren auch innen klare, ununterbrochene

Linien. Der in der Rahmenfarbe beschichtete

Fenstergriff liegt im Flügel verborgen und trägt somit

zum homogenen Erscheinungsbild bei. Zudem verfügt

WICONA 75 MAX über einen sehr guten Schallschutz

und eine hervorragende Wärmedämmung.

Mit einem geringen Uw-Wert von 1,2 W/(m²K) werden

höchste Ansprüche in puncto Energieeinsparung erfüllt.

Auch in der Sockelzone der Lichtfabrik setzten

die Planer auf WICONA: Hier kam das Fassadensystem

WICTEC 50 zum Einsatz.

Hydro Building Systems Austria GmbH

T +43 (0)6212 20000

info@wicona.at

www.wicona.at


www.architektur-online.com

Innovativ

und nachhaltig

Holz ist als edles und ökologisches Wohnmaterial

heute aktueller denn je. Und auch echte, regionale

Qualität aus Österreich ist wieder besonders gefragt.

Als einer der führenden österreichischen Hersteller

von Holz/Alu-Fenstern und Holztüren versteht Josko

von beidem eine ganze Menge – und begeistert darüber

hinaus mit stilvollem Wohndesign.

Vor sechzig Jahren als kleine Familientischlerei begonnen,

ist der heimische Produzent mittlerweile

zum Industriebetrieb beachtlicher Größe herangewachsen.

Nach Umsatz ist Josko die Nummer Eins

bei Holz/Alu-Fenstern in Österreich und Deutschland

und auch die Corona-Krise konnte die Erfolgsgeschichte

des Qualitätsherstellers für Fenster, Türen,

Ganzglassysteme und Sonnenschutz aus Oberösterreich

nicht bremsen: Für 2020 weist der Jahresabschluss

einen Rekordumsatz von 169 Millionen Euro

(plus 7 %) aus und auch während der Pandemie wurden

100 neue Jobs geschaffen. Demnächst wird das

Unternehmen 1.000 Menschen beschäftigen und in

den kommenden zwei Jahren an den Standorten Kopfing

und Andorf 20 Millionen Euro in Betriebserweiterungen,

unter anderem in das neue High-Tech-Aluminiumbearbeitungszentrum,

investieren.

Basis für diese Entwicklung sind innovative, designorientierte

und nachhaltige Produkte, die individuell

auf Kundenbestellung gefertigt werden. Damit bei

der Vielzahl an Produkten, Holzarten, Farbtönen und

Ausprägungen dennoch alles harmonisch zusammenpasst,

hat der Designspezialist Josko eine clevere

Lösung parat: Mit dem Smart Mix können Fenster,

Ganzglassyteme, Haustüren, Innentüren und Naturholzböden

Ton in Ton abgestimmt und Holz/Alu- und

Kunststoffelemente bei gleichbleibender Außenoptik

budgetoptimiert kombiniert werden.

101

Josko Fenster & Türen GmbH

T +43 (0)7763 2241-0

office@josko.at

www.josko.com

Produkt News

ARDEX B 16

Beton-Reparaturmörtel

mit Korrosionsschutz

Einfach. EinfachER.

www.ardex.at


architektur FACHMAGAZIN

102

Produkt News

Bilder: VARENTA Holding GmbH

Aluminium-Systemlösungen

in urbaner Industriearchitektur

Das Projekt Revaler Spitze schafft flexibel nutzbaren Büro- und Gewerberaum auf

17.600 Quadratmetern mitten in Berlin Friedrichshain. Die Architektur mit klassischer

Backsteinfassade und Stahlprofilrahmenoptik ist an das frühe zwanzigste

Jahrhundert angelehnt. Unterstützt wird der industrielle Charme durch die eingesetzten

heroal Aluminium-Systemlösungen für Fassaden, Fenster und Türen.

Das Fassadensystem heroal C 50 erreicht hervorragende

Wärmedämmwerte und unterstreicht durch

die anthrazitfarbene heroal hwr-Pulverbeschichtung

den Industriecharme des Gebäudes. An den Eingängen

heißen großzügige Türen aus dem Objekttürsystem

heroal D 72 Besucher und Kunden willkommen.

Die großen Glasflächen des Türsystems mit erhöhtem

Einbruch- und Schallschutz sowie höchsten

Wärmedämmwerten sorgen für einen angenehmen

Empfang und in den Innenräumen für viel Tageslicht.

Die Fenster der Revaler Spitze stammen ebenfalls aus

dem Hause heroal. Das Fenstersystem heroal W 72

wird wie alle heroal Systeme aus recyceltem Aluminium

gefertigt und schützt dank innovativer Konstruktionsdetails

optimal vor Wärmeverlusten. Um die

Fenster zusätzlich in der Tiefe zu akzentuieren, wurden

Statiksprossen verwendet. Dafür hat das Unternehmen

speziell für dieses Objekt Sonderprofile für

die Laibung angefertigt, welche die Seiten der Sprossen

ästhetisch und funktional abschließen.

heroal – Johann Henkenjohann GmbH & Co. KG

T +49 (0)5246 507-0

info@heroal.de

www.heroal.de


www.architektur-online.com

+

103

Produkt News

Der Architektur

ein Gesicht geben

Die Fassade eines Gebäudes ist schützende Hülle

und wichtiges Kommunikationsmittel nach außen.

Sie prägt nicht nur den Charakter eines einzelnen

Objektes, sondern auch die gesamte Umgebung mit.

Umso wichtiger ist es, die richtige Wahl für diese Art

der Visitenkarte zu treffen. Denn hier treffen Form,

Farbe und Funktion gleichberechtigt aufeinander.

Die Vorgehängte Hinterlüftete Fassade - VHF - bietet

in mehrerlei Hinsicht eine reizvolle Alternative. Architekten

und Bauherren schätzen es, bei der Gestaltung

möglichst viel freie Hand zu haben: Spannende

Materialkombinationen bringen erfrischende Lebendigkeit

auf die zweidimensionale Fläche, die größte

Entscheidungsfreiheit im Design an die Hand geben.

Dass eine VHF eine Investition in die Zukunft ist,

kann man mit folgenden Begriffen gut beschreiben:

Energieeffizienz bis hin zu Zero-Emission-Standards

und Wirtschaftlichkeit mit einem hohen Return of Investment.

Sämtliche Komponenten einer VHF sind

auf eine dauerhafte Systemperformance ausgelegt.

Die VHF-Fassade gilt zudem als nahezu wartungsfrei

und kann am Ende ihres Lebenszyklus sortenrein

rückgebaut und in den Wertstoffkreislauf rückgeführt

werden.

Österreichischer Fachverband für Hinterlüftete Fassaden (ÖFHF)

T +43 (0)660 5664423

info@oefhf.at

oefhf.at

© Prefa

Andreas Jäger

Klimaexperte

Für den Klimaschutz

in Österreich:

CO 2

-Emissionen lassen

sich eindämmen.

Dank der hervorragenden

Dämmwirkung der Austrotherm

Dämmstoffe lassen sich nicht

nur die CO 2

- Emissionen deutlich

reduzieren, sondern auch die Heizund

Kühlenergiekosten. Nur einer

von vielen Beiträgen, den wir bei

Austrotherm für den Klimaschutz in

Österreich leisten. Heute und

auch morgen.

austrotherm.com

Gutes Klima. Gutes Leben.


architektur FACHMAGAZIN

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Produkt News

Energieeffiziente Innovationen

Beton ist ein Baustoff aus natürlichen Rohstoffen, regional verfügbar, hat eine hohe

Speicherfähigkeit, ist unverwüstlich, brennt nicht und kann immer wieder rezykliert

und zu neuem Beton verarbeitet werden. Aktuelle Beispiele zeigen die breite Palette

an Innovationen, die durch und mit dem Baustoff Beton möglich sind.

Bis 2022 entsteht in „Baumgarten“ im 14. Wiener Gemeindebezirk

ein bemerkenswertes neues Plus-Energie-Wohnbauprojekt

mit insgesamt 380 geförderten

Mietwohnungen, 97 freifinanzierten Wohnungen, Generationenzentrum

sowie Bildungscampus der Stadt

Wien. Das innovative, effiziente Energiekonzept auf

Basis eines Niedrigstenergiehaus-Standards ermöglicht

eine von fossilen Brennstoffen unabhängige

autarke und nachhaltige Wärme-/Kälteversorgung

der gesamten Wohnhausanlage mit Bauteilaktivierung,

Photovoltaik, Wärmepumpen sowie einer Anlage

zur Wärmerückgewinnung aus Abwässern. „Ohne

den Einsatz des Baustoffs Beton wäre ein solches

Plus-Energie-Quartier nicht realisierbar“, ist Thomas

Mühl, Vorsitzender des Vereins Beton Dialog Österreich

(BDÖ) überzeugt.

Auch private Bauherren erkennen die Vorteile, die Beton

für eine nachhaltige Bauweise bietet. Herbert Ritter

errichtet in der Nähe des Grazer Flughafens eine

viergeschossige Wohnhausanlage mit vier Blöcken

und 51 Wohneinheiten. Für ihn stand die Frage im

Zentrum, mit welchen Energiekonzepten im Wohnbau

auf die globale Erwärmung und den Temperaturanstieg

in unseren Breiten reagiert werden kann. Ritter

hatte rasch ein Lösungspaket geschnürt: Betonbauweise,

Bauteilaktivierung, Wärmepumpentechnik,

Photovoltaik sowie Raumlüftung mit Wärmerückgewinnung.

Das alles gesteuert über eine dezentrale

Gebäudeautomatisierung mit Feldbus-Anbindungen

der Aktoren und Sensoren im KNX-Standard. An kritischen

Stellen in Decken und Wänden der oberen

Geschosse wurden über 200 Meter faseroptische

Temperaturmessleitungen verlegt. Sie ergänzen die

Sensorik der kontinuierlichen Messung von Innenund

Außen-Temperaturen, der Raumluftfeuchtigkeit

sowie des CO 2 -Gehalts in den Innenräumen der

Wohneinheiten und liefern wichtige Parameter über

die Trägheit im Energiespeicher Beton. Mit Hilfe der

ausgeklügelten Gebäudeautomatisierung, gekoppelt

an einen Wetterdienst, reagiert die Heizung im Winter

bzw. die Kühlung im Sommer autonom.

Beton Dialog Österreich

www.baustoff-beton.at


www.architektur-online.com

105

Produkt News

Stark im Schallschutz

Optimierter Bauablauf bei zuverlässigem Schallschutz: Mit

der neuen Tronsole Typ P von Schöck lassen sich filigrane

Fertigteilpodeste aus Sichtbeton ganz einfach in das bestehende

Treppenhaus einheben und direkt begehen. Das vom

DIBt zugelassene Trittschalldämmelement trägt nicht nur zuverlässig

und reduziert den Schall, es eröffnet darüber hinaus

Architekten und Planern auch größere Gestaltungsfreiheiten:

Die geringe Einbauhöhe sowie eine hohe Tragfähigkeit bis 65

kN eröffnet Spielräume für architektonische Akzente, wie beispielsweise

Podeste mit einer Höhe von lediglich 18 Zentimetern,

umlaufende Luftfugen oder effektvolle Lichtinszenierungen

durch integrierte Lichtbänder.

Das Schallschutzsystem Schöck Tronsole sorgt bereits seit

mehr als 30 Jahren für einen erhöhten und sicheren Trittschallschutz.

Die Tronsole Typ P für den Anschluss des

Treppenpodests an die Treppenhauswand erweitert nun das

Schallschutzsystem – für mehr Ruhe und Lebensqualität.

Schöck Bauteile Ges.m.b.H.

T +43 (0)1 786 5760

office-at@schoeck.com

www.schoeck.com

Fotos: Schöck Bauteile GmbH

Die Freiheit,

wirklich

gestalten

zu können.

Fassadenlösungen von

Sto setzen Maßstäbe bei

Systemsicherheit und

Individualität.

Fassaden individuell gestalten

und effektiv dämmen.

Über Proportionen und Formgebung, Materialien,

Oberflächen und Farben können Sie die Wertigkeit und

Ausstrahlung erzeugen, die Sie sich für Ihr Gebäude

wünschen. Sie wählen eines unserer ausdrucksstarken

Materialien – wie Klinker, Stein, Glas, Putz, plastische

Fassadenelemente – oder eine Kombination aus mehreren.

Wir stellen die passende Systemlösung auf Basis

einer vorgehängten, hinterlüfteten Fassade oder eines

Wärmedämm -Verbundsystems zur Verfügung – technisch

sicher und erprobt.

Mehr Informationen unter www.zukunft-fassade.at

Villa Mimi, Millstatt, A | Architekt: Klammer Zeleny ZT GmbH, Wien | Produkte: StoVentec M | Foto: Christian Schellander


architektur FACHMAGAZIN

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Produkt News

© Bruno Klomfar

Ein tragendes Argument

Zwei kreisförmige Gebäude mit einer Gesamtnutzfläche von 8.500 m 2 beherbergen

in Feldkirchen bei Graz das neue Headquarter des bekannten Schuhproduzenten

legero united. Die Basis für die Umsetzung dieses Projekts bildet eine

ganzheitliche architektonische Planung, durchgeführt von Dietrich I Untertrifaller

Architekten. Neben der architektonischen Qualität sind die Holz-Beton-Konstruktion,

die einen flexiblen Auf-, Zu- und Umbau erlaubt, und das innovative technische

Energiekonzept weitere Highlights dieses Projekts.

Der Einsatz des DELTABEAM® Verbundträgersystems

im gesamten Projekt ermöglichte dabei nicht nur eine

Reduktion der Konstruktionshöhe, sondern auch eine

flexiblere Innenraumgestaltung und eine einfache

Leitungsführung für die Heizung und Kühlung des

Gebäudes. Dieses Trägersystem basiert auf einem trapezförmig

geschweißten Stahlprofil, das seitlich kreisförmige

Öffnungen aufweist. Auf seinen verbreiterten

Unterflanschen können alle gängigen Deckenkonstruktionen,

wie beispielsweise Filigran-, Verbund- und

Spannbetonhohldecken, aufgelagert werden.

Bei der Verwendung einer Holz-Beton-Verbunddecke,

wie am legero united campus eingesetzt, werden mit

diesem System nicht nur besonders große Spannweiten

möglich. „Am legero united campus wurde eine

250 mm starke Holzbetonverbunddecke ausgeführt.

Durch die Verwendung von DELTABEAM® als Auflager

in der Mittelachse wurde die Konstruktionshöhe

um 36 cm reduziert. Zusätzlich konnten an der Fassadenfläche

bei gleichem nutzbaren Raumvolumen

ca. 170 m² eingespart werden. Aber auch das fürs

Heizen und Kühlen relevante Raumvolumen konnte

um rund 1000 m³ pro Geschoß verringert werden“,

erklärt Reinhard Ertl, Geschäftsführer Peikko Austria.

Peikko Austria GmbH

T +43 5523 521 210

austria@peikko.com

www.peikko.at

© Dietrich|Untertrifaller


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Von der Idee zum Erfolg

Bereits 2.500 vor Christus wurden Bauwerke und

auch Gebrauchsgüter aus keramisch veredeltem Ton

hergestellt. Aber erst mit der technischen Revolution

zur Jahrhundertwende und der Entwicklung von geeigneten

Maschinen und Produktionsstätten konnte

in größeren Mengen produziert werden. Die ersten

großen Drehrohröfen entstanden 1949 in Dänemark,

in Österreich nahm im November 1961, damals noch

unter der Flagge von Leca, die Leca Österreich

Ges.m.b.H die Produktion von Blähton auf.

Heute findet Liapor Blähton traditionell im Baubereich

in zementgebundenen Wandbaustoffen wie Mauersteinen

und Fertigteilen wie Kaminen und Mauermörteln

Verwendung. Aber auch zur Sanierung von

Altbauten werden Liapor- Produkte verwendet. Zum

einen als wärmedämmender Stoff und zum anderen

als schallisolierender Werkstoff. Weitere Anwendungsgebiete

sind Abwassereinigung, Dachbegrünung, Hydrokulturen

oder Winterstreu.

Im Bereich „konstruktiver Leichtbeton“ sind bekannte

Liapor-Objekte z.B. die Skiflugschanze Oberstdorf,

das BMW-Hochhaus oder das Hypo-Haus in München.

Aber auch im Wohnpark Alterlaa in Wien, der nach wie

vor ein Highlight in der Architekturszene darstellt.

107

Lias Österreich GesmbH

T +43 (0)3155 2368-0

info@liapor.at

www.liapor.at

Produkt News

Mit nur 18 cm das

Stärkste im Schallschutz.

Tronsole® Typ P: 65 kN Tragfähigkeit

bei filigranen Podesten.

Das neue Produkt des bewährten

Schallschutzsystems eröffnet

speziell fürs Bauen mit Sichtbeton

neue Gestaltungsfreiheiten:

filigrane Podeste, umlaufende

Luftfugen, effektvolle Lichtspiele –

alles ist möglich.

www.schoeck.com/tronsole-p/at


architektur FACHMAGAZIN

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Produkt News

Mit 3D-Beton gedruckt

„Striatus“ ist eine mit 3D-Beton gedruckte Bogenbrücke

und wurde von den Architekten Block Research

Group (BRG) der ETH Zürich und Zaha Hadid Architects

Computation and Design Group (ZHACODE), in

Zusammenarbeit mit inkremental3D entworfen und

durch Holcim für die Ausstellung „Time Space Existence“,

der diesjährigen Biennale in Venedig, die von

Mai bis November geht, ermöglicht.

Das Projekt etabliert eine neue Sprache für Beton, die

technologiegetrieben und kreisförmig ist. Sie kombiniert

traditionelles Mauerwerk mit fortschrittlichen

Technologien. Die Festigkeit erreicht die Striatus-Brücke

allein durch Druck und Geometrie ohne Bewehrung.

Es wurde ein kreisförmiges Design entwickelt,

um Material nur dort zu platzieren, wo es benötigt

wird. Ohne Verstärkung und einer Trockenmontage

ohne Bindemittel kann es immer wieder verwendet

werden. Damit eröffnet sich eine Welt der Möglichkeiten,

mit Beton in einer konstruktiv verarbeitungsbewussten

und ökologisch verantwortungsvollen Weise

zu gestalten. Das Material wird präzise platziert, um

mit weniger mehr zu bauen.

Mehr Infos:

www.striatusbridge.com

vimeo.com/551894206

Bauen nach Corona

Die Baubranche erlebt derzeit in Österreich einen

Boom. „Corona hat die Welt verändert und wird Auswirkungen

auf die Städte, das Bauen und das Leben

haben. Nachhaltig Bauen gelingt nur, wenn wir

heute Weitblick beweisen und klimafitte Bau stoffe

verwenden, die Generationen überdauern und die

CO 2 -Emissionsbilanz insgesamt reduzieren, den

Flächenfraß eindämmen und den Menschen eine

lebenswerte Umwelt garantieren“, ist Sebastian

Spaun, Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen

Zementindustrie (VÖZ), überzeugt. Beton

ist der alternativlose Klimaschutz-Baustoff: „Unsere

ambitionierten Klimaschutzziele zwingen uns

zu einer Abkehr von der fossilen Energie; mit dem

Baustoff Beton kann dies gelingen, denn Heizen

und Kühlen mit Beton funktioniert in Kombination

mit Sonnen- und Windenergie völlig CO 2 -frei“, betont

Spaun. Zement verursacht in Österreich rund

drei Prozent der CO 2 -Emissionen – eine geringe

Zahl im Vergleich zum Verkehr mit rund 30 Prozent,

der Landwirtschaft mit zehn Prozent oder in Relation

zu dem ungenutzten CO 2 -Speicherpotenzial der

heimischen Wälder. Spaun betont aber noch weitere,

unschlagbare Pluspunkte: „Beton ist ein regionaler

Baustoff mit kurzen Transportwegen, kann zu 100 Prozent

rezykliert und im Kreislauf geführt werden. Mit ihm

bauen wir intelligent in die Höhe wie auch in die Tiefe.“

VÖZ Vereinigung der österr. Zementindustrie

T +43 (0)1 714 66 85-23

www.zement.at


www.architektur-online.com

109

Produkt News

Mag. Georg Bursik, Geschäftsführer der Baumit GmbH

mit dem neuen Baumit GO2morrow Recycling Beton.

Trockenbeton aus

recycelter Körnung

Baumit entwickelt unter dem Label GO2morrow aktuell Baustoffe,

deren mineralische Basis aus recycelten Rohstoffen

besteht. Ab sofort ist nun erstmals die Produktneuheit Baumit

GO2morrow Recycling Beton B20 erhältlich – ein werksgemischter

Trockenbeton der Festigkeitsklasse C 16/20. Die

bisher verwendete Kalksteinkörnung wird hier zu 100 % durch

gewaschene, sortenrein recycelte und qualitätsgesichert zur

Verfügung gestellte Betonbruchkörnung ersetzt. Der in 30 kg

Säcken angebotene Recycling Beton eignet sich für alle kleineren

Betonarbeiten im Haus- und Gartenbereich. Dazu gehört

das Errichten von Schalsteinmauerwerk, Sockel von Gartenmauern,

das Betonieren von Grillplätzen und Verfüllen von

Mantel- und Schalsteinen.

Der schonende Umgang mit Ressourcen ist bei Baumit seit

Jahren gelebte Realität. Sei es bei der Rohstoffgewinnung

im nahegelegenen eigenen Steinbruch, der Transportkosten

spart, oder die Nutzung von Sekundärrohstoffen und -energieträgern

im Sinne der Kreislaufwirtschaft. Das unternehmenseigene

Recycling-Know-how ist bei der Entwicklung von

neuen Produktlinien wie Baumit GO2morrow von unschätzbarem

Wert. Damit Baustoff wieder zu qualitativ hochwertigem

Baustoff wird.

Baumit GmbH

T +43 (0)501 888-0

www.baumit.com

Flexibelim Einsatzeinfachundleichtim

Handling

LiapormixistaufgrundseinerhervoragendenWerte

beiFestigkeit,DichteundWärmedämmungbestens

geeignetalsLeichtbeton,Thermobeton,DrainagebetonundAusgleichsbeton.

Isolationschichten,Brandschutz,leichteFül-und

Ausgleichschichten.

Schneltrocknend:

Restfeuchtigkeitgeringerals3%

Leicht:

Dichtevon600kg/m3

Belastbar:

Druckfestigkeit(2,5N/mm²)

Wärmedämmend:

W ärmeleitzahltrockenem 0.16W /mK

Feuerfest:

StofderEuroklaseA1

w w w.liapor.at


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110

edv

Baudokumentations-Apps:

Mängel mobil managen

Apps rationalisieren die Dokumentation von Baustellenaktivitäten, die

Erfassung und Nachverfolgung von Mängeln. Was können sie im Einzelnen

und wie unterscheiden sie sich?

Text: Marian Behaneck

Die Dokumentation des Bauablaufs wird

immer wichtiger. Kommt es bei der Bauausführung

zu Mängeln, können Planer und

Bauleiter eventuellen Haftungsforderungen

nur dann erfolgreich begegnen, wenn

Baustellenaktivitäten möglichst lückenlos

dokumentiert wurden. Mit herkömmlichen

Mitteln ist das aufwendig und nicht mehr

zeitgemäß. Wer statt Bleistift und Papier

eine Smartphone- oder Tablet-App einsetzt,

reduziert den dafür notwendigen

Zeit- und Arbeitsaufwand und vermeidet

Medienbrüche.

Was können

Baudokumentations-Apps?

Damit Bauabläufe, Bau- oder Montagearbeiten

später nachvollzogen werden können,

müssen wesentliche Leistungen, Lieferungen

und Tätigkeiten sowie die jeweiligen Bedingungen

möglichst vor Ort dokumentiert

werden. Erfasst werden Wetterdaten, anwesende

(Sub-)Unternehmen, ausgeführte

Arbeiten, Materialeingänge, Mängel, Behinderungen,

Nachträge und Änderungen,

Ergebnisse von Besprechungen, Prüfungen

und Aufmaße, besondere Vorkommnisse,

persönliche Notizen und anderes mehr.

Daraus entstehen digitale Baustellen-Dokumentationen,

die bei Störungen des Bauablaufs,

bei strittigen Fragen, Nachtragsforderungen

oder bei der Ursachenforschung

für Baumängel oder Terminverzögerungen

entscheidende Hinweise liefern können. Die

Dokumentationen dienen auch als Nachweis

bei der Rechnungsstellung oder als Grundlage

für die Projektdokumentation gemäß

Leistungsphase 8. Wird kontinuierlich dokumentiert,

entsteht zugleich sukzessive

eine digitale As-Built-Informationsdatenbank,

die für spätere Renovierungs-, Umbau-

und Erweiterungsmaßnahmen oder die

Bewirtschaftung wertvoller Informationen

Dokumentations-Apps rationalisieren die Erfassung von Baustellenaktivitäten

und das Management von Mängeln. © BauMaster

zu verwendeten Materialen, Bauprodukten

oder Änderungen liefert. Cloudbasierte Lösungen

bieten zusätzlich die Möglichkeit,

auf der Baustelle erfasste Daten direkt auf

einem plattform-, zeit- und ortsunabhängig

zugänglichen Web-Server abzulegen. Zugriffsberechtigte

Projektbeteiligte können

damit für sie relevante und freigegebene

Berichte jederzeit online einsehen, sich

über den aktuellen Projektstand informieren

und eigene Informationen beisteuern. Über

eine Benutzer- und Rechteverwaltung kann

der Administrator steuern, wer, welche Anzeige-/Bearbeitungs-

Upload-/Downloadrechte

erhält. Werden die Daten statistisch

projektübergreifend ausgewertet, können

zudem wichtige Fragen, beispielsweise zur

Dauer einer Mängelbehebung, zur Mängelanfälligkeit

von Bauteilen und Leistungen

oder zur Zuverlässigkeit ausführender

Unternehmen beantwortet werden, was

zu einer Verbesserung der Bauausführungsqualität

beiträgt und Entscheidungen

bei künftigen Projekten vereinfacht.

Wie wird erfasst?

Mit dem Smartphone oder Tablett werden

relevante Vor-Ort-Informationen per Textkommentar

und Foto digital erfasst, im Plan

verortet, betroffenen Projektpartnern zuge-


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111

edv

Im Vergleich zur konventionellen Dokumentation reduzieren mobile Dokumentations-Apps den

Papier- und Materialaufwand erheblich. © DDS Digital Documentation Systems

Wurde ein Problem entdeckt, ist es in wenigen

Minuten per Foto und Kurztext dokumentiert

und im Grundriss verortet. © Capmo

ordnet und über einen Verteiler als PDF-Bericht

versandt. Das erübrigt ein nachträgliches

Eintippen, Sortieren, Zuordnen und

Versenden handschriftlich erfasster Notizen.

Eingabeassistenten, gut strukturierte

Eingabefenster und Abfragen sowie vorgefertigte

Textbausteine vereinfachen die Erfassung

und sorgen dafür, dass man nichts

vergisst. Neben Baustellenfotos lassen sich

auch gescannte Pläne, LVs oder andere

Dokumente einbinden, häufig auch Sprachnotizen

oder Videos. Fotos können in einfacher

Form bearbeitet (Drehen, Größe

oder Ausschnitt ändern etc.) und mit Hinweispfeilen,

Maßen oder Bildkommentaren

ergänzt werden. Wertet die App GPS-Daten

der Mobilhardware aus, weiß man gleich,

welches Foto an welcher Baustelle fotografiert

wurde. Aus den erfassten Daten

lassen sich Bautagesberichte, Mängelprotokolle

oder Mahnungen generieren und

per E-Mail versenden. Layout-Vorlagen, die

man individuell anpassen kann, geben dem

jeweiligen Bericht das passende Aussehen.

Fristen werden über einen Terminkalender

überwacht. Da auch rechtliche Aspekte zu

beachten sind, unterstützen Apps Anwender

auch beim Erstellen rechtssicherer Anschreiben

oder bei der Fristenverfolgung

gemäß VOB.

u

© |DA| DRAHTLER

ARCHITEKTEN

MARIUS DRAHTLER,

ARCHITEKT


Führte als

Geschäftsführer die

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architektur FACHMAGAZIN

112

edv

Welche Dokumentations-Apps gibt es?

Inzwischen gibt es ein breites Angebot an

digitalen Dokumentationslösungen für die

Baustelle. Da jede Lösung ihre Schwerpunkte,

Stärken und Schwächen hat, sollte man

sich vorher überlegen, welche Funktionen

man braucht. Einige Apps legen den Fokus

auf die Erstellung von Bautagebüchern,

andere auf die mobile Mängelerfassung

und Verwaltung. Die meisten Dokumentationslösungen

sind allgemein einsetzbar,

andere sind beispielsweise auf die Brandschutzdokumentation

spezialisiert. Einige

wenige Apps verfügen über eine integrierte

Messenger-Funktion und ermöglichen damit

zusätzlich eine schnelle, unkomplizierte

und dokumentierte Kommunikation mit Projektbeteiligten.

Die Software-Konzepte sind

unterschiedlich: Kaufprogramme bestehen

entweder nur aus einer lokal installierten

PC-Software oder einer Kombination mit

einer mobilen Android- oder iOS-App für

die Vor-Ort-Erfassung, was eine gelegentliche

Datensynchronisation voraussetzt.

SaaS-Lösungen (Software as a Service)

sind platfformunabhängig und müssen weder

aktualisiert noch synchronisiert werden,

da das Programm samt Daten stets

aktuell von einem externen Cloud-Server

abgerufen wird. Dafür werden monatliche

Nutzungsgebühren fällig. Alle Programme

sind kostenpflichtig, einige sind in der

Basisversion kostenfrei, z.B. Bautagebuch

Mobile App. Die Preise für Kaufprogramme

reichen von 100 bis 1.000 Euro und mehr

pro Lizenz und 25 bis 90 Euro pro Benutzer

und Monat und mehr für SaaS-Lösungen,

je nach Leistungsumfang. Hinzu kommen

gegebenenfalls einmalige oder laufende

Zusatzkosten für Wartungsverträge (Kaufsoftware),

respektive die Einrichtung oder

Server-Nutzung etc. (SaaS-Software). Bei

SaaS-Verträgen sollte man auf Mindestlaufzeiten,

Kündigungsfristen und die Möglichkeit

eines Datenumzugs beachten.

Worauf sollte man achten?

Nicht nur konzeptionell, sondern auch funktional

gibt es Unterschiede. So verfügen

beispielsweise nur wenige Apps über eine

Spracheingabe, bei der Sprachnotizen beispielsweise

per Google Docs oder andere

Dienste direkt in Text umgewandelt werden

(z.B. BauMaster, IdeeGo oder Pro-Report).

Nicht alle Apps können Fotos im Plan verorten

oder zwischen Planungs-, Material-

und Ausführungsfehlern unterscheiden

und so weiter. Entscheidend ist aber, welche

Funktionen und Automatismen für die

an die Vor-Ort-Erfassung anschließenden

Arbeitsschritte (Weiterbearbeitung, Verwal-

Die mobil erfassten Baustellendaten werden von der App in den Büro-PC übertragen, dort

verarbeitet und in Form von Berichten an Betroffene und Projektpartner verteilt.

© 123erfasst.de / Nevaris Bausoftware

Auch für die Instandhaltung und Wartung technischer Anlagen

sind einige Dokumentationslösungen geeignet. © Skill Software

Sowohl die App als auch die Hardware sollten „baustellentauglich“ sein. © Kevox


www.architektur-online.com

113

edv

tung, Auswertung) bietet, denn hier kann

die Software dem Anwender viel Arbeitsund

Organisationsaufwand abnehmen.

Sind Bautagebuch- oder Mängelmanagement-Funktionen

in eine vorhandene Bürosoftware

integriert oder sind Schnittstellen

für eine Datenübernahme/-übergabe von

Adress- oder Termindaten etc. vorhanden,

lassen sich Büroprozesse weiter rationalisieren.

AVA-, BMSP- oder PKMS-Programme

für die Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung,

das Büro-/Projektmanagement- oder

das Projektkommunikationsmanagement

mit entsprechenden Bautagebuch- oder

Mängelmanagement-Funktionen, wie beispielsweise

AVA.Relax, BauProCheck, BIM

360, BuildUp, PoolarProject, ProjektPro oder

ThinkProject bieten hier Vorteile. Wer bereits

nach der BIM-Methode plant, sollte auf

BIM-Schnittstellen und eine BIM-Modelleinbindung

achten, die einige Apps wie zum

Beispiel DocuTools, PlanRadar oder Pro-Report

in unterschiedlichem Umfang anbieten.

Wichtig bei mobilen App-, respektive

Cloud-Lösungen ist, dass sie auch offline

funktionieren, weil die Verfügbarkeit einer

ausreichend schnellen und stabilen mobilen

Internet-Verbindung nicht immer gewährleistet

ist. Mit SaaS-Anbietern sollte man

einen Auftragsdatenverarbeitungsvertrag

gemäß DSGVO (Datenschutzgrundverordnung)

abschließen. Für Anwender, die ihre

vertraulichen Büro- und Projektdaten nicht

auf externen Servern speichern wollen, bieten

einige SaaS-Anbieter alternativ auch

eine lokale Datenhaltung an.

Produkte und Anbieter*

123erfasst (www.123erfasst.at), Bapp Report (www.bapp.de), Bau-Service (www.openexperience.de),

BauDoc, TechDoc (www.skillsoftware.de), Baudokumentation smart

& easy (www.weka-bausoftware.de), BauMaster (www.bau-master.com), BauProCheck

Mängelverfolgung (www.bauprocheck.de), Bauskript Mängelmanager, Bautagebuch

(www.bauskript.de), Bautagebuch, Mobile App (www.weise-software.de), Capmo (www.

capmo.de), Craftnote (www.craftnote.de), docma Report, docma MM, docma PIX (www.

edr-projekt.com), Docu Tools (www.docu-tools.com), ed Controls (www.edcontrols.

com), Hero Doku (www.hero-software.de), iTWOsite (www.rib-leipzig.com), Kevox Management

(www.kevox.de), MemoMeister (www.memomeister.com), mms (www.maengelmanagement-software.de),

mobiPlan (www.eyeled.de), Olmero Mängelmanagement

(www.olmero.ch), Plaans (www.mikavaa.com), PlanRadar (www.planradar.com), Pro-

Capture (www.procapture.de), Pro-Report (www.gripsware.de), Projektdocu (www.projectdocu.com),

ProjectNetworld (www.projectnetworld.com), ProjektPro Bautagebuch,

Mängel (www.projektpro.com), Sablono Plattform (www.sablono.com), Sharesuite (www.

sharesuite.com), Themis (www.themis-software.com)

Links und Literaturtipps*

www.erwin-ruff.de/bautagebuch.html

de.wikipedia.org/wiki/bautagebuch

Bautagebuch-Infos

Bautagebuch-Basisinfos

[1] Binder, F.: Entwicklung eines webbasierten Informationssystems für die Zwecke der

Bauprozesssteuerung (Diplomarbeit), GRIN-Verlag München, 2009, Leseprobe: www.

grin.com/document/177368

[2] Schaufenster Digitales Bauen in den Bildungszentren des Baugewerbes e. V. (Hrsg.):

Baudokumentation und Mängelmanagement, Eigenverlag, Krefeld. 2020, Download:

https://kompetenzzentrum-hamburg.digital/images/themen/Handwerk/Aktionsmonat2020/Prsentation_Baudokumentation.pdf

[3] Müller, K.: Dokumentation im Bauprojekt, Netzwerk Bau-Publikation Nr. 17-013, Eigenverlag,

Graz 2013, Download: www.mplaw.at/publikationen/mueller-katharina-dokumentation-im-bauprojekt.html

* Auswahl, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.


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Neue Funktionen

im Service Pack 3

Vectorworks 2021 bietet jetzt eine hochwertige Methode

für den Export von 3D-BIM- und CAD-Modellen

zu Twinmotion®, Unreal® Engine und anderen

Epic-Games-Produkten, die das Datasmith-Dateiformat

unterstützen, um eine verlustfreie Wiedergabe

des Exports zu diesen Echtzeit-Rendering-Anwendungen

zu gewährleisten.

Die Partnerschaft von Vectorworks mit der Nemetschek-Schwesterfirma

Solibri® bietet Anwendern in der

Architektur, Innenarchitektur und Landschaftsarchitektur

zudem einen interaktiven Austausch von BIM-Modellen

und ihren IFC-Metadaten mit Solibri® Office.

Diese bidirektionale Verbindung erzeugt eine Live-Synchronisation

des BIM-Modells mit dem entsprechenden

IFC-Modell zur Modellüberprüfung, -kontrolle und -koordination.

Die dynamische Aktivierung von Objekten

in beiden Programmen, Änderungen an der Geometrie

oder den Daten des Vectorworks-Modells werden sofort

mit dem IFC-Modell synchronisiert.

Auch die Projektfreigabe und -zusammenarbeit mit

Vectorworks Cloud Services wurde verbessert. Mit

114

der neuen Berechtigung „Synchronisieren und Bearbeiten“

können Teilnehmer einen freigegebenen Ordner

mit ihrem lokalen Desktop-Computer synchronisieren

und so Arbeitsabläufe ermöglichen, bei denen

mehrere Benutzer auf Dateien zugreifen und diese an

einem gemeinsamen Speicherort bearbeiten müssen.

Das bedeutet, dass für Anwender von Vectorworks

nun das Arbeiten im Team mit Projekt Sharing und

Arbeitsgruppenordnern unterstützt wird.

edv

ComputerWorks GmbH

T +49 (0) 76 21 / 40 18 0

info@computerworks.de

www.vectorworks2021.eu

Terminplanung mit

Integration von CAD-Daten

Erstmals innerhalb einer Projektmanagement-Software

erhalten die Nutzer von „Powerproject“ die

Möglichkeit, sich das 3D-Modell in einem eigenen

Fenster anzeigen zu lassen und mit dessen Hilfe manuelle

Zuordnungen vorzunehmen. Die einzelnen Bestandteile

lassen sich im Viewer markieren oder auch

in der Objektliste selektieren. Sind beispielsweise die

Wände eines Gebäudes in der 3D-Zeichnung bereits

mit den Attributen „Geschoss“ versehen, lassen sich

diese in der Terminplanung bequem zusammenfassen.

Somit lassen sich alle Wände entsprechend ihrer

Verortung bereits in einen ersten groben Vorgang,

respektive Ablaufplan bringen. Eine Zusammenführung

von Baubestandteilen zu Vorgängen kann wie

gewohnt auch manuell erfolgen, bei entsprechend

aufeinander abgestimmten Systemen geschieht dies

jedoch auch automatisiert. In beiden Fällen werden

dann in typischer Powerproject-Arbeitsweise per

Drag and Drop die Verknüpfungen von Objekt und

Vorgang vorgenommen. Sobald die Verknüpfung

erfolgt ist, lassen sich durch Selektion eines oder

mehrerer Vorgänge auch die betroffenen Objekte

markieren und umgekehrt. Werden der IFC-Datei im

weiteren Verlauf auch Kosten hinterlegt, lassen sich

diese auch in der Terminplanung von Powerproject

weiter verwenden und bearbeiten. Somit erhalten

Anwender automatisch auch eine klare Übersicht

über den zu erwartenden Mittelabfluss.

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