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Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe • www.ufarevue.ch • 6 / 2012

Sonderthema «Hygiene auch im Ackerbau»

Wohnrechte im

Grundbuch löschen

Seite 14

Spreu in Quaderballen

pressen

Seite 24

Kampf gegen

die Blattläuse

Seite 34

Schweinemast:

Einfach erfolgreich

Seite 74


Die dritte Generation N-Serie

Valtras neue N-Serie, eine klare Zukunftsinvestition. Während man früher für schwere Arbeiten einen 6-Zylinder Traktor

brauchte, demonstriert die Valtra N-Serie, dass es auch anders geht. Bis zu 171 PS und 700 Nm Drehmoment in einem

kompakten und wendigen Vierzylindertraktor, ideal für die vielseitigen Anforderungen der Schweizer Landwirte.

Valtra is a worldwide brand of AGCO.

1716 PLAFFEIEN, Rappo Gebrüder AG 5618 BETTWIL,

8525 NEUNFORN, Heller

3232 INS, GVS Agrar Ins AG

Mosimann Paul

Baumaschinen & Landtechnik

3400 BURGDORF, Hess Durs GmbH 5734 REINACH, Hauri Hans

8564 WÄLDI, Reusser AG

GVS Agrar AG

3538 RÖTHENBACH I.E., Schüpbach 6211 BUCHS,

8730 UZNACH,

Land- und Kommunalmaschinen

Reparaturwerkstätte

Meier Landtechnik AG

Technikcenter Uznach AG

Im Majorenacker 11

3555 TRUBSCHACHEN, Zaugg Heinz 6221 RICKENBACH,

8834 SCHINDELLEGI, Schuler

CH-8207 Schaffhausen

3664 BURGISTEIN,

Sebastian Müller AG

Maschinen und Fahrzeuge AG

Tel. +41 (0)52 631 19 00

Sterchi Landtechnik AG

6275 BALLWIL,

8842 UNTERIBERG, Lüönd & Co. AG

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4312 MAGDEN,

Buchmann Technik AG

8934 KNONAU, Hausheer & Sidler

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Damann Maschinen AG

7006 CHUR, Mehli Andreas

9056 GAIS, Koch Maschinen AG

4536 ATTISWIL, Stalder André 8207 SCHAFFHAUSEN, GVS Agrar AG 9205 WALDKIRCH, Steiner Service

5324 FULL-REUENTHAL,

8340 HINWIL, Grimm Forst- und

und Reparaturen GmbH

Kämpf Heinz

Maschinenbetrieb GmbH

9486 SCHAANWALD,

5502 HUNZENSCHWIL,

8460 MARTHALEN,

Sentitechnik Anstalt

1

Odermatt Landmaschinen AG

Meier Maschinen AG

6 2012 · UFA-REVUE


Die Modernisierung

des UFA-Werks in

Puidoux hat sowohl

für die Tierhalter als

auch für die

Getreidebauern in

der Region eine

hohe Bedeutung.

Bild: Gaël Monnerat

Merkblatt Alpsaison 2012

Was Alpmeister, Hirten und Sennen

für die Alpung wissen müssen, denn

es gilt die neue Bergund

Alpverordnung.

47

Spreu in Ballen pressen

Spreu scheint wie gemacht zu

sein für Quaderballenpressen.

Entsprechende Tests

haben dies gezeigt

24

Gefragte Kälteresistenz

Die tiefen Termperaturen vom

Februar hatten Einfluss auf Raps.

Gibt es Sorten, die besonders

kälteresistent sind?

30

FENACO AKTUELL

Kontinuität in schwierigem Umfeld

Jahresergebnis der fenaco-LANDI Gruppe 4

Aus der Verwaltung fenaco 5

Auf ein Wort von Lienhard Marschall 5

Stabübergabe an der Unternehmensspitze 6

MANAGEMENT

Wer mäht bei schönem Wetter?

Traktor im gemeinsamen Eigentum 13

Kurzmeldungen 9

Die Bauernfamilie steht im Mittelpunkt 10

Wohnrecht auflösen 14

LANDTECHNIK

Ein Multitalent für Gras, Heu und Stroh

Die Press-Wickelkombination «i-Bio» von Kuhn im Praxistest 22

Kurzmeldungen 15

Effizientes Ernte mit dem Ladewagen Krone «AX 250 GD» 18

Produktneuheiten 20

Quadratisch, praktisch und gut: Spreu in Quaderballen 24

Wettbewerb mit Case IH 28

PFLANZENBAU

Qualitätsstrategie vorantreiben

Anbaurichtlinien für die Getreidesaat 2012 32

Kurzmeldungen 29

Raps und seine Kältetoleranz 30

Blattläuse als Herausforderung 34

Nach der Ernte Bodenproben stechen 52

Getreidevermarktung: Risiko auslagern 56

Von der Wiese in den Milchtank 58

Bio-Getreide: Umstellungsbetriebe sind willkommen 60

NUTZTIERE

Milchwirtschaftliche Exkursion nach Norddeutschland

Jetzt anmelden! 64

Kurzmeldungen 63

UFA aktuell: Die Seiten für den Tierhalter 65

Muttersauen: Neue Strategie gegen Sommerloch? 69

Vorgeburtliche Programmierung der Ferkel 70

Grosse Klauen erkranken häufiger 72

Schweinemast: Mit einfachen Mitteln zu hohen Leistungen 74

Kälbermast: Welches Milchpulver passt? 77

Jersey-spezifische Fütterung 78

Mit mehreckigen Zitzengummis melken? 80

Milchvieh-Stall: Checkliste bei über 24 °C 81

Arbeitsaufwand mit Raufutter-Würfeln gesenkt 82

INHALTSVERZEICHNIS

EDITORIAL

Roman

Engeler

Zielgerichtete Investitionen sind

eine der Voraussetzungen, damit ein

Unternehmen auch in Zukunft

wettbewerbsfähig bleibt und am

stets härter werdenden Markt

bestehen kann. Diese Erkenntnis

hat sich die fenaco seit jeher auf

ihre Fahne geschrieben. So wurden

auch im Geschäftsjahr 2011

wiederum mehr als 200 Mio.

Franken in den Ausbau von

Infrastrukturen und Verarbeitungsbetriebe

investiert.

Diese Mittel dienen jedoch nicht

nur dem Unternehmen selbst,

sondern auch der Schweizer

Landwirtschaft. Mit diesen

Investitionen wird nämlich das Ziel

verfolgt, möglichst viele Agrarprodukte

im eigenen Land anzubauen

und dadurch die Zukunft einer

produzierenden Schweizer Landwirtschaft

nachhaltig zu sichern.

Das Titelbild dieser Ausgabe der

UFA-Revue illustriert ein Beispiel

einer erfolgreichen Investition,

nämlich die Erweiterung des UFA-

Mischfutterwerks in Puidoux. Dort

wurden im Jahr 2011 rund 4 Mio.

Fr. in die Modernisierung und in

den Ausbau der bestehenden

Anlagen gesteckt. Davon profitieren

die in der Region ansässigen

Landwirte, weil dadurch die

Verarbeitung ihres angebauten

Getreides langfristig gesichert ist.

Die Tierhalter wiederum profitieren

von der nochmals verbesserten

Qualität des Mischfutters, was sich

letztlich in höheren Tierleistungen

auszahlen sollte.

Kälbermast

Hohe Temperaturen stellen

ans Milchpulver und dessen

Lagerung besondere

Anforderungen.

77

LANDLEBEN

Familienbetriebe unter Druck

Agrarpolitik und Gesundheit 84

Kurzmeldungen 83

Cremeschnitten von Sofie Hengartner 87

Nostalgie mit Helen Güdel in Törbel 88

Garten: Die Königin und ihr Hofstatt 93

Generationengespräch mit Sprengers aus Wintersingen 94

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UFA-REVUE · 6 2012 3


FENACO

AKTUELL

Kontinuität in schwierigem Umfeld

JAHRESERGEBNIS Die fenaco hat 2011 ein Geschäftsergebnis erzielt, das an die

positive Entwicklung der Vorjahre anschliesst. Der Gruppen-Umsatz liegt mit

5.551 Mrd. Fr. um 1.9 % und das Betriebsergebnis vor Zinsen, Abschreibungen und

Steuern mit 255.4 Mio. Fr. um 2.7 % über dem Vorjahr. Mit einem Eigenkapitalanteil

von 41.7 % der Bilanzsumme steht das Unternehmen auf solider Basis.

Die fenaco mit ihren über 80 Bereichen

und Tochtergesellschaften bewegte

sich 2011 in einem anspruchsvollen

Umfeld. Für die

Vermarktung der grossen Ernten von

Kartoffeln, Früchten und Gemüse erwies

sich der Inlandmarkt erwartungsgemäss

als zu klein. Zudem drückte

auch das Überangebot an Schweinefleisch

auf die Produzentenpreise und

der starke Schweizer Franken bewegte

Konsumenten dazu, ihr Geld vermehrt

im Ausland auszugeben.

Investitionen Als genossenschaftlich

organisiertes Unternehmen der

Schweizer Bauern versuchte die fenaco,

Grafik: Umsatz 2011 nach Geschäftssegmenten

Nahrungsmittel

1292 Mio. Fr.

(23.3 %)

Agrarhandel

1613 Mio. Fr.

(29.0 %)

Detailhandel

1604 Mio. Fr.

(28.9 %)

Diverses

33 Mio. Fr. (0.6 %)

Brenn- und Treibstoffe

1009 Mio. Fr.

(18.2 %)

2011 wurden 29 % oder 1.613 Mrd. Fr. des konsolidierten Gesamt -

umsatzes der fenaco im Agrarbereich, das heisst, mit dem Verkauf von

landwirt schaftlichen Produktionsmitteln, Getreide, Ölsaaten und Futter -

mitteln sowie im Tierhandel und der Agrartechnik erzielt. 1.292Mrd. Fr.

(23.3 %) fielen im Segment Nahrungsmittel bei der Übernahme, Ver -

arbeitung und Vermarktung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen an.

Im Segment De tailhandel, bei welchem die Erlöse der eigenen LANDI-,

Volg- und TopShop-Verkaufsstellen sowie die Lieferungen an die vor -

wiegend von den Mit glied-LANDI und Dritten geführten Detailhandelsläden

(Visavis, frisch- nah-günstig) enthalten sind, wurden 1.604Mrd. Fr.

beziehungsweise 28.9 % des konsolidierten Gruppenumsatzes

erarbeitet und 1.009 Mrd. Fr. (18.2 %) mit dem Verkauf von Energie -

trägern der Marke Agrola erzielt.

den wachsenden Druck auf die Produzentenpreise

aufzufangen und wo immer

möglich, nicht an die Landwirte

weiterzugeben. Das zeitigte die erwarteten

Folgen. Aufgrund des härter geführten

Preiskampfs im Lebensmittelmarkt,

der sich 2011 auch auf die

Sortimentsteile Früchte und Gemüse

ausweitete, resultierte in der Sparte Gemüse,

Früchte, Eier ein frankenmässiger

Umsatzrückgang von 10.4%. Die Sparte

Fleisch hatte trotz leichter Steigerung

der Absatzmenge ein Umsatzminus von

3.9% zu verzeichnen. Angesichts dieser

Entwicklung investierte die fenaco im

Geschäftsjahr 2011 erneut über 200

Mio. Fr. in den Ausbau ihrer Infrastrukturen

und Verarbeitungsbetriebe, denn

Effizienzsteigerungen und Produktionskostenreduzierung

sind unabdingbar,

um im stets härter werdenden Marktumfeld

wettbewerbsfähig zu bleiben.

Florierender Detailhandel Hatten

die überdurchschnittlichen Ernten

negative Auswirkungen in der Preisentwicklung

des Nahrungsmittelsektors,

beflügelten sie den Handel mit Getreide,

Ölsaaten und Futtermitteln geradezu.

Hier wurde ein Umsatzplus von

4.3% erzielt. Positiv entwickelte sich

auch der Detailhandel der fenaco. Obwohl

Währungsgewinne in Form von

Vergünstigungen von 2% auf dem Volgund

7% auf dem LANDI-Sortiment an

die Konsumenten weitergegeben wurden,

stieg der Umsatz in diesen beiden

Kanälen erneut an: In der Sparte Volg

Konsumwaren um 3.2%, im Verkauf

von Haus- und Gartenartikeln um 3.4%.

Auch das Treibstoffgeschäft, insbesondere

der Dieselabsatz, florierte. Das

Heizölgeschäft hingegen gestaltete sich

schwierig, da die Nachfrage im Inland

strukturbedingt kontinuierlich sinkt. Die

erfreuliche Nachfrage an den Agrola-

Tankstellen und die steigende Preisentwicklung

führten schliesslich zu einem

Mehrumsatz im Brenn- und Treibstoffgeschäft

der fenaco von 10.4%.

Auf solider Basis Die breit abgestützte

Geschäftstätigkeit ermöglichte

es der fenaco auch im schwierigen Geschäftsjahr

2011 gruppenweit an die

Umsätze und Erträge der Vorjahre anzuknüpfen.

So stieg der Gesamtumsatz

von 5.551Mrd. Fr. (Vorjahr 5.449Mrd.)

um 1.9%. Das Betriebsergebnis vor

Zinsen, Abschreibungen und Steuern

(EBITA) schloss mit 255.4 Mio. Fr. um

2.7% über, das Unternehmungsergebnis

mit 61.4 Mio. Fr. um 0.7% unter den

Vorjahreswerten ab. Mit einem Eigenkapital

von 1.137 Mrd. Fr. (Vorjahr

1.086Mrd.), das 41.7% der Bilanzsumme

entspricht, steht das Genossenschaftsunternehmen

auf einer soliden

Basis.

Neubauprojekt Die Verwaltung

fenaco hat für das Neubau-Projekt

der LANDI Zola AG in Mönchaltorf,

einen Kredit von 16.5Mio. Fr. bewilligt.

Der Landkauf erfolgte bereits im

Vorfeld. Das Bauprojekt, ein so genannter

«LANDI- Marktplatz» steht

im Zeichen der LANDI-Standortbereinigung

im Zürcher Oberland. Auf einer

Fläche von 12000m 2 wird ein

LANDI-Laden mit Agrola-Tankstelle,

TopShop, Waschanlage und Agrarhandel

entstehen. Zudem werden im

4 6 2012 · UFA-REVUE


BILD DES MONATS

PHOTO DU MOIS

AKTUELL

FENACO

AUF EIN WORT

EN UN MOT

Medienkonferenz der fenaco

Die diesjährige Medienkonferenz fand am fenaco-Hauptsitz

in Bern statt und zahlreiche Journalisten nahmen die Gelegenheit war, sich

über die fenaco zu informieren. Begrüsst wurden die Medienschaffenden

von fenaco-Präsident Lienhard Marschall.

Beschäftigte Die fenaco beschäftigte

2011 durchschnittlich 8715 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter, 262 mehr

als im Vorjahr. Dazu gehörten auch 496

Lernende (Vorjahr 441). Per 31. Dezember

2011 gehörten der fenaco 262 Mitgliedgenossenschaften

(LANDI) mit

45842 Mitgliedern an. Der Delegiertenversammlung

vom 27. Juni 2012

wird beantragt, die Anteilscheine der

Mitglied-LANDI unverändert mit 6% zu

verzinsen (7.5Mio. Fr.).


Tabelle: Umsatz- und Ertragsentwicklung der fenaco in den

letzten 5 Jahren

(in Mio. Fr.) 2011 2010 2009 2008 2007

Gesamtumsatz 5551.0 5449.2 5402.4 5787.7 4874.7

Betriebsergebnis vor Zinsen, 255.4 248.7 246.3 247.9 219.4

Abschreibungen und Steuern (EBITDA)

Unternehmensergebnis 61.4 61.8 56.3 62.2 64.0

Obergeschoss Produktionsräumlichkeiten

für die eigene Bäckerei gebaut. Mit

der Eröffnung des neuen Ladens wird

die Geschäftstätigkeit am Standort Egg

eingestellt und das Areal verkauft. Die

Bäckerei wird von Hinwil nach Mönchaltorf

verlegt.

Solarstrom vom Volg Im Zuge der

Realisierung des Anbauprojektes der

Verteilzentrale der Volg Konsumwaren

AG in Winterthur, hat sich die Verwaltung

fenaco für die Installation einer

VERWALTUNG FENACO

CONSEIL D’ADMINISTRATION

Photovoltaikanlage entschieden. Auf

dem Dach des Erweiterungsbaus mit

2 200 m 2 Fläche wird eine Anlage von

306kWp erstellt, was den Energiebedarf

von 60 bis 70 Einfamilienhäusern

deckt und für die Stadt Winterthur die

grösste Anlage bedeutet. Die erzeugte

Energie wird für den Eigengebrauch

verwendet oder kann ins Netz eingespeist

werden. Die Anlage ist aus wirtschaftlicher

wie auch ökologischer Sicht

sinnvoll. Die Inbetriebnahme ist auf

den Oktober 2012 geplant.

Im Hinblick auf den bevorstehenden

Wechsel an der Spitze der Geschäftsleitung

per 1. Juli 2012, ist es mir ein Bedürfnis,

einige Worte zum guten Funktionieren des

eingespielten Führungsteams zu schreiben.

Die Geschäftsleitung der fenaco zählt heute

14 Mitglieder. Das sind 14 Persönlichkeiten

mit eigenen Charakteren, eigenem «savoirefaire»

und eigenen Ansichten. In der Ge -

schäfts leitung arbeiten diese 14 Persönlichkeiten

stets als auf das Leitbild fenaco

eingeschworenes Team zusammen. So

einfach, wie das tönen mag, ist es nicht und

selbstverständlich ist es schon gar nicht.

Denn die Geschäftsfelder, in denen die

fenaco und ihre Tochtergesellschaften arbei -

ten, sind unterschiedlich und decken ein

breites Spektrum ab.

In der Tat sind die Aktivitäten des Detail -

handels Volg und LANDI ganz anders als

beispielsweise die Übernahme- und Ver -

arbeitungsaktivitäten im Bereich der Lan des -

produkte, dem Fleisch oder dem Engagement

beim Import von Dünger, Pflanzen -

schutzmitteln und Landmaschinen. Zudem

bestehen grosse Unterschiede, ob wir als

Grossist im Brenn- und Treibstoffsegment,

als Marketingorganisation für die LANDIund

Volg-Läden oder als Logistik- und IT-

Spezialisten tätig sind. Auch die Ausrichtung

unserer industriellen Produktionsbetriebe

ist unterschiedlich: Tierfutter (UFA

AG), Getränke (Ramseier Suisse AG), Fleisch

(Ernst Sutter AG) oder Chemie (Halag AG).

Die Breite der Geschäftsfelder, in denen

die fenaco tätig ist, stellt hohe Ansprüche

an die Leitung dieses Unternehmens. Mit

seiner unkomplizierten, sympathischen,

gleichzeitig sehr klaren und bestimmten

Art, hat es Dr. Willy Gehriger als Vorsitzender

der Geschäftsleitung ge schafft, seine

Mannschaft zu einem effi zienten, berechenbaren

und erfolgreichen Team zusammenzuschweissen.

Die sorgfältig geplante Übergabe der Ver -

ant wortung an Dr. Martin Keller erfolgt auf

den 1. Juli 2012. Es ist mir ein grosses An -

liegen an dieser Stelle die Verdienste von

Dr. Willy Gehriger für die Schweizer Land -

wirtschaft und die fenaco herzlich zu

verdan ken. Aber auch seinem Geschäftsleitungsteam

und allen Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern, die 2011 wiederum mitge -

holfen haben, ein gutes Ergebnis zu

erarbeiten, möchte ich an dieser Stelle

meinen herzlichen Dank aussprechen.

Lienhard Marschall

Präsident der Verwaltung

UFA-REVUE · 6 2012 5


FENACO

AKTUELL

Änderungen in der Geschäftsleitung

STABÜBERGABE Per 1. Juli 2012 findet in der fenaco der Wechsel an der Spitze der

Unternehmensleitung statt. Willy Gehriger geht in Pension und übergibt sein Amt Martin

Keller. In der Division 2 Agrar erfolgt zudem die Stabübergabe von Eugen Brühlmeier an

Heinz Mollet. Gleichzeitig wird auch die Leitung des Departements Fleisch neu besetzt,

wo Reto Sutter in die Fussstapfen seines älteren Bruders Ernst Sutter tritt.

Globale Sicht und national

tätig Martin Keller (42) studierte

Agronomie an der ETH Zürich

und doktorierte im Bereich Biotechnologie.

Sein Weg führte ihn anschliessend

in verschiedene Unternehmen

der Saatgutbranche. So arbeitete

er als Produktions- und Qualitätsleiter

bei der Saatzucht Düdingen und als Geschäftsführer

der Branchenorganisation

«swisspatat». Internationale Erfahrung

erwarb er sich von 2002 bis 2010 bei

der KWS Saat AG in Einbeck (D), wo er

zuerst für die weltweite Maissaatgutproduktion,

später für die Spartenleitung

«Mais und Ölsaaten» und in der

Folge für das Corporate Marketing &

Business Development zuständig war.

Die Bereiche und Tochtergesellschaften,

die Martin Keller in dieser Zeit

führte, waren in Frankreich, den Niederlanden,

Südost- und Südeuropa,

Nord- und Südamerika, der Türkei,

Nordafrika und in China tätig.

Martin Keller nahm seine Tätigkeit in

der fenaco im August 2010 als Leiter des

Departements «Landesprodukte» auf.

Während dieser Zeit organisierte er dieses

Departement neu, war für grössere

Bauprojekte verantwortlich und engagierte

sich in strategischen Zukunftsprojekten

für das Gesamtunternehmen, so

zum Beispiel in den Bereichen Social

Media, erneuerbare Energien und internationale

Geschäftsfelder.

Martin Keller ist verheiratet,

Vater zweier junger Erwachsener

und wohnt im Berner Seeland.

Martin Keller

Warum arbeiten Sie für die fenaco?

Landwirtschaft und Ernährung sind Themen, die

mich seit meiner Kindheit begeistern und

begleiten. Vor allem aber arbeite ich sehr gerne

mit Bäuerinnen und Bauern zusammen. Zudem

begeistert mich die fenaco.

Was betrachten Sie als grösste

Herausforderung?

Die grösste Herausforderung ist die erfolg reiche

Entwicklung der fenaco der letzten 20 Jahre

wei ter zuführen. Ich bin optimistisch, insbesondere

weil wir über hervorragend qualifizierte

und hoch motivierte Mitarbeiter verfügen. Res -

pekt habe ich vor der Aufgabe, auch in Zukunft

für unser Unternehmen so engagierte und hoch -

qualifizierte Mit arbeiter zu finden. In der

Schweiz fehlt es an Fachkräften, zudem wechseln

die heutigen Arbeitssuchenden häufiger die Stel -

le. Mitarbeiter, die ein Leben lang für das glei -

che Unternehmen tätig sein werden, sind kaum

mehr zu finden. Wir müssen unsere Mitarbeiter

fördern und ihnen Karrierechancen in unserem

breit abgestützten Unternehmen bieten.

Wohin steuert die Schweizer Landwirtschaft?

Den Schweizer Bauern eröffnet sich ein

Spannungsfeld von steigenden Qualitäts- und

Umweltstandards auf der einen und sinkenden

Preisen auf der anderen Seite. Das sind sehr

schwie rige Produktionsbedingungen. Die

fenaco- LANDI Gruppe ist auf der Seite der

Bauern. Wir wollen die Bauern unterstützen,

dass sie ihre Betriebe wirt schaftlich führen

können. Wenn wir partnerschaftlich und

transparent zusammenarbeiten, können wir

diese grosse Herausforderung meistern.

Welches Produkt aus der Schweiz geniessen

Sie am meisten?

Eine Cervelat zusammen mit einem Stück gut

gebackenem Weizen-Ruchbrot und Ramseier

Apfelschorle – ich habe acht Jahre in Norddeutschland

gelebt und Cervelats haben mir

besonders gefehlt.

Was kaufen Sie in der LANDI?

Alles, was wir für Haus und Garten brauchen,

erst kürzlich einen Rasenmäher. Auch bin ich ein

zufriedener Kunde des Beauté-Suisse-Sortiments

for Men – wobei ich zugeben muss, dass in der

Regel meine Frau die Einkäufe macht.

Ziele gesetzt und erreicht Eugen Brühlmeier

leitete erfolgreich das Departement Tierproduktion

der fenaco und später dann den

gesamten Agrarbereich.

Seinem Verdienst zuzuschreiben

ist, dass er die

Schweizer Mischfutterproduktion

durch den

Bau des Mischfutterwerkes

Biblis, die Erneuerung

der übrigen Werke sowie

durch die Integration der

Rivalor SA, in einem internatio nalen Umfeld

wettbewerbsfähiger gemacht hat. Auch die

Massnahmen zum Einstieg in die Zeit der neuen

Getreidemarktordnung hat er zusammen mit

seinem Team zum Wohl der Getreideproduzenten

erfolgreich umgesetzt. Eugen Brühlmeier

hat sich vor einiger Zeit entschieden, auf den

30. Juni 2012 kürzer zu treten und in Pension

zu gehen.

Erfahrener Nachfolger Auf den 1. Juli

2012 wird Heinz Mollet (48) zum neuen Leiter

des Departements Tierproduktion und gleichzeitig

der Agrar-Division 2. Heinz Mollets Karriere

hat in der heutigen LANDI Landshut begonnen,

wo er seine

kaufmännische Ausbildung

absolvierte. Seither

hat er viele Stationen, mit

Fokus Getreide und Futtermittel

durchlaufen.

Nach der Gründung der

fenaco übernahm er 1994

den Futtermittelhandel

6 6 2012 · UFA-REVUE


AKTUELL

FENACO

Neue Aufgaben warten Willy

Gehriger, Vorsitzender der Geschäftsleitung

fenaco seit 2002, geht per 30. Juni

2012 in Pension. Willy Gehriger hatte

nach dem Studium der Agronomie und

dem Doktorat an der ETH Zürich während

12 Jahren an der Forschungsanstalt

Changins gearbeitet.

Er wechselte 1989 zur «Union des

coopératives agricoles de la Suisse romande»

(UCAR), wo er den Zusammenschluss

von sechs regionalen Genossenschaftsverbänden

zur national tätigen

fenaco massgeblich mitgestaltete. Als

Mitglied der fenaco Geschäfts leitung

leitete er ab 1993 die Division Agrar.

2002 übernahm Willy Gehriger von

Ulrich Schlup den Vorsitz der Geschäftsleitung.

Die fenaco hat sich während der

zehn Jahre unter der Leitung von Willy

Gehriger erfolgreich entwickelt und

über 2 Mrd. Franken in moderne Verarbeitungs-Infrastrukturen

investiert. Der

Umsatz stieg von 3.5Mrd. Franken auf

über 5.5Mrd. Franken, die Eigenkapitalbasis

von 35% auf 42% und die Anzahl

Mitarbeiter von 6734 bis im März

2012 auf 8867 Personen an.

Willy Gehriger wendet sich nach der

Pensionierung neuen Aufgaben zu: So

wurde er im April 2012 zum Präsidenten

der Delley Samen und Pflanzen AG

(DSP) gewählt. Gehriger ist zudem Vorstandsmitglied

des Archivs für Agrargeschichte,

der Genossenschaft Uvavins in

Tolochenaz und des Centre Patronal in

Paudex. Auch engagiert er sich ehrenamtlich

im Stiftungsrat der Schweizer

Berghilfe.

Willy Gehriger ist verheiratet, hat

einen Sohn und eine Enkeltochter. Er

wohnt im Waadtland.


Willy Gehriger

Warum arbeiteten Sie für die fenaco?

Ich arbeitete im engeren Sinne nie für die fenaco, sondern für die

Bauern. Das stand bei mir im Zentrum. Die fenaco ist mein professionelles

Leben. Ich hatte immer Freude und grossen Respekt vor den

Schweizer Bauern und die Aufgaben in der fenaco waren dynamisch

und herausfordernd. So habe ich meinen Berufsentscheid nie bereut.

Was war für Sie die grösste Herausforderung?

Die Urfunktion und das Ziel der landwirtschaftlichen Genossenschaften

ist es, die Bauern in ihrer Produktion und im Produkteabsatz zu

unterstützen. Die Zahl der Landwirte ist stark zurückgegangen. In vielen

Dörfern hat es nur noch wenige praktizierende Bauern. Zur Aufrecht -

erhaltung der Funktion der genossenschaftlichen Ziele braucht es den

Detailhandel – in den letzten Jahren immer mehr. Wir mussten die

richtige Balance zwischen den Bedürfnissen der Profi-Landwirte und

jenen einer erfolg reichen Detailhandelsstrategie finden. Das Gleich -

gewicht zwischen Agrar und Detailhandel wird auch für meinen

Nachfolger eine Grat wanderung sein.

Was sind die Stärken der Schweizer Landwirtschaft?

Die Schweizer Bauern schätzen und lieben die Natur, Tiere und

Pflanzen und gleichzeitig sind sie wirtschaftlich sehr gut ausgebildet.

Dieser weltweit einzigartige Mix zwischen Respekt im Umgang mit

natürlichen Ressourcen und der Wirtschaftlichkeit ist nachhaltig und

eine grosse Stärke.

Welches Produkt aus der Landwirtschaft geniessen Sie am meisten?

Fleisch, Wein, Kartoffeln, Obst und Gemüse – ungefähr in dieser

Reihenfolge. Ich geniesse eigentlich alles und schätze die Abwechslung.

Was kaufen Sie in der LANDI?

Alles, was es dort zu kaufen gib: Beauté-Swiss-Produkte, Rasenmäher,

Bohrmaschinen und vieles mehr. Auch habe ich eine Schwäche für das

In- und Out-Sortiment, also die Aktionsprodukte.

als nationaler Bereichsleiter und ab 2000 die

Leitung der Geschäftsbereichsgruppe GOF (Getreide,

Ölsaaten, Futtermittel).

Meilensteine Nach

neun Jahren engagierter

Tätigkeit im Departement

Fleisch, sechs davon als

Mitglied der fenaco-Geschäftsleitung,

tritt Ernst

Sutter, auf Ende Juli 2012

aus der fenaco aus. Sein

Rücktritt erfolgt aus persönlichen Gründen.

2003 wurde die Suttero-Gruppe von der fenaco

gekauft. Seither hat Ernst Sutter die positive Entwicklung

der fenaco-Fleischgruppe stark mitgeprägt.

Ein Meilenstein war der Bau des Frischfleischverarbeitungszentrums

Suttero Bazenheid,

das letztes Jahr in Betrieb genommen wurde und

welches zu den modernsten Verarbeitungsanlagen

Europas zählt.

Neue Leitung Reto Sutter (44) leitete seit

April 2010 die Suttero in Gossau. Nun wird er

auf 1. Juli 2012 auch die Leitung der Ernst Sutter

AG übernehmen und damit die Nachfolge seines

Bruders Ernst antreten. Gleichzeitig wird Reto

Sutter als Leiter des

Departements Fleisch in

die Geschäftsleitung der

fenaco berufen. Reto Sutter

ist gelernter Metzger,

Lebensmittel ingenieur

HTL und ab solvierte ein

Nachdiplomstudium als

Wirtschaftsingenieur FH.

UFA-REVUE · 6 2012 7


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8 6 2012 · UFA-REVUE

gültig: 13.–30.06.2012


Aus dem Bundesgericht: Zu viele Schweine bringen kein Glück

KURZMELDUNGEN

MANAGEMENT

Drei Aktiengesellschaften betreiben

Schweinezucht und Schweinemast

mit mehreren Produktionsstätten.

Wegen Überschreitung des Tierhöchstbestandes

wurde ihnen vom

Bundesamt für Landwirtschaft

(BLW) unter solidarischer Haftung

eine Jahres-Abgabe von 250150Fr.

auferlegt. Das BLW rechnete die

Tierbestände aller Produktionsstätten

zusammen, weil es die drei AG

für nicht voneinander unabhängig

hielt. Das Bundesverwaltungsgericht

reduzierte die Abgabe auf

189000 Fr. (Überbestand von 420

Zuchtsauen bei einem Ansatz von

450Fr. pro Tier). Es warf den drei AG

vor, trotz Aufforderungen keine aussagekräftigen

Unterlagen eingereicht

zu haben, welche für die Feststellung

der Selbstständigkeit der

Betriebe notwendig gewesen wären.

Vor dem Bundesgericht rügten

Leserreaktion

UFA-Revue 4/2012: Sonderbeilage

Kooperationen

In der Einleitung des Sonderhefts

steht «[...] allenfalls Maschinen- und

Arbeitskosten zu senken». Richtigerweise

müsste

es heissen «Maschinenkosten

senken und

mehr Arbeitsverdienst

erwirtschaften».

Mehr Einkommen

erwirtschaften ist der wichtigste

Aspekt, Kosten senken kommt

erst an zweiter Stelle. Bei grösseren

Investitionen stimmt die Aussage

des Kostensenkens allenfalls gar

nicht, mindestens nicht für die ersten

Jahre. Auch weiss ich aus langjähriger

eigener Beratungstätigkeit,

wie schwierig das Thema Einkommensverteilung

ist. Es erstaunt mich

deshalb, wie einfach das System der

Verteilung nach Zinsanspruch und

Arbeitsleistung präsentiert wurde.

Ich plädiere für eine stufenweise

Verteilung des Ertrags nach Zinsen

und Arbeitsabgeltung. Es kann nicht

die drei AG, sie hätten mehrfach um

eine persönliche Anhörung ersucht.

Die Vorinstanzen seien aber nicht

darauf eingegangen. Es sei unzulässig,

ihnen nun die Beweislosigkeit

hinsichtlich der Selbstständigkeit

und Unabhängigkeit anzulasten.

Das Bundesgericht beharrte auf der

von Gesetzes wegen bestehenden,

umfassenden Auskunftspflicht. Namentlich

seien die Bilanzen, Erfolgsrechnungen

der AG sowie die Steuererklärungen

trotz Aufforderung

nicht eingereicht worden.

sein, dass beispielsweise in einer

Generationengemeinschaft der

Sohn als späterer Übernehmer immer

«ärmer» und der abtretende Vater

immer «reicher» wird. Mit dem

Abschluss der Jahresrechnung sollten

auch immer Kapitalrückzüge beziehungsweise

-einlagen getätigt

werden können. Gleich hohe Kapitalanteile

der Partner vereinfachen

die Verteilung des jährlichen Ertrags

zudem erheblich.

Hans Rudolf Haegi, Ing. Agr.

ETH/SIA, Affoltern am Albis

Hunger bekämpfen – Landwirtschaft

stärken

Im Rahmenprogramm des Afro-

Pfingsten-Festivals in Winterthur

diskutierten Experten, unter anderem

Hans-Rudolf Herren (Präsident

Biovision, Welternährungspreisträger,

im Bild ganz links sitzend) Strategien

der Hungerbekämpfung in

Hinblick auf den Rio+20-Erdgipfel,

der im Juni stattfinden wird. Herren

setzt bei der Hungerbekämpfung

auf die Kleinbauern, diese seien zu

stärken, denn sie sind für 70% der

globalen Nahrungsmittelproduktion

Die AG machten weiter geltend,

der Grundsatz des Vertrauensschutzes

sei verletzt: Bei der Gründung

hätten sie ihre Gesellschaftsstrukturen

entsprechend den Hinweisen

des BLW ausgestaltet. Deshalb habe

das BLW für das erste Jahr auch keine

Abgabe verlangt. Das Bundesgericht

hielt dem entgegen, dass später

keine klare personelle Trennung

der Gesellschaftsorgane mehr bestanden

habe. Die fehlende Unabhängigkeit

leite sich zudem auch aus

der Zusammensetzung des Aktionariats

ab.

Das Bundesgericht wies die Beschwerde

ab und bestätigte die Abgabe

von 189000Fr. (Urteil

2C_421/2011 vom 09.01.2012).

Andreas Wasserfallen, Ing.-Agr. ETH

und Rechtsanwalt,

wasserfallen@agrarrecht.ch

verantwortlich. Das Potenzial zu Ertragssteigerungen

sei hoch, die Änderungen

von Anbaumethoden hätten

beispielsweise bei einer

äthiopischen Nutzpflanze um den

Faktor sechs verbessert werden können.

Hunger sei nicht als Verteilproblem

anzusehen, denn das bedeute

Nahrungsmittelhilfe, ergänzte Claude

Martin (Club of Rome) und fügte

die Bedeutung von Landreformen

an. Die Agrar ökonomin Priska Baur

sieht die Kleinbauern in einer Armutsfalle

gefangen. Adäquates Mittel

der Hungerbekämpfung sei ihrer

Meinung nach die Freiheit, dies in

Anlehnung an das von Nobelpreisträger

Amartya Sen veröffentlichte

Werk «Development as Freedom».

Hans Rudolf Herren nahm die Gelegenheit

wahr und platzierte einen

Werbespot für ein Facebook-Spiel,

in welchem der Spieler die Rolle des

Chefökonomen der UNO übernimmt.

www.gamechangerio.org

Kaderschmiede

Die Genossenschaften waren im

19./20. Jahrhundert für die Bauern

ein wichtiges Instrument, um Produktionsmittel

einzukaufen und um

Produkte zu vermarkten. Zugleich

waren die Genossenschaften aber

auch Bildungsinstitutionen, wo die

Bauern lernten, wie man ein Protokoll

abfasst, eine Versammlung leitet

oder eine Rechnung revidiert –

Fähigkeiten, die nicht in der Schule

gelernt wurden.

Ab den 1880er Jahren waren die

Genossenschaften für Generationen

von jungen Bauern die vielleicht

wichtigste (Fort)bildungsinstitution.

Hier lernten sie, wie man erfolgreich

einen Betrieb führt und in der Öffentlichkeit

seine Interessen zur

Geltung bringen kann. Der wohl bekannteste

Landwirt, der im Genossenschaftswesen

gross wurde, ist

Rudolf Minger, der von 1929 bis

1940 als bisher einziger Bauer im

Bundesrat sass. Aber auch Johann

Jenny, der von 1897-1930 als Präsident

des Schweizerischen Bauernverbandes

amtierte, stammte aus

dem Genossenschaftswesen. Er war

Ende der 1880er Jahre an der Gründung

lokaler Genossenschaften

ebenso beteiligt wie an deren Zusammenschluss

im Verband landwirtschaftlicher

Genossenschaften

von Bern und Umgebung (VLG),

dem er zudem bis 1936 als Präsident

vorstand. Doch Jenny und

Minger waren nicht allein. Wie das

nun erschlossene Archiv des VLG

zeigt, gab es auf lokaler und kantonaler

Ebene hunderte von bäuerlichen

Funktionsträgern in der Öffentlichkeit,

die ihr Handwerk in der

Genossenschaft erlernt hatten.

Peter Moser

Archiv für Agrargeschichte

Tagesaktuelle Neuigkeiten

www.ufarevue.ch

UFA-REVUE · 6 2012 9


MANAGEMENT

Die Bauernfamilie steht

im Mittelpunkt

AGRISANO Seit 20 Jahren behauptet sich die Agrisano als bäuerliche Krankenkasse

und schaut an der Stiftungsratsitzung vom 1. Juni 2012 auf ein erfolgreiches Jahr 2011

zurück. Verabschiedet wurden dabei auch neue Stiftungsaktivitäten für Bauernfamilien.

Patrik

Hasler-

Olbrych

Jahresergebnis 2011

Vor 20 Jahren hat der schweizerische

Bauernverband die Krankenkasse

Agrisano als Stiftung ge -

gründet. Ziel war es, für die

Bauernfamilien eine eigene bäuerliche

Krankenkasse zu schaffen, weil sonst

viele Vorteile verloren gegangen wären.

Was in den ersten Jahren von der Konkurrenz

ziemlich belächelt wurde, war

der Anfang einer Erfolgsgeschichte. Allen

Unkenrufen zum Trotz entwickelte

sich die Agrisano zu einer erfolgreichen

mittelgrossen bekannten und respektierten

Nischenkasse, die heute mehr als

100000 Mitglieder zählt – die meisten

davon sind Bauernfamilien.

Die Agrisano darf daher die Zukunft,

auch wenn die Krankenkassenbranche

keine Einfache ist, mit Zuversicht angehen.

Dazu gehört – wie schon vor 20

Jahren – richtiges Handeln zur richtigen

Zeit. So wurde die Agrisano im letzten

Jahr im Rahmen einer Reorganisation

mit der Gründung der Agrisano Krankenkasse

AG und der Agrisano Versicherungen

AG, die vollumfänglich im bäuerlichen

Besitz sind und bleiben,

Mit 11 Mio. Fr. weist die Agrisano über alle Versicherungsparten ein

erfreuliches Gesamtergebnis 2011 aus. Die Reserven liegen mit 34 %

deutlich über den minimalen gesetzlichen Anforderungen und über

dem Branchendurchschnitt. Die Anzahl der Versicherten konnten bei

der Grund-, Taggeld-, Zusatz-, Unfall- oder Rechtsschutzversicherung

erhöht werden. Aufgrund des positiven Geschäftsergebnisses 2011, der

soliden Finanzsituation und der eher moderaten Kostenentwicklung

könne deshalb der Prämienrunde fur das nächste Jahr gelassen ent -

gegen gesehen werden, meinte Agrisano-Geschäftsführer Damian Keller

und verweist darauf, dass bei der Agrisano kinderreiche Bauernfamilien

gleich doppelt profitieren, neben den günstigen Kinderprämien redu -

ziert sich die Prämie für das dritte und jedes weitere Kind um mehr als

die Hälfte.

zukunftsträchtig mit neuen Aufgaben

und Zuständigkeiten aufgestellt. Ein

Rechtsformwechsel dieser Art ist etwas

Grundlegendes, die Strategie der konsequenten

Ausrichtung auf die Landwirtschaft

bleibt aber unangetastet.

Kernaufgaben des Agrisano-Stiftungszweckes

sind unter anderem:

• Förderung des Versicherungsschutz.

• Förderung sozialer Sicherheit, Gesundheitsvorsorge

und Schadensverhütung.

• Gemeinnützigkeit.

Aktivitäten Aufgrund der neuen

Rechtsträgersituation und den sich ändernden

Bedürfnissen der Bauernfamilien,

sollen die Aktivitäten der Stiftung

ausgebaut werden. Folgende Projekte

werden nächstens angepackt:

• Fonds für Prävention.

• Fonds für Härtefälle.

• Fonds für Betriebs- und Familienunterstützung.

• Prix Agrisano.

1. Fonds für Prävention Durch

Präventionsmassnahmen sollen Unfälle

und Krankheiten verhindert werden.

Die Agrisano unterstützt Präventionsaktivitäten

der Beratungsstelle für Unfallverhütung

in der Landwirtschaft (BUL)

schon seit ihrer Gründung, stark davon

profitiert hat beispielsweise die Präventionslösung

agriTOP.

2. Fonds für Härtefälle Mit dem

Mitteln aus dem Härtefallfonds sollen

Agrisano-Mitglieder (Agrisano Krankenkasse

AG und/oder Agrisano Versicherungen

AG) in Notsituationen unterstützt

werden, beispielsweise bei

unvorhergesehenen und unvermeidbaren

Schicksalssituationen, deren Schaden

weder gesetzlich noch vertraglich

versichert ist oder versichert werden

kann.

3. Fonds für Betriebs- und Familienunterstützung

Wer auf einem

Bauernbetrieb arbeitsunfähig wird, erleidet

schnell grosse wirtschaftliche Einbussen.

Bei einem Unfall oder bei

schwerer Krankheit sollte der Betrieb,

wie auch die Familienbetreuung, möglichst

normal weiterlaufen. Dazu muss

oftmals eine Ersatzkraft gefunden und

finanziert werden können. Dafür gibt es

in den meisten Kantonen landwirtschaftliche

Betriebshelfer- und Familienhilfeorganisationen.

Sie vermitteln

rasch fachlich ausgewiesene landwirtschaftliche

Betriebs- und Familienhilfen.

Landwirtschaftliche Betriebshelfer- und

Familienhilfeorganisationen haben dadurch

eine wichtige existentielle und

soziale Funktion.

Der vorgeschlagene Fonds für Betriebs-

und Familienunterstützung setzt

hier an und hilft Agrisano-Mitgliedern

die Kosten für einen Betriebshelfer oder

einen Familienhelferin zu tragen. Die Erfahrung

zeigt, dass in der Regel am Anfang

eines Unglücks die Hilfe am Nötigsten

ist. Ist diese erste Phase überbrückt,

suchen die Betroffenen oftmals eigene

Möglichkeiten der Betriebsorganisa -

tion (Einsatz familieneigener Personen,

Nachbarschaftsaushilfe, etc.). Mit dieser

Unterstützung geht zugleich eine

Stützung und Förderung der Betriebsund

Familienhelferdienste einher.

4. Prix Agrisano Mit dem «Prix

Agrisano» soll in der Regel alle zwei

Jahre eine Person, Familie oder Organi-

10 6 2012 · UFA-REVUE


MANAGEMENT

Spartipps bei Prämien

• Höhere Franchise: Wer eine höhere

Franchise wählt, erhält einen

attraktiven Rabatt und zahlt dadurch

weniger Prämien.

• Hoher Kinderrabatt: Die ersten beiden

Kinder und Jugendlichen (bis 18 Jahre)

erhalten gegenüber den Erwachsenenprämien

78 % Prämienreduktion.

Diese günstige Prämie wird für das

dritte und jedes weitere Kind sogar

noch halbiert.

• Hausarztmodell AGRI-eco: Wer aktiv

dazu beiträgt, Kosten zu sparen, wird

mit einem erheblichen Prämienrabatt

belohnt.

• Taggeldversicherung: Wartefristen

lohnen sich. Durch die Wahl einer

längeren Wartefrist, zum Beispiel

30 Tage, verringern sich die Prämien

massiv.

• Doppelprämien vermeiden: Wer

bereits bei einem Arbeitgeber gegen

Unfall versichert ist, kann die Un -

falldeckung der obligatorischen

Krankenpflegeversicherung sistieren.

• Frühzeitig einzahlen: Bei jährlicher

oder halbjährlicher Prämienzahlung

kann man von einem attraktiven

Rabatt profitieren.

• Medizinischer Auskunftsdienst:

Den Versicherten der Agrisano steht

unter 056 461 71 98 eine medizinische

Hotline zur Verfügung. Sie ist

rund um die Uhr (24 h) erreichbar.

• Versicherungsberatung: Gemeinsam

mit den Beratern und Beraterinnen

der Versicherungsberatungsstellen

der kantonalen Bauernverbände die

optimale Versicherungslösung suchen.

www.agrisano.ch

Die Agrisano arbeitet eng mit den kantonalen

landwirtschaftlichen Berufsorganisationen zusammen, die für

die Agrisano regionale Geschäftsstellen (Regionalstellen)

betreiben. Diese Vertrauenspersonen sind kompetent und

verschwiegen.

Auf dem Bild sind diese Mitarbeiter an einer Weiterbildung am Hauptsitz der Agrisano in Brugg

sation ausgezeichnet werden, welche

sich durch ihr uneigennütziges Engagement

zum Wohle verunfallter, kranker,

betagter oder benachteiligter Menschen

einsetzt. Wenig auffallende Menschen

des Alltags, die im Stillen – auf

welche Weise auch immer – sozial und

uneigennützig Gutes tun, sollen damit

von der Agrisano eine Anerkennung erhalten.


Autor Patrik Hasler-Olbrych, Agrisano,

Laurstrasse 10, 5201 Brugg

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www.ufarevue.ch 6 · 12

UFA-REVUE · 6 2012 11


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Seite 27

12 6 2012 · UFA-REVUE


KOOPERATION

Wer mäht bei schönem Wetter?

MANAGEMENT

GEMEINSAMER TRAKTOR Auf vielen Bauernhöfen ist ein «grosser» Traktor ein

Aushängeschild. Wer möchte diesen schon teilen? Wer es tut, spart Kosten.

Fredi Mosberger und Thomas Jung, benachbarte Milchbauern in Gossau (SG) haben

seit elf Jahren den «Grossen» gemeinsam. Es war ein guter Entscheid.

Thomas Jung betreibt Milchwirtschaft

mit 25 Milchkühen auf rund

19 ha Fläche. Fredi Mosberger hält

22 Milchkühe auf 20 ha Fläche, betreibt

einen Mastschweinestall mit 340

Plätzen und einen Pferdestall mit 7 Pensionspferden.

Bei beiden drängte sich

um die Jahrhundertwende der Ersatz eines

leistungsfähigeren Traktors auf, damit

ein 3 m Frontmähwerk und ein

Knickzetter problemlos betrieben werden

können. Auch stand ein Frontlader

auf der Wunschliste. Nur kostete damals

im Jahr 2000 das Gesamtpaket

rund 110 000 Fr. Zuviel aus Sicht des

Einzelnen. Sie beschlossen, den Kauf

gemeinsam mit je 55 000 Fr. Die Alternative,

eine Occasionsmaschine, hätte

im Alleingang mindestens eben soviel

gekostet. Nun aber konnten ein leistungsfähiger,

modern ausgestatteter

Traktor im Frontlader, ein neues Frontmähwerk

und ein neuer Knickzetter beschafft

werden. Dies mit dem Nachteil,

den Traktor nicht jederzeit verfügbar zu

haben.

Traktorteilet Die beiden erledigen

die Arbeiten nicht überbetrieblich. Jeder

bewirtschaftet seine Flächen selber.

Der grosse Traktor wird vor allem für

das Mähen eingesetzt. Dank der grossen

Leistungsfähigkeit konnte in den

letzten 11 Jahren immer rechtzeitig gemäht

werden. Letztendlich ist die Leistungsfähigkeit

nicht das Entscheidende,

sondern das gute Einvernehmen der

beiden Landwirte untereinander. Wenn

schönes Wetter angesagt und der anstehende

Schnitt reif ist, werden die

Landwirte in der Regel unruhig. Sie

wollen loslegen, gerade jetzt. Wer mag

da noch warten? Im Fall von Fredi Mosberger

und Thomas Jung muss einer

warten. Aber deswegen hätte es noch

nie Probleme gegeben. Wenn das Wetter

unsicher sei, dann würden eher kleinere

Flächen gemäht, erklärt Fredi

Mosberger, was rasch erledigt sei und

der andere müsse 1 bis 2 Stunden warten.

Sei das Wetter stabil, dann spiele

die Zeit eine geringere Rolle.

Tabelle: Traktor im Alleingang oder gemeinsam

Traktor, 100 PS, mit Frontlader

Kosten pro Betrieb gerundet (Fr.)

im Alleingang gemeinsam

Abschreibungen 5000 6000*

Zinsanspruch Kapital bei 3.5 % 2400 2200

Übrige Fixkosten 1800 1800

Total Fixkosten Traktor pro Jahr 9200 10 000

Fixkosten Traktor pro Betrieb und Jahr 9200 5000 (50 %)

Einsparung pro Betrieb 4200

Berechnung nach ART-Bericht 747 am Beispiel des Traktors von Thomas Jung und

Fredi Mosberger.

* Die jährlichen Abschreibungen sind höher, weildie Auslastung grösser ist und

schneller abgeschrieben wird.

Wirtschaftlicher Vorteil Der

Traktor steht rund 400h pro Jahr im Einsatz.

Werden die Kosten gemäss der

ART-Maschinenkostenrechnung berechnet,

so sparen die beiden Betriebe

rund 4000Fr. Fixkosten im Jahr. Bei den

stundenabhängigen variablen Kosten

wie Diesel etc. erfolgt keine Einsparung.

Organisation Der Traktor ist bei

Thomas Jung eingestellt. Die Stunden

werden mit einem auf den jeweiligen

Benutzer umschaltbaren Stundenzähler

erfasst. Aufgrund der Stunden werden

Reparaturen, Unterhalt und Treibstoff

abgerechnet. Ein Segen für diese Zusammenarbeit

sei das Natel, so Fredi

Mosberger. Die Übergabe des Traktors

lässt sich so ohne Zeitverlust organisieren.


Die beiden Milch bauern Fredi Mos berger

und Thomas Jung sind zufrieden

mit der Zusammenarbeit. Sie klappt gut.

Autor Dr. Beat Gügler,

Dipl. Ing. Agr. ETH,

8532 Warth (TG).

INFOBOX

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UFA-REVUE · 6 2012 13


MANAGEMENT

AGRO-TREUHAND

Wohnrecht auflösen

GRUNDBUCHEINTRAG LÖSCHEN, NUR MIT ZUSTIMMUNG Mit Wohnrechten

und Nutzniessungsrechten können die Eltern nach der Hofübergabe in einer Wohnung

auf dem Betrieb wohnen. Es handelt sich dabei um einen Teil der Altersvorsorge. Sollen

diese Rechte im Grundbuch ge löscht werden, sind verschiedene Punkte zu beachten,

vor allem auch derAnspruch auf Ergänzungsleistungen (EL).

Hans

Imhof

Bei der Hofübergabe

wird den Eltern oft an

einer oder mehreren

Wohnungen auf dem

Betrieb ein Wohnrecht

oder eine Nutz -

niessung eingeräumt.

Bild: landpixel.ch

Wohnrechte und Nutzniessungen

werden in einer vertraglichen Vereinbarung

– in der Regel im Kaufvertrag

– begründet und im Grundbuch

auf die Namen der Berechtigten

(beide Elternteile) eingetragen. Dadurch

ist bei einem Verkauf des Grundstückes

der nachfolgende Eigentümer verpflichtet,

das eingetragene Recht weiterhin zu

gewähren.

Altersvorsorge Ein Wohnrecht oder

eine Nutzniessung stellen für die Hofabtreter

einen Teil ihrer Altersvorsorge dar,

indem sie über vergleichsweise günstigen

Wohnraum selber verfügen und

eventuell eine weitere Wohnung auf eigene

Rechnung vermieten können. Ableiten

lässt sich dies aus dem Bäuerlichen

Boden- und Erbrecht (BGBB): Wird

Unterschied von Wohnrecht und Nutzniessung

Der wichtigste Unterschied zwischen Wohnrecht und Nutzniessung

besteht darin, dass beim Wohnrecht die im Begründungsvertrag

erwähnten Wohn berechtigten die Wohnung selber oder zusammen mit

Familienangehörigen, einem Lebenspartner oder einer Lebens partnerin

bewohnen können. Die Nutz niessung hingegen ermöglicht es, den

berechtigten Nutzniessern entweder die Wohnung selber zu bewohnen

oder auf eigene Rechnung und Gefahr zu vermieten.

im Rahmen einer Erbteilung das landwirtschaftliche

Gewerbe nicht dem

überlebenden Ehegatten zugewiesen,

kann dieser eine Nutzniessung oder ein

Wohnrecht an einer Wohnung verlangen

(Art. 11 Abs. 3 BGBB). Diese Bestimmung

sieht aber auch eine Entschädigung

an den Eigentümer vor.

Aufhebung Wohnrecht und Nutzniessung

enden spätestens mit dem Tod

der Berechtigten (lebenslängliche Dauer).

Vorher ist eine Aufhebung und Löschung

des Eintrages im Grundbuch

aber in folgenden Fällen möglich:

• Wohnrecht oder Nutzniessung wurden

ausdrücklich für eine begrenzte

Dauer vereinbart und im Grundbuch

eingetragen.

• Die Wohnberechtigten

oder Nutzniesser stimmen

einem Verzicht und Löschung des

Grundbucheintrages ausdrücklich zu.

• Bei «Unmöglichkeit der Ausübung»

(Pflegeheim, wobei eine unabhängige

Beurteilung notwendig ist).

• Wenn im Falle einer Zwangsver -

wertung das mit Wohnrecht oder

Nutzniessung belastete Grundstück

zu wenig Erlös erzielt, um die Verbindlichkeiten

des Eigentümers zu

decken (Doppelaufruf).

Vereinbarungen wie, dass sich die

Wohnberechtigten verpflichten, einem

Verzicht auf das Wohnrecht zuzustimmen,

sollten sie aus gesundheitlichen

Gründen nicht mehr in der Lage sein,

das Wohnrecht persönlich auszuüben,

sind zwischen den Parteien zwar bindend,

nach Auffassung des Autors reicht

sie aber nicht aus, um eine Löschung

im Grundbuch vorzunehmen. Dazu ist

immer ein ausdrücklicher Verzicht der

Wohnberechtigten oder allenfalls die

Bestätigung eines Arztes notwendig.

Als Alternative kann ein Wohnrecht

auf die Aktivitätsdauer (= Zeitdauer so

lange ein selbstständiges Wohnen,

allenfalls mit externer Unterstützung

möglich ist) vereinbart werden. Allerdings

ist auch hier zum gegebenen Zeitpunkt

die Zustimmung der Berechtigten

oder eine unabhängige Beurteilung

für die Löschung des Wohnrechtes notwendig.

Ergänzungsleistungen Wenn ein

Wohnrecht aus gesundheitlichen Gründen

nicht mehr ausgeübt werden kann,

darf der Gegenwert zur Beurteilung des

Ergänzungsleistungs-Anspruchs nicht

als Einkommen angerechnet werden.

Bei einem definitiven Verzicht muss

aber damit gerechnet werden, dass der

jährliche Nutzen von Wohnrechten oder

Nutzniessungen in der EL-Berechnung

verbleibt, wenn der Verzicht nicht

gleichwertig entschädigt wurde.

Autor Hans Imhof ist Bereichsleiter

Beratung bei der Agro-Treuhand

Rütti AG, Molkereistrasse 23,

3052 Zollikofen. www.atruetti.ch

Adressen von weiteren Agro-Treuhandstellen

finden Sie auf www.satv-asaf.ch

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www.ufarevue.ch 6 · 12

14 6 2012 · UFA-REVUE


Siloballen aus der Schusslinie nehmen

KURZMELDUNGEN

LANDTECHNIK

Für viele Bauernbetriebe sind Siloballen

eine beliebte Form der Futterlagerung.

Anders für die Öffentlichkeit:

Immer wieder liest man in

Zeitungen über das Ärgernis Siloballen.

Raimund Rodewald, Geschäftsführer

der Stiftung Landschaftsschutz

Schweiz, spricht gar von

einer zunehmenden «Plastifizierung

der Landschaft» und kritisiert die

Gemeinden: «Sie kümmern sich

kaum um die Problematik, obwohl

sie grosse Siloballen-Lager eigentlich

bewilligen müssten».

Für die Bauern sind die Vorteile

der Siloballen offenkundig. Mit wenig

Aufwand sollen diese optimal

gelagert werden, damit keine unnötigen

Diskussionen in der Öffentlichkeit

entstehen. Denn letztlich

Neue Mähwerke von Krone

Nachdem Korne zur Agritechnica

zwei neue Triple-Mähwerke (mit

ebenfalls neu konzipierten Front-

Einheiten) auf den Markt brachte,

folgen nun neue Scheibenmähwerke

des Typs «EasyCut» für den Heckanbau.

Die Modelle «R 320» (mit Zinkenaufbereiter

«R 320 CV») und «R

360» sind mit neuem Anbaubock

und neuer Aufhängung ausgestattet.

Die Maschinen klappen beim

Transport nach oben über den

Schwerpunkt hinweg. Ebenso

verbessert hat Krone die Anfahrsicherung,

das Mähwerk schwenkt

nun nach oben und hinten. In den

sind die Bauern beim Verkauf ihrer

Produkte und in der Agrarpolitik

auf die Toleranz der Bevölkerung

angewiesen. Bauern und Lohnunternehmer

sollten die Frage der

landschaftsverträglichen Siloballenlagerung

ernst nehmen und auf folgendes

achten:

• Nur kleine Mengen (10 bis 15

Ballen) an Gebäuden deponieren.

Mäheinheiten ist nach wie vor die

«SafeCut»-Überlastsicherung eingebaut.

Als Wunschausstattung sind

eine hydraulische Auflagedruckverstellung

und die Abstellmöglichkeit

in Transportstellung lieferbar.

Allen neuen Mähwerken gemeinsam

ist das rundlich gehaltene

Design mit einer glatten Oberflächengestaltung,

die Materialablagerungen

verhindern soll. Die

Oberseite der Mähwerke sind in

grün, die Hauben und Vorhänge in

beige gehalten. Weiter wurden verschiedene

Details geändert, wie

zum Beispiel die nun schwarzen

Klingenboxen oder der ebenfalls

schwarze Anfahrschutz aus Gummi.

• Grüne Folie benutzen und Lager

mit Netz abdecken.

• Grössere Mengen an abgewandter

Gebäudeseite lagern.

• Hecke ums Lager pflanzen.

• Pyramiden aufbauen (weniger

schöne Ballen in die Mitte) mit

Zwischengängen für Katzen und

Füchse.

• Keine Ballen im freien Land, an

Wegkreuzungen und unter Bäumen

lagern.

• Ballen auf flacher Seite lagern, wo

Verpackung durch mehrere

Schichten am stärksten ist.

• Keine Ballen an Gewässern,

Waldrändern, Hecken, Feldgehölzen

und ökologischen Ausgleichsflächen.

Markus Rediger, LID

Rapid-

Museum

mit Neuheiten

Waren am Eingang des Rapid-Museums

in Schöftland bisher verschiedene

historische Traktoren

ausgestellt, wird nun die Geschichte

des Mähens gezeigt – erst die Sense,

dann das Pferdefuhrwerk mit

Messerbalken, danach einer der

ersten Rapid-Motormäher (Typ K

aus dem Jahr 1929) und schliesslich

die Rapid Heureka, der selbstfahrenden

Mäher. Zudem wurde der

Eingangsbereich grosszügiger gestaltet

und die Bar vergrössert.

Auch ist ein neuer Raum geschaffen

worden, in dem alte Traktoren, etwa

von Steyr, Bucher, Porsche, Vevey

und Hürlimann, gezeigt werden.

Unermüdlich suchen Inhaber

Charles Lüscher und sein Helfer

Hans Kündig nach neuen Exponaten,

restaurieren diese in aufwändiger

Kleinarbeit und schaffen neue,

stimmungsvolle Umgebungen für

die Raritäten. Das Museum ist jeden

letzten Sonntag bis Oktober

(Ausnahme Juli + September: zweitletzter

Sonntag) von 10 – 15 Uhr geöffnet.

www.rapidmuseum.ch

GVS-Agrar gründet

Kompetenzzentrum

für Bodenbearbeitung

Bei GVS-Agrar ist man überzeugt,

das der Ackerbau Zukunft hat.

Deshalb investiert man in dieses

Segment und wird künftig eine erweiterte

Palette von Bodenbearbeitungstechnik

über eine neu gegründete

Vertriebsschiene vermarkten.

«TerraProfi» heisst dieses Kompetenzzentrum,

das seinen Fokus auf

eine professionelle und moderne

Bodenbearbeitung ausrichten wird.

«TerraProfi wird den Landwirt umfassend

und kompetent beraten»

betont Verkaufsleiter Ivo Fausch

und fügt bei: «Geplant sind rund 25

solcher Kompetenzzentren in der

ganzen Schweiz.»

Mit den Bodenbearbeitungsmaschinen

aus dem Hause Horsch erweitert

GVS Agrar gleichzeitig das

bestehende Produkteprogramm des

langjährigen Partners Rabe, der seit

2011 Teil des französischen Herstellers

Grégoire-Besson ist. Horsch, vor

28 Jahren gegründet, habe mit seiner

Philosophie, Landmaschinentechnik

nach standortspezifischen

Erfordernissen zu entwickeln, in

kurzer Zeit den Weltmarkt erobert,

heisst es bei GVS-Agrar. Horsch hat

aktuell mehr als 100 verschiedene

Variationen von Bodenbearbeitungs-

und Sämaschinen in Arbeitsbreiten

von drei bis 24 Metern im

Angebot. Abgerundet wird das Verkaufsprogramm

durch die Präzisionsgeräte

(Spurführungssysteme)

des Schweizer Herstellers Leica.

GVS Agrar hat ein eigenes, flächendeckendes

Netz («GVSnet») aufgebaut,

das den Empfang eines RTK-

Signals ermöglicht und eine

Spurgenauigkeit von +/– 2cm erreicht.

Tagesaktuelle Neuigkeiten

www.ufarevue.ch

UFA-REVUE · 6 2012 15


LANDTECHNIK

Lely lanciert

Fütterungsroboter

KURZMELDUNGEN

Nach dem automatischen Melken

ist der Fütterungsroboter «Vector»

für Lely ein nächster Schritt in der

Automatisierung der Milchviehhaltung

angesagt. «Vector soll sicherstellen,

dass die Kühe kontinuierlich

und rechtzeitig mit angemessenen

Portionen gefüttert werden, so dass

eine effiziente Milchproduktion erzielt

wird. Das System stellt permanent

Futter in flexibler Weise bereit,

24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.

Der Prozess ist vollständig automatisiert.

Mit dem «Vector» können Viehhalter

ihre Fütterungsstrategie für

unterschiedliche Gruppen von Kühen

definieren. Das Ergebnis ist eine

verbesserte Kuhgesundheit und eine

optimale Milchproduktion. Das

Futter wird im Futtervorratsbereich

gelagert. Je nach Grösse des Vorratsbereiches

lässt sich das Futter

sogar für mehrere Tage lagern. Ein

Greifer bewegt sich über den Vorratsbereich,

wählt das Futter aus,

nimmt es auf und lädt es in den

Misch- und Fütterungsroboter. Der

Futtergreifer scannt den Teil des

Futterlagerbereichs, der einem bestimmten

Futter zugewiesen wurde

und nimmt das Futter vom höchsten

Punkt. Ein Kraftfutterspender

überwacht die Futtermengen, die

genau gemessen werden können.

Darüber hinaus lassen sich zum

Kraftfutter kleinere Mengen an Mineralien

und Zusätzen mischen.

Tagesaktuelle Neuigkeiten

www.ufarevue.ch

Neue Generation von Robotern für den Feldbau

Am European Robotics Forum 2012

diskutierten rund 350 Forscher aus

Industrie und Wissenschaft über die

Herausforderungen und Einsatz von

Robotertechnologie in der Nahrungsmittelproduktion.

«Dank des

Vertrauens in die moderne technologiebasierte

Landwirtschaft kombiniert

mit billigen Arbeitskräften in

den Schwellenländern, beschränkte

sich der routinemäßige Einsatz von

Robotern bislang auf eine kleine Anzahl

spezieller Aufgaben wie das

Melken, die Futtermittelzufuhr und

die Reinigung des Hofes», erklärte

Professor Simon Blackmore von der

Harper Adams University. «Frühere

Versuche, komplexe Roboter mit

optischen Sensoren zur Ernte von

empfindlichen oder schwer zu

Lindner legt zu

Der österreichische Landmaschinenspezialist

Lindner konnte seine

Exportquote im Jahr 2011 von 40

auf 44 % steigern. Dazu leistete

auch der Schweizer Markt einen

wichtigen Beitrag, baute doch Lindner

seine Anteile bei Transportern

auf 15.9 % aus. In der Schweizer

Berglandwirtschaft sei der Transporter

«Unitrac» vor allem wegen

seiner Vierrad-Lenkung und dem

langem Radstand beliebt, heisst es

bei Lindner.

Auf dem Schweizer Traktorenmarkt

würden die rumpf- und achsgeführte

Fronthydraulik der aus sie-

ben Modellen bestehenden «Geotrac

4»-Modelle (75 bis 124 PS) die

hohen Anforderungen der Schweizer

Grünlandwirtschaft erfüllen, so

dass saubere Mähbilder bei hoher

Futterqualität resultierten, heisst es

bei Lindner weiter. Darüber hinaus

überzeugen die Traktoren mit bedarfsorientierten

Kühlsystemen,

LED- und Halogen-Lichttechnologie

und einer leistungsstarken Hydraulik.

Im Geschäftsjahr 2011/12, das

am 31. März endete, erwirtschaftete

Lindner einen Umsatz von 75 Mio.

Euro. In Kundl fertigen 219 Mitarbeiter

1600 Fahrzeuge im Jahr.

handhabenden Pflanzen zu entwickeln,

brachten kein zufriedenstellendes

Ergebnis. Die Maschinen waren

nicht robust genug, zu langsam

und zu teuer.»

Am Kongress wurde ein neues

Robotik-Netzwerk für die Landwirtschaft

gegründet. Mit einer Mikro-

Bodenkultivierung, Jäten und Bepflanzen

unter Einsatz von kleinen,

ausgeklügelten, autonomen, modularen

Maschinen soll eine neue Ära

eingeläutet werden. Die Teilnehmer

des Forums untersuchten die Prototypen

der Multitask-Roboter der

Universitäten Kopenhagen, Süd-Dänemark,

Wageningen und Kaiserslautern

und eines niederländischen

Forschungsinstituts, wie «Crop

Scout» (Bild), eine Beobachtungsplattform

mit der Fähigkeit, Pflanzen

zu vermessen und auf Erkrankungen

zu untersuchen.

Tests mit dem «Crop Scout» führten

zu einer Reduktion von 98 % der

bisher eingesetzten Mittel. Die neue

Generation der Roboter hat bereits

beeindruckende Versuchsergebnisse

hervorgebracht. Obwohl weitaus

kleiner als gewöhnliche Fahrzeuge,

können diese verschiedene Aufgaben

ausführen, wie zum Beispiel das

Besprühen des Feldes mit Pflanzenschutzmitteln.

Neueröffnung bei Brack

Nach einem juristischen Hürdenlauf,

der sich über zehn Jahre erstreckte,

weihte Brack Landtechnik anfangs

Juni in Unterstammheim den neuen

Firmensitz ein. Firmengründer und -

inhaber Albert Brack konnte so sein

Lebensziel doch noch erfüllen und

seine Firma von Guntalingen nach

Unterstammheim übersiedeln. Zudem

vollzog Brack auch für seinen

Lohnbetrieb mit einer neuen Einstellhalle

die gewünschte Erweiterung.

Brack ist Generalimporteur

von Rübenernte-Technik der Firmen

Holmer und Ropa, vertreibt als

Händler Traktoren und Maschinen

der Marken Fendt, Massey Ferguson,

Krone, Kuhn, Agrar und Kverneland.

Zudem importiert Brack

auch Transporttechnik vertreibt

weitere Maschinen für die Forstund

Bauwirtschaft sowie im Hausund

Gartenbereich.

16 6 2012 · UFA-REVUE


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UFA-REVUE · 6 2012 17


KNOW-HOW

PRAXISTEST

Effizientes Ernten

DEN LADEWAGEN KRONE «AX 250 GD» präsentierte Krone erstmals an der

Agritechnica 2007. Dieser Wagen mit 25 m 3 Fassungsvermögen (nach DIN) im

Ganzstahlaufbau und mit Dosierwalzen ausgerüstet fördert das Erntegut mit einem

Rotor in den Laderaum. Für die Messerwartung kann das Schneidwerk zur Seite

geschwenkt werden.

Der Ladewagen hat in der Futter -

ernte auch weiterhin eine grosse

Bedeutung. Insbesondere bei Feldentfernungen

von unter 10 km kann

er in Verfahrensvergleichen immer wieder

seine Stärken ausspielen. Die Baureihe

«AX» gibt es in den Ausführungen

mit Faltgatter oder geschlossenem Aufbau.

Zusätzlich können die Maschinen

mit einer Dosiereinheit ergänzt werden.

Der Krone «AX 250 GD» ist als Ladeund

Dosierwagen konzipiert, kann also

dank den Dosierwalzen auch beim Abladevorgang

punkten, wo speziell im

Fahrsilo eine gleichmässige Futterverteilung

gewünscht wird.

«Easyflow» Wie fast alle Pickups,

die Krone in seinen Erntemaschinen einsetzt,

so ist auch jenes beim «AX»-Ladewagen

mit dem ungesteuerten «Easyflow»

ausgestattet. Der Abstreifer ist

wellenförmig konstruiert, die am Drehpunkt

starr angebrachten Zinken in fünf

Reihen tauchen in ihrer Bahn quasi ab

und können das Futter so kontinuierlich

dem Rotor übergeben.

Neben den seitlich angebrachten

Tasträdern kann das 1.80 m breite Pick -

Das Schneidwerk kann für

Wartungsarbeiten seitlich

herausgeklappt werden.

up optional mit zwei weiteren Rädern

ergänzt werden. Sie laufen hinter dem

Pickup nach und sorgen für bessere Führung

und Futteraufnahme.

Der Förder- und Scheidrotor

verfügt über sechs spiralförmig angeordnete

Zinkenreihen. Die Zinken sind auf

Vor allem beim Ablad auf

dem Fahrsilo bewährt sich die

Knickdeichsel.

Praxisstimme zum Lade- und Dosierwagen Krone «AX 250 GD»

Hanspeter Kern

Hanspeter Kern aus Buchberg (SH) hat den

Ladewagen Krone «AX 250 GD» auf die

Erntesaison 2011 als Nachfolger für ein

Tiefgänger-Modell gekauft. Dieses erfüllte

seine Anforderungen bei der Befüllung

seines in der Zwischenzeit gebauten Fahr -

silos nicht mehr, musste aber, da es in die

Jahre gekommen war, eh ersetzt werden.

Kern hat sich lange mit dem Kauf be -

schäftigt und auch verschiedene Vorführmodelle

getestet.

«Wichtig war in erster Linie einmal, dass

der neue Ladewagen auf meine spezifischen

Betriebsverhältnisse ausgerichtet ist

und auch zu meinem Traktor (125 PS)

passt», blickt Hanspeter Kern auf die Eva -

luationsphase zurück. Weiter war es für ihn

entscheidend, dass die Schnittqualität

(deshalb ein Modelle mit Schneidrotor)

und Einfuhrleistungen stimmen. «Nebst

problemlosem und sauberem Aufladen

wollte ich einen leichtzügigen Wagen, den

man auch bei Welksilage verwenden kann,

und der punkto Wartungsfreundlichkeit zu

überzeugen vermag». Darüber hinaus war

auch die Verwendung als Erntewagen bei

der Maissilage-Ernte ein Erfordernis.

«Meine Erwartungen wurden voll und ganz

erfüllt», bilanziert Hanspeter Kern. Über -

rascht war er von den Stärken des «AX 250

GD» im kupierten Gelände. «Da hatte ich

anfänglich meine Bedenken». Beeindruckt

war er zudem von der Ladeleistung.

Kern hat den Ladewagen mit einer 500er

Bereifung (Flotation Plus), einem gefederten

Tandemaggregat mit Längslenkern

(zulässiges Gesamtgewicht 14 t) und me -

chanischem Bremsabreissventil ausrüsten

lassen. Dabei hat er sich von GVS-Agrar

kompetent beraten gefühlt. «Auszusetzen

habe ich eigentlich nichts» betont Kern.

«Wünschenswert wäre jedoch eine Auto -

matikfunktion, über die das Pickup auto -

matisch anlaufen und abstellen würde,

wenn man es absenkt oder hochzieht».

Der «AX 250 GD» wird vorerst nur auf dem

eigenen Betrieb eingesetzt, Kern ist aber

offen für eine überbetriebliche Nutzung.

Hanspeter Kern hofft, dass dieser Ladeund

Erntewagen die nächsten 15 bis

20 Jahre eingesetzt werden kann. «Erst

dann zeigt es sich abschliessend, ob die

gestellten Erwartungen auch wirklich

erfüllt wurden».

18 6 2012 · UFA-REVUE


PRAXISTEST

KNOW-HOW

Steckbrief

Lade- und Dosierwagen Krone

«AX 250 GD»

Fassungsvermögen: 25 m 3 (nach DIN),

44 m 3 bei Dürrfutter mittlerer Pressung.

Masse: Länge: 8.85 m, Breite: 2.52 m,

Höhe: 3.46 m (abgeklappt: 2.97 m).

Pickup: 1.80 m, 5 Zinkenreihen.

Rotor: 760 mm Durchmesser, 1.56 m

Breite, 6 spiralförmig angeordnete

Zinkenreihen, 32 Messer mit Gruppenschaltung

(0, 16, 16, 32).

Fahrwerk: Tandemachse in diversen

Ausführungen und Bereifungsvarianten.

Leistungsbedarf: Ab 80 PS.

(Herstellerangaben)

»AX 250 GD»: Ein

leichtzügiger Rotor -

ladewagen mit

guter Schlagkraft.

den Rotor geschweisst und weisen dank

Hardox-Auflage geringe Verschleisserscheinungen

auf. Das Schneidwerk mit

32 einzeln über Federn abgesicherten

Messern und zentraler Schaltung (0, 16,

16, 32) kann für Wartungsarbeiten von

einem Punkt aus entriegelt und dann zur

Seite geklappt werden. Die Messer können

werkzeuglos herausgenommen und

wieder eingesetzt werden.

Abgesenkter Kratzboden Eine

Besonderheit der «AX»-Ladewagen-

Baureihe von Krone ist der im vorderen

Bereich um 10 cm abgesenkte Kratzboden.

Durch diese leicht schräge Position

des Kratzbodens wird der Förderweg

des Schneidrotors verkürzt. Die Ingenieure

bezweckten damit einen schnelleren

Transport des Futters in den Wagen,

bei gleichzeitig geringerem

Kraftaufwand. Der Hersteller gibt an,

dass der «AX 250 GD» schon mit einem

Traktor ab 80 PS eingesetzt werden

kann. Der hydraulische Kratzbodenvorschub

ist stufenlos einstellbar und kann

sogar rückwärts laufen, um bei möglichen

Störungen im Bereich der Dosierwalzen

die Ladung wieder nach vorne

schieben zu können.

Dosiereinheit Serienmässig gibt es

die «AX»-Baureihe mit zwei Dosierwalzen.

Auf Wunsch ist auch eine dritte verfügbar.

Zudem kann dar Wagen mit

einem hydraulisch angetriebenen Querförderband,

das beidseitig dreht und

sich nach Gebrauch unter den Kratzboden

schieben lässt, ausgestattet werden.

Beim Abladen drehen die Dosierwalzen

mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

Die untere Walze dreht dabei um

einiges schneller als die obere(n), so

dass das Futter gleichmässig und vor allem

verstopfungsfrei abgeladen wird.

Das Dosiergetriebe ist direkt über die

Hauptkupplung an der Gelenkwelle gesichert.

Damit steht mehr Drehmoment

bei höheren Abladegeschwindigkeiten

zur Verfügung.

Eine Knickdeichsel mit doppelt

wirkenden Hydraulikzylindern gehört

zur Grundausstattung des Ladewagens.

Weniger bewegliche Teile: Das Pickup

«EasyFlow» mit ungesteuerter

Kurvenbahn und Rollenniederhalter.

Dank diesem Element wird beim Pickup

eine Bodenfreiheit bis zu 75 cm erreicht,

was Anwender vor allem auf dem Fahrsilo

zu schätzen wissen.

Beim Fahrwerk (Tandemachse) bietet

Krone eine Vielzahl von Bauarten an. So

gibt es das ungefederte Portal-Tandemoder

das gefederte Verbundaggregat,

wahlweise mit zusätzlichen Lenkerverbindungen

für zusätzliche Stabilität.

Wer höhere Ansprüche hat, dem steht

eine nachlaufgelenkte Tandemachse

mit hydraulischem Ausgleich zur Verfügung.


Serienmässig gibt es die «AX»-

Baureihe mit zwei Dosierwalzen,

auf Wunsch gibt es eine dritte.

Autor Dr. Roman

Engeler, UFA-Revue,

8401 Winterthur

In loser Folge publiziert

die UFA-Revue unter

dem Titel «Praxistest»

Berichte über landwirtschaftliche

Maschinen.

Die Interviewpartner,

respektive Eigentümer

dieser Maschinen,

werden jeweils in

Zusammenarbeit mit

den Herstellern oder

Importeuren ausgesucht.

www.gvs-agrar.ch

www.krone.de

INFOBOX

www.ufarevue.ch 6 · 12

UFA-REVUE · 6 2012 19


KNOW-HOW

NEUHEITEN

Mehr Produktivität – mehr Erfolg

Althaus lanciert Multifunktionslader

Die Strategie, die New Holland mit

der frühen Einführung der SCR

Technologie bei der Serie «T7» und

«T8» gewählt hat, ist goldrichtig.

Erste Testresultate und Praxistests

liegen vor. Das Versprechen für weniger

Kraftstoffverbrauch mit dem

Beitrag für eine saubere Umwelt

und Schonung des Portemonnaies

ist wahr geworden.

Nun kommt die Serie «T6» mit

«Ecoblue» SCR-Technologie auf den

Markt. Mit einem optimalen Leistungsgewicht

von 29kg/PS und den

beeindruckenden 4-Zylinder-Motoren

von 110– 163PS, sowie 6 Zylinder-Motoren

von 116– 175PS,

sorgt der «T6» für höchste Produktivität.

10% Kraftstoffeinsparung gegenüber

den Vorgängermodellen

und eine speziell reduzierte Leerlaufdrehzahl

des Motors lassen die

Betriebskosten der neuen Serie

deutlich sinken. Der Motor aus dem

eigenen Werk erfüllt schon heute

die kommenden Abgasnormen.

Bei der Ausrüstung des «T6» hat

man die Wahl zwischen den drei

Getriebevarianten «Dual Com-

mand», «Electro-Command» oder

«Electro-Command» mit Spargang.

Wendigkeit und Bedienungskomfort

findet man in der exklusiven

«Supersteer»-Achse und «Fast-

steer»-Lenkung. Die «Horizon»-

Kabine mit oder ohne Federung

setzt seit Jahren neue Massstäbe.

Ob in der Standardausführung oder

in der Niedrigvariante, der Überblick

nach vorne und hinten ist

grandios. In Sachen Hydraulikleistung

bietet die CCLS-Pumpe eine

Spitzenleistung mit 113l/min und

am Hubwerk warten 7864kg Hubkraft

auf die Anbaugeräte. Das

automatische Traktionsmanagementsystem

«Terralock» und die

automatische Feldendefunktion

«HTS» ersparen Handgriffe, steigern

Leistung und Qualität der verrichteten

Arbeit

New Holland Traktoren Center

Schweiz

8166 Niederweningen

044 857 26 00

www.new-holland-traktorencenter-schweiz.ch

«MultiOne» oder «Alles in einem» –

so heisst das neue Produkt, der

kompakte, wendige und vielseitig

einsetzbare Multifunktionslader mit

Teleskoparm, des italienischen Herstellers

CSF im Angebot der Althaus

AG Ersigen. Die «MultiOne» Multifunktionslader

des italienischen

Herstellers CSF sind für den Einsatz

in der Landwirtschaft oder auf Baustellen,

in Kommunen, in der Garten-

und Landschaftspflege geeignet.

Für Lader gibt es mehr als 170

Anbaugeräte, alle mit Schnellwechselsystem.

Vier Baugrössen mit Leistungen

von 12 bis 49PS stehen zur Auswahl.

Etwas ist allen gemeinsam:

«MultiOne» kombiniert ultramodernes

italienisches Design mit zuverlässigen

Dieselmotoren von Yanmar

und mit Hydraulikkomponenten der

renommiertesten Hersteller. Grosse

Hubkraft und Schnelligkeit ist das

eine, Sicherheit und Komfort das

andere. Die «MultiOne»-Lader können

mit einer ROPS-zertifizierten

Komfortkabine inklusive Sitzheizung

und Radio/MP3-Player ausgerüstet

werden.

Althaus AG

3423 Ersigen,

034 448 80 00

www.althaus.ch

www.mobi.ch

ERFOLGS-

BETEILIGUNG

DANK

GENOSSEN-

SCHAFT

20 6 2012 · UFA-REVUE


NEUHEITEN

KNOW-HOW

Pöttinger: Grünlandtechnik für höchste Ansprüche

Sauberes, energiereiches Futter ist

die Grundlage für gesunde, fruchtbare

Tiere und damit für den nachhaltigen

Erfolg des Landwirtes. Beste

Grundfutterqualität beginnt mit

einer gut gepflegten Grasnarbe und

kann durch innovative Techniken

der Futterernte und -konservierung

gesichert werden. Die besonders

boden- und futterschonende Arbeitsweise

der Maschinen zeichnet

die Pöttinger-Grünlandsparte aus.

Pöttinger ist der Spezialist in Sachen

Mähwerke und lässt mit der breiten

Palette keine Wünsche offen. Erstklassige

Schnittqualität und Stabilität

sind die Markenzeichen. Die

Zettkreisel zeichnen sich besonders

durch die perfekte Bodenanpassung

aus. Ein großer Pluspunkt sind die

breiten Räder, in Verbindung mit

dem Multitast-Rad am Anbaubock,

welche die Hangtauglichkeit stark

verbessert. Leichtzügige Schwader

mit perfekter Bodenanpassung und

extremer Wendigkeit entsprechen

den Anforderungen der Praxis. Bei

Ladewagen ist Pöttinger weltweit

die klare Nummer 1. Die 53 verschiedenen

Modelle zeigen die Entwicklungsfreude

des Ladewagen-

Spezialisten auf. Da ist vom

Heu-Ladewagen bis zum Großraum-

Silierwagen für jeden Landwirt und

Lohnunternehmer genau der richtige

Wagen dabei.

Pöttinger AG

5413 Birmenstorf

056 201 41 60

info@poettinger.ch

www.poettinger.ch

Selbstfahrspritze für den professionellen Anwender

Der «Condor» von Agrifac ist gelandet:

Mit dem Ersteinsatz des ersten

«Condor» in der Schweiz konnte

Serco Landtechnik ihr breites Sortiment

erfolgreich erweitern. «Condor»

ist das Topmodell von Agrifac

für alle Sprüh- und Spritzarbeiten

zwischen Aussaat und Ernte. Die folgenden

Funktionen machen den

Condor zur bei weitem effizientesten,

ökonomischsten, ergonomischsten

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W

UFA-REVUE · 6 2012 21


KNOW-HOW

PRAXISTEST

Multitalent für Gras, Heu und Stroh

DIE PRESS-WICKELKOMBINATION «BIO» hat Kuhn nach der Übernahme des

Werks im holländischen Geldrop komplett überarbeitet. Ausgerüstet mit einem neuen

Schneidrotor, breiterem Pickup mit Pendelaufhängung, absenkbarem Schneidboden

und dem bekannten Integralrotor sowie versehen mit Isobus-Kompatibilität wurde die

Maschine als «i-Bio» 2010 neu auf dem Markt lanciert.

Der Vorteil von Press-Wickelkombinationen

liegt darin, dass ein Fahrer

mit einer Maschine die gesamte Arbeit

erledigen kann. Zudem bringt

das unmittelbare Umwickeln von Ballen

Vorteile beim nachfolgenden Gärprozess.

Negativ wirkt sich aber oft aus,

dass solche Maschinen recht schwer

sein können und Nachteile beim Manövrieren

aufweisen.

Das «Bale-in-One»-Konzept – von

Taarup vor rund zehn Jahren entwickelt

– beseitigt diese Nachteile. Die heute

von Kuhn gebaute «i-Bio« Press-Wickelkombination

ist kompakt und mit

3495 kg (in der 14-Messer-Ausführung

des Schneidrotors) ein Leichtgewicht in

diesem Maschinensegment, was vor allem

in Hanglagen von Bedeutung ist. Im

Gegensatz zu üblichen Kombi-Pressen

liegt der Unterschied der «i-Bio»-Presse

darin, dass der Ballenwickler vollständig

in die Presskammer integriert ist, was

Platz und Gewicht spart.

Die Presskammer – eine Festkammer

mit 125 cm Durchmesser – verfügt

über 18 Presswalzen mit Faltenprofil.

Ist der Pressvorgang zu Ende, so wird

die obere Presskammerhälfte ausgehoben

und der Wickelvorgang setzt ein.

Die untere Presskammerhälfte dient dabei

als Wickeltisch. Dadurch entfällt der

Überladevorgang, das Risiko einer nachträglichen

Ballenausdehnung sowie

mögliche Bröckelverluste werden minimiert.

Die Presskammer ist mit 18 Walzen

ausgerüstet. Im vorderen Teil der Aufnahme

ist das spezielle Band ersichtlich,

das die Bröckelverluste minimiert.

Einzugssystem Aufgenommen

wird das Erntegut in Form von Gras, Heu

oder Stroh – die «i-Bio» kann nämlich alles

verarbeiten – über ein 2.30 m breites

Pickup mit Pendelaufhängung und verstellbaren

Tasträdern. Für eine störungsfreie

Aufnahme mit kurzem Förderweg

und konstantem Zwangseinzug sorgt

Praxisstimme zur Press-Wickelkombination Kuhn «i-Bio»

Ueli Emch

Ueli Emch, Landwirt und Lohnunternehmer

in Kammersrohr (SO), hat die «i-Bio»-Presse

von Kuhn auf das Frühjahr 2011 gekauft

und seither rund 3000 Ballen (Gras, Heu

und Stroh) produziert. Neben der 600er

Bereifung – «meine Kunden tolerieren

keine Schäden an der Grasnarbe» – hat er

die Maschine mit weiteren Sonderausstattungen

ausrüsten lassen. Dazu gehören die

Mantelfolienbindung, der Ballenablagebügel

und ein spezielles Band am Boden der

Presskammer, damit die Bröckelverluste

noch geringer sind und die Balle,

insbesondere bei Stroh, störungsfrei dreht.

«Ich habe mit dieser Maschine einen guten

Kauf gemacht», bilanziert Emch. Mit der

«i-Bio» seien seine Vorgaben an die Presse,

nämlich leicht, wendig, hangtauglich und

einsetzbar für alle Erntegüter, erfüllt

worden. «Die Maschine ist übersichtlich,

zuverlässig und die Schnittqualität der

14 Messer stimmt», hält Emch fest.

Überzeugt ist er zudem vom Integralrotor-

Konzept, das für Emch den Ausschlag gab,

dass er auch bei der Neuanschaffung einer

Quaderballenpresse dem Kuhn-System den

Vorzug gab.

Positive Rückmeldungen gibt es auch von

den Kunden. Zwar wirkten die Ballen

optisch etwas klein, aber dies rühre wohl

daher, dass die Ballen sofort gewickelt

werden und sich vorher nicht wieder

ausdehnen können, meint Emch. «Das

Gewicht der Ballen stimmt jedenfalls».

Ueli Emch setzt die Press-Wickelkombina -

tion mit einem 120-PS-Traktor ein. «Ich

weiss von Anwendern, welche diese

Maschine auch mit 85 PS betreiben». Dies

sei jedoch höchstens in der Ebene möglich.

In den Hanglagen des Jura seien gewisse

Leistungsreserven hingegen willkommen.

Wünschenswert, so Emch abschliessend,

wäre ein flexibleres System beim Wechsel

von der Mantelfolie auf die Netzbindung.

Vielleicht wird dies dann umgesetzt, wenn

dereinst dieses heute noch von Barnabas

Kaufmann nachträglich adaptierte System

im Werksumfang verfügbar ist.

22 6 2012 · UFA-REVUE


PRAXISTEST

KNOW-HOW

Steckbrief

Press-Wickelkombination Kuhn «i-Bio»

Masse: Breite: 2.70 m, Höhe: 2.25 m,

Länge: 4.50 m, Gewicht: 3495 kg.

Pickup: Breite: 2.30 m, 5 Zinkenreihen,

Rollenniederhalter.

Einzug: Integralrotor mit 14 oder

23 Messern (federgesichert).

Presskammer: 1.25 m Durchmesser,

1.22 m Breite (Ballenmasse), 18 Falten -

profilwalzen mit 190 mm Durchmesser.

Bedienung: Isobus-System mit multifunktionalem

«VT-50»- oder «CCI»-Terminal

(beide farbig).

(Herstellerangaben)

Diese «i-Bio»-Press-Wickelkombination

von Kuhn

ist mit einer Folienbindung

ausgestattet.

der patentierte Integral-Rotor. Bei dieser

Technologie sind an den beiden äusseren

Enden des Einzugsrotors Zuführschnecken

mit grossem Durchmesser

angebracht. Diese sorgen einerseits für

ein kontinuierliches Beschicken der

Pressorgane, anderseits wird bei geringer

Futtermenge – beispielsweise bei

Herbstsilage – das Erntegut zügig in den

Rotor befördert.

Beim Schneidwerk kann zwischen einer

14-Messer- und einer 23-Messer-

Version, letztere dann mit Gruppenschaltung

(0, 7, 11, 12, 23), gewählt

werden. Jedes einzelne Messer ist mit

einer Feder gegen Fremdkörper gesichert.

Die theoretische Schnittlänge beträgt

70 oder 45 mm. Bei einem Futterstau

spricht die Überlastsicherung

automatisch an. Zur Behebung des Staus

kann der Schneidboden hydraulisch abgesenkt

werden.

Für einen störungsfreien und

laufenden Futterstrom sorgt der

Integralrotor mit den horizontalen

Zuführschnecken.

Binden und Wickeln Der Bindeapparat

ist bei der «i-Bio» vorne an der

Maschine angebracht. Neben der üblichen

Netzbindung gibt es auch ein von

der Firma Barnabas Kaufmann (Altishofen)

entwickeltes Folienbindungssystem.

Die Folienbindung liegt heute im

Trend, denn dadurch bleiben die Ballen

kompakter und werden besser abgedichtet.

Dies ist nicht nur für den Gärprozess

besser, auch das Öffnen der Ballen

ist bedeutend einfacher.

Innert weniger als 20 Sekunden ist eine

Balle gewickelt. Das System «Intelli-

wrap» arbeitet synchron mit zwei an einem

schnelldrehenden Ring befestigten

Vorstreckern. Dabei ist es auch möglich,

beispielsweise mit einer fünf- oder siebenfachen

Wicklung zu arbeiten, je

nach TS-Gehalt des Futters und der geforderten

Lagerzeit.

Ein hydraulisch gedämpfter Ablagebügel

– ebenfalls ein Nachrüst-System

von Kaufmann – sorgt dafür, dass die

Ballen sorgfältig abgelegt werden und

vor allem in unebenem Gelände keine

unerwünschte Eigendynamik entwickeln

können.


Die Press-Wickelkombination

«i-Bio»

wurde nach der

Übernahme in Geldrop

von Kuhn überarbeitet.

Autor Dr. Roman

Engeler, UFA-Revue,

8401 Winterthur

In loser Folge publiziert

die UFA-Revue unter

dem Titel «Praxistest»

Berichte über landwirtschaftliche

Maschinen.

Die Interviewpartner,

respektive Eigentümer

dieser Maschinen,

werden jeweils in

Zusammenarbeit mit

den Herstellern oder

Importeuren aus -

gesucht.

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INFOBOX

www.ufarevue.ch 6 · 12

UFA-REVUE · 6 2012 23


LANDTECHNIK

Quadratisch, praktisch und gut

TEST VON QUADERBALLENPRESSEN IN DER SPREU Stroh ist knapp und

wird immer teurer – dies bestätigen steigende Preise und hohe Importzahlen im Jahr

2011. Das Spreu-Projekt der HAFL bekommt daher eine zusätzliche Relevanz. Beim

Einsatz von Quaderballenpressen zeigte sich: Alle Modelle kamen mit dem Material

gut zurecht.

Nicole

Berger

Bereits seit drei Jahren wurde im

Rahmen eines Forschungsprojekts

der HAFL (früher SHL) mit Hilfe

eines selbstentwickelten Spreusammlers

Material gesammelt und verschiedene

Wertschöpfungsketten dazu

untersucht. Der Prototyp wurde auf

dem Mähdrescher der Anstalten von

Bellechasse, einem New Holland «CX

780», installiert und bisher auf etwa

400ha eingesetzt. Die Spreuerträge lagen

bei 1– 1.5t/ha.

Untersuchungen haben gezeigt, dass

Spreu saugfähiger ist als Stroh. Zu schade

also, dieses wertvolle Material unveredelt

auf dem Feld zurückzulassen.

Eleganter wäre es beispielsweise, Spreu

zunächst zu verfüttern oder einzustreuen,

den Mist der Biogasanlage zuzuführen,

um das so gewonnene Gärsubstrat

als Dünger und Humusspender wieder

auf den Feldern auszubringen.

Bevor Spreu verwendet werden kann,

muss sie aber möglichst effizient und

verlustfrei vom Feld zum jeweiligen Bestimmungsort

gebracht werden. Am

besten wäre es, Spreu mit handelsüblichen

Pressen zu verdichten. Bei Vorversuchen

konnte gezeigt werden, dass sich

Quaderballenpressen gut für das Pressen

von Spreu eignen. Die Frage ist nur, ob

alle Pressen gleich gut funktionieren.

Test mit fünf Pressen Im Test

wurden fünf Pressen der Marken Krone,

Claas, Kuhn, New Holland und Welger

untersucht (siehe Tabelle). Alle Quaderballenpressen

pressten das Material von

rund 5 ha. Dies entsprach in etwa der

Menge von 20 Ballen. Alle Quaderballenpressen

bis auf das Modell von Welger

verfügten über einen Vorpresskanal.

Beim Pressen von Spreu interessieren

den Anwender letztendlich vier Dinge:

• Wie stabil und kompakt sind die gepressten

Ballen?

• Wie schnell lassen sich die Ballen

pressen?

• Wie viel Spreu bleibt nach dem Pressen

auf dem Feld zurück?

• Wie störungsfrei arbeiten die Pressen?

Die Stabilität der Ballen hing von

den Einstellungen der Pressen ab. Je höher

der Pressdruck (Silageeinstellung),

desto dichtere, stabilere und formschöne

Ballen entstanden. Die Stabilität war

entscheidend dafür, wie oft und problemlos

die Ballen aufgenommen und

transportiert werden konnten. Es zeigte

sich, dass das Ballenmass einen Einfluss

auf die Stabilität der Ballen hatte, so waren

eher quadratische Querschnitte der

Ballen (80 x 90) günstiger als rechteckige

(70 x 120). Die flachen, langen Ballen

bogen sich eher durch.

Die Presszeit hing von mehreren

Faktoren ab. Zum einen von der Zeit,

welche die Pressen benötigten um einen

Ballen zu pressen, sowie von der

Anzahl Überfahrten (hier im Test in der

Regel sieben) bis der Spreuhaufen (50m

x 3.5m x 1m) aufgenommen war. Die

Anzahl Überfahrten pro Spreuhaufen

wurde durch die Bauart der Presse beeinflusst

und hing von der Breite der

Pick-ups (eine Überfahrt weniger) sowie

dem Schluckvermögen der Presse (zwei

Überfahrten weniger) ab. Letzteres wurde

unter anderem durch die Niederhalter

positiv beeinflusst.

Verluste Wie viel Spreu auf dem

Feld zurückblieb, wurde ebenfalls von

mehreren Faktoren beeinflusst. Die mit

einer Wanne (1m breit) ermittelten Ver-

1 2 3

24 6 2012 · UFA-REVUE


LANDTECHNIK

luste unter dem Vorpresskanal und der

Presskammer waren bei allen Pressen in

etwa gleich. Differenzen bei den Verlusten

traten somit vor oder neben diesen

Bereichen auf. Pick-up, Niederhalter

und Rotor hatten damit einen grossen

Einfluss auf den verbleibenden Spreuteppich

von 2– 4 cm Höhe. Im vorliegenden

Test schnitten die Pressen mit

gesteuerten Zinken besser ab. Der wesentliche

Faktor war aber die Einstellung

der Pick-ups, je tiefer, desto weniger

Reste auf dem Feld. Hier musste ein

Kompromiss zwischen Spreurest und

sauberen Ballen gefunden werden.

Die Rollenniederhalter bewirkten

einen gleichmässigeren Einzug des

Ernteguts und verringerten ebenfalls die

Verluste. Zwei Niederhalter bewährten

sich besser als einer.

Die grössten Unterschiede zwischen

den Herstellern zeigen sich bei der

Zuführung zum Rotor und bei der Rotorkonstruktion

selber. Die Rotoren waren

mit verschiedenen Kombinationen

von Schnecken, Zinken, Messern oder

Schlägeln ausgestattet. Zudem drehten

sich die Rotoren unterschiedlich schnell.

Entscheidend bei der Spreu war vor allem

der Übergang zwischen Pick-up und

Rotor. Je weniger Öffnungen sich hier

befanden, desto weniger Spreu ging

verloren.

Die Zuverlässigkeit der Presse ist

wichtig für den Praxiseinsatz. Die Überlastsicherungen

beim Rotor wurden von

den verschiedenen Herstellern auf unterschiedliche

Weise realisiert, indem

die Laufrichtung des Rotors geändert,

der Boden des Einzugskanals hydraulisch

oder manuell geöffnet oder die

Drehzahl des Rotors angepasst wurden.

Auf den empfindlichen Knüpfern, die

sich offen oben auf der Maschine befanden,

sammelte sich Spreu und Kurzstroh

an. Da dies kein spezifisches Problem

von Spreu war, waren die Pressen mit

Gebläse, Druckluftstrahl oder sogar mit

beiden Systemen gleichzeitig ausgerüstet.

Trotzdem sollten bei einem Dauereinsatz

der Presse in Spreu die Knüpfer

regelmässig überprüft und falls nötig

von Hand gereinigt werden.

Die Unterschiede zwischen den

im Test untersuchten Pressen lagen in

Tabelle: Übersicht der im Test eingesetzten Modelle

Presse Krone Claas Kuhn New Holland Welger

«890 XC» «Quadrant 3200» «LSB 890» «BB 9060» Hochdruck

Presse «AP»

(Raffer)

Ballenmass (cm) 80x90 120x70 80x90 80x90 35x45

Pickup (m) 1.90 1.90 1.90 2.20 1.74

Zinken am Pickup fest gesteuert gesteuert gesteuert gesteuert

Rollenniederhalter 1 2 (feder- 1 1 nein

(2 gesteuerte belastet)

möglich)

Gesteuerter Vorpresskanal Ja 3 Stufen ja? ja nein

Knüpfer – Reinigung Druckluft Gebläse Gebläse + Gebläse Funktioniert

(es bleiben Reste) (es bleiben Reste) Druckluft (kaum Reste) ohne Reini-

(keine Reste)

gung sehr gut

Zeit/Ballen (s) 30 30 28 36 5-6

kg/m 3 180 176 194 208 160

Anzahl Überfahrten 7 5 7 6 nicht

gemessen

t/min 0.29 0.58 0.42 0.26 nicht

gemessen

Höhe Spreurest 3-4 cm 3 cm 2-3 cm 2 cm 8 cm

(tiefere

Einstellung

möglich)

den Details. Mit der Quaderballenpresse

von New Holland wurden die dichtesten

Ballen gepresst. Um dies zu erzielen

wurde mit dem grösstmöglichen

Druck gepresst. Zudem blieb bei sorgfältiger,

langsamer Fahrt lediglich ein

Rest von 2cm auf dem Feld zurück und

es konnte dank des breiteren Pick-ups

eine Überfahrt gespart werden. Die gesteuerten

Zinken dieser Presse nahmen

die Spreu am sorgfältigsten auf. Eine

schnellere Fahrt wäre möglich gewesen.

Die Claas Presse nahm die Spreu am

schnellsten und am gleichmässigsten

auf, sie konnte am meisten Tonnen/min

umsetzen. Bei lediglich fünf Überfahrten

statt sieben blieb nur ein Rest von 3cm

auf dem Feld zurück. Bei der Claas Presse

schien das Zusammenspiel von Pickup,

Niederhaltern und Rotor besonders

gut gelöst zu sein. Ein höherer Pressdruck

wäre möglich gewesen.

Die Kuhn Presse war der Saubermann

unter den getesteten Pressen. Mit

Druckluft und Gebläse blieben die

Knüpfer immer sauber. Zudem wurden

die Ballen am schnellsten gepresst und

sie erreichten dabei auch eine sehr hohe

Dichte.

Die Krone Presse presste schnell und

könnte mit einem zweiten, angetriebenen

Niederhalter ausgerüstet werden.

Ihr Pick-up dreht 20 % schneller als ein

gesteuerter (Herstellerangaben). Zusammen

mit den wartungsarmen starren

Zinken könnte sich der zweite Niederhalter

positiv auf die Feldreste auswirken.

Die HD-Presse von Welger ist besonders

bei den Anwendern von Kleinballen

beliebt, können diese doch mit einem

Gewicht von 25kg noch gut von

Hand bewegt werden. Kantige und stabile

Ballen erhielt man mit einer optimalen

Raffereinstellung und der Verengung

des Presskanals. Beim Pick-up

rieselte viel Spreu durch die Lücken, in

denen die Zinken liefen. Eine faire Beurteilung

der Feldreste war nicht möglich,

da keine optimale Höhenein -

stellung gewählt wurde. Zusätzliche

Verluste konnten beim Auswurf der Ballen

beobachtet werden. Wenn diese

Rückstände wie im Folgenden beschrieben

aufgenommen werden können, wäre

die Kleinballenpresse eine Alternative

zu den Quaderballenpressen.

4

1 · Der Spreuhaufen

wird mit der Presse

mehrmals überfahren.

Bild: Berhard Bürgy

2 · Die Quaderballen

mit Spreu lassen sich

gut transportieren.

3 · Nach dem Pressen

der Spreuhaufen bleibt

ein dünner Spreurest

zurück.

4 · Spreuballen

verlangen eine

sorgfältige Ladearbeit.

Bilder: Fritz Marti

UFA-REVUE · 6 2012 25


LANDTECHNIK

Spreureste Wird das Feld im

Anschluss an die Getreideernte

pfluglos bearbeitet, ist ein Feldrest

von 2– 4cm nicht tolerierbar. Die

Spreu muss entfernt werden, um eine

Keimhemmung in der Folgekultur

zu verhindern. Mit einem Kreiselschwader

könnte die Spreu

entweder grossflächig verteilt oder

so wie im Test zusammengezogen

und anschliessend mit der Frontladerschaufel

aufgenommen und entsorgt

werden. Das Ergebnis war sehr

zufriedenstellend und es blieben so

auch weniger Unkrautsamen auf

dem Feld zurück.

Praxisempfehlungen Welche

Quaderballenpresse eignet sich nun

besonders gut für das Pressen von

Spreu? Auf diese Einstiegsfrage kann

keine eindeutig Antwort gegeben

werden. Die Pressen unterscheiden

sich in kleinen Details und es gab

Der neue ARION 500/600

Erste Einblicke.

keine Presse, die sämtliche Vorzüge

auf sich vereint. Es ist ein Abwägen

zwischen den vier Argumenten Ballenstabilität,

Geschwindigkeit, Reste

auf dem Feld und Zuverlässigkeit.

Folgende Fragen könnten bei der

Entscheidungsfindung helfen:

Kann an die Grenze der Presskraft

gegangen werden ohne dass sich die

Knoten lösen? Ist die Pressgeschwindigkeit

entscheidend, wenn

in der Regel die meiste Zeit auf der

Strasse verloren geht? Ist es praktikabel,

die Feldreste mit einem Zusatzgerät

wie Pflug oder Schwader

zu verarbeiten, oder kann eine

Keimhemmung auf einer kleinen

Fläche akzeptiert werden? Braucht

es eine Maschine, die vor allem zuverlässig

arbeitet?

Unsere Empfehlung lautet daher,

den Schwerpunkt auf das zu legen,

was einem besonders wichtig ist,

darauf schauen, welche Presse am

besten auf den eigenen Betrieb

passt und den eigenen Vorlieben

treu zu bleiben. Denn alle Quaderballenpressen

kommen problemlos

mit der Spreu zurecht.

Abschliessend lässt sich feststellen:

Spreu scheint wie gemacht zu

sein für Quaderballenpressen. Im

Gegensatz zu Stroh lässt sie sich problemlos

am Morgen oder möglicherweise

sogar über Nacht pressen.

Auf diese Weise kann die

Auslastung der Pressen erhöht werden.


Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne.




Serco Landtechnik AG

Niedermattstrasse 25


Telefon 058 434 07 07

info@sercolandtechnik.ch

www.sercolandtechnik.ch

Autoren Nicole Berger, Nicolas

Froidevaux, Manfred Muhr,

Bernhard Streit, Fritz Marti.

Hochschule für Agrar-, Forst- und

Lebensmittelwissenschaften (HAFL),

3052 Zollikofen.

nicole.berger@bfh.ch

Dank Die Autoren danken den

folgenden Personen und Firmen für

die Unterstützung: Anton Bertschy

und Bernhard Bürgy (Anstalten

Belle chasse, Sugiez); André

Schneider, (GVS Mittelland);

Dominik Hänni, (Ueli Brauen AG,

Suberg); Stefan Dietrich, (Schneeberger

und Berger, Oberbottigen);

Josef Zollet (Zollet Unternehmungen

AG Sugiez).

Folgeprojekte An der HAFL wird

in dieser Thematik weiter geforscht:

So soll bei der Ernte 2012 ermittelt

werden, welche Rundballenpressen

(ohne Mais ausrüstung) es mit der

Spreu aufnehmen können. Als

Folgeprojekt wären Ent wick lungen

zum Sammeln und Kom pri mieren

von Spreu, ohne sie zuvor auf dem

Boden zwischenzulagern, interessant.

INFOBOX

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26 6 2012 · UFA-REVUE


Fortsetzung

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Seite 28


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Fortsetzung

von Seite 27

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28 6 2012 · UFA-REVUE


KURZMELDUNGEN

PFLANZENBAU

Wärmeüberschuss und Niederschlagsdefizite

Mit einem Wärmeüberschuss von 2

bis 2.5 Grad war der Frühling 2012

im Schweizer Mittel der sechstwärmste

Frühling der Messreihe mit

Beginn im Jahr 1864. Hierfür war

vor allem der Monat März verantwortlich,

der in der Südschweiz mit

einem Wärmeüberschuss von örtlich

mehr als 5 Grad der wärmste

der Messreihe war. Auch im Norden

wurden 3 bis 4.5 Grad übernormale

Märzmitteltemperaturen gemessen.

Vergleichsweise bescheiden war der

Wärmeüberschuss im Monat April.

Der Mai brachte abermals 2 bis 2.5

Grad wärmere Temperaturen als im

Mittel der Normwertperiode von

1961 bis 1990.

In den meisten Gebieten der

Schweiz fiel im Frühling 2012 weniger

Regen als in der Normwertperiode

1961 bis 1990. Verbreitet wurden

70 bis 90% des Normwertes

gemessen. Unter 70% der Normalsummen

kamen vielerorts im östlichen

Mittelland, im Gebiet von Arosa

bis Davos und im Unterengadin

zu Stande. Am westlichen Genfersee,

am Juranordfuss und im östlichen

Jura wurden etwa normale

Summen registriert. Rund 110 bis

120% der normalen Regensummen

kamen im Mittel- und Südtessin zu

Stande. Auch am Alpensüdhang

und im südlichen Wallis gab es lokal

normale bis übernormale Regenmengen.

Für das verbreitete Regendefizit

war vor allem der sehr trockene

Monat März verantwortlich.

Der April war dann nach Westen

und Süden hin deutlich nasser als im

langjährigen Durchschnitt. Der Mai

brachte nur der Südschweiz einen

kleinen Regenüberschuss.

Auch in Bezug auf die Besonnung

lieferte der Monat März mit seinen

Rekordwerten auf der Alpennordseite

den Hauptbeitrag für einen

schliesslich beträchtlichen Sonnenscheinüberschuss.

Nur geschmälert

wur de dieser durch einen vor allem

im Westen und Süden trüben April.

Der Mai war wieder deutlich sonniger

als im langjährigen Durchschnitt.

Schliesslich erreichte die Besonnung

im Frühling 2012 rund 120

bis 150% der Norm im Mittelland

und Jura sowie rund 110 bis 125%

in der übrigen Schweiz.

Klimabulletin Frühling 2012

Meteo Schweiz

Resistenz-Gen

lokalisiert

Wissenschafter von Agroscope

und der ETH haben über 2200 Apfel-Nachkommen

aufgezogen und

genetisch analysiert. Auch erfolgte

ein Feuerbrandtest mit ausgewählten

Pflanzen. Mit diesem Ansatz

gelang es den Forschenden,

das Resistenz-Gen zu lokalisieren.

Gleichzeitig wurden mit dieser

exakten genetischen Kartierung

auch so genannte molekulare

Marker entwickelt, die sehr nahe

beim Resistenzort liegen. Diese

Marker werden nun von den Ap-

Kraut- und Knollenfäule

muss nicht sein

Das Fungizid Infinito von Bayer

CropScience blockiert den Ausbruch

von Kraut- und Knollenfäule bei

Kartoffeln. Die Infektion wird oberhalb

der Erdoberfläche gestoppt

und Sporen-Material kann nicht

durch Regen fortgeschwemmt werden.

Der Boden — und damit auch

die Knolle, sind geschützt. Das Fungizid

wird vom Spritzstart bis zur

Kartoffelblüte eingesetzt und ist

nach einer Stunde regenfest. Ausserdem

kann es der Landwirt mit

gängigen Insektiziden und anderen

Fungiziden mischen. Dadurch spart

er zusätzliche Durchfahrten — also

Kosten. Die Wirkstoffkombination

eignet sich, um Resistenzen im Kartoffelanbau

zu begegnen.

Resistentes Unkraut

Derzeit gibt es elf Unkrautarten mit

Resistenz gegenüber Glyphosat, einem

der meist verwendeten nichtselektiven

Herbizide. Um den Landwirten

neue Möglichkeit für das

Resistenzmanagement bei Unkraut

zu bieten, entwickeln Syngenta und

Bayer CropScience einen Soja-Trait,

der die Pflanzen gegenüber HPPD-

Herbiziden tolerant macht. HPPD-

Soja wird ein wichtiges neues Tool

für Sojaanbauer sein.

Flurbegehung mit Claas

Viele LANDI führen informative

Flurrundgänge durch. Die Teilnehmer

können Versuchsparzellen vergleichen

und hatten beispielsweise

am 10. Juni 2012 in Courcelon/JU

das Vergnügen an einer Maschinendemonstration

von Claas teilzunehmen.

www.landiarcjura.ch

Stabile Märke in einem

schwierigen Umfeld

Das weltweite Marktvolumen für

Pflanzenschutzmittel stieg im Jahr

2011 auf 45.2 Mia. USD (+18%).

Überproportional wuchsen dabei

die nicht-chemischen Produkte für

Haus- und Kleingärten. Gegenüber

dem Vorjahr erhöhte sich der weltweite

Verbrauch an Stickstoff in der

Düngesaison 2010/11 um 2.6%,

während der Verbrauch an Phosphat

und Kali sogar um knapp 9%

beziehungsweise knapp 18% zulegte.

Für die nächsten beiden Jahre

wird ein weiterer Verbrauchszuwachs

prognostiziert, der je nach

Nährstoff zwischen 2% und 4.7%

liegt. Für Stickstoff bedeutet dies einen

Verbrauchsanstieg von über

2Mio. t N pro Jahr. Mineraldüngung

sei immer wichtiger für die

Welternährung wurde dabei an der

Jahrespressekonferenz des Industrieverbands

Agrar e.V. (IVA) erklärt.

felzüchtern von Agroscope eingesetzt,

um effizienter als bisher

wohlschmeckende neue Apfelsorten

mit der Resistenz des Wildapfels

Malus robusta 5 zu züchten.

Denn: Die Marker sagen wie kleine

Fähnchen, welcher Sämling das

gewünschte Gen enthält, aufwändige

Feuerbrandtests entfallen. Bis

dar aus eine Tafelsorte entwickelt

ist, wird es aber noch rund 10 Jahre

dauern. Das Projekt «Züchtung

feuerbrandrobuster Obstsorten»

(Zuefos) wurde vom Bundesamt

für Landwirtschaft finanziert.

Zuefos hat in vier Jahren das Wissen

zur Feuerbrandresistenz, zum

Zuchtmaterial und zu den Zuchtmethoden

stark erweitert. Im

Anschlussprojekt «Zuefos II» werden

2012– 2013 die Arbeiten weitergeführt.

Besonders wertvoll in

diesem Projekt ist die Zusammenarbeit

mit den Obstbau-Fachstellen

der am stärksten vom Feuerbrand

betroffenen Kantone und

mit dem Schweizer Obstverband.

Tagesaktuelle Neuigkeiten

www.ufarevue.ch

UFA-REVUE · 6 2012 29


PFLANZENBAU

Auf Kälte reagieren alle gleich

RAPSSORTEN Die Wetterbedingungen, besonders im vergangenen Herbst

und Winter, hatten für den Raps weitreichende Folgen. Die Ergebnisse der

Rapsanbauversuche, die Agro scope durchführte, widerlegen Gerüchte und stellten

klar, dass bezüglich Kälteresistenz keine Sortenunterschiede bestehen.

Jean-Paul

Krattiger

Eine Rapspflanze,

die wieder austreibt,

nachdem der

Haupttrieb im

frostigen Februar

abgestorben war.

Raps kann beinahe als Ganzjahreskultur

bezeichnet werden. Die klimatischen

Bedingungen und der

Schädlingsdruck sind daher Faktoren,

die sich massgeblich auf den potenziellen

Ertrag auswirken. In diesem Jahr

wurde die Winterhärte von Raps vor allem

in Gegenden mit fehlender Schneedecke

auf eine harte Probe gestellt.

Temperaturen zwischen –15 °C und

–25°C, begleitet von einer heftigen Bise,

lagen für den Raps an der Grenze des Erträglichen.

Dies führte zur Frage, ob Sie

die Rapskultur weiterführen sollten. Mit

der nötigen Distanz kann nun festgestellt

werden, dass Raps ein hohes Regenerationsvermögen

aufweist, was sich

bei Pflanzen mit abgestorbenem Haupttrieb

durch das starke Austreiben aus

den Seitentrieben äussert.

Sibirische Kälte Die Agroscope in

Changins hat an acht Standorten alle

Sorten der empfohlenen Sortenliste sowie

Kandidatensorten auf ihre Kälteresistenz

untersucht. Die Ergebnisse zeigen,

dass alle Rapssorten, einschliesslich

der HOLL-Sorten, durch die Kälte Schäden

davontrugen und dass die Unterschiede

zwischen den Sorten relativ gering

sind. Aufgrund der extrem kalten

Witterung in diesem Winter kann von

keiner Sorte behauptet werden, über eine

ausgesprochen gute oder schlechte

Kälteresistenz zu verfügen. Bei den

Feldbegehungen wurde zudem häufig

festgestellt, dass die Auswirkungen der

Vorkultur und sogar der Vor-Vorkultur

augenfälliger waren als die Sortenunterschiede.

Fehlende Sonne Gegenwärtig neigt

sich die Rapsblüte dem Ende zu, und

dieser Zeitpunkt ist für rund 50% des

Ertrags entscheidend. In dieser Phase

sind die photothermischen Parameter

wichtig, das heisst eine starke Sonneneinstrahlung

und relativ tiefe Temperaturen

(Bise). Diese Bedingungen ermöglichen

nämlich eine optimale Entwicklung

der Schoten. Die Temperaturen lagen

zwar im idealen Bereich, hingegen

war die Sonneneinstrahlung relativ

schwach. Es ist zu befürchten, dass dadurch

die Erträge der anstehenden Ernte

noch etwas sinken werden. Aufgrund

der momentanen Pflanzenentwicklung

könnte die Ernte rund 10 Tage später als

im letzten Jahr erfolgen.

HOLL-Raps nicht anfälliger Die

Schweiz übernahm bei der Entwicklung

dieses Rapstyps eine Pionierrolle. Es ist

dieser Entwicklung zu verdanken, dass

die Rapsanbauflächen vergrössert wurden,

während bei anderen Kulturen ein

Rückgang zu verzeichnen ist. Heute

können dank der Hybridsorten annähernd

gleich hohe Erträge erzielt werden

wie mit den konventionellen Rapssorten.

Die Anbaufläche für HOLL-Raps

beträgt beinahe 7000ha. Trotzdem wird

bezüglich HOLL-Raps regelmässig Kritik

laut. Wie weiter oben bereits erwähnt,

haben die 2011 gesäten Sorten, insbesondere

V141OL und die neue Hybridsorte

V280OL, nicht stärker unter der

Kälte gelitten als die konventionellen

Sorten. Weiter kann man darauf hinweisen,

dass der Aufpreis von Fr. 10.– pro

100kg, der den Bauern bezahlt wird,

genau die Differenz des Ertrags deckt.

Auch wenn die gesamte Rapsernte

2012 tiefer ausfallen sollte als 2011, ist

es ausserordentlich wichtig, die Errungenschaften

in diesem zukunftsträchtigen

Markt beizubehalten, indem einige

Punkte berücksichtigt werden:

• HOLL-Raps in den Produktionsgebieten

weiterhin anbauen.

• Beim Säen und Ernten Mischen von

konventionellem mit HOLL-Raps vermeiden.

• Empfohlene Saatdichte: 50 Körner

pro m 2 .

• Aussaat: Anfang September.

Fazit Die Auswinterungsschäden sind

auf eine Häufung negativer Faktoren im

Herbst zurückzuführen, nämlich auf

die Förderung des Pflanzenwachstums

durch eine zu günstige Witterung, auf

den im Übermass verfügbaren Stickstoff

und auf den starken Druck durch Krankheitserreger.

Dennoch können mit korrekter

Saatdichte und richtigem Saatdatum

sowie der entsprechenden Pflege

Kulturen herangezogen werden, die

auch bei schwierigen Bedingungen den

Winter gut überstehen.


Autor Jean-Paul Krattiger,

UFA-Samen, 1510 Moudon

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30 6 2012 · UFA-REVUE


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NK Petrol: Rapssaatgut zur Ergänzung

der Syngenta Rapsanbau Palette

Syngenta bringt dieses Jahr mit NK Petrol eine neue Rapssorte auf den Schweizer Markt.

Breite Anpassungsfähigkeit, robuste Herbstentwicklung und eine hohe Vitalität sowie

Aussaatflexibilität und ein hoher Körnerertrag zeichnen diese Sorte aus. Mit dem neuen

Rapssaatgut und den bewährten Pflanzenschutzmitteln stellt Syngenta Schweiz dem

Rapsproduzenten die ganze Palette für den Rapsanbau zur Verfügung.

Exzellentes Wurzelwachstum –

Hohe Erträge

Speziell am NK Petrol ist die ausgeprägte

Wurzelvitalität. Umfangreiche

Versuche haben gezeigt, dass

das Wurzelwachstum im Vergleich

zu vergleichbaren Sorten sehr schnell

und ausgeprägt ist. Dies bringt verschiedene

Vorteile mit sich. Durch

das schnelle Wurzelwachstum ist

der Aussaattermin flexibler. Das

bereits im Herbst stark entwickelte

Wurzelsystem sorgt für eine gute

Herbstentwicklung auch bei kühleren

Temperaturen und ungünstigerer Bodenbeschaffenheit.

Das starke Wurzelwerk

kann mehr Assimilate von

den Blättern aufnehmen und speichern.

Im Frühling gelangen diese

wieder in die Blätter und ermöglichen

ein zügiges Wachstum. Dieser

Vorteil hat sich bei Versuchen sowohl

bei Pflugbearbeitung, als

auch bei der Mulchsaat

etabliert. Insgesamt ist

die Sorte NK Petrol durch

ihr starkes Wurzelwachstum

robust, vital und verfügt

über eine breite Anpassungsfähigkeit.

Sehr hoch ist vor allem

der Ertrag von

NK Petrol. Der durchschnittliche

Kornertrag

konnte im Vergleich zu

herkömmlichen Sorten

nochmals deutlich gesteigert

werden, was

die offiziellen Sortenversuche

zeigen (vgl. Agroscope

2012). Die neue Sorte NK Petrol

ist eine SAFECROSS ® -Hybride von

Syngenta. Dieser Name steht für

einen sicheren Weg der Hybridsaatgutproduktion

und eine hohe

Hybridsaatgutqualität. Die Vererbung

des SAFECROSS ® -Hybridsystems

bedingt keine erhöhten Glucosinolatgehalte

und ermöglicht eine

gute Krankheitsresistenz.

Komplettes Angebot zum

Rapsanbau; vom Saatgut bis

zur Ernte.

NK Petrol

Vergleichshybride

Das deutlich stärkere Wurzelwachstum von NK Petrol bringt

entscheidende Vorteile mit sich.

Saatgut und Pflanzenschutz

aus einer Hand

Mit dem Saatgut NK Petrol ist die

Raps palette von Syngenta komplett

geworden. Diese Palette beinhaltet

ein Gesamtpaket an Saatgut, Pflanzenschutz,

Forschung und Entwicklung

und eine kompetente Beratung,

massgeschneidert für die Schweizer

Landwirtschaft. Das Pflanzenschutz

Programm im Raps wird laufend verfeinert.

Eine optimale Bekämpfung

der Schädlinge stand in den letzten

Jahren im Fokus. Als Alternative zu

den Pyretroiden ergänzen daher Plenum

WG und Pyrinex das Angebot

zur Bekämpfung der Rapsglanzkäfer.

Syngenta Schweiz fokussiert mit dem

gesamten Angebot auf den sicheren

und reichen Ertrag vom Saatgut bis

zur Ernte.

UFA-REVUE · 6 2012 31


PFLANZENBAU

Qualitätsstrategie vorantreiben

BROTGETREIDE UND ÖLSAATEN Die Verarbeiter signalisieren einen Mehrbedarf

an Mahlweizen der Klasse Top. Sie wollen sich mit einem qualitativen Vorsprung

gegenüber der zunehmenden Konkurrenz aus dem Ausland profilieren. Dazu werden

Getreidelieferungen mit minimalen Gehaltswerten gefordert. Das Thema Protein bei

Brotgetreide ist eine Chance für die Wertschöpfungskette Schweiz.

Pius

Eberhard

Der Fokus soll auch in

Zukunft auf die

Qualität des Brot -

getreides gelegt

werden, damit sich die

Schweizer Produktion

gegenüber dem

Ausland abheben kann.

Bild: agrarfoto.com

Umfangreiche Auswinterungsschäden

sowie trockenes Wetter im

Frühjahr in verschiedenen Regionen

Europas führten zu einer Rückstufung

der Prognose für die kommende

Ernte. Von dieser Situation dürfte die

Anbaufläche von Mais profitieren. Die

Preisnotierungen an der europäischen

Warenterminbörse Matif/Euronext ab

Herbst 2012 orientieren sich an der

Marke von 200 Euro je Tonne für Standard-Mahlweizen.

Entscheidend sind

nun der weitere Entwicklungsverlauf

der Kulturen sowie die Witterungsverhältnisse

zum Erntezeitpunkt in den verschiedenen

Anbauregionen Europas

und der Schweiz.

Im Inland hat sich das Modell zur Erhebung

der Mahlweizen-Importpreise

als Basis zur Festsetzung der Inland-

Richtpreise etabliert. Nachdem mögliche

Zollveränderungen auf anfangs Juli

2012 bekannt sind, verhandelt die Branche

am 28. Juni über die Ernterichtpreise

für Brotgetreide. Die Herbstrichtpreise

werden am 4. Oktober 2012 gemäss

dannzumaliger Marktsituation festgelegt.

Mit Qualität punkten Immer

mehr Mühlen beziehen ausschliesslich

«Suisse Premium/Suisse Garantie»-Brotgetreide.

Sie wollen damit ihre Verarbeitungsprozesse

rationell gestalten und

Auslobungsmöglichkeiten wahrnehmen

können. Zunehmend setzen sie auch auf

einen höheren Anteil der Klasse Top

und erwarten gleichzeitig, dass minimale

Protein- und Feuchtkleberwerte eingehalten

werden. Kein leichtes Unter-

«Suisse Premium /Suisse

Garantie» erfolgreich

Über 90 % innerhalb des Vermarktungssystems

«Maxi» wird nach diesem

Qualitätsstandard/Herkunftsmarke

produziert. Dies ermöglicht eine hohe

Siloauslastung in den Sammelstellen.

Immer mehr Verarbeiter setzen auf

Brotgetreide «Suisse Premium/Suisse

Garantie» und zeigen damit die

Herkunft, nahe Transportwege und den

nachhaltigen Anbau auf. So können auch

verarbeitete Produkte aus Schweizer

Brotgetreide auf den nachfolgenden

Stufen ausgelobt werden. Bei den

Konsumenten ist diese Herkunftsmarke

bei den wichtigen Grundnahrungsmitteln

breit bekannt und beliebt.

fangen bei den heterogenen Anbauvoraussetzungen

und betrieblichen Verhältnissen

in der Schweizer Landwirtschaft.

Die hohen Schwankungen der

Proteinwerte zwischen verschiedenen

Produzentenmustern der gleichen Sorte

in der gleichen Sammelstelle bestätigen

dies.

Die aktuelle Diskussion um den Proteingehalt

von Mahlweizen fokussiert

sich zu stark auf eine mögliche Gehaltsbezahlung

in der Produktion. Die Lösungssuche

soll darauf abzielen, wie es

gelingt, Ausreisser mit tiefen Qualitätswerten

zu erfassen und gezielter zu vermarkten.

Daraus ergibt sich die Chance,

im Anbau Korrekturen vorzunehmen, in

der Erfassung und Aufbereitung der Partien

zu optimieren und sich in der Vermarktung

zu profilieren. So gesehen

32 6 2012 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

handelt es sich um ein zielorientiertes

Umsetzen der Qualitätsstrategie für

Schweizer Brotgetreide – vorausgesetzt,

die Marktpartner finden ein Modell,

welches für initiative Produzenten,

Sammelstellen und Verarbeiter gleichermassen

Perspektiven bietet.

Klasse Top stabil halten Der aktuelle

Anteil der Klasse Top entspricht

den erhöhten Absatzmöglichkeiten –

der Anbau kann daher stabil gehalten

werden. Entscheidend für den Markterlös

sind der Importpreis für deutschen

Eliteweizen oder österreichischen Premiumweizen

sowie die teigphysikalischen

Werte der Inlandernte. Dadurch

ergibt sich auch der Preisabstand zur

Klasse 1. Je nach Erntequalität und

Marktsituation wird fenaco die Vorbemusterung

von Lagerpartien >120t veranlassen

und diese entsprechend vermarkten.

Mehr Standardweizen Die Ausdehnung

der Klasse Top geht zu Lasten

der Klasse 1. Die beliebte Sorte «Arina»

erfüllt die Anforderungen bezüglich

Protein- und Feuchtkleber. Dieses Kriterium

soll auch bei der Wahl einer Alternativsorte

dieser Klasse berücksichtigt

werden. Der Anteil Klasse 2 kann leicht

erhöht werden, bevorzugt werden die

Sorten «Levis» und «Ludwig». Der Anbau

von Sorten der Preisklasse 3 soll nur

in Rücksprache mit der Sammelstelle erfolgen.

Knospe

gedeiht

Die Vorzeichen für eine weitere

Zunahme des inländischen Bio-Ackerbaus

sind positiv. Die fenaco verstärkt in

Zusammenarbeit mit zahlreichen

Sammelstellen und Verarbeitungsbetrieben

das Engagement in der Bio-Vermarktung

und im Vertragsanbau von

Getreide und Ölsaaten nach den

Richtlinien der Bio-Suisse. Informationen

zu den Anbauempfehlungen für den Bio-

Ackerbau 2012/2013 sowie zu

praxisbezogenen Veranstaltungen

entnehmen Sie dem Artikel auf Seite 60

in dieser Ausgabe.

Tabelle: Anbaurichtlinien der fenaco für die Ernte 2013

Stand am 22. Mai 2012, Anpassungen bleiben vorbehalten.

Eckpunkte für Herbstsaat 2012

• entspricht der aktuellen Nachfrage der Verarbeiter

• Qualität: hohe Protein-/Feuchtkleberwerte (FK) sind wichtig

• Suisse Premium/Suisse Garantie bildet Standard im System Maxi

• A-Mahlroggen, Biskuit und Dinkel nur in Absprache mit fenaco

Anbau «Suisse Premium/Suisse Garantie» Brotgetreide

Klasse Top: ca. 35 % Klasse 1: ca. 40 % Klasse 2: ca. 25 % Spezialitäten im Vertragsanbau

Runal, Camedo Suretta, Arina Levis Biskuitweizen

(hohe FK) (hohe FK) Cambrena

Claro Forel, Zinal, Ludwig Roggen

Siala Combin Rainer Palazzo, Matador

Simano

Versuchssorte

• Marktpreis Klasse Top orientiert sich an Importpreis und Backqualität

• Anbau von konventionellem Brotgetreide vorzugsweise in der Klasse 1

Dinkel

Ostro, Oberkulmer

Anbau von Futtergetreide/Körnerleguminosen

Futterweizen Triticale Gerste Körnermais Eiweisserbsen

Anbau verdoppeln nicht erhöhen erhöhen

mutterkornresistente Sorten mit hohem erhöhen erhöhen

Sorten

HL-Gewicht

anbauen

wählen

Anbau von Ölsaaten

Raps Sonnenblumen Soja

– gemäss Zuteilung SGPV – in Rücksprache mit LANDI/CC Anbau auf traditionelle Gebiete

– HOLL im Vertrag mit Mehrpreis – konkurrenzfähiger Markterlös konzentrieren

Bei Fragen wenden Sie sich an Ihre LANDI/Maxi-Sammelstelle.

Futterweizen ist gefragt Nachdem

der Brotgetreidemarkt weitgehend

ausgeglichen ist, fehlen grosse Mengen

Futterweizen für die Mischfutterproduktion.

Während Triticale und B-Roggen

auf limitierte Einsatzmöglichkeiten

stossen und entsprechende Abstriche

im Markterlös verzeichnen, besteht ein

grosses Absatzpotenzial für Futterweizen.

Der tiefe Selbstversorgungsgrad bei

Futtergetreide kann mit der Erhöhung

des Flächenbeitrages bei der Neugestaltung

der AP 2014-17 korrigiert werden.

Dies ist auch mit Blick auf eine glaubwürdige

Swissness in der Tierproduktion

dringend notwendig.

Spezialitäten nur mit Vertrag

Die fenaco beschafft Spezialitäten wie

Biskuitweizen, A-Mahlroggen sowie

Mahldinkel ausschliesslich über Liefervereinbarungen

mit den LANDI/Getreidesammelstellen.

Diese Mengen sind

auf die Absatzmöglichkeiten abgestimmt

und die Preisbasis orientiert sich

an den Richtpreisen. Werden Mehrmengen

oder Ware ohne Liefervereinbarungen

übernommen, erfolgt eine

Bestens-Vermarktung an die Mühlen

oder Mischfutterhersteller mit entsprechender

Abrechnung. Dadurch kann eine

deutliche Differenzierung zu Vertragsware

entstehen.

«HOLL»-Raps und Sonnenblumen

Während Speiseöl aus konventionellem

Raps an die Sättigungsgrenze

kommt, bestehen für «HOLL»-Rapsöl

zum Braten und Frittieren weiterhin gute

Absatzperspektiven. Der Mehrpreis

für die Ernte 2013 bleibt konstant und

gleicht das agronomische Ertragsmanko

zu konventionellen Rapssorten aus. Die

züchterische Herausforderung besteht

darin, den Linolensäuregehalt weiter

Richtung 2% zu senken und damit die

Einsatzattraktivität weiter zu steigern.

fenaco fördert in Zusammenarbeit mit

den LANDI/Sammelstellen den Anbau

von Sonnenblumen in den dafür geeigneten

Regionen. Die erhöhte Stützung

aus dem Ölsaatenpool des Getreideproduzentenverbands

(SGPV) sowie eine

bessere Lagerentschädigung für die

Sammelstellen unterstützen dieses Vorhaben.


Autor Pius Eberhard,

Leiter Geschäftsbereichsgruppe

Getreide,

Ölsaaten, Futtermittel

(GOF), fenaco,

8401 Winterthur

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UFA-REVUE · 6 2012 33


PFLANZENBAU

Virusvektoren und Schädlinge

DER VERMEHRUNG VON BLATTLÄUSEN ist bei der Bekämpfung dieses

Schädlings eine grosse Herausforderung. Im Ackerbau können die Gewichtseinbussen

20 % betragen. Neben der herkömmlichen Bekämpfung mit chemischen Mitteln

werden weitere Möglichkeiten untersucht, um die Wirksamkeit bei der Schädlings -

regulierung zu erhöhen. Doch Blattläuse sind zäh und bergen noch einige Geheimnisse.

Schlupfwespen sind

bei der Schädlingsbekämpfung

eine wertvolle Hilfe.

Bilder: Bayer CropScience

Typisches Merkmal für Blattläuse ist

die unglaublich schnelle Vermehrung

der Populationen, während

männliche Tiere nur im Herbst auftreten.

Im Frühling und Sommer bestehen

Blattlauskolonien ausschliesslich

aus weiblichen Tieren, die sich mittels

Jungfernzeugung (Parthenogenese)

fortpflanzen, das heisst, sie reproduzieren

sich ohne Zutun eines Männchens.

Die jungen Blattläuse sind somit genetisch

identisch mit ihrer Mutter und gewissermassen

Klone. Diese Art der Fortpflanzung

kann unter Umständen von

Vorteil sind. So sind alle Blattläuse, die

im Frühling schlüpfen, eierlegende

Weibchen, wodurch im Vergleich zur

geschlechtlichen Vermehrung die Zahl

der Eier produzierenden Tiere doppelt

so hoch ist. Die Entwicklung von Blattlauskolonien

erfolgt daher schneller als

in Perioden mit geschlechtlicher Vermehrung.

Und da eine Kolonie aus einer

einzigen Blattlaus entstehen kann, ist

das Risiko eines Befalls höher. Die Eiablage

kann ab der Geschlechtsreife des

Weibchens und ohne den durch die Suche

nach einem Männchen bedingten

Zeitverlust einsetzen.

Die geflügelten Blattläuse gehen

ebenfalls aus der gleichgeschlechtlichen

Fortpflanzung hervor, d. h. die

Läuse sind fähig, Nachwuchs zu produzieren,

der genetisch nicht identisch mit

dem Muttertier ist. Diese Veränderung

tritt auf, wenn auf der Pflanze Platzmangel

herrscht. Die jungen Läuse bleiben

nämlich bei ihren Erzeugerinnen und

wachsen durch sukzessives Häuten heran.

Wird der Platz dann zu eng, berühren

sich die Tiere und die Weibchen

produzieren geflügelten Nachwuchs,

der wegfliegt und neue Pflanzen besiedelt.

Die Blattläuse reagieren auch auf

die Sonnenscheindauer. Wenn die Tage

kürzer werden, produzieren sie sowohl

männlichen als auch weiblichen Nachwuchs.

Im Herbst bei der geschlechtlichen

Fortpflanzung werden Eier abgelegt,

welche die Wintermonate

überleben und aus denen weibliche

Jungtiere schlüpfen, die sich wiederum

ungeschlechtlich fortpflanzen können.

Männliche Blattläuse gibt es somit nur

Ende Sommer.

Die Jungfernzeugung ist, sofern

ein rasches und bedeutendes Wachstum

der Population erreicht wird, nur kurzfristig

eine wirksame Strategie. Alle Tiere,

die daraus hervorgehen, sind genetisch

völlig oder zumindest beinahe

identisch und daher anfällig oder resistent

auf die gleichen Krankheiten und

Schädlinge.

Eine Eigenheit, die einen wechselnden

Einsatz der Wirkstoffe bei der Blattlausbekämpfung

rechtfertigt. Wenn einige

wenige Tiere eine Behandlung

überleben, sind die nachfolgenden Populationen

ähnlich resistent, weshalb

die Folgebehandlung mit dem gleichen

Wirkstoff weniger effizient ist als die

erste.

34 6 2012 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

Als Virusfaktoren, durch ihre

rasante Fortpflanzungsfähigkeit,

ihre Symbiose mit Bakterien und

das harmlose Aussehen gehören

die Blattläuse zweifelsohne zu den

Schädlingen.

Bild Bayer CropScience

Bei einem frühen Befall treten an

den Kulturen bedeutende Schäden auf.

Grosse Blattlauspopulationen schwächen

die jungen Sprossen und können

zu einer Gelbfärbung oder gar zu einem

Abfall der Blüten führen. Wenn es ganz

schlimm kommt, werden Verluste in der

Höhe von 20% sowie ein Rückgang des

Tausendkorngewichts festgestellt. Die

bedeutendsten Schäden sind auf die Löcher

zurückzuführen, welche Larven

und erwachsenen Tiere beim Fressen

verursachen. Aber auch der durch die

Blattläuse produzierte Honigtau begünstigt

die Entstehung von Russtau,

ein schwarzer Pilz, der die photosynthe-

Bakterienalarm gegen die Schlupfwespen

Die Blattläuse sind gegen die Schlupfwespen nicht völlig wehrlos und

schützen sich mit einem Bakterium, das mit der Blattlaus in Symbiose

lebt und die Entwicklung der Wespe im Lausinneren verhindert. Die

Schlupfwespen umgehen dieses Problem offenbar so, indem sie zwei

Eier in den befallenen Blattläusen ablegen, wodurch die bakterielle

Abwehr neutralisiert wird und sich eine Wespe in der Laus entwickeln

kann. Interessant ist, dass die Schlupfwespen in der Lage sind zu

unterscheiden, ob eine Laus Träger des Bakteriums ist oder nicht und

ihre Eiablagestrategie entsprechend anpassen. Der Entscheid basiert

offenbar auf der Produktion des Alarmstoffs Pheromon, der den

Wespen signalisiert, ob die Blattläuse Träger des Bakteriums sind oder

nicht.

Blattläuse als Chamäleon

Japanische und französische Forscherteams haben beobachtet, dass

Blattläuse ihre Farbe von rosa zu grün wechseln können, was nicht auf

ein Modediktat, sondern auf ein Bakterium in der Blattlaus zurückzuführen

ist. Dies ist ein wichtiges Element, da man weiss, dass die

Marienkäfer offenbar rosa Blattläuse bevorzugen, während Schlupfwespen

die grünen vorziehen. Die Symbiose mit dem Bakterium Rickettsiella

senkt für die Blattlaus womöglich das Risiko, von einem

Marienkäfer gefressen zu werden. Gleichzeitig wird das Rickettsiella-

Bakterium häufig zusammen mit Hamiltonella- oder Serratia-Bakterien

festgestellt, die vor Schlupfwespen schützen, welche grüne Blattläuse

bevorzugen.

tischen Fähigkeiten der Pflanzen vermindert.

Darüber hinaus sind Blattläuse

Vektoren (Überträger) zahlreicher Viren;

so kann beispielsweise A. Gossypii 44

verschiedene Viren übertragen. Die Virenübertragung

verursacht insgesamt

grössere Schäden als die Fresslöcher.

Die chemische Bekämpfung ist

im ÖLN erlaubt, sofern 80% der Pflanzen

zum Zeitpunkt der Blütenknospenbildung

(Stadium 51) und dem Blühbeginn

mit 10% geöffneten Blüten

(Stadien 61) befallen sind. Eine Applikation

von Produkten auf der Basis von

Primicarb ist im ÖLN zwischen dem

Blühbeginn und der Schotenbildung zugelassen.

Primicarb hat zwar eine kurze

Wirkungsdauer, hat aber den Vorteil,

dass die Nützlinge verschont bleiben.

Diese tragen danach dazu bei, dass die

Blattlauspopulation auf einem erträglichen

Niveau gehalten werden kann. Die

Produkte auf Dimethoat-Basis sind für

die Bekämpfung der Erbsblattläuse

ebenfalls anerkannt, sind jedoch giftig

für Nützlinge, zudem wird für ihren Einsatz

im ÖLN zwingend eine Bewilligung

benötigt.

Die Feinde der Blattläuse sind zahlreich

und können in zwei Kategorien

eingeteilt werden, nämlich in Prädatoren

(Räuber) und Parasitoide. Die Parasitoiden

sind Schlupfwespen, die mehr

oder weniger auf einige Lausarten spezialisiert

sind. Diese Wespen legen ihre

Eier in den Körper der Blattläuse und

mumifizieren sie. Es töten jedoch nicht

alle Schlupfwespen direkt ihre Laus.

Teilweise sind die Wirtsläuse nämlich

immer noch in der Lage, Viren zu verbreiten,

obschon sie nicht mehr fressen

und keinen Honigtau mehr produzieren.

Florfliegen, Gallmücken und Schwebfliegen

teilen sich ihre Vorliebe für Blattläuse

mit den Marienkäfern. Die Applikation

von Insektiziden, welche diese

wertvollen Nützlinge verschonen, ermöglichen

es, dass Prädatoren-Populationen

(Räuber) erhalten bleiben und

die Blattlauspopulationen in Schach halten.

Das Erbgut von Blattläusen konnte

entschlüsselt werden. Ziel ist, die für die

Parthenogenese verantwortlichen Gene

zu bestimmen, damit die starke Vermehrung

im Frühling unterbunden werden

kann. Aufgrund der Vielfalt der erfassten

Blattlaussorten und der

zahlreichen betroffenen Kulturen bleibt

die Blattlausbekämpfung sowohl bei direkten

Schäden als auch bei der Virenübertragung

eines der Hauptziele, das

mit Forschungsprogrammen zur Schädlingsbekämpfung

verfolgt wird.

Autor Gaël Monnerat, UFA-Revue,

1510 Moudon

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UFA-REVUE · 6 2012 35


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36 6 2012 · UFA-REVUE


SONDERTHEMA

E FOCUS

Juni 2012

Hygiene auch

im Ackerbau

Bild: agrarfoto.com

Grosse Schäden durch mangelnde Sorgfalt 38

Hygiene – der Schlüssel zum Erfolg 40

Geeignetes Vorgehen bei Ausfallpflanzen 42

Gründüngung: Noch ungenutztes Potenzial 44


HYGIENE AUCH IM ACKERBAU

PFLANZENBAU

Schäden durch mangelnde Sorgfalt

ZUCKERRÜBEN Die Reinigung von Feldspritzen verursacht mittlerweile grössere

Probleme als das Rückführen von Erde aus Zuckerrübenkulturen. Die Gefahren in Bezug

auf die Rückführung von Erde bekam man durch die Züchtung neuer resistenter Sorten

weitgehend in den Griff. Hingegen führt die mangelnde Sorgfalt bei der Reinigung von

Feldspritzen zu vielen Problemen.

Die Grösse von Rübenmaschinen ist

beeindruckend. Nebst der problematischen

Bodenverdichtung, die

ihr Einsatz auf den Feldern verursacht,

wurde auch untersucht, welche

Risiken das Austauschen von Erde zwischen

den Parzellen, die mit Nematoden

oder Rizomania befallen sind, mit

sich bringt. Der unablässige Preisdruck

hat mittlerweile dazu geführt, dass die

Rübenernte in der Regel von Spezialfirmen

durchgeführt wird. Daher ist es

nicht mehr möglich, bei der Planung der

Rübenernte einen allfälligen Befall der

Felder zu berücksichtigen. Den Züchtern

gelang es dann innert kürzester

Zeit, resistente Sorten zu züchten, die

häufig auch mehrfachresistent sind gegen

Nematoden, Rizomania, Rhizoctonia

und Blattkrankheiten, wodurch diese

Probleme elegant gelöst werden

können.

Eine korrekt gereinigte Spritz -

maschine, geeignete persönliche

Schutzbekleidung und höchste

Konzentration beim Mischen der

Spritzbrühe – drei entscheidende

Punkte zum Vermeiden von Unfällen.

Prävention von Risiken

beim Spritzen

• Pflanzenschutzmittel an einem hellen

Ort lagern und die verschiedenen

Produkte klar trennen

• Sich beim Mischen der Brühe nicht

ablenken lassen

• Die ganze Spritzvorrichtung mit einem

geeigneten Lösungsmittel reinigen,

insbesondere nach einer Applikation

von Sulfonylharnstoffen

• Nach dem Spülen alle Filter abmontieren

und zusammen mit den Düsen

reinigen

• Bei der Reinigung der Spritzgeräte die

Anweisungen des Herstellers beachten

• Während der Zubereitung, dem

Applizieren und der Reinigung die

persönliche Schutzbekleidung

tragen

Nichts gleicht mehr, als ein anderes

Produkt aus der Palette der Pflanzenschutzmittel.

Resistente Sorten In der Schweiz

wurden nur «Syncro», resistent gegen

die braune Rhizoctonia, und «Amalia»,

resistent gegen Rübenzystennematoden,

in die empfohlene Sortenliste aufgenommen.

Die Wirksamkeit dieser

Sorten ist jedoch nur dann langfristig

gewährleistet, wenn sie auf Parzellen

mit einem entsprechenden Schädlingsrisiko

angebaut werden. Die Schwierigkeiten

mit der an den Rüben haftenden

Erde können immer besser behoben

werden. Seit die Rübenmaus verwendet

wird, kommen weniger Ladewagen mit

den herkömmlichen Rübenreinigern in

Kontakt. Somit bleibt der grösste Teil

der Reinigungsrückstände auf den Feldern

zurück. Dennoch müssen die Maschinen,

die auf Parzellen mit Schädlingsbefall

eingesetzt werden, besonders

sorgfältig gereinigt werden. Auch

wenn die Reinigung der ganzen Erntemaschine

nach dem Einsatz auf einem

mit Nematoden- oder Rimozomania befallenen

Feld schwierig ist, wird empfohlen,

alle Bodenbearbeitungsgeräte

des Betriebs zu putzen. Durch das Entfernen

der Erde bei den Bodenbearbeitungs-

und Hackmaschinen auf dem

Feld soll das Weiterverbreiten des Erregers

auf die anderen Parzellen des Betriebs

verhindert werden.

38 6 2012 · UFA-REVUE


HYGIENE AUCH IM ACKERBAU

PFLANZENBAU

Wenngleich der

Nematodenbefall

oft auf die Ernte -

maschinen zurück -

geführt wird,

tragen auch die

Boden bearbeitungs -

maschinen des

Betriebes zum

Problem bei.

Die nach dem Verladen mit der Rübenmaus anfallende Erde muss gut in

den Boden eingearbeitet werden, damit sie die Folgekultur nicht zu stark

beeinträchtigt.

Sulfonylharnstoffe sind die Ursache

zahlreicher Probleme in Rübenkulturen.

Die Rückstände dieses Wirkstoffs

bleiben an den Innenflächen von

Schläuchen und Spritzgeräten haften

und werden mit den nachfolgenden Applikationen

ebenfalls ausgebracht. Das

Spülen des Spritzgeräts mit klarem Wasser

genügt bei diesem Wirkstoff nicht.

Erst durch den Einsatz eines geeigneten

Reinigungsmittels kann eine Phytotoxizitätsgefahr

gebannt oder die Zerstörung

der Zuckerrübenkultur verhindert

werden. Diese Empfehlung gilt für alle

Kulturen.

Besondere Vorsicht Dank Züchtungserfolgen

könnten einige Gesundheitsprobleme

bei den Zuckerrübenkulturen

gelöst und durch sicherere Applikationstechniken

zahlreiche Zwischenfälle

vermieden werden. Dennoch bleibt

der Frühling arbeitsintensiv und die

Landwirte sind durch die Unkrautregulierung,

die Maissaat, das Ausbringen

verschiedener Insektizide und Fungizide

mit mehreren Arbeiten gleichzeitig beschäftigt.

Viele Unfälle bei Pflanzenschutzmassnahmen

sind auf mangelnde Sorgfalt

bei der Zubereitung der Spritzbrühen

zurückzuführen. Bereits ein Telefon -

anruf genügt, um zu vergessen, was

man in den Spritztank gefüllt hat.

Schlimmer noch, man verwechselt den

Behälter und spritzt ein Produkt, das eigentlich

für eine andere Kultur bestimmt

wäre.

Ordnung im Lager Die Zubereitung

der Brühe ist eine heikle Phase.

Dies gilt ganz besonders für die Unkrautbekämpfung

bei Zuckerrüben, wo

drei oder vier Wirkstoffe zusammengemischt

werden. Bei vielen «Unfällen»

wird ein Herbizid, das eigentlich für eine

andere Kultur einzusetzen wäre, beigemischt.

Die standardisierten Verpackungen

mit ähnlichem Aussehen erfordern

höchste Sorgfalt und Konzentration. Mit

einer sauberen, klaren und geordneten

Lagerung können viele Probleme vermieden

werden.

Fazit Die Risiken, die mit der raschen

Entwicklung der Produktionstechniken

im Zuckerrübenanbau entstanden sind,

insbesondere der Einsatz von immer

leistungsfähigeren Ernte- und Lademaschinen,

wurden durch die Züchtung

von Sorten, die sich für diese Produktionsmethoden

besser eignen, eingedämmt.

Auf diese Weise konnten viele

Probleme gelöst werden, die durch die

Rückführung von Erde auf verschiedene

Parzellen entstanden. Gegenwärtig sind

vor allem Unachtsamkeit bei der Zubereitung

der Brühen und fehlende Sorgfalt

bei der Reinigung der Spritzgeräte

die Ursache der meisten Schäden.

Lagerung der

Rübenhaufen

Die Zuckerrüben

werden immer öfter am

Feldrand gelagert und

dann mit einer Rüben -

maus verladen. Eine

Schicht, bestehend aus

der Erde, die zuvor an

den Rüben haftete, und

aus vielen Wurzelteilen,

bleibt an der Lagerstelle

zurück. Die Folge -

saaten, üblicherweise

Weizen, entwickeln

sich an diesen Stellen

lückig und schwach.

Dem kann abgeholfen

werden, indem diese

von den Zuckerrüben

stammende Resterde

mit der Felderde

konsequent vermischt

wird.

Autor Gaël Monnerat,

UFA-Revue,

1510 Moudon

INFOBOX

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UFA-REVUE · 6 2012 39


HYGIENE AUCH IM ACKERBAU

PFLANZENBAU

Der Schlüssel zum Erfolg

DIE HYGIENE in den Getreidesammelstellen ist entscheidend, damit eine gute

Lagerung und Bewirtschaftung der Ware gewährleistet ist. Mit der Reinigung der Silos

allein ist es aber nicht getan, vielmehr wird der Betrieb der Sammelstellen durch

viele Arbeitsschritte strukturiert, damit landesweit während des ganzen Jahres eine

lückenlose Versorgung mit Brotgetreide sichergestellt ist.

Getreide ist eine

organische Ware, die

ständig überwacht

werden muss, egal ob

sie in Metall- oder

Betonzellen gelagert

wird.

Die Sammelstellen sind zuständig

für die Annahme, das Sortieren und

Trocknen sowie die Lagerung und

Belieferung der Mühlen und Nahrungsmittel-Industriebetriebe

in der

ganzen Schweiz. Gegenwärtig führt der

wirtschaftliche Druck vielerorts zu Restrukturierungen,

damit die Wettbewerbsfähigkeit

gewährleistet bleibt. Bedingt

durch die Zusammenlegungen

nehmen die Getreidemengen, für die

die Betreiber verantwortlich sind, mengenmässig

immer mehr zu. Aus diesem

Grund führt bereits der kleinste Fehler

zu Qualitätseinbussen grosser Getreidemengen.

Obendrein müssen aufgrund

der geforderten Rückverfolgbarkeit sowie

der immer zahlreicheren Labels und

Produktionsmethoden die Lagerkapazitäten

intelligent bewirtschaftet und Abläufe

gewährleistet werden, welche

die Reinheit der Bestände garantieren.

Stümperhaftes Improvisieren ist somit

endgültig vorbei.

Zur Saisonvorbereitung gehört

die sorgfältige Reinigung aller Einrichtungen.

Mit jeder Leerung werden die

Zellen gründlich geputzt, um Staub und

übriggebliebene Getreidekörner zu entfernen.

Bei diesem Arbeitsschritt geht es

nicht nur darum, die Gefahr der Verunreinigung

durch zurückgebliebene Getreidereste

zu senken, sondern auch zu

verhindern, dass sich Insekten ansiedeln

oder Schimmel entsteht und die künftigen

Lagerbestände befallen. Während

des Befüllens wird bei jeder Lieferung

eine Probe entnommen und auf den

Feuchtigkeitsgehalt, den Verunreinigungsgrad,

die Fallzeit und teilweise

auch auf Mykotoxine untersucht. Die

Ergebnisse werden anschliessend durch

den Betreiber ausgewertet, um homo-

Für die richtige Getreide lagerung

ist eine tadellose Hygiene bei

den Anlagen und in den Gebäuden

oberstes Gebot.

40 6 2012 · UFA REVUE


HYGIENE AUCH IM ACKERBAU

PFLANZENBAU

gene Warenbestände zusammenzustellen.

Danach wird von jedem Posten eine

Probe aufbewahrt, um später bei allfälligen

Beanstandungen die Rückverfolgbarkeit

bis zum Urheber zu gewährleisten.

Umgang mit Feuchtigkeit Die

Getreidekörner nehmen je nach Feuchtigkeitsgehalt

und Luftfeuchtigkeit entweder

Wasser auf oder verdunsten es.

Probleme entstehen, wenn die Getreidekörner

eine höhere Temperatur als

die Umgebungsluft innerhalb der Zelle

aufweisen. Das dadurch von den Getreidekörnern

verdunstete Wasser kann

von dieser Luft nicht mehr aufgenommen

werden und es entsteht ein Kondensationsrisiko.

Die Feuchtigkeit, die

sich auf den mit Staub bedeckten Zellenwänden

absetzt oder auf die gelagerte

Ware fällt, erzeugt Schimmel. Um

dies zu vermeiden, werden die Zellen

gekühlt, bis im Innern der Getreidemasse

eine Temperatur von 5°C erreicht

wird. Die oberste Schicht der gelagerten

Ware ist am stärksten exponiert und hier

werden auch die ersten Anzeichen von

Schimmelbildung und ein allfälliger Insektenbefall

entdeckt.

Die Insekten tragen ebenfalls zu erheblichen

Qualitätsverlusten bei. Viele

Sammelstellen führen vor der neuen

Kampagne eine entsprechende Behandlung

ihrer Einrichtungen durch, um einem

Insektenbefall in den Lagerzellen

vorzubeugen. Die meisten Insekten, die

das Getreide befallen, vermehren sich

bei Temperaturen zwischen 30 und

35°C. Während sich die Kornkäfer unter

12°C nicht mehr vermehren, liegt diese

Grenze für Getreideplattkäfer und Getreidekapuziner

bei 21°C, für Motten

und Getreidemotten bei 17°C bzw.

15°C. Mit einer Kühlung auf 5°C wird

ein Insektenbefall verhindert. Der Kornkäfer

gehört zu den hartnäckigsten

Schädlingen und stirbt, unabhängig von

seinem gegenwärtigen Entwicklungsstadium,

wenn er dieser Temperatur

während drei Monaten ausgesetzt ist.

Brandgefahr Getreidelager bergen

drei grosse Risiken, nämlich das Selbsterwärmungs-,

das Brand- und das Explosionsrisiko.

Die Gefahr der Selbst -

erwärmung besteht auch bei der

Futtermittellagerung, sofern brennbares

oder die Verbrennung förderndes Material,

Sauerstoff und eine heisse Stelle

vorhanden sind. Im schlimmsten Fall

können diese Faktoren Explosionen –

sogenannten Staubexplosionen – verursachen,

ähnlich wie Grubenexplosionen,

die sich im Bergbau ereignen. Die

Staubexplosionen haben nicht immer

die gleiche Wucht. Eine Mehlstaubexplosion

1997 in einem Getreidesilo der

Ohne entsprechende

Lagerung ergibt auch

das beste Getreide kein

gutes Brot.

Hafenanlagen in der Gironde

forderte 11 Todesopfer.

Um dieses Risiko zu

senken, werden Anlagen gebaut,

bei denen keine Funkenbildung

oder Wärmeübertragung entstehen

kann. Daher verwenden die

Betreiber für den Unterhalt der Lagerzellen

LED-Projektoren, die keine Wärme

abgeben. Die Reinigung der Gebäude

und die Staubabscheidung sind

wirksame Präventionsmassnahmen zur

Senkung des Brandrisikos.

Die Last- und Güterwagen, die

für den Transport des Getreides zwischen

Sammelstellen und Mühlen zum

Einsatz kommen, werden vor dem Beladen

systematisch kontrolliert. Jede Ladung

ist mit einem Rapport versehen,

der über die Reinheit des Transportgeräts

bei der Ankunft, die geladene Ware

sowie über die vorgängig transportierten

Waren informiert. Gleich wie bei der

Warenannahme wird bei jedem Güterund

Lastwagen eine Probe entnommen,

die aufbewahrt wird, damit bei allfälligen

Mängeln der Urheber ausfindig gemacht

werden kann.

Häufig unterschätzt Die Sammelstellen

sind für eine erfolgreiche Vermarktung

des Brotgetreides ausserordentlich

wichtig. Obschon es nicht

mehr Wind und Wetter ausgesetzt ist,

können mit den Silos nicht alle Gefahren

aus der Welt geschafft werden. Die Verluste,

die durch das schlechte Betreiben

der Anlagen, bei der Behandlung des

Getreides und beim Unterhalt von Anlagen

und Gebäuden entstehen können,

sind beträchtlich. Wenngleich der Anbau

eine Ernte von bestmöglicher Qualität

ermöglicht, so ist nur die Endqualität

des Produkts zum Erzielen des

höchsten Gewinns entscheidend. Somit

tragen die Sorgfalt, mit der die Verantwortlichen

der Getreidesammelstellen

die Anlagen unterhalten, und die Qualität

ihrer Arbeit direkt zum wirtschaftlichen

Erfolg des schweizerischen Getreidebaus

bei.


Autor Gaël Monnerat, UFA-Revue,

1510 Moudon

INFOBOX

www.ufarevue.ch 6 · 12

UFA REVUE · 6 2012 41


HYGIENE AUCH IM ACKERBAU

PFLANZENBAU

Wie Umgehen mit Ausfallpflanzen?

EGAL, OB EIN PHOMA-, NEMATODEN- ODER MEHLTAUBEFALL vorliegt,

entscheidend für eine erfolgreiche Krankheits- und Schädlingsbekämpfung sind die

Massnahmen gegen Ausfallraps und Ausfallsonnenblumen. Diese Kulturen weisen zwei

Besonderheiten auf: Erstens das Zusammenspiel zwischen Ausfallpflanzen und

Jungpflanzen und zweitens die Gefahr, die diese für die Erntequalität darstellen.

Das Schälpflügen ist

eine wirksame

Methode, um den

Körnervorrat im Boden

zu reduzieren und

die Übertragung von

Krankheiten zu

vermindern, sofern nur

die Oberfläche

bearbeitet wird und

die Erntereste

eingearbeitet werden.

Der Durchwuchs von Kulturen

schafft Bedingungen, die verschiedene

Krankheiten und den Schädlingsbefall

begünstigen. Ausfallpflanzen

bringen aber auch gewisse

Vorteile mit sich, die es zu nutzen gilt.

Mit einem vernünftigen Vorgehen beim

Ausfallsraps kann seine Fähigkeit zur

Bindung von Nitraten im Boden genutzt

werden, wobei gleichzeitig das Risiko

einer Krankheits- und Schädlingsverbreitung

in den jungen Kulturen gesenkt

werden muss.

Eine oberflächige Bodenbearbeitung

begünstigt das Auftreten von Ausfallraps,

senkt aber die Anzahl der verbliebenen

Samen im Boden. Die

Feuchtigkeit, die durch den Ausfallraps

im Rapsstroh entsteht, begünstigt die

Entwicklung von Phoma und die Bildung

von Sporen, welche die neuen

Rapskulturen ab September befallen.

Die für die Kohlhernie verantwortlichen

Pilze profitieren ebenfalls vom vorhandenen

Ausfallraps, um sich in den befallenen

Parzellen entwickeln zu können.

Raps ist auch eine Wirtspflanze für

Zystennematoden, ein vor allem im Zuckerrübenanbau

bestens bekannter

Schädling. Ausfallpflanzen bieten auch

ideale Bedingungen für die Entwicklung

von Schneckenpopulationen. Für die

Folgekulturen bedeutet Ausfallraps eine

Quelle erhöhten Risikos, ganz besonders,

wenn er sich auch nach der Aussaat

der neuen Kulturpflanzen behaupten

kann.

Trotz dieser Risiken weist Ausfallraps

auch einige Vorzüge auf. Seine Fähigkeit,

im Boden vorhandene Nitratreste

zu absorbieren, hat zur Folge, dass

Stickstoffverluste durch Auswaschung

während der Zwischenkultur stark herabgesetzt

werden können. Verschiedene

Untersuchungen in Frankreich und

Deutschland haben gezeigt, dass Ausfallraps

je nach Lebensdauer schätzungsweise

20 bis 60 Stickstoffeinheiten

aufnimmt.

Vorgehen bei

Ausfallsonnenblumen

• Genügend früh ernten, um Samenverluste

vor der Ernte tief zu halten.

• Den Boden nach der Ernte nicht tief -

gründig bearbeiten, um so die

Keimung der Sonnenblumen im

Frühjahr zu begünstigen.

• Systematisches Ausreissen der

Sonnenblumensprösslinge.

• Behandeltes Saatgut nur wenn nötig

verwenden.

Bei der Bekämpfung dieser

Durchwuchspflanzen gilt es nicht nur

das Übertragungsrisiko von Krankheiten

und Schädlingen auf Folgekulturen zu

senken, sondern auch die Verluste von

Nährstoffen zu mindern. Stroh und Ausfallraps

sollten vor dem Auflaufen der

neuen Rapskulturen eingearbeitet und

vernichtet werden, um den Druck auf

die Jungpflanzen zu vermindern. Bei

Fruchtfolgen mit Raps und Zuckerrüben

42 6 2012 · UFA-REVUE


HYGIENE AUCH IM ACKERBAU

PFLANZENBAU

Vorgehen bei Ausfallraps

• Vor der Bearbeitung des Bodens die

Ausfallpflanzen keimen lassen.

• Den Boden oberflächig bearbeiten,

damit im Boden keine Samenvorräte

entstehen können.

• Früh genug den Auswuchs vernichten,

damit keine Krankheiten und

Schädlinge auf die neue Saat

übertragen werden können.

• Auf Parzellen mit Zystennematoden-

Befall die Ausfallpflanzen drei Wochen

nach dem Auflaufen vernichten, damit

die Möglichkeit, dass sich Nematodenpopulationen

entwickeln, gering

bleibt.

kann mit dem Vernichten der Ausfallpflanzen

in der zweiten bis dritten Woche

nach dem Auflaufen offenbar das

Zystennematoden-Risiko gesenkt werden.

Hingegen darf der Durchwuchs

nicht zum Zeitpunkt des Auflaufens der

neuen Saat vernichtet werden, damit

keine Schädlingsübertragung auf die

noch anfällige Kultur erfolgt.

Falscher Mehltau an Sonnenblumen

kann nur mit einem einzigen

Wirkstoff, nämlich Metalaxyl-M, bekämpft

werden, der auch zur Behandlung

des Saatguts eingesetzt wird. Da es

sich hier um das einzige Mittel gegen

diesen Pilz handelt, müssen alle erforderlichen

Massnahmen ergriffen werden,

um allfällige Resistenzen zu verhindern.

Die Prävention umfasst die

Beseitigung aller Ausfallsonnenblumen,

das Einhalten einer dreijährigen Anbaupause

zwischen zwei Rapskulturen und

die ausschliessliche Verwendung von

zertifiziertem Saatgut.

Sonnenblumensamen werden

nicht behandelt, damit das Bekämpfungsmittel

lange wirksam bleibt und

keine Resistenzen auftreten. Dennoch

ist in gewissen Situationen eine Saatgutbehandlung

angezeigt, beispielsweise

wenn die Anbaupause weniger als drei

Jahre beträgt, Durchwuchspflanzen mit

oder ohne Mehltaubefall in grosser Zahl

auftreten sowie bei Ziersonnenblumen

oder bei Gründüngung in den Vorjahren.

Die Produzenten sind verpflichtet,

einen allfälligen Mehltaubefall ihrer

kantonalen Fachstelle für Pflanzenschutz

zu melden.

Im Gegensatz zu Raps muss bei den

Sonnenblumen eine Aufhebung der

Dormanz erfolgen, damit sie keimen

können. Deshalb können die ersten

Durchwuchspflanzen erst im nachfolgenden

Frühling festgestellt werden.

Die Dichte des Durchwuchses hängt

von der Pflanzenreife zum Zeitpunkt der

Ernte und der Einstellung des Mähdreschers

ab. Je reifer die Pflanzen sind,

desto höher sind die Körnerverluste.

Auf einer Parzelle mit später Ernte werden

Durchwuchspflanzen stärker auftreten

als auf einem Feld, das zu einem früheren

Zeitpunkt abgeerntet wurde.

Sonnenblumensamen sind auch nach einigen

Jahren im Boden noch keimfähig.

Es empfiehlt sich daher, nach einer Sonnenblumenkultur

das Pflügen zu unterlassen.

Werden die Samen eingegraben,

können sich im Boden Samenvorräte

bilden. Diese keimen bei günstigen Bedingungen

auch noch Jahre später und

werden zu potentiellen Krankheitsvektoren

in Sonnenblumenkulturen.

Wilde Sonnenblumen sind in den

Hauptanbaugebieten für Sonnenblumen

ein schwerwiegendes Problem.

Diese Pflanzen erreichen vielfach eine

Höhe von über zwei Metern und weisen

im Vergleich zu den kultivierten Sorten

völlig unterschiedliche morphologische

Eigenschaften auf. Sie haben einen verzweigten

Wuchs und bilden mehrere

kleine körbchenförmige Blütenstände.

Sie lassen sich daher einfach bestimmen

und müssen unbedingt vor der Blüte

entfernt werden, da die Samen im Boden

bis zu 10 Jahren überleben können.

Im Gegensatz zu anderen Ländern,

wo der Sonnenblumenanbau stärker

verbreitet ist, ist in der Schweiz zurzeit

kein Nachlaufherbizid zur Bekämpfung

von Sonnenblumen zugelassen. In Regionen

mit einem grossen Bestand an

wilden Sonnenblumen wird als Bekämpfungsstrategie

zu Samensorten gegriffen,

die gegen gewisse Breitbandherbizide

wie «Pulsar 40» (BASF) oder

«Express SX» (Dupont) resistent sind.

Diese Sorten eignen sich jedoch nicht

für die hiesigen bodenklimatischen Bedingungen.

Zudem besteht bei wilden

Sonnenblumen, die von resistenten Sorten

abstammen, eine erhöhte Wahrscheinlichkeit,

dass das Resistenzgen

auf die wilden Sorten übertragen wird.

Dies kann in wenigen Jahren zu einem

Wirksamkeitsverlust der Herbizide führen.

Deshalb muss die Bekämpfung

ständig gewechselt und Wildpflanzen

systematisch entfernt werden. Bei Getreidekulturen

ist die chemische Bekämpfung

mit bestimmten Sulfonylharnstoffen

und Hormonen möglich. Im

Mais-, Erbsen-, Soja- und Kartoffelanbau

wird Betanzon verwendet.

Spezielle Unkräuter Durchwuchspflanzen

in Kulturen sind spezielle Unkräuter.

Sie sind nicht nur invasiv und

übertragen Krankheiten, sie sind auch

schwer zu bekämpfen, wenn sie in Kulturen

der gleichen Sorte auftreten. Zudem

beeinträchtigen die wilden Sorten

die Erntequalität. Gerade bei der Produktion

von HOLL-Raps und Sonnenblumen,

für die hinsichtlich Qualität

und Reinheitsgrad hohe Anforderungen

gelten, sind diese «wilden» Sorten problematisch.

Damit die auf Qualität beruhenden

Vermarktungsstrategien erfolgreich

sind, müssen die Produzenten

die ganze Produktionsphase aufmerksam

begleiten. Obschon Ausfallpflanzen

aufgrund gewisser Eigenschaften nützlich

sein können, gilt es abzuwägen, ob

diese Vorzüge nicht mit zu hohen Risiken

verbunden sind.


Ausfallraps trägt zu

einem grossen Teil

zur Übertragung von

Krankheiten bei.

Autor Gaël Monnerat,

UFA-Revue,

1510 Moudon

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UFA-REVUE · 6 2012 43


HYGIENE AUCH IM ACKERBAU

PFLANZENBAU

Noch ungenutztes Potenzial

DER ANBAU MIT BEGRÜNUNGSPFLANZEN, beispielsweise mit einer Grün -

düngung oder Futterpflanzen, wurde durch den ökologischen Leistungsnachweis ÖLN

stark gefördert. Häufig führte man die Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten

bei den Folgekulturen auf diese Pflanzen zurück. Werden jedoch verschiedene Faktoren

berücksichtigt, lassen sich mit diesen Kulturen die Risiken eindämmen.

Zwischenkulturen

dienen nicht nur als

Erosionsschutz und

Nitratfallen, sondern

weisen auch in der

Schädlingsbekämpfung

ein grosses Potential

auf.

Bild: agrarphoto.com

Der Anbau von Begrünungspflanzen

vor den Sommerkulturen wirkt

sich auf die ganze Fruchtfolge aus.

Bei der Sortenwahl müssen nicht

nur wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt

werden, sondern auch das potentielle

Risiko, mit dem die Kulturen belastet

werden, wenn die gleiche Sorte in

der Fruchtfolge angebaut wird. Begrünungspflanzen

schaffen für viele Schädlinge

günstige Verhältnisse: Die Wurzeln

leiten Nährstoffe an die

Nematoden und die pflanzenfressenden

Gliedfüssler wie Drahtwürmer oder

Saatkornfliegen weiter. Die oberirdischen

Pflanzenteile bieten Schnecken,

Erdflöhen, Rübenblattwespen, Blattläusen

usw. Nahrung und können als Wirt

für zahlreiche Viruskrankheiten dienen.

Zudem bietet ein bepflanzter Boden

den abgelegten Eiern bessere Überlebensbedingungen

und muss weniger

bearbeitet werden, wodurch die Schädlingskolonien

nicht zerstört werden. All

diese Faktoren haben auch für Nützlinge

ähnliche Auswirkungen, doch ist es

schwierig, den dadurch erzielten Vorteil

zu beziffern.

Wird bei der Begrünung die

richtige Wahl getroffen, können die Risiken

gesenkt werden. Die Weiterentwicklung

von Anbaumethoden hatte zur

Folge, dass eine Studie über die Auswirkungen

der verschiedenen Begrünungsmöglichkeiten

auf die Fauna in den Feldern

durchgeführt wurde. Dies brachte

interessante Besonderheiten an den

Tag.

Blattläuse zeigen ähnlich wie Kühe

nicht für alle Pflanzen die gleichen Vorlieben.

Durch verschiedene Versuche,

die das Pflanzeninstitut Arvalis in Frankreich

durchführte, konnten die verschiedenen

Sorten in Gruppen eingeteilt

werden, die aufgrund der

Vorlieben der genetzten Ackerschnecke

gebildet wurden (siehe Tabelle). Davon

ausgehend kann man feststellen, dass

mit dem Anbau von Sorten, die von

Schnecken eher gemieden werden, deren

Nahrungsangebot eingeschränkt

wird und somit auch die Eiablage reduziert

werden kann. Die Versuche der

Landwirtschaftlichen Schule in Bar-le-

Duc über den Einfluss von Bodenbearbeitungsmassnahmen

bestätigen, dass

die Schneckenpopulationen auf Feldern,

auf denen nach zweimaliger Stoppelbearbeitung

Senf angesät wurde,

nicht grösser sind, als wenn der Boden

brach gelegen wäre. In beiden Fällen

zeigte sich, dass nach der zweimaligen

Stoppelbearbeitung im Intervall von einem

Monat der Schneckenbefall eindeutig

geringer war als auf Feldern mit

einmaliger Stoppelbearbeitung.

Die Viruserkrankungen können

mit der richtigen Wahl der Gründüngung

ebenfalls bekämpft werden. Bislang

wurden Virosen vorwiegend durch

eine chemische Blattlausbehandlung

bekämpft. Aber der Einsatz von Begrünungspflanzen

bietet neue Möglichkeiten,

denn auch die Blattläuse haben

Vorlieben für gewisse Pflanzen. Ob-

44 6 2012 · UFA-REVUE


Tabelle: Arten und Attraktivität

für genetzte

Ackerschnecken

Attraktivität Arten

Schwach Rauh-Hafer

Winter-Ackerbohnen

Belugalinsen

Weisser Senf

Sareptasenf

Ölrettich

Chinesischer Rettich

Frühlingswicke

Phazelia

Purpurwicke

Mittel

Platterbse

Ramtillkraut

Wintergerste

Grasigerbse

Gerste

Inkarnatklee

Triticale

Italienisches Raygras

Stark

Raps

Roggen

Sonnenblume

Quelle: Arvalis – Labor- und Freilandversuche

Die Vernichtung der

Grünkulturen ist

eine entscheidende

Phase, da sich der

Inter ventions zeitpunkt

direkt auf den

gewünschten Effekt

auswirkt.

schon vorhandene Pflanzen ein Reservoir

für Virenerkrankungen sind und das

Auftreten von Krankheiten entscheidend

beeinflussen, tragen auch die Vektoren

(Läuse) einen massgeblichen Teil

bei. Selbst wenn das vorhandene Virenreservoir

ohne Läuse gross ist, bleibt die

Krankheit auf der Parzelle. Hier muss

auch eine Anbaustrategie mit Pflanzen

erfolgen, die von Blattläusen wenig befallen

werden. Bei der Bekämpfung von

Virosen ist der Zeitpunkt bei der Vernichtung

der Vegetationsdecke ent -

scheidend. Blattläuse verlassen im eine

Pflanze nur bei zu engen Platzverhältnissen

oder wenn die Pflanze abstirbt.

Die Zerstörung von Bepflanzungen mit

einer grossen Viruslast und einem starken

Blattlausbefall sollte nur dann vorgenommen

werden, wenn die Kulturen

in der Umgebung ein Pflanzenstadium

erreicht haben, dem ein Blattlausbefall

nicht mehr schaden kann.

HYGIENE AUCH IM ACKERBAU

PFLANZENBAU

Nematodenbekämpfungen mit

Gründüngung kennt man bereits lange.

Obschon mit den gegenwärtigen Strategien

zum Beispiel im Zuckerrübenanbau

Nematoden resistente Sorten eingesetzt

werden, verfügt man mit der richtigen

Wahl und guter Pflege der Gründüngung

über eine elegante landwirtschaftliche

Bekämpfungsmöglichkeit. Zwischenkulturen

führen zum Erfolg, wenn

verschiedene Grundsätze befolgt werden,

wobei mindestens eine der nachfolgenden

Bedingungen zutreffen muss:

• Die Zwischenkultur ist kein Nematodenwirt.

Die Nematoden können sich

nur auf den Wirtsunkräutern vermehren,

wodurch ein Rückgang der Populationen

zu beobachten ist.

• Die Zwischenkultur ist ein resistenter

Wirt, den die Nematoden zwar befallen,

sich aber nicht vermehren. Bei gewissen

Rettich- und Senfsorten wurde

ein Rückgang der Nematodenpopulationen

von 50% festgestellt.

• Die Zwischenkultur ist ein Wirt, doch

werden bei deren Vernichtung zum

richtigen Zeitpunkt auch die Nematoden

vernichtet, von denen sie befallen

ist. Man nennt dies eine Anbaufalle.

• Die Zwischenkultur produziert während

des Wachstums oder der Verrottung

Moleküle mit einer nematiziden

oder nematostatischen Wirkung (Prinzip

der Biofumigation), unabhängig

davon, ob sie aus Wirtspflanzen besteht

oder nicht.

Die Zwischenkulturen haben das

Potenzial, um als wirksames Schutzinstrument

eingesetzt zu werden. Die Verwendung

geeigneter Sorten ermöglicht

es, die Forderungen des ÖLN, den Erosionsschutz

des Bodens und den Schutz

der Kulturen unter einen Hut zu bringen.

Hierzu müssen die Sorten nematizide,

insektizide und fungizide Eigenschaften

aufweisen. Viele Mischungen,

die auf Kreuzblütlern basieren, werden

bereits aufgrund dieser Eigenschaften

verwendet. Mit der verfolgten Strategie

sollen diese Mischungen im Freiland

produziert werden, aber noch fehlt das

nötige Know-how zum Erfolg.

Ein weiterer Ansatz besteht darin, die

Beziehungen zwischen Pflanzen und

Schädlingen zu verändern. Man versucht

daher, die Schädlinge, die sich

ausserhalb der Kultur befinden, zu beschäftigen,

solange sich die Kultur in einem

anfälligen Wachstumsstadium befindet.

Eine weitere Möglichkeit ist, den

Entwicklungszyklus der Schädlinge zu

verändern, damit die Eiablage zu einem

für die Kulturen günstigen Zeitpunkt

stattfindet. Für eine wirksame Umsetzung

dieser Strategie ist eine Synchronisierung

der Zwischenkulturen und

Schädlingszyklen notwendig.

Neue Wege Anstatt die Schädlinge

direkt zu bekämpfen, könnten auch Methoden

geprüft werden, welche die

Nützlinge begünstigen. Der Einsatz von

Gründüngern bei der Bekämpfung von

Schädlingen und Pflanzenkrankheiten

war Gegenstand zahlreicher Laboruntersuchungen.

Um diese Methoden im

Freiland umzusetzen, müssen geeignete

Sorten gewählt und effiziente technische

Möglichkeiten angewendet werden.

Die Chancen, die mit diesen neuen

Strategien verbunden sind, werden die

Anbaumethoden bestimmt verändern,

insbesondere im Hinblick auf eine Reduzierung

der Bodenbearbeitung.

Autor Gaël Monnerat, UFA-Revue,

1510 Moudon

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UFA REVUE · 6 2012 45


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MERKBLATT ALP

MANAGEMENT

Jetzt geht’s los mit dem Alpsommer

FÜR ALPMEISTER, HIRTEN UND SENNEN Ab 1.1.2012 gilt die neue Berg- und

Alpverordnung. Die Bezeichnung «Alp» darf nur noch verwendet werden, wenn Käse

oder Butter auch tatsächlich aus dem Sömmerungsgebiet stammen. Damit wird

gewährleistet, dass keine anderen Produkte unter der Bezeichnung Alp verkauft werden.

Wo Alp draufsteht — muss «Alp» auch drin sein.

Alpmeister wünschen ihre Alp in

den Händen von erfahrenen Älplern,

was aber nicht immer möglich

ist — zudem ist jeder Alpsommer

anders und die Herausforderungen sind

von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Wichtig

ist es deshalb, das Alppersonal auf

allen Ebenen gut zu instruieren und Informationsmaterial,

Rufnummerlisten,

QS-Ordner oder Checklisten abzugeben.

Organisation Das Alppersonal

muss wissen, wer zuständig für was ist.

Wen können sie anrufen bei technischen

Problemen mit der Melkmaschine

oder dem Generator? Wem müssen

Kontrollen und Aufzeichnungen mitgeteilt

werden? Was ist, wenn eine Kuh

krank ist? Am besten eine Liste mit Namen

und Telefonnummern abgeben.

Bewilligungspflicht Alpbetriebe

sind bewilligungspflichtig ...

• bei einer Gesamtproduktionsmenge

von mehr als 100000kg Milch/Jahr.

• bei Teilnahme an internationalen Alpkäseprämierungen

und Messen.

• bei Produkteexport.

• bei Lieferung an bewilligte Betriebe

(Talsennereien, Käsehändler, Grossverteiler),

die verpacken und mit

Identitätskennzeichen beschriften.

Zertifizierung Alpkäse, die ihren

Weg zu einem Wiederverkäufer, Dorfladen,

Grossverteiler oder sogar an eine

ausländische Käsetheke finden, müssen

auf allen Stufen der Produktion und des

Zwischenhandels von einer anerkannten

Stelle zertifiziert werden. Die entsprechenden

Alp- und Sömmerungsbetriebe

sind alle vier Jahre durch eine

Inspektionsstelle zu kontrollieren. Die

Kontrolle und die Zertifizierung kosten

je nach Kanton zwischen 50 und 200 Fr.

pro Jahr. Von der Zertifizierungspflicht

ausgenommen sind die reine Produktion

von Rohstoffen und der Direktverkauf

an Endkonsumenten (Kontrolle

muss sein, aber ohne Zertifizierung).

In Graubünden übernimmt die Kontrolle

im Rahmen der Zertifizierung der

kantonale Kontrolldienst, der ohnehin

Alpkontrollen durchführt. Die zertifizierten

Alpen können zudem die Marke

«Ein Stück Graubünden» nutzen. Etikettenkleber

können bei alpinavera, Distelweg

4, 7000 Chur, 081 254 18 50 bestellt

oder integriert werden.

Löhne Da im Kanton Graubünden

schweizweit am meisten Alpen bewirtschaftet

werden, finden die dortigen

Die Alp, vor allem die

Gebäulichkeiten, soll

ordentlich übergeben

werden. Ordnung und

Überblick tragen zur

Unfallverhütung bei.

Bild: AMW, Winterthur

UFA-REVUE · 6 2012 47


MANAGEMENT

MERKBLATT ALP

Die tägliche Arbeitszeit

richtet sich nach

den Anforderungen

der Alp und dem Orts -

gebrauch. Im ersten

Alpmonat sollen

14, später 11 Stunden

nach Möglichkeit nicht

überschritten werden.

Richtlöhne (Tabelle) Anwendung in der

gesamten Schweiz und gelten sowohl

für Frauen wie für Männer.

Der Ferien- und Freizeitanspruch sowie

die Verköstigung sind in den Berechnungen

berücksichtigt und im

Lohn abgegolten. Der für Hirten angegebene

Lohn ist auch für Jungviehalpen

anwendbar, wobei von einer Betreuung

von 100 bis 130 Stück Galtvieh auszugehen

ist. Die Richtansätze gelten auch

für Alpen mit Kleinvieh. Dabei wird auf

Schaf alpen mit einer Herdengrösse von

600 bis 800 Stück, bei Ziegenalpen von

50 bis 70 Milchziegen, ausgegangen.

Arbeitsverträge Die Vereinbarung

über den Lohn muss schriftlich festgehalten

werden. Arbeitsverträge und

Lohnabrechungsblöcke sind je nach

Kanton bei den Bauernverbänden, den

Beratungsstellen oder beim schweizerischen

Bauernverband erhältlich.

Versicherungen Der Normalarbeitsvertrag

(NAV des Kantons Graubünden)

verpflichtet den Arbeitgeber

sein Personal für Arzt-, Arznei- und Spitalkosten

sowie ein Krankentaggeld von

80% des AHV-pflichtigen Lohnes ab

dem 31. Tag zu versichern. Ebenso muss

das Personal gemäss Unfallversicherungsgesetz

(UVG) gegen Berufs- und

Nichtberufsunfälle zu versichern sein.

Empfehlenswert ist eine Aushilfenversicherung.

Auskunft bei den regionalen

Agrisano-Versicherungsstellen (oder in

Graubünden bei der OEKK).

Der Abschluss einer Haftpflichtversicherung

ist unumgänglich. Zudem muss

das Produkthaftpflichtrisiko in die Haftpflichtversicherung

eingeschlossen sein.

Jeder Älpler sollte im Besitz einer eigenen

Privathaftpflichtversicherung sein.

Älpler aus dem Ausland Die Anstellung

von Älplern aus der EU und den

EFTA-Ländern ist problemlos möglich.

Für Arbeitskräfte aus Rumänien und

Bulgarien braucht es eine Bewilligung.

Praktikanten aus Drittstaaten werden

über Agroimpuls (Schweiz. Bauernverband,

Laurstrasse 10, 5201 Brugg) vermittelt.

Unfallverhütung Die gesetzlichen

Anforderungen zur Unfallverhütung

kann die Alporganisation mit dem Beitritt

zum Präventionssystem agriTop-

Alp erfüllen. Ergänzend dazu ist der

BUL-Ratgeber «Rindvieh und Wan -

dernde» anzuwenden. Kalbende und

Kühe mit kleinen Kälbern gehören nicht

auf Weiden mit Wanderwegquerungen.

Das Merkblatt «Kuhmütter schützen ihre

Kälber» für Wanderer soll von Verkehrsvereinen

oder auf den Alpen selber

an Feriengäste abgegeben werden. Bezug:

BUL www.bul.ch, bul@bul.ch

Tierverkehr Alle Tierbewegungen

der Rindergattung zu Sömmerungs-,

Hirten-, Gemeinschaftsweidebetrieben

und zur Sömmerung im Ausland müssen

an die Tierverkehrsdatenbank via

www.agate.ch gemeldet werden (auch

die Zugänge von Schweinen). Der Alpmeister

erstellt die Massenzugangsmeldung

via Agate. Er meldet auch Mutationen

im Laufe der Sömmerung an die

Tierverkehrsdatenbank. Erfolgt eine Geburt

ist dies der TVD innert drei Tagen

Tabelle: Richtlohnansätze (Bruttobarlöhne)

für die Alp bei 90 – 100 Kühen

Funktion Richtlohn Richtlohn

Minimum (Fr./Tag) Maximum (Fr./Tag)

Senn 155 205

Zusenn/Hirt für Milchkühe 140 180

Hirt für Mutterkühe, Jungvieh, Kleinvieh 130 170

Gehilfe erwachsen 105 160

Gehilfe jugendlich 80 90

Intensiv sind auch die Käsebretter zu reiningen, denn durch mangelnde

Bretterhygiene können Listerien in den Keller eingeschleppt werden.

Tabelle 2: Pauschallohn für Sennalpen

Personal- Faktor für Pauschallohn bei

Kuhzahl bedarf* Betriebsgrösse ** 90 Arbeitstagen in Fr.

20 – 29 1.6 82,5 % 17 500 23 000

30 – 39 1.9 85,0 % 21 500 28 000

40 – 49 2.2 87,5 % 25 000 33 000

50 – 59 2.5 90,0 % 28 000 37 500

60 – 69 2.8 92,5 % 31 500 42 500

70 – 79 3.0 95,0 % 34 000 46 500

80 – 89 3.2 97,5 % 36 500 49 500

90 – 99 3.4 100,0 % 39 000 55 500

100 –109 3.6 102,5 % 41 500 54 500

110 – 119 3.8 105,0 % 44 000 58 500

120 –129 4.0 105,0 % 45 500 60 000

* Der Personenbedarf wird aus kalkulatorischen Gründen gemäss Tabelle 1

von «oben nach unten» eingesetzt. Beispiel: Eine Alp mit 3.4 Personen

umfasst 1 Senn, 1 Hirt Milchkühe, 1 Gehilfe erwachsen und 0.4 Gehilfe

jugendlich.

** Je grösser die Alp, umso grösser ist die Verantwortung. Beispiel: Bei

einer Kuhzahl von 50 – 59 Tieren muss die nach Tabelle 1 berechnete

Lohnsumme mit dem Faktor 0.9 für Betriebsgrösse multipliziert werden.

48 6 2012 · UFA-REVUE


MERKBLATT ALP

MANAGEMENT

Qualität durch Wettbewerb

Olma-Alpkäse-Prämierung am

12. Oktober 2012 in St. Gallen.

Anmeldung bis 31. August 2012. Olma-

Alpkäse-Prämierung, Splügenstrasse 12,

Postfach, 9008 St.Gallen, 071 242 01 33,

www.olma-messen.ch

zu melden. In der gleichen Frist muss

auch dem Kalb die Ohrmarke eingesetzt

und die BVD Probe ans Labor gesendet

werden. Auskunft: 0848 222 400,

info@agatehelpdesk.ch.

Tierschutz Es dürfen nur Tiere auf

die Alp, wenn sie BVD-negativ getestet

sind und keine Sperre vorliegt. Zudem

sind Infektionen während der Alpung

meldepflichtig. Jeder Abort ist als ansteckend

zu erachten (Schmallenbergvirus

und BVD) und dem Amtstierarzt zu melden.

Dem Kantonstierarzt ist auch die

meldepflichtige Seuche Dasselkrankheit

zu melden.

Kranke Tiere sollen grundsätzlich auf

dem Heimbetrieb behandelt werden.

Werden auf der Alp Tierarzneimittel eingesetzt,

müssen sie im Behandlungsjournal

festgehalten werden. Verenden

Tiere auf der Alp, sind die Kadaver vor

allem an Strassen und Wanderwegen

abzudecken und ordnungsmäss der Verbrennung

zuzuführen oder im Einverständnis

mit dem Kantonstierarzt zu

vergraben.

Schafe und Ziegen Tiere mit

Symptomen der Gemsblindheit dürfen

nicht auf Sömmerungsweiden. Moderhinkemassnahmen

gelten auch für den

Heimbetrieb. Es dürfen nur Ziegen aus

CAE-freien Beständen gesömmert werden.

Geissen oder Schafe dürfen nicht

auf den Alpen zurückgelassen werden

(Verwilderung, Hungertod, Tierseuchen).

Rega-Contadino Die Rega übernimmt

während des Alpsommers Heli-

Transporte von verletzten oder toten

Kälbern, Rindern oder Kühen. Dafür

muss der Tiereigentümer eine gültige

Familiengönnerschaft von 70 Fr. einbezahlt

haben. Bei Betriebsgemeinschaften

muss jeder Teilhaber eine gültige Familiengönnerschaft

vorweisen. Wird die

Rega gerufen, müssen folgende An -

gaben gemacht werden: Tiereigentümer,

Name, Vorname, Adresse, Sachversicherung,

Rega-Gönnernummer, 12-

stellige TVD-Ohrenmarkennummer,

Kontaktperson, Hirt, Alpmeister mit Telefonnummer,

Gemeinde, Alpname, Koordinaten,

Geländebeschaffenheit, Hindernisse

und Abladeort. Alarmzentrale

Rega-Contadino: 044 654 32 70

Melken Die Melkreihenfolge muss

konsequent eingehalten werden (zuerst

gesunde Kühe, dann Status unsichere,

anschliessend Schalmtest positive).

Konsequentes Vormelken und die Euterreinigung

mittels Einwegmaterial sowie

anschliessend die Zitzen mit genügend

Dippmittel tauchen, hebt das Hygieneniveau.

Euterkranke Tiere müssen

gezielt durch den Tierarzt behandelt

werden.

Beim Melkmaschinenservice muss auch

das Vakuumsystem (Luftschlauch, Vakuumleitung,

Pulsraum) kontrolliert werden.

Korrodierte Kannen, Eimer und

Milchfilter sind zu entsorgen. Melk -

stühle, Gabelstiele, Tauchbecher und

Kälbereimer sind sauber zu halten. Das

Milchgeschirr muss morgens und

abends mit heissem Wasser und Reinigungsmittel

gereinigt werden. Empfehlenswert

ist dreimal pro Woche eine

saure Reinigung auch für Kannen und

Milchtanks.

Käseverarbeitung Das Milchzimmer

und der Milchlagerraum sind die

Visitenkarte der Alpsennerei. Die Reinigung

der Sennerei umfasst das Leitungssystem,

alle Gerätschaften, Böden und

Abläufe, Kühlschränke etc. Zur Salzbadreinigung

gehören auch die Salzbadgestelle

und -horden.

Grundsätzlich soll mit jener Kultur

fortgefahren werden, mit der man im

vergangenen Sommer gute Erfahrungen

gemacht hat. Vereinzelt gab es in den

vergangenen Jahren Alpkäse mit Staphyloccus

aureus, was enterotoxine

Keime verursacht und zu Lebensmittel-

Nur aus einer einwandfreier

Milch kann ein

Qualitäts-Alpkäse und

feine Alpbutter

hergestellt werden.

Bestelldienst für

Käsemischkulturen:

ALP, 031 323 82 68,

kulturen@alp.admin.ch

Auslieferung jeweils

am Mittwoch.

Bestellformular auf

www.alp.admin.ch.

UFA-REVUE · 6 2012 49


MANAGEMENT

MERKBLATT ALP

Jeder Alpsommer ist

anders heraus fordernd

und schön. Bei

Problemen hilft der

Alpberater.

vergiftungen führen kann. Präventiv

müssen deshalb im Kanton Graubünden

2012 in den ersten zehn bis zwanzig

Alptagen Käseproben eingereicht werden.

Die Proben können im Kühlschrank

der Sennerei Plantahof deponiert

werden, aber auch die LANDI in

Thusis und Illanz nehmen die Proben

entgegen.

Düngung Mist sowie Gülle von Alptieren

können ausgebracht werden. Die

Zufuhr von stickstoffhaltigen Mineraldüngern,

alpfremden flüssigen Düngern

sowie Klärschlamm ist verboten. Mist

aus Talbetrieben darf nur mit einer Ausnahmebewilligung

ausgebracht werden.

Unkräuter Alpenblacken sind vor

der Versamung abzuschneiden, ansonsten

bleibt nur die Einzelstockbehandlung

und ausstechen. Tödlich giftig für

Kühe und Rinder ist das Alpenkreuzkraut.

Zur Bekämpfung müssen die

Pflanzen abgeführt werden.

Flexinetze können temporär eingesetzt

werden (Übernachtungsplätze). Stacheldrahtzäune

sind verboten.

Grüngut Grüngut von Weideabräumungen

oder Waldrandpflege darf nicht

verbrannt werden und ist grundsätzlich

einer ökologischen Verwertung (Verrottung)

zuzuführen. Erlaubt sind Grill-, Lager-

und Brauchtumsfeuer, sofern kein

kantonales oder ein von der Gemeinde

verordnetes Feuerverbot gilt.

Buchtipps:

• «Ein Sommer auf der Alp» von Birgit

Bayer, Gesundheitsratgeber mit Erste

Hilfe-Tipps, Weber Verlag, 29 Fr.

• «Alpechuchi» von Martin Bienerth,

Goldmedaille für das beste Regionenkochbuch,

Fona Verlag. Fr. 34.90.

• «Handbuch Alp» von Giorgio Hösli et

al. Die aktualisierte Neuauflage erscheint

Ende Juli, Zalpverlag, Vorderdorfstrasse

4, 8753 Mollis, 055 622

39 22, www.zalpverlag.ch, ca. 56 Fr.

Milchwirtschaftliche

Beratung

Plantahof-Strickhof:

• Bruno Beerli, LBBZ Plantahof,

Landquart (GR), 0793332602

• Stefan Bless, LBBZ Plantahof,

Landquart (GR), 079 468 45 78

• Christoph Mächler, Hütten (ZH),

079 339 13 25

• Ernst Friedli, Strickhof, Lindau (ZH),

079 638 49 44

Freiburg, Bern, Neuenburg, Solothurn:

CASEi, Posieux (FR), 026 305 57 00

Luzern, Ob- und Nidwalden, Uri:

LaBeCo GmbH, Sursee (LU),

041 925 79 80

Thurgau, St. Gallen: Bamos AG,

Weinfelden (TG), 071 622 20 66

Tessin: Milchwirtschaftliche Beratung

(UCA), Bellinzona, Riva Scettrini Patrizia,

091 814 61 91

Waadt: Agence Régionale pour la

Qualité et l'Hygiène Alimentaire

(ARQHA), Moudon, 021 905 81 31

Wallis: Dienststelle für Landwirtschaft,

Sion/Châteauneuf, 027 606 75 01

Bei Personalausfall

können über das

«Alpofon» Einsatzspringer

gefunden

werden. Kontakt:

alpofon@ig-alp.org,

078 813 60 85.

Zäune Wanderwege sind mit Torsystemen

durchgängig zu halten. Zäuneund

Torsysteme sind regelmässig zu

überprüfen. Kunststoffweidenetze wie

Nützliche Links

• Vermarktung Schweizer Alpkäse:

www.schweizeralpkaese.ch.

• Alpkäse-Verpackungs- und Promo -

tionsmaterial: www.swissmilk.ch.

Wollen Sie es genau wissen?

Die Nummer 19 und die Nummer 24

des «Bündner Bauer» widmen sich ausführlich

dem Thema «Alp». Download

auf www.buendnerbauernverband.ch.

Das Merkblatt ist auf www.plantahof.ch

und www.buendnerbauernverband.ch

aufgeschaltet.


Das Merkblatt «Alp» entstand in

Zusammenarbeit mit dem Bildungs- und

Beratungszentrum Plantahof, 7302

Landquart (GR), der milchwirtschaftlichen

Beratung Plantahof-Strickhof und

dem «Bündner Bauer».

Autoren/Redaktion Daniela Clemenz

UFA-Revue, Curdin Foppa, Beratungsleiter

Plantahof (GR) und Bruno Beerli,

Milchwirtschaftlicher Berater, Plantahof,

7302 Landquart (GR).

Weitere Mitarbeit Moritz Schwery,

Landwirtschaftszentrum Oberwallis,

3930 Visp.

Gestaltung AMW, 8401 Winterthur.

Herausgeber UFA Revue,

8401 Winterthur, Juni 2012.

INFOBOX

www.ufarevue.ch 6 · 12

50 6 2012 · UFA-REVUE


Fortsetzung

von Seite 28

LANDTECHNIK

zu verkaufen

Hydraulikaggregat

Aebi, gross, an 3-Punkt,

mit Zapfwellenantrieb,

540 U/min, Tank 80 l;

Tandemzahnradpumpen,

2 x 40 l/min,

180bar, inkl. hydr.

Schläuche, für Forstkräne,

Holzspalter,

Mähwerk usw., Fr. 2500

078 744 30 32

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160 cm; 2 roues

de culture, 1 fois, 9.5 x

42, et 1 fois 9.5 x 35; 1

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ensilage; 1 silo à farine

021 731 11 68 ou

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Milchtank Grieser,

eckig, 1000 l, stationär,

mit Kühlung

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Mais, wenig gebraucht,

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Kreiselheuer SIP Spider

555 Pro, gezogen,

hydraulisch klappbar

078 765 77 47

Laubbläser, zu Traktor,

Zapfwellen Antrieb

1000 U/min, zum

Strassen und Wiesen

vom Laub zu befreien,

zum heuen in Bergregionen,

geringe Lärmbelastung,

Fr. 4200;

Laubbläser, hydraulisch,

mit Anbau Dreieck, für

Waldstrassen Reinigung,

Öleistung

40 l/min Fr. 3200

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Generator, 2 Zylinder, 6

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Fressgitter, Boxen

Bügel, neuwertig, für 9

Kühe

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Gartenplatten, 30 Stk.,

Grösse 45 x 45 x 5 cm,

neu, Restposten;

Gartenplatten, 20 Stk.,

60 x 40 x 4, gebraucht

041 480 28 36

Heurüstmaschine

Lanker Portana, mit

Fahrwerk; Rübenschneider

van Lengrich,

mit Reinigung; Zugmaul

Rockinger, von MF

6460; Doppelräder

System Müller, 9.5 x 36

/ 30; Bodenfräse

Maschio, 2.5 m; 3-

Schar Pflug Lemken,

Halbautomat; Druckfass

Agrar 4000; 3 Seitenkipper

GG, 3.3 t, mit

CH DL für Jeep;

Zentrifugalpumpe, für

Wasser 60 l/min, mit

Elektromotor; Alu-Rampen,

gross

079 379 43 42

Motor Honda, 13 PS, zu

Motormäher

079 245 11 39

4 Pneu Sommer Pirelli,

175/65 R15, Profil 50%

076 347 75 14

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Rasenkehrmaschine

Wiedenmann,

an Rasentraktor, mit

Benzinmotor

7 PS, auch zum

Laubsammeln geeignet,

Fr. 950; Unkrautbürste

Nimos Honda, zur

Entfernung von Unkraut,

auf und Pflasterstein

und an Strassenränder,

NP. Fr. 7500,

VP. Fr. 2100

078 744 30 32

Kehrmaschine Hako

Hamster 800V,

Benzinmotor, Fahrantrieb

vor.- und rückwärts,

Arbeitsbreite 81

cm, ab Service, Fr. 2600;

Wischmaschine Hako

Hamster 700E,

Arbeitsbreite 75 cm,

Batterie-elektroantrieb,

mit Ladegerät NP. Fr.

6500, VP. Fr. 1200

078 744 30 32

Kanton LU

Kreiselheur Kuhn GF

440, Fr. 850; Schwader

Kuhn GF 280, Fr. 950;

Gülle-Stabmixer Bauer,

Fr. 450

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09.00 Uhr

2 Pneu, 14.9 R30

079 622 45 82

Bucher MT 850, Jg.

1988, mit Mäh werk

Mörtel Jg. 2005, top

Zustand

079 356 37 69

Düngerstreuer Rauch

ZSB 900, mit Aufsatz,

Platz für 1200 kg,

Ammon salpeter, Fr.

1700, sowie 2- Achs

LKW Kippanhänger,

Fotos unter www.emmerhof.ch

052 680 18 58

2 Pneu, 300-70 R20

079 622 45 82

Holzsilo Hegner, 176

Kubik, druckimprägniert,

4.5 m Durchmesser

x 11 H.

026 496 12 64 oder

079 765 54 16

Baustellenwagen, für

45 Hühner eingerichtet;

Futterautomat, für 75

kg Leghennenfutter

079 743 79 06 oder

062 876 22 89

Zaunpfähle Fichte,

entrindet, L. 160 cm, Fr.

2.5/Stk.

079 633 57 85

Silowasserpresse, rund

3.5 m, Fr. 350

056 634 15 43

Renault Kangoo, 1.6 l, 4

x 4, mit Anhängerkupplung,

Jg. 2001, frisch ab

MFK, Fr. 6500 079

660 17 81 oder 044

932 61 13

Kreiselheuer Fahr, mit 3

Punktschwenkbock,

Arbeitsbreite 4.5 m,

guter Zustand, Fr. 500

056 241 18 79

Hundewägeli, neu, mit

Pneu Bremse; Geschirr,

für grosse Rasse, Fr. 850

041 937 13 87

Doppelräder System

Müller, 15.5 bzw. 16.9 x

38, guter Zustand, Fr.

700

079 713 95 05 Nähe

Bern

Autoanhänger

Wiederkehr, Gesamtgewicht

1500 kg, Nutzlast

990 kg, Ladefläche

170 cm x 400 cm, mit

Blachen Verdeck,

Auffahrrampe, guter

Zustand, VP. Fr. 3800;

Motorsäge Stihl 046,

76.5 ccm, 6 PS,

Schnittlänge 50 cm,

guter Zustand NP. Fr.

1795, VP. Fr. 850;

Motorsäge Oleomac/

Efco, neu 70 ccm, NP.

Fr. 1680, VP. Fr. 850

078 744 30 32 Kt. LU

Kartoffeldämpfer, mit

Holzfeuerung, Fr. 80

079 328 76 63 Kt. BE

Rohrmelkanlage

Boumatic, komplett,

mit 4 Agregaten, sehr

gut erhalten, Fr. 6000;

Zinkenrotor Maschio,

2.6 m. mit Stabkrümler,

gezogenes Scheiben;

Mähwerk Vicon KM

241, mit Walzenaufbereiter,

günstig

079 391 51 85

Auto Kia Sorento,

Diesel, Style, Jg. 2007,

76'500 km, unfallfrei, ab

MFK Automat, Zuglast

3500 kg, 8 fachbreift,

top Zustand, wurde nur

dls, PW gefahren, Fr.

18'900, alle Service

gemacht

079 393 06 60

Garagekipptor, 2 Stk.,

mit Feldeinzug,

neuwertig, B. 2.5 m, H.

2.27 m, sehr günstiger

Preis, Transportmöglichkeit

vorhanden

079 812 98 66

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belüftung; Holzspaltmaschine,

380 Volt

079 661 79 61

Förderband Blaser, 9 m,

Gummi, top Zustand

079 426 06 35

Elévateur Toyota FBESF

12, contrepoids, 3

roues, 1.2 t, 1997, haut

levage 3 m, 1564

heures, Fr. 7000

022 994 91 23

Rasentraktor, mit

Sichelmähwerk, 2.5 m

Arbeitsbreite, Allrad

Antrieb, Schnitthöhenverstellung

von 19 - 133

mm, hangtauglich, sehr

wendig, Kubota Diese l -

motor 46 PS, 3400 h, Fr.

6500; Rasenkehrmaschine

Wiedenmann, an

Rasentraktor, mit

Benzinmotor 7 PS, auch

zum Laubsammeln

geeignet, Fr. 950

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Milchtank Buri OC 400,

Inhalt 1750 l, Jg.

2009/2000, mit

Tandemachse, sehr guter

Zustand, Fr. 16'200

079 636 12 64

Motormäher Aebi AM

75, mit Gabeleingraser,

ab Service, Fr. 1950

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Einachser Bucher KT10,

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Bindemäher Fella

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zusammen Fr. 100

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Rohrmelkanlage de

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m Standbreite, Agregat

mit Computer, Hal b -

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l pro h, Fr. 300;

Buttermaschine de

Laval, 2 bis 14 l Rahm,

Fr. 500

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Hecklader Farmi,

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Getreideklappschneidwerk

Class, 4.50 m,

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079 847 95 33

Ballenförderband

079 426 06 35

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Haruwy, mit Pumpe,

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Jg. 2009, ab MFK, 175

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079 407 93 54

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Fr. 500; Jauchemixer

Früh, mit Fahrwerk, Fr.

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Ford maverick 2.0, 4 x

4, 2001, 176'000 km,

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Pflug Lemken, Variopal,

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Ladewagen Agrar

LW280, 21 Messer,

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sehr gepflegt, Fr. 7000

079 771 52 89

Aufbauladegerät Aebi

LD 30, 19 m 3 , guter

Zustand, Fr. 2500

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Motor Maag, 11 PS

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380 Volt, Grundfos,

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Literkessel, guter

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Zaunpfähle, L. 165 –

175, als Naturschutzwald,

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041 480 28 36

Rasenmäher Universal,

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Dieseltank, 2000 l, mit

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Reermann, hydraulisch,

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185 x 120 cm, mit div.

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Stk. 165 x 110 Fr.

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Blaser,

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Fortsetzung

Seite 54

UFA-REVUE · 6 2012 51


PFLANZENBAU

Nach der Ernte Bodenproben

stechen

MIT EINER BODENANALYSE erhält der Landwirt wichtige Kenntnisse über

seinen Boden. Er kann die Düngung besser planen und mit gezielten Massnahmen die

nachhaltige Fruchtbarkeit seines Bodens fördern.

Markus

Zulliger

Nach der Ernte Böden aufkalken

Mit einer Bodenanalyse erfüllt der

Landwirt nicht nur einen Punkt des

ökologischen Leistungsnachweises

(ÖLN), er erhält auch wichtige Informationen

für seinen Betrieb. Eine Bodenanalyse

beschränkt sich normalerweise

auf die Nährstoffe Phosphor,

Kalium, Magnesium und Kalzium. Die

Bewertung des Nährstoffgehaltes bezogen

auf den Düngebedarf wird durch die

Einteilung in die Versorgungsstufen A

bis E erreicht. Angestrebt wird der Nährstoffgehalt

im Bereich C. Liegt die Bodenversorgung

in der Stufe C wird eine

Erhaltungsdüngung empfohlen.

Gezielte Düngung mit Dünger-

Plan Eine Software, wie zum Beispiel

der Landor Düngeplan, berücksichtigt

anschliessend die Werte einer Bodenanalyse

und berechnet aufgrund dieser

Ein optimaler pH-Wert bewirkt:

• Bessere Nährstoffverfügbarkeit.

• Weniger Düngerkosten bei höherem Ertrag und besserer Qualität.

• Gute Bedingungen für Bodenlebewesen wie Regenwürmer und

Mikroorganismen.

• Bessere Verrottung der Ernterückstände und Bildung von Humus.

• Das Verhindern von Säureschäden.

Mehr Kalzium (Ca) im Boden bewirkt:

• Die Tonteilchen im Boden verkitten besser, dadurch werden

Bodenstruktur verbessert und Verschlämmung und Erosion verringert.

• Durch mehr Luft im Boden werden Vegetationszeit verlängert und die

Nährstoffe für die Wurzeln besser erreichbar.

• Ca bindet Ton und Humusteilchen, dadurch entstehen grosse Ton-

Humuskomplexe.

• Durch die bessere Bodenstruktur werden Tragfähigkeit der Böden

erhöht und der Kraftbedarf für die Bodenbearbeitung reduziert.

• Ca ist ein Nährstoff der Pflanzen.

den Düngebedarf. Der Landwirt erhält

so eine zuverlässige Grundlage für seine

Düngeplanung, spart Geld und legt

eine wichtige Grundlage für eine umweltverträgliche

und nachhaltige Düngung.

PK-Dünger: Jetzt profitieren

Die Versorgung der Böden mit den

Grundnährstoffen Phosphor, Kalium

und Magnesium ist von grosser Bedeutung,

sind doch diese Nährstoffe entscheidend

für die Wurzelentwicklung

sowie die Photosyntheseleistung der

Pflanzen. Wann immer möglich sollte

die PK-Düngung vor der Saat erfolgen.

In den Monaten Mai und Juni sind

Phosphor- und Phosphor-Kalidünger

am günstigsten. Betriebe, die genügend

Lagerkapazität haben und Phosphoroder

Zweinährstoffdünger (PK) einsetzen,

können in dieser Periode von Vorzugspreisen

profitieren.

pH-Wert mit Kalk regulieren

Die Bodenanalyse liefert auch Angaben

zur Höhe des pH-Wertes. Der pH-Wert

gibt den Säurezustand (sauer, neutral,

alkalisch) des Bodens an und kann

mittels einer Kalkdüngung reguliert

werden. Der optimale pH-Wert liegt

zwischen 6 und 7. Nur so sind die Voraussetzungen

gegeben, damit genügend

Nährstoffe mineralisiert werden

und möglichst viele Bodenlebewesen im

gesunden Boden überleben können.

Durch verschiedene Faktoren sinkt der

pH-Wert stetig, der Verlust an Kalk kann

im Jahr über 400kg/ha betragen.

Stoppel-Kalkung verbessert

Wasserführung Für hohe Erträge

muss der Boden auch über die Fähigkeit

verfügen, über längere Trockenperioden

Wasser speichern zu können.

Um diese Fähigkeit im Boden auch

nach der Ernte zu erhalten, sollten die

geernteten Flächen aufgekalkt werden.

Denn Kalk hat im Boden wichtige Wirkungen

(siehe Kasten). Eine Kalkung

hilft, die durch die Ernte entstandenen

Schäden, wie beispielsweise Verdichtungsspuren

im Boden zu beseitigen

und somit die Wasserführung im Boden

und die Bodenfruchtbarkeit allgemein

zu verbessern. Der Einsatz von Kalk

nach der Ernte legt somit den Grundstein

für die positive Entwicklung der

Folgekultur.

Welchen Kalkdünger einsetzen?

Bei der Durchführung einer Kalkdüngung

stellt sich die Frage, welchen Kalkdünger

man einsetzten soll. Es gibt in

Herkunft (Naturkalke, Industriekalke,

Meeresalgenkalke), Inhaltsstoffen (Ma -

gnesium, Spurenelemente) und Qualitätseigenschaften

(Gehalte, Mahlfeinheit)

deutlich unterschiedliche

Düngkalke. Zunächst muss entschieden

werden, ob man den Kalk nur zum «Kalken»

braucht oder ob auch Nebenbestandteile

wie zum Beispiel Magnesium

oder Mikronährstoffe zum Einsatz kommen

sollen. Danach gilt es zu klären, ob

ein schnell wirkender Kalk benötigt wird

oder ob ein langsam wirkender Kalk

reicht. Zu beachten gibt es auch die

Qualitätseigenschaften der Kalke. Bei

kohlensauren Kalken zum Beispiel gilt

der Grundsatz: Je feiner der Kalk vermahlen

ist, desto grösser ist seine umsetzungsaktive

Oberfläche und damit

seine Wirkung im Boden. Weiter stellt

sich die Frage der Homogenität des Produktes

(exakte Ausbringung möglich?)

52 6 2012 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

Tabelle: Kalksortiment der Landor

Produkt Gehalte Berechnete Wirkungs- Mahlfeinheit Form Bemerkungen

Kalkwirkung weise

Dolomit-Mg-Kalk 55 % CaCO3 55 % CaO Mittel 90 % < 0.09 mm granuliert Erhaltungskalkung,

35 % MgCO3 magnesiumbedürftige Standorte.

Düngkalk 80 % CaCO3 52 % CaO Mittel 90 % < 0.09 mm granuliert Erhaltungskalkung.

10 % MgCO3

Hasolit Kombi 87 % CaCO3 49 % CaO Mittel 90 % < 0.09 mm granuliert Erhaltungskalkung,

(Meeresalgen) 13% MgCO3 Mikronährstoffe enthalten.

Agrokalk 95 % CaCO3 54% CaO Mittel bis 0.1 – 0.5 mm Pulver, fein Aufkalkung.

langsam

bis grob

Feuchtkalk 85 % CaCO3 48 % CaO Mittel 90 % < 0.09 mm Pulver Aufkalkung,

zur Grünlandkalkung.

Mg-Feuchtkalk 60 % CaCO3 48 % CaO Mittel 90 % < 0.09 mm Pulver Aufkalkung.

15 % MgCO3 Gründlandkalkung.

Branntkalk 90 % CaO 90 % CaO Schnell körnig Vorsaatkalkung. Bei Zuckerrüben,

Raps, Gerste, Kartoffen,

Karotten etc.

Mg-Branntkalk 60 % CaO 95 % CaO Schnell körnig Für magnesiumbedürftige

25 % MgO Standorte.

sowie der Gehaltsangaben (handelt es

sich um gesicherte Werte?). Oft bleiben

solche wesentlichen Qualitätsparameter

bei der Kaufentscheidung unberücksichtigt.

Tipp: Bodenproben maschinell

stechen Zum Stechen von Bodenproben

bietet die Landor eine einzigartige

Lösung an: Einen hydraulischen Bodenprobenbohrer

zum Anhängen an

den Traktor. Der Bohrer wird mit einem

Hydraulik-Motor angetrieben, der vom

Fahrersitz aus bedient werden kann. Die

Bodenproben werden direkt in einem

Behälter gesammelt und müssen nur

noch gemischt und abgefüllt werden.

Der ganze Betrieb kann auf diese Art

leicht und ohne grossen Kraft- und Zeitaufwand

beprobt werden.

Mit einer Bodenanalyse erhält man

die notwendigen Kenntnisse, um

gezielt die Bodenfruchtbarkeit zu

verbessern.

Autor Markus Zulliger,

Landor Beratungsdienst,

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Weitere Informationen

erhalten Sie bei Ihrem

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UFA-REVUE · 6 2012 53


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Fortsetzung

Seite 57

54 6 2012 · UFA-REVUE


phyto-news

Damit ihr

Wirkstoff noch

besser wirkt …

Welches Spritzintervall erträgt

ein guter Krautfäuleschutz?

Verschiedene Einflüsse beeinflussen

den Wirkungsgrad, wie z. B. Wassermenge,

Wind, Temperatur, Luftfeuchtigkeit,

Pflanze. Das Ziel jeder Pflanzenschutzapplikation

ist es, eine

bestmögliche Wirkung zu erreichen.

Verschiedene Einflüsse gilt es zu optimieren:

• Benetzung und Haftung: das applizierte

Pflanzenschutzmittel sollte

möglichst auf dem Blatt ankommen,

der Tropfen «verlaufen», bzw.

nicht «verplatzen» und nicht abrollen.

• Regenschutz: Kartoffelfungizide

enthalten in der Regel auch einen

Kontaktwirkstoff; dieser sollte bei

folgenden Niederschlägen möglichst

nicht abgewaschen werden,

bzw. regenfest bleiben.

• Verdunstung ist die Folge von tiefer

Luftfeuchtigkeit, kleinen Tropfen

oder Wind. Dabei geht Wirkstoff/Wirkung

verloren. Langsameres

Antrocknen begünstigt zudem

das Eindringen systemischer Wirkstoffe.

Sticker ist der ideale Zusatz für Fungizide

und Insektizid. Sticker verbessert

die Aufnahme systemischer Fungizide

durch langsameres Antrocknen. Kontaktfungizide

werden mit Sticker regenbeständiger

und somit auf dem

Blatt länger aktiv. Sticker verbessert

die Wirkung/Benetzung der Insektizide

gegen Kartoffelkäfer und

Blattläuse (Nomolt und Gazelle

SG). Bei Sticker spricht man im

Fachjargon von einem eigentlichen

«Kleber»; der

Spritztropfen «klebt» an der

Pflanzenoberfläche.

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Erst vor Kurzem haben wir unsere Kinder

mit neuen Hosen eingekleidet; und schon

wieder sind sie zu kurz! Dasselbe gilt

auch für einen aktiven Fungizidschutz

gegen Kraut- und Knollenfäule bei Kartoffeln.

Für eine gute vorbeugende Wirkung

muss der Belag immer wieder dem

Neuzuwachs angepasst werden. Stark

wachsenden Stauden benötigen ein

entsprechend kurzes Spritzintervall.

Und dann in den Sommerferien, wenn die

Kinder aktiv spielen, brauchen die Hosen

einen «guten» Stoff, sonst sind Löcher

vorprogrammiert. Bei den Kartoffeln,

wenn’s im Juni regnet, sind systemische

(Valbon, Daconil-Combi) oder «regenfeste»

Produkte (Daconil 500, Zignal)

das «non plus ultra» in einer guten

Fungizidstrategie. Das Spritzintervall ist

der Niederschlagsmenge anzupassen

(20 mm).

Ja und wenn die Kinder uns langsam

«über den Kopf wachsen», d. h. sie wachsen

langsamer, nimmt auch der «Hosenverbrauch»

ab, sofern sie nicht vorzeitig

Löcher bekommen. Im Sommer, wenn

das Krautwachstum weitgehend abgeschlossen

ist, können die Intervalle ausgedehnt,

bzw. der Niederschlagsmenge

angepasst werden.

Empfehlung gegen Krankheiten/Schädlinge in Kartoffeln

Netz- und Haftmittel

Kontaktfungizid

teilsystemisches Fungizid

Transsystemische Wirkung

Kontaktfungizid (v. a. für Abschluss)

als Zusatz bei Alternia anfälligen Sorten oder

gegen Kartoffelkäfer (nur junge Larven)

Kartoffelkäferlarven

Blattläuse

Manchmal kann es sinnvoll sein, wenn

die Hosen einen «Knieblätz» aufgenäht

haben. Bei besonderen Wetterverhältnissen

ist der Fungizidbelag zusätzlich

zu verstärken:

Zignal (0.3 – 0.5 l/ha) als Zusatz zum

Standardprodukt bei Krautfäulebefall

(Stopspritzungen); verstärkt den Kontaktbelag

auf dem Blatt und tötet aktive

Sporen ab.

Amistar (0.75 l/ha) ab Juni, als vorbeugender

Mischpartner bei hohem

Alternariadruck oder anfälligen Sorten.

Guter Greening-Effekt im Besonderen

bei Trockenheit und bei schwachwüchsigen

Sorten.

Slick (0.5 l/ha) in die Juli-Hitze, bei

Befallsbeginn als Mischpartner gegen

hohen Alternaria-Druck (Alternaria

und Solani).

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Ansatz wachstum Abreife

Sticker 0.2 l/ha

Daconil 500 3.0 l/ha

Daconil Combi 2.0 kg/ha

Valbon 1.6 kg/ha

Zignal 0.5 l/ha

Amistar 0.75 l/ha

Slick 0.5 l/ha

Nomolt 0.25 l/ha

Gazelle 100 g/ha

Gazelle 200 g/ha

UFA-REVUE · 6 2012 55


PFLANZENBAU

Risiko ausgelagert

GETREIDEVERMARKTUNG Es gibt verschiedene

Möglichkeiten, wie Getreide zu Geld gemacht werden kann.

Für die Betriebszweiggemeinschaft Praz in Mézières (VD) hat

sich die Verrechnung als UFA-Lohnmischfutter seit 15 Jahren

als beste Lösung erweisen.

Aline

Bapst

Betriebsspiegel

Betriebszweiggemeinschaft

Praz: François

Gilliéron, Laurent Blanc

und Didier Jaunin.

Nutzfläche: 135 ha,

verteilt auf die Dörfer

Mézières, Servion und

Essertes.

Pflanzenbau: 30 ha

Brotweizen, 17 ha

Futtergetreide, 12 ha

Raps, 5 ha Kartoffeln,

5 ha Zuckerrüben,

4 ha Futterrüben,

62 ha Grünland.

Tierhaltung: 80 Milch -

kühe (v.a. Red Holstein)

und Jungvieh (total

200 Stück).

Lieferrecht: 670 000 kg,

davon 480 000 kg

für die Produktion von

Gruyère AOC.

Arbeitskräfte: Drei

Betriebsleiter und ihre

Kinder.

Der Anbau verschiedener Ackerkulturen

auf rund der Hälfte der Fläche

ermöglicht es dem Betrieb Praz, eine

nachhaltige Fruchtfolge zu planen

und die Arbeiten auf die Vegetationsperiode

zu verteilen.

Kostenfaktor Stroh Laurent Blanc,

François Gilliéron und Didier Jaunin sind

in einer Betriebszweiggemeinschaft

(BZG) organisiert. Im waadtländischen

Mézières halten sie 200 Stück Rindvieh

in einem Laufstall. Bei dieser Grösse ist

Stroh ein nicht zu unterschätzender

Kostenfaktor. Um die Wertschöpfung

im Betrieb zu halten, produziert die

BZG Praz das Stroh selber. Überschüsse

werden direkt an andere Landwirtschaftsbetriebe

vermarktet.

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Mehr Flexibilität Im Sinne einer

Vereinfachung lassen die drei Betriebsleiter

ihr Futtergetreide seit dem Jahr

1997 als UFA-Lohnmischfutter verrechnen.

«Wegen dem Risiko von Qualitätsverlusten

wollen wir die Ernten nicht

selber lagern», erklärt François Gilliéron.

«Mit dem Bezug von UFA-Lohnmischfutter

sind die Gehalte und eine hohe

Qualität jederzeit garantiert», ergänzen

Laurent Blanc und Didier Jaunin.

Das mit dem abgelieferten Getreide

verrechnete Mischfutter oder Eiweisskonzentrat

kann von Fall zu Fall frei

gewählt werden. Diese Flexibilität ermöglicht

es, auf unterschiedliche Raufutter-Qualitäten

zu reagieren und eine

gezielte Ergänzung vorzunehmen. Die

Unterstützung durch den UFA-Beratungsdienst

ist dabei garantiert.

Regionale Getreideverarbeitung

Mit der Modernisierung des UFA-Werks

Puidoux hat die UFA ein klares Zeichen

gesetzt, auch in Zukunft ein wichtiger

Mischfutterlieferant in der Romandie

bleiben zu wollen. Die regionale Futterproduktion

wird von den Betriebsgemeinschaftern

aus Mézières geschätzt.

Welche Bedeutung hat die

Futtergetreide-Verarbeitung

in der Schweiz?

«Sie ist ein unentbehrlicher Partner

der Schweizer Getreide- und

und Fleischproduzenten.»

Fritz Glauser, Präsident

Schweizerischer Getreideproduzenten-Verband

«Zusammen mit dem inländischen

Getreidebau ist sie

ein wesentlicher Bestand teil

der Qualitätsstrategie.»

Ulrico Feitknecht,

Präsident Suisseporcs

«In der rohstoffarmen

Schweiz trägt sie zur

Schaffung von Arbeitsplätzen

und Wohlstand bei.»

Rolf Büttiker,

Präsident Schweizer

Fleisch-Fachverband

«Wo Getreide in der Fütterung

erforderlich ist, soll dieses

möglichst aus der Region

stammen.»

Sara Stalder, Leiterin

Stiftung für Konsumentenschutz

In den letzten 20 Jahren sind die Mischfutterpreise

dank Effizienzsteigerungen

stark gesunken. Die Kapazitätserhöhung

im Werk Puidoux um total 10000

Jahrestonnen ist ein weiterer Schritt in

diese Richtung.

Mit Blick auf die Agrarpolitik

scheint die Bedeutung schlanker Verarbeitungsstrukturen

noch zuzunehmen.

Tiefe Margen in den vor- und nachgelagerten

Bereichen ermöglichen attraktivere

Preise zu Gunsten der Landwirtschaftsbetriebe.

Was den Getreidebau

betrifft, sind Laurent Blanc, François Gilliéron

und Didier Jaunin der Meinung,

dass ökologische Aspekte zwar wichtig

sind. Aber die Produktivität dürfe nicht

zu stark beeinträchtigt werden. Sonst

leide die Versorgungssicherheit.

UFA-Berater

Jean-Pierre Flühmann

mit Laurent Blanc,

François Gilliéron und

Didier Jaunin.

Autorin Aline Bapst, UFA-Marketing,

1070 Puidoux. www.ufa.ch

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56 6 2012 · UFA-REVUE


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UFA-REVUE · 6 2012

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Gefahren- und Sicherheitshinweise auf den Packungen beachten.

Fortsetzung

Seite 76


PFLANZENBAU

Von der Wiese bis zum Milchtank

DAS FUTTER kommt nie besser aus dem Silo oder Heustock als es eingelagert wurde.

Diese bekannte Tatsache werden alle Viehalter während der Fütterungsphase entweder

positiv oder negativ erfahren. Das Grundfutter ist immer das wichtigste, gesündeste und

nachhaltigste Futtermittel, unabhängig davon, welche Tiergruppen gefüttert werden

sollen.

Stefan

Lüthy

Hanspeter

Hug

Mit einer gezielten Bewirtschaftungs-

und Anlageplanung der Wiesenparzellen

wird eine wichtige

Grundlage für eine erfolgreiche

Milchproduktion gelegt.

Kunst- oder Naturwiesen? Die

passende Strategie hängt in erster Linie

vom Betrieb ab. Während Kunstwiesen

ein Teil der Fruchtfolge bilden, sind Naturwiesen

ständig am gleichen Standort.

Beide Typen setzen sich durch ganz unterschiedliche

Arten von Gräsern, Klee

und Kräutern zusammen. Je länger ein

Bestand über Jahre hinweg erfolgreich

Ergänzungsfutter: Kleine Menge, grosse Wirkung

Manche Regeln rund um den Futterbau und die Fütterung sind leichter

gesagt als getan. Der Landwirt befindet sich in einem Spannungsfeld

zwischen Wetterprognosen, maschineller und personeller Schlagkraft,

Bodenschonung, Futtergehalt, -ertrag, -struktur und vielem mehr. Unter

dem Strich soll das Ganze noch möglichst wirtschaftlich sein. «Es gilt,

zwischen verschiedenen Prioritäten abzuwägen und das Optimum zu

finden», ist Patrik Huber überzeugt. Zusammen mit seiner Frau Irene

bewirtschaftet der Ingenieur Agronom in Birrhard einen 43.5 ha grossen

Betrieb. Im Futterbau wird Wert auf einen hohen Energiegehalt bei

ausreichender Strukturwirkung gelegt. Das umfasst Massnahmen von

der Wahl des Saatguts, des Erntezeitpunkts, des Konservierungsverfahrens

bis hin zur Gestaltung einer effizienten Futterration.

Seit Februar 2012 werden die 60 Kühe auf dem Betrieb Huber von

einem Melkroboter gemolken. Aktuell liegt der Herdenschnitt bei

8000 kg Milch pro Laktation mit 4.1 % Fett und 3.2 % Eiweiss. «Die

Leistungen haben dank höherer Melkfrequenzen zugenommen und

steigen weiter an», stellt Patrik fest. Überzeugend sind die tiefen

Zwischenkalbezeiten von 345 bis 355 Tagen. Wesentlich trägt dazu der

in der Herde mitlaufende Stier bei.

Die Futterration, welche zusammen mit UFA-Fütterungsspezialist

Markus Vögeli erarbeitet wurde, ist einfach. Sie besteht aus 60 %

Grassilage, 40 % Maissilage, rund 1kg Dürrfutter sowie 3.8 bis 4 kg UFA

243 und 248 (Eiweisskonzentrat) je Kuh und Tag. «Der Ergänzungsfutter-Einsatz

liegt so auf tiefem Niveau», rechnet Patrik vor. Hinzu

kommen Viehsalz ad libitum, Minex 975 und ein Pansenpuffer. Die

Galtkühe werden separat gehalten und gefüttert.

bewirtschaftet werden soll, umso mehr

muss der Pflanzenbestand ausgewogen

und an den Standort angepasst sein.

Die Zuchtsorten Wie bei allen anderen

Ackerkulturen bekannt, gibt es

auch im Futterbau eine empfohlene

Sortenliste. Die in diesen Listen aufgeführten

Sorten müssen sich im Vergleich

mit den weltweit erhältlichen Sorten

während einer mehrjährigen, landesweiten

Prüfung behaupten. Nur die

besten Sorten werden aufgenommen!

Verglichen werden: Ertrag, Frühreife, Jugendentwicklung,

Winterhärte, Entwinterung

im Frühling, Konkurrenzkraft,

Ausdauer, Anbaueignung in höheren Lagen,

Krankheitsresistenzen, Beschaffenheit

des Stängels sowie Verdaulichkeit.

Nirgends auf der Welt werden Futterpflanzen

von allen Anbietern so genau

geprüft wie in der Schweiz. Die hier zu

Lande verwendeten Klee- und Gräser-

Zuchtsorten nehmen deshalb weltweit

einen Spitzenplatz ein. Die Zuchtsorten

sind den alten, bestehenden Ökotypen,

wie sie in allen Naturwiesen vorkommen,

in den meisten pflanzenbaulichen

wie fütterungstechnischen Belangen

überlegen. Sorten, die den Sprung in

diese Sortenliste geschafft haben, liefern

die besten pflanzenbaulichen Leistungen

in den hiesigen Klima- und Bodenregionen.

Der schweizerische Saatguthandel

und Sortenschutz ist im Verband Swiss-

Seed zusammengeschlossen. Zu seinen

Aufgaben gehört die Verwendung von

Sorten, die in der Sortenliste aufgeführt

sind. Dadurch hebt sich der Schweizer

Samenhandel mit seinen qualitativ

hochstehenden Mischungen klar von

der ausländischen Konkurrenz ab.

Dies gilt nicht nur bei den AGFF-Standardmischungen,

sondern auch bei

allen Hausmischungen. Agroscope Reckenholz-Tänikon

ART und Changins-

Wädenswil ACW geben die «Liste der

empfohlenen Sorten von Futterpflanzen»

heraus. Sie sind auch verantwortlich

für die Sortenprüfung.

Kunstwiesen sind flexibel Kunstwiesen

werden nach Ablauf ihrer Nutzungszeit

wieder in die Fruchtfolge integriert.

Je kürzer die Nutzungszeit,

umso weniger wichtig ist die Mischungszusammensetzung.

Es muss

auch nicht zwingend eine angepasste

Bewirtschaftung eingehalten werden.

Bei Kunstwiesen kann das volle Ertragsund

Qualitätspotenzial der neusten

Zuchtsorten ausgeschöpft werden. Die

grosse Flexibilität in der Bewirtschaftung

ermöglicht eine sehr rationelle

Konservierung. Der Futterwert lässt sich

einfach an die gewünschten Vorgaben

der Fütterung anpassen. Fruchtfolgetechnisch

gilt die Kunstwiese als Gesundungskultur

in Ackerbaufruchtfolgen.

Die Aussage, wonach der Kunstfutterbau

die Mutter des Ackerbaus sei, bestätigt

sich somit immer wieder. In der

Praxis wird diese sehr positive Wirkung

leider noch zu wenig ausgenutzt.

Auflaufrisiko und Anlagekosten

Kunstwiesen müssen regelmässig neu

angelegt werden, wobei das Auflaufen

einer neuen Wiese jeweils das Schwierigste

ist. Wetterbedingungen, Bodenbearbeitung,

Saattechnik, Vorkultur und

der Zeitpunkt des ersten Schnittes haben

einen enormen Einfluss auf das

Gelingen einer Kunstwiese. Die dabei

anfallenden Kosten und der Saatgutauf-

58 6 2012 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

wand müssen auf wenige Nutzungsjahre

verteilt werden.

Tiere lieben Naturwiesen Naturwiesen

sind in der pflanzenbaulichen

Zusammensetzung oft viel ausgeglichener

und darum für die Nutztiere sehr bekömmlich.

Die Erträge an Trockensubstanz

und Gehalt im Futter guter

Naturwiesen können fast so hoch sein

wie bei Kunstwiesen. Naturwiesen müssen

nicht immer wieder frisch angesät

werden, was betriebswirtschaftlich sehr

kostengünstig ist. Vor allem in Regionen

ohne Fruchtfolge oder in Lagen,

wo kein Umbruch gemacht

werden kann, ist die Naturwiese

die einzige und sinnvolle

Bewirtschaftung.

Bewirtschaftung muss

passen In einem Pflanzenbestand

setzen sich immer

diejenigen Arten durch, denen die

besten Wachstumsbedingungen geboten

werden. Solange es sich dabei um

die gewünschten Arten handelt, ist das

kein Problem. Dafür müssen die pflanzenbaulichen

Anforderungen der standortangepassten

Arten bekannt sein und

eingehalten werden. Ist das nicht der

Fall und werden die Naturwiesen falsch

genutzt, gehen die guten Arten zurück

und werden meist durch Lückenfüller

ersetzt. Diese sind in der Regel aus

quantitativer und qualitativer Sicht in

ihrer Ertragsleistung schwach. Vor allem

im Fahrsilosystem, bei dem, wenn möglich,

die ganze Grünlandfläche des Betriebes

zusammen eingebracht werden

muss, ist die standort- und pflanzenabgestimmte,

abgestufte Bewirtschaftungsintensität

meist nicht umsetzbar.

Viele Naturwiesen werden fern von ihren

optimalen Bewirtschaftungen geführt.

Sie bringen somit erheblich kleinere

Erträge und tiefere Futtergehalte.

Auch kann von der neusten Pflanzengenetik

nur dann profitiert

werden, wenn diese

gezielt in einer Übersaat

nachgesät wird.

www.ufarevue.ch

Markus Vögeli,

Spezialist Rindviehfütterung,

UFA-

Beratungsdienst

Seon.

Fazit Der Futterbau

liefert die Grundlage

für eine wirtschaftliche

Fütterung. Nicht alle

Futterpflanzen gedeihen an allen

Standorten. Der Bewirtschafter muss ihre

Bedingungen kennen. Es genügt

nicht, die Futterqualität anhand der Futteranalysen

zu begutachten, ohne die

pflanzenbaulichen Belange zu berücksichtigen.

Während Kunstwiesen an die

Fütterung angepasst werden können,

sind Naturwiesen vorwiegend nach ihren

botanischen Gegebenheiten zu bewirtschaften.

Mit dem Einsatz von Ausgleichs-

und Milchleistungsfutter lassen

sich Qualitätsmängel ausgleichen. Dies

ist aber nur soweit möglich, als dass das

Grundfutter einer wiederkäuergerechten

Ration entspricht.


UFA W-FOS zeigt Lücken

im Detail auf

UFA W-FOS berücksichtigt die Abbaugeschwindigkeit

und -anteile der gefütterten

Energie und Proteinkomponenten im Pansen

des Rindviehs. Die Qualität und Eignung der

betriebseigenen Futtermittel werden mit

diesem Analyse- und Fütterungssystem

genaustens aufgezeigt – eine gute Basis, um

über die Rationsgestaltung und Futterkonservierung

zu diskutieren und Optimierungen

vornehmen zu können.

Nach wie vor ist es am wirtschaftlichsten,

den Energiebedarf soweit möglich aus dem

Grundfutter zu decken und das Eiweiss zu

ergänzen. Eine ungenügende Proteinergänzung äussert sich in Harn -

stoff werten unter 15. Bei Verabreichung einer Teil- oder Totalmisch -

ration gehört das Eiweisskonzentrat in die Mischung, damit das Futter

pansensynchron abgebaut wird. Ideal ist ein leichter Proteinüberhang

von zirka 2 kg Milchproduktions-Potenzial, um die angebotene Energie

vollständig zu nutzen und Verfettung gegen Ende Laktation zu

vermeiden.

Da sich Futterkomponenten und die Bedürfnisse der Herde stetig

ändern, ist eine laufende Überprüfung unumgänglich. Dazu bietet die

Analyse der Milchinhaltsstoffe, wie sie im Rahmen des UFA Herd

Support angeboten wird, ein ideales Hilfsmittel. Nach neueren Erkennt -

nissen wird Stärke im Lauf der Silagelagerung im Pansen schneller

abgebaut. Die genaue Entwicklung lässt sich mit dem «Silagemanager»

der UFAG-Laboratorien verfolgen, um darauf via Ergänzungsfütterung

zu reagieren.

Mit der Produktion qualitativ hochstehender Grundfutter

hält Patrik Huber den Ergänzungsbedarf tief.

Autoren Stefan Lüthy

und Hanspeter Hug,

UFA-Samen,

8401 Winterthur.

www.ufasamen.ch

INFOBOX

www.ufarevue.ch 6 · 12

UFA-REVUE · 6 2012 59


BIO-SEITE

Willkommene Umstellungsbetriebe

BIO-GETREIDE Erstmals seit 2004 hat die Anzahl Landwirtschaftsbetriebe in der

Schweiz, die ihre Produktion auf den biologischen Anbau umstellen, wieder

zugenommen. Gleich 220 Betriebe haben sich per Anfang 2012 für die Umstellung auf

«Bio» entschieden. Die fenaco bietet auch für die Produkte von Umstellungsbetrieben

Vermarktungslösungen an.

Ulrich

Zürcher

Andreas

Rohner

Besonders interessante Kulturen

während der zwei Jahre dauerenden

Umstellungsphase sind die verschiedenen

Futtergetreidearten, allen

voran der Futterweizen. Interessant

darum, weil schon von Beginn weg der

gleiche Preis wie für Vollknospe-Produkte

gelöst werden kann.

Bio-Produzenten, die für die Vermarktung

ihrer Druschfrüchte die Zusammenarbeit

mit der fenaco suchen,

profitieren von unserem dezentralen

Sammelstellennetz (Neuzertifizierungen

sind auch in diesem Jahr geplant), unserer

Beratung sowie den attraktiven Auszahlungskonditionen

der fenaco.

Wer sich schon während der Umstellung

an Kartoffeln und Gemüse wagen

möchte, sollte die Absatzmöglichkeiten

vorher genau mit dem Abnehmer abklären.

die für einen starken einheimischen Bio-

Landbau einstehen, wurde die Vermarktungsphase

beim Bio-Mahlgetreide im

Mai 2012 mit der Nachzahlung von

rund Fr. 2.00/100 kg abgeschlossen.

Anbauempfehlungen

Biomahlgetreide Weizen ist nach

wie vor das wichtigste Mahlgetreide

und der Absatzmarkt präsentiert sich

weiterhin aufnahmefähig für Mehrmengen.

Die offizielle Sortenliste von Bio-

Suisse gibt Auskunft über acht geeignete

Sorten und deren Eigenschaften

(www.bioaktuell.ch Ackerbau Getreide).

Wir empfehlen aufgrund ihrer

guten Backqualität die Sorten «Runal»,

«Wiwa» und «Titlis». Für Umstellbetriebe

eignet sich die ertragsstarke Sorte

«Ludwig» als Futterweizen optimal. Die

Flächen für Roggen und Dinkel dürfen

leicht ausgedehnt werden.

Erträge und Qualitäten 2011

wurden ansprechende Erträge nicht nur

bei den konventionellen, sondern auch

bei den biologischen Getreidekulturen

erzielt. Auch als Folge der hohen Erträge

war jedoch die Qualität beim Weizen

nur mittelmässig. Im Speziellen der

Feuchtklebergehalt lag lediglich bei

durchschnittlich 26.4 %. Erwünscht wären

Klebergehalte von 29 % und mehr.

Die Bioroggenernte war massiv von

Auswuchs betroffen.

Vermarktung Die Auszahlungen

für das Futtergetreide erfolgten grösstenteils

noch vor Jahresende. Für das

übernommene Bio-Mahlgetreide haben

die Sammelstellen bereits im Oktober

2011 eine Akontozahlung in der Höhe

der Richtpreise erhalten. Dank der guten

Zusammenarbeit mit Verarbeitern,

60 6 2012 · UFA-REVUE


BIO-SEITE

KURZMELDUNGEN

Bio-Futtergetreide Der Inlandanteil

an Schweizer Bio-Futtergetreide

lag dank der grossen Ernte im vergangenen

Jahr bei erfreulichen 39 %. Gefragt

sind prioritär Gerste, Körnermais, Weizen

und Triticale als Energielieferanten

sowie Eiweisserbsen, Ackerbohnen und

neu auch Süsslupinen als Proteinträger.

Letztere lassen wir in diesem Jahr erstmals

im Rahmen eines Vorversuchs auf

einigen Hektaren anbauen. Die Kultur

überzeugt durch besonders hohe Eiweissgehalte

und rückt in Mitteleuropa

Vor allem für die Ölsaaten Raps

und Sonnenblumen sowie für die

Körner leguminosen Soja und

Süsslupine sucht die fenaco für die

kommende Aussaat dringend neue

Knospe-Vertrags produzenten.

Bild: Hanspeter Hug, UFA Samen

wieder vermehrt ins Augenmerk der

Züchter. Süsslupinen wurzeln bis zu

1.5 m tief und wirken sich positiv auf die

Bodenstruktur aus. fenaco sucht für ein

grösseres Anbauprojekt im Frühjahr

2013, das von Bio Suisse unterstützt

wird, bereits jetzt Produzenten, die Interesse

an einem Anbauvertrag für Süsslupinen

haben.

Bio-Ölsaaten fenaco bietet Anbauverträge

für Bio-Produzenten, die

neu auch die Bio-Ölsaaten Sonnenblumen

(Knospe und Umstellungsknospe)

oder Raps (Knospe und Umstellungsknospe)

in die Fruchtfolge integrieren

möchten. Für den Abschluss eines Anbauvertrags

mit fenaco muss die beliefernde

Sammelstelle vorgängig festgelegt

werden. Eine Abklärung direkt bei

der Sammelstelle oder via fenaco ist daher

unumgänglich.

Bio-Sojabohnen Erfreulicherweise

konnten wir die Anbauflächen für die

Ernte 2012 deutlich ausdehnen. Trotzdem

ist der Bedarf für Speisesoja aus

dem Inland noch bei weitem nicht gedeckt,

und wir suchen weitere Vertragsproduzenten

für die Ernte 2013.

Autoren Ulrich

Zürcher, fenaco,

3052 Zollikofen

Andreas Rohner,

fenaco Getreide,

Ölsaaten, Futtermittel,

8401 Winterthur

Für zusätzliche Infor ma -

tionen zur obigen Kul -

turenpalette nehmen

Sie am besten Kontakt

mit Ulrich Zürcher

( 058 434 06 66)

oder Andreas Rohner

( 058 433 64 91) auf.

Schriftliche Informationen

zum Anbau und zur

Wirtschaftlichkeit der

Kulturen (inbesondere

der Ölsaaten und Kör -

ner leguminosen) bietet

www.fenaco-gof.ch

Bio-Rohprodukte

Anbauplanung. Gerne

machen wir Sie zudem

auf den 1. Schweizerischen

Bioackerbautag

aufmerksam. Dort

erfahren Sie mehr über

unsere Tätigkeiten im

gesamten Biomarkt.

INFOBOX

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Mehrpreis für Futtergetreide

Der Anbau von Futtergetreide ist in vie -

len Fruchtfolgen sinnvoll, um den Krank -

heits- und Unkrautdruck auf den Acker -

flächen zu mindern. Die Verrechnung als

UFA-Lohnmischfutter ermöglicht es Bio-

Betrieben, für das Futtergetreide einen

höheren Preis zu lösen. Zur Auswahl

steht das ganze Mischfutter- und Ei -

weiss konzentrat-Sortiment. Informieren

Sie sich beim UFA-Beratungsdienst oder

in Ihrer LANDI.

Raufutter mit garantierten

Gehalten

Im Gegensatz zu zugekauftem Raufutter,

das gehaltsmässig stark schwanken sowie

unter Umständen verderben kann, ist die

Qualität von Raufutter-Würfeln wie

UFA 280 konstant und verlässlich.

UFA 280 weist einen Raufutteranteil von

51% auf, was im Hinblick auf die Limite

von maximal 10 % Kraftfutter (in der

Trockensubstanz) für Bio-Wiederkäuer

einen höheren Einsatz ermöglicht. Mit

6.5 MJ NEL, 97g APDE, 119g APDN und

199g Rohfaser pro Kilogramm Trockensubstanz

eignet sich das vitaminierte und

mineralisierte UFA 280 als Beifutter zu

Weidegras oder als Ersatz für Heu oder

Vollmaispflanzen. Bis am 23.6.2012 ist

UFA 280 mit einem Rabatt von Fr. 5.–

pro 100 kg erhältlich.

Fruchtbarkeit im Griff?

Jeder ungenutzte Zyklustag einer Kuh

kostet. Ziel ist ein Erstbesamungserfolg

von mindestens 60%. Pro Trächtigkeit

sollten 1.6 Besamungen genügen. Die

Reproduktionsvorgänge im Körper sind

eng mit der Mineral- und Wirkstoffversorgung

verknüpft. Um den tierindividuellen

und bei Hitze erhöhten Bedarf zu

decken, empfiehlt sich ein Splitting der

Gaben: Dem Grundfutter werden 80 bis

130g Mineralsalz und 60 bis 80g

Viehsalz pro Kuh und Tag zugeteilt – auf

der Weide oder im Auslauf sorgt eine

Leckschale (UFA 999) oder ein Salzautomat

(UFA MicroFeeder) für ein zusätzliches

Angebot.

Hemmung krankmachender

Bakterien im Darm

Natürliche Milchsäurebakterien-Stämme

fördern die nützlichen und konkurren -

zieren die schädlichen Darmbakterien.

Entsprechende Produkte wie UFA-Antifex

wirken Verdauungsstörungen (Durchfall

usw.) entgegen. Das biokompatible UFA-

Antifex eignet sich für alle Nutztier-Gattungen

und ist bis am 21. Juli 2012 mit

einem Rabatt von Fr. 20.– pro 10kg

erhältlich.

UFA-REVUE · 6 2012 61


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Swiss Quality Beef: Produzenten gesucht

«Swiss Quality Beef» (SQB) erfreut

sich steigender Beliebtheit im Abholgrosshandel

und bei den Gastronomen.

Wenn Qualität gepaart mit

Swissness und Regionalität angeboten

werden kann, ist die Grundlage

für einen hohen Verkaufserfolg gegeben.

Allerdings müssen die Kunden

auch hier geholt und gepflegt

werden. Dies praktizierte Prodega/Growa

zusammen mit der Anicom

an zwei Kunden-Events auf

dem Bauernhof. So wurden überzeugte

SQB-Käufer – Wirte, Inhaber

von Imbissständen und Ladenbesitzer

– auf den Betrieb von Kurt und

Simon Herzog eingeladen (auf dem

Bild umrahmt von Adrian Schärz,

Prodega, Kurt Baumann, Ernst Sutter

AG, und Yvan Meuwly, Anicom), um

sich vor Ort von der professionellen

Produktion dieses qualitativ hochstehenden

Schweizer Rindfleischs

zu überzeugen.

SQB lohnt sich für alle Partner:

Die Verteiler freuen sich über eine

Schweizer Exklusivität in ihren Verkaufsregalen

und die Gastronomen

haben die Gewissheit eines immer

zarten Rindfleischs, das in jedem

Konkurrenzvergleich sehr gut abschneidet.

Für die Munimäster bietet

das SQB-Programm eine attraktive

Produktionsmöglichkeit mit

sicherem Absatz und Mehrpreis. Im

Jahr 2011 lagen die Gewichtszuschläge

im Schnitt bei 48.4Rp. pro

Kilogramm Schlachtgewicht.

Wer sich für die SQB-Munimast

interessiert, meldet sich bei seiner

Anicom-Niederlassung oder beim

UFA-Beratungsdienst.

KURZMELDUNGEN

NUTZTIERE

Bodenfütterung

im Wartestall?

Bodenfütterung ermöglicht zwar

keine tierindividuelle Nährstoffversorgung.

Bei Umbauten von

Warteställen kann dieses Verfahren

aber Sinn machen, da nur

wenige Flächen unterkellert und

geringe Investitionen für die Fütterungstechnik

getätigt werden

müssen. Planbefestigte Liegeflächen

bleiben sauber, weil sie auch

als Futterfläche dienen. Die Sauen

sind mit der Futteraufnahme länger

beschäftigt und fressen gleichzeitig,

was die Kontrolle erleichtert.

Zu den Voraussetzungen für

eine funktionierende Bodenfütterung

gehören:

Regeln gegen PRRS-Import

Gemäss einer Schätzung der Vetsuisse

Fakultät wird etwa alle fünf

Jahre ein PRRS-infiziertes Ebersper-

Bild:

Dr. C. Bukovsky

ma-Ejakulat in die Schweiz eingeführt.

Importe sind nötig, um die

Genetik gezielt auffrischen zu können.

In Frage gestellt werden jedoch

Spermaeinfuhren zum Einsatz auf

Mastferkelproduktionsbetrieben.

Eine Arbeitsgruppe unter Leitung

des Bundesamtes für Veterinärwesen

(BVET) legt jetzt Anforderungen

an die Überwachung der ausländischen

KB-Stationen fest und klärt

die Haftungsfrage bei Schäden

durch den Import von infiziertem

Sperma.

Premo bald frei von Coli F18

Während in der Schweiz heute alle

Edelschwein-KB-Eber und bereits

über die Hälfte der Edelschwein

Sauen auf den Basiszuchtbetrieben

reinerbig resistent gegen Coli-F18-

Bakterien sind, steht die Premo-

Zucht diesbezüglich noch am Anfang.

Ziel der Suisag ist es, dass eine

solche Resistenz in fünf bis sechs

Jahren auch von allen Premo KB-

Ebern vererbt wird.

Was ein Ferkel nicht lernt...

Ferkel, die sich gegen Ende der Aufzuchtphase

aggressiv verhalten, sind

mit grosser Wahrscheinlichkeit auch

als ausgewachsene Sau unsozial.

Das zeigt eine Untersuchung der

Universität Kiel.

Inzucht bei Schafrassen

Beim Walliser Schwarznasenschaf

hat die Inzucht derart zugenommen,

dass Massnahmen erforderlich sind.

Das zeigt eine Analyse von ALP-Haras

der Herdebuchdaten 1996 bis

2008 bei den vier grössten Schweizer

Schafrassen. Da die Inzuchtraten

auch beim Braunköpfigen Fleischschaf,

Schwarzbraunen Bergschaf

sowie beim Weissen Alpenschaf

steigen, sollen die Populationen regelmässig

überprüft werden.

Gratis-Ticket zum «Kampf

der Königinnen» gewonnen

Mit der UFA-Revue vom April 2012

sind Tickets zur Kino-Premiere von

«Kampf der Königinnen» verlost

worden. Der Schweizer Dokumentarfilm

zeigt das Finale der Walliser

Kuhkämpfe, welches jeweils im Mai

stattfindet. Die Gewinner der Eintrittsverlosung

sind: Alexandre Denervaud

(Bouloz), Yvonne Kobel (Eggiwil),

Silvia Linder (Mürren) und

Karin Wohlfahrt (Grenchen).

Beim Paaren auf BYC achten

Der Gendefekt Brachyspina (BY) ist

über die beiden Rotfaktorträger

Gen-I-Beq Sahara und Gen-I-Beq

Salto von der Holstein- in die Red-

Holstein-Population gelangt. KB-

Stiere werden nun im Labor auf den

BY-Gendefekt untersucht und bei

positivem Befund mit BYC (=BY-Träger)

deklariert.

• Sauengruppen vor der Aufstallung

zusammengewöhnen, um

Rangauseinandersetzungen zu

minimieren.

• Nur Sauen in ähnlicher Kondi -

tion zusammenstellen.

• Das Futterangebot relativ

knapp bemessen, damit die

planbefestigten Flächen auch

im Sommer sauber bleiben.

• Sechs Volumendosierer pro

10er Bucht, um das Futter

gleichmässig auf der Liegefläche

verteilen zu können.

• Eine zweite Fütterung bereits

um 12:00 Uhr ist vorteilhaft für

die Buchtensauberkeit.

• Betonboden mit erhöhtem Säurewiderstand,

Glättung beim

Einbringen.

Rudolf Wiedmann, Bildungs- und

Wissenszentrum Boxberg

Tagesaktuelle Neuigkeiten

www.ufarevue.ch

UFA-REVUE · 6 2012 63


NUTZTIERE

EXKURSION

Milchwirtschaftliche Exkursion

nach Norddeutschland (Niedersachsen), 9. bis 11. Oktober 2012

Viele Milchviehhalter

in Niedersachsen

haben die Flucht nach

vorne angetreten

und ihre Bestände in

den letzten Jahren

aufgestockt.

Das Klima in Niedersachsen ist für

die Milchproduktion sehr gut. In den

letzten Jahren wurden neue Ställe

gebaut und in neue Betriebsstrukturen

investiert. Viele Milchbauern wählten also

die «Flucht nach vorne». Mit dieser

Exkursion bietet die UFA-Revue die

Möglichkeit, auf einer kompakten Kurzreise

neun unterschiedliche, fachlich

hochinteressante Betriebe zu besuchen.

Ebenfalls ermöglicht es die Reise, von

kompetenten Fachkollegen Einschätzungen

sowie topaktuelle und interessante

Informationen zu erhalten.

Das Programm

Dienstag, 9. Oktober 2012

Flug um 7.25 Uhr mit Swiss nach Hamburg.

Anschliessend Busfahrt in Richtung

Niedersachsen. Besuch eines Betriebs

mit über 200 Milchkühen

(500 000 kg Milch/AK). Mittagsimbiss

unterwegs. Am Nachmittag Besuch von

zwei Betrieben mit über 500 Kühen und

durchschnittlichen Milchleistungen von

bis zu 12000 kg pro Kuh. Abendessen

und Übernachtung in Bremen für zwei

Nächte.

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Am Morgen Besichtigung eines Bio-Betriebs

mit 330 ha und gemischtem Viehbestand

mit Milchvieh, Ochsen und

Wasserbüffeln sowie eigener Käserei

Anmeldetalon zur UFA-Revue Exkursion nach Norddeutschland (Niedersachsen) 2012

So schnell wie möglich, spätestens bis 5. Juli 2012 (Platzzahl beschränkt) einsenden an:

Agrar-Reisen, Rohrerstrasse 100, 5001 Aarau (bitte Pass- oder ID-Kopie beilegen!)

Name

Strasse

Natel

Vorname

PLZ/Ort

Festnetz

Unterkunft Doppelzimmer Ich bin bereit, ein Doppelzimmer zu teilen.

Datum

Einzelzimmer (Zuschlag Fr. 80.–) Reiseversicherung (Fr. 75.–)

Unterschrift

mit Direktvermarktung. Zweiter Betrieb

mit rund 500 Milchkühen, Schweinemast

sowie Ackerbau. Nach dem Mittagsimbiss

unterwegs, Fahrt zu einem

Familienbetrieb mit über 435 Milchkühen,

30 Zuchtbullen und 400 Stück

Jungvieh. Abendessen und Übernachtung

wie am Vorabend in Bremen.


Donnerstag, 11. Oktober 2012

Nach dem Frühstück Besuch eines Betriebs,

der innert 27 Jahren von 50 auf

800 Kühe aufgestockt hat und ein 50er

Melkkarussell betreibt. Vor dem Mittagessen

Fahrt zu einem Lohnunternehmerbetrieb

mit 500 Kühen und Aufzucht.

Letzter Halt auf einem Betrieb

mit neuem Stall, der für 150 Kühe erbaut

wurde. Rückflug mit Swiss. Ankunft

in Zürich um 21.20 Uhr.

Preise und Leistungen

Im Pauschalpreis von 1260 Fr. (ab 20

Personen) sind folgende Leistungen inbegriffen:

• Flugreise Zürich – Hamburg – Zürich

(Economy-Klasse).

• Alle im Programm beschriebenen

Transfers und Besichtigungen.

• Unterkunft in einem Mittelklassehotel,

Basis Doppelzimmer (Doppelbelegung)

mit Frühstück.

• 3 Mittagsimbisse, 2 Abendessen.

UFA-Revue Reiseleitung und ausführliche

Reisedokumentation.

Nicht inbegriffene Leistungen sind die

An-/Abreise zum/vom Flughafen Zürich,

Getränke und weitere persönliche Auslagen.

Der Einzelzimmerzuschlag beträgt

80 Fr. pro Person. Der Abschluss einer

Reiseversicherung zum Preis von

75 Fr. pro Person wird empfohlen (Deckung

bis 2000 Fr.).

Es gelten die allgemeinen Vertragsbestimmungen

von Agrar-Reisen.

Durchführung

Agrar-Reisen, Rohrerstrasse 100,

5001 Aarau, 062 834 71 51,

groups@agrar-reisen.ch

www.agrar-reisen.ch

64 6 2012 · UFA-REVUE


TOP

ANGEBOTE

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UFA-ACTUEL

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UFA 250 Speciflor, UFA 256 Fibralor,

UFA 280 Bio

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Weniger Arbeit, mehr Qualität

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Für Tierhalter mit Futtergetreide

ist der Bezug von Lohnmischfutter

wirtschaftlich interessant. Der Einsatz

von Einzelkomponenten oder

betriebsei gener Hofmischungen

bringt Arbeits-, Energieaufwand,

Qualitätsrisiken und Investitionen

mit sich. Dagegen bietet das UFA-

Lohnmischfuttersystem folgende

Vorteile:

• Bis 10 % Mehrerlös für das Getreide.

• Keine Lagerkosten und kein

Verlustrisiko.

UFA-Mischfutter und UFA-Eiweisskonzentrat

mit garantiertem

Gehalt, Mineralisierung,

Vitaminierung, Aminosäuren,

gewürfelt, gemahlen, Kombi-

und/oder Expanderfutter

usw.

• Umfassendes

Dienstleistungspaket

des UFA-

Beratungsdienstes.

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Ihrer Wahl.

TIPP DES MONATS

CONSEIL DU MOIS

Zwei Trümpfe gegen Leistungseinbussen

UFA-Antifex und UFA-Solvi

UFA-Antifex und UFA-Solvi

werden in Kesseln à 1.5 kg

und in Säcken à 10 bzw. 5 kg

angeboten. Beide Produkte sind

zurzeit mit Rabatt erhältlich.

Bisherige Beobachtungen auf UFA-

Bühl zeigen ein klares Bild: Der

Einsatz von UFA-Antifex und UFA-

Solvi wirkt dem sogenannten

«Sommerloch» und MMA bei Sauen

entgegen.

In der heissen Jahreszeit werden

Muttersauen schlechter brünstig

und rauschen häufiger um als

sonst. Eine der Leistung entsprechende

Futteraufnahme in der

Säugezeit trägt dazu bei, Fruchtbarkeitsprobleme

zu vermeiden.

Mit seinen natürlichen Milchsäurebakterien

fördert UFA-Antifex,

das von der UFA auch in biokompatibler

Form angeboten wird,

nützliche Darmbakterien und

hemmt unerwünschte Keime wie

Escherichia coli. Die Vitamine und

Spurenelemente in UFA-Solvi steigern

die Widerstandkraft bei Hitzestress.

Das selenhaltige Wirkstoffpräparat

mit Elektrolyten ersetzt

verlorengegangene Mineralien,

stimuliert den Stoffwechsel,

reguliert die Verdauung und stärkt

den Organismus nachhaltig.

Das Problem Hitzestress, Verdauungsstörungen, Wirkstoffmangel.

Die Symptome Mangelnde Vitalität, dünner Kot, fehlendes

Rauschen und schlechte Fruchtbarkeit im

Sommer. Schwierigkeiten beim Abferkeln.

Die Lösung 20g UFA-Antifex (bzw. UFA-Antifex Bio) ab zehn

Tagen vor dem Abferkeln. 20g UFA-Solvi ab fünf

Tagen vor dem Absetzen bis zum Decken

(Mengen pro Sau und Tag).

UFA-REVUE · 6 2012 65


UNTERWEGS MIT...

EN ROUTE AVEC…

…Milchviehspezialist Stephan Studinger

In seiner Tätigkeit als UFA-Berater sieht

sich Stephan Studinger nicht nur als Futterverkäufer,

sondern als Dienstleister

für Tierhaltungsbetriebe. Seine Arbeit

macht Freude, weil er Milchviehproduzenten

mit seinem Know-how und seiner

Erfahrung wirtschaftlich vorwärts

bringen kann. Dazu gehört auch die Definition

klarer Ziele zusammen mit dem

Betriebsleiter, zum Beispiel eine durchschnittliche

Herdenleistung von 8000kg

pro Kuh und Laktation bei soliden

Milchgehalten. Die Fortschritte werden

regelmässig analysiert. Je nach Ergebnis

erfolgen weitere Fütterungs-/Haltungsoptimierungen

oder die Ziele werden

nochmals höher gesteckt.

Kraftfutter reduziert Auf

dem Betrieb Bucher bietet Stephan

Studinger das «UHS extra»

an. Es handelt sich hierbei um eine

Dienstleistung im Rahmen des UFA

Herd Support (UHS). Sie umfasst gegen

eine kleine Kostenentschädigung folgende

Punkte:

• Fütterungsplan nach UFA W-FOS

• Rationenplan für die Aufzucht

• Beratungsgespräche auf dem Betrieb

• Berechnung und Besprechung der Rationskosten

• Auswertung der Milchkontrollergebnisse

anhand der Einzeltierliste und

Besprechungsrapport

• Kraftfutterzuteilung bis auf Stufe Einzeltier

• Jährliche Auswertung der Betriebsergebnisse

• Weiterbildungsveranstaltung

«Mit dem UHS extra ist die Milchleistung

und Fruchtbarkeit der Herde besser

geworden», freut sich Martin Bucher.

Gleichzeitig habe der Kraftfuttereinsatz

reduziert werden können. Während der

Herdenschnitt bei 7500kg Milch pro

Jahr liegt, übertreffen einzelne Kühe gar

die 10000kg-Marke. «Mein Ziel ist, die

Unterschiede zwischen den Kühen

züchterisch zu minimieren», fügt Martin

Bucher an.

Das Prinzip in der Fütterung ist immer

gleich. Die UFAG Laboratorien AG

in Sursee analysieren die Grundrationskomponenten

Maissilage, Grassilage

und Dürrfutter auf ihren Gehalt. Darauf

wird das Milchproduktionspotenzial anhand

der Werte MJ NEL, APDE, APDN

sowie der wichtigsten Mineralstoffe berechnet,

mit Ergänzungsfutter ausgeglichen

und je nach Milchleistung noch

mit Leistungsfutter erhöht. Bei der Wahl

der Ergänzungsfutter werden im Fütterungssystem

UFA W-FOS zusätzlich die

Protein- und Kohlenhydrat-Fermenta -

Der Hof der Familie Bucher liegt auf 490 m über Meer.

Stephan Studinger, 4658 Däniken

Geboren 6. Juli 1984

Zivilstand ledig, aber in festen Händen

Werdegang Ausbildung zum Landwirt und Agro -

techniker HF, im UFA-Beratungsdienst seit

Februar 2008

Hobbies Schwingen, Landwirtschaft allgemein

Motto «Dem Tierhalter helfen, seine Ziele zu

erreichen.»

Pferde als «Ferienentschädigung»

Auch wenn sich beide sehr

für die Milchviehhaltung interessieren

– besondere Freude haben Martin

und Käthi Bucher an der Pferdezucht.

Zwei grosszügig bemessene Boxen

beherbergen die stolzen, exterieurmässig

hochstehenden Stuten Coeur

Lady (Warmblut) und Dixi (Freiberger).

«Pferde sind eine Art Entschädigung

für die relativ kurzen Ferien auf

dem Landwirtschaftsbetrieb», erklärt

Käthi Bucher.

Während der Vegetationsperiode

können die Stuten und Fohlen halbtags

auf die Weide. Am Morgen erhalten sie

Heu, einen Joghurtbecher HYPONA

Leinsamen gedämpft, HYPONA 895

und Zuchtstutenfutter, genauer HYPO-

NA 786 für Coeur Lady und HYPONA

889 für Dixi. Bei Letzterem handelt es

sich um ein Futter ohne Hafer bei be-

66 6 2012 · UFA-REVUE


tionsgeschwindigkeiten im Pansen berücksichtigt.

Auf dem Betrieb Bucher sind es das

Eiweisskonzentrat UFA 248 und UFA

243 (7.6 MJ NEL, 22% Rohprotein), die

via Abrufstation zum Einsatz kommen.

UFA 243 ist in Expander-, Würfel- oder

Flockenform erhältlich und überzeugt

durch seine Schmackhaftigkeit und die

ausgeglichene Fermentation im Pansen.

Betriebsspiegel

Martin & Käthi Bucher

mit Bruno (19-jährig), Claudia (18) und

Sonja (15), 6102 Malters

Nutzfläche: 35ha

Tierhaltung: 56 Kühe, 17 Aufzuchtrinder

(ausgelagert), 8 Tränker und 4

Aufzuchtkälber

Pflanzenbau: 3ha Silomais, Natur- und

Kunstwiesen

Arbeitskräfte: Betriebsleiterehepaar

Bei einer Ration mit je einem Drittel

Dürrfutter, Gras- und Maissilage ist auch

auf die richtige Mineralstoffversorgung

zu achten. Martin Bucher tut dies per

Abrufstation mit dem gewürfelten UFA

293, das ein Kalzium-Phosphor-Verhältnis

von 1: 1 aufweist.

Die Aufzuchtkälber erhalten UFA 116

ab der zweiten Lebenswoche, um die

Pansenentwicklung zu fördern.

BLICKPUNKT

POINT DE VUE

Vorbeugung gegen Ketose

Während drei bis sechs Wochen nach

dem Abkalben erhalten die Kühe via

Abrufstation UFA-Ketonex EXTRA.

Dieses Propylenglykol-Würfelprodukt

beugt Ketose vor, enthält Biotin für gesunde

Klauen und Beta-Carotin, ein

«Fruchtbarkeitsvitamin», welches insbesondere

zu länger gelagertem Dürrfutter

und zu maisreichen Rationen ergänzt

werden sollte. Die organisch

gebundenen Spurenelemente in UFA-

Ketonex EXTRA können die Tiere besonders

gut aufnehmen. Gegenüber

flüssigem Propylenglykol entfällt der

Einschütt-Stress. UFA-Ketonex EXTRA

wird gern gefressen.

Besamungsindex zeigt gegen

unten «Ich will möglichst viel Milch

aus dem eigenen Grundfutter erzeugen»,

fasst Martin Bucher seine Strategie

zusammen. Mit den in den letzten

Jahren vorgenommenen Anpassungen

ist er auf dem richtigen Weg. «Der Besamungsindex

hat sich um 0.3 Punkte

auf 1.7 verbessert», bilanziert der Betriebsleiter.

Käthi und Martin Bucher:

«Mit dem UHS extra

haben sich die

Milchleistung und Fruchtbarkeit

verbessert»

Diskussion der

Milchinhaltsstoffe

und möglicher

Verbesserungen

anhand der UHSextra-Ergebnisse.

Stute Coeur Lady mit

ihrer Cassandra.

wusst tieferem Energie- und Eiweissgehalt

für Ponys oder wenig beanspruchte

Pferde.

In der Hochträchtigkeit, Säugezeit,

in Stresssituationen (Hitze), während

dem Fellwechsel oder bei älteren Tieren

ist der Mineral- und Wirkstoffbedarf

erhöht. Entsprechend muss die

verabreichte Menge an HYPONA 895

angepasst werden. Das gewürfelte,

vitaminierte Mineralfutter verfügt

über ein Kalzium-Phosphor-Verhältnis

von 4:1, enthält Biotin (Hufgesundheit)

und Selen (Fruchtbarkeit). Einsatz pro

Tag: 50– 100g für Kleinpferde, Ponys,

Fohlen; 100– 200g für Zuchtpferde;

150– 250g für tragende und säugende

Stuten.

«Die Hufgesundheit und Trächtigkeitsraten

bei Dixi und Coeur Lady bestätigen

die Fütterungsstrategie», stellt

Käthi Bucher fest.

HYPONA 895 ist

zurzeit mit Rabatt

erhältlich (siehe

«Top-Angebote»)

UFA-REVUE · 6 2012 67


ERFOLG IN DER PRAXIS

SUCCÈS DANS LA PRATIQUE

Patrice Ribot, Giez (VD).

Kein MMA dank UFA top-pig

«Früher war MMA häufig, jetzt kennen

wir dieses Problem kaum mehr»,

stellt Patrice Ribot fest, der die 150

Sauen der Porcifort AG betreut. Die

Wende auf dem Abferkelbetrieb in

Giez (VD) brachte UFA top-pig, empfohlen

von UFA-Schweinespezialist

Benoît Sahli. Mit diesem Energie- und

Wirkstoffkonzentrat wird das Säugendfutter

UFA 361 EXTRA ergänzt.

«Die Milchleistung der Sau steigt und

HOBBYTIER-ECKE

SERVICE UFA

der Konditionsverlust nimmt ab», fasst

Patrice Ribot zusammen. Versuche in

Frankreich hätten zudem gezeigt, dass

der gezielte Einsatz energie- und mineralstoffreicher

Produkte zu grösseren

und schwereren Würfen führe.

Vor und nach dem Abferkeln können

Muttersauen nur beschränkt Futter

aufnehmen. Diese Situation verschärft

sich bei Hitze und kann zu

schlechterer Fruchtbarkeit führen.

UFA top-pig verfügt über einen hohen

Nähr- und Wirkstoffgehalt, ist hochverdaulich,

expandiert und wird gern

gefressen. Essenzielle Fettsäuren verbessern

die Fruchtbarkeit. Milchsäurebakterien

stabilisieren die Verdauung.

UFA top-pig kann zu jedem Futter

angeboten werden. Es bewährt sich

auch als Flushing-Futter ab dem 3. Tag

nach dem Absetzen bis zum 1. Tag

nach dem Decken (2x250g pro Tag).

UFA-Spezialmineralsalz für Alpakas und Lamas

LESE-FUTTER

À LIRE

Wirtschaftlichkeit in

der Schweinemast

Erfahrungen und Studien

belegen: Benzoesäure, die im

Mastschweine futter UFA 331-3

oder Vormast futter UFA 321-3

enthalten ist, hemmt das

Wachstum schäd licher Keime,

stabilisiert die Verdauung,

erhöht die Schmack haftigkeit,

steigert die Zunahmen und

verbessert den Hofdünger -

gehalt.

Aktion Raufutter-

Würfel

UFA 250 Speciflor und UFA 256

Fibralor sind zwei preisgünstige

Möglichkeiten, Raufutter in

Rindviehrationen zu ersetzen

oder zu ergänzen. Speciflor

passt ideal zu faserigem Futter

(älteres Heu oder Gras) mit

geringer Verdaulichkeit, Fibralor

eignet sich mit seinem hohen

ADF-Anteil zu Weidegras oder

strukturarmem Futter. Gehaltsgarantie,

verbesserte Futterverwertung

der Gesamtration,

praktisches Lagern und

Verabreichen – das sind die

Argumente für Speciflor und

Fibralor. Diese Raufutter-Würfel

sind aktuell mit Rabatt erhältlich

(siehe «Top-Angebote»).

Der Gehalt an Mineralstoffen, Vitaminen

und Spurenelementen im Raufutter

ist je nach Boden, Düngung, Lage

des Betriebes und Jahreszeit sehr un-

terschiedlich. Einen über die Norm hinausgehenden

Bedarf an Mineral- und

Wirkstoffen haben die Alpakas und

Lamas bei gesundheitlichen Störungen

und während der Laktation. UFA 9981

wurde speziell für Neuweltkameliden

rezeptiert, ist staubfrei und wird sehr

gut gefressen. Regelmässige Gaben

dieses Mineralsalzes beugen Mangelerscheinungen

vor. Die Tiere bleiben

fit und machen ein schönes Vlies.

Fütterungsempfehlung 30 bis

50g UFA 9981 pro Tier und Tag in einem

sauberen Gefäss (z.B. UFA Micro-

Feeder) anbieten.

Gehalte je kg 115g Kalzium, 80g

Phosphor, 50g Magnesium, 80g Natrium

sowie Vitamine und Spurenelemente.

UFA-Berater

Services techniques

3052 Zollikofen

058 434 10 00

1070 Puidoux

058 434 09 00

6210 Sursee

058 434 12 00

9500 Wil

058 434 13 00

ufa.ch

68 6 2012 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Neue Strategie gegen Sommerloch?

MIT DEM GEZIELTEN EINSATZ von Milchsäurebakterien und Wirkstoffen sind

auf UFA-Bühl gute Resultate gegen die sommerlichen Fruchtbarkeitsprobleme

bei Sauen erzielt worden. Es handelt sich um eine Strategie, die herkömmliche Vorbeuge -

massnahmen mit wenig Aufwand ergänzen kann.

Im Sommer werden Muttersauen

schlechter brünstig und rauschen

häufiger um als in den übrigen Jahreszeiten.

Folgende Massnahmen

stehen im Vordergrund, um das «Sommerloch»

zu minimieren:

• Einsatz von Kühlungstechnik.

• Angebot von genügend frischem, sauberem

Wasser.

• In Säugezeit: Förderung einer hohen

Futteraufnahme, Erhöhung der Nährstoffkonzentration,

Verteilung der Tagesration

auf drei Mahlzeiten.

• Danach: täglicher Eberkontakt.

Zusätzliches Potenzial liegt im Einsatz

ausgewählter Spezialprodukte. Dabei

wird das Ziel verfolgt, die Gesundheit

der Sau und eine hohe Futteraufnahme

in der Säugezeit zu gewährleisten, damit

die Voraussetzungen für eine gute

Fruchtbarkeit stimmen.

werden. Denn ab zehn Tagen vor dem

Abferkeln kommen 20g UFA-Antifex

pro Tier und Tag zum Einsatz.

Läuft die Verdauung rund, nimmt die

Sau mehr Futter auf. Sie verliert weniger

Körpergewicht und ist für die Belegung

besser gerüstet.

Wirkstoffschub Nun gilt es, dem

Muttertier noch die nötigen Stoffe für

einen hohen Trächtigkeitserfolg und eine

grosse Uteruskapazität (siehe Artikel

«Vorgeburtliche Programmierung») bereitzustellen.

In der Grafik sind einige

Wirkungsmechanismen verschiedener

Spurenelemente und Vitamine dargestellt.

Entsprechend kommt auf UFA-

Bühl ab fünf Tagen vor dem Absetzen

bis zum Decken das Wirkstoffkonzentrat

UFA-Solvi zum Einsatz (20g pro Tier

und Tag). Es trägt dazu bei, dass die Sauen

besser rauschig werden und nach der

Belegung sicher tragen. Mit den Resultaten

aus dem UFA 2000planer lässt sich

dieser Effekt mit Zahlen belegen.

Fazit Besonders in der heissen Jahreszeit

muss die Futteraufnahme und

Wirkstoffversorgung säugender und leerer

Sauen stimmen, um fruchtbar zu sein

und grosse, schwere Würfe zur Welt zu

bringen.


Heinz

Seelhofer

UFA-Bühl ist der

Forschungsbetrieb der

UFA im aargauischen

Hendschiken.

Milchsäurebakterien Zahlreiche

Versuche weisen nach, dass Milchsäurebakterien

das Immunsystem positiv stimulieren.

Indem sie Säure produzieren,

sinkt der pH-Wert im Darmtrakt. Die

Bedingungen für Keime, die ein neutrales

oder basisches Milieu bevorzugen,

werden verschlechtert. Durch die Reduktion

der schädlichen Bakterien im

Darm nimmt die Infektionsgefahr ab.

Milchsäurebakterien stabilisieren die

Gesundheit neu eingestallter Jager. Das

ist bekannt.

Auf UFA-Bühl hat sich nun gezeigt,

dass das Milchsäurebakterien-Präparat

UFA-Antifex auch bei Sauen positiv

wirkt. Die Vitalität der Tiere im Sommer

nahm zu, die Kotkonsistenz wurde besser

und das Abferkeln verlief problemloser.

Früher vereinzelt auftretende

MMA-Symptome konnten eliminiert

Grafik: Wirkstoffversorgung und Fruchtbarkeit

Se

Zn

Sperma

Cu

Fe

Quelle: W. H. Close

Oestrus

Ovulationsrate Hormone LH/FSH Insulin

Befruchtungsrate

Mn

Lebensfähigkeit Embryo

Progesteron

Fe Vitamin A

Uterine Kapazität

Se Fe

Neugeborene Ferkel

Se Fe

Sau: Fruchtbarkeit Absetzferkel Se Zn Cu Fe

UFA-Solvi enthält u.a. Kupfer (Cu), Eisen (Fe), Mangan (Mn), Selen (Se), Zink (Zn).

Autor Heinz

Seelhofer, Ressortleiter

Schweinfütterung, UFA-

Beratungsdienst, 6210

Sursee. www.ufa.ch

Aktion UFA-Antifex

und -Solvi Lesen Sie

mehr zu diesen beiden

Problemlösern und die

aktuellen Preisrabatte

im «UFA aktuell».

INFOBOX

www.ufarevue.ch 6 · 12

UFA-REVUE · 6 2012 69


NUTZTIERE

Vorgeburtliche Programmierung

FÜR DIE ENTWICKLUNG EINES FERKELS spielen Umwelteinflüsse eine

dominante Rolle. Die Anzahl überlebender Embryonen beziehungsweise Föten und das

Nährstoffangebot im Uterus sind ausschlaggebend, ob ein kleines Ferkel sich gemäss

seinem genetischen Potenzial entwickeln kann. Tiere aus grossen Würfen sind häufig

negativ programmiert.

Peter

Stoll

Die Mast- und Schlachtleistung sowie

die Fleischqualität sind Eigenschaften,

die teils genetisch bedingt,

teils durch Umweltfaktoren

bestimmt werden. Die genetische Seite

wird durch die gezielte Paarung und die

Selektion in die erwünschte Richtung

gelenkt. Beim Magerfleischanteil zum

Beispiel liegt die Erblichkeit, also der genetische

Teil, im Bereich von 30%. Mit

anderen Worten, der Umwelteinfluss

auf den Magerfleischanteil beträgt rund

70%. Welches sind nun diese Umwelteinflüsse,

die die Eigenschaften der Ferkel

derart stark beeinflussen?

Tabelle: Höhere Leistung und Qualität dank vorgeburtlicher

Muskelbildung Quelle: Gondret et al. (2006)

Geburtsgewicht

tief hoch

Geburtsgewicht kg 1.05 1.89

Absetzgewicht kg 7.73 9.65

Gewicht am Tag 68 kg 26.3 30.9

Mastendgewicht kg 111.9 111.6

Alter Ende Mast Tag 171.1 159.5

Masttageszunahmen g 835 892

Futterverwertung kg/kg 3.05 2.49

Schlachtgewicht warm kg 90.2 89.5

Magerfleischanteil % 61.1 63

40 bis 60% gehen verloren Die

Entwicklung eines Ferkels beginnt im

Uterus der Sau mit den befruchteten Eizellen.

Zu Beginn der Trächtigkeit sind

20 bis 35 befruchtete Eizellen vorhanden.

Je nach Verfassung der Sau verliert

sie schon in den ersten 30 Trächtigkeitstagen

zwischen 0 und 40 % der

Embryonen. Die Verlustmenge hängt

davon ab, wie viel Muskelmasse die Sau

in der letzten Laktation verloren hat

und wie es um ihre aktuelle Körperkondition,

Stressbelastung und Nährstoffversorgung

steht. Während der gesamten

Trächtigkeit verliert eine Sau normalerweise

zwischen 40 und 60 % der

Embryonen.

Uteruskapazität entscheidend

Jeder Embryo verfügt über eine eigene

Plazenta. Diese ist seine individuelle

Umwelt, die Verbindung mit der Sau.

Die Platzierung der Plazenta im Uterus,

deren Grösse und die Anzahl Mitbewerber

um Platz und Nährstoffe (die übrigen

Embryonen) bestimmen die Nährstoffversorgung

des Embryos. Je grösser

die Plazenta, desto besser ist die Nährstoffversorgung.

Je zahlreicher die Embryonen,

desto enger wird es im Uterus

und das Wachstum der Plazenta wird

eingeschränkt. Das Volumen und die

Durchblutung entscheiden über die

Uteruskapazität.

Abhängig von der Anzahl Embryonen

entwickelt sich die Grösse und das Gewicht

der einzelnen Plazenten. In Grafik 1

ist die Situation am 30. Trächtigkeitstag

abgebildet. Dieselbe negative Beziehung

zwischen Anzahl Föten und dem

Plazentagewicht besteht am Ende der

Trächtigkeit immer noch.

Faserbildung bis Tag 90 Vom 30.

bis 55. Trächtigkeitstag werden die primären

und danach bis am Tag 90 die sekundären

Muskelfasern der Ferkel gebildet.

Nach heutigem Kenntnisstand

werden später keine neuen Muskel -

fasern mehr gebildet, sondern ausschliesslich

die vorhandenen Fasern vergrössert.

Dies gilt nicht nur für die

Trächtigkeit, sondern auch für das

Wachstum während der Ferkel- und

Mastphase.

Einfluss auf Schlachtqualität Je

besser die Nährstoffversorgung des Embryos,

desto besser entwickelt er sich.

Das heisst, desto grösser sein Geburtsgewicht

und desto höher die Anzahl

Muskelfasern.

Die Anzahl Muskelfasern wiederum

steht in einem engen Zusammenhang

mit der späteren Mastleistung und der

Futterverwertung eines Schweines, wie

Grafik 2 zeigt. Ebenso weisen Tiere mit

einer höheren Anzahl Muskelfasern eine

bessere Schlachtkörperqualität respektive

einen höheren Magerfleischanteil

auf (Tabelle).

Problem bei grossen Würfen

Wie schon erwähnt, stirbt von den verlorenen

Embryonen der grösste Teil in

den ersten 30 Trächtigkeitstagen. Bei

grossen Würfen verschiebt sich der Zeitpunkt

des Absterbens jedoch in die

zweite Trächtigkeitshälfte. Deshalb sind

in grossen Würfen (mehr als 14 Ferkel)

auch vermehrt Mumien und Totgeborene

zu verzeichnen. Die Korrelation zwischen

der Anzahl lebend geborene

Ferkel und der Anzahl Mumien beziehungsweise

der Anzahl tot Geborenen

beträgt 0.45 respektive 0.31 (Le Cozler,

2002).

Diese Verschiebung des Absterbens

von Embryonen in die zweite Trächtigkeitshälfte

führt dann dazu, dass alle

Embryonen eines grossen Wurfes mehr

oder weniger unter Nährstoffknappheit

leiden und deshalb sich nicht gemäss ihrem

genetischen Potenzial entwickeln

können. Eine geringere Anzahl Muskelfasern,

ein geringeres Geburtsgewicht,

tiefere Mastleistungen und eine verminderte

Schlachtkörperqualität sind die

Folgen.

70 6 2012 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Grafik 1: Je mehr lebende Embryonen,

desto leichter die einzelnen Plazenten

35

Quelle: Foxcroft et al. (2006)

mittleres Gewicht der Plazenta (g)

30

25

20

15

0

5 10 15 20 25

Anzahl lebender Embyonen

Grafik 2: Je mehr Fasern, desto besser

Quellen: Dwyer et al. (1993), Rehfeldt et al. (2006)

3

2.5

kg bzw. kg/kg

2

1.5

1

0.5

0 300000 350000 400000 450000 500000

Anzahl Muskelfasern

Futterverwertung (kg/kg)

Masttageszunahmen (kg)

Geburtsgewicht (kg)

Eine ausreichende Nährstoff -

versorgung der Sau während

der Laktation beugt übermässigem

Gewichtsverlust und damit dem

Absterben von Embryonen vor.

Fazit Übersteigt der Nährstoffbedarf

der Embryonen die Uteruskapazität, so

leidet die Entwicklung der Embryonen

und sie werden negativ «programmiert».

Dies äussert sich in:

• einer verminderten Anzahl an

Muskelfasern

• einem reduzierten Geburtsgewicht

• einer tieferen Mastleistung

• einer verschlechterten Futter -

verwertung

• einer geringeren Schlachtkörper -

qualität

• einer reduzierten Wirtschaft -

lichkeit


Autor Peter Stoll,

Agroscope Liebefeld

Posieux ALP-Haras,

1725 Posieux.

www.agroscope.ch

INFOBOX

www.ufarevue.ch 6 · 12

UFA-REVUE · 6 2012 71


NUTZTIERE

Gesunde Klauen leisten mehr

IN DER SCHWEINZUCHT gehören Klauenprobleme zu den Hauptursachen für

die Aussonderung von Sauen. Lahmheiten verursachen Schmerzen, die das Tierwohl

entscheidend beeinträchtigen. Interessante Zusammenhänge zur Entstehung von

Klauenproblemen zeigt eine neue Doktorarbeit auf. Von den wirtschaftlichen Folgen

sind auch Mastbetriebe betroffen.

Friederike

Zeeh

Beim Züchter gehen Klauenprobleme

bei Sauen mit einer erhöhten

Remontierungsrate, verfrühten Abgängen

und vermehrten Ferkelverlusten

durch Erdrücken einher. Beim

Mäster entstehen Verluste durch verminderte

Mastleistungen.

Viel Gewicht auf kleiner Fläche

Die Klauen der Schweine sind hochspezialisierte

Zehen-Endorgane, die für das

Laufen auf eher weichem, unebenem

Untergrund (Wildschweine auf Waldboden)

ausgelegt sind. Das Hornwachstum

Massnahmen für eine gute Klauengesundheit

Um im eigenen Betrieb Ausfälle oder Einbussen durch Klauenschäden

zu verhindern oder gering zu halten und ein hohes Niveau an Tierwohl

zu erreichen, sollte auf folgende Faktoren geachtet werden:

Zuchtbetrieb

• Schonende Eingliederung von Jungsauen mit gesunden Klauen.

• Angepasste Bodenbeschaffenheit, Beseitigung von Verletzungsmöglichkeiten,

wenig Absätze.

• Vermeidung von Engpässen, Sackgassen und Rangkämpfen durch

eine sinnvolle Aufstallung und ausreichend Beschäftigung.

• Ausgewogene Fütterung.

• Trockener Liegebereich.

• Vermeidung von Infektionen.

• Unterstützend: Klauenbäder. Klauenpflege.

• Rechtzeitige und konsequente Behandlung erkrankter Tiere.

Mastbetrieb

• Schonender Transport und schonende Einstallung der Mastjager.

• Zukauf von Tieren, die zum eigenen Betrieb passen. Bei langen

Wegen zum Futter- oder Kotplatz heisst das beispielsweise, dass die

Tiere an das Laufen gewöhnt sein müssen.

• Angepasste Bodenbeschaffenheit.

• Ausgewogene Fütterung.

• Trockener Liegebereich.

• Vermeidung von Infektionen.

• Rechtzeitige und konsequente Behandlung erkrankter Tiere.

beträgt zwischen 5 bis 10mm pro Monat,

also deutlich mehr als beim Rind

mit 3 bis 5mm pro Monat. Auf den im

Vergleich eher kleinen Klauen lastet ein

enormes Gewicht, bei einer ausgewachsenen

Sau im Stand ungefähr 8.5kg pro

2cm 2 Klauenfläche.

Infektionen und Vergiftungen

Für Klauenschäden gibt es viele möglichen

Ursachen. Es werden haltungsbedingte

und nicht haltungsbedingte

Klauenprobleme unterschieden. Zu

Letzteren gehören Infektionen oder

Vergiftungen. Beispielsweise führen Infektionen

mit dem Maul- und Klauenseuchenvirus,

dem Virus der Bläschenkrankheit

(die Schweiz ist frei von

beiden) oder Ferkelruss zu Klauenschäden.

Auch eine Vergiftung, beispielsweise

mit Selen, kann massive Veränderungen

am Klauenapparat hervorrufen.

Genetische Defekte wie eine stark unterschiedliche

Ausbildung der Klauen

und überzählige oder missgebildete Zehen

erhöhen das Erkrankungsrisiko

ebenfalls.

Haltungsbedingte Schäden Viel

häufiger sind jedoch die haltungsbedingten

Schäden. Aufstallungssysteme,

in denen untrainierte Tiere weite Strecken

zurücklegen müssen, gehen öfter

mit Lahmheiten einher. Ebenso eine

Buchtenstruktur mit engen Gängen

oder knappem Platzangebot vor dem

Fressbereich, die Rangkämpfe provoziert.

Rangkämpfe führen zu punktuell

starker Belastung der Klauen. In diesem

Zusammenhang ist besonders auf eine

optimale Eingliederung zugekaufter Remonten

und frisch gedeckter Sauen zu

verweisen. Ein zu rauer Boden führt

durch übermässigen Hornabrieb zu

Schäden. Auch zu glatte, rutschige Böden

können Schweineklauen beeinträchtigen.

Ein weiterer Punkt ist andauernde

Feuchtigkeit, besonders im

Liegebereich, die das Horn aufweichen

und so zu Folgeschäden führen kann.

Besonders bei Ferkeln, aber auch in

allen anderen Altersgruppen können

Spalten, in welche die Klauen rutschen,

zu Quetschungen und Klauenveränderungen

führen. Daher ist auf eine altersgerechte

Spaltenbreite der Roste zu

achten und Lücken zwischen Bodenelementen

oder beispielsweise beim Kotabwurfschacht

sind zu vermeiden. Klauenpflege

kann, sofern sie korrekt und

regelmässig ausgeführt wird, Klauenschäden

verringern. Zu diesem Zweck

gibt es Klauenstände für Sauen auf dem

Markt. Auf vielen Betrieben werden die

Klauen jedoch in der Abferkelbucht

oder sogar im Deckstand bearbeitet, soweit

die Sau dies zulässt.

Nicht sachgerechte Klauenpflege

kann ebenso zu Problemen führen, eine

professionelle Ausführung ist daher unerlässlich.

Klauenschäden sind vielfältig.

So werden ungleich grosse Klauen,

Stallklauen, Kronsaumschäden, Abschürfungen

und Blutungen beobachtet.

Schwerwiegendere Veränderungen

zeigen sich als Risse und Spalten im

Horn, Schäden der Ballen (Ballenerosionen)

oder wucherndes Wachstum des

Ballenhorns. Unter Hornrissen versteht

man längs, unter Hornklüften quer verlaufende

Risse im Horn. Fehlender

Hornabrieb kann zu Stallklauen, zu starker

Abrieb zu ungenügendem Schutz

der empfindlichen Klauenstrukturen

72 6 2012 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

(Lederhaut) führen. Die Ursachen der

häufig zu beobachtenden, hochgradigen

Ballenveränderungen (Wucherungen)

sind noch nicht restlos geklärt.

Teilweise werden sie als Ausgleichswachstum

bei Überbelastung gesehen.

Klauenschäden können als Eintrittspforten

für Keime dienen, die dann zu Entzündungen

unterschiedlichen Ausmasses

führen. Diese reichen von leichten,

örtlichen Entzündungen über ober -

flächliche Panaritien (Grippeli) bis zu

Infektionen des gesamten Klauenapparates

(tiefes Panaritium,

Phlegmone). Je nach Schwere

aller genannten Veränderungen

kommt es zu Schmerzen

und Lahm heiten.

Bei der klinischen

Beurteilung

von Lahmheiten ist zu

bedenken, dass nicht

nur Klauenprobleme,

sondern auch Veränderungen

an den Gelenken,

Knochen oder des Muskel- und

Sehnenapparates zu Lahmheiten führen

können. Zusätzlich können Schäden im

Nervensystem Lähmungserscheinungen

nach sich ziehen, die teilweise schwer

von Lahmheiten abzugrenzen sind.

In einer Doktorarbeit (A.Lippuner)

an der Schweineklinik der Universität

Zürich sollte festgestellt werden,

was eine «normale» Klaue ausmacht

und ob Grössenveränderungen Hinweise

auf Schäden geben können. Weiter

sollte ein Überblick über die aktuelle

Klauengesundheit in der Schweiz gewonnen

werden. Mit einer genetischen

Analyse der Tiere wurde die Rolle der

erblichen Faktoren abgeklärt. Dazu

wurden Klauen von Schlachtsauen,

Ebern und Tieren der MLP (Mast- und

Schlachtleistungsprüfung) analysiert.

Daten zur Art der Schäden, Verteilung

(hinten/vorn, innen/aussen) und zum

Ausmass wurden gesammelt und ausgewertet.

Was ist normal? Eine «normale»

Klaue scheint nicht ausgeglichen zu

sein. So sind häufig die Vorderklauen

grösser als jene der Hinterbeine. Ebenso

ist die Aussenklaue eher grösser als

die entsprechende Innenklaue, wobei

der Unterschied an den Hinterbeinen

deutlicher ausfällt. In der Doktorarbeit

zeigte sich, dass die Anzahl und das

Ausmass der Schäden mit zunehmendem

Alter tendenziell zunehmen. Sehr

häufig wurden mehrere Schäden pro

Tier festgestellt, wobei es sich meist um

mittelschwere Veränderungen handelte.

Grössere Klauen weisen eher häufiger

Läsionen auf, teilweise sind hier

auch die schwereren Veränderungen zu

finden.

Zu Schäden führen noch viele weiteren

Faktoren. So scheint die Art oder

Häufigkeit der Schäden einen Zusammenhang

mit der Rasse, dem Alter, dem

Gewicht und der Ausgeglichenheit der

Zehen zu haben. Da sich diese Faktoren

untereinander stark beeinflussen und

auch die Aufstallung Unterschiede aufwies,

ist der tatsächliche Effekt schwer

zu beziffern.

Erblichkeit Bei der Analyse der genetischen

Faktoren zeigte sich unter anderem,

dass die Klauengrösse stark vererbt

wird, die Klauenschäden selbst

aber nur eine schwache Erblichkeit aufweisen.

Behandlung Schweine mit Lahmheiten

müssen behandelt werden. Stark

betroffene Tiere werden einzeln aufgestallt,

Zuchtsauen eventuell auch im

Deckstand. Eine Therapie mit Schmerzmittel

beziehungsweise Entzündungshemmer

ist nicht nur im Sinne des Tierschutzes,

sondern beschleunigt auch die

Heilung. Ist die Ursache infektiöser Natur

(z. B. Panaritium) wird zusätzlich mit

einem Breitbandantibiotikum behandelt.

Äusserliche Desinfektion versteht

sich bei offenen Wunden von selbst.

Die Ursachenforschung gestaltet

sich schwieriger als die Therapie. Meist

kommen die zu Grunde liegenden Probleme

erst nach gründlichen Abklärungen

und guter Tierbeobachtung zum

Vorschein und zur Behebung sind oft

kreative Lösungen gefragt. Hierbei

zahlt sich die grosse Erfahrung des

Schweinegesundheitsdienstes SGD mit

verschiedensten Betrieben und Aufstallungssystemen

aus. Auch Stallklimamessungen

können bei chronisch

auftretenden Lahmheiten wichtige

Hinweise geben.


Klaue einer Zuchtsau

mit starken

Wucherungen im

Ballenbereich. Man

beachte, dass nur

die äussere Klaue

betroffen ist.

Solche ungleichen

Verteilungen der

Schäden sind häufig.

Autorin Dr. med.

vet. Friederike Zeeh,

Schweinegesundheitsdienst

SGD, Büro

Bern-Westschweiz,

3001 Bern.

www.suisag.ch

INFOBOX

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UFA-REVUE · 6 2012 73


NUTZTIERE

Einfach erfolgreich

SCHWEINEMAST Die Zuchtpyramide ist nicht nur Theorie. Im Programm

UFA 2000 wird sie umgesetzt und gelebt. Gute Mast- und Schlachtleistungen lassen sich

mit einfachen Mitteln erreichen, wenn alle in der Kette konsequent arbeiten. Ein gutes

Beispiel ist hierzu die Betriebsgemeinschaft Pavillard.

Christophe

Colomb

Ralf

Bley

Eric & Gaël Pavillard:

«Wir sind mit dem

Ferkellieferanten sehr

zufrieden!»

Gute Ergebnisse in der Schweinemast

können durch unterschiedliche

Strategien erzielt werden.

Letztlich zählt der wirtschaftliche

Erfolg. Eines haben jedoch alle erfolgreichen

Betriebsleiter gemeinsam. Sie setzen

ihre Strategie konsequent um – ganz

gleich, welches Niveau an Technik, Kapital

oder Arbeit eingesetzt wird. Auf

dem Betrieb von Eric und Gaël Pavillard

in Orny (VD) werden mit Schweizer Genetik

aus dem Zuchtprogramm UFA

2000 sehr gute Ergebnisse in der Mast

erreicht.

Ackerbau und Mast Vater und

Sohn Pavillard bewirtschaften zusammen

einen vom Getreidebau geprägten

Gemischtbetrieb. Das Futtergetreide

wird über ein Lohnmischkonto der

LANDI verrechnet. Dadurch sichern sich

die Pavillards mit einem Teil der Produktion

einen attraktiven Getreidepreis.

Nur das Brotgetreide geht zu zwei Dritteln

direkt an eine Brotmühle. Die

Schweinemast passt bezogen auf die Arbeitsspitzen

gut in den Ackerbaubetrieb

und die Getreideregion Westschweiz.

Pyramide des Erfolgs «Unser Angestellter

Viorel Nour arbeitet neun

Monate im Jahr und leistet in der

Schweinemast sehr gute Arbeit», bemerkt

Vater Eric Pavillard während des

Betriebsrundgangs. Die 300 Mastplätze

sind unterteilt in vier Gruppen. Dadurch

kann trotz kontinuierlicher Mast zumindest

gruppenweise im Rein-Raus gefahren

werden. Die 75er Ferkelpartien

kommen regelmässig von Jean-Marc

Betriebsspiegel

Eric und Gaël Pavillard, 1317 Orny

Nutzfläche: 96 ha

Pflanzenbau: 40 ha Getreide, 21 ha Raps,

12 ha Mais, 4.2 ha Zuckerrüben, 7 ha

Grünland, 12 ha Buntbrache

Tierhaltung: 300 Schweinemast-Plätze,

8 Pferde (4 Pensionspferde, 4 eigene

Freizeitpferde)

Sottas, einem Ferkelproduzenten aus

dem UFA 2000. Dieser sichert sich den

genetischen Fortschritt durch den Zukauf

von Jungsauen aus dem Kernzuchtbetrieb

von Markus Stirnimann. Die von

der Anicom gelieferten Primera ® -Sauen

werden dann mit dem Endstufeneber

Premo ® der Suisag belegt. Gemessen an

den Schlachtleistungen liegt der Betrieb

mit diesem Mastendprodukt richtig.

Der Magerfleischanteil (MFA) von

56.5% führt zu den höchsten Zuschlägen

gemäss aktueller Proviande-Maske.

Da die vorgelagerten Produktionsstufen

konsequente Zuchtarbeit leisten, werden

keine Mutterlinienkastraten geliefert.

So kommen Ausreisser beim Gewicht

oder MFA praktisch nicht vor.

Ebenfalls für das gute Management

sprechen die geringen Verluste von

1.3%. Die auf betriebseigener Tiefstreu

gehaltenen SGD-A-Jager sind homogen

und gesund, ein weiterer wichtiger

Punkt für hohe Mastleistungen. Durch

die kontinuierliche Lieferung der Mastjager

aus einem Betrieb sind die Erfolgsfaktoren

Gesundheit und Genetik verlässlich

erfüllt.

Multiphasenfütterung Phasenfütterung

oder nicht? Das ist für Eric Pavillard

keine Frage. Er ging bereits beim

74 6 2012 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Erfolgreiche Mast – der Weg

zu den Besten

• konstante Leistung und Qualität durch

Mischfutter

• Rein-Raus mit Gewichtskontrolle

• Phasenfütterung

• eine Genetik pro Betrieb

• Genetik passend zur Schlachtmaske

Umbau des ehemaligen Rindviehmaststalls

einen Schritt weiter und installierte

ein EDV-gesteuertes Mischsystem,

das bei jeder Füllung der Futterautomaten

ein anderes Verhältnis aus Vormastund

Endmastfutter ermöglicht. So können

die vier Altersgruppen optimal versorgt

werden. Der Futterwechsel findet

praktisch unbemerkt in kleinen Schritten

statt und verursacht so keine negativen

Effekte bei der täglichen Futteraufnahme.

In der Vormast setzt der Betrieb

UFA 321-5 ein. Dieses wird mit zunehmendem

Alter und Gewicht der Tiere

schrittweise von UFA 331-5 verdrängt,

so dass in der Summe während der

knapp über 90 Tage dauernden Mastperiode

ein Verhältnis von 20:80% erreicht

wird.

Für das wirtschaftlich rentable Ergebnis

sorgen unter anderem auch die

geringen Investitionskosten mit der

Umnutzung des Altgebäudes. Mit Eigenleistungen

bei der Installation der

relativ einfachen Mastbuchten wurde

die Investition pro Mastplatz auf deutlich

unter 450 Fr. gesenkt.

Hohe Zunahmen Mit 1.35 Fr. Futterkosten

je Kilogramm Zuwachs liegt

der Betrieb deutlich unter dem Schnitt

(Tabelle). Die 866 g Tageszunahmen in

der Mast sind 63 g höher als der Mittelwert

von immerhin 255 000 ausgewerteten

Mastschweinen im Jahr 2011.

Damit erreichen Pavillards eine Mastleistung,

die pro Tag 53 g besser ist als

das Mittel des ersten Viertels (813 g).

Vertrauen als Basis «Nicht alles

auf einmal», sagt der UFA 2000 Schweinespezialist

Christophe Colomb als Antwort

auf die Frage, wie er die Zusammenarbeit

auf den Betrieben umsetzt.

«Das geht nicht, ohne dass alle Beteiligten

an einem Strick ziehen», fügt er hinzu.

Alle in der Kette müssen Verständnis

für die Berufskollegen, Lieferanten und

Kunden aufbringen, Marktpartner mit

fachlichen Argumenten von der Zusammenarbeit

überzeugt werden. Zukunftsorientierte

Betriebe kommen so schneller

ans Ziel.

Durch die enge Zusammenarbeit zwischen

Züchter, Ferkelproduzenten und

Mäster wurde sichergestellt, dass der

Zuchtfortschritt beim Mäster ankommt.

Fazit Das Beispiel des Betriebs Pavillard

zeigt, dass mit wenigen einfachen

Tabelle: Mastauswertung Pavillard 2011

Merkmal Mittelwert Betrieb Δ

Einstallgewicht kg LG 26.6 25.9 – 0.70

Schlachtgewicht kg LG 108 110.8 2.80

Masttagszuwachs g 803 866 63

Fütterungsintensität kg/Tag 2.16 2.14 – 0.02

Futterverwertung (13.5 MJ) kg/kg ZW 2.69 2.41 – 0.28

Futterkosten Fr./kg ZW 1.46 1.35 – 0.11

Abgänge % 1.54 1.3 – 0.24

Magerfleischanteil % 56.6 56.5 – 0.10

Quelle: UFA 2000

Grafik: Wechsel von Vor- auf Endmastfutter

Futtermenge

UFA 331

UFA 321

2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14

Woche

Mit einfachen

Mitteln wurde das

Altgebäude in einen

Maststall umgebaut.

Mitteln sehr gute Ergebnisse in der

Schweinemast möglich sind. Der

Schlüssel zum Erfolg liegt vor allem in

der konsequenten Umsetzung eines Betriebskonzepts

und auch in der langfristigen

Zusammenarbeit mit verlässlichen

Marktpartnern. Vertrauen entsteht dabei

nicht über Nacht. Es wird vielmehr

kontinuierlich aufgebaut und durch

messbare Ergebnisse bestätigt.

Autoren Christophe Colomb,

Schweinespezialist im UFA-Beratungsdienst,

1070 Puidoux. Ralf Bley, Leiter

UFA 2000, 3360 Herzogenbuchsee.

www.ufa.ch

Sortenversuch Auf dem Betrieb

Pavillard läuft zurzeit ein Sortenversuch

der LANDI. Auf 7ha sind zehn Sorten

Gerste und 23 Sorten Weizen zu

besichtigen.

INFOBOX

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UFA-REVUE · 6 2012 75


Branchen

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2800 Delémont 058 434 04 20

1564 Domdidier 026 675 21 41

1470 Estavayer-le-Lac 026 663 93 70

3360 Herzogenbuchsee 062 956 62 25

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Lastschaltst., EHR,

Fortsetzung

Seite 86

76 6 2012 · UFA-REVUE


Stimmt die Protein- und

Fettqualität?

NUTZTIERE

IN DER KÄLBERMAST werden nur dann hohe Zunahmen erreicht, wenn das

eingesetzte Milchprodukt zum Vollmilchanteil und zur Tränketechnik passt. Hohe

Temperaturen stellen ans Pulver und dessen Lagerung besondere Anforderungen.

Kälber reagieren auf eine unangepasste

Ernährung empfindlich. So

begünstigt beispielsweise der Einsatz

einer falschen Ergänzungsmilch

das Risiko für Gärungsdurchfall oder

Blähungen. Verdauungsprobleme reduzieren

die Mastleistung und machen anfälliger

für weitere gesundheitliche Störungen.

Magermilch und Molke Der Einsatz

des richtigen Milchpulvers entscheidet

über die Zunahmen und Gesundheit

der Mastkälber. Zu welchem

Vollmilchanteil und Alter der Kälber sich

ein Pulver eignet, hängt vom Anteil Magermilch

und Molke ab. Magermilch

wird bei der Rahmherstellung gewonnen.

Sie enthält viel wertvolles Eiweiss,

das für junge Kälber gut verdaulich ist.

Molke entsteht bei der Quark- oder Käseproduktion.

Der Eiweissgehalt ist tiefer

als bei Magermilch. Junge Kälber

können Molkeneiweiss etwas schlechter

verwerten.

Der Einsatz des richtigen Milch -

pulvers entscheidet über die

Zunahmen und Gesundheit der

Mastkälber.

Hitzeschäden vermeiden

Mit zunehmender Temperatur steigt das

Risiko, dass sich das Verhalten

fettreicher Futter wie Kälbermilchen,

aber auch UFA top-form (DAC) oder

UFA 269 fertil plus verändert. Es kann zu

Klumpenbildung und Ausölen kommen.

Beachten Sie folgende Punkte, um

Schäden zu verhindern:

• Ablaufdatum beachten, Lagermenge

entsprechend anpassen.

• Keine Paletten stapeln.

• Futtersäcke geschützt vor Sonneneinfluss

und vor stauender Hitze (z. B.

unter Dächern oder hinter Glasfronten)

lagern.

Pflanzenprotein, Kohlehydrate

und Fett Zur Erhöhung des Proteingehalts

in Milchen, die für Rationen mit

viel Vollmilch (über 50% der TS) konzipiert

sind, kommen pflanzliche Eiweissquellen

zum Einsatz. Diese Proteine

können erst von älteren Kälbern optimal

verdaut werden. Für ein optimales

Wachstum der Kälber ist ein ausgeglichenes

Aminosäuremuster wichtig. Je

nach Anteil an Protein und Fett in der

Milch werden Glukose und Laktose als

leicht verdauliche Kohlehydrate zugefügt.

Sowohl Magermilch- als auch Molkepulver

werden aufgefettet, um den

Energiegehalt zu steigern. Entscheidend

für eine gute Verdaulichkeit des Fettes

sind das Fettsäuremuster, der Tropf-

punkt und die Teilchengrösse der Fetttröpfchen.

Damit aufgefettete Milchen

bei Hitze besser haltbar bleiben, setzt

die UFA im Sommer besonderes geeignete

Fettprodukte ein. Aber auch in der

Pulverlagerung muss einiges berücksichtigt

werden (siehe Kasten).

Mineral- und Wirkstoffe Je höher

der Vollmilchanteil in der Ration,

desto mehr Mineral- und Wirkstoffe

müssen ergänzt werden. Das geschieht

durch die Wahl der entsprechenden Ergänzungsmilch

und je nach Regime mit

zusätzlichen UFA-Spezialitäten.

Was ist anders bei Eimermilchen?

In der Tabelle sind Empfehlungen

für die Vollmilchergänzung aufgeführt.

Milchpulver, welche die UFA für

die Eimertränke empfiehlt, lösen sich

besser auf, weil sie spezifische Öle und

Emulgatoren enthalten.

In den ersten Lebenswochen

erfolgt die Verdauung beim Kalb vorwiegend

im Labmagen und Darmtrakt.

Die dort aktiven Enzyme sind auf Milcheiweiss

(Kasein, Molkenproteine) und

Milchzucker angewiesen. Praktiker machen

gute Erfahrungen, wenn sie zu Beginn

der Mast auch bei höherem Vollmilchanteil

eine Kälbermilch wie UFA

200 mit viel wertvollen Milchkomponenten

verabreichen.


Tabelle: Wahl der richtigen Ergänzungsmilch

Anteil Vollmilch

an Gesamttränke Mast am Automaten Mast am Eimer

0 – 25 % UFA 200 Universal UFA 200 Universal

25 – 50 % UFA 201 UFA 200 Universal

50 – 75 % UFA 202 UFA 203

75 – 100 % UFA 204 / UFA 213 Bio UFA 203 / UFA 213 Bio

Alfred

Erni

Stephan

Roth

Die UFA trifft

im Sommer gezielte

Massnahmen, um bei

aufgefetteten

Kälbermilchen das

Verklumpungsrisiko

zu senken.

Autoren Alfred Erni,

Leiter Kälberbereich,

UFA AG, 9501 Wil.

Stephan Roth, Ressort -

leiter Forschung und

Entwicklung, UFA AG,

3360 Herzogenbuchsee.

www.ufa.ch

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UFA-REVUE · 6 2012 77


NUTZTIERE

GENETIK

Die kleinen Feinen

EIN UMSTIEG AUF JERSEY ist eine Alternative für Milchproduktionsbetriebe,

die ab dem Herbst 2013 über zu kurze oder schmale Stallplätze verfügen und

hohe Investitionen vermeiden wollen. Zwei Züchter berichten über ihre Erfahrungen

mit diesen 125 cm-Kühen.

Jerseyrinder stammen aus Nordafrika

und wurden später auf der Insel

Jersey im Ärmelkanal gezüchtet.

Der Import in die Schweiz begann

1995. Herdebuch und lineare Beschreibung

laufen über den Braunvieh-Zuchtverband.

Mit 118 bis 128cm Widerristhöhe

sind Jersey zwar klein und leicht

Jersey-spezifische

Fütterung

Im Rahmen des UFA Herd Support

pro fitiert Patrick Unternährer-Fürst

von Dienst leistungen wie der Milch -

kontrollanalyse und Fütterungsberatung. Momentan sieht die Ration

seiner Jerseykühe wie folgt aus (Frischsubstanz pro Tier und Tag):

• Teilmischration (TMR) mit 12 kg Maissilage, 9 kg Grassilage,

8 kg Malztreber, 1.8 kg Heu/Emd, 1.2 kg Eiweisskonzentrat,

130 g Mineralstoff

• Über Abrufstation: 300 bis 500 g Ketonex, Leistungsfutter UFA 243

nach Bedarf

• Halbtagesweide

Die Massnahmen gegen Festliegen betreffen vor allem die Galtphase:

• Verzicht auf den Einsatz mineralisierter Krippenreste oder Verdünnung

mit gräserreichem Dürrfutter.

• Wirkstoffversorgung mit galtphasenspezifischen Produkten wie

Minex 971 oder der Leckschale «Cake Bloc Ferien» mit tiefen

Kalziumgehalten.

• 10 bis 14 Tage vor dem Abkalben: Verabreichung des Diätergänzungsfutters

UFA 261. UFA 261 enthält saure Salze, verfügt über ein

enges Kationen-Anionen-Verhältnis und bewährt sich für das

Kalziumtraining in der Transitphase.

• Nach dem Abkalben: Wechsel auf Startphasenfutter (UFA 163 oder

173 F) und sofort kalziumreiches Mineralsalz einsetzen

(Minex 972).

Bei den Kälbern hat die alleinige Jerseymilch-Fütterung auf dem

Betrieb Unter nährer früher zu Durchfallproblemen geführt. Heute

werden nach der Kolostralmilch total 30 kg UFA 207 plus Aufzucht-

Milchpulver mit Wasser verabreicht. Zur Milch gibt es UFA 116 sowie

Dürrfutter ad libitum und täglich etwas Teilmischration der Milchkühe.

Die Mastkälber werden aufgrund der Empfehlungen von Kälbermastspezialist

Hubert Stadelmann am Förster Automat mit 70 % Jerseymilch

sowie 30 % Wasser und UFA 202 versorgt.

Osi Arnold, Milchviehspezialist im UFA-Beratungsdienst,

6210 Sursee, 079 244 23 21

(350bis420kg), aber dank ihrer im Verhältnis

zum Gewicht hohen Laktationsleistung

von zirka 6000kg und den hohen

Milchgehalten eine prüfenswerte

Alternative für Betriebe, die per 2013

die erforderlichen Stallmasse nicht mehr

erfüllen (siehe Kasten).

Fünf Kühe in Holsteinherde Für

Véronique, Christian und Hervé Monney

hat die Jerseyzucht im Jahr 2000 begonnen.

Damals erhielt Hervé von seinen

Eltern eine Newton-Tochter als

Geburtstagsgeschenk. Seine Motivation,

Jerseys zu züchten, richtig geweckt,

hat die Kuh Brésilia im Jahr 2003, als sie

an der Swiss expo Lausanne Kategoriensiegerin

wurde. Heute nehmen fünf Jerseykühe

in der Milchviehherde des Betriebs

Monney neben den 28 Holsteinund

Red-Holstein-Kühen einen festen

Platz ein. Die Wahl der Zuchtstiere erfolgt

bei allen Rassen gleich:

1. Milchleistung und Gehalt

2. korrekte Euter und Zitzen

3. Typ mit hoher Futteraufnahme

Fast nur Grösse ist anders «Abgesehen

von der Grösse und gesundheitlichen

Aspekten gibt es keine grossen

Unterschiede zwischen den Rassen

Jersey und Holstein», stellt Hervé Monney

fest und präzisiert: «Wir haben für

Jersey seltener den Tierarzt als für Holsteinkühe,

insbesondere die Klauen sind

gesünder.»

Die Robustheit der kleinen Kühe

bestätigt auch Patrick Unternährer-

Fürst, der zusammen mit seiner Frau

Denise, Lehrling und Eltern in Cham

(ZG) einen 17ha grossen Betrieb bewirtschaftet.

Im Jahre 2000 kaufte er die

ersten drei Jerseyrinder «aus Gwunder».

Schnell habe die Faszination in Begeisterung

umgeschlagen. «Diese kleinen,

aufmerksamen Kühe zeigten einen ungeheuren

Leistungswillen», begründet

Patrick Unternährer. Heute hält er nur

noch Jersey und löse pro Liter Verkehrsmilch

dank Gehaltsbezahlung im Jahresschnitt

12Rp. mehr als vorher.

Dänische Genetik Um die Vorteile

der Rasse zu nutzen, wird Reinzucht betrieben.

Rund die Hälfte der Kühe lassen

Unternährers mit Jerseystieren decken.

Dabei kommt gesextes Sperma aus vorwiegend

dänischer Genetik zum Einsatz,

weil diese gute Milchgehalte vererbe.

Alle übrigen Belegungen inklusive Dritt-

Besamungen erfolgen mit Blaubelgier.

20 eingekreuzte Blaubelgier und etwa

15 zugekaufte Tränker werden eigens

ausgemästet.

Ausgeprägtes Brunstverhalten

«Ein aktueller Schnitt von 1.8 Besamungen

pro Trächtigkeit ist für mich zufriedenstellend,

aber durchaus noch verbesserungsfähig»,

kommentiert Patrick

Unternährer. Die Kühe würden meist

fünf bis neun Tage nach dem Kalben

wieder die erste Brunst zeigen. Das ausgeprägte

Brunstverhalten vereinfache

das Fruchtbarkeitsmanagement erheblich.

Allerdings sind Jersey nur kurz

brünstig.

Festliegen Die grösste Herausforderung

sieht Patrick Unternährer in der

Vorbeugung gegen Festliegen. Wie bei

anderen Rassen sei das Fütterungsmanagement

in der Galt- und Startphase

entscheidend. «Wir haben die beste Erfahrung

gemacht, wenn wir die Galttiere

78 6 2012 · UFA-REVUE


GENETIK

NUTZTIERE

Marcel Wismer (Lehrling auf Betrieb

Unternährer-Fürst) mit Bea, geboren

im Dezember 2007. Durchschnitt in

zwei Laktationen: 6332 kg Laktationsleistung,

4.86 % Fett, 3.72 % Eiweiss.

In der 3. Laktation wird mit 7000 kg

Milch gerechnet.

Deborah von Patrick Unternährer-

Fürst, geboren im Februar 2009.

Durchschnitt in 1. Laktation: 5181 kg

Milch, 6.08 % Fett, 3.73 % Eiweiss.

2. Laktation (2. Wägung):

26 kg Tagesmilch, 6.53 % Fett, 3.71 %

Eiweiss.

In der Rinderkategorie holten

Monneys an der Swiss expo 2005,

2011 und 2012 den Championne-Titel.

Hinzu kommen Reservetitel (2006,

2007) sowie zwei «Mention hono -

rable» (2008, 2009, 2010). Auch an

der Olma 2011 gab es Erfolge.

nicht zu stark anfüttern. Wohl werden

sie vor dem Kalben an die Leistungsration

gewöhnt, aber verdünnt mit Ökoheu

oder Stroh. Abkalbungen in fast leere

Euter sind bei uns keine Seltenheit.

Die Kolostralmilch ist wertvoller für’s

Kalb und die Gefahr des Festliegens viel

kleiner», erklärt Patrick Unternährer. Als

wichtig erachtet er eine ausgeglichene,

wiederkäuergerechte Teilmischration

(siehe Kasten). Das tägliche Weiden sei

auf seinem Betrieb selbstverständlich,

aber aus Gründen der verfügbaren Fläche

etwas eingeschränkt.

Spitzenleistungen bis 8500 kg

Jerseykühe unterscheiden sich von «herkömmlichen»

Rassen im Fressverhalten.

Patrick Unternährer beobachtet: «Sie

stehen viel häufiger auf, um zu fressen,

wohl weil sie kleinere Mengen zu sich

nehmen.» Vor drei Jahren habe er mit

seiner Familie deshalb entschieden, den

Stallmasse für Jersey

bestehenden Anbindestall kostengünstig

in einen Laufstall umzubauen. Die

Widerristhöhe von maximal 1.30m erlaube

eine etwas kompaktere Bauweise.

«Wir konnten dank diesen Massen und

gutem nachbarschaftlichem Verhältnis

die Tierzahl von 23 Braunen auf 36 Jersey

erhöhen», so Patrick Unternährer.

Die Tiere hätten es gedankt mit massiv

verbesserter Leistung. Heute würden

Spitzenleistungen bis 8500kg pro Laktation

erreicht. Total werden pro Jahr

180000kg Verkehrsmilch mit 5.7% Fett

und 4.2% Eiweiss produziert.

Im Schweizer Schnitt liegen die Jersey-Milchgehalte

bei 5.4% Fett und

3.9% Eiweiss. Das Eiweiss in Jerseymilch

verfügt über viel wertvolles Kappa

Kasein BB und AB.

Aufzucht umgestellt In der

Schweiz ist das Angebot an Jerseykühen

knapp, weshalb es sich lohnen kann, das

Für Kühe, die eine Widerristhöhe von 120 bis 130 cm haben, gelten im Stallbau

folgende Mindestmasse:

Anbindestall

• Standplatz: 100 cm breit, 165 cm lang (Kurzstand) beziehungsweise 180 cm lang

(Mittellangstand)

Laufstall

• Fressplatz: 65 cm breit, 290 cm tief (inklusive Laufgang)

• Laufgang hinter Boxen: 220 cm

• Liegeboxen: 110 cm breit, 230 cm lang (wandständig), 200 cm lang (gegenständig).

Wirtschaftlichkeit will berechnet sein

Ob sich per 2013 eine Umstellung auf Jersey lohnt, hängt unter anderem ab

• von den eingesparten Investitionskosten für einen Stallumbau,

• vom Kauf- beziehungsweise Verkaufpreis für die Herde,

• von der produzierbaren Milchmenge und dem Preis für die gehaltsreichere Milch,

• vom «überschüssigen» Grundfutter.

Nicht immer ist die Wirtschaftlichkeit gegeben, wie eine Projektarbeit an der ETH zeigt.

eine oder andere Tier zu viel aufzuziehen

und später zu verkaufen. Bei Unternährers

beläuft sich die Zahl der Nachzuchttiere

auf 20 Stück. Jährlinge und

ältere Rinder werden im Sommer auf einen

anderen Betrieb verstellt. «Bedingt

durch das tiefe Erstkalbealter von 19 bis

24 Monaten haben wir die Aufzucht radikal

verändert. Heute ernähren wir die

Kälber während drei Monaten mit zirka

30kg Milchpulver und Wasser. Wir füttern

Aufzuchtfutter und Heu ad-libitum,

bis zum sechsten Lebensmonat ohne

und danach mit Silage», fasst Patrick Unternährer

zusammen.

Schlachtqualität in Kälbermast

Mit reinen, männlichen Jersey-Mastkälbern

lässt sich laut Patrick Unternährer

nach fünf bis sechs Monaten eine Taxierung

von T3 erreichen, «aber für den

Tränker gibt es 0Fr. Erlös». Dank der

Einkreuzung mit Blaubelgiern rentiere

die Mast wesentlich besser. Es resultieren

mehrheitlich C3- und H3-Kälber, die

in einem Alter von fünfeinhalb Monaten

mit 115 bis 125kg in den QM-Kanal

geliefert werden können. Jerseytiere

produzieren feinfaseriges Fleisch mit

hohem Anteil wertvoller Stücke.

Fazit Im Vergleich zu den drei

Hauptrassen beim Schweizer Milchvieh

haben Jerseykühe folgende Vorteile:

• hohe Milchgehalte

• klein, leicht (Stallbau, Weide)

• ausgeprägtes Brunstverhalten

• Klauengesundheit

• feinfasriges Fleisch

Zu den Nachteilen gehören:

• Laktationsleistung

• geringe Fleischigkeit

• knappes Zuchttierangebot

Patrick Unternährer-

Fürst, Cham (ZG), ist

von der Jerseyrasse

fasziniert. Neben der

Milchproduktion

betreibt er intensiven

Obstbau (1.3 ha)

mit Direktverkauf

und hält acht

Pensionspferde und

ein eigenes Pferd.

Autor Matthias Roggli,

UFA-Revue,

3360 Herzogenbuchsee.

Schweizerischer

Jerseyzuchtverein:

www.jersey.ch

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UFA-REVUE · 6 2012 79


NUTZTIERE

STALLBAU & -TECHNIK

Milchfluss verändert sich nachteilig

ZITZENGUMMI MIT DREIECKIGEM SCHAFT wecken zunehmend Interesse, weil

sie – so die Annahme - Hyperkeratosen vermindern helfen. Da es bisher kaum Studien

zu den Auswirkungen auf den Milchentzug gibt, wurden Zitzengummis mit rundem und

dreieckigem Schaft in Deutschland verglichen.

Angelika

Haeussermann

Die Art und Intensität der Massagewirkung

auf die Zitze während des

maschinellen Milchentzugs wird

von der Zitzengrösse, den Materialeigenschaften

des Zitzengummis, dessen

Bewegungsverhalten, den Pulsationsverhältnissen

und der Vakuumhöhe

beeinflusst. Nur wenn das Zusammenspiel

all dieser Faktoren funktioniert,

wird die natürliche Abwehrfunktion der

Zitze unterstützt und eine optimale

Milchflussrate und ein optimaler Ausmelkgrad

erzielt.

Mit dreieckigen Zitzengummis wird das Ziel verfolgt, den

Schliessmuskel zu schonen.

Grafik: Unterschiede im Milchfluss

0.4

runde Zitzengummis

dreieckige Zitzengummis

0.3

L = Länge

Veränderung Milchfluss (kg/min)

0.2

0.1

0.0

–0.1

0.2

Veränderte Druckwirkung Mehr -

ebenen-Zitzengummis mit dreieckig

oder viereckig geformtem Schaft werden

in erster Linie eingesetzt, um Hyperkeratosen

an der Zitzenspitze zu verringern.

Neben dem Melkvorgang

können auch Dippmittel oder witterungsbedingte

Einflüsse die Hyperkeratosen

verstärken. Mehrere Untersuchungen

zeigen, dass Hyperkeratosen

durch den Einsatz von Mehrebenen-Zitzengummis

verringert werden können.

Ø > 26 mm Ø ≤ 26 mm Ø ≤ 26 mm Ø ≤ 26 mm Ø > 26 mm

L ≤ 50 mm L < 50 mm L = 50 mm L > 50 mm L > 50 mm

Zitzenkategorie

Quelle: Häussermann

Ursache hierfür ist die veränderte

Druckwirkung auf die Zitze während der

Entlastungsphase. Ein zu niedriger Massagedruck

verursacht demgegenüber

Kongestionen und Ödeme an der Zitzenkuppe.

In Halbeuterversuchen der Arbeitsgruppe

Melken und Melktechnik

der Wissenschaftlichen Gesellschaft der

Milcherzeugerberater (WGM) wirkte

sich der dreieckig geformte Zitzengummi

sowohl auf die Milchmenge als auch

den Milchfluss aus:

• In Betrieb A (60 Fleckvieh Kühe) wurde

die relative Milchmenge der hinteren

Viertel sowohl im Zeitraum, in

dem der dreieckige Schaft eingesetzt

wurde, als auch im nachfolgenden

Zeitraum signifikant verringert.

• In Betrieb B (52 Deutsch Holstein Kühe)

war ein negativer Einfluss auf die

relative Höhe (Vierteldifferenz) des

mittleren und des höchsten Milchflusses

erkennbar, der für die vorderen

Viertel signifikant war. Sowohl die

relative Milchmenge als auch die relative

Höhe des mittleren und höchsten

Milchflusses veränderten sich mit

dem Rückwechsel zum runden Zitzengummi

wieder positiv.

• Zitzen mit einer Länge unter 5cm reagierten

tendenziell deutlicher mit einem

Rückgang der Milchmenge

und/oder des Milchflusses als längere

Zitzen. Dies galt vermehrt für Zitzen

mit einem Durchmesser von mehr als

26 mm.

Fazit In beiden untersuchten Betrieben

veränderte sich der mittlere Milchfluss

im Testzeitraum mit dreieckigem

Schaft nachteilig. Die Veränderung der

Milchmenge und des -flusses wurde unter

anderem auch von der Zitzenmorphologie,

insbesondere der Länge und

dem Durchmesser, beeinflusst.

Autorin Angelika Haeussermann,

Institut für Landwirtschaftliche

Verfahrenstechnik, Christian-Albrechts-

Universität, 24098 Kiel, Deutschland, in

Zusammenarbeit mit Hans-Jürgen

Rudovsky (Leipzig) und Günter Schlaiss,

(DeLaval, Glinde)

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80 6 2012 · UFA-REVUE


Hitzestress kostet Leistung

NUTZTIERE

DER RÜCKBLICK auf die letzten Jahre zeigt, dass längere Perioden mit hohen

Temperaturen im Sommer verstärkt auftreten. Insbesondere bei Hochleistungskühen

führt Hitzestress zu einer starken körperlichen Belastung, die sich nicht nur negativ

auf die Futteraufnahme, sondern auch auf die Eutergesundheit und Fruchtbarkeit

auswirken kann.

Der optimale Temperaturbereich

für Rinder liegt zwischen 4 und

17 o C. Hitzestress beginnt für laktierende

Kühe bereits ab etwa

24°C und einer relativen Luftfeuchte

von 70%. Tiere mit schwarzem Fell sind

stärker gefährdet, da Schwarz mehr

Wärme absorbiert und die Oberflächentemperatur

auf der Haut dann um gut 5

bis 6°C höher liegt.

Checkliste bei über 24°C

• Lüftung: Installation von Ventilatoren,

auch in den Vor wartehöfen und

Melkständen. Eventuell Sprinkleranlagen

(je 15-Minuten-Zyklus für etwa

3 bis 4 Minuten laufen lassen).

• Wasser: Hochleistungstiere saufen pro

Tag durchaus 120 bis 150 l und mehr.

• Fütterung: Grundfutteraufnahme hoch

halten. Einsatz von Spezialprodukten

(geschützte Futterfette, Lebendhefen).

Mineralfuttermenge um etwa 20 %

erhöhen, zusätzlich 30 g Viehsalz pro

Kuh und Tag.

• Silage: Zur Konservierung von Misch -

rationen bei Bedarf organische Säuren

einsetzen. Im Fahrsilo einen Vorschub

von mindestens 2 m pro Woche

gewährleisten.

weise ist dies eine «Vermeidungsreaktion»

der Tiere, da die Verdauung rohfaserreicher

Futterkomponenten zu einer

starken Wärmeproduktion führt.

Milchgehalt nimmt ab Das angebotene

Kraftfutter wird in der Regel

noch gefressen. Damit geht die Strukturwirksamkeit

der Ration zurück. Als

Folge wird weniger wiedergekaut und

weniger Speichel produziert. Der pH-

Wert im Pansen fällt. Erkennbar wird

dies meist an einem deutlichen Absinken

des Milchfettgehaltes. Da sich

durch die verminderte Futteraufnahme

gleichzeitig die Energieversorgung der

Kühe verschlechtert, kann nachfolgend

auch der Eiweissgehalt sinken.

Fett, Lebendhefe und Mineralstoff

Um die Energieversorgung in

Hitzeperioden zu stabilisieren, kann die

Zulage von pansengeschützten Fetten

sinnvoll sein. Mit Lebendhefen lässt sich

die Verdaulichkeit der Ration verbessern

und damit die Futteraufnahme wieder

erhöhen.

Da Kühe bei heissen Temperaturen

mehr Wasser abgeben, kommt es zu einem

verstärkten Mineralstoff- und Salzverlust,

den es zu kompensieren gilt.

Mischration konservieren Nacherwärmungen

im Silostock können Hefen

und Schimmelpilze fördern. Das

wirkt sich schnell nachteilig auf die

Eutergesundheit aus. Wird das Futter

nach der Vorlage warm, fressen die Kühe

weniger. Daher sollte die Ration in

Hitzeperioden immer zwei Mal pro Tag

frisch vorgelegt werden. Hilfreich kann

auch der Einsatz von organischen Säuren

zur Konservierung von Mischrationen

sein. Zu empfehlen ist weiterhin, einen

Grossteil der Futterration bei

warmer Witterung erst in den kühleren

Abendstunden frisch vorzulegen.

Ventilatoren und Sprinkler Um

eine bessere Wärmeabgabe zu ermöglichen,

ist eine Luftwechselrate von mindestens

60 Mal pro Stunde erforderlich.

Tore und Fenster sind zu öffnen. Ventilatoren

saugen Frischluft von aussen an

und blasen feuchtwarme Luft hinaus.

Neben dem Fress- und Liegebereich

sollten Ventilatoren auch in den Vorwartehöfen

und Melkständen eingerichtet

werden, nicht zuletzt, um lästige

Fliegen zu vertreiben.

Beim Einsatz von Sprinkleranlagen

werden die Tiere mit einem feinen Wassernebel

besprüht. Durch die Verdunstung

des Wassers entsteht ein Kühleffekt.

Eine «Dauerberegnung» ist wegen

der Gefahr von Erkältungskrankheiten in

jedem Fall zu vermeiden.

Jakob

Groenewold

In Reihe installierte

Ventilatoren befördern

die feuchte, warme

Luft wie eine Luftwalze

aus dem Stall.

Rohfaser erhöht Körperwärme

Sehr warme Sommermonate führen zu

vermehrten Mastitisproblemen mit

erhöhten Zellgehalten. Nicht selten

kommt es zu einer verminderten Fruchtbarkeit.

Als eine Ursache wird die Erhöhung

der Körpertemperatur auf 39 bis

40°C angesehen.

Je nach Temperaturhöhe sinkt die

Futteraufnahme um 10 bis über 20%,

was die Milchmenge bei länger dauernder

Hitzebelastung deutlich reduziert.

Auffällig ist, dass vor allem die Grundfutteraufnahme

zurückgeht. Möglicher-

Autor Dr. Jakob

Groenewold,

Landwirtschaftskammer

Niedersachsen,

26121 Oldenburg.

www.lwkniedersachsen.de

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UFA-REVUE · 6 2012 81


NUTZTIERE

«Futterkosten und Arbeitsaufwand

sind gesunken»

MIT DEM EINSATZ VON RAUFUTTER-WÜRFELN gehen mehrere Vorteile

einher. Auf dem Betrieb von Daniel und Jean-Luc Besson spielen der Arbeitsaufwand

und die Preiswürdigkeit von UFA-Speciflor und -Fibralor die wichtigste Rolle.

Hansueli

Rüegsegger

Michel

Dromard

Familie Besson

bewirtschaftet in

Bofflens einen

Milchwirtschaftsbetrieb

mit 31.1 ha,

34 Kühen

und 40 Rindern.

«Früher haben wir Futterrüben eingesetzt;

doch der Arbeitsaufwand

und damit auch die Kosten waren

hoch», erinnern sich Daniel und

Jean-Luc Besson, Bofflens (VD). Zudem

stelle die frostsichere Lagerung der Rüben

hohe Anforderungen. Wegen dem

hohen Wassergehalt dieser Ackerfrüchte

wird viel Platz benötigt.

Vergleich aller wichtigen Stoffe

Aus diesen Gründen hat sich der Betrieb

Besson, welcher als Generationengemeinschaft

organisiert ist, für eine Umstellung

auf die Raufutter-Würfel UFA

250 Speciflor entschieden. «Die Futterkosten

und der Arbeitsaufwand sind dadurch

gesunken», bilanzieren Vater und

Sohn. Ein sparsamer Umgang mit der

Zeit hat auf dem Betrieb Besson besondere

Priorität, weil Jean-Luc noch auswärts

arbeitet. Um die Preiswürdigkeit

von Mischfutter zu vergleichen, müssen

alle relevanten Inhaltsstoffe inklusive

Mineralisierung berücksichtigt werden.

Rezepte angepasst

Bei UFA 250 Speciflor wurde der NDF-Anteil durch die Zugabe zu sätzlicher Zuckerrüben-Trockenschnitzel

er höht. Die neue Re zep tur verfügt über deutlich mehr verdau liche

Zell wände, was sich positiv auf die Pan senmotorik aus wirkt. Speciflor wird zu fase ri gem

Futter (älteres Heu oder Gras, strukturierte Silage) mit geringer Ver daulichkeit einge -

setzt. Gehalt pro Kilo gramm Trockensubstanz: 6.5 MJ NEL, 97 g APDE, 91 g APDN.

UFA 256 Fibralor verfügt neu über mehr Faseranteile bei gleich bleibenden Gehalten.

Mit dem Ein satz von Fibralor kann die Passagerate der Ge samt ration gebremst werden.

Idealer weise wird Fibralor zu Weide gras oder strukturarmem Futter eingesetzt. Gehalt

pro Kilogramm Trockensubstanz: 5.7 MJ NEL, 85 g APDE, 80 g APDN.

Passagerate bremsen Fibralor

wird vor allem im Frühling zu junger

Weide eingesetzt. «In dieser Zeit geht es

uns darum, die Passagerate im Pansen

zu bremsen», begründen Daniel und

Jean-Luc Besson. Mit 2 bis 3kg Fibralor

pro Kuh und Tag werde dieses Ziel erreicht.

Aufschlüsselung der Fasern In

den Genuss von Speciflor kommt die

Milchviehherde vor allem im Winter.

«Da wir das Dürrfutter in Rundballen

konservieren, ist es oft etwas älter und

faserreich. Mit dem Einsatz von Speciflor

können die Fasern aufgeschlossen

werden. So erhöht sich die Verdaulichkeit

der Gesamtration – ein grosser Vorteil

von Speciflor», erklären die innovativen

Milchproduzenten.

Im Herbst wird jeweils ein ganzer Camion

(22t) mit Fibralor und Speciflor

eingekauft. Daniel und Jean-Luc: «Mit

den entsprechenden Mengenrabatten

erreichen wir sehr interessante Futterpreise.»