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E_1933_Zeitung_Nr.055

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26 AUTOMOBIL-REVUE

26 AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N» 55 Seen, an denen hinter der verspielten Freude schon der erste leise Schatten des Dunklen, Ernsten, ja des Unheimlichen steht. Manchmal scheint sich das Wasser verhüllen und überdecken zu wollen: weissliche Fetzen Nebels steigen auf, treiben gleich langen Fahnen dahin und werden erst von den Strahlen der aufgehenden Sonne langsam durchlöchert. Abends aber können sie zauberhaft schön sein,, wenn das letzte Licht Fluten Goldes über das Wasser wirft und die dunklen Ufer nebenan nur noch als schwacher Umriss zu erkennen sind. Und da sind die andern Seen der Schweiz, deren Wellen sich an den Felsen brechen und die aus unendlicher Höhe in schwindelnde Tiefe niederfallen. Sie haben die Grossartigkeit und wilde Ursprünglichkeit unserer Bergwelt, kalter, schauernder Hauch steigt von ihnen auf und nur an ganz schönen Tagen im Sommer verwandelt sich ihr grünliches Wasser in zartes Blau. Immer aber behalten sie ihren ernsten, herben Charakter und erschüttern durch ihre grandiose Wucht und Gewalt. Ihre Wasser bäumen sich oft und werfen weissgischtende Wellen den Schiffen entgegen. Doch auch seine «Meere» hat dieses Land. Jene beiden weiten, ins Unendliche verdämmernden Wasser im Osten und Westen der Schweiz, die bis in andere Länder hinüberreichen. Alles ist hier gross, einfach, gewaltig, von einer wunderbaren Majestät. Am Horizonte verfliesst das Wasser in die Tiefe des Himmels hinein und mit den Schiffen lässt es sich stundenlang fahren, bis alle die schönen Orte flüchtig berührt, gegrüsst Sind. Aber Sie können auch jenen unvergess- ' liehen intimen Reiz haben, der Wasser, Licht und Luft zum reinsten Erlebnis werden lassen. Doch auch die Wasser des Südens fluten in unser Land; die von einem. Rausch von Farben, Blüten und Schönheit umgebenen §een jenseits der Alpenscheide haben schon ganz den Charakter romanischer Landschaft unid sind ein unvergleichlicher Gegensatz zu de,n andern Seen des Landes. Mag es Winter oder Sommer, Frühling oder Herbst sein, immer haben alle die Seen der Schweiz ihre Schönheiten, die für den Mensehen offenen Herzens eine zaubrische Sprache führen. Ob der blaue Himmel auf sie niederlacht oder die Wolken sich ballen, stets ist ihr Ausdruck von gleichem Reiz. Bei ihnen findet sieh alles das, was der Mensch der heutigen Zeit in seinem gehetzten Leben zu verlieren droht. bo. Paraphrase über den Sommer E. W. Seit Albert Stifters «Nachsommer» haben wir kein Buch gelesen, das so wie John Galstvorthys Novelle «Nachsommer* das ganze Wesen, den unverfälschten Charakter des Sommers eingefangen hat. Dieses Fragment aus der Romanreihe «Forsyte Saga» des kürzlich'verstorbenen englischen Dichters ist. eine Idylle, die wahrhaft vollendet auf landschaftlichem Hintergrund das letzte Liebeserlebnis eines Greises mythologisiert. Dieser Nachsommer eines alten, vornehmen Engländers ist bei aller zarten Ironie, bei allem sanften Humor in einen Glanz von Wehmut und Abschiedsschwermut getaucht, dass dieser Abschluss höller Tage nicht bloss wie ein melancholischer Sonnenuntergang ergreift, sondern auch wie eine bittersüsse Sterberomanze verklingt. Man werfe nicht ein, der Nobelpreisträger Galsworthy habe in der Novelle «Nachsommer», die kürzlich separat mit einem sinnvollen Bilde in den «Guten Schriften» erschien, lediglich aus englischer Landschaft heraus, mit englischem Naturgefühl, mi| Aroma und Licht, Duft und Atmospliäre, wie sie englischer Gartenlandschaft eigen, ein poesievolles Stück Erde, Himmel und Menschen in lächelnder Ergebenheit verklärt. Dieses wundervoll gesättigte, aus Weisheit und Verständnis, aus Resignation und Hunger nach Jugend zusammen* gesetzte erzählende Meisterwerk ist zeitlos, ewig gültig in Geist und Wahrheit, Sinn und Ziel. Uns interessiert hier in erster Linie das Landschaftsgefühl, die Naturstimmung. Wie allgemein gültig, wie absolut zutreffend schöpft die folgende Stelle das holde Wunder der Sommerzeit aus: *In der Ferne rief ein Kuckuck, auf der ersten Ulme im Feld girrte eine Wildtaube, und so viele Gänseblümchen und Butterblumen waren nach dem letzten Mähen aufgeblüht! Auch wehte der Wind von Südwesten her — eine köstliche, würzige Luft! — Wie er so in den stillen Glanz des frühen Abends schaute und auf die kleinen goldenen und weissen Blumen auf dem Rasen, kam ihm ein Gedanke: Dieses Wetter war die Musik des «Orpheus*. Ein wunderschönes Werk, nicht wie Meyerbeer und auch nicht ganz wie Mozart, sondern in seiner Art vielleicht noch lieblicher; es war etwas Klassisches, etwas vom goldenen Zeitalter darin, etwas Reines und Gereiftes. Die Sehnsucht Orpheus nach der Schönheit, die er verloren hatte, nach seiner Liebe, die zum Hades hinabgestiegen war, so wie im Leben Liebe und Schönheit dahinschwanden, dieselbe Sehnsucht, die in der herrlichen Musik sang und bebte, vibrierte auch in der leise verklingenden Schönkeit der Natur an diesem Abend. — Hinter dem Haus war die Sonne jetzt untergegangen, und über der Aussicht lag leuchtender Nebeldunst, ein Abglanz des langen, glücklichen Tages. Nur wenige Häuser waren zu sehen, Felder und Bäume traten aus dem Dunst dßr fernen Ebene mattglitzernd hervor. Das Land verändert sich, aber es wird noch bestehen, wenn wir alle schon gestorben sind. Siehst du die Drosseln dort? Frühmorgens ist das Vogelgezwitscher so lieblich hier draussen. -*- Ein Wind hatte sich erhöben, und ein dürres Eichenblatt vom vergangenen Jahr, das irgendwie dem Besen des Gärtners entgangen war, wirbelte im Zwielicht mit einem leise raschelnden Laut auf der Steinterrasse hin und her. Sonst war es sehr ruhig da draussen, und er konnte den Heliotrop riechen, den man gerade erst begossen hatte. Eine Fledermaus flog vorbei. Ein Vogel stiess ein letztes Zwitschern aus. Und gerade über dem Eichenbaum leuchtete der erste Stern. — Der Mond stieg gerade auf, blutrot. Noch nie hatte er den Mond so rot gesehen. Auch die Wälder und Felder draussen gingen langsam zur Ruhe im letzten Schein des sommerlichen Tages. Und Schönheit ging um wie ein Geist. — Das Mondlicht wird nun den kleinen Wald erreichen, und die Schatten zwischen den Bäumen werden das einzig Wache sein: Keine Vögel, Tiere, Blumen oder Insekten, nur die gleitenden Schatten. Sie werden über jenen Baumstamm steigen, sie werden miteinander flüstern. — Er gedachte, zum Wäldchen hinunterzugehen. Statt dessen Hess er sich unter dem Eichenbaum nieder. Lächelnd sass er da. Er schwelgte in diesen köstlichen Minuten. Wie die Bienen summten und die Tauben girrten! Schöner konnte ein Sommertag nicht sein. Es ganz schattig unter dem Baum; die konnte ihn nicht erreichen, — nur alles Er-stes Haus am Platze. Rendezvous > der Automobilisten. Neu reno- | llJUVIlbUII viert. Feine Butterküche. Grillspezia- Grilispezia- ^% I 11 I •• I I # !• 11 I • (itaten. litaten. Grosse neue Garage. F. Casanova-Wild. Speicher Tea-Room Conditorei Moderne Bäume — Ideale Auto-Haltestelle Telephon 36 O. Kürsteiner. «Sie machen doch Speziaipreise 'Ör ausfliige?> «Freilich! Wieviel Personen sind im Geschäft tätig?» «Der Meister und ich!» Kraftbrühe Bachtorellen blau zerlassene Butter-Kartoffeln Poulet ritt garniert Salai Eis-Crtme. Garten-Restaurant. A.C.S.u. T.CJS. JOH. ELSEB DOR1G, Besttier. 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Die Sonne brennt, und sein Her*r fängt Feuer, zur Hälfte am Sommer, zu. anderen Hälfte an Irene, die diese innige Verehrung eines sechsundachzigjährigen Onkels gerührt erwidert. Der Zusammenklang dieser jungen und alten Herzen ergibt eine Musik, die die stille, versöhnende Tragik von Sonnenuntergängen auszeichnet. Geräuschlos, ohne grosse Worte und' Gebärden, vollzieht sich ein Akt, der der letzte eines langen Lebens ist. So bildhaft die ganze Szenerie gehalten ist, so geraduhd gfosslinig die Figuren und Vorgänge: Die heimliche Musik der Erlebnisse umspielt das Ohr wie die Heiterkeit und Seligkeit eines sublimen Adagios, das Natur und Menschenschicksal zu gleichen Teilen instrumentieren: Das Romanfragment wjrd zu einem ländlichen Gedicht, das Gedicht zu kristallisierter Musik, durchtränkt von der Schönheit, aller Dinge, die es zwischen Erde und Himmel gibt. Und wie dann der~ Sommer den alten Herrn müde macht un^" die Liebe zu anstrengend für ihn ist, so wird dieses Erlöschen in Schönheit ohne Tränen geschildert, wohl aber mit einem feinen Lächeln, das keine Schmerzen duldet. Der Sommer ist ja ein einziger Blust, der keine Schatten, dagegen reichlich Duft empfind- und Verklärung spendet allen samen Seelen. Nachts unter Bäumen K. H. Waggerl. Es ist wunderbar, nachts unter einem Baum zu kauern, ganz in sich selbst verkrochen, wie es die Tiere machen, die Rehe im Wald. Auch die Kinder kennen dieses Gefühl heimlicher Geborgenheit — wir waren doch einmal Kinder? Der Mond jagt durch das lichte Gewölk, in seinem Schein bewegt sich alles, Busch und Baum, und auf der Esche klappern die Früchte im Wind. Man hört den eigenen Atem gehen und das Blut im Leibe klopfen, aber das ist nicht so gewiss, es kann auch in der Erde selbst sein, dieses klopfende Blut. Die Welt liegt weithin ausgebreitet mit gelösten Gliedern unter dem Himmel wie eine mütterliche Frau; und du ruhst in ihrem Schosse. Wenn du singen könntest, dann sängest du jetzt. Es müsste ein recht vergnügtes Lied sein, von einem Pferdchen vielleicht, auf dem du abends in der Dämmerung zur Tränke reitest. Und da sässen die Mädchen am Wasser, ja, viele Mädchen, schöne darunter. Aber eines von ihnen wäre nur deinetwegen gekommen. " Dieses Mädchen spräche nicht mit dir und grüsste dich auch nicht, und erst,, wenn du weit in den See hinausschwämmst, immer weiter in das gefährliche Wasser hinein, da vergässe sie endlich ihren Stolz und riefe nach dir mit angstvoller Stimme. Und nun könntest du ja immer weiter schwimmen, daran läge dir gar nichts, an diesem Ruf! Du könntest am andern Ufer noch einmal winken und von dannen reiten für immer ... Aber das klänge vielleicht gar zu traurig

K» 55 - 1938 (AUTOMOBIL-REVUE 27 in deinem Lied. Nein, vielleicht kehrtest du doch wieder um auf deinem weissen. Pferdchen, abends in der Dämmerung. Gewiss, und dein Mädchen liefe vor dir her mit fliegenden Röcken, und du holtest sie dennoch ein auf ihrer angstvollen Flucht, und das geschähe weit draussen im Felde, wo die Büsche dunkel am Wasser stehen ... Du kannst nicht singen, früher einmal konntest du es, in jungen Tagen. Ach, damals war die Welt weit am anderen Ufer! Wie klein ist sie jetzt, dieses Fleckchen Erde, wie einsam und verloren! Man sieht den spitzen Kirchturm aus dem milchigen Dunkel ragen, das schiefe Dach der Säge und ein paar Häuser, die sich im Schlaf umklammern. Es lässt sich nicht gut sagen, wie merkwürdig es ist, dass so vieles Hundertfünfzig junge Wölfe gefangen. Der Bauer Manojlo Furtula aus dem Kreise Rogatica bei Sarajevo ist ein ebenso leidenschaftlicher wie erfolgreicher Fänger von jungen Wölfen. Er hat bisher über hundertfünfzig dieser jungen Bestien gefangen. Manojlo streift Tag und Nacht durch die Wälder, bis er • eine Wolfsspur entdeckt. Der folgt er geschickt, bis er auch das Wolfslager ausgekundschaftet hat. Dann sucht er ein sicheres Versteck und wartet da, bis die Wölfin den Schlupfwinkel verlässt, um für die Kleinen Nahrung zu suchen. Diesen Augenblick benutzt der Bauer, sich der, Jungen zu bemächtigen, die er in den mitgebrachten Korb wirft und dann den Heimweg antritt. Die Wölflein bringt er nach Rogatica, aber Die Schönheitsliga Grossbritanniens im Hydepark. Seit langem schon besteht in Grossbritannien eine Schönheitsliga, die Kyrill Atkinson, ein begeisterter Anhänger der Schönheitskultur und -bewegung, ins Leben gerufen hatte. Vor kurzem nun, so berichten englische Blätter, wurde Mister Atkinson zum königlichen Richter berufen und auch geadelt, was ihn aber nicht hindert, weiter mit regstem Interesse an der von ihm ins Leben gerufenen Bewegung teilzunehmen. Die weibliche Jugend verehrt auf geradezu enthusiastische Weise ihren Förderer und Meister und hat nun vor wenigen Tagen einen Plan zur Ausführung gebracht, der beweisen sollte, wie sehr sie in ihrem Gesundheits- und Schönheitsförderer auch den hervorragenden Juristen verehren. Zu diesem Zweck traten ungefähr fünfhundert der schönsten englischen Mädchen zusammen und führten im Hydepark eine Freiaufführung ihrer rhythmischen -Uebungen vor. Eine Unzahl von Menschen drängte sich im Hydepark zusammen, denn die wenigsten wollten sich dieses ungewöhnliche Schauspiel entgehen lassen. Mister Atkinson, der durch diese ihm dargebrachte Huldigung mehr als gerührt war, sprach den Veranstaltern seinen Dank aus, bedauerte unendlich, dass seine neue Berufung auf den königlichen Richterposten es ihm nicht mehr gestatte, weiter aktiv an dieser Bewegung teilnehmen zu können, versprach aber selbstverständlich, auch weiterhin die von ihm ins Leben gerufene Idee auf das eifrigste zu verfolgen und immer wieder Propaganda für die Schönheitsliea zu machen. auf fünfzig Kilometer nachspürt und eine Gefahr für Mensch und Vieh bildet. Manojlo lässt seine Gefangenen nicht am Leben. Er trägt sie nach einiger Zeit zum Fluss und bereitet ihnen dort ein nasses Grab. Tatarenhochzeit aus dem vorigen Jahrhundert Beim Durchsuchen eines alten Archivs hat man in Frankreich Aufzeichnungen eines Schriftstellers gefunden, der auf seinen Reisen in Südrussland Gelegenheit hatte, einer Hochzeit in einem Tatarendorf beizuwohnen. Er entwirft von dieser Feier eine anschauliche Schilderung: «Sobald die junge Frau vor dem Hause ihres Mannes vom Wagen steigt, werfen ihr Frauen Die moderne Anlage des Strandbades Biel. vom Dache aus Weizen und Hirse auf das Haupt. Dann überschreitet sie unter den gleichzeitig geschieht. Dass in diesem Augenblick hunderttausend Schreie zum Him- Wölfe werden nicht gekauft aus Furcht vor künftige Schwelle. Während der ganzen nicht, um sie zu verkaufen. Denn junge wildeinfallenden Tönen einer Musik die mel aufsteigen. Schreie der Lust, der der Wolfsmutter, die ihren Sprösslingen Feier erschallt immer die gleiche Melodie. Klage, Schreie des letzten und des ersten Atemzuges. In dieser Minute kniet ein Hirt in der Wüste auf seinem Teppich und verneigt sich neunmal vor Gott. Anderswo steht jemand vor einer Tür und denkt an Mord; es ist ein Mensch mit einem blonden Bart und mit einer grünen Halsbinde, genau so. Städte liegen jetzt strahlend in der Sonne, aber im Norden, mitten im Eis, kämpfen ein Mensch und ein Rudel Hunde um das Leben, dort ist Kälte und erbarmungslose Nacht. Und das alles geschieht Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich In O. R. Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T.C.S. wirklich und wahrhaftig jetzt, bedenkt das einen Augenblick, und dabei ist doch jeder LOCARNO Mensch allein, seine Not und seine Freude ist das Einzige, das Wichtigste in der Welt. Ja, diese Welt ist unermesslich gross, wir aber halten unsere Grenzen für die ihren. Wir sind so wahr in uns selbst A.C.S. Hotel Reber am See T.C.S. wie ein Baum, wie ein Kornhalm, allein nun wollen wir die Wahrheit wissen, darin Idealer Ferienaufenthalt. Grosser Park. Moderner Komfort. liegt das Uebel. Denn wir sollen die Wahrheit nicht suchen, wir sollen sie sein. Der Weekend-Arrangements. Zeitgemässe Preise. Strandbad. 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Der Schmaus nimmt seinen Anfang und damit auch der lange währende Tanz, den diese Völker so leidenschaftlich lieben.» Der « Geist» aus Strickwolle. Die englischen Gesellschaftskreise beschäftigen sich wieder einmal mit einem Fall, der dieser Tage vor Gericht ausgetragen wurde und ganz ungewöhnliches Aufsehen erregte, da es gelang, ein berühmtes Medium zu entlarven. Der Ediriburger Strafgerichtshof überführte das Medium Viktoria MacFarlane des Betruges, wobei die Zeugenaussage einer Miss Esse Maule am interessantesten war. Die Zeugin erklärte, dass sie die Angeklagte schon lange als berühmtes Materialisationsmedium kannte. Sie hatte das Medium eingeladen, das Kind Peggy zu materialisieren. Es waren bei diesem Versuch vier Herren und vier Damen anwesend. «Das Zimmer war dunkel», so erzählte die Zeugin, «und wir hatten uns die Hände gegeben. Dann tauchte plötzlich etwas schattenhaft Weisses im Zimmer auf. Eine Stimme sagte: «Ich bin Peggy!» Ich rief Peggy zu, doch ein wenig näher heranzutreten. Peggy kam auch tatsächlich. Beim Herannahen des «Kindes Peggy» griff ich rasch zu und fühlte ein weiches, gestricktes Gewebe zwischen meinen Fingern. Also ein Geist aus Strickwolle. Der «Geist» wurde in diesem Augenblick zurückgerissen. Ich hielt aber solange fest, bis das Gewebe zerriss. Und dann sprang ich auf und rief Mistress Duncan — dies ist der «Künstlername» des Mediums — zu, dass sie entlarvt sei. Sofort wurde das Licht eingeschaltet. Wir sahen gerade noch, wie Mistress Duncan ein gestricktes Unterkleid verschwinden Hess. Der «Geist» war also wirklich sehr billig hergestellt worden.» Das Medium bekannte sich nach dieser Entlarvung aber nicht freimütig zu dem Schwindel, sondern wurde noch frech und wollte seine Widersacherin verprügeln. Es erklärte, dass sich das «Kind Peggy» in der seltsamen Form materialisiert habe. Das Edinburger Gericht verurteilte das Medium zu einer hohen Geldstrafe wegen Betruges, weil es von den vier Herren und vier Damen, die dem geschilderten Experiment und der Entlarvung beigewohnt hatten, für die Materialisation des «Kindes Peggy» je zwanzig Franken verlangt und auch erhalten hatte. «Herr Lehrer, kann ich nach Hause gehen ? ich fühle mich nicht wohl.» « Wo fühlst du dich denn nicht wohl ? » « Hier, in der Schule. » «Fahren Sie diesen Sommer in die Ferien ?> «Ich kann wegen meinem Geschäft nicht fort.» « So viel zu tun ? » « Nein. So wenig. » Verantwortliche Redaktion des Autler-Feierabend: M. Rolliaer