18.08.2023 Aufrufe

architektur FACHMAGAZIN Ausgabe 5 2023

Für uns geht es bei nachhaltiger Architektur vor allem darum, Gebäude zu entwerfen, zu errichten und zu betreiben, die sozial, wirtschaftlich und ökologisch verantwortungsbewusst sind. Der Weg dahin kann vielfältig sein, doch besonders in der Kreislaufwirtschaft steckt noch viel ungenutztes Potential. Eigentlich ist das Konzept ganz einfach: Alles, was wiederverwendet oder zumindest recycelt werden kann, braucht nicht komplett neu hergestellt zu werden. In der Realität bleibt dieses Konzept leider immer noch eine Randerscheinung, die allzu oft an Kosten, Bürokratie und fehlender Logistik scheitert. Durch innovative Technologien, das Engagement der Baubranche und die Zusammenarbeit von Architekten, Bauherren und Regierungen müssen wir alle dazu beitragen, dass Gebäude nicht nur funktional, ästhetisch ansprechend oder wirtschaftlich sind, sondern auch im Einklang mit der Natur und den Bedürfnissen zukünftiger Generationen stehen. Mit unserer Auswahl an Artikeln in dieser Ausgabe, versuchen wir diesem Thema, so gut es geht, gerecht zu werden und aufzuzeigen, was alles möglich ist, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

Für uns geht es bei nachhaltiger Architektur vor allem darum, Gebäude zu entwerfen, zu errichten und zu betreiben, die sozial, wirtschaftlich und ökologisch verantwortungsbewusst sind. Der Weg dahin kann vielfältig sein, doch besonders in der Kreislaufwirtschaft steckt noch viel ungenutztes Potential. Eigentlich ist das Konzept ganz einfach: Alles, was wiederverwendet oder zumindest recycelt werden kann, braucht nicht komplett neu hergestellt zu werden. In der Realität bleibt dieses Konzept leider immer noch eine Randerscheinung, die allzu oft an Kosten, Bürokratie und fehlender Logistik scheitert. Durch innovative Technologien, das Engagement der Baubranche und die Zusammenarbeit von Architekten, Bauherren und Regierungen müssen wir alle dazu beitragen, dass Gebäude nicht nur funktional, ästhetisch ansprechend oder wirtschaftlich sind, sondern auch im Einklang mit der Natur und den Bedürfnissen zukünftiger Generationen stehen. Mit unserer Auswahl an Artikeln in dieser Ausgabe, versuchen wir diesem Thema, so gut es geht, gerecht zu werden und aufzuzeigen, was alles möglich ist, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

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<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

24<br />

Zukunftsweisende Bautechniken<br />

Bilder: Hong-En,Lin<br />

Aus der Luft gegriffen?<br />

Wasserverschmutzung ist ein weit verbreitetes Problem in Afrika, und der Konsum<br />

von kontaminiertem Wasser über einen längeren Zeitraum hinweg führt zu<br />

Krankheiten und ist eine der Hauptursachen für Todesfälle. Für viele Menschen<br />

dauert es darüber hinaus oft mehrere Stunden, um von zu Hause zu einer Wasserquelle<br />

zu gelangen. Ein Problem dem sich der taiwanesische Architekt Hong-En<br />

Lin mit dem Projekt „Pure Power/Daily Combat Strategy“ annimmt.<br />

Grundlage ist die Wassergewinnung durch Taukondensation<br />

direkt auf den Dächern der eigens entworfenen<br />

besonders wirtschaftlichen Wohngebäude.<br />

Angesichts begrenzter Möglichkeiten der Materialbeschaffung<br />

und des Budgets hat der Architekt die lokale<br />

Webkultur als Inspiration genutzt. Durch gemeinsames<br />

Weben der Familien- und Gemeindemitglieder<br />

können die cleveren Low-Tech-Objekte zur Wassergewinnung<br />

von den Bewohnern selbst hergestellt<br />

werden. Eine Holzstruktur mit stabiler Krümmung<br />

dient als Stütze für das Dach, das mit dem Webmaterial<br />

bedeckt wird. In den Morgenstunden wird so<br />

Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft oder gegebenenfalls<br />

einfach Regenwasser gewonnen, welches<br />

an einer wasserdichten PVC-Schicht abgeleitet wird.<br />

Nach dem Durchlaufen eines einfachen Filtersystems<br />

kann beides in einer Zisterne gespeichert werden.<br />

Die Konstruktion hilft darüber hinaus durch sanfte<br />

Verschattung und den mehrschichtigen Aufbau die<br />

Temperatur der handgefertigten Gebäude zu regulieren.<br />

In Bezug auf die Materialwahl der Wohneinheiten<br />

wird mit einfachen gebrannten Ziegeln und Holz<br />

auf lokal leicht verfügbare und ökologische Rohstoffe<br />

gesetzt. Das notwendige Knowhow kann vor Ort<br />

vermittelt und von einer Gemeinschaft zur anderen<br />

weitergegeben werden. Auf diese Weise soll in den<br />

armen ländlichen Gebieten Afrikas vergleichsweise<br />

hochwertiger und autarker Wohnraum geschaffen<br />

und die Lebensqualität der Familien nachhaltig verbessert<br />

werden.

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