Aufrufe
vor 6 Monaten

Diplomarbeit_Hermann_Grab

Seite -10-

Seite -10- Diplomarbeit Nachdiplomstudium zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität Systeme für die Beurteilung des Kreditrisikos (sog. Interne Ratings) zu verwenden. Die dritte grundlegende Neuerung war, den Banken zu gestatten, die Ratings anerkannter externer Bonitätsbeurteilungsinstitute zu verwenden, um ihre Forderungen gegenüber Wirtschaftsunternehmen und Banken anhand von drei Risikogewichten zu klassifizieren. Ausserdem gab es eine Anzahl weiterer Vorschläge zur Verfeinerung der Risikogewichtungen und zur Einführung von Eigenkapitalanforderungen für andere Risiken (operationelle Risiken). Die grundlegende Eigenkapitaldefinition blieb jedoch unverändert. Abbildung 2: Das 3-Säulen-Konzept des neu vorgeschriebenen Basler Accords Grundkonzept von Basel II Regulatorische Eigenmittelunterlegung Überwachung der Kapitalunterlegung durch Aufsichtsbehörden Effiziente Nutzung der Marktdisziplin • Eigenmittelunterlegung von Marktrisiken im Handelsbuch • Eigenmittelunterlegung von Kreditrisiken • Eigenmittelunterlegung von operationellen Risiken • Möglichkeit zum Zwang der Haltung höherer Eigenmittel • Beurteilung des bankinternen Kapitalallokationsprozesses • Verbesserung der Offenlegungspraxis • Marktteilnehmer sollen Eigenkapitalausstattung von Banken besser beurteilen können • Marktdisziplin verstärken PILLAR I PILLAR II PILLAR III Quelle: In Anlehnung an „Operational Risk Management als kritischer Erfolgsfaktor für Banken“, Dean Jovic und Jean-Marc Piaz, www.risk.sungard.com Nachdem im Juni 1999 das erste Konsultationspapier herausgegeben wurde, befindet sich seit Januar 2001 das zweite Konsultationspapier zur Vernehmlassung im Umlauf. Aufgrund der verschiedenen Anregungen wird es so sein, dass Ende 2002 ein überarbeitetes drittes Konsultationspapier in die Vernehmlassung geschickt wird. Schliesslich rechnet man mit der Inkraftsetzung des neuen Kapital-Accords in der Schweiz im Jahr 2006. 3.2.2 Weltweite Entwicklung Die Basler Eigenkapitalvereinbarung aus dem Jahre 1988 wurde Ende der 90er Jahre weltweit akzeptiert und in die örtlichen aufsichtsrechtlichen Bestimmungen übernommen. Dadurch bestehen für international tätige Banken global die gleichen Spielregeln und somit faire Wettbewerbsbedingungen. Es ist davon auszugehen, dass diese Länder alle die neuen Bestimmungen aus dem Basel- Accord II übernehmen und in ihre nationalen Regelungen transferrieren werden. Im angelsächsischen Raum wird zwar Skepsis an der vorgesehenen vermehrten Aufsicht und Transparenz geäussert, und diese als kontinentaleuropäische Regulierungswut abgetan. Dies ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass hierbei zwei „Weltbilder“ aufeinanderpra llen. Auf der einen Seite die europäische Philosophie mit kodifizierten und möglichst detaillierten Regelungen; auf der anderen Seite die angelsächsische Vorstellung, dass die Marktteilnehmer am besten geeignet und selbst stark genug sind, sich durch Wahrnehmung ihrer Informationsrechte zu helfen 12 .

Seite -11- Diplomarbeit Nachdiplomstudium zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität 3.3 Risikoorientierte-Ertragssteuerung zur Steigerung des Unternehmenswertes Die von der Bank eingegangenen Risikopositionen sind mit Eigenkapital zu unterlegen. Mit der Risiko- und Eigenkapitalallokation wird auch eine Entscheidung darüber getroffen, in welchen Geschäftsfeldern Eigenmittel eingesetzt werden, mithin in welchen Bereichen mehr oder weniger Wachstum angestrebt wird. Die Kapitalallokation kann nicht alleine aufgrund von Erlös- und Kostenerwartungen für die einzelnen Geschäftsfelder entschieden werden. Vielmehr muss der Allokationsprozess auf einem risikoadjustierten Kapitalbegriff 13 aufbauen. Ziel ist, eine effiziente Ressourcenallokation zur Steigerung der Rentabilität, d.h. ein Einsatz der Eigenmittel in Geschäftsfeldern oder Projekten, durch die der Unternehmenswert gesteigert werden kann. Somit schlägt sich ein wirkungsvolles Risikomanagement in einem höheren Wert der Unternehmung nieder. An dieser Stelle soll nur auf einige Instrumente eingegangen werden, welche heute von Bedeutung sind und im allgemeinen Unternehmensumfeld - also nicht nur bankspezifisch - eingesetzt werden. Die Unternehmensplanung und damit die künftige Entwicklung von Unternehmen ist mit Unsicherheiten behaftet, sie wird beeinflusst von Gefahren und Chancen. Diese Chancen und Gefahren zu identifizieren und zu bewerten, ihre Auswirkungen auf die Kapitalkosten und damit auf den Unternehmenswert zu zeigen, ist die Aufgabe des Risiko-Managements. Als entscheidende Kennzahl zur wertorientierten Unternehmensführung hat sich der Economic Value Added (EVA) entwickelt. Er dient zur Messung der Wertschaffung in einer Periode im Unternehmen, berechnet als Differenz aus dem operativen Geschäftsergebnis 14 und den Kapitalkosten auf dem investierten Kapital. Die Kapitalkosten werden bestimmt aus dem Produkt des Kapitalkostensatzes (WACC) 15 und dem investierten Kapital. Ziel des EVA-Ansatzes ist es, Unternehmensentscheidungen zu fördern, die den Wert des Unternehmens nachhaltig steigern und deren Wertentwicklung transparent darzustellen. Eine weitere aussagekräftige Rendite-Kennzahl stellt die sogenannte risikoadäquate Rendite auf dem investierten Kapital (RAROC) 16 dar. Hierbei wird vom erzielten operativen Ergebnis der erwartete Verlust abgezogen und sodann zum ökonomischen Kapital 17 ins Verhältnis gesetzt: Erlöse - Kosten - Erwarteter Verlust RAROC = ökonomische Kapital Für die Berechnung des RAROC sind die erwarteten von den unerwarteten Verlusten zu unterscheiden. In der Abbildung 3 sind auf der x-Achse die absoluten Verluste und auf der y-Achse die Eintrittswahrscheinlichkeiten der jeweiligen Verlusthöhe abgetragen. Der Mittelwert dieser Wahrscheinlichkeitsfunktion ist der sogenannte Erwartete Verlust (EV). Die Risikokosten für die erwarteten Verluste müssen durch Erlöse abgedeckt sein, d.h. sie fliessen direkt in die Preissetzung in Form von Standardrisikokosten ein. Das Risiko besteht schliesslich darin, dass der tatsächlich eintretende Verlust vom Erwarteten Verlust abweicht. Der Betrag, um den der tatsächliche Verlust den Erwarteten Verlust übersteigt, nennt man den Unerwarteten Verlust (UV). Dieser Abbildung 3: Darstellung des erwarteten und unerwarteten Verlustes Quelle: „Zur strategischen Bedeutung des Risikomanagements für die Kr e- ditinstitute“ von Jürgen Krumnow, Handbuch Risikoman agement, Lutz Johanning und Bernd Rudolph, Uhlenbruchverlag 2000, Seite 695

"No Risk - No Business" - Risikomanagement in ...
Unternehmen vor Risiken sch
Offenlegungsbericht der Mercedes-Benz Bank 2012 (PDF)
Risk Profiling. Ihre individuelle Risikoanalyse.
Schriftlicher Lehrgang: Risikomanagement kompakt - Management ...
Risikomanagement in Unternehmen
RISIKOMANAGEMENT,
Risikomanagement im Mittelstand 2008 im Mittelstand
RISIKOMANAGEMENT,
Funk-BBT News Ausgabe 2/2010 Risikomanagement - Funk Gruppe
Unternehmensfinanzierung im Wandel - EK ...
Wissenschaft für die Praxis - Sparkassen-Finanzgruppe eV
Informationen über Rating - Herzlich Willkommen bei Harry Donau ...
Programm-Mezzanine: Anschlussfinanzierung gesucht
Als PDF downloaden - Haufe.de
Offenlegung Vorarlberger Landes und Hypothekenbank AG 2010 3
Unternehmensbroschüre - Willkommen bei Marsh, dem weltweit ...
Mit Sicherheit für Ihren Erfolg - Marsh
"Vertrauen und Risiko in einer digitalen Welt" (1 MB) - DIVSI
DLP Suite - COMPUTERLINKS
Trade Magazin-NZZ; Patrick Rieter - rf-partners.ch
Fachkonferenz Zahlungsverkehr der Zukunft
GB 06 DEU PRINT
Geschäftsbericht R+V Pensionskasse AG 2011 (PDF 526,5 KB)
R+V Pensionskasse AG - R+V Versicherung