SPORTaktiv April 2019

Sportaktiv.Magazin

APRIL/MAI 2019

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EDITORIAL

KLAUS MOLIDOR

SPORTaktiv-Chefredakteur

klaus.molidor@styria.com

Coverfoto: SPORT 2000/Christian Hemmelmeir; Foto: Thomas Polzer

WACH AUF,

GESELLSCHAFT

Irgendwie sind wir es ja schon fast gewohnt. Ein Dopingskandal bei

einem Großereignis fliegt auf und im Zentrum des Geschehens: österreichische

Sportler. Turin, Sotschi, Seefeld. In 17 Jahren nichts gelernt

könnte man in einer ersten Reaktion sagen. Dabei: So falsch Doping und

so notwendig das Durchgreifen ist – vor allem wegen der Signalwirkung

auf kommende Generationen – wir bekämpfen noch immer nur die

Auswüchse und nicht die Wurzeln. Denn woher kommt denn der Antrieb

zum Betrug, zum Besser-sein-wollen als der andere um jeden Preis?

Aus der Leistungsgesellschaft. Immer mehr und mehr Leistung, Schwächephasen

werden nicht toleriert, sonst steht schon der Nächste in der

Warteschlange um deinen Platz im Team oder um deinen Job. Jeder ist ersetzbar,

wird allenthalben mehr oder weniger subtil suggeriert. Der Sport

ist ein Spiegelbild der Gesellschaft und diese Gesellschaft hat den Kontakt

zur Natur, die Erdung verloren. Vom natürlichen Rhythmus sind wir weit

entfernt. Auf Belastung folgt Entlastung, schau nach bei den Jahreszeiten.

Tun wir aber nicht. Obst und Gemüse, das bei uns in der „falschen“ Jahreszeit

wächst, wird halt importiert. Zeit haben wir nicht, Zeit nehmen

wir uns nicht mehr. Alles muss immer verfügbar sein.

Gerade mit unserem Cover wollen wir aber zum Umdenken anregen.

„Wohnzimmer mit Weitblick“ heißt es da. Soll heißen: Wir sind draußen

zu Hause, in der Natur. Daher kommt der Mensch. Gerade jetzt, wo die

Bergsaison beginnt, sollten wir einen Schritt hinaus machen. Ins Freie und

raus aus dem Alltag. Von oben auf das Ganze schauen. Mit unseren Geschichten

wollen wir aufklären und Mut machen zu mehr Bewegung, zu

mehr Respekt, zum Hören auf den eigenen Körper. Beim Sport spüren wir

den Körper und was gut für ihn ist. Vielleicht lernen wir als Gesellschaft

etwas aus dem Dopingskandal und überdenken das „Mehr, mehr, mehr“.

Auch wenn wir damit vielleicht nicht die Welt retten – es geht darum, was

schon Wilfried im „Ikarus“ besungen hat: „Nicht das Gelingen, nur der

Versuch zählt am Schluss.“

Bleibt fit,

Euer Klaus

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INHALT

TOP-STORY

FIT

14 PLÄDOYER FÜR DIE SCHNEEBALLSCHLACHT

Bewegungskoordinator Gernot Schweizer im Interview

20 AUF EINEN SPRUNG

Der „Trampolin-Effekt“ als optimaler Fitmacher

26 DER SPORT BRAUCHT SPIELPLÄTZE

Roland Werthner hat 500 Sportgeräte erfunden

32 HEAVY METAL

Warum Eisen so wichtig für die Leistungsfähigkeit ist

42 AUSPROBIERT

Rollenflitzer, Klimaschützer, Sitzballsitzer

RUN

46 AUF DIE GRÖSSE KOMMT ES AN

Warum kleine Läufer im Marathon einen Vorteil haben

52 WOHIN LÄUFT‘S?

Spannender Blick in die Zukunft der Laufschuhentwicklung

58 GEMISCHTES DOPPEL

Leserin Grazyna Brandstätter auf dem Weg zu 2 Marathons

66 AUSPROBIERT

Diesmal: Ärmlinge, ein Sport-BH und Laufschuh mit Chip

BIKE

72 WAHNSINN IM WOHNZIMMER

Über einen Winter mit virtuellem Walzentraining am Rennrad

78 RADLN FÜR RESPEKT

Vier Grazer starten eine Initiative für mehr Respekt auf der Straße

82 AUF ANS LIMIT

So trainiert unser Autor die mentale Stärke für den Ironman

OUTDOOR

94 ZWEI WOCHEN WIE IM FLUG

Quer durch Österreich – zu Fuß und mit Gleitschirm

98 VORGLÜHEN FÜR MEHR BERGLUST

So bereitest du dich richtig auf den Bergsommer vor

112 EINMAL QUER DRÜBER

Unterwegs auf der Alta Via in den Dolomiten

120 RADL ZUR SKITOUR

Die neue E-Bike und Skitouren-Kombination

126 AUSPROBIERT

Im Test: Bergschuh, Fotorucksack, Klettersteigset

PRO

20

142 „HAB FÜNFMAL DIE KARRIERE BEENDET“

Radprofi Bernhard Eisel im großen SPORTaktiv-Interview

146 WARUM DOPING?

Spurensuche nach Motiven für illegale Leistungssteigerung

154 WIR GEGEN DIE STARS

Markus Geisler im Tischtennis-Duell gegen Daniel Habesohn

158 HIER SCHREIBEN DIE SPORTLER

Warum Speed-Spezialist Vincent Kriechmayr nie zufrieden ist

Fotos: Flip Lab Vienna, Michael Appel/Kinderhotel Appelhof

120


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die Temperatur regulieren lässt und dass die Taschen

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14. 5. 2019 Di. 18 Uhr; WIFI Süd

Diplom-Ausbildungen

Gesundheit und Sport

28. 5. 2019, Di. 18 bis 20 Uhr; WIFI Süd

Mentales Training

12. 6. 2019, Mi. 18 bis 20 Uhr; WIFI Süd

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NATIONALPARK

HOHE TAUERN CAMP

19.–22. SEPTEMBER

in Tristach bei Lienz in Osttirol.

Mehr dazu: Seite 104/105

KLETTERSTEIG-

SCHNUPPERCAMP

9.–11. AUGUST

in Göstling an der Ybbs im Mostviertel.

Mehr dazu: Seite 118/119

TRAILRUNNING-CAMP

17.–19. MAI

im Hotel Krallerhof in Leogang.

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E-MTB-WOMEN-CAMP

23.–26. MAI

im Narzissenhotel in Bad Aussee.

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LADIES-MTB-CAMP

7.–10. JUNI

im Hotel Arlbergerhof Vital am Weissensee,

Kärnten. Mehr dazu: www.sportaktiv.com

E-MTB-WOMEN-CAMP

20.–23. JUNI

im Hotel Schwarzer Adler in St. Anton.

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8 SPORTaktiv


DANS SPRUNG

INS KALTE

WASSER

Als Filmevent für alle, die das

Meer lieben, versteht sich die

„International Ocean Filmtour“.

Volume 6 wird mit sechs Kurzfilmen

in diesem Frühling in 14

Ländern weltweit gezeigt und

macht bis 10. April an täglich

wechselnden Orten in Österreich

Station. Wer die Schönheit

und Faszination der Ozeane auf

der großen Leinwand bewundern

will, ist hier genau richtig

– und natürlich kommen die

sportlichen Abenteuer der Protagonisten

nicht zu kurz.

Ein Highlight des Programms

ist der Film „Surfer Dan“: Der

zeigt den US-Wellenreiter Dan

Schetter am Surfboard zwischen

Eisschollen. „Im Wintersturm

sind die Wellen auf dem Lake

Superior am besten“, findet

Dan. Auch die anderen Filme

versprechen große Bilder und

coolen Sport. Genaue Termine:

www.oceanfilmtour.com

INTERNATIONAL OCEAN FILM TOUR

Foto: wisthaler.com

SPORTaktiv

9


RADFAHREN,

SANFT UND

WILD

Klagenfurt liegt am Wörthersee,

das Panorama bilden die schroffen

Karawanken. Für Radfahrer

ergeben sich rund um die Kärntner

Landeshauptstadt ideale Bedingungen

für jeden Anspruch.

Es gibt sanft kupiertes Gelände

genauso wie knackige Anstiege.

Man rollt durch die Natur und

genießt vielerorts herrliche Ausblicke

– wie auf dem Bild vom

Magdalensberg aus.

Die mediterrane Klagenfurter

Innenstadt steht außerdem im

Kontrast zur südalpinen Landschaft.

Genau solche reizvollen

Gegensätze zeichnen Klagenfurt

am Wörthersee für genussvolle

Rennradtage aus. Mehr Rad-

Urlaubtipps zu Klagenfurt:

www.visitklagenfurt.at

Foto: Tourismus Region Klagenfurt/Franz Gerdl

12 SPORTaktiv


SPORTaktiv

13


28. APRIL

RADMARATHON-AUFTAKT

Zum 28. Mal findet der Neusiedler-

See-Radmarathon mit Start und

Ziel in Mörbisch statt. Das Rennen

mit einer Gesamtlänge von 125

flachen, aber meist windigen Kilometern

ist auch der Auftakt in die

Saison der Radmarathons.

www.neusiedlerseeradmarathon.com

27. APRIL

FROHNLEITEN LÄUFT

Zum 17. Mal steigt der Stadtlauf

in Frohnleiten (St) über Distanzen

von 5 und 10 Kilometer sowie

einem 7,3 Kilometer langen

Nordic-Walking-Bewerb.

www.frohnleiten.or.at/stadtlauf

TOP

EVENTS

APRIL | MAI | JUNI

13. APRIL

OSTEREIERSUCHE

Im Motorikpark St. Corona

am Wechsel steigt die große

Ostereiersuche. Jedes der 300

auf dem Areal versteckten

Eier hält eine Überraschung

bereit. Der Hauptpreis ist ein

woom-Kinderfahrrad.

www.familienarena.at

24. BIS 26. MAI

SCHLAG DEN WASI

Ski-Doppelolympiasieger und

E-Bike-Experte Markus Wasmeier

stellt sich auf den E-Bike-Days

im Olympiapark München der

Haibike Challenge „Schlag den

Wasi“. Dazu werden 150 Aussteller

die Neuheiten auf dem

E-Bike-Sektor vorstellen.

www.ebikedays.de

31. MAI BIS 2. JUNI

HOCHKÖNIGMAN

Trailrunning vom Feinsten verspricht

der 5. Hochkönigman

wieder mit Speedtrail (24 km, 1500

hm), Marathontrail (47 km 2900

hm) und dem Endurance Trail (88

km 5270 hm). Dazu gibt es ein

Skyrace über 31 km ins Steinerne

Meer und mehr als 2900 hm.

www.hochkoenigman.run/de

12 SPORTaktiv


19. BIS 22. JUNI

GLOCKNERMAN ALS WM

Die Extremradveranstaltung

von Graz auf den Großglockner

und wieder retour gibt es

auch den drei Strecken Ultra,

Classic und Sprint – und sie

ist zugleich die WM im Ultraradmarathon.

www.glocknerman.at

Fotos: Lucas Pripfl, Frohnleiten Stadtlauf, Glocknerman, www.fueloep.com, Norbert Wilhelmi, Wüstenlauf, Wolfgang Watzke, Veranstalter

2. JUNI

AUF DAS FUSCHERTÖRL

Amateure, Profis, Hobbysportler

– alle können am „Glocknerkönig“,

dem Radevent für

jedermann, teilnehmen. Von

Bruck geht es über die autofreie

Hochalpenstraße bis aufs Fuschertörl

auf 2445 m Seehöhe.

www.grossglockner.at

29. JUNI

RÜCKKEHR DES KLASSIKERS

Der Name ist beim Wüstenlauf in

Bad Radkersburg (St) Programm,

wenn bei Hitze durch Maisfelder

gelaufen wird. Neben 7-, 14- und

21-km-Strecken gibt es auch

Kids- bzw. Bambini-Sprint und

einen Nordic-Walking-Bewerb.

www.wuestenlauf.at

4. JUNI

BUSINESSLAUF AM RING

1. JUNI

LUXEMBURG-MARATHON

42 Kilometer durch die Nacht –

das erwartet die Teilnehmer beim

Marathon in Luxemburg, denn

der Start erfolgt erst um 19 Uhr.

Dann geht es durch Parks und

enge Gassen und über Plätze –

einer der stimmungsvollsten

Marathons Europas.

www.ing-night-marathon.lu

Laufen dort, wo die Formel

1 fährt. Das verspricht der 9.

Sparkassen-Businesslauf auf

dem Red-Bull-Ring in Spielberg.Nach

dem Bewerb gibt es

die „After Run Pit Party“.

www.businesslauf.run

SPORTaktiv

13


Gernot

Schweizer

mit seinem

wohl berühmtesten

Kunden:

Weltcup-Dominator

Marcel

Hirscher.

Fotos: GEPA pictures, Gernot Schweizer, Klaus Molidor

14 SPORTaktiv


PLÄDOYER

FÜR DIE

SCHNEEBALL-

SCHLACHT

GERNOT SCHWEIZER IST

FITNESS-COACH VON MARCEL

HIRSCHER UND TREIBT ALS

BEWEGUNGSKOORDINATOR DIE

KAMPAGNE „MACH DEN ERSTEN

SCHRITT“ AN. WO DER PASSIO-

NIERTE BEWEGER DEN HEBEL

ANSETZEN WILL, DAMIT AUS

DEM ERSTEN VIELE SCHRITTE

WERDEN, WO WIR ALS

GESELLSCHAFT DEFIZITE HABEN

UND WAS DER SCHNEEBALL

DAMIT ZU TUN HAT.

VON KLAUS MOLIDOR

Sie haben gesagt, Sie erkennen

bei Ihren Klienten, wenn

sie den Raum betreten, wo

sie ihre Probleme haben. Woran

krankt es denn bei mir?

Zu wenig Rumpf. Die linke Schulter

ist verspannter als die rechte, dafür

ist die rechte weiter hinaufgezogen.

Sie haben einen Flachrücken in

der Brustwirbelsäule und zu wenig

Nackenmuskulatur.

Na bravo.

Keine Sorge. Ist alles nicht schlimm.

Aber es ist die Folge einer sitzenden

Tätigkeit. Zu wenig Ausgleich, zu

wenig Schulterblattmuskulatur.

Damit sich das ändert, treten Sie

als Bewegungskoordinator an.

Wie machen wir denn den ersten

Schritt?

Wir bauen diese Website auf, mit

100 einfachen Übungen, die man

sich anschauen und runterladen

kann. Damit der Mensch wieder

lernt sich selber zu spüren. Wo

steht mein Gelenk, wo steht meine

Wirbelsäule, wie ist meine richtige

Haltung bei einer Übung? Wo sind

meine Kniegelenkswinkel bei einem

Squat? Denn falsch gemacht ist der

Squat ein schlechter Squat. Dafür

eignet sich ein Video perfekt. Mit

geschlossenen Augen auf einem

Bein stehen, auf einem flexiblen

Untergrund, das ist schwer. Aber in

drei, vier Wochen kannst du dich da

unglaublich verbessern. Bloß bleiben

die Leute meistens nicht dran.

Eben. Erster Schritt gut und schön.

Es gibt medialen Rückenwind,

man kennt Sie, auch als Trainer

von Marcel Hirscher. Aber wie

bleib ich dran?

Wir sind dabei, mit der Sportstrategie

Austria bundesweit die Vereine

zu erreichen. Die Menschen sollen

in den Verein gehen können und

dort wirklich den ersten Schritt im

Verein machen. Wir rechnen damit,

dass von den 6000 Vereinen 1000

regional mitmachen werden. Die

Leute sollen unter Anleitung guter

Instruktoren beginnen, ohne beitreten

oder einen Mitgliedsbeitrag

zahlen zu müssen.

SPORTaktiv

15


GERNOT

SCHWEIZER

ist Fitnesstrainer und Bewegungskoordinator

der Bundesregierung.

Der gebürtige Deutsche

trainiert unter anderen mit

Ski-Weltcup-Seriensieger

Marcel Hirscher

www.teamschweizer.at

Sollte man die Bewegung nicht

in den Arbeitsalltag integrieren

und statt einer Mittags- eine

Sportpause machen?

Ich hab das vor Jahren in Deutschland

mit großen Firmen gemacht.

Dieses asiatische Denken, Tai Qi

in der Pause machen, das kommt

in Europa nicht gut an. Weil wir

eine Neid- und Eifersuchtsgesellschaft

sind. Wenn du mit Kollegen

Sport machst und besser bist, hat

der andere vielleicht schon die

Vermutung, dass das vom Unternehmen

genutzt wird, um ein

Ranking zu erstellen. Davor haben

viele Menschen Angst. Viele sagen

auch: Jetzt arbeite ich mit meinen

Kollegen eh schon acht Stunden,

da muss ich sie nicht beim Sport

auch noch sehen.

Was halten Sie von Belohnungen,

wenn man mit dem Rad oder

zu Fuß in die Arbeit kommt?

Ich finde das teilweise traurig.

Ein Mensch sollte sich mit seiner

eigenen Bewegung selbst belohnen.

Aber rein auf der ökologischen

und gesundheitlichen Seite finde

ich, das ist eine saugeile Sache.

Diese Ideen haben wir auch schon

im ersten Schritt, dass wir sagen:

Unternehmer, finanziert euren

Leuten so was. Oder Supermarktketten:

Wer nicht mit dem Auto

kommt, kriegt 2 oder 5 Prozent

auf den Einkauf. Das ist nicht

leicht zu kontrollieren. Aber die

paar, die das ausnutzen und das

Auto um die Ecke parken, die

sollen den Bonus auch kriegen und

daheim beim Essen ein schlechtes

Gewissen haben.

Laufen boomt ja. Ist das der perfekte

Einstieg?

Es ist das Einfachste, weil man es

überall machen kann. Für viele ist

das aber das einzige Ventil zum

Abschalten und sie werden süchtig.

Vergessen dabei aber, dass laufen

gelernt sein will. Da sind wir wieder

beim Thema Rumpfstabilität.

Da muss man aufpassen, dass die

Dosierungen, die Verhältnisse vom

Lauftraining im Verhältnis zur

Leistungsfähigkeit des gesamten

Körpersystems ausgewogen sind.

Die Einseitigkeit ist das Problem.

Der Rumpf und die Systeme

müssen intelligent an die Sportart

angepasst werden. Einfach nur zu

laufen, ist zu wenig. Das gilt für

alle Sportarten.

Da kommt uns wieder die Leistungsgesellschaft

in die Quere,

die sagt: Du musst besser sein

als der andere

Absolut. Es geht nur mehr um

Leistung. Unsere Grundbewegungen

oder der Grundsport, der der

wertvollste ist, hat so stark an Wertigkeit

verloren. Das flotte Spazierengehen,

leichtes Joggen oder

Wirbelsäulengymnastik daheim.

Alles muss nur noch auf Leistungsniveau

ablaufen. Deswegen:

Marcel Hirscher gibt dem „Ersten

Schritt“ Rückenwind, super. Aber:

Er ist Profisportler und ich möchte

nicht, dass sich die Menschen an

so etwas orientieren. Das ist ein

Ding der Unmöglichkeit.

Der Schaden ist aber bereits

passiert. Heute haben 40-Jährige

schon Rückenschmerzen.

Orthopädisch bedingte Rückenoder

Kopfschmerzen – das gab es

zu meiner Zeit nicht. Ich kriege

heute unfassbar viele Kinder mit

Haltungsschäden, mit Migräne.

Und die Trainer in den Vereinen

sind überfordert. Die können

nicht Haltungssport betreiben und

Systeme entwickeln, die wir noch

spielerisch auf der Straße entwickelt

haben. Skateboard fahren,

Rollschuh fahren, Rollhockey

spielen, raufen, machen, tun. Es ist

ja nicht nur so, dass den Kindern

die Bewegung fehlt, sie wird

ihnen oft sogar noch verboten.

Schneeballschlacht im Schulhof?

DER RUMPF UND DIE

SYSTEME MÜSSEN

INTELLIGENT AN DIE

SPORTART ANGEPASST

WERDEN. EINFACH NUR

ZU LAUFEN IST ZU WENIG.

Verboten. Es könnte ja mal einer

einen Ball auf den Schädel kriegen.

Wir haben heute kein Vertrauen zu

Kindern, zu Gesundheit. Man hat

kein Vertrauen mehr in natürliche

Entwicklung. Die Bewegung der

Kinder wird im Keim erstickt. Wer

nicht ruhig im Eck hockt, wird

gleich als ADHS-Kind abgestempelt.

Wir brauchen wieder eine

viel höhere Akzeptanz Kindern,

Kinderlärm und Kinderbewegung

gegenüber. Das sind auch meine

Aufgaben mit dem ersten Schritt,

hier die Gesellschaft aufzurütteln.

Ein Satz von Ihnen: Innere und

äußere Haltung gehören zusammen.

Absolut. Ein Kind braucht Ventile.

Ich hab erst kürzlich, als ich einen

Termin im Ministerium hatte,

16 SPORTaktiv


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Der Amarok.

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gesehen, dass sie in einem Park

Äste von Bäumen abgesägt haben,

damit keine Kinder darauf herumklettern

können. Ist doch wurscht,

wenn ein paar Bäume untenrum

kaputtgehen. Besser, als dass unsere

Kinder kaputtgehen. Da pflanz

ich doch in ein paar Jahren neue

Bäume. Ein Kind muss mal wieder

rumtoben dürfen, herumrennen,

Spaß haben, es müssen sich bewegen

dürfen, laut sein dürfen. Es

gibt immer irgendwelche Stänkerer

in der Gesellschaft, die versuchen,

zu verhindern, dass sich Kinder

überhaupt noch bewegen dürfen.

Wenn sich im Kindergarten ein

Kind den Arm dabei bricht, ist

der Aufschrei groß und die Pädagogen

bleiben mit den Kindern

lieber drinnen.

Alle, die in der motorischen Erziehung

arbeiten, haben schon fast

Ängste, versicherungstechnisch.

Natürlich kann sich ein Kind auf

der Wiese einen Bänderriss holen

oder den Fuß brechen, wenn’s

dumm läuft. Aber je weniger ich

die Kinder bewege, desto mehr solcher

Unfälle werde ich haben. So

und wenn ich jetzt noch Trainer,

Erzieher, Lehrer für alles, was die

Kinder machen, in die Verantwortung

nehme oder für alles, was

auch im Sportunterricht wieder

gemacht gehört, dann wird kein

Pädagoge mehr seinen Kopf hinhalten

für unser gesellschaftliches

Drama. Das ist eins der größten

Probleme. Da muss politisch was

passieren. Lehrer brauchen mehr

Rechte, mehr Versicherungsschutz

und Eltern mehr Aufklärung.

Wie groß ist die Gefahr, dass die

„Mach den ersten Schritt“-Kampagne

nach den nächsten Wahlen

wieder im Sand verläuft?

Vorweg: Ich bin als Experte

engagiert worden, nicht wegen

eines Parteibuchs. Die Regierung

hat erkannt, dass es gesellschaftlich

so nicht weitergehen kann.

Gernot

Schweizer

beim

Interview

in Wien mit

SPORTaktiv-Chefredakteur

Klaus

Molidor.

Das beeindruckt mich. Denn die

Kosten im Sozialversicherungswesen

werden explodieren, das tun

sie ja jetzt schon. Und wer hat

dann das Recht von den Kosten

zu profitieren und wer nicht? Also

besser, man geht ganz schnell in

die Prävention, um nicht zum

Richter für Gesundheit werden

zu müssen. Da gehen wir in ein

ethisches Desaster. Wir brauchen

gesunde Menschen und wir sind

finanziell auf Dauer nicht in der

Lage, Systeme zu erhalten, wie sie

derzeit im Sozialversicherungswesen

laufen, wenn wir jetzt nicht in

der Prävention und gesellschaftlich

in der Erziehung von Kindern vom

Kindergarten bis zur Schule ganz

schnell was verändern. Selbst wenn

es zu einem Regierungswechsel

kommt – hier kann keiner mehr

aus. Was wir nicht vorhaben: so

etwas in Gang zu setzen und dann

aufhören – wie es schon oft passiert

ist. Ich werde nicht aufgeben.

Dafür bin ich zu viel Visionär.

Sagen Sie mir abschließend drei

Übungen, die ich machen sollte.

Das kann man so nicht sagen,

weil jeder anders ist. Ich kann nur

global sagen: Rumpf trainieren.

Immer Rumpf, oberstes Gesetz.

Zweites Gesetz: Nacken-Schulter-

Bereich, in jedem Beruf. Drittes

Gesetz: Herz-Kreislauf-System

trainieren. Und das vierte ist

das neuromuskuläre Training,

das Visualisieren, Brain Kinetic.

Balancieren mit Jonglieren,

kopfrechnen, Englisch lernen und

dabei balancieren. Da kommt ganz

viel zu auf uns in dem Bereich,

das wird ein ganz großes Thema.

Im Spitzensport wie im Alltagssport,

wie im Schulsport – in allen

Bereichen der Bewegungserziehung

wird das ein Zukunftsthema. Unglaublich,

was da für faszinierende

Dinge passieren.

DIE

KAMPAGNE

EIN MENSCH

SOLLTE SICH MIT

SEINER EIGENEN

BEWEGUNG

SELBST BELOHNEN.

Sozial- und Sportministerium haben

in einer Zusammenarbeit die Kampagne

auf die Beine gestellt. Ziel und

Antrieb dahinter: Menschen zur Bewegung

animieren. Laut Empfehlung

der WHO soll man sich 150 Minuten

pro Woche regelmäßig bewegen. Zusätzlich

zu kurzen Videos, in denen

eine Fülle an Übungen erklärt und

vorgezeigt werden, gibt es auch

Empfehlungen zur richtigen Balance

beim Essen. „Möglichst viele Leute

sollen möglichst lange ohne gesundheitliche

Probleme leben können“, erklärt

Sportminister Heinz-Christian

Strache die Kampagne.

www.machdenerstenschritt.at

18 SPORTaktiv


FIT

Training – Gesundheit – Ernährung

Fotos: iStock, ÖPC/GEPA pictures, Getty images

ALLES LUG UND TRUG?

Das Image des Berufssports ist im

Keller: Laut „Marketagent“- Studie

glauben Österreicher im Schnitt,

dass 34 % der Profisportler und

sogar 77 % der Radprofis dopen.

www.marketagent.com

WAS UNS BLÜHT

Der Pollenwarndienst hat seine

Pollen-App überarbeitet und mit

neuen Services angereichert. Die

App gibt es kostenlos für iOS und

Android in den App-Stores.

www.pollenwarndienst.at

STARS VON MORGEN

Das Österreichische Paralympische

Committee (ÖPC) sucht die Paralympics-Stars

von morgen: Am 14. Juni im

BSFZ Südstadt und am 2. Juli im ULSZ

Salzburg/Rif. Zielgruppe: 12–18-Jährige.

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AUF EINEN

SPRUNG

inder fühlen sich von Trampolinen

magisch angezogen.

Und das ist auch gut

so in Zeiten, in denen die Mehrheit der

Kids bestimmt nicht an Bewegungsüberschuss

leidet. Egal, wie sportbegeistert

David, Anna oder Lukas sonst sind,

Springen auf einem Trampolin macht allen

Kids Spaß. Beachtet man als Eltern

die Sicherheitsregeln (siehe im Kasten

hinten), dann fördert das Springen

schon ab dem frühen Kindes alter die

Bewegungslust, erhöht die Ausdauer,

unterstützt die motorische Entwicklung

und (so hört man zumindest oft) es hilft

sogar bei der Gehirnentwicklung.

Ob es daran liegt, dass Trampoline

uns an die eigene Kindheit erinnern?

Das federnde Sportgerät liegt jedenfalls

auch bei Erwachsenen im Trend. Zum

einen als Minitrampolin fürs Gruppenwork

out im Studio bzw. fürs Training

im Wohnzimmer. Zum anderen sind in

den letzten Jahren mehrere Indoor-

Trampolinparks in Österreich entstanden.

Die Angebote dort verheißen nicht

nur Kindern ein riesiges Gelände zum

Austoben, auch Erwachsene können

dort ihre Bewegungslust ausleben.

Aber wie schaut es neben dem Spaßmit

dem Fitnessfaktor aus? „Echtes“

Training oder doch eher Spielerei? Zeit

für einen genaueren Blick.

„Jumpen“ am Minitrampolin

Sie haben rund einen Meter Durchmesser

und einen Griff, es gibt sie für daheim

(ab rund 100 Euro) oder in hochwertigerer

Studio-Qualität: Fitness-

Fotos: Vibes Fitness, Flip Lab Vienna

20 SPORTaktiv


WAS KANN EIN MINITRAMPOLIN IM STUDIO UND IM WOHNZIMMER ?

UND SIND TRAMPOLINPARKS NUR KINDERSPIELPLÄTZE ODER AUCH

AUSGEWACHSENE SPORTSTÄTTEN? DER „TRAMPOLIN-EFFEKT“ ALS

FITMACHER, EN GROS UND EN DETAIL.

VON CHRISTOF DOMENIG

Auf und ab:

Im Moment

ist das

Trampolin als

Sportgerät

eindeutig

obenauf.

Minitrampoline. In Zeiten des ersten

Fitnessbooms in den 1980er-Jahren

wurde schon gehüpft, danach wurden

die Geräte längere Zeit nur in der Physiotherapie

eingesetzt. Seit ungefähr drei

Jahren gibt es einen neuen Boom „und

der hält nach wie vor an. ‚Jump‘ gehört

zu unseren bestbesuchten Kursen“,

erzählt Lisa Proneg, Fitnesscoach bei

„Vibes Fitness“ in Graz.

45 Minuten dauern die „Jumping Fitness“-Kurse

bei Vibes, was auch für gut

Trainierte lang genug ist. Die Trampolineinheit

läuft zwar unter „Ausdauertraining“,

ist aber eines von der verschärften

Sorte. Ein „HIIT“-, also ein

„High Intensity Intervall Training“.

Folgt man der von den Coaches vorgegebenen

Schritt- und Sprungchoreografie

mit wechselnder Intensität, fließt der

Schweiß nach wenigen Minuten.

Schulterbreit, mit leicht angewinkelten

Knien und vorgebeugt: So schaut die

Grundposition beim Springen aus. Ungefähr

wie beim Skifahren. Der Rücken

soll gerade sein, die Schultern lässt man

locker hängen. Eingestreute langsamere

Sprungvarianten kräftigen Rumpf-,

Bein- und Gesäßmuskulatur. „Es werden

wesentlich mehr Muskelgruppen

angesprochen als beim Laufen. Der

Kalorienverbrauch ist ebenfalls deutlich

höher – bis zu 800 Kalorien pro

Stunde“, weiß die Vibes-Trainerin.

Die Bewegungs energie soll übrigens

nicht für möglichst hohes Springen

eingesetzt werden – die Kraft vielmehr

ins Gerät gehen und von den Federn

abgebaut werden.

SPORTaktiv

21


SAFETY-TIPPS

DARAUF SOLLTEN ELTERN

ACHTEN, WENN KIDS AM

TRAMPOLIN SPRINGEN.

Kindern passieren beim Trampolinspringen

leider öfters – auch schwere – Verletzungen:

Darauf wies unlängst etwa der steirische

Verein „Große schützen Kleine“ hin.

Dessen Präsident und Vorstand der Grazer

Uniklinik für Kinder- und Jugendchirurgie,

Univ.-Prof. Dr. Holger Till, rät dennoch nicht

vom Trampolin ab. Der Mediziner appelliert

an das Einhalten von Grundregeln. „Trampolinspringen

und Bewegung sind an sich

die beste Unfallprävention. Klare Regeln

und Basiskenntnisse sind jedoch unerlässlich,

um schwere und unnötige Unfälle zu

vermeiden.“

„Den meisten ist gar nicht bewusst, wo

Gefahren am Trampolin lauern. Die Unfallgefahr

wird völlig falsch eingeschätzt, weil

das Trampolin ‚weich‘ wirkt“, erklärt Dieter

Hayn von der Sektion Trampolin des Turnverbands

Steiermark für „Große schützen

Kleine“. „Die meisten Verletzungen passieren

bei schlechten Landungen mitten am

Trampolin, nicht bei Stürzen auf den Rahmen

oder vom Trampolin. Landungen auf

einem Bein oder mit den Armen am Trampolin

sind weit gefährlicher, als meist angenommen.“

Schwere Verletzungen könnten

auch bei missglückten Saltoversuchen auftreten.

Appell: Für erste Saltoversuche professionelle

Hilfe in Anspruch nehmen.

Christian Höckner vom Flip Lab Wien weist

auf die Grund regeln hin, die in Trampolinparks

gelten und die man auch am Gartentrampolin

beachten soll:

• Immer nur eine Person auf einem

Trampolin. Springen zwei (oder noch

mehr) Menschen gleichzeitig, kann es zu

„Katapult-Effekten“ und in der Folge bösen

Unfällen kommen.

• Geht ein Sprung daneben, möglichst mit

dem Rücken aufzukommen versuchen.

Die Arme anlegen und möglichst vor

dem Oberkörper verschränken. Nie

mit den Armen den Sturz abfangen

versuchen.

• Ganz generell gilt: Kinder sollten

nie ohne Aufsicht springen.

Sidestep ins Wohnzimmer

Diese Sprungtechnik erklärt auch

(und damit ein kleiner Sidestep

ins Wohnzimmer), warum man

keine Altbauwohnung benötigt,

wenn man sich ein Fitnesstrampolin

ins Heim holen will.

Körpergröße plus 50 Zentimeter

empfehlen Hersteller als Mindest-Deckenhöhe,

das geht sich

auch im Neubau aus. Anleitungs-DVDs

fürs Heimtraining

werden mit dem Gerät oft mitgeliefert

oder man lässt sich auf

Youtube inspirieren.

Auf dem „Minitramp“ kann

man daheim übrigens auch ganz

niederschwellig trainieren. Die

Betreiber des Flip-Lab-Trampolinparks

in Wien (siehe Teil zwei

der Story) haben gemeinsam mit

der Uni Innsbruck Studien mit

Fitness-Anfängern durchgeführt

und dabei in kurzer Zeit viele positive

Effekte festgestellt: Unter

anderem beugt das Springen

Osteo porose vor.

Körperspannung

statt Verspannung

Zurück im Vibes, zählt Fitnesstrainerin

Lisa Proneg weitere Vorteile

der schweißtreibenden Variante

auf: Der instabile Grund

wirke sich einerseits auch auf die

Körperspannung positiv aus – andererseits

löse das ständige Auf

und Ab Verspannungen im

Schulter- und Nackenbereich, der

Problemzone vieler, die am

Schreibtisch arbeiten. Das Training

sei außerdem gelenkschonend,

einfach und ohne Vorkenntnisse

für jedes Fitnesslevel

durchführbar. Und auch bei etwas

mehr Körpergewicht eigne es

sich sehr gut. Bei chronischen

Problemen, etwa mit dem Bewegungsapparat,

sollte man sicherheitshalber

zuvor beim Arzt

nachfragen. „Die Intensität lässt

sich über den Krafteinsatz und

die Geschwindigkeit der Bewegungen

regulieren. Ein guter

Coach kennt auch seine Gruppe

und geht auf ihr Leistungsvermögen

ein“, sagt Lisa Proneg.

Ausdauer und Akrobatik

Szenenwechsel: Christian Höckner

und Kollegen des „Flip Lab

Vienna“ zeigen auf einem Youtube-Video

(unbedingt anschauen:

https://bit.ly/2VOUdhZ), was in

einem Trampolinpark für Könner

möglich ist. Höckner, heute 29,

betrieb das Trampolinspringen im

Alter von 6 bis 22 Jahren als Leistungssport,

war mehrmals Staats­

LISA PRONEG

ist staatl. geprüfte Fitness- und

Athletiktrainerin und leitet

„Vibes Fitness“ am Grazer

Südtirolerplatz.

www.vibes-fitness.at

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23


TRAMPOLINPARKS

IN ÖSTERREICH

Flip Lab Wien/Schwechat

www.fliplab.at

Flip Lab Innsbruck/Völs

www.fliplab.at/innsbruck

Jump25/Airbase One, Kalsdorf bei Graz

www.jump25.at

JumpMaxx, 1210 und 1230 Wien

www.jumpmaxx.at

Airparc The Freestyle Playground, Telfes (T),

http://air-parc.com/

meister und ist Head Instructor im

Flip Lab in Wien-Schwechat.

In der dortigen „High Performance-Area“

stehen dieselben

Trampoline, auf denen Wettkämpfe

der Turnsparte Trampolin abgehalten

werden. Daneben gibt es in

der 2500 m 2 großen Halle Bereiche

für unterschiedlichste Leistungsniveaus:

Areale für Kinder

und Einsteiger oder auch sogenannte

„Wall Walk“-Bereiche,

Freestyle- Bereiche und viele mehr.

In den USA, Australien oder

England gibt es Trampolinparks

seit Langem, erklärt Höckner, nun

fassen sie auch bei uns immer stärker

Fuß. Oft sind sie einfach erweiterte

„Indoor-Spielparks“ für

Kinder – die großen Parks (siehe

Kasten rechts) dagegen ermöglichen

Sport auf Topniveau. „Unsere

Hauptzielgruppe sind grundsätzlich

8- bis 15-Jährige, wobei

die Eltern beim ersten Mal zuschauen,

beim zweiten Mal dann

schon mitspringen, weil sie sehen,

dass es auch Erwachsenen Spaß

macht“, sagt Höckner. Andererseits

nützten Turner, Wasserspringer,

Parkour-Läufer und andere Meister

der Körperbeherrschung die optimalen

Trainingsbedingungen.

Ebenso wie die Freestyle-Trampolinszene:

der Unterschied zur traditionellen

Wettkampfszene? „Im

Freestyle geht es darum, möglichst

schwierige Tricks zu schaffen, und

weniger um eine möglichst exakte

Ausführung“, weiß Höckner.

Um in einem Trampolinpark fit

zu werden, kann man das Springen

zunächst ganz einfach als Spaß machendes

Ausdauertraining betreiben,

erklärt Höckner. Herausholen

kann man aus der Sportart aber

viel mehr: „Trampolinspringen ist

CHRISTIAN HÖCKNER

ist mehrfacher Trampolin-

Staatsmeister und Head

Instructor im „Flip Lab“

in Wien-Schwechat.

www.fliplab.at

grundsätzlich eine Ganzkörpersportart,

bei der man jeden Muskel

braucht. Etwa, um den Körper zu

stabilisieren. Koordination und

Körpergefühl werden geschult.“

Interessant: Für einfache Salti müsse

man kein großes Bewegungstalent

sein, versichert Höckner. Vom

selbstständigen Experimentieren

rät er aber aus Sicherheitsgründen

ab: „Wir bieten Grundkurse mit

vier einstündigen Einheiten an. In

den ersten beiden Einheiten geht

es um Grundsätze, die wichtig

sind, um Verletzungen zu vermeiden:

Haltung, Muskeln anspannen,

oder wie man landen sollte,

wenn ein Sprung daneben geht. In

der dritten und vierten Stunde

lernt man dann schon einfache

Tricks wie Vorwärts- oder Rückwärtssalto.

Mit dem Wissen und

Können kann dann jeder auch

schon in der High-Performance-

Area springen.“

Für die Sicherheit bekommt jeder

Besucher im Flip Lab eine Einweisung,

gemeinsames Aufwärmen

ist Pflicht und die Regeln müssen

beim Springen stets eingehalten

werden. Darüber wachen auch die

Instruktoren. Beachtet man diese,

kann man in Trampolinparks richtig

coolen und fordernden Sport

betreiben, bei dem nur das eigene

Können die Grenzen setzt.

24 SPORTaktiv


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auf gut österreichisch.

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26 SPORTaktiv

Fotos: xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx


DR. ROLAND WERTHNER

aus Linz/Leonding ist Sportwissenschafter und Erfinder der Motorikparks.

2015 gründete er mit DI Thomas Birnleitner die Motorik Dreams GmbH.

Er ist auch Abteilungsleiter in der Bundessport-Akademie Linz, dazu Obmann und

Trainer im erfolgreichen Leichtathletik-Verein „TGW Zehnkampf Union Linz“.

www.motorikdreams.com

SPORT

DER

SPIELPLATZE

BRAUCHT

en Erfolg sieht man an der Statistik und

D

mit freiem Auge. Den Motorikpark in

Gamlitz in der Südsteiermark wies die

Tourismusstatistik 2018 auf Platz vier

der „meistbesuchten steirischen Sehenswürdigkeiten“

aus. Wobei „Sehenswürdigkeit“ das falsche

Wort ist: Es wird generationenübergreifend auf allerlei

Gerätschaft balanciert und gewippt. Man kann Kletterparcours

in Absprunghöhe absolvieren, zwischen Kippstangen

durchsprinten oder Untergründe mit den Fußsohlen

erspüren. An sonnigen Wochenenden verteilen

sich viele Hundert Menschen auf dem Gelände in Gamlitz,

das mit seinen 120 Geräten so groß ist, dass dennoch

kein Engegefühl entsteht.

An Sport denken bestimmt nicht alle Motorikpark-Nutzer.

Der Begriff wird landläufig ja oft mit

Schweiß und brennenden Muskeln assoziiert. Oder: mit

Ausdauerleistung und vielleicht noch ein paar Kraftübungen.

Zu den fünf „motorischen Fähigkeiten“ des

Menschen zählen aber neben Ausdauer und Kraft auch

Koordination, Schnelligkeit und Beweglichkeit, und alle

werden in Motorikparks angemessen berücksichtigt.

In Motorikparks testen Oma und Enkerl ihr Balancegefühl,

genauso wie Leistungssportler bis hin zur Ski-Nationalmannschaft

dort Trainingswochen verbringen.

Fünfjährige und Achtzigjähriger, Sportmuffel, Hobby-Leistungsathlet

und Weltcupsieger können diesselben

ROLAND WERTHNER HAT RUND 500 SPORT-

GERÄTE ERFUNDEN, DIE NICHTSPORTLERN

GENAUSO WIE WELTCUPSIEGERN

NÜTZEN. MIT SEINEN MOTORIKPARKS

FÖRDERT DER EX-ZEHNKÄMPFER DIE

BEWEGUNGSLUST DER GESELLSCHAFT.

TEXT: CHRISTOF DOMENIG, FOTOS: THOMAS POLZER

Geräte sinnvoll nutzen. Diese erstaunliche Tatsache

bringt Motorikpark-Erfinder Roland Werthner nüchtern

auf den Punkt: „Aus funktioneller und trainingswirksamer

Sicht sind fast alle Stationen und Geräte von allen

möglichen potenziellen Nutzergruppen und Besuchern

sinnvoll zu gebrauchen“, heißt es im wissenschaftlichen

Konzept, das Werthner zu seiner Erfindung verfasst hat.

Bewegungsraum statt -mangel

Der Linzer ist Sportwissenschafter und ehemaliger Zehnkämpfer,

sein Bruder Georg war vierfacher Olympiateilnehmer

und wurde Olympiavierter im Zehnkampf 1980.

„Viele haben gesagt, ich bin talentierter“, erzählt Roland

Werthner, als wir ihn im Ende 2018 errichteten Moto-

SPORTaktiv

27


MOTORIKPARKS ERINNERN

AN KINDERSPIELPLÄTZE, AUF

DENEN AUCH ERWACHSENE

SPIELEN DÜRFEN, OHNE SCHIEF

ANGESCHAUT ZU WERDEN.

rikpark in Ansfelden bei Linz treffen – „Georg war extrem

konsequent. Ich bin dafür vielleicht der Kreativere.“

Das Stichwort „Talent“ begleitet Roland Werthner

durchs sportliche und berufliche Leben. Er hat seine Dissertation

zum Thema „Talentsicherung“ geschrieben, daraus

haben die Werthners gemeinsam mit dem dritten

Bruder Ulrich das „Talente Diagnose System“ (TDS)

entwickelt. Mit dem computergestützten System lassen

sich die Anlagen in allen fünf motorischen Fähigkeiten

schon im Kindesalter bestimmen, sportliches Talent lässt

sich somit frühzeitig erkennen und fördern.

Und diese Förderung von Talenten und der fünf motorischen

Fähigkeiten führte letztlich auch zur Idee der

Motorikparks. Werthner weiß aus zahlreichen Tests mit

dem TDS, dass die durchschnittlichen motorischen Fähigkeiten

bei Kindern seit Langem sinken – was natürlich

die gesellschaftliche Gesamtsituation widerspiegelt.

Der erste Motorikpark entstand 2002 im oberösterreichischen

Gmunden. Dessen Grundidee ist auch 2019

höchst aktuell: Möglichst vielen Menschen in unserer

„Bewegungsmangel-Gesellschaft“ attraktive Bewegungsräume

zur Verfügung zu stellen, die so gestaltet sind, dass

sie von diesen auch gerne angenommen werden.

Das funktioniert, weil Motorikparks Bewegungsfreude

bei niedrigschwelligem Einstieg verheißen und sich nicht

wie traditionelle Sportstätten an eine kleine Gruppe richten.

Es funktioniert auch, weil die Parks ausstrahlen, harmonisch

in die Natur eingefügt werden und die Elemente

überwiegend aus naturnahen Materialien wie Holz

und Stein gebaut sind. Nicht umsonst erinnern Motorikparks

an überlebensgroße Kinderspielplätze – mit dem

Unterschied, dass die Erwachsenen im Motorikpark

ebenfalls mitspielen dürfen, ohne dabei schief angeschaut

zu werden.

Kein Park gleicht dem anderen

Roland Werthner hat nicht nur die Idee und das Konzept

der Motorikparks entwickelt, sondern auch „sicher

90 Prozent“ der über 500 existierenden Geräte erfunden

und entwickelt. Alle sind nach sportwissenschaftlichen

Grundsätzen aufgebaut und können dennoch ganz spielerisch

benutzt werden. Und es werden ständig mehr. Zu

den bestehenden Parks in Österreich (siehe im Kasten

hinten) sollen in den kommenden Jahren rund 15 weitere

dazukommen. Jeder Park wird individuell in die Landschaft

eingefügt, keiner gleicht einem anderen, erzählt

Werthner: „Es ist schon mein Ziel, bei jeder neuen Anlage

20 bis 30 Prozent der Geräte neu zu entwickeln“.

Man merkt ihm die Freude an, als er uns einen Ausschnitt

seiner Erfindungen im jungen Motorikpark in

Ansfelden bei Linz erklärt und vorführt. Etwa eine Wackelplatte:

Sich in der Mitte hüftbreit draufzustellen,

leicht zu wippen, die Schwingungen des Untergrunds zu

verstärken oder sie mit dem Körper abzuschwächen zu

versuchen: Das schafft jeder. „Einbeinig und mit geschlossenen

Augen hat sich noch nie jemand länger als

acht Sekunden darauf gehalten“, weiß Werthner. In jedem

Motorikpark können Coaches engagiert werden, die

28 SPORTaktiv


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zeigen, was aus jedem Gerät herausgeholt werden kann.

Werthner plädiert als „Verfechter intrinsischer Motivation“

aber dafür, „zunächst mehrmals selbst zu kommen

und einfach alles auszuprobieren.“ Die Tafel, die bei jedem

Gerät aufgestellt ist, hilft.

Ideen für ein neues Gerät kommen Werthner „eigentlich

überall. Manchmal beim Autofahren, dann bleibe

ich stehen und fertige rasch eine Skizze an.“ Vier Firmen

entwickeln die Geräte nach Werthners Vorstellungen.

Manche Geräte sind für eine Person konzipiert, viele

können von mehreren oder ganzen Gruppen benutzt

werden, was die soziale Komponente stärkt.

Fast jedes neue Geräte funktioniere so, wie er es sich

ursprünglich gedacht hat, erzählt er auch. Einmal habe

ihm der TÜV ein frei schwingendes Gerät mit einem Seil

fixiert und damit seiner Funktion beraubt. Ein Drehbalken

war ihm am Ende selbst zu gefährlich und er hat ihn

wieder aus dem Programm genommen. Doch das sind

Ausnahmen.

Fünf Stunden mehr Bewegung pro Woche

In Ansfelden herrscht bei unserem Treffen sogar an dem

kalt-windigen Nachmittag unter der Woche Betrieb: Bikende

Kinder „zweckentfremden“ den Rollstuhl-Parcours,

Familien schlendern herum und probieren alles

Mögliche aus. Läufer legen einen Zwischenstopp ein.

„Jede Bewegung ist wertvoll“, sagt Werthner „und wenn

sie intrinsisch motiviert ist, doppelt.“ Er erzählt von einem

Motorikpark in Nachbarschaft zu einer Schule und

einem Kindergarten, „da hat sich die Bewegungszeit der

Kinder um fünf Stunden pro Woche erhöht.“

Alle Parks sind in Stationen mit jeweils mehreren Geräten

und unterschiedlichen Schwerpunkten aufgebaut.

Koordination steht jedoch bei vielen im Mittelpunkt: Sie

sei einerseits mit ganz einfachen Mitteln wirkungsvoll zu

JEDE BEWEGUNG IST WERTVOLL, UND WENN

SIE INTRINSISCH MOTIVIERT IST, DOPPELT.

üben, erklärt Werthner. Andererseits brauche man möglichst

vielfältige Variationen der Reize. Die Kindheit gilt

als „goldenes Zeitalter“, um koordinative Fähigkeiten zu

erlernen, auf der anderen Seite sei lebenslanges Dazulernen

wichtig, etwa um im Alter mobil zu bleiben. Auch

kleinste Reize helfen, wenn sie nur neu sind und dem

Körper etwas Neues beibringen. „Fünf Minuten Koordinationstraining

sind 20 Jahre später noch sichtbar“, sagt

Werthner, der diese These mit einem „TDS“ wissenschaftlich

nachweisen konnte.

Wie einfach, vielfältig und vor allem spielerisch man

Koordination trainieren kann, lässt sich in jedem der

Motorikparks erfahren. Als der erste 2002 enstand, waren

Roland Werthners Söhne vier und sechs Jahre alt und

das Spielen mit ihnen eine wichtige Inspiration. Der südsteirische

Motorikpark in Gamlitz, der ab 2009 entstand,

„war ein Meilenstein“, sagt Werthner – der selbst darüber

staunt, dass Nachwuchs-Skirennläufer aus Schladming

200 Kilometer nach Gamlitz gefahren werden, oder dass

er an manchen Wochenenden dort schon an die 25 Reisebusse

nebeneinander parken sah.

In Ansfelden hilft ein Vater gerade seinem kleinen

Sohn auf dem 250 Meter langen Balanceparcours, beide

haben sichtbar ihre Freude daran. „Wie gefällt es euch?“,

fragt Werthner. „Super“, sagt der Vater und ergänzt: „Einen

super Spielplatz habt’s da gebaut.“ Besser lässt sich

die Sache nicht auf den Punkt bringen.

MOTORIKPARKS IN ÖSTERREICH

NIEDERÖSTERREICH

Harbach, 25 Stationen, 90 Geräte

Groß Gerungs, 20 Stationen, 50 Geräte

Waidhofen an der Thaya, 10 Stat., 35 G.

Reichenau, 22 Stationen, 66 Geräte

St. Corona am Wechsel, 24 Stat., 72 G.

OBERÖSTERREICH

Ansfelden, 33 Stationen, 120 Geräte

Braunau, 20 Stationen, 70 Geräte

Andorf, 20 Stationen, 40 Geräte

Wernstein, 10 Stationen, 54 Geräte

Feldkirchen an der Donau, 22 Stat., 75 G.

SALZBURG

Saalbach, 24 Stationen, 84 Geräte

STEIERMARK

Gamlitz, 26 Stationen, 120 Geräte

Koglhof, 12 Stationen

Loipersdorf, 20 Stationen, 50 Geräte

TIROL

Kufstein, 22 Stationen, 66 Geräte

WIEN

Wien 22, Süßenbrunner Straße,

26 Stationen, 140 Geräte

Zilkpark, 16 Stationen, 40 Geräte

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31


Die Natur hält nichts von Gleichberechtigung.

Denn die weltweit

häufigste Mangelerscheinung

betrifft zu einem sehr großen Prozentsatz

nur Frauen. Die Rede ist vom Eisenmangel.

Und weil Frauen durch die

Menstruation monatlich Blut verlieren,

sinkt ihr Eisenspiegel.

Wichtig ist das Eisen deshalb, weil es

für die Neuproduktion der roten Blutkörperchen

wichtig ist und weil es im

Sauerstofftransport eine zentrale Rolle

spielt. Es ist, vereinfacht gesagt, die Verbindung

zwischen dem Sauerstoff und

den roten Blutkörperchen. Ein Mangel

wirkt sich auf Ausdauersportler besonders

aus. „Durch das Grundlagentraining

im aeroben Bereich wollen wir,

dass die Mitochondrien der Muskulatur

effizient mit Sauerstoff Energie produzieren

können“, sagt Sportmediziner Dr.

Robert Fritz. Ist zu wenig Eisen vorhanden,

funktioniert das nicht – wir stagnieren

mit der Leistung trotz intensiven

Training. Fette werden ja nur bei Sauerstoffüberschuss

verbrannt. „Und wenn

das nicht funktioniert, glauben viele,

dass sie ein Problem mit der Lunge haben“,

berichtet Fritz. „Die Aufnahme ist

aber nicht das Problem. Wir kriegen den

Sauerstoff nur nicht über das Blut bis in

den Muskel hinein. Und dann kann ich

trainieren, was ich will, und kriege nie

einen aeroben Stoff wechsel hin.“

Was bei Frauen zur Menstruation hinzukommt:

Sie ernähren sich tendenziell

gesünder als Männer, verzichten also

eher auf rotes Fleisch, das ein guter Eisenlieferant

wäre. Wenn sie dann noch

regelmäßig Sport betreiben, dreht sich

die Spirale weiter nach unten. Durch

den Schweiß und die sogenannte

Marschhämolyse. „Das bedeutet, dass

beim lang andauernden Auftreten des

Fußes auf dem Boden rote Blutkörperchen

zerstört werden“, erklärt Sportmediziner

Fritz – auch etwas, das den Eisenmangel

vorantreibt. Der Ausdruck

kommt aus Studien des US-Militärs, das

Soldaten auf 40 Kilometer lange Märsche

geschickt und gemerkt hat, dass sie

HEAVY

METAL

OHNE SCHWERMETALL WIRD

ES SCHWER MIT DER PERSÖN-

LICHEN BESTZEIT ODER AUCH

SCHON DER MOTIVATION ZUM

TRAINING. WARUM EISEN FÜR

DIE LEISTUNG SO WICHTIG IST,

UND WARUM DER MANGEL

VOR ALLEM FRAUEN TRIFFT.

VON KLAUS MOLIDOR

alle Richtung Eisenmangel und Anämie

also Blutarmut gehen.

Ganz zurücklehnen und das Eisen Eisen

sein lassen sollten Männer aber auch

nicht. Im Gegenteil. Beim gesunden

Mann kommt ein Eisenmangel nur sehr

selten vor, ausgeschlossen ist er aber

nicht. „Zum Beispiel wenn man öfter

Blut spendet“, weiß Fritz. Vor allem aber

kann ein Eisenmangel bei Männern ein

Hinweis auf eine größere Baustelle im

Körper sein. Eine Entzündung im Magen-Darm-Trakt

zum Beispiel. „Das

kann eine chronische Entzündung sein

oder auch ein Hinweis auf ein Karzinom.

Darum sollten gerade Sportler ihren

Eisenspeicherwert Ferritin einmal im

Jahr checken lassen“, sagt Fritz.

Keine Lebensgefahr

Wie erkennt man aber einen Eisenmangel?

„Du bist ständig müde, auch nach

einem langen Schlaf“, sagt Fritz. Dazu

kommen Blässe, offene Mundwinkel,

brüchige Nägel, Haarausfall. Die gute

Nachricht: Eisenmangel ist nicht lebensgefährlich.

„Daran stirbt man nicht, auch

wenn der Mangel noch so groß ist.“ Zumal

der Leidensdruck durch die Auswirkungen

so groß wird, dass man bestrebt

ist, den Mangel zu beheben.

Das ist auf drei Arten möglich: über

die Nahrung, über Tabletten und über

die Vene, also mit Infusionen. „Wenn

der Mangel nicht sehr ausgeprägt ist,

kann man mit der Ernährung gegensteuern“,

erklärt der Sportmediziner. Ein

Steak ist also erlaubt, weil Muskelfasern

aus rotem Fleisch gute Eisenlieferanten

sind. „Aber nicht täglich und nur in sehr

guter Qualität“, sagt Fritz. „Am besten

man hat die Kuh beim Vornamen gekannt.“

Umgekehrt kann man die Eisenaufnahme

mit den falschen Dingen auch

32 SPORTaktiv


Fotos: iStock, Dr. Fritz

blockieren. „Kaffee und schwarzer Tee

sind zum Beispiel Eisenräuber. Der Espresso

direkt nach einem Steak kann die

Eisenaufnahme deutlich blockieren.“

Einen ausgeprägten Mangel kann man

nur mit Nahrung ohnehin nicht kompensieren.

Dazu braucht es Präparate.

„Das Eisen hat aber einen schlechten

Ruf, weil es oft schlecht vertragen wird“,

sagt der Experte. „Es gibt heute aber

welche, die in Aminosäuren verpackt

sind. Die wird dann vom Magen aufgenommen,

das Eisen erst in der Leber

aufgespalten. Dadurch sind diese Präparate

sehr gut verträglich.“ Wenn der

Mangel eklatant ist und der Leidensdruck

hoch, bleibt die Infusionstherapie.

„Das wäre die eigentlich richtige Eisentherapie.

Aber: Da kann es allergische

Reaktionen auf das Eisen geben. Die

sind sehr selten, aber es gibt sie. Und ein

Risiko gehe ich nur ein, wenn es sein

muss.“ Wie bei einer Anämie und großem

Eisenmangel. Da haben Tabletten

keinen Sinn mehr.“

Sehr oft bleibt der Mangel aber noch

unentdeckt. Ein stressiger Job, private

Probleme und wenig Schlaf sind genauso

Gründe für Müdigkeit. „Und du hast

dann gleich für alles eine Ausrede: Klar

geht es mir nicht gut, der Chef ist nicht

nett, ich hab ewig keinen Urlaub gehabt,

und, und, und. An einen Eisenmangel

denkt erst einmal keiner.“

Jetzt könnte man doch einfach prophylaktisch

Eisen einnehmen, damit

man erst gar nicht in den Mangel

rutscht. „Das geht aber nicht“, warnt

Fritz. Denn Eisen kann der Körper nicht

ausscheiden. Und es gibt eine Krankheit,

die Hämochromatose, bei der das überschüssige

Eisen nicht verarbeitet werden

kann. Der Überschuss kann dann zu

Organschäden führen.“

EIN STRESSIGER JOB

UND WENIG SCHLAF

SIND GENAUSO GRÜNDE

FÜR MÜDIGKEIT. AN

EINEN MÖGLICHEN

EISEN MANGEL DENKT

ERST EINMAL KEINER

Mit dem Schwermetall ist also nicht

zu spaßen. Denn unabhängig von der

Leistung schlägt es auch auf die Psyche.

„Bei einem Mangel wird dann keine

Zelle im Körper ausreichend mit

Sauerstoff versorgt. Das wirkt sich also

weitreichend aus und kann bis zur

Depression führen.“

SPORTaktiv

33


Sportnahrung unter der Lupe.

Was bringt’s, was soll drin sein?

TEIL 5: TRINKSTRATEGIE BEIM MARATHON

GEGEN DEN

HAMMER

DR. ROBERT FRITZ

ist Sportmediziner und

Ernährungsmediziner in Wien.

www.sportordination.at

1. AB WANN SOLL MAN ZU TRINKEN

BEGINNEN?

Sehr früh. Nicht erst ab einer bestimmten Kilometerzahl,

sondern schon sehr viel früher. Idealerweise

beginnt man drei Tage vor dem Wettkampf damit,

die Kohlenhydratspeicher mit Nudeln, Reis etc. aufzufüllen,

damit am Tag X ausreichend Energie vorhanden

ist. „Dazu muss man aber auch immer viel

trinken, denn Kohlenhydrate werden nur im Kombination

mit Flüssigkeit eingelagert“, erklärt Experte

Robert Fritz. „Wenn ich nicht ausreichend dazu trinke,

bringt mir das ganze Carbo-Loading nichts.“ Am

Tag des Marathons ist es also zu spät.

2. AB WANN TRINKT MAN AM RENNTAG?

Gutes Carbo-Loading vorausgesetzt ist es relativ

egal, was man am Tag des Rennens frühstückt. „Das

ist nur gegen das leere Gefühl im Magen, die Speicher

sind voll“, weiß Fritz. Wenn Frühstück, dann

etwas leicht Verdauliches. Flüssigkeit sollte man

hingegen schon zuführen. „Am besten eine Trinkflasche

auf den Weg zum Startgelände mitnehmen

und immer wieder in kleinen Schlucken trinken.

Die klassische Mischung 60 g Kohlenhydrate pro

Liter“, rät Fritz. „Bis ungefähr 45 Minuten vor dem

Start. Danach die Blase noch einmal entleeren.“

Damit du nicht schon auf den ersten Kilometern

durch eine Pinkelpause aus dem Rhythmus gerätst.

3. WASSER ODER ISO-GETRÄNK?

Einen Marathon oder die Jagd nach der persönlichen Bestzeit

gewinnt man nicht auf den ersten Kilometern – man kann sie

dort aber sehr wohl verlieren. „Darum habe ich zum Beispiel

immer eine kleine Flasche mit einem kohlenhydratreichen

Sportgetränk in der Hand, aus der ich auf den ersten Kilometern

schon ein wenig trinke“, erzählt Robert Fritz aus seiner

profunden Marathonerfahrung. Der Grund ist einfach. „Du

kannst etwa 60 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde aufnehmen.

Was ich also am Anfang vertrödle, kann ich nie wieder

aufholen.“ Wer den Marathon in vier Stunden laufen will und

zwei Stunden auf alles pfeift, kann sich die Energie in der zweiten

Hälfte nicht mehr holen. „Der berühmte Mann mit dem

Hammer ist beim Marathon immer eine Kohlenhydrat-Unterversorgung.“

Bei vier Stunden kann man ca. 1000 Kilokalorien

zuführen. „Da ist also eine ordentliche Menge Energie versteckt.“

Als Faustregel gilt also: Ab der erste Labestation zum

Iso-Becher greifen. „Und wenn es sehr warm ist, auch noch

einen Becher Wasser dazu.“

4. WORAUF IST SONST NOCH ZU ACHTEN?

Idealerweise informiert man sich vor dem Rennen, welches

Iso-Getränk ausgeschenkt wird, und probiert das im Training

aus. Bei so großen Mengen wie sie bei Rennen angerührt werden,

kann die Mischung stark variieren. „Also einen Becher Iso und

einen Becher Wasser nehmen und wenn es zu intensiv schmeckt

einfach selbst mit Wasser nachverdünnen“, rät Experte Fritz. Unbedingt

auch ausprobieren, wie viel man verträgt, damit es keine

Verdauungsprobleme gibt. „Ein Becher Iso pro Labestation sollte

keine Probleme machen.

Foto: Dr. Fritz

34 SPORTaktiv


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POWER FÜR

DIE GELENKE

Beim Aspacher Gesundheitssymposium

treffen sich am 26. und 27.

April Spitzensportler, Mediziner und

Therapeuten, um gemeinsam die

Frage zu erörtern: „Wie können wir

unserem Körper Gutes tun?“

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Zuckerfrei und in Apotheken-Qualität ist der

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Im Herzen des Innviertels findet das

„Erste Aspacher Gesundheitssymposium“

statt und bietet die Möglichkeit dabei

zu sein, wenn das erfahrene medizinische

Personal des Revital Aspach mit

Sportlern zum Thema „Power für die

Gelenke“ informiert und diskutiert.

Themenschwerpunkte sind etwa die

Versorgung der Gelenke mit Nährstoffen

und Muskeln als Motor der Gelenke.

Zum Abschluss wird der renommierte

Sportmediziner Dr. Günther Straub unseren

Blick auf das Bindegewebe richten,

unser unterschätztes Regulationssystem.

Die Publikumsveranstaltung am 26.

April von 16 bis 20 Uhr ist kostenlos,

um Anmeldung unter revital@revital-aspach.at

oder T. +43/77 55/68 01 wird

gebeten. Am 27. April findet von 9 bis

14 Uhr die medizinische Fachveranstaltung

statt.

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36 SPORTaktiv


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DAS SCHAFFST DU!

Diese Übungen sind kinderleicht

und sollen dich im Alltag fit

machen. Ohne großen Aufwand oder

Fitnessgeräte. Versuche es heute, die

ganze Woche oder einen Monat lang,

entscheide du. Die nächsten Ideen

sammeln wir für die Juni-Ausgabe.

Hast du Vorschläge? Schreib mit

#dasschaffstdu an die SPORTaktiv-

Redaktion via E-Mail, Facebook

oder Instagram.

BEWEGUNG

AM MORGEN,

6.40 UHR:

Das Beste an dieser Übung: Du

musst das Bett nicht einmal verlassen!

Aber sie weckt die Lebensgeister

in Slow-Motion und sorgt

dafür, dass man nicht mit wackeligen

Beinen in den Tag startet. Wir

machen die Rückenschaukel.

Und so geht‘s: Wir liegen flach im

Bett (kein Hohlkreuz), dann winkeln

wir die Beine an, bis wir mit den

Armen die Schienbeine umfassen

können. Nun heben wir Kopf und

Schultern und schaukeln in dieser

Position 10 x vor und zurück. Drei

Wiederholungen. Die Rückenschaukel

hilft bei Verspannungen im Rücken,

kurbelt den Kreislauf an und

fördert die Durchblutung.

BEWEGUNG ZU MITTAG, 12.15 UHR:

Die Atmung ist für uns selbstverständlich. Wir müssen uns nicht konzentrieren

und uns nicht anstrengen. Und dennoch spielen Sauerstoff und Atmen in jeder

Sportart eine wesentliche Rolle. Um das ins Bewusstsein zu rücken, machen

wir folgende Übung: Wir nehmem ein Blatt Papier (wahlweise Bankauszug,

Liebesbrief, Latein-Schularbeit o. ä.) und versuchen, es nur mithilfe der Luft

aus unseren Lungen an der Wand zu halten, ohne dass es abrutscht. Dosiert

und langsam aus dem Bauch heraus atmen, rasch einatmen. Wer das locker

schafft, macht einen Schritt zurück oder sucht glattere Oberflächen.

BEWEGUNG AM ABEND, 19.30 UHR:

Unser Leser Michael hat uns einen super Tipp für den Feierabend bzw.

die Abendhygiene geschickt: „Während des Zähneputzens einbeinig

oder zweibeinig auf den Zehen nach oben drücken und anschließend

nach unten abrollen bis zur Ferse. Dabei die Zehen nach oben ziehen.

Diese Übung kannst du auch beim Anstehen an der Supermarktkasse machen –

wenn dich die verwunderten Blicke der anderen Kunden nicht stören.“

Foto: Thomas Polzer

38 SPORTaktiv


KOPFSACHE

EXTREME

PERFORMANCE

BRICH

DIE REGELN

PETER

GURMANN

Sport- und Gesundheitspsychologe

sowie

Beratungs lehrer in

Klagenfurt. Kontakt:

peter.gurmann@aon.at

U

nser Exportschlager Arnold Schwarzenegger

schaffte es, als Bodybuilder, Schauspieler

und Politiker auf der Karriereleiter ganz

nach oben zu klettern. In einem YouTube-Video

erklärt er seine sechs Erfolgsregeln:

1. Vertraue dir selbst!

2. Brich die Regeln, aber nicht das Gesetz!

3. Habe keine Angst zu scheitern!

4. Höre nicht auf die Pessimisten!

5. Arbeite bis zum Umfallen!

6. Gib an deine Gemeinschaft etwas zurück!

Was ist mit der zweiten Anregung gemeint?

Finde ich keine Lösung, könnte es auch daran

liegen, dass ich mich zu genau an die Regeln

halte. Es ist unmöglich, ein Querdenker oder ein

Original zu werden, wenn ich zu gesittet bin. Je

besser ich in meinem (Berufs-)Feld über die Regeln

Bescheid weiß, desto größer wird normalerweise

der Graubereich, den ich zu meinen Gunsten

nutzen kann. Daran ist nichts unmoralisch,

die Konkurrenten verfügen über die gleichen

Möglichkeiten.

Eine kleine Fußballgeschichte: Unser magisches

Dreieck im Mittelfeld – Ivan, Franky und

Kurti – erzielte viele Tore mittels eines einstudierten

Spielzugs. Freistöße in Strafraumnähe

wurden bei Unachtsamkeit der gegnerischen Verteidiger

sofort nach dem Foul ausgeführt. Eine

explizite Spielfreigabe durch den Schiedsrichter

wurde nicht abgewartet. Passte das Zuspiel und

stimmten die Laufwege der drei, zappelte der

Ball nur Sekunden später im Tor. Reklamationen

der Gegner beim Schiedsrichter blieben erfolglos,

da diese Finesse regelkonform ist. Nur in

bestimmten Fällen wie einer Verwarnung oder

einem Platzverweis ist der Ball gesperrt und muss

erst vom Schiedsrichter freigegeben werden.

Mir bekannte Regeln sind dehnbar, auch die

von Arnie …

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WERDEN

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selbsttönenden REACTIV® Scheibe

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VitalAbo gehört zu

den renommiertesten

Onlineshops für

Sportnahrung und

Nahrungsergänzung.

Gemeinsam mit den

anderen Marken der

niceshops-Gruppe

werden vom steirischen

350-Einwohner-Ort

Saaz aus täglich

8000 Pakete in

die Welt verschickt.

DIE GANZE WELT

KAUFT IM DORF

Als sich niceshops-Mastermind

und E-Commerce-Guru Roland

Fink im Jahr 2006 dazu

entschloss, mit VitalAbo seinen ersten

Onlineshop zu starten, konnte er

noch nicht ahnen, was daraus werden

sollte. Heute, 13 Jahre später,

betreibt die niceshops-Gruppe mehr

als 30 Onlineshops mit 1,8 Millionen

Kunden weltweit und über

8000 verschickten Paketen täglich,

die vom südoststeirischen Saaz aus

in die ganze Welt gehen.

Doch der Reihe nach: VitalAbo

sollte 2006 für Roland Fink der Einstieg

in den E-Commerce werden –

und alle halfen mit. Die Familie war

von Anbeginn an ein wesentlicher

Erfolgsfaktor. Roland programmierte,

Bruder Ernst, Sportmasseur und

Sportwissenschafter, lieferte die Pro-

duktidee, Schwägerin Silvia übernahm

den Kundensupport und

Schwiegermama Cäcilia („Cilli“) das

Verpacken der Bestellungen. „Meine

Schwiegermama war ein ganz besonderer

Erfolgsfaktor in der Entstehungsgeschichte

von VitalAbo. Sie

war nicht nur unglaublich zuverlässig,

sondern auch ein wichtiges Korrektiv

in Hinsicht auf die Usability.

Durch den Aufbau eines ‚schwiegermamafesten‘

Systems ist es uns gelungen,

eine herausragende Benutzerfreundlichkeit

zu erreichen“, erinnert

sich Roland Fink zurück.

2010 wurde VitalAbo dann ein

Teil der niceshops-Gruppe. Im Sommer

2015 übernahm Maria Kink als

Shopmanagerin die Geschicke des

mittlerweile international vertretenen

und in 11 Sprachen übersetzten

ANZEIGE / Fotos: VitalAbo

40 SPORTaktiv


VITALABO HANDELS GMBH

Gratis Hotline: 0800/55 66 40 500

Mail: office@vitalabo.com

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(Gültig bis 30. 6. 2019. Mindestbestellwert € 20,–.

Nicht gültig auf bereits reduzierte Artikel.

Nicht kombinierbar mit anderen Gutscheinund

Aktions-Codes.)

Shops. Zuvor als medizinische Masseurin

im Therapiebereich tätig, brachte sie

neben jeder Menge Enthusiasmus auch

grundlegendes Know-how mit.

Sortiment für alle Bedürfnisse

Nicht nur die Benutzerfreundlichkeit ist

es, die Kunden heute an VitalAbo so

schätzen. War das Produktsortiment

zum Start des Onlineshops mit den

Marken Nature’s Plus, Life Light und

PowerBar zwar bereits hochwertig, aber

dennoch überschaubar, so umfasst es

heute 160 Marken international renommierter

Hersteller aus den Bereichen

Nahrungsergänzungsmittel, Sportnahrung

sowie bewusste Ernährung.

Neben den internationalen Big Playern

spielen auch österreichische Hersteller

eine wichtige Rolle für VitalAbo.

„Wie in der gesamten niceshops-Gruppe

legen wir auch bei VitalAbo großen

Wert auf Regionalität. Konkret bedeutet

dies, dass wir als österreichischer Onlineshop

darauf achten, neben internationalen

Topmarken auch heimische Produzenten

in unser Produktportfolio aufzunehmen“,

betont VitalAbo-Shopmanagerin

Maria Kink.

Auf diese Weise entstehe ein einzigartiges

Produktsortiment, das sich von großen

internationalen Marken über Nischenmarken

bis hin zu österreichischen

Herstellern erstrecke, erklärt Kink. „Gerade

in unserer immer schnelllebiger werdenden

Zeit sind wir besonders stolz auf

die beständigen Beziehungen zu unseren

Kunden sowie unseren Geschäftspartnern.

So ist etwa der österreichische Hersteller

Life Light vom Start weg bis heute

in unserem Produktsortiment vertreten.“

Für Maria Kink ist gerade diese Zusammenstellung

des Sortiments einer

der großen Vorteile von VitalAbo: „Auf

diese Weise können wir die unterschiedlichsten

Bedürfnisse unserer Kunden abdecken

und ihnen die größtmögliche

Produktvielfalt bieten. Und das macht

uns einzigartig.“

Menschen stehen im Vordergrund

Die hervorragende Zusammenarbeit im

Team und das tolle Arbeitsklima sind etwas,

worauf niceshops-Geschäftsführer

und VitalAbo-Gründer Roland Fink stolz

ist. Sein Nachhaltigkeitsgedanke stützt

sich auf die drei Säulen Mitarbeiter, Umwelt

sowie Gesellschaft und ist die bestimmende

Größe in der Unternehmensphilosophie.

Unzählige Projekte wie ein ökologisch

erbautes Firmen-Headquarter, die konsequente

Nutzung erneuerbarer Energien,

plastikfreie Versandverpackungen

und ein E-Fuhrpark tragen nicht nur einen

wichtigen Teil dazu bei, die Welt etwas

„nicer“ zu machen, sondern schaffen

auch ein besonderes Arbeitsumfeld, in

dem Mitarbeiter gerne Spitzenleistungen

erbringen.

Auch die Zukunft ist nice

Beständigkeit und Zukunftsorientierung

sind zwei der wichtigsten Prinzipien für

VitalAbo-Shopmanagerin Maria Kink:

„Unser Ziel ist es, mit unseren Kunden

mitzuwachsen. Wir orientieren uns stets

an den Bedürfnissen unserer Kunden und

bieten ihnen die besten Produkte aus den

Bereichen Nahrungsergänzung, Sportnahrung

sowie bewusster Ernährung.“

Gegenseitiges Vertrauen sieht Kink als

Basis des Unternehmenserfolges: „Umso

stolzer sind wir daher auf das Vertrauen

unserer Geschäftspartner und unserer

Kunden in uns – und umso wichtiger ist

es für uns, dieses Vertrauen auch weiterhin

aufrechtzuerhalten“. Mit der einzigartig

nachhaltigen Philosophie und dem

fundamentalen Know-how der Mitarbeiter

(„die immer persönlich für die Kunden

erreichbar sind“), werde das ganz sicher

gelingen, ist Maria Kink überzeugt.

Denn: „Nicht umsonst wächst die Zahl

der VitalAbo-Stammkunden stetig.“

„Der Nachhaltigkeitsgedanke

ist eine bestimmende

Größe in der

Unternehmensphilosophie“,

betont Maria

Kink (Bild).

SPORTaktiv

41


AUS

PRO

BIERT

FIT

GLEITER MIT SUCHTPOTENZIAL

Die eigene Rollerfahrung ist profund und reicht mehr als 20

Jahre zurück. Zwischen den damaligen und den heutigen Geräten

liegen Welten. Wir haben den VO2 S100 von K2 (UVP €

299,–) getestet. Vor allem in der Rollengröße und den Kugellagern,

die für den Spaß verantwortlich sind, kein Vergleich zu

früher. 100-mm-Rollen sind heute bei Fitness-Skates Standard.

Darunter leidet die Wendigkeit zwar ein wenig, für lange, fitnessorientierte

Ausfahrten ist das aber auch nicht wichtig. Der

Lauf ist ruhig und die ILQ-9- Plus-Kugellager treiben den Speed

auch bei wenig Anstrengung in die Höhe. Da werden 10, 15, 20

Kilometer zum Kinderspiel. Praktisch: der BOA-Verschluss, der

schnell festgezogen ist, ohne Striemen in den Handflächen

vom Anziehen der Bänder. Und ist es einmal zu fest – kein Problem,

in null Komma nichts ist das korrigiert. Optisches Highlight:

Die Schuhe haben die Schiene nur einseitig, sieht aus

wie ein Motorrad mit Einarmschwinge. Fantastico.

ROLLENFLITZER, KLIMA­

SCHÜTZER, SITZBALLSITZER.

WIR HABEN WIEDER DREI

FITMACHER AUS GESUCHT

UND AUSPROBIERT.

VON CLAUDIA RIEDL, CHRISTOF DOMENIG

UND KLAUS MOLIDOR

Fotos: Thomas Polzer

42 SPORTaktiv


DAS GESUNDE RUNDE FÜRS BÜRO

NUR MAL SCHNELL DIE WELT RETTEN

Welcher Büroarbeiter kennt’s nicht!? Man sitzt täglich stundenlang

am Schreibtisch, wird praktisch eins mit seinem

Drehstuhl und irgendwann verfällt man in eine ungesunde Position.

Verspannungen und Rückenprobleme lassen da nicht

lange auf sich warten. Nach dem letzten Hexenschuss dann

die Entscheidung: Ich geb mir die Kugel! Keine Sorge, gemeint

ist der Sitz- bzw. Gymnastikball, quasi die gesunde Kugel-Variante.

In meinem Fall war es der BLACKROLL GYMBALL (UVP

€ 39,90), der meinen Haltungsschäden endlich ein Ende setzen

sollte. Einen Monat lang habe ich mich jeden Tag im Büro für

ca. 30 Minuten (länger sollte man nicht!) aufs gesunde Runde

gesetzt – und es tat gut. Um das Gleichgewicht zu halten, war

mein Körper ständig in Bewegung. Ein Freifahrtschein fürs Sitzenbleiben

ist der Gymball zwar nicht, aber allemal ein funktioneller

Büro-Buddy. Netter Zusatz: Er ist geruchsneutral, latexfrei

und rollt beim Aufstehen nicht weg.

Ich habe die Kugel, die Sitzball und Trainingsgerät in einem ist,

auch gleich für ein paar Übungen zur Seite genommen: Unterarmstütz

auf dem Ball und deine Bauchmuskulatur freut sich.

Trainiert werden kann im Stehen, Liegen, Sitzen oder auf dem

Bauch. Wer möchte, verlegt das Workout in die eigenen vier

Wände, wo keine Kollegen als amüsierte Zuschauer lauern. ;)

Poreped ut quibus ius doluptur? Ga. Ut autem. Ut volor modi sit

qui Es passt zur Klimadebatte: Die meisten Menschen in der

westlichen Welt könnten mit einer veränderten Ernährung

einen großen Beitrag zur Klimarettung leisten. Die industrielle

Fleischproduktion ist nämlich alles andere als klimafreundlich

und auch der Konsum von vielen Milchprodukten hinterlässt

leider einen recht großen CO2-Fußabdruck.

Ob das die Alternative wird? Die von den Kölnern Timo Bäcker

und Christopher Zeppenfeld entwickelten SWARM-Proteinriegel

beinhalten Protein aus Grillen. Verglichen mit Rindern

benötigen die Insekten in der Nahrungsmittelproduktion nur 8

Prozent der Landfläche, verursachen 1 Prozent der Treibhausgase

und verbrauchen 2 Prozent des Wassers, rechnen die

Swarm-Gründer vor. Und Grillen als Nahrungsquellen sind

nicht nur nachhaltig, sondern sogar als Sportnahrung ideal,

betonen die beiden: mit allen 9 essenziellen Aminosäuren, vielen

Ballaststoffen, viel Vitamin B12 und anderen Mikronährstoffen

sowie bis zu 70 Prozent Proteinanteil.

Die Kernfrage bleibt freilich: Wie schmeckt‘s? Je nach gewählter

Sorte nach Preiselbeeren, Bitterschoko oder Haselnuss

und tendenziell wenig süß. Die Grillen sind als Pulver verarbeitet,

man knabbert also an keinem Insektenflügerl oder -haxerl.

Die SWARM-Proteinriegel bekommen sportliche Klimaschützer

im Onlineshop (www.swarmprotein.com): um € 39,80 für 20

Riegel einer Sorte oder € 24,80 fürs 12er-Sample-Set.

SPORTaktiv

43


Im Schlaf werden nicht nur

Trainingsreize verarbeitet

wie z. B. im Training mit dem

BLACKROLL ® LOOP-BAND. Er ist

auch der Schlüssel zu Lebensqualität

und Wohlbefinden.

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SCHLAF GUT,

ALLES GUT

DAS BLACKROLL ® RECOVERY PILLOW SORGT FÜR

BESSEREN SCHLAF. UND DAS IST VON GROSSEM

WERT, IST DAS SCHLAFEN DOCH EIN KERNSTÜCK

DER ERHOLUNG IM SPORT UND IM ALLTAG.

Das richtige Kissen ist ein wichtiger

Beitrag zur guten Nacht.

Auch ideal für unterwegs!

Das RECOVERY PILLOW lässt

sich ganz einfach zusammenrollen

und in der schmutz- und

wasserabweisenden Kissentasche

transportieren.

You snooze, you lose“, heißt ein

englisches Sprichtwort – wer

schläft, verliert. Nichts könnte

ein größerer Irrtum sein. Denn im

Schlaf laufen zahlreiche psychische und

physische Vorgänge ab, die für die Gesundheit

und das Wohlbefinden extrem

wichtig sind. Über den Erfolg oder

Misserfolg von sportlichem Training

entscheidet die Qualität der Regeneration

– und damit die Schlafqualität. Neben

Sportlern profitieren alle Menschen,

die in Beruf und Alltag erfolgreich sein

wollen, von einem besseren Schlaf.

Um einen solchen zu erreichen, sollte

man einerseits auf Routinen achten.

Andererseits kommt dem richtigen

Kopfkissen große Bedeutung zu. Das

BLACKROLL® RECOVERY PILLOW

verbessert durch seine ergonomischen

und atmungsaktiven Eigenschaften den

Schlaf. Es entspannt und unterstützt

den Nacken und den Rücken, Verspannungen

können reduziert werden. Auch

Kopfschmerzen lassen sich vermeiden.

Und all das hat letztlich zur Folge, dass

die Schlafqualität steigt.

Das RECOVERY PILLOW ist

außerdem für alle Schlafpositionen geeignet

und es lässt sich klein zusammenrollen,

um es überallhin mitzunehmen:

Als dein ständiger Begleiter sorgt das

„Erholungskissen“ dafür, dass du auch

in fremder Umgebung besser schläfst.

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44 SPORTaktiv


RUN

Training – Menschen – Material

Fotos: iStock (2), Zürich Marathon, Österreichischer Frauenlauf

DER GRÖSSTE DER WELT

Mit 33.000 Teilnehmerinnen ist der

Wiener Frauenlauf am 26. Mai der

größte der Welt. Gelaufen wird im

Prater über 5 oder 10 Kilometer.

www.oesterreichischerfrauenlauf.at

MARATHON AM SEE

Warum nicht einmal bei den Eidgenossen

laufen? Am 28. April beim

Zürich-Marathon zum Beispiel, der

großteils entlang des malerischen

Zürichsees verläuft. Infos unter:

www.zuerichmarathon.ch

COMEBACK DER 4 TRAILS

Nach 4 Jahren Pause gibt es die

„4 Trails“ wieder. Über 4 Etappen

zwischen 22 und 26 Kilometer geht

es von Seefeld nach Imst. Start ist

am 10. Juli 2019.

www.planb-event.com


AUF DIE

GRÖSSE

KOMMT

BEIM MARATHON GILT

DIESER SATZ. ALLER-

DINGS VERKEHRT HER-

UM. DORT SIND DIE KLEI-

NEN DIE GRÖSSTEN, WEIL

IHRE KÖRPERGRÖSSE EIN

KRITISCHES MASS NICHT

ÜBERSCHREITET. WAR-

UM ES AUF DER 42,195

KILOMETER LANGEN

LAUFSTRECKE EIN VOR-

TEIL IST, WENN MAN EIN

BISSCHEN KLEINER IST.

VON KLAUS MOLIDOR (177 CM, 63 KG)

ES AN

lso rechnet das Milchmädchen: Große

Menschen haben lange Beine, machen

dadurch größere Schritte und sind dadurch

auch schneller. Warum sind sie

dann auf der Marathondistanz nicht im

Vorteil? Die Rechnung geht beim Gehen

doch auf, wenn wir als 177 cm

„große“ neben Zwei-Meter-Hünen in

der Fußgängerzone spazieren. Immer ein

bisschen hintennach, immer einen halben

Schritt zu kurz. Warum war dann

von den letzten fünf Marathon-Weltrekordhaltern

nur einer mehr als 172

cm groß?

„Beim Laufen ist das anders als

beim Gehen“, sagt Sportwissenschafter

Kurt Steinbauer, selbst ehe-

Illustration: istock

46 SPORTaktiv


maliger Leichtathlet und Trainer. Denn

zum einen bedinge ein langes Bein nicht

auch zwangsläufig einen langen Schritt.

Der hängt auch in entscheidendem Maß

von der Technik ab. „Rein physikalisch

betrachtet müsste ein Läufer, der exakt

dieselben Proportionen hat wie du, aber

doppelt so groß ist, auch gleich schnell

einen Marathon laufen“, sagt der Experte.

Das ist aber nicht so. Weil: Das Gewicht

verändert sich nicht im selben

Maße wie die Größe. „Bei drei Prozent

Größe steigt das Gewicht um neun Prozent.“

Dadurch muss der Läufer also

mehr Gewicht mitschleppen, was mehr

Energie kostet. Die Fußgröße spielt

ebenfalls eine Rolle. „Weil sie nicht direkt

proportional zu Gewicht und Größe

mitwächst, muss der Fuß eines größeren

und schwereren Läufers pro Quadratzentimeter

eine stärkere Belastung

aushalten“, erklärt Steinbauer ein weiteres

Mosaiksteinchen im Gesamtbild.

AUSREDE FÜR

HOBBYSPORTLER

IST DIE GRÖSSE

ABER KEINE.

Nachteil Wärmetransport

Dazu kommt auch die Temperatur.

„Größere Menschen sind schwerer und

erzeugen für die gleiche Geschwindigkeit

mehr Energie. Es entsteht also mehr

Wärme. Da mit mehr Größe zwar mehr

Gewicht, aber nicht adäquat mehr Körperoberfläche

dazukommt, können größere

Läufer weniger Wärme abgeben.

Sie brauchen damit also auch mehr

Energie zur Kühlung.“ Auch auf diesem

Sektor sind Kleine also im Vorteil. Und:

Längere Beine bedeuten auch eine längere

Pendelbewegung der Beine beim

Zurückschwingen nach dem

Schritt. „Dadurch wird

ebenfalls mehr Energie

verbraucht.“ Beim Marathontempo,

das in der

Weltklasse gelaufen wird,

also um die 20 km/h

spielt dann auch schon

der Luftwiderstand eine

Rolle. Breitschultrige

1,90-Hünen haben da

mehr Angriffsfläche als die

kleinen „Gazellen“ aus Kenia und Äthiopien

– die aufgrund ihrer körperlichen

Voraussetzungen überhaupt im Vorteil

SPORTaktiv

47


WÖRTHERSEE

HALBMARATHON

Sommergenuss und einzigartige Urlaubsstimmung

im Süden Österreichs erwartet

tausende Laufbegeisterte bei der 18. Auflage

von Kärnten Läuft vom 23.– 25. August 2019.

Heuer wieder mit

hochwertigem Craft

Funktionsshirt als

Läuferbenefit!

sind. Wer einmal hinter Sportlern aus dieser Ecke

nachgelaufen ist, weiß: Sie haben unfassbar dünne

Waden und einen kleinen, dafür sehr effizienten

Wadenmuskel. „Das spart wieder Masse und

Gewicht und dadurch Energie“, rechnet Steinbauer

vor. „Je geringer die Wadenmuskulatur,

umso weiter rückt der Schwerpunkt hüftwärts

und desto weniger Energie braucht das Vor- und

Rückschwingen.“ Gepaart mit extrem starken

Sehnen können diese Läufer einfach viel mehr

Gas geben als zum Beispiel Mitteleuropäer.

Die beruhigende Tatsache für die Großen: Der

Leistungsunterschied macht trotz all der genannten

Faktoren maximal zwischen drei und fünf

Prozent aus. „Das ist im Spitzensport, wenn es

um den Weltrekord geht, natürlich schon signifikant,

beim Hobbysportler aber in Summe zu vernachlässigen.“

Weil das alles immer auf die Idealmaße

gerechnet ist und Hobbyläufer – egal, wie

groß oder klein sie sind – diesen Maßen ja selten

entsprechen.

Womit wir beim Prototyp des Marathonläufers

sind: „Die Statistik zeigt, dass eine Größe von

169, 170 Zentimetern bei einem Gewicht von 54

Kilogramm ideal ist.“ Österreichs Rekordhalter

Günther Weidlinger erfüllt diese Zahlen exakt

mit Leben und wiegt 54 Kilogramm bei 169 cm.

Weltrekordhalter Eliud Kipchoge ist 167 cm

groß und wiegt 56 Kilogramm. Und von den vier

Vorgängern des Kenianers Dennis Kimetto, Wilson

Kipsang, Patrick Makau und der Legende

Haile Gebrselassie war nur Kipsang die Ausnahme

von der Regel mit seinen 183 cm bei 62 Kilogramm

Körpergewicht.

Keine Ausreden

Theoretisch wäre es aufgrund der Energieersparnis

besser, sogar noch kleiner zu sein. „Es gibt

aber natürlich eine minimale Schrittlänge, die

schon mit der Größe zusammenhängt.“ Deutlich

unter 160 cm verkehrt sich der Vor- also wieder

in einen Nachteil. Auch das Gewicht lässt sich

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EINE GRÖSSE VON 170

ZENTIMETERN BEI EINEM

GEWICHT VON 54 KILO-

GRAMM IST IDEAL.


präsentiert von

KURT

STEINBAUER

ist Sportwissenschafter,

Leistungsdiagnostiker und

Lauftrainer in Graz und

Deutschlandsberg (ST)

www.spiritofsports.at

nicht unendlich nach unten schrauben. „Die

Spitzenathleten haben einen Body-Mass-Index

von rund 18 bis 19. Das ist schon sehr wenig.

Darunter bist du sehr infektanfällig und es fehlt

dir die Substanz“, sagt Steinbauer. Unter einen

Schnittpunkt von Größe und Gewicht zu kommen

lohnt sich also nicht.

Und wie sieht das bei den Frauen aus? „Prozentuell

ist der Abstand zwischen Mann und Frau

beim Marathon gering“, erklärt Steinbauer.

„Auch die schlanksten Frauen haben einen prozentuell

höheren Körperfettanteil als Männer.

Das wiederum reduziert die Sauerstoff-Aufnahmefähigkeit

pro Kilogramm Körpergewicht.“

„Ausrede für Hobbysportler ist die Größe ganz

sicher keine“, fasst Steinbauer zusammen. Der

Effekt wirkt sich hauptsächlich ganz oben an der

Weltspitze aus. „Wenn wir von einer Laufzeit um

die 3:30 Stunden sprechen, so würde der Unterschied

zwischen einem 170 cm und einem 195

cm großen Läufer keine 15 Minuten ausmachen.“

Überhaupt wird der Effekt kleiner, je

langsamer das Tempo ist. Bei über vier Stunden

fällt er also schon kaum ins Gewicht. „Es kann

also durchaus jeder, der sich ordentlich vorbereitet,

einen Marathon laufen“, sagt Steinbauer.

„Egal, ob er oder sie 195 cm oder 160 cm groß

ist.“ Außerdem geht es für uns alle außerhalb des

Promilles an Spitzenläufern doch darum, die

klassische Distanz und vor allem sich selbst zu

überwinden.

Kleine Zeitung Graz Marathon

Der Herbstklassiker durch die Grazer Innenstadt!

Sei vom 11.–13. Oktober 2019 mit dabei, es warten:

Distanzen von 5 bis 42 km

Kinder- und Jugendläufe

Lauf-Urlaub-Packages für die ganze Familie

Knapp 10.000 Teilnehmer und tausende Zuschauer

Streckenführung durch die Grazer Innenstadt

Unvergessliches Laufverlebnis durch die unzähligen

„Hot-Spots“ mit Musik, Tanz, u. v. m.

Infos und Anmeldung: www.grazmarathon.at

WO DER SPORT DIE NR. 1 IST


DAS WÄR DOCH

WAS FÜR DEN

LAUFHERBST ...

Kaum hat der Frühling angefangen,

soll man schon an September

denken? Aber sicher! Ein

Marathon will schließlich gut

vorbereitet sein. Also passt der

Tipp: Der 22. WACHAUmarathon

findet heuer am 29.

September statt und die Anmeldeportale

sind schon offen.

Neben der schönen und schnellen

Strecke durchs Weltkulturerbe

Wachau gibt es weitere

Gründe den Klassiker zu laufen:

Dass die Veranstaltung den

Einsatz von Plastik reduziert

zum Beispiel. Regenponchos

und Startersackerl sind zu 100

% biologisch abbaubar. Und als

erste heimische Großlaufveranstaltung

gibt es einen Versicherungskomplettschutz.

Es bleiben

Goodie-Bags für alle, eine tolle

Endverpflegung und die altbewährten

Strecken.

Neben Marathon, Halb- und

Viertelmarathon gibt es auch

wieder flexible Staffeln und

einen Nordic-Walking-Bewerb.

www.wachaumarathon.com

Foto: Wachaumarathon

SPORTaktiv

59


WOHIN

LÄUFT’S?

EIN BESUCH AUF DEM LAUFSPORTSYMPOSIUM

DER SPORTARTIKELMESSE ISPO GEWÄHRT EINEN

SPANNENDEN EINBLICK IN DIE ZUKUNFT DER

LAUFSCHUH-BRANCHE. VON „CONNECTED FOOT-

WEAR“, SOHLENFORMEN, WUNDERMATERIALIEN

UND DREHKRÄFTEN.

VON KLAUS MOLIDOR

Laufschuhmarken

gibt es im deutschsprachigen

Raum

auf dem Markt.

Klar, dass da jeder

versuchen muss, seine Nische zu finden,

sein Alleinstellungsmerkmal.

Ein derartiges Haifischbecken treibt

letztlich die Innovationen voran.

Keiner kann es sich erlauben immer

more of the same zu machen.

Zugleich ist der Markt auch lukrativ.

Das deutsche Fachblatt „Runner’s

World“ hat auf der Sportartikelmesse

ISPO in München Einblick

gewährt in das Lauf- und

Kaufverhalten seiner Leserschaft.

Demnach geben Läufer im Schnitt

knapp 300 Euro pro Jahr nur für

Laufbekleidung aus. Fast ebenso viel

allerdings auch für Schuhe. Und

von denen planen 92 Prozent – also

nahezu jeder – sich im kommenden

Jahr einen Schuh zu kaufen. Vielläufer

– und das sind Leute, die ein

reines Laufmagazin konsumieren, sicher

zum größten Teil – besitzen im

Schnitt 5,5 Paar Laufschuhe, für die

sie pro Paar 130 Euro ausgeben.

Also: Da rollt auch der Rubel ordentlich.

Kein Wunder also, dass sich auf

der ISPO die Szene trifft, um Gedanken

auszutauschen, in die Zukunft

zu blicken, oder einfach zu

schauen, was sich am Markt gerade

so tut. Alle namhaften Hersteller

waren vertreten, teilweise mit der

Vorstandsriege. Und was man spürt:

Alle sind in Bewegung.

Die japanische Marke Asics etwa,

lange Zeit unangefochtener Marktführer

bei Straßenlaufschuhen in

Österreich, will sich wieder mehr

auf ihr Kerngeschäft konzentrieren

und hat zwei Jahre lang im hauseigenen

Labor in Kobe an einer Innovation

getüftelt. Ziel war einen Schuh

zu bauen, der das Verletzungsrisiko

senkt und das Laufen effizienter

Foto: Gernot Eder

macht. Dafür wurden verschiedenste

Sohlenformen getestet, herausgekommen

ist eine Form, die im vorderen

Teil aufgebogen ist. So soll das

natürliche Abrollverhalten unterstützt

werden. Vor allem aber: Die

Bewegung im Sprunggelenk soll damit

verringert werden. Dadurch

würde man weniger schnell ermüden,

gleichzeitig sinkt die Verlet-

52 SPORTaktiv


zungsgefahr. Bis zu 20 Prozent mehr

Lauf-Effizienz versprechen die Japaner.

Auf der anderen Seite der Welt, in den

Vereinigten Staaten von Amerika stellt

sich Under Armour, bislang hauptsächlich

auf dem Bekleidungssektor aktiv,

neu auf. Mit einem Chip im Schuh, der

allerhand Daten aufzeichnet (siehe auch

Ausprobiert auf Seite 66). Seit 2015 arbeitet

Under Armour an dem Projekt

„connected footwear“. Zielgruppe des

Ganzen. Einerseits Athleten, die damit

ihr volles Potenzial ausschöpfen sollen,

weil sie Aufzeichnung zur Schrittlänge,

Geschwindigkeit, Entfernung etc. immer

automatisch aufgezeichnet bekommen.

Zum anderen aber auch der

Durchschnittsläufer, der mit dem Schuh

ein Rundumservice bekommt und auf

Wearables verzichten kann. Ablesbar

sind die Daten dann via Handy-App –

das heute ohnehin jeder hat und das

beim Lauf sogar zu Hause bleiben kann.

Immer wieder Thema unter Läufern ist

auch die Haltbarkeit der Schuhe und da

vor allem auch der Abrieb der Außensohle.

Viele Jahre lang wurde und wird die

Forschungsenergie auf die Zwischensohle

gerichtet. Die britische Trailrunning-

Schuhmarke Inov8 (sprich: Innovate)

SPORTaktiv

53


WIR HABEN EINEN SCHUH ENTWICKELT,

DER DIE KRAFT IM ZENTRUM DER

GELENKE ZENTRIERT, SODASS

BEIM LAUFEN KEINE SCHÄDLICHEN

DREHKRÄFTE WIRKEN.

BIOMECHANIK-KORYPHÄE PETER BRÜGGEMANN

trägt die Innovation schon im Namen

und wirkt dem entgegen. Zusammen

mit der Uni Manchester hat man eine

Sohle entwickelt, die auch nach mehr als

1000 Kilometern über Trails und Straßen,

Wald und Fels noch kaum Abnützungserscheinungen

zeigt. Das Ei des

Kolumbus dabei: Graphene. Seit Andre

Geim und Konstantin Novoselov die

zweidimensionale Kohlenstoffverbindung

isoliert und dafür 2010 den Nobelpreis

für Physik erhalten haben, wird es

als Wundermaterial gefeiert. Weil es

dünn und biegsam ist und gleichzeitig

abriebfest. „In der speziellen Mischung

mit Gummi konnten wir die Sohle um je

50 Prozent stärker, elastischer und strapazierfähiger

machen“, erklärt Dr. Aravind

Vijayaraghavan von der Universität Manchester.

Mehr Grip also bei weniger Abnützung.

„Und das ist erst der Anfang.“

Ganz am Anfang stehen auch zwei bekannte

Herren aus der Laufschuhbranche,

Andre Kriwet und Peter Brüggemann.

Beide haben bei Nike, Asics und

Brooks in der Entwicklung gearbeitet,

jetzt wollen sie eine eigene Marke auf

die Beine stellen. „Braucht es wirklich

eine 38. Marke?“, fragt Kriwet selbst

sehr kritisch. Und meint: Ja. In diesem

Fall schon. Biomechanik-Koryphäe

Brüggemann hat sich intensiv mit dem

Aufsetzen des Fußes auf dem Boden auseinandergesetzt

und einen Schuh entwickelt,

der so Brüggemann, „die Kraft im

Zentrum der Gelenke zentriert, sodass

beim Laufen keine schädlichen Drehkräfte

wirken.“ Sprunggelenks- oder

Knieschmerzen sollen damit gar nicht

erst entstehen. Möglich macht das laut

Brüggemann die Hufeisenform der Sohle

im Fersenbereich. Dadurch wird –

vereinfacht gesagt – die Aufprallenergie

zum Vorderfuß weitergeleitet. In

Deutschland sollen die Schuhe noch

heuer auf den Markt kommen, wann es

sie in Österreich geben wird, steht in

den Sternen. Bis dahin werden Läufer

wohl noch einige Euros in andere

Dinge investieren.

Smart Outdoor Watch

WSD-F30

• Farbige Karten auch offline nutzbar

• Dual-Layer-Display mit LCD

(monochrom) und OLED (farbig)

• Energiesparende GPS-Funktion

• Wasserdicht bis 5 Bar (50m)

• Robust nach Militärstandard

MIL-STD-810G

• In Orange, Blau und Schwarz erhältlich

protrek.eu

Wear OS by Google is a

trademark of Google LLC.


AUF DIE GEWINNER ...

... des Uniqa-Familien-Sportcastings

warten nicht nur Startplätze

und Übernachtungen beim Großglockner

Berglauf, sondern auch

wertvolle Ausrüstungsteile: unter

anderem Trailrunningschuhe

von Viking Footwear sowie GPS-

Sport uhren von Garmin.

MIT UNIQA ZUM

GROSSGLOCKNER BERGLAUF

UNIQA UND DER GROSSGLOCKNER BERGLAUF SUCHEN

BEIM GROSSEN „UNIQA FAMILIEN-SPORTCASTING“ EINE

SPORTLICHE FAMILIE! EUER ZIEL IST DER „GROSSGLOCK-

NER BERG LAUF“ AM 14. JULI!

Fotos: wisthaler.com, Hersteller

WEITERE INFOS

mythosglockner.com

CASTING-ANMELDUNG

Schreibt so schnell

wie möglich eine E-Mail mit Foto

und Angaben zu den Familienmitgliedern

und dem Betreff

„UNIQA Familie“ an:

office@mythosglockner.com

Ihr sucht als ganze Familie noch euer

sportliches Highlight 2019? Und ihr wollt

zeigen, was ihr gemeinsam draufhabt? Dann

haben wir das Richtige für euch: Nehmt teil

am UNIQA Familien-Sportcasting für den

Großglockner Berglauf 2019!

Gesucht wird eine sportliche Familie, die

sich den Herausforderungen des Berglaufs

stellt. Und die lesen sich so: Während

die Eltern am Sonntag, 14. Juli, beim

Großglockner Berglauf antreten, beweist

der Nachwuchs seine Leistungsfähigkeit

bereits am Freitag beim Kleine Zeitung

Kinderlauf powered by Viking Footwear.

Auf die Gewinner-Familie des UNIQA

Familien-Sportcastings wartet dieses attraktive

Großglockner-Berglauf-Rundumpaket

im Gesamtwert von über 2000 Euro:

• 2 Übernachtungen der Familie im

HUNGUEST Hotel Heiligenblut am

Eventwochenende;

• Gratis-Startplätze für die Eltern beim

Großglockner Berglauf 2019;

• Gratis-Startplätze für die Kinder beim

Kleine Zeitung Kinderlauf powered by

Viking Footwear;

• Laufschuhe von Viking Footwear;

• eine Garmin-GPS-Sportuhr für

die Eltern;

• BUFF®-Headbands für die ganze Familie.

Und damit die Casting-Gewinner garantiert

in Bestform zum Großglockner-Event anreisen,

macht sie der UNIQA VitalCoach fit

– mit einem 16-Wochen-Trainingsplan

inklusive sechs Individual-Coachings und

abgestimmten Ernährungsplänen!

ACHTUNG: Der Großglockner Berglauf ist

seit November ausverkauft. Für die Bike

Challenge sowie für Teilnehmer des „Uniqa

Vorbereitungswochenendes“ von 24. bis 26.

Mai sind noch Startplätze zu haben.

SPORTaktiv

55


MARATHON OHNE GRENZEN

Die Strecke des Radenci Marathon führt auch bei der

39. Auflage wieder durch Slowenien und Österreich.

18. MAI. Laufen verbindet. Das zeigt der Radenci Marathon,

der auch heuer wieder im slowenischen Radein startet,

wenige Kilometer von der Grenze zu Österreich entfernt.

Dabei überschreitet der älteste Marathon Südosteuropas

wieder Grenzen und geht durch Slowenien und Österreich.

Frühbucher zahlen bis zum 18. April 30 Euro, danach kostet

die Teilnahme 40 Euro. „Mit der Strecke durch beide Staaten

sind wir uns noch einen Schritt näher gekommen“, freut sich

Heinrich Schmidlehner, Bürgermeister von Bad Radkersburg.

www.maraton-radenci.si/de

Foto: Veranstalter

EPISCHES ABENTEUER AM GLOCKNER

Am 26. Juli steigt in Zell am See-Kaprun der Start in die

Bewerbe des Großglockner-Ultra-Trails, kurz GGUT.

SALZBURG. Es ist kurz vor 22 Uhr in Kaprun, Blick Richtung

Alpenhauptkamm – der Start in ein episches Abenteuer

rund um Österreichs höchsten Berg, den Großglockner.

Vor den Läufern liegt die Glocknerrunde mit 110 Kilometern

und 6500 Höhenmetern durch die Hochgebirgslandschaft

des Nationalparks Hohe Tauern. Aber keine Angst:

Von 26. bis 28. Juli kannst du dich in Zell am See-Kaprun,

Kals am Großglockner und Weissee-Uttendorf auf Teilstrecken

herantasten: über 30, 50 oder 75 Kilometer.

www.ultratrail.at

Foto: Markus Frühmann

Foto: Vidalli, Fotolia/Adobe

Startzeit Strecke Runden

Nenngeld

Voranmeldung

Samstag

Nenngeld

Nachmeldung

Nordic Walking 13:00 Uhr 7,3 km 1 € 21,-- € 27,--

Knirpse-Lauf 13:05 Uhr 300 m 1 € 3,-- € 3,--

Kinderlauf 13:10 Uhr 1,2 km 1 € 7,-- € 9,--

Jugendlauf 13:30 Uhr 2,4 km 2 € 10,-- € 14,--

Hobbylauf 14:30 Uhr 5 km 2 € 18,-- € 24,--

Hauptlauf 14:30 Uhr 10 km 4 € 21,-- € 27,--

Anmeldung schon jetzt möglich: www.frohnleiten.or.at/stadtlauf

27. April 2019

Stadtgemeinde

Frohnleiten

Start in die

Laufsaison

Info & Anmeldung auf www.frohnleiten.at

ab 13:00 Uhr


8. RAPIDLAUF

10. MAI 2019

€ 5,– pro Anmeldung gehen an:

DIE RAPIDFAMILIE HILFT!

ALLE INFOS & ANMELDUNG

UNTER RAPIDLAUF.AT & FACEBOOK.COM/RAPIDLAUF

SPORTaktiv

57


GEMISCHTES

DOPPEL

ZWEI MARATHONS IN NEUN WOCHEN, EINER AUF DER

STRASSE, EINER IM GELÄNDE: LESERIN GRAZYNA

BRANDSTÄTTER IST AUF KURS ZU IHREM GROSSEN ZIEL

FÜR 2019. WIE GUT LASSEN SICH STRASSENLAUFEN

UND TRAILRUNNING EIGENTLICH KOMBINIEREN?

VON CHRISTOF DOMENIG, FOTOS: THOMAS POLZER

Wir Menschen neigen zum

Schubladendenken: entweder

ein City-Marathon oder ein

Trailrun. Es kommt selten vor, dass sich

jemand alle beide dieser populären

Spielarten des Freizeitlaufsports auf

Fortgeschrittenenniveau vornimmt.

Vor allem in so einem kurzen Zeitraum,

wie es unsere Leserin Grazyna

Brandstätter vorhat: Bloß neun Wochen

liegen zwischen dem traditionsreichen

Marathon in ihrer Heimatstadt Linz

58 SPORTaktiv


und dem „jungen“ Mozart-100-Ultrarun

am 15. Juni. Für Linz hat sich die

36-Jährige die ambitionierte Zielzeit

von 3:45 Stunden vorgenommen.

Beim Mozart 100 will sie noch einmal

42 Kilometer zwischen St. Gilgen und

Salzburg drauflegen, als Trailrun mit

1890 Bergauf- und 2000 Bergab-Höhenmeter.

Das wird auch die Premiere

in einem Trailrunningbewerb für die

ambitionierte Freizeitsportlerin, die in

der IT-Branche arbeitet, werden.

Die Ausgangslage

stimmt zuversichtlich:

Die Leistungsdiagnostik

Ende Jänner bewies,

dass die Linzerin

das Rüstzeug für zwei

Marathons in neun

Wochen mitbringt.

Soweit die Eckdaten des Projekts,

mit dem sich Brandstätter bei unserer

Aktion „2019 wird mein Jahr“ beworben

hat. Um für dieses Vorhaben optimal

vorbereitet zu sein, haben wir unserer

Leserin den Niederösterreicher

Gerhard Schiemer vermittelt. Der

Sportwissenschafter und Lauftrainer ist

selbst seit Jahren Mitglied im Trailrunning-Nationalteam

und trainiert aktuell

unter anderem Österreichs „Trailrunner

des Jahres 2018“ Florian Grasel.

Wie schätzt Schiemer die Pläne ein?

„Sehr gut – es hat alles Hand und

Fuß“, so das Ersturteil der Trainers. Die

Kombination aus Straßenlauf und

Trailrunning sei grundsätzlich absolut

stimmig. „Viele Läufer schränken sich

durch Spezialisierung zu stark ein.“

Ambitioniert ist Grazynas Vorhaben

dennoch, keine Frage – allein durch die

zeitliche Abfolge: Rechnet man vier

Wochen Erholungszeit nach dem Linz

Marathon, bleiben genau noch fünf

Wochen für eine „trailspezifische“ Vorbereitung

auf den Mozart 100 übrig.

Sich bis Linz voll auf den Straßenmarathon

zu konzentrieren, funktioniert daher

nicht: Daher trainiert die Oberösterreicherin

schon seit Februar „gemischt“

und streut wöchentlich zumindest

eine lange Traileinheit in ihre

Marathonvorbereitung ein.

Ein starkes Fundament

Und das werde auch beim Marathon

kein Nachteil sein, sagt Gerhard Schiemer.

Denn, noch einmal grundsätzlich

gesprochen: „Je weiter Wettkämpfe entfernt

sind, desto abwechslungsreicher

soll eine Vorbereitung sein. Im Winter

trainieren Trailrunner oft 70 Prozent

Grundlagenausdauer im Flachen. Marathonläufer

profitieren umgekehrt von

regelmäßigen Hügelläufen oder Fahrtspielen

ungemein. Rückt der Wettkampf

näher, wird die Vorbereitung

dann immer spezifischer. Für den Trailrunner

etwa kehrt sich das Verhältnis in

den Wochen vorm Wettkampf um – 70

Prozent trailspezifisch bergauf und bergab

versus 30 Prozent Grundlagen.“

Das Straße-Trail-„Doppel“ unserer

Leserin steht aber auch deshalb auf solidem

Fundament, weil sie genau das mitbringt:

Eine starke Fitnessbasis in Form

einer hervorragenden Grundlagenausdauer.

Seit Jahren bestreitet sie Triathlons

und sie lief 2018 schon den Linz

Marathon in sehr guten 3:57. Diese

Grundlage wirkte sich auch bei der Leistungsdiagnostik

aus: Ende Jänner, gleich

SPORTaktiv

59


ACHT BRÜCKEN UND EIN HEXENKESSEL

Am Staatsfeiertag zieht es die Läufer wieder zum

19. Leobersdorfer Fortuna Brückenlauf (NÖ).

NIEDERÖSTERREICH. Mehr als 2000 Läufer werden am

1. Mai in Leobersdorf erwartet und noch mal so viele Fans

werden die Läufer über die 10 km und alle acht Ortsbrücken

pushen. Alle Finisher bekommen eine coole Laufkappe

geschenkt. Viel Spaß versprechen die McDonald’s Family

Fun Days und die 3er-Staffel. Ein 5-km-Nordic-Walking

sowie Jugendläufe stehen ebenfalls auf dem Programm.

Gratis-Kaiserschmarrn, günstige Laufschuhe und buntes

Bühnenprogramm gibt es beim Brückenläufer-Empfang

mit Laufmesse am Vortag (30. 4.). www.brueckenlauf.at

PARKTHERME

WÜSTENLAUF

Samstag, 29. Juni 2019

Region Bad Radkersburg

Präsentiert von:

MAG. GERHARD

SCHIEMER

aus Bad Vöslau (NÖ) ist Sportwissenschafter,

Mitglied im

Trailrunning-Nationalteam und

Teilnehmer an der Trailrunning-

WM. Trainer u. a. von Österreichs

erfolgreichstem Trailrunner

Florian Grasel.

www.gerhardschiemer.at

nachdem wir Grazyna Brandstätter für unsere Leseraktion

ausgewählt hatten, trafen sich Läuferin und Coach

zur sportwissenschaftlichen Standortbestimmung bei

Wind und Nieselregen auf einer Laufbahn südlich von

Wien. Wie der Laktattest zeigte, „war das Verhältnis von

Intensität zu Umfang, mit dem Grazyna schon bisher

trainierte, sehr stimmig“, sagt Schiemer. Eine Marathon-Prognose

von 3:44 schon im Jänner zeigte, dass

sich die 36-Jährige selbst sehr gut einschätzen kann.

In den Wochen nach der Diagnostik trainierte die

Hobbysportlerin zudem krankheits- und verletzungsfrei,

lief im Schnitt 7 bis 8 Stunden in der Woche und

sie ergänzte ihr Training durch eine Stabilisationseinheit

sowie zwei Schwimmeinheiten zum Regenerieren.

Und das alles neben einem 40-Stunden-Job. Fleiß hat

einen Namen: Grazyna ... Ihre Trainingsdaten übertrug

sie regelmäßig auf die Online-Plattform von Garmin,

Bewerbe:

• Halbmarathon 21,1km

• 7km & 14km Laufbewerb

• 3er Teamwertung

• Nordic Walking (7km)

• Bambini Sprint

• Kids Sprint

Schon unterwegs

mit dem gelben

„Apex II Boa

GTX“-Trailrunningschuh,

den Viking

unserer Leserin zur

Verfügung stellt.

Ein Event von:

Info und Anmeldung: www.wuestenlauf.at


GRAZYNA

BRANDSTÄTTER

ist 36, arbeitet in der IT-Branche

und wohnt in Linz. SPORTaktiv

begleitet sie im Rahmen der

Aktion „2019 wird mein Jahr“ –

dem gemischten Marathondoppel

aus Linz Marathon (14. April)

und „Mozart 100“ (15. Juni).

14.09.2019

2.800m

Höhenunterschied

4

Punkte

1.900m

Höhenunterschied

3

Punkte

75

1.100m

Höhenunterschied

2

Punkte

Qualifikationsrennen

FOTO : MARIE KAYSER

Fotos: Thomas Polzer, Grazyna Brandstätter

wo Gerhard Schiemer stets Zugriff auf die Daten hatte.

„Die Leistungsdiagnostik, die Tipps zur Trainingsgestaltung

und zur Lauftechnik von Gerhard haben

mir wirklich schon bisher sehr geholfen. Ich hab ihn

bei unserem Treffen auch richtig ausgequetscht“, lacht

die Linzerin bei der ersten Zwischenbilanz über ihren

Weg zum anvisierten Ziel.

Freihändig zum Mozart

Ratschläge bekam sie auch schon zur Traillauf-Technik.

Fix ist auch schon, dass Brandstätter aufs

Erlernen der Trailrunning-Stocktechnik verzichten und

den Mozart 100 quasi „freihändig“ laufen wird. „Stöcke

sind bei der Höhenstruktur des Laufs auch nicht

notwendig“, sagt Schiemer – und erklärt die „Faustregel“:

Je mehr Höhenmeter, je steiler Bergauf- und

Berg abpassagen, desto eher bringen Stöcke einen Vorteil.

Allerdings nur, wenn man mit der spezifischen

Stocktechnik beim Trailrunning wirklich vertraut ist,

„und bis man diese wirklich gewinnbringend einsetzen

kann, braucht es drei, vier oder auch fünf Monate Training.“

Zeit, die nicht zur Verfügung stand.

Im März bekam die Oberösterreicherin schließlich

noch einen Trailrunning-Schuh von Viking für ihr

Projekt. Den probierte sie bei ersten Trailläufen schon

aus – intensiver noch wird er nach dem Linz Marathon

zum Einsatz kommen. Dann wird es auch noch einmal

ein Trailtechniktraining für die Kandidatin geben. Eines

darf man freilich bei aller Vorfreude auf die Trailrunning-Premiere

nicht vergessen: Erst steht einmal

ein voller Linz Marathon auf dem Pfad zu Grazyna

Brandstätters großem Ziel „im Weg“.

Über den Fortschritt der anderen

Teilnehmer der Leseraktion Karin Alexa

und Marco Rutz lest ihr auf der folgenden Seite

WIRD

MEIN

2019 JAHR


ZWISCHENBILANZ

UNSERER LESERAKTION:

WIE ES KARIN ALEXA

UND MARCO RUTZ BEI

IHRER VORBEREITUNG

SEIT ENDE JÄNNER

ERGANGEN IST.

MEIN

2019WIRD

JAHR

KARIN ALEXA

Karin Alexa aus Kapfenberg (St) hat erst vor zwei

Jahren das Wandern und Berggehen für sich entdeckt

– nach einem „Erweckungserlebnis“ am Hochschwab

(2277 m). Doch ein Lungeninfarkt machte der 48-Jährigen

im Jahr darauf einen dicken Strich durch die

Bergsaison. Heuer will Karin wieder durchstarten und

zurück zu „ihrem“ Hochschwab. Und es schaut super

aus. „Das Foto ist auf der Bürgeralm entstanden, einer

meiner absoluten Lieblingsberge“, erzählt sie. „Ich war

heuer auch schon auf der Mugl, dem Rennfeld, dem

Brucker Hochanger und auf der Häuslalm. Ich fühle

mich sehr gut, bin auch wöchentlich beim Joggen aktiv

und freu mich aufs Frühjahr.“ Der „Schwobn“ muss

noch warten, dort liegt noch extrem viel Schnee.

MARCO RUTZ

Der 36-jährige Schweizer aus Schaffhausen will im Juni den Ironman 70.3 in Rapperswil in

der Nähe von Zürich absolvieren. „Das Training läuft gut, den Marathon in Barcelona am

10. März bin ich in 3:36 Stunden gelaufen“, berichtet Marco. Jetzt legt er vor allem Wert auf

das Radtraining. Sorgen bereitet ihm, dass er keinen Triathlonlenker verwenden kann. „Das

lässt meine Hüfte nicht zu.“ Zum Schwimmen hat er von uns einen Neoprenanzug von Aqua

Lung bekommen. „Technisch bin ich wahrscheinlich eine Niete.“ Ab Mai will er vermehrt in

Naturgewässern trainieren, „um das Open-Water-Schwimmen noch zu verbessern“.

Fotos: privat

MIN.

62 SPORTaktiv

DIE HÄRTESTE

SIGHTSEEINGTOUR

DER WELT

10 15

HINDER-

NISSE

MIN.

JETZT!

ANMELDEN

25. MAI 2019

innsbruckathlon.at

15. JUNI 2019

grazathlon.at

21. SEPTEMBER 2019

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JEDER IST

EIN SIEGER!

DREI VON VIELEN GUTEN GRÜN-

DEN, AM 27. OKTOBER BEIM „SWISS

CITY MARATHON LUCERNE“ IM

SCHWEIZER LUZERN MITZULAUFEN.

SWISS CITY

MARATHON

LUCERNE

Termin: 27. 10. 2019

Informiere dich beim

Stand des Swiss City

Marathons bei den

Marathon-Expos in Wien

(5./6. April) und Salzburg

(17./18. Mai).

www.swisscity

marathon.ch

Sightseeing pur

Der Lauf führt an den geschichtsträchtigen

Bauten einer 700-jährigen Stadt,

am Vierwaldstättersee, am Hausberg

Pilatus und an Zeitzeugen modernen

Bauens (wie dem KKL Luzern oder dem

Fußballstadion des FC Luzern) vorbei.

Jeder ist ein Sieger

Weil der SwissCityMarathon kein Elitefeld

anzieht, gilt die Aufmerksamkeit

nicht einer bestimmten Läufergruppe.

Alle, die das Ziel erreichen, erleben

ihren persönlichen Triumph und werden

gefeiert wie die Erstplatzierten: Einsteiger

über 10 Kilometer, die Halbmarathonis,

diejenigen, die mit einer

Laufkollegin oder ihrem Geschäftspartner

den DuoMarathon bestreiten.

Und natürlich auch die Teilnehmer der

Königsdisziplin Marathon!

Österreich als Gastland 2019

Der SwissCityMarathon in Luzern rollt

den Teppich 2019 speziell für Laufbegeisterte

aus Österreich aus, die mit

einem speziellen Rahmenprogramm bei

der Marathon-Messe begrüßt werden.

Ein weiterer Vorteil für alle Teilnehmer:

die Hin- und Rückreise mit der Bahn ab

der Grenze sowie innerhalb der Schweiz

ist für alle Teilnehmer im Startgeld

inbegriffen.

ANZEIGE/Fotos: Swiss City Marathon Lucerne

64 SPORTaktiv


BROOKS

LEVITATE 2

Der neue Levitate 2 mit DNA AMP

gibt dir mit jedem Schritt mehr

Energie zurück. So fühlst du dich,

als ob du schneller und schneller

laufen könntest – auch wenn du

dachtest, dass das unmöglich ist.


AUS

PRO

BIERT

RUN

KOMPAKTER LAUFBEGLEITER

Wozu Ärmlinge eigentlich? Wenn es kalt ist, greife ich zum

Langarmshirt, wenn es warm ist zum kurzen. Für das Davor

und das Danach ist ein Jackerl immer noch das Beste. Jetzt

also aber doch Ärmlinge. Und zwar vom Kompressionsexperten

CEP (UVP € 39,90). Dafür braucht es schon einmal Armlänge

und Umfang an den dicksten Stellen an Ober- und Unterarm.

Das optimiert die Passform. Sitzen schon mal super. Eng

ohne einzuschneiden. Was sofort auffällt: Die Arme sind

durch die Kompression gleich leicht angewinkelt. Das unterstützt

auch den spitzen Armwinkel beim Laufen. Beim ersten

Lauf ist es kalt, ich trage sie unter einer dünnen Jacke zum

Kurzarmshirt, beim zweiten frühlingshaft. Die Überraschung:

Auch im Warmen ist das noch angenehm. Noch angenehmer:

die Kompression. Vor allem auf einer 90-Minuten-Runde mit

eingestreuten Sprints fühlt es sich gut an, wenn die Armmuskulatur

eng umschlossen ist. Natürlich schwitzt man drunter,

aber der Schweiß kühlt gleichzeitig.

Fazit: Angenehmes Trage- und Laufgefühl – man fühlt sich

irgendwie kompakter. In der Übergangszeit werden sie oft

zum Einsatz kommen. Bei tatsächlicher Hitze? Hm, schwer

vorstellbar.

WAS KÖNNEN ÄRMLINGE

MIT KOMPRESSION, EIN

LAUFSCHUH MIT CHIP UND

EIN SPEZIELLER SPORT-BH?

UNSERE REDAKTION HAT

WIEDER EIFRIG AUSPROBIERT.

VON NICOLE THÜRINGER, CHRISTOF DOMENIG

UND KLAUS MOLIDOR

Foto: Thomas Polzer

66 SPORTaktiv


DAS SMARTPHONE BLEIBT DAHEIM

DAMIT ALLES STRAFF SITZT

Sitzt, passt & nix verrutscht … Tja, gar nicht so leicht, den

richtigen Sport-BH zu finden, der wirklich sitzt. Es gibt nichts

Nervigeres, als wenn beim Sport alles hin- und her wackelt.

Der Momentum-Sport-BH von ANITA (UVP € 64,95) schafft Abhilfe:

Der BH mit den nahtlos verarbeiteten Cups bietet guten

Halt und gibt der Brust eine schöne Form, ohne zu pushen. Obwohl

er stramm sitzt, engt er nicht ein und auch der Brustkorb

wird nicht eingeschnürt – nix drückt, schneidet ein oder

scheuert. Lässig finde ich den breiten Bund, der für guten Halt

sorgt und die breiteren Entlastungsträger, die elastisch sind

und verstellt werden können. Außerdem ist der Momentum super

atmungsaktiv und unter dem Stoff sammelt sich kein

Schweiß.

Yoga-Einheiten mitgemacht, Hüpftest bestanden, mehrere

Laufsessions durchlebt und beim Hochstrecken der Arme

rutscht das Brustband nicht nach oben – das macht den Momentum

zu einem extrem belastbaren Sport-BH. Maximaler

Support und kein Verrutschen beim Laufen oder Workout und

daher volle Punktzahl!

2025 wird man wahrscheinlich schon mit einem Smartphone,

das in der rechten Hand integriert ist, auf die Welt kommen.

Bis dahin bleibt auf Laufrunden das Problem zu lösen, wie man

sein vifes Telefon mittransportiert: Oberarmtascherl und Co.

sind doch irgendwo immer bloß ein Kompromiss.

Doch halt – man braucht das jetzt gar nicht mehr: Die UNDER-

ARMOUR-Hovr-Infinite-Laufschuhe (UVP € 140,–) haben nämlich

die „Record Sensor“-Technologie im rechten Schuh sitzen.

Damit übernimmt der Schuh die Datenaufzeichnung und das

Smartphone kann daheimbleiben (falls das überhaupt jemand

will). Überschreitet man bei der Rückkehr die Türschwelle zur

Wohnung, verbinden sich Schuh und Under Armours MapMy-

Run-App und in Sekunden hat man alle Laufdaten vollständig

auf der App. Diese erteilt auch individuelle Tipps: Meine „Doppelschrittlänge“

ist zu lang, sagt die App, die psychologisch so

einwandfrei programmiert ist, dass sie mir dieses Manko nicht

einfach so plump reinsagt: Nein, sie motiviert stets positiv mit

viel eingestreutem Lob.

Abgesehen davon bekommt man mit dem UNDER ARMOUR

Infinite Hovr einen sehr bequemen Laufschuh mit deutlich

spürbarem Rebound-Effekt an den Fuß. Der Schuh bereitet viel

Freude und sorgt für ein federndes Laufgefühl. Und er lässt einen

einfach locker laufen und lenkt nicht ab – etwa, wenn man

mal ganz oldschool mit menschlichem Laufpartner plaudern

will. Hausnummer: über Doppelschrittlänge.

SPORTaktiv

67


LEICHTER UND LÄNGER

MIT DEM NEUEN METARIDE VERÄNDERT ASICS

DAS LAUFEN AUF LANGEN DISTANZEN RADIKAL.

Mehr als zwei Jahre hat ASICS daran

gearbeitet, das in einen Schuh

zu packen, was wir doch alle wollen: auf

langen Distanzen effektiver, ermüdungsfreier

und leichter zu laufen. Herausgekommen

ist im berühmten Labor der japanischen

Laufschuhmarke in Kobe dabei

der METARIDE, ein Schuh mit einem

ganz neuen Technologiekonzept.

Der Kern des Ganzen: die Bewegungsamplitude

dort zu minimieren, wo die

meiste Energie verbraucht wird, nämlich

im Sprunggelenk.

Gelungen ist das mit der GUIDE­

SOLE-Technologie, bei der die vorgefertige

Sohlenplattform so geformt ist, dass

sie das Körpergewicht nach vorne verlagert

und das Gefühl einer „rollenden“

Bewegung vermittelt. Eine wissenschaftliche

Studie hat gezeigt, dass dadurch

der Energieverlust im Sprunggelenk um

bis zu einem Fünftel gesenkt werden

kann. Ein langer Lauf wird dadurch also

tatsächlich effektiver, ermüdungsfreier,

leichter – vor allem aber sinkt dadurch

auch die Verletzungsgefahr. „Wir glauben,

dass diese neue Technologie das Potenzial

hat, die Running-Szene weltweit

entscheiden zu beeinflussen“, sagt

ASICS-Präsident Yasuhito Hirota stolz.

ANZEIGE/Fotos: Asics, Shaun Fenn

68 SPORTaktiv


© Lucas Pripfl Photography

ZWEI BEWERBE. EIN SIEGER.

Bei diesem Kombi-Bewerb

warten zwei extrem coole

Laufstrecken auf dich!

Am 4. Juni besticht der Sparkassen

Businesslauf am Red Bull Ring

in Spielberg mit modernstem

Rennstrecken-Ambiente, wo sonst

die Stars der Formel 1 und MotoGP

arbeiten.

4. Juni & 3. August

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am 3. August in St. Peter/Kbg.

punktet mit seiner imposanten

Schloßallee und erfrischender Fichtendusche.

Für Motivation sorgen

Musikgruppen und die zahlreichen

Zuschauer entlang der Strecke.

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70 SPORTaktiv


BIKE

Technik – Menschen – Material

Fotos: istock, Saalfelden Loegang/smpr, BikeHow, R.L.Pictures

THE EPIC BIKEPARK

Eine Million Euro fließt in den

Bikepark Leogang (S): Vier neue

Trails werten ihn ab heuer mit Blick

Richtung Downhill WM 2020 auf.

Und er heißt jetzt: „The Epic“.

www.saalfelden-leogang.

com

SO GEHT‘S

„BikeHow“ steht für kostenlose

Fahrtechniktrainings in Tirol. Es gibt

eigene Kurse für Familien, Frauen

und E-Biker. Start am 10./11. Mai in

Imst – alle Termine:

www.bikehow.info

OWAG’FRÄST

450 Biker/-innen nahmen an der

„Schneefräsn 2019“ teil, Österreichs

MTB-Downhill-Serie auf

Schnee. Mario Schneeweiß und

Alicia Reynolds waren die Besten.

www.lines-mag.at/

schneefraesn


WER IM WOHNZIMMER

HÄRTER TRITT,

FÄHRT IM INTERNET

SCHNELLER.

72 SPORTaktiv


WAHNSINN

IM WOHNZIMMER

VOLLGAS OHNE

FAHRTWIND, IN

DER WOHNUNG

HINAUF NACH ALPE

D‘HUEZ. WAS TUT

MAN NICHT ALLES

FÜR DIE FORM

UND DIGITALE BE-

LOHNUNGEN DER

EXTRAKLASSE?

WILLKOMMEN IM

ZWIFT-UNIVERSUM.

TEXT: GEORG MICHL

FOTOS: THOMAS POLZER

Mit der einfallenden Frühlingssonne

werden die Flecken

im Parkettboden immer

deutlicher sichtbar. An den Stirnseiten

des Fischgrätmusters hat sich

das Holz grün-gräulich verfärbt. Genau

da, wo im Winter immer wieder

Schweißlachen gestanden sind. Nun

brauche ich zwar einen Teppich, aber

immerhin stimmt erstmals meine

Radform im Frühling – zumindest einigermaßen.

Die ersten Ausfahrten

an der frischen Luft waren kein völliges

Desaster und der Allerwerteste ist

auch auf den Sattel eingespielt.

Der Grund: Ich zwifte. Sprich: Ich

trete wie ein Gestörter in meinem

Wohnzimmer in die Pedale und

schaue einem mir – halbwegs – ähnelnden

Computermenschlein zu, wie

es auf dem Rad durch virtuelle Welten

fährt. Und das macht auch noch richtig

Spaß. Zwift ist eine Mischung aus

Online-Plattform, Simulator und

Trainingsprogramm, die in Kombination

mit einem Laptop sowie Rollenoder

Smarttrainer das Wintertraining

auf eine neue Ebene gehoben hat.

Denn die tatsächlich erbrachte Leistung

auf dem eigenen Fahrrad wird in

die virtuelle Welt übertragen. Wer im

Wohnzimmer härter tritt, fährt im Internet

schneller.

Und weil es auch mehr Spaß macht,

über den Äther gemeinsam zu fahren,

kann man sich mit Freunden zur Ausfahrt

verabreden, versuchen, mit Profis

mitzuhalten, an Gruppenevents

teilnehmen oder Rennen fahren. Für

einige Rad-Puristen unter meinen

Freunden ist der digitale Anreiz Blödsinn.

Denn stundenlanges Fahren vor

der weißen Wand würde neben den

Muskeln auch den Charakter und die

mentale Härte formen. Mir egal. Dafür

bin ich nicht gemacht. Wenn ich

mental an die Grenzen gehen will,

schalte ich der zweieinhalb Jahre alten

Tochter meiner Freundin während einer

Folge „Peppa Wutz“ den Fernseher

aus und sage: „Zähne putzen.“

Das härtet auch ab.

Da hinter Zwift kein selbstloses

Programmier-Kollektiv steht, kostet

es hartes Geld. Zwift ist ein florierendes

Unternehmen, schaltet mittlerweile

schon Werbung vor TV-Übertragungen

von Profirennen und bei

der Rad-WM in Innsbruck war das

Zwift-Café samt zahlreicher Simulatoren

ein angesagter Treffpunkt.

14,99 Euro sind im Monat fällig.

Nicht gerade wenig Geld, aber es

wird auch was geboten. Neben Strecken

in New York, London oder der

Fantasiewelt Watopia wurden auch

die WM-Kurse von Innsbruck und

Richmond nachgebaut. Zusätzlich

werden einzelne Trainingseinheiten

und mehrwöchige Pläne angeboten,

die auf unterschiedliche Ziele (Ausdauer

oder Kraft) abgestimmt sind.

Dabei müssen in den Einheiten diverse

Aufgaben (Leistung, Trittfrequenz)

erledigt werden, um sie erfolgreich

abzuschließen und ein „Sternchen“

sowie Punkte zu erhalten. Die Belohnung

ist ein Triggerpunkt, auf dem

der Erfolg von Zwift aufgebaut ist. Je

mehr Kilometer und Höhenmeter in

SPORTaktiv

73


Vollgas am Stand. Zwiften hebt das

Rollentraining auf eine neue Ebene.

der virtuellen Welt absolviert werden,

desto höher steigt man in der „Kaste“

(Level) und umso bessere und schnellere

Fahrräder und Ausrüstungsgegenstände

werden freigeschaltet. Das geschürte

Verlangen auf Rahmen, Trikots und

Laufräder führte bei mir rasch zu Ausfahrten

über mehr als 100 virtuelle Kilometer

– ohne Pause. Für den Flaschennachschub

ist die kopfschüttelnde

Freundin zuständig, während ich im

Wind des Ventilators am Stand trete.

Mit Erfolg, denn mittlerweile fahre ich

virtuell ein real schwer leistbares Trek

„Madone“ samt Zipp-Laufrädern. Weiteres

Kopfschütteln habe ich bei der Freude

darüber gratis dazubekommen. Der heilige

Gral ist jedoch das Tron-Bike. Ein futuristisches

Velo mit leuchtenden Reifen.

Dafür setzten sich auch gestandene Familienväter

tagelang auf das Rad und fahren

etwa „Alpe du Zwift“ – einen Nachbau

des legendären Anstiegs von Alpe d’Huez

– rauf und runter. Immerhin benötigt

man dafür insgesamt 41.150 Höhenmeter.

Das dauert. Dass diese Herrschaften

ihren Kindern erklären, sie sollen nicht

zu viel fernsehen und Computer spielen,

birgt eine gewisse Ironie.

Wie auch im richtigen Leben ist auf

Zwift die „Währung“ das Verhältnis aus

der erbrachten Leistung zum Körpergewicht

– Watt pro Kilo. Und wie im richtigen

Leben wird auch im Internet ordentlich

betrogen. Der Anreiz? Einmal

der Star sein und immerhin werden einige

Rennen auch auf Youtube gezeigt –

samt Kommentator. Getrickst wird –

vor allem bei Rennen –, wo es nur geht.

Das Gewicht wird niedriger angegeben,

der Widerstand bei Rollentrainern verringert

und manch feiner Herr ändert

sogar sein Geschlecht, um bei Damenrennen

den ersten Platz einzuheimsen.

Wem es Spaß macht ...

Dabei nutzt die selbst ernannte Zwift

Anti Doping Agency (ZADA) Plattformen

wie „Zwiftpower“, um die virtuellen

Doper zu erwischen. Die werden

dann etwa auf Facebook entlarvt oder

Fotos: Thomas Polzer

3-Tages-Radtour vom Lungau bis Bad Radkersburg

29.

RADUMZUG

Mehr Infos und Anmeldungen auf

www.tour-de-mur.at

20. bis 22. Juni 2019


gar gesperrt. Dabei taucht die ZADA

nicht mit dem Plastikbecher im Wohnzimmer

auf. Massive Leistungssprünge

zwischen Bewerben werden registriert.

Werte miteinander verglichen. Aber in

die (offizielle) Endwertung kommt ohnehin

nur, wer auch einen Brustgurt getragen

hat. So kann relativ gut sichergestellt

werden, dass der Mensch tritt und

nicht „Extrawatt“, etwa durch eine

Bohrmaschine an der Tretkurbel, den

Berg hinauffahren. Nicht nur die Not

macht erfinderisch ...

Länger, härter, lieber

Die Gefahr, von „ZADA“ überführt zu

werden, besteht bei mir nicht. Es würden

angesichts meiner Platzierungen

wohl nur Leistungshemmer vermutet

werden. Eine massive Steigerung habe

ich dank Zwift beim Kopfrechnen erfahren:

Binnen weniger Sekunden können

meine Kumpels und ich ermitteln,

wer Alp du Zwift hinauf betrügt, dann

lästern wir wie Pubertierende in unserer

© 2011 by Hartinger Consulting

WhatsApp- Gruppe. Mathematisch ist

sonst beim kleinen Einmaleins Endstation.

Endstation ist für mich in den

Rennen meist schon im ersten Anstieg,

spätestens im Zielsprint. Selbst wenn

ich mehr als 1000 Watt „auflege“, Rad

und Walze krachen und mir die Gesichtszüge

vollkommen entgleisen,

fährt mir irgendein Kontrahent davon,

als würde er auf einem Moped sitzen.

Ärgerlich, aber Zwift bringt mich

dazu, härter, länger und vor allem lieber

zu trainieren. Und darum geht es. Bei

aller Faszination werden sich die Einheiten

im Wohnzimmer im Sommer massiv

reduzieren – da ist mir die Natur schon

lieber. Aber vielleicht nutze ich die warme

Jahreszeit ja, um mich auf den Winter

vorzubereiten, denn die nächste

Zwift-Saison kommt bestimmt. Und das

Schweiß-Problem habe ich mit einem

Ventilator samt Langlaufstecken-Fernbedienung

auch besser im Griff. Fehlt

nur noch ein Teppich. Und das Tron-

Bike. Aber dafür ist noch Zeit.

S O 04.08.19

WAS IST

ZWIFT?

Zwift ist ein Computerprogramm,

in dem man in virtuellen Welten auf

dem Rad fahren oder auch laufen

kann. Dabei werden die tatsächlich

erbrachten Werte auf dem Smartoder

Rollentrainer oder einem Laufband

in das Programm übertragen.

Zusätzlich zu freien Fahrten gibt es

noch Rennen, Gruppenevents und

Trainingseinheiten sowie -pläne.

Kosten: 14,99 Euro pro Monat

Weitere Programme für das Rollentaining

sind unter anderem Bkool

Simulator – Radvideo Spezialist

(bkool.com), Road Grand Tours RGT

(Betaversion/roadgrandtours.com)

oder Rouvy (rouvy.com)

W I E Ö L I M F E U E R

ARLBERG GIRO

Sei im Element.

www.arlberg-giro.com

2500

HÖHENMETER

150

KILOMETER


ALTE GRENZEN NEU ERFAHREN

AM IRON CURTAIN TRAIL

Radeln entlang des

ehemaligen Eisernen

Vorhangs in Niederösterreich

und Tschechien

am besonders

schönen Teilstück

des europäischen

Langstrecken radwegs

EuroVelo13.

Vom Eisernen Vorhang

zum Grünen Band

Bis in die frühen 1990er-Jahre teilte der

Eiserne Vorhang Europa in Ost und

West. Die 10.400 Kilometer lange

Strecke ist heute mit dem Langstreckenradweg

EuroVelo13 erschlossen und

führt durch 20 Länder. Wo sich einst

Befestigungen und Zäune durchs Land

zogen, erfreut heute das Grüne Band

mit Biotopen, Naturschutzgebieten,

Feldern und Wäldern.

Immer der Grenze entlang

Der durchgehend beschilderte Abschnitt

des „Iron Curtain Trails“, der durch das

Waldviertel/Südböhmen bzw. das Weinviertel/Südmähren

führt, ist 329 Kilometer

lang und in neun individuell befahrbare

Etappen gegliedert. Beginnend in

Gmünd, geht es weiter entlang der March-

Thaya-Auen an der slowakischen Grenze

bis nach Hohenau an der March. Fürs

Fahren auf Schotter- und Waldwegen

sowie auf Asphalt trifft man mit einem

Trekkingrad oder E-Bike die beste Wahl,

2061 Höhenmeter bergauf und 2429

Höhenmeter bergab gilt es zu überwinden.

Eindrucksvolle Natur

Kaum ein anderer Radweg in Österreich

verläuft durch so urwüchsige Natur.

Fotos: Waldviertel Tourismus/Studio Kerschbaum,

NP Thayatal/R. Mirau, Tourismuszentrale Südmähren

76 SPORTaktiv


Thayaschlinge im Nationalpark Thayatal /Podyji (oben);

Schloss Valtice in Süd mähren (rechts).

Wälder, Wiesen und Weinberge wechseln

mit Teich- und Flusslandschaften.

Schwarzstörche, Smaragdeidechsen oder

Fischotter haben hier ein Refugium

gefunden. Diese Vielfältigkeit sieht man

besonders gut im grenzüberschreitenden

Nationalpark Thayatal/Národní park

Podyjí. Inmitten der Naturlandschaft

erheben sich Burgen und Ruinen. Sagen

und Mythen prägen die Nationalparkregion

und ihre Geschichte.

Spannende Geschichte

Wie war es, an einer nahezu geschlossenen

Grenze zu leben? An die jüngere

Vergangenheit und den Eisernen

Vorhang erinnern Mahnmale, Tafeln

und Gedenkstätten; seheswerte

Bauwerke erzählen Geschichten aus

früheren Jahrhunderten. In Gmünd

erstaunen Sgraffito-Fassaden aus der

Renaissancezeit. Barocke Verspieltheit

zeigt sich an den Bürgerhäusern in

Drosendorf und Vratenin. Idyllische

Kellergassen charakterisieren vor allem

das Weinviertel. Architektonische

Pracht und Gartenkunst beeindrucken

bei der Fahrt durch die UNESCO-

Kulturlandschaft Lednice-Valtice.

Weitläufige, kunstvoll gestaltete

Gartenlandschaften mit Teichen und

kleinen Bauwerken umgeben Schloss

Lednice und Schloss Valtice. Beide

waren einst im Besitz der Familie

Liechtenstein und zählen heute zu den

meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in

Tschechien.

Regionale Schmankerln

Wie schmeckt es diesseits und jenseits

der Grenze? Was verbindet die Küchen,

was unterscheidet sie? Der „Iron Curtain

Trail“ führt zu zahlreichen Genussadressen

und lädt zu vielfältigen Verkostungen

ein: von den Waldviertler Erdäpfeln

über südböhmische und südmährische

Süßspeisen bis zu den hervorragenden

Weinen aus dem Weinviertel und

Südmähren.

Gemütlich übernachten

Ob Hotel oder Privatzimmer: Entlang

des „Iron Curtain Trails“ oder in der

Nähe finden sich zahlreiche auf Radfahrer

spezialisierte Übernachtungsmöglichkeiten.

Diese sind mit dem Qualitätszeichen

„Radfreundlicher Betrieb“ bzw.

„Cyklisté vítáni“ gekennzeichnet.

DER IRON CURTAIN-

TRAIL IN ÖSTERREICH

UND TSCHECHIEN

• 329 Kilometer lang,

einheitlich beschildert

• 9 Etappen von Gmünd/Ceské

Velenice nach Hohenau

• Asphalt-, Schotter- und Waldwege

• 2061 Hm bergauf/ 2429 Hm bergab

• Höchster Punkt 667 Meter,

tiefster Punkt 146 Meter

Öffentlich anreisen

Per Zug (Fahrradmitnahme) direkt

erreichbar sind folgende Ausgangsbzw.

Endpunkte von Iron-Curtain-

Trail-Etappen:

• Ab/nach Wien: Gmünd/Ceské

Velenice, Retz, Znaim, Laa an der

Thaya, Hohenau

• Ab/nach Prag bzw. Brünn (Auswahl):

Jindrichuv Hradec, Nová Bystrice,

Trebon, Veselí na Lužnicí, Dacice,

Slavonice, Ceské Budejovice,

Vyšší Brod

WICHTIG: Personalausweis oder Pass

mitnehmen, da die Grenzen mehrmals

überschritten werden.

www.ev13.eu

SPORTaktiv

77


RADELN FÜR DEN

78 SPORTaktivRESPEKT


GRUPPETTO IST IM RADSPORT DER AUSDRUCK FÜR NACHZÜGLER.

GANZ VORNE DABEI SIND VIER GRAZER, DIE DEN RC GRUPPETTO

GEGRÜNDET UND EINE INITIATIVE FÜR MEHR RESPEKT IM

STRASSENVERKEHR INS LEBEN GERUFEN HABEN.

VON KLAUS MOLIDOR FOTOS: THOMAS POLZER

Rene Grossauer wirbt mit seinen

Rad-Freunden um Respekt: „Es geht

nur miteinander.“

Kassette, Di2, Spacer, Vorbau, Wattkurbel.

Wer mit Rene Grossauer ins

Gespräch kommt, merkt schnell:

Da tritt einer aus Leidenschaft in

die Pedale. Ötztaler Radmarathon, Alpentour

Trophy, Wochenendausfahrten im Verein

und allein, kurze Fahrten und stundenlange

Ausritte. 200 Kilometer am Tag? Keine

Seltenheit für den 41-Jährigen.

Grossauer sitzt aber auch viel hinter dem

Lenkrad. Sehr viel. Auch hier: stundenlange

Fahrten. Als Vertreter einer Firma, die Kindergärten

einrichtet, spult er 70.000 Kilometer

pro Jahr am Steuer herunter. Er kennt

also beide Seiten bestens: die des Radfahrers

und die des Autofahrers. Und er weiß, dass

das Verhältnis der beiden nicht immer friktionsfrei

und von gegenseitigem Verständnis

geprägt ist. „Ich ertappe mich ja selbst dabei,

dass ich mich über Radfahrer ärgere, wenn

ich im Auto unterwegs bin“, gibt er unumwunden

zu.

Viele, nicht immer ungefährliche Erlebnisse

auf beiden Seiten haben ihn dazu bewogen,

mit seinen Radsportfreunden etwas

zu unternehmen. Gemeinsam mit Benedikt

Steiner, Martin Konrad, Christoph Werner

und Georg Michl hat er den RC Gruppetto

und die Initiative „Respekt auf der Straße“

gegründet. „Weil sich das Klima auf unseren

Straßen in den letzten Jahren verschlechtert

hat und die Aggressionen zugenommen haben

– auf allen Seiten“, erzählt er. 40 Todesopfer

bei Unfällen mit Radfahrern im

Straßenverkehr untermauern auf tragische

Art und Weise, was die Gruppetto-Fahrer

tagtäglich wahrnehmen. „Wir fahren heuer

auch das Race Around Austria im Team und

wollen nicht einfach fahren, sondern etwas

bewegen, eine Botschaft transportieren“, erzählt

Grossauer.

Daher Respekt. Die Forderung danach ist

aber nicht einseitig. „Wir wollen auch den

Radfahrern vermitteln, dass es wichtig ist, im

Straßenverkehr aufeinander Rücksicht zu

nehmen, um Unfälle zu vermeiden.“ Enge

Überholmanöver versus Gruppenfahrten auf

der Straße quasi. Grossauer und Co. sehen

das ein bisschen wie die Sache mit dem Vorrang.

Den darf man sich auch nicht erzwingen,

wenn man im Recht ist. „Und auch

wenn wir mit dem Rennrad auf der Straße

fahren dürfen – erzwingen muss man das

nicht“, sagt er. Augenmaß und Fingerspitzengefühl

seien da gefragt. „Auf einer stark

befahrenen Straße zu zweit nebeneinander zu

fahren ist echt nicht notwendig“, gibt Grossauer

zu. Überland bei weniger Verkehr und

einer Trainingsausfahrt in der Gruppe schaut

die Sache anders aus. Es gelte eben im Einzelfall

und mit Hausverstand abzuwägen, wie

man wo und wann unterwegs ist. „Es geht

auch gar nicht darum, einer Partei den

Schwarzen Peter zuzuschieben, sondern alle

Menschen zu sensibilisieren. Es geht um die

Gesundheit und das Leben von Menschen.“

Heimische Teams und Veranstalter sollen

das Projekt ebenso unterstützen wie der Steirische

und der Österreichische Radsportverband.

Dazu haben die Gruppetto-Gründer

auch schon prominente Testimonials für die

gute Sache gewinnen können. Den Kärntner

Radprofi Marco Haller ebenso wie Rallye-Staatsmeister

Niki Mayr-Melnhof von

der „anderen“ Seite. In Videobotschaften (zu

sehen unter www.sportaktiv.com) rufen sie

zu mehr Respekt und einem Miteinander

auf der Straße auf. Ebenfalls dabei, weil

mehr als alle anderen auf Straßen unterwegs:

Christoph Strasser, Rekordsieger des Race

Across America (RAAM). Die Amerika-Querung

von West nach Ost findet ohne

SPORTaktiv

79


ES GEHT NICHT DARUM, EINER

PARTEI DEN SCHWARZEN PETER

ZUZUSCHIEBEN, SONDERN ALLE

MENSCHEN ZU SENSIBILISIEREN.

Straßensperren statt, gefahren wird nonstop,

bei Tag und bei Nacht. Wer einmal

in Amerika auf Freilandstraßen unterwegs

war, weiß: Rücksicht auf schwächere

Verkehrsteilnehmer, Fehlanzeige. Das

Auto ist in den USA mehr „heilige Kuh“

als wahrscheinlich sonstwo auf dem Planeten.

Strasser hat also viel erlebt.

„Wenn es gelingt, dass sich Radfahrer

und Autofahrer öfters in die Lage des

anderen hineinversetzen, ist uns schon

viel gelungen.“

Damit die Aktion auch sichtbar wird,

haben die Gruppetto-Fahrer auch Raddressen

entworfen, mit denen sie unterwegs

sein werden. „Das für eine breite

Christoph Werner, Benedikt Steiner, Rene Grossauer und Martin Konrad vom RC

Gruppetto Graz fahren das Race Around Austria im Zeichen des Respekts auf der Straße

Masse auszurollen wird schwierig, weil

sich das schwer kalkulieren lässt“, sagt

Grossauer. „T-Shirts oder Kapperln sind

aber sicher geplant, damit Unterstützer

etwas beitragen können und die Aktion

auch in den Alltag tragen.“

Denn, und da sind sich Rad- und

Rallyefahrer, Hobby- und Profisportler

einig: „Es geht nur miteinander, nicht

gegeneinander.“

AUF TROPHÄENJAGD IM MOSTVIERTEL

Am 26. Mai werden bei der 15. Auflage der „Mosttour

Kürnberg“ wieder über 400 Starter erwartet.

NIEDERÖSTERREICH. Es hat sich herumgesprochen:

Kürnberg steht für tolle Trails, gute Stimmung, handgemachte

Siegertrophäen und eine Top-Organisation.

Die Schnellsten erwartet außerdem ein Preisgeld und alle

Finisher ein Geschenk. Damit der Moutainbike-Marathon

(der übrigens zur „Top Six“-Serie zählt) für jeden passt,

stehen drei Strecken zur Auswahl: Die Light-Strecke führt

über 20 km/800 hm, Medium über 36 km/1600 hm und

Extrem über 61 km/2550 hm.

www.sv-kürnberg.at, www.topsix.at

BIKE- & RUN-FESTIVAL ANGERBERG

Am 18. und 19. Mai wird Angerberg zum Schauplatz der

Ritchey Challenge und zum eldoRADo für Biker und Läufer.

TIROL. Es warten: ein Mountainbike-Marathon mit drei

Streckenlängen (65, 33, 26 km) und der legendäre Kids Cup

für Bike-Youngsters aller Altersklassen. Mit der Erstauflage

des eldoRADo Trail Runs geht das Festival heuer in eine neue

Runde – spektakuläre Strecken, traumhafte Panoramen und

herausfordernde Challenges warten auf die TeilnehmerInnen

auf den Strecken Hundsalm (26 km, 1600 hm) und Nachberg

(17 km, 980 hm). Nebenbei lädt eine attraktive Bikeund

Trail-Run-Expo zum Schnuppern und Testen ein.

www.eldorado-festival.at

Fotos: Sportograf, Veranstalter

80 SPORTaktiv


Tag X rückt näher. Am 25. Mai

werde ich kurz nach Sonnenaufgang

am Strand von Puerto del

Carmen stehen. Vor mir liegt

dann mit dem Ironman Lanzarote der

angeblich härteste seiner Zunft. Leider

habe ich mir nicht nur vorgenommen,

ins Ziel zu kommen. Sondern auch noch

Sprüche geklopft: Ich möchte im besten

Drittel der Altersklasse M 40–44 landen.

Das ist mein Ergebnisziel. Dafür

werde ich eine Zeit von unter 12:00 h

benötigen. Das ist mein Leistungsziel.

Um das zu erreichen, trainiere ich derzeit

nicht nur meine physische Konstitution.

Ich befasse mich auch intensiv mit

meiner Psyche. Denn die – so viel habe

ich bereits gelernt – hat’s in sich. Mit

meinem Mentalcoach Wolfgang Seidl

habe ich einen Schlachtplan ausgearbeitet.

So soll es mir gelingen, mich Schritt

für Schritt meinem Limit anzunähern.

Vor dem Start

Jeder Athlet ist anders. Die einen sind

vor dem Start nervös, andere vielleicht

stoisch ruhig. Jeder muss für sich herausfinden,

was gut für ihn ist. In den meisten

Fällen wird es allerdings hilfreich

sein, den Zustand einer wohldosierten,

positiven Anspannung herzustellen.

In Wolfgang Seidls Praxis in Wien haben

wir hierfür mein Biofeedback betrachtet.

Über einen Sensor am Ohrläppchen

wird die Balance von Sympathikus

(Fluchtmodus) und Parasympathikus

(Ruhepol) ermittelt. Dabei wurde

offensichtlich: Entspanne ich mich gedanklich,

erreicht mein Herzschlag eine

gleichmäßige Amplitude; visualisiere ich

eine unangenehme Situation, kritzelt der

Computer sofort ein hektisches Zickzack

auf den Bildschirm.

Hirn und Herz sind ein eingeschworenes

Team. Um die Zone unserer idealen

Leistungsfähigkeit zu erreichen, müssen

wir lernen, gezielt auf die beiden einzuwirken.

„Mit der richtigen Vorstartroutine

können wir uns in einen Zustand

versetzen, der uns einen besseren Zugriff

AUF

ANS

LIMIT

SPORTAKTIV-AUTOR AXEL RABENSTEIN BEREITET

SICH AUF DEN IRONMAN LANZAROTE VOR. HIERFÜR

TRAINIERT ER GEZIELT SEINE MENTALE STÄRKE.

DAMIT ER SEINEN KÖRPER DAVON ÜBERZEUGEN

KANN, GEMEINSAM MIT IHM ANS LIMIT ZU GEHEN.

auf unsere Ressourcen ermöglicht“, sagt

Wolfgang, der mit Michi Weiß den besten

österreichischen Ironman coacht:

„Hierfür ist es wichtig, seine Gefühle zu

ordnen und Vorfreude zu spüren. Warum

stehe ich hier am Start? Weil ich es

unbedingt möchte. Dieses Bewusstsein

ist wichtig. Außerdem sollte man nicht

an verpasste Trainingschancen denken,

sondern lieber an eine harte Einheit aus

der Vorbereitungszeit. Das gibt uns die

Sicherheit, genug getan zu haben.“

Auf unkontrollierte, negative Gedanken

folgt Kurzatmigkeit, die einen erhöhten

Puls verursacht, der sinnlos viel

Energie verfeuert. „Ich sage, wo’s langgeht“,

so Wolfgang, „und nicht mein

VON AXEL RABENSTEIN

Körper.“ Wer nahe bei sich selbst sein

möchte, um aus seiner inneren Balance

Kraft zu schöpfen, kann das trainieren.

Hierfür empfiehlt sich folgende Hausübung:

Durch die Nase einatmen,

Bauch heben, Gedanken ausblenden, die

innere Ruhe genießen, langsam ausatmen;

und wenn der Atemimpuls

kommt, wieder einatmen.

So bringen wir uns in einen ausgeglichenen

Zustand. Wer sich jetzt noch

selbstbewusst aufrichtet, mit einem ritualisierten

Satz die eigene Vorfreude anheizt

und mit einem Klopfer auf das

Brustbein die Thymusdrüse stimuliert,

um das Körpersystem zu aktivieren – der

ist bereit für große Taten.

Fotos: Ocean Lava Triathlon, Mana4you

82 SPORTaktiv


Das Diagramm zeigt ganz klar und auf den ersten Blick.

Unter Stress (oben) wird der Herzschlag aus der ruhigen

Bahn geworfen. Sind wir gelassen, pocht das Herz schön

gleichmäßig.

SPORTaktiv

83


WOLFGANG SEIDL

ist akademischer Mentalcoach (Uni

Salzburg), diplomierter Lebens- und

Sozialberater und offizieller Mentalcoach

von IRONMAN Austria

sowie der Austrian Trail Running

Association (ATRA). Er war Teilnehmer

der IRONMAN-WM auf Hawaii

und hat u.a. den AxTri in Norwegen

gewonnen, der als härtester Mitteldistanz-Triathlon

der Welt gilt. Wolfgang

coacht per Skype, in seiner

Praxis in Wien oder der Steiermark.

www.mana4you.at

Gleiten im Wasser

Der Start bei einem Triathlon ist selten

ein großer Spaß. Plötzlich findet man

sich inmitten einer Horde um sich schlagender

Bademützen wieder. Wer sich auf

Situationen wie diese vorbereitet, kann

sich jedoch ein mentales Notfallset bereitlegen.

Ich habe zu Testzwecken einen

Halbdistanz-Triathlon auf Teneriffa absolviert

und dort schon mein neuestes

„Tool“ erfolgreich eingesetzt.

Als im Getümmel nach dem Start die

übliche Panikattacke auftrat, sagte ich

mir: „Ruhig gleiten, Axel!“ Dazu dachte

ich an das bereitgelegte Bild eines Delfins.

Ich ließ den Stress an mir abperlen. Kam

super in den Flow. Und stieg mit neuer

Schwimmbestzeit aus dem Wasser. Auch

in der Wechselzone konnte ich Wolfgangs

Tipps bereits beherzigen. Er sagte mir:

„Mit dem Ausziehen deines Neos streifst

du das Schwimmen mit all seinen Emotionen

ab. Du fokussierst dich ausnahmslos

auf die Radstrecke. Und freust dich, dass

es jetzt so richtig losgeht!“

Pushen auf dem Rad

Die Radstrecke des Ironman Lanzarote

führt über 180 Kilometer mit 2500 Höhenmetern.

Wenn dann noch der auf den

Kanaren übliche Nordostpassat auf 20

Knoten auffrischt, wird’s ein langer Tag.

Ich tendiere dazu, im Sattel sitzend an

die bevorstehende Laufstrecke zu denken.

Auf dem Bike habe ich chronische

Bedenken, es zu übertreiben. Ich analysiere

dann häufig die Waden und das

Material der Athleten, die mich der Reihe

nach überholen. Da ich ein guter

Schwimmer bin, sind das einige. Solange

ich von Fahrern mit formvollendeten

Waden überholt werde, denke ich mir,

das habe schon seine Richtigkeit. Aber

irgendwann kommen dann Athleten, die

gar nicht so austrainiert aussehen. Dann

kriege ich meistens schlechte Laune und

beginne, mich anzustrengen.

Mein Coach empfiehlt mir Folgendes:

„Starte nicht einfach so auf die Radstrecke,

sondern folge einem Plan. Du solltest

die Strecke kennen, auf schwierige

ÖRV

MOUNTAINBIKE

RENNSERIEN

SPC MC YC

ML

Foto: grubernd

SPORTKLASSE

CUP

AUSTRIA

AUSTRIA

SPORTKLASSE

CUP 2019

Ambitionierte Hobby-Biker liefern sich

attraktive Rennen auf herausfordernden

Cross Country Kursen in ganz Österreich.

30.03. > Langenlois/Zöbing (NÖ)

06.04. > Haiming (T)

27.04. > Laßnitzhöhe (ST)

26.05. > Hohenems (V)

08.06. > Hard (V)

13.07. > Villach (K)

27.07. > Kirchschlag (NÖ)

03.08. > Koppl (S)

15.08. > Graz/Stattegg (ST)

15.09. > Ottenschlag (OÖ)

22.09. > Kürnberg (NÖ)

www.sportklasse-cup.at

YOUNGSTERS

CUP

AUSTRIA

AUSTRIA

YOUNGSTERS

CUP 2019

Österreichs Mountainbike-Nachwuchs kämpft in den

Kategorien U13, U15, U17 um den Youngsters Cup

Gesamtsieg und um die Plätze im Nationalteam für

die UEC Jugend EM Pila/Aosta ITA, 20.-24. August 2019.

30.03. > Langenlois (NÖ, XCO)

06.04. > Haiming (T, XCO)

27.04. > Laßnitzhöhe (ST, XCO + Pumptrack)

26.05. > Hohenems (V, XCO)

08.06. > Kleinzell (K, XCO + Techniksprint)

13.07. > Villach (K, XCO)

27.07. > Kirchschlag (NÖ, MTB Kombination)

03.08. > Koppl (S, XCO)

15.08. > Graz/Stattegg (ST, XCO + Techniksprint)

07.09. > WEXLtrails (NÖ,XC Stage Race)

14.09. > Vorau (ST, Mountainbike Kombination)

www.youngsters-cup.at

MARATHON

CUP

AUSTRIA

AUSTRIA

MARATHON

CUP 2019

Drei hochklassige WM-Mountainbike

Marathons haben sich zu einer Elite-Rennserie

zusammengefunden, um den besten

österreichischen Langstrecken-Bikern

und ihrer internationalen Konkurrenz

Gelegenheit zum Kräftemessen auf

höchstem Niveau zu geben!

29.06. > Kirchberg (T, ÖM)

13.07. > Bad Goisern (OÖ)

17.08. > Graz/Stattegg (ST)

www.marathon-cup.at

MOUNTAINBIKE

LIGA

AUSTRIA

MOUNTAINBIKE

LIGA AUSTRIA 2019

Die besten Mountainbiker Österreichs

fahren gegen hochklassige internationale

Konkurrenz um den Gesamtsieg in einer der

hochkarätigsten XCO-Rennserien der Welt

und um die Qualifikation für EM und WM.

31.03. > Langenlois (NÖ, UCI C1)

07.04. > Haiming (T, UCI HC)

14.04. > Nals (Südtirol ITA, UCI HC)

15.06. > Windhaag (OÖ, UCI C1)

17.08. > Graz/Stattegg (ST, UCI C1)

www.mountainbike-liga.at


Stellen vorbereitet sein und dir aufmunternde

Sätze zurechtgelegt haben. Fokussiere

dich voll und ganz auf dich. Nur,

wenn du bei dir bist, stehen dir 100 Prozent

deiner Energie zur Verfügung.“

Nach dem „Delfin“ im Wasser habe ich

mir jetzt auch fürs Radeln ein Stimmungsbild

zurechtgelegt: Ich visualisiere

meine Muskulatur, die mich mit ihren

goldglänzenden Fasern wie eine Maschine

vorantreibt. Ich spüre, wie stark ich

bin. Und wie durch Sonne und Wind

noch mehr Energie in mich hineinfließt.

Klingt ein bisschen freaky? – Stimmt.

Aber ich glaube, es wird funktionieren.

Laufen bis zum Limit

Vor dem Wechsel auf die Laufstrecke soll

ich mir denken: „Ich DARF das machen!“

Ein persönlicher Gegenstand oder

ein Foto im Wechselbeutel kann zusätzliche

Motivation schenken. Außerdem ist

es klug, sich nicht den kompletten Marathon

vor Augen zu führen, diesen stattdessen

in 3 x 14 Kilometer aufzuteilen.

Das fühlt sich gleich viel besser an.

„Achte schon beim Loslaufen auf deine

Körperhaltung“, rät mir Coach Wolfgang

weiter: „Eine stabile Hüfte, eine

aufrechte und selbstbewusste Haltung

wirken sich direkt auf dein Empfinden

aus und verbessern deinen emotionalen

Zustand.“

Auch auf der Laufstrecke ist es eine

große Hilfe, bereits im Vorfeld eine

Checkliste für vorhersehbare Ereignisse

angelegt zu haben, wie ein Pilot bei einem

Triebwerksausfall.

Turbulenzen sind vorprogrammiert.

Der Schmerz wird kommen. Ich will

versuchen, den Blickwinkel auf dieses

Gefühl zu verändern, bewusst die Nähe

zu mir selbst zu spüren, positiv und voller

Neugier meine Leistungsgrenze zu

betrachten.

Hierfür arbeite ich derzeit an einer

weiteren Visualisierung: Ich sehe mich

über eine prächtige Allee auf ein magisch

leuchtendes Tor zulaufen. Ich

habe vor, dieses Tor zu öffnen, wenn

mein Körper mir ausrichten lässt, ich

hätte mein Limit erreicht. Was sich hinter

diesem Tor verbirgt? Keine Ahnung.

Beim Ironman Lanzarote werde ich

versuchen, dahinterzukommen –

Fortsetzung folgt.

COACHING

FÜR LESER

Exklusiv für SPORTaktiv-Leser

bietet Wolfgang Seidl ein

Coaching- Package an: 6 Einheiten

à 60 Minuten, Heart Math®-

Biofeedback-Messung, Audio-

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Immunsystem.

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Gebrauchsanweisung (Etikett) genau.

CHRISTOPH

SUMANN

war als Biathlet

viele Jahre

Weltklasse

und ist jetzt

leidenschaftlicher

Freizeitsportler.

Das Rennrad – viele Jahre hat das für mich

als Trainingsgerät dazugehört. Stundenlange

Grundlagenausdauer-Einheiten haben

wir auf dem Renner absolviert, von 1. Mai bis

Ende September. Wahrscheinlich hab ich mehr

Kilometer auf dem Rad heruntergespult als auf

Langlaufski. Und die Freude daran ist mir geblieben.

Nach einem Jahr ohne Rennrad – mein

altes hab ich verkauft und bin nicht dazugekommen,

mir ein neues zuzulegen – setz ich mich

heuer sicher wieder auf den Sattel. Was sich nur

verändert hat: der Verkehr. Bei mir daheim im

oberen Murtal geht es ja noch. Da gibt es viele

Landes- und Gemeindestraßen, auf denen bist’

als Rennradfahrer geradezu ein Exot.

In den letzten drei Jahren meiner aktiven Karriere

hab ich aber in Innsbruck gewohnt – im

ausgewiesenen Radland Tirol. Dabei habe ich

nicht nur eine gefährliche Situation erlebt. Einmal

hat mich der Fahrer einen Kleinlasters sogar

in den Straßengraben abgedrängt, weil er sich

über mich geärgert hat.

Natürlich kenne ich auch die andere Seite, die

als Autofahrer. Du hast es eilig und dann fährt da

eine Gruppe Rennradler auf der Straße und du

kommst nicht vorbei. Zu lösen ist das alles nur

mit gegenseitigem Respekt, denn beide Seiten

sind Straßenbenützer. Wenn ich alleine unterwegs

bin und es einen asphaltierten Radweg gibt,

sehe ich nicht ein, warum man auf der Straße

fahren muss. Gefährlich sind da die „Halbprofis“,

die glauben, die Straße würde ihnen gehören.

Bei Trainingsfahrten einer Gruppe ist das wieder

etwas anderes. Da wissen viele Autofahrer

um die Gesetzeslage nicht Bescheid, denn da ist

das Nebeneinanderfahren auf der Straße erlaubt.

Am Ende ist es aber wie im Sport: Du kannst

nichts erzwingen. In der Raddiskussion kann ich

nur an beide Seiten appellieren: Habt Respekt

und Verständnis für den anderen.

Foto: Thomas Polzer

www.panaceo-sport.com


AUS

PRO

BIERT

BIKE

UND WER HAT’S ERFUNDEN?

In dieser Ausgabe ist viel von Respekt und Fair Play beim Radfahren

die Rede. Dazu passend haben wir seit Kurzem ein nettes

Gimmick in Verwendung, das wir von unseren neutralen

Schweizer Freunden von Flyer als Präsent bekommen haben.

Und wääär hats ’rrrfundn? Eine TRAIL BELL dieser Art – in der

Alpenrepublik kaum verbreitet – ist vor allem eine Schweizer

Angelegenheit, scheint‘s. Wenig verwunderlich schwingen die

Eidgenossen doch bei jeder sich bietenden Gelegenheit frenetisch

ihre Glocken, siehe Skiweltcup und Co. Auf damit auf

heimische Trails.

Die Glocke wird mit einem kleinen Klettband am Lenker fixiert.

Keine Sorge, sie klingelt nicht andauernd, wenn das Gerüttle

auf der Mountainbikestrecke losgeht. Die Glocke bzw. den kleinen

Klöppel innen drinnen kann man nämlich – sehr schlau –

mit dem am Ende der Schlaufe angebrachten Magneten fixieren

und damit zum Schweigen bringen. Biegt man auf eine

häufig frequentierte Strecke oder einen Shared Trail, den auch

Wanderer nutzen, löst man das magnetische Ende und ein dezentes

Bimmeln begleitet den Ritt. So ist man von Weitem zu

hören und niemand kriegt vor Schreck einen Herz-Zickzack.

Testurteil: Grüezi mitenand, durch die Glocke gesagt.

BIKE-GLOCKEN DER

EIDGENOSSEN, GRIFFE VOM

BIKE-GENOSSEN UND

LUFTSTRÖME, DIE IN

REIFEN FLOSSEN.

VON CHRISTOPH HEIGL

88

SPORTaktiv

Fotos: Thomas Polzer, Christoph Heigl


ZWEI-KAMMERN-GESELLSCHAFT

Wer hat diese eine ideale Luftpumpe zu Hause? Die zarte

0,6 bar exakt in Fatbike-Reifen pumpt und auch bei 9 bar und

Rennradreifen nicht in die Knie geht? Hände hoch! Scott-Tochter

Syncros kommt der Ideallösung ziemlich nahe. Denn die

neue SYNCROS VERNON 2.0 DUAL (UVP € 99,95) ist wie zwei

Pumpen in einer, sie hat nämlich zwei Luftkammern. Die Rennradskala

holt tief Luft aus einer Luftkammer, die Skala mit High

Pressure/Road geht bis 11 bar, das sollte reichen. Locker ist

das Rennrad aufgepumt.

Aufgepasst, jetzt kommt der Clou: Für den Mountainbike-Modus

dreht man die komplette Druckanzeige um 180 Grad nach

und die Skala fürs Bike klappt nach oben. Gekennzeichnet mit

HV für High Volume und MTB geht die Skala nun von 0,5 bis

2,5 bar. Auch im Inneren der Pumpe hat sich Entscheidendes

verändert, denn durchs Umklappen des Manometers wird eine

zweite Luftkammer dazugeschaltet. Pro Pumpenhub kommen

nun 799 Kubikzentimeter Luft in den Reifen (Rennradmodus:

327 Kubikzentimeter) – funktioniert super.

ERGRIFFEN WIE FABIO

Die Syncros-Pumpe ist hochwertig gefertigt, auch der Pumpenkopf

spielt alle Stückerl. Er passt für Auto- und Rennradventile

und hat einen Druckknopf, um Luft gezielt abzulassen.

Mit einem Wort: Pffffff.

Radikal biken wie Fabio Wibmer? Easy. War noch nie so leicht

wie jetzt. Schraub dir einfach die neuen Griffe 70X von

SQLAB (UVP € 29,95) ans Bike, natürlich im scharfen

Racing-Neongelb, und fühle dich wie Österreichs

YouTube-Clickstar.

Die Deutschen vom Ergonometriespezialisten SQlab haben für

den 70X zahlreiche Preise eingeheimst: German Design Award

2019, Innovation of the Year 2018 (BBC), Eurobike Gold Award.

Warum? Wohl weil der Griff zum einen ziemlich geil aussieht

und im Gravity- und Downhillsegment richtig gute Kontrolle

verspricht. Vorder- und Unterseite haben unterschiedliche

Oberflächen, die Außenseite sorgt für den nötigen Komfort.

Verschiedene Gummimischungen ermöglichen ein hohes Gripniveau

in beiden Größen und Durchmesservarianten (S, M).

In der Praxis ist der Griff zwar nicht der allerdünnste, aber

selbst für kleine Hände überraschend leicht zu greifen. Die

Oberfläche ist sehr griffig, der Lenker liegt auch im

Out-of-control-Modus bombenfest in der Hand. Der 70X fühlt

sich komfortabel an und dämpft die Vibrationen merkbar.

Fazit: Biken wie Fabio? Easy.

SPORTaktiv

89


BIKE YOUR LIFE

UND GEWINNE

EINEN URLAUB

Von 14. bis 21. August wird im

wohl interessantesten Teil der

Steiermark wieder kräftig in die

Pedale getreten und es erwartet

die Radfahrer ein sportliches

Programm mit 6 unterschiedlichen

Rennen: Einzelzeitfahren,

Bergsprint, Straßenrennen, drei

Trainingsfahrten mit Profis und

vieles mehr! Auch Hobbyfahrer

können mit der Bike-Card an

den Rennen teilnehmen. Melde

dich rasch an und sichere dir

einen der begehrten Startplätze.

Dazu verlost die Radregion

Hartbergerland ein Radpackage

für zwei Personen im Wohlfühlhotel

Wiesenhof in Grafendorf:

drei Übernachtungen für zwei

Personen mit Genussfrühstück,

eine Runde mit dem Radguide

der Region und entspannen im

Wellnessbereich mit Hallenbad

und Sauna. Die Teilnahme erfolgt

per E-Mail bis 20. Mai mit

Kennwort „SPORTaktiv“ an:

radsport@hatbergerland.at

Alle Infos zur Woche, auch zum

Mitfahren:

www.hartbergerlandradsportwoche.at

Foto: Stefan J. Pflanzl

SPORTaktiv

91


BIKE

NEWS

TUBELESS-SCHUTZ

Der VITTORIA Air Liner ist eine

auf Schaumstoff basierende

Einlage für Tubeless-Reifen.

Er schützt die Felge, sorgt für mehr Grip und

dient als Pannenschutz. Den Air Liner gibt es

für MTB-Reifenbreiten von 1,9˝bis zum

Fat-Format. www.vittoria.com

HIGH PROTEIN,

LOW CARB

Der „Protein Low Carb“-Riegel von

SPONSER ergänzt eine eiweißreiche

kohlenhydratreduzierte Ernährungsform auf

leckere Art. Er ist ideal für unterwegs, liefert

dem Körper wichtiges Eiweiß und dient zum

Aufbau und Erhalt von Muskelmasse.

www.sponser.ch

MEHR SCHUB

Das TECHNIBIKE Votaro HT ist

ein Active Tourer mit ordentlich

Dampf. Der Continental-

Motor schiebt mit 90 Nm

an, auch für Trailpassagen

ist das Bike gerüstet. Bis

zu 1400 Höhenmeter pro

Akkuladung sollen sich

ausgehen.

www.technibike.de

SAFETY

SICHER DURCH DEN REGEN, SICHERHEIT AM

KINDERSITZ UND EIN GUTES GEFÜHL BEIM

ABGESPERRTEN TRAUMBIKE.

DOPPEL

Das Modell GO von AGU

ist eine topfunktionelle

Allwetterkleidung, winddicht

und atmungsaktiv. Alle Nähte

sind komplett verklebt. Die

Hose ist schwarz, die Jacke

gibt es in sechs Farben.

www.agu.com/en

FÜR DIE BIKER

VON MORGEN

Die einzigartig konturierten

Gurte am Exclusive Tour von

BOBIKE sind mit einer Hand

verstellbar und halten das

Kind aufrecht. Passend von

etwa 9 Monaten bis 5 Jahre

maximal sollte das Kind 22 kg

haben.

www.bobike.com/de

DIEBSTAHLSICHER

Faltschlösser von TRELOCK

zeichnen sich durch ihren starken,

flexiblen Gelenkbolzen aus. Das

Modell FS 300 TRIGO gibt es in

85 oder 100 Zentimeter Länge,

in sechs Farben und mit dem

X-Move-Halter für rüttelfesten

Transport.

www.trelock.de

Fotos: Hersteller

92 SPORTaktiv


OUT

DOOR

Touren – Menschen – Sicherheit

Fotos: iatock, Dynafit, TVB St. Anton am Arlberg/Josef MalaunNaturfreunde/Regina Hrbek

28 STUNDEN, 45 MINUTEN

Speedbergsteiger und Dynafit-

Geschäftsführer Benedikt Böhm

hat die Alpen nonstop überquert.

Für 210 km und 10.500 Höhenmeter

benötigte er unter 29 Stunden.

www.dynafit.com

DAS BESTE ZUM SCHLUSS

In St. Anton am Arlberg geht das

Kultrennen „Der weiße Rausch“

am 21. April über die Bühne. Dank

später Ostern ist heuer die Skisaison

im ganzen Land verlängert.

www.stantonamarlberg.com

BEGEGNUNG AUF DER ALM

Die Naturfreunde haben einen

Folder für Wanderer über den richtigen

Umgang mit Almweide tieren

gestaltet. Gratis Download im

„Service“-Bereich auf:

umwelt.naturfreunde.at

SPORTaktiv

93


ZWEI WOCHEN

WIE IM FLUG

1000 KILOMETER UND 54.000 HÖHEN-

METER LIEGEN ALS KLASSISCHE

WEITWANDERUNG ZWISCHEN WIEN

UND DEM BODENSEE. DER OBERÖS-

TERREICHER ANDREAS VIEHBÖCK

SCHAFFTE DIESE STRECKE DURCH

ÖSTERREICHS NORDALPEN IN NUR

14 TAGEN: ZU FUSS UND MIT DEM

GLEITSCHIRM.

VON CHRISTOF DOMENIG

BREGENZ

er pedes und per Gleitschirm den

Alpenbogen der Länge nach

queren? Dieses Konzept könnte

einigen bekannt vorkommen.

Ähnlichkeiten mit dem „Red

Bull X-Alps“ waren bei Andreas Vieböcks

„Hike and Fly“-Projekt auch nicht

zufällig, sondern erwünscht. Der 31 Jährige

wird im Juni den Salzburger Paul

Guschlbauer zum zweiten Mal beim Red

Bull X-Alps als Supporter begleiten,

beim (in der typischen Diktion des

Hauptsponsors) „härtesten Abenteuerrennen

der Welt“.

Selbst einmal zu jenen 32 auserwählten

Startern beim X-Alps, dem Wettrennen

und -fliegen von Salzburg nach Monaco,

zu gehören: „Das wäre ein Traum

und darauf arbeite ich hin“, sagt

Andreas Viehböck. Es ist allerdings

nicht leicht, einen Startplatz zu ergattern,

bewerben sich für den alle zwei

Jahre stattfindenden Event doch stets

mehr als 500 Sportler aus aller Welt.

Um überhaupt eine Chance zu haben,

braucht es „Erfahrung und Vorzeigbares“,

erläutert Viehböck, der erst 2015

mit dem Paragleiten begann und schon

mehrmals beim Dolomitenmann als

Gleitschirmpilot mit dabei war. 2018

absolvierte er zudem die „Bordair race“-

Serie: Bei diesen „Hike & Fly“-Rennen

müssen innerhalb von 33 Stunden möglichst

lange Distanzen zu Fuß und per

Paragleiter zurückgelegt werden.

Um die X-Alps-Organisatoren zu

überzeugen, helfen aber auch selbst geplante

und durchgeführte Projekte: Genau

das war ein wesentlicher Grund,

warum Andreas Viehböck im letzten

September die Nordalpendurchquerung

als Solotour mit Gleitschirm vom Osten

Fotos: SPORT 2000/C. Hemmelmeir

94 SPORTaktiv


WIEN

in den Westen Österreichs versucht hat.

Ein Unternehmen, das noch niemand

zuvor in dieser Form probiert hat.

Ungewissheit als Herausforderung

Die geplante Route zwischen Wien und

Bregenz richtete sich im Wesentlichen

nach dem „österreichischen Weitwanderweg

01“, auch „Nordalpenweg“ genannt.

Als Fußmarsch liegen rund 1000

Kilometer und 54.000 Höhenmeter zwischen

Wien und dem Bodenseeufer. Wie

große Teile der Strecke sich aber fliegend

zurücklegen lassen würden und wie genau

die Route überhaupt eingehalten

werden könne, so etwas lasse sich kaum

voraussagen, erklärt der Oberösterreicher.

„Die Herausforderung liegt auch in

der Ungewissheit.“ Außerdem in den

vielen benötigten Fähigkeiten: „Man

muss navigieren, braucht geografisches

Wissen, Kenntnisse in Wetterkunde und

natürlich fliegerische Fähigkeiten. Die

wiederum bekommt man nur durch

ständige Praxis und viel Routine.“ Viehböck

sagt auch: „So schön der Sport ist,

so gefährlich ist er auch: weil sehr viele

Parameter passen müssen.“

Am 11. September 2018 nahm

Andreas Viehböck die Strecke in Angriff.

Wer Flugerfahrung besitzt, könnte einwenden,

dass ein früherer Sommertermin

geeigneter für diese Tour gewesen

wäre: Verschiedene Umstände ließen

dem im Brotberuf selbstständigen Elektrotechniker

keine andere Terminwahl

zu. Doch wie die Tatsache, dass die umgekehrte

Richtung von West nach Ost

(also von den höheren in die niedrigeren

Berge) einfacher gewesen wäre, nahm

Viehböck auch den Termin bloß als zusätzliche

Herausforderung an.

SPORTaktiv

95


Während Genussweitwanderer im

Schnitt rund 25 Kilometer am Tag zurücklegen,

plante der Oberösterreicher

mit der doppelten Wegstrecke: „Ich habe

gewusst, dass ich rund 50 Kilometer

und 3000 Höhenmeter zu Fuß pro Tag

schaffen kann.“ Dazu kamen eben die

möglichst langen, aber nicht planbaren

Flugstrecken. Während also ein Weitwanderer

den Nordalpenweg in rund 50

Marschtagen von Anfang bis zum Ende

bewältigen könnte, gab Viehböck sich

höchstens 20 Tage Zeit.

Schon nach drei Tagen war er seinem

Zeitplan deutlich voraus. Dennoch fühlte

er sich getrieben: „Obwohl es kein

Rennen war, habe ich ständig den inneren

Drang gespürt, möglichst rasch voranzukommen.“

Viehböck erklärt sich

das mit dem Wettkampfdenken, das er

unter anderem als langjähriger Mountainbikesportler

(Downhill-Staatsmeister,

mehrfacher Sieger bei 24-Stunden-Downhills)

verinnerlicht habe.

Die selbst auferlegten Regeln des Soloprojekts

hielt er penibel ein. Sie besagten:

Strecken werden nur zu Fuß und

ANDREAS

VIEHBÖCK

aus Ohlsdorf bei Gmunden (OÖ)

ist 31, selbstständiger Elektrotechniker

und Biketrainer.

Vortragstermine „Mein Ziel vor

Augen“: 25. April in Linz

(Ars Electronica Center)

3. Mai in Aschau im Chiemgau

(D, Flugschule Chiemsee)

8. Mai in Steyr (Museum

Arbeitswelt)

meinzielvoraugen.

sport2000.at

www.andreasviehboeck.at

Andreas Viehböcks Gepäck

wog 13 kg, der Gleitschirm

(„Skywalk Arak“) war noch

ein Prototyp. Abgesehen

von täglichem Proviantnachschub

trug er alles

Benötigte selbst.

mit dem Gleitschirm zurückgelegt und

es wird keinerlei Infrastruktur in Anspruch

genommen. Das minimal gehaltene,

13 kg wiegende Gepäck sowie der

tägliche Proviant sind eigenhändig zu

transportieren. Übernachtet wird im

Freien, im Zelt oder im Biwaksack. Bloß

den täglichen Nachschub an Verpflegung

erlaubte sich der Oberösterreicher

durch den begleitenden Kameramann.

Höhen und Tiefen

Auf so einem Solotrip erlebt man naturgemäß

Hochs und Tiefs. „Der absolute

Höhepunkt war ein Flug mit Start am

Südostgrat des Grimmings, übers Dachsteingebiet

und das Ennstal bis in den

Salzburger Pongau. Dabei hatte ich ständig

Gegenwind und war im Dachsteingebiet

nur noch 50 Meter über Boden“,

erzählt der Oberösterreicher. Dass er in

den Zillertaler Bergen einen Tag lang auf

keine Menschenseele traf, habe ihn

überrascht – auch als erfahrener Bergsportler

eine lässige Erfahrung: „Ich hätte

nicht geglaubt, dass so was bei uns

möglich ist.“ Auf der anderen Seite gab

es Märsche im Platzregen enlang von

Bundesstraßen, „wo man sich denkt,

‚was tu ich hier eigentlich‘“. Und mehr

Tage als erwartet, in denen die Verhält-

Fotos: SPORT 2000/C. Hemmelmeir

96 SPORTaktiv


nisse Flüge verhinderten. „Bei so einem

Projekt ist das Gehen eigentlich nur

Mittel zum Zweck – nämlich möglichst

viel Zeit fliegend zu verbringen“, sagt

Andreas Viehböck.

Viele hätten ihn nachher gefragt, worum

die Gedanken kreisen würden, so

lange allein in der Natur. „In Wahrheit

vergeht die Zeit wie im Flug, weil man

ständig beschäftigt ist: Wo bin ich, wo

geh ich hin, wo kann ich starten, wann

kann ich fliegen?“ Die Tage waren

durchchoreografiert: Aufstehen um halb

sieben, rasch frühstücken, den Tag grob

planen. Dann gehen und wann immer

möglich abheben. An vielen Tagen war

er bis zum Einbruch der Dunkelheit

und manchmal auch darüber hinaus unterwegs.

„Ich hab die benötigte Schlafzeit

unterschätzt und war in den letzten

Tagen wirklich geschlaucht.“

Paradies im Wettkampfmodus

„Wir leben eigentlich im Paradies“, sagt

Andreas Viehböck rückblickend über

seine Erkenntisse aus dem Projekt –

auch als Bergsportler habe er viele neue

Seiten in Österreichs Natur entdeckt. Er

resümiert aber auch: „Es war spannend

zu sehen, was möglich ist, wenn der

Wille passt.“ Eine Blase am Fuß machte

ihm im letzten Drittel des Wegs beinahe

noch einen Strich durch die Rechnung.

In Innsbruck benötigte er deshalb einen

Ruhetag – es war auch genau der letzte

Tag vor einem Kaltlufteinbruch, an dem

noch Flugwetter geherrscht hätte.

Die letzten 150 Kilometer war folglich

wieder „marschieren, marschieren, marschieren“

auf dem Programm. Am 14.

Tag nach seinem Aufbruch, schon bei

Dunkelheit, erreichte Viehböck das anvisierte

Bodenseeufer. Rund 700 Kilometer

und 31.655 Bergauf-Höhenmeter

zu Fuß standen auf der GPS-Uhr, was

eine Durchschnitts-Pace von 8:31 min/

km ergibt. Dazu kamen 242 Flugkilometer.

Er war „müde und glücklich“,

sagt Andreas Viehböck – um neue

Erfahrungen sowie ein Projekt für die

Bewerbungsmappe reicher.

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www.buff.com

www.epmsports.at


Die Belastung im Sommer ist

eine andere, als man sie bei

typischen Wintersportarten

hat. Daher raten wir dazu,

im Frühjahr gezielt die

Grundlagenausdauer zu trainieren“, betont

Stefan Zoister, Bergführer und Alpinausbildner

der Naturfreunde Österreich.

Zügiges Nordic Walking möglichst

auch steil aufwärts, Laufen und

Rad- oder Ergometer-Fahren sind Zoisters

Ausdauerfavoriten. „Die Einheiten

sollten eher länger als kürzer dauern. Ein

bis drei Stunden am Stück sind ideal,

um gezielt für Bergtouren zu trainieren“,

weiß der Naturfreunde-Experte. Auch

die Geschicklichkeit und Trittsicherheit

rät er am Saisonbeginn zu perfektionieren.

Das gelinge sehr gut, wenn man

sich etwa im Wald aus Holz und Steinen

einen einfachen Geschicklichkeitparcours

aufbaut und dort Gleichgewicht

und Feinmotorik optimiert. Um einfache

Kraftübungen zu Hause zu trainieren,

aber auch zur Verletzungsvorsorge

bzw. um Ausgleichstraining zu machen,

sind einfache Übungsgeräte (Therabänder,

Knetbälle u.ä.) ideal. „Ich hatte immer

wieder Probleme mit den Schultern.

Mit Ausgleichsübungen insbesondere mit

dem Theraband habe ich die Schulterbeschwerden

gut in den Griff bekommen“,

berichtet Zoister aus eigener Erfahrung.

LÄSSIGE SOMMER-ALPIN-

TOUREN, AMBITIONIERTES

AM KLETTERSTEIG ODER

NEUE KLETTERABENTEUER

WARTEN IN DEN NÄCHS-

TEN MONATEN. DAMIT DER

BERGSOMMER BESONDERS

COOL WIRD, GILT ES JETZT

„VORZUARBEITEN“.

WIE, VERRATEN BERG-

EXPERTEN IM GESPRÄCH

MIT SPORTAKTIV.

VON OLIVER PICHLER

Kondition & andere Risiken

„Wer müde ist, ist weniger trittsicher

und macht mehr Fehler, etwa beim Ausrüstungs-Handling“,

weist Bergführer

Zoister auf Konditionsmangel als oft unterschätzten

Risikofaktor hin. Und selbst

wenn man scheinbar gut trainiert zu den

ersten Touren aufbricht, sollte man, so

der Experte, am Beginn nicht übertreiben,

um den Körper an die Belastung,

etwa beim Bergabgehen, zu gewöhnen.

„Stöcke sind insbesondere bei den ersten

Touren fürs Bergabgehen ein Muss, um

die Knie nicht überzubelasten. Abwärts

anfangs nicht zu schnell dran zu sein,

beugt Knieproblemen am Saisonbeginn

vor“, weiß der Bergprofi. „Gerade wer

bereits Erfahrung hat, soll zu Saisonbeginn

das richtige Steigen und Greifen

am Fels und das richtige Ein- und Ausklinken

der Karabiner des Klettersteigsets

üben. Ich selbst gehe am

Saison anfang immer einige Klettersteige,

um meine Fußtechnik zu kontrollieren

und darauf zu achten, wie ich meine

Schritte setze“, rät der Kärntner Bergführer

Hubert Granitzer als Teil der Risikominimierung

zu einer Wiederauffrischung

des Könnens im Frühjahr.

„Neueinsteigern – ob beim Klettersteiggehen

und Klettern oder auf Hochtouren

– raten wir, nicht auf eigene

Faust zu beginnen, sondern sich in Kursen

professionell anleiten und hinführen

zu lassen“, betont Josef Egarter, Chef der

Villacher Alpinschule 4 Jahreszeiten. Auf

Fotos: Herbert Raffalt

Vorbereitung ist alles, damit es auf

so herrliche Touren geht, wie sie

Herbert Raffalt, Bergführer und

Alpinfotograf der Extraklasse hier

am Hochtor im Gesäuse ins Bild

gerückt hat

98 SPORTaktiv


VORGLUHEN

FUR MEHR

BERGLUST

SPORTaktiv

99


SEIL- UND KLETTER-

TECHNIK, ABER AUCH

KONDITION UND

PSYCHISCHE ASPEK-

TE LASSEN SICH IN

DER HALLE PERFEKT

TRAINIEREN.

eine Trainingsfacette, die speziell für

fortgeschrittene Klettersteiggeher gedacht

ist, geht er ein: „Die Schwierigkeitsstufen

von Klettersteigen, bezogen

auf das eigene Können, realistisch einschätzen

zu können und damit ein Gefühl

dafür zu haben, was man sicher zu

bewältigen in der Lage ist, ist sehr wichtig.

Wir haben deshalb in unserem Klettergarten

am Kanzianiberg neue Trainingsbereiche

gestaltet, um diese Kom-

petenz zu vermitteln.“ Für erste Klettertrainings

hingegen empfiehlt Bergführer

Egarter Kletterhallen: „Für Kletter- oder

Klettersteig-Neueinsteiger sind erste

Trainings in der Halle empfehlenswert.

Bewegung und Bewegungskoordination

in der Wand lernt man so am besten.“

Vorbereiten in der Kletterhalle

„Kletterhallen sind die beste Möglichkeit,

sich über den Winter klettermäßig

fit zu halten und gleichzeitig gezielt für

im Sommer geplante, speziell herausfordernde

Touren zu trainieren“, erläutert

Stefan Prohinig von der Kletterhalle Villach.

„Einsteiger haben in der Halle die

Möglichkeit, sich in einem geschützten

Rahmen ans Klettern in seiner Komplexität

heranführen zu lassen“, weiß der

Hallenchef. „Seil- und Klettertechnik,

aber auch Kondition und psychische Aspekte

lassen sich in der Halle perfekt

Fotos: Kletterhalle Villach

dolomite.it


trainieren“, pflichtet ihm Günther Niegl

von der Kletterhalle Marswiese in Wien

bei. Weitere Facetten, die in der Halle

sehr gut verinnerlicht werden können,

sind, so Niegl, „vieles im Bereich Sicherheit,

angefangen beim Partnercheck,

über das richtige Sichern und Klettern

bis zum Stürzen und Stürze-Halten“.

Klettersteiggehern, auch Fortgeschrittenen,

rät Prohinig, „vor Start der Sommersaison

in der Halle gezielt Techniktraining

zu machen, um mit weniger

Kraftaufwand unterwegs zu sein, taktisch

besser zu steigen und eventuell sichere

Rastpositionen zu üben.“ Auch für

Bergführer Zoister ist die Halle eine

Säule der Saisonvorbereitung: „Beim

vorbereitenden Training in der Halle ist

es wichtig, länger auf nicht zu hohem

Belastungslevel, dafür aber nicht zu

schwierig zu klettern.“

Alpine Frühjahrsbedingungen

„Altschneefelder oder vereiste Passagen

sorgen im Frühjahr bei den meisten

Touren für deutlich andere Bedingungen,

als man sie aus dem vergangenen

Sommer oder Herbst gewohnt ist. Das

ist bei der Tourenplanung (längere Dauer,

anstrengender) und bei der Ausrüstung

(Steigeisen, Pickel) unbedingt zu

bedenken“, erklärt Zoister. Wer im Umgang

mit Steigeisen und Pickel keine Erfahrung

hat, soll beides bei gefahrlosen

Bedingungen üben. „Um das Gehen mit

Steigeisen zu üben, braucht man nicht

einmal Schnee, sondern kann es auf weichem

Boden, etwa im Wald oder auf einer

Wiese, ausprobieren“, empfiehlt Stefan

Zoister. Eine weitere Gefahr im

Frühjahr sind durch Schnee und Eis verdeckte

Teile von Klettersteigen. „Solche

Passagen werden schnell zu gefährlichen

bzw. unüberwindbaren Hindernissen,

wenn man nicht die passende Ausrüstung

fürs zusätzliche Sichern dabei hat“,

weist der Bergprofi auf ein weiteres

Risiko hin.

SPEZIELLES ZUR

BERG-SAISON-

VORBEREITUNG I:

DAS TRAINING

Um gezielt Kraftausdauer fürs

Klettern und Klettersteiggehen zu

trainieren, sind Therabänder mit

Schlaufen ideal. Um die Unterarme

zu kräftigen, gibt es praktische

Unterarmtrainer. Kraft in den

Fingern lässt sich mit Knetbällen

trainieren.

• Theraband CLX und Theraband

Handexerciser (versch. Widerstände):

je ab € 15,90

www.theraband.at

• Gymstick verstellbarer

Handkrafttrainer € 14,95 od.

Digi-Flex Handtrainer ab € 22,95

beides www.simplyfit.at

SPEZIELLES ZUR BERG-SAISONVORBEREITUNG II:

DIE AUSRÜSTUNG

Spikes – für einfache Schneefeldquerungen

• Chainsen Light – leichte Spikes für Lauf-, Sport- &

Bergschuhe € 49,90 www.kochalpin.at

• Stubai Mount Track - robuste, etwas schwerere Spikes

€ 34,90 www.stubai-sports.com

Steigeisen – für schwierigere Schnee- oder

Eisfeldquerungen

• Petzl Irvis Hybrid – leichtes & robustes Steigeisen

€ 140,– www.petzl.com

• Stubai – Steigeisen Trekking Classic, robust, Stahl

€ 105,80 www.stubai-sports.com

Pickel – Sicherheit auf Eis und Schnee

• Petzl Summit Evo – Eispickel für klassisches Bergsteigen

€ 140,– www.petzl.com

• Stubai Eispickel Level – robust, durchdacht, leicht

€ 95,90 www.stubai-sports.com

Spikes bzw., wenn das Gelände schwieriger ist, Steigeisen

und Pickel sind eine „Lebensversicherung“ beim Queren

von Altschneefeldern bzw. Schnee- und Eispassagen. Und

wenn Teile von Klettersteigen durch Eis und Schnee verdeckt

sind, ist zusätzliches Sichern ein Muss.

Zusatzsicherung bzw. Nachsichern am Klettersteig

• Skylotec Top Belay – durchdachtes Nachsicherungs-Komplettset

€ 140,– www.skylotec.com

SPORTaktiv

101


AUSTRIA ALPIN HYDRA.EVO

• Klettersteigset mit drittem

Arm: Ferrata.Bloc-Klettersteigzusatzbremse

für senkrechte

Passagen

• Ferrata.Bloc an Ort und

Stelle verhindert so

schwere Stürze

• Fallhöhe wird auf ein Minimum

reduziert und Verletzungen

können vermieden

werden

PREIS (UVP): € 149,90

www.austrialpin.at

SICHER

AM STEIG

FÜNF KLETTERSTEIGSETS, DIE IM

ERNSTFALL VOR DEM ABSTURZ SCHÜTZEN.

PETZL SCORPIO EASHOOK

• Klettersteigset mit EASHOOK-

Karabinern und Verdrehschutzsystem

für Anwender, die zwischen 40

und 120 kg wiegen

• zwei elastische Arme mit

hohem Dehnungsvermögen

PREIS (UVP): € 120,–

www.petzl.com

STUBAI BERGSPORT SUMMIT

LIGHT X1

• völlige Neuentwicklung

• die Karabiner sind ergonomisch

so gestaltet, dass beim

Einhängen in die Via-Ferrata-Seile

die Hände weit genug vom Öffnungsbereich

weg sind

• somit sind die Finger beim Einund

Aushängen geschützt und

der Ablauf des sicheren Einhängens

erfolgt ganz easy

PREIS (UVP): € 99,90

www.stubai-sports.com

SKYLOTEC RIDER 3.0

• sicherstes KS-Set dank selbstlaufender

Seilklemme mit Rücklaufsperre

• für Stahlseile von 12–16 mm

• Seilklemme mit Karabineröse für

Steige oder Passagen ohne passendes

Drahtseil, um Rider als

konventionelles Set verwenden

zu können

PREIS (UVP): € 245,–

www.skylotec.com

SALEWA ERGO TEX

• durch ergonomisch geformten

Karabiner 30 %

Kraftersparnis

• flach gestaltete Karabiner

können sich bei Biegebelastung

verformen und brechen

nicht

• elastische Sicherungsarme

für körpernahes Handling

der Karabiner

PREIS (UVP): € 130,–

www.salewa.com

Fotos: Hersteller

102 SPORTaktiv


Fotos: Tourismus

BIST DU SCHON FRÜHLINGSFIT?

Die Parktherme Bad Radkersburg lockt mit Sport

und Wellnessangeboten und Blick in die Natur.

STEIERMARK. Im Süden der Steiermark genießt man in der

Parktherme Bad Radkersburg die Wärme des besonderen

Thermalwassers ebenso wie den Blick in die Natur. Man

lauscht den Vögeln, erfreut sich an der Frühlingssonne oder

genießt das Thermalwasser bei 34 bis 36 Grad. Für ein

perfektes Frühlingstraining lockt das 50-Meter-Outdoor-

Sportbecken mit 25 Grad Wassertemperatur. Das Sportprogramm

umfasst zudem kostenloses Kräuter-Yoga und die österreichweit

einzigartige Faszien-Fitness im Thermalwasser.

www.parktherme.at

MAXIMALE MOBILITÄT

Mit der „Nationalpark Sommercard“ sind in der Ferienregion

Nationalpark Hohe Tauern 60 Leistungen inklusive.

SALZBURG. Sie gilt von 1. Mai bis 31. Oktober 2019 und

ist ein echtes Premiumprodukt: die „Nationalpark Sommercard“.

Mit dieser All-inclusive-Karte bekommen die

Gäste bei den Partnerbetrieben gratis Zutritt zu Museen,

Naturschauspielen sowie zu Freizeit- und Sportanlagen und

sie nutzen die zahlreichen Bergbahnen kostenlos. Darüber

hinaus bietet die Karte maximale Mobilität mit Gratis-Nutzung

der öffentlichen Verkehrsmittel und dem Tageseintritt

zur Erlebniswelt „Großglockner Hochalpenstraße. Mehr

Infos: www.mittersill.info

DER RUCKSACK

FÜR ALLE FÄLLE

Der Atrack von Ortlieb ist

Reisetasche und vollwertiger

Outdoor-Rucksack in einem.

Obendrein ist er noch nachhaltig

erzeugt und wasserdicht.

ANZEIGE/Foto: Ortlieb

Active Travelling – das ist nicht weniger

als die Definition einer neuen Rucksackkategorie.

Ortlieb hat dafür den

Atrack entwickelt, und zwar mit dem

Anspruch, dass sich der Rucksack jeder

Reisesituation und Sportaktivität flexibel

anpasst. Herausgekommen ist mit dem

Atrack eine Innovation, die den Trend

zu Kurzreisen und zum Minimalismus

aufgreift. Er ist eine wasserdichte

Reisetasche und ein vollwertiger Outdoor-Rucksack

in einem. Dank des

neuen, leichtgängigen Reißverschlusses

am Rücken ist er wie eine klassische

Reisetasche zu öffnen. Der Atrack (UVP

ab € 179,99) ist zu 100 Prozent wasserdicht,

PVC-frei, wird nachhaltig und in

verschiedenen Größen in Deutschland

hergestellt und ist in modernen Farbvarianten

erhältlich.

ATRACK –

ACTIVE TRAVELLING

Erhältlich in verschiedenen Größen

und Farben ab € 179,99

www.ortlieb.com/de

SPORTaktiv

103


Der Nationalpark Hohe Tauern Tirol und SPORTaktiv laden ein:

DAS NATIONALPARK

HOHE TAUERN CAMP

IN OSTTIROL

19. bis 22. September 2019

(Do.–So.)

PROGRAMM

Donnerstag

• Anreise in die Sonnenstadt Lienz

• individuelle Zeit zum Ankommen, Nutzen des

Wellnessbereiches usw.

• gemeinsames Abendessen und Vorstellung unseres

Partners SWAROVSKI OPTIK, der uns für die Wanderungen

Ferngläser und Spektive zur Verfügung stellt.

• Übernachtung im Dolomitenhof in Tristach

Freitag

• Frühstück im Hotel

• Transfer zum Ausgangspunkt der Tour individuell

durch Teilnehmer bzw. in Fahrgemeinschaften

• Geführte Tour mit einem Nationalpark-Ranger im

wildromantischen Debanttal zum Wangenitzsee

und anschließend weiter zur Lienzer Hütte auf

1977 m Seehöhe

• auf 9 Kilometer/600 Höhenmeter im Aufstieg;

Schwierigkeitsgrad: mittel

• Abendessen und Übernachtung auf der Lienzer Hütte

(im DZ/Mehrbettzimmer – je nach Verfügbarkeit)

Samstag

• Frühstück auf der Hütte

• Variante 1: anspruchsvolle Tour mit Klettersteig

(B/C) und Besteigung des 3206 m hohen Glödis,

des „Matterhorns Osttirols“

4:30 Stunden im Aufstieg mit ca. 1200

Höhenmetern im Aufstieg, davon 300 Höhenmeter

im mittelschweren Klettersteig; Gesamt-

Schwierigkeitsgrad der Tour: anspruchsvoll

LEISTUNGEN

• Variante 2: Nationalpark-Rangertour zum

einsamen Trebelitschsee

ca. 6 km /400 Höhenmeter im Aufstieg;

Schwierigkeitsgrad: mittel

• Im Anschluss bei beiden Varianten:

Rückfahrt in das Hotel Dolomitenhof,

Abendessen und Übernachtung im Hotel

Sonntag

• Frühstück und individuelle Abreise

• 2 x Nächtigung inkl. HP im Hotel

Dolomitenhof, 1 x Übernachtung

inkl. HP auf der Lienzer Hütte

• 2 geführte Touren inkl. Testgeräten

(Ferngläser und Teleskope)

von SWAROVSKI OPTIK

• optional SPORTaktiv-Campschutz

powered by Nürnberger

• Preis: € 304,– im DZ;

€ 314,– im EZ (exkl. Kurtaxe)

ALS GESCHENKE

Einen Rucksack von Thule

(AllTrail 25 L); eine Haube

aus Merinowolle von Buff;

ein Top-Sportnahrungs paket

von Peeroton; ein

Ultrasun-LSF-30-Sports-Gel;

eine Nationalpark-Osttirol-

Jausenbox

104 SPORTaktiv


AUFS „MATTERHORN OSTTIROLS“

www.sportaktiv.com

DAS ANGEBOT:

3 NÄCHTE/HALBPENSION UND

ZWEI GEFÜHRTE TOUREN

MIT NATIONALPARK-RANGER,

NUTZUNG HOCHWERTIGER

FERNGLÄSER VON SWAROVSKI OPTIK,

OPTIONAL BESTEIGUNG DES

3206 M HOHEN GLÖDIS

AB € 304,–|

Ein Wochenende mitten im Nationalpark Hohe Tauern im

schönen Debanttal, eine Tour mit Nationalpark-Ranger zu

einem einsamen Bergsee in der Schobergruppe und als Highlight

eine Besteigung des Dreitausenders Glödis: Das alles können

unsere Leser/-innen beim Nationalpark-Hohe-Tauern-Camp-Osttirol

von 19. bis 22. September erleben.

Los geht’s am Freitag mit einer Wanderung zum Wangenitzsee

mitten im Nationalpark. Bei der Seentour im wildromantischen

Debanttal gibt es vom Nationalpark-Ranger viel Interessantes

über den Wasserreichtum der Hohen Tauern zu erfahren. Ausgerüstet

mit Ferngläsern und Teleskopen von SWAROVSKI OPTIK

ergibt sich hoffentlich auch so manche Wildtierbeo bachtung im

Nationalpark. Mit dem Blick durch die hochwertige Fernoptik

sind wir ganz nah am Geschehen, ohne die Tiere in ihrem geschützten

Lebensraum zu stören.

Nach einer Hüttenübernachtung teilt sich die Gruppe: Am

Samstag führt die anspruchsvolle Tour auf den Glödis, einen der

eindrucksvollsten Gipfel der Nationalparkregion, der den Beinamen

„das Matterhorn Osttirols“ trägt. Seit einigen Jahren ist

der Glödis über einen mittelschweren Klettersteig erreichbar. Auf

9 Kilometern werden ca. 1200 Höhenmeter überwunden – gute

Kondition ist also ein Muss. Der Ausblick vom Gipfel ist dafür

grandios: Der Glödis zählt zu den schönsten Aussichtsbergen des

Nationalparks und bietet einen freien Blick auf die höchsten Berge

Österreichs inklusive Großglockner. Die Tour wird von einem

Osttiroler Berg- und Skiführer begleitet.

Die einfachere, aber nicht minder schöne zweite Variante lässt

die Campteilnehmer einen weiteren Bergsee auf einer gemeinsamen

Wandertour erkunden: den einsamen und versteckten Trelebitschsee.

Die Führung übernimmt wieder ein Nationalpark-Ranger,

mit dem man tief in die faszinierende Natur des Nationalparks

Hohe Tauern Tirol eintauchen kann – immer im Gepäck das

SWAROVSKI-OPTIK-Fernglas für ein hautnahes Naturerlebnis.

ANMELDUNG

Der Dolomitenhof – Familie Winkler

Dorfstraße 34, 9907 Tristach

T. +43 (0) 48 52 / 634 55

info@dolomitenhof-tristach.at

www.dolomitenhof-tristach.at

Buchungskennwort: „SPORTaktiv Nationalparkcamp 2019

Infos zum Nationalpark Hohe Tauern unter

www.nationalpark.osttirol.com

Fotos: Nationalpark Hohe Tauern Tirol, Der Dolomitenhof, Hersteller

DIE UNTERKUNFT

Der Dolomitenhof ist ein familiengeführtes 3-Sterne-Hotel

in Tristach, das mitten in der Natur und dennoch nur 3 km

vom Zentrum von Lienz entfernt liegt.

www.dolomitenhof-tristach.at

SPORTaktiv

105


GEIER OHNE

WALLY

... DAFÜR MIT WAND. ZUM

START IN DIE BERGSAISON

STELLEN WIR EUCH MIT DEM

GEIERWAND-KLETTERSTEIG

IN HAIMING (T) GLEICH EIN

SCHMANKERL VOR. MIT

HERRLICHEM AUSBLICK UND

VIEL GENUSS.

VON AXEL JENTZSCH-RABL

Genießer-Klettersteig der Extraklasse

– kaum zu glauben, dass an dieser

mächtigen Felswand die Schwierigkeit

den C-Grad nicht übersteigt! Das

Rezept sind Klammern, Klammern und

noch mal Klammern, von denen die

Erbauer Hunderte an die Wand geklebt

haben, immer dort, wo es schwerer wird,

steht man auf den Eisenbügeln. Die Ferrata

ist angenehm zu klettern; man hat fast

ständig einen herrlichen Ausblick auf das

breite Inntal.

Klettergarten-Geierwand bis zu den

Einstiegen folgen.

Route

Siehe Topo. Die schwerste Stelle kommt

vor dem großen Band am Ende.

Abstieg

Vom Ende der Seilsicherung auf dem

markierten Abstiegsweg – teilweise steil

abfallend – hinunter bis zum Forstweg an

der Autobahn, dort zurück zum Parkplatz.

BUCHTIPP

Klettersteigführer

Österreich mit Touren-App

www.alpinverlag.at

Anreise

Auf der A12 bis zur Abfahrt Mötz und

weiter in den Ort Haiming. Im Ort der

Beschilderung „Rafting-Center“ folgen.

Nach der Innbrücke sofort rechts und

am Rafting-Center vorbei zum Parkplatz.

Öffis: mit der Bahn nach Haiming und mit

dem Bus zur Innbrücke.

Zustieg

Vom Parkplatz nach dem Rafting- Center

beim Autobahntunnel der Beschilderung

Ausrüstung

Komplette Klettersteigausrüstung und

Helm.

Bemerkung

Der Klettersteig ist zwar nur mittelschwer,

aber lang! Die Länge der Tour sollten

Anfänger und Gruppen mit Jugendlichen

auf jeden Fall berücksichtigen; ein wenig

Kondition ist notwendig. Die Wand ist

südseitig. Es kann sehr heiß werden.

Genug zu trinken mitnehmen!

Fotos: Axel Jentzsch-Rabl

106 SPORTaktiv


TOP-KLETTERSTEIG

Der „Geierwand“-Klettersteig

Schwierigkeitsgrad C

400 Hm/3:45 Std.

Talort: Haiming, 670 m

Ausgangspunkt: Parkplatz beim

Raftingausstieg, 660 m

Berg: Simmering, 2096 m

steil,

gestuft

steil, mit

Klammern

Seilbrücke

A/B

B/C

gestuft neben

der Schlucht

B

A

A

B

gestuftes

Zickzack

A/B

B

A/B

A/B

B

B/C

A/B

B

B/C

C

B

B

gelbe

Bank

Band

B

Wald

B

A

Rastplatz

der Markierung

folgen (=Abstiegspfad)

A

steiler Wald

A

steil,

Klammern

Klammern-

Wand

A/B

Band

A/B A/B

B Stufe

B

Stufe

B

Expos.

Süd

B B

gestufter

steil, mit

Grat

Klammern B/C

B

Band

B

A

A/B

A/B gestufter

gestuft

Grat

A/B

A/B

gestufter

Grat

B

B/C Klammern-

Wand

B/C

B

B

B

Kletter- garten

Stufe mit

Klammern

A/B

vom Autobahntunnel/

Parkplatz

AXEL

JENTZSCH-RABL

aus Bad Häring (T) kennt als Verfasser der

umfangreichsten heimischen Klettersteigführer

die meisten Klettersteige in Österreich

und im umliegenden Ausland. Bei uns stellt

er regel mäßig einen seiner Favoriten vor.

DER RUCKSACK DER DEIN LEBEN RETTET!

DER ULTRALEICHTE WANDERRUCKSACK SKILL 30 RECCO MIT RECCO ® SPORTaktiv REFLEKTOR 107

www.tatonka.com/skill-30-recco


GLÜCKSHORMONE

AN DER

GLOCKNERSTRASSE

MONUMENTALE AUSBLICKE AUF EINER MONU-

MENTALEN STRASSE. DIE GROSSGLOCKNER

HOCHALPENSTRASSE STILLT DIE SEHNSUCHT

NACH DER NATUR.

Die Straße führt auf 48 km

ins Herz des Nationalparks

Hohe Tauern und ist

denkmalgeschützt.

www.grossglockner.at

Eine Straße, die glücklich macht, die mit

vielfältigen Aus- und Einblicken überrascht

und die sich noch dazu im Einklang

mit der Natur den Berg nach oben windet –

all das ist die Großglockner Hochalpenstraße,

erbaut von Franz Wallack und schon

1935 eröffnet.

Beim Durchqueren der vier Klimazonen

vom Talboden bis hinauf in die Gletscherregion

werden die Augen jedes Betrachters

mit atemberaubenden Ausblicken verwöhnt.

Bei einem Halt an einem der Rastplätze

entdeckt man nur wenige Schritte

von der Straße entfernt stille Kraftplätze.

Im Herzen des Nationalparks atmet man

die klare Luft im Takt der Natur und entdeckt

entlang der Straße die kleinen und

großen Wunder der Natur: Murmeltiere,

majestätische Steinböcke, flinke Gämsen,

seltene Schmetterlinge und Blumen,

die sonst nur im arktischen Spitzbergen

wachsen.

Hautnahes Erleben

Das beeindruckende Bergpanorma wird

dominiert von den Flanken von Österreichs

höchstem Berg, dem Großglockner (3798

m) und den Gipfeln seiner „Nachbarn“. Bei

Wanderungen gibt es viel zu entdecken, wie

die Hexenküche oder die Pasterze, den

längsten Gletscher der Ostalpen. Entlang

der 48 Kilometer langen Passstraße versetzen

neun kostenlose Ausstellungen in Staunen

und auf der Edelweißspitze erreicht

man den höchsten befahrbaren Punkt auf

2571 Metern Seehöhe. Nicht umsonst ist

die Straße eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten

des Landes.

Fotos: Großglockner Hochalpenstraße

108 SPORTaktiv


ANZEGE/Foto: Ultrasun

SUPER SCHUTZ

AUS DER SCHWEIZ

VOR STARKER SONNENEINSTRAHLUNG MUSS MAN DIE HAUT

SCHÜTZEN. BESONDERS HAUTFREUNDLICH GEHT DAS MIT

ULTRASUN, DER WELTWEIT ERFOLGREICHEN SCHWEIZER MARKE.

Der Schweizer Innovations-Leader

Ultrasun beschäftigt sich seit über

25 Jahren mit UV-Schutz für eine

gesunde, schöne Haut und ist mittlerweile

im Ausland fast bekannter als in

der Schweiz.

Weltweit empfehlen Dermatologen

die Sonnenschutzprodukte der

Schweizer Marke Ultrasun, die einzigartig

ohne viele der kritisch diskutierten

Inhaltsstoffe besonders hautverträglich

formuliert sind. Aber auch

das Schweizer Allergie-Gütesiegel aha!

zeichnet diverse Ultrasun-Produkte

aus, da sie Menschen mit Allergien

und Intoleranzen einen Mehrwert an

Sicherheit und Information bieten.

Die in Apotheken und Drogerien

erhältlichen Produkte können täglich

angewendet werden, bieten einen

richtiggehenden Hightech-Schutz und

werden von Familien mit Kindern

genau so geschätzt wie z.B. auch vom

zweifachen Ironman-Hawaii-Sieger

Patrick Lange.

MEHR INFOS UNTER:

www.ultrasun.com

QUIZ: TESTEN

SIE IHR SONNEN-

SCHUTZ-WISSEN

1. Was bedeutet SPF50+ auf

den Verpackungen?

Das ist die Angabe für den

UVB-Schutz

Das ist die Angabe für den

UVA-Schutz

2. Wie wird der UVA-Schutz

deklariert?

UVA-Zeichen im Kreis

überhaupt nicht

3. Welche UV-Strahlen machen

uns optisch alt bzw. wieso ist es

so wichtig, täglich einen guten

UV-Schutz gegen die Hautalterung

zu verwenden?

UVA

UVB

4. Welcher US-Bundesstaat

verbietet ab 2021 drei kritische

Sonnenschutzfilter, die von

Ultrasun bereits seit 2016 nicht

mehr verwendet werden?

Hawaii

Kalifornien

AUFLÖSUNG: (1) Nur auf den UVB-

Schutz (2) Der UVA-Schutz wird in

Europa mit dem UVA-Zeichen im

Kreis auf den Verpackungen garantiert,

(3) UVA-Strahlen (4) Hawaii

SPORTaktiv

109


HERZHAFT FAMILIÄR

St. Johann in Salzburg und sein Alpendorf bieten den

optimalen Familienurlaub für Klein und Groß.

Von Luftgeistern, Baumlehrpfaden, Puppenspiel und

Panoramawanderungen bis zum Einkaufstag für die

ganze Familie.

Tourismusverband

St. Johann in Salzburg

5600 St. Johann

T.: 0043/64 12/60 36

info@JOsalzburg.com

www.JOsalzburg.com

Atemberaubende Naturlandschaft, so

weit das Auge reicht, eine perfekte

Infrastruktur, Betriebe, die speziell auf

Familien eingestellt sind, und das alles nur

60 Kilometer von der Landeshauptstadt

Salzburg und der deutschen Grenze entfernt

– all diese Vorteile vereint die idyllische

Kleinstadt St. Johann in Salzburg in sich.

Abenteuer in der Natur

Zum Frühlingserwachen, wenn die Gipfel

schneefrei sind, erwachen auch auf dem

1750 Meter hohen Gernkogel die Feuer-,

Wasser-, Erd- und Luftgeister. Die umliegende

Bergwelt sowie Panoramawanderwege

mit mehr als 40 Erlebnisstationen bringen

kleine und große Bergwanderer zum

Staunen.

Schon bevor es mit der Alpendorf-Gondelbahn

in die Höhe geht, können sich die

Kinder auf dem Abenteuerspielplatz bei der

Talstation austoben. Eine weitere Attraktion

für Familien ist dann der Baumlehrpfad am

Panoramaweg, auf dem über 30 Nadel- und

Laubbaumarten „erwandert“ werden können.

Detaillierter Steckbrief zu den Bäumen

inklusive.

Kinder kommen in den Sommerferien

ganz besonders auf ihre Kosten, wenn vom

13. bis 19. Juli die JoKiWo steigt, die St.

Johanner Kinderwoche. Einer der besten

Märchenerzähler entführt die Kinder ins

Reich der Feen und Fabelwesen, im Stadtpark

findet ein Puppenspiel statt und bei

der Aufführung von „Peter und der Wolf“

der Philharmonie Salzburg werden Kinder

wieder auf klassische Wege geführt.

Neben den zahlreichen Freizeitmöglichkeiten

bietet die Kleinstadt aber auch urbanes

Flair mit vielen Shoppingmöglichkeiten

und sogar einem speziellen Einkaufstag für

Familien.

Fotos: www.MirjaGeh.com

110 SPORTaktiv


MOUNTAIN RUNNING®

APPAREL COLLECTION

SHOP NOW ON WWW.LASPORTIVA.COM

SPORTaktiv

111


EINMAL

QUER

DRUBER

112 SPORTaktiv


DIE DOLOMITEN GEHÖREN ZU DEN REIZVOLLSTEN

BERGEN DES ALPENRAUMS. IHRE GANZE FASZINATION

ERLEBT MAN ABER ERST, WENN MAN SICH IHNEN AUF

EINER WEITWANDERTOUR ANVERTRAUT. DANN

UMARMEN UND BESCHENKEN SIE EINEN MIT GLÜCK.

VON KLAUS HÖFLER

Foto: Damiano Levati

Da hängt man dann in der Wand und

kommt sich unendlich klein vor. Wie

ein Kekskrümel auf einem Backblech.

Neben einem: Fels. Über einem: Fels.

Unter einem: Fels. Senkrechter,

zerfurchter Fels. Die Kulisse zwingt einem automatisch

eine beeindruckte Atemlosigkeit auf.

Auch, weil man sich vor wenigen Augenblicken

über eine knapp nicht überhängende Passage des

Pößnecker Klettersteigs hochgekämpft hat. „Trittarme

Verschneidung“ heißt das im Via-Ferrata-Fachchinesisch

etwas verharmlosend. Vorne

schiebt sich die Nase entlang des schroffen Gesteins

nach oben, hinten zieht die Schwerkraft

den Rucksack Richtung Abgrund. Die Finger

krallen sich in den kalten Fels. Man hört nur den

eigenen Atem und das Klicken der Sicherungskarabiner

am Stahlseil. Endlich ein fester Stand.

Endlich Zeit, das grandiose Panorama zu bestaunen.

Der 1912 angelegte Pößnecker Klettersteig

aufs Sellaplateau gehört nicht nur zu den ältesten

und anspruchsvollsten in den Dolomiten, sondern

auch zu den spektakulärsten. Die ersten 250 Höhenmeter

führen senkrecht in den Himmel, im

oberen Abschnitt sorgen zwei luftige, teils sicherungsseilfreie

Kamine für besonderen Nervenkitzel.

Konzentriert bleiben! Nach oben schauen! Dort

steht Egon Resch. Er hat sich mit einer ausladenden

Grätsche in die Gesteinsrinne geklemmt – und

lacht. Es ist sein Revier. Die Felswände der Dolomiten

sind sein Jugend-, Wohn- und mittlerweile

auch Arbeitszimmer, nachdem er seinen Job in der

Automobilindustrie gecancelt und sich zum Bergführer

ausbilden hat lassen. An diesem frühkühlen

Septembermorgen, der sich anschickt, ein Prachttag

zu werden, leitet er eine Gruppe weniger routinierter

Kletterer durch die Felswand. Das Gekraxel

ist Teil einer siebentägigen Zu-Fuß-Durchquerung

der Dolomiten. Der Südtiroler Outdoorausrüstungsspezialist

Salewa hat sich die Expedition vor

der Haustür der Bozener Unternehmenszentrale

einfallen lassen. Und Egon Resch hat die Tour

komponiert. Ein Best-of aus bestehenden

Trekking routen. Ein Härtetest – nicht nur für das

Material, auch für die hochalpine Marschierqualitäten

und hüttenlagernächtlichen Schnarchtoleranz

der Gruppenmitglieder. Ein Protokoll.

Schon die ersten knapp neun Kilometer

von der kleinen Ortschaft Tiers hinauf

zur Grasleitenhütte am Eingang zum Naturpark

Schlern-Rosengarten lassen erahnen, welches

Naturparadies man da betreten hat. Aber es

gibt auch einen Vorgeschmack auf die Höhenmeter,

die es am Weg zu den Drei Zinnen zu absolvieren

gilt. Knapp eintausend sind es zur Eröff-

1

TAG

SPORTaktiv

113


SUPER FERRATA

MC GTX

Der ideale Zustieg- und Klettersteigschuh

dank der exklusiv mit Vibram® entwickelten,

speed-hiking inspirierten Sohle für perfekten

Halt. Mit der GORE-TEX Membran ist der

Super Ferrata MC GTX zudem wasserdicht

und atmungsaktiv. Zu 100 % in Europa gefertigt.

nung, bevor im Licht der untergehenden

Sonne die Hütte im Blickfeld auftaucht.

Wie die Perle einer Auster liegt

sie am Talschluss zwischen den mächtigen

Felsvertikalen, die sie zu beschützen

scheinen. Die Stimmung ist aufgekratzt,

die Vorfreude auf das, was noch

kommt, glänzt nicht nur in Egons Augen.

Die Ohrenstöpsel leisten im Matratzenlager

wertvolle Dienste.

Bergab ist keine Option mehr.

Begleitet von ein paar Bergziegen

geht es hinauf in

einen furchterregend grimmigen

Kessel, eingekreist

von Steilwänden und Schuttkegeln.

Die Serpentinen wollen

kein Ende nehmen. Als

die Sonne dann erstmals

über die scharfzackige Gratkante

spitzelt, wird klar: Der

Sommer hat seinen Aufenthalt

in den Dolomiten diese

Saison verlängert. Entsprechend

gut gefüllt sind die

Terrassensitzplätze bei der

Tierser-Alpl-Hütte und auf

der Plattkofelalm. Die 17,5

Kilometer lange Tagesetappe

endet aber erst bei der Friedrich-August-Hütte.

Es ist nicht so, dass an den

Wadeln die knapp tausend Höhenmeter

spurlos vorübergegangen wären ...

2

TAG

TAG

3

Den Pößnecker Klettersteig in

die Route einzubauen, war

Egons Idee. Eine besonders

gute in einer Perlenkette außergewöhnlicher

Etappenverläufe. Denn

nach der Steilwand mit Klettergurt,

Helm und mächtigem Respekt vor

dem gähnenden Nichts unter einem

warten oben schon die nächsten

„Wunderbarkeiten“: Das mondlandschaftartige

Hochplateau des Piz Selva,

das es zu queren gilt. Der Ausblick,

der sich am anderen Ende der wasserlosen,

dafür hitzereichen Ebene über

die Abrisskante in einem spektakulären

Canyon mit spitzen Gesteinstürmen

verliert. Der Aufstieg auf den Piz

Boé. Der Blick vom mit 3152 Metern

einzigen Dreitausender der Sella-Gruppe.

Das Dauergrinsen ist nicht

mehr aus den Gesichtern zu bekommen.

Schon gar nicht, als die hinter

den Horizont gesunkene Sonne die

Marmolata und ihre Schwesterngipfel

in den südlichen Dolomiten ein impressionistisches

Farbenspiel aus unzähligen

Orange-Rosa-Hellblau-Tönen

taucht. Da steht man dann da, angesichts

der Wucht des Gigantischen der

Berge erneut verzwergt zum Kekskrümel

auf einem Backblech – und will

gar nicht mehr weitergehen. Der Zauber

des Augenblicks hält einen gefangen.

Für Alpinromantik ist jetzt aber

der falsche Zeitpunkt. Die letzten der

19 Tageskilometer müssen im Schein

der Stirnlampen schnellstmöglich absolviert

werden, droht doch die Küchensperrstunde

in der Franz-Kostner-Hütte.

Aber das Panorama hat

auch anderwärtig hungrig gemacht.

Hungrig nach den Sternen. Irgendwann

– während man im Schlafsack

auf der Terrasse liegt – kippen die Augen

dann doch in den Schlafmodus.

Runter ins Tal, rauf aufs Bike.

So lässt sich das Tageskilometerpensum

ordentlich in die

Höhe (über die 30-Kilometer-„Schallmauer“)

schrauben und zeitsparend

durch den Fanes-Sennes-Prags-Naturpark

kreuzen. Die Entspannung im

Sattel bleibt kurz. Es geht wieder zu

Fuß weiter. Der Anstieg zur Scotoni-Hütte

und weiter endlose Serpenti-

4

TAG

114 SPORTaktiv

www.dachsteinschuhe.com


MOUNTAINBIKE-

BERGSCHUTZ*

Für jeden

die passende

Versicherung!

Mit dem Mountainbike-Bergschutz

sind Sie im Falle eines

Unfalls bestens versichert:

Postkartenmotive

wohin man schaut

– das bietet die

Alta-Via-Tour in

den Südtiroler

Dolomiten.

Schon ab

€ 4,98

Jederzeit online abschließbar:

bergwelt.nuernberger.at/

mtbversicherungen

Fotos: Daniele Molineris

nen hinauf auf eine hoch über einem

kristallklaren und ebenso kalten

Bergsee gelegene Scharte ist schweißtreibend.

TAG

5

Vor einem Wasserfall stehen,

kann bald jemand. Hinter

dem zu Boden stürzenden

Wasservorhang zu stehen, gehört dagegen

zu einem besonderen Naturschauspiel.

Beim Fanesfall kann man diese

Backstage-Tour erleben.

6

TAG

Die Dolomiten geizen weiter

nicht mit ihren Reizen.

Pragser Wildsee, Rossalm. Es

ist ein Postkartenmotiv nach dem anderen,

durch das man marschiert,

während durch die Fels- und Baumspitzen

Nebelfetzen aufsteigen und

sich in nichts auflösen.

Nach 150 Kilometern und

knapp 17.300 Höhenmetern

hat eine der bekanntesten

und meistfotografierten Bergformationen

Europas als Begrüßungskomitee

Aufstellung genommen: die Drei

Zinnen in den Sextener Dolomiten.

Die Gruppe umarmt sich. Aus der

Handvoll Kekskrümel ist ein

Glückskeks geworden.

7

TAG

*Versicherer ist die GARANTA

Versicherungs-AG Österreich

SPORTaktiv

115


SEHNSUCHTSORT

ZUM GREIFEN NAH

Fünf Gebirgsstöcke, fünf Berg-Erlebniswelten. In der

Region Innsbruck schmiegen sich Stadt und felsige

Höhen in perfekter Harmonie aneinander. „Mountain

and the City“.

Weitere

Informationen

unter:

www.innsbruck.info/hiking

Die Berge – ein Sehnsuchtsort für viele

Erholungssuchende. Und kaum wo

liegen Stadtleben und Bergeinsamkeit so

nah und in so einer Vielfalt beieinander

wie in der Region Innsbruck. Gleich fünf

Gebirgsstöcke sind von der Tiroler Landeshauptstadt

binnen kürzester Zeit erreichbar.

Mit den Nordkettenbahnen erobert man

über Hungerburg und Seegrube das auf

2300 Meter gelegende Hafelekar im Naturpark

Karwendel. Im Süden geht es auf den

„sanften Riesen“, den Patscherkofel. Mit

der gleichnamigen Bahn schwebt man auf

2000 Meter Seehöhe und zum Ausgangspunkt

familientauglicher und eindrucksvoller

Wanderungen.

Im Westen bilden die Kalksteinberge

der Mieminger Kette den Rahmen für die

Weiten, Wiesen und Wälder des Mieminger

Plateaus. Bizzarre Fels- und Gipfelformationen

wiederum haben den Kalkkögeln

den Beinamen „Nordtiroler Dolomiten“

eingebracht. Mit dem Sellraintal und den

Stubaier Alpen sind die fünf Gebirgsstöcke

der Region schließlich komplett. Mehr als

500 Gipfel mit einer Höhe von bis zu 3500

Metern, das Kühtai aus Österreichs höchstgelegener

Weltcuport und das Sellraintail,

das mit seinen Orten zu den Bergsteigerdörfern

des Alpenvereins zählt unterstreichen

die Bedeutung des Gebietes als

Wandergebiet von unübertrefflichem Reiz.

Kostenloses Wanderprogramm

Mit Unterstützung der zahlreichen Bergbahnen

sind viele Wanderungen ein

Kinderspiel und bieten auf rund 2000 Höhenmetern

trotzdem imposante Ausblicke.

Als Zusatz bietet die Region Innsbruck mit

dem kostenlosen Wanderprogramm die ideale

Unterstützung, um die Berge der Region

zu entdecken.

Fotos: TVB Innsbruck

116 SPORTaktiv


DRY BACK

A P E X W A L L

Unser Apex Wall ist ein leichter, robuster Mountaineering-Rucksack für ereignisreiche Tage voll anstrengender,

technischer Zu- und Abstiege. Für verbesserte Luftzirkulation am Rücken und zur Vermeidung

von Unterkühlung ist der Rucksack mit unserem patentierten Contact Flow Fit Tragesystem ausgestattet.

Ein innovatives Rückensystem, das die Körperkontaktfläche deutlich minimiert und zusammen mit dem

integrierten Mikroventilationssystem für einen trockenen Rücken sorgt.

SALEWA.COM


SPORTaktiv & Mostviertel Tourismus präsentieren:

DAS 1. KLETTERSTEIG-

SCHNUPPERCAMP

9.–11. August 2019 (Fr.–So.)

• 2 Übernachtungen im JUFA-Hotel Hochkar-

Sport-Resort*** (NÖ)

• inkl. Frühstück, Abendbuffet am Freitag sowie Mittagsbuffet

am Samstag für Übernachtungsgäste

• Klettersteigtouren „Bergmandl“ oder „Heli-Kraft“

• Begehung der Hochkarhöhle mit Guide

• Coaching in der JUFA-Turnhalle mit unterschiedlichen

Boulder-Elementen und Boulder-Überhängen

• Samstag Grillabend im JoSchi-Berghaus mit Fackelwanderung

für Übernachtungs- und Tagesgäste

• Testmaterial für alle Teilnehmer

• optional SPORTaktiv-Bergschutz powered by

Nürnberger-Versicherung für die Dauer des Camps

• Preise fürs Tagescamp ohne Übernachtung:

€ 125,– (Erwachsene) bzw. € 72,– (Kinder von 9 bis 16)

• Spezialpreise für Camp und Übernachtung:

ab € 230,– pro Person im Doppelzimmer

ab € 164,– pro Kind im Doppelzimmer

PROGRAMM

Freitag: Anreise, Ausgabe von Goodies und Material,

gemeinsames Abendessen

Samstag: Materialausgabe nur für Tagesgäste, Klettersteigtouren,

Grillabend

Sonntag: individuelle Ausflüge zu den Angeboten der

Region, Abreise

ZUM TESTEN

Klettersteiggurt, Klettersteigset und Helm

von SKYLOTEC

DAS ANGEBOT:

2 GEFÜHRTE KLETTERSTEIGTOUREN

UND 2 NÄCHTE MIT VERPFLEGUNG

AB € 230,–

DEINE GESCHENKE

SPORTaktiv-Stirnband

von Buff; Peeroton-Paket;

Klettersteig-Handschuhe

von CHIBA

118 SPORTaktiv


KLETTERSTEIG-SCHNUPPERCAMP

www.sportaktiv.com

Gemeinsam in die Berge gehen und die herrliche Bergwelt

erleben – dafür sind Klettersteige wie geschaffen.

Mit dem neuen Klettersteig-Schnuppercamp können

jetzt gerade Familien in dieses herrliche Erlebnis eintauchen,

das noch dazu einfach zu erlernen ist. Das Gebiet am Hochkar

ist optimal dafür geeignet, den richtigen und sicheren

Umgang mit Klettersteiggurt und -set zu erlernen und sich

am Stahlseil das allererste Mal auf den Steig zu begeben. Der

„Bergmandl“-Klettersteig ist perfekt für die Premiere, wer es

danach noch ein wenig herausfordernder mag, der kann sich

am „Heli-Kraft-Klettersteig“ versuchen. Und weil man stets

von den Besten lernen sollte, übernimmt der erfahrene Bergsteiger

und Kletterer Heli Putz von Outdoor Leadership die

Einschulung und Betreuung der Camp-Teilnehmer.

Homebase dieses neuen SPORTaktiv-Lesercamps ist das JU-

FA-Hotel Hochkar-Sport-Resort*** in Göstling an der Ybbs.

Nach der Tour könnt ihr im Wellnessbereich relaxen und beim

gemeinsamen Grillabend Energie tanken. Aber auch wer ganz

in der Nähe wohnt, ist herzlich willkommen und kann das

Camp auch ohne Übernachtung buchen.

Ihr wollt das Wochenende ausklingen lassen? – Dann, könnt ihr

am Sonntag an „Namasté am Berg“-Sonnenaufgangsyoga teilnehmen

oder eine Sonnenaufgangsfahrt mit der Hochkarbahn

machen und im JoSchi-Berghaus ein ausgiebiges Bergfrühstück

genießen (nicht im Package inbegriffen).

Interesse? Infos zu Camp und Übernachtungsangeboten gibt’s

bei Mostviertel Tourismus.

Fotos: Martin Fueloep, Christian Hofer, Hersteller

DAS HOTEL

Das JUFA-Hotel Hochkar-Sport-Resort***

in Göstling an der Ybbs

ANMELDUNG UND WEITERE INFOS ZUM GEBIET

Mostviertel Tourismus

Töpperschloss Neubruck

3283 Scheibbs

T. 0 74 82/204 44

E-Mail: info@mostviertel.at

www.mostviertel.at

www.hochkar.com

ZIELGRUPPE

Klettersteig-Einsteiger, Familien

TEILNEHMER

max. 25 Personen

SPORTaktiv

119


RADL ZUR

SKITOUR

onditionsstarke Typen wie Wettkampf-

Skibergsteiger Jakob Herrmann schwärmen

schon länger vom Erlebniswert, den

Bike- und Skitouren im Frühling versprechen:

„Nach der Wettkampfsaison

im April, Mai um 4.30 Uhr aufs Bike, die

Ski am Rucksack. Dann der Aufstieg mit

den Skiern auf einen 3000er und die Abfahrt

„MIT‘N RAD’L NACH RIO, MIT SKI NACH ATHEN“,

FUHR KURT OSTBAHN MUSIKALISCH SCHON

VOR GUT 25 JAHREN. DIESE BIKE- UND SKI-

TOUREN-KOMBINATION, DIE DERZEIT BEI BERG-

SPORTLERN AN BEDEUTUNG GEWINNT, HAT ER

WOHL EHER NICHT GEMEINT.

VON CHRISTOF DOMENIG

Fotos: Michael Appel/Kinderhotel Appelhof, Scott

120 SPORTaktiv


im Firn. Für mich sind das die schönsten

Genusstouren“, erzählte uns der

31-Jährige aus Werfenweng.

Die Idee, das Mountainbike als alternative

Zustiegshilfe zur Skitour einzusetzen,

liegt grundsätzlich nicht fern, speziell

im Frühling, wenn es unten schon

grün und trocken, aber weiter oben auf

den Bergen noch weiß ist. Da sind längere

Anmärsche vom Parkplatz zum

Schnee – und vor allem auch lästige

Rückmärsche nach der Abfahrt bis zum

Auto keine Seltenheit. Top, wenn man

da mit dem Bike statt zu Fuß Meter machen

kann.

Leider gibt es dabei das österreichspezifische

Problem, dass Mountainbiken

nur auf ausgewiesenen Strecken erlaubt

ist. Kombinierte Bike- und Skiabenteuer

sind deshalb in einigen Nachbarländern,

wie Südtirol oder Bayern

grundsätzlich leichter zu bewerkstelligen.

Bleibt bei uns immerhin das Bike

als Autoersatz für die Anfahrt zur Tour,

so wie es auch Jakob Herrmann nutzt.

Schließlich sind die Straßen schon trocken

und das Einsparen von Co₂-Emissionen

ist bei Menschen mit einem gewissen

Sensorium für die Umwelt derzeit

kein unwichtiges Thema.

Scotts Adventure-E-Bike

Jetzt kommt zusätzliche Bewegung in die

Sache: Denn E-Bike- und Skitouren sind

auch für weniger konditionsstarke Freizeitsportler

interessant. Das schwere Skitourengepäck

lässt sich dank Unterstützung

durch den E-Motor bergauf um einiges

leichter transportieren als mit einem

„Muskelbike“.

Scott hat auf der „ISPO“-Sportmesse

in München Anfang Februar jedenfalls

sein „SK-eRide“ (rechtes oberes Bild)

vorgestellt: Ein E-Mountainbike im

Abenteurer-Look mit interessant gelöster

Ski- und Skischuhhalterung. Laut dem

Hersteller ist die Skitourenausrüstung in

nur einer Minute am Rad fixiert.

Scott-Produkt-Designer Christian Holweck

erklärt die Idee zum SK-eRide: „Es

ist atemberaubend, eine Skitour direkt

von der eigenen Haustür starten zu können.

Den Aufstieg mit dem Bike zu

meistern statt mit dem Auto, verlängert

das Abenteuer und ist die umweltfreundlichere

Alternative.“

Ob es dieses Adventure-Bike auch zu

kaufen geben wird, steht zwar noch

nicht fest. Allein die Kombination auf

die Räder zu stellen, lag aber nahe, weil

Scott bekanntlich nicht nur (E-)Bikes,

sondern auch Tourenski fertigt und es

ein Scott-Skibergsteiger-Team gibt: Die

Profi-Athleten werden mit dem SK-eRide

jedenfalls noch einiges anstellen, kündigt

Scott an – man darf gespannt sein.

Und wie fühlt sich das jetzt an?

Wie sich kombinierte E-Bike- und Skitouren

anfühlen, wollten wir natürlich

auch wissen – das haben für uns die

Steirer Tom Kalcher und Manuel Gruber

ausprobiert. Der Mürztaler Kalcher

ist Dynastar-Freerider und weil Bikehersteller

Felt zum selben Konzern wie Dynastar

(nämlich Rossignol) gehört, hat er

auch ein E-MTB in der Garage stehen.

Gruber aus Bruck an der Mur war bis

vor Kurzem Mountainbike-Downhiller

der heimischen Spitzenklasse, und er ist

mit Kalcher gemeinsam regelmäßig österreich-

und weltweit auf Freeridebret-

SPORTaktiv

121


tern unterwegs. Dem Urteilsvermögen

der beiden kann man also schon trauen.

Anfang März sattelten beide um 6

Uhr die Bikes und starteten von Kalchers

Haustür in Mürzsteg weg aufs

Niederalpl, was rund 500 Höhenmeter

auf der schmalen Bergstraße bedeutete.

„Im Dunkeln zu starten und in den

Sonnenaufgang zu radeln, ist sicher zu

empfehlen. Keine Autos auf der Straße,

das ist ein geiles Erlebnis“, sagt Kalcher.

Im April und Mai ist also eher noch früheres

Aufstehen gefragt – doch das ist

bei Frühlingsskitouren ja generell so:

Früh aufbrechen, um den Zeitpunkt des

Auffirnens für die Abfahrt zu erwischen,

ist die Devise. Ist man zu spät dran, werden

die Verhältnisse instabil. Ski- und

Skischuhe hatten Kalcher und Gruber

am Rucksack. „Mit Flat-Pedalen könnte

man aber auch mit den Tourenskischuhen

problemlos fahren“, sagt Manuel

Gruber.

Die Unterstützungsstufe eine Stufe

höher als gewohnt zu schalten, empfehlen

beide auch, weil man das zusätzliche

Gewicht des Gepäcks bergauf doch

deutlich spüre. „Mit dem normalen

Mountainbike weiß ich nicht, ob ich

mir das antue“, lacht Kalcher. Heißt

auch: Schon in der Tourenplanung auf

den Ladezustand des Akkus achten.

Am Parkplatz des Skigebiets Niederalpl

stiegen die beiden dann auf die Ski

um – „weil Tourengeher in manchen

Skigebieten als Gratisparker nicht gern

TOM KALCHER

aus Mürzsteg (St) ist Gesellschafter

der Skischule „Snowsports121“

am Niederalpl (St) und

Dynastar-Freerideprofi.

www.skischule-niederalpl.at

www.instagram.com/

tom_kalcher

MANUEL GRUBER

aus Bruck/Mur (St) war Profi

als MTB-Downhiller und ist

jetzt Skilehrer und Bikeguide.

www.instagram.com/

Manigruber

E-Bike-Leihmöglichkeit in der

Region: www.appelhof.at

gesehen sind, vielleicht gar keine

schlechte Lösung“, meint Kalcher. Aufstieg

auf die Wetterin – eine leichte Einsteigerskitour

übrigens, ein paar Gipfelfotos

und Abfahrt mit den Skiern. Und

als Abschluss mit Ski und Bike die Kehren

der Bergstraße runterbrettern: „Etwas

Zurückhaltung aufgrund der Hebel

durch die Ski am Rucksack“, empfiehlt

Manuel Gruber, der Mountain bike-

Downhiller, dabei.

Zurück zu den Wurzeln

„Ein starkes Erlebnis“, so das Resümee

der beiden – die auch bedauern, dass Biken

bei uns nicht überall erlaubt ist.

„Sonst könnte ich mir das bestimmt öfter

vorstellen“, sagt Tom Kalcher. Der

sich auch an die Bergpioniere bis in die

50er-Jahre hinein erinnert fühlt, die mit

Rad und Ausrüstung im Anhänger im

ganzen Alpenraum unterwegs waren.

Die Motorisierung der Gesellschaft hat

dieser Art der Anreise zu Bergabenteuern

ein Ende gesetzt. Vielleicht erleben

wir mit einer anderen Motorisierung, jener

der Fahrräder, gerade den Start des

umgekehrten Trends.

122 SPORTaktiv


HOCHGEFÜHL

IN TUX-FINKENBERG

Am Eingang des Tuxertals liegt das Dorf Finkenberg,

das Ende des Tals markiert das Eis des Hintertuxer

Gletschers. Dazwischen liegen malerische Ortschaften

und eine großartige Bergwelt, die mit einer Vielzahl an

sportlichen Möglichkeiten beeindrucken.

Fotos: TVB Tux-Finkenberg

INFOS & BUCHUNGEN

TVB TUX-FINKENBERG

T. 0 52 87/85 06

info@tux.at

www.tux.at

ANGEBOT

SOMMER BERGERLEBNIS

(Angebot gültig zwischen

15.6. und 6.10.2019)

7 Nächte inkl.

Tux-Finkenberg Shuttle

Frühstückspension: ab € 189,–

***Hotel mit HP: ab € 439,–

****Hotel mit HP: ab € 509,–

*****Hotel mit HP: ab € 1365,–

Der Kontrast fällt auf: jener zwischen

dem sonnigen Dorf Finkenberg am

Taleingang und dem türkisblauen Eis des

Gletschers am „oberen“ Talende. Dazwischen

erstreckt sich das Tuxertal mit idyllischen

Bergdörfern wie Tux-Lanersbach,

Juns, Madseit und Hintertux. 350 Kilometer

markierte Wanderwege und 120

Kilometer Mountainbikerouten starten im

Tal, sanfte Touren zu gemütlichen Hütten

sind genauso möglich wie anspruchsvolle

Gebirgsabenteuer und Gipfelsiege.

Freunde unberührter Natur können den

Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen

im Sommer täglich bei geführten Themenwanderungen

entdecken. In dem Schutzgebiet

lassen sich Augenblicke der Ruhe erleben,

die nur von den Geräuschen der Natur

untermalt sind – dem Plätschern einer

Quelle, dem Säuseln des Windes oder dem

Pfeifen eines Murmeltieres. Den Einstieg

in die Natur erleichtern drei Sommerbergbahnen,

das Wandertaxi und der kostenlose

Wanderbus. Wer aber mehr Action braucht,

kommt nicht zu kurz – beim Paragliding,

Klettern oder mit dem E-Mountainbike.

Unterwegs mit Kids

Spaß und Abenteuer für Groß und Klein

garantieren die TUX-Welten: Verschiedene

Themenwege laden zum Schauen, Begreifen

und Staunen ein und bringen den Gästen

die Tier-, Pflanzen- oder Wasserwelt des

Tales näher. Mit dem Gletscherflohpark auf

3250 m liegt auch der wohl höchstgelegene

Spielplatz Europas im Tuxertal.

Am Hintertuxer Gletscher befindet sich

auch Österreichs einziges Ganzjahres-Skigebiet.

Abkühlung findet man aber nicht nur

im ewigen Eis, sondern auch im Erlebnisfreibad

Finkenberg – womit wir beim

erwähnten spannenden Kontrast wären ...

SPORTaktiv

123


BERGAUF

ZUM

KULTSTATUS

Kitzbühel ist das Synonym

für eine Leidenschaft, die

zu einem unverkennbaren

Lebensgefühl wird. Geprägt

durch die Berge, die Begeisterung

für den Sport und das

Streben nach dem Außergewöhnlichen.

Die sanfte und

doch abwechslungsreiche

Landschaft Kitzbühels lässt

sich am besten mit dem

Rad erobern – egal, ob mit

Rennrad, Mountainbike oder

E-Bike. Zur Stärkung warten

kulinarische Köstlichkeiten.

Besonders stolz ist die Gamsstadt

darauf, dass 2018 die

Horn-Etappe als einer der

zehn Great Rides in Tirol ausgezeichnet

wurde. Die Panoramastraße

auf das Kitzbüheler

Horn ist der steilste Radberg

Österreichs und gilt als Klassiker

der Radsportszene.

Übersicht aller Radtouren

und GPS-Daten zum

Download unter:

maps.kitzbuehel.com

Foto: medialounge

136 SPORTaktiv


SPORTaktiv 137


AUS

PRO

BIERT

OUTDOOR

DIE KAMERA IMMER ZUR HAND

Ein Fotoapparat-immer-zur-Hand-Rucksack – die Hoffnung jedes

am Berg professioneller Fotografierenden! Sobald die Kamera

nicht in die Hosen- oder Jackentasche bzw. ein Zipp-Tascherl

am Rucksackgurt passt, wird jedes Fotografieren zur

mühsamen Aus- und Einpack-Übung. Denn wer ambitionierter

unterwegs ist, will die Kamera ungern um den Hals baumeln

haben. Zwar gibt es Fototaschen in Rucksackform schon lang.

Sie sind für alpine Einsätze allerdings eher ungeeignet. DIE Lösung

ist ein alpinistisch bestens einsetzbarer Rucksack inklusive

integrierter Fototasche. Damit nicht genug, die Foto-Hüfttasche

findet im Rucksack Platz, kann aber jederzeit mit einer

Hand von hinten nach vorne gezogen werden. 180°-Rotationssystem

heißt diese ebenso einfache wie praktisch-kluge Lösung.

Es gibt sie integriert in vier größen- und ausstattungsmäßig

unterschiedlichen Modellen. Ausprobiert bei Tagestouren

inklusive einfacherer Kletterpassagen, hat sich der „Horizon

34L, rotation 180°“ um € 289,99 von MindShiftGear, sehr bewährt.

Der 1,8 kg schwere Rucksack sitzt bequem am Rücken.

Er ist mit relativ kleinem Hauptfach, Seiten-(Trinkblasen-)Fach,

Deckelfach, Kompressionsschlaufen u.v.m. für Alpinabenteuer

bestens ausgestattet. In der immer greifbaren, jederzeit mit einem

Dreh verstaubaren Foto-Hüfttasche lassen sich Kamera,

Objektive u.v.m. gut gepolstert sicher verstauen.

DREI INNOVATIONEN FÜR

BERGSPORTLER, DIE SICH MIT

NORMALEM NICHT ZUFRIEDEN-

GEBEN, HABEN WIR DIESMAL

UNTER DIE LUPE GENOMMEN.

VON OLIVER PICHLER

Foto: Oliver Pichler, Hoka One One

126

SPORTaktiv


KEIN VERKRANGELN MEHR

TRAIL-, WANDER-, KLETTER-UNIKUM

Ein Schuh als eierlegende Wollmilchsau? Laufen, Trailrunning,

Speed-Hiking, Klettersteig und Bergtouren mit einem einzigen

Schuh? Gutgemeinter Versuch. Oder praktisch-innovative Lösung?

Kann ein Schuh fürs schnelle, Hinaufsteigen in alpine

Welten, Laufen im Gelände und auf Fels sowie zum Klettern

einsetzbar sein? Und bietet er den für den Abstieg notwendigen

Halt? „Yes, we can“, sagen die Trailrunning-Spezialisten

der Laufschuhmarke HOKAoneone.

Das Ergebnis nennt sich Sky Arkali, kostet € 200,– und wird als

Damen- & Herrenmodell angeboten. Seine zusätzliche Fersenfixierung

mittels Klettverschluss knapp unter Knöchelhöhe

funktioniert wirklich gut. Der Fersenhalt ist dadurch top. Weil

die Schnürung nicht ganz nach oben reicht, sondern ein zweiter

Klettverschluss Stabilität am Schuhabschluss gibt, werden

durch zu festes Schnüren verursachte Druckstellen auf den

Knöcheln minimiert. Der leichte Schuh (gut 400 Gramm) fühlt

sich am Fuß angenehm an. Fürs schnell-spritzige Speed-Hiking

mit Stöcken inklusive Laufpassagen ist er ideal. Insgesamt

läuft man mit ihm gut. Am Fels hält er, ohne jedes Rutschen solide.

Im Klettersteig leistet der Sky Arkali ähnlich gute Dienste

wie übliche Zustiegsschuhe. Und fürs Queren von Altschneefeldern

sind Spikes, wie bei jedem anderen Schuh auch, der

Sicherheit wegen unabdingbar. Kurz – yes, they can.

Sch... – gerade jetzt, wo es wirklich schwierig ist. Jetzt, wo jedes

Umhängen der Karabiner kraftraubende Anstrengung bedeutet,

sind die Arme des Klettersteigsets wieder einmal hoffnungslos

verkrangelt! Wer das nicht erleben will, kann auf

mitdrehende bzw. sich selbst ausdrehende Modelle zurückgreifen.

Allein die zwei Arme des Klettersteigsets mit je einem

Drehelement auszustatten, ist nur eine halbe Lösung. Damit

das lästige Verkrangeln sicher verhindert wird, braucht es eine

Lösung, die zweifaches Ausdrehen ermöglicht. Konkret einmal

je Arm und einmal zentral im Bereich der Verbindung zwischen

dem Bandfalldämpfer und den beiden Armen. Das Klettersteigset

Kinetic Gyro Rewind Pro € 139,90 des italienischen

Herstellers CAMP setzt als Anti-Verkrangel-Lösung ein patentiertes

Dreifachgelenk ein. Wie gut es funktioniert, zeigt sich

auf Steigen mit vielen Zwischensicherungen, wo Verkrangeln

immer wieder passiert. Dass die Karabiner gut in der Hand liegen

und dank großer Schnappöffnungen leicht zu handhaben

sind, versteht sich von selbst. Noch ein „Problem“ löst Camp

geschickt: Die Fixierung des Klettersteigsets am Klettergurt

mittels Ankerstich ist bei den 2019er-Modellen dank einer neuen

Zwirnschlaufe komfortabler möglich.

SPORTaktiv

127


Sei auch du dabei!

Infos und Kontakt:

Achensee Tourismus

Achenseestr. 63

6212 Maurach am Achensee

T. +43/5 95 300-0

info@achensee.com

www.achensee.com

EINSTIEG IN DEN

KLETTER-GENUSS

DIE PERFEKTE MÖGLICHKEIT

SICH ALS KLETTEREINSTEIGER

PROFITIPPS ZU HOLEN BIETET

SICH BEIM ACHENSEE KLET-

TERCAMP VON 30. MAI BIS

2. JUNI ODER BEI EINEM DER

ZWEI KLETTERSTEIGCAMPS.

E

rfahrene Berg- und Skiführer zeigen

Anfängern und Fortgeschrittenen in

einem 4-tägigen Camp, worauf es im

Klettersport ankommt, geben Tipps

zur Ausrüstung und informieren über

Knotenkunde, Sicherungs- und Klettertechnik.

Fortgeschrittene erhalten eine

Einschulung ins Mehrseillängenklettern

und wie der Standbau optimiert werden

kann. Bei Kletterrouten im Rofangebirge

wird die Theorie dann in die Praxis

umgesetzt.

Langsame Annäherung

Wer sich dem Klettern lieber langsam

annähert, der versucht sich erst einmal

am Klettersteig und nimmt am ebenfalls

4-tägigen Klettersteigcamp am Achensee

teil. Zwei Termine stehen dafür zur

Auswahl: entweder von 13. bis 16. Juni

oder von 24. bis 27. Juni. Unter der

Anleitung von erfahrenen Bergführern

gelingt der Einstieg in diese Sportart

perfekt. Die Region um den Achensee

hat insgesamt acht Klettersteige im

Rofan- und Karwendelgebirge zu bieten.

Als Highlight gilt der Achensee- 5-

Gipfel-Klettersteig, mit zwei Kilometern

einer der längsten Österreichs.

Die Teilnahmegebühr beträgt jeweils

€ 499,– inklusive Übernachtung mit

Halbpension im Hotel St. Georg zum

See (Klettersteigcamp) bzw. im Moser’s

Hotel in Maurauch (Klettercamp). Enthalten

sind: Testmaterial von Ortovox,

Austrialpin und Scarpa, 2 Berg- und

Talfahrten mit der Rofanseilbahn.

Goodie Bag und Teilnehmerfotos.

Fotos: TVB Achensee, sportalpen.com

128 SPORTaktiv


Photos: William Woodward

100% recycelt.

0% Kompromiss.

20 Jahre voller wochenlanger Camping-Trips, tagesfüllender

Klettertouren und monatelanger Treks bei strömendem Regen und

heftigen Schauern haben PreCip zu unserem absoluten Bestseller

in der Kategorie Regenbekleidung gemacht. Aber Erfolg kann nur

ein Ansporn für stetige Verbesserung sein. Mach Dich bereit –

und starte in den Regen!

precip ®

eco

Men’s & Wm’s Precip Eco Jacket

PFC

FREE

DWR

100%

PFC-freie DWR

recycled

fabric

100%

recyceltes Nylon

Wasserdicht

10.000 mm

Atmungsaktiv

10.000 MVTR


CHECKLISTE FÜR

DEN SAISONSTART

DER SCHNEE SCHMILZT, DIE TEMPERATUREN STEIGEN UND

MIT IHNEN DIE LUST AUF EINEN AUSFLUG IN DIE BERGE. BEVOR

ES ABER WIEDER IN DIE FREIE NATUR GEHT, SOLLTEST DU NICHT

NUR FIT FÜR DIE BERGE SEIN – AUCH DEINE AUSRÜSTUNG

SOLLTE KEINE ERMÜDUNGSERSCHEINUNGEN ZEIGEN. DESHALB

BIETEN WIR DIR HIER EINEN KLEINEN CHECK, WAS DU

ÜBERPRÜFEN UND WORAUF DU DABEI ACHTEN SOLLTEST.

VON KLAUS MOLIDOR

DER RUCKSACK

Käsebrot, Thermoskanne, Verbandszeug, Regenjacke

– ohne Rucksack geht es auf Wanderungen nicht.

Wie bei den Jacken sollte man ihn auf Schürfstellen

überprüfen. Eine Regenhülle, die zu früh wieder verstaut

wurde oder eine undichte Trinkflasche können

unter Umständen Schimmel verursacht haben. Dazu

schauen, ob alle Schnallen richtig schließen und

Gurte nach Salzrändern überprüfen. Pflegetipp:

Nach jeder Tour den Rucksack entleeren und Flecken

mit warmer Seifenlauge und Bürste entfernen.

Foto: Wolfgang Lienbacher

130 SPORTaktiv


DIE OUTDOOR­

JACKE

Die modernen Jacken sind wahre Gewichtsund

Packmaßwunder geworden. Gleich geblieben

sind die Problemstellen, die es zu überprüfen

gilt. Vor allem im Schulterbereich, wo die

Rucksackgurte aufliegen, kann es Abreibungen

geben, etwaige Löcher kann man vom Materialexperten

ausbessern lassen. Bei Membranjacken

empfiehlt sich der Wassertest: Perlt es

nicht ab, sollte die Jacke gewaschen werden –

entweder gleich mit einem Einwasch-Imprägniermittel

oder nach der Wäsche mittels Spray

imprägniert werden. Ebenfalls checken: ob die

Reißverschlüsse noch gut funktionieren.

DER BERGSCHUH

Das wichtigste Element deiner Ausrüstung solltest du

unbedingt einem gründlichen Check unterziehen und

schauen, ob das Profil der Sohle abgenützt ist und ob

sich der Gummirand löst, der Schutz vor Geröll bietet.

Beides kann im Bedarfsfall entweder vom Hersteller oder

von einem Schuster getauscht werden. Leichter zu tauschen

ist eine abgenützte Einlage oder durchgewetzte

Schuhbänder. Nach sieben, acht Jahren im Einsatz verflüchtigen

sich die Weichmacher in der Sohle, die dann

spröde wird. Ist das der Fall, sollten die Treter ausgetauscht

werden.

DIE TELESKOP­

STÖCKE

Wanderstöcke sind vor allem bergab eine große

Hilfe, da sie die Kniegelenke entlasten. Gelagert

sollten sie immer trocken werden, da

Griffe mit Schaummaterial sonst schimmeln

könnten. Zu Saisonstart sollten sie komplett

ausgezogen, auf der ganzen Länge gereinigt

und getrocknet werden. Dabei auch die Funktion

der Klemmelemente oder anderer Verschlussmechanismen

überprüfen. Sind Handschlaufen

stark abgenutzt, kann das zu Blasen

führen. Auch wichtig: Sind die Spitzen und

Teller noch in Ordnung? Bei hochwertigen

Modellen kann man die Verschleißteile recht

einfach auswechseln.

SPORTaktiv

131


OUTSIDE

ZIVILCOURAGE

HERBERT

RANGGETINER

... ist Profikletterer

und einer der

besten Extrem kletterer

Europas – und ein

„Querdenker“ der

Outdoorsport szene.

In seiner „Outside“-

Kolumne lässt er die

SPORT aktiv-Leser

an seinen Gedanken

teilhaben.

Das Leben plätschert so dahin, diese Leichtigkeit

des Seins, alles im Lot und unter

Kontrolle, ein Traum! Und dann plötzlich,

chrash – bumm – bäng, ein Verkehrsunfall, ein

Kletterer verletzt sich oder ein Wanderer fällt

um und rührt sich nicht mehr! Ruhig bleiben,

durchatmen und versuchen die Lage einzuschätzen.

Reichen meine Fähigkeiten und mein

Verbandspäckchen aus, um die Situation in den

Griff zu bekommen und dem zu helfen? Bei

einem Verkehrsunfall: Warnweste, Unfallstelle absperren,

die Rettung alarmieren, dann helfen und

das Beste geben! Es gibt nur eine falsche Option:

nichts tun! Natürlich ist man überfordert und

nicht darauf vorbereitet, aber manchmal überrennt

dich die Realität einfach ohne vorher zu

fragen. Die Bilder der Verletzten oder auch Toten

werden dich für immer begleiten, werden Teil

deines Lebens, lassen dich Dinge anders sehen.

Ich war einmal Ersthelfer bei einem schweren

Unfall. Das Leid und die Frage nach dem Warum

lassen dich ein anderer Mensch werden. Fehlende

Hilfsbereitschaft und das Filmen von Unfallstellen

sind für mich so armselig und unverständlich

wie ein Präsident mit Seitenscheitel, der behauptet,

es gibt keinen Klimawandel!

Verletzungen im Sport sind oft vermeidbar,

aber wenn jemandem die Frisur wichtiger ist als

der Inhalt seiner Birne, ja dann lass doch den

Helm im Klettersteig, beim Biken oder Skifahren

einfach weg. Draußen in den Bergen haben

kleine Verletzungen oft große Auswirkungen und

enden schnell mit einem Flug im Rettungsheli.

Es geht mir nicht darum, Angst zu verbreiten,

hinter jedem Stein die Gefahr zu sehen. Nein,

seid einfach bereit und vorsichtig, plant gut und

helft, wo Hilfe gebraucht wird. Den Mut, den jemand

beweist, indem er hilft, ohne irgendwelche

Folgen zu fürchten, nennt man Zivilcourage!

Foto: Ranggetiner


Mit der Norit-Short

werden schweißtreibende

Touren

ebenso zum Vergnügen

wie romantische

Bootsausflüge.

www.maier-sports.com

AKTIV DURCH DEN SOMMER

Größen- und Passform-Spezialist Maier Sports

hat die vielfach ausgezeichnete Outdoor-Hose

Norit weiterentwickelt.

ANZEIGE/Fotos: Maier Sports

Angenehm leicht und luftig, dabei robust.

Speziell für wärmere Bedingungen hat

Maier Sports seine Outdoor-Hose Norit 2.0

gemacht. Die Weiterentwicklung des erfolgreichen

Vorgängermodells wird jeweils als Damen-

und Herrenversion angeboten. Übrigens

in 61 verschiedenen Größen.

Das Double-Weave-Material trägt sich sehr

angenehm auf der Haut. Während die Außenseite

robust und abriebfest ist, zeigt sich der

überraschend leichte Stoff innen soft und fein

strukturiert. Dadurch gelingt es, dass die Hose

auch in schweißtreibenden Passagen nicht

auf der Haut klebt. Der tolle Tragekomfort

ist schon beim ersten Reinschlüpfen spürbar.

Dafür mitverantwortlich ist das bi-elastische

Material, das volle Bewegungsfreiheit garantiert,

sodass auch große Schritte kein Problem

sind. Dank „dryprotec“ wird überschüssige

Feuchtigkeit schnell nach außen transportiert,

auch trocknet die pflegeleichte Hose rasch. die

Imprägnierung ist – im Trend der Zeit – natürlich

PFC-frei

Outdoor-Fans können sich darüber hinaus

über eine neue, perfekt anliegende Bundlösung

mit elastischem Gurtband und Gürtelschlaufen

freuen. So sitzt die Norit 2.0 perfekt und kann

problemlos ohne Gürtel getragen werden.

Die sommerliche Wander- und Berg sport-

Hose für wärmere Tage bietet Maier Sports

nicht nur als klassische lange Hose an. Vielmehr

haben Naturfans zusätzlich die Möglichkeit,

die Norit Zip 2.0 als Zipp-off-Hose, Short

bzw. Skirt zu wählen.

SPORTaktiv

133


EINTAUCHEN IN

DIE BLAUE LAGUNE

Porec und Umag an der Plava Laguna sind die besten

Reiseziele für einen aktiven Urlaub an der

„blauen Lagune“ Kroatiens. Resorts, Hotels und

Appartements machen den Urlaub in den populären

Sportdestinationen perfekt.

Buchen Sie Ihren

nächsten Urlaub in der

„Plava Laguna“

T. +385/700 700

booking@plavalaguna.com

Wer einen sportlichen, aktiven Urlaub

in Istrien oder Kroatien verbringen

will, kommt an Porec und Umag nicht vorbei.

Taucht also ein in die „Plava Laguna“,

die „Blaue Lagune“ Kroatiens.

Gegründet von den Römern und geliebt

von den Venezianern – Porec ist quasi eine

historische Schatzkiste und archäölogische

Fundgrube, gepaart mit modernen

5-Sterne- Resorts und Hotels. In den Resorts

und Hotels von Plava Laguna könnt

ihr mit Wasseraerobic, Pilates und anderen

angeleiteten Sportprogrammen in Form

bleiben. Dass man hier Fußball, Tennis, Segeln,

Tauchen, Radfahren oder Beachvolleyball

betreiben kann, versteht sich von selbst.

Europäische Stadt des Sports

Umag, die erste Stadt beim Eintritt nach

Istrien aus dem Norden, begeistert durch

Charme, Angebotsvielseitigkeit und -reich-

tum. Dass sie mit dem Titel „Europäische

Stadt des Sports“ ausgezeichnet wurde, zeigt,

wie tief der Sport hier in der Tradition verwurzelt

ist, und er wird auch zu einem immer

wichtigeren Faktor in der Stadt. Die meisten

Leute verbinden mit Umag das „Plava Laguna

ATP Croatia Open“-Tennisturnier, das bereits

seit mehr als 30 Jahren stattfindet.

Nicht nur die Profis treiben hier aber

Sport – die Einwohner Umags lieben den

aktiven Lebensstil und betreiben auch

selbst gerne Sport. Daher gibt es für viele

Sportarten auch die perfekte Infrastruktur.

Von Fußball, Handball über Hallen- und

Wassersportarten bis hin zu Laufen und

Radfahren.

Und die erstklassigen Unterkünfte von

Plava Laguna haben lange Erfahrung und

eine große Tradition in der Beherbergung

von Nationalteams und Sportmannschaften.

Und das alles in attraktiver Lage.

Fotos: Sasa Halambek Photography, Neven Jurjak

134 SPORTaktiv


DICHT UND ATMUNGSAKTIV

Die PreCip Eco Jacket von

MARMOT verkörpert die neue

Generation umweltfreundlicher

und leistungsfähiger

Regenbekleidung. Sie ist

aus recyceltem Nylon, die

DWR ist zu 100 % PFC-frei,

wasserdicht, atmungsaktiv

und sehr langlebig.

www.marmot.de

OUT

DOOR

NEWS

VOLLE FREIHEIT

Leichtes Gewebe an der

Taille, im Schritt und an der

Oberschenkel-Rückseite:

Damit bietet die Abisko Trail

Tights W optimale Belüftung

und volle Bewegungsfreiheit

beim Trekking. Für leichte

Kletterpartien ist sie

obendrein noch abriebfest.

www.fjallraven.de

PRÄZISER ZUSTIEG UND

MAXIMALER KOMFORT

Der Wildfire Edge von SALEWA lässt sich dank

Switch-Fit-System an das alpine Terrain anpassen.

Der kompromisslose Zustiegsschuh garantiert

hohe Präzision während technischer Zustiege und

bietet Komfort, wenn es darauf ankommt.

www.salewa.com

Fotos: Hersteller

ZWEI SCHLAFSÄCKE

IN EINEM

Das TSS-Schlafsacksystem von CARINTHIA ist

besonders ausgeklügelt und besteht aus einem

inneren und einem äußeren Schlafsack. Beide

können einzeln oder zusammen verwendet

werden. Dadurch hast du einen Sommer- und

einen Drei-Jahreszeiten-Schlafsack in einem und

bleibst warm bis minus 15 Grad Celsius.

www.carinthia.eu

EINER FÜR ALLES

Der CRIMP-Alu-Faltstock

mit Moosgummigriffen ist

fürs Wandern, Skifahren, für

Skitouren und Alpintouren

geeignet. Durch das sehr

kurze Packmaß von nur 35 cm

passt er auch zur Gänze

in kleine Rucksäcke.

www.stubai-sports.com

SPORTaktiv

135


WALDERLEBNIS

FÜR GROSS UND KLEIN

Den Wald erleben, die Natur

verstehen, gemeinsam eine

tolle Zeit verbringen: Das bieten

die Waldexpeditionen in

Mönichkirchen am Wechsel.

In Mönichkirchen am Wechsel (NÖ) werden

große und kleine Abenteurer binnen zwei

Tagen zu echten Waldexperten.

INFORMATION

UND BUCHUNG

WIENER ALPEN IN

NIEDERÖSTERREICH

TOURISMUS GMBH

Schlossstraße 1

2801 Katzelsdorf

info@wieneralpen.at

www.wieneralpen.at/

waldexpedition

Wandern kann man auch im Osten des

Landes vortrefflich. 120 Kilometer genussvolles

Weitwandern verspricht der

„alpannonia®“-Weg, ein Höhen- und Panoramatrail

von den letzten Gipfeln der Alpen über die

Bucklige Welt bis in die pannonische Ebene.

Für Familien mit Kindern ist Mönichkirchen

am Wechsel besonders interessant.

Leuchtende Kinderaugen sind garantiert,

wenn es zum waldpädagogischen Familienerlebnis

geht, bei dem kleine und große Abenteurer

zu Naturexperten werden.

Bei der „Waldexpedition für Wirbelwinde“

steht – nach einem entspannten Anreisetag –

eine spielerische Waldexpedition mit dem Naturführer

auf dem Programm. Dabei werden

Wasseradern aufgespürt, die Bewohner des

Waldes beobachtet und es wird ein Waldbild

gebastelt. Am Nachmittag geht es auf den

Schaukelweg, Waldrätsel und Überraschung inklusive.

Am Schlusstag steht noch ein Besuch

im Kletterpark (unter fachkundiger Führung)

auf dem Programm und am Nachmittag können

kinderfreundliche Ausflugsziele im Wechselland

besonders günstig besucht werden.

Inkludiert sind im Paket zwei Nächte mit-

Frühstück im gewählten Hotel, gemeinsames

Kochen & Pizzaessen am Anreisetag, Waldexpedition,

Kletterpark & Gutscheinheft.

Termine: 12. bis 14. Juli (Fr.–So.), 19. bis 21.

Juli (Fr.–So.), 12. bis 14. August (Mo.–Mi.)

sowie 19. bis 21. August (Mo.–Mi.).

Preise: ab € 81,– pro Erwachsenem

Foto: Wiener Alpen/ Lierzer, Wiener Alpen/ Kremsl

136 SPORTaktiv


Zeitung.

ALLES ANDERE

IST ZEITvERTREIB.

Qualität, unabhängig von der Größe.

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Kleine Zeitung

bis zu 4 Wochen

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testen.


SPORTBUSINESS

VIP-CORNER

DOMINIC THIEM FÄHRT ELEKTRISCH

Starkes Comeback von Dominic Thiem im März!

Aber auch abseits des Tennisplatzes läuft es rund für

den Niederösterreicher. Die Kooperation mit Mobilitätspartner

Kia Austria wurde verlängert. Dominic

Thiem fährt auch 2019 Kia. Kürzlich hat er sein neues

Dienstauto, einen neuen Kia e-Niro übernommen.

Die vollelektrische Variante des kompakten Crossovers

bringt zukunftstaugliche Antriebstechnik auf

die Straße und ermöglicht mit einer Reichweite von

bis zu 455 km Mobilität ohne Kompromisse. „Als

Sportler stehe ich in der Öffentlichkeit und habe auch

eine gewisse Verantwortung und Vorbildfunktion“,

begründet Thiem seine Autowahl.

UNIQA BLEIBT AM BALL

FC BAYERN GOES ISTRIEN

Die kroatische Trendregion

Istrien ist der neue Tourismuspartner

des FC Bayern

München in den nächsten

drei Jahren. Istrien-GF Denis

Ivosevic (l.) freut sich über

viele gemeinsame Marketingaktivitäten

wie z.B. eine

Werbekampagne mit David

Alaba und ein FC-Bayern-

Legendenmatch in Istrien.

138 SPORTaktiv

NEUES PRÄSIDIUM

Der Österreichische Radsportverband hat ein neues Führungsteam.

„Mr. Radsportstimme“ Harald J. Mayer (2.v.l.) übernimmt

als Präsident, ihm zur Seite stehen als Vizepräsidenten

Jürgen Brettschneider, Paul Resch sowie der neugewonnene

Radsportexperte Gerald Pototschnig.

Die UNIQA und der

ÖFB erweitern ihre

Zusammenarbeit zusätzlich

zum bisherigen

ÖFB-Cup-Engagement.

Ab sofort gilt die Partnerschaft

auch fürs

ÖFB-Nationalteam

sowie die rot-weiß-roten

Zukunftshoffnungen.

Mag. Kurt Svoboda

(Mitte), Vorstandsvorsitzender

UNIQA

Österreich, freut sich

gemeinsam mit Peter

Schöttel, Sportdirektor

ÖFB, und Leo Windtner,

ÖFB-Präsident.

Fotos: KIA, ÖFB/Christian Hofer, Milivoj Mijošek/Glas Istre, Klaus Titzer


Topathlet

Lukas Weißhaidinger

beginnt im

Mai die Saison der

Diamond League.

PROFür

Fotos: GEPA Pictures, Linz Marathon/Klaus Mitterhauser, Marco Nader Facebook, KK

LINZ-MARATHON

Nur eine Woche nach dem Event in

Wien pflügen die Spitzenläufer am

14. April durch die oberösterreichische

Hauptstadt.

www.linzmarathon.at

KAMPF UM WIEN

Am 13. April boxen Marcos Nader

(Bild) und Gogi Knezevic in der

Erste Bank Arena um die Vorherrschaft

in der Donau-Metropole.

www.bounce.at

EUROPA-FINALSPIELE

In Baku (29. Mai, Europa League)

und Madrid (1. Juni, Champions

League) werden die Gewinner der

Europacup-Saison gekürt.

www.uefa.com


„ICH HAB

FÜNFMAL

DIE KARRIERE

BEENDET“

ÖSTERREICHS RADSPORT-DOYEN BERNHARD EISEL

IM GROSSEN INTERVIEW: WELCHE ÄNGSTE ER 2018

DURCHLITT, WARUM ER SEINE LAUFBAHN DOCH

NICHT BEENDEN WOLLTE, OBWOHL ER KEIN RENNEN

VERMISSEN WÜRDE. UND ER VERRÄT:

„DOPING-BEICHTEN KÖNNEN MICH NICHT

MEHR SCHOCKEN.“

VON MARKUS GEISLER

Fotos: GEPA Pictures (6), Markus Geisler

140 SPORTaktiv


er Radsport ist auch nicht mehr das,

was er mal war. Findet zumindest

Bernhard Eisel (38), als er von der

UAE-Tour aus den Vereinigten Arabischen

Emiraten zurückkehrte. „Wir fuhren durch

alle sieben Staaten, hatten mehr Transfers als

Rennen, das ist schon sehr mühsam. Immerhin

war das Wetter besser als daheim.“ Dabei ist die

Stimmung des Dimension-Data-Fahrers eigentlich

bestens, nachdem er einen „fantastischen

Winter“ hatte, der ihm vor Augen führte, wie

sehr er das Treten in die Pedale liebt. Und das

nach einem Jahr, das ihn aufgrund eines subduralen

Hämatoms an den Rand seiner Belastungsgrenzen

und auch seiner Karriere führte, wie er

im ausführlichen Interview verrät.

Du hast, zusammen mit Paco Wrolich und anderen,

vor Kurzem in Klagenfurt den RC KAC

gegründet. Sollen die Eishackler jetzt mit dem

Fahrrad zum Training kommen?

(Lacht) Gute Idee, aber da muss ich einigen wohl

erst das Radfahren beibringen. Nein, Spaß beiseite:

Ich hatte während meiner schweren Verletzung

vergangenes Jahr viel Zeit zum Nachdenken. Irgendwann

kommt man in ein Alter, wo man dem

Sport etwas zurückgeben möchte. Da kam ich auf

die Idee: Radclub und KAC, da gibt es viele Synergien.

Ich bin schon mit vielen Eishockeycracks

gefahren, im Sommer können wir Trainingseinheiten

für den Nachwuchs anbieten.

Spielst du selber Eishockey?

Na ja, wenn wir spielen, bin ich froh, dass ich

den Stock zum Festhalten hab. Ich schaue aber

gerne zu, hab Freunde beim KAC. Der Clou

wird sein: Die Trikots der Radfahrer sind im Design

der Kampfmannschaft, nur mit der Rückennummer

19 für unser Gründungsjahr. Der KAC

ist eine echte Marke in Österreich, das hilft uns

natürlich.

Wenn du an deine eigene Zeit als Nachwuchsfahrer

denkst – wie ist deine Begeisterung für

den Radsport entstanden?

Mein neun Jahre älterer Bruder war Radfahrer,

das hat mir vieles eröffnet. Und ich muss ehrlich

sein: Bei den Ballsportarten hat mir das Talent

gefehlt, das ist bis heute so. Beim Laufen hätte

ich vielleicht noch eine kleine Chance gehabt.

Hast du damals schon die Lust an der Qual entdeckt,

die man im Radsport ja braucht wie in

kaum einer anderen Sportart?

Nein, das lernt man erst im Laufe der Zeit. Bei

mir stand immer der Spaß im Vordergrund. Das

soll auch beim RC KAC so sein. Wir wollen

nicht aus Kindern Profis machen, sondern ihnen

Werte mitgeben, Manieren. Wir freuen uns über

gute Ergebnisse, machen aber keine Krisensitzung

nach dem Rennen, wenn es nicht gut

gelaufen ist.

Du selbst hast augenscheinlich auch noch

Spaß und deinen Vertrag bei Dimension Data

um ein Jahr bis Ende 2019 verlängert. Was

sprach nach deinem Sturz bei der Fernfahrt Tirreno-Adriatico

vor einem Jahr und der daraus

resultierenden schweren Kopfverletzung dafür?

Die Verletzung hat mir gezeigt, wie viel Spaß

Radfahren machen kann, wenn man nicht den

Druck und Stress als Profi hat. Ich bin einfach

raus und war froh, wieder im Sattel sitzen zu dürfen.

Ein tolles Gefühl. Ich hab mich viel mit dem

Aufhören beschäftigt, hab dann aber gesagt: Ich

möchte selbst entscheiden, wann es vorbei ist,

und nicht durch eine Verletzung oder Krankheit

gezwungen werden. Deswegen bin ich zurückgekommen.

Und: Ich habe im Winter perfekt trainiert,

das Trainingsprogramm zu 100 Prozent

umgesetzt, das hat riesigen Spaß gemacht.

Seit 2016

fährt

Bernhard

Eisel für das

südafrikanische

Team

Dimension

Data.

SPORTaktiv

141


Wie nah war das Karriereende

wirklich?

Dadurch, dass die Regeneration fast ein

halbes Jahr gedauert hat, habe ich bestimmt

fünfmal meine Karriere beendet.

Mindestens.

Gib mal Einblicke in deine Pround

Contra-Liste.

Pro war vor allem, dass ich selber über

mein Karriereende entscheiden wollte.

Ich habe gemerkt, dass ich den Sport

nach wie vor mit Liebe und Ehrgeiz mache.

Die letzten Jahre haben mir zudem

gezeigt, dass es für mich sportlich eigentlich

leicht geht, dass ich das, was

von mir erwartet wird, Tag und Nacht

abrufen kann.

Aha.

Im Alter ist es so: Was dir an jugendlicher

Spritzigkeit fehlt, machst du mit

Erfahrung gut. Zu jeder Kurve hinsprinten,

das geht nicht mehr. Die Beine

würden es zulassen, der Kopf nicht

mehr. Der sagt: Lass gut sein, was wir

vor der Kurve verlieren, machen wir dahinter

wieder wett. Ich bremse lieber

früher und schau mir das Spektakel aus

der zweiten Reihe an.

Du hast in einem Interview gesagt,

dass du in der Phase des Nachdenkens

durchaus depressive Gedanken

hattest.

So etwas ist schon gravierend. Aber

nicht, weil man daran kiefelt, wie es weitergeht,

da habe ich wenig Angst. Ich

weiß jetzt auch genau, was ich nach der

Karriere nicht machen will. Die Depression

kam durch etwas anderes. Ich vergleiche

es so: Wenn Leute Knieprobleme

haben, dann hinken sie und jeder weiß,

dass sie nicht voll leistungsfähig sind.

Bei einem Hämatom im Kopf, das keiner

sieht, glauben alle und auch du

selbst, dass du wieder funktionieren

musst. Aber das geht nicht. Das Gehirn

ist durchgehend überbelastet, versucht

sich selbst zu schützen. In so einer Phase

kann einem schnell alles zu viel sein.

Bei der Schwere deiner Verletzung

hätte noch viel mehr passieren können.

Ich sag mal so: Die Ärzte waren nach

Ansicht der Bilder überrascht, dass ich

noch sprechen, geschweige denn gehen

konnte. Das Hämatom hat auf so viele

Gehirnareale gedrückt, dass ich eigentlich

Lähmungserscheinungen hätte haben

müssen. Im schlimmsten Fall hätte

man mir einen großen Teil der Schädeldecke

rausbohren müssen, das ist dann

schon gravierend. Dann reden wir von

,,MEINE GRÖSSTE

ANGST WAR, AN

EINER KRANKHEIT

WIE FRÜHES PAR-

KINSON ZU LEI-

DEN, WIE MAN ES

AUS DER NFL ODER

VOM BOXEN HER

KENNT.“

Krankheiten wie frühem Parkinson, von

denen man aus der NFL oder vom Boxen

hört. Man spricht dann von weißen

Punkten im Gehirn. Ich gebe zu: Davor

hatte ich massive Angst.

Wie hat sich die geäußert?

Man wird extrem hellhörig. Ich habe etwas

vergessen und mich sofort gefragt:

Sind das Folgeschäden oder normale

Vergesslichkeit?

Bei vielen hätte das dazu geführt, dass

sie sich vom Leistungssport verabschieden.

Diese Sache war immer der Knackpunkt.

Ich habe viel mit Ärzten und

auch einer Sportpsychologin gesprochen.

Und wir haben immer wieder CTs

und MRTs gemacht, wenn ich Kopfweh

oder ein mulmiges Gefühl hatte. Wenn

die negativ waren, war ich wieder zwei,

drei Wochen beruhigt.

Wann war die Zeit des Bangens vorbei?

Kurz vor der Deutschland-Tour im August

hab ich mich drei Tage in Hamburg

untersuchen lassen. Die Ärzte haben

dann gesagt: Alles ist perfekt verheilt,

keine weißen Punkte im Gehirn. Da

wusste ich: Es geht weiter.

Du hast gesagt, du weißt genau, was

du nicht nach der Karriere machen

willst.

Ich weiß, dass ich definitiv im Radsport

bleiben möchte. Aber definitiv nicht als

sportlicher Leiter eines Teams.

Warum nicht? Als „Road Captain“, der

das Team organisiert, wärst du doch

prädestiniert dafür.

Dazu bräuchte ich Abstand. Ich weiß

zwar, wie schwer das Leben als Profi ist.

Aber wenn du selbst einer warst, lässt

man Ausreden, die man alle kennt, weil

man sie selbst benutzt hat, nicht gelten.

Das wäre nicht fair.

Wenn du aufgehört hättest –

welches Rennen wäre dir am

meisten abgegangen?

Ganz ehrlich: Bei der World Tour, wo jeden

Tag irgendwo ein Rennen ist, würde

mir wenig abgehen. Früher war in den

Köpfen der Veranstalter nicht jedes Wochenende

eine Rad-Weltmeisterschaft, da

war der Sport um einiges angenehmer.

Heute wird dir permanent alles abverlangt,

ab Februar ist nur noch Radrennen.

Das Radfahren an sich würde mir

abgehen, die Rennen nicht. Obwohl sie

natürlich auch Spaß machen. Aber Om-

142 SPORTaktiv


loop Het Nieuwsblad bei fünf Grad und

Regen – das brauche ich nicht mehr.

Wenn ich muss, dann mache ich es und

liefere auch meine Arbeit ab. Aber es

würde mir keine Minute abgehen.

Weißt du schon, ob du heuer die Tour

de France fährst?

Es ist alles darauf ausgerichtet und geht

mit Blickrichtung Tour. Jetzt stehen die

Klassiker auf dem Programm, dann beginnt

die Vorbereitung auf Frankreich.

Es wäre deine 13. Teilnahme.

Glaubst du an Unglückszahlen?

Ich bin schon mit Startnummer 13 gestürzt,

von dem her könnte ich diesen

Aberglauben haben. Und abergläubisch

sind wir doch alle. Ich mache vor jedem

Rennen oder jeder Etappe mein Kreuzzeichen,

das sind Rituale, die man sich

angewöhnt. Aber wenn ich ehrlich bin:

Wenn ich die Tour nicht fahre, dann

fahre ich sie eben nicht, und wenn ich

nicht ins Ziel komme, dann soll es eben

so sein. Das ist mir bei meiner 13. Teilnahme

genauso egal, wie es mir bei meiner

zwölften egal gewesen wäre.

Aber kribbelt es trotzdem noch so

richtig, wenn du an die Tour denkst?

Schon. Vor allem, weil wir dieses Jahr

wieder in Belgien starten, so wie 2004

bei meiner ersten Tourteilnahme. Das

wäre ein schöner Abschluss, um den

Kreis zu schließen. Wobei ich auch für

2020 für alles offen bin. Ich fühle mich

gut und kann immer noch mithalten.

Wenn man dir zuhört, spricht aus dir

die Gelassenheit des Alters. Hast du

noch konkrete Ziele?

Letztes Jahr war mein großes Ziel, unbedingt

bei Paris-Roubaix zu fahren. Dann

wäre ich mit Servais Knaven gleichgezogen,

16-mal teilgenommen, 16-mal

durchgekommen. Davon hätte ich mir

aber auch nichts kaufen können. Das

wäre auf Wikipedia gestanden und ich

hätte es meinen Enkeln erzählen kön-

BERNHARD EISEL

Geboren am: 17. Februar 1981

in Voitsberg. Familienstand:

verheiratet, zwei Kinder.

Teams: 2001–02 Mapei-Quick

Step, 2003–04 FDJeux.com,

2005–06 Française des Jeux,

2007–11 T-Mobile / High Road /

Columbia / HTC, 2012–15 Sky

ProCycling, seit 2016 Dimension

Data. Wichtigste Erfolge:

Dreimal Österreichs Radsportler

des Jahres, Sieger von

Gent–Wevelgem (2010),

Gewinner Bergwertung des

Arctic Race of Norway (2017),

Gewinner diverser Etappen

bei (u.a.) Tour de Suisse,

Algarve-Rundfahrt oder

Katar-Rundfahrt

SPORTaktiv

143


Mit Mark Cavendish fuhr

Eisel schon im Team Sky

zusammen. Ein großes

Ziel haben die beiden

noch: „Wir wollen den

Rekord von Eddy Merckx

mit 34 gewonnenen

Tour-de-France-Etappen

knacken.“

So sieht das Trikot

des neu gegründeten

RC KAC aus.

„WENN DU

SELBST

PROFI WARST,

LÄSST MAN

AUSREDEN,

DIE MAN

ALLE KENNT,

WEIL MAN

SIE SELBST

BENUTZT

HAT, NICHT

GELTEN. DAS

WÄRE NICHT

FAIR.“

Bernhard Eisel erklärt, warum

er nicht sportlicher Leiter eines

Teams sein möchte.

nen, wenn ich 80 bin. Sonst interessiert

es doch keinen. Mein Ziel lautet: eine

gute Saison abliefern.

Du hast bei der Tour die Top 100 oft

knapp verpasst. Wäre das kein Ziel?

Das ist mir komplett egal. Zwölf Teilnahmen

sind schön, vor allem als Österreicher,

das wird so schnell keiner schaffen.

Ich war bei 30 Etappensiegen von

Mark (Anm.: Cavendish) dabei. Okay,

das ist schon ein Ziel. Wir haben immer

noch den Rekord von Eddy Merckx im

Hinterkopf, der 34 Etappen gewonnen

hat. Den möchten wir brechen.

Als du 2016 zu Dimension Data gewechselt

bist, hieß es, du stündest bei

850 Rennen inklusive Einzeletappen.

Hast du die 1000 mittlerweile voll?

Wenn man von 80 Rennen pro Jahr ausgeht,

müsste es sich ausgehen. Wir haben

auch schon mal ausgerechnet, wie

oft ich schon zum Mond und wieder zurückgeradelt

bin. Bei 35.000 Kilometern

pro Jahr kommt schon einiges zusammen.

Am Ende meiner Karriere rechne

ich noch aus, wie viele Stunden ich auf

Flughäfen verbracht habe (lacht). Gefühlt

muss es etwa die Hälfte meines

Lebens sein.

Wenn dich ein junger Radfahrer vom

RC KAC nach den drei wichtigsten Eigenschaften

fragt, um ein erfolgreicher

Profi zu werden – welche wären das?

Erstens: Ehrgeiz. Zweitens: Liebe zum

Sport. Drittens: Immer weitermachen.

Jeden Tag grüßt das Murmeltier, egal, ob

Rennen oder Training. Man muss eine

Konstante reinbringen.

Und wenn jemand nach Doping fragt?

Ich bin froh, dass wir einen Nachwuchsund

Hobbyclub haben, bei dem das gar

nicht zur Debatte steht. Bei uns soll es

um Spaß gehen. Die denken gar nicht

daran.

Wie sehr haben dich die Dopingfälle

von Stefan Denifl und Georg Preidler

getroffen?

Nach 20 Jahren schockiert einen gar

nichts mehr. Natürlich ist man enttäuscht,

gerade bei Preidler hätte ich es

mir nie vorstellen können. Nach all den

Jahren gehe ich aber raus und denke keine

Sekunde darüber nach, ob jemand etwas

macht oder nicht. Da haben wir

schon schlimmere Zeiten erlebt, auch

wenn es wieder ein riesiger Rückschlag

ist. Aus der Fassung bringt es mich

jedenfalls nicht mehr.

144 SPORTaktiv


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DOPING?

DIE DOPING-DEBATTE HAT ÖSTERREICH

WARUM

SEIT DER NORDISCHEN WM IN SEEFELD

FEST IM GRIFF. UND ÜBER JEDER DIS-

KUSSION STEHT DIE FRAGE: WARUM

GREIFEN SPORTLER ZU VERBOTENEN

MITTELN? WIR HABEN FÜNF TOP-

INSIDER UM IHRE MEINUNG GEBETEN.

VON MARKUS GEISLER

In den 80er- und 90er-Jahren sorgte die Untersuchung

des amerikanischen Wissenschafters Ben

Goldman für Aufsehen, der durch Umfragen

herausfand, dass 50 Prozent der Leistungssportler

bereit wären, innerhalb der nächsten fünf Jahre

zu sterben, wenn ihnen die Einnahme von Dopingmitteln

eine olympische Goldmedaille sichern

würde. Eine krasse Zahl? Oder doch eine logische

Folge sportlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen?

Wir haben fünf Top-Insider befragt, was

ihrer Meinung nach das Hauptmotiv für Sportler

ist, mittels Doping zu betrügen und dabei ihre

Gesundheit und Karriere zu riskieren. Und dabei

spannende wie überraschende Antworten erhalten.

STEFAN MATSCHINER

EHEMALIGER DOPINGDEALER

„Athleten haben im Teenageralter Spaß am Sport und sind in den

Nachwuchsklassen erfolgreich. Mehrmaliges Training pro Woche

bis hin zum täglichen Training wird als positiv empfunden. Natürlich

sieht man sich die Erwachsenen und deren Leistungen, bei den

Besseren auch deren Ruhm und vielleicht das Einkommen

an. Es entsteht langsam das Verlangen, zu einem

späteren Zeitpunkt auch zu diesem elitären Kreis zu

gehören. Training wird gegen Ende der Teenjahre immer

wichtiger und der Sport an sich nimmt langsam

DEN bestimmenden Stellenwert im Leben ein.

Bis dahin war die Leistungsentwicklung in Ordnung,

nun, in der allgemeinen Klasse angelangt, geht es

nicht mehr so schnell mit den Leistungssprüngen

und Stagnation tritt ein. Der Sportler (auch für Frauen gültig!) ist

in Begriff, Kaderstandards nicht mehr zu erreichen und steht somit

einer Kürzung der finanziellen Unterstützungen gegenüber. Anstatt zu

begreifen, dass hier Schluss ist, besorgt er sich Dopingmittel ...

Und die richtige Scheiße beginnt!“

Fotos: xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

146 SPORTaktiv


Fotos: GEPA pictures, Albert Moser, iStock

JÖRG ZEYRINGER

SPORTPSYCHOLOGE, AUTOR

„Das Hauptmotiv für Profisportler könnte eine Sehnsucht nach

Unsterblichkeit sein. Gewinner denken: Ich bin dafür geboren,

ganz oben zu stehen. Und ich bin bereit, alles dafür zu geben, es

zu schaffen. Die hohen Quoten bei Goldman kommen dadurch

zustande, dass diese Sportler so sozialisiert werden,

dass die sportliche Leistung immer Priorität hat.

Das sehe ich auch heute beim Blick in so manche

Nachwuchsakademie. Da erlauben sich Schüler

Dinge, die man nicht für möglich hält. Aber solange

die Leistung passt, spielt das keine Rolle. Die

erleben, dass sie sich mit besonderen Leistungen

über Grenzen und Regeln hinwegsetzen können.

Dann greift ein Automatismus: Wie kann ich

besser werden, mich optimieren, um zu gewinnen? Dann ist es

nur noch ein kleiner Schritt von Nahrungsergänzungsmitteln zu

verbotenen Substanzen. Eine entscheidende Frage, die sich die

meisten Sportler – bewusst oder unbewusst – stellen: Bin ich gut

genug, um das zu leisten, was ich und mein Umfeld von mir erwarten?

Gut genug, um zu siegen? Wer dies mit einem überzeugten Ja

beantwortet, ist weniger in der Versuchung zu dopen. Wer unsicher

ist, zweifelt, ist anfällig, erst recht, da Sportler in einem System

leben, das ständige Optimierung als oberstes Ziel hat.

Wir reden von Menschen, die dem Sport höchst emotional verbunden

sind. Wir wissen, dass man im Zustand höchster emotionaler

Erregung oft nicht in der Lage ist, kluge Entscheidungen zu treffen.

Dann fällt es diesen Sportlern oft schwer, an die negativen Folgen

zu denken, die ihr Handeln in drei Monaten oder in fünf Jahren

haben könnte. Denn diese Typen bewerten das Gewinnen emotional

wesentlich höher als die Angst vor möglichen Verlusten.“

MICHAEL CEPIC

GESCHÄFTSFÜHRER

NADA

„Die Motive sind sehr vielfältig, meist ist es

eine Kombination aus vielen unterschiedlichen

Beweggründen. Klar ist aber, dass kein

Sportler seine Karriere mit den Gedanken

an Tabletten und Spritzen beginnt. Vielmehr

wurden über einen längeren Zeitraum

durch unterschiedlichste Einflüsse die

vorhandenen Hemmschwellen schrittweise

abgebaut. Rückblickend betrachtet,

haben die meisten dopenden Sportler mit

Nahrungsergänzungsmitteln begonnen,

es folgten Schmerzmittel, später kamen

Suchtmittel dazu, dann wurden Produkte

gespritzt und irgendwann war in der Spritze

keine legale Substanz mehr, sondern ein

Dopingmittel. Das Unrechtsbewusstsein ist

dann meist nicht mehr vorhanden.“

SPORTaktiv

147


BERNHARD KOHL

EX-RADPROFI UND ÜBER-

FÜHRTER DOPINGSÜNDER

„Mein Jugendtraum war: Profisportler werden und

eine Top-10-Platzierung bei der Tour de France zu

erreichen. Doch noch bevor ich Profi wurde, mit 20

Jahren, habe ich aus meinem sportlichen Umfeld

mitbekommen: Ohne Doping wird es nicht funktionieren.

Und zwar nicht nur an der Weltspitze,

sondern bereits auf nationaler Ebene wird Doping

verwendet. Ich dachte dann, wenn ich mir meinen

Traum erfüllen will, gehört es scheinbar

dazu. So bin ich da hineingerutscht.

Wenn man einmal angefangen hat,

redet man sich ein, dass es ohnehin

alle machen und man somit niemanden

betrügt. Egal, ob das stimmt oder

nicht, aber das Unrechtsbewusstsein

geht verloren, genauso wie die Einsicht,

einen Fehler zu machen.

Die Angst, erwischt zu werden, ist zwar ein ständiger

Begleiter. Aber als Sportler hat man die Gabe,

negative Dinge auszublenden. Außerdem hatte ich

in meiner Karriere bestimmt 200 Dopingproben

und hätte bei 100 davon erwischt werden müssen.

Wirklich überführt wurde ich aber nur einmal. Das

zeigt, wie grobmaschig das Kontrollnetz ist.

Der finanzielle Anreiz war dagegen nie mein Motiv

und ich glaube auch nicht, dass es bei anderen

Sportlern der Fall ist. Das ist maximal ein Nebenprodukt.

Es geht um die Erfüllung eines Jugendtraums.

Und da können Sportler manchmal Sturschädel

sein. Das wird ihnen dann zum Verhängnis.

Und wenn ich das Ganze mit Abstand sehe, bin ich

heilfroh, damals reinen Tisch gemacht und mein

neues Leben mit dem Radgeschäft gestartet

zu haben.“

Während der nordischen WM in

Seefeld wurden unter anderem die

Österreicher Max Hauke (Bild) und

Dominik Baldauf überführt.

MANFRED BEHR

JOURNALIST UND

DOPINGEXPERTE

„Meine Erfahrung aus 20 Jahren Dopingberichterstattung:

HochleistungssportlerInnen sind VerdrängungskünstlerInnen.

Sie ordnen alles dem Erfolg

unter, blenden alles andere aus. Und sie wissen,

dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nie wieder

etwas so gut können werden, nie wieder von einer

Sache so herausgefordert und emotional berührt sein

werden wie vom Leistungssport. Das Leben danach

stellt sich in der Vorausschau hingegen oft recht trist

dar. Demgemäß ist der Anreiz groß, für Glanz und

Ruhm im Jetzt bzw. im Demnächst große, selbst gesundheitsgefährdende

Risiken einzugehen. Anabolika,

die, in großen Mengen konsumiert, Herzinfarkte,

Leberschäden und vieles mehr auslösen können,

externes Wachstumshormon, das in Verdacht steht,

die Tumorbildung zu unterstützen – alles wird in

Kauf genommen. Es ist diese Realitätsverweigerung,

die sprachlos macht. Eine gedopte Athletin hat mir

einmal erzählt, dass sie ihren Freund angeschrien

hat: „Ich dope nicht!“ Obwohl ihr der am Vortag die

verbotenen Mittel selbst übergeben hatte.“

Fotos: GEPA pictures, Christian Hofer, iStock

148 SPORTaktiv


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ÖSTERREICH DAS VIER-

TELFINALE EINER EISHO-

CKEY-WM ZU ERREICHEN.

FINDET ZUMINDEST

PETER SCHNEIDER,

TEAM-STÜRMER UND

BESTER SCORER DER

ERSTE BANK EISHOCKEY

LIGA. NICHT DAS EINZIGE,

WAS DEN CAPS-STAR

ZU EINEM ECHTEN

SIEGERTYPEN MACHT.

VON MARKUS GEISLER

eter Schneider – was für

P

ein Allerweltsname.

Massentauglicher geht es

kaum, allein Wikipedia

spuckt mehr als 30 Personen

aus, die unter diesem Namen Meriten

gesammelt haben. „Dafür ist er

leicht zu merken und ich bin online

schwer zu finden. Ich finde, er hat eher

Vorteile“, sagt der Topscorer der heimischen

Eishockey-Liga und er hat leicht

reden. Denn seit seiner Rückkehr nach

Österreich im Herbst 2017 hat sich der

28-Jährige mit Topleistungen einen Namen

gemacht, einen richtig guten sogar,

einen, der den Verteidigern zwischen Fehervar

und Dornbirn allein schon beim

Hören die Schweißperlen auf die Stirn

treibt. 35 Tore und 34 Assists stehen

nach Grunddurchgang und Pick-Round

zu Buche (entspricht 69 Punkten in 54

Spielen), eine bärenstarke Ausbeute, die

so manchen Legionär der Liga alt aussehen

lässt.

Dabei hat Peter Schneider klare Vorstellungen

davon, warum es heuer bei

150 SPORTaktiv


Im Dress der Caps hatte Peter

Schneider heuer gut Lachen

– auch im Dress der Nationalmannschaft

bei der WM?

Fotos: Getty Images, GEPA pictures

ihm noch besser läuft als in seiner

auch schon starken Premieren-Saison.

„Erstens: Ich spiele in einem hervorragenden

Team. Zweitens: Nach meiner

Rückkehr aus Amerika musste ich

mich erst an die größere Eisfläche gewöhnen,

daran, dass man sich etwas

mehr Zeit nehmen sollte, bevor man

den Puck weiterspielt. Jetzt kann ich

das Spiel viel besser lesen.“ Und drittens

hat der gebürtige Klosterneuburger

vergangenen Sommer seine Ernährung

radikal umgestellt und ernährt

sich seitdem vegan. Nicht aus

ethischen, sondern rein aus sportlichen

Motiven. „Wenn man das eine

Zeit lang konsequent durchzieht,

fühlt man sich körperlich besser, frischer,

munterer. Die Saison ist schon

lang, aber ich habe das Gefühl, immer

noch voll im Saft zu stehen.“ Gerade

in den derzeit laufenden Playoffs,

in denen sein Klub Vienna Capitals

derzeit im Halbfinale um den Titel

kämpft, ein unschätzbarer Vorteil.

Und dann gibt es ja noch ein besonderes

Highlight, das vom 10. bis 26.

Mai in der Slowakei über die Bühne

geht: die Weltmeisterschaft, bei der

Österreich dank der erfolgreichen

Mission Klassenerhalt 2018 wieder bei

den 16 besten Nationen mitspielen

darf. „Auch wenn man nach einer langen

Saison körperlich und mental leer

ist. Wenn die WM beginnt, ist jeder

voll da und will das Beste herausholen.

Erst recht in einem Land wie Österreich,

für das die Teilnahme nicht

selbstverständlich ist.“ Aber wenn

man schon mal da ist, wollen die

ÖEHV-Cracks auch für Furore sorgen.

„In einer Best-of-seven-Serie wird

sich immer der Stärkere durchsetzen.

Aber bei einer WM kann in einem

Spiel immer alles passieren, dann können

wir auch Nationen wie die

Schweiz ärgern, so wie 2018, als wir

erst in der Overtime verloren.“ Und

auch wenn es in den Bereich der Sensation

fiele – den Traum von einem

Viertelfinaleinzug will sich Peter

Schneider nicht nehmen lassen.

„Träumen darf man immer!“

Für den Flügelstürmer sind die

Spiele in Bratislava (s. Kasten) auch

so etwas wie eine Heimkehr, bei der

er sich freut, viele alte Kumpels von

früher wiederzusehen. Denn als er 14

Jahre alt und im österreichischen Eishockey-Nachwuchs

so etwas wie ein

Star war, wechselte er in die slowakische

Hauptstadt. Und musste sich

dort in einem fremden Umfeld erst

wieder nach oben kämpfen. Eine harte

Prüfung, wie er verrät. „Ich weiß

noch genau, wie mein Vater mich

nach Bratislava gefahren und vor der

Schule abgesetzt hat, dann ist er weggefahren.

Als der Direktor alle Schüler

namentlich aufgerufen hat, habe

ich meinen nicht verstanden und

stand plötzlich ganz allein vor der verschlossenen

Schule.“ Eine Erfahrung,

die ihre Wirkung nicht verfehlt hat.

Denn Schneider lernte, sich durchzubeißen

und widrigen Umständen zu

SPORTaktiv

151


06. Mai 2019 // Wien

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WENN MAN DIE VEGANE

ERNÄHRUNG EINE ZEIT

LANG KONSEQUENT

DURCHZIEHT, FÜHLT MAN

SICH KÖRPERLICH BESSER,

FRISCHER, MUNTERER.

trotzen. Von Bratislava ging es ins

tschechische Znaim, von Znaim

nach Budweis, dann wieder zurück

nach Znaim, um dort zu maturieren.

Wilde Wanderjahre, in denen der

Traum reifte, es als Profi ganz nach

oben zu schaffen. Also flog Schneider

mit 18 Jahren nach Amerika, um an

der University of Notre Dame (Indiana)

an einer NHL-Karriere zu basteln.

Und musste feststellen, wie hart

und steinig dieser Weg wirklich ist.

„Ich hatte einen schweren Start,

war mental noch nicht ganz bereit,

dazu die Umstellung auf das amerikanische

Hockey. Und im College hast

du vier Jahre lang den gleichen Trainer.

Im Endeffekt lag es an mir: Ich

hatte vier Jahre Zeit und habe es nicht

geschafft“, sagt Schneider selbstkritisch.

Auch die Stationen in der East

Coast Hockey League (ECHL) führten

nicht dazu, dass Schneider seinem

Traum näherkommen konnte. Zu

groß die Konkurrenz, zu schwer, sich

trotz guter Leistungen in die Auslage

zu spielen. Also reifte langsam, aber

sicher der Gedanke, nach Europa zurückzukehren.

Und man muss es klar

sagen: Im Sommer 2017 hatten alle

Klubs der österreichischen Liga die

Chance, einen Top-Mann wie ihn zu

verpflichten. Doch während viele Vereine

zauderten, griffen die Caps nach

der Verletzung von Jerome Samson zu

und ersetzten ihren Legionär durch

einen Spieler mit rot-weiß-rotem Pass.

Ein Risiko? Vielleicht. Im Nachhinein

aber ganz sicher ein Glücksgriff

für beide Seiten, wie sich schnell herausstellte.

Schneider wurde zum

Topscorer und ist heuer eines der

ganz großen Trumpfasse von Chefcoach

Dave Cameron („Peter ist einer

unserer heißesten Spieler!“) im

Kampf um den Meistertitel. Und

auch Teamchef Roger Bader ist froh,

einen so verlässlichen Punktesammler

in seinen Reihen zu haben. Doch

für Schneider ist klar, dass er den

nächsten Schritt machen und in eine

größere Liga wie Schweden, Russland,

Deutschland oder die Schweiz

wechseln möchte. „Ich fühle mich

wohl in Wien und es wäre ein absoluter

Traum, in meiner Heimatstadt

den Titel zu holen. Ich habe aber nie

einen Hehl daraus gemacht, dass ich

die Chance ergreifen möchte, wenn

sie sich mir bietet. Dazu muss aber

alles passen.“ Der Vertrag läuft mit

Saisonende aus, eine starke WM

wäre ein gutes Argument in den Notizblöcken

der internationalen

Scouts. Und dass sich Schneider

schnell an neue Bedingungen gewöhnen

kann, hat er mehrfach unter Beweis

gestellt. Auch ganz ohne einen

spektakulären Namen.

EISHOCKEY WM 2019

IN DER SLOWAKEI

Vom 10. bis 26. Mai findet die Eishockey-WM

vor den Toren Österreichs statt. Das ÖEHV-

Team absolviert seine Spiele in der Vorrunden-Gruppe

B in der Slovnaft Arena in

Bratislava. Die ersten vier Teams steigen ins

Viertelfinale auf, der Letztplatzierte steigt ab.

Hier die Spieltermine der Österreicher:

11.05.,16.15 Uhr Lettland – Österreich

12.05., 12.15 Uhr Russland – Österreich

14.05., 20.15 Uhr Schweiz – Österreich

16.05.,16.15 Uhr: Schweden – Österreich

17.05., 16.15 Uhr Österreich – Norwegen

19.05.,16.15 Uhr Österreich – Tschechien

20.05.,20.15 Uhr Österreich – Italien


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2019


TISCHTENNIS?

KANN JA JEDER! WER

DAS GLAUBT, SOLLTE

SICH AUF EIN MATCH

GEGEN ÖSTERREICHS

NUMMER 1 DANIEL

HABESOHN EINLAS-

SEN. DANN ERFÄHRT

MAN, WIE PHYSIKALI-

SCHE GRENZEN VER-

SETZT WERDEN UND

KOPF UND BÄLLE

ROTIEREN KÖNNEN.

VON MARKUS GEISLER

SCHLÄGER-TYP

MIT SINN FÜR SPIN

N

etz. Out. Netz. Netz. Out. „Dein nächster Ball

landet wieder im Netz“, ruft mir Daniel Habesohn

mit einem verschmitzten Lächeln zu. Na

warte, denke ich mir, jetzt schieße ich ihn zu

Fleiß ins Out. Und dresche die Kugel kläglich

in die Maschen. Ein Tischtennismatch gegen

den derzeit besten Spieler Österreichs ist nicht

nur das erwartet chancenlose Unterfangen, sondern

auch eine beeindruckende Lektion darin,

wie komplex diese Sportart wirklich ist. Mit

welchem Schnitt kommt der Ball auf mich zu?

Wie halte ich meinen Schläger, damit die Kugel

nicht dauernd meinen Finger malträtiert? Wo

genau an der Platte positioniere ich mich, um

auf möglichst viele Aktionen des Gegners reagieren

zu können? „Das Faszinierende an unserem

Sport ist, dass es auf unendlich viele Details

ankommt, die große Auswirkungen haben“,

sagt Habesohn. Faszinierend, ja. Und

nach meinem zehnten Ball ins Nirwana auch

ein wenig frustrierend.

Dabei hatte ich eigentlich vor, es nach meiner

Box-Challenge in der vergangenen Ausgabe

diesmal etwas ruhiger angehen zu lassen.

Schließlich stehe ich seit meiner Kindheit immer

wieder mal an der Platte und schupfe die

Zelluloid-Kugel über das Netz. „Zelluloid war

einmal, mittlerweile sind die Bälle komplett aus

Plastik“, korrigiert mich Habesohn, während er

eine Schere hervorkramt, um seinen frisch aufgetragenen

Schlägerbelag auszuschneiden. Spätestens

jeden dritten Tag wechselt er die Ober-

154 SPORTaktiv


Fotos: GEPA pictures (6), Getty Images

Österreichs Top-Profi

Daniel Habesohn weiht

SPORTaktiv-Redakteur

Markus Geisler in die

Geheimnisse von Spin

und Rotation ein.

fläche, um wieder den besten Drive in

seinen Schlägen zu haben. Wobei das

Material ohnehin eine ganz entscheidende

Rolle spielt. „Du wirst sehen, mit einem

Profischläger sind deine ersten Bälle

alle zu lang“, prophezeit Habesohn. Und

in der Tat fühlt es sich zu Beginn so an,

als würden wir mit einem Flummi spielen,

aber der Mensch ist ja bekanntlich

ein Gewöhnungstier.

Mit Daniel Habesohn habe ich mir

natürlich auch gleich den gefährlichsten

Schläger-Typen des Landes an die Platte

geholt. Europameister mit der Mannschaft,

zweimal und amtierender Europameister

im Doppel mit Robert Gardos,

dreifacher und amtierender Staatsmeister

im Einzel, um nur die wichtigsten

Titel zu nennen. „Ich spiele derzeit

das beste Jahr meines Lebens“, sagt der

32-Jährige, der in der deutschen Bundesliga

beim Post SV Mühlhausen unter

Vertrag steht. Und im Einzelranking der

stärksten Liga Europas auf Platz drei geführt

wird. „Mit meinem Wechsel nach

Deutschland bin ich noch einmal gereift,

weil du dort permanent auf allerhöchstem

Niveau gefordert wirst“, sagt

der zweifache Familienvater, der ob seiner

Klubverpflichtungen und Turnierteilnahmen

ein prall gefülltes Miles- and-

More-Konto hat.

Heute ist ein Trainingstag in seiner

Homebase im Sportzentrum Stockerau

angesetzt, wo um neun Uhr in der Früh

schon vier der sechs Tische besetzt sind.

Das Aufwärmprogramm besteht aus

Dehn- und Stabilisationsübungen, ehe

ein Koordinations-Parcours aufgebaut

wird. Sprünge über Hindernisse mit verschiedenen

Höhen, Trippelschritte nach

rechts und links und zwischendurch

Tischtennisbälle fangen, die unangekündigt

hineingeworfen werden. „Dadurch

lernt man, sich auf viele Dinge gleichzeitig

zu konzentrieren und trotzdem seine

Übungen exakt auszuführen“, erklärt

Daniel und schlägt vor, so langsam mal

ein paar Bälle zu spielen.

Wobei langsam ein sehr dehnbarer Begriff

ist. Die ersten Bälle kommen mit

wenig Schnitt auf meine Vorhand und

trotzdem bringe ich kaum einen Ball retour.

„Schlägerwinkel verkleinern, mehr

durchziehen“, korrigiert mich Habesohn

und siehe da: Ist das System erst einmal

eingestellt, kommen sogar ein paar Bälle

auf die Platte zurück. Was allerdings in

erster Linie daran liegt, dass Daniel jeden

Ball auf die exakt gleiche Stelle

spielt, sodass unsereiner mechanisch immer

den gleichen Bewegungsablauf üben

kann. Was sich bei zunehmendem Speed

fast so anfühlt, als wäre man wirklich

Teil eines echten Tischtennismatches.

Dass dem nicht so ist, wird spätestens

klar, als Daniel anregt, jetzt ein paar Angaben

zu servieren. Netz. Out. Netz.

„Na gut“, zeigt mein Gegenüber Mitleid.

„Ich spiele den Ball jetzt so, dass,

wenn du mit der Vorhand auf die linke

SPORTaktiv

155


„Wenn du hierhin zielst, landet der Ball dort gegenüber“, prophezeit Daniel Habesohn und löst

bei seinem Gegenüber das Gefühl aus, keinerlei Kontrolle über den Ball zu haben. Zum Aufwärmen

absolvieren wir einen Hindernis-Parcours, bei dem es gilt, unangekündigte Bälle zu fangen.

Seite zielst, der Ball auf der rechten ankommt.“

Während ich nach physikalischen

Erklärungen fahnde, kommt es

tatsächlich genau so, wie vom Profi prophezeit.

Was bei mir zu dem merkwürdigen

Gefühl führt, überhaupt keine

Kontrolle darüber zu haben, wohin es

die Kugel verschlägt, nachdem ich sie

berührt habe. Ist Tischtennis deswegen

ein Rückschlagsport, weil sich für den

Ungeübten ein Rückschlag an den

nächsten reiht?

„Das meine ich mit komplex“, durchbricht

Habesohn meine Gedanken. „Du

musst erkennen, wie dein Gegner den

Ball spielt und selbst eine Gegenstrategie

entwickeln. Das Ganze bei irrsinnig hohem

Tempo und, je nach Halle, auch

immer unterschiedlichen Bedingungen.“

Beim Lesen des Balles spielt übrigens

auch das Gehör eine Rolle, weil die Intensität

des „Plocks“ Auskunft darüber

gibt, wie viel Effet und dementsprechende

Umdrehungen der Ball mitbringt.

Ein Umstand, der bei TV-Übertragungen

nur schwer vermittelt werden kann,

weswegen es derzeit Überlegungen gibt,

mit einem zweifärbigen Ball zu spielen,

um die Rotation für den Zuschauer

sichtbar zu machen.

Ich gebe zu: Das hätte mir bei dieser

Challenge auch nichts geholfen. Immerhin

verlasse ich die Platte mit dem Gefühl,

bei der nächsten Partie gegen meinen

bis dahin überlegenen Schwiegerva-

DANIEL HABESOHN

Als Sohn der Tischtennisspielerin

Sonita Habesohn ist der heute

32-Jährige mit Schläger und Zelluloid-Kugel

aufgewachsen. Der dreifache

Staatsmeister wurde mit dem

SVS Niederösterreich Champions-

League-Sieger und gewann mit der

SG Weinviertel den ETTU- Cup, ehe

er 2016 in die deutsche Bundesliga

zur SV Post Mühlhausen wechselte.

Mit seinem Partner Robert Gardos

wurde der 35. der Weltrangliste

zweimal Europameister, im Einzel

feierte er 2014 in Ungarn einen

World-Tour-Sieg. „Mein großes Ziel

sind die Olympischen Spiele 2020 in

Tokio“, sagt der Mannschafts-

Europameister von 2015.

ter mit einem Vorteil rechnen zu können.

Doch da bremst mich Habesohn

ein. „Mit einem handelsüblichen Schläger

wirst du den Schnitt, den wir jetzt

gelernt haben, nicht anbringen können.“

Seine nächste Challenge ist übrigens ein

ganz anderes Kaliber. Denn ab dem 21.

April werden in Budapest die Weltmeisterschaften

ausgetragen. „Im Einzel ist

mein Ziel, unter die Top 16 zu kommen,

dann kommt es auch ein wenig auf

das Glück bei der Auslosung an.“ Im

Doppel mit Robert Gardos sind die Ambitionen

des Weltranglisten-35. sogar

noch etwas höher, schließlich ist das

Gespann aktueller Europameister. Aber

Tischtennis ist unberechenbar, das

macht Prognosen schwierig. Wie ich

am eigenen Leib erfahren habe.

156 SPORTaktiv


„SPORT FÜR EINEN FREIEN KOPF“

FÜNF FRAGEN AN SPORTMINISTER

HEINZ-CHRISTIAN STRACHE: WIE ER

AKTIV SPORTELT, WOFÜR ER DIE

BEWEGUNG BRAUCHT UND WAS

IHM ALS POLITIKER ABGEHT.

Fotos: Bruno

1Wie oft in der Woche kommen Sie

zum Trainieren und was steht auf

Ihrem Plan?

Ich mache zwei- bis dreimal die Woche

ein Kraft- und Konditionstraining und

halte auch einen detaillierten Ernährungsplan

ein. Dazu zählen etwa Eiweißshakes

und mehr Fisch statt Fleisch.

Als Politiker habe ich einen sehr vollen

Terminkalender und da hilft mir der

Sport auch, den Kopf wieder freizubekommen

und in Ruhe über Dinge nachzudenken.

2

3

Täuscht der optische Eindruck, dass

Sie zu Beginn Ihrer Amtszeit eher

wenig, zuletzt dagegen eher mehr für

Ihre Fitness getan haben?

Der Eindruck mag ein wenig täuschen,

denn ich war immer schon sportlich aktiv

und das sehr gern. Ich glaube, dass

jeder Mensch einen gewissen Ausgleich

zu seiner Arbeit braucht. Aktiver Sport

– in welcher Form auch immer – ist natürlich

jene Variante, um nicht nur fit

zu bleiben, sondern auch für seine Gesundheit

und sein Wohlbefinden etwas

zu tun.

Welchen Sport würden Sie gern betreiben,

wenn Sie die nötige Zeit dafür

hätten? Und welchen Sport verfolgen

Sie am liebsten passiv?

Zu wenig Zeit habe ich momentan, um

wieder einmal eine Wanderung zu machen

und die Natur so richtig genießen

zu können. Aber ich hoffe, dass sich das

im Sommer ausgeht. So oft es geht, versuche

ich auch, bei Sportveranstaltungen

selbst vor Ort zu sein, um unsere Sportlerinnen

und Sportler zu unterstützen,

wie zuletzt bei der nordischen Ski-WM

oder bei Fußballmatches.

Zwei- bis dreimal in

der Woche ist Sportminister

und Vizekanzler

Heinz-Christian

Strache selbst aktiv.

Welche Rolle spielte und spielt der

4Sport bei der Erziehung Ihrer Kinder?

Ich habe immer versucht, meinen Kindern

die Freude an Bewegung und an

der einen oder anderen Sportart zu vermitteln.

Das ist mir auch gelungen.

Wie viel Prozent Ihrer politischen

Energie fließen in die Sport-Agenden?

Egal, welcher Arbeitsbereich, ich bin

immer mit 100 Prozent dabei.

5

SPORTaktiv

157


SPORTTALK

VINCENT KRIECHMAYR

GANZ

ZUFRIEDEN

BIN ICH NIE!

HIER SCHREIBEN DIE ATHLETEN: ÖSTERREICHS SPEED-KÖNIG VINCENT

KRIECHMAYR LÄSST SEINEN HUSARENRITT IN WENGEN, SEINEN

FAST-ABFLUG IN KITZBÜHEL UND SEINE ERFOLGREICHE MEDAILLEN-

JAGD IN AARE NOCH EINMAL REVUE PASSIEREN.

Foto: GEPA pictures

158 SPORTaktiv


Was war das für eine aufregende

Saison! Und

damit meine ich nicht

nur meine eigene im

Ski-Zirkus, sondern

auch die von meinem Lieblingsklub

LASK. Als großer Fußballfan, der auf einem

Bauernhof ganz in der Nähe von

Linz aufgewachsen ist, schaue ich immer,

wie die Schwarz-Weissen gespielt

haben. Egal ob wir gerade in Übersee,

Bormio oder Andorra sind. Also von

dieser Stelle aus: Hut ab, liebe Athletiker,

was ihr bis jetzt erreicht habt. Ich

sage aber auch: Die Saison ist noch nicht

vorbei. Durch die Punkteteilung ist der

Abstand zu den übermächtig scheinenden

Salzburger kleiner geworden, und

wer weiß, vielleicht schafft ihr heuer ja

den ganz großen Coup. Auch wenn es

natürlich eine riesige Sensation wäre.

Aber so ticken wir Profisportler nun

mal. Immer nach dem Allerhöchsten

streben, sich nie mit dem Erreichten zufrieden

geben. Deswegen kann ich zwar

aus voller Überzeugung sagen, dass ich

mit meiner Saison, nicht zuletzt dank

zweier WM-Medaillen die beste meiner

bisherigen Laufbahn, zufrieden bin. Bei

optimalem Verlauf wäre trotzdem noch

4.

2.

5.

7.

ABER SO TICKEN WIR

PROFISPORTLER NUN

MAL. IMMER NACH DEM

ALLERHÖCHSTEN

STREBEN, SICH NIE

MIT DEM ERREICHTEN

ZUFRIEDEN GEBEN.

mehr drin gewesen, von diesem Gedanken

kann ich mich nicht ganz befreien.

Aber gehen wir es chronologisch durch.

Mit dem Auftakt in Lake Louise

konnte ich sehr gut leben, mit den Rennen

in Beaver Creek schon nicht mehr

so, obwohl es auch dort zwei

Top-10-Platzierungen waren. Aber spätestens

in Gröden bin ich ganz deutlich

unter meinen Erwartungen geblieben.

13. und 22. – das kann nicht der Anspruch

sein, wenn man sich vor der Saison

vornimmt, ein ernstes Wörtchen um

die Vergabe der Kristallkugeln in Abfahrt

und Super-G mitzureden. Ich gebe

zu: Nach diesem Wochenende war ich

brutal enttäuscht. Aber es stimmt tatsächlich,

dass man aus Niederlagen viel

mehr lernt und mitnimmt als aus Erfolgen.

Auch wenn diese Erkenntnis immer

erst etwas später kommt.

5.

1. 2.

4. 4.

Was ich aus Gröden konkret gelernt

habe, darf ich an dieser Stelle nicht verraten,

sonst schimpft mich der ÖSV,

dass ich ein Betriebsgeheimnis verraten

hätte. Es hat jedenfalls gefruchtet, denn

in Wengen stand ich endlich wieder mal

ganz oben auf dem Stockerl. Und das

bei einem der ganz großen Klassiker.

Wobei ich zugeben muss: Ich habe dort

eine ähnlich gute Leistung gezeigt, wie

schon einige Male zuvor in der Saison.

Der einzige Unterschied war, dass ich

keinen Fehler gemacht habe. Deswegen

war ich schlussendlich diesen einen Tick

schneller als die Konkurrenz.

STARKE SAISON

VON VINCENT K.

3.

Ein Jahr mit deutlich mehr Höhen als

Tiefen. Seine beste Weltcup-Platzierung

feierte Vincent Kriechmayr mit dem Sieg

beim Klassiker in Wengen, Rückschläge

gab es beim spektakulären Ausfall in

Kitzbühel und bei den Platzierungen in

Gröden. Am Ende wurde es Rang zwei im

Super-G-Weltcup, in der Abfahrt reichte

es zu Platz drei. Bei der WM im schwedischen

Aare heimste der 27-jährige

Oberösterreicher in Abfahrt (Bronze) und

Super-G (Silber) zwei Medaillen ein.

4.

5. 5.

3.

Abfahrt

Super-G

Lake Louise (USA)

Abfahrt, 24.11.18

Lake Louise (USA)

Super-G, 25.11.18

Beaver Creek (USA)

Abfahrt, 30.11.18

Beaver Creek (USA)

Super-G, 01.12.18

Gröden (ITA)

Super-G, 14.12.18

Gröden (ITA)

Abfahrt, 15.12.18

13.

Bormio (ITA)

Abfahrt, 28.12.18

Bormio (ITA)

Super-G, 29.12.18

22.

Wengen (SUI)

Abfahrt, 19.01.19

Kitzbühel

Super-G, 27.01.19

WM Aare (SWE)

Super-G, 06.02.19

WM Aare (SWE)

Abfahrt, 09.02.19

Kvitfjell (NOR)

Abfahrt, 02.03.19

Kvitfjell (NOR)

Super-G, 03.03.19

Grandvalira Soldeu (AND)

Abfahrt, 13.03.19

Grandvalira Soldeu (AND)

Super-G, 14.03.19

SPORTaktiv

159


Kriechmayr klopft auf Holz:

„Dank starker Kondition und

viel Glück blieb ich von Verletzungen

verschont.“

Wie ich gefeiert habe? Keine Sekunde!

Denn es stand ja mit Kitzbühel der

nächste Klassiker auf dem Programm, da

muss man jede Möglichkeit der Regeneration

nutzen, die sich einem bietet.

Doch statt des nächsten Erfolges kam

die Abfahrt, bei der einigen wohl der

Schrecken in die Glieder gefahren ist.

Ich dagegen habe versucht, es so nüchtern

wie möglich zu analysieren. Meine

Erkenntnis: Es war einfach ein bissl zu

viel, zu viel über meinem Limit, zu viel

über meinen Fähigkeiten. Deswegen hat

es so brutal ausgeschaut. Ich habe mir

die Szenen nachher einmal im Fernsehen

angeschaut, das große Schockerlebnis

hatte ich dabei nicht. Es sah genauso

aus, wie es sich auf der Strecke angefühlt

hat. Da kann man nur sagen: abhaken,

den Blick nach vorne richten.

ES WAR EINFACH EIN

BISSL ZU VIEL, ZU VIEL

ÜBER MEINEM LIMIT,

ZU VIEL ÜBER MEINEN

FÄHIGKEITEN.

Was im konkreten Fall der Blick zur

WM nach Aare war. Der Ort, an dem

ich 2018 beim Weltcup-Finale gewonnen

hatte. Dementsprechend groß waren

die Erwartungen. Gar nicht so sehr

die von außen, die sind bei mir nie so

hoch wie die, die ich an mich selber stelle.

Aber ich wusste, dass ich dort sehr

schnell bin, also wollte ich auch liefern.

Und zwar in Form von Medaillen, was

bei Großereignissen ja das einzig Interessante

ist, wenn man ehrlich ist. Und mit

einmal Silber und einmal Bronze habe

ich das auch geschafft, auch wenn es

zum ganz großen Wurf nicht gereicht

hat. Ja, so sind wir Sportler, restlos

glücklich kann man eben nicht sein,

wenn im Zielraum nicht die Nummer 1

vor deinem Namen steht.

Das Gleiche gilt für den Kampf um

die Kristallkugeln. Wir hatten uns beim

ÖSV vor der Saison vorgenommen, im

Speedbereich eine Kugel zu ergattern.

Das ist uns nicht gelungen, das muss

man auch so klar aussprechen. Und

trotzdem sind die Plätze zwei und drei

absolut in Ordnung. Und ich komme

auch ganz schnell wieder auf den Gedanken:

Es ist ein großes Privileg und

nicht selbstverständlich, eine Saison so

zu beenden. Erst recht in einer Sportart,

in der es jedes Jahr so viele Verletzte

gibt. Ich klopfe auf Holz, dass ich bis

jetzt verschont geblieben bin, was auf

der einen Seite mit viel Arbeit im konditionellen

Bereich, auf der anderen Seite

aber auch mit Glück zusammenhängt.

Wenn ich mir vor Augen halte, wie viele

Toptalente wegen Verletzungen nicht

den Weg einschlagen konnten wie ich,

bin ich mehr als happy und weiß, dass

ich mich absolut glücklich schätzen darf.

Jetzt ist die Saison vorbei und die

meisten Menschen denken ja, dass dann

erst einmal der ganz große Urlaub angesagt

ist. Weit gefehlt! Gerade die Phase

nach dem letzten Rennen ist für mich

die stressigste: Man hat sehr viele Termine,

das neue Material ist fertig und will

getestet werden, und dann wollte ich ja

noch eine Kolumne für den Athlete’s

Corner verfassen ... ;-) Nein, professionelle

Medienarbeit gehört für mich genauso

dazu wie vieles andere. Aber gerade

jetzt werden die Weichen für die neue

Saison gestellt und da es mir in den letzten

Jahren immer gelungen ist, mich

von Jahr zu Jahr zu verbessern, wird es

auch diesmal mein Anspruch sein, wieder

topvorbereitet in die neue Saison zu

gehen. Denn wie gesagt: So ganz zufrieden

sind wir erfolgshungrigen Profisportler

eben doch nie.

Die Energie AG unterstützt seit 19 Jahren

Spitzensportler aus Oberösterreich und formt

damit ein Team, in dem Leistungswille,

Zusammengehörigkeitsgefühl und Authentizität

für eine besondere Atmosphäre sorgen.

Hier die Heldinnen und Helden dieser

einzigartigen Sportfamilie:

Hannes Trinkl (Kapitän), Vincent Kriechmayr,

Lukas Weisshaidinger, Michael Hayböck, Andrea

Limbacher, Victoria Schwarz, Barbara Haas,

Max Lahnsteiner, Johnny Rohrweck, Mendy

Swoboda, Ana Roxana Lehaci, Thomas Mayrpeter,

Stefan Spiessberger, David Brandl

160 SPORTaktiv


Vincent Kriechmayr

Ski Alpin

Entgeltliche Einschaltung

Erfolgreich

Die Energie AG unterstützt und fördert in ihrer Sportfamilie Sportlerinnen und Sportler aus Oberösterreich,

die sich mit Topleistungen revanchieren. Mit dabei ist auch Vincent Kriechmayr, Gewinner der Silbermedaille

im Super-G und der Bronzemedaille in der Abfahrt bei der Weltmeisterschaft in Åre 2019. Kapitän ist der

Abfahrtsweltmeister von 2001, Hannes Trinkl.

www.sportfamilie.at

© gepa-pictures

EAG Grafik

v.l.n.r. Hannes Trinkl, Kapitän // Thomas Mayrpeter, Ski Cross // Viktoria Schwarz, Kanu-

Flachwasser // Max Lahnsteiner, Ski Alpin // David Brandl, Schwimmen // Ana Roxana Lehaci,

Kanu-Flachwasser // Mendy Swoboda, Paracanoe // Lukas Weißhaidinger, Diskus // Barbara

Haas, Tennis // Johnny Rohrweck, Ski Cross // Andrea Limbacher, Ski Cross // Michael Hayböck,

Skisprung // Stefan Spiessberger, Kitesurfing //


„MANCHMAL

KOMME ICH MIR

SCHLECHT VOR“

XAVER SCHLAGER IST ABGE-

HOBEN. SPORTLICH, WEIL ER

MIT RED BULL SALZBURG

UND DEM NATIONALTEAM

VON EINEM HIGHLIGHT ZUM

NÄCHSTEN FLIEGT. PRIVAT

WÜRDE IHM DAS NIE PASSIE-

REN. ER SAGT: „JEDER ARBEI-

TER LEISTET MEHR ALS ICH.“

VON MARKUS GEISLER

immt man die vergangenen

zwei Jahre als Grundlage,

müsste Xaver Schlager an einem

permanenten Höhenkoller

leider. Kapitän der erfolgreichen

Salzburger

Youth-League-Mannschaft. Euro-Fighter.

Österreichischer Meister und Cupsieger.

Heiße Aktie am Transfermarkt. Und im

Nationalteam durchgestartet. Doch vom

Verlust der Bodenhaftung ist der 21-Jährige

weit entfernt. „Ich sehe mich als normalen

Arbeiter, der ein bisschen intensiver

Fußball spielt. Nein, eigentlich sehe ich

mich sogar etwas darunter, weil andere 40

Stunden arbeiten müssen, um sich ihr

Geld hart zu verdienen. Ich muss schon

auch intensiv etwas tun, aber Arbeiter leisten

vielleicht doch etwas mehr als ich.“

Eine erfrischende Herangehensweise in

der Welt der Louis-Vuitton-Tascherl und

Privatjet-Ausflüge. Dabei könnte es sich

Xaver Schlager durchaus leisten, sich als

Superstar feiern zu lassen, weil er sportlich

so gut wie immer liefert. Doch so etwas

käme dem Mittelfeldspieler, der in der

Öffentlichkeit am liebsten unerkannt unter

dem Radar fliegt, nie in den Sinn. „Ich

bin immer erstaunt, wenn Kinder zu mir

sagen: Du bist mein Vorbild. Ich denke

dann: Das ist schon sonderbar. Manchmal

komme ich mir dabei ein wenig schlecht

vor, weil es doch so viele Dinge gibt, die

wichtiger sind als Fußball. Aber das vergessen

wir Fußballer manchmal, weil wir

ein wenig in einer Parallelwelt leben, in

der alles passt und dir vieles hinterhergetragen

wird. Was aber auch nicht immer

einfach ist.“

Geschenkt worden ist dem Blondschopf

aus St. Valentin allerdings nichts.

Bereits im Alter von zwölf Jahren wurde

er von „Stevies Papa“ (gemeint ist

Ex-Teamspieler und Stefan Lainers Vater

Leo) entdeckt und von Red Bull nach

Salzburg gelotst. An Heimweh litt er nie.

„Ich hab die Tragweite gar nicht realisiert,

das Ganze als lustige Geschichte gesehen.

Man freut sich aufs Internat, aufs Kicken,

auf neue Freunde.“ Und wann hat er zum

ersten Mal das Gefühl gehabt, dass es für

eine Profikarriere reichen könnte? Schlager

lacht. „Bis heute nicht“, sagt er. „Es

kann so viel passieren – Verletzungen, ein

Absturz ... Im Fußball kannst du heute

der Superstar sein, morgen der Trottel und

übermorgen verletzt und austauschbar.

Dann erinnert sich keiner mehr an dich.“

So schnell wird Schlager allerdings

wohl nicht vergessen werden. Zu stark

waren seine Auftritte auf nationaler, vor

allem aber auf internationaler Ebene, wo

er vor allem mit seiner „Ich-scheiß-mirnix“-Attitüde

beeindruckt. „Wovor soll

ich Angst haben“, fragt er. „Ich hab immer

davon geträumt, in großen Stadien

gegen große Gegner zu spielen – warum

soll ich dann in Ehrfurcht erstarren? Die

Gegenspieler sind auch nur Menschen,

die auf meinem Niveau waren und sich

hoch gekämpft haben. Das kann ich

doch genauso schaffen.“ Entspanntheit,

die auch mit einem Ritual zusammenhängt.

Denn vor den Spielen setzt sich

Schlager die Kopfhörer auf und biegt zu

Fotos: Getty Images

162 SPORTaktiv


Ob in Salzburg

oder im

Nationalteam:

Xaver

Schlager

liefert auf

konstant

hohem

Niveau.

gemütlichen Hip-Hop-Rhythmen in seinen Tunnel

ab. „Ich brauche da kein Bumm-Bumm, sondern

etwas Chilliges mit gutem Beat. Ich weiß, dass ich

besser spiele, wenn ich klar im Kopf bin und

schlechter, wenn ich Stress habe.“

Klarheit im Kopf wird auch vonnöten sein, um

die restliche Saison mit ihren großen Herausforderungen

zu absolvieren. Mit Salzburg kämpft Schlager

noch um Cup und Meisterschaft, mit dem Nationalteam

um die EM-Qualifikation. Und dann gibt es

noch ein ganz besonderes Highlight, da sich die U21

des ÖFB für die EURO in Italien im Juni qualifiziert

hat. „Da wäre ich irrsinnig gern dabei“, sagt Schlager,

der als 97er-Jahrgang auf jeden Fall spielberechtigt

wäre. „Die Mannschaft hat selten in Bestbesetzung

gespielt, weil manche schon im A-Team dabei,

andere verletzt waren. Aber wenn wir mit der vollen

Mannschaftsstärke anreisen, können wir dort etwas

erreichen, das Potenzial ist da. Dann müssen wir uns

auch nicht vor einem Gegner wie Deutschland

verstecken.“ Eine Herangehensweise, wie sie für

Xaver Schlager typischer nicht sein könnte.

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WiE siE WollEn!

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SPORTaktiv

163


RO

IST E-SPORTS

WIRKLICH SPORT?

„E-SPORTLER

MÜSSEN FIT SEIN“

Also, wenn Darts oder Schach als Sport gelten, trifft das

für E-Sports aus meiner Sicht erst recht zu. Der Aspekt der

körperlichen Anstrengung ist jedenfalls hier und da etwa

gleich. Aber auch abseits dieses Vergleichs ist E-Sports für

mich in die Rubrik Sport einzuordnen. Und zwar aus

mehreren Gründen: Man muss sich viel damit befassen,

um wirklich ein sehr guter Spieler auf Topniveau zu

werden. Man muss sich Gedanken über Taktik machen,

zum Beispiel beim beliebten Spiel FIFA. Spiele ich

auf Ballbesitz oder Gegenpressing? Abwartend oder

attackierend? Und mit welchem System habe ich die

größten Chancen, meinen Gegner zu bezwingen? Ich

zum Beispiel kann vom Zocken auf der Konsole eine

Menge für meine Arbeit als Fußballprofi mitnehmen.

Und zu all dem kommt: Man muss körperlich

fit sein, um sich über einen langen Zeitraum so gut

konzentrieren zu können, sodass man auf Topniveau

Spiele gewinnt. Ich selbst merke auf meinem

Freizeitlevel, dass ich bei längeren Sessions immer

wieder Pausen brauche, auch wenn ich heute

längst nicht mehr so viel zocke wie früher. Was

ich allerdings zugeben muss: Zuschauen, wie

andere Leute zum Beispiel Fortnite spielen,

wäre nichts für mich. Das ist mir dann doch

zu langweilig.

THOMAS MURG

Rapid-Profi und Hobby-Gamer

„ES IST DAS

FALSCHE SIGNAL“

Eins vorweg: Ich verstehe die Interessen, die hinter

E-Sports stecken, und will ihn keineswegs verteufeln.

Aber mich irritiert das Wort „Sport“ hinter dem

E schon sehr. Denn mit Bewegung an der frischen

Luft und dem Spüren des eigenen Körpers hat das

Ganze nichts zu tun. Und es ist in Zeiten, in denen

wir immer mehr Zeit vor dem Bildschirm und weniger

mit realen Begegnungen verbringen, das falsche Signal

an unsere Kinder: Du brauchst dir gar keine echten Ski

anzuschnallen um auf die Piste zu gehen, es reicht, wenn

du dich virtuell die Abfahrt hinunterstürzt. Befürworter

sagen, dass man über E-Sports Kids animieren kann,

auch den echten Sport auszuprobieren. Das halte ich für

eine Illusion. Die Kids spielen nicht auf der Konsole Karate

und gehen dann in den Karateverein, sondern sie spielen

erst Karate, dann Golf, dann Eishockey usw. Das ist der

falsche Weg. Es geht wohl auch für Sportverbände darum,

die Kids mit besseren Argumenten abzuholen als mit einem

Spiel mehr auf der Spielkonsole. Wir sollten uns gemeinsam

in Bewegung setzen, wie wir die Kinder wieder auf natürliche

Weise zu echter körperlicher Bewegung einladen können.

Demnach fände ich es ein schönes Zeichen – beispielsweise eines

Skiverbandes – nicht bei jedem Trend dabei sein zu wollen,

sondern vielmehr die Kerndisziplin jeder Sportart – nämlich die

soziale Kompetenz – weiter zu etablieren!

FELIX GOTTWALD

Dreifacher Olympiasieger nordische Kombination

Fotos: GEPA-Pictures.com, Caro Strasnik

164 SPORTaktiv


MACH MIT BEI DEN SK RAPID JUGENDCAMPS

CAMP A KW 27

CAMP B KW 28

CAMP C KW 28

CAMP D KW 29

OLLERSDORF (BGLD.)

So., 30.6. - Sa., 6.7.2019

TULLN

So., 7.7. - Sa., 13.7.2019

WIEN-HÜTTELDORF

Mo., 8.7. - Fr., 12.7.2019

YSPERTAL

So., 14.7. - Sa., 20.7.2019

CAMP E KW 30

CAMP F KW 31

CAMP G KW 32

CAMP H KW 33

WIESELBURG

So., 21.7. - Sa., 27.7.2019

MISTELBACH

So., 28.7. - Sa., 03.8.2019

LUNZ AM SEE

So., 4.8. - Sa., 10.8.2019

WIEN/HÜTTELDORF

Mo., 12.8. - Fr., 16.8.2019

CAMP I KW 34

CAMP J KW 34

CAMP K KW 35

BAD TATZMANNSDORF

So., 18.8. - Sa., 24.8.2019

KLOSTERNEUBURG

Mo., 19.8. - Fr., 23.8.2019

WIEN/HÜTTELDORF

Mo., 26.8. - Fr., 30.8.2019

Du bekommst ein originales SK Rapid Trikot, einen adidas Ball und eine SK Rapid Trinkflasche.

Besonders cool ist, dass auch die Spieler des SK Rapid vorbeischauen und dir echte Profi-Tipps geben können.

ALLE INFOS & ANMELDUNG UNTER SKRAPID.AT/JUGENDCAMPS

SPORTaktiv

165


RETRO + GESCHICHTE

Wie schafft man eigentlich eine Ikone?

Sicher nicht, indem man brav eingetretenen

Pfaden folgt. Vor 50 Jahren, im

Jahr 1969, verließ Tag Heuer die Komfortzone

des gelebten Erfolgs mit etwas

Disruptivem, gänzlich Neuem. Mit der

Monaco brachte man die erste quadratische,

wasserdichte Sportuhr auf den

Markt, noch dazu einen Chronografen

mit erstmals automatischem Aufzug, einer

gemeinsamen Entwicklung mit

Breitling und Hamilton. Tatsächlich

schien es anfangs so, als hätte die Welt

nicht auf so etwas Avantgardistisches gewartet.

Rechteckige Uhren waren, meist

mit Steinen besetzt, bisher den Damen

vorbehalten. Die spezielle Form machte

es bis dahin auch unmöglich, die Gehäuse

abzudichten. Trotz bescheidener

Verkaufszahlen bewies der damalige aktive

und heutige Ehrenpräsident der Firma,

Jack Heuer, unternehmerischen

Mut und ließ das Modell weiterhin im

TAG HEUER

NICHTS RETRO –

EINFACH PUR!

Diese, wie damals, mit dem automatischen

Chrono-Kaliber 11 bestückte Monaco

hat eine Breite von 39 mm. Immer noch

außergewöhnlich ist eine Wasserdichte

von 100 m bei einem eckigen Gehäuse,

hier in Edelstahl. Perfekt: Das gelochte

Vintage- Band. Preis: 5250,– Euro

= IKONE

Angebot. Einen wesentlichen Turbo-

Schub erfuhr die Monaco durch eine

andere Ikone, den Weltstar Steve Mc-

Queen. Im legendären Rennfahrerfilm

Le Mans zierte die berühmte, links bekronte

Variante mit blauem Zifferblatt

des Haudegens Handgelenk. Warum

war die Aufzugskrone links? Als Instrumentenuhr

für Rennfahrer sollte dem

Betätigen der rechts liegenden Chrono-Drücker

nichts im Weg stehen. So

wird eine fehlerfreie Bedienung erleichtert.

Es gibt also genug zum Feiern im

Hause TAG Heuer. Dies geschieht etwa

mit einer wunderbaren Neuauflage der

ursprünglichen Uhr. Im Laufe des Jahres

erwarten uns noch einige weitere

Monaco-Gustostückerln. Wir dürfen

gespannt sein.

Fotos: TAG Heuer, Hersteller

166 SPORTaktiv


SPORTUHREN

NEWS

GARMIN

DESCENT MK 1

Gut, gut. Ja, das ist ein Tauchcomputer. Aber einer,

der auch zu Lande immer weiß wo’s langgeht. Unter

Wasser macht ihm keiner was vor und auch sonst

geht dem stattlichen Ührchen kaum die Luft aus. Volle

10 Tage im Smartwatch-Modus hält der Dauerläufer

durch, was die Konkurrenz atemlos zurücklässt. Von

Herzmesser, Tiefen- und Höhenmesser, Gyroskop,

Kompass und Thermometer bis hin zu GPS ist so

ziemlich alles für sämtliche Über- und Unterwasserabenteuer

an Bord. Preis: ab 999,99 Euro

www.garmin.com

CASIO

PRO TREK SMART

Smart war schon der Vorgänger, jetzt ist sie noch

schlauer, aber auch schmaler und dünner. Dank der

Möglichkeit, Offlinekarten nutzen zu können, darf

das Smartphone gerne zu Hause bleiben. 50 m

Wasserdichte sowie ein Barometer und Höhenmesser

runden das Gesamtpaket ab. Wear OS by Google

öffnet ohnehin die Welt zu Unmengen an Apps.

Preis: 549,– Euro

www.protrek.eu

MONTBLANC

SUMMIT 2 TITAN

SPORT EDITION

Der Schreib- und Lederwarenspezialist stellt seinen

Reisekoffern einen richtungsweisenden Handgelenksbegleiter

zur Seite. In ihrer zweiten Auflage

kann die Montblanc Summit alles besser als der

Vorgänger und packt einen beeindruckenden Haufen

Technik in ein gut tragbares Titan-Gehäuse.

Wie bei der Casio ist hier Android Wear für die Betriebsamkeit

zuständig, was sicher kein Fehler ist.

Besonders chic: Bei Auswahl eines klassischen

Chrono-Zifferblattes geht sie fast als mechanische

Uhr durch. Preis: 1070,– Euro

www.montblanc.com

TECHNIK –

QUO VADIS?

Wir leben in einem faszinierenden

Zeitalter! Große

Worte, in der Welt der Zeitmesser

jedoch ganz sicher wahre.

Kaum eine andere Industrie

entwickelt sich so bipolar wie die

der Uhren. Modernste Elektronik

trifft auf Mechanik, welche auf

teils jahrhundertealte Prinzipien

aufbaut. Smartwatch oder Handaufzug?

Diese Frage wird, zum

Glück, meist mit „gerne beides“

beantwortet. Das eine schließt

das andere nicht aus, sondern

ergänzt sich im besten Fall.

Warum hat so etwas Archaisches

wie die mechanische Uhr überhaupt

noch Chancen, was macht

ihre Begehrlichkeit aus? Wahrscheinlich

ist es die Erhabenheit

gegenüber geplanter Obsoleszenz,

die es ja durchaus geben soll.

Die Gewissheit, ein nachhaltiges

Produkt zu kaufen oder zu schenken,

ein mögliches Erbstück gar.

Damit das so bleibt, müssen die

Hersteller ein jahrhundertealtes

Rezept unverändert beibehalten:

kompromisslose Qualität zu

selbsterklärenden Preisen. Schaffen

sie das, dann kann es noch

sehr lange erfolgreich auf beiden

Seiten weitergehen.

PHILIPP PELZ

Seit bald 25 Jahren professionell

mit der Welt der Luxusuhren

verbunden, widmet er sich hier

schreibend dem Thema Zeitmesser.

SPORTaktiv

167


AUTO

SPORTLICHE SUVs, KOMBIs, VANs, PICK-UPs IM FOKUS

AKTIV

ELEKTRISCH, SMART,

INNOVATIV UND EMOTIONAL

DIE ERFOLGSMARKE ŠKODA

PRÄSENTIERTE IN GENF DIE

GANZE BANDBREITE IHRER

MOBILITÄTSDIENSTLEIS-

TUNGEN. DIE HIGHLIGHTS

WAREN DIE KONZEPTSTUDIE

VISION IV, DER NEUE KAMIQ,

DER NEUE SCALA UND DIE

NEUESTE AUSBAUSTUFE

DES ŠKODA FABIA R5.

Das Jahr 2019 markiert einen ganz

besonderen Moment in der

124-jährigen Geschichte des Unternehmens:

Škoda startet in die E-Mobilität.

In den kommenden vier Jahren investiert

das Unternehmen rund zwei Milliarden

Euro in alternative Antriebe und neue

Mobilitätsdienste – die größte Investition

in der Geschichte der Marke – und wird

bis Ende 2022 zehn elektrifizierte Modelle

einführen. Darüber hinaus baut der Automobilhersteller

sein Angebot an neuen

Mobilitätsdienstleistungen konsequent

weiter aus. Beispiele sind die Carsharing-Plattform

HoppyGo oder der Mobilitäts-

und Sozialservice CareDriver. Das

hohe Level der Vernetzung zwischen

Fahrzeug, Fahrer und Umwelt erlaubt es,

Škoda-Fahrzeuge auch in Smart-Home-Netzwerke

einzubinden oder die

„Škoda Connect App“ über den Amazon-

Sprach assistenten Alexa zu steuern.

Die Vision iV gibt einen konkreten Ausblick

auf die künftige Familie rein batterieelektrischer

Fahrzeuge von Škoda. Die

Konzeptstudie basiert als erstes Fahrzeug

von Škoda auf dem „Modularen Elektrifizierungsbaukasten“

(MEB) des Volkswagen-Konzerns,

besticht mit einer athletisch

gezeichneten, aerodynamischen

Karosserie und bietet Škoda-typisch

viel Platz im Innenraum. Die

168 SPORTaktiv


Fotos: Škoda, Mazda, Ford

22-Zoll-Räder setzen optische Akzente. Auffällige

Details sind die illuminierten Glaselemente in den

vertikalen Rippen des Škoda-Grills oder Kameras

anstelle klassischer Außenspiegel. Zwei Elektromotoren

– einer an der Vorder- und einer an der Hinterachse

– übernehmen den emissionsfreien Vortrieb

und machen die Vision iV zum Allradler. Die

flache Lithium-Ionen-Batterie ist platzsparend im

Unterboden des Fahrzeugs verbaut und ermöglicht

eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern nach

WLTP-Zyklus.

Mit dem neuen Kamiq setzt Škoda seine erfolgreiche

SUV-Offensive fort und präsentiert das erste City-SUV

der Marke. Der Kamiq ist nach dem Kodiaq

und dem Karoq die dritte SUV-Modellreihe für den

europäischen Markt und rundet das erfolgreiche

SUV-Portfolio nach unten ab. Das Wort Kamiq

stammt aus der Sprache der im Norden Kanadas

und in Grönland lebenden Inuit und steht für etwas,

das in jeder Situation perfekt passt und seinen eigenen

Charakter hat. Im wachsenden Segment der

City-SUV verbindet der Škoda Kamiq die Vorzüge

eines SUV wie größere Bodenfreiheit oder eine erhöhte

Sitzposition mit einem stylishen Offroad-

Auftritt und der Agilität eines Kompaktfahrzeugs.

Der Škoda Scala definiert die Kompaktklasse für

Škoda komplett neu: mit hoher Funktionalität,

State-of-the-Art-Connectivity und emotionalem

Design. Der Škoda Scala trägt passend zum neuen

Charakter und zur modernen Technik auch einen

neuen Namen: Scala bedeutet im Lateinischen

„Treppe“ oder „Leiter“. Der Scala bietet ein hohes

Level an aktiver und passiver Sicherheit, Scheinwerfer

und Heckleuchten in Voll-LED-Technik, viel

Platz für Passagiere und Gepäck sowie fünf effiziente

Motoren von 66 kW (90 PS) bis 110 kW (150 PS)

und zahlreiche Simply-Clever-Ideen. Der Marktstart

erfolgt zu Beginn des zweiten Quartals 2019.

Ebenfalls in Genf zu bestaunen war die nächste

Ausbaustufe des Škoda Fabia R5. Das erfolgreichste

Rallyefahrzeug in der Motorsportgeschichte

der Marke erhält heuer ein technisch

optimiertes Upgrade.

Sportlich & praktisch! Škoda findet derzeit die perfekte Abstimmung

im Sortiment, hier die drei Neuen: Fabia R5, Scala und Kamiq.

FESCH

INS GELÄNDE

Außergewöhnliches Kodo-Design, hochwertige Verarbeitung

und innovative Motoren sind die Merkmale des

neuen Mazda CX-30, der im Herbst an die Startlinie geht.

Seine kompakte Bauweise und das großzügige Platzangebot

reihen den neuen Mazda CX-30 in die Mitte zwischen

CX-3 und CX-5 ein. Bei einer Gesamtlänge von 4395 mm

bei 2655 mm Radstand und 430 l Kofferraumvolumen bietet

der Mazda CX-30 viel Platz bei möglichst kompakten

Abmessungen. Motorisch stehen für den CX-30 drei Antriebsvarianten

zur Verfügung: ein 2-Liter-Benziner mit 122

PS, ein 1,8-Liter-Diesel mit 116 PS und der innovative

Skyactiv-X-Benzinmotor mit Kompressionszündung. Für

Spritsparpotenzial sorgen Zylinderabschaltung und

Mild-Hybrid-System. Alle Motorisierungen sind optional

auch mit Allradantrieb erhältlich.

ENTSCHEIDENDE

30 MILLIMETER

Der neue Ford Focus Active ist das ideale Angebot für

Menschen mit aktivem Lebensstil, das heißt: für die

wachsende Zahl von SUV- und Crossover-Kunden, die die

Vielseitigkeit eines SUV und die Fahrdynamik eines Pkw

wünschen. Die 30 Millimeter mehr Bodenfreiheit des

„Active“ weisen ebenso auf den robusten Charakter dieses

neuen Crossover-Modells hin wie zusätzliche, in Schwarz

ausgeführte Radkästen- und Schweller-Verkleidungen.

Im Ford Focus Active gibt es neben den drei bekannten

Fahrmodi „Normal“, „Sport“ sowie „Eco“ noch zwei weitere

Fahrmodi: „Rutschig“ sowie „Unbefestigte Straßen“.

Für Aktivsportler perfekt ist der große Laderaum bei der

Kombivariante, fasst er doch beachtliche 1653 Liter bei

umgelegten Sitzen.

SPORTaktiv 169


NACHSPIEL

BIS ETWAS

PASSIERT

EGYD GSTÄTTNER

Der Klagenfurter ist

freier Schriftsteller

und Hobbysportler.

Sicher haben auch Sie, liebe Leserinnen

und Leser, sich schon einmal gefragt:

Woran erkennt man eigentlich einen Radweg?

Nun denn, hier und heute also die

Aufklärung: Woanders ist das eine Straße,

die exklusiv den Radfahrern vorbehalten

ist, durch zwei weiße Sperrlinien definiert,

die Wegfläche selber hebt sich durch eigene

Asphaltfarben – meistens leuchtend grün oder

rot – vom Asphalt ab. Manchmal findet man

nach dem Vorbild von Autostraßen exklusive,

von den Autostraßen gänzlich abgetrennte,

von Alleen gesäumte, zweispurige Luxus-Radstraßen

– wie etwa am Weg nach Grado.

Welche Lust, da in die Pedale zu treten!

Bei uns hingegen entstehen Radwege in der

Regel impressionistisch im Auge des Betrachters:

Man muss sie Kraft seiner Fantasie auf

den Asphalt der Straße hinaufdenken. Es gibt

sie – so wie Grenzlinien zwischen Staaten

oder den Äquator: Drüberstolpern kann man

freilich ebenso wenig wie über einen Masterplan.

Das wichtigste Erkennungsmerkmal: ein

auf den Asphalt gesprühtes weißes Fahrrad!

Manchmal strichlierte Begrenzungsmarkierungen,

manchmal nicht. Rot oder grün: leider zu

teuer. Zweitwichtigstes Erkennungsmerkmal:

parkende Autos, parkende Lastkraftwägen (wir

müssen unsere Ware abladen! Danke für Ihr

Verständnis!), parkende Reisebusse (unsere

Gäste müssen aussteigen und die Koffer

müssen wir auch irgendwo abstellen; danke

für Ihr Verständnis!). Außerdem erkennt man

Radwege an Fußgängern, Nordic-Skatern, Joggern,

Kinderwägen, Schlaglöchern, Stadtwerkebussen,

Anrainerverkehr, Schneehäufen: Ein

Radweg ist für alle da!

Allersicherstes Erkennungsmerkmal eines

Radwegs: das Wort „Ende.“ Man findet es

praktisch vor jeder Kreuzung. „Ende“ ist das

mit Abstand am häufigsten auf den Boden gesprühte

Wort der Stadt. (Umgekehrt erkennt

man eine Autostraße daran, dass sie nirgends

ein „Ende“ hat.) Und last, not least der Abenteuerfaktor:

Zwei strichlierte Linien zwischen

der Autostraße links und den Autoparkplätzen

rechts, sodass ein einparkender oder

ausparkender Wagen jedes Mal den Radweg

queren muss und von hinten gar nicht anders

kann, als in den toten Winkel zu schneiden,

aus dem der tapfere Radler kommt. Bis etwas

passiert! Aber keine Sorge: Wir haben ein Klinikum,

ein Unfallkrankenhaus, eine Unfallversicherungsanstalt

und vor der Behandlung:

Fragebögen, Fragebögen, Fragebögen und

eine detaillierte Beschreibung des Unfallhergangs.

So, liebe Landsradlerinnen und Radler:

Viel Spaß und gute Fahrt!

IMPRESSUM

sportaktiv.com

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TOP TIMES Medien GmbH, 8010 Graz, Gadollaplatz 1

Tel.: 0 316/80 63-25 80

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Ronald Tomandl, Tel.: 0 316/80 63-25 82, E-Mail: ronald.tomandl@styria.com

Assistenz: Elisabeth Rechling (-25 86)

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STÄNDIGE MITARBEITER

Linda Freutel, Markus Geisler, Klaus Höfler, Wolfgang Kühnelt, Wolfgang Kuhn,

Oliver Pichler, Axel Rabenstein, Herwig Reupichler

FOTOREDAKTION

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170 SPORTaktiv

SPORTaktiv

03/2019

erscheint am

6. Juni

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Beiträge über Tourismusregionen und Eventankündigungen werden in Kooperation mit der

Tourismuswirtschaft und mit Veranstaltern gegen Druckkostenbeiträge produziert.

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Styria Marketing Services GmbH & Co KG, „Abo SPORTaktiv“,

Hainburger Straße 33, 1030 Wien

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Das Jahresabonnement (6 Ausgaben) kostet € 19,90.


Kinder Gesund Bewegen

Eine Initiative des Sportministers

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt:

Kinder und Jugendliche sollten täglich

mindestens 60 Minuten aktiv sein!

Studienergebnisse zeigen: Nur 40 % der 11-17-jährigen Schülerinnen und Schüler in

Österreich gelingt es, diese WHO-Empfehlung an zumindest 5 Tagen der Woche einzuhalten.

Nur 28,5 % der Kinder sind mindestens 7 Stunden in der Woche körperlich aktiv.

Bewegung wirkt: Mehr Bewegung trägt dazu bei, gesundheitliche Risiken zu verringern

und fördert gleichzeitig die Konzentration für schulische Leistungen.

Die gezielte Zusammenarbeit von Kindergarten, Schule und Sport ist der wichtigste Ansatz

für mehr Bewegung im Alltag von Kindern und Jugendlichen.

Daher forciert der Sportminister die Bemühungen der Initiative „Kinder gesund bewegen“.

Foto: Fotolia ©SerrNovic

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für den RIFTER STANDARD Active BlueHDi 75: Kaufpreis: € 19.700,–; Eigenleistung: € 5.890,–; Laufzeit: 48 Monate; Sollzinssatz: 3,99 %; Gesamtleasingbetrag: € 13.810,–; effektiver Jahreszins:

4,52 %; Fahrleistung: 10.000 km/Jahr; Restwert: € 8.848,–; Bearbeitungsgebühr: € 160,–; Rechtsgeschäftsgebühr: € 110,54; Gesamtbetrag: € 15.790,68. Kaufpreis beinhaltet € 3.000,–Gesamtbonus:

€ 1.500,– Peugeot Eintauschprämie, € 1.000,– Finanzierungsbonus (nur in Verbindung mit einem Leasing über die PSA Bank Österreich) und € 500,– Versicherungsbonus (bei Abschluss eines

Vorteilssets, Kfz- Haftpflicht-, Kasko-, Insassenunfall-Versicherung, über die Peugeot Autoversicherung GARANTA Versicherungs-AG Österreich. Die Aktion ist gültig von 01. 03. bis 30. 04. 2019 und ist

nicht mit anderen Aktionen der PSA Bank kumulierbar. Angebot der PSA Bank Österreich, Niederlassung der PSA Bank Deutschland GmbH. Weitere Details bei Ihrem Peugeot-Händler. Symbolfoto.

Druck- und Satzfehler vorbehalten.

Gesamtverbrauch: 4,1 – 5,8 l /100 km, CO 2 -Emission: 108 – 131 g/km.

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